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Ausgabe 3/11

34. Jahrgang

Mai 2011

Kurier Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln

Inhalt hochschule | 2 Vergessene Rekorde: Jüdische Athletinnen und Athleten vor und nach 1933 Kinderuni | 3 KölnerKinderUni: Vier Tage, 16 Veranstaltungen, 350 Kinder hochschule | 4 Vergessene Schätze: Archivprojekt zur Bewahrung des universitären Erbes hochschule | 5 Sicherheit beim Datenverkehr: Der Technische Leiter des IuK im Interview sport | 6 Basketball mal anders: Kölner Rollstuhlbasketball auf dem Vormarsch

©Ann-Lee Chou

hochschule / karriere | 7 Girls‘Day: Den Sportwissenschaftlern einen Tag lang über die Schulter geguckt

Der grüne Pfeil zum Glück

Mit Treppensteigen gewinnt man nicht nur Wettbewerbe ist eine Alltagshandlung, die viele gar nicht als Sport wahrnehmen“, so David Gilbert von der SpoHo. Dabei hat es nachweislich eine positive Wirkung auf die Gesundheit, beeinflusst Blutdruck und Cholesterinwert und ist vorteilhalft für Gewichtsreduzierung und Fettverbrennung. Wer jeden Tag in den 4. Stock steigt, kann im Jahr 11,5 Cheeseburger mehr verdrücken. Solche Infos liefert „StairTalk“ auf Hinweistafeln im Treppenhaus. „Es ist schon erstaunlich, wie viele Treppen man steigen muss, um ein Bier oder einen Hamburger abzutrainieren“, sagt Clemens Wahlig, der in der Fachhochschule Köln im 4. Stock arbeitet, wo die Studierenden „StairTalk“ unter wissenschaftlichen Bedingungen getestet haben. Dafür haben sie das Alltagsverhalten von knapp 2.000 Menschen

„Coach, die Treppe war‘s“ Athletik-Lehrgang der DFB-Frauen an der SpoHo Dr. Norbert Stein von der Sporthochschule erinnert sich gerne an den 30. September 2007: die deutsche FrauenFußballnationalmannschaft gewinnt ihren zweiten WM-Titel nach 2003, und Stein ist als Konditionstrainer mittendrin. „Einige Spielerinnen sind mir um den Hals gefallen und riefen: Coach, die Treppe war‘s.“ Gemeint ist die 220 Stufen lange Treppe im Villeforst. Auch in diesem Jahr bildete sie den Abschluss des einwöchigen Lehrgangs

vom 18. bis 23. April an der Sporthochschule. Schon im Voraus löste der Gedanke an diese Qual bei Technikerinnen wie Fatmire Bajramaj eine Art Hassliebe zum Konditionstrainer aus: „Norberts Training war immer am anstrengendsten“, erzählt sie bei einer Pressekonferenz, fügt aber gleich hinzu: „Wir wollen ja alle fit werden!“ Stein ist sich bewusst darüber, dass sein Training nicht die schönste Zeit der Fußballerinnen ist: „In der kom-

zu verschiedenen Tageszeiten beobachtet. Wer nimmt wann den Aufzug, wer die Treppe? Und sie haben Interviews geführt: „Interessant ist, dass die über 50-Jährigen durchaus ein Bewusstsein dafür haben, dass es fit hält, die Treppe zu nehmen“, so David Gilbert. „Die Jüngeren dagegen sehen Treppensteigen nicht als sportliches Training.“ Mit Spaß, Gemeinschaftsgefühl und etwas sozialem Druck soll dieses Bewusstsein geschärft werden. Wer sich verpflichtet, einmal täglich bis in den 4. Stock zu steigen, dessen Name wird mit einem Sticker auf ein öffentliches Infoboard geheftet. „Jeder kann sehen, wer mitmacht“, erklärt David Gilbert. „So entsteht Kommunikation auf der Treppe: „StairTalk“ eben.“ Der frisch gebackene Sportwissenschaftler ist stolz auf den mit 10.000 Euro dotierten Preis,

den er und seine Kommilitonen im Wissenschaftsjahr 2011 gewonnen haben. „Es war der krönende Abschluss des Studiums.“ Neben ihm waren Felix Jarosch von der SpoHo, Ann–Lee Chou von der KISD sowie die Amerikanerinnen Anson Cheung und Diane Lee beteiligt. Geleitet wurde das Projekt von den Sportwissenschaftlern Professor Ingo Froböse und Dr. Birgit Wallmann sowie der Service Design-Professorin Birgit Mager. Vom Preisgeld soll „StairTalk“ ab Mai 2011 in mehreren Kölner Unternehmen umgesetzt werden. Und es scheint aufzugehen: In den Interventionsphasen wurde ein signifikanter Anstieg beim Treppensteigen von bis zu 18% verzeichnet. Clemens Wahlig ist begeistert: „Ich persönlich nehme durch diese Aktion 15 bis 20% öfter die Treppe.“ Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Hi

menden Woche steht eine Basketballeinheit auf dem Programm, das wird das einzige Training sein, in dem die Mädels einen Ball sehen“, kündigte er an. Damit „sie aber nicht schon gleich am Mittwoch meine Nase satt haben“, hatte Stein ein Expertenteam aus ganz

Deutschland zusammengeholt, um der deutschen Elf ein anstrengendes aber dennoch abwechslungsreiches Programm zu bieten. So stand neben Einheiten zur Verbesserung der Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer und Koordination auch ein Taekwondo-Training auf dem Programm, bei dem zehn professionelle Kampfsportler die Aggressivität der Spielerinnen fördern sollten. Stein hat sicher gerne einige böse Blicke für sein Training hingenommen, wenn die Spielerinnen dafür am 17. Juli beim diesjährigen Finale in Frankfurt wieder zu ihm kommen und sagen: „Coach, die Treppe war’s!“ Sd

© Sd

Ein großer grüner Pfeil auf dem Boden weist den richtigen Weg. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Treppenstufen, die hinauf führen. Stufe für Stufe, Stockwerk für Stockwerk. Weg vom Aufzug und hin zu mehr körperlicher Fitness. Denn genau das ist seine Funktion: Er soll die Menschen motivieren, öfter mal die Treppe zu nehmen. „StairTalk“ nennt sich das ungewöhnliche Konzept, das fünf Studierende der Deutschen Sporthochschule Köln und der International School of Design (KISD) entwickelt haben und mit dem sie jetzt beim bundesweiten Studierenden-Wettbewerb „Was macht gesund?“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als eines der Siegerprojekte ausgezeichnet wurden. Der Gedanke: Treppenstufen mit einfachen Mitteln und gutem Design interessant zu machen. „Treppensteigen

und sonst ...? | 8 Familiengerechte Hochschule: Neue Wickelstationen auf dem Campus

Termine Sport.Karriere.Netzwerk Schon zum dritten Mal findet am 1. Juni die Jobinformations- und Hochschulkontaktmesse für Studierende und Alumni der Sporthochschule statt. Von 10 bis 16 Uhr präsentieren sich erfolgreiche und bekannte Aussteller. Dazu gibt‘s ein umfangreiches Rahmenprogramm, u.a. mit Präsentationen, Workshops und Karriereforen. www.dshs-koeln.de/skn Eignungstest Vom 14. bis 16. Juni heißt es für die Prüflinge wieder: mindestens 19 von 20 Einzeldisziplinen bestehen! Über 2.000 Bewerberinnen und Bewerber stellen sich der Herausforderung, um ein Studium an der Sporthochschule aufnehmen zu können. SpoHo-Turmlauf 2011 409 Stufen, 27 Etagen, 77 Höhenmeter ... Am 18. Juni steigt der von fünf SpoHo-Studierenden ins Leben gerufene Lauf im legendären Wohnturm. Anmeldungen für Einzel- und Staffelläufe bis zum 30. Mai! Rahmenprogramm mit Moderation, Musik und Siegerehrung. www.spoho-turmlauf.de Absolvententag Die Diplomsstudiengänge an der Sporthochschule laufen aus – Absolventinnen und Absolventen gibt‘s natürlich trotzdem noch. Bevor im Herbst der Bachelor-Absolvententag folgt, werden am 18. Juni die Diplomer feierlich mit der Akademischen Jahresfeier und dem SporthochschulBall verabschiedet.


hochschule

Kurier | Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln | 03-2011

Vergessene Rekorde – Jüdische AthletInnen vor und nach 1933

200 Jahre Turnplatz in der Berliner Hasenheide

Wanderausstellung macht Station an der Sporthochschule

Eine Ausstellung in der ZBSport

4x100-m-Lauf die erfolgreichste Leichtathletin der 20er Jahre. Sie wurde im Jahr 1942 deportiert und umgebracht. Martha Jacob war eine Kugelstoßerin, Diskuswerferin und Speerwerferin. In ihrer Sportkarriere hatte sie viele internationale Erfolge. Sie starb 1976 eines natürlichen Todes. „Unser Dank gilt ganz besonders der Professur für Zeitgeschichte der Universität Potsdam“, so Professor Wassong am Ende der Ausstellung. Er betonte noch einmal, dass durch das Projekt ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur im Sport geleistet werde, der sicherlich auch Akzente in der sporthistorischen Lehre und Forschung setzen wird.   Sd

Klettern, Schwimmen und Golfen als Therapie Ansätze der Bewegungstherapie finden immer größere Beachtung dass das nur ein Teil der Behandlung ist: „Die Vorstellung, eine Sucht nur durch Sport zu therapieren, ist falsch – das kann nur durch einen multidimensionalen Therapieansatz gelingen.“ Diese umfangreichen Maßnahmen werden beispielsweise an der Psychosomatischen Klinik Bergisch-Gladbach angeboten: Angefangen bei der Ambulanten Versorgung über den Entzug und die Rehabehandlung bis zur Wohnphase findet ein Patient alle wichtigen Schritte einer Therapie wieder. Die Bewegungstherapie ist in allen Phasen der Behandlung verankert und breit angelegt, wie Sporttherapeut Stephan Niggehoff erklärt: „Wir gehen Klettern, fahren Fahrrad oder spielen Tischtennis.“ Allerdings müssen die jeweiligen Sportangebote genau auf die Gruppe passen: „Bei der Auswahl muss ich genau auf die Patienten achten. Erstens: wie ist der körperliche Zustand? Und zweitens: wie ist die Dynamik in der Gruppe?“, erklärt Niggehoff. Doch was macht den Erfolg aus? „Die Bewegung! Dadurch, dass wir viel draußen arbeiten, erreichen wir eine Natürlichkeit, die den Patienten das Gefühl

für ihren Körper zurückgibt.“ Um das Thema Bewegungstherapie zu diskutieren, trafen sich an der SpoHo am 10. und 11. März Experten aus Praxis und Wissenschaft zur Tagung des interdisziplinären Arbeitskreises „Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen“. 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über Chancen der Bewegungstherapie in den Arbeitsfeldern der Psychosomatik, der Psychiatrie und der Abhängigkeitserkrankungen. Die Relevanz der Tagung wird durch epidemiologische Zahlen, die die Verbreitung und den Anstieg

