SPIESSER 193 - Bundesweit

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Herbst 2022 Nr. 193 SPIESSER.de

Iss was?

Musik-Multitalent Clueso im Interview über sein aktuelles Album „ALBUM“,

seine Heimatstadt Erfurt und seine Ess- und Kochgewohnheiten. Ab Seite 12

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Titelstory

Mittagspause

Hunger in Deutschland

„Das Menschenbild muss sich ändern “

Tolle Gewinne!

Fanpakete zu I am Zlatan, Minions 2 und Jurassic World 3.


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Inhalt

Die Welt hat Hunger

In immer mehr Regionen der Welt wird Nahrungsunsicherheit zum Problem. Auch bei uns in Deutschland droht sie immer mehr Menschen. Wo liegen die Ursachen, wie können wir vorsorgen oder sogar anderen helfen? Für diese SPIESSER-Ausgabe haben sich unsere Autoren das Problem näher angesehen und nach Antworten gesucht.

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„Das Menschenbild muss sich ändern “ SPIESSER-Mittagspause bei der Tafel Deutschland

News SPIESSER wissen mehr

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Unser Problem vor der eigenen Haustür Hunger und Armut in Deutschland

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„Kritik trifft nur dort, wo man selbst nicht überzeugt ist “ Musiker Clueso im Interview

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Vorrat für den Katastrophenfall – ist das echt notwendig? Pro und Kontra

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Immer nur ein veganer Schoko-Nuss-Riegel auf einmal SPIESSER-Autor Daniel über unser Konsumverhalten

Hunger in der Welt ist ein Skandal SPIESSER-Autor Alessandro über Nahrungsunsicherheit in der Welt

Schmeckt das noch oder kann das weg? Basic-Infos rund um (Welt-) Ernährung

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Kreuzworträtsel Minions 2-Fanpakete, I am Zlatan auf DVD & Blu-ray und JURASSIC WORLD 3-Fanpakete

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Tipps & Tricks Spartipps für junge Erwachsene

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Schmecken lassen Euer Feedback zum letzten Heft

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News

SPIESSER wissen mehr Politik, Wirtschaft und gesellschaftliche Entwicklungen haben nichts mit euch zu tun? Falsch! Hier ein paar aktuelle Themen, über die ihr Bescheid wissen solltet.

Money, Money, Money Der gesetzliche Mindestlohn wird angehoben

Ab dem 1. Oktober 2022 wird der gesetzliche Mindestlohn auf 12,- Euro brutto je Stunde angehoben. Damit steigt die monatliche Einkommensgrenze für Mini-Jobber auf 520,- Euro. Die Erhöhung betrifft mehr als sechs Millionen Menschen und 22 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland. Vor allem Menschen im Osten der Republik und Frauen profitieren davon. Laut dem Mindestlohngesetz schlägt die Mindestlohnkommission die Mindestlohnanpassung vor, dieses Mal aber hat die Bundesregierung einmalig die Anpassung festgelegt. Mit der Erhöhung will sie erreichen, dass jeder und jede Beschäftigte ein auskömmliches Leben führen kann, ohne von Altersarmut gefährdet zu sein.

Fridays for Free?

Testweise Einführung der 4-Tage-Woche an Schulen in Sachsen-Anhalt In insgesamt zwölf Schulen in Sachsen-Anhalt soll es ab dem nächsten Schuljahr nur noch vier PräsenzUnterrichtstage pro Woche geben. Der fünfte Tag soll für Distanzunterricht oder praktische Tage in einem Unternehmen genutzt werden. Das Modellprojekt läuft zunächst für ein Schuljahr. Der Verband für Bildung und Erziehung äußert sich jedoch kritisch dazu und merkt an, dass so ein Tag nur mit zusätzlichem Aufwand für Lehrkräfte funktionieren kann. Kritiker sehen das Projekt als Versuch des Landes Sachsen-Anhalt, den drastischen Lehrermangel und die finanziellen Engpässe zu vertuschen.


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News

Gewappnet für die Krise

Einführung eines Notfallmechanismus im BAföG

Mit dem 28. BAföG-Änderungsgesetz, welches voraussichtlich im Herbst 2022 in Kraft treten wird, ergänzt das Bundeskabinett das BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz) um einen Notfallmechanismus. Im Falle einer Notlage, wie der Corona-Pandemie, erhalten so auch Schülerinnen und Schüler sowie Studierende vorübergehend BAföG, die sonst nicht berechtigt wären. Diese Anpassung soll verhindern, dass bspw. Studierende ihr Studium abbrechen müssen, weil sie ihren Nebenjob während einer Krisensituation verlieren.

Persönliche Freiheit nach dem Grundgesetz

Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz

Am 30. Juni 2022 wurden die Eckpunkte für das neue Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt, welches das teilweise verfassungswidrige Transsexuellengesetz von 1980 ablösen soll. Zukünftig können trans-, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen damit ihren Vornamen und den Geschlechtseintrag durch eine Erklärung vor dem Standesamt ändern. Somit wird Betroffenen die Vorlage eines ärztlichen Attests oder die Einholung von Gutachten in einem Gerichtsverfahren erspart. Bei dem Wunsch nach einer körperlichen geschlechtsangleichenden Maßnahme müssen jedoch weiterhin fachmedizinische Gutachten eingeholt werden. Das Bundesfamilienministerium und das Bundesministerium der Justiz beabsichtigen, möglichst bald einen konkreten Reformvorschlag vorzulegen und im vierten Quartal dieses Jahres damit ins Kabinett zu gehen.

Jugendliche möchten mitgestalten

Youth7-Gipfel in Berlin

Auch in diesem Jahr kamen junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren aus ganz Europa für den Youth7-Gipfel zusammen. Bereits seit März berieten die Jugenddelegierten aus insgesamt elf Ländern digital über ihre Themenschwerpunkte. Den Rahmen für die Themen, die schließlich beim Youth7-Gipfel im Mai in Berlin diskutiert wurden, setzten die Teilnehmenden selbst, orientierten sich aber am offiziellen G7-Präsidentschaftsprogramm. Mit diesen vier Schwerpunkten setzte sich der Gipfel auseinander: nachhaltiger & grüner Planet, wirtschaftliche Transformation und gemeinsamer Fortschritt, Neugestaltung der Demokratie sowie globale Gesundheit & Solidarität. Daneben wurde aus Anlass des Angriffskrieges in der Ukraine das Thema „Jugend, Frieden & Sicherheit“ diskutiert.


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Titelstory

Unser Problem vor der eigenen Haustür

Hunger ist ein in den Medien nahezu dauerhaft präsentes Thema. Wir werden immer wieder damit konfrontiert, zuletzt etwa aufgrund der Ernteausfälle, die aus dem Angriffskrieg in der Ukraine resultieren oder wegen der langen Dürreperiode auf Madagaskar. In solchen Momenten setzt dann oft die Dankbarkeit dafür ein, vermeintlich nicht in einer Weltregion leben zu müssen, in der Nahrungsunsicherheit ein Problem ist. Dass es jedoch auch eine große Anzahl an Menschen in Deutschland gibt, die nicht wissen, wie sie ihre nächste Mahlzeit finanzieren sollen, ist vielen anscheinend gar nicht bewusst.



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Titelstory

Von Zeit zu Zeit schwirrt mir folgende Frage im Kopf herum: Warum braucht es in Deutschland eigentlich Organisationen wie „Die Tafel“ oder „Die Arche“, die Menschen das tägliche Essen zur Verfügung stellen müssen, weil sie es sich selbst nicht leisten können? Leben wir nicht eigentlich in einem der Länder der Erde, in denen jeder genug zum Leben hat? Wir gehören doch zum reichen Westen. Und, wenn ich mich richtig erinnere, sind wir doch das Land, das sich das Leben in Würde (wofür keinen Hunger zu leiden eine grundlegende Bedingung ist) in den ersten Artikel seiner Verfassung geschrieben hat, richtig? Vermögensungleichheit in Deutschland Wir leben gemessen am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im 17.-reichsten Land der Welt. Aber das Vermögen der Deutschen ist keinesfalls gleich verteilt. Betrachtet man die gesamte über 17-jährige deutsche Bevölkerung, so stellt man fest, dass die untere Hälfte nur 1,4 Prozent des deutschen Gesamtvermögens besitzt, während allein die obersten zehn Prozent der Vermögenden rund 56 Prozent des komplettdeutschen Besitzes ihr Eigen nennen (Anm. der Red.: Die Zahlen entsprechen einer Datengrundlage aus dem Jahr 2017). Diese große Ungleichheit zeigt, dass die Deutschen im Durchschnitt zwar sehr reich sind, aber dass es auch sehr viele Menschen gibt, die nicht diesem Durchschnittswert entsprechen und sehr viel weniger besitzen. Und wenn das Geld auf dem Konto knapp ist oder eine Person sogar ein negatives Vermögen, also mehr Schulden als Besitz, hat, tritt bald auch das Problem auf, dass sie sich keine Lebensmittel mehr leisten kann. So geht es in Deutschland zwischen 7,5 und 8 Millionen Menschen. Sie sind arm oder zumindest von Armut bedroht und verdienen weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. Der Staat deckt den Grundbedarf ab, oder? Nun könnte man jedoch argumentieren, dass in Deutschland durch das Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich „Hartz IV“ genannt) alle Menschen durch ein grundlegendes Sozialsystem vom Staat aufgefangen werden, wenn sie ein geringes oder gar kein Einkommen haben. Erst am 01. Januar 2022


