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Alissa Walser

Über die Musik der Sprache Kino

Alice im Wunderland des 21. Jahrhunderts Krimi

Ein Arzt als Aussteiger aus dem Mafia-Milieu

Erfolgreiches Debüt: Alissa Walser spricht über ihren ersten Roman

36-seitige Beilage der Schaumburger Nachrichten 17. März 2010 · Nr. 2


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Leipzig liest: Lesesaal der Deutschen Nationalbibliothek, erbaut im Krieg zwischen 1914 und 1916, verströmt einen großen Frieden

Bücherfrühling

INHALT

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ie Leipziger Buchmesse (18. bis 21. März) ist eine Lesemesse, deren Strahlkraft als publikumsnahes Literaturfest weit über die Messezeit hinausreicht. Wenn der Bücherfrühling in Leipzig beginnt, liegen die Weihnachtsgeschenke meist ausgelesen neben dem Nachttisch und der Geist will wieder neue Nahrung: Geschichten über Abenteuer, Liebe, Spannung, Verrat, Hoffnung. Eben so ziemlich alles, was zwischen zwei Buchdeckel passt. Während es beim Frankfurter Buch-Herbst traditionell ums Geschäft geht, dreht sich die Welt in Leipzig um die Schriftsteller und ihre Werke. Manchmal auch um ein Lebenswerk, wie bei dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Er wird in diesem Jahr dem Budapester Historiker und Publizisten György Dalos verliehen. Beim Preis der Leipziger Buchmesse wiederum stehen hoffnungsvolle Nachwuchsautoren, einfühlsame Übersetzer und akribische Sachbuch-Autoren alljährlich im Fokus der Jury. Und wenn sich am Abend die Messetore schließen, verwandeln sich die Bars und Cafés der Stadt in eine riesige Bibliothek, in der man lachen darf und reden soll. LESEN, das Magazin Ihrer Tageszeitung, will ebenfalls anregen, unterhalten, will zum Lachen und Denken anstiften und uns allen zurufen: Der Winterschlaf ist vorbei, lasst uns in die Welt hinaustreten – in die Welt der Literatur, in der noch immer alles möglich ist.

Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Herzlichst, Ihre Redaktion LESEN

693.000 Teilnehmer 531.000

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Am Schreibtisch Alissa Walser

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Das Buch meines Lebens Arved Fuchs

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Belletristik

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Krimis

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Kinder- & Jugendbücher

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Regional

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Sachbücher

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Der Film zum Buch

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Bildbände

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Ein Buch und seine Geschichte

Afrikanische Tierportraits

Karen Blixen wäre am 17. April 125 Jahre alt geworden; wir blicken zurück auf ein Leben jenseits von Afrika

Jugend liest: Kinder- und JugendbuchEmpfehlungen für eine fantasievolle nächste Generation Seite 16

Politiker und Vorbild: Helmut Schmidt im lehrreichen Dialog mit dem US-Historiker Fritz Stern Seite 27

583.000

Farbenspiel: Die bunten Welten der Malerin Frida Kahlo werden erstmals in einer umfassenden Werkschau gezeigt Seite 32

Teilnehmerzahl an Vorlese-Wettbewerben: Deutschlands Jugend liest mit hoher Begeisterung LESEN

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Nicht nur am Schreibtisch: Alissa Walsers erster Roman entstand an vielen Orten – in ihrem Atelier, in ihrer Wohnung, aber auch in CafÊs

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TITEL

Voller Sinnlichkeit Eine wahre Geschichte aus dem 18. Jahrhundert bildet den Rahmen für den ersten, nicht nur sprachlich brillanten Roman von Alissa Walser

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äre da nicht diese Gelassenheit, die sie verströmt und ihre Aufrichtigkeit, eine solche Antwort könnte leicht falsch verstanden werden: „Ich fange mit dem ersten Satz an“, sagt Alissa Walser und lässt die Frage, wie sie die Arbeit an ihrem ersten Roman begonnen habe, irgendwie offen. Doch sie weiß, dass die Banalität ihrer Antwort provokant klingen könnte, und legt deshalb einen sehr herzlichen Ton unter ihren Satz; der signalisiert: Ja, das ist keine Ironie, ja, das ist ehrlich so gemeint. Die 49-jährige Autorin ist Expertin, was den Klang der Stimme angeht. Einen ihrer drei Protagonisten, den Wiener Mediziner und Forscher Franz Anton Mesmer, lässt sie sagen: „Die Stimme gibt Auskunft über einen Menschen – sie ist seine Tonart, seine Farbe.“ Die Stimme als Klangkörper der Seele – Mesmer kann die Töne dechiffrieren und Alissa Walser kann sie klingen lassen. Die Künstlerin will vor allem eines nicht: ausgrenzen. Sie weiß aus ihrer Kindheit wie das ist, anders zu sein; anders als die anderen. Eine Kindheit am Bodensee. Eine Kindheit als Tochter von Literatur-Legende Martin Walser. Auch Maria, die zweite Hauptfigur in

Alissa Walser geboren 1961

„Am Anfang war die Nacht Musik“, existiert als Solitär neben den Normalen; sie schweigt lieber statt zu sprechen, will unsichtbar sein – und sieht selber nicht. Die Ursache ihrer Außenseiterrolle: Das blinde Mädchen ist hochbegabt. Denn statt sich satt zu sehen, hört Maria. Sie hört ihre eigenen Klänge am Pianoforte. Ihre Lebensgier explodiert in Tönen, in Akkorden, so voller Sensibilität, dass die Begabung bereits am Wiener Hof bemerkt wurde. Anno 1777, der Zeit in der der Roman spielt, eine außergewöhnliche Auszeichnung.

Ihre Lebensgier explodiert in Tönen Die sprachlich außergewöhnlich fein gewebte Geschichte vom Arzt Mesmer und der Pianistin Maria reflektiert eine tatsächliche Begebenheit. Doch Alissa Walser zwingt dem Duett keine Dokumentation auf, sondern entfaltet ein Klangkunstwerk der Worte, ohne die Handlung aus dem Blick zu verlieren. Über 200 Jahre nachdem Franz Anton Mesmer seine Lehre des „Animalischen Magnetismus“ als neue Richtung der Medizin sah, sitzen wir in der kleinen Küche einer sympathischen Frankfurter Altbauwohnung. Die Hündin Tilda zu

unseren Füßen, trinken wir Kräuter-Gesundheitstee, gebrüht von Sascha, dem versprochen wurde, nicht in dieser Geschichte vorzukommen – Ehrenwort! Eigentlich wollten wir uns in Alissas Atelier treffen, wo Tage zuvor die Fotos entstanden sind – doch heute ist Alissa krank. Irgendetwas zwischen Schnupfen und Grippe. Und wenn sie später von der Disziplin spricht, die notwendig sei, um einen Roman zu vollenden, dann glaubt man es ihr, angesichts der Contenance mit der sie, eingehüllt in Strickjacke und Schal, Frage um Frage mit Antworten versieht – ohne Hast und ohne die eigene Anstrengung zu zeigen. Genau in diesen Momenten blitzt hinter Alissa das blinde Mädchen auf, die ebenso großzügig Raum lässt für andere und nur am Pianoforte rücksichtslos ihre Fähigkeiten auslebt. Und so wie Maria die Tasten des Klaviers virtuos einsetzt, so komponiert Autorin Walser die Worte. „Natürlich spielt die persönliche Erfahrung eine große Rolle“, bestätigt sie – und die umfassende Kenntnis dessen, worüber man schreibt. Alissa Walser begegnet die Geschichte des alemannischen Arztes Mesmer zum ersten

Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin (1992) und Gewinnerin des Bettina-von-Arnim-Preises (1992) konzentrierte sich bislang auf Theaterstücke und Kurzgeschichten, „Am Anfang war die Nacht Musik“ ist tatsächlich ihr erster Roman. Alissa Walser wird am 24. Januar 1961 in Friedrichshafen am Bodensee geboren und ist die Tochter von Martin Walser. Sie studierte in New York Malerei. Das Covermotiv ihres Romans hat sie gestaltet, es zeigt eine Glasharmonika. Alissa Walser lebt seit 1987 in Frankfurt am Main.

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TITEL

„Natürlich spielt die persönliche Erfahrung eine große Rolle“ Alissa Walser

drucksvoll bis zum letzten Satz. „Ich hatte Angst vor dem Ende“, gesteht Walser, „ich wusste nicht, ob ich die Geschichte rund bekommen würde.“ Und, Alissa wollte gerne beiden, Maria und Mesmer, das letzte Wort lassen, „aber das geht ja nicht“. Die Schriftstellerin hat natürlich auch diese, selbst gestellte Frage souverän beantwortet und dem Buch auch im Schluss-Akkord genau den richtigen Klang verliehen. Die Schluss-Sequenz gehört dem dritten Protagonisten dieses Stücks.