psychischer Störungen und Erkrankungen zeigen, verdeutlicht. Außerdem haben Forschungsaktivitäten, u.a. an der Sporthochschule, nachgewiesen, dass Bewegung und Sport Einfluss auf physische, psychische und psychosoziale Faktoren und Funktionen nehmen und so zu einer Steigerung der Lebensqualität führen. Und auch die eingangs erwähnten Beispiele aus dem Profisport haben den Blick der Öffentlichkeit für solche Erkrankungen geschärft. Dr. Deimel gibt jedoch zu bedenken, dass „diese Gruppe der Leistungssportler im Vergleich zu den betroffenen Personen in unserer Gesellschaft wirklich marginal ist.“ Praktische Einblicke in das Thema bietet die Psychosomatische Klinik BergischGladbach (sniggehoff@psk-bg.de). Sd

der berühmten Internatsschule im thüringischen Schnepfenthal mit seinen Schülern „Gymnastik“ betrieb. Neben den klassischen, wegbereitenden Werken von GutsMuths, Jahn, Clias, Werner u.a. werden auch Schriften der sog. Breslauer Turnfehde (1818/19) präsentiert, um deutlich zu machen, dass auch schon früh eine kontroverse Diskussion um das Turnen geführt wurde. Nach dem politischen Verbot des Turnens während der so genannten Turnsperre von 1820-1842 markiert dann u.a. der bekannte Turnplatz zu Oldenburg im Jahr 1842 die Weiterentwicklung des Turnplatzbaus. Auch auf die weitere Entwicklung des Turnens in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wird hingewiesen, wie auf das Mädchen- und Frauenturnen, die Vorläufer der männlichen Fitness-Bewegung oder die Idee der Hausgymnastik. Und der Turnplatz auf der Hasenheide? Schon seit langem wird dort nicht mehr geturnt. Er ist ein nationaler Ort der Erinnerung mit einem Jahndenkmal. Allerdings wird es jetzt eng um Turnvater Jahn, denn in unmittelbarer Nähe seines Denkmals entsteht auf der Hasenheide gegenwärtig der zweitgrößte europäische Hindutempel. Rolf Geßmann

Doping im Galoppund Trabrennsport Interessante Vorträge und intensive Expertendiskussionen bot das diesjährige Analytiker-Meeting der Association of Official Racing Chemists (AORC*) Anfang April in Köln. Mit über 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa sowie Südafrika war die vom Institut für Biochemie und Zentrum für präventive Dopingforschung ausgerichtete dreitägige Konferenz gut besucht. Die international anerkannten Experten – u.a. Professor Houghton (England), Professor Bondesson (Schweden), Professor Diel, Professor Thevis und Professor Schänzer (DSHS Köln) – lieferten in ihren Beiträgen zahlreiche Ansatzpunkte für einen effizienten und zukunftsweisenden Kampf gegen Doping im Pferdesport. Auch das Thema „Gendoping im Pferdesport“ kam bei der Konferenz zur Sprache. Hier erntete das Zentrum für präventive Dopingforschung für die Entwicklung der ersten Nachweismethoden für Gendopingsubs­tanzen große Anerkennung. Marc Machnik

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Robert Enke – ein Name, der für eine tragische Sportlerkarriere steht. Dazu Sportler wie Hannawald, Deisler und Co. ... immer wieder hört man, der Druck des Leistungssports sei für sie zu groß gewesen ... „Im Leistungsbereich ist man primär auf die sportliche Laufbahn angewiesen. Eine Verletzung kann das Karriereende bedeuten, das erzeugt für viele Sportler einen großen Druck! So werden depressive Tendenzen verstärkt“, erzählt Dr. Hubertus Deimel vom Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation der Deutschen Sporthochschule. Man kann aber auch den umgekehrten Weg gehen und Bewegung als Therapiemaßnahme einsetzen, so wie an eben diesem Institut. Hier werden im Sinne der Nachsorge Gruppen mit ehemals suchtkranken Menschen betreut. „Es geht stark darum, das Körpergefühl wiederzufinden. Man soll also lernen, Körpersignale wieder wahrzunehmen und zu interpretieren sowie einen angemessenen Umgang mit dem Thema Leistung zu finden“, erklärt Dr. Deimel, stellt aber gleichzeitig klar,

Der erste öffentliche Turnplatz in Deutschland wurde 1811 vor den Toren Berlins eröffnet. Auf der berühmten Hasenheide wollte „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn die männliche Jugend ständeübergreifend vereinen, um die Wehrhaftigkeit gegen den Besatzer Napoleon zu stärken. Auch die körperliche Bildung der Jugend im Allgemeinen war ihm ein wichtiges Anliegen. Was man dort an Leibesübungen trieb, nannte Jahn „Turnen“, und das war mehr als nur das Üben an Reck oder Barren. Da wurde auf verschiedenste Weise gelaufen, an hohen Klettergerüsten gehangelt und balanciert; es wurden Spiele betrieben wie die beliebten „wilden“ Fangspiele im Gelände. Schon im ersten Jahr seines Bestehens waren ca. 500 Jugendliche und junge Erwachsene auf dem Turnplatz aktiv. Die Hasenheide wurde Vorbild für die nun einsetzenden Turnplatzgründungen und beflügelte die Entwicklung des Turnens. Zu diesem Thema hat die Zentralbibliothek der Sportwissenschaften der Deutschen Sporthochschule Köln (ZBSport) mit Kuratorin Mechthild HenneckeBöttcher eine Vitrinen-Ausstellung organisiert. Historische Fotos und Bilddokumente werden ebenso präsentiert wie Erstausgaben der Schriften Jahns und seiner Mitarbeiter sowie einige spätere Sekundärstudien. Die Ausstellung im Eingangsbereich der ZBSport beschränkt sich bewusst nicht nur auf den Jahnschen Turnplatz allein, sondern nimmt das Jubiläum zum Anlass, den Blick auf die frühe Turnplatzentwicklung und die frühe Turnbewegung generell zu lenken. So darf auch der erste schulische Turnplatz nicht fehlen, auf dem Johann Christoph Friedrich GutsMuths schon ab 1786 an

©ZePräDo

sucher einen Einblick in das Schicksal jüdischer Sportlerinnen und Sportler zu Beginn des 20. Jahrhunderts – angefangen mit der zunehmenden Bedeutung des Sports in der Weimarer Republik bis hin zum Ausschluss jüdischer Athletinnen und Athleten von den Olympischen Spiele 1936 durch das NSRegime. „Gerade in dieser Zeit zeigte sich, dass der Sport kein bisschen besser war als der Rest der Gesellschaft“, erklärte Wassongs Potsdamer Kollegin Dr. Jutta Braun. Und Professor Wassong sieht auch eine große Bedeutung für die Sporthochschule: „Ich bin mir sicher, dass diese Ausstellung Einfluss auf den Studienalltag der Studierenden haben wird.“ Die drei Protagonistinnen der Ausstellung waren jüdische Athletinnen, die unter der Herrschaft des nationalsozialistischen Regimes litten. Gretel Bergmanns Hochsprungrekord wurde erst mit 73-jähriger Verspätung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband im Jahr 2009 anerkannt. Trotz dieses Rekordes war Bergmann 1936 bei den Olympischen Spielen von Berlin durch das NS-Regime aus der deutschen Mannschaft ausgeschlossen worden. Bergmann lebt heute in New York. Lilli Henoch war durch ihre Titel im Kugelstoßen, Diskuswerfen, Weitsprung und

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Deutsche Meisterin im Weitsprung und mit der 4x100-m-Staffel, Weltrekordlerin im Diskuswurf und Kugelstoßen – gleichzeitige Erfolge in verschiedenen Sportarten, die heute kaum noch denkbar sind. Lilli Henoch ist dies vor langer Zeit gelungen – sie war die erfolgreichste Leichtathletin der 20er Jahre. Ihre Erfolge waren lange Zeit in Vergessenheit geraten, genauso wie der Hochsprungrekord von Gretel Bergmann aus dem Jahr 1936 oder die internationalen Erfolge von Martha Jacob. Eben diese drei Sportlerinnen standen im Mittelpunkt der Wanderausstellung „Ver­ gessene Rekorde – Jüdische AthletInnen vor und nach 1933“ vom 7. bis 28. April im Foyer der Sporthochschule. Professor Stephan Wassong, Leiter des Instituts für Sportgeschichte, hatte gemeinsam mit Professor Jürgen Buschmann, Geschäftsführer des Zentrums für Olympische Studien der DSHS, die Ausstellung von der Universität Potsdam (Professur für Zeitgeschichte) nach Köln geholt. Bei der Eröffnung im Foyer zeigte sich Wassong begeistert: „Eine faszinierende Ausstellung. Durch das historische Bild- und Tonmaterial kann sich jeder einen sehr authentischen Eindruck machen.“ Mit 22 Bannern und aufwändig zusammengetragenen Tonund Bildaufnahmen erhielten die Be-

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Eine von vielen Maßnahmen der Psychosomatischen Klinik Bergisch-Gladbach: Bewegungstherapie an der Kletterwand.

*Das AORC ist eine weltweit operierende Gesellschaft von chemischen Analytikern, die sich um Harmonisierungen, Problemerkennungen und -lösungen im Rahmen der Dopingkontrollen im Galopp- und Trabrennsport bemüht. Ein wichtiger Aufgabenbereich des AORC ist die Entwicklung und Verbesserung neuer Nachweismethoden für im Pferdesport verbotene Substanzen. Seit seiner Gründung im Jahr 1947 verfügt das AORC über 100 Mitglieder in 30 Ländern, die sich einmal jährlich zum Austausch neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich Dopinganalytik im Pferdesport treffen.


Events

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KölnerKinderUniversität an der Sporthochschule

Die Geschwister Ronja (grüne Jacke) und Dominik (lange blonde Haare) waren zwei von rund 350 Kindern, die an der KölnerKinderUni der Deutschen Sporthochschule Köln teilgenommen haben. Wir haben die 8 Jahre alten Zwillinge aus Köln-Nippes bei ihren Veranstaltungen begleitet ...