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Nahrungsunsicherheit

stieg der Hartz-IV-Regelsatz auf aktuell 449,- Euro an, die jeder deutsche Staatsbürger im arbeitsfähigen Alter mindestens im Monat bekommt, wenn er keiner Erwerbstätigkeit nachgeht. Davon sind etwa ein Drittel für Essen und Getränke vorgesehen, was auf einen Tag gerechnet etwas mehr als 5 Euro für Lebensmittel entspricht. Damit ist erst mal eine minimale tägliche Ernährung möglich. Ein Mensch muss sich jedoch für ein gesundes Leben und eine aktive gesellschaftliche Teilhabe auch gesund und ausgewogen ernähren. Nun ist es allerdings so, dass Zucker, Getreide und pflanzliche Öle, also sehr fett- und kohlenhydratreiche Zutaten, von Lebensmitteln in der Produktion viel günstiger sind als vitaminreiches Obst und Gemüse. Daraus resultiert, dass ungesunde, Übergewicht und Krankheiten verursachende Lebensmittel sehr oft günstiger sind als ihre gesunden Alternativen. Von Armut betroffene Menschen können sich deshalb in vielen Fällen keine gesunde Ernährung leisten. Also es stimmt: Wir haben in Deutschland kaum ein Problem mit chronischer Unterernährung, bei der der Körper schlichtweg zu wenige Lebensmittel zu sich nimmt – wir alle kennen sicher die Bilder von hungernden Menschen in anderen Weltregionen. Was wir haben, ist vorrangig ein riesiges Problem im Hinblick auf ausgewogene und vor allem gesunde Ernährung. Dieser Mangel an bewusster Nahrungsaufnahme ist auch in wachsendem Maße in der Gesamtbevölkerung zu beobachten, aber die ärmeren Schichten werden dazu gezwungen und können sich nicht besser ernähren, selbst wenn sie es wollten. Von etwas mehr als 5,- Euro am Tag lässt sich das einfach nicht umsetzen. Chronischer Hunger Auch wenn Hunger aufgrund schlichter Nichtverfügbarkeit von Nahrung in Deutschland glücklicherweise nicht weit verbreitet ist, so wäre es auch falsch zu sagen, dass es ihn gar nicht gibt. Immer wieder sieht man Menschen auf Gehwegen, in Parks oder auf Bahnhöfen, die sich keine Wohnung leisten können. Die individuellen Gründe dafür reichen von Drogenabhängigkeit bis hin zu familiären Problemen. Gleich ist bei ihnen jedoch in den allermeisten Fällen, dass sie schon aus einkommens- und

vermögensschwächeren familiären Kontexten stammen. Es wird also deutlich: Nicht alle Menschen in Deutschland haben die gleichen Voraussetzungen und Chancen auf ein gutes Leben. In Obdachlosigkeit Lebenden fehlt es an den grundlegendsten Dingen: Wohnung, Sicherheit – und eben auch Nahrung. Sie sind meist absolut auf die Angebote von Hilfsorganisationen und Mittagsküchen angewiesen. Erst am 07. Juli 2022 warnte jedoch beispielsweise die Sächsische Zeitung: „Muss Pirnas‚ Tafel‘ schließen? Zwar werden derzeit genügend Lebensmittel für Bedürftige gespendet. Aber es fehlt der Tafel in Pirna an Mitarbeitern. Deshalb gibt es einen Hilferuf.“

Zucker löst im menschlichen Körper ein Glücksgefühl aus. Viele Hilfsorganisationen in Deutschland sind überfordert mit der durch die Corona-Pandemie nochmals gestiegene Anzahl an Menschen, die nicht ausreichend gesunde Lebensmittel zur Verfügung haben. So rutschten beispielsweise auch viele Kinder und Jugendliche während der Lockdowns in Ernährungsunsicherheit, da sie aufgrund der Schließung der Schulkantinen nun kein gesichertes Mittagessen mehr hatten. Außerdem tragen auch die hohen Gas- und Lebensmittelkosten infolge des Angriffskrieges in der Ukraine dazu bei, dass sich arme Menschen immer weniger Nahrung selbst leisten können. Wolfgang Büscher, Sprecher der „Arche“, zeichnete beispielsweise am 24. Juni 2022 gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung ein ziemlich düsteres Zukunftsbild: „Ich habe in Deutschland Kinder und Erwachsene mit Mangelernährung gesehen, aber noch niemanden mit Hunger. Aber der Hunger wird kommen.“ Des Weiteren fügt er hinzu: „Ich gehe davon aus, dass die ersten in wenigen Monaten hungern werden.“ Die Armut des einen ist der Gewinn des anderen Das System der marktwirtschaftlich organisierten Lebensmittelindustrie auf der Welt besteht darin, dass es verschiedene Hersteller von Lebensmitteln gibt, die ihre Produkte, also beispielsweise Brot, Nudeln oder auch Smoothies, den Konsumenten, also uns Menschen, anbieten.


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Titelstory

Nun gibt es jedoch viele verschiedene Smoothie-Hersteller (und Brot-Bäcker und Nudel-Fabrikanten). Alle von ihnen möchten, dass die Menschen vor allem ihren Smoothie kaufen. Deshalb versuchen sie, ihn so lecker wie möglich schmecken zu lassen, damit möglichst viele von uns ihn wieder und wieder trinken wollen. Dafür eignet sich Zucker sehr gut. Er ist für Unternehmen günstig einzukaufen und löst im menschlichen Körper schnell ein Glücksgefühl aus. Da durch den großen Einsatz von Zucker und anderen im Allgemeinen als ungesund geltenden Lebensmitteln in der Produktion der Preis für die Lebensmittel niedriger wird, können die Hersteller auch an ärmere Menschen verkaufen. Diese Idee haben allerdings auch die Konkurrenten. Deshalb versuchen in unserem Beispiel alle SmoothieHersteller einen immer geringeren Preis für ihr Produkt (den Smoothie) zu erreichen, indem sie mehr und mehr günstige Zutaten verwenden, wodurch die eigentlich gesund anmutenden Smoothies wiederum tendenziell eher ungesünder werden. Während nun viele gut verdienende Menschen mit einem großen Vermögen einfach auf gesündere und dafür etwas teurere Smoothies umsteigen können, müssen von Armut betroffene Menschen stark auf den Preis ihrer Einkäufe schauen und nehmen deswegen dann oft die ungesündere, aber dafür günstigere Variante. Sie unterstützen damit gezwungenermaßen die Unternehmen, die diese Smoothies produzieren. Einige Hersteller profitieren also davon, dass sich viele Menschen schlichtweg keine qualitativ hochwertige Nahrung leisten können. Was dagegen tun? Das größte Problem in Deutschland ist nicht, dass Ressourcen nicht vorhanden wären, sondern dass sie ungerecht verteilt sind. Theoretisch sind genug Lebensmittel da, um alle Deutschen damit zu versorgen und ihre Nahrungssicherheit zu gewährleisten. Allerdings haben wir ein riesiges Problem damit, dass viele davon gar nicht erst auf die Tische Verbraucher gelangen, sondern vorher schon im Müll landen. Innerhalb der EU werden 20 Prozent der Lebensmittel nicht effektiv als Nahrung verwendet, sondern werden weggeworfen. Das kommt zum einen daher, dass viele Verbraucher viel mehr kaufen, als sie am Ende wirklich verzehren. Zum anderen

achten Händler bei der Wahl ihres Sortiments nicht nur auf die Genießbarkeit eines Produktes, sondern auch stark auf dessen Aussehen. Diesen Test bestehen viele Lebensmittel (vor allem frische Waren wie Obst oder Gemüse) nicht, weshalb sie dann schnell in der Biotonne landen, obwohl sie noch problemlos essbar wären. Viele Menschen würden sich auch mit den nicht perfekt aussehenden Nahrungsmitteln zufriedengeben und sie noch verzehren – doch sie bekommen sie gar nicht angeboten. Das sogenannte „Containern“ ist die Umsetzung des beschriebenen Gedankens in die Realität. Menschen gehen dabei an die Müllcontainer und Abfalleimer von großen Supermarktketten und suchen aus dem Weggeworfenen noch genießbare Lebensmittel heraus. Allerdings bewegen sie sich mit diesem Handeln in der Illegalität. In Deutschland ist das Containern nämlich nicht erlaubt, da die Mülltonnen auf dem Grundstück eines Supermarktes als dessen Eigentum gelten. Containern kann deshalb als Hausfriedensbruch und auch als Diebstahl bestraft werden.

Wir selbst erzeugen eine ungerechte Verteilung von Lebensmitteln. Aktivisten sagen: Der Staat verhindert damit aktiv das Retten von noch genießbaren Waren und fördert den verschwenderischen Umgang mit Lebensmitteln. Wenn ihr mich fragt, muss die Politik an dieser Stelle handeln, um die vorhandenen Ressourcen besser auf die Bürger zu verteilen, was unter anderem auch dadurch funktionieren könnte, die Eigeninitiative von Bürgern bei der Nahrungsrettung nicht zu unterbinden, sondern zu vereinfachen und sogar zu unterstützen. In Frankreich ist es beispielsweise so, dass Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern Größe seit dem Jahr 2016 noch Genießbares nicht in den Müll werfen dürfen, sondern an ehrenamtliche Organisationen spenden müssen. Persönliches Fazit Wir leben an und für sich in einem Land, in dem nahezu alles im Überfluss vorhanden ist. Die logische Schlussfolgerung aus dieser Aussage wäre meiner Meinung nach: In einem

so reichen Land wie Deutschland sind genug Lebensmittel für alle da. Und das stimmt ja auch. Eigentlich. Aber wir selbst als Gesellschaft erzeugen eine ungerechte Verteilung von Lebensmitteln und unser oft verschwenderischer Umgang mit ihnen ist eine Notlage für die Ärmsten in der Bevölkerung. Denn sie sind es, die es am härtesten spüren, wenn Preise nach oben gehen. Und sie sind es auch, die als Erste den sprichwörtlichen Gürtel enger schnallen müssen, wenn aufgrund von globalen Notsituationen oder auch lokalem verschwenderischen Umgang die Lebensmittel knapp werden. Dass deswegen Millionen von Menschen von Tag zu Tag immer wieder nur das absolute Minimum ihres Nahrungsmittelbedarfs decken können, ist schlicht und ergreifend ein Armutszeugnis für uns als Gesellschaft, finde ich. Es liegt vor allem an all jenen, die das Privileg einer gesicherten Ernährung genießen und sich darauf ausruhen. Wir als Gesellschaft stehen den Betroffenen noch zu wenig bei und machen uns nicht stark genug für eine radikale Verbesserung der aktuellen Zustände direkt vor unserer eigenen Haustür. Wenn wir eine gute Zukunft und ein gutes Leben für alle Menschen bei uns im Land sicherstellen wollen, sollten wir uns auch alle aktiv darum bemühen.

