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April | Mai 2017 | Nr. 170 | Pubert채t | SPIESSER.de

HAARIG Nico l채sst sich die Haare entfernen. Seite 13

PICKLIG Jenni rechnet mit Mitessern ab. Seite 30

FAUL Judith Holofernes ist kreativ durch Nichtstun. Seite 16

Cool bleiben! SPIESSER-Autoren 체ber den ganz normalen Pubert채tswahnsinn. Ab Seite 6.


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LOS GEHT’S! I HR SE I D

Alles easy? Eure Hormone spielen verrückt, überall sprießen Haare und niemand versteht euch? Ja, da müssen wir alle durch. Aber keine Panik, auch die Pubertät geht mal vorbei. Und das Allerwichtigste: Ihr seid nicht allein. Ein Heft für alle, die mitten im Lebensfrühling stecken und Bienchen und Blümchen entdecken.

Kennt ihr schon ... ... Tom? Unser heimatverbundener SPIESSERPraktikant kann von Rockmusik nicht genug bekommen und spielt sogar selbst in einer Band.

Ich bin SPIESSER, weil … … ich es sauber und aufgeräumt mag.

Wenn ich Geld habe, dann ... … würde ich gerne wieder mal nach England reisen.

Was hab ich gemacht, wollte es aber nie machen? Sprachrohr

4

Im Lebensfrühling überwintern

Sprungbrett

20

Zu Mittag bei IKEA Deutschland mit Com&In Managerin Berna Brandsaeter.

Christian fragt sich in seiner Kolumne, wann der ganze Spaß mal vorbei ist.

6

Vollzeitbeschäftigung Pubertät

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Bärendienst: H(a)arte Sache

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Dissen für das Bandklima

Das erste Mal: Steuererklärung Was eine Steuererklärung ist, wer sie machen muss und wie ihr zu Steuerprofis werdet.

Nico lässt sich zum ersten Mal Brust und Bauch enthaaren. Autsch!

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Die Sache mit dem Geld Tipps von Finanzexpertin Stefanie Kühn.

Der ganz normale Wahnsinn zweier Pubertierender.

13

„Menschen sind unsere Inspiration.“

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Ihre Mission: toben, spielen und quatschen Ein Bundesfreiwilligendienst bei der Heilsarmee und Tom mittendrin.

Die Jungs von „Von wegen Lisbeth“ über Blödsinn und Bandleben.

Spielwiese

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Kochen will gelernt sein! Kochen – prinzipiell gar nicht so schwer.

16

„Meine Haupttechnik ist Nichtstun.“ Vertretungslehrerin Judith Holofernes hat interessante Kreativitätstechniken parat.

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#NoFap – (Nie) Mehr Pornos? Wir alle tun‘s. Aber sollten wir auch?

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Rätselseite Ablenkung, Stressbewältigung und geile Gewinne.

30

Ist’s vorbei? Brief an die Pickel, Impressum – wer dahinter steckt.

Ich war mal in einem Kletterwald. Bei meiner Höhenangst ein absoluter Horrortrip!


04

SPRACHROHR

KOLU M N E

Im Lebensfrühling überwinten 25 von Chr istia n Sch neid er,

D

ie Pubertät. Für die meisten von euch sicher, ebenso wie für mich, eine Zeit in Ketten gelegt. Vor allem, was die Zähne anbelangt. Mündig werden und Zahnspange tragen – da sind Probleme vorprogrammiert. Apropos Digitalisierung – sie macht natürlich auch vor der Pubertät nicht halt. Gottseidank! Sexuelle Aufklärung kann jeder Teenager selbstbestimmt, wenn auch realitätsfern, online als Unterrichtsvorbereitung erledigen. Wer in der Schule gemobbt wird, kann im Internet andere mobben. Und um zu sehen, ob man cool ist, vergleicht man morgens die Klamotten einfach kurz mit seinem Instagramfeed. Und in fünf Jahren dann Pubertät 4.0: Einfach mit der Virtual Reality-Brille die ganze Phase realitätsflüchten und die Eltern können sich als kostenpflichtiges Add-On einfach ein sorgenfreies Kind in die augmented Realität herunterladen. Parentship24. Zurück in die Gegenwart. Denn in dieser spüren wir bereits die ersten Schattenseiten des Immer-online-Status: Der Vergleich mit anderen ist immer da, in der Hosentasche. Die Vorbilder sind immer öfter selbst noch in der Pubertät und das Orientieren in der

sich schnell drehenden Welt ist schwindelerregend. Womöglich taumeln auch deshalb immer mehr Menschen immer länger mit dem Wunsch des ewigen Jungseins durch die Gegend. Das Heranreifen wird uns der technologische Fortschritt nicht abnehmen. Google Maps hilft nicht beim Suchen des Wegs zu sich selbst. Es gibt keine klaren Meilensteine im Leben mehr, die signalisieren, dass der Übergang von jugendlich zu erwachsen erfolgt ist. Bei den Mädchen war es früher die Heirat. Bei den Jungen die Wehrmacht. Beiden gesellschaftlich akzeptierten Adoleszenz-Schwellen weine ich keinesfalls nach, aber dennoch ist die gewonnene Freiheit der jugendlichen Phase nun auch frei von festen Orientierungspunkten. Wir müssen selbst bestimmen. Wann ist man denn überhaupt raus aus der Pubertät? Ich dachte damals, dass man dieses Stadium automatisch mit dem ersten Sex beendet. Vielleicht werden die aufgezeichneten Daten unseres Verhaltens ja irgendwann genutzt, um ein Statuslevel des Erwachsenseins per Handy abrufen zu können. Was genau das alles bewirkt, das wird man erst in ein paar Jahren sehen. Fest steht, dass die Phase der Pubertät sich

zwar ausdehnt, die Entwicklung von einem Jahrgang Pubertierender zum nächsten allerdings an Geschwindigkeit gewinnt. Generationen erneuern sich in immer kürzerem Zeitrahmen und der Pubertierende von morgen wird mit dem Pubertierenden von heute nur das Gefühl, die Gedanken, die Zweifel und den stummen Schrei nach Liebe teilen. Zu meiner Zeit war das ABC der Pubertät nämlich noch Alkopop, Bravo-Zeitschrift (die Seiten ganz hinten) und Clearasil. Inzwischen ist es wahrscheinlich: After-Sex-Selfies, BodyAttack-Kurse und Cybermobbing. Und so geht’s ewig weiter. Und nun entschuldigt mich, ich höre mir jetzt den Song zu unserem Heftthema von Rockstah an. Wenn er Recht hat, komme ich vielleicht in drei Jahren wieder in die Pubertät. Yay.

Ob Christian immer noch die Bravo liest? Fragt ihn auf:

user/ SPIESSER.de/ n-sie-pf irsich-nan nten de nan der-m


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H E R Z S T ÜC K

.. PuBertat

VollZeitBeschäftigung Steckt ihr gerade mittendrin, seid eben raus oder ist’s schon ein paar Jährchen her? Egal, die Pubertät ist für jeden eine einfach nur krasse Zeit. Die Welt steht Kopf, man erkennt sich selbst nicht mehr und hinterfragt absolut alles, was man bis dahin gelernt hat. SPIESSER-Autorin Ida ist 17 und steckt in Mitten von Schulstress, Zukunftsplänen und Erwartungen. Bei SPIESSER-Redakteur Henk ist die Pubertät schon ein paar Jahre her aber er kann sich bestens an diese aufregende Zeit erinnern. Zusammen skizzieren sie persönliche Momentaufnahmen des ganz alltäglichen Pubertätswahnsinns. Von Ida Mittag, 17, und Hernic Abraham, 25 Illustrationen von Anja Nier


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SPRACHROHR

Mein Wecker klingelt. Jetzt könnte der klischeehafteste Satz aller Teenager folgen: „Viel zu früh.“ Allerdings ist das kein Klischee, sondern eine Tatsache, die auch auf mich zutrifft. Mich, Ida M., 17 Jahre, Abiturientin aus Halle. Soweit die Formalien. Oft kann ich selber nicht viel mehr sagen. Wenn ich in den Spiegel schaue, sehe ich meine Haare, die aussehen wie ein explodiertes Sofakissen, nachdem ich sie vor einem Jahr in einer rebellischen Selbstfindungsphase von hüftlang auf drei Millimeter abrasiert habe. Zum Schminken habe ich heute auch keine Lust, Motto des Tages: Nach einem Blick in den Spiegel habe ich beschlossen heute auf innere Werte zu setzen! Zum Glück haben mich meine Hormone gestern so lange wach gehalten, dass ich mir überlegen konnte, was ich anziehe. Eine enorme Zeitersparnis und ein gefundener Schuldiger: die Hormone! Mein ständiger Begleiter, der mir meine Ausreden für Müdigkeit besorgt und auf den ich auch meine Bauchschmerzen während der Regel schieben kann (ich würde mal sagen: „Mädchenbonus“). Meine einzige Frage: Warum nehmen die Lehrer keine Rücksicht auf das, was sie uns im Biologieunterricht beibringen?

Mein Wecker klingelt. Mein neuer Freund die Morgenlatte sagt mir freundlich „Guten Morgen“.. Ich bleibe noch zwei Minuten liegen, nicht dass meine Eltern mein hyperaktives Geschlechtsorgan zu sehen bekommen. Also wenn ich schon hier liege, könnte ich natürlich auch gleich … hab ich noch Taschentücher? Ich, Henric A., 25, Redakteur in Dresden, versetze mich in mein pubertäres, 16-jähriges Selbst zurück. Eine so hochemotionale, hormonkontrollierte Zeit, dass meine Erinnerungen frischer sind als an das letzte ganz erwachsene Wochenende vorm Fernseher. Nachdem sich mein Glied beruhigt hat, ziehe ich mir wie jeden Morgen das an, was oben im Schrank liegt und hoffe auf das Beste. Ich begreife es als Teil meines Protests gegen alles und jeden mir keine Gedanken darum zu machen, was ich anziehe. Trotzdem bin ich natürlich wohlbehütet genug, dass meine Mama mir weiterhin Brote schmiert. Mein treuer Begleiter, das ständige Hungergefühl, das mich seit der ersten Wachstumsphase zwischen Moppelchen und Bohnenstange schwanken lässt (zur Zeit eher Moppelchen), hat eine Rebellion gegen das uncoole Pausenbrot bislang verhindert.

