RETTUNGSDIENST 10/2012

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Zertifizierte fortbildung

Abb. 1: Ein erfahrener Intubateur kann oft auch „schwierige“ Patienten konventionell intubieren

Die schwierige Intubation: Wie lässt sie sich meistern?

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Wenn man normalerweise in Fachbeiträgen von der „schwierigen Intubation“ liest, so handeln diese in der Regel von Alternativen zur Intubation. Hierfür gibt es auf dem Markt zahlreiche Hilfsmittel. Angefangen bei den supraglottischen Atemwegshilfen wie der Larynxmaske, dem Kombitubus oder dem – wegen der einfachen Anwendung weit verbreiteten – Larynxtubus über optische Laryngoskope unterschiedlicher Bauart, Funktionalität und Preisklasse bis hin zu fiberoptischen Systemen, die eine endoskopisch geführte Intubation möglich machen. Im folgenden Artikel sollen hingegen die notwendigen Grundlagen resümiert sowie Tipps und Tricks vermittelt werden, um eine vermeintlich schwierige Intubation in eine erfolgreiche Intubation zu verwandeln.

Stefan Dreesen Notarzt stv. ärztlicher Leiter Notfallpädagogisches Institut Berufsfachschule für den Rettungsdienst Müller-Breslau-Str. 30a 45130 Essen dreesen@ notfallpaedagogik.de

Wann ist eine Intubation „schwierig“? Nur äußerst wenige Patienten sind auf konventionellem Wege tatsächlich nicht zu intubieren. Hierzu gehören Patienten mit anatomischen Deformationen wie schweren Wirbelsäulenveränderungen, die eine Lagerung des Kopfes nicht zulassen (z.B. Morbus

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Bechterew), oder Patienten mit einer extrem kleinen Mundöffnung, z.B. bei Blockade des Kiefers durch Tumoren oder bei Hautveränderungen im Gesicht wie bei der Sklerodermie. Auch Traumapatienten mit Gesichtsschädelverletzungen können eine akut veränderte Anatomie aufweisen, die im Einsatz die 10 · 2012 I 35. Jahrgang I Rettungsdienst I 982