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Sommer 2018 | Nr. 177 | Mode & Nachhaltigkeit | SPIESSER.de

SCHULKURIER

MODE der Zukunft: wearable technology von KOBAKANT. Seite 32

MACHT was aus dem Sommer: Tipps & Tickets zum Festivalsommer. Seite 34

MUTIG stellen sich Revolverheld einer Horde von Achtklässlern. Seite 15

Zieh dir das an!

Man ist, was man trägt, oder? SPIESSER-Autoren haben's beim Shoppen nicht leicht. Ab Seite 6.


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SAISONERÖFFNUNG

I H R SEID

Kennt ihr schon ... ... Paul? Ob hören oder selber machen: Am Klavier, Schlagzeug oder Gitarre. Musik ist für Paul überlebenswichtig! Und wenn er nicht gerade Jammen ist, dann nimmt er Hörspiele auf oder geht auf Mittelaltermärkte. Ich bin SPIESSER, weil ...

... Mainstream noch nie so alternativ war! Wenn ich Stress habe ...

Schöne Welt? Man ist, was man trägt, oder? Wonach suchen wir unsere Kleidung aus? Vermutlich achten alle auf etwas anders – auf den Preis, die Bequemlichkeit oder die neuesten Trends. Und immer häufiger fragen wir uns: Wo kommt dieses Stück Kleidung eigentlich her? Ein Heft für bewussteren Klamotten-Konsum.

… mache ich einfach Musik. Das entspannt mich maximal! Wenn ich auf etwas warte, ...

... lenke ich mich so lange ab, bis es da ist.

Sprachrohr

04 Teilzeitegoistin im Tauschrausch Kolumnistin Katharina betrachtet selbstkritisch die Lebensdauer ihrer Jeans.

06 Schöne Welt?

SPIESSER-Praktikanten Paul und Marie shoppen. Wenn’s nur so einfach wär …

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„Es geht nicht darum, perfekt zu sein.“ Revolverhelds Vertretungsstunde zu Recycling, Fair Trade und Slow Fashion vergeht viel zu schnell.

Sprungbrett

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Mission Arbeit – Mach‘s amtlich! SPIESSER-Spezial: Die Amtlichen Helden der Bundesagentur für Arbeit und wie du selbst einer werden kannst.


Teil 39

03 26

Dein ultimativer Roadtrip-Guide

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Spontan, unabhängig, frei – wie wäre es diesen Sommer mit einem Roadtrip mit

deinen Freunden? Mit diesen Tipps seid ihr bestens vorbereitet für euer Abenteuer!

1.

Macht Euch mit den wichtigsten Verkehrsregeln der Länder vertraut, die ihr bereisen möchtet.

2.

Könnt ihr überall einfach einreisen? Gibt es Passkontrollen? Braucht ihr eine grüne Versicherungskarte? Was dürft ihr einund ausführen?

3.

Habt ihr ein Navi dabei? Nachdem die Roaminggebühren in der EU abgeschafft wurden, könnt ihr hierzu auch Euer Smartphone verwenden. Macht es Sinn, Euer Datenvolumen für den Urlaub aufzustocken?

Mode geschichtlich betrachtet im Gespräch mit Archäologin Doris Gutsmiedl-Schümann.

4.

Habt ihr eine Auslandskrankenversicherung? Wer ist Euer Ansprechpartner für den Fall der Fälle?

Leute, die Kleider machen

5.

Könnt ihr die Sprache Eures Urlaubslandes? Falls nein, nehmt Euch sicherheitshalber lieber ein kleines Wörterbuch mit.

6.

Ist Euer Auto fit für den Urlaub? Checkt vor Fahrtantritt unbedingt Kühlflüssigkeiten, Motoröl, Bremsen, Reifendruck / Reifenzustand / Profiltiefe und Scheinwerfer. Startet mit vollem Kraftstofftank.

7.

Habt ihr Warnwesten, ein Warndreieck und Erste-Hilfe-Set dabei? Achtet auch darauf, dass ihr das Auto nicht überladet und Euer Gepäck fest verstaut ist.

8.

Und zu guter Letzt: Nehmt ausreichend Proviant und vor allem Wasser mit – denn durstig und mit leerem Magen macht der Roadtrip schließlich nur halb so viel Spaß.

28 Von Tätowierungen bis Tunikas 30

ER NG ANl-SFerÄ ie im SPIESSE

Die Fahrschu

„Ich wollte direkt helfen.“ Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, über Karriere und Lebenswandel.

FAHRR

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Was den Job eines Modedesigners ausmacht, wissen Isabel und Rohan vom Modelabel „Hund Hund“.

Gesprächsstoff auf elektronisch Smart, leitend, wearable technology – zu Besuch bei Hannah und Mika von KOBAKANT.

Spielwiese

34 Festivalkalender

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit aber mit tollen Chancen, Festivaltickets abzustauben.

36 Titelverteidiger: Madsen Album „Lichtjahre“ Song für Song mit Sebastian Madsen durchgeplaudert.

37 Rätsel

Faires Rätsel und faire Gewinne – Der Sommer kann kommen!

38 Schlussverkauf

Brief an H&M, Impressum – Schönen Sommer allerseits!

Fahren Lernen Max macht Euch fit für den Führerschein und Euren Roadtrip! Mit der Fahren Lernen App kommt ihr schnell und sicher zum Führerschein. Mit dem Online-Führerscheintraining erlebt ihr keine Überraschungen in der Prüfung: Ihr übt alle Fragen so lange, bis sie wirklich sitzen. Bei schwierigen Fragen unterstützen Euch zahlreiche Lernhilfen. Macht Euch am besten selbst einen Eindruck und scannt den QRCode, um zur Demo-Version zu gelangen. NEU: An mehreren Stellen fragt Euch Fahren Lernen Max jetzt, wie zufrieden ihr mit Eurer Ausbildung seid. Euer Feedback nutzt die Fahrschule dann, um noch besser zu werden! Weitere Infos zu Fahren Lernen Max gibt es in Eurer Fahrschule und auf www.fahren-lernen.de.*

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KOLU M N E

Teilzeitegoistin im Tauschrausch D

ie maximale Lebensdauer meiner Jeanshosen beträgt zwei Jahre. Das sind 2,5 Prozent meiner durchschnittlichen Lebenserwartung von 80 Jahren. Angenommen ich konsumiere in der zweijährigen Lebensperiode meiner Jeans drei Stück ihrer Sorte – ich will schließlich nicht jeden Tag dieselbe tragen – dann gehen 120 Jeans in meinem Leben drauf. Die hundertfünfzig Strampler, Latzhosen und Röcke, die ich als kleiner Fratz trug, lasse ich hier mal außen vor. Immerhin hatte ich damals noch kein Entscheidungsrecht, wenn es darum ging mich einzukleiden. Das Schlimmste an dieser Zahl ist: zu diesen 120 Jeans gesellen sich gefühlt 1000 andere Kleidungsstücke, darunter Fehlkäufe, Eintagsfliegen und absolute Lieblingsteile. Meine Kleidung, mein Glück – ich bin wohl eine Egoistin.

von Kath a ri n a Petry, 20

Dabei könnte ich bereits jetzt anfangen, Kleidung für meine Urenkel zu sammeln. Entgegen dem Trend einer minimalistischen Lebensweise würde ich die Mode von heute einfach bunkern. Schließlich kommt bekanntlich jeder Modetrend wieder. In alten Fotoalben meiner Familie entdeckte ich bereits Latzhosen, Sneaker und Schluppenblusen (allein der Name klingt nach 1899). Warum sollen meine Kindeskinder also nicht total begeistert von Cropped Tops und Co sein? Indem ich also heute in qualitativ hochwertige und gleichzeitig total angesagte Kleidung investiere, erspare ich meinen zukünftigen Verwandten den Aufwand zu shoppen. Das ist Nachhaltigkeit wie aus dem Bilderbuch. Einen Haken hat die ganze Sache jedoch – ich projiziere die Verantwortung weg von mir, hin zur übernächsten Generation. Wieder taucht sie auf, die Egoistin.


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Eine Lösung muss her: Mode aus zweiter Hand, oder auch Second Hand Kleidung! Der Trend wurde lange Zeit denjenigen zugeschoben, die sich sonst nichts leisten konnten. Heute kleiden sich von Schülerinnen und Schülern bis hin zu Universitätsprofessorinnen und -professoren immer mehr Menschen mit schon einmal Getragenem. Ganze Events werden veranstaltet, um in leerstehenden Fabrikhallen Röcke, Hemden und anderes Gebrauchtes zum Kilopreis zu verhökern. Der gesunde Menschenverstand darf sich ruhig fragen, inwiefern der Kommerz nicht mehr von dem Trend profitiert als unsere Erde in 50 Jahren. Denn anstatt meine Konsumgier zu stoppen, um letztlich global weniger zu produzieren, werde ich angestiftet immer mehr zu kaufen – schließlich ist es ja „nur“ gebraucht. Da spielt es keine Rolle, ob ich schon von Anfang an weiß, dass ich das Second Hand Kleid nur morgen Abend zum Essen anziehe. Und dann? Gehen Mode und Nachhaltigkeit folglich einfach getrennte Wege? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Neuer Vorschlag, etwas präziser: Second Hand im Privaten. Die Kommerzialisierungskomponente fällt hierbei weg. Ich bringe in Zukunft einfach zu jedem Treffen mit Freunden ein entbehrliches Kleidungsstück mit und tausche es gegen ein anderes meiner Freunde. Kleidertauschpartys werden immer populärer, um dem langweiligen Sleepover mit Filmen, Chips und Lästergeschichten Paroli zu bieten. Oder ich erspare der Umwelt den Weg einer Internetbestellung, indem ich den Kleiderschrank meiner Schwester nach Verwertbarem durchstöbere. Immerhin kann ich so im Hier und Jetzt ein Stückchen Verantwortung tragen. Eine Weltenretterin bin ich zwar nicht, kann ich nicht sein. Vielleicht überlebt die Erde trotzdem einen Bruchteil einer Sekunde länger, wenn ich die Lebensdauer meiner Jeans verdoppele und sie gegen eine andere tausche. Das macht mich immerhin zur Teilzeit-Egoistin.

Welches Second Hand Teil Katharina besonders am Herzen liegt? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/Ka.thi

SPRACHROHR


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H E R Z S T ÜC K

SCHONE WELT? Einkaufen, Shoppen, Bummeln – für die einen ist es nervenaufreibend, für die anderen entspannend. Unter uns gibt es richtige Schnäppchenjäger, die mit Freude ganze Nachmittage damit verbringen können, Läden abzuklappern auf der Suche nach dem besten Deal. Und unter uns gibt’s diejenigen, die in das erste Geschäft gehen und zehn Minuten später mit dem rauskommen, was sie wirklich brauchen. Nicht zu vergessen sind auch die Menschen, die sich einfach alles nach Hause bestellen, um die Shoppingmeile der Innenstadt gar nicht erst betreten zu müssen. sSo unterschiedlich das Einkaufsverhalten auch ist, so verschieden sind auch die Punkte, auf die wir beim Shoppen achten. Ist die Kleidung modisch? Passt sie mir? Was kostet sie? Wie wird sie hergestellt? Wobei die Frage nach der Herstellung und Nachhaltigkeit der Kleidung die wenigsten von uns interessiert. Das fanden SPIESSER-Autoren Paul und Marie bei einer Straßenumfrage heraus und stellten sich anschließend die Frage: Wie sehr unterscheidet sich das Einkaufserlebnis, wenn man auf Nachhaltigkeit achtet? Ein SPIESSERShopping-Test mit sommerlichem Motto und Paul und Marie.