7 : 19 Von meinem Morgensprint leicht aus der Puste, an der Haltestelle. Wieder einmal Glück gehabt und die Straßenbahn kommt verlässliche zwei Minuten zu spät. Ansonsten würde wahrscheinlich die gesamte Schülerschaft zu spät kommen. Dabei lag ich heute echt gut in der Zeit (wie eigentlich jeden Morgen), bis Mama damit angefangen hat, ob ich das Katzenklo sauber gemacht habe und mein Bett ordentlich ist. Sorry, aber ich habe nicht nur die Rolle einer vorbildlichen Tochter zu erfüllen sondern soll nebenbei auch noch Musterschülerin sein! Das heißt, ich musste das Schulzeug von meinem Schreibtisch (zumindest wäre es praktisch, wenn es dort gelegen hätte) zusammensuchen. Während der 20 Minuten Straßenbahnfahrt wird nochmal bulimiegelernt. Allerdings mit geringem Erfolg, da um mich herum Fünftklässler ihre überschüssige Energie nicht bändigen können. Immer öfter frage ich mich, ob ich auch mal so anstrengend, hyperaktiv und respektlos war?

Beim Erreichen der Haltestelle wird mir klar, dass ich wohl die Bahn verpasst habe. Meine Tagträumereien stehen im krassen Konflikt mit der Erwartung irgendwo pünktlich zu sein. Es ist mir jetzt schon peinlich unter den strengen Augen der Lehrerin und dem hämischen Grinsen der restlichen Klasse ins Klassenzimmer zu kommen. Ich spüre Blut im Kopf und kalten Schweiß unter den Achseln. Inständig hoffe ich, dass ich in meinem Halbschlaf Deo benutzt habe. Während meiner 20 Minuten Straßenbahnfahrt höre ich Metal-Alben von meinem großen Bruder und suhle mich im Gefühl, das mich niemand versteht und nie jemand verstehen wird.


08 9 : 15 1. Hofpause. Deutschtest überstanden. Gekonnt ignoriere ich die Frage: „Und wie lief’s bei dir?“ Ich hasse es, dass ich, wie so viele, das Konkurrenzdenken nicht abschalten kann. Wie soll das auch gehen, wenn das Einzige, was die Schule dir in der Oberstufe vermittelt, ist: Dein Abitur ist alles! Ohne gute Noten bist du nichts wert! Ich kontere mit der Frage: „Wie war dein Wochenende?“ Genauso bescheuerte Frage, wenn ich an meins denke: arbeiten, lernen, sauber machen. Wahrscheinlich erhalte ich deshalb auch nur ein Schulterzucken als Antwort.

1. Hofpause. Puh, es gab nur einen kleinen Anschiss fürs Zuspätkommen und es haben auch nicht alle gegrinst. Aber jetzt steht eine Traube Mädchen auf der anderen Seite des Schulhofs, sie schauen in meine Richtung und kichern. Na toll, reden die über mich? Und wenn ja, ist das dann gut? Oder schlecht? Sollte ich rüberschauen und lächeln? Oder weiter gekonnt ignorieren? Ich entscheide mich für letzteres und begebe mich in die Runde meiner Freunde. „Haste Hausaufgaben gemacht? Nee, ich auch nicht …“

11 : 10 Auch Mathe ist geschafft. Ich sage nur so viel: Ich bin glücklich, dass es meinen besten Freund, den Folgefehler, gibt.

11 : 35 Geografie. Lehrerin: „Als nächstes gibt es die Klausuren zurück. Es ist schwer, in kurzer Zeit die passenden Worte zu finden. Deswegen sind manche Noten auch unter eurem Niveau. Aber wenn ihr euch mal eine gelungene Arbeit durchlesen wollt, dann fragt doch mal Ida, ob ihr euch ihren Text ansehen könnt.“ Auch das noch, es ist ja nicht so, als hätte ich nicht schon genug mit dem Streberruf zu kämpfen!

15 : 20 Schulschluss. In einem Tagesablauf, wie ihn sich Unwissende vorstellen, heißt es jetzt eigentlich Freizeit, uneigentlich Schul-freie-Zeit. Sportliche Aktivität wurde in den letzten zwei Stunden abgehandelt, für mehr ist keine Zeit – auch wenn das zu den Gedanken führt, man könne dem gesellschaftlichen Schönheitsideal nicht entsprechen, da man zu dick sei. Freunde trifft man nur noch zum Lernen. Generell stelle ich fest, dass Freundschaften durch die Schule immer mehr zu Zweckgemeinschaften werden. Für mich steht jetzt Fahrschule an. Noch eine Aufgabe, in der man sich beweisen muss und für die ich Kapazitäten schaffen musste, wo eigentlich keine waren.

Ich kann mich genau 10 Sekunden auf den Unterricht konzentrieren. In der ersten Reihe sitzt Leonie. Weit lehnt sie sich über ihren Tisch, um mitzuschreiben. Ihre Jeans rutscht tiefer und tiefer und offenbart ihren Tanga. Rot mit schwarzer Spitze. Mein Hormonspiegel explodiert und mein Gehirn schaltet auf Neandertaler. Die nächsten 35 Minuten werden von Kopfkino beherrscht. Danke, Leonie. 11 : 35

Deutsch. Und das bei Herrn Schulze, dem einzigen kompetenten Lehrer hier. Irgendwas hat der Mann an sich. Natürliche Autorität könnte man sagen. Wenn er den Raum betritt sind alle ruhig, auch die Chaoten aus der letzten Reihe. Lob aus seinem Mund ist wie ein Ritterschlag, den selbst die Jungs anerkennen. Tadel sticht dagegen tief als hätte man gerade den eigenen Vater, Barack Obama und den lieben Gott persönlich enttäuscht. Ich hänge an seinen Lippen. Immerhin eine Stunde, bei der ich etwas mitnehme. 15 : 20

Schulschluss. Theoretisch müsste man sich jetzt um Hausaufgaben oder ähnliches kümmern. Ich denke an Leonie. Sie sieht immer toll aus und lächelt mich ab und zu an … und dieser rot-schwarze Tanga … Ob sie mich mag? Bestimmt nicht … warum auch? Jeder andere Junge in der Schule ist interessanter als ich. Vor allem die Älteren. Vielleicht sollte ich doch wieder anfangen Gitarre zu spielen. Mädchen mögen Gitarren oder? Ach das


09

SPRACHROHR


10 Denn wie es bei meinem Bewerbungsgespräch neulich hieß: „Es wäre schon praktisch, wenn Sie einen Führerschein hätten.“ Wenigstens habe ich jetzt einen Ausbildungsplatz sicher und es folgt nicht, wie bei manchen, das peinliche Schweigen auf die Frage: „Was sind deine Pläne für die Zukunft?“

17 : 01 Zu Hause. Alleine. Meine Katze kommt zu mir und für einen Moment kann ich es genießen nur ihrem Schnurren zu lauschen. Sie gibt mir das Gefühl geliebt zu werden. Die Sehnsucht nach der großen Liebe steigt in mir auf, die Sehnsucht nach jemandem an meiner Seite, der versteht wie es mir geht.

18 : 53 Papa kommt nach Hause. Kein „Hallo“, kein „Wie war dein Tag?“, sondern nur: „Meine Arbeit heute war echt anstrengend“ Dafür habe ich überhaupt keinen Nerv, aber das kann ich so nicht sagen, das würde ihn verletzen. Aber Moment mal, tröste ich jetzt meinen Papa? Sollte es nicht andersherum sein, dass Eltern für ihre Kinder da sind? Ja, nur dass ich irgendwie kein so richtiges Kind mehr bin. In diesen Momenten vermisse ich meine große Schwester. Seit sie von zu Hause ausgezogen ist bewundere ich sie noch mehr dafür, wie sie das alles geschafft hat.

23 : 04 Aus dem um-22-Uhr-ins-Bett-Gehen, um acht Stunden Schlaf zu bekommen, ist mal wieder nichts geworden. Die Schuld dafür gebe ich diesmal nicht den Hormonen, sondern den hohen Ansprüchen, die das Leben zurzeit an mich stellt. Doch was wäre ich ohne diese? So kann ich immer einen Plan machen, was als nächstes kommt und diesen Punkt für Punkt abarbeiten. Was wäre ich ohne meine Sehnsüchte? Ich hätte nichts mehr, wovon ich träumen könnte. Was wäre ich ohne Mitmenschen, mit denen ich mich vergleiche? Ich hätte keinen Antrieb mehr. Wie oft am Tag denke ich mir „Irgendwie habe ich doch Glück“, denn das scheint es ja immer noch zu geben.

bringt doch eh nichts. Sie steht bestimmt auf Muskeln, so wie die ganzen Supersportler sie haben. Auf sowas stehen die Frauen doch. Oder? Verdammt, es ist kompliziert. 17 : 01

Zu Hause. Ich sitze am Rechner und zocke. Eigentlich sollte ich wohl was für die Schule tun, aber bei der Reizüberflutung wird der Gedanke mit aller Gewalt in den Hintergrund gedrängt. 18 : 53

Mama kommt nach Hause. Die Lehrerin hat sie angerufen. „Warum musst du denn immer zu spät sein? Und kannst du nicht einfach mal Hausaufgaben machen? So schwer kann das doch nicht sein!“ Ich überdecke meine Scham sie zu enttäuschen mit Wut. Ich knalle Türen und verkrieche mich in mein Zimmer. Kopfhörer auf. Metal an. Niemand versteht mich. Alles ist scheiße. In die Dunkelheit meiner Gedanken schleicht sich das Bild von einem kleinen roten Tanga mit schwarzer Spitze. Kann man eigentlich gleichzeitig wütend und erregt sein? Bin ich noch normal? 23 : 04

Wer hat sich das eigentlich mit dem frühen Aufstehen ausgedacht? Eigentlich ist es doch unverantwortlich uns mit so einem Hormonüberschuss in die Schule zu schicken. Im Bett kreisen die Gedanken. Vielleicht sollte ich doch mal Hausaufgaben machen. Ich will ja nicht, dass Mama mir ewig Brote schmieren muss. Ich will ja auch mal raus in die Welt. Raus aus dem Kaff. Raus aus der Schule. Weg von dem gewohnten Umfeld. Vielleicht mach ich morgen alles anders. Morgen konzentrier ich mich. Morgen bin ich nicht zu spät. Morgen lobt mich Herr Schulz. Morgen … sprech ich Leonie an. Morgen.