Text von Simon Kre tz schmar,

hat während den Recherchen für diesen Artikel selbst viel Neues über Hunger & Armut gelernt.


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Nahrungsunsicherheit

Eine abwechslungsreiche Ernährung muss man sich erst mal leisten können. Hersteller profitieren leider davon, dass sie Produkte mit billigen ungesunden Zutaten anbieten und viele Menschen diese aus Mangel an finanziellen Mitteln kaufen müssen.

Durch den Einsatz von Zucker in der Produktion wird der Preis für die Lebensmittel niedriger. So können die Hersteller auch an ärmere Menschen verkaufen.


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Interview


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Clueso

„Kritik trifft nur dort, wo man selbst nicht überzeugt ist “ Essen verbindet bekanntlich, so aber auch Musik – für sein neuntes Album „ALBUM“ hat Clueso mit zahlreichen Künstlern zusammengearbeitet. Im Interview erklärt er SPIESSER-Autorin Katharina, welcher Künstler welchen Snack im Studio isst, was bei ihm in der Küche nie fehlen darf und wie er zu seinen Stilwechseln steht.

In unserem Heft dreht sich diesmal alles um das Thema Ernährung. Gibt es ein Must-have in deiner Küche, welches niemals fehlen darf? Ein großes scharfes Messer, so eins wie aus dem Film „Scream“. Es macht ein­ fach viel mehr Spaß, mit qualitativ hoch­ wertigen Gadgets zu kochen. Ich würde mir damit sogar am liebsten die Butter aufs Brot schmieren. Hast du schon mal verschiedene Ernährungsweisen ausprobiert? Das Spannendste, was ich ausprobiert habe, war eine Ayurveda­Kur in Sri Lanka. Ähnlich wie beim Fasten geht es darum, deinen Körper zu entgiften. Du bekommst sehr einfaches Essen, wie Reissuppe und ayurve­ dische Pflanzen aus den Bergen Sri Lankas. Zusätzlich wird viel meditiert. Welches ist dein Wohlfühl-Gericht? Hühnerfrikassee. Das macht meine Mama immer zu Weihnachten.

Du bist aktuell mit deinem neuen Album „ALBUM“, das letztes Jahr im Oktober erschien, auf Tour. Achtest du da nochmal anders auf deine Ernährung? Eigentlich nicht. Tatsächlich ernähre ich mich sogar am gesündesten auf Tour, weil wir einen Koch dabei haben (lacht). Für das Album hast du mit vielen verschiedenen Künstlern kollaboriert – spielt Essen in so einer kreativen Phase auch eine Rolle? Tatsächlich kommt man beim Musikma­ chen wie in eine Art Rauschzustand, in dem Essen zweitrangig wird. In der kurzen Zeit, die man gerade bei einem Feature hat, versucht man, so viel wie möglich zu schaffen. Dann wird meist nur schnell irgendwas bestellt. Bei Thomas D auf dem Bauernhof war das anders, dort ist Fleisch in der Küche verbo­ ten. Er hat einen riesigen Kühlschrank mit lauter Veggie­Sachen. Dort konnten wir uns dann eine Woche richtig durchtesten.


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Interview

Im Interview mit SPIESSERAutorin Katharina musste sich Clueso auch einer Schnellfragerunde zum Heft-Titelthema „Essen“ stellen. Hier seine Blitzantworten: Selbst kochen oder bekochen lassen? Selbst kochen, aber leider wird das Essen zu schnell schlecht, weil ich viel unterwegs bin. Meine Oma würde sagen, in meinem Kühlschrank rennen sich die Mäuse Blasen, der ist einfach immer leer. Frühstück süß oder herzhaft? Auf jeden Fall muss Kaffee dabei sein! Ansonsten meist sehr wenig. Ein Croissant reicht mir. Lieber Fastfood oder ein frischer Salat? Meine Fastfood-Phase ist lange her. Mittlerweile ist das die Ausnahme – bspw. nach dem Feiern. Sehr viele Küchengadgets oder minimalistische Ausstattung? Ein paar essenzielle Sachen müssen dabei sein, aber vollgestopfte Schubladen mag ich nicht. Großes Gefrierfach oder großer Kühlschrank? Momentan hätte ich gerne ein großes Gefrierfach, weil Sommer ist und ich es liebe, Eiskaffee zu machen.


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Clueso

Ich weiß noch, als ich mit Bosse zusam­ mengearbeitet habe, hat er erst mal einen Koch ins Studio bestellt und wir haben zwei Stunden nur gequatscht. Dann hat er sich auf einmal mit dem Handy hinter einen Vorhang gesetzt und innerhalb von zehn Minuten einen Song geschrieben. Hast du auch manchmal einen Song komplett „abgegeben“ und andere kreative Köpfe den Haupt­ part machen lassen? Eigentlich gebe ich die Zügel nie aus der Hand. Auch wenn ich mit Leuten zusam­ mengearbeitet habe, die eine komplett an­ dere Musikrichtung machen, wie Capital Bra, habe ich immer versucht, meinen Stil einzubringen. Ich kann nur abgeben, wenn jemand meinen Stil hundertprozentig trifft, aber das passiert selten. Inwieweit haben die anderen Musi­ kerinnen und Musiker die Songs und deren Stil auf „ALBUM“ beeinflusst? Schon beim Machen der Musik beeinflusst mich jeder auf eine andere Art. Jeder hat eine andere Energie beim Schreiben von Songs. Da musste ich mich auch erst einmal dran gewöhnen. Bausa zum Beispiel ist eher intro­ vertiert und sagt auch mal zwei Stunden gar nichts. Während Elif eher wie zehn Tassen Kaffee ist und viel rumspringt. Ich selbst mag es, viel auszuprobieren und jeden Track mehrfach einzusingen, um herauszu­ finden, welches Gefühl ich mit der Textstelle ausdrücken will. In deinem Album deckst du viele Musik­Genres ab – hast du das Gefühl, neue Fans gewonnen zu haben oder vielleicht alte Fans für die neuen Musikstile begeistern zu können?

Mit jedem neuen Album sind neue Fans dazu­ gekommen und ab dem sechsten Album ist es mir dann egal geworden. Ich glaube, dass man die Musik am liebsten hat, wie man sie kennenlernt und deswegen unzufrieden ist, wenn sich der Stil ändert. Doch man sollte sich bewusst sein, dass jeder in seinem Leben Phasen durchläuft und dementspre­ chend sich auch der Musikstil ändert. Gab es auch Kritik an den wech­ selnden Stilen? Bei diesem Album ehrlich gesagt nicht, aber vielleicht ist die auch nicht bei mir ange­ kommen. Ich habe aber durchaus für frü­ here Werke Kritik bekommen. Allerdings finde ich, dass Kritik einen immer nur dort erreicht, wo man selbst auch nicht so ganz zufrieden ist. Und da ich dieses Album sehr mag, nehme ich wahrscheinlich auch nicht so viel Kritik wahr. In „Heimatstadt“ und „Leider Ber­ lin“ drückst du deine tiefe Verbun­ denheit zu Erfurt aus. Was hat dich dort gehalten, obwohl viele deiner Freunde „leider“ nach Berlin ge­ gangen sind? Ich habe tausendmal darüber nachgedacht wegzuziehen, aber es hat sich nie ergeben. Dadurch, dass ich immer viel unterwegs bin, hat es mich immer sehr runtergebracht, mich in Erfurt gut auszukennen. Außerdem wohnt mein Bruder nur ein paar Straßen weiter von mir. Erfurt tut mir echt gut, nur manchmal ist es nervig, erkannt zu werden, was in den letzten Jahren sehr zugenommen hat. Wenn du mal ein Tief hast, hörst du dann selbst deine Musik, um gute Laune zu bekommen? Nein, eigentlich nicht. Aber immer, wenn ich einen neuen Song produziert habe,

muss sich mein Umfeld diesen Song rauf und runter anhören (lacht). Du warst bei „Sing mein Song“ dabei und es gab viele emotionale, schöne Momente, die du mit den anderen Musikern teilen konntest – was hat diese Erfahrung mit dir gemacht? Es hat mir gezeigt, dass man Dinge auspro­ bieren muss, um darüber urteilen zu können. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht. Es war sehr interessant, seine Werke von anderen Interpreten zu hören. Besonders bewegt hat mich Lotte mit ihrer reinen Gitarren-Inter­ pretation von „Gewinner“. Wie geht es musikalisch bei dir weiter? Tatsächlich habe ich schon ein paar Ideen für das nächste Album. Bei diesem Album sind die Songs sehr kurz, weil das zu den Hörgewohnheiten passt. Bei meinem nächsten Album sollen die Songs wieder etwas länger werden. Außerdem ist mir durch die Tour bewusst geworden, wie sehr mir Livemusik gefehlt hat. Deswegen soll mein nächstes Album noch besser live gespielt werden können.