© Thorsten Doerk

Nicht dauernd das Personal auswechseln

Angst vor dem Ende: Alissa Walser wusste am Anfang nicht, wie der Schluss ihres Romans aussehen würde – eine Sorge, die sie über vier Jahre begleitete

Mal in Kindertagen am Bodensee. Später in Wien lernt sie seine Ideen präziser kennen. In ihren New Yorker Jahren schließlich taucht Mesmer wieder auf. Zeiträume, in denen das Thema in ihr wächst – 2005 beginnt sie schließlich zu schreiben. Alissa Walser blickt auf: „Wenn ich anfange zu schreiben, will ich nicht mehr unterbrochen werden“, sagt sie und man begreift, wie viel Detailliebe in den über 200 Seiten ihres Buches steckt, bedenkt man, dass sie vier Jahre daran gearbeitet hat. „Jeder Satz ist eine Kreuzung“, sagt sie ganz selbstverständlich und meint damit, mit

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a Auch als Hörbuch erhältlich

jedem Satz entscheidet sich immer wieder die Richtung der Geschichte. „Und manchmal verläuft man sich und muss mühsam zurück zum Ausgangspunkt“. Dass aus der Geschichte des Magiers und des Mädchens mehr als eine Kurzgeschichte wird, hat Alissa Walser erst beim Schreiben bemerkt. „Das hat mich gefreut. Anders als bei Kurzgeschichten, muss man im Roman nicht dauernd das Personal auswechseln, die Charaktere können sich entwickeln.“ Marias Weg vom blinden Mädchen, das sehen lernen soll, zur umjubelten Pianistin voller Weisheit und Wärme ist ein-

e Auch als e-book erhältlich

Tilda, der Australian Shepherd, streckt sich und verlässt die Küche – ein dezenter Hinweis vom tierischen Personal an den Gast, dass es Zeit ist für die finale Frage. Also raus damit: „Wer war eigentlich der erste Leser Ihres Manuskripts?“ Wäre da nicht diese Gelassenheit, die sie verströmt, und ihre angenehme Art, eine solche Antwort könnte leicht falsch verstanden werden: „Ich, natürlich“, sagt Alissa Walser und blickt zum Fenster. / Edwin Baaske Alissa Walser „Am Anfang war die Nacht Musik“ Piper, 253 Seiten, 19,95 Euro a e


Besser als ins Kissen horchen.

Die neuen Hörbücher

2010 Ohren auf! Die Welt der Hörbücher öffnet auf der Leipziger Buchmesse Ihre Tore. Egal ob kurzweilige Lesung oder ganze Hörbuchnächte – hier ist für jedes Ohr etwas dabei!

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MEIN BUCH

„Reisen, Entdecken - was ist es weiter als die große Sehnsucht des Menschen, hinter das Wesen aller Dinge zu schauen!“ Heinrich Hubert Houben (1875-1935)

Folge Deinem Traum Er ist ein Abenteurer unter Seefahrern und ein Seefahrer unter Abenteurern. Arved Fuchs hat seine Bestimmung schon als Kind in einem Buch gefunden

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ls Arved Fuchs neun Jahre alt war, ahnte er nicht, dass die Welt in etwas mehr als 45 Jahren nicht mehr die sein würde, die er kannte. Nord- und Südpol waren damals noch ein Synonym für unberührte Natur, weiße Flecken auf der Landkarte, für Abenteuerlust und Expeditionen – nicht jedoch für hungrige Eisbären oder den Klimawandel. Der kleine Arved saß in seinem Elternhaus im schleswig-holsteinischen Bad Bramstedt am Fenster – genau wie heute – und tauchte ein in die karge weiße Welt voller Entbehrungen, die er liebte und noch mehr lieben sollte, wenn er einmal groß sein würde. In einem Haushalt ohne Fernseher wird viel gelesen. „Meine Eltern wollten nicht, dass wir Kinder vor der Glotze sitzen. Dafür gab es Bücher zu allen Themen. Bei uns zu Hause herrschte eine ausgeprägte Lesekultur – es wurde auch laut vorgelesen. In dieser umfangreichen Bibliothek gab es Bücher von James Cook, Roald Amundsen, Fridtjof Nansen. Und natürlich „Der Ruf des Nordens. Abenteuer und Heldentum der Nordpolfahrer“ von Hein-

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rich Hubert Houben. Es erschien 1927, der Autor war Literaturwissenschaftler“, erzählt der 56-jährige Abenteurer. Der Titel seines Lieblingsbuchs ist Programm: „Es erzählt anhand verschiedener Expeditionen die Entdeckung der Nordpolarregion, die damals ja noch nicht abgeschlossen war. Als Kind haben mich diese Dramen um die Entdeckung des Nordpols in ihren Bann gezogen, und für mich stand damals fest: Wenn du groß bist, machst du das auch!“ Heute ist er groß, und er macht das tatsächlich. Arved Fuchs ist einer der bemerkenswertesten deutschen Abenteurer, der seit mehr als 20 Jahren mit seinem Holzkutter „Dagmar Aaen“ die Weltmeere besegelt. Die Sache mit Dagmar und dem Nordpol wäre bestimmt anders verlaufen, hätte er nicht dieses Buch gelesen. „Es ist informativ, regt aber auch zum Träumen an – besonders einen vom Abenteuer begeisterten und heranwachsenden Jungen wie mich. Natürlich ist es von dem Pathos der damaligen Zeit durchdrungen. Es geht um Heldenmut, um Entdeckertum und Herausforderungen.

Aber auch um Menschen und gleichzeitig um philosophische Überlegungen – und natürlich um die arktische Natur.“ Das erste Kapitel heißt Nordpoldämmerung und beginnt mit folgendem Satz: „Wir wollen das Endliche begreifen, um davon auf das Unendliche, das Unerforschte, das ewige Geheimnis zu schließen.“ Die Faszination für den Norden ist geblieben, auch wenn die Welt sich inzwischen sehr verändert hat. Wie sehr, das beschreibt Arved Fuchs in seinem neuen Buch „Blickpunkt Klimawandel“, das im April erscheint. / Emmy Mühlhaus Heinrich Hubert Houben „Der Ruf des Nordens. Abenteuer und Heldentum der Nordpolfahrer“


Š Thorsten Doerk

Arved ohne Arktis: Ruhezone fĂźr den Klima-Reisenden ist das Elternhaus in Bad Bramstedt

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BELLETRISTIK

Das Leben als Laufsteg In ihrem Roman nimmt die Schweizer Autorin Milena Moser die Casting-Epidemie nicht nur im Fernsehen aufs Korn

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obald man den Fernseher einschaltet, ist man drin, in „Deutschland meine Castingshow“. Was wird nicht alles gesucht: Hausmänner, Models, Musiker, Alleinunterhalter, Eltern – warum nicht auch Autoren? In Milena Mosers Realsatire „Möchtegern“ tun unsere alpenländischen Nachbarn genau das: „Die Schweiz sucht den Schreibstar“ heißt eine neue Castingshow, für deren Jury die alternde Skandalautorin Mimosa eher aus Versehen zugesagt hat. Zehn Kandidaten sollen unter den neugie-

rigen Blicken der Kameras gecoacht werden, der Gewinner kommt unter Vertrag. Weil manche Menschen ein Buch entweder fertig in der Schublade oder wenigstens schon angefangen haben, wird der Sender überschwemmt mit Bewerbungen – und das Casting zum Intrigenspiel, in dem Performance mehr zählt als die Story. Neben der Heldin bietet Mosers Ensemble viele Identifikationsmöglichkeiten: von der Hausfrau über die Yogaschülerin bis hin zum schwulen Journalisten,

der Groschenromane schreibt, ist alles dabei, was das Leben zu bieten hat. Sie machen das Buch zu Stoßseufzer-Literatur, diese Augenblicke, in denen man erleichtert aufatmet, weil es noch andere Menschen gibt, die sich genauso infantil verhalten wie man selbst, die genauso manchmal einfach nur träumen. „Möchtegern“ ist ein Buch über die Literatur, das Schreiben, über die Liebe und die Wirrnis des Lebens. /EM Milena Moser „Möchtegern“, Nagel & a Kimche, 464 Seiten, 19,90 Euro

Die Autorin

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ie Schweizer Schriftstellerin Milena Moser wurde 1963 als Tochter der Psychologin Marlis Pörtner und des Schriftstellers Paul Pörtner geboren. Sie begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. Sie verfasste Bücher, für die sich aber kein Verleger fand. So gründete sie den Krösus Verlag, in dem das Buch „Die Putzfraueninsel“ erschien – es wurde ein Bestseller, den

Peter Timm fürs Kino bearbeitete. 1998 zog Milena Moser mit ihrer Familie nach San Francisco, kehrte aber 2006 nach Möriken im Kanton Aargau zurück. Milena Moser ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Söhne. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Sibylle Berg und Anne Wieser leitet sie eine Schreibschule.