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SPRACHROHR

BEQUEME KLEIDER AUS BAUMEN Heute ist es also soweit. Ich stelle mir, zusammen mit SPIESSER-Kollegin Marie, ein vollkommen neues Festivaloutfit für den Sommer zusammen. Allerdings hat jeder von uns einen besonderen Auftrag dafür bekommen. Ich muss darauf achten, nur nachhaltige Kleidung zu kaufen ... v on Paul Hi lli ger, 2 2

Fotos v on Marie R o bins ki

… und Marie muss, nun ja, eben nicht auf Nachhaltigkeit achten. Ich war seit Jahren nicht mehr in Kleidungsgeschäften, sondern bestelle zumeist online oder kaufe mir Shirts direkt auf den Festivals oder Konzerten. Dabei kann man natürlich nicht immer von nachhaltiger

Produktion ausgehen, aber immerhin trage ich die Sachen sehr lange. Meine Schuhe trage ich bestimmt schon seit vier, vielleicht fünf Jahren! Dementsprechend betrete ich heute quasi Neuland und bin gespannt, wie weit ich mit dem vorgegebenen Budget von 60 Euro komme.

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H E R Z S T ÜC K

Second Hand oder Second Choice? Unsere Tour beginnt bei „Humana“, einem Second Hand-Shop. Wer „Humana“ nicht kennt, sollte wissen, dass alles, was hier über den Ladentisch geht, an die Organisation gespendete Klamotten sind. Mit den Erlösen finanziert „Humana“ anschließend Entwicklungshilfeprojekte. In der Tat gibt es hier eine Riesenauswahl ... für Frauen. Unterschiedliche Kleider, Blusen und Hosen wechseln sich ab mit Schuhregalen und lustig ausgestatten Kleiderpuppen. Marie ist hier zwar in ihrem Element, darf aber aufgrund unserer Challenge nicht zuschlagen. Ich würde es gerne, muss jedoch feststellen, dass es sich als schwierig erweist. Die Männerabteilung beschränkt sich zumindest in dieser Filiale auf eine kleine Ecke im oberen Teil des Ladens. Ob das nun heißt, dass Männer weniger Kleidung spenden als Frauen oder aber einfach weniger Second Hand kaufen, kann ich nicht sagen. Hier werde ich jedenfalls, abgesehen von einem altem Michael Jackson-Shirt für gerade mal einen Euro, nicht fündig. Festivalmode sieht für mich doch eher anders aus. Immerhin: Ein Back-upOberteil habe ich jetzt schon. Marie ist an der Reihe. Wir gehen in ein großes Shoppingcenter und stehen vor der Qual der Wahl. Wie genau Marie diese Entscheidungskrise überwunden hat, lest ihr dann aber besser bei ihr.

Durch Sturm und Konsum Nach endlosem Umherwandern in den Tempeln des Konsums machen wir uns dann Richtung alternatives Viertel auf. Schließlich brauche ich zumindest noch eine Hose! Das Ziel ist „Unipolar“ – ein Laden, der damit wirbt, besonders nachhaltig zu sein. Wir reisen einmal quer durch die Stadt, während es anfängt zu regnen. Wie soll man da in sommerliche Festivallaune kommen?! Endlich angekommen, finden wir uns in einem gemütlich eingerichteten und vor allem sehr leeren Laden wieder. Wir werden sofort vom Personal angesprochen und schildern unser Anliegen. Zunächst erfahren wir, dass wir hier genau an der richtigen Adresse sind: „Unipolar“ hat es sich zur Aufgabe gemacht auf Nachhaltigkeit bei jedem Produktionsschritt zu achten.


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SPRACHROHR

FAIR TRADE ODER FAIRTRADE? Die Begriffe sind schon vielen von euch begegnet, aber ist euch der Unterschied aufgefallen? Während Fair Trade einfach der Überbegriff für fairen Handel ist, bezeichnet „Fairtrade“ ein geschütztes Siegel, das nur Produkte erhalten, die das international vereinbarte World Fair Trade Organization (WFTO) Kontrollsystem durchlaufen haben und den Standards entsprechen.

Wofür steht fairer Handel?  Marktzugang für marginalisierte (also benachteiligte) Produzenten  Nachhaltige und faire Handelsbeziehungen  Aufbau von Fähigkeiten und Stärkung der Organisationen  Sensibilisierung der Verbraucher und politische Arbeit im Interesse der Produzenten  Fairer Handel als Sozialvertrag

Quelle: Eine Grundsatzcharta für den fairen Handel (Januar 2009)

Ihr kennt gar keine nachhaltigen Marken? Hier gibt's eine Auswahl vom Fair Trade & Bio Online-Shop Greenality.de:


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H E R Z S T ÜC K

Das fängt bei den verwendeten Stoffen an und geht bis hin zu den Transportwegen. Diese sind besonders kurz, denn „Unipolar“ verkauft Kleidung aus Buchenfaser. Ja genau! Buchenfaser! Diese Bäume wachsen ja bekanntlich auch bei uns in Deutschland. Das will ich ausprobieren und ziehe mir direkt eine Shorts aus besagtem Material an. Klassisch schwarz und mit einem kleinem „E=mc2“ als Detailaufdruck. Natürlich auch alles mit Biofarben, wie mir Verkäufer Jan versichert. Ganz nebenbei sind diese Beinkleider aus Bäumen auch extrem bequem! Ich weiß sofort: Hier werde ich fündig! Preislich kommt es selbstverständlich nicht an die Second Hand Schnäppchen heran, ist aber auch nicht überteuert. Zu der Shorts wähle ich dann noch ein ebenfalls aus Buchenfaser hergestelltes Shirt mit Goethes Farbenlehre als Aufdruck. Freaky und trotzdem cool. Finde ich zumindest. Da ich jetzt schon vier Euro über dem Budget liege, entscheide ich mich, das Outfit so zu belassen. Schuhe und Socken braucht man ja im Sommer sowieso nicht!

Auf welche Festivals Paul im Sommer wohl geht? Fragt ihn auf:

SPIESSER.de/user/paulausmdorf

Nachhaltige Festivallaune Ich stelle fest, dass man auch für kleines Geld nachhaltig einkaufen kann. Meistens sogar bessere und gemütlichere Sachen, als es im Shoppingcenter gibt. Als Fazit der heutigen Shoppingtour kann ich sagen, dass ich jetzt nachhaltig Festivallaune bekommen habe und mich darauf freue, meine neuen Klamotten richtig auszuprobieren! Wer weiß? Vielleicht seht ihr ja diesen Sommer auf dem ein oder anderen Festival einen Typen in schwarzen Shorts und Shirt mit Farbenlehre.


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SPRACHROHR

NACHHALTIG NACHGEFRAGT Mode liegt im Auge des Betrachters und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Darüber, wie wichtig Nachhaltigkeit für unsere Zukunft ist, allerdings nicht! SPIESSER-Autoren Marie und Paul sind losgezogen und haben nachgefragt, wie es um nachhaltiges Modeverhalten bei den Kunden von H&M bis „Humana“ bestellt ist.

Worauf achtest du, wenn du dir neue Kleidung kaufst? „Aufs Aussehen natürlich, aber sie muss auch funktional sein!“ Jana, 22

„Eindeutig auf den Preis.“ Felix, 15

„Hauptsache sie gefällt mir. Der Rest ist ziemlich egal, wenn ich ehrlich bin.“

„Dass sie passt. Körperlich und zu meiner Persönlichkeit.“ Valentina, 24

„Ich versuche zu gucken, dass sie nicht gerade aus Bangladesch kommt. Ist aber schwierig.“ Zeki, 18

„Sie muss mir richtig gut gefallen. Das ist die Hauptsache. Preis ist dann nebensächlich.“ Anja, 19

Alex, 26

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H E R Z S T ÜC K

ICH HAB GENUG ZU HAUSE! Trotz SPIESSER-Autor Paul als Begleitung und moralischer Unterstützung habe ich mich schwergetan, ein nicht-nachhaltiges Festivaloutfit zu kaufen. Immerhin – Für die Hälfte des Budgets fand ich ein halbes Outfit: ein sonnengelbes Oberteil. Das wird jetzt auch bis zum Erbrechen angezogen! von Mar i e Rob i nsk i , 2 3

Fotos vo n Paul Hil l ig e r

Ein mulmiges Gefühl begleitet mich, als ich an jenem Morgen in die Redaktion gehe. Heute steht der Shopping-Ausflug mit SPIESSER-Schreiberling Paul in die Innenstadt Dresdens an. Ein Festival Outfit für den Sommer soll dabei rauskommen. Das letzte Mal Shoppen ist so lange her, dass ich mich nicht daran erinnere. Vielleicht ist es auch Verdrängung, denn Einkaufszentren stressen mich und so richtig habe ich nie was wirklich Passendes gefunden. Entweder sind die Ärmel zu eng, die Kleider verschnitten oder mein Wadenumfang zu groß, um den Reißverschluss der Winterstiefel komplett zu schließen. Noch schwieriger macht es mir die Aufgabe bei meiner Outfitwahl „nicht auf Nachhaltigkeit zu achten“. Ich kaufe seit gut drei Jahren fast ausschließlich in Second Hand Shops oder tausche Kleidung mit Freunden. Aber gut, es geht los. Ich gebe Paul den Tipp, erstmal ins „Humana“ zu schauen, da es dort nachhaltig getragene Kleidung für kleines Geld gibt. Ich finde schon im Vorbeigehen einige Schmuckstücke, die ich gerne anprobiert hätte.

Aber nix da, Paul ist dran. Ich begleite ihn mit der Kamera, während er voller Vorfreude in Klamottenhaufen wühlt und sich epische Krawatten um den Kopf bindet.