Ende


11

SPRACHROHR

Fakten, Fakten, Fakten Mädchen

Jungs

beide

52%

2%

3%

12 Jahre

6%

13 Jahre

12%

67%

45%

Wann hattet ihr euer „erstes Mal“? 11%

61%

29% 16%

14 Jahre

23%

15 Jahre

Wer hat euch aufgeklärt?

16 Jahre

17 Jahre

59%

52%

43%

37%

36%

34%

34%

15%

16%

13%

9%

Lehrer

Beste Freunde

3%

Vater

Wart ihr mal mit jemandem zusammen, den ihr online kennengelernt habt? 16-19 Jahre

Mutter

Geschwister

Arzt

Wie oft guckt ihr Pornos? 16-19 Jahre 92%

85%

1%

mehrmals

33%

nie 14%

8%

einmal gar nicht bzw. sporadisch 81%

nie

1%

mehrmals

18%

einmal

25%

23%

20%

0%

< 2 Mal monatlich

2 Mal im Monat bis 2 Mal die Woche

Trinkt ihr regelmäßig Alkohol?

6,1%

12-15 Jahre

27,7%

16-17 Jahre

Quellen: statista.com, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

30,3%

18-21 Jahre

34,5%

22-25 Jahre

0%

> 2 Mal die Woche


12 Raus aus der Familie –

rein in die Welt

Warum ist die Pubertät eigentlich so eine aufregende aber auch schwierige Zeit für uns? Und ist Erwachsenwerden heutzutage anders als früher? Der Kinder- und Jugendpsychiater Prof. Dr. Gunther Moll befasst sich schon jahrelang mit diesen Themen und hat uns die wichtigsten Fragen zum Thema Pubertät beantwortet. von Franziska Gradl, 21

Welche Gefühle haben Sie, wenn Sie an ihre eigene Pubertät zurückdenken? Sehr gute. Es war für mich eine wahnsinnig aufregende, heftige Zeit. Mädchen, Liebe und Sex waren ein unglaublich spannendes, neues Thema und ich lernte meinen eigenen Weg zu gehen. Pubertät bedeutet erwachsen werden. Aber woran macht man eigentlich aus, dass man in der Pubertät steckt? Neben den körperlichen Veränderungen, merkt man es vor allem an den Gefühlen und Emotionen, die oft aus dem Ruder laufen. Zudem wird das eigene Denken und das Denken der anderen immer mehr in Frage gestellt und man versteht sich und die Welt häufig nicht mehr. Welche Veränderungen passieren während der Pubertät? Was passiert im Gehirn? Diese Frage beantworte ich Ihnen jetzt nicht. Denn die Untersuchungen werden aus Erwachsenen-Sicht durchgeführt und dabei wird immer angenommen, dass das Gehirn in der Pubertät noch nicht ausgereift ist. Das ist aber grundsätzlich falsch. Das Gehirn ist während der Pubertät genau richtig für diese Zeit. Das heißt Pubertierende sind schon vollständige Menschen mit einem richtigen Gehirn. Wenn Sie ihre Pubertätszeit mit der Ihrer Kinder vergleichen. Ist Erwachsenwerden heutzutage anders als früher? Inwiefern? Ja. Es gab zu meiner Zeit viel mehr Freizeit und weniger Vorgaben. Wenn ich in der Schule gute Leistungen gebracht habe, hatte ich die Nachmittage und Wochenenden frei. Heute ist die Schulzeit zu einer Arbeitszeit geworden und bei Ganztagsunterricht haben Jugendliche

oft mehr Stunden als erwachsene Arbeitskräfte. Für mich ist also klar die verfügbare freie Zeit der Unterschied. Die Erziehung ist in den meisten Fällen heutzutage lockerer als noch vor 40 Jahren. Haben es Teenager damit besser als früher? Die Erziehung ist meiner Meinung nach nicht lockerer geworden – sie wird nur als lockerer verkauft und kommt mit einer Art „Deckmäntelchen“ daher. Von klein auf werden die Kinder heutzutage umsorgt: Kinderkrippe, Kindergarten, Ganztagsschule. Einordnung und Normierung in die Leistungs- und Arbeitswelt ist das heutige Motto und nicht Eigenständigkeit und Freiheit. Während der Pubertät werden die Freunde immer wichtiger. Bedeuten Freundschaften, die man in der Zeit führt, mehr? Jetzt sind Sie beim Hauptpunkt der Pubertät: Raus aus der Familie, hinein in die Welt. Und dazu sind andere Menschen und vor allem Freunde das Entscheidende. Und auch hier gilt, dass Freundschaften gelernt und eingeübt werden müssen, ebenso wie das Lieben können, es ist nicht angeboren und geht nicht von selbst. Dabei sind die ersten Freundschaften ganz besonders wichtig und halten deshalb auch oft lebenslang. Wann ist die Pubertät zu Ende? Hoffentlich niemals! Pubertät bedeutet Bewegung und Veränderung. Und das ist das Leben. Da müssen wir Erwachsenen uns oftmals selbst ermahnen und aufpassen, dass bei uns kein Rost ansetzt. Viel neues Erleben, Wünsche erfüllen, sich neu entdecken – diese Phase sollte niemals aufhören!

Gunther Moll

DON’T PANIC!

Gunther Moll ist Professor für Kinderund Jugendpsychiatrie und Psychotherapie an der Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen-Nürnberg und Leiter der Kinder- und Jugendabteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen. Zusammen mit seinem Sohn Benjamin Moll hat er das Buch „Der Umbruch: Wie Kinder, Eltern und Großeltern unser Land veränderten“ veröffentlicht.


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H Ä RT E T E S T

SPRACHROHR

Bärendienst: Ha(a)rte Sache Die Pubertät ist ja so ´ne Sache: Man entdeckt seinen eigenen Körper, viele finden die erste große Liebe, die Hormone drehen durch. Und auf dem Weg vom Halbstarken zum Mann sprießen die Haare am Körper was das Zeug hält. Nun will ich es wissen. Wie sah mein Körper Jahre zuvor aus? von Nico Hajrahm atollah i, 20

Fotos von Julia Benges er

A

uf der kurzen Busfahrt zum Salon „La Beauté“ lenkt mich noch Musik von meiner Aufregung ab, aber um kurz nach 11 bin ich da. Kein Zurück! Vor der Tür zum Studio, das im ruhigen Marbach bei Marburg liegt, wartet Anja, meine freundliche Kosmetikerin, mit einem strahlenden Lächeln auf mich. Sie macht mir Mut. Den brauch ich auch! Denn eigentlich mag ich meine Haare auf der Brust. Und auch mein Freund hat nichts dagegen – im Gegenteil. Persönlich finde ich Gefallen an meinem Körper, sei es mit oder ohne Haare. Für meinen Kraftsport und den Sommer aber hat eine haarlose Brust zweifelsohne nur Vorteile: weniger schwitzen, die Sonnenmilch kommt tatsächlich auf der Haut an und es sieht einfach besser aus. Aber bis zu einer freien Brust ist es noch ein langer Weg, es sind wahrlich nicht wenig schwarze Haare, die meinen Körper zieren. Zur Entfernung nutzt Anja eine relativ sanfte Methode, das Sugaring. Dabei kommen rein natürliche Substanzen zum Einsatz: aus Zucker, Wasser und etwas Zitronensaft wird eine zähflüssige Masse. Gegen die Richtung, in die das Haar wächst, wird sie nach und nach auf die Haut aufgetragen: zuerst auf den Bauch, danach auf die Brust. Mitsamt seiner Wurzel wird das Haar dann in Haarwuchsrichtung mit einer ruckartigen Bewegung ausgerissen.

