Kompetenzzentrum Agadez

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KOMPETENZ . ZENTRUM

Sabongari . Agadez . Niger . Afrika


KOMPETENZ . ZENTRUM Sabongari . Agadez . Niger . Afrika Das Kompetenzzentrum ist Ergebnis jahrelangem Engagement und interkulturellen Kooperationen. Initiiert vom Kulturverein ART.E‐AGADEZ finden Projekte im Bereich Bildung, Gesundheit, Frauenförderung, Ökonomie, Ökologie, Kunst und Kultur durch das Kompetenzzentrum einen fruchtbaren Rahmen. Die Motivation dieses Kompetenzzentrum aufzubauen, liegt in der Tatsache, dass Wissen und die Fähigkeiten dieses Wissen umzusetzen, eines der wichtigsten Kapitalanlagen ist. Um den notwendigen kulturellen Wandel besser zu bewerkstelligen, ist das Kompetenzzentrum ein idealer, weil neutraler Platz für Diskussion und Austausch. Hier können adäquate Kompetenzen erworben werden, da wir Zugang zu Informationen und Fertigkeiten bieten, die maßgeblich für kreative Gestaltung von Lebensstrategien verantwortlich ist. Wir handeln im Bewusstsein, dass das Gleichgewicht und der Respekt zwischen Frauen und Männern Maßstab für sozialen Wohlstand einer Gesellschaft ist. Wir leben und arbeiten eng mit der Bevölkerung zusammen, diskutieren und beachten aufmerksam die Bedürfnisse und Tendenzen der Entwicklungen und Auswirkungen unserer Interventionen. Bekanntlich sind weite Teile des afrikanischen Kontinents mit erschwerten Bedingungen konfrontiert: das Ungleichgewicht der Weltwirtschaftslage, die klaffende Schere zwischen Arm und Reich durch Raubbau an den reichen Ressourcen, ethnische Konflikte, Bildungs‐ und Versorgungsdefizite, Unkoordinierte Interventionen staatlicher und nicht‐staatlicher Organisationen, ... Die Kulturbegegnungen die in den 90er Jahren zwischen Österreich und dem Nord‐Niger entstanden sind, haben zu konkreten Projekten in Salzburg geführt und waren der Beginn einer kreativen Zusammenarbeit zwischen Menschen aus Nord‐Niger und Österreich. Solidarität mit den Menschen und die bestehende Innovationskultur der Tuareg zu fördern, waren Motivationen unserer Gemeinsamen Sache. Wir bilden ein Netzwerk, um Zugang zu Wissen und Raum für Austausch von Kompetenzen bieten.

DIE MASSSTÄBE UNSERER ARBEIT Gendersensibilität | Bildung und Kreativität |Interkultureller Dialog | Globaler Kompetenztransfer | Friedensarbeit und Armutsbekämpfung | Förderung der Ökonomie | Kinder, Jugendliche, Erwachsene | Soziale Kompetenzen | Berufsausbildung | kulturelle Identität | Kreativität und Kunst | Forschung | Netzwerk von WissenschaftlerInnen und StudentInnen | international |Gesundheit | Schwangerschaft und Geburt | Ökologie |


UNSERE PROJEKTE: ♀♂ Muu* Afrique Initiative für SchneiderInnen in Afrika|♀♂ Zurück zu den Wurzeln, wir wachsen in die Zukunft|♀ Jugendgruppe AKARAS|♀♂ fremdes über brücken|♀♂ Musique sans frontières|♀♂ Femmes et solidarité|♀ Zusammenarbeit und Beratung universitärer Projekte|♀♂