Text von Katharin a Zie gle r,

die selbst gern mal in der Küche experimentiert. Fotos von Alexan der Goldhamm e r,

findet, gutes Essen muss nicht immer zwei Michelin Sterne haben.

Clueso … der mit bürgerlichem Namen Thomas Hübner heißt, ist ein echtes Multitalent in Sachen Musik. Der Sänger, Rapper, Songwriter und Produzent ist schon seit gut 20 Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Musikszene und besonders bekannt für seinen ganz eigenen Popmusiksound mit Einflüssen aus Funk, Reggae, Hip-Hop und Jazz. Geboren und aufgewachsen ist Clueso in Erfurt, wo er auch heute noch seinen Hauptwohnsitz hat. Dort hat er nach seinem Schulabschluss auch eine Ausbildung gemacht – nämlich zum Friseur. Aktuell ist er mit seinem Album „ALBUM“ auf Tour. Aktuelle Termine findet ihr auf www.clueso.de.


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Debatte

Vorrat für den Katastrophenfall – ist das echt notwendig? Blackout, Jahrhundertflut, Super-GAU – Katastrophen können in vielen Formen geschehen und uns direkt oder indirekt auch in Deutschland treffen. Aber können wir uns in einem solchen Fall auf unser Regierungssystem verlassen oder sollten wir uns lieber selber einen Katastrophenvorrat anlegen?

PRO „Vorsicht ist besser als Nachsicht, ich selbst werde mir deswegen zeitnah einen eigenen Katastrophenvorrat anlegen.“ Ein Bunker im Garten, den Keller voller Vorräte – solche Menschen, die immer mit Katastrophen rechnen und darauf vorbereitet sein wollen, wurden früher oft als paranoid abgewunken. Doch Überschwemmungen, Stromausfälle, Quarantänemaßnahmen während der Pandemie und nun der Angriffskrieg in der Ukraine haben in sehr vielen Menschen die Angst vor einem Katastrophenfall verstärkt und die Frage wieder aufkommen lassen: Sollte sich jeder Haushalt in Deutschland einen Notfallvorrat anlegen? Auf den ersten Blick mag diese Idee vielleicht lächerlich erscheinen, wenn man bedenkt, dass wir rund um die Uhr, sieben Tage die Woche Zugang zu Lebensmitteln und Getränken haben. Aber was passiert

zum Beispiel, wenn Supermärkte schließen? Oder man das Haus nicht verlassen kann? Auf solche Fälle sollte man unbedingt vorbereitet sein. Das rät auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Den Empfehlungen nach sollte ein Katastrophenvorrat neben ausreichend Lebensmitteln und Wasser für zehn Tage auch eine kleine Hausapotheke und die wichtigsten Hygieneartikel beinhalten. Viele Menschen haben das seit den Hamsterkäufen und teilweise beängstigenden Situationen in Supermärkten zu Beginn der Covid-Krise von ganz allein gemacht und sicherlich schon gemerkt, dass es auch im Alltag hilfreich ist, einen kleinen Vorrat für den Notfall im Haus zu haben. Sei es, weil man beim Einkaufen etwas vergessen hat, spontan Besuch bekommt oder krank ist und lieber zu Hause bleiben möchte. In solchen Situationen kann man nur froh sein, ein paar Reserven zu haben. Dafür muss man auch nicht unbedingt einen extra Keller oder eine Vorratskammer haben. Allgemein wird geraten, einen sogenannten „lebenden Vorrat“ anzulegen. Das bedeutet, dass man einen konstanten Vorrat an Lebensmitteln wie Kartoffeln, Reis oder Konserven dahat, diesen aber nicht nur für den Notfall beiseitelegt, sondern ihn im Alltag nutzt und einfach regelmäßig neu auffüllt. Diese Methode löst auch das Problem der Lebensmittelverschwendung. Klar, die meisten Lebensmittel, die für einen Katastrophenvorrat empfohlen werden, sind sehr lange haltbar (z.B. Mehl, Nudeln etc.),

aber irgendwann werden auch solche Sachen schlecht. Regelmäßiger Verbrauch und Aufstockung beugt dem vor. Übrigens: So einen Vorrat hat auch die Bundesregierung. Um in einem Notfall schnell auf Mängel bei der Versorgung der Bevölkerung reagieren zu können, werden an mehreren Standorten lange haltbare Lebensmittel gelagert, die nach zehn Jahren durch neue Produkte ersetzt werden. Die ausgetauschten Lebensmittel werden verkauft. Zum Glück mussten wir in Deutschland noch nicht auf diese Notreserven zurückgreifen, aber wir können damit anderen Ländern helfen. 1999 wurden beispielsweise einige hundert Tonnen in den Kosovo geschickt, da dort durch die Flüchtlingsbewegung aufgrund des Krieges ein Mangel an Grundnahrungsmitteln entstanden war. Abschließend lässt sich sagen, dass ein Katastrophenfall, der die Wasserversorgung lahmlegt, uns an das eigene Haus oder die eigene Wohnung bindet und bei dem so schnell nicht mit Hilfe von der Regierung zu rechnen ist, in der nahen Zukunft nicht sehr wahrscheinlich ist. Aber gerade deshalb sind es ja Katastrophen: weil sie unerwartet eintreten. Was spricht also dagegen, einen kleinen Notvorrat im Haus zu haben? Nur so für den Fall der Fälle.

Text von An n ik a Sp erl in g,

hat selbst schon fleißig begonnen, zu Hause einen eigenen Vorrat anzulegen.


KONTRA „Ein Katastrophenvorrat ist nicht die ultimative Lösung.“ Genügend Lebensmittel auf Vorrat zu lagern, gilt als klug. Zugleich haftet Großvorräten ein Image an, das schnell mit der Mentalität der Nachkriegsgeneration assoziiert wird. Letzteres nicht immer zu Unrecht: Ich selbst erinnere mich noch gut daran, wie ich als Kind auf dem Dachboden meines Großvaters auf Entdeckungsreise gegangen und dort auf Umzugskisten mit Trockenfrüchten und Hygieneprodukten gestoßen bin. Füllt sich bei mir zuhause hingegen der Küchenschrank, neige ich dazu, die Lebensmittel erst mal zu verbrauchen, statt die fünfte Packung Nudeln zu kaufen. Einige Jahre habe

ich auf begrenztem Raum in einem Bauwagen gelebt. Größere Mengen an Gütern zu lagern, war hier schwierig. Für mehrköpfige Familien, die in einer kleinen Wohnung leben, sehe ich es gleichermaßen als herausfordernd an, umfangreiche Vorräte anzulegen: Platz ist schlichtweg ein rares Gut in Zeiten der Wohnungsnot und steigenden Mieten. Das angeborene Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle ist in jedem von uns verankert, da es unser Leben schützt. Das Anlegen von Vorräten kann das eigene Sicherheitsbedürfnis befriedigen und ist daher nicht so leicht von der Hand zu weisen. Dennoch: Wie viele Konsumgüter kaufen wir schließlich in der Überzeugung, wir würden sie brauchen, und verwenden sie dann letztlich doch nicht? In Notsituationen ist Pragmatismus Programm: Wird beispielsweise Margarine im Essen benötigt, kann notfalls auch Speiseöl genommen werden. Dieses kann gleichzeitig zum Braten oder Putzen verwendet werden, sodass insgesamt weniger verschiedene Produkte gelagert werden müssen. Nicht zuletzt sehe ich die individuelle Notsituation als ausschlaggebend dafür an, ob der Vorrat wirklich hilft oder sich gar als unflexibel herausstellt. Kommt es beispielsweise

zu Hochwasser, muss ich wahrscheinlich das Haus schnellstmöglich verlassen und habe dann gar keine Zeit, den Vorrat aus dem Keller zusammenzuklauben. Wenn hierbei viel Geld und Ressourcen investiert wurden, erscheint mir der Katastrophenvorrat nicht als die optimale Lösung. Manche vorgefertigte Vorratspakete für den Katastrophenfall lassen sich auch einiges kosten: etwa 300 Euro für 28 Tage. Die Empfehlung auf der Website der Bundesregierung, sich einen Notfall-Rucksack zuzulegen, der mit Geld, Kleidung und einigen Hygieneartikeln sowie Lebensmitteln wie Nüssen ausgestattet ist, sehe ich hingegen als bessere Alternative. Mir erscheint dies wesentlich praktischer, als erst in den Keller oder den Dachboden laufen zu müssen, die in Fällen wie Hausbrand oder Hochwasser eine akute Gefahrenzone darstellen können. Meine Devise: Es muss nicht immer ein Katastrophenvorrat sein, um in Notsituationen gut dazustehen.

Text von Fabien n e Kol l ien , 26,

strebt einen minimalistischen Lebensstil an und bevorzugt es, in Erlebnisse statt in materielle Dinge zu investieren


Immer nur ein veganer Schoko-Nuss-Riegel auf einmal Unser Konsumverhalten ist auch an die großen Krisen unserer Zeit gekoppelt. Unternehmen wie TOMS und SHARE bieten dafür scheinbar smarte und simple Lösungen an wie beispielsweise: Kauf eine Flasche Wasser und woanders wird ein Brunnen gebaut. Doch ist das wirklich die Lösung oder kaufen wir damit nur unser Gewissen frei?