Erst Bauch, dann Brust Aahh! Verdammt, zieht das! Das war fies: Gerade reden wir noch nett und im nächsten Moment wird die erste Stelle an meinem Bauch kahl. Krass, wie sehr die Haare Widerstand leisten. Es fühlt sich so an, also ob die Paste nicht die Haare, sondern die ganze Hautschicht mit abzieht. Das ist kein Zuckerschlecken mit der Zuckerpaste. Als mein Bauch schon fast haarfrei ist, spiele ich mit dem Gedanken, den Test abzubrechen. Aber

der ganze Schmerz soll ja auch nicht umsonst gewesen sein. Außerdem gefällt mir der Anblick meines zwar noch rot leuchtenden, aber schönen, haarlosen Oberkörpers. Mit einem Glas Wasser kann ich mich kurz erholen und neuen Mut tanken für den nächsten Teil, die Brust. Jetzt geht es gefühlt erst los: die Haut an der Brust ist dünner und das lässt sie mich spüren. Damit es weniger weh tut, soll ich lieber Brust und Bizeps anspannen. Mit Spannung auf der Haut lassen sich mehr Haare mit weniger Schmerzen entfernen. Doch der Rest der Brust stellt erstaunlicherweise auch kein Problem mehr dar – nein, ich freu mich drauf: gleich ist es vorbei. Tatsächlich dauert es nicht mehr lange bis wir fertig sind und Anja mich mit einer beruhigenden Lotion eincremt. Mein Fazit nach einer Stunde Behandlung fällt ziemlich durchwachsen aus: krebsrot leuchten Brust und Bauch, das Gefühl aus Taubheit und Schmerz ist ungewöhnlich. Aber ich bin froh, diese Erfahrung gemacht zu haben. Meine anfängliche Skepsis ist purer Erleichterung gewichen. Mein letzter Gedanke, bevor ich mich bedanke und den Salon verlasse: War doch alles halb so schlimm!

Als mein Bauch schon fast haarfrei ist, spiele ich mit dem Gedanken, den Test abzubrechen.

Ob Nico sich nun die Haare regelmäßig entfernen lässt? Fragt ihn auf: er/ nicohaji SPIESSER.de/us


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K I S SE N S C H L AC H T

Dissen für das Bandklima In ihren besten Pubertätsjahren haben die Jungs von „Von wegen Lisbeth“ fremde Gärten aufgewühlt, jetzt wirbeln sie die deutsche Musikszene ordentlich auf. Warum gegenseitiges Dissen bei ihnen zum Bandleben gehört, hat SPIESSER-Autorin Maren in einer Kissenschlacht im Andor Hotel Plaza in Hannover herausgefunden. von Maren Carle, 21

Fotos von Moritz Götte

„Von wegen Lisbeth“ – Wie seid ihr denn auf den Namen gekommen?

Julian: Also im Bett haben wir die Frage noch nie gestellt bekommen. (lachen) Matze: Wir wollten einen Namen, der möglichst überhaupt nichts aussagt und auch möglichst wenig Sinn ergibt, also haben wir einfach ein paar Wörter aufgeschrieben und die zusammengewürfelt. Gewinnt von den Jungs von „Von wegen Lisbeth“ handsignierte SPIESSER-Kissen für alle hormongesteuertemotionalen Momente! Ab auf SPIESSER.de/gewinnen!

Mit einem Puls von 180 spielen Maren und die Jungs von „Von wegen Lisbeth“ Flaschendrehen:

Bei meiner Quelle des Vertrauens (Wikipedia) steht, dass ihr euch in der siebten Klasse gegründet habt, als der Sportunterricht ausgefallen ist. Stimmt das so?

Matze: Ja, im ganz groben Ursprung stimmt das sogar. Unser Lehrer konnte irgendwie nicht zum Sportunterricht kommen und dann sind wir halt alle zu Julius in den Keller gegangen. Da stand so ein alter Drumcomputer rum und eine alte selbstgebaute Gitarre und dann haben wir sofort Hits produziert.

Wann hattet ihr dann euren ersten großen Auftritt?

Matze: Bei „Rock in der Aula“. Vorher in der Schule gab’s da so ein Vorcasting … Julian: … wer bei „Rock in der Aula“ spielen darf. Das war richtig hart. Matze: Jap und wir wurden genommen. Sind viele Bands gegen euch angetreten?

Matze: Ja, eine! Julian: Und die haben beim Casting den Bassverstärker der Schule kaputt gemacht und wurden deswegen nicht genommen. Matze: Damals waren dann zehn Leute in der riesigen Aula. Na da sind mittlerweile ja ein paar mehr Leute bei euren Konzerten! Und ein paar mehr Interviews ... Welche Frage nervt am meisten?

Matze: Wie seid ihr eigentlich auf euren Namen gekommen? (lacht)


15 Ich hab‘s befürchtet. Gut dass wir diese Frage niemals stellen würden! Wie schafft ihr es auf Tour, wenn ihr die ganze Zeit aufeinander hockt, euch auch mal aus dem Weg zu gehen?

Julian Z.: Wir machen einfach die Zimmertür zu, damit Robert nicht vom Flur ins Zimmer kommen kann. Nein, es ist tatsächlich ziemlich schwierig, sich dann aus dem Weg zu gehen, weil wir auch privat die ganze Zeit aufeinander rumhängen. Julian: Ich glaub der Trick ist, sich gegenseitig manchmal so richtig zu verarschen und sich auf ironische Art und Weise zu sagen, was einen eigentlich ernsthaft anpisst. Das heißt, eigentlich dissen wir uns die ganze Zeit und jeder muss selber für sich entscheiden, welcher Anteil davon vielleicht ernst gemeint war und welcher nicht. Apropos nerven – Das Thema unserer aktuellen Ausgabe ist ja „Pubertät“. Ihr kennt euch jetzt schon ziemlich lange, wer von euch war der Nervigste in der Pubertät?

Matze: Julian würde ich sagen. Julian: Ich wusste es! Was war denn das Schlimmste oder Witzigste, das ihr in der Zeit so angestellt habt?

Julian Z.: Boah, ich hab einmal ziemlich krass gesündigt, ich war damals so ziemlich festgefahren auf Punk und Rockmusik … Julian: Die Story ist der Hit! Julian Z.: Jaja und Matze hatte so eine uralte CD Sammlung und dann war ich irgendwann bei ihm und habe seine CD Sammlung „aussortiert“. Julian: Matze, kannst du die Story mal aus deiner Sicht erzählen? Matze: Also das war so: Julian hat halt krass viel Punk gehört und ich komme aus einer Ecke, wo man ganz viel Hip Hop gehört hat und ich hatte ganz viele Hip Hop CDs. Dann war aber Punk viel cooler auf einmal und dann war Julian das erste Mal bei mir zu Hause und hat meine CDs gesehen und hat die einfach aus dem Fenster geworfen, aus dem vierten Stock!

SPRACHROHR

Das nennt man also „Aussortieren“. Aber Jungs sind während der Pubertät ja meistens sehr aufbrausend. Dann war das bei euch auch so?

Julian Z.: Ja, so ein bisschen Scheiße gebaut haben wir irgendwie alle. Julian: Wir haben uns jedes Wochenende getroffen zum „rushen“. Dabei mussten wir über Gartenzäune springen und so weit kommen wie möglich. Das heißt wir haben versucht, keine Wege und Straßen zu benutzen und sind so in wildfremden Gärten gelandet. Matze: Dazu muss man noch sagen, dass wir in so einer Spießer-Gegend aufgewachsen sind, wo die Gärten heilig sind. Julian: Und an Weihnachten haben wir mal die Lichterketten geklaut und dafür Ostereier hingehängt, die wir an Ostern geklaut haben. Also würdet ihr zusammenfassend sagen, die Pubertät war eine geile Zeit?

Julian: Ja, das war eine klasse Zeit! Matze: Ne, ich glaub so im Nachhinein betrachtet nicht. Pubertät war übelst aufregend einfach! Also es war schon ein bisschen geil, dass es so aufregend war, aber es war auch so krass anstrengend. Julian: Ja, Matze, weil du so ein kleiner Lauch warst! Matze: Guck mal, stell dir mal vor, du bist mitten in der Pubertät und musst neben ihr im Bett sitzen, das wär doch mega der Act gewesen!

Von wegen Lisbeth

Letztes Jahr noch spielten die Berliner Matthias Rohde, Julian Hölting, Robert Tischer, Doz Zschäbitz und Julian Zschäbitz als Vorband für AnnenMayKantereit, jetzt touren sie für ihre eigenen Konzerte quer durch Deutschland. Mit im Gepäck haben sie neben ihrem ersten Album „Grande“ auch etwas außergewöhnliche Instrumente, wie alte Glockenspiele, eine Marimba und eine halb verrostete Steeldrum.

Ob für Maren die Kissenschlacht mega der Act war? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/ macareeen


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V E RT R E T UNGS S T U N DE

„Meine Haupttechnik ist Nichtstun.“ „Von hier an blind“ war definitiv nicht das Motto von Judith Holofernes‘ Vertretungsstunde. Bestens vorbereitet sprach die Musikerin, deren Band „Wir sind Helden“ einen Meilenstein der deutschsprachigen Musik bildet, mit Schülern der Max-Beckmann-Oberschule über Kreativitätstechniken. Von Hen ric Abr aha m, 25

Foto s von Ton y Hau pt

Schule: Max-Beckmann-Oberschule in Berlin Lehrerin: Judith Holofernes Klasse: 13 Fach: Deutsch Thema: Kreativitätstechniken

Das Video zur kreativen Vertretungsstunde findet ihr auf SPIESSER.de/ vertretungsstunde/ judith-holofernes

Es ist 13:30, 6. Stunde: Die Klasse hat sich bereits versammelt. Aufgeregtes Murmeln und Flüstern wabert durch den Klassenraum. Wann ist schon mal ein Promi zu Gast und der Unterricht gespickt von Kameras? Eigentlich steht im Raum 110 heute Deutschunterricht an. Auf dem Vertretungsplan steht jedoch jemand anderes. Auftritt Judith Holofernes. Sie schreibt ihren Namen an die Tafel und holt ihren Laptop raus. Judith:

Ich hab 12 Jahre lang in einer Band gesungen, da waren wir ganz schön viel unterwegs und haben 50 Songs aufgenommen. Aufgehört haben wir, weil ich mich fortgepflanzt habe. Lachen im Klassenzimmer.