Es ist Dienstagnachmittag, viertel vor vier. Gespannt stehen Ronja und Dominik im Foyer der Deutschen Sporthochschule Köln und warten darauf, dass es los geht. In den Händen halten die Geschwister ein blaues Heftchen mit einer Eule darauf. Es ist der zweite Tag der KölnerKinderUni an der Sporthochschule und die Zwillinge wollen bei der Veranstaltung „Zu Fuß durch die Wüste“ mitmachen. „Alle Wüstenwanderer können mit mir mitkommen“, ruft endlich eine Mitarbeiterin, und rasch versammelt sich eine Traube von Kindern um sie herum. „Um halb sieben hole ich Euch hier wieder ab“, verabschiedet sich die Mama noch schnell von Ronja und Dominik, dann sind sie schon auf dem Weg zum Seminarraum 15 im NetCologne Stadion. Die beiden 8-Jährigen sind zum ersten Mal bei der Kinderuniversität der Deutschen Sporthochschule Köln, waren aber im März und April schon bei der Kölner Uni. Insgesamt beteiligen sich, von März bis September, sieben Kölner Hochschulen und Forschungseinrichtungen an der KinderUni. Im Seminarraum 15 wird das Tuscheln leiser, der Beamer geht an, es geht los. „Herzlich Willkommen hier bei unserer Veranstaltung“, begrüßt Karsten Köhler die 19 Jungs und Mädchen im Alter

von acht bis vierzehn Jahren und stellt seine Kollegen Frank Hülsemann und Ulrich Flenker vor. „Wir wollen heute mit Euch überlegen, wie viel Essen, und damit wie viel Energie, man mitnehmen muss, wenn man alleine durch die Wüste wandert. Anschließend wollen wir selbst eine kleine Expedition wagen“, erklärt Karsten. Gemeinsam mit den Kindern erörtern die Wissenschaftler aus dem Institut für Biochemie, was man für eine Wüstenwanderung alles braucht, wie viel Essen und Wasser der Körper benötigt und wie viele Vorräte man davon alleine transportieren kann. „Kann man Butterbrote mit in die Wüste nehmen?“, fragt Karsten. „Nein, die werden doch schlecht“, ruft ein Junge im bunt gestreiften Pullover. „Richtig“, sagt Karsten, „fragen wir doch mal Frank, was er gegessen hat, der ist nämlich 25 Tage lang alleine durch die AtacamaWüste gewandert.“ Dominik und Ronja schauen neugierig zu dem großen Mann mit Glatze, an dessen Hinterkopf ein dünner geflochtener Zopf baumelt. „Ich habe mich ausschließlich von spezieller Tütennahrung ernährt, nicht sehr lecker, aber dafür fetthaltig und energiereich“, sagt Frank. „Wo hast Du geschlafen?“, fragt Ronja. „War es kalt nachts? Hast Du wilde Tiere gesehen?

Hattest Du Angst?“, wollen andere Kinder wissen. Geduldig beantwortet Frank alle Fragen, während Fotos seiner Wüstenwanderung über die Leinwand huschen. Dominik war am Tag zuvor bereits bei der Veranstaltung „Basketball is fantastic“, Ronja geht noch zu „Magie der Bühne“. Aus insgesamt 16 Vorlesungen, Seminaren und praktischen Kursen, alle zum Thema Energie, konnten die Zwillinge wählen. Auf den Holzstühlen im Seminarraum 15 werden Dominik und Ronja langsam unruhig, die Grundschüler wollen zu ihrer eigenen Expedition aufbrechen. „Wenn Frank mit dreißig Kilogramm Gepäck zwei Kilometer pro Stunde läuft, verbraucht er Energie, die 25 Gummibärchen entspricht“, sagt Karsten. Da werden die Nachwuchsforscher hellhörig. „Wir kriegen am Ende bestimmt Gummibärchen“, flüstert Dominik seiner Schwester zu, und dann geht es auch schon los. Noch kurz auf die Waage, Alter angeben, Wassersäcke verteilen, und ab in die Kölner Wüste – den Stadtwald. Mit Kompass und Karte ausgestattet begeben sich die Kinder auf die Suche nach den eingezeichneten „Oasen“. Ronja und Dominik sind kaum zu stoppen. „An unserem letzten Geburtstag hat mein Papa eine Schnitzeljagd mit

uns Kindern gemacht. Da hatten wir aber GPS-Geräte“, erzählt Ronja und rennt schon wieder auf die nächste Abbiegung zu. „Bleibt an der Gabelung bitte kurz stehen“, hält Ulrich Flenker die wilde Horde zusammen. Jetzt heißt es, Kompass neu ausrichten und einen Blick auf die Karte werfen. „Ich glaube, wir müssen da lang“, sagt Ronja und zeigt nach rechts. Richtig! Es geht über Stock und Stein, durch Büsche und über Trampelpfade. Die Gruppe arbeitet gut zusammen, drei von vier Buchstabenzetteln sind bereits gefunden. „LA-KA-RI, was soll das denn heißen“, fragt Dominik. Die Jungs und Mädchen stehen vor einem Rätsel. Auch der letzte Fund „HA“ hilft den unermüdlichen Wüstenwanderern nicht wirklich weiter. Ulrich gibt einen Tipp: „Denkt mal an die ersten zehn Minuten zurück, als Frank Euch erzählt hat, welche Wüsten es gibt“. „KALAHARI“, rufen die Kinder wie aus der Pistole geschossen und freuen sich, das Rätsel gelöst zu haben. Jetzt bleibt nur noch die Frage nach den erwanderten Gummibärchen ... Zurück in der Sporthochschule liegen auf den Tischen bereits kleine Haufen von bunten Gummitieren. Dominik gibt eine Schätzung ab: „Vielleicht 24?“ Knapp! Er erhält 20 Energie-Bärchen,

seine Schwester bekommt 19. Während draußen vor der Tür schon die Eltern warten, stehen die Kinder mit gezückten blauen Heftchen vor Frank, um sich einen Stempel abzuholen. „Ich habe jetzt schon elf Stempel“, freut sich Ronja. Bei zehn Stempeln gibt es das KinderUni-Diplom, das in diesem Jahr am 18. September an der Sporthochschule verliehen wird. „Denkt daran, uns eine Kopie von Eurem Stempelheft zu schicken, damit wir Eure Urkunde vorbereiten können“, sagt Ilona Gerling, Rektoratsbeauftragte für die KinderUni, die bei jeder Veranstaltung kurz vorbeischaut. „Hat es Euch denn gefallen“, wollen Karsten, Frank und Ulrich am Ende wissen. „Jaaaaa!“, schreien viele begeisterte Kindermünder, bevor sie raus rennen und ihren Eltern von ihrem spannenden Nachmittag berichten. Für den 10-jährigen Florian geht es jetzt noch nach Mönchengladbach zurück: „Meine große Schwester studiert hier, deshalb wollte ich unbedingt herkommen.“ Ronja und Dominik haben es näher, die Zwillinge müssen nur nach Nippes. Für heute … morgen geht es schon wieder nach Müngersdorf an die Sporthochschule, dann gibt es den zwölften Stempel für „Magie der Bühne“. Lo

©PuK

Impressionen

Erlebnisturnhalle (Wolfgang Krause), Trampolin (Maria Jungke, Marie-Sophie Nolting), Speerwerfen (Tillmann Bockhorst), Tauchen (Marc Dalecki, Fabian Steinberg), Basketball (Karsten Schul), Kraft und Leistung messen (Dr. Heinz Kleinöder), Wüstenwanderung (Dr. Frank Hülsemann, Ulrich Flenker, Karsten Köhler), Schwimmen (Dr. Andreas Bieder, Dr. Helge Knigge), Kraftvolle Gedanken (Prof. Markus Raab, Dr. Thomas Heinen), Powerdance (Simone Kieltyka), Parkour (Ilona Gerling, Tim Hardler), Völkerball (Heiko Seitzl), Biomechanisches Labor (Katina Fischer, Dr. Anja Niehoff), Muskeln (Prof. Patrick Diel), Magie der Bühne (Gregor Lowinski), Pfiffige Fußballmädchen (Dr. Julia Mierau).

Tschüss, bis nächstes Jahr !


hochschule

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Kurier | Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln | 03-2011

Vergessene Schätze an der Sporthochschule

© Hans Richstein, SHS/CuLDA

Im März 2009 stürzten nach einem Wassereinbruch in eine Baugrube das Historische Archiv der Stadt Köln und benachbarte Gebäude ein. Zwei Menschen kamen ums Leben. Das Stadtarchiv umfasste vor dem Einsturz ca. 30 Regalkilometer Archivgut, das man zunächst für zerstört hielt. „Hat Köln sein ‚Gedächtnis‘ für immer verloren?“ titelte sogar der Boulevard. Bis heute wurden ca. 85 Prozent der Bestände zum Teil schwer beschädigt geborgen. Nach dem Unglück verstärkte sich das öffentliche Interesse für die Bewahrung kulturellen Erbes deutlich – auch in der Wissenschaftsgemeinschaft. Dort wird neben der Bedeutung der eigenen Universitätsgeschichte auch die Wichtigkeit der Bewahrung von Objekten und Daten für die wissenschaftliche Weiterentwicklung erkannt, die immer wieder Rekurs auf bereits geleistete Forschungsarbeit nehmen sollte. Anfang 2011 veröffentlichte der Wissenschaftsrat Empfehlungen zu wissenschaftlichen Sammlungen als Forschungsinfrastrukturen, in denen er die Bedeutung der universitären Sammlungen für Forschung, Lehre sowie Vermittlung in die Öffentlichkeit hervorhebt (www.wissenschaftsrat.de). Er fordert auf, deren Potential für die Forschung im Interesse des Wissenschaftssystems und der Gesellschaft besser nutzbar zu machen. An der Sporthochschule gibt es Zeugnisse aus Sport und Sportwissenschaft seit ihrer Gründung 1947 sowie von der Deutschen Hochschule für Leibesübungen (Berlin) als Vorgängerin. Die Nachlässe der Hochschulrektoren Carl und Liselott Diem bilden den Kern der Sammlung. Sie sind einmalige Quellen für sportgeschichtliche Forschung und die geschichtsbezogene Reflexion anderer Disziplinen der Sportwissenschaft. Hinzu kommen weitere Nach-

© Heinrich Meusel, DHfL /CuLDA

Archivprojekt zur Bewahrung des universitären Erbes für Lehre, Forschung und Außendarstellung

Oben: Medizinballtraining an der DHfL Berlin (um 1927). Unten: Vergleichswettkampf DSHS Köln – Uni Bern: 100-m-Finale (1949).

lässe, universitäre Archivalien, wissenschaftliche Sammlungen aus einzelnen Fachbereichen sowie das Deutsche Golf Archiv als Kooperation zwischen DSHS und Deutschem Golf Verband. Ende 2009 wurde an der DSHS vom Institut für Sportgeschichte in Kooperation

mit dem Zentrum für Olympische Studien (OSC) ein Archivprojekt ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Bestände der Sporthochschule zunächst detailliert zu dokumentieren und auf dieser Basis Strategien zu entwickeln, um das Erbe der Universität langfristig zu sichern

Neu an der SpoHo

Titel: Univ.-Prof. Dr. Geburtstag: 14.03.1970 Akademische Ausbildung: Studium der Politikwissenschaft, Mittleren und Neueren Geschichte sowie Germanistik in Köln, Oxford und Bonn

© privat

Hochschulen/beruflicher Werdegang: 1997-2003 wiss. Mitarbeiter am Jean Monnet Lehrstuhl für Politikwissenschaft der Universität zu Köln, zeitweilig zugleich auch externer wiss. Mitarbeiter am Institut für Europäische Politik in Berlin; 2003-2010 wiss. Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen an der RuhrUniversität Bochum; Gastdozenturen und -professuren in Brüssel, Florenz, Bonn und Istanbul

Ein Buch, das man lesen sollte ... ... Peter Watson: Das Lächeln der Medusa: Die Geschichte des modernen Wissens.