Stress statt Shopping Von da geht es in ein großes Einkaufszentrum im Stadtzentrum. Ich habe es eilig, will so schnell wie möglich wieder hier raus und laufe blind in irgendwelche Läden. Ich habe das Gefühl, Paul wird langsam ungeduldig, weil ich zwar mehrere Sachen in den Händen halte, aber zögerlich bin sie anzuprobieren. Er zeigt auf ein gelbes Oberteil mit Jeansrock und sagt: „Das sieht doch nach Festival aus!“ Ich sehe es mir an und nehme zumindest das Oberteil mit in die Umkleide. Es passt, es sieht schön aus und ich mag den Stoff. Um das Ganze abzukürzen, nehme ich es einfach mit. An der Kasse haben wir noch eine nette Unterhaltung mit der Ladenbesitzerin. Ehrlich und offen gibt sie zu, dass ihr Lädchen wohl nicht das Vorzeigemodell ist, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Mode sei außerdem ein Mittel zur Selbstexpression. „Man kann damit zeigen, wer man ist“, meint die Ladenbesitzerin. Ich sehe mir mein gelbes Shirt in der Papiertüte an und fühle mich eher schuldig und ungewissenhaft. Wie viele Liter Wasser für die Anpflanzung der Baumwolle für dieses Teil draufgegangen sind? Wie leben die Näherinnen, die es genäht haben? Mir wird etwas schlecht und ich drehe mich zu Paul: „Ich kapituliere. Komm, wir gucken was es für dich noch Schickes gibt!“


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SPRACHROHR

Wonach suchst du die Läden aus, in denen du einkaufst? „Im Idealfall sollten es kleine Läden sein, die Second Hand anbieten oder Selbstgemachtes oder so was in der Art.“ „Hmm. Zufällig glaube ich. Bei H&M wird man halt meistens fündig. Gibt es ja auch überall.“

Valentina, 24

Alex, 26

„Ich gehe gerne in die Läden, die ich schon kenne. Ich bin da eher faul.“

„Meistens einfach danach, ob der Laden gut erreichbar ist.“

Felix, 15

Jana, 22

„Ich versuche große Märkte wie H&M und Primark zu meiden und gehe auch gerne Mal in Second Hand-Läden.“

„Danach, was der Laden anbietet natürlich! Oder durch Empfehlung von Freunden.“ Anja, 19

Zeki, 18

Wie stark achtest du dabei auf Nachhaltigkeit? „Nicht besonders, weil einer alleine eh nichts Großes bewirken kann.“ Felix, 15

„Sehr stark. Es gibt ja inzwischen an jeder Ecke Second Hand Läden oder Bio-Kleidung. Ich trage nur Nachhaltiges.“

„Wenn´s Bio ist, gut. Wenn nicht, dann ist es halt so. Da kann man nicht viel machen.“ Alex, 26

Valentina, 24

„Wenn ich ehrlich bin gar nicht.“ Jana, 22

„Bei Anziehsachen achte ich eigentlich nicht so darauf. Bei Essen schon. Ich weiß, dass das ziemlich bescheuert ist.“ Anja, 19

„Nachhaltigkeit ist mir wichtig. Ich versuche schon mit gutem Beispiel voran zu gehen und sehe mir viele Dokus über das Thema an.“ Zeki, 18


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H E R Z S T ÜC K

Eine ganz andere Welt Im Schneeregen Ende März geht’s ab durch die bunten Straßen der Dresdner Neustadt, das alternativste Viertel der Stadt mit einer Riesenauswahl an Cafes, Bars und Shops. Kein Einkaufszentrumsstunk, dafür Kälte und Frost im Gesicht – ich fühle mich wieder besser. Wir gehen ins „Unipolar“. Eine ganz andere Welt: Die Ladenfläche ist überschaubarer und freundlich eingerichtet, es riecht nicht nach Chemie in den Klamotten und es strahlt warmes Tageslicht in den Raum. Bei einem Plausch mit dem Ladenbesitzer erfahren wir wie viel Nachhaltigkeit hinter den jeweiligen Produkten wirklich steckt. Ich bin beeindruckt und sehr froh über meine Entscheidung, kein weiteres Geld verschwendet zu haben.

Auf die Länge kommt es an! Das nicht-nachhaltige Oberteil hat 30 Euro gekostet. Dabei lege ich sonst nicht mal die Hälfte für meine Second Hand Sommer-T-Shirts hin. Im Vergleich zu Oberteilen, die ich sonst kaufen würde, ist es also nicht nur schlechter für Umwelt, Mensch und Gewissen, sondern auch noch echt teuer. Und auch wenn mein Outfit damit nicht komplett ist und ich die Challenge nicht bestanden habe, ich hab genug zu hause! In meinem Schrank finden sich haufenweise Hosen und Röcke, die sich für einen Festivalbesuch wunderbar mit dem sonnengelben Shirt kombinieren lassen. Denn eins ist sicher: Das Ding wird jetzt so lange getragen wie möglich!

Wo Marie sonst shoppt? Fragt sie auf:

SPIESSER.de/user/verymary94

SPRACHROHR


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V E RT R E T UNGS S T U N DE

„Es geht nicht darum, perfekt zu sein.” Worum geht es bei Nachhaltigkeit dann? Bestens vorbereitet, mit hautnahen Beispielen und musikalischer Untermalung diskutierten Johannes, Kris, Niels und Jakob von „Revolverheld“ diese und weitere Fragen mit den Achtklässlern des Gymnasiums Corveystraße in Hamburg. Von Fabienne Kollien, 22

Kris:

Hey, wir stellen uns mal vor: Wir haben eine Band und machen seit 16 Jahren Musik. Ein Schüler murmelt „So alt bin ich nicht mal“ und sorgt damit für zahlreiche Lacher. Wir wollen euch ein Video zeigen, das gut zum Thema der Stunde passt und sind gespannt, wie ihr den Song findet! „Zimmer mit Blick“ von Revolverheld wird abgespielt, in der Klasse kehrt Stille ein, zum Schluss gibt‘s Beifall.

Johannes:

Danke! Der Song ist jetzt vielleicht ein Stimmungskiller, aber er spricht viele wichtige Themen an.

Kris:

Hat jemand von euch eine Idee, was der Titel bedeuten könnte? Anna-Lena: Ich habe es so interpretiert, dass viel Schlimmes auf der Welt passiert und die meisten nur zugucken.

Niels:

Ja, es geht um Hilflosigkeit und um die persönliche Komfortzone.

Johannes:

Wir wissen heute über alles Bescheid, sehen alles, was auf der Welt passiert und wir werden später vielleicht gefragt:

„Was habt ihr Positives für diesen Planeten gemacht?“ Daran schließt Nachhaltigkeit an. Wir sammeln mal, was wir mit Nachhaltigkeit verbinden. Wer hat ‘ne schöne Tafel-Schrift, Jungs? Kris wird an die Tafel verdonnert und schreibt Begriffe auf, die die Schüler nennen: Recycling, umweltfreundlich, langlebig, Fair Trade

Schule:

Fotos von Claudia Krahne

Gymnasium Corveystraße, Hamburg

Lehrer: Revolverheld Klasse: 8 Fach: Ethik Thema: Nachhaltigkeit

Jakob:

Fair Trade, also fairer Handel – wisst ihr, was das bedeutet? Ole: Dass die Arbeiter fair bezahlt werden.

Kris:

Ganz genau. Und dass sie zum Beispiel nicht mit gesundheitsschädlichen Stoffen arbeiten. Viele von euch tragen Sneaker, oder? Wenn ihr Sneaker … Kris zieht seinen Schuh aus und stellt ihn auf das Lehrerpult … kauft, unterstützt ihr eventuell Kinderarbeit. Diese Sneaker hier sind aber komplett aus recyceltem Plastikmüll aus dem Ozean. Also ja, ich trage Adidas, habe mir vorher aber Gedanken gemacht.

Tamino, 13: „Ich fand die Vertretungsstunde sehr gut und informativ. Das haben die Jungs super gemacht, weil sie selbst nachhaltig leben und mit einem guten Beispiel vorangehen.“ Note: 1

Anschaulicher Unterricht? Und ob! Kris packt seinen Schuh auf das Lehrerpult

Johannes:

Stichwort: bewusster Konsum. Was ist noch nachhaltig?

Vor der Stunde quatschen Revolverheld mit den Schülern übers Musikmachen

Das Video zur nachhaltigen Vertretungsstunde findet ihr auf youtube.com/SPIESSER


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SPRACHROHR

Tamino: Mit Bus und Bahn fahren, statt mit dem Auto.

Johannes:

Richtig. Wer braucht in einer Stadt wie Hamburg schon permanent ein Auto? Carlotta: Beim Einkaufen keine Plastiktüten nehmen.

Kris:

Genau! Und wie lange tragt ihr ein T-Shirt bis ihr es wegschmeißt? Paul: Bis es mir nicht mehr passt. Emma: Wenn ein T-Shirt kaputt ist, kann man es bei H&M oder so abgeben.

Niels:

Das nennt sich Upcycling – aus alten Klamotten werden neue gemacht. Jette: Wir bringen Kleidung oft in den Second Hand Laden.

Jakob:

Kauft ihr auch Second Hand? Die Schüler drucksen herum, kichern. Ich schon! Das ist natürlich das Nachhaltigste, was man machen kann: Klamotten, die es schon gibt, zu tragen bis sie kaputt sind.

Niels:

Ja, denn der Wasser- und Energieverbrauch bei der Herstellung von Kleidung ist sehr hoch, weil die Baumwolle oft gewaschen werden muss. Wenn das Shirt dann noch gefärbt wird, kommt die Wasserverschmutzung dazu.

Revolverheld wurde vor 16 Jahren in Hamburg gegründet. Das fünfte Studioalbum „Zimmer mit Blick“ der Pop-Rock-Band erschien am 13. April. Die Clubtour zum Albumrelease war zwar innerhalb von 30 Minuten ausverkauft, aber ihr habt trotzdem noch zahlreiche Gelegenheiten Johannes, Kris, Niels und Jakob zu hören, zum Beispiel auf der Zimmer mit Blick Arena Tour 2019: 14.03.2019 | Emden, Nordseehalle 15.03.2019 | Hannover, TUI Arena

Lehrer-Dasein auf Probe scheint Revolverheld echt zu liegen

16.03.2019 | Hamburg, Barclaycard Arena 18.03.2019 | Bremen, ÖVB-Arena 19.03.2019 | Leipzig, Arena 20.03.2019 | Frankfurt, Festhalle 22.03.2019 | Stuttgart , Schleyer-Halle 23.03.2019 | Nürnberg, Arena Nürnberger Versicherung 24.03.2019 | München, Olympiahalle 25.03.2019 | Wien, Stadthalle 27.03.2019 | Köln, Lanxess Arena 29.03.2019 | Oberhausen, KönigPilsener-Arena 30.03.2019 | Berlin, Mercedes Benz Arena Tickets unter www.revolverheld.de

Wichtiges Thema, coole „Lehrer“ – so muss eine Vertretungsstunde sein!

Johannes:

Das heißt nicht, dass wir T-Shirts nicht mehr in der gewünschten Farbe kaufen dürfen. Es geht überhaupt nicht darum, perfekt zu sein. Es geht eher darum, so bewusst wie möglich zu konsumieren.