In Zeiten als ein Chef einer Plattenfirma mal zu mir gesagt hat, ich könne nicht mehr schreiben, was ich will, habe ich es dennoch geschafft mir Räume zu schaffen, in denen ich mein Ding machen konnte. Das Thema der Stunde ist gesetzt: Wie ist man eigentlich kreativ, wenn man kreativ sein muss?

Judith:

Die Techniken sind zum Teil sehr schräg, aber ich möchte sie euch trotzdem inbrünstig ans Herz legen. Räuspert sich.

Meine Haupttechnik ist Nichtstun. Allgemeines Gelächter in der Klasse. In der ersten Reihe ruft jemand: „Ey chill ma!“

Sozusagen Nichtstun als Extremsport. Ich sitze also auf meinem Sofa und mache nichts. Ich warte, was mein Gehirn mir erzählen möchte. Jetzt kommt der Extremsportaspekt: Nach ungefähr einer Stunde wird es unangenehm. Nach etwa vier Stunden wird es richtig, richtig toll! Gelächter.

Ich weiß nicht, ob man sich das als Schüler so vorstellen kann. Ich kann doch keine vier Stunden lang nichts machen. Das Faszinierende ist, das stimmt nicht. Und das könnt ihr euch merken und später euren Chefs sagen:


17 Man verliert die Zeit nicht. Eine Stunde lang nichts zu tun spart Zeit, weil man weniger Quatsch erfindet, der einen unnötig ablenkt. Laura:

Wenn du dann nichts tust und dir die Einfälle kommen, schreibst du das dann auf? Judith:

Ich denk mir, wenn es eine starke Idee ist, dann kann ich sie mir auch noch eine halbe Stunde merken. Einen Song hab ich komplett im Kopf während des Spazierengehens geschrieben und hatte aber auch die ganze Zeit Angst ihn zu vergessen. Wenn es dir Angst macht es nicht aufzuschreiben, schreib es auf, aber dann leg das Heft wieder weg. Die Schüler haben angebissen und hängen Judith an den Lippen. Die Technik ist schräg genug, dass sie sich der Aufmerksamkeit sicher sein kann. Auf zum nächsten Tipp. Judith:

Der andere Tipp, der vielleicht etwas gesellschaftsfähiger ist: Spazierengehen. Das sagen schon Schriftsteller seit Beginn der schriftstellernden Zeiten, dass ihnen die besten Ideen in Bewegung kommen. Der Teil vom Gehirn, der einen sonst von guten Ideen abhält, oder einen selbst zensiert, der ist ganz einfach abgelenkt. Das heißt, wenn ihr lernt, für euer Abitur, dann kann ich das auch nur empfehlen. Vor allem wenn man einen Lernrappel bekommt und es anfängt sich schleeecht anzufühlen. Da würde ich im Zweifel immer mit etwas, das euch stresst, spazieren gehen. Ein anderer Tipp: Gewohnheiten verändern, was so Medienkonsum angeht. Es macht unheimlich viel Spaß damit mal zu brechen und irgendetwas zu lesen, was man sonst niemals im Leben lesen würde. Zum Beispiel Gedichte. Natürlich nichts, was einem nicht gefällt.

SPRACHROHR

Tipp: Ich war in einem Songwriterseminar. Wir haben im Kreis Songs vorgespielt und jeder hat jeden auseinander genommen. Und es gab Hausaufgaben. Eine davon war das Thema Denkmal. Das fand ich total bescheuert. Dann hab ich den ersten großen Radiohit von „Wir sind Helden“ geschrieben. Da war ich 19 und die erste große Liebe ging gerade zu Ende. Da war das Einzige, was mir einfiel, dass es keine gute Idee ist, seiner Liebe ein Denkmal zu bauen. Da wurde mir klar, dass man über jeden Quatsch ein gutes Lied schreiben kann. Isabel:

Haben deine Songs immer was mit deinem Leben selbst zu tun?

Nach „Ein leichtes Schwert“ (2014) erschien am 17. März „Ich bin das Chaos“ – Judiths zweites Soloprojekt, mit dem sie derzeit auf Tour ist: 22.04.17 – Stade, Hanse Song Festival 23.04.17 – Berlin, Astra 24.04.17 – Hannover, Pavillion 25.04.17 – Dresden, Scheune 27.04.17 – Bremen, Lagerhaus 28.04.17 – Stuttgart, Im Wizemann 29.04.17 – Freiburg, Jazzhaus

Judith:

Oft ist es so, dass ich denke ich schreibe über jemand anderen, was ich mir total ausgedacht hab. Ein halbes Jahr später merke ich dann, dass das doch wieder nur ich bin oder zumindest doch irgendwie mit drin stecke. Manchmal schreibe ich auch etwas, was ich bei anderen beobachte. Aber seit dem Song „Aurelie“ bin ich nicht mehr so blöd, den echten Namen einer Freundin zu benutzen. Die Zeit wird knapp. Noch irgendwelche abschließenden Worte?

Ich hoffe sehr, dass ihr gerne in die Schule geht. Ich weiß aus meiner Zeit noch, dass ich einiges schwierig fand. Was ich aber nicht wusste, ist, wie anders das Leben ist, wenn man sein eigenes Umfeld schafft. Das hätte ich gern in der letzten Klasse gewusst: Wie viel geiler alles ist, wenn die Schule vorbei ist. Gelächter.

Uff Gedichte. Ob das was für jeden ist. Gibt’s da nicht eine nutzerfreundlichere Technik? Judith:

Ein schöner Tipp ist auch: Amerikanische Fernsehserien. Damit verbringe ich viel Zeit. Ich schaue überhaupt kein Fernsehen mehr, aber ich habe alle Serien geguckt. Alle. Es geht darum, dass man seinen Speicher füllt. Da kann man auch schöne Witze machen, indem man sich auf Serien bezieht. Es geht darum einen breiten Horizont zu haben. Noch ein

Judith Holofernes

Welche Kreativitätstechnik Henric am besten gefallen hat? Fragt ihn auf:

SPIESSER.de/user/Hen k-Marzipan

„Man ist ja eher drauf getrimmt was Vernünftiges zu machen, da ist es echt schön von einem kreativen Menschen solche Eindrücke zu bekommen.“ 1 Anastasia, 18 Note:

„Ich war echt die ganze Zeit aufmerksam. Ich werde von den Tipps auf jeden Fall mal was umsetzen.“ Laura, 18 Note: 2+

„War spannend zu erfahren wie Profis mit Schreibblockaden umgehen. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Interaktion mit den Schülern gewünscht.“ Felix, 20 Note: 2


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SPRACHROHR

U N V E R BLÜ M T

#NoFap – (Nie)Mehr Pornos? Schon der erste Erotikfilm 1896 war umstritten. Dabei war der noch schwarzweiß und ohne Ton. Heute gibt es Nacktheit und Sex bunt und unzensiert – und überall: In der Werbung, in Filmen, im eigenen Wohnzimmer. Darf Pornografie so eine große Rolle in der Gesellschaft einnehmen? SPIESSER-Autorinnen Jana und Catharina haben sich das mal genauer überlegt.

„Ich will keine Pornos, die mich einschränken.“

Für Catharina, 18, haben Pornos nichts mit Bespaßung zu tun.

E

„Porno kann was!“

Jana, 24, findet: Pornos werden zu Unrecht schlechtgeredet.

I

s ist kein Geheimnis: Pornos spiegeln ein realitätsfernes Bild vom Liebesakt wider. Das wäre ja halb so wild, wenn sie nicht trotzdem eine so immense Auswirkung auf die Zuschauer hätten. Sozialwissenschaftler sagen nämlich, dass wer die Filme schaut, sich auch mit ihnen vergleicht. Der Einzelne leidet somit unter großem Druck, weil er denkt, er müsse mit den Darstellern mithalten. Das gilt für die Leistung sowie für das Aussehen. So soll angeblich perfekter Geschlechtsverkehr funktionieren? Dabei fängt der durchschnittliche Pornokonsument im Alter von gerade mal elf Jahren an, die Filmchen zu schauen. Erste praktische, sexuelle Erfahrungen wurden somit meist noch nicht gesammelt. Da sind Versagensängste beim ersten Sex vorprogrammiert. Mädchen haben laut Sexualberatern häufig das Gefühl sich anpassen und bestimmte sexuelle Tricks und Praktiken draufhaben zu müssen. So entsteht Leistungsdruck noch bevor es das erste Mal in die Kiste geht.

ch weiß noch genau, wie es war, als ich das erste Mal einen Porno geschaut habe. Es war Halloween und ich dreizehn. Mit einer Freundin habe ich „Fick mein geiles Saftfötzchen“ aus dem Zimmer ihres Bruders geklaut und kichernd angeschaut – war cooler als ein Horrorfilm. War meine Vorstellung von Sex seitdem deshalb verdorben? Sicher nicht.

Männer springen auf diese Tricks an, aber allem voran wollen sie Frauen sehen. In den allerersten Erotikfilmen ging es schon einfach um eine Dame, die sich auszieht. Meiner Meinung nach werden Frauen dadurch auf ihr Aussehen reduziert. Auch in der Werbung oder in Musikvideos ist die Sexualisierung der Frau bemerkbar, aber in Pornos findet sie ihren erniedrigenden Höhepunkt. Nur etwa ein Drittel aller Pornozuschauer ist weiblich. Bei der oft unterlegenen Darstellung von Frauen in Sexfilmen ist das kein Wunder. Alice Schwarzer, die wohl berühmteste Feministin, gründete schon 1987 die Kampagne „PorNO“. Dabei ging es ihr um einen frauenfreundlicheren Neubegriff von Pornografie. In vielen Filmen wirkt die Frau nur wie ein Objekt zur reinen Befriedigung. Das wird der weiblichen Vielfalt und den Bedürfnissen von Frauen nicht gerecht.