Das würde ich gerne erfinden … ... den leistungsfähigen und energiedichten Akku für das Elektroauto.

Die beste Musik ist für mich ... ... aktuell: moderner franz. Chanson zwischen Isabelle Boulay und Chimème Badi.

Als Sportzuschauer findet man mich ... ... auf der anderen Rheinseite.

Da möchte ich unbedingt mal hin ... ... Lofoten.

Interessante Zeitzeugen Dabei kommt einiges zutage, was vor Jahrzenten bei Umstrukturierungen „eingelagert“ und vergessen wurde. In einem alten Schrank fanden sich zum Beispiel 38 Notizbücher des Journalisten Heinrich Stockmann mit Zeitungsausschnitten und Ergebnissen zum Radsport in Deutschland ab 1893 – eine einmalige Quelle. Aus dem Nachlass von Carl Diem sind im DiemArchiv Sachakten und Korrespondenz verzeichnet. Andere interessante „Zeitzeugen“ aus Diems Nachlass wurden vor ca. 25 Jahren separat gelagert und vergessen. Zu den Olympischen Spielen 1936 besaß Diem als Generalsekretär des Organisationskomitees dessen Akten, darunter die abgehefteten MusterEintrittskarten. In einem verstaubten Karton fanden sich die Planung und Musik der Eröffnungsfeier der Spiele 1936, mitsamt Notenblättern und Schallplatten. Zudem finden sich immer wieder Hinweise auf wertvolle Bestände, die als Dauerleihgaben abgegeben und dann vergessen wurden, z.B. 80 Sportfilme aus den 20er und 30er Jahren im Bundesarchiv. Auch Sammlungen, die an den einzelnen Instituten der Hochschule entstanden sind, sollen dokumentiert werden. Sie bilden einen wichtigen Teil des universitären Erbes. Außerdem will man

Claus Fricke ist tot ...

Vor- und Zuname: Jürgen Mittag

In meinem neuen Team ist mir wichtig ... ... die richtige Kombination aus wissenschaftlicher Leidenschaft und Kollegialität.

und für Forschung, Lehre und Außendarstellung nutzbar zu machen. Dabei wird auf die Arbeit des Carl und Liselott Diem-Archivs am OSC zur Erschließung des Nachlasses von Carl Diem und anderen Beständen aufgebaut. Vertreten in der Archivkommission sind das DiemArchiv, das Deutsche Golf Archiv, die Zentralbibliothek und die Pressestelle. Das Rektorat bewilligte ab November 2010 eine wissenschaftliche Hilfskraft zur Dokumentation der Bestände.

Diesen Menschen würde ich gern treffen ... ... Peter Sloterdijk (am 9. Juni an der Sporthochschule). Meine persönliche Lebensweisheit ... ... frei nach Harold Macmillan: Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein, kein Sofa.

... diese Nachricht hat uns traurig gemacht. Obwohl ich wusste, dass er nach der Krebsoperation nur mühsam wieder auf die Beine kam, dass auch sein Herz ihm Probleme machte, kam die Tatsache seines Todes doch überraschend, endgültig und absolut. Kein letztes Gespräch, kein Abschied nehmen, Claus ist nicht mehr unter uns. Unser früherer Kollege im Lehrgebiet Schwimmsport Claus Fricke war nicht nur der Spaßmacher und das Unikum, als das er über die Hochschulgrenzen hinaus bekannt war. Diese Facette seiner Persönlichkeit zeigte er zwar gerne und häufig. Er war aber auch ein einfühlsamer und hervorragender Sportlehrer. An seine Rückmeldungen in den Lehrübungen erinnern sich seine Absolventen noch heute. Er beobachtete aufmerksam und machte den Kandidaten in präziser Form ihre Entwicklungsmöglichkeiten deutlich. Er verstand es dabei, seine Begeisterung für sportliches Tun und Bewegung im Allgemeinen vorzuleben und glaubwürdig zu vermitteln. Claus war in seiner Jugend Skilangläufer und nordischer Kombinierer, ein „grau-

auch Lehrende der DSHS überzeugen, ihre privaten Sammlungen in die Obhut der Hochschule zu übergeben. In der Vergangenheit scheiterte das oftmals daran, dass Dozenten ihre „Schätze“ an anderen Institutionen besser aufgehoben sahen. Das soll sich bald ändern. Das Archivprojekt umfasst neben der allgemeinen Dokumentation der Archivbestände der DSHS einen weiteren Schwerpunkt, die Fotografie. Insgesamt gibt es an der DSHS ca. 80 000 Fotos. Mehr als 3.000 Fotos dokumentieren die Olympischen Spiele und die Olympische Bewegung, ca. 25.000 die verschiedenen Einzelsportarten. „Picasso mit der Kamera“ Dazu kommen wissenschaftliche Fotosammlungen z.B. zur Antike und zum Kinder- und Jugendsport. Im Nachlass der Diems und anderen Beständen finden sich auch ca. 2.000 Fotografien bedeutender (Sport-)Fotografen, unter anderem eine Serie von Gerhard Riebicke, dessen Archiv im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört wurde. Riebicke war Lehrbeauftragter für Fotografie an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen und machte dort zahlreiche Aufnahmen. Außerdem fanden sich im Rahmen des Projekts wertvolle Luftsport-Aufnahmen von Alex Stöcker sowie eine kleine Serie zum Turmspringen von Heinrich von der Becke, dem „Picasso mit der Kamera“. Die Fotobestände der Sporthochschule werden zunächst insgesamt erfasst und bewertet, später sollen die wichtigsten in ein digitales Bildarchiv eingepflegt werden. Auch über die Sporthochschule hinaus stößt das Projekt auf Interesse. Mit dem Olympic & Sport Museum Qatar ist das Institut für Sportgeschichte in konkreten Gesprächen über eine Kooperation in der digitalen Bildarchivierung. Institut für Sportgeschichte/OSC

seliger Springer“, wie er mir einmal verriet. Die in den nordhessischen Mittelgebirgen gewachsene Freude am Wintersport sprühte aus seinen Augen, wenn er auf den Brettern stand. Oder sie brach sich Bahnen in einer kurzen SMS: „Ski Heil aus Hintertux, Dein Claus“. Das machte mir deutlich, dass ich in diesem Moment offensichtlich nicht am richtigen Ort war. Dass er Lateinlehrer war, wurde des Öfteren in Diskussionen in kleinem Kreis deutlich; er forderte exaktes Argumentieren, bis zur Pedanterie das Für und Wider abwägen und hinterfragen. Die altsprachliche Bildung und sein Menschen- und Studierendenbild hinterließen bei Claus tiefe Spuren. Dies zum Wohle seiner Seminar- und Kursteilnehmer. Claus hatte Profil, er hatte Ecken und Kanten, und dies nicht nur von seiner Physiognomie her betrachtet. Damit eckte er an, verkantete bisweilen. Ich mochte ihn dennoch sehr, so wie er war. Eine Vielzahl von früheren und aktuellen Kollegen und auch Absolventen teilten diese Zuneigung. Wir nahmen am 20. April an seinem Grab Abschied und spendeten uns gegenseitig, seiner Familie und allen Freunden Trost. Andreas Bieder


hochschule

ben ist zudem die Steigerung der Kommunikationssicherheit durch einen vollständig verschlüsselten Datenaustausch zwischen dem E-Mail-Programm auf dem lokalen PC und dem E-Mail-Server der Hochschule.

der Konsequenz dazu, dass der serverinterne Datenfluss immer häufiger zum Erliegen kam und der Server daraufhin abstürzte. Ein anderer mindestens ebenso bedeutender Anlass für eine Modernisierung der E-Mail-Services ist der nicht mehr zeitgemäße Umfang an sicherheitsrelevanten Funktionen.

Herr Nöll, was sind die Aufgaben eines Technischen Leiters? Wie es der Titel bereits andeutet, besteht meine Hauptaufgabe darin, techniknahe Dienstleistungen zu konzeptionieren, zu planen und letztendlich auch zu erbringen. Als zentrale Dienstleistungseinheit betreiben mein siebenköpfiges Team und

Was genau wollen Sie da verändern? Die E-Mail-Infrastruktur, die ich Mitte letzten Jahres als Hauptverantwortlicher übernommen habe, ist heute knapp acht Jahre alt und physikalisch nicht mehr in der Lage, die Bedürfnisse der Nutzer zu erfüllen. Das in den letzten Jahren enorm gestiegene Datenaufkommen führte in

Was kann das neue System? Zu nennen sind die verbesserte Performance, der deutlich erweiterte Funktionsumfang von Webmail sowie eine nahezu komplette Unterstützung der aktuellen Smartphones. Auf diese Weise synchronisieren wir heute neben den E-Mails auch Kontakt- und Kalenderdaten. Hervorzuhe-

Der Technische Leiter des IuK im KURIER-Interview

Attraktiver lernen E-Learning an der Deutschen Sporthochschule „Und jetzt erkennt Ihr die Viertel-Drehung um die Longitudinalachse. Bei welchen Elementen aus dem Turnen bewegt man sich denn ähnlich?“ Dozentin Hedi Richter ist gespannt, und die Studierenden plötzlich voll und ganz bei der Sache. In der Praxis haben sie alle schon selber einmal eine Kippwende geübt, und in Perfektion haben sie sie bei den Profischwimmern im Fernsehen gesehen. Doch wie genau der Bewegungsablauf funktioniert und welche biomechanischen Grundlagen dahinter stecken, erkennen sie erst jetzt, als sie den neuen Lehrfilm „Kippwende“ anschauen. Für diesen hat das Lehrteam des Moduls „BAS 7 Turnen, Schwimmen, Leichtathletik“ extra mit einer Unterwasserkamera gestochen scharfe Aufnahmen von Schwimmern gemacht und sie anschließend didaktisch aufbereitet. Die entscheidenden Abläufe und Bewegungsrichtungen werden mit Pfeilen verdeutlicht. Jetzt können die Studierenden die einzelnen Sequenzen der Bewegung in Zeitlupe in aller Ruhe nachvollziehen. In der Lehrveranstaltung an der Uni, aber auch zu Hause, in der Bibliothek oder unterwegs im Selbststudium. Solche Lehrfilme hat sich die Modulbeauftragte Hedi Richter schon lange gewünscht. Das gesamte BAS 7-Lehrteam setzt inzwischen verschiedene E-Learning-Lerneinheiten mit unterschiedlichen didaktischen Techniken und Elementen ein und bekommt von den Studierenden nur positive Rückmeldungen. „Es ist wirklich schade, dass diese Förderung aus Studienbeiträgen nun ausläuft“, so Richter. Diana Emberger hat ein hohes Unterrichtspensum und freut sich, dass sie dennoch die Qualität ihrer Lehre aufrecht erhalten kann – dank E-Learning.