Niels:

Kommen wir nochmal zu der Frage: Warum ist das wichtig? Was heißt Nachhaltigkeit? Jetzt wird es ganz kurz sperrig, aber ich versuch’s: Nachhaltigkeit bedeutet, ein System so zu bewirtschaften, dass es sich wieder erholen kann. Beispielsweise innerhalb eines Waldes nur so viele Bäume abzuholzen, wie nachwachsen. Die Menschheit wird immer größer und die Ressourcen werden knapp auf der Erde. Deshalb sollten wir uns dafür einsetzen, diese so lange und bewusst wie möglich zu nutzen. Wie nachhaltig Fabienne einkauft? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/Pamina96

Joelina, 14: „Mir hat die Stunde mit Revolverheld sehr viel Spaß gemacht und ich habe dabei viel gelernt. Es war ein wichtiges Thema.“ Note: 1

Ole, 13: „Es war eine tolle Erfahrung, eine Vertretungsstunde mit einer sehr bekannten Band zu haben. Das Thema ist auf jeden Fall sehr wichtig.“ Note: 1


T I E B R A N O I S S I M L I CH ! T M A 'S H C A M

SPEZIAL

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WARUM ARBEITEN WIR EIGENTLICH? Arbeit hat viele Bedeutungen: philosophisch betrachtet ist es das bewusste, schöpferische Handeln, in der Physik wird darunter die umgesetzte Energiemenge verstanden und die BWLer bezeichnen so die Produkterzeugung. Was aber bedeutet Arbeit für den individuellen Menschen? Für die meisten von uns ist sie auf jeden Fall nicht nur eine Tätigkeit, für die wir Geld bekommen, mit dem wir wiederum was zu futtern, die Miete oder den nächsten Kinobesuch bezahlen. Wir haben uns – zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit (BA) – umgehört und belesen, um herauszufinden, was Arbeit persönlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutet.

Was verbindest du mit Arbeit?

NEGATIV

Existenzkampf

Was ist Jugendlichen zwischen 12 und 25 an ihrem Job am wichtigsten?

Konvention Angepasstheit

Sicherer Arbeitsplatz 71%

Inkompetenz 80

Selbstentfaltung Gemeinwohl

wirtsch. Interesse

Viele Kontakte zu anderen Menschen 31%

POSITIV

Eigene Ideen einbringen 58%

soziale Kälte

Leistung Stabilisation Wohlstand Gestaltungsraum Sinnstiftung Quelle: Wertewelten Arbeiten 4.0, März 2016, BMAS

40

Hohes Einkommen 33% Gute Aufstiegsmöglichkeiten 37% sehr wichtig

Genügend Freizeit neben dem Beruf 48%

wichtig weniger wichtig unwichtig

Quelle: Shell-Studie, 2015

ca.

44 Mio. 31,1

Tage nahmen sich Arbeitnehmer 2016 frei.

10,8

Krankheitstage gab es 2016 im Schnitt.

10-29 1,4 Mio.

„Arbeit bedeutet Geld verdienen und einer Leidenschaft folgen!“ – Saskia, 21, Studentin „Wichtig bei einer Arbeit sind flexible Arbeitszeiten, guter Verdienst und dass es Spaß macht!“ – Luca, 20, Geografiestudent „Ich arbeite, um mich im Leben vorwärts zu bringen.“ – Louis, 24, Bauingenieurstudent „Ich finde Arbeit ist ein Beitrag zur Gesellschaft, zum Erhalt der Gesellschaft, in der ich lebe.“ – Adam, 31, Sozialarbeiter

Menschen machen sich täglich auf den Weg zur Arbeit.

Minuten brauchen die meisten Menschen zur Arbeit. 25- bis 35-Jährige haben keinen Berufsabschluss.

„Arbeiten hat viel mit Selbstwertgefühl zu tun. Es geht nicht um Karriere, sondern um die Familie und die Gesellschaft.“ – Manuela, 58, Einzelhandelskauffrau „Es geht darum, etwas mit Freude fertigzustellen und dass es gut wird.“ – Erika, 51, Tischlerin „Man arbeitet, um sich selbst zu verwirklichen, um die Familie zu unterstützen, sich Lebensträume erfüllen zu können, um Geld zu verdienen.“ – Maik, 37, Vertriebler


WIE WERDEN WIR IN ZUKUNFT ARBEITEN? Wir arbeiten also, weil wir so unseren Lebensunterhalt verdienen, aber auch in der Arbeit persönliche Zufriedenheit und Selbstverwirklichung finden können. Außerdem sehen viele von uns Arbeit als wichtigen Beitrag zu unserer Gesellschaft und zum sozialen Frieden. Auch für die Big Player der Wirtschaft spielt Arbeit eine große Rolle. Denn ein Unternehmen kann nur dann viel Umsatz machen und wettbewerbsstark bleiben, wenn die Mitarbeiter gute Arbeit leisten. Logisch. Dabei hat jeder Arbeitgeber seine Anforderungen und jeder Arbeitnehmer bringt seine ganz eigenen Qualifikationen und Erwartungen mit – diese beiden zusammenzubringen, ist gar nicht mal so einfach. Als ob das nicht genug wäre, zeichnen sich für den Arbeitsmarkt Herausforderungen ab, die es in sich haben:

Struktureller Wandel und Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet voran und dadurch werden sich Berufsbilder in den nächsten Jahren teilweise total verändern.

Demografischer Wandel Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage verschiebt sich, weil dem Arbeitsmarkt 2040 voraussichtlich ca. 3,7 Millionen weniger Menschen zur Verfügung stehen werden.

Flexibilisierung und Individualisierung Immer mehr Arbeitnehmer wollen ihre Arbeit zeitlich und räumlich flexibel gestalten – eine Herausforderung für viele Arbeitgeber.

Soziale Ungleichheit Trotz der geringen Arbeitslosenquote hat sich die soziale Ungleichheit deutlich erhöht. Diese Ungleichheit hängt vor allem von der Bildung und regionalen Unterschieden ab.

Arbeitslosenquote im Februar 2018 – die niedrigste seit Beginn der 90er

6,2

9,3

6,7 10,3 8,7

5,8 8,7 7,2

7,1 6,7

6,2 5,0 4,9 6,6 3,4 3,4

BA - DEIN EINSATZ! Schaut man sich diese Herausforderungen an, wird klar, dass Arbeit und Menschen zusammenzubringen, eine echte Mammutaufgabe ist. Über 95.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BA stellen sich täglich dieser Aufgabe, gestalten aktiv den Arbeitsmarkt und helfen in schwierigen Phasen. Sie beraten, recherchieren und unterstützen sowohl Unternehmen auf der Suche nach Mitarbeitern, als auch Menschen, die einen neuen Job suchen, oder sich komplett umorientieren. Das machen sie in enger Zusammenarbeit mit vielen Partnern, wie zum Beispiel Kammern, Bildungsträgern, Kommunen sowie Verbänden vor Ort.

Quelle: Statistik der BA, Prozent aller Erwerbstätigen

Zeit für Amtliche Helden


ZEIT FÜR AM TLICHE HELDEN Wie sollte dein Traumjob sein? Für die meisten soll die Arbeit vor allem eins: Spaß machen. Daneben sollte sie noch zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten passen und dem Privatleben möglichst nicht in die Quere kommen. Wenn die Arbeit dann auch noch ordentlich Karrierepotenzial bietet, einen echten Beitrag zur Gesellschaft leistet und das Geld stimmt, ist alles perfekt. Und was will der Arbeitgeber? Ganz klar: freie Stellen möglichst schnell mit engagierten und qualifizierten Menschen besetzen.

Damit diese beiden Welten zusammenkommen, gibt es die Amtlichen Helden der Bundesagentur für Arbeit (BA)! Ob in der Kundenbetreuung, telefonischen Beratung, Sachbearbeitung, als Arbeitsvermittler oder Teamleiter – sie alle leisten jeden Tag einen wichtigen Beitrag, um Menschen und Arbeit zusammenzubringen. Glaubst du nicht? Dann aufgepasst: Täglich bearbeitet die BA 9.600 Arbeitslosengeldanträge, erstellt 55.000 Vermittlungsvorschläge, führt 95.100 Kundentelefonate und 14.000 Beratungsgespräche. Was sie sonst noch so machen, das erzählen sie euch am besten gleich selbst!

Die Spiele-App der Bundesagentur für Arbeit Steige ein in die Arbeitswelt und baue deine eigene Arbeitsagentur auf, stelle Mitarbeiter ein, lerne verschiedene Kunden kennen und bringe Menschen und Arbeit zusammen.

Kostenfrei verfügbar für iOS und Android! www.arbeitsagentur.de/ba-helden

Alhassane, 32 Beruf: Großkundenberater, Bonn Bei der BA seit: 2006 „Der Arbeitsmarkt ändert sich rasant und stetig, wie derzeit durch die Digitalisierung oder eine hohe Zahl an Flüchtlingen. Das verlangt gute Beratung, die für unsere Gesellschaft mega wichtig ist.” Alhassanes Karriere bei der BA begann mit dem Studium „Arbeitsmarktmanagement“ an der Hochschule der BA. Weil er unbedingt international arbeiten und reisen wollte, ging Alhassane nach seinem Abschluss 2010 in den Auslandsarbeitgeberservice, wo er für Österreich, die Türkei und die USA verantwortlich


Maxi , 23 Beruf: Mitarbeiterin in der Familienkasse für polnische Mitbürger, Chemnitz Bei der BA seit: 2011 „Mein Job fordert mich. Ich habe keine Routine, das Arbeitsspektrum ist groß und gibt eine ständige Chance zur Weiterentwicklung.“ Nach Abschluss ihrer Ausbildung zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen wurde Maxi direkt bei der BA übernommen. Bei der Familienkasse Sachsen bearbeitet sie seitdem Kindergeldanträge von polnischen Mitbürgern, führt Beratungsgespräche und prüft Dokumente. Langeweile kommt bei Maxi dabei nie auf und genau das gefällt ihr an der Arbeit bei der BA: Sie kann bei Problemlösungen kreativ werden, hat täglich mit unterschiedlichen Menschen zu tun, kann sich selbst weiterentwickeln – und die Menschen, die sie betreut, stehen bei all dem immer im Mittelpunkt.

Pierre , 33 Beruf: Teamleiter im Jobcenter, Hannover Bei der BA seit: 2002 „Ich bin gerne Teamleiter, weil es schön ist, zu sehen wie sich Mitarbeiter entwickeln. Das macht mich stolz und ist ein Zeichen dafür, dass ich auch eine gute Arbeit mache.“ Pierres Job erfordert viel Organisationstalent und Diplomatie – Mitarbeitergespräche, Dienstbesprechungen und Koordination der Arbeit im Team machen seinen Tag aus. Wenn sein Team einen besonders schwierigen Fall auf dem Tisch hat, ist Pierre zur Stelle und unterstützt mit seinem Erfahrungsschatz wo er kann. Denn Pierres Weg zum Teamleiter führte ihn über verschiedene, spannende Stationen, von der Ausbildung bei der BA über den Fachassistenten und den Sachbearbeiter zum Teamleiter. Wer bei der BA gute Leistungen bringt, der kann sehr weit kommen. Das beweist Pierres Karriereweg und das findet er absolut klasse!

war. Um seine andere Leidenschaft – das Rennrollstuhl Fahren – besser mit seinem Job vereinbaren zu können, wechselte er 2011 in die Großkundenberatung. Hier nimmt Alhassane Aufträge von großen Firmen entgegen, die Personal suchen, und leitet diese an die Arbeitsagenturen weiter. Außerdem mailt und telefoniert er mit Recruitern, recherchiert zu den verschiedenen Firmen und aktualisiert das System, wenn eine Stelle vergeben wurde. Wie Alhassane seine Arbeit in drei Worten beschreiben würde? Sinnstiftend, zukunftsorientiert und facettenreich!