Leider denken immer noch viele Leute, Pornografie wäre nicht gut zu Frauen. Willkommen in den 90ern. Heute ist der Trend ein anderer: Ein Drittel der Frauen schaut mindestens einmal die Woche Pornos. Von wegen, wir stünden unter Druck, irgendwelche Dinge zu tun, die wir nicht wollen – im Gegenteil! Bei gut gemachten Pornos wie denen von „Erika Lust“ geht man genau auf die Bedürfnisse von Frauen ein. Für einige Emanzen sind Pornos ein politisches Statement: Der Pro-Sex-Feminismus spricht sich ausdrücklich für Pornografie aus. Repräsentative Studien für den Zusammenhang zwischen Gewalt an Frauen und Porno-Konsum gibt es, obwohl gerne behauptet, übrigens nicht.

Überzeugt? Falls nicht, habe ich noch etwas Futter. Denn ein weiterer abschreckender Punkt sind für mich einige extrem krankhafte Erotikfilm-Kategorien. Ob die Handlung gewaltsamen, pädophilen oder inzestuösen Ursprungs ist – nach einer harmlosen Bespaßung hört sich das nicht an. Schlussendlich ist es jedem selbst überlassen, ob er die Spielchen vor der Kamera unterstützt. Für mich steht jedoch fest, ich tue es nicht.

S CHMU T

Z!

Pornografie hat schon immer zu Diskussionen geführt. Aber betrachten wir doch mal Pornografie heute, die momentane Rolle in der Gesellschaft und die weiteren Entwicklungen. Angeblich lösen Pornos sexuelle Vorlieben aus. Wer für einen Fetisch brennt, schaut sich natürlich gerne Pornos darüber an. Aber andersrum? Unlogisch! Oder steht ihr auf Latex, nur weil ihr das in einem Porno gesehen habt? In Extremfällen, wie Pädophilie, können Pornos sogar eine Ersatzbefriedigung sein und das Ausleben in der Realität verhindern.

Natürlich sind Pornos kein Abbild der Realität. Ein Actionfilm ist auch kein realitätsnaher Auszug unseres Alltagslebens. Seit es Handykameras gibt, ist es viel leichter, selbst ein Sextape zu drehen – ohne billige Dialoge und operierte Schauspieler. Dabei muss das auch nicht veröffentlicht werden: Sich zu sexten oder Videos und Fotos zu schicken, macht Pornografie heute greifbar und alltäglich. Porno ist nicht mehr peinlich und schmuddelig. Egal ob für Pärchen, die sich Inspiration holen, für Jugendliche, die ihre Sexualität entdecken, oder als politisches Statement. Die Lust auf Porno ist natürlich wie unser Sexualtrieb – also bitte kein unnötiges Spießertum.


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SPRUNGBRETT

Jetzt wird’s ernst! Mit großen Schritten kommt ihr dem Schulabschluss näher? Dann wird es Zeit über eure berufliche Zukunft und Dinge, die damit zusammenhängen wie Finanzen und Steuern, nachzudenken. Aber alles halb so wild – wir haben nämlich super Tipps für euch parat.

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„Menschen sind unsere Inspiration.“ Wie wäre es denn mit einer Karriere beim bekanntesten Möbelhaus der Welt? SPIESSERin Lisa hat Berna Brandsaeter, Com&In Managerin von IKEA Deutschland, zum Mittag getroffen.

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Die Sache mit dem Geld So ein eigener Haushalt kann ganz schön ins Geld gehen. Finanzexpertin Stefanie Kühn hat Tipps für alle, die bald aus dem „Hotel Mama“ ausziehen. Was ein Studium der Wirtschaftswissenschaften für euch bereithält, findet ihr hier ebenfalls heraus.

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Das erste Mal: Steuererklärung Euer erster Job ist schon in Reichweite? Dann macht euch auf eure erste Steuererklärung gefasst – am besten mit den Tipps von SPIESSER-Autor Jens und Steuerbeamtin Caroline.

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Ihre Mission: toben, spielen und quatschen So ganz klar ist der Berufswunsch noch nicht? Dann könnte ein Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst Licht ins Dunkel bringen. SPIESSER-Redakteur Tom hat BFDler Dominik bei der Heilsarmee einen Tag lang über die Schulter geschaut.

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M I T TAGSPAUSE

... mit Berna Brandsaeter, IKEA Deutschland

„Menschen sind unsere Inspiration.“ Wer steckt eigentlich hinter den Wohnwelten von IKEA? SPIESSER-Autorin Lisa hat Berna Brandsaeter, Com&In Managerin von IKEA Deutschland, zum Mittagessen getroffen und mit ihr über die visuelle Identität des bekanntesten Möbelhauses der Welt und ihre erste eigene Wohnung gesprochen. von Lisa Wint er, 21

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War es schon immer Ihr Traumberuf als Communication & Interior Design (kurz: Com&In) Managerin bei IKEA zu arbeiten?

Im Bereich Visualisierung und Design zu arbeiten, stand für mich schon immer fest. Dass es dann IKEA geworden ist, war Schicksal.

Nach meinem Abschluss hatte ich zwei Jobangebote zur Auswahl: Eins von IKEA für sehr wenig Gehalt und ein anderes von einem lokalen Unternehmen mit einem höheren Gehalt, einem Firmenwagen und einem Telefon. Ich stand vor dieser Entscheidung mit 21 Jahren und fragte meinen Dozenten: „Was soll ich tun?“. Und er sagte, ich hätte gar keine andere Wahl, als zu IKEA zu gehen! Im Bereich Visualisierung und Design zu arbeiten, stand für mich schon immer fest. Dass es dann IKEA geworden ist, war Schicksal.

Sie arbeiten seit 1977 bei IKEA. Wie war Ihr Einstieg?

Ich habe zwei Jahre in einem Store in Stockholm gearbeitet. Dort gab mir mein Manager die Möglichkeit, in verschiedene Bereiche reinzuschnuppern. Bevor ich Com&In Managerin wurde, sagte er, dass das erste Jahr die Hölle werden wird. Und er hatte Recht, dass das erste Jahr immer eine besondere Herausforderung ist. Und tatsächlich hat es ein Jahr gedauert sich in die Identität von IKEA hineinzufinden. Wie muss ich mir Ihren Arbeitsalltag vorstellen?

Wenn mein Mann gefragt wird, was ich bei IKEA mache, sagt er immer: „Sie schüttelt


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SPRUNGBRETT

die Kissen auf!“ Tatsächlich verbirgt sich hinter Com&In Management viel mehr: Das Team Interior Design kreiert unsere Wohnwelten. Die Gestalter für visuelles Marketing entwickeln das Layout des gesamten Einrichtungshauses. Und dann gibt es noch Graphik-Designer. Meine Position ist sehr administrativ. Meetings machen den Hauptbestandteil meiner Arbeit aus. Außerdem reise ich viel. An meinem Hauptsitz in Wallau bin ich im Schnitt nur ein oder zwei Tage die Woche.

Hause. Ein Beispiel ist das Design unserer Tassen: Viele Menschen ärgern sich über das Wasser im Tassenboden nach dem Spülen. Darum haben wir kleine Lücken in den Rand am Tassenboden integriert, damit das Wasser abfließen kann. Wie wichtig ist das erste eigene Heim für das Erwachsenwerden?

Meine WG während der Ausbildung war etwas Praktisches. Ich nutzte die Ferien und Wochenenden, um nach Hause zu fahren. Erst als ich in meine erste eigene Wohnung gezogen bin, dachte ich: Das ist mein Zuhause. Im Alter zwischen 20 und 25 Jahren lernte ich der Mensch zu sein, der ich heute bin. Ein paar meiner ersten Möbelstücke habe ich immer noch – zum Leid meines Ehemanns.

Was würden Sie jungen Menschen raten, die später gerne in Ihrer Position tätig werden würden?

Nimm einen Job im Store an, lerne das Unternehmen Stück für Stück kennen und arbeite dich hoch. Es ist für einen Manager sehr wichtig, den Kontakt zu den Kunden gehabt zu haben, um zu erfahren, was sie sich wünschen. Die meisten der Topmanager haben mal klein angefangen und neben dem Studium gejobbt. Wenn man bei IKEA einmal einen Fuß in der Tür hat, hat man alle Möglichkeiten.

Was gehört Ihrer Meinung nach noch zum Erwachsenwerden?

Sie sind mitverantwortlich für die visuelle Identität von IKEA. Dabei spielt auch das Design des gesamten Einrichtungshauses eine Rolle. Worauf kommt es dabei an?

Die Anordnung innerhalb des Stores ist Teil des Konzepts von IKEA, das aus unseren langjährigen Erfahrungen entstanden ist. Als Inspiration für unsere Designs besuchen wir die Menschen zu

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Meine Mutter hat mich seit meinem dritten Lebensjahr selbst entscheiden lassen, was ich anziehen möchte und mich nie kritisiert. So habe ich gelernt meine eigenen Entscheidungen zu treffen. Wenn ich an meine Kinder denke, möchte ich ihnen auch das Gefühl von Rückhalt und Unterstützung vermitteln. Manchmal kommen sie von der Schule nach Hause und erzählen mir, dass ihre Mitschüler viel besser seien als sie. Dann sage ich immer, ja vielleicht, aber dafür bist du in anderen Dingen besser. Wir müssen lernen uns nicht mit anderen zu vergleichen, sondern immer nur mit uns selbst.

Die meisten der Topmanager haben mal klein angefangen und neben dem Studium gejobbt.

Berna Brandsaeter

Berna Brandsaeter kam 2014 mit ihrem Mann und ihren drei Kindern zu IKEA Wallau nach Deutschland. Zuvor war sie bereits auf globaler Ebene als Com&In Managerin in Schweden tätig. Sie ist verantwortlich für die visuelle Identität von IKEA. Dazu zählen das Kreieren der Wohnwelten sowie das Design von Graphik-, Ton- und digitalen Elementen. Berna und ihr Team sind gerade wieder auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Die Abteilung Com&In Design sucht insgesamt 300 neue Kollegen, die IKEA zukünftig mitgestalten wollen.