PROJEKTBESCHREIBUNGEN

Muu* Afrique Initiative für SchneiderInnen in Afrika|♀♂

„Muu“ ist ein Hausa‐Wort und heißt „wir“. In einigen Ländern Westafrikas wird Hausa am Markt und auf der Straße gesprochen. Muu symbolisiert ein Miteinander, ein Gemeinsam sein, ein wir, das so nicht nur Name sondern auch Programm des Projekts ist. Austausch, Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen Österreich/EUROPA und Niger/AFRIKA sollen über wirtschaftliche Beziehung eine Brücke zwischen den Kontinenten legen und künstlerische und kreative Begegnung ermöglichen. Muu soll der Beginn bzw. ein Beispiel für ökonomische, künstlerische und soziale Zusammenarbeit sein, zentrales Anliegen dabei ist die Berücksichtigung zukunftsweisender Erkenntnisse über globale Zusammenhänge und der Anspruch an respektvollem und fairem Miteinander. Muu sieht sich als Netzwerk für Profi‐ und LaiendesignerInnen und bietet die Organisationsstruktur um mit afrikanischen Stoffen und Mode in Kontakt zu kommen, inspiriert zu werden und eigene Modelle zu produzieren. Die Freude und Leidenschaft für Mode als Zeichen kultureller Identität schlägt eine Brücke. Muu integriert afrikanische Stoffe in die europäische Mode und Lifestyle, um auf das Potential und die Ressourcen des Kontinents aufmerksam zu machen. Die Präsenz in Europa stärkt das Selbstbewusstsein und die kulturelle Identität der Mitwirkenden in Afrika. Ein wichtiger Aspekt ist die Unterstützung und Zusammenarbeit mit den SchneiderInnen in Agadez/Niger. Sie profitieren von den Aufträgen und werden ebenso von den europäischen Designs inspiriert.


In Zusammenarbeit mit der nigrischen NGO´s unterstütz Muu Ausbildungsprojekte. Frauen erhalten die Möglichkeit Schneiderei zu erlernen. Bereits während der Ausbildung können die Teilnehmerinnen für das Projekt Muu Schlüsselbänder nähen und finden hierbei eine flexible Einnahmequelle, als Schlüssel zu ihrer Unabhängigkeit.

Diese Schlüsselbänder | Laneyards sind in unterschiedlichen Längen, Farben und mit verschiedenen Ring‐ bzw. Karabinerlösungen erhältlich.


EINBLICK: Schneiderinnen Atelier|Agadez|NIGER

www.muu‐design.at

Muu* an Schulen Das Modeprojekt Muu wird als Beispiel kreativer, sozialer und ökonomischer Zusammenarbeit auch an Schulen vorgestellt. Die Zusammenarbeit mit österreichischen DesignerInnen, die Entwicklung der Kollektionen sowie die Vermittlung und Zusammenarbeit mit den afrikanischen SchneiderInnen steht hierbei im Vordergrund. Der Einblick in die aktuelle Modewelt in Agadez|NIGER und Aspekte wie beispielsweise die soziale Komponente des Einkleidens inspirieren zur Reflexion der eigenen Herangehensweisen. Ein weiterer interessanter Punkt ist der Waxprint‐Stoff, der Stoff für übliche Alltagskleidung in weiten Teilen Afrikas. Ein historischer Überblick der Produktion dieser Waxprints zeigt globale wirtschaftliche Zusammenhänge ... Die kreative Auseinandersetzung mit den bunten Stoffen rundet das Projekt ab, bietet den Studierenden den Bezug zur Praxis und inspiriert das eigene kreative Potential zu verwirklichen.

AUSBLICK: mit Muu* eröffnen sich unzählige Möglichkeiten interkulturellen Austausch und ein Miteinander zu gestalten. In Agadez|Niger|Afrika stärken wir die Ökonomie, sowie die kulturelle


Identität, vermittelt Marketingstrategien und regen Kreativität an. Das Potenzial dieses Projektes zu entfalten ist unser Ziel. Dafür laden wir Interessierte und innovative PartnerInnen ein mitzugestalten und Teil des Netzwerks zu sein.