Früh gestartet: Bereits mit acht Jahren begann Milena Moser zu schreiben

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Das

VorwärtsLiederbuch

Unterhaltsamer Familien-Clan

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eld wird eigentlich nur in zwei Fällen zum Problem: entweder man hat gar keins oder aber zu viel davon. Finanziell gesehen, ist Familie Flanagan von einer Pleite weit entfernt. Collies Mutter Anais ist Millionenerbin eines Medienmoguls und erklärte Marxistin, Vater Charlie ein Trinker, Frauenheld und Anarchist, sein Bruder Bingo ein aufgeblasener Playboy. Nur Collie ist ganz normal und nicht zuletzt deshalb das schwarze Schaf der Familie. Als Bingo bei einem Unfall stirbt und Collie überlebt, lassen die anderen ihn spüren, dass sie seinen Verlust besser hätten verschmerzen können. Um ein paar Gründe zum Weiterleben und seinen eigenen Platz in der Welt zu finden, verlässt Collie den Schoß seiner durchgeknallten Familie. Seine turbulente Reise durchs Leben ist ein Plädoyer an das Anderssein und eine Ermunterung, den

eigenen Weg zu gehen – der vielleicht manchmal verrückt, aber deshalb nicht unbedingt falsch ist.

Elizabeth Kelly „Die verrückten Flanagans“, Blessing, 400 Seiten, 19,95 Euro

96 Klassiker der Arbeiter- und der Jugendbewegung sowie ausgewählte populäre Songs aus Gegenwart und Vergangenheit. Mit Texten, Noten, Akkorden, kurzen Erläuterungen zur Entstehung und historischen Bedeutung.

Perfekt recherchierter Mittelalter-Thriller

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in südfranzösisches Dorf im Winter des Jahres 1288: Zwölf schwarze Reiter überfallen das Pfarrhaus von Pater Aba und entführen den sechsjährigen Perrot aus dem Unterricht. Der Junge verfügt über heilende Kräfte und ist nicht das erste Opfer einer Reihe von mysteriösen Überfällen.

Das Vorwärts-Liederbuch Format: 13,5 x 22,4 cm 189 Seiten, Flexi-Einband Preis: 9,95 Euro

Als der Pater die Verfolgung aufnimmt, wird er dabei von einem ebenso persönlichen wie heimlichen Interesse am Schicksal seines Schülers getrieben: Perrot ist sein Sohn. Und Aba ist nicht der Einzige, der einer entsetzlichen Verschwörung auf die Spur kommt: Die Kirche will sich mit allen Mitteln der übersinnlichen Fähigkeiten der Kinder bemächtigen. Virtuos und perfekt recherchiert, spinnt Romain Sardou die Fäden dieses

Ein Buch für Chöre, Singkreise, Jugendgruppen und jeden, dem dieses kulturelle Erbe der Arbeiterbewegung am Herzen liegt.

außergewöhnlichen Thrillers zu einem spannenden Stück Geschichte, das bis zur letzten Seite fesselnd bleibt.

Ich bestelle Exemplare des Vorwärts-Liederbuches. Name, Vorname Firma Straße PLZ, Ort

Romain Sardou „Advocatus Diaboli“, Blessing, 448 Seiten, 19,95 Euro

✗ Datum, Unterschrift

Bitte den vollständig ausgefüllten Coupon einsenden: vorwärts buch Verlag Stresemannstraße 30, 10963 Berlin Telefon 0 30/8 84 68-955, Fax -911 E-Mail: doerner@vorwaerts-buch.de


BELLETRISTIK

Die Großwetterlage 1944

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ngewöhnlich der Titel: „Geometrie der Wolken“. Ungewöhnlich die Story: Wallace Rymer ist Schotte und Meteorologe, dessen Wissen in diesem Frühjahr 1944 als Geheimwaffe wirken könnte. Die Landung der Alliierten steht bevor, und ihr Gelingen hängt auch von der Wetterlage in der Normandie ab. Der schrullige Schotte hat ein System entwickelt, das präzise Vorhersagen zulässt. Das Militär wird hellhörig, doch Rymer stellt sich taub, denn er ist erklärter Pazifist. Eine

Situation, so unwägbar wie das Wetter. Ungewöhnlich ist auch die Sprache von Giles Foden: Der Autor schlüpft in die Haut des Mannes, der den Forscher zur Preisgabe seines Wissens bewegen soll. Sein Bericht ist bald nüchternes Protokoll, bald fassungsloses Tagebuch. Dieser Wechsel aus Distanz und Nähe macht den Roman kraftvoll und fesselnd. Giles Foden „Die Geometrie der Wolken“, Aufbau, 393 S., 22,95 Euro

Glauben an die eigene Stärke

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anchmal kann eine Begegnung ein ganzes Leben verändern. So ist es, als sich Germain, ein ungebildeter Mittvierziger, und Margueritte, eine kultivierte alte Dame, treffen. Germain führt ein fades Leben zwischen Gelegenheitsjobs, Bistro, Annette und dem Wohnwagen im Garten seiner Mutter. Die hat ihn nie gewollt, ihn das aber immer spüren lassen. Einen Schulabschluss hat er nicht. Seine Freunde machen sich gern über ihn, den „Trottel“, lustig. Aber Germain ist nicht dumm.

Margueritte entdeckt schnell seinen wachen Geist, sie liest ihm vor, bestärkt ihn in seiner Lust am Nachdenken. Vor allem aber schenkt sie ihm ihre Freundschaft. Marie-Sabine Rogers Roman ist ein charmantes, bewegendes Kleinod voller Hoffnung. Der französische Bestseller wurde mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle verfilmt. Marie-Sabine Roger „Das Labyrinth der Wörter“, Hoffmann und Campe, 208 Seiten, 18 Euro a

Der Siegelring Martin Luthers Unter all den prachtvollen Juwelen des weltberühmten Dresdner „Grünen Gewölbes“ zählt der Siegelring des Reformators Martin Luther eher zu den schlichten Schmuckstücken – aber seine Bedeutung ist unvergleichlich. Das Wappen wurde einst von Luther selbst entworfen und zeigt ein Kreuz inmitten eines Herzens sowie die Initialen „ML“. Getreu dem Original wird der Siegelring in den Werkstätten von Juwelier Leicht sorgfältig als Damen- oder Herrenring nachgearbeitet. Die nummerierte Edition wird in massivem Roségold 750/- ausgeführt, das kunstvolle Wappen als feine Gravur von Hand aus einem ovalen Karneol geschnitten. Dieses Schmuckstück ist exklusiv bei Juwelier Leicht erhältlich. Sie wünschen mehr Informationen? Fordern Sie jetzt kostenlos unsere Broschüre „Königliche Pretiosen“ an. Tel. 0351 / 4 97 39 70 oder unter dresden-qf@juwelier-leicht.de www.juwelier-leicht .de Berlin

Dresden

Köln

Pforzheim Baiersbronn Rottach-Egern Auf See


Wenn das Leben in zwei Teile bricht

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rstens kommt es anders und zweitens als man denkt, reimt der Volksmund. Paul dachte eigentlich, er wüsste langsam, wer er sei, auch wenn es nicht immer danach aussieht. Er lässt sich mit seiner Galerie im falschen Stadtteil von Berlin nieder, spezialisiert sich auf die Bilder eines blinden Malers, seine Freundin zieht es beruflich ins Ausland und das Haus seiner Familie in Worpswede droht in zwei Teile zu zerfallen. In der Baubranche heißt das Grundbruch. Als Paul in seiner norddeutschen

Heimat ankommt, muss er feststellen, dass weit mehr in Gefahr ist als nur das Haus. Der Grundbruch betrifft sein Leben. Dass Rinke nun seinen ersten Roman und nicht sein elftes Theaterstück vorlegt, liegt am Stoff: „nicht theaterfähig“, sagt er. Das Debüt gelingt: ein verrücktes, tragisches und komisches Stück Deutschland. Moritz Rinke „Der Mann, der durch das Jahrhundert fiel“, Kiepenheuer & a Witsch, 496 Seiten, 19,95 Euro