Ob Lisa mit einer Horde Teelichthalter wieder nach Hause gefahren ist? Fragt sie auf: SPIESSER.de/user/Frau-Frost ig


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SPRUNGBRETT

K A R R IE R E

Die Sache mit dem Geld Erwachsenwerden bedeutet auch, mehr Verantwortung für sein Geld und seine Vorsorge zu übernehmen. Aber wie könnt ihr am besten den Überblick behalten, wenn ihr auf einmal einen Haushalt selbst führen müsst? Finanzexpertin Stefanie Kühn hat einige Tipps parat. Von Franz iska Grad l, 21

Viele Jugendliche müssen nach dem Schulabschluss das erste Mal finanziell für sich selbst sorgen. Welche Kosten kommen außer der Miete noch auf einen zu?

Wenn man unter 25 oder/und Student ist, laufen Krankenversicherung oder Haftpflicht in der Regel noch über die Eltern. Aber natürlich muss man das mal alles durchsprechen. Was viele Jugendliche vergessen sind Kosten wie GEZ, Telefonvertrag oder auch der Lebensmitteleinkauf. Wenn man sich jahrelang aus dem gefüllten Kühlschrank bei Mama ernährt, unterschätzt man häufig, was so ein Wocheneinkauf kostet. Haben Sie für diese Zeit irgendwelche Tipps, den Überblick nicht zu verlieren?

Ein Haushaltsbuch führen! Und das wirklich gewissenhaft und nicht nur so nebenbei. Also alles aufschreiben, auch wenn es noch so kleine Beträge sind. Das ist weder altbacken noch spießig, sondern hilft einfach sich klar zu machen, was an Geld reinkommt und was rausgeht. Wann sollte Altersvorsorge zum Thema werden?

Als Azubi oder Student braucht man sich noch keine Gedanken ums Alter machen. Während der Ausbildung sollte man sich lieber darauf konzentrieren,

mit seinem Geld klarzukommen und nur kleine Rücklagen für plötzlich anfallende Kosten (kaputter Laptop o. ä.) bilden. Bloß nicht stressen lassen – über die Rente sollte man anfangen nach der Ausbildung nachzudenken. Die Ausbildung ist nicht für die Altersvorsorge gedacht.

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• 3 bis 5 Jahre Ideal für dich, denn du...

Auch wenn man spart, kann es doch mal passieren, dass das Geld nicht ausreicht. Was muss man bedenken, wenn man einen Kredit aufnehmen muss?

Diese Situation sollte man unter allen Umständen vermeiden. Junge Leute nehmen vor allem Kredite für Konsumgüter wie Fernseher oder Laptop auf – das sollte tabu sein! Sie denken sich nichts dabei, holen sich einen Kredit und am besten noch einen und schon steckt man in der Schuldenfalle. Man muss lernen mit dem vorhanden Geld zu haushalten. Wenn der Kredit natürlich für eine andere Investition wie das Studium oder eine Immobile dient, ist es wieder eine andere Sache.

• interessierst dich sowohl für Technik als auch für Wirtschaft • schreckst vor einem Zusatzkurs für Wirtschaftsenglisch nicht zurück Während des Studiums ...

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• ca. 3.400 Euro Ein Abschluss-Tipp für unsere Leser?

Beschäftigt euch früh mit dem Thema Finanzen, informiert euch darüber und unterschreibt nichts, was ihr nicht verstanden habt. Gerade jungen Leuten werden früh Lebensversicherungen aufs Auge gedrückt, die noch unnötig sind. Stresst euch nicht!

Stefanie Kühn

Stefanie Kühn ist Finanzberaterin und nebenbei noch als Autorin, Dozentin und Ratgeberin im Sektor Finanzen in Presse, Funk und Fernsehen aktiv. Nach ihrem Wirtschaftsingenieurwesen-Studium in Siegen arbeitete sie einige Jahre im Controlling einer deutschen Großbank. Danach entschied sie sich für ein Finanzökonomie-Studium und machte sich selbstständig.


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K A R R IE R E

Das erste Mal: Steuererklärung Der erste Kontakt mit der Steuererklärung kann ein bisschen traumatisch sein. Dokumente zusammensuchen, Papiere ausfüllen und dabei nie wirklich wissen, was man gerade macht. Was ist eigentlich eine Steuererklärung, wer braucht sie und warum? SPIESSER-Autor Jens hat sich durch den Steuerdschungel gekämpft. rge r, 24 Vo n Jen s Au gs pu

M

it einer Einkommenssteuererklärung informiert ihr das Finanzamt darüber, wie viel Geld ihr im vorherigen Jahr verdient habt. Wer bei einem Unternehmen angestellt ist, dem wird automatisch Einkommenssteuer abgezogen und nur der Netto-Betrag ausbezahlt. Da das Finanzamt bei Selbstständigen und Freiberuflern keine Steuern direkt abzieht, sind diese dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben. Darin werden neben den Einnahmen auch Ausgaben aufgeführt, beispielsweise durch Anschaffungen, Arbeitsmaterialien und Fahrtkosten. Die werden von den Einnahmen abgezogen und der zu besteuernde Betrag verringert sich.

Keine Angst vor dem Papierkram Wer nicht gerade in der Materie steckt, dem graut es allein bei dem Gedanken an den anstehenden Papierkram. Doch das sollte kein Grund sein, die Finger davon zu

lassen. Insbesondere wenn du Berufsanfänger bist und gerade aus der Ausbildung oder dem Studium kommst, kannst du für die vergangenen vier Jahre noch eine Steuererklärung anfertigen und bestimmte Ausgaben geltend machen. Und zwar selbst dann, wenn du in dieser Zeit keine oder nur geringe Einnahmen hattest.

Steuersoftware – Lasst euch helfen Am ehesten lohnt sich die Steuererklärung einmal zu simulieren. Die Finanzämter bieten inzwischen über das Portal ELSTER die „elektronische Steuererklärung“ an. Ihr könnt aber auch die Hilfe von Steuersoftware in Anspruch nehmen, die ELSTERkonform arbeiten. Speziell für Studis empfehle ich studentensteuererklaerung. de, für Azubis azubisteuererklaerung.de (je 35 und 30 Euro) und für alle anderen smartsteuer.de (ab 15 Euro pro Abgabe).

Diese Programme kennen immer die neuesten Regelungen und stellen gezielte Fragen zu deiner Lebenssituation: Woher kommen deine Einnahmen? Welche Ausgaben hattest du? Bist du verheiratet? Und so weiter. So werden alle Angaben automatisch in die richtigen Felder eingetragen. Falls etwas nicht plausibel ist, meldet sich das Programm mit Vorschlägen. Ganz am Ende bekommt ihr eine Prognose darüber, ob ihr Geld nachzahlen müsst oder zurückbekommt. Das Formular muss dann nur noch unterschrieben und versendet werden – fertig.

Tipp: Auch wenn du angestellt bist, kannst du deine Steuerlast mindern, indem du jobbedingte Anschaffungen und Ausgaben für öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrtkosten absetzt.

Wie Jens’ erstes Mal mit der Steuererklärung ablief? Fragt ihn auf:

SPIESSER.de/user/ jots


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SPRUNGBRETT

Steuerprofi werden Caroline Rosentreter (28) hat Steuerrecht studiert und ist nun Steuerbeamtin. Das klingt zunächst zum Gähnen, ist aber tatsächlich eine anspruchsvolle und fordernde Karriere. ra ha m, 25 Vo n He nr ic Ab

Wie kamst du darauf Steuerrecht zu studieren?

Wie so viele andere habe ich nach dem Abitur nicht direkt gewusst, was ich machen soll. Dann bin ich tatsächlich auf so eine Anzeige im Internet gestoßen und die Bereiche klangen doch ganz spannend. Es steckt ein bisschen VWL, BWL und Jura mit drin. Ein wichtiger Aspekt war auch, dass es ein Duales Studium ist. Den praktischen Teil habe ich beim Land Baden-Württemberg absolviert. Ich habe nach drei Jahren Studium einen Bachelor of Law und zusätzlich einen Abschluss, der mir die Beamtenlaufbahn im öffentlichen Dienst ermöglicht.

aber im IT-Bereich. Ich habe intern in der Steuerverwaltung gewechselt und arbeite mehr im Hintergrund. Gibt es etwas, was du jungen Leuten sagen möchtest?

Steuern wirken erst mal sehr abschreckend. Wenn man sich aber einmal reingelesen hat, dann versteht man das auch. Dann ist es auch gut, wenn man mal eine Steuerklärung macht, weil es doch ganz schön viel Geld sein kann, was man sich da wiederholen könnte. Findest du, es sollte ein Unterrichtsfach in der Schule geben, das sich mit Steuern und Finanzen beschäftigt?

Hat das Studium dir Spaß gemacht?

Ja, so teils-teils. Gerade am Anfang muss man sich ganz schön einarbeiten. Aber der Moment, wenn du vor riesigen Gesetzestexten sitzt und du das alles tatsächlich verstehst, ist unbezahlbar. Du hast Steuerrecht studiert, du sagst du bist Steuerbeamtin. Was genau ist deine Arbeit?

Bis vor kurzem war ich Betriebsprüferin bei der Freien und Hansestadt Hamburg. Da wurde ich zu Unternehmen geschickt, um deren Steuererklärungen zu überprüfen, ob die alles richtig angegeben haben und ob die Steuer richtig berechnet wurde. Jetzt sitze ich inzwischen

Ja, auf jeden Fall! Zumindest die Basics sollte man erklären. Wo finde ich meine Steuernummer? Was ist eine Steuererklärung und wann muss ich sie machen? Ich glaube, wenn man so ein paar Grundbegriffe klären würde, würde das schon eine Menge Angst nehmen.