Zurück zu den Wurzeln, wir wachsen in die Zukunft|♀

Eigene Stärken erkennen und sich gleichzeitig flexibel auf Lebensumstände einstellen können, ist eine Fähigkeit die für Tuaregfrauen in Agadez von großer Bedeutung ist. „Die Frauen füllten seit eher in der Tuareg‐Gemeinschaft eine regulierende und kontrollierende Rolle aus. Seit langer Zeit wird diese regulierende Kraft ignoriert, mit all den Konsequenzen und Entgleisungen, die man bis heute beobachten kann. Die Frauen hatten eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft und waren weitgehend wirtschaftlich unabhängig. Ihr Status war in der Gemeinschaft anerkannt und ist mittlerweile ernsthaft unterminiert. Heute kann man sagen, dass es die Frauen und ihre Kinder sind, die den höchsten Preis aufgrund der Dürren und der Rebellion zahlen mussten. Die Bestimmung der Frauen wurde durch die Geschichte der Männer destabilisiert. Außerdem drängt der rasche Wandel der Kultur und die wirtschaftliche und soziale Struktur die Frauen in eine unglaubliche Armut, ohne Chancen auf Einkommen und Bildung.“ (Frauen von Gossi) Eines der Anliegen der Ausstellung war es, Frauen die Möglichkeit zu geben ihre Lebensumstände zu zeigen und zu reflektieren. „Welche Ausschnitte meines Lebens möchte ich zeigen?“ Wodurch drückt sich kulturelle Identität aus? Wie wandeln sich Traditionen? Welche Herausforderungen bringt das Leben im urbanen Raum? Es ist zu bemerken, dass fremde Betrachter den Augenmerk auf traditionelles Leben legen und das Nomadenleben in romantischem Schimmer vermuten. „Die Europäer halten bis heute an ihrem Mythos von den Männern und Frauen der Wüste fest. Sie haben sich ein Bild geschaffen und nähren damit ihre Phantasie. [...] Aber wir lebenden Tuareg sind als


Menschen für unsere Kinder verantwortlich. Wir müssen der Realität ins Auge sehen. Wir müssen uns anpassen. Und wir müssen vor allem unsere Würde bewahren.“ (Hawad) Die Fotoausstellung soll ein authentisches Bild des Lebens von Frauen in Agadez vermitteln. Unterschiedlichste Frauen haben sich bereit erklärt Einblicke in ihre Alltagswelt zu gewähren.

Elen hatte einige Wochen zuvor ihren ersten Sohn geboren. Bei den Tuareg ist es Tradition die erste Geburt bei der Mutter zu erleben. Elen ist deshalb aus Maradi, wo sie mit ihrem Ehemann lebt, angereist und hat in Anwesenheit ihrer Mutter in einer Geburtsklinik entbunden. Nun wird sie vierzig Tage im Haus der Mutter bleiben. Zainabou ist Geburtshelferin. Sie hat 9 Jahre im Spital von Agadez gearbeitet. Seit zwei Jahren ist sie nun im CSI Dag‐manett, einer Geburtsklinik. Sie arbeitet ohne Gehalt. Es ist ihr persönliches Engagement, das sie motiviert die Frauen bei der Geburt zu begleiten.

Houdou bereitet eine Mischung aus Heilpflanzen, Datteln und Käse zu. Diese Mischung ist eine ihrer Spezialitäten. Sie bereitet auch die traditionellen Medikamente für Schwanger zu und begleitet Frauen bei und nach der Geburt. Die Wanderausstellung bietet auch Einblick in das Thema Schwangerschaft und Geburt. Die unterschiedlichen Frauengeschichten zeigen die unterschiedlichen Akteurinnen des formellen und informellen Gesundheitswesens. Die Erlöse aus der Präsentation Ausstellung soll genau diese Frauen zu Gute kommen, die sich unter erschwerten Umständen unentgeltlich für Schwangere und Gebärende einsetzen. Hier ist Frauensolidarität von existenzieller Wichtigkeit.


fremdes über brücken|♀♂ Das Projekt „fremdes über brücken“ stellt ein Austauschprogramm zwischen Agadez/NIGER und Wien/ÖSTERREICH dar. Getauscht werden Bilder, Worte und Geschichten. Durch die Verbindung zwischen Kindern und Jugendlichen wird die Vermittlung von authentischen Alltagsgeschichten möglich. Die Distanz wird überbrückt und das Fremde vertrauter. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die Beschäftigung mit diesen „fremden“ Lebenswelten, jeweils eigene kulturelle Elemente sichtbar werden. Kulturelle Unterschiede treten zum Vorschein, werden zum Gegenstand und können reflektiert werden. Sind wir nicht alle fremd, für jemand Anderen? Migration, Integration, Ethnizität sind Schlagworte in unserer heutigen globalisierten Welt.