Als ich letztens in einem Drogeriemarkt an der Kasse stand, fiel mir in einem dieser strategisch smart platzierten Impuls­Kauf­ Regale etwas ins Auge: vegane, fair gehandelte Schoko­Nuss­Riegel mit einem ganz beson­ deren Versprechen. Mein Kauf dieses Riegels würde etwas „Gutes tun“. Wie konnte ich da widerstehen? Einerseits wird mein Heißhunger auf Süßes befriedigt, andererseits helfe ich damit noch in irgend­ einer Art und Weise. Letzteres wird bestimmt auch den recht beachtlichen Preis des doch eher kleinen Riegels begründen. Also, nicht lange überlegen, ab auf das Kassenband damit. Als ich wieder zuhause war, wollte ich dann doch mehr darüber wissen. Was genau habe ich denn jetzt großartig „Gutes“ mit meinem Einkauf bezweckt? Nur noch schnell die Welt retten So wie sich unser Konsumverhalten ent­ wickelt, passt sich auch der Markt an. Immer

mehr Menschen achten darauf, wo und wie Konsumgüter und Produkte hergestellt werden. Wir alle stellen uns da die gleichen Fragen: „Kommen die Zutaten aus der Region? Ist das Produkt denn auch bio und klimaneutral? Welchen Social Impact hat das produzierende Unternehmen?“

Es ist gar nicht so einfach, Artikel zu Personen in Not zu bringen. Gerade der letzten Frage stellen sich Unter­ nehmen wie beispielsweise SHARE, Her­ steller und Vertreiber des besagten Schoko­ Nuss­Riegels. Vegan, fair gehandelt, schön und gut, doch der USP, also der Unique Selling Point, wie man im Marketing sagt, geht darüber hinaus: Für jeden gekauften Riegel wird etwas Äquivalentes an Men­ schen in Not gespendet. Das nennt man

„Buy one, give one“ (BOGO) oder auch „need for need“. Das Sortiment solcher Firmen geht mittlerweile weit über Süßig­ keiten hinaus. Angeboten werden Wasser­ flaschen, Schreibwaren, vegane Milch und auch Pflegeprodukte. Unterm Strich heißt das also: Produkte kaufen, die man ohnehin benötigt oder haben möchte, und mit einem kleinen Aufpreis quasi nebenbei noch etwas Gutes tun. Klingt erst mal gut, oder? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir tiefer in die Materie einsteigen. Die grundlegende Idee solcher Konzepte ist gar nicht mal so neu. In den frühen 2000ern machte ein Unternehmen besonders auf sich aufmerksam. TOMS ist vorrangig für die Produktion und den Verkauf von etwas öko aussehenden Schuhen bekannt. Was sie von der schier unendlichen Com­ petition unterscheidet: Für jedes gekaufte Paar Schuhe sollte ein weiteres Paar an Kinder in Not gehen. Der Gründer, Blake


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Produkte mit Upside

Mycoskie, kam auf diese Geschäftsidee mit Social Impact durch mehrere ArgentinienReisen. Dort sah er Kinder barfuß auf dreckigen Straßen spielen und war so ergriffen, dass er daran etwas ändern wollte. Auf den ersten Blick klingt so eine Lösung ja erst mal ziemlich smart. Klar braucht man Schuhe. Ohne Schuhwerk kann man längere Wege, zum Beispiel zum weit entfernten Wasserbrunnen, nicht auf sich nehmen, möglicherweise verletzt man sich sogar. Die Kinder benötigen Schuhe, klare Sache. Kann es denn so einfach sein? Was Blake Mycoskie anfangs nicht bedacht hatte, vielleicht auch gar nicht erwarten konnte, war der immense Ansturm auf die TOMS-Schuhe. Die smarte, sehr einfache Idee war so überzeugend, dass Millionen von

Wie viel Anteil einer Geldspende kommt wirklich bei den Projekten an? NGOs veröffentlichen jährliche Reports, in denen u. a. offengelegt wird, wie viel der Spendengelder in Werbung und Verwaltung fließen. Spendest du zum Beispiel 100 Euro für die Welthungerhilfe, gehen davon etwas mehr als 5 Euro in die Verwaltung. Rund 95 Prozent deiner Spende gehen also direkt dorthin, wo sie am meisten bewirkt.

Schuhen verkauft wurden. Das Problem: Es ist gar nicht so einfach, so viele Artikel zu den Personen in Not zu transportieren. Oder um es direkt mit den Worten des TOMS-Gründer zu sagen: „Giving is really hard.“ Um zu spenden, braucht man Partner wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs), eine ausgeklügelte Infrastruktur und man muss internationale Gesetze berücksichtigen. Kurz: Das Vorhaben mag simpel erscheinen, ist in der Umsetzung aber unfassbar komplex. Solche Prozesse kosten Zeit, Energie und vor allem Geld. Angesichts dieser Ausgangslage stellt sich die Frage: Kann so ein One-for-OneGeschäftsmodell finanziell überhaupt funktionieren? 2019 wurde zumindest die Firma TOMS vollständig an eine neue Leitung übergeben. Die Alternative wäre die Insolvenz gewesen. Das Unternehmen spendet auch heute noch weiter für gute Zwecke, doch das direkte Schuh-für-Schuh-Modell wurde eingestellt, da es sich schlicht nicht gerechnet hatte.

Geht es beim Kauf von Produkten mit Upside um Hilfe oder um Kontrolle? Unternehmen kämpfen also mit finanziellen Herausforderungen. Doch was passiert eigentlich in den Regionen und Ländern, in denen die Produkte dann landen? Für lokale (Kleinst-)Unternehmen ist das Schuhbeispiel bereits schwierig. Wie soll ein lokaler Schuhmacher reagieren, wenn auf den eigenen Markt wortwörtlich Gratis-Schuhe gedumpt werden? In den Krisenländern kann ein Markt für lokal hergestellte Schuhe so gar nicht erst entstehen. Mal anders betrachtet: Was ist sinnvoller – jemandem ein fixes Produkt spenden oder ihm die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, was er gerade dringend benötigt? Ich kann und darf nicht die Deutungshoheit über das Leben einer anderen Person ergreifen, egal, wie mitleiderregend es mir erscheint. Geht es beim Kauf von Produkten mit Upside also wirklich um die Menschen in Not oder doch eher um unser eigenes Bedürfnis, als wohlwollender, gütiger „Retter“ dazustehen und dabei nie die Kontrolle zu verlieren?

Unternehmen wie TOMS und SHARE (und die vielen anderen, die mittlerweile mit solchen oder ähnlichen Konzepten aktiv sind) suggerieren uns, dass wir mit dem Kauf der Produkte richtig viel erreichen. Und insgesamt stimmt das sicherlich auch, trotz der genannten Herausforderungen: Jede Flasche Wasser von SHARE bspw. ermöglicht tatsächlich einen Tag lang Zugang zu sauberem Trinkwasser, insgesamt hat das Unternehmen zudem schon über zwei Millionen Unterrichtsstunden und 25 Millionen Mahlzeiten gespendet. Doch hätten wir vielleicht mehr erreichen können, wenn wir direkt Geld an Organisationen, NGOs oder die betroffenen Personen gespendet hätten? Warum direkte Geldspenden besser sind als Sachspenden Wenn es um die maximale Verbesserung der Lebensumstände von Menschen in ärmeren Ländern und Krisengebieten gehen soll, dann gibt es bessere Möglichkeiten als Sachspenden. Auch Experimente und Studien haben gezeigt, dass Geldspenden oft einen größeren Impact haben. Beispielsweise wurden bei einer Studie des Wirtschaftswissenschaftler Chris Blattman (Columbia University) Frauen in Uganda mit direkten Geldspenden bei der Gründung von kleinen Unternehmen unterstützt. Hilfe zur Selbsthilfe quasi. Einer Kontrollgruppe wurde zusätzlich ein Wirtschaftsberater zur Seite gestellt. Das Ergebnis: Beide Gruppen hatten ähnliche Fortschritte und Erfolge mit ihren Unternehmen vorzuweisen, unabhängig von der zusätzlichen Beratung. Diese extra Kosten hätten also eingespart werden können und besser direkt ins Programm fließen sollen. Sind Produkte mit Upside also immer eine gute Sache? Die beste Antwort lautet wohl „Jein“. Aber wenn mich wieder mal der Heißhunger auf etwas Süßes packt, dann kaufe ich trotzdem lieber den Schokoriegel mit Impact als irgendeine andere den Tropenwald zerstörende Variante.

Text von Daniel Butt,

der immer noch einen großen Appetit auf Schokoriegel und Hilfe zur Selbsthilfe hat.


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Mittagspause

„Das Menschenbild muss sich einfach ändern “

Die Tafel Deutschland unterstützt seit Jahresbeginn über zwei Millionen armutsbetroffene Menschen mit Lebensmitteln. Das sind 50 Prozent mehr Menschen als im vorherigen Jahr. Schuld sind die aktuellen Krisen. SPIESSER-Autorin Frieda hat mit den Geschäftsführern Sirkka Jendis und Marco Koppe im Tafel-Dachverband in Berlin über die aktuellen Herausforderungen für die Tafel gesprochen.


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Tafel Deutschland

Marco Koppe

Seid ihr als Geschäftsführer der Tafel Deutschland selbst ehrenamt­ lich aktiv bei den Ausgabestellen? Marco Koppe: Wir besuchen im Jahr ganz viele Tafeln, um mit den Tafel-Leitungen im Gespräch zu bleiben. Und sind auch immer mal wieder selbst aktiv. Uns ist es ganz wichtig, als Geschäftsführung nah an der Arbeit der Tafeln zu sein. Sirkka Jendis: Ich habe erst vor Kurzem ein „Tafel-Praktikum“ gemacht, wie alle hauptamtlichen Mitarbeitenden bei uns. Ich war in der Ausgabestelle in Berlin-Neukölln, habe Lebensmittel sortiert und war auch für zwei Tage auf der Abholtour dabei. Wir glauben, dass wir unsere Arbeit besser machen können, wenn wir auch regelmäßig an der Basis arbeiten.

