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Ganz Hollywood versammelt sich, und du bist mittendrin: Erlebe als Gast der ELTON JOHN AIDS FOUNDATION die Oscar-Nacht als Star unter Stars bei der größten Viewing Party in Los Angeles: Auf 5 Gewinnerinnen wartet ein Movie-Traumtrip der Superlative!

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Die ELTON JOHN AIDS FOUNDATION veranstaltet jährlich die größte und angesagteste Viewing Party zur Oscar-Verleihung – ein Mega-Event mit einem gewaltigen Aufmarsch von Hollywood-Weltstars, einem Gourmet-Menü und Auftritten von Elton John und anderen namhaften Performern während der Aftershow-Party. Du kannst einer von fünf Gästen aus Österreich sein!

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▶l Inhalt DezemBer 2013/ Jänner 2014

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084 gIb mIr DeIn bluT Tilda swinton in only lovers left alive

040 Der HobbIT: SmaugS eInöDe mittelerde Calling

▶l Fame Forward 018 macaulay culKIn rosenkavalier

020 STarS & goSSIP

chris heMsworth, ryan PhilliPPe, ashley green

022 HomeScreen

neues voM österreichischen filM

024 amber HearD buMM, oiDe!

026 bIll nIgHy

bruDer satan

▶l Fashion Forward 030 georgIa may Jagger look ’n’ roll

032 bag IT!

stars & ihre lieblingstaschen

034 meTal manIa

kate, Miley, Douzen – wer glänzt aM schönsten?

036 nacHgeSTylT Jessica hart

038 nacHgeSTylT naoMie harris

▶l Aktionen 002 STarS HauTnaH In l.a.:

erlebe elton Johns oscar-Party!

016 mIT SKIP & banK auSTrIa graTIS InS KIno:

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028 KIno-ÜberraScHung:

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039 leTzTe cHance:

globes-gewinner gesucht!

126 mIT SKy DabeI:

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Das nächste sKIP erscheInt am 31. Jänner 2014 008

SKIP Dezember/Jänner

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▶l Inhalt Dezember 2013/ Jänner 2014

▶l Film Forward

Filme A – Z

088 079 114 100 110 060 056 058 108 103 080 106 040 066 076 078 115 109 115 078 072 063 074 099 072 104 062 106 110 092 084 070 116 108 114 048 117 112 050 010

12 years a slave 47 ronin all is lost anchorman – Die legenDe Kehrt zurücK baD fucKing battle of the year belle & sebastian blau ist eine warme farbe blicK in Den abgrunD buDDy carrie Das erstaunliche leben Des walter mitty Das geheimnis Der bäume Das raDiKal böse Der butler Der Deutsche freunD Der hobbit: smaugs einöDe Der meDicus Diana Die pute von panem – the starving games Die schwarzen brüDer Dinosaurier 3D – im reich Der giganten fünf freunDe 3 ganz weit hinten genug gesagt homefront i, franKenstein le passé – Das vergangene le weeKenD lunchbox machete Kills manDela – Der lange weg zur freiheit master of the universe nicht mein tag only lovers left alive paranormal activity: Die gezeichneten satyaJit ray: Das frühwerK stille nacht streetDance KiDs the wolf of wall street thriller-politiK. italien, franKreich, Die siebziger Jahre tom turbo – von 0 auf 111 zwei vom alten schlag

sKip Dezember/Jänner

048 applaus, applaus: scorsese & Dicaprio haben Die wall street fest im griff

012 alle filmstarts auf einen blicK

Interviews & Stories 044 richarD armitage Powerzwerg

046 lee pace

Into the woods

▶l Fun Forward 120 es fliegt, es fliegt!

dIsneys anIMIerte Flugzeuge düsen durch deIn wohnzIMMer

122 mehr sehen

neues auF dVd und Blu-ray

123 Das hat folgen

toP oF the lake auF dVd, holly hunter IM exklusIV-InterVIew

054 will ferrell

128 game & win

068 philipp stölzl

130 sKip-premiere

wIll Power

stölzl und VorurteIl

woMIt das chrIstkInd gerne sPIelt

077 oliver hirschbiegel scandal In the wInd

082 lee Daniels

dIenst Ist dIenst

083 forest whitaKer

es Ist angerIchtet, Mr. PresIdent

085 tom hiDDleston

eIn VaMPIr und gentleMan

086 tilDa swinton Blut steht Ihr gut

089 haralD sicheritz österreIch-BIld

090 aDele neuhauser

alles klar, Frau koMMIssar?

094 axel stein BIederMann

095 moritz bleibtreu BrandstIFter

096 J. c. chanDor

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098 bérénice beJo

schon wIeder was PassIert

101 aDèle exarchopoulos adèle VerPFlIchtet

102 stefan ruzowitzKy Mord und alltag

104 ritesh batra

da Brennt nIx an

113 thomas c. brezina glücksrad

Das SKIP-Team herausgeBer: michael Ginalis, Josef hruby cheFredaktIon: Kurt zechner stV. cheFredaktIon: Gini brenner, Andrea mühlwisch cheF VoM dIenst: Dina maestrelli redaktIon: Gini brenner (Gb), Klaus hübner (Kh), Dina maestrelli (Dm), magdalena miedl (mm), Christoph Prenner (CP), Julia Pühringer (JP), David rams (Dr), Kurt zechner (Kz) art-dIrector: michael Grill stV. art-dIrector & art-dIrector ProMotIons: ronnie Feichtinger stV. art-dIrector FashIon: bettina lasser ProduktIonsleItung: Thomas Antwi korrektur: Uwe bubik FotoredaktIon: Andrea mühlwisch Fotos: Andrea mühlwisch, Filmverleiher, bildagenturen MarketIng: michael Ginalis eVent-MarketIng: Walter Schreier anzeIgenleItung: Oliver Dvorsky key account: Paul ranefeld, Sebastian Fradinger, monica rütgen anzeIgenVerwaltung & FInanzen: Andrea Permoser geschäFtsFührung: michael Ginalis MedIenInhaBer: SKiP media Gmbh, Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien, Tel: 01/545 24 00 redaktIonsadresse: Grohgasse 5-7/1, 1050 Wien e-MaIl: office@skip.at, feedback@skip.at druckVorstuFe: GraphicCooperation – rudolf huber, bergsiedlung 139, 2571 Altenmarkt an der Triesting druckereI: infopress Group, nádas u. 6., 2600 vác, Ungarn hoMePage: www.skip.at

Fotos: Filmverleiher

073 064 097 052


CARRIE Stephen King im Kino: Chloë Grace Moretz, sehr blutig, als neue Teen-Horror-Queen. >056

DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE

20. 12.

AUF DEM WEG ZUR SCHULE Ich will lernen! Faszinierende Doku über Kinder aus aller Welt und deren Schulwege.

▶l Fr 13. Dezember

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25. 12.

CAN’T BE SILENT Der Film begleitet ein außergewöhnliches Musik-Projekt auf Deutschland-Tour.

012

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DINOSAURIER 3D – IM REICH DER GIGANTEN Reale Landschaften, bevölkert von lebensecht animierten Dinosauriern. >109

DER BUTLER Forest Whitaker als Butler im Weißen Haus in der Zeit von 1952 bis 1986. >080

▶l Mi 25. Dezember

BUDDY Michael Herbig als patscherter Schutzengel Buddy, der seinen Schützling Eddie (Alexander Fehling) in den Wahnsinn treibt. >060 BUDDY

26. 12.

▶l Do 26. Dezember ONLY LOVERS LEFT ALIVE Zwei uralte Vampire haben sich in der modernen Welt gut eingerichtet. Doch dann gerät alles durcheinander ... >084 AFRICAN SAFARI Eine Reise durch den faszinierenden Kontinent. VENEZIANISCHE FREUNDSCHAFT Über die argwöhnisch beobachtete Freundschaft zweier Zuwanderer in Italien ...

▶l Do 19. Dezember MACHETE KILLS Machete (Danny Trejo) ist wieder in Sachen Gerechtigkeit unterwegs – mit Stars von Mel Gibson bis Lady Gaga an seiner Seite. >062

BAD FUCKING Ein Fest des schwarzen Humors: Harald Sicheritz verfilmt die Groteske von Kurt Palm mit heimischen Publikumslieblingen. >088

DER MEDICUS Heiler aus Berufung: opulente, starbesetzte Verfilmung des Bestsellers von Noah Gordon. >066

BATTLE OF THE YEAR Der Breakdance-Weltmeistertitel soll wieder zurück in die USA geholt werden. >079

SICKFUCKPEOPLE Dramatisches Portrait von Kindern und Jugendlichen in Odessa – vergessen und ausgestoßen von der Gesellschaft.