Der Schatten auf der Sonnenseite

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in Mann Mitte 50 trifft noch einmal seine Jugendfreunde aus Algier, wo er als Younes die erste Hälfte seiner Kindheit auf der Schattenseite des Lebens verbrachte, bis er als Jonas in den europäischen Teil der Großstadt Oran und damit auf die Sonnenseite wechselte. Dieser Bruch begleitet Jonas sein ganzes Leben, wird Teil von ihm und seiner großen Liebe, ist „die Schuld des Tages an die Nacht“. Unter seinem Pseudonym Yasmina Khadra schreibt der Schriftsteller Mohammed Mou-

lessehoul über Erfahrungen, die uns unterscheiden, und Gefühle, die uns verbinden. Der 55-jährige Ex-Offizier wurde in seiner Heimat wegen seiner Bücher verfolgt und lebt seit zehn Jahren mit seiner Familie in Frankreich. Seine Erzählungen sind so poetisch, dass man sie Wort für Wort in der Welt verteilen möchte. Yasmina Khadra „Die Schuld des Tages an die Nacht“, Ullstein, 416 Seiten, 19,95 Euro a e

Andreas Bernard ist »der Maupassant des ›jetzt‹-Magazins.« David Wagner »Eine grauenhaft schöne und wahre Liebesgeschichte.« Moritz von Uslar Andreas Bernard Vorn Roman. 249 S. Geb. 1 16,95 ISBN 978-3-351-03294-4

www.aufbau-verlag.de


KRIMIS

Killer versus Killer Ein Arzt und Aussteiger aus dem Mafia-Milieu wird am OP-Tisch mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Vor ihm liegt ein Ex-Kollege, ein Mafia-Killer

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as ist der Stoff, aus dem die Krimis sind: Peter Brown ist Arzt in New York. Doch Helfen und Heilen war nicht immer sein Metier. Bis vor kurzem hatte er einen schneidigeren Job: Doc Brown war Mafia-Killer. Doch nun ist er ausgestiegen und abgetaucht, und wo könnte man als Arzt unsichtbarer sein als im Krankenhaus – wohl versehen mit echtem Titel, aber falschem Namen? Doch dann wird ein Patient eingeliefert, den dieser Doktor lieber nicht behandeln würde: Squillante, ebenfalls ein Mann der Mafia. Der kennt den smarten Arzt noch als Pietro, den Killer; die Vergangenheit holt Dr. Mafia ein. Squillante hat Krebs, letztes Stadium, und muss sofort operiert werden. Eine dra-

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matische Nacht bahnt sich an, das fordert den ganzen Mann. Doch der Arzt ist nur halb bei der Sache. Das Vorleben von Brown alias Pietro Brnwa schiebt sich immer wieder in Gedanken vor die Gegenwart. Es ist nicht weniger blutig als die OP, die der Arzt ausführt. Ein Kampf auf Leben und Tod, geführt mit den Mitteln der Medizin. „Schneller als der Tod“ ist der erste Roman von Josh Bazell. Das merkt man dem Text nicht an. Wohl aber, dass der Autor Medizin studiert hat. Genauso schreibt er: präzise, analytisch, messerscharf. /UK Josh Bazell „Schneller als der Tod“, S. Fischer, 304 Seiten, 18,95 Euro


Ein Kultur-Standort im Herzen Berlins: Das Willy-Brandt-Haus

Schwarz und Weiß ergibt Blutrot

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ie Homelands von Kapstadt und am Anfang die zynische Frage: „Hast du Angst, kleiner Mann?“ Dieser kleine Mann war einmal Ali Neumann, alias Zulu, mittlerweile Chef der Kripo von Kapstadt und ausreichend einflussreich; doch immer noch: undurchsichtig. Wie sein aktueller Fall: Eine junge Frau, Tochter der nationalen Rugby-Ikone, wird im Botanischen Garten ermordet. Ihr Leben wird sichtbar als ein Versteckspiel im Drogensumpf. Zulu und sein Team entdecken aber noch weitaus mehr, vor allem die bittere Gewissheit, dass Rassismus in Südafrika nicht der Vergangenheit angehört. Ein Thriller aus einer fernen faszinierenden Welt – fesselnd und hart.

Hier tagt nicht nur der SPD-Vorstand. Hier finden auch Ausstellungen mit den Schwerpunkten Fotografie, Grafik und Malerei statt. Dazu Lesungen, Diskussionen, Filmabende und Konzerte. Die Architektur des Hauses wird oft als Kunstwerk bezeichnet. Fordern Sie unser Prgramm an und besichtigen Sie unser Haus. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Caryl Férey „Zulu“, Piper, 512 Seiten, 19,95 Euro

Fotoausstellungen

Im Zweifel gegen den Kollegen

Glückssucher

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Berlin – Warschau – Mumbai vom 15. April bis zum 9. Mai 2010

in Neuer betritt die Bühne. Autor Rankin hat seinen alten Helden in Pension geschickt und stellt uns nun Malcolm Fox vor. So langweilig sein Name, so erfrischend ist die Story. Fox‘ Job ist es, gegen die eigenen Kollegen zu ermitteln, und er ist dabei recht erfolgreich. Privat läuft‘s weniger gut. Die Frau ist weg, der Vater im Heim und die Schwester trifft regelmäßig die Faust ihres Lovers Vince. Doch zumindest dieses letzte Problem löst sich bald von selbst: Vince ist tot. Perfekt komponiert und formuliert, dieses Werk ist ein Hochgenuss! Ian Rankin „Ein reines Gewissen“, Manhattan, 512 Seiten, 19,95 Euro

Furchtbar gut

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arum hat sich Krissie nur auf dieses (sexuelle) Abenteuer mit dem Mann ihrer besten Freundin Sarah eingelassen? Und wie konnte es so weit kommen, dass Krissie eben jene Sarah während ihres gemeinsamen Schottland-Urlaubs von den Highlands in den Tod schubst? Und das alles soll erst der Anfang ihres persönlichen Höllentrips gewesen sein? Ja, genauso ist es. Der Debütroman von Helen Fitzgerald wirkt wie eine harte Droge – direkt und betäubend. „Furchtbar lieb“ ist aber nicht nur ein exzellenter Krimi, das Buch ist auch ein humorvoller Roman über Liebe, Neid und Freundschaft. Helen Fitzgerald „Furchtbar lieb“, Galiani, 256 Seiten, 14,95 Euro

World Press Photo 10 vom 11. Juni bis zum 1. Juli 2010

Willy-Brandt-Haus Berlin-Kreuzberg Wilhelmstraße 140 (U-Bahnhof Hallesches Tor, Nähe Jüdisches Museum – Bus M 41) Öffnungszeiten: Di bis So 12.00–18.00 Uhr, Mo geschlossen Eintritt frei, Ausweis erforderlich. www.willy-brandt-haus.de


KINDER- & JUGENDBÜCHER

ab 5

Kleine Ursache, große Wirkung Was so alles passieren kann, wenn jemand achtlos eine Bananenschale wegwirft

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m Ende einer Kette von Unfällen steht ganz Bad Berleburg Kopf: Eine Leiter gerät ins Schwanken, ein Kind schwebt mit einem Bündel Luftballons davon, die Tiere aus dem Zoo sind ausgebrochen, mehrere Autos sind ineinandergefahren, ein Rettungshubschrauber kreist über der Stadt. Das schönste Chaos, endlich ist was los, und niemand kann so recht etwas dafür. Was mit einer Bananenschale beginnt, entwickelt sich Seite für Seite zu einem wunderschönen Chaos-Szenario, in dem es immer wieder neue Details zu entdecken gibt. Und alles ist ganz logisch, eins ergibt sich aus dem anderen. Autorin Lilli L‘Arronge, die Katzen, Bananen und Chaoten liebt, stellt mit jeder Seite neue Berleburger vor, die durch die Bananenschalen-Kettenreaktion in

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die verrücktesten Situationen geraten. „Chaos in Bad Berleburg“ ist ein fröhliches Bilderbuch, dessen liebevoll gezeichnete Wimmelbilder viel Stoff bieten zum Erzählen eigener Geschichten. Ein großer Spaß für kleine und große Kinder! / KM

Lilli L‘Arronge „Chaos in Bad Berleburg“, Jacoby & Stuart, 32 Seiten, 12,95 Euro


ab 6

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ab 8

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uis und Amanda sind ein typisches Geschwisterpaar: Niemand bringt die Drittklässlerin auf die Palme wie der „Nervzwerg“, der sich ausschließlich von weißen Lebensmitteln ernährt und überhaupt schrecklich peinlich ist. Der kleine Luis hingegen leidet unter den Sprüchen der „Superschlauen“. Dabei kann die große Schwester ja noch nicht mal richtig Fahrrad fahren. Wie gut, dass die beiden aber auch zusammenhalten können wie Pech und Schwefel! Abwechselnd lässt Judy Blume Bruder und Schwester von ihren kleinen und großen Nöten, ihren Schulerlebnissen und ihrem Zuhause berichten. Ein großer Vorlesespaß für die ganze Familie, mitten aus dem Leben heraus.

ieses Buch sollten Sie auf keinen Fall vorlesen oder verschenken. Nichts wird mehr so sein, wie es war. Müllsäcke werden prall gefüllt durch Wohnungen hüpfen und deren Inhalt zu wichtigen Geschichtsschnippseln befördert. Oder Sie finden Ihre Kinder in Waschbecken sitzend zu Waschlappen verzaubert.  Sollten Sie so gute Freunde wie Marta-Marias Vater haben, ist das alles halb so wild. Carmen Dudel, Mr. Zweinullsieben sowie Professor Kuttel sprühen nur so vor Ideenreichtum und bringen Marta-Maria wohlbehalten aus allen „Fantastereien“ zurück. Es ist ein großer Spaß, diesen Reisen zu folgen, ein Jungbrunnen für jeden Vorleser. Leider ist es 1, 2, 3 vorbei.