Die Dozentin erzählt begeistert, „dass ich durch E-Learning mit meinen Studierenden auch interaktiv arbeiten und kommunizieren kann, und das sogar veranstaltungsübergreifend.“ Mehr Handlungsspielraum Wer noch keine Erfahrung mit den neuen multimedialen Formen hat, sie aber in der eigenen Lehre einsetzen möchte, wird unterstützt und motiviert. Oft helfen dabei erfahrene Studierende, die ein Fachtutorium leiten. Professor Volker Schürmann bietet z.B. für seine Vorlesung im Basisstudium ein OnlineForum an: „Studierende haben oft Verständnisfragen in der Nachbereitung der Lehrveranstaltungen. Die stellen sie im Forum, das von einem Fachtutor moderiert wird. Ich selber diskutiere aber auch mit, wenn es spannende Fragen sind, oder nehme die Themen in der Vorlesung auf.“ Fachtutoren, die eKompetenzen erwerben, und Lehrende, die den Handlungsspielraum eines Tutoriums erweitern möchten, können sich an das Tutorienprogramm oder E-Learning Didaktik wenden. Wer Testfragen oder ähnliches einsetzen will, bereitet diese vor und gibt sie ebenfalls an das Tutorienbüro weiter. In die Praxis umgesetzt wird das Ganze dann mit Hilfe von E-Learning Didaktik.

Spannend wird es für Lehrende und Studierende, wenn bereits erstellte Inhalte genutzt werden können, die für das eigene wissenschaftliche Arbeiten interessant sind. Ein Beispiel: In der Datenbank „Diagnoseverfahren für Ältere“, die das Institut für Sportgerontologie zusammen gestellt hat, können Interessierte nach Parametern, Anwendungsbeispielen und Testarten recherchieren. Aus rechtlichen Gründen sind solche Inhalte allerdings nicht generell allen Hochschulangehörigen zugänglich, sondern werden auf Anfrage freigeschaltet. In den letzten drei Semestern haben sich viele Dozierende und Hilfskräfte fit gemacht im Bereich digitaler Medien. Das macht sich auch in der Praxis bemerkbar. Thomas Schulze, Vorsitzender des Studierendenparlaments, lobt: „In den Orientierungstutorien haben inzwischen alle Erstsemester barrierefreien Zugang zu den Lehrmaterialen der Einführungsveranstaltungen. Das kommt super an.“ Möglich wird das durch die Lernplattform moodle, auf der man die Inhalte nutzen und mit anderen kommunizieren kann – egal wann und wo. “Endlich können die Studierenden die Lehrinhalte medial in ihren Alltag einbinden.“ Der Workshop „Einführung in das Autorentool LernBar“ am 25. Mai bietet für alle Interessierten an den neuen Möglichkeiten eine gute Gelegenheit. Infos: www.dshs-koeln.de/elearning

Gibt es auch strukturelle Änderungen? Wir arbeiten gerade intensiv daran, die Vergabepraxis der E-Mail-Adressen zu

Silke Kirberg

© Herrera/Siegmund

„Sicherheit ist wichtig“

Konkrete Beispiele … Ein Beispiel ist der Umgang mit Passwörtern. Hier gilt, dass niemand sein Passwort weitergeben darf. Ebenfalls als kritisch zu betrachten, ist die Komplexität des verwendeten Passworts. Durch die Leistungsfähigkeit heutiger Rechner sind einfache Passwörter in kürzester Zeit zu ermitteln. Beispielsweise sind Namen sowie Geburtsdaten als Passwort gänzlich ungeeignet. In Anbetracht der Tatsache, dass E-Mails im Internet mit für jeden Postboten lesbaren Postkarten vergleichbar sind, ist es empfehlenswert, sensible Inhalte zu verschlüsseln. In Zusammenarbeit mit dem IT-Sicherheitsbeauftragten wird aktuell ein entsprechendes Verfahren auf seine Anwendbarkeit analysiert.

Wie funktioniert das Ticketsystem? Wenn sich ein Mitarbeiter mit einem Problem an uns wendet, wird dieses in das Ticketsystem eingegeben und direkt klassifiziert. Hinter den Klassifizierungen verstecken sich die für die Problemlösung nötigen Ansprechpartner. So können wir nachschauen, ob ein Ticket erstellt wurde und dieses entsprechend bearbeiten. Wenn sich das System, wie zu erwarten ist, weiter positiv entwickelt, werden wir es hochschulweit zur Verfügung stellen. Zukünftig reicht es, eine E-Mail zu schicken an support@dshs-koeln.de, das System bewertet diese Mail und stellt sie der zuständigen Person zur Bearbeitung zu. Seit Anfang des Jahres haben wir auf diese Weise mehr als 1.000 Tickets bearbeitet. Vielen Dank für das Gespräch!

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ich derzeit knapp 60 Server, die gesamte Netzwerk- und Backup-Infrastruktur sowie die IT-Sicherheitsinfrastruktur der Hochschule. Aktuell arbeiten wir an der Modernisierung der E-Mail-Infrastruktur und damit verbunden an einer einheitlichen Vergaberichtlinie für Mail-Adressen.

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Dr. Nils Nöll (37) ist Technischer Leiter des Informations- und Kommunikationstechnologiezentrums (IuK) der Sporthochschule. Im Interview mit Lena Overbeck spricht er über Sicherheit beim Datenverkehr, verschlüsselte „Postkarten“ und die neue E-Mail-Infrastruktur.

Wie wollen Sie die Sicherheit erhöhen? Zum einen durch die Anbindung des EMail-Servers an das zentrale Identity-Management-System und durch die bereits erwähnte Änderung der E-Mail-AdressenVergaberichtlinie. Bis vor einem Jahr etwa hat jeder an der Hochschule, der eine E-Mail-Adresse bekommen wollte, diese auch erhalten. Das führte dazu, dass wir im letzten Jahr, nach einem Hackerangriff und den anschließenden Überprüfungsarbeiten, festgestellt haben, dass über 400 verwaiste Accounts im E-Mail-System lagen, was im Kontext der Sicherheit nicht zu vertreten ist. In Absprache mit dem Rektorat erstellen wir deshalb gerade eine Vergaberichtlinie. Zum anderen durch die bereits fast abgeschlossene Umstellung auf das neue E-Mail-System.

Was kann der einzelne Mitarbeiter für die Sicherheit tun? Eine ganze Menge, da er ein entscheidendes Teil im Puzzle darstellt. Dementsprechend wichtig ist mir die Sensibilisierung für das Thema IT-Sicherheit. Sicherheit muss gelebt werden.

vereinfachen. Grundlage dafür ist die Anbindung der Mitarbeiterdatenbank der Verwaltung an das zentrale IdentityManagement-System. Zukünftig soll auf Basis dieser Anbindung der Vergabeprozess für E-Mail-Adressen und DSHSIDs automatisiert werden. Bis dieses einrichtungsübergreifende Projekt abgeschlossen werden kann, sind noch einige Hürden zu nehmen. Um die Effizienz und Dienstleistungsqualität im Kontext von Support­anfragen zu erhöhen, haben wir parallel ein Ticketsystem zur besseren Abwicklung von solchen Anfragen eingeführt.

Startsprung in die Lehre Dozierende bekommen Starthilfe für ihren Alltag Egal ob Freistil-, Brust oder Delphinschwimmen: Ein Startsprung gibt immer den nötigen Impuls und ausreichend Schwung für das anschließende Rennen. Diesen Effekt soll auch die neue Seminarreihe „Startsprung in die Lehre“ haben. Vor allem neue Dozierende an der Deutschen Sporthochschule Köln sollen nicht ins kalte Wasser geworfen werden, sondern eine adäquate Unterstützung für einen gelungenen Einstieg in ihre Tätigkeit bekommen. „Startsprung in die Lehre“ fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt. Vier Tage lang wurden die noch unerfahrenen Lehrkräfte in drei großen inhaltlichen Schwerpunkten geschult: „Zeit zum Rollentausch“, „Methodik und Didaktik“ und „Selbstpräsentation“. Das Fazit war durchweg positiv. Lisa Hübner, die ab Sommersemester 2011 für das Institut für Soziologie erstmals unterrichten wird: „Die vier Tage waren eine sehr gute Vorbereitung. Ich konnte meine Kompetenzen ausbauen und fühle mich jetzt viel sicherer in meiner Unterrichtsplanung.“ Insbesondere für noch junge Lehrkräfte bieten die vier Tage eine gute Gelegenheit, mehr Sicherheit für den Berufsalltag zu gewinnen. So ging es bei „Zeit zum Rollentausch“ u.a. um den Übergang vom Studenten- zum Dozentendasein. Welches Auftreten erwarten die Studierenden von mir? Wie schaffe ich mir den nötigen Respekt und gegebe-

nenfalls auch die nötige Distanz? Denn gerade bei jungen Dozierenden ist der Altersunterschied zu den Studierenden oft nicht groß. Besonders gut kam das Thema „Selbstpräsentation“ an. Hier musste jeder eine 3-minütige Kurzpräsentation halten. Der eigene Auftritt wurde mit Videokamera aufgezeichnet und in der Gruppe analysiert. „Das Präsentationscoaching fand ich am besten, da haben wir viele hilfreiche Tipps bekommen“, findet Ben Hennings, der als Lehrkraft bei den Sportökonomen tätig ist. Auch im Schwerpunkt „Methodik und Didaktik“ konnten die angehenden Dozierenden viel praktisches Handwerkszeug sammeln. Die Reihe „Startsprung in die Lehre“ wurde im Rahmen des hochschuldidaktischen Gesamtkonzepts durchgeführt, das gemeinsam von den Stabsstellen „Qualitätssicherung und Lehrorganisation“ und „Universitäre Weiterbildung“ in Kooperation mit dem Prorektor für Lehre entwickelt wurde. Die Inhalte können für das Zertifikat „Professionelle Lehrkompetenz in der Hochschule“ anerkannt werden, das vom Netzwerk Hochschuldidaktik NRW vergeben wird. Die Seminarreihe soll in Zukunft zu Beginn jedes Semesters stattfinden. „Dafür haben wir extra den Vertragsbeginn der Lehrkräfte nach vorne legen lassen“, so Sören Brune von der Universitären Weiterbildung „damit sie sich noch vor Beginn ihrer Lehrtätigkeit entsprechend qualifizieren können.“ Hi