Der Moment, wenn du vor riesigen Gesetztestexten sitzt und du tatsächlich alles verstehst, ist unbezahlbar.


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BE RU F E ROU L E T T E

Ihre Mission: toben, spielen und quatschen Bundesfreiwilligendienst bei der Heilsarmee. Für SPIESSER-Autor Tom klang das aufgrund des militärisch anmutenden Namens nach einem streng geführten Verein und dröger Arbeit. Bis er BFDler Dominik einen Tag lang begleiten durfte. 26 von Tom Gö pfe rt,

Ne um ann Fot os von No rbe rt

A

ls ich morgens bei der vereinbarten Adresse ankomme, sind aus einem der Räume schon rege Gespräche zu hören. Sind die Kinder und Jugendlichen denn schon so zeitig zur Betreuung hier? Nein, es sind keine Kinder, die sich so herzlich austauschen, sondern die Angestellten selbst. Freundlich laden Sie mich gleich mit zur Andacht ein. Bei der Andacht sitzt das Team in einer Runde und jeder erzählt von seinen persönlichen Sorgen, die anderen hören zu. Teamleiter Jack schwört sein Team mit einem kurzen Dankesgebet auf den Tag ein. Danach geht es für uns an die Arbeit. Beim Putzdienst will ich von Dominik als Erstes wissen, wie er dazu kam, sich bei der Heilsarmee zu bewerben. „Ich habe Karosseriemechaniker gelernt und meine Ausbildung abgeschlossen. Als Facharbeiter kam ich irgendwann an den Punkt, an dem ich mich fragte: Soll es das jetzt gewesen sein?“ Als Christ habe er schon oft mit dem Gedanken gespielt einer sozialen Arbeit nachzugehen. „Der BFD bei der Heilsarmee gibt mir die Chance herauszufinden, ob ich für die soziale Arbeit gemacht bin ohne eine Ausbildung anzufangen, die ich vielleicht nicht abgeschlossen hätte.“

Kleine und große Gäste Seit fünf Monaten ist Dominik nun bei der „Heilse“ und hat die Entscheidung nie bereut: „Ich komme in Kontakt mit Leuten, mit denen ich sonst wohl nicht geredet hätte. Dadurch bin ich offener geworden und habe neue Eindrücke gewonnen. Die jungen Leute freuen sich, dass ich da bin. Mein alter Job konnte mir das nicht bieten.“ Beim Kaffeetrinken spielen Dominik und ich mit den Kindern. Er baut eine Bude, während ich die Kinder umhertrage. Dominiks Kollegin

Olga redet derweil mit den Eltern und freut sich über gute Neuigkeiten. Das Interesse des Teams an seinen Gästen ist groß. Jeder Mitarbeiter kennt alle Besucher persönlich. Nach einer Stunde Spiel und Spaß übernimmt Dominik den Dienst im Jugendclub. Im Club kennt er auch jeden und kumpelt erstmal mit allen ab. Beim Bardienst verkauft er Getränke, bereitet Snacks zu und beschäftigt die Jugendlichen. Er scheint bei seiner Arbeit viel Spaß zu haben. Darum will ich von ihm wissen, ob die Arbeit hier für ihn wie Freizeit ist. „Der Job macht viel Spaß, aber man sollte ihn nie auf die leichte Schulter nehmen. Wir betreuen hier die Jugendlichen und tragen für alles die Verantwortung“, antwortet Dominik. Als ich kurz nach 18 Uhr erschöpft meine Sachen packe, weiß ich, dass Dominik noch zwei Stunden vor sich hat. Man merkt ihm an, dass er in der sozialen Arbeit seine Berufung gefunden hat. Bei unserer Verabschiedung wünscht er mir viel Glück von oben für den Artikel und meinen weiteren Lebensweg. Ein besonderer Tag geht zu Ende und in mir kommt die traurige Gewissheit auf, morgen nicht wieder dabei sein zu können.

BFDler bei der Heilsarmee Dein Traumjob, denn du …

• • •

bist sehr hilfsbereit schätzt den Umgang mit Kindern und Jugendlichen suchst einen abwechslungsreichen, erfüllenden Job

Das gehört dazu:

• • • •

Spaß an der sozialen Arbeit lockere und entspannte Art Verantwortungsbewusstsein Vertretung christlicher Werte

Wie du es wirst:

• •

einfach bewerben keine Vorkenntnisse in der sozialen Arbeit notwendig

Ob Tom nun auch einen BFD bei der Heilsarmee machen will? Fragt ihn auf: SPIESSER.de/user/badbobby666


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F R I S S DA S!

Kochen will

gelernt sein!

Keine Lust mehr auf Fertiggerichte, Pizza & Co.? Dann schwingt doch einfach mal selbst den Kochlöffel! Das ist gar nicht so schwer, macht mächtig Spaß und Oma ist danach bestimmt stolz auf euch. Aus einfachen Grundrezepten werden leckere und abwechslungsreiche Gerichte für jeden Tag. Wir zeigen euch das Prinzip Quiche. von Fran ziska Grad l, 21

Das Prinzip Quiche Lorraine kommt – wie der Name schon sagt – von unserem französischen Nachbarn aus Lothringen. Es ist ein herzhaft belegter Kuchen, der kalt und warm schmeckt. Das Prinzip ist ganz easy:

Teig kneten

Form ausbuttern

Teig ausrollen und in Form legen

Belag mischen

Teig vorbacken, belegen, backen

Der Prototyp: Für den Prototyp Quiche Lorraine braucht ihr:

Teig: Mehl

Eier

Butter

Ran an den Herd!

Füllung: Speck

Zwiebeln

Bergkäse

Saure Sahne

Sahne

Pfeffer & Salz

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14 . Ma i 20 17


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BR I E F A N ... DIE PICK EL e ist man wird sie kaum los. Die Red Sie sind klein, sie sind fies und ni Jen n ERi ESS SPI . eln ertät: den Pick von den Plagegeistern der Pub f Brie m ihre in st Fru m en und lässt ihre kann sie echt nicht mehr seh freien Lauf. Liebe Pickel,

Geschäftsführer: Björn Peters (V.i.S.d.P.) Telefon: 0351 31540-570 Fax: 0351 31540-40 Web: SPIESSER.de Mail: info@SPIESSER.de Redaktionsleitung: Polina Boyko Redaktion: Henric Abraham, Tom Göpfert, Franziska Gradl, Tabea Grünert

en. Kann man denn ihr seid eine meiner größten Abneigung diesen Brief zu schreiben fällt mir schwer, tun, macht n wir nicht schon genug mit der Pubertät zu euch irgendetwas Gutes abgewinnen? Als hätte verunund auf ihr t Mal mehr, mal weniger heftig trete ihr uns noch zusätzlich das Leben schwer. ob vor Egal . völlig unangekündigt und immer unpassend staltet unsere Gesichter. Das Ganze natürlich rbungsgedem Termin für das Klassenfoto oder dem Bewe dem ersten Date mit einem tollen Typen, vor i?! spräch. Was denkt ihr euch eigentlich dabe Geld und kostet eure Bekämpfung eine ganze Menge Zeit, Als wärt ihr nicht schon unansehnlich genug, manchen kein Hausmittel euch auf den Leib rücken. An Nerven. Und dennoch konnten keine Creme und Eklig, rot und am liebsten unter der Bettdecke verstecken. Tagen ist es so schlimm, da möchte man sich Was haben rung. Erobe te t sie ein als, wäre sie eure neues buckelig sitzt ihr auf unseren Nasen und nehm t ihr dami Ich würde euch gerne auf den Mond schießen, wir bloß verbrochen, dass ihr uns so quält?! idigt, ich Ich hab mich schon so lange gegen euch verte niemandem solche Leiden antun könnt wie mir! ickeln, das etikindustrie soll endlich ein Wundermittel entw bin es leid – ich kann nicht mehr ! Die Kosm euch ein für alle Mal in die Fluch t schlägt. Mir reicht es mit euch! Haut ab! Eure Jenni

Ob Jenni mittlerweile ein Wundermittel gegen Pickel gefunden hat? Fragt sie auf: SPIESSER.de/User/jen nifer

Herausgeber: Orange YC GmbH Schandauer Straße 64 01277 Dresden

#FERNWEH Der nächste SPIESSER erscheint am 15. Mai 2017.

Assistenz: Susann Thannert Layout: Anja Nier, Lena Schulze Lektorat: Anne Katharina König Mitarbeiter dieser Ausgabe: Jens Augspurger, Jennifer Busch, Maren Carle, Catharina Deege, Nico Hajrahmatollahi, Ida Mittag, Christian Schneider, Jana Schuler, Lisa Winter Fotos: Julia Bengeser, Moritz Götte, Dominik Gruszczyk, Norbert Neumann, Tony Haupt, Daniel Scholz Illustration: www.flaticon.com, www.freepik.com, www.vecteezy.com Telefon: 0351 31540-570 Mail: redaktion@SPIESSER.de Mediaberatung: Anke Bai, Luisa Bauer, Stephan Kraus, Jakob Osman, Maik Richter Distribution Orange YC GmbH willkommen@orange-yc.de Telefon: 0351 31540-550 Namentlich gekennzeichnete Beiträge spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider. Keine Haftung für unaufgefordert eingesandte Manuskripte, Fotos usw.; Nachdruck von Beiträgen, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. Die Redaktion behält sich vor, zugesandte Beiträge zu kürzen. Titelfoto: Matthias Rohde, Julian Hölting, Julian Zschäbitz von „Von wegen Lisbeth“ Fotograf: Moritz Götte

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