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GENUG GESAGT Julia Louis-Dreyfus und James Gandolfini stellen sich die Beziehungsfrage. >072

LUNCHBOX Eine falsch zugestellte Essensbox ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft ... >104

MASTER OF THE UNIVERSE Investmentbanker Rainer Voss gibt Einblick in die heutzutage alles dominierende Parallelwelt: die Finanzwirtschaft. >110

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TOM TURBO – VON 0 AUF 111 Wir erfahren von und mit Thomas Brezina, wie alles begann mit dem Superfahrrad ... >112

▶l Do 12. Dezember DER HOBBIT: SMAUGS EINÖDE Bilbo und die Zwerge treffen endlich auf den mächtigen Drachen Smaug. >040/Coverstory

.

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▶l Fr 20. Dezember

TAGE AM STRAND Naomi Watts und Robin Wright spielen in dieser Literaturverfilmung von Anne Fontaine zwei ganz besondere Freundinnen. DER LIEFERHELD – UNVERHOFFT KOMMT OFT Vince Vaughn ist plötzlich Papa.

Jo

ONLY LOVERS LEFT ALIVE

ZWEI LEBEN Juliane Köhler als Frau mit den zwei Leben, die zwischen Stasi-Vergangenheit und dem Versuch der Wiedergutmachung aufgerieben wird.

FOTOS: FILMVERLEIHER

INSIDE LLEWYN DAVIS Eine schrullig-melancholische Story um einen erfolglosen Folkmusiker in den Sixties.

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GANZ WEIT HINTEN Eine Patchwork-Familie auf Urlaub, mittendrin der scheue 14-jährige Duncan ... >078

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▶l Filmstarts ÜBERSICHT ▶l Fr 17. Jänner

01. 01.

THE WOLF OF WALL STREET Leonardo DiCaprio als ehemaliger Börsenmakler, der im Gefängnis landet. >048

31. 01.

ANCHORMAN – DIE LEGENDE KEHRT ZURÜCK

12 YEARS A SLAVE Chiwetel Ejiofor als freier Schwarzer, der in die Sklaverei gezwungen wird. >073

DAS ERSTAUNLICHE LEBEN DES WALTER MITTY Ben Stiller wills wissen: Raus aus den Tagträumen, mitten hinein ins echte Abenteuer. >058

DAS ERSTAUNLICHE LEBEN DES WALTER MITTY

NICHT MEIN TAG Moritz Bleibtreu als Bankräuber, Axel Stein als seine Geisel: der Beginn einer wunderbaren Freundschaft? >092

10. 01.

FÜNF FREUNDE 3 Diesmal wird einem Piratenschatz in Thailand hinterhergejagt. >115

▶l Do 02. Jänner DIE PUTE VON PANEM – THE STARVING GAMES Blockbuster-Persiflage.

DIE REISE ZUM SICHERSTEN ORT DER ERDE Zu Besuch beim radioaktiven Restmüll.

>078

PARANORMAL ACTIVITY: DIE GEZEICHNETEN Reality-Horror, die Fünfte: Gänsehautgarantie, grausiger denn je. >070

▶l Fr 24. Jänner DIANA

HOMEFRONT James Franco als Drug-Lord gegen Jason Statham als Ex-DEA-Agent. >063

▶l Fr 03. Jänner STREETDANCE KIDS Der 3D-Tanzfilm für die ganze Familie!

17. 01.

>114

DAS GEHEIMNIS DER BÄUME Nach den Pinguinen widmet sich Dokumentarfilmer Luc Jacquet dem Regenwald. >108

DIE SCHWARZEN BRÜDER Nach tatsächlichen Ereignissen: Bergbauernkinder wurden als Rauchfangkehrer nach Mailand verkauft. >115 THE WOLF OF WALL STREET

ALL IS LOST Robert Redford segelt seinem scheinbar sicheren Ende entgegen ... >097

24. 01. ▶l Fr 31. Jänner

>076

47 RONIN Keanu Reeves an der Seite von 47 herrenlosen Samurai auf Rachekurs. >064

FINSTERWORLD Tragikomischer Episodenfilm aus Deutschland. I USED TO BE DARKER Eine Ausreißerin sucht Unterschlupf bei Onkel und Tante, doch die haben ihre eigenen Sorgen.

014

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

BELLE & SEBASTIAN Die weiße Riesenhündin Belle und ihr mutiger Freund Sebastian – jetzt auch im Kino. >114 DAS GROSSE HEFT Ungarisches Drama um Zwillingsbrüder.

ZWEI VOM ALTEN SCHLAG De Niro & Stallone als Boxer: alt, aber KO. >050 DIANA Naomi Watts als unglücklich verliebte Prinzessin der Herzen.

DER DEUTSCHE FREUND Die Tochter jüdischer Emigranten und der Sohn einer Nazi-Familie verlieben sich ... >106 I, FRANKENSTEIN Frankensteins Kreatur (Aaron Eckhart) im Zentrum eines Fantasy-Spektakels von den Machern von Underworld. >074

DIE ANDERE HEIMAT – CHRONIK EINER SEHNSUCHT Mitte des 19. Jahrhunderts träumt Bauernbub Jakob von der Emigration nach Südamerika.

▶l Fr 10. Jänner

DAS RADIKAL BÖSE Stefan Ruzowitzky ist dem ganz normalen Bösen in den Menschen auf der Spur. >103

I, FRANKENSTEIN

ANCHORMAN – DIE LEGENDE KEHRT ZURÜCK Ron Burgundy macht diesmal die News-Welt von New York City unsicher. >052

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▶l Mo 01. Jänner


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BLICK IN DEN ABGRUND Profilerin Barbara Eder blickt in die Seele von Serienmördern und Sexualtätern. >110

31. 01.

▶l Bonus STILLE NACHT jetzt im Kino

LE PASSÉ – DAS VERGANGENE In Cannes preisgekrönte Beziehungskiste zwischen Paris und dem Iran. >099 MANDELA: DER LANGE WEG ZUR FREIHEIT Biopic: Idris Elba als Nelson Mandela.

M – EINE STADT SUCHT EINEN MÖRDER Wiederauff. exklusiv in Wien ab 13. 12. 2013 SATYAJIT RAY: DAS FRÜHWERK Filmmuseum, Wien, 4. Dezember 2013 bis 8. Jänner 2014

>106

LE WEEKEND Prickelnd: ein altes britisches Ehepaar auf Liebesurlaub in Paris. >072

▶l Fr 07. Februar

>108

47 RONIN

31. 01.

>116

NACH INDIEN! PROJEKTIONEN AUS EUROPA UND AMERIKA Filmmuseum, Wien, 4. Dezember 2013 bis 7. Jänner 2014 THIS HUMAN WORLD 2013 Wien, 5. bis 12. Dezember 2013

ROBOCOP Der Halb-Mensch-halb-Maschine-Cop (Joel Kinnaman) ist wieder da!

MARTIN SCORSESES WORLD CINEMA PROJECT Filmmuseum, Wien, 13. 12. 2013 bis 8. 1. 2014

FREE BIRDS Zwei gefiederte Freunde wollen dem TruthahnEssen zu Thanksgiving ein Ende setzen.

THRILLER-POLITIK. ITALIEN, FRANKREICH, DIE SIEBZIGER JAHRE Filmmuseum, Wien, 9. Jänner bis 6. Februar 2014 >117

VATERFREUDEN Matthias Schweighöfer verfilmt den Roman Frettsack von Murmel Clausen.

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GILLO PONTECORVO Filmmuseum, Wien, 9. Jänner bis 6. Februar 2014

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GOSSIP / NEWS / STARRING MACAULAY CULKIN

NICHT ALLEIN ZU HAUS

▶l TEXT: DINA MAESTRELLI FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE (2)

Aus dem Rampenlicht hält er sich in den letzten Jahren heraus, sein Bekanntsheitsgrad ist allerdings ungebrochen hoch: Sogar am Pariser Flughafen Orly wird ehemalige Kinderstar Macaulay Culkin (Kevin allein zu Haus) von Paparazzi abgeschossen. Macht aber nix, er hat eh nur Augen für seine neue Freundin Jordan Lane Price, eine junge Schauspielerin, der man eine gewisse Ähnlichkeit mit Mila Kunis, Culkins Ex, nicht absprechen kann. Nach dem blumigen Empfang am Flughafen stand übrigens ein romantisches Wochenende in Paris am Programm. Oh,là là!