Judy Blume „Luis und Amanda: Spinnenkackesuppe und der ...“, Tulipan, 168 Seiten, 12,90 Euro

Albert Wendt „Marta-Maria“, Jungbrunnen, 96 Seiten, 12,90 Euro


KINDER- & JUGENDBÜCHER

ab 9

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b nach draußen“, würde dieses Buch rufen, wenn es könnte, „lass uns die Abenteuer dieser Welt entdecken!“ Das kleine „Dangerous Book for Boys – Wunder der Welt“ ist alles andere als gefährlich. Im Gegenteil: Wissenswertes aus Naturwissenschaften, Geschichte und Politik wecken das Entdecker-Gen. Im Hosentaschenformat erklärt das Buch neben dem Sonnensystem, wie man Insekten bestimmt, Kristalle züchtet oder einen Lochprojektor baut. Bleibt noch die Botschaft an die Erwachsenen: Lasst eure Kinder draußen spielen! Für Abenteurer-Mädchen gibt’s bei cbj übrigens das Pendant zum Jungens-Buch, „Das kleine Secret Book for Girls“.

ason ist zwölf Jahre alt und Autist. Er blinzelt nur, wo andere gucken, und statt zu sprechen, flattern seine Hände. Doch Jason ist begabt. Er kann wunderbare Geschichten schreiben, und er versteht die Welt der Computer und des Internets. Im Netz trifft er mit dem Mädchen namens „PhoenixBird“ eine virtuelle Freundin.

C. Iggulden, H. Iggulden „Das kleine Dangerous Book for Boys“, cbj, 224 Seiten, 19,95 Euro

Nora Raleigh Baskin „Jason und PhoenixBird“, Gerstenberg, 224 Seiten, 13,90 Euro

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Dieses Buch über Nähe und die Angst (selbst online), Gefühle zu zeigen, ist vor allem eine Reise in die Welt eines autistischen Menschen. Action gibt’s dabei kaum, so wenig wie witzige Sequenzen; dafür schafft das Buch über Jason etwas wirklich Beeindruckendes: Es lädt ein zum Nachdenken – Kompliment!

ab 14

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ie Augen, sagt man, sind das Fenster zur Seele. Wenn Jem ihrem Gegenüber in die Augen blickt, sieht sie jedoch Zahlen, die immer ein Datum ergeben: Es ist der Tag, an dem der andere sterben wird. Die Jugendliche hatte nie viel Glück in ihrem Leben. Vater unbekannt, Mutter tot. Jem wird von einer Pflegefamilie zur nächsten weitergereicht. Erst als Spider in ihre Klasse kommt, findet sie nicht nur einen Freund, sondern auch die erste Liebe. Und ein bisschen Hoffnung. Bis sie die Zahlen in Spiders Augen sieht – und die verheißen nichts Gutes. „Numbers“ hat alles, was ein gutes Jugendbuch braucht: Spannung und Emotionen.

Rachel Ward „Numbers: Den Tod im Blick “, Carlsen, 368 Seiten, 13,95 Euro a


Schumi und Vettel versetzen Deutschland ins Formel 1-Fieber

WER MACHT DAS RENNEN ? Zum Saisonstart der Formel 1 JETZT NEU IM BUCH- UND FACHHANDEL

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pätestens mit 16 ist es nicht mehr so einfach, zum Alter passende Bücher zu finden. Aus den Jugendbüchern ist man rausgewachsen, aber viele Bücher für Erwachsene sind eben für Erwachsene. „Terra Islamica“ ist perfekt für die Zeit dazwischen. Aatish Taseer beschreibt darin seine Kindheit bei seiner nicht islamischen Mutter in Indien, seine Jugend in London und die Suche nach dem Vater, einem mächtigen Politiker und Medienzar in Pakistan. Die Reise führt von Istanbul über Mekka ins Land des Vaters. Aatishs Bericht ist eine Einladung, die unbekannte „Terra Islamica“ zu entdecken und den Zusammenhang zwischen Religion und Politik besser zu verstehen. Aatish Taseer „Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters“ C. H. Beck, 365 Seiten, 24,95 Euro

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Die selbstgewählte Pause währte nicht lang genug, um es sich wirklich vorstellen zu können: Formel 1 ohne Michael Schumacher. Die meisten seiner Formel 1-Rennen erlebte er relativ einsam an der Spitze liegend. Sebastian Vettel, der Shootingstar der Formel 1 und jüngster GrandPrix-Sieger aller Zeiten, will das mit seinem unglaublichen Talent und seinem großen Ehrgeiz in dieser Saison verhindern. Der Publikumsliebling der vergangenen Saison gegen den 7-maligen Weltmeister. Was für ein Duell! ISBN 978-3-7688-3166-6 (Sebastian Vettel) ISBN 978-3-7688-3184-0 (Mensch Schumi)

InfoLine: 0521/ 55 99 33 www.delius-klasing.de


REGIONAL

Ideen f체r die Ohren: Frank Suchland freut sich auf sein n채chstes Projekt mit der deutschen Stimme von Angelina Jolie

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Bilder als Begleiter: Illustrationen verstärken die Botschaft der Worte

Am Markt 2 · Stadthagen · 05721/99674 www.schmidt-stadthagen.de

BÜCHER

Klein, aber fein ContraPunkt nennt sich ein außergewöhnlicher Hörbuchverlag aus dem Landkreis Schaumburg

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enn dann die „Schaumburger Spürnasen“ auf die Suche gehen, sitzt nicht nur in vielen Schaumburger Kinderzimmern der Nachwuchs wie gebannt vor dem CDPlayer. Drei Folgen des Hörspiels sind bereits erschienen, die Nachfrage ist groß. Immer mehr Kinder wollen die Spürnasen Berni, Claudia und Torbjörn bei ihrer Suche durch den Landkreis begleiten. Im Sommer 2006 wurde das Projekt (nach einer Idee von Torben Schmidt) von Oliver Hartmann und Frank Suchland, dem Team des „ContraPunkt“-Hörbuchverlags, produziert. Das Besondere: Die Abenteuer der Freunde haben nicht nur Unterhaltungswert, sondern sind auch pädagogisch wertvoll, wie Suchland betont. So erfahren große und kleine Kinder ganz nebenbei viele interessante und auch überraschende Informationen über den Landkreis Schaumburg. Doch die Hörspielserie ist nur ein Projekt des kleinen, aber feinen Hörbuchverlags. Ein ungewöhnliches dazu.