Dein Weg in die BA


DEIN WEG IN DIE BA Vielfalt, Abwechslung, tolle Aufstiegschancen, flexible Arbeitszeitmodelle und ein faires, tariflich geregeltes Gehalt – das macht die Arbeit der Amtlichen Helden bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) aus. Klingt super? Dann werde doch selbst einer von ihnen – wir verraten dir wie! Rund 800 Auszubildende und 550 duale Studenten starten jedes Jahr ihre Karriere bei der BA. Am häufigsten lassen sie sich zu Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen ausbilden oder studieren an der Hochschule der BA mit Standorten in Mannheim und Schwerin. Wenn du mehr über die Ausbildungsmöglichkeiten der BA wissen willst, gehe auf: www.arbeitsagentur.de/karriere Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen Während der Ausbildung: • lernst du unterschiedliche Bereiche der BA kennen • informierst du Arbeitssuchende und Arbeitslose bei allen Fragen rund um das Thema Beruf • hilfst du Kunden beim Ausfüllen von Anträgen • unterstützt du Kollegen in der Berufsberatung und Arbeitsvermittlung • unterstützt du in den Bereichen Personal, Controlling und Finanzen

Pauline , 25 Beruf: Auszubildende zur Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen, Dresden Bei der BA seit: 2015 „Ich mache meinen Job gerne, weil ich Menschen helfen kann.“ Ausbildungsgehalt: 1. Jahr: 918,26 Euro 2. Jahr: 968,20 Euro, 3. Jahr: 1.014,02 Euro Pauline steht kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung, die sie von drei auf 2,5 Jahre verkürzen konnte. Derzeit arbeitet sie in der Eingangszone, nimmt Unterlagen und Arbeitslosmeldungen entgegen und hilft bei Fragen weiter. Dies ist aber nur einer von vielen Bereichen in der BA, in die Pauline während ihrer Ausbildung reinschnuppern konnte – die Arbeitsvermittlung hat es ihr dabei besonders angetan. Welche persönlichen Eigenschaften man für Paulines Job braucht? Man sollte Einfühlungsvermögen mitbringen und viel und gerne reden!

Das bringst du mit: höher • mittleren Bildungsabschluss oder tung Bera und on ikati • Spaß an Kommun litik alpo Sozi und ftsscha Wirt an • Interesse iften rschr • du hast ein Faible für Rechtsvo em • du kannst dir vorstellen, nach dein Wohnort den l tuel even ss schlu gsab Ausbildun zu wechseln erricht in So lange dauert’s: drei Jahre, Blockunt der BA in e sätz isein Prax und ule fssch der Beru wechseln sich ab So wirst du’s: Bewerbung, Eignungstest, Assessment-Verfahren Deine Perspektiven: es Arbeitsverhältnis • Übernahme in ein unbefristet lichkeiten mög Job ige • Bundesweite, vielfält n obe h nac z gan bis en anc • Aufstiegsch


Maike , 28 Beruf: Integrationsberaterin, Siegburg Bei der BA seit: 2010 „Bei meinem Job kann ich die soziale Arbeit mit Kreativität zusammenbringen.“ Vergütung im Studium: 1.570 Euro Nachdem Maike die Ausbildung bei der BA absolviert hat, wollte sie noch tiefer in die Materie eintauchen und sattelte mit dem Studium Arbeitsmarktmanagement an der Hochschule der BA auf. Das Studium bereitete sie durch eine Mischung aus Praxis und Theorie ideal auf ihren Job als Integrationsberaterin vor. Egal, welche Hindernisse Maikes Kunden auf dem Weg der Rückkehr in den Beruf haben – Maike kann sich viel Zeit für sie nehmen, zu Folgegesprächen einladen und so die Lebenssituation ihrer Kunden sehr gut kennenlernen. Ganz wichtig ist für Maikes Job Empathie, da sich viele Kundinnen und Kunden in verzweifelten Situationen befinden. Und wenn Maike mal einen schwierigen Fall hat und nicht weiter weiß, zieht sie gezielt Experten und Kollegen hinzu – so hat sie bisher immer eine Lösung finden können.

Duales Studium Arbeitsmarktmanagement (Bachelor of Arts) Während des Studiums: • Kombi aus Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften • stehen die Schwerpunkte Arbeitsmarktintegration, Leistungsrecht und Leistungsberatung sowie Arbeitsmarkt und Public Management zur Wahl • wirst du für die Vermittlung und Integration von Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuchenden qualifiziert • lernst du, Ansprechperson für Kunden in verschiedensten Lebenslagen zu sein, die im Hinblick auf ihr Berufsleben deine Unterstützung benötigen • wirst du darauf vorbereitet, Unternehmen zu beraten und Arbeits- und Ausbildungsstellen zu akquirieren • bekommst du rechtliche Kenntnisse, um finanzielle Leistungen (z. B. Arbeitslosengeld) zu gewähren

Das bringst du mit: • (Fach-) Hochsch ulreife • hohe sozial-kom munikative Fähigke iten • du interessierst dich für BWL sowi e arbeitsmarktund gesellschaftsp olitische Zusammen hänge • idealerweise ha st du schon erste Be rufserfahrungen • Bereitschaft, ev entuell nach deine m Studienabschlus den Wohnort zu we s chseln So lange dauert’s: dr ei Jahre, 5 Studient rimester, zwischendurch Praktika in den Dienststellen der BA, 6 Wochen stellung für die Er Freistellung der Bachelo rarbeit So wirst du’s: Bewe rbung, Eignungste st, Assessment-Ver fahren Deine Perspektiven : • Übernahme in ein unbefristetes Ar beitsverhältnis • bundesweite, ve rschiedene Einsatzm öglichkeiten • vielfältige Quali fizierungs- und En twicklungsmöglich • Masterstudium keiten Arbeitsmarktorient ierte Beratung • Aufstiegschance n bis in höchste Fa ch- und Führungspositionen

Duales Studium Beratung für Bildung, Beruf und Beschäftigung (Bachelor of Arts) Während des Studiums: • Kombi aus Wirtschafts-, Sozial- und Rechtswissenschaften • stehen die Schwerpunkte Berufliche Beratung, Fallmanagement sowie Teilhabe am Arbeitsleben zur Wahl • wirst du für die Beratung, Betreuung und Orientierung deiner Kunden qualifiziert • lernst du, Fragen zur Berufswahl, zu Leistungsansprüchen oder Fördermöglichkeiten zu beantworten

• wirst du darauf vorbereitet, deine Kunden bei der beruflichen Neuorientierung oder beim (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt zu unterstützen • bekommst du die nötigen Kenntnisse, um die jeweilige Lebenslage deiner Kunden analysieren zu können, die Arbeitsmarktchancen einzuschätzen, Ziele zu definieren und Maßnahmenpläne zu erstellen

Impressum Herausgeber:

Gestaltung:

Zentrale (POE 2) Bundesagentur für Arbeit Regensburger Str. 104 90478 Nürnberg

Orange YC GmbH Schandauer Straße 64 01277 Dresden

Redaktion: Polina Boyko, Tabea Grünert, Marie Robinski Layout: Isabel Riedel, Lena Schulze Fotos: Norbert Neumann Illustration: www.freepik.com

Druckerei: GD Gotha Druck und Verpackung GmbH & Co.KG Gutenbergstraße 3 99869 Günthersleben-Wechmar


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H Ä RT E T E S T

Härtetest: Dachdeckerberuf Ohne sie hätten wir kein Dach überm Kopf – zumindest kein sicheres. Dachdecker sind Allrounder mit handwerklichem Geschick, Fitness und Köpfchen. Was ihren Job noch ausmacht? Das durfte Autorin Noelia im SPIESSER-Härtetest hautnah erleben. von Noelia Sanchez- Barón, 21

D

ie perfekte Versuchsperson für diesen Härtetest, der Mensch, der auf der Kirmes lieber unten auf Jacken und Taschen aufpasst, soll in den „Beruf von Oben“ reinschnuppern. Ich stehe an einem sommerlich warmen Montag vor dem Dachdeckerbetrieb „Hans-Dieter Büschkes GmbH – Meisterhafte Dächer“ und male mir meisterhaft die schlimmsten Szenarien aus: von einem Dach trotz Sicherung fallen, mir die Hand zwischen Haken einklemmen ... Ich bin nicht ohne Grund von Sternzeichen „Tollpatsch“.

Handwerk, Design und Umwelt Der nette Empfang des Geschäftsführers André Büschkes reißt mich aus meinem Gedankenchaos. Der Fachprofi nimmt mich auf einen Rundgang durch die Dachausstellung im Hinterhof des Betriebs. Hier erklärt mir André die vielfältigen Aufgaben, die zum Dachdeckerberuf gehören, und drückt mir eine Rolladen-Fernbedienung in die Hand – auf den ersten Blick nichts Spektakuläres. Als er mir erklärt, dass diese Rolladen mit Solarantrieb funktionieren, wird mir klar, dass Dachdecker sich auch mit Themen wie erneuerbare Energien, Umwelt und Design auseinandersetzen. Kurz nach dem Mittag beginnt die wahre Action: André und ich fahren zu einer Baustelle, bei der am Dach einer nah gelegenen Kirche Schiefern ausgewechselt werden. Ein Kran kommt hier zum Einsatz und soll uns in schwindelerregende Höhen befördern. Nach kurzem Hadern und Zaudern steige ich auf die Plattform, die uns in eine Höhe von 25 Metern bringt. Hier halten wir an. Überrascht über meine Überwindung, winke ich enthusiastisch den

geschrumpften Personen, die zu uns hochschauen. Ich könnte mich mit der Welt „von Oben“ wirklich anfreunden.

Fotos von Dennis Treu

Noelia packt mit an

Kunst zum Mitnehmen Am Betrieb angekommen, versuche ich mich an Metall und Feuer. Das Löten von Zinkblechen zählt zu den ersten Übungsaufgaben eines angehenden Dachdeckers, sowie die Schieferkunst. Keine leichte Kunst, wie ich kurze Zeit später feststelle. Der Dachdecker-Profi markiert mir die Stelle, die zu entfernen ist. Ich bin katastrophal, obwohl meine Abinote in Kunst was anderes erwarten lässt. „Es sieht nicht leicht aus. Doch mit ausreichender Übung kann jeder die Schieferkunst beherrschen“, beruhigt André mich. Er überreicht mir sein perfekt geformtes Schieferobjekt mit den Worten „Schenk ich dir!“ Mit geballtem Dachdecker-Wissen und einem besonderen Geschenk in der Hand mache ich mich auf dem Weg nach Hause. Der Dachdecker-Beruf hat mein Herz und meinen Respekt auf jeden Fall gewonnen.

Herz und Respekt für den „Beruf von Oben“

Löten und Schieferkunst – die Basics des Dachdeckerberufs

Da wirst du ganz neidisch? Du willst das, was Noelia beschreibt, jeden Tag machen und hast mega Bock auf den Dachdeckerberuf? Dann informiere dich auf www.dachdeckerdeinberuf.de und erfahre alles zur Dachdecker-Ausbildung.