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sport

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Basketball mal anders Kölner Rollstuhlbasketballer auf dem Vormarsch – auch an der SpoHo spielt die Sportart eine wichtige Rolle

Rollstuhlbasketball ist IN Auch an der Sporthochschule gehört Rollstuhlbasketball zum Sportartenkanon. Die letztjährige Behindertensportwoche wurde mit einem Rollstuhlbasketballspiel eröffnet, im Rahmen der KölnerKinderUni werden regelmäßig Kurse angeboten und auch Studierende besuchen Veranstaltungen zum Thema Behindertensport. „In so einem Rollstuhl zu sitzen, war eine ganz neue Erfahrung. Ich würde es gerne noch mal machen!“, ist Christina nach ihrem Rollstuhlbasketballkurs begeistert. Die 22-Jährige studiert Sonderpädagogik und nimmt aus den Kursen von Dr. Thomas Abel viel mit: „Eine tolle Sache für den Sportunterricht, weil die

Schüler einen Einblick bekommen und verstehen, dass ein Rollstuhl nicht immer eine Behinderung sein muss.“ Ihr Dozent Thomas Abel hebt die Vorteile der Behindertensportkurse hervor: „Unsere Studierenden lernen dadurch ein Feld emotional kennen, was sie sonst tendenziell eher meiden.“ In den Einheiten geht es für die Studierenden „nicht primär darum, den Korbleger im Rollstuhlbasketball zu lernen, sondern zu verstehen, inwiefern Sport eine Selbstwirksamkeit erzielen kann“, erklärt Abel. Auch drei andere SpoHo-Studierende haben ihre Liebe zum Sport entdeckt: Oliver Junggeburth, Laetitia Müller und Rainer Fischer arbeiten für den Rollstuhlbasketballclub „Köln 99ers“ und haben die IWBF Europe Euroleague Cologne 2011 organisiert. Turnier der Spitzenklasse Beim Turnier vom 11. bis 13. März mit fünf europäischen Mannschaften sollten die Kölner für die Sportart begeistert werden. Rainer Fischer zieht ein Fazit: „Das Event an sich lief sehr gut. Zuschauer waren leider nicht ganz so viele da.“ Dennoch sind die drei mit dem Turnier sehr zufrieden – speziell, weil sie viele tolle Erfahrungen gemacht haben. „Man selber denkt immer, die Behinderung sei das Zentrale, aber jemand, der im Rollstuhl sitzt, der sieht das gar nicht so … Wenn man die erste Berührungsangst überwunden hat,

Ein Leuchtturm für viele Sportvereine „Europa in meinem Sportverein“ zieht Zwischenfazit

„Europa in meinem Sportverein“ – „Ist doch nix Neues“, denke ich bei meinem ersten Kontakt mit dem Projekt von fünf Jugendlichen – in meinem Verein spielen schon seit langem Kinder mit Migrationshintergrund! Und das soll ein Thema für die Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule im Mai 2011 sein? Dass Sport für Integration steht und Werte vermittelt, ist doch wirklich nicht erst seit Gerald Asamoahs Auftritten im Trikot der deutschen Nationalmannschaft bekannt … Stimmt, das ist nichts Neues, aber das Projekt ist neu und innovativ! Fünf international orientierte Jugendliche aus Ungarn, Deutschland, Italien, Polen und der Türkei haben sich seit Ende 2009 zur Initiative „Europa in meinem Sportverein“ zusammengeschlossen, um das EU-Förderprogramm „JUGEND

IN AKTION“ in Sportvereinen zu etablieren. Drei von ihnen studieren derzeit an der Deutschen Sporthochschule. Das Programm soll für Vereine eine Einstiegsmöglichkeit in ein vernetztes Europa sein. Beispiele sind der Europäische Freiwilligendienst, bei dem Jugendliche aus dem Ausland in Vereinen eine Art Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, oder Jugendbegegnungen über die Grenzen der Länder hinweg. „Wir sind der Leuchtturm, der die Signale für die Sportvereine gibt. Sie können sich dann an unserem Licht orientieren“, beschreibt Dominika Koczar aus Polen das Projekt. Gemeinsam mit ihren vier Kollegen hilft sie den Vereinen dabei, ein europäisches Projekt erfolgsversprechend umzusetzen. Ihre praktische Erfahrung hilft bei der Antragstellung und erleichtert die individuelle Beratung.

geht alles recht locker und angenehm“, erzählt Rainer Fischer. Und auch die Zuschauer waren „vom Sport begeistert, weil sie die Athletik und die Dynamik des Spiels überrascht haben“, glaubt Laetitia Müller.

Studierende im Sonderpädagogikkurs von Dr. Thomas Abel. Hier geht es nicht um technische Fähigkeiten – viel mehr sollen die Studierenden den integrativen Wert von Rollstuhlbasketball für den Sportunterricht kennenlernen.

Sport für jedermann „Ich finde toll, dass alle mitspielen können – egal ob behindert oder nichtbehindert, egal ob Frau oder Mann. Es gibt keine andere so integrative Sportart!“, hebt Oliver Junggeburth weitere Reize des Rollstuhlbasketballs hervor.

„Es gibt keine andere so integrative Sportart!“

Nationalspielerin Edina Müller vom ASV Bonn unterstreicht dieses Argument: „In Deutschland haben wir eine der größten Rollstuhlbasketballligen weltweit. Durch das gut strukturierte Ligensystem und die Dichte an Vereinen kann man Rollstuhlbasketball auf jedem Niveau spielen – vom Breiten- bis zum Leistungssport.“ Speziell in Köln ist der Behindertensport auf einem guten Weg, was die Wahl zu Kölns Sportlern des Jahres gezeigt hat: ausgezeichnet wurden Rollstuhltischtennisspieler Holger Nikelis und Edina Müller, die über diese Entwicklung sehr froh ist: „Der Behindertensport ist in Köln sehr gut aufgestellt, und es ist sehr schön, dass

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Fast fünf Jahre ist es her! Am 6. Juni 2006 gewannen die Köln 99ers die Deutsche Basketballmeisterschaft gegen Alba Berlin. Das Projekt Profibasketball in Köln hatte einen weiteren Höhepunkt erreicht! Die Entwicklung sollte eigentlich weitergehen … SOLLTE! Denn mittlerweile ticken die Basketballuhren in Köln etwas anders. Die Profibasketballer nehmen seit zwei Jahren nicht mehr am Spielbetrieb der ersten Bundesliga teil – Insolvenz! Dafür haben sich die Rollstuhlbasketballer Köln99ers in der deutschen Spitzengruppe etabliert – diese Saison scheiterten sie erst im Halbfinale der PlayOffs am späteren Deutschen Meister RSV Lahn-Dill.

„Viele Vereine funktionieren noch sehr traditionell – ein europäisches Projekt ist dann eine große Herausforderung, aber auch ein ganz neuer Weg, der viele neue Möglichkeiten eröffnen kann“, erklärt Szabolcs Molnár. Seit Gründung der Initiative blicken die Projektleiter auf fünf Workshops in verschiedenen Städten zurück, die den Vereinsvertretern die Wege zu „mehr Europa“ in ihrem Verein vorgestellt haben. „Durch den Workshop wollen wir den Mehrwert für den Verein aufzeigen“, sagt Dominika Koczar, und ihr Kollege Melih Özkar-

dies auch gesehen wird.“ Genau diese Aspekte sollen in Zukunft dafür sorgen, dass die Köln 99ers ihre Popularität weiter steigern können, auch wenn die Vorreiterrolle im Kölner Sport anderen Vereinen vorbehalten ist: „Gegen die Haie und den FC kommt man sicherlich

nicht an! Wir denken also eher in kleinen Schritten. Nächstes Jahr wollen wir unseren Zuschauerschnitt steigern“, erklärt Oliver Junggeburth. Vielleicht klappt’s ja dann bald doch noch mal mit einer Kölner Basketballmeisterschaft …  Sd

des ergänzt: „Die europäischen Maßnahmen sind mehr als nur Ableisten des Dienstes. Die Jugendlichen sind eine Bereicherung für jeden Verein. Das funktioniert aber nur, wenn die Bereitschaft zur Zusammenarbeit auf beiden Seiten gegeben ist.“ Bisher wurden durch das Engagement der Studierenden zwei Vereine, der TuS Lintdorf und die SG Langenfeld, als Aufnahmeorganisation für den Europäischen Freiwilligendienst akkreditiert, ein weiterer Verein, der SC Janus, beteiligt sich an einer Jugendbegegnung.

Die EU stellt bis 2013 im Rahmen von „JUGEND IN AKTION“ in 31 Ländern 885 Millionen Euro für Jugendgruppen, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen der Jugendarbeit zur Verfügung. Ziele der Initiative sind mehr europäische Bürgerschaft, mehr Beteiligung und mehr Chancengleichheit für junge Menschen. Nun bin auch ich mir sicher, dass mein Verein sicherlich noch viel mehr machen könnte, als „nur“ Kinder mit ­Migrationshintergrund zu integrieren …  Sd

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hochschule / Karriere

Kurier | Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln | 03-2011

„Ratzfatz können die ausrechnen, wie stark Du bist!“ Beim Girls‘Day sammeln 22 junge Mädchen spannende Erfahrungen

Aileen und die anderen Mädchen schauen Muskelzellen durch ein Mikroskop an, machen Krafttests und lernen jede Menge über die SpoHo.

„Messung starten bitte. Ok. Nach vorne bis zum Widerstand. Und kommkommkomm!“ Die 14-jährige Aileen gibt alles. Mit ganzer Kraft drückt sie die Hebel nach vorne, angefeuert von Björn Bornhold vom Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik. Das Gerät, auf dem sie sitzt, sieht auf den ersten Blick unspektakulär aus, wie aus einem normalen Fitnessstudio. Doch ausgestattet mit modernster Technik, kann es die feinsten Messungen machen. Ein paar Klicks im Computer und schon erscheinen Aileens

Daten auf dem Bildschirm an der Wand. „60 kg in der Sekunde. Das ist nicht schlecht“. Björn Bornhold arbeitet in der Leistungsdiagnostik als studentische Hilfskraft. Er erklärt den sieben jungen Mädchen genau, was passiert. „Wir machen hier hauptsächlich Kraftdiagnostik. Wir messen bei Athletinnen und Athleten, wie viel Kraft sie in bestimmten Muskelgruppen haben und wo ihre Schwachstellen sind.“ Aileen absolviert einen isometrischen Test, bei dem sie so fest es geht gegen den Widerstand

Trimm-Dich-Pfad-2.0!? SpoHo-Absolvent und Gründer Michael Kuck im Gespräch Michael Kuck, Gründer und Erfinder eines Outdoor-Fitnessstudios, berichtet über den langen Weg von der Idee bis hin zum fertigen Produkt. Mit dem SpoHo-Absolventen sprach Jule Laerz. Du bist der Erfinder des Outdoor-Fitnessstudios. Was kann man sich darunter vorstellen, vielleicht einen „Trimm-DichPfad-2.0“? Mit dem ursprünglichen „Trimm-DichPfad“ der 70er Jahre hat das nicht mehr allzu viel zu tun. Im Gegenteil, aus sportwissenschaftlicher Sicht ist die Praxis von damals heute überhaupt nicht mehr aktuell. Das neue Outdoor-Fitnessstudio wird später auch nicht zwingend an einer Laufstrecke stehen, wie es bei den „TrimmDich-Pfaden“ üblich war. Was ist das Besondere an Deiner Idee? Man kann im Outdoor Fitnessstudio gleichwertige Übungen machen wie in einem normalen Fitnessstudio. Der große Vorteil und das Besondere daran ist, dass man sein Training nach draußen verlagern kann – Training unter freiem Himmel. Alle Geräte sind ausschließlich aus hochwertigem Holz und Edelstahl gefertigt. Somit sind sie perfekt gerüstet für jegliche Witterung. Außerdem passen diese Materialien auch vom Bild her sehr gut ins Freie.