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▶l Fame GOSSIP / NEWS CHRIS HEMSWORTH

▶l TEXT: DINA MAESTRELLI FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE

I wer narrisch! Auf den Kanarischen Inseln herrscht Ausnahmezustand. Auf Lanzarote und der kleinen Schwesterinsel La Gomera finden zur Zeit die Dreharbeiten zu In the Heart of the Sea statt. Nacherzählt wird das Schicksal der Crew der Essex, die 1820 von einem Pottwal versenkt wurde (was Melville zum Roman Moby Dick inspirierte). Chris Hemsworth als Erster Maat Owen Chase hat die kanarischen Herzen jedenfalls bereits erobert. Regie führt übrigens Ron Rush Howard.

020

SKIP DEZEMBER/JÄNNER


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RYAN PHILLIPPE

The Man With The Bag. Wie dem gleichnamigen Weihnachtslied entsprungen, wurde Ryan Phillippe beim Shoppen in Kalifornien erwischt. Da wird sich doch nicht jemand eine nagelneue Spielkonsole unter den Baum legen?

ASHLEY GREENE

Untot. Das Twilight-Girl wird zum Girlfriend from the grave: Nach ihrem Ableben durch einen Autounfall geistert sie als lästiger Kontrollfreak-Zombie durchs Leben ihres Boyfriends (Anton Yelchin). Joe Dante führt Regie, dass auch die Gremlins vorbeischauen, ist trotzdem eher unwahrscheinlich.

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▶l TEXT: DINA MAESTRELLI FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE

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Es blüht und gedeiht: Ne n Kinolandschaft. Weiten der österreichische

Im Schatten des Spiegels

VAMPIRE IN ROTWEISSROT

Das finstere Tal

ABGRÜNDE MIT HÖHEPUNKTEN Gerade hat Regisseur Andreas Prochaska (o.r.) die International Emmy für seinen Fernsehfilm Das Wunder von Kärnten gewonnen, schon steht sein neuester Streich in den Startlöchern: Das finstere Tal. Die großartige Verfilmung von Thomas Willmanns Bestsellerroman ist ein echter Alpen-Western, cool, blutig und toll besetzt mit u.a. Sam Riley (Bild), Tobias Moretti, Paula Beer und Thomas Schubert (Atmen). Österreichstart ist Mitte Februar 2014.

Dunkle Wolken über dem wunderschönen Schloss Wolfsthal in Niederösterreich: Regisseur David Rühm (o.r., Die Flucht, El Chicko) dreht hier gerade seine Vampirkomödie Im Schatten des Spiegels. Den Ober-Blutsauger gibt Tobias Moretti (o.l.), dem die MysteryRolle enormen Spaß macht. Jeanette Hain (Der Vorleser, Tatort) gibt die Untote an seiner Seite. Ins Kino kommt der Vampirspaß voraussichtlich Ende 2014.

Untitled – Der Film ohne Namen

FILMREISE INS UNGEWISSE

SHORT CUTS

Die Mamba

TERRORIST IM TIERGARTEN Wenn sich ein international gesuchter Top-Terrorist und ein biederer KeksfabrikAngestellter zum Verwechseln ähnlich sehen, dann kommt da schnell mal eine toll besetzte Krimikomödie raus: Viel Spaß am Set (gedreht wurde u. a. im Tiergarten Schönbrunn) gabs mit dem doppelten Hauptdarsteller Michael Niavarani und seinem stahläugigen Gegenspieler, dem deutschen Starkomiker Christoph Maria Herbst. Viel Spaß im Kino gibts ab 28. 02. 2014.

Dokus in Dreh: Das große Museum über das Wiener Kunsthistorische Museum, Ebensee über einen Ort mit Konfliktpotenzial, Haider über einen polarisierenden Politiker + + + Marie Kreutzer verfilmt Doris Knechts Debütroman Gruber geht mit Manuel Rubey in der Hauptrolle + + + Peter Kern dreht den Spielfilm Der letzte Sommer der Reichen mit Helmut Berger, Margarethe Tiesel und Nicole Beutler

022

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

▶l TEXT: GINI BRENNER, KURT ZECHNER FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (3), THIMFILM (1), FILMLADEN (1)

„Ich finde zunehmend, dass der größte Feind des Dokumentarfilms das Thema ist. Wenn man sich von vornherein auf etwas Bestimmtes konzentriert, steht das der wahrhaftigen Betrachtung der Welt im Wege“, meint Filmemacher Michael Glawogger (Nacktschnecken, Whores’ Glory). Und so macht er sich Anfang Dezember mit einem kleinen Filmteam auf ins Ungewisse – ein ganzes Jahr lang auf der Suche nach seinem neuen Film.


- Dick Fosbury Revolutionärer Hochspringer -

„Wenn jemand sagt, dass es nicht geht, beweise das Gegenteil.“

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DER NEUE MAZDA3. Indem er erstmals rückwärts und nicht vorwärts absprang, trotzte Dick Fosbury allen Konventionen und veränderte den Hochsprung für immer. Mazda beweist mit der SKYACTIVo} Technologie ebenfalls, dass unkonventionelles Denken scheinbar Unmögliches möglich machen kann – o und revolutioniert in Verbindung mit seinem unverwechselbaren KODO-Design, sowie dem einzigartigen -Z } MZD Connect die Kompaktklasse. MAZDA. LEIDENSCHAFTLICH ANDERS. www.mazda.at Verbrauchswerte: 3,9 – 5,8l/100km, Co2 Emissionen: 104 – 135g/km. Symbolfoto


▶l Fame STARRING

BILL NIGHY

BRUDER SATAN

BILL NIGHY in I, Frankenstein

ALS TEUFELSDIENER

ist Bill Nighy schon des Öfteren im Kino zu sehen gewesen – das glitschige See-Monster Davy Jones in Pirates of the Carribean – Fluch der Karibik 2 und der Ur-Vampir Viktor in Underworld sollten uns noch in Erinnerung sein. Diesmal aber gibt er sozusagen einen Satansjünger der ersten Stunde: In I, Frankenstein gehört er als Naberius zu jenen Begleitern des Gehörnten, die bereits dabei waren, als Beelzebub von Gott über den Rand der Wolke sieben getreten wurde, weil kein Auskommen mehr mit ihm war. Naberius ist sozusagen das Oberhaupt jener Gothic-City, wo sich die letzte Schlacht im Krieg zwischen zwei dämonischen Rassen zuträgt. Als Höllenfürst gerät er jener Kreatur in die Quere, die einst von Viktor Frankenstein geschaffen wurde und nun, 200 Jahre später, mit dem vernarbten Gesicht von Aaron Eckhart um die Häuser zieht. Nighy böse? Jederzeit gern! Alle Infos zu I, Frankenstein gibts auf Seite 74.

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▶l TEXT: KLAUS HÜBNER

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

FOTO: SONY


„Eine Kompaktklasse mit Klasse.“ DER NEUE MAZDA3 WIRD IHRE ERWARTUNGEN ÜBERTREFFEN. MIT EINER SYNTHESE AUS DESIGN, LEISTUNG UND EFFIZIENZ BIETET ER EIN FAHRERLEBNIS, DAS BEGEISTERT. DAS AUSGEZEICHNETE KODO-DESIGN IST FÜR SEINE FASZINIERENDE LINIENFÜHRUNG VERANTWORTLICH UND DEN SKYACTIV-TECHNOLOGIE VERDANKT ER SEINE AGILITÄT UND WIRTSCHAFTLICHKEIT. DAS ERGEBNIS: SEIN FAHRVERHALTEN HÄLT, WAS SEIN DESIGN VERSPRICHT.

„SKYACTIVTECHNOLOGIE“

„KODO – SOUL OF MOTION“

Energie ist zu wertvoll, um sie zu verschwenden: Darum wurde die SKYACTIV-Technologie im neuen Mazda3 optimiert: Die SKYACTIV-Motoren sowie 6-Gang-Schalt- und -Automatikgetriebe sind nicht nur effizient, sondern dank Start-/Stopp-System i-stop und Bremssystem i-ELOOP auch gut zur Umwelt. Egal für welche Motor-variante Sie sich entscheiden, die umweltfreundlichen SKYACTIV-Motoren überzeugen durch spontanes Ansprechverhalten und hohe Leistungsbereitschaft.