Deutsches Dachdeckerhandwerk


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M I T TAGSPAUSE

... mit Marion Lieser von Oxfam Deutschland

„Ich wollte direkt helfen.” Ihr kennt sie vielleicht von den Second Hand Shops: Die Hilfsorganisation Oxfam. Was die Shops mit der Organisation zu tun haben und wie Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeit zur Karriere werden können, erzählte Marion Lieser, Geschäftsführerin von Oxfam Deutschland, SPIESSER-Autor Paul am Mittagstisch. von Paul Hilli ger, 22

Was genau ist Oxfam? Oxfam ist eine internationale Nothilfeund Entwicklungsorganisation. Wir setzen uns dafür ein, dass sich Menschen in armen Ländern nachhaltige und sichere Existenzgrundlagen selbst schaffen können.

Du bist Geschäftsführerin bei Oxfam Deutschland e.V. Wie kam es dazu? Zunächst habe ich Sozialpädagogik, Soziologie, Sozialarbeit und zum Schluss auch noch Umweltwissenschaften studiert. Also alles, was man im Allgemeinen als „brotlos“ bezeichnet. (lacht) Meine Zertifizierung zur Umweltwissenschaftlerin habe ich als letztes gemacht.

Wie bist du zur Entwicklungshilfe gekommen? Ich hatte schon immer ein Interesse an Entwicklungszusammenarbeit. Ich wollte unbedingt ins Ausland und direkt helfen, habe aber schnell gemerkt, dass das alleine nicht ausreicht. Es ist wichtig, die Dinge langfristig anzugehen, gemeinsam mit lokalen Partnern, um den Menschen in die Lage zu versetzen, in der sie sich selbst helfen können. Neben dieser Hilfe zur Selbsthilfe habe ich mich auch viel mit humanitärer Hilfe beschäftigt und dafür unter anderem in Nairobi studiert. Mit Mitte Zwanzig ging ich zum deutschen Entwicklungsdienst und habe vier Jahre im Sudan gearbeitet. So

Gespräch über Entwicklungszusammenarbeit bei Swingmusik und Salatmischung

Foto s von Tony Hau pt

bin ich immer wieder mit NGOs (Nichtregierungsorganisationen) in Verbindung gekommen, die auch vor Ort tätig waren. Beispielsweise mit Ärzte ohne Grenzen und eben auch Oxfam.

Was unterscheidet Oxfam von anderen Organisationen? Oxfam unterscheidet von anderen auch sehr guten und wichtigen Organisationen, dass es drei Dinge zusammenbringt: Erstens die Kampagnenarbeit, mit der wir mit wichtigen Themen an die Öffentlichkeit gehen. Zweitens die Programmarbeit, bei der wir im Ausland die Menschen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Drittens der humanitäre Ansatz. Diese Kombination ist ungewöhnlich. Normalerweise macht eine Organisation nur eines der Drei. Wir sind überzeugt davon, dass man vor Ort sein muss, um die Menschen in armen Ländern zu unterstützen. Doch langfristige Veränderungen sind nur möglich, wenn sich politisch etwas bewegt. Bei uns geht beides Hand in Hand.

Oxfam Shops Wenn der Kleiderschrank aus allen Nähten platzt, stellt sich gern die Frage: Wohin mit dem Zeug? Die Oxfam Second Hand Shops haben ein besonderes Konzept: Die Gewinne aus der hier verkauften Kleidung fließen nämlich in die entwicklungspolitische Arbeit von Oxfam Deutschland e.V. Die Unterstützung könnt ihr in Form von Kleiderspenden oder auch durch ehrenamtliche Mitarbeit in einem der Shops leisten. Informiert euch auf shops.oxfam.de!


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SPRUNGBRETT

Was erwiderst du auf den Vorwurf „Das Geld kommt nicht an“? Das Geld kommt an, wenn auch nicht eins zu eins. Ich verstehe, dass Menschen das gerne möchten. Aber sie wollen auch, dass eine NGO transparent arbeitet, die Öffentlichkeit informiert und die korrekte Umsetzung von Projekten überprüft. All das kostet Geld. Aber es gibt Vorgaben, wie viel das sein darf. Bei Oxfam fließen 88 Prozent unserer Einnahmen in die Projektund Kampagnenarbeit.

Welche Jobmöglichkeiten hat man bei Oxfam? Das ist ganz unterschiedlich! Man kann als Freiwilliger bei uns anfangen, im Oxfam-Shop oder als Konzertaktivist. Nach dem Studium als Projektmanager einsteigen oder auch ganz einfach im Vertrieb oder der Buchhaltung eine Ausbildung machen. Bei uns ist für jeden etwas dabei! Egal mit welchem Abschluss. Aktuelle Ausschreibungen stehen immer auf unserer Webseite.

Wie hat dein Job deinen Lebenswandel beeinflusst? Ich denke man kann die Arbeit, die ich leiste, nicht machen, wenn man das nicht auch lebt. Ich habe lange im Ausland gearbeitet, weiß wie es sich anfühlt tagelang keinen Strom oder Wasser zu haben. Alleine das hat dazu geführt, dass ich mich auch hier anders verhalte und einen anderen Blick auf Dinge habe. Wenn du vor Ort siehst, unter welchen Bedingungen Menschen arbeiten und welchen Gefahren sie teilweise ausgesetzt sind, dann gehst du auch anders einkaufen. Ob Paul nachhaltig lebt? Fragt ihn auf: SPIESSER.de/user/PaulausmDorf

Marion Lieser Marion Lieser war schon früh überall in der Welt unterwegs und hat sich bei Hilfsorganisationen engagiert. Sie hat Sozialpädagogik, Soziologie, Sozialarbeit und Umweltwissenschaften in Deutschland und Kenia studiert. Nachdem sie bei diversen staatlichen und privaten Hilfsorganisationen gearbeitet hat, war sie zunächst für die deutsche Entwicklungshilfe im Sudan tätig und ist dann zu einer internationalen Consulting-Firma gewechselt. 2012 kam Marion Lieser schließlich zu Oxfam Deutschland und arbeitet seitdem als Geschäftsführerin.

Handfeste Argumente für Nachhaltigkeit

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NAC HG E F R AGT

Von Tätowierungen bis Tunikas Mode vs. Kleidung und wo ist da der Unterschied? Wir wollten wissen, wie sich Mode im Laufe der Epochen verändert hat. Was Fashion mit Turmschädeln zu tun hat und wieso Hosen verpönt waren, erklärt Frau Gutsmiedl-Schümann von der FU Berlin SPIESSER-Autorin Marie.

Text und Fotos von Marie Robinski, 23

Wie können wir wissen, was Menschen vor 1000 Jahren getragen haben? Aus archäologischer Sicht besteht Kleidung aus organischen und anorganischen Bestandteilen. Textilien aus Pflanzenfasern, Wolle oder Leder sind organische Materialien, die sich nur unter sehr speziellen Bedingungen erhalten. Das heißt, je weiter wir in der Zeit zurückgehen, desto weniger können wir direkt auf Kleidung zugreifen, es sei denn wir haben spezielle Überlieferungsbedingungen, wie beispielsweise der Fund von Ötzi, der samt seiner Kleidung im Gletscher konserviert wurde. Normalerweise fehlt aber der organische Bestandteil von Kleidung. Meistens sind die anorganischen Elemente besser erhalten, wie Schnallen, Gewandspangen oder Schmuck aus Metallen, Knochen und Horn.

Ein Beispiel: Im sechsten Jahrhundert nach Christus war es bei Frauen üblich, ein Obergewand mit zwei kleinen Gewandspangen zu verschließen. Im Übergang zum siebten Jahrhundert änderte sich die Mode und es wurden einzelne große, scheibenförmige Gewandspangen. Dabei handelte es sich um eine klassische Generationenfrage, da ältere Frauen zu Beginn des siebten Jahrhunderts oftmals noch die zwei kleinen Spangen trugen. Modetrends sind meistens nur innerhalb einer höheren sozialen Schicht zu finden oder nachzuweisen.

Grabfund von Sungir – so können Grabfunde rekonstruiert werden

Unser heutiges Schönheitsideal vor allem für Frauen unterscheidet sich massiv von dem vor 200 Jahren. Wie kam es dazu? Da muss man beachten, dass das ein sehr westlicher Blick ist. Meines Erachtens müssen wir uns heute in der westlichen Welt so gut wie keine Gedanken mehr um Nahrungsbeschaffung machen,

War Mode immer ein Statussymbol? Was wir hier begrifflich unterscheiden sollten, sind „Kleidung“ und „Mode“. Mode, im Sinne von einer Kleidung, die einem aktuellen Zeitgeschmack entspricht, ist eine spezielle Art von Kleidung. Wenn wir die Entwicklung von Mode betrachten, stellen wir fest, dass sich diese in der Vergangenheit wesentlich langsamer entwickelt hat als heute. Früher eher von Generation zu Generation – heute von Saison zu Saison.

Frau Gutsmiedl-Schümanns Bücherregal ist wie eine Zeitreise

Quelle: Erlangen-Wladimir, Wordpress


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SPRUNGBRETT

Modetrends sind meistens nur innerhalb einer höheren sozialen Schicht zu finden oder nachzuweisen.

um die nächste Zeit zu überleben. Ein schlankes Schönheitsideal kann sich nur eine Gesellschaft erlauben, die grundsätzlich mit Nahrung versorgt ist, sodass der bewusste Verzicht wiederum für Qualitäten wie Disziplin oder Kontrolle steht. Das sagt viel über das allgemeine Idealbild eines Menschen in dieser Gesellschaft aus.

Einige setzen aber weniger auf Disziplin, sondern eher auf Chirurgie. Wann begannen Männer und Frauen sich medizinisch verschönern zu lassen? Das ist auch schwierig nachzuweisen. Wir können Tätowierungen bei im Permafrost bestatteten Menschen nachweisen, da bei ihnen die Haut noch gut erhalten wurde. Auch Ötzi hatte Tätowierungen auf dem Körper. Es gibt die Theorie, dass diese kleinen Tätowierungen an bestimmten Stellen heilende Wirkung haben sollten. Ein anderes Beispiel für Körpermanipulation sind Turmschädel aus dem fünften bis sechsten Jahrhundert. Man hat bei hunnischen Kleinstkindern aus höheren sozialen Schichten die Schädel eng bandagiert, um sie in eine hohe Form zu bringen. Wofür diese Tradition steht und warum dieses Schönheitsideal auch von anderen Bevölkerungsgruppen übernommen wurde, ist schwierig zu sagen. Es hat keiner etwas darüber aufgeschrieben.