Wie bist Du auf diese Idee gekommen? Vor meinem Studium an der Sporthochschule habe ich eine Ausbildung zum Zimmermann gemacht – das wusste auch mein damaliger Radsportdozent, als ich ihn auf ein Thema für meine Diplomarbeit ansprach. Er schlug mir dann vor, Sportwissenschaft und Handwerk zu verbinden. Als regelmäßiger Nutzer der maroden Fitnessbahn am Adenauer Weiher war dann die Idee zum Outdoor-Fitnessstudio schnell geboren. Im Frühjahr 2008 habe ich mit der Diplomarbeit angefangen und im Herbst 2008 war der Entwurf fertig. Und wo wird das Outdoor-Fitnessstudio zu finden sein? Ich hoffe natürlich überall (lacht)! Nein, in erster Linie in Park- oder Grünanlagen

drücken muss, und einen dynamischen Test, bei dem es darum geht, das Gewicht so schnell es geht zu bewegen. Alle ihre Kraftkurven werden sofort in anschaulichen Grafiken an die Wand projiziert. Die 14-Jährige ist begeistert: „Dass man überhaupt auf die Idee kommt, so was zu messen und das zu erforschen: Ratzfatz können die ausrechnen, wie stark Du bist. Das finde ich echt spannend!“ Einen solchen Einblick in die Praxis ist genau das, was die 22 Mädchen beim Girls‘Day an der Deutschen Sporthoch-

von Hotels, Sportschulen und Freizeitzentren, Ferienparks oder aber an zentralen Plätzen in Städten und Gemeinden sowie in der Nähe von Sportanlagen. Wer wird an diesen Geräten trainieren können? Gibt es auch eine Anleitung? Das Outdoor-Fitnessstudio ist für Jedermann nutzbar – sowohl für den Sportneuling als auch für den leistungsorientierten Athleten. An jedem Gerät befinden sich Hinweistafeln mit erklärenden Bildern und Texten. Für Sportinteressierte sind die Übungen größtenteils selbsterklärend. Hattest Du Hilfe bei der Umsetzung des Projektes? Nach Fertigstellung meiner Diplomarbeit und des Modells im Maßstab 1:10 habe ich mich erfolgreich für ein EXIST-Gründerstipendium beworben. Die finanzielle Förderung lief ein Jahr. In dieser Zeit habe ich einen Prototyp in meiner Werkstatt angefertigt. Dank der EXIST-Unter-

Einblick in die Praxis Schließlich heißt das Motto des Girls‘Day: Mädchen sollen Berufsfelder kennenlernen, die üblicherweise eher männlich dominiert sind. Aileen mag Mathe und Chemie und findet das prima: „Ich finde das gut. Jungs machen ja öfter was mit Maschinen, und Frauen gehen dann eher ins Krankenhaus, als Arzthelferin oder so. Es gibt aber auch Mädchen, die gerne Bio und Chemie machen, die trauen sich dann manchmal nur nicht.“ Genau diese Hemmschwelle soll der Girls‘Day überwinden, bei dem bundesweit vor allem technische Betriebe, Universitäten und Forschungseinrichtungen ihre Türen für den weiblichen Nachwuchs öffnen, mit insgesamt 10.000 Veranstaltungen. Nach der Leistungsdiagnostik zieht ­Aileens Gruppe weiter ins Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin. Hier sehen sich die jungen Besucherinnen an, wie sportmedizinische Grundlagenforschung funktioniert, und können

stützung konnte ich mich wirklich sieben Tage in der Woche auf mein Projekt konzentrieren. Einzige Ausnahme: In Sachen BWL musste ich mir ab und zu Hilfe von einem Steuerberater oder vom Gründerbüro holen. Aber auch da wächst man rein. Hast Du Tipps für diejenigen, die sich ebenfalls selbständig machen wollen? Man muss unglaublich viel Geduld haben. Aber wenn man von der Sache überzeugt ist, sollte man sich von seinem Weg nicht so schnell abbringen lassen. Wie sehen Deine Zukunftspläne aus? Ich möchte nun in Kürze mein Unternehmen gründen, um dann mit der Produktion und der Vermarktung der Geräte meinen Lebensunterhalt finanzieren zu können. Und irgendwann, so hoffe ich, kann ich dann sicher und gut davon leben. Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg weiterhin!

die feinen Strukturen von Muskelzellen unter dem Mikroskop bestaunen. Professorin Klara Brixius erklärt, was z.B. in einer Zellkulturbank passiert: „Die Zellen werden in diese Kulturschalen eingebracht, dann gibt man eine spezielle Flüssigkeit darüber, das Medium. Da sind alle Stoffe drin, die die Zellen brauchen, und dann kann man sie kultivieren.“ Eine ihrer Forscherkolleginnen untersucht die DNA-Strukturen der Muskelzellen, ein anderer Mitarbeiter welche Auswirkungen Laktat auf den Muskel hat: „Früher war man sich sicher, dass die Milchsäure den Muskel schädigt. Heute geht man u.a. davon aus, dass Laktat auch eine fördernde Eigenschaft hat.“ Wem nach all diesen Infos der Kopf brummt, der kann sich in der „bewegten Mittagspause“ ein wenig erholen. Am Nachmittag geht es dann direkt in die Sportpraxis. Bei einem Campusrundgang können die Mädchen von Fußball über Geräteturnen bis hin zu Leichtathletik und Tanz ausgewählte Sportpraxiskurse besuchen. „Es hat mich beeindruckt, wie groß die Sporthochschule ist. Ich wusste gar nicht, dass es hier so viele Sporthallen gibt“, schwärmt Aileen. Zum Abschluss dann noch einmal Theorie: Informationen über das Sportstudium, Zulassungskriterien, ... und natürlich erhält jedes Mädchen auch ein Zertifikat über den Besuch des Girls‘Day an der Sporthochschule. Aileen fällt am Ende dieses ereignisreichen Tages müde aber glücklich auf den Autositz neben ihren Vater. An diesem Abend hat sie viel zu erzählen. Vor allem die Leistungsdiagnostik hat sie beeindruckt: „Das würde mich auch interessieren: Mit verschiedenen Leuten solche Tests zu machen und ratzfatz zu gucken, wieviel Kraft sie in welchem Muskel haben.“ Hi

Kompakt Berufung Im Einvernehmen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) wurde Professor Markus Raab, Leiter des Psychologischen Instituts, in den Wissenschaftlichen Beirat des Bundesins­ tituts für Sportwissenschaft (BISp) berufen. In seiner dreijährigen Berufungszeit wird der Hochschulprofessor das BISp fachlich beraten. Bronzemedaille Professor Wolfgang Tiedt wurde für seine besonderen Verdienste um die Deutsche Sporthochschule Köln mit der Medaille der Sporthochschule in Bronze ausgezeichnet. Wolfgang Tiedt beendet 2011 seine Karriere als Hochschulprofessor und Leiter des Instituts für Tanz- und Bewegungskultur nach 43 Jahren. Für den Weiterbildungsmaster V.I.E.W. wird er weiter tätig sein. Die offizielle Abschiedsfeier findet am 9. Juli 2011 statt.

PersonalIA

© Privat

© Jule Koehne

schule bekommen sollen. Einen ganzen Tag lang können sie den Sportwissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen über die Schulter schauen. Am Morgen begrüßt Professor Walter Tokarski, der Rektor der Sporthochschule, die Mädchen persönlich im Foyer. Anschließend gibt Budimir Dokic vom Career Service einen ersten Überblick und fragt die Teilnehmerinnen, was sie über Sportwissenschaften und das Berufsfeld Sport schon wissen. Und das ist eine ganze Menge: Es fallen Begriffe wie Sportlehrer, Sportjournalist, Dopingforschung. Doch noch sind das eher diffuse Vorstellungen. Das soll sich an diesem Tag ändern. In Kleingruppen geht es durch verschiedene Institute, in denen naturwissenschaftlich geforscht wird: Biochemie, Biomechanik, Sportmedizin und Trainingswissenschaft.

Einstellung: Anna Mäling, Abteilung 3.4 zum 18.04.2011

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und sonst ...?

Kurier | Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln | 03-2011

Gute „EntWICKELung“ – Die familiengerechte SpoHo

© privat

Acht neue Wickelstationen auf dem Campus und vieles mehr ...

Studieren mit Kind – Unmöglich! Wirklich? Wer aufmerksam in den Räumen der Hochschule unterwegs ist, wird sehen, dass es scheinbar doch möglich ist. Zum Beispiel an den Hochstühlen, die vom Studentenwerk Köln in der Mensa bereitgestellt werden – die sind heiß begehrt und oft vergriffen. Neben den Mitarbeitern mit Nachwuchs sind auf dem Campus auch rund 100 studierende Eltern

unterwegs. Der tägliche Spagat zwischen Kinderbetreuung und Studium bzw. Beruf stellt sie immer wieder vor neue Herausforderungen. Dieser Doppelbelastung nimmt sich die Deutsche Sporthochschule Köln jetzt verstärkt an. Seit Oktober 2009 gibt es das Familienservicebüro, das Studierenden aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SpoHo mit Hilfestellungen und Tipps zur

Das Team SpoHo.Net-Group 2011 net auch mit gängigen Suchmaschinen nicht zu finden. Zum anderen bietet das Netzwerk passgenaue Jobangebote. Täglich landen auf dem Tisch des Career Service der Sporthochschule neue Job- oder Praktikumsangebote. Ein Jobmailer filtert aus diesen Angeboten genau das Passende nach den jeweiligen individuellen Vorgaben der einzelnen Mitglieder heraus. Gesucht wird z.B. ein Job im Rehabilitationssport mit einer Festanstellung im Raum Hamburg? Kein Problem – durch die Zusammenarbeit mit dem Career Service können alle interessierten User per Mail informiert werden. Was hat das Netzwerk noch zu bieten? Exklusiv für SpoHo.Net-User bieten regionale Partner aus der Wirtschaft verschiedenste Sonderangebote. Dazu gehören Rabattaktionen beim Druck von Abschlussarbeiten bei „HundtDruck“ oder Vergünstigungen bei der Buchung von Erlebnissreisen bei „JUFA - Junge Urlaubsidee für alle“. 10% Rabatt auf den Einkauf von Sportartikeln bietet Karstadt sports jedem Studierenden und SpoHo.Net-Plusmitglied. Und wer mit Papillon Flugschulen „abheben“ möchte, erhält ebenfalls 10% Rabatt. Eine Liste mit allen aktuellen Partnern ist unter www.spoho.net zu finden.