Agadez<

>Wien Verständnis, Toleranz, kulturelle Sensibilität sind wesentliche Attribute für unser Zusammenleben geworden. „fremdes über brücken“ versucht Beziehung herzustellen zwischen zwei unterschiedlichen Lebenswelten. Die Präsentation des eigenen Alltagslebens stärkt die kulturelle Identität, hilft das eigenen Leben zu reflektieren und soll Augenmerk auf die Ressourcen und Möglichkeiten legen und Kreativität fördern. In weiterer Folge gibt das Material der Anderen Aufschluss über ihre Weltanschauung und ihre Lebenswelt. Der Austausch von Bildern läuft bereits seit 2005 mit Kindern und seit 2007 tauschen Jugendliche Kurzfilme. Die Erfahrungen zeigen, dass durch diese bildhafte Kontaktaufnahme viele Erkenntnisse und Einsichten über kulturelle Unterschiedlichkeit und universelle Gemeinsamkeiten erlangt werden.


↕↘↙↙↘↙♀↕↘↓↕↘↙↕♂↕↙↙ AUSBLICK: fremdes über brücken lädt Schulen und andere AkteurInnen des Bildungswesens, Kunst und Kulturbereich ein, an dem Austausch authentischer Bilder mitzumachen.

Jugendgruppe AKARAS|♀♂ Die Jugendgruppe AKRAS hat sich im Zuge des Projektes FREMDES ÜBER BRÜCKEN gegründet. Als Gruppe sehen die Jugendlichen die Chance, ihren Lebensraum mitzugestalten und ihre Visionen umzusetzen. Seit Anfang 2009 leitet und koordiniert die Jugendgruppe eine Vorschule in Alachsas, einem Vorort von Agadez. Dreimal pro Woche werden dort Kinder auf die Schule vorbereitet. Die Jugendlichen haben sich gut vernetzt, so haben sie beispielsweise eine Kooperation mit UNICEF und haben somit Zugang zu deren Unterrichtsmaterialien.

AUSBLICK:

Ziel der Jugendlichen ist es den aus Matten gefertigten Hangar mit einem

Lehmgebäude zu ergänzen, um neben der Vorschulgruppe weitere Bildungsprogramme zu ermöglichen und den Kindern und Jugendlichen des Dorfes einen beleuchteten Raum zum Studieren zur Verfügung zu stellen. Hier ist zu erwähnen, dass in dieser Gegend nur wenige über einen Stromanschluss verfügen und die SchülerInnen oft unter schlechten Bedingungen mit Taschenlampen ihre Hausarbeiten machen. Ein weiteres Anliegen ist es eine Bibliothek einzurichten, da es an Zugang zu Literarischen Werken, Lexika usw. mangelt. Mit der Gemeinde OTTENSHEIM, IG Weltgruppe, ARGE Granit hat die Jugendgruppe Akaras treue PartnerInnen gefunden! Die Verbindung zwischen Ottensheim und Agadez soll über eine Partnergemeinschaft gefestigt werden.


Musique sans frontières|♀♂

Musique du Monde a Agadez ‐ Weltmusik in Agade In Agadez gibt es eine Vielzahl an Bands und Musikern, die von HipHop bis traditioneller Musik alle Stücke spielen. Ein bestehendes Anliegen der Bevölkerung ist es die traditionellen Lieder festzuhalten. Das Kulturgut der Nomaden soll, in einer sich stetig wandelnden Welt, aufgezeichnet und verbreitet werden. Die Räumlichkeiten des Kompetenzzentrums bieten die Möglichkeit das Kulturprogramm der Stadt zu erweitern, den Musikern eine Bühne für ihre Performances geben und das lokale sowie internationale Publikum zu begeistern. Das integrierte Tonstudio ermöglicht die Aufnahme von New‐Comer‐Bands. Es ist uns besonders wichtig das Potential der Jugend zu fördern, indem wir ihnen Instrumente und den Raum zur Verfügung stellen, um sich musikalisch Auszudrücken. Die Transformation ihrer Emotionen, Visionen und ihrer Kraft in Musik soll ihnen Erfolgserlebnisse verschaffen und ihr Selbstbewusstsein stärken. AUSBLICK: Ein weiteres Anliegen ist die Vernetzung mit nationalen, kontinentalen und internationalen Künstlern. Dies stärkt zum einen die kulturelle und künstlerische Identität der Musiker, zum anderen führt es zu einem internationalen Austausch über Grenzen hinaus, seien es territoriale, kulturelle oder religiöse. Das initiieren eines Musikfestivals, eines regionalen Musikradiosenders und das organisieren von Gastspielen internationaler und nationaler Musik steht auf unserem Programm.