Was können Sie uns zum Thema „Modetabus“ sagen? Im Spätmittelalter und der Neuzeit haben sich Hosen als etwas Manntypisches durchgesetzt. Wenn wir von dort aus mal zurückgehen und uns mit der klassischen Antike beschäftigen, können wir feststellen, dass zu Zeiten der Römer Hosen tragen bei Männern und Frauen als unzivilisiert und barbarisch galt. Römische Männer trugen Tunika und Toga. Die Römer haben das Hosentragen durch Kontakt mit germanischen Völkern in Mittel- und Nordeuropa kennengelernt. Durch die Konflikte zwischen den Völkergruppen kam es zu einer Abgrenzung von römischer Seite durch das Ablehnen von Hosen. Ob Marie gerne die Hosen anhat? Fragt sie auf SPIESSER.de/user/VeryMary94

Doris Gutsmiedl-Schümann Ist prähistorische Archäologin und lehrt an der Freien Universität Berlin. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt im ersten Jahrtausend nach Christus und räumlich gesehen vor allem in Mittel- und Nordeuropa. Momentan beschäftigt sich Frau Gutsmiedl-Schümann mit Grabfunden aus Skandinavien (Norwegen).

Kleidung aus der Bronzezeit (1000 v. Chr.) – die braune Farbe kommt durch die Bodenlagerung, die eigentliche Farbe ist also unklar Quelle: natmus.dk


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SPRUNGBRETT

BE RU F E ROU L E T T E

Leute, die Kleider machen Kleider machen Leute. Modedesigner machen Kleider. Wie genau das abläuft und was man alles können muss, um die Fashionwelt mitzugestalten, hat SPIESSER-Autor Paul beim Berliner Modelabel „Hund Hund“ von Isabel Kücke und Rohan Michael Hoole herausgefunden. von Paul Hi l l i ger, 22

A

ls ich an der verabredeten Adresse ankomme, begrüßen mich keine Glamour-Schaufenster, sondern Wohnhaus-Fassaden und ein Dönerstand an der Ecke. Drinnen sieht es eher nach kreativem Schaffen aus: Das gemütlich eingerichtete Wohnzimmer wird von einem großen Tisch, überquellenden Kleiderständern und einer Unzahl von Kartons in Beschlag genommen. Hier etreiben Isabel Kücke und Rohan Michael Hoole das Modelabel „Hund Hund“. „Iz“, wie Rohan seine Partnerin nennt, „ist die Designerin. Ich kümmere mich um den Vertrieb und den ganzen Rest.“ Wir schaffen etwas Platz auf dem Tisch, der mit Entwürfen, Laptops, Stoffrollen und Nähzeug bedeckt ist, und trinken Kaffee aus Tassen ohne Henkel.

Augen auf Nachhaltigkeit „Hund Hund“ ist ein auf größtmögliche Nachhaltigkeit ausgelegtes Berliner Modelabel, das seinen Namen der Tatsache verdankt, dass Isabel Hunde über alles liebt und auch Mode für die Vierbeiner macht. Rohan und Isabel haben sich in Mumbai kennengelernt, wo beide aus erster Hand erfuhren, was die Billigproduktion von Kleidung der Umwelt und den Menschen antut. Diese Bedingungen mit eigenen Augen zu sehen, hat sie dazu veranlasst, es selbst besser zu machen. In Deutschland und Europa wollten sie erschwingliche Kleidung zu fairen Bedingungen produzieren. Dafür arbeiten sie ausschließlich mit Produzenten zusammen, die genauso denken wie sie. Nicht nur, wo die Textilien herkommen, ist wichtig. Die Kunden sollen

genauestens nachvollziehen können, warum etwas kostet, was es kostet. Egal ob Hundehalsband, Leinenrock oder Baumwollshirt. Um das zu gewährleisten kann man online oder auf Nachfrage genaue Preisdiagramme einsehen. Laut Rohan kommt Nachhaltigkeit immer mehr im öffentlichen Bewusstsein an. Er sagt aber auch, dass Nachhaltigkeit nicht immer Fair Trade heißt: „Viele Leute, die auf Nachhaltigkeit achten, wollen auch Fair Trade Kleidung. Leider wird das nicht immer von der Industrie so umgesetzt.“

„Jeder Tag ist anders!“

Fotos von A ri ana Do n gus

Für eine bessere (Fashion-) Welt Der Stoff für das neue Kleid ist mittlerweile zugeschnitten. „Das eigentliche Designen passiert heutzutage zwar meistens am Computer, aber das Endprodukt muss trotzdem noch genäht werden“, meint Isabel dazu. Wieder was dazu gelernt – über die Fashionwelt, wie man sie nachhaltiger gestalten kann und über die Leute, die Kleider machen.

Wie Paul sein Modelabel nennen würde? Fragt ihn auf: SPIESSER.de/user/PaulsausmDorf

Während ich Isabel dabei beobachte, wie sie die ersten Konturen eines Kleids aus der Stoffbahn schneidet, erzählt sie mir von ihrem Beruf: „Man muss es schon richtig gelernt haben. Ob Studium oder Ausbildung besser ist, kann ich nicht sagen. Beim späteren Gehalt macht es wohl kaum einen Unterschied“, meint Isabel. „Was du kannst und wie gut du die Leute erreichst, ist wichtiger. Ich habe an der UDK Berlin Modedesign studiert und brauche alles, was ich gelernt habe, täglich.“ Einen richtigen Hauptbestandteil der Arbeit gibt es laut Isabel nicht wirklich: „Es ist extrem abwechslungsreich. Einen Tag bist du nur auf der Straße in Berlin und suchst nach neues Trends, dann bist du wieder auf einer Stoffmesse in Italien, triffst dich mit Herstellern oder bist bei einem Shooting mit neuen Models und Designs. Jeder Tag ist anders! Besonders bei so einem kleinen Label wie ‚Hund Hund‘.“

Modedesigner Dein Traumjob, denn du … • sprühst vor kreativen Kleidungsideen • kennst dich bereits gut mit Mode aus • willst in den Glamour der Fashionwelt eintauchen Das gehört dazu: • viel Durchsetzungsvermögen • ständig die Augen nach neuen Trends offen halten • Budgets beachten Wie du es wirst: • Realschulabschluss mit anschließender Ausbildung zum Modedesigner • oder Design-Studium Einstiegsgehalt: • 1.800 bis 5.000 Euro – je nach Label


31 Stoffstücke zur Auswahl der Arbeitsmaterialien

Noch ein letzter kritischer Blick auf die Schnittvorlage und schon geht‘s los!

Isabel und Rohan – ein eingespieltes Team

Vorteile des Designer-Jobs: Kleidung nach Maß


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M AC H DE I N DI NG

Gesprächsstoff auf elektronisch „Koba“ ist japanisch und bedeutet so viel wie „kleiner Familienbetrieb“. Und „kant“ kommt von „Fabrikant“. KOBAKANT sind zwei junge Designerinnen, die statt Garn leitende Fäden in ihre Kleidung verarbeiten. Dinge anders zu machen, ist der rote Faden, der sich durch die Projekte von Hannah und Mika zieht. nski, 23 Text und Foto s von Mari e Robi

I

ch laufe an einem der ersten Frühlingstage dieses Jahres durch Berlin-Kreuzberg. Mein Ziel ist die Schneiderei für elektronische Textilien von KOBAKANT, einem kreativen Duo bestehend aus Hannah und Mika. Obwohl ich erstmal niemanden sehe, trete ich in das lichtdurchflutete Zimmer – die Tür zur Schneiderei ist offen. spartanisch aber stilvoll mit alten Sesseln, einer in der Luft hängenden Kleiderstange und einem großen Holztisch in der Mitte ist der Raum eingerichtet und hat etwas Wohnzimmer-ähnliches. Aus der angrenzenden Werkstatt kommt mir Hannah entgegen und begrüßt mich herzlich. Sie stellt mir Mika und einen weiteren Kollegen vor, die beide in der Werkstatt beschäftigt sind und mir trotzdem aufmerksam einen Espresso anbieten. Mit Joghurt – die Milch ist aus.

Auch Wolle ist smart Das schwarze „Crying Dress“ hinter dem Sofa ist mir bereits beim Betreten aufgefallen, ich hatte bei meiner Recherche ein kurzes Video dazu gesehen. Hannah erklärt mir, dass diese Kreation ein spekulatives Stück ist, das für eine fiktive Zukunft steht, in der handgearbeitete Elektronik in Kleidung Alltag sein kann. In den Stoff sind leitende Fäden aus Kupfergeflecht eingearbeitet, die herauffallende Wassertropfen auffangen und durch einen Kreislauf, den ich zugegebenermaßen nicht ganz verstanden habe, in eine hörbare Frequenz umwandeln. Solche Art von Kleidung nennt man wearable technology oder smart textile, wie Hannah mir erklärt: „Wenn man das mal wortwörtlich übersetzt, dann könnte

ich auch sagen eine Uhr sei wearable technology oder mein Wollpulli, weil der mich sehr gut warmhalten kann. Was damit heute gemeint ist, ist die Verbindung zwischen digitaler Technologie und dem textilen Stoff. Das „smarte“ kommt von der Idee, dass da ein kleiner Computer in deiner Kleidung steckt.“

Massagen, Gaming und open source Prinzip Auf die Frage hin, wie sie überhaupt darauf kam, wearable technology herzustellen, muss Hannah erst kurz überlegen. An der Uni Linz hat sie Industriedesign studiert und ab und zu Vorlesungen zu Interface Cultures besucht, wo sie Mika kennenlernte. Eines Kneipenabends kamen zwei Themen zusammen, die auf den ersten Blick wenig vereinbar

In Hannahs Kreativwerkstatt wird genäht und gelötet

Schaltkreise auf einem kleinen Stück Patchwork


33 sind: Massagen und Gaming. Das erste gemeinsame Projekt war geboren – die massage-me Weste. Eine Weste mit integriertem Game-Interface auf dem Rücken. Ob es die zu kaufen gäbe, frage ich. Nein, aber die Anleitung dafür ist online – die zwei setzen auf das open source Prinzip. Es gibt noch keine fertigen Lösungen in E-Textile und Hannah liebt diese Herausforderung, nach neuen Lösungen zu suchen. Aber wo fängt man an, frage ich mich. Für mich ist das alles Neuland, das ich heute zum ersten Mal betrete. Ich bin begeistert und gleichzeitig habe ich Probleme, mir

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eine Zukunft mit dieser Art von Kleidung vorzustellen. Hannah aber beeindruckt mich mit ihrem Idealismus. Trotzdem liegt die Massentauglichkeit ihrer Meinung nach noch in fernerer Zukunft.

Ob ihr Marie auf einem der Workshops treffen würdet? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/VeryMary94

Der Laden von Hannah und Mika ist das Medium, um diese Zukunftsgeschichte zu erzählen. Er zeigt das Märchenhafte und Fiktive, von dem Hannah spricht. So könnten Läden der Zukunft aussehen. Immerhin fünf Aufträge haben sie derzeit, von denen drei Stück von Leuten stammen, die sich in den Laden getraut haben. Das macht Hannah stolz.

How to get what you want Hannah und Mika betreiben auch die DIY-Seite „How to get what you want“ unter kobakant.at/DIY, auf der ein beachtliches Repertoire an Anleitungen für E-TextileNeulinge und Konzepten zum Thema E-Textiles zu finden ist. Um seinen ersten Schaltkreis in Stoff einzunähen, braucht man zum Beispiel nur leitenden Faden oder Stoff, ein paar LEDs und Knopfzellen. Hannah und Mika bieten aber auch Workshops an, bei denen man am besten ein Gefühl für die Materialien bekommt und andere Interessierte kennenlernen kann.