© contrapunkt.org

„Wir haben uns eigentlich auf Lyrik spezialisiert“, erklärt Suchland und verweist auf die bisher erschienenen zehn Hörbücher des Verlags. Hinter Titeln

wie „Du aber bist der Hafen“ verstecken sich Liebesgedichte, in „Der Kuckuck ist ein scheues Reh“ haben Suchland und Hartmann Lyrik für heitere Stunden zusammengetragen und arrangiert. Die Tonträger vereinen dabei stets bekannte und weniger bekannte Worte großer Dichter mit musikalischen Klängen, die mal betonen, mal Zeit zum Träumen geben, aber immer keinen Zweifel daran lassen, dass Musik und Dichtung zusammengehören. So hat sich der ContraPunkt-Hörbuchverlag bereits über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Für das 25. Jahr seiner Karriere als Komponist, Autor und Rezitator macht sich Suchland gerade selbst ein Geschenk: Das aktuelle Projekt soll im September in Form von zwei Tonträgern, DVD und CD, im ContraPunkt-Verlag erscheinen. „Es wird unser bisher größtes Projekt, für das ich die Stimme von Angelina Jolie gewinnen konnte, mehr darf aber noch nicht verraten werden“, freut sich Suchland. / Annika Wilkening Weitere Informationen zum Verlag gibt es im Internet unter folgender Adresse: www.contrapunkt.org

FÜRS OSTERNEST


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… erhältlich in unserer Geschäftsstelle Kinderleben Ein Buch der Schaumburger Landfrauen für Kinder, Eltern und Großeltern

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Tödlich leckere Rezepte

Rote Röcke

Jan Beinßen veröffentlicht sein Krimikochbuch

Trachten und Brauchtum im Schaumburger Land

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er „Goldene Ritter“ gehört in die Paul-Flemming-Krimis wie die Rostbratwurst nach Nürnberg. „Deshalb kann ich den Ball getrost an meine Leser weitergeben“, antwortet Autor Jan Beinßen auf die Frage nach der Grundidee seines neuesten Buches. „Gesalzen und gepfeffert“ heißt das Krimikochbuch des gebürtigen Stadthägers, das gerade im Ars Vivendi Verlag erschienen ist. Gemeinsam mit Hannes Henn, dem Koch seines Vertrauens, hat Beinßen die pikantesten Fälle seiner Hauptfigur Paul Flemming in einem Buch mit 16 Kurzkrimis und 28 Rezepten zusammengefasst. „Nach jeder Lesung kamen ein paar Frauen und fragten, ob man das, was der Flemming während der Lösung seiner Fälle isst, nachkochen kann“, erklärt der Wahl-Nürnberger Beinßen die Konzeptidee. Nach fünf Kriminalromanen seines Schnüfflers Flemming stellten die © Ralf Lang, amafo.de

Robert Enke

im aktuellen Band enthaltenen Kurzgeschichten für Beinßen auch eine schriftstellerische Herausforderung dar. „Es war nicht ganz so einfach, Kurzkrimis zu schreiben, aber ich hatte Zeit und es hat Spaß gemacht“, freut sich der Autor. Die Rezepte schrieb er aber dann doch nicht selbst: „Ich esse sehr gerne gut, aber im Alltag kommt dann doch eher Einfaches auf den Tisch.“ So steuerte der befreundete Koch Hannes Henn pikante regionale Rezepte bei, die die Arbeitskollegen zum Teil auch gemeinsam ausprobierten. „Mein Lieblingsrezept ist der Bachsaibling auf Gemüsebett mit Rosmarinkartoffeln“, schwärmt Beinßen. Den Nordlichtern empfiehlt er  zudem auch die Krautwickel in Dunkelbiersoße. „Ausprobieren kann ja nicht schaden.“ Jan Beinßen, Hannes Henn „Gesalzen und gepfeffert“ Ars Vivendi, 14,90 Euro

Der Torwart. Der Star. Der Freund.

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Die verbannte Prinzessin … das Leben der Sophie Dorothea im Strudel der Weltpolitik der Barockzeit

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Knackige Krimis & reelle Rezepte: ein Fall für Flemming LESEN

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SACHBÜCHER

Das Antlitz Jesu Christi Das Tuch ist 436 Zentimeter lang, 110 Zentimeter breit, aus Leinen und wird in einer Seitenkapelle des Turiner Doms aufbewahrt. Millionen Pilger glauben, es sei das Grabtuch Jesu. Paul Badde hat sich auf seine Spuren begeben

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ekreuzigte ehrenvoll zu bestatten, war vor 2000 Jahren nach römischem Recht verboten. Im Fall Jesu aber kam es anders, so steht es in der Bibel. Den Evangelien zufolge kaufte der angesehene Ratsherr Josef aus Arimathäa ein Leinentuch und bat Pontius Pilatus um die Erlaubnis, Jesus vom Kreuz nehmen und seinen Leichnam beisetzen zu dürfen. Der Bitte wurde stattgegeben. Weiter heißt es, dass Josef den Leib in ein reines Leinentuch wickelte und in ein Felsengrab legte. Heute ist das Tuch uralt. Blutflecken sind darauf, Brandlöcher, faszinierende Pollenspuren. Dazwischen kommt dem Betrachter das schattenhafte Bild eines Gekreuzigten entgegen. Jedes Detail der Erscheinung entspricht exakt dem, was die vier Evangelisten in der Bibel über die Hinrichtung des Rabbi Jeschua von Nazareth an einem Frühlingstag des Jahres 30 vor den Toren Jerusalems berichten. Aber ist es wirklich das Tuch, in dem Jesus bestattet wurde? Seit Jahrzehnten führen Wissenschaftler und Gläubige einen erbitterten Streit über diese Frage. Die Öffentlichkeit bekommt das Tuch freilich selten zu sehen: Im vergangenen Jahrhundert wurde es nur vier Mal ausgestellt: 1931, 1933, 1978

und 1998. Danach ließ Papst Johannes Paul II. es anlässlich des Jubeljahres 2000 noch einmal öffentlich zeigen. Für April 2010 gibt es nun plötzlich eine neue Ausstellungsankündigung und damit ein Spektakel, zu dem wieder Millionen Pilger nach Turin eilen werden. Kaum jemand hatte mit diesem Termin gerechnet. Die meisten hatten an 2025 gedacht. 2010 ist kein „heiliges Jahr“, wie solche Ausstellungsjahre früher oft genannt wurden.

Turin erwartet Millionen von Pilgern Braucht die Kirche also wieder einmal Geld, wie böse Zungen behaupten? Diese kritischen Geister bezweifeln die Echtheit des von der katholischen Kirche als Ikone eingestuften Heiligtums. Doch für die Kirche ist das Bild mehr als ein Kunstgegenstand: Es kann vielmehr als existenzielle Verbindung zwischen dem Betrachter und dem Dargestellten, indirekt auch zwischen dem Betrachter und Gott dienen. Dessen ungeachtet verehren viele Gläubige das Tuch als Reliquie im Sinne des echten Leichentuchs Christi.

sein Buch über das „Geheimnis der heiligen Bilder“ gleich noch mal so spannend – egal, ob man sich wundert, zweifelt oder daran glaubt. An dem mysteriösen Ganzkörperbildnis auf der Vorder- und Rückseite des Turiner Grabtuchs gibt‘s zunächst nicht viel zu zweifeln – das erkennt jeder. Aber wie alt ist das Tuch? Und ist das, was wir sehen, wirklich eine Art antikes Foto von Jesus, oder wurde der Eindruck erst vor ein paar Jahrhunderten kunstfertig mit Farbe und Pinsel erzeugt? Badde liefert in seinem Buch ein Plädoyer für die frühe Authentizität. Er begibt sich auf die Spuren von Wissenschaftlern und Geistlichen, entdeckt bis dahin nie gesehene Fotos und entschlüsselt die geheime Botschaft des Grabtuchs. Eine spannende Reise in eine Welt, die weiter reicht als der bekannte Horizont. / EM Paul Badde „Das Grabtuch von Turin“, Pattloch, 160 Seiten, 22 Euro

Paul Badde ist einer von denen, die an die Echtheit des Grabtuches glauben. Das sollte man wissen, denn dann ist

Bild und Spiegelbild: Jesus in Stein gemeißelt und als Abdruck auf dem Grabtuch LESEN

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SACHBÜCHER

Bleiben wir mal sachlich Ratgeber, Sachbücher, Lexika erleben trotz Internet eine neue, spürbare Wertschätzung – vielleicht deshalb, weil man Büchern trauen kann Warten auf den besten Schuss

Endstation Wahrheit

Zahl oder Kopf oder beides

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Perry Kretz „Augen auf und durch!“, Hoffmann und Campe, 368 Seiten, 25 Euro

C. Esser, A. Randerath „Schwarzbuch Deutsche Bahn“, C. Bertelsmann, 304 Seiten, 19,95 Euro

Günter M. Ziegler „Darf ich Zahlen?“ Piper, 320 Seiten, 19,95 Euro

ietnam, Irak, Bogotá – es war sein Traum, in menschliche Abgründe zu blicken, sie zu dokumentieren. Mit der Kamera draufzuhalten, während sich die Seele nur abwenden will von Blut, Tränen, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Vielleicht, weil der junge Perry den Zweiten Weltkrieg in Bayern als Abenteuer erlebt hat. Oder, weil ihm später klar wurde, dass Schriftsetzer nicht sein Ziel ist. Er wollte Reporter sein und ging in die USA, wo er zunächst für die Mafia arbeitete, bis er beim Militär eine Kamera in die Hand gedrückt bekam. 1969 kehrte Kretz nach Deutschland zurück und berichtete fortan als Fotograf für den „Stern“ von Krisen und Kriegen. Seine Biografie ist so spannend wie sein Leben.