Femmes et solidarité|♀ „Früher besaßen wir Frauen unsere Streitmilch. Wenn wir mit unseren Ehemännern nicht einverstanden waren, dann tranken wir einfach die Milch unserer Ziegen. Heute haben wir keine Streitmilch mehr, weil wir keine Tiere mehr besitzen. Wenn ich heute mit meinem Mann streite, bleibt mir nichts anderes übrig, als trotzdem seine Milch zu trinken. Ein Mann der sieht, dass seine Frau seine Milch trinkt, egal was geschieht, warum sollte er ihre Meinung respektieren?“


Mit diesen einfachen, aber eindrucksvollen Worten formulierte kürzlich eine Frau das Kernproblem vieler Frauen: ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit. Während die finanzielle Unabhängigkeit von westlichen Frauen erst mühselig erkämpft werden musste, war der Besitz von eigenen Tieren und anderen Reichtümern für die Nomadenfrauen schon immer eine Selbstverständlichkeit. Die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen, das Talent zur Organisation, der Mut, Verantwortung ohne Anwesenheit der Männer zu tragen, selbstbewusstes Auftreten sind ein Merkmale nomadischer FrauenKultur. Diese Fähigkeiten werden heute von den Männern immer mehr beschnitten. Die Frauen sind den neuen Anforderungen, nicht gewachsen (Frauen sind zum Großteil Analphabetinnen, sprechen schlecht oder gar nicht Hausa, verstehen daher kaum die Nachrichten aus Fernsehen und Radio, können mit Geräten nicht umgehen, haben keine modernen Ausbildungen, besitzen keine Führerscheine,…). Es gibt viel zu wenig ausgebildete Hebammen, Krankenpflegerinnen, Lehrerinnen, Technikerinnen, Unternehmerinnen bei den Tubufrauen. Aus diesem Grund arbeiten Frauen anderer Ethnien in diesen Bereichen im Tubugebiet. Der Traum der jungen Tubufau ist also der Weg in die Stadt (Siehe Film „Die Frauenkarawane“), der sich dann oft zu einer dramatischen Situation für die Frau entwickelt. Warum das Bildungsprojekt „FEMMES et SOLIDARITE“ in einer l'NGO, die sich mit den Aufgaben zur „ Sécurité et la Souveraineté Alimentaires“ beschäftigt?   

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Die Produktion und die Verteilung von Nahrung ist in der nomadischen Kultur seit jeher eine Aufgabe der Frauen. Durch die gezielten Formationen der Frauengruppen, führen Frauen selbstständig Getreidebanken, betreiben Gemüsegärten, Handwerkskooperativen, Kleinhandel,… Die Ausbildungen theoretischer Natur: Alphabetisierungskurse, Buchhaltung, Unternehmungsführung, Reparaturarbeiten der Geräte (Wasserpumpen, Getreidemühlen,…) finden direkt an den Arbeitsplätzen statt. Dies hat den Vorteil, dass die Frauen die Ausbildung in ihren Alltag integrieren können. Das Team in Agadez arbeitet seit vielen Jahren mit Frauen intensiv zusammen und kennt ihre Problematik sehr gut. Zwischen den Frauen und den Projektkoordinatoren herrscht ein Vertrauensverhältnis, das durch gelungene Projekte entstanden ist. Assarid und der nationale Projektchef haben beschlossen, die autonome Struktur in Agadez für die Durchführung des Projektes „FEMMES et SOLIDARITE“ zu verwenden. Dies schafft Raum, um auf die Bedingungen und Anforderungen des Projektes rasch reagieren zu können. Da es weder in Djado, Dirkou oder in Bilma Frauenprojekte gibt, die sich mit Bildung und Ausbildung beschäftigen, ist die Mitarbeit von Indi, Jakaka, aber auch von anderen Tubufrauen sehr wichtig. (Tubu und Kanurisprache). Ihre Aufgabe ist es, die begünstigten Gruppen und Einzelpersonen zu identifizieren, beziehungsweise zu gründen. Für Tubufrauen, die bereits in der Stadt Agadez leben stehen berufsbildende und höhere Schulen, zur Verfügung.


