E I N E P U B L I K AT I O N V O N S M A R T M E D I A
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EDITORIAL
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Logistik der Schweiz zeigt sich vielfältig und attraktiv
Blockchain Trends On-demand-Logistik Portät: Gottlieb Duttweiler
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Cool Chain Automation Intralogistik Innovation
FOKUS SUPPLY-CHAIN-MANAGEMENT. PROJEKTLEITERIN: Margrith Scherrer COUNTRY MANAGER:
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it Gottfried Duttweiler wurde heuer das 12. Mitglied der Swiss Supply Chain Hall of Fame für seine persönlichen Verdienste für die Schweizer Logistik ausgezeichnet und steht damit in einer Reihe herausragender historischer und lebender Persönlichkeiten, die das Bild der Logistik in der Schweiz nachhaltig und zukunftsorientiert geprägt haben. Logistik war bei der Gründung der Migros durch Fuhrwerke und der aufkommenden Massenproduktion der Motorisierung geprägt. Duttweilers Lieferwagen, ein Ford TT-Modell, erreichte in Detroit eine Jahresproduktionsmenge von über 300 000 Einheiten und der Preis dafür hatte sich bei $ 325 nahezu halbiert. Der LKW etablierte sich als Massentransportmittel. Dies ermöglichte deutlich schnellere und flexiblere Lieferzeiten bei der Überwindung grösseren Distanzen. Eine modere technologie-orientierte multi-modale Logistik hatte begonnen und ermöglichte ein enormes Wirtschaftswachstum. Heute gehört die Schweizer Logistik zu den grössten Arbeitgebern der Schweiz. Mehr als 250 000 Angestellte in 13 600 Unternehmungen erwirtschaften einen Umsatz von knapp CHF 40 Mio. Etwa 61 Prozent der transportierten Güter (rund 292 Millionen Tonnen) wurden im Jahr 2016 auf der Strasse befördert. Die Logistik gehört damit zu den grössten Schweizer Branchen. Zählt man die mit Einkauf, Logistik oder Supply Chain Management beauftragten Funktionen in den übrigen Branchen hinzu, ist nahezu jeder zehnte Arbeitsplatz der Schweiz mit der Planung und Steuerung der Wertschöpfungsketten verbunden. Unter den zehn attraktivsten Berufsfeldern befinden sich die Ausbildungen in der Logistik und SCM mit mehr als 4 000 Diplomen in insgesamt 36 verschiedenen Berufen. Die Logistik der Schweiz zeigt sich vielfältig und attraktiv! Soweit so gut. Doch wie sehen Zukunftsbilder für ein mehrheitlich urbanisiertes Umfeld aus? Eine auf Nachhaltigkeit und ANZEIGE
logistischen System teil- oder vollautonome Systeme im Einsatz sein: humanoide Roboter in der Kommissionierung, Verladung und Zustellung. Autonomes Fahren stellt sich auf allen Verkehrsträgern ein. Damit kann ein Teil der fehlenden Personalressourcen gedeckt werden.
Heute gehört die Schweizer Logistik zu den grössten Arbeitgebern der Schweiz. - PROF. DR. -ING. HERBERT RUILE (MBA) PRÄSIDENT, VEREIN NETZWERK LOGISTIK VNL SCHWEIZ
Ressourcen achtende und dem demographischen Wandel folgende Logistik? Wie wird der technologische Fortschritt genutzt? Ich möchte dazu ein mögliches Zukunftsbild entwerfen: • Die Logistik wird hochgradig autonom werden. Wie schon im Lager, werden auch im gesamten
• Die Logistik wird Mikro-Kapazitäten in den Warenfluss einbinden. Der Mangel an Verkehrs- und Lagerinfrastruktur in den urbanen Gebieten zwingt versteckte, ungewöhnliche, ungenutzte Kapazitäten zu nutzen. Urbane Intermodalität unter den neuen Verkehrsträgern erhält einen neuartigen Inhalt. Hinterland und Städte werden durch intelligente «Hub and Spoke»-Systeme verbunden sein. • Der globale Handel hat sich mit dem Ausbau der neuen Seidenstrasse und der Überwindung von politischen Nationalismen weiterentwickelt. Die regionale Wertschöpfung ist damit vernetzt und profitiert davon. Dabei hat es die Logistik geschafft, einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen zu leisten: Ihre Leistung ist treibhausgasneutral!
Pascal Buck PRODUKTIONSLEITUNG: Miriam Dibsdale TEXT: Mohan Mani TITELBILD: iStockphoto.com LAYOUT: Anja Cavelti DISTRIBUTIONSKANAL: Tages-Anzeiger, Juli 2019 DRUCKEREI: DZZ Druckzentrum AG
SMART MEDIA AGENCY AG Gerbergasse 5, 8001 Zürich, Schweiz Tel +41 44 258 86 00 info@smartmediaagency.ch
• Mit «last mile production» sind Handel und Logistiker zu Produzenten geworden. Mit der damit gelungenen Vorwärts- und Rückwärtsintegration ist die Logistik tatsächlich zu einem Supply-Chain-Management geworden. Dem einen oder anderen wird es sogar gelungen sein, den Wertschöpfungskreislauf zu schliessen. Die «Sechs R» der Logistik werden nun anders definiert: replenisch, return, repair, replace, reuse and recycle! • Noch ein Zukunftsbild wäre zu erwähnen: Die Logistik hat es geschafft, ihr Berufsfeld durch die Gründung einer Hochschule für Logistik weiter zu professionalisieren. Herzlichen Glückwunsch!
TEXT HERBERT RUILE
Viel Spass beim Lesen! Margrith Scherrer Project Manager