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Hier. Zusammen. Wachsen.

Mika versunken in einen neuen Auftrag


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S P I ELW I E S E

Festivalkalender Mal klein, mal groß, mal um die Ecke und mal weiter weg: Einiges davon, was im Sommer an der Festivalfront so ansteht, haben wir hier für euch gesammelt. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür aber mit der tollen Möglichkeit, Festivaltickets abzusahnen.

Juni/Juli 2018

Ab auf SPIESSER.de/gewinnen!

Roskilde

30. Juni 7. Juli

SNNTG

Sehnde, bei Hannover

Roskilde (Dänemark, bei Kopenhagen)

www.snntg.dk

.dk www.roskilde-festival

Workshops, Theater, Lesungen und Musik, die kein bestimmtes Genre, sondern ein Lebensgefühl bedient.

Main Acts: ne, Eminem, Gorillaz, David Byr gwai Mo es, Fox et Fle rs, Ma no Bru s Gewinnt 1x2 7-Tagesticket g! pin + Cam

13. Juli 15. Juli

Gewinnt 1x2 Tickets!

Teilnahmeschluss: 17. Juni

Teilnahmeschluss: 3. Juni

Riggelsen, © Johannes han Flad Step

Melt Ferropolis (Sachsen-Anhalt) www.meltfestival.de

Main Acts 2018: Florence + The Machine, The xx, Tyler the Creator, Nina Kraviz, Mura Masa, Odesza

Gewinnt 2x2 Festivaltickets + Camping! Teilnahmeschluss: 10. Juni Jensen © Krists Luhaers, Flemming Bo

27. Juli 29. Juli


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SPIELWIESE

August 2018

Ab auf SPIESSER.de/gewinnen!

Sziget

08. August 15. August

Highfield

Budapest (Ungarn)

Störmthaler See Großpösna (bei Leipzig)

m www.szigetfestival.co

www.highfield.de

Main Acts 2018: Kendrick Mumford & Sons, Gorillaz, Lipa, a Du Lamar, Lana Del Ray, y, nke Mo tic Arc Shawn Mendes, Bastille

Main Acts: Billy Talent, Marteria, Broilers, Die Fantastischen Vier, Parov Stelar, Alligatoah

Camping! 1x2 8-Tagestickets + Basic

17. August + 18. August

Teilnahmeschluss: 10. Juni

Gewinnt 1x2 Tickets und zwei Highfield-Beutel!

Teilnahmeschluss: 24. Juni

Hütte Rockt Georgsmarienhütte (Niedersachsen) www.huette-rockt.de

Main Acts 2018: Madsen, Betontod, Dritte Wahl, Henning Wehland, B-Tight, Montreal

st Augu 17. st Augu 19.

Gewinnt 1x2 Tickets! Teilnahmeschluss: 17. Juni ©rockstarphotographers

©Alexander Schliephak e, Robin Schm iedebach

Reload Sulingen (Niedersachsen)

24. August + 25. August

www.reload-festival.de

Main Acts: Papa Roach, In Flames, Kreator, Sick of it all, Gewinnt 1x2 Tickets!

Teilnahmeschluss: 24. Juni

Flogging Molly, Eskimo Callboy

© Jessika Wol

lstein


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T I T E LV E RT E I DIGE R

Titelverteidiger: Madsen Auf den Punkt gebracht, bodenständig und trotzdem lyrisch sind die Texte von Madsen. Der Sound: unvergleichlich. Das Cover: genial. Das neue Album: geil. SPIESSER-Autorin Marie hat Sebastian Madsen telefonisch auf einem Parkspaziergang begleitet und zum neuen Album „Lichtjahre“ ausgefragt. von Marie Robinski, 23

Hast du schon ohne vorher zu überlegen mal etwas gemacht, wofür du heute noch dankbar bist? (Wenn es einfach passiert)

Da gab es diesen Moment 1993 als ich als Schlagzeuger mit meinem Bruder das erste Mal auf der Bühne stand bzw. saß. (lacht) Da wurde mir klar, dass ich nichts anderes mehr machen will als Musik.

Wer hat euch Madsen-Brüder musikalisch geprägt? (Mein erstes Lied)

Das komplette Interview gibt’s auf SPIESSER.de

Welches Maries Lieblingslied von Madsen ist? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/VeryMary94

Gewinnspiel

Solo: A Star Wars Story Am 24. Mai geht es wieder in eine weit, weit entfernte Galaxis. Wir verlosen Fanpakete mit T-Shirt, Rucksack und Thermobecher! Ab auf SPIESSER.de/gewinnen!

Da könnte ich dir 1000 Bands nennen, aber wir können uns einfach auf die „Beatles“ einigen. Mit denen wurden wir als Babys schon gefüttert. Es gibt keine andere Band, die ich so lange liebe und höre.

Du hast mal gesagt: „Küsse sind ehrlicher als Worte“ – würdest du über Tanz dasselbe sagen? (Ich tanze mit mir allein)

In welchen Klamotten fühlst du dich am attraktivsten? (Wird sie mich sehen)

Ich trage immer schwarze Jeans und schwarze Schuhe und unter der Jacke am liebsten einen grauen Pullover mit riesen Kapuze. Dann fühle ich mich nicht unbedingt attraktiv, aber wohl.

Wie achtest du auf Nachhaltigkeit in deinem Alltag? (Wo mal Wüste war)

Wir sind viel unterwegs und sind alle große Fans von Raststätten-Kaffee. Normalerweise bekommt man da Plastikbecher, die einfach nur weggeschmissen werden. Wir haben jetzt angefangen Kunststoffbecher mitzunehmen und diese auffüllen zu lassen. Beim Einkaufen nehme ich meine eigenen Beutel mit, damit ich nicht unnötig Plastiktüten benutzen muss.

(lacht) Das kommt drauf an, wie man tanzt. Wenn man beim Tanzen diesen hypnotischen Zustand erreicht, dann ist die Bewegung ehrlicher als das Wort. Ich muss gestehen, ich bin kein Tänzer, ich bin Kopfnicker. Aber ein Kopfnicker kann auch ehrlicher sein als ein Wort.

Wenn du in der Zeit reisen könntest, wo würde es hingehen? (Ein paar Runden)

Ich bin ein riesiger Fan von ZeitreiseGeschichten! Ich würde am liebsten zurück in die 70er nach Dänemark reisen, wo sich meine Eltern kennengelernt haben. Wäre doch interessant zu sehen, wie sie so waren als junge Menschen, die sich noch nicht kannten.

VÖ: 22. Juni 2018

Label: Arising Empire


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SPIELWIESE

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Telefon: 0351 31540-570 Fax: 0351 31540-40 Web: SPIESSER.de Mail: info@SPIESSER.de Redaktionsleitung: Polina Boyko Redaktion: Henric Abraham, Susanne Glöß, Tabea Grünert, Frieda Rahn, Marie Robinski, Paul Hilliger Assistenz: Susann Thannert Layout: Madeleine Arendt, Daniel Nork, Isabel Riedel, Lena Schulze Lektorat: Anne Katharina König Mitarbeiter dieser Ausgabe: Fabienne Kollien, Katharina Petry, Noelia Sanchez-Barón, Annika Sperling Fotos: Ariana Dongus, Tony Haupt, Claudia Krahne, Norbert Neumann, Daniel Scholz, Dennis Treu Illustration: www.flaticon.com, www.freepik.com, www.vecteezy.com Telefon: 0351 31540-570 Mail: redaktion@SPIESSER.de Mediaberatung: Anke Bai, Janine Kaufer, Stephan Kraus, Jakob Osman, Alice Walther Druckerei: GD Gotha Druck und Verpackung GmbH & Co.KG Gutenbergstraße 3 99869 Günthersleben-Wechmar Distribution Orange YC GmbH willkommen@orange-yc.de Telefon: 0351 31540-550 Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos usw.; Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, zugesandte Beiträge zu kürzen.

Titelfoto: Revolverheld Fotograf: Claudia Krahne

Mach weiter so, Annika

Wie sich Annikas Vegetarismus auf ihren Kleidungsstil auswirkt? Fragt sie auf SPIESSER .de/user/Alaniel

#werweiß Der nächste SPIESSER erscheint am 3. September 2018.

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„Wir schaffen das Innovative, das Neue!“ Fjolla absolviert momentan ein duales Studium als Wirtschaftsinformatikerin bei Airbus. Im Interview mit SPIESSER-Redakteur Henric erzählt sie, was sie an ihrem Studium begeistert. Warum hast du dich für ein ITStudium bei Airbus entschieden? Ich habe schon relativ früh in der Schule gemerkt, dass meine Stärken im naturwissenschaftlichen Bereich liegen. Vor allem in der Mathematik, und irgendwann kam dann auch Informatik dazu. Den Ausschlag gab dann aber etwas Anderes. Ich hatte mal einen Zeitungsartikel in der Hand, in dem stand, dass in naher Zukunft in der IT immer mehr Fachkräfte gesucht würden. Das sei ein Beruf, bei dem ich mir sicher sein könne, einen Job zu finden. Da dachte ich mir: Wenn mir das Spaß macht, ich meine Stärken voll einsetzen kann und das auch noch ein Job mit Zukunft ist, warum denn eigentlich nicht? Eine Freundin von mir arbeitet auch bei Airbus und hatte mir schon vorgeschwärmt, dass sie sehr gut ausgebildet wird. Das war mir unheimlich wichtig, dass mir die Ausbildung auch richtig was bringt. Da habe ich mich einfach mal beworben.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus? Als IT-Studentin sitze ich natürlich viel am PC, aber definitiv nicht den ganzen Tag, da ich näher an der Produktion bin. Wir unterstützen dabei, die Produktion zu digitalisieren, sei es durch Sensorik oder Kamerasysteme. Das macht mir sehr viel Spaß und ist schließlich auch die Zukunft! Wir schaffen das Innovative, das Neue! Was gefällt dir am besten an deinem Studium? Wir sind viel international unterwegs, haben zum Beispiel mit Frankreich, England, Amerika und China zu tun. Das gefällt mir sehr und der Draht zu den internationalen Kolleginnen und Kollegen ist super! Ich selbst war auch schon bei Airbus in Toulouse für eine Präsentation. Das war eine Herausforderung, hat aber auch viel Spaß gemacht!

Ein Studium mit Zukunftsperspektive IT-Berufe gewinnen durch die fortschreitende Digitalisierung immer mehr an Bedeutung und bieten dir dadurch spannende Einsatzbereiche sowie hervorragende Zukunftsaussichten bei Airbus. Wir bieten dir eine Vielzahl dualer Studiengänge mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie z.B. Product Development und System Integration. Wenn du motiviert bist an technischen Lösungen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse zu arbeiten, dann solltest du dich für ein Studium im IT-Bereich entscheiden! Airbus, ein weltweit führendes Unternehmen in der Luft- und Raumfahrtindustrie, bietet in Kooperation mit verschiedenen Hochschulen diverse IT-Studiengänge an, die Theorie und Praxis miteinander verbinden. Folgende IT-Studiengänge warten auf dich:

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