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chon nach den ersten Seiten fragt man sich: Will man das eigentlich wissen? Die Antwort wird in jedem Kapitel mitgeliefert: ja! Denn auch, wenn‘s manchmal wehtut: Das „Schwarzbuch Bahn“ ist Pflichtlektüre für die Schicksalsgemeinschaft aus Kunde und Bahn. Die Journalisten Christian Esser und Astrid Randerath haben sich auf die Suche nach den Ursachen für Verspätungen, schlechten Service und gestresstes Personal gemacht. Sie sind auf gefährliche Defizite, folgenreiche Fehlentscheidungen und politische Netzwerke gestoßen, die die skandalösen Vorgänge zwar nicht besser machen, sie aber zumindest erklären und in einen größeren Zusammenhang stellen. Mutig!

em in der Schule die Lust an der Mathematik vergällt wurde, dem gibt Günter M. Ziegler nun eine zweite Chance. „Darf ich Zahlen“ heißt seine Einladung in eine Welt voller algebraischer Merkwürdigkeiten, logischer Bravourstückchen und überraschender Entdeckungen. Ein geistiges Abenteuer ist die Mathematik und ihre Geschichte, bevölkert von skurrilen Gestalten. Aber die Formeln, die vertrackten und viel zu abstrakten? Sind viel besser als ihr Ruf, erklärt mit leichter Feder der mit dem Leibniz-Preis geehrte Autor. Der Beweis? Der „Satz des Pythagoras“ kann verblüffend nützlich sein, wenn man einen großen Schrank in einem sehr kleinen Zimmer aufstellen möchte.


Gedanken Gespräche

Geheimes Gartenglück

„Die neue Sicht auf Hitlers Geliebte.“ Stefan Schmitz, stern

„Die erste wissenschaftliche Biografie über Frau Hitler will

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wei alte Männer im lehrreichen Plausch: Helmut Schmidt, geb. 1918, mehrfacher Minister und Altbundeskanzler, sowie Fritz Stern, Jahrgang 1926, US-Historiker deutsch-jüdischer Herkunft und Spezialist für deutsche Geschichte. Zwei eminente Zeitzeugen eines überbordenden Jahrhunderts haben sich im Sommer 2009 drei Tage lang ausgetauscht über die Ereignisse, die sie erlebt und mitgestaltet haben. Bezwingende, sich verschlingende Assoziationsketten halten diesen präzise politischen, berührend persönlichen Dialog zusammen. Respektvoll-vertraut ist der Umgang, altersweise und messerscharf sind die Einsichten, an denen der Leser gewinnreich und genussvoll teilhaben kann.

ärten, die einzig über das Wasser zu erreichen sind, gibt es wahrscheinlich nur in Amsterdam. Die Metropole verfügt dank ihrer GrachtenArchitektur über eine einzigartige Gartenkultur mit grünen Oasen in den undenkbarsten Winkeln der Stadt. Zum Vorschein kommen prachtvolle Gärten in direkter Nachbarschaft zu wild begrünten Dachterrassen oder einem Hausboot, das zum schwimmenden Garten umfunktioniert wurde. Von gesellig und bunt bis klassisch oder gar luxuriös. Die porträtierten Gärten sind allesamt so außergewöhnlich schön, dass man sich gar nicht satt sehen kann. Ein farbenprächtiger Bildband mit vielen Inspirationen für den eigenen geheimen Garten.

Helmut Schmidt, Fritz Stern „Unser Jahrhundert“, C. H. Beck, 287 Seiten, 21,95 Euro a

Karin Greiner, Sabine Mey-Gordeyns „Die geheimen Gärten von Amsterdam“, DVA, 176 Seiten, 49,95 Euro

das Bild vom dummen Blondchen an der Seite des Massenmörders korrigieren.“ Klaus Wiegrefe, Der Spiegel

„Mehr Annäherung an Eva Braun dürfte kaum möglich sein.“ Sven Felix Kellerhoff, Die Welt

Heike B. Görtemaker, Eva Braun. Leben mit Hitler. 366 Seiten mit 39 Abbildungen. Gebunden EUR 24.95

C.H.BECK www.chbeck.de


DER FILM ZUM BUCH

Skurrile Gestalten: Freie Fahrt der Fantasie im Wunderland

Pittoreske Bildmonumente: Mittelmaß findet sich nirgendwo in dieser Welt

Illustre Charaktere: Streitbare Schönheiten bevölkern die Leinwand

Johnny im Wunderland Tim Burton bringt Lewis Carrolls Klassiker als 3-D-Verfilmung ins Kino. Seit 145 Jahren begeistert die Geschichte kleine Menschen - und große

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s passiert gleich im ersten Kapitel, auf der ersten Seite, in den ersten Minuten: Die kleine Alice (Mia Wasikowska) trifft ein weißes Kaninchen (Michael Sheen), das sprechen kann und eine Taschenuhr trägt. Eben noch wundert sie sich über sich selbst, weil sie sich gar nicht wundert, und schon tut sie das Unglaubliche: Als das Kaninchen in einem Loch in der Erde verschwindet, folgt sie ihm. „Den nächsten Augenblick war sie ihm nach in das Loch hineingesprungen, ohne zu bedenken, wie in aller Welt sie wieder herauskommen könnte“, schreibt Carroll. Alice trifft im Wunderland auf viele

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merkwürdige Bewohner: eine Gruppe winziger Tiere, die in ihren Tränen gestrandet sind, die legendäre Grinsekatze (Stephen Fry), das Kartenspiel mit der furchterregenden Herzkönigin (Helena Bonham Carter) samt Hofstaat, die weiße Königin (Anne Hathaway) und natürlich den verrückten Hutmacher (Johnny Depp).

die Schwestern Lorina Charlotte, Edith und Alice Pleasance Liddell. Alice, die ihn so sehr darum bat, die Geschichte aufzuschreiben, die Geschichte von „Alice im Wunderland“. Seitdem wird sie von Generationen junger wie alter Leser verschlungen. Und adaptiert: in der Musik, im Theater, in Büchern – und im Kino.

Es ist eine fantastische Geschichte, die sich der britische Schriftsteller Lewis Carroll 1862 während einer Bootsfahrt auf der Themse ausgedacht hatte, bevor er sie drei Jahre später veröffentlichte. Seine Zuhörerinnen waren

Der für seine außergewöhnlichen Filmproduktionen bekannte Regisseur Tim Burton („Batman“, „Edward mit den Scherenhänden“, „Sleepy Hollow“) hat den Klassiker jetzt neu verfilmt. Mit fantastischen Schauspielern und


22. EUROPÄISCHER FILMPREIS BESTER FILM, BESTE REGIE, BESTES DREHBUCH

GOLDENE PALME

GOLDEN GLOBE® AWARDS

FESTIVAL DE CANNES

BESTER FREMDSPRACHIGER FILM

OSCAR® NOMINIERUNGEN 2010

DAS WEISSE BAND EIN FILM VON

MICHAEL HANEKE

Weitere Buchverfilmungen „Jerry Cotton“, Kinostart: 11. März „The Blind Side“, Kinostart: 25. März

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Das Drehbuch zum Film »Als schaute man dem Regisseur bei der Arbeit über die Schulter – solche Filmbücher müsste es häufiger geben.« PETER KÖRTE, FAS

einer Technik, die fast so unglaublich ist wie die Geschichte selbst: Die Zuschauer können Alice in 3-D-Optik durch ihre Abenteuer im Kaninchenbau folgen. Aber wie das wohl ist, wenn so ein kleines Mädchen über Nacht berühmt wird? Wie war das eigentlich damals für Alice? Passend zum Kinostart erscheint im C. Bertelsmann Verlag der Roman „Alice und ich“ von Melanie Benjamin, die sich genau diese Frage gestellt hat. Ihre Protagonistin wird nicht glücklich mit all dem Ruhm: Die echte Alice wird von der Realität aus dem Wunderland vertrieben. / Emmy Mühlhaus

Lewis Carroll „Alice im Wunderland“, Insel, 137 Seiten, 6,50 Euro a

ISBN 978-3-8270-0953-1 € 34,90 [D]

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“Oscar ®” is the registered trademark and service mark of the Academy of Motion Picture Arts and Sciences

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BILDBÄNDE

Momente der Ewigkeit Wie er es macht, verrät Nick Brandt nicht wirklich – die Kunst seiner Tierporträts bleibt sein ebenso gut gehütetes wie eindrucksvolles Geheimnis

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ls könnte man sie riechen und anfassen, so nahe erscheinen dem Betrachter die Tiere, denen Nick Brandt in der Wildnis begegnet ist und die er auf Fotos festgehalten hat. Ob gestreift, mit langem Hals,