Wir freuen uns über jede helfende Hand, egal in welchem Alter. Welche beruflichen Möglich­ keiten bietet die Tafel denn jungen Menschen? Marco: In unserem Dachverband in Berlin sowie in größeren Tafeln bieten wir diverse hauptamtliche Jobs an. Schülerinnen und Schüler können sich in Projekten und Arbeitsgemeinschaften ausprobieren. An einzelnen Unis in Deutschland kann man das ServiceLearning-Modell studieren und den Berufseinstieg bei der Tafel ebnen. Außerdem gibt es das Projekt der Tafel Jugend für junges Engagement unter 30 Jahren. Wir freuen uns über jede helfende Hand, egal in welchem

… ist studierter Sozialmanager und Sozialarbeiter. Er hat 2014 bei der Tafel als Referent für Bildung begonnen und das Bildungsprogramm zum Bundesfreiwilligendienst aufgebaut. Außerdem ist der 38-Jährige seit 2019 Geschäftsführer der Tafel-Akademie gGmbH und seit Juli 2021 Geschäftsführer des Tafel Deutschland e.V.

Alter. Für unsere Zukunft ist die Digitalisierung definitiv eine Herausforderung, um die Tafel effizienter, ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten. Sirkka: Das Digitalisierungsprojekt „TMZ – Tafel macht Zukunft“ wird von ehrenamtlichen Digital Coaches unterstützt, die uns helfen, digitale Projekte in der Tafel zu verankern. Inwiefern hat sich die Nachfrage an die Tafel durch die Inflation und den Krieg in der Ukraine geändert? Marco: Nach zwei Jahren der Pandemie sind unsere Ehrenamtlichen erschöpft. Am Anfang des Jahres hatten wir die Hoffnung, dass sich die Lage bessern wird, aber dann kamen der Angriffskrieg und die Inflation. Wir merken, dass für viele Menschen ihr zur Verfügung stehendes Geld nicht mehr ausreicht. Unsere Kundenzahl hat sich allein durch die Inflation erhöht.

Sirkka: Allerdings haben wir nicht mehr Lebensmittel zur Verfügung und uns fehlen die Ehrenamtlichen. Gibt es seit der Inflation mehr Studierende, die das Angebot der Tafel nutzen? Marco: Das können wir aktuell noch nicht abschätzen. Allerdings haben wir in den letzten fünf Jahren mehr Studierende als Kundinnen und Kunden bei der Tafel. Viele wussten bisher nicht, dass sie auch bezugsberechtigt sind. Wie kann ich prüfen, ob ich bezugsberechtigt bin? Marco: Jede Tafel führt eine Bedürftigkeitsprüfung durch. Man registriert sich bei seiner Tafel vor Ort und wird entsprechend geprüft. Die Tafeln sind Orte der Begegnung und wir möchten die Menschen kennenlernen, die unsere Angebote nutzen. Eine digitale Anmeldung ist nicht möglich.


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Mittagspause

Gibt es regionale Unterschiede bei der Nutzung der Tafeln? Sirkka: Ich würde sagen, das verändert sich: Zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine kamen viele Menschen nach Berlin und in die großen Städte, entsprechend war dort die Nachfrage nach Lebensmitteln höher. Nun haben sich die Menschen deutschlandweit verteilt und wir unterstützen in allen Tafeln geflüchtete Menschen. Vor allem in den Großstädten gibt es mehr Armut, aber auch mehr Anonymität. Vor allem die Anonymität ermutigt mehr Menschen, zur Tafel zu gehen. In kleinen Dörfern und Gemeinden ist die Scham oft zu groß.

Marco: Ja, wir hören öfter von Tafeln in kleinen Gemeinden, dass der Satz fällt: „Wir brauchen keine Tafel bei uns, es gibt hier keine Armut.“ Aber das ist ein Trugschluss.

Armut muss weniger stigmatisiert werden. Wird also Armut nicht immer als Armut wahrgenommen? Marco: Es gibt die reale Armut mit der Armutsgrenze und die gefühlte Armut. Wir haben Tafel-Kundinnen und -Kunden, die arbeiten und deren Geld trotzdem nicht für Lebensmittel reicht.

Sirkka: Wir sind ein Zusatzangebot und wollen unterstützen. Das heißt, wir wollen auch ermöglichen, dass man bei uns Lebensmittel bekommt, damit man beispielsweise das Kind mal ins Kino schicken kann, weil das allein aufgrund des Einkommens nicht möglich wäre. Weshalb fällt es Menschen immer noch schwer, zur Tafel zu gehen? Marco: Im ersten Schritt ist es ein Hindernis, sich selbst einzugestehen, dass man Unterstützung benötigt. Leider ist unser Angebot immer noch mit einer gesellschaftlichen Stigmatisierung verknüpft. Sirkka: Mich macht dieses Denken sauer, dass alle Menschen selbst schuld an ihrer Armut sind. Es gibt dazu einen großartigen Hashtag auf Twitter: #ichbinarmutsbetroffen. Es begreifen aktuell immer mehr Menschen, dass sie selbst an der Armutsgrenze leben könnten. Ich finde, das Menschenbild muss sich ändern und Armut muss weniger stigmatisiert werden.

Wir wollen Lebensmittel­ verschwendung reduzieren.

Sirkka Jendis … ist seit Dezember 2021 Teil des Geschäftsführungsteams des Tafel Deutschland e.V. Sie ist Kommunika­ tionswissenschaftlerin, war langjährige Geschäftsführerin des Deutschen Evangelischen Kirchentages und hat bei der ZEIT Verlagsgruppe u.a. die Corporate­Publishing­Tochter Tempus Corporate mitaufgebaut. Bei der Tafel widmet sich die 43­Jährige den Themen Kommunikation, Fundraising, Digita­ lisierung und Logistik.

Was sollte denn auf politischer und gesellschaftlicher Ebene umgesetzt werden, um die Tafel zu unterstützen? Sirkka: Obwohl es viele Menschen bis heute denken: Wir sind keine staatliche Organisation. Da der Staat seiner Versorgungspflicht nicht nachkommt, müssen wir den Menschen helfen. Wir fordern immer wieder eine staatliche Unterstützung für den Bereich Logistik. Mit diesen Mitteln könnten wir viel mehr Lebensmittel von den Herstellern retten und die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Ich bin begeistert, wie professionell unsere Abläufe bei der Tafel durch das Engagement unserer Ehrenamtlichen und Spenden funktionieren. Dafür müssen aber auch das


Sirkka Jendis (rechts) und Marco Koppe (links) bilden seit Dezember 2021 die neue Doppelspitze des Verbandes der Tafel Deutschland.

entsprechende Geld und die Zeit da sein. Gleichzeitig fordern wir auch höhere Arbeits­ losengeld­II­Sätze, damit weniger Menschen auf unsere Hilfe angewiesen sind. Bräuchten wir in Deutschland also ein Gesetz, das Lebensmittelverschwendung unter Strafe stellt? Marco: Wir wollen Menschen helfen und die Lebensmittelverschwendung reduzieren. In über 50 Prozent der privaten Haushalte fällt Le­ bensmittelverschwendung an. Wir sind für ein Lebensmittelspendengesetz, das die gesamste Wertschöpfungskette in den Blick nimmt. Wir arbeiten gut mit den Supermärkten zusammen,

aber die machen nur 4 Prozent der Lebens­ mittelverschwendung aus. Die Herstellung und Produktion dagegen liegt bei 30 Prozent. Dafür muss es gesetzliche Regelungen geben. Dazu gehören auch Aufklär ungskampagnen für Privathaushalte, um zu vermitteln, wie man Lebensmittelverschwendung vermeiden kann. Wir müssen die ganze Kette in den Blick nehmen: Von der Produktion über den Verkauf bis in den privaten Haushalt. Nur dann funktioniert es auch nachhaltig. Sirkka: Wir fordern auch ein Lebensmittel­ spendengesetz nach einem Anreizmodell. Deutschland wird sein Ziel, bis zum Jahr 2030 die Lebensmittelverschwendung zu redu­

zieren, nicht erreichen. Mit einem Anreiz­ system gibt es einen positiven Impact für die Hersteller und den Handel, wenn sie Lebens­ mittelverschwendung reduzieren. Text von Frieda Rahn ,

sie ist seit Jahren aktiv beim Foodsharing und würde gerne Containern legalisieren.

Fotos von Chris tian S chn eide r,

Berliner Fotograf und Filmemacher.


Hunger in der Welt ist ein Skandal

Bei vielen Menschen sitzt aktuell die Angst tief, dass bald nicht mehr genügend Ressourcen zur Verfügung stehen, um ein Leben führen zu können, das unserem gewohnten Lebensstandard in Deutschland entspricht. Aber, wenn wir schon Versorgungsschwierigkeiten haben, wie sieht es dann im Globalen Süden aus? SPIESSER-Autor Alessandro Luca Wittke hat sich dazu mit dem Landwirtschafts- und Entwicklungsexperten Markus Wolter von Misereor unterhalten und erfahren, wo die konkreten Herausforderungen liegen, dem weltweiten Hunger entgegenzuwirken.