Die Tubukultur ist im Niger weitgehend fremd, da ihr Lebensraum von den großen Zentren weit entfernt ist. Die Ressourcen ihrer Regionen sind schlecht kommerzialisiert und auf Grund der schlechten Bildungssituation der Frauen wandern die lukrativen Einnahmequellen mehr und mehr in Männerhand. Für Indi (Deputé von Djado) ist dieses Projekt eine einmalige Chance die Bedürfnisse der Region zu identifizieren und in der Gestaltung des Projektes darauf zu reagieren. Durch die Gründung des Projektes FEMMES et SOLIDARITE steht anderen Partnern der Weg offen zu investieren und so dem Projekt zu einer breiten Basis zu verhelfen. Da die Tuburegion von der letzten Rebellion kaum betroffen war, besteht Hoffnung, dass es in Kürze möglich sein wird touristische Aktivitäten zu aktivieren und so den Frauen zu einer erstklassigen Einnahmequelle zu verhelfen. (Artisanat, Restauration,Tourismus équitable).

AUSBLICK: Das Projekt FEMMES et SOLIDARITE hat starke PartnerInnen im Niger. Wer ein gut organisiertes und nachhaltiges Projekt unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen sich zu beteiligen. Der Film Vents de sable, femmes de roc wäre ein wunderbarer Event in Bilma am Ende des ersten Projektjahres.

Zusammenarbeit und Beratung universitärer Projekte|♀♂ Kultur‐ und Sozialanthropologie| Universität Wien, Quelle chance á la santé publique. Die Nutzung biomedizinischer Ressourcen bei Schwangerschaft und Geburt. Am Beispiel der Tuaregfrauen in Agadez. Geographisches Institut |Universität Würzburg, diverse Forschungsreisen Institut für Geschichte |Universität Salzburg, Alternative Nobelpreisträger „Geschichte und Internet“ ein Projekt in Kooperation mit dem CEFOR‐Centers Weitere Kompetenzen die im informellen Rahmen zur Anwendung kommen sind u.a. Organisationsentwicklung, Politik & Rechtswesen | Erfahrungsschatz und Kontakte mit Regierungs‐ und Nichtregierungsorganisationen.


AUSBLICK: Das Netzwerk des Kompetenzzentrums bietet Begleitung und Beratung für Forschungsprojekte diverser Disziplinen.

Kontaktpersonen Dipl. päd. Eva GREZTMACHER|Initiatorin des Kompetenzzentrums Agadez, Pädagogin aus Wien, lebt seit 1994 in Agadez|Niger. Das Zusammenleben mit den Menschen der Region hat sie zu einer kultursensiblen Vermittlerin zwischen den Welten gemacht. Projekte, die von Eva GRETZMACHER durchgeführt werden, sind auf Nachhaltigkeit ausgelegt und profitieren von ihrer präsenten Begleitung. office(at)art.e‐agadez.info Mag.a Ursula KERMER| Kultur‐ und Sozialanthropologin und Kunsttherapeutin aus Wien, ihre Diplomarbeit „Quelle chance á la santé publique? Von der Nutzung biomedizischer Ressourcen bei Schwangerschaft und Geburt. Am Beispiel der Tuaregfrauen in Agadez.“ Führte sie erstmals nach Agadez|Niger. Seither arbeitet sie an diversen kulturverbindenden Projekten in Niger und Österreich. info(at)muu‐design.at | ursula.kermer(at)2visions.info | 0660 52 53 007