Innen wie außen nach höchsten Qualitätsansprüchen gefertigt, ist der neue Mazda3 ein Hingucker. Stellen Sie sich vor ihn und Sie werden sie spüren, die atemberaubende Dynamik des neuen Mazda3. Diese Erfahrung verdanken Sie der Mazda Designsprache: KODO – Soul of Motion.

„PROACTIVE SAFETY“ Sicherheit ist Kopfsache – zumindest im neuen Mazda3 mit seinen i-ACTIVSENSE Assistenzsystemen. Dazu zählen: ein adaptiver

Tempomat mit radargestützter Distanzregelung, ein Pre-Crash-Safety-System mit aktivem Bremseingriff, die Abstandserkennung, der City-Notbremsassistent, die Spurhaltekontrolle und der Fernlichtassistent.

„MZD CONNECT“ Erleben Sie Bedienkomfort in einer neuen Dimension. Das neue Mazda Konnektivitätskonzept ist auf intuitive Bedienung und einfache Ablesbarkeit ausgelegt. Dank MZD Connect verbinden Sie Ihr Smartphone mit dem 7 Zoll großen Touchscreen-Monitor und greifen auf mobile Services wie soziale Netzwerke, Podcasts, Hörbücher oder Internetradio zu. www.mazda.at

www.mazda.at


▶l Fame STARRING

AMBER HEARD

AMBER HEARD in Machete Kills

BUMM, OIDE! DARLING, ZEIG MIR DEIN ZIELFERNROHR:

Gachblond, mit Betonfrisur und Rüschenoutfit sieht sie gar nicht so aus, aber Amber Heard (Zombieland), für die sogar Machete (Danny Trejo) in Machete Kills einen Moment lang seine Mission vergisst, ist gar nicht der Traum konservativer texanischer Schwiegermütter, im Gegenteil: Nach einer langjährigen Beziehung mit der Fotografin Tasya van Ree ist die bekennende Atheistin momentan liiert mit Johnny Depp, den sie allerdings zwischendurch für die Politikertocher Marie de Villepin sitzengelassen hatte. Außerdem kann sie ihren Oldtimer kurzschließen, nimmt teil an Anti-Diskriminierungskundgebungen für Lesben, Schwule und Transgender und outet sich als SciFi-Nerd: Neben Michelle Rodriguez, Sofia Vergara und Lady Gaga ein weiterer echter Glücksgriff, der Regisseur Robert Rodriguez da gelungen ist. Alle Infos zu Machete Kills gibts auf Seite 62!

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▶l TEXT: MAGDALENA MIEDL

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FOTO: CONSTANTIN


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▶l KONZEPT FASHIONSTRECKE: GINI BRENNER, BETTINA LASSER & ANDREA MÜHLWISCH FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE (1), BEIGESTELLT

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Als erfolgreiches Model ist sie längst aus dem Schatten ihres berühmten Vaters getreten – auch wenn das G’schau noch so sehr an Mick erinnert. Auch seine Rock’n’RollAttitude zitiert sie gern, wie hier mit schwarzen Fingernägeln (jetzt ganz hip: kurz!) und wildem Handschmuck.

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Schwarzer Nagellack wird so schnell nicht aus der Mode kommen. Zum lieblichen Look ist er ein guter Stilbruch – und den Edel-Punk-Look komplettiert er bestens. Besonders langen Halt verspricht Color Riche Le Vernis-Lack von L’Oréal. Kostet ca. € 5,–.


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▶l Fashion STYLE

CARRY ME HOME MIT DER HANDTASCHE ist es ein bisschen so wie mit der ganz großen Liebe: Wir sind auf der ständigen Suche nach der Einen, Einzigen, der wir dann für immer treu bleiben – und dabei attraktiven Flirts nie abgeneigt. SKIP zeigt die schönsten Bag Affairs!

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Hard & Heavy Eine große nietenbesetzte Clutch aus kräftigem schwarzen Leder ist nicht nur ein ausdrucksstarker Hingucker, sondern auch ein unglaublich praktisches Teil, das wirklich fast zu allem passt – nicht nur zu allover schwarz & scharf wie hier, auch zu blumig oder elegant.

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Rote Riesen Manche stehn auf blond, andere auf dunkel, Jessica liebts groß und rot. Noch vor Kurzem sah man sie kaum ohne ihre knallrote Birkin Bag, dann trug sie ständig die große kirschrote Tod’s Restyle D, und jetzt gerade ist die Rote von Tory Burch ihre ständige Begleiterin.

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▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE (6)

Einsichtig Nein, Diane ist nicht unter die Shoplifter gegangen – und die durchsichtige Schachtel um ihr rotes Satintäschchen ist keine Diebstahlssicherung, sondern die Hauptsache: Clutches aus Plexiglas sind momentan ein Lieblings-Accessoire der Trendsetterinnen, und auch so flexibel!


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▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE (6)

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JESSICA CHASTAIN

True Companion Die Zeiten der „It Bags“, wo man entweder mit einem ganz bestimmten Taschenmodell unterwegs war oder im modischen Leo stand, sind endlich vorbei. Jetzt kommts wieder auf Qualität an: schönes Leder, schöne Form, gute Verarbeitung, coole Details – so wie hier.

KATY PERRY

Nachschlagend Nerd Fashion ist der coolste Trend zur Zeit. Ob Anspielungen auf Comics, chemische Formeln oder Grammatikregeln: Bildung ist jetzt chic. Wortwörtlich: Zu den American Music Awards erschien Katy mit einer Clutch in Form eines Merriam-Webster, so was wie der Duden der USA.

EMMA STONE

Get Back Er ist ein bisschen wie der attraktive, kluge, höfliche Kerl, der immer für eine da ist, wenn sie ihn braucht – mit dem es aber nie wirklich mehr wird als eine Dauer-Affäre – jedenfalls darf der Rucksack nach ein paar Runden Auszeit endlich wieder mitspielen im Game der trendigen Accessoires.

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▶l Fashion STYLE THE SHINING. METALLIC METALLIC-Stoffe sind die neuen Stars der langen Winterabende. Am glanzvollsten allover und mit schlichten Schnitten, die das Material – und natürlich die Trägerin – möglichst eindrucksvoll zur Geltung kommen lassen.

EDELMETALL

KATE MOSS

Silver Lining Doupionseide hat in jeder Färbung einen traumhaften Schimmer – in Silbergrau wirkt sie fast wie gebürstetes Edelstahl. Der schlichte Anzug wirkt phänomenal – und am allerschönsten wie hier bei Kate Ton in Ton kombiniert, ein kontrastfarbiges Top würde hier nur stören.

MILEY CYRUS

DOUTZEN KROES

Metallverarbeitung Metallic-Stoffe sehen am schönsten aus, wenn man sie tatsächlich ein bisschen wie Metall einsetzt: aus einem Guss. Zu viele Details vertragen sie nicht, auch die Kombination mit anderen Materialien sieht – wie hier – schnell trashig aus, weil sie zu sehr an patscherte SciFi-Kostüme erinnert.

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SARAH JESSICA PARKER

Star in Stripes Auch wenn Kleider aus Paillettenstoff wirklich nicht sehr praktisch sind – man bleibt ständig hängen, und sitzen sollte man auch nicht darin –, optisch geben sie, wenn gut designt, wirklich sehr viel her: Jessica als moderne GroßstadtMeerjungfrau, traumhaft schön.

▶l TEXT: GINI BRENNER FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE

Grünes Wunder Eins muss man Miley lassen: Wenn sie überhaupt etwas anhat, dann sind das in letzter Zeit meist ziemlich chice Teile. Wie dieses ganz einfach geschnittene aber ungemein effektvolle Abendkleid aus jadegrün schimmerndem Paillettenstoff: hinreißend!