Hungerten 2020 insgesamt 684 Millionen Menschen auf der Welt, so sind es inzwischen circa 828 Millionen, die in Nahrungsmittelunsicherheit leben. Das sind knapp 12,5 Prozent der Weltbevölkerung. Etwa ein Drittel dieser Menschen gilt als akut hungernd, leidet also durch Krieg oder Extremwetterbedingungen wie Dürren oder Starkregen an Unterernährung. Auch die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg haben dazu beigetragen, dass sich die Hungersituation weltweit verschärft. Diese werde sich auch in Zukunft weiter zuspitzen, prognostiziert Markus Wolter von Misereor. Eine Lösung für die Bekämpfung des weltweiten Hungers bietet die Umstellung der Landwirtschaft. Um den Bedürfnissen der wachsenden Weltbevölkerung in Zukunft gerecht zu werden, müssen wir die Ackerflächen, die uns zur Verfügung stehen, gut behandeln und sinnvoll nutzen.

Du willst das MisereorHilfswerk unterstützen? Schon 9 Euro reichen, um eine Familie im Norden Kenias für eine Woche mit Maismehl, Reis, Bohnen, Öl und Handseife zu versorgen. Mehr Informationen zu den verschiedenen Spende- und Unterstützungs-Möglichkeiten gibt es auf www.misereor.de

Es ist genug für alle da „Es gibt genug Ackerflächen, um die Welt zu ernähren, aber viele sind in einem schlechten Zustand“, erklärt Markus Wolter. „Durch die bisherige intensive Nutzung verlieren die Böden an Fruchtbarkeit. Der Humus-Gehalt verringert sich stetig, nicht zuletzt wegen des regelmäßigen Einsatzes von Pestiziden und Kunstdüngern. Hinzu kommt außerdem, dass Humus bei steigenden Temperaturen abgebaut wird.“ In Zukunft müsse die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten und der Humusgehalt deshalb erhöht werden, sagt er. Die Lösung hierfür seien vor allem wirksamer Klimaschutz und eine Abkehr von Pestiziden und künstlichen Düngemitteln hin zu einer ökologischen Landwirtschaft. In einem nächsten Schritt sollte bei der Verwendung der angebauten Produkte umgesteuert werden: In Deutschland werden nur etwa 20 Prozent der Anbauprodukte, wie zum Beispiel Mais und Weizen, für die direkte Ernährung der Menschen eingesetzt. Der Großteil wird für Tierfutter oder die Herstellung von Biotreibstoffen genutzt. Ähnlich ist es in anderen Teilen der Welt: Obwohl genügend Boden zum Nahrungsmittelanbau zur Verfügung steht, geht ein Großteil nicht in die unmittelbare Nahrungsmittelproduktion. Hier entsteht eine Konkurrenz zur menschlichen Ernährung, denn die Nutzflächen, die für die Tierfutter- oder Treibstoffproduktion verwendet werden, begünstigen die Nahrungsmittelunsicherheit. Um die Lebensmittelversorgung in Zukunft

zu garantieren, sollte die Landwirtschaft so umstrukturiert werden, dass Fleischund Treibstoffproduktion nur einen geringen Anteil der Produktion einnehmen. Dafür braucht es Alternativen zu Biotreibstoffen und eine deutliche Verringerung des Fleisch-, Milch- und Eierkonsums. Politische Bildung fördern, Gerechtigkeit fordern Wenn man nach den Ursachen des Hungers fragt, erkennt man schnell, dass Unterernährung vor allem ein Armutsproblem ist. Aber auch fehlende Bildung ist ein Grund für Hunger. Wer keinen Zugang zu Bildungseinrichtungen hat, verfügt über keine guten Jobperspektiven und kann sich langfristig auch nicht selbst versorgen. Bildung bedeutet aber auch, aufgeklärt über seinen eigenen Körper, seine Gesundheit und menschliche Grundbedürfnisse zu sein, um sich entsprechend ernähren zu können. Was also muss getan werden, wenn der Welthunger bekämpft werden soll? Akut müsste die Nothilfe ausreichend mit Geld ausgestattet werden. Außerdem sollten die Länder des Globalen Nordens dafür sorgen, dass Staaten mit hoher Armutsquote ihre Schulden erlassen werden. Viele Länder, zum Beispiel in Afrika, sind so stark verschuldet, dass sie selbst kaum Maßnahmen ergreifen können, um den Hunger zu bekämpfen. Am wichtigsten sind aber langfristige und nachhaltige Ansätze, die dazu beitragen, dass


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Hunger in der Zukunft kein Thema mehr ist. Hier braucht es Bildungs- und Aufklärungsmaßnahmen. Ein Ansatz dabei ist, bei der landwirtschaftlichen Beratung zu beginnen. Dabei wird vermittelt, wie eine gesunde und vielfältige Landwirtschaft aussieht und wie man möglichst ökologisch wirtschaftet, sodass es bei jeder Ernte genügend Erträge gibt und die Böden dauerhaft fruchtbar sind. So ist eine langfristige Versorgung, auch für zukünftige Generationen, gesichert. Misereor arbeitet deshalb nach den Prinzipien der Agrarökologie. Dabei klärt Misereor darüber auf, wie eine Kreislaufwirtschaft erreicht, Tierhaltung gewinnbringend in die Landwirtschaft integriert und Nahrungsmittel möglichst vielfältig und über das ganze Jahr verteilt angebaut werden können. Die vier Krisen Aktuell gibt es auf der Welt vier große Krisen, durch die die Hungerproblematik weiter zugespitzt wird: die Erderhitzung, Kriege, die Corona-Pandemie und steigende Preise. Auch, wenn diese Krisen auf andere Probleme in der Welt hinweisen, zeigen sie doch deutlich, dass der Mensch ebenfalls in einer Abhängigkeitskrise stecke, so Markus Wolter. „Viele der Bauern sind abhängig von industriellen Düngemitteln, Saatgut und Pestiziden. Da sie

diese zukaufen müssen, sind sie oft hoch verschuldet. Ein Prinzip der Agrarökologie ist es, so ökologisch und unabhängig von außen wie möglich zu wirtschaften.“ Misereor unterstützt Projekte, um Menschen aus ebendieser Abhängigkeit herauszuhelfen. Mithilfe des Agroforstsystems habe man bereits signifikante Erfolge erzielen können, so Markus Wolter. In der Agroforstwirtschaft werden Baum- und Gemüse- oder Strauchkulturen miteinander kombiniert. Während die herkömmliche Landwirtschaft größtenteils mit Monokulturen arbeitet (sprich: Auf einem Stück Feld wächst nur ein bestimmtes Getreide wie Weizen, Mais oder Reis), kombiniert die Agroforstwirtschaft unterschiedliche Baumarten, Sträucher, Getreide- und Gemüsesorten mit der Tierhaltung. Diese Vorgehensweise bietet eine Vielzahl an ökologischen Vorteilen: Der Boden trägt sich nicht so schnell ab, durch Laub und verdorbene Wurzeln erhöht sich der Humus-Gehalt im Boden, durch die Pflanzenvielfalt gibt es mehr Lebensräume für verschiedene Tierarten, und die Bäume speichern CO2 aus der Luft. Außerdem können Bauern und Bäuerinnen mehr als ein Produkt zum Verkauf anbieten. Solche Agroforstsysteme haben sich als sehr krisenfest erwiesen – Vielfalt in der Erzeugung ist der Schlüssel dazu.

Engagement, bitte! Hunger auf der Welt hat viele Ursachen und Facetten. Doch eines ist klar: Gerecht ist er in keinem Fall. Genügend zu essen zu haben ist ein Menschenrecht, für das wir uns einsetzen sollten. Zwar kann kein Mensch im Alleingang dem Hunger in der Welt ein Ende setzen, aber es gibt viele Möglichkeiten, sich in diesem Bereich zu engagieren. Durch politische Bildung und Aufklärungsarbeit können wir auf die Missstände hinweisen und unseren Beitrag dazu leisten, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. Und auch du selbst kannst durch einen maßvollen Fleischkonsum dazu beitragen, dass möglichst viele Lebensmittel direkt für die menschliche Ernährung eingesetzt werden und nicht im Futtertrog landen. Text von Ales s an dro Luca Wittke,

der sich ab sofort selbst mehr für Gerechtigkeit in der Welt engagieren will.

Mehr Informationen zum Thema Hunger in der Welt findet ihr auf misereor.de/informieren/hunger


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Infografik

Schmeckt das noch oder kann das weg?

Jeder kenntʼs: Man freut sich auf seinen Lieblingsjoghurt im Kühlschrank, bis man bemerkt, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) überschritten ist. Aber das ist erst mal gar kein Problem, denn hierbei handelt es sich nicht um ein Ablaufdatum. Wie der Name schon verrät, sind viele Lebensmittel noch lange danach genießbar. Hier findest du nützliche Tipps, um herauszufinden, wie lange du dir deinen Joghurt oder andere Lebensmittel noch schmecken lassen kannst.

#1 – Hinweise beachten Das MHD ist kein Wegwerfdatum. Es gibt nur den Zeitpunkt an, bis zu dem ein Lebensmittel unter den richtigen Aufbewahrungsbedingungen seine spezifischen Eigenschaften (z. B. Geschmack, Farbe und Konsistenz) behält. Leicht verderbliche Lebensmittel wie zum Beispiel Hackfleisch haben ein Verbrauchsdatum. Hier ist die richtige Lagerung besonders wichtig und du solltest das Lebensmittel auch wirklich nicht über das aufgedruckte Datum hinaus verarbeiten und essen.

#2 – Auf die eigenen Sinne verlassen Bevor du ein Lebensmittel in die Tonne schmeißt, solltest du prüfen, ob es nicht doch noch gut ist.

Sehen

Riechen

Schmecken

#3 – Lebensmittel richtig lagern Muss das in den Kühlschrank? – Die Antwort ist ganz einfach: Ob ein Lebensmittel im Kühlschrank gelagert werden sollte, erkennst du schon beim Einkauf. Denn die Supermärkte bieten die Lebensmittel in genau der Umgebung an, die du für zu Hause übernehmen solltest.