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wehender Mähne oder graufleischigem Rüssel: Es ist, als kämen sie gleich aus dem Bildband ins Wohnzimmer herüber oder in die Küche, wo auch immer man Brandts Werk „A Shadow Falls“ gerade aufschlägt. Der Linse des britischen Fo-

tografen scheint kein Haar, keine Pore und keine Bewegung zu entgehen, wenn er auf der Jagd nach neuem Material ist. „Die Tiere und Landschaften Ostafrikas haben etwas Mystisches“, sagt eben jener Fotograf, der die so


Da wird die Beziehungskiste zum Affenstall: nonverbaler Dialog mit deutlichen Botschaften

Quartett komplett: Monumente aus Kraft und Contenance vor Wolkenwelten

Anmut aus Gelassenheit und Größe: Giraffen-Ensemble im diffusen Sonnenlicht

oft fotografierten Stars der Tierwelt auf eine Weise zeigt, wie es noch nie jemand vor ihm getan hat. Oft scheint Menschliches in den Zügen der Tiere. Die Löwin etwa, die er in einem Naturschutzgebiet in Kenia fotografiert hat: Nachdenklich schaut sie in die Weite der Landschaft, in den Himmel. Oder jene Elefantenherde, die zielstrebig auf die Kamera zuläuft, bis sie offenbar extra für Brandts Kamera innehält, was ihm einen der vielen Schüsse seines Lebens erlaubt. Nick Brandt studierte Malerei und Film und arbeitete als Re-

gisseur für Videoclips. Seine Liebe zu Afrika entdeckte er bei den Dreharbeiten zu Michael Jacksons „Earth Song“. Seit dem Jahr 2000 konzentriert er sich ganz auf die Tierfotografie. Das Vorwort hat der australische Philosoph und Ethiker Peter Singer geschrieben. Und er hat Worte gefunden, mit denen er Bilder einordnet, die scheinbar selbst eine eigene, große Geschichte erzählen; und ganz gewiss spürt man tatsächlich auch etwas Philosophisches in den Augen dieser Tiere, wenn man nur selbst offenen Auges schaut. /EM

Nick Brandt „Schatten über der Wildnis“, Knesebeck, 132 Seiten, 60 Euro

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BILDBÄNDE

Hommage an eine Ikone Wer es nicht in die große Frida-Kahlo-Retrospektive nach Berlin schafft, findet Trost in einem opulenten Bildband, der zur Ausstellung erscheint

K Peter von Becker u. a. „Frida Kahlo. Retrospektive“, Prestel, 240 Seiten, 39,95 Euro

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ahlo ist Kult: Wenn am 30. April im Berliner Martin-Gropius-Bau die große Frida-KahloRetrospektive startet, erwartet die Besucher ein Fest für die Sinne. Üppige Farben, realistische Figuren und surreale Szenen sind die typischen Merkmale der unverwechselbaren Werke dieser mexikanischen Künstlerin, die als junges Mädchen bei einem Busunfall im Jahr 1925 schwer verletzt wurde und ihr Leben lang unter Operationen und starken Schmerzen leiden sollte. Der beschädigte Körper grub Narben in die Seele. Linderung verschafften

nur ihre zwei Leidenschaften: die Kunst und die Liebe – Frida Kahlo lebte beide exzessiv aus. Mit rund 150 Arbeiten wird die Ausstellung im Rahmen der Berliner Festspiele die umfassendste Werkschau Frida Kahlos sein. Zum ersten Mal sind die beiden größten KahloSammlungen vereint, ergänzt von einer Fotosammlung aus dem Besitz der Familie. Die Ausstellung für zu Hause erscheint als Bildband im renommierten Prestel Verlag. Der Katalog ist ein Dialog zwischen den Gemälden sowie Beiträgen von Kunsthistorikern, Kuratoren und Familienangehörigen. / EM


Tempel des Ballsports: Bolzplätze für Profis Editions Gallimard© 2006

Stadion vs. Arena F

ußballstadien sind Wahrzeichen ihrer Städte und Regionen. Sie sind die heiligen Plätze der Fans. Jeder dieser Orte kündet dabei von Heldentaten und Niederlagen – jeder Platz eine Hundertschaft der ewigen Legenden, eine Kultstätte der Gegenwart. Reinaldo Coddou H., Mitbegründer des Fußball-KultMagazins „11 Freunde“, hat in den Fankurven Platz genommen und dort über mehrere Jahre Fußballstadien aus der Fan-Perspektive im Panoramaformat fotografiert. Herausgekommen ist eine opulente Bildergalerie deutscher Arenen, flankiert von pointierten Texten der „11 Freunde“-Redakteure. Der Bildband dokumentiert dabei auch eine Zeitenwende. Alte Sportstätten werden ersetzt durch moderne Arenen. Das Buch macht Vorfreude auf den nächsten Stadionbesuch.

Reinaldo Coddou H. „Fußballtempel“, Edition Panorama, 185 Seiten, 48 Euro


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EIN BUCH & SEINE GESCHICHTE

Kleine & große Fluchten

Karen Blixen 1918 in Kenia

Im April wäre Karen Blixen 125 Jahre alt geworden. Ihr autobiografisches Buch „Jenseits von Afrika“ wurde zur Ode an eine unerfüllte Liebe

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ls 1914 Karen Christence Dinesen zum Heiraten ins koloniale Britisch-Ostafrika reist, startet für die 29-jährige Dänin ein neues Leben. Zu Hause auf der Insel Seeland war sie ihren Spitznamen „Tanne“ nie losgeworden, ein unliebsames Anhängsel aus Kindertagen, als sie ihren eigenen Vornamen noch nicht richtig aussprechen konnte. In Afrika heißt sie endlich Karen oder Baronin von BlixenFinecke, nur ihr Mann nennt sie noch immer Tanne. Als zweites Kind einer Unitarier-Familie wächst die Dänin behütet auf, die Erziehung im Offiziershaushalt Dinesen ist starr und bürgerlich. Freiheit findet das junge Mädchen beim Malen und Schreiben – und schließlich im fremden, wilden Kenia, in das sie mit ihrem zukünftigen Ehemann Bror vor den bür-

gerlichen Zwängen ihres Elternhauses flieht. Von Karens Geld kaufen sie eine Kaffeeplantage, kämpfen gegen Dürre, Brors Untreue und seine Unfähigkeit, mit Geld umzugehen, seine Syphilis, bis er seine Frau 1920 schließlich um die Trennung bittet. Damit beginnt für Karen Blixen, die später unter dem Pseudonym Tania Blixen weltberühmt werden sollte, die dritte Phase ihres Lebens – und ihre Liebe zu Denys Finch Hatton. Die Beziehung zu dem britischen Offizier und Großwildjäger hält bis 1929, zwei Jahre nach ihrer Trennung stirbt Denys beim Flugzeugabsturz. Emotional und finanziell ruiniert, kehrt Karen widerwillig nach Dänemark zurück und verarbeitet ihr Leben im Roman „Jenseits von Afrika“, der im Jahr 1937 erscheint. Bis heute fesselte das Buch Millionen von Lesern. 1985 wurde es mit Meryl Streep, Robert Red-

ford und Klaus Maria Brandauer in den Hauptrollen verfilmt. Zu Karen Blixens 125. Geburtstag am 17. April erscheint jetzt bei Manesse eine verbesserte, erstmals kommentierte und um fehlende Kapitel ergänzte Neuausgabe, die auf der dänischen Fassung des Werkes beruht. / Emmy Mühlhaus Tania Blixen „Jenseits von Afrika“, Manesse, 416 Seiten, 22,95 Euro

Impressum Herausgeber Verlagsgesellschaft Madsack, Hannover; Redaktion Edwin Baaske, Marco Brinkmann, Dr. Sven Domscheit, Carsten Hark, Dr. Fabian Houchangnia, Dr. Ulrich Kahmann, Siegrid von der Lancken, Gesa Lorenz, Emmy Mühlhaus, Dr. Katrin Miele, Friederike Ruwisch, Nadine Strathmann, Annika Wilkening; Telefon (0521) 55 99 06; Telefax (0521) 55 99 01; Mail lesen@dkcp.de; Grafik Dominic Tackenberg, Weusthoff Noël, Hamburg; Druck Bayreuth Druck+Media; Umschlagdruck Druckhaus Göttingen; Koordination & Gesamtanzeigenleitung Daniel Gahr (0511) 518 1918; Überregionale Anzeigen Marianne von Werder (0511) 518 1919; Regionale Anzeigen Arne Frank (05721) 80 92-66

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| Hoffmann und Campe | Das will ich lesen


Lesen  

36-seitige Beilage der Schaumburger Nachrichten. 17. März 2010 | Nr. 2

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