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▶l Fashion STYLE

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HALT MICH FEST JESSICA HART trägt sie dauernd spazieren: Das TopModel mit der sexy Zahnlücke liebt Clutch Bags in allen Variationen. Hier peppt sie ihr schlichtes FerragamoOutfit mit einem güldenen Vionnet-Täschchen auf. SKIP hat noch ein paar hinreißende Exemplare gefunden. 01 Schwarz-silberne Hardcase-Clutch von NEW YORKER um € 9,95

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elementen von NEW YORKER um € 14,95

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ACCESSORIZE um ca. € 40,– 10 Schwarze Kuvert-Clutch mit Metallic-Ecken von PRIMARK um € 9,– Bezugsquellen: www.asos.de� www.mango.com eu.accessorize.com www.salamander.de www.primark.at www.viviennewestwood.co.uk www.newyorker.de

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▶l Fashion STYLE

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MITTELWERT NAOMIE HARRIS, Daniel Craigs neue Miss Moneypenny und bald als Winnie Mandela im Kino, verwandelt ein schlichtes kleines Schwarzes mit einem etwas weniger schlichten schwarzen Ledergürtel in ein echtes Traumkleid. Sie habens geschnallt: Statement Belts sind das Gebot der Stunde, SKIP hat sich umgeschaut.

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▶l TEXT: GINI BRENNER ▶l STYLING: BETTINA LASSER ▶l FOTOS: PHOTOPRESS SERVICE (1), BEIGESTELLT

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▶l Film

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Forward


Der Hobbit: Smaugs Einöde Jetzt wirds richtig heiß: Im zweiten Teil von PETER JACKSONS zweiter Mittelerde-Trilogie nach J.R.R. TOLKIEN gibts für Hobbit Bilbo und seine Zwergen-Freunde das erste Zusammentreffen mit dem fürchterlichen feuerspeienden Drachen Smaug – aber auch ein Wiedersehen mit Elbenprinz Legolas! Großartig episches FantasyKino mit MARTIN FREEMAN, RICHARD ARMITAGE, ORLANDO BLOOM und natürlich dem magischen IAN McKELLEN.

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12 10 2010

OT: THE GUARDIAN. Komödie, USA 2006. LÄNGE: 139 Min. REGIE: Andrew Davies. BUCH: Ron Brinkerhoff, James Vanderbilt. PRODUKTION: Beau Flynn, Tripp Vinson. KAMERA: Stephen St. John. SCHNITT: Thomas J. Nordberg, Dennis Virkler. MUSIK: Trevor Rabin. DARSTELLER: Kevin Costner, Ashtn Kutcher, Joe Sela Ward. VERLEIH: Buena Vista.

Es wird ein Sturm kommen … Vor gefühlten Jahrhunderten saß Bilbo (Martin Freeman), zufrieden, sein Pfeifchen rauchend in seiner gemütlichen Hobbit-Höhle – jetzt steht er vor dem steinernen Tor zum gefährlichsten Abenteuer seines Lebens.

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▶l Film Stolz und Vorurteil. Im Reich von Elbenkönig Thranduil (Lee Pace, ganz r.) gibts Zores für Bilbo (Martin Freeman) und Thorin (Richard Armitage). Nur Königssohn Legolas und Elbin Tauriel (Orlando Bloom & Evangeline Lilly, gr. Bild r.) machen freundliche Nasenlöcher.

DIE ALLERGRÖSSTEN

Abenteuer kommen immer am überraschendsten. Das musste auch der gemütliche Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) feststellen, als plötzlich ein wilder Haufen unfrisierter Gestalten unter der Führung des Zwergenkönigs Thorin Eichenschild (Richard Armitage, der erste sexy Zwerg der Filmgeschichte und würdiger Mittelerde-Nachfolger von Viggo „Aragorn“ Mortensen) in seiner gemütlichen Hobbithöhle einfiel. Und damit noch nicht genug: Bilbo ließ sich tatsächlich von den Zwergen dazu animieren, sein geliebtes Pfeifchen für eine Weile niederzulegen und sich mit ihnen auf eine Reise ins Unbe-

kannte aufzumachen. Anlassgeber war kein Geringerer als der wohlbekannte Zauberer Gandalf (Ian McKellen), der mittels seiner undurchschaubaren Weisheit ausgerechnet im behäbigen Bilbo den richtigen Wegbegleiter für die Zwerge ausgemacht hat, und das trotz der schwierigen, fast unmöglichen Mission: Vor vielen Jahren hat der riesige Drache Smaug die Zwerge aus ihrem unterirdischen Königreich Erebor vertrieben und sich dort, inmitten deren unermesslicher Schätze, niedergelassen. Doch nun will Thorin, der Enkel des damaligen Königs, sein Reich – vorzugsweise plus Goldschatz – zurückerobern.

NUN ENDLICH BEGINNT, nach Der Hobbit: Eine unerwartete Reise, das zweite Kapitel der epischen Geschichte. Zahlreiche Konflikte mit der vielfältigen, meist nicht gerade wohlmeinenden Flora und Fauna von Mittelerde haben die anfangs recht inhomogene Reisegruppe mittlerweile zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeschweißt, sogar der stolze Thorin hat verstanden, warum Gandalf ausgerechnet den mickrigen Hobbit als Gefährten ausgesucht hat. Doch für Freundschaftsbeteuerungen bleibt keine Zeit, denn schon wartet die nächste gefährliche Etappe: der Trip durch den Düsterwald, in dem ein Schwarm gigantischer Spinnen lebt, die in den Zweibeinern eine echte Delikatesse sehen. Und wiedermal ist es ausgerechnet Bilbo, dem es gelingt, die fürchterlichen Biester auszutricksen. DIE DRAMATISCHE RETTUNG vor den achtbeinigen Monstern bringt sie jedoch vom Regen in die Traufe: Die Zwerge werden von den Waldelben unter König

Zur schönen Aussicht. Hoch oben am Berg blicken eine Handvoll Zwerge und ein Hobbit ihrem Abenteuer entgegen: dem epischen Kampf gegen den Drachen Smaug, der sich Zwergenkönig Thorins Reich unter den Nagel gerissen hat.

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Thranduil (Lee Pace, Pushing Daisies) gefangengenommen, die Eindringlingen prinzipiell feindselig gegenüberstehen. Und auch hier gelingt es Bilbo wieder, die Zwerge zu befreien – aber damit sind sie immer noch längst nicht am Ende ihres Weges, am Einsamen Berg, in dessen Inneren der schreckliche Smaug langsam erwacht …

HOBBITS & HEROES. J.R.R. Tolkiens Roman Der Hobbit, die Vorgeschichte zu seiner berühmten Trilogie Der Herr der Ringe, war nur ein vergleichsweise dünnes Bändchen – aus dem Peter Jackson gemeinsam mit seinen bewährten Autoren-Kolleginnen Fran Walsh und Philippa Boyens sowie Guillermo del Toro (der ja auch kurzfristig als Regisseur geplant war) mit viel Hingabe, Hintergrundwissen und Fantasie einen ganze PrequelDreiteiler erschaffen hat. Und jetzt im zweiten Teil gibts endlich den ersten Blick auf den gigantischen Drachen Smaug, der via Motion Capture von keinem Geringeren als Benedict „Sherlock“ Cumberbatch verkörpert wird, und dessen Aussehen so derart geheim ist, dass ihn bis kurz vor Filmstart nicht mal die NSA zu sehen kriegt. Ein uns allen höchst vertrautes Gesicht gibts aber auch wieder zu sehen: Des Elbenkönig Thranduils Sohn ist nämlich kein anderer als ein gewisser Legolas (Orlando Bloom), der, gemeinsam mit der wehrhaften Elbin Tauriel (Evangeline Lilly) für einige denkwürdige Szenen verGB antwortlich zeichnet.

Mission Drachenschatz

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12 12 2013

FANTASY. OT: THE HOBBIT: THE DESOLATION OF SMAUG. USA/Neuseeland 2013. REGIE: Peter Jackson. BUCH: Fran Walsh, Philippa Boyens, Peter Jackson, Guillermo del Toro nach dem Roman Der Hobbit von J.R.R. Tolkien. KAMERA: Andrew Lesnie. SCHNITT: Jabez Olssen. MUSIK: Howard Shore. PRODUKTION: Peter Jackson, Carolynne Cunningham, Zane Weiner, Fran Walsh. DARSTELLER: Martin Freeman, Ian McKellen, Richard Armitage, Benedict Cumberbatch, Evangeline Lilly, Lee Pace, Luke Evans, Ken Stott, James Nesbitt, Orlando Bloom. VERLEIH: Warner Bros.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

RICHARD ARMITAGE

Schau mir in die Augen, Kleiner. In seiner Heimat ist der 42-jährige Brite schon lange ein Star – Der Hobbit macht ihn nun auch international zum Household Name, ob mit oder ohne Bart.

Ihre allererste Bühnenerfahrung machten Sie mit 14, ausgerechnet in einer Schulaufführung einer dramatisierten Fassung von Der Hobbit. Was haben Sie da gespielt?

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Ich war der legendäre dritte Elb von links (lacht). Ich trug einen aus dicker Wolle gestrickten Kittel, der mit Silberfarbe angesprüht wurde, damit er aus der Entfernung wie ein Kettenpanzer ausschaut. Irgendwie eh ähnlich wie das, was Peter Jackson sich ausgedacht hat (lacht). Jedenfalls hab ich damals nicht verstanden, was denn genau das Problem ist zwischen den Zwergen und den Elben. Mittlerweile hat sich das diametral verändert, ich habe den Konflikt wahrhaft internalisiert. Ich kann nicht einmal mehr einen Raum betreten, in dem sich ein Elb aufhält (lacht). Sie repräsentieren in dieser Trilogie ungefähr das, was Aragorn in Der Herr der Ringe war – der toughe, heldenhafte, unfrisierte Feschak. Vergleichen Sie sich mit Viggo Mortensen? Natürlich nicht, ich bin doch kein Ikonoklast. Jedenfalls finde ich gar nicht, dass die beiden Figuren sich sehr ähnlich sind – außer, dass sie beide ihren Quest als Könige ohne Königreich beginnen. Jedenfalls sind Sie der erste sexy Zwerg der Filmgeschichte. Finden Sie? Dankeschön! Dabei gibt es doch schon Al Pacino (lacht). Aber ich weiß schon, was Sie meinen: Es ist weniger die Größe – die sieht man auf der Leinwand ja eh selten –, es ist

FOTOS: WARNER BROS. (1), PHOTOPRESS SERVICE (1)

SKIP: Normalerweise denkt man sich ja, wenn man einem Schauspieler zum ersten Mal „live“ gegenübersteht: „Ich hab ihn mir größer vorgestellt!“ Bei Ihnen ist es genau umgekehrt: Im Film spielen Sie einen Zwerg, in Wirklichkeit sind Sie fast 2 Meter groß. Wie haben Sie das beim Dreh gemacht? RICHARD ARMITAGE: Ach, ich bin einfach ein bisschen in die Knie gegangen und habe die Schultern hängen lassen (lacht) … nein, Blödsinn. Es gibt da jede Menge Tricks. Erstens hatte ich jede Menge Zeug im Gesicht: Meine Stirn, meine Nase und mein Kinn wurden, äh, „verbessert“ – es war jedenfalls wichtig, dass mein Kopf im Verhältnis zum Körper größer wirkt, sonst stimmen die Zwergen-Proportionen nicht. Und viel ist natürlich digital entstanden. Es gibt da ein faszinierendes Verfahren, mit dem man schon beim Dreh Teile des Bilds skalieren kann, und natürlich ist sehr viel mit Greenscreen gedreht worden. Tja, und dann gibt es immer noch die gute alte Kiste zum draufstellen. Jedenfalls war es sehr ungewohnt für mich, bei Gesprächen nach oben zu schauen – das mache ich normalerweise nie. Jetzt kann ich wieder auf die Leute herunterblicken (lacht).


POWERZWERG Size does matter. In PETER JACKSONS Der Hobbit-Trilogie schafft RICHARD ARMITAGE die Quadratur des Kreises: Sein bärtiger Zwergenkönig nimmt es in punkto Sex-Appeal locker mit Der Herr der Ringe-Hero Aragorn auf. SKIP traf den britische Schauspieler in Paris und sprach mit ihm über Größenverhältnisse, Jugendsünden und Sonntage in Wien.

die Gesichtsbehaarung, die dem Sex bisher im Wege stand. Aber wir haben unser Bestes getan. Vor allem die Maske.

FOTOS: WARNER BROS. (1), PHOTOPRESS SERVICE (1)

Wieviel Einfluss, glauben Sie, wird diese Rolle auf Ihre Karriere haben? Naja, das kann ich natürlich schwer sagen, was das mit meiner Karriere macht … aber es hat auf jeden Fall großen Einfluss auf mich persönlich. Über einen derart langen Zeitraum eine derart berühmte Figur zu spielen, an diesem überirdisch schönen Drehort, mit diesem Regisseur, für ein derart riesiges, erwartungsvolles Publikum – das gibts nur einmal, das kommt nie wieder. Haben Sie Angst vor den Fans und den Paparazzi? Das Feine ist, dass ich in „zivil“ ja doch ein bisschen anders aussehe als im Film. Also bis jetzt bleibe ich jedenfalls noch verschont vom großen Ansturm und werde noch nicht regelmäßig auf der Straße erkannt – hoffentlich bleibt das so. Ich reise wirklich gerne, und das würde ich auch weiterhin gerne tun. In Wien war ich übrigens auch schon ein paarmal, das letzte Mal ist noch gar nicht lange her.

„Es war sehr ungewohnt für mich, bei Gesprächen nach oben zu schauen – das mache ich normalerweise nie.“

Was haben Sie sich denn angeschaut? Ich war im Belvedere und am Naschmarkt. Der ist wirklich super. Und dann war ich bei einem Konzert in diesem kleinen Club da unten am Fluss … wie hieß der nochmal … Flex, genau. Ich finde Wien großartig. Es gilt echt nicht umsonst als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Ich finde das ja bei euch auch so toll, dass da Sonntage noch wirklich Sonntage sind, alle Shops geschlossen sind und die ganze Welt einfach ▶l GINI BRENNER mal Pause macht.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

LEE PACE

INTO THE WOODS Alarmstufe Elb. Zwar ist der höchst attraktive 34-Jährige schon geraume Zeit im Business – aber außer Fans der TV-Serie Pushing Daisies kennt ihn kaum jemand. Das wird sich ändern: In The Hobbit: Smaugs Einöde spielt LEE PACE den stolzen König der Waldelben und glänzt mit einer Familienportion Charisma.

In der ersten Trilogie hat Peter Jackson ja noch viel mit der Forced-Perspective-Technik gemacht, wo gleich große Schauspieler in der selben Szene durch ihre Positionierung und die der Kamera im Film unterschiedlich groß wirken. Diesmal ging das wegen der 3D-Technik nicht mehr, also wurden in vielen Dialogszenen die Figuren erst nachträglich im Computer zusammengebracht – wie war es, das zu spielen? Relativ ungewohnt. Richard (Armitage, Anm.) und ich haben ja einige sehr intensive gemeinsame Szenen.

„Es war wie ein Tanz ohne Musik, mit einer sehr komplizierten Choreografie.“ 046

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

Im echten Leben sind wir etwa gleich groß, aber im Film ist er ein Zwerg, und ich noch größer als in Wirklichkeit. Und so haben wir zwar gemeinsam geprobt, aber jeder einzeln gedreht – und das war ziemlich kompliziert, weil unsere Bewegungen ja trotzdem zusammenpassen mussten. Es war wie ein Tanz ohne Musik, mit einer sehr komplizierten Choreografie. Und als ich dann einige dieser Szenen das erste Mal fixfertig gesehen habe, hats mich echt umgehauen. Vor allem, weil die Umgebung so schön ist: Das unterirdische Reich von Thranduil ist umwerfend geworden in seiner magischen Düsternis – und Mirkwood, der Wald oben drüber, ist fast psychedelisch. Wenn man sich so genau an Anweisungen halten muss, hat man da nicht als Schauspieler manchmal das Gefühl, dass auch die Kreativität eingeschränkt wird? Nein, ganz im Gegenteil, es ist ziemlich cool, so zu arbeiten – vor allem weil man immer merkt, dass da echt ein Plan dahintersteckt. Da gehts ums große Ganze, und nicht darum, ob ich irgendeine kreative Vision habe, dass ich plötzlich doch drei Schritte weiter nach rechts gehen soll. Aber kann man in so einem Hightech-Fantasy-Setting überhaupt einer Figur echte Tiefe geben? Klar geht das. Ich finde das Fantasy-Ding ja überhaupt extrem inspirierend. Bis vor Kurzem habe ich schließlich immer nur Menschen gespielt (lacht). Dann war ich ein Vampir in Twilight, und gerade habe ich Guardians of the Galaxy abgedreht, in dem ich einen Alien spiele. Einen echten ▶l GINI BRENNER Psycho-Alien.

FOTOS: WARNER BROS. (1), VIENNAREPORT (1)

SKIP: Was für ein Typ ist Elbenkönig Thranduil? Seine Rolle ist ja im Film etwas breiter angelegt als im Buch. LEE PACE: Naja, er ist nicht gerade der Kuscheligste von allen, und auch nicht gerade der beste Vater für Orlandos Legolas. Er ist ein harter Knochen, aber ich mag ihn. Auch wenn er nicht besonders liebenswert ist. Aber es ist ihm eh komplett egal, was man von ihm hält. An sich ist er wohl eine Art Bösewicht im Film, weil er mit den Zwergen verfeindet ist – aber ich verstehe ihn irgendwie. Ich meine, er will sie davon abhalten, einen riesigen schlafenden Drachen aufzuwecken, das ist doch nachvollziehbar.


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▶l Film

„Zieh deinen Kunden

das Geld aus der Tasche – und lass es in deine verschwinden!“ Es ist ein so einfacher wie niederträchtiger Ratschlag, den der aufstrebende Broker Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) Anfang der Neunziger von seinem Mentor (Matthew McConaughey) mit auf den Weg gegeben bekommt. Und der ehrgeizige Jungspund aus einfachen Verhältnissen beherzigt ihn: In einer aufgelassenen Autowerkstätte gründet er seine eigene

weniger Minuten, dass er und seine rechte Hand Donnie Azoff (Jonah Hill) bald gar nicht mehr wissen, wie sie es ausgeben sollen. Neben dem wortwörtlichen Verpulvern von mannshohen Drogenbergen während ausdauernder Party- und Orgien-Marathons bleibt immer noch genug übrig, um sich hier mal einen Sportwagen oder einen Jet, dort mal eine Yacht oder einen Helikopter anzuschaffen. Und der ständig offene Geldhahn erlaubt selbstverständlich auch die Pflege extravaganter Fun-Sport-Hobbies: äußerst hilfreich, wenn man vorhat, Schimpansen in Windelhosen durch die Bürogänge skaten zu lassen und mit Zwergen Zielweitwerfen zu spielen. Dass dieser Lifestyle der „Reichen und Gestörten“ auf äußerst wackeligem Fundament steht, scheint den sukzessive der Egomanie anheim fallenden Belfort kaum zu jucken – selbst vor Verwicklungen mit der Unterwelt schreckt er nicht zurück. Dabei sitzt ihm längst die Justiz im Nacken, die en detail erfahren möchte, wie (un-)rechtens denn das mit seinen hochspekulativen Wertpapiertransaktionen

I’m the king of the world! Maklerfirma, die sich binnen kürzester Zeit als eine der umsatzträchtigsten ihrer Branche etablieren kann. Der rasch mit allen unsauberen Wassern gewaschene Belfort versteht es nämlich, noch die winzigsten Schlupflöcher der US-Wertpapiergesetze dafür zu nutzen, um mit windschiefen Spekulationsgeschäften Anleger abzuzocken. Der selbsternannte Wolf der Wall Street macht so dermaßen viel Geld, bisweilen sind es zweistellige Millionenbeträge innerhalb

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SKIP Dezember/Jänner

Prost auf den Profit! Der Nineties-SkandalBroker Jordan Belfort (Leonardo DiCaprio) haute gern kräftig auf den Putz. Besonders bei den Drogen: „Ich habe in meinem Leben so viel eingeworfen, dass man damit ganz Guatemala ruhigstellen könnte.“

nun wirklich gelaufen ist. Der abgefeimte Hollodri schafft es jedoch immer wieder, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen ...

Wolfzeit. Dass die unfassbare Story Bel-

forts nicht nur nicht ausgedacht ist, sondern sich in den Nineties sogar in ihren schauerlichsten Details genau so ereignet hat, dürfte seit dem großen Börsencrash von 2008 kaum noch jemanden wundern. Die Wall Street war eben immer schon auch ein Tummelplatz für dubiose Gestalten, die Schindluder mit fremdem Geld treiben. Glücklicherweise ist all der damit durch die Luft flatternde Irrsinn aber auch edelstes Filmfutter – was jeder bestätigen kann, der Gordon Gekko im größenwahnsinnigen Übermut von der Gutheit der Gier dozieren gesehen hat. Dennoch


The

Wolf of

Wall Street

Dress for excess: Wenn Maestro Martin Scorsese dem Moloch Börsenbusiness ein schwarzhumoriges Sittengemälde widmet, können einem dabei schon mal durch die Luft segelnde Zwerge entgegenkommen. Leonardo DiCaprio und Jonah Hill drehen als Zeremonienmeister der Geldscheinwelt inzwischen kräftig am Rad.

bedurfte es bei aller Güte der Geschichte noch des magischen Händchens eines wahren Könners, der ihr den gewissen Extra-Punch einzuimpfen imstande war.

Auftritt Martin Scorsese.

„Niemand sonst konnte die Rohheit und die Härte und speziell den Humor einbringen, die nötig sind, um die Aufgekratztheit dieser jungen Punks zu vermitteln“, streute DiCaprio seinem Langzeitkollaborateur in seiner Funktion als Produzent jüngst Rosen. Man kann und möchte dem wieder groß aufspielenden Hauptdarsteller nicht widersprechen: Regie-Ikone Marty weiß dem ohnehin schon meisterlichen, mit bitterbösem Schmäh durchzogenen Drehbuch von The SopranosEdelfeder und Boardwalk Empire-Erfinder Terence Winter in seiner unnahmlichen Art nochmals eine ganz spezielle Vehemenz zu verleihen. Wie Scorseses bestechendste Arbeiten – von Taxi Driver über GoodFellas bis Aviator – fasziniert auch The Wolf of Wall Street als rauschhafte Studie über einen Mann, der vollständig in seinen Obsessionen aufgeht, aufgehen muss. Ohne Maß und Ziel CP – oder Angst vorm Untergang. 

▶l

17 01 2014

KrimiKomödie. OT: The Wolf Of Wall Street. USA 2013. Länge: 179 Min. Regie: Martin Scorsese. Buch: Terence Winter basierend auf der Autobiografie von Jordan Belfort. Kamera: Rodrigo Prieto. Schnitt: Thelma Schoonmaker. Musik: Howard Shore. Produktion: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Riza Aziz, Emma Koskoff, Joey McFarland. Darsteller: Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Matthew McConaughey, Jean Dujardin, Kyle Chandler, Rob Reiner, Jon Favreau, Shea Whigham, Jon Bernthal. Verleih: UPI.

SKIP Dezember/Jänner

049


▶l Film

Stallone vs. De Niro

drei Jahrzehnte wartete die Boxwelt auf den entscheidungskampf zwischen Kid (RoBeRT de niRo) und Sharp (SYLVeSTeR STaLLone) – in der altersklasse 60plus kommt es schließlich zum duell der Box-Pensionisten. Mit aLan aRKin und Kim BaSingeR in Nebenrollen aufgepepptes comedy-Vehikel für rocky und raging Bull.

Zwei vom alten Schlag das haaR eRGRaut,

das Gesicht in Falten gelegt, der Bizeps erschlafft ... Nur eines ist bei den ehemaligen Profiboxern henry „razor“ Sharp (Sylvester Stallone) und Billy „Kid“ Mcdonnen (robert de Niro) frisch und knackig wie am ersten tag: der Groll, den sie gegeneinander hegen. Zwei Mal sind sie im Laufe ihrer Karrieren aufeinander getroffen, jeder konnte einen Kampf für sich entscheiden. doch zum alles entscheidenden Wettstreit 1983 sollte es nicht mehr kommen: Völlig überraschend been-

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sKIP dezembeR/JänneR

dete razor damals, einen tag vor dem duell, auf das ganz Philadelphia heiß war, seine Karriere und zog sich völlig aus dem BoxSport zurück. damit war auch Kids Laufbahn de facto beendet, was dieser seinem Kontrahenten – den er natürlich mit Links besiegt hätte, wie er nicht müde wird, zu betonen – niemals verziehen hat.

30 JahRe sPäteR hat die realität außerhalb des rings besonders henry Sharp den einen oder anderen haken verpasst. Während Billy Mcdonnen mit seinem autohandel und der Sport-Bar Knocked Out finanziell ganz gut dasteht und sogar einen teil seiner einstigen Popularität in die Gegenwart retten konnte, ist henry Sharp praktisch pleite. er schuftet im Stahlwerk, wo sein Job alles andere als sicher ist, bewohnt ein schäbiges häuschen in wenig idyllischer Lage, und zu sagen, dass er zurückgezogen lebt, wäre eine untertreibung. einzig die


Tiefschläge im Ring und abseits davon: Sharp (Stallone) hat mit seiner Vergangenheit als ProfiBoxer abgeschlossen. Aber wenn man ihm einen Haufen Geld bietet, um seinem Lieblingsfeind Kid (De Niro) auf die Nase zu hauen, wie kann er da nein sagen?

Freundschaft zu Lightning (Alan Arkin) ist ihm geblieben, doch der ist alt und grantig und nervt die Betreuer im Pflegeheim. Noch, denn wegen schlechter Führung wirft man ihn mit Monatsende raus. Ehrensache, dass er bei Sharp Unterschlupf findet. Und dann steht auf einmal noch jemand in Henry Sharps Haus: der junge Dampfplauderer Dante Slate Jr. (Kevin Hart) mit einer Idee, die Sharp gar nicht gefällt, die aber eine dringend benötigte Finanzspritze verspricht. Für ein geplantes Box-Videogame soll Sharp im Studio ein paar spektakuläre Schläge verteilen, das wird dann digitalisiert und schon bald wird er virtuell gegen seinen Erz-Rivalen Billy McDonnen antreten können. Unter der Bedingung, dass ihm McDonnen bei den Aufnahmen nicht über den Weg laufen wird, ist Sharp einverstanden. Er hätte wissen müssen, dass das ein frommer Wunsch bleiben wird, denn Schlitzohr McDonnen lässt es sich freilich nicht nehmen,

bei Sharp im Studio anzutanzen und seinen alten Freund zu reizen. Fazit: Die Handyvideos vom ersten Aufeinandertreffen von Razor und Kid nach 30 Jahren in einer Art FreistilRingkampf unter erheblicher Beteiligung von sündteurem technischem Equipment werden ein Hit in den sozialen Netzwerken.

Ready to rumble? Der nächste Schritt ist unvermeidlich: Warum nur virtuell kämpfen, Razor und Kid sollen wieder richtig in den Ring steigen und endlich dieses quälende Unentschieden ausboxen. Was sind schon 30 Jahre Boxpause und 30 Kilo Übergewicht ... Kid lässt sich nicht lange bitten, und Razor braucht das Geld. Und so, wie sich die Erz-Rivalen bei ersten Promo-Terminen für ihr Comeback anstellen – sie liefern laufend neuen sehenswerten Stoff für YouTube – ist das öffentliche Interesse an dem Fight eindeutig im Steigen begriffen. Wenn da nur die Form der Box-Opas mithalten könnte ...

Jetzt erst recht. Rocky und Wie ein wilder Stier sind lange her – und das sieht man, spätestens, sobald die Boxershort die Spuren der letzten Jahrzehnte nur mehr notdürftig verdeckt. Stallone und De Niro machen sich trotzdem einen Spaß daraus, sich nicht nur Verbalduelle zu liefern. Kim Basinger sorgt als Traumfrau für weiblichen Charme und eine dramatische Note abseits des Rings, und auf Alan Arkin als sympathischen Grantscherben ist sowie DM immer Verlass.  ▶l

10 01 2014

Komödie. OT: Grudge Match. USA 2013. Länge: 113 Min. Regie: Peter Segal. Buch: Tim Kelleher, Rodney Rothman. Kamera: Dean Semler. Schnitt: William Kerr. Musik: Trevor Rabin. Produktion: Peter Segal, Michael Ewing, Bill Gerber, Mark Steven Johnson, Ravi D. Mehta. Darsteller: Robert De Niro, Sylvester Stallone, Kim Basinger, Alan Arkin, Jon Bernthal, Kevin Hart. Verleih: Warner.

SKIP Dezember/Jänner

051


▶l Film

Willkommen im Medienzeitalter: Die fantastischen Vier sind ins Nachrichtenstudio zurückgekehrt – unausgewogener Berichterstattung und fehlender Recherche steht nichts mehr im Wege!

Anchorman

Die Legende kehrt zurück

Forever classy: Ron Burgundy is back! Der großartigste Nachrichtensprecher aller Zeiten tritt wieder vor die Kamera – und hat sein komplettes Versager-Team natürlich auch wieder mitgebracht. Großartige Mediensatire vom Dream-Team WILL FERRELL und Regisseur ADAM McKAY. FAST FORWARD. Ein Jahrzehnt später

SEIN BLICK ist zwingender als das Finale von High Noon, sein Schnauzbart schärfer als Scarlett Johansson und seine Frisur unzerstörbarer als die von Lotte Tobisch: Ron Burgundy (der hinreißende Will Ferrell) ist der mit Abstand und Anlauf beste FernsehNews-Anchor der Seventies. Sein hingebungsvolles Team, Großmaul & Außenreporter Brian Fantana (Paul Rudd), Obermacho & Sportexperte Champ Kind (David Koechner) und Voll-Dillo & Wettermann Brick Tamland (Steve Carell) steht stets treu hinter ihm – und sogar seine größte Konkurrentin, die smarte Nachrichtensprecherin Veronica Corningstone (Christina Applegate), musste sich seinem unbesiegbaren Charme schließlich ergeben und wurde seine Ehefrau. 052

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

sieht die Medienwelt schon wieder ganz anders aus. Burgundys Ego aber nicht – und so findet er sich eines Tages als Moderator einer Delfin-Show vor einem Nicht-wirklichMillionenpublikum wieder. Die Demütigung hat ein Ende, als ein völlig neues Fernsehformat erfunden wird, das 24-Stunden-TV. Neu, revolutionär, spannend. Und vor allem unglaublich schwierig zu befüllen. Und so kratzt man alles an Personal zusammen, was man so finden kann – und der junge 24-Stunden-Nachrichtensender GNN bietet tatsächlich Ron und seinen Mannen einen Job an. Das „Action 4 News Team“ ist wieder da!

BYE BYE, SAN DIEGO, hello New York: Im Wohnmobil machen sich die vier NewsProfis samt dem unverwüstlichen Terrier Baxter auf, um die Medienwelt wieder einmal aufzumischen. Doch schon die Anreise wird zum bizarren Abenteuer – und die Mission GNN startet mit mehreren Paukenschlägen, die meisten davon unfreiwillig. Aber weil ein News-Profi wie Ron Burgundy neben aller Ignoranz auch Geistesblitze wie „Anstatt den Leuten das zu erzählen, was sie hören sollten, könnten wir doch versuchen, ihnen das zu erzählen, was sie hören wollen!“ ent-

fahren, schafft er es natürlich trotz allem, dem Medium seine Geruchsmarke ... äh, seinen Stempel aufzudrücken.

DER GROSSARTIGE KOMIKER Will Ferrell, dessen Karriere im Kult-TV-Format Saturday Night Live begann, hat gemeinsam mit Adam McKay schon einige Großtaten vollbracht: Ricky Bobby, Stiefbrüder und Die etwas anderen Cops. Und weil seine herrliche Kunstfigur, der aufgeblasene Ron Burgundy, auch abseits der Leinwand in Sketches und Kurzfilmen ein Eigenleben entwickelte und einfach nicht abtreten will, ließen sich die beiden schließlich doch noch zu einem Sequel überreden – mit vielen grandiosen Gags, absurden Wendungen und spektakulären Cameo-Auftritten von Harrison Ford über Nicole GB Kidman bis Kanye West. Superclassy! ▶l

31 01 2014

KOMÖDIE. OT: ANCHORMAN 2: THE LEGEND CONTINUES. USA 2013. REGIE: Adam McKay. BUCH: Adam McKay, Will Ferrell. KAMERA: Oliver Wood. SCHNITT: Melissa Bretherton, Brent White. MUSIK: Andrew Feltenstein, John Nau. PRODUKTION: Judd Apatow, Will Ferrell, Adam McKay. DARSTELLER: Will Ferrell, Paul Rudd, Steve Carell, David Koechner, Christina Applegate, Meagan Good, James Marsden. VERLEIH: UPI.


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▶l Film

interview

Will Ferrell

Will Power Als er erfuhr, dass die VIENNALE ihm ein eigenes Tribute widmen würde, war er buchstäblich zu Tränen gerührt: Dass seine Arnarcho-Schmähs die Cineasten in Old Europe