#4 – Bewusst einkaufen Laut dem WWF wirft jeder Deutsche pro Jahr im Schnitt 85 Kilogramm Lebensmittel weg. Diese Verschwendung führt zu einer gravierenden Umwelt­ belastung, denn in Deutschland entstehen 30 Prozent aller Umweltauswirkungen durch die Produktion und den Konsum von Lebensmitteln. Wenn du nur kaufst, was du auch wirklich verbrauchst, schmeißt du am Ende weniger Lebensmittel weg. Das hilft der Umwelt – aber auch deinem Geldbeutel. Und wenn das alle so machen, merkt auch die Industrie, dass sie weniger Lebensmittel produzieren muss.


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Haltbarkeit von Essen

Haltbarkeit über MHD hinaus* Brot/Brötchen + 2 Tage

Milcherzeugnisse (z.B. Joghurt, Quark etc.) + 5 Tage

Eier + 21 Tage

Käse (gilt nicht für Rohmilchkäse) + 21 Tage

Butter + 21 Tage

Nüsse + 28 Tage

Frühstückscerealien + 2 Monate

Tiefkühlgerichte + mehrere Monate

Marmelade + 6 Monate

Honig + 1 Jahr

Konserven + 1 Jahr

Gewürze + 1 Jahr

Schokolade + 1 Jahr

Reis + 1 Jahr

Nudeln + 1 Jahr

Mehl + 1 Jahr

*Gilt für ungeöffnete Packungen und bei richtiger Lagerung

Zucker + 1 Jahr


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Rätsel

Kleiner Pausensnack

Auf SPIESSER.de/gewinnen klicken oder per Post mit dem Stichwort „Rätsel“, Name, Alter und Adresse senden an: Orange YC GmbH SPIESSER-Redaktion Fetscherstraße 32 01307 Dresden Einsendeschluss: 06. November 2022

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In Jurassic World – Ein neues Zeitalter leben Dinosaurier überall auf der Welt neben den Menschen. Owen Grady und sein Team begeben sich auf eine abenteuerliche Reise rund um den Globus. Zum Heimkinostart (ab jetzt auf 4kUHD, Blu-ray, DVD & digital) verlosen wir gemeinsam mit LEGO 3 Pakete mit der Film-DVD und dem LEGOSet Quetzalcoatlus: FlugzeugÜberfall. www.lego.com/de-de 3x MINIONS-Fanpaket

Noch immer auf der Suche nach einem neuen tyrannischen Herrscher treffen die Minions mitten in den 70ern auf ein Kind, das ihre Hilfe braucht: Gru. Zum Heimkinostart von MINIONS – Auf der Suche nach dem Mini-Boss (ab jetzt digital, ab 15.9. auf Blu-ray & DVD) verlosen wir gemeinsam mit Ravensburger einen Minions-3DPuzzle-Ball, der mit einem Händeklatschen zum coolen Nachtlicht wird. www.ravensburger.de 4x I am Zlatan auf DVD & BD

Weltfußballer Zlatan Ibrahimović wuchs in einer aus dem Balkan eingewanderten Familie in einem schwedischen Armenviertel auf. Der autobiografische Film gibt einen bewegenden Einblick in Zlatans Privatleben und seine Beziehung zu Rosengård, dem Problemviertel von Malmö, das er immer sein Zuhause nennen wird. Zum Heimkinostart (seit 1.9. als DVD & Blu-ray, digital schon seit 25.8.) verlosen wir je 2 DVDs und BDs.

Schnapp dir einen Riegel, Keks (oder sonst was), mach 'ne Pause und komm mit unserem Kreuzworträtsel auf neue Gedanken. Mit etwas Glück und dem richtigen Lösungswort kannst du als Belohnung einen Gewinn abstauben.


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Tipps & Tricks

Sparen und trotzdem gut essen

Steigende Inflation und Lebensmittelpreise machen auch vielen jungen Menschen zu schaffen. Nur von Toastbrot und Krümeltee leben zu müssen, kann aber nicht die Lösung ein. Wir haben ein paar ganz einfache, aber effektive Tipps für dich, um im Alltag ein wenig Geld für Nahrungsmittel zu sparen. Der gute alte Einkaufszettel Schon deine Omi wusste: Kauf nur, was du brauchst, dann sparst du auch. Statt einfach mit Hunger loszuziehen, ist es echt sinnvoll, sich ein paar Gedanken zu machen, was du in den kommenden Tagen so essen möchtest. Jetzt musst du es nur noch schaffen, dich strickt an diese Liste zu halten und einen großen Bogen um die Verlockungen machen. Preise vergleichen & Angebote nutzen Wir alle kennen Coupon-Hefte und Werbeflyer von Supermärkten und Discountern. Statt sie direkt in den Müll zu schmeißen, kann es sich echt lohnen, mal einen Blick reinzuwerfen. Vielleicht ist das, was du gern mal wieder kochen würdest (oder auch dein Lieblingsjoghurt) gerade irgendwo im Angebot. Statt der Hefte kannst du auch eine App nutzen, die dich über neueste Angebote der Märkte in deiner Nähe informiert. Internationale Lebensmittelläden Statt in den bekannten Ketten Essen zu shoppen, geh doch mal in einen Asia- oder OrientShop. Hier kannst du nicht nur wesentlich günstiger Reis, Glasnudeln und Co. bekommen, sondern auch Obst und Gemüse. Außerdem gibt’s da auch eine Menge anderer Lebensmittel zu entdecken, die du vielleicht noch nicht kennst – aber nicht gleich wieder zu unnötigen Mehrausgaben verführen lassen. Vorkochen und einfrieren Klingt oldschool und langweilig, ist aber effektiv. Wenn du in größeren Mengen vorkochst, hast du „für die Not“ eine kostengünstigere Alternative zum verlockenden Lieferservice schon im Haus. Die WG-Kühlschränke sind auch in der Regel groß genug, um einen kleinen Vorrat anzulegen. Finanzen im Blick behalten Ein regelmäßiger Kassensturz spart zwar nicht direkt Geld, verschafft dir aber einen guten Überblick über deinen Finanzstatus und hilft so dabei, teure (Ess-)Angewohnheiten zu identifizieren und schließlich auszumerzen.

Extra-Tipp: 50-50-Methode Abschließend noch ein Tipp, der dir insgesamt einen Finanzvorteil bringt: Immer, wenn du Geld „geschenkt“ bekommst –, bspw. zum Geburtstag oder bei einer Rückzahlung – legst du die Hälfte zurück. Von der anderen Hälfte kannst du dir dann getrost was gönnen und machst trotzdem im Schnitt Plus.


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Blattkritik/Ausstieg

Schmecken lassen

Wir freuen uns über jedes Feedback zu unseren Heften und Social-MediaAktivitäten, denn nur so können wir für euch besser werden. Das sind eure Rückmeldungen zu unserem vergangenen Heft, die wir gerade verdauen.

SPIESSER erscheint bundesweit mit einer Druckauflage von 100.000 Exemplaren (IVW II/2022). Herausgeber Orange YC GmbH Fetscherstraße 32 01307 Dresden Geschäftsführer: Björn Peters (V.i.S.d.P.) Telefon: 0351 288549-000 Fax: 0351 288549-549 Web: SPIESSER.de Mail: info@SPIESSER.de Redaktionsleitung: Tabea Grünert

Cover und Interview mit

Raul Krauthausen

• Den Titel finde ich sehr gut gelu ngen. • Ich finde das richtig authentisch ! • Das Interview mit Raul fand ich auch richtig gut. Er ist ein sympathischer Mensch und sagt immer offen und authentisch, was er den kt.

Layout: Paula Kuchta, Denise Lehmann, Yvonne Marquardt Lektorat: Ute Nitzsche Redaktion: Frieda Rahn, Katharina Ziegler Koordination: Susann Thannert Mitarbeiter dieser Ausgabe: Daniel Butt, Fabienne Kollien, Simon Kretzschmar, Annika Sperling, Alessandro Luca Wittke Wir lieben alle SPIESSER, egal welchen Geschlechts. Damit aber trotzdem alles im SPIESSER und auf SPIESSER.de gut lesbar ist, verwenden wir weibliche und männliche Sprachformen als Paarformen oder das generische Maskulinum. Sämtliche Personenbezeichnungen sind bei uns wie Farben – sie sind für alle da.

Fotos/Illustration: Alexander Goldhammer, Christian Schneider www.freepik.com

Kommentar zu Inklusion

Telefon: 0351 288549-000 Mail: redaktion@SPIESSER.de

an Schulen

Mediaberatung: Anke Bai, Stephan Kraus

Habe ich um ehrlich zu sein nich t gelesen, weil es mich nicht so interessiert .

Druckerei: GD Gotha Druck und Verpackung GmbH & Co.KG Gutenbergstraße 3 99869 Günthersleben-Wechmar Distribution Orange YC GmbH

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? Titelstory „ All inclusive Inklusion Schön wärʼs!“ zum Thema

Die hat mir sehr gut gefallen. ich Der Text zeigt die Probleme, die e. hab h auc u Fra erte ind selbst als beh

. Ich lerne echt Danke dafür eues dazu! immer was N

Ganz gut. Aus meiner Sicht könnten da aber noch mehr Informationen rein.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos usw.; Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, zugesandte Beiträge zu kürzen.

Ohne euch ist der SPIESSER nichts – Werdet Autoren, Fotografen oder Videojournalisten! -News SPIESSER

Infoseite zu den Themen Barrierefreiheit und Inklusion

willkommen@orange-yc.de Telefon: 0351 288549-000

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Titelfoto: Clueso Bildnachweis: Alexander Goldhammer

Der nächste SPIESSER erscheint am 7. November 2022.


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