Kinderbetreuung zur Seite steht. Hier gibt es alle wichtigen Informationen, die man braucht, um den Spagat erfolgreich zu bewältigen – seien es Fragen zur Elternzeit oder zur Finanzierung des Studiums. Doch nicht nur was die harten Fakten angeht, hilft das Team des Familienservicebüros weiter. Auch Kontakte zu anderen Eltern werden vermittelt. So gibt es z.B. ein Elterncafé an der Deutschen Sporthochschule. Wer sich in den E-Mailverteiler aufnehmen lässt, erhält zudem regelmäßig die neuesten Informationen zu Familienthemen oder Hinweise auf Veranstaltungen. Um zu sehen, wie es eigentlich um die Situation für junge Eltern an der Sporthochschule bestellt ist, wurden im März vergangenen Jahres die Arbeits- und Studienbedingungen untersucht, die noch längst nicht perfekt sind. In Workshops, an denen sowohl studierende Eltern, ­AStA-Vertreter, das Rektorat sowie wis-

senschaftliches und nichtwissenschaftliches Personal teilnahmen, wurden Verbesserungsvorschläge gesammelt und ein Zeitplan für die entsprechenden Veränderungsvorgänge festgelegt. Am Ende der konstruktiven Gespräche wurde der Sporthochschule das Zertifikat „Audit Familiengerechte Hochschule“ verliehen, mit dem sich die DSHS gleichzeitig zur Umsetzung entsprechender Ziele verpflichtet hat. Dieses Zertifikat trägt die Hochschule nun bis 2013 – danach erfolgt die Re-Auditierung. Einige Ziele, die im Jahr 2011 umgesetzt werden sollen: Unterstützung bei der Stundenplangestaltung für studierende Eltern, Veranstaltungen zu speziellen Themen, wie z.B. „Pflege von Angehörigen“, sowie ein Familienbereich in der Mensa. Schon sichtbar sind acht Wickelstationen, die auf dem Campus installiert wurden. Entsprechende Wickeltische und Hygienespender wurden von der SpoHo angeschafft. Die kontinuierliche Ausstat-

tung mit Windeln, F e uc ht t ü c he r n und Wickelunterlagen übernimmt Hochschulpartner dm-drogeriemarkt GmbH + Co. KG. Und anders als an anderen Universitäten sind die Wickelstationen öffentlich zugänglich. So wird auch Besuchern mit Kind ein entsprechender Service geboten. Übrigens: Im Familienservicebüro ist in dringenden Fällen ein Wickelpaket zum Mitnehmen erhältlich! Weitere Informationen rund um das Thema Studieren/Arbeiten mit Kind an der Deutschen Sporthochschule Köln bzw. Unterstützung bei der Koordination mit Pflegeaufgaben im familiären Umfeld gibt es im Familienservicebüro: Raum 61 im Hauptgebäude, neben der Hausdruckerei. www.dshs-koeln.de/familienservicebuero

Kontakte sind das A und O beim beruflichen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Hier bietet die SpoHo.Net-Group den entscheidenden Vorteil und für fast alle Fragen den passenden Ansprechpartner. Dabei sind mit der Einladung der SpoHo.Net Gruppe auf Xing in die SpoHo.Net-Group viele interessante Kontakte dazu gekommen. Aus einer anfänglichen Idee und viel Engagement

des SpoHo.Net-Teams ist mittlerweile ein funktionierendes, aktives und, für den Bereich Sport(wissenschaft), einmaliges Netzwerk entstanden. Dies zeigen auch die Rückmeldungen der Mitglieder im SpoHo.Net. Das SpoHo. Net funktioniert wie ein Team, in dem jeder Spieler seinen Beitrag leistet. Jeder kann Beiträge in den einzelnen Foren einstellen, Artikel für den mo-

natlichen Newsletter anbieten, bestehende Communities kommentieren oder neue vorschlagen. Also: Beteiligt Euch an der Weiterentwicklung, denn trotz der vielen Aktionen und Pläne befindet sich die SpoHo.Net-Group immer noch im Aufbau. Alles zum kostenfreien Beitritt unter: www.spoho.net

Stimmenfang von Schülerpraktikantin Katharina Reitz Da ich sportinteressiert bin, werde ich mir die Spiele der deutschen Mannschaft ansehen. Die anderen interessieren mich nicht so sehr. Ich würde mich freuen, wenn die Frauen-Weltmeisterschaft annähernd so gut aufgenommen wird, wie die der Männer 2006. Jasmin, 22

Ich finde es gut, dass die Weltmeisterschaft in Deutschland stattfindet, aber glaube nicht, dass das genau so ein Sommermärchen wird, wie bei der Weltmeisterschaft der Männer 2006. Nico, 22

In dieser Ausgabe dreht sich unser Quiz um die KölnerKinderUni, die einmal im Jahr an der SpoHo stattfindet. Dann haben junge Nachwuchsforscherinnen und -forscher die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit an der Sporthochschule zu bekommen. Die Kinder

Hauke Schlimme

Ich habe noch nicht so viel von der FrauenWeltmeisterschaft mitbekommen und wusste bis gerade auch nicht, wann es los geht. Aber ich bin auf jeden Fall dabei und unterstütze unser Team. Benny, 23

Ich freue mich auf, hoffentlich, volle Stadien und internationales Flair in den Spielstätten. Es ist auf jeden Fall möglich, dass Deutschland ins Finale kommt. Lukas, 27

Ich finde es schade, dass Frauenfußball nicht so akzeptiert wird wie Männerfußball. Dabei zeigen die Frauen die gleiche sportliche Leistung und sind sogar manchmal besser. Michelle, 22

Impressum

KURIER-Quiz Seit mehr als 30 Jahren gibt es den Schießstand an der Deutschen Sporthochschule Köln - etabliert von Elmar Frings, dem dreifachen Olympiateilnehmer im Modernen Fünfkampf. Doch wo ist eigentlich der Schießstand? Fabian Liesner und Regina Pförtner kannten die richtige Antwort und bekamen dafür Karten für das Schokoladenmuseum in Köln bzw. für die Abtei Brauweiler.

Nicola Pietsch

Was sagt Ihr zur bevorstehenden Frauen-WM, die vom 26. Juni bis 17. Juli in Deutschland stattfindet?

© Verena-N./pixelio (1), Privat (5)

„User Generated Content“, mit diesem Begriff lässt sich die SpoHo.Net-Group am besten erklären – ein digitales Netzwerk, in dem die angemeldeten Benutzer gemeinsam Inhalte erstellen. Dabei ermöglichen verschiedene Communities, sich in einzelnen Interessensgemeinschaften zusammen zu finden und Informationen auszutauschen. Bisher gibt es die Communities „SpoHo.News“, „SpoHo.Net-Plus“, „Universitäre Weiterbildung“, „Erstsemester“, „Erste Schritte in der SpoHo. Net-Group“ und „SpoHo mit Kind“. Etwa 1.800 Mitglieder sind in den verschiedenen Communities unterwegs; ein Drittel davon sind Absolventinnen und Absolventen der Hochschule, denn auch nach Abschluss des Studiums steht das Portal kostenfrei zur Verfügung. Die SpoHo.Net-Group verwirklicht so den Gedanken einer Verknüpfung von Arbeitsmarkt und den Studierenden. Worin besteht der Unterschied zu anderen Netzwerken wie Facebook oder StudiVZ? Zum einen ist es die Exklusivität eines Portals, das auf dem Intranetserver der DSHS liegt. „Ich möchte nicht, dass mein zukünftiger Chef Bilder von mir im Internet findet und mich ausspioniert“. Dieses Szenario brauchen Mitglieder der ­SpoHo.Net-Group nicht zu fürchten. Ihre Profile sind im Inter-

KURIER Hochschulzeitung der Deutschen Sporthochschule Köln

können vier Tage lang an Vorlesungen, Seminaren und praktischen Kursen teilnehmen, die von SpoHo-Dozentinnen und -Dozenten angeboten werden. Jedes Jahr steht die KinderUni unter einem anderen Motto. Welches Motto hatte die KinderUni an der SpoHo in diesem Jahr? Die Antwort steckt in diesem KURIER. Unter den richtigen Einsendungen verlosen wir dieses Mal an zwei Quizteilnehmer: je einen Gutschein für zwei Tage Gleitschirmfliegen mit Papillon Flugschulen in der Rhön, im Sauerland oder im Stubaital. Heben Sie mit Europas größter und Deutschlands belieb-

tester Flugschule in den besten Fluggebieten ab! www.papillon-flugschulen.de Auflage 3.000

Schicken Sie Ihre Antwort per Post an die im Impressum angegebene Adresse, per Hauspost oder per E-Mail an: pressestelle@dshs-koeln.de Einsendeschluss ist der 08.06.2011.

Herausgeber Univ.-Prof. mult. Dr. Walter Tokarski, Rektor der Deutschen Sporthochschule Köln Chefredaktion Sabine Maas (Ms) Presse und Kommunikation Deutsche Sporthochschule Köln Am Sportpark Müngersdorf 6 50933 Köln Tel. 0221 4982-3850, Fax: -8400 pressestelle@dshs-koeln.de Redaktion Lena Overbeck (Lo), Simon Drießen (Sd), Hanna Immich (Hi), Jule Laerz (Jl); Tel. -3440/-3441/-3442

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Layout Sandra Bräutigam Tel. 0221 4982-2080

Druck WAZ-Druck Theodor-Heuss-Straße 77 47167 Duisburg-Neumühl Tel. 0203 99487-0 Erscheinungsweise Je dreimal im Sommer- und im Wintersemester. Der nächste KURIER erscheint Ende Juni. Eine PDF-Version des KURIER finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Sporthochschule Köln unter www.dshs-koeln.de/presse. In dieser Publikation wird aus Gründen einer besseren Lesbarkeit teilweise nur die männliche Form/ Ansprache verwendet. Dies soll ausdrücklich nicht als Diskriminierung von Frauen verstanden werden. Redaktionsschluss für den nächsten KURIER: 27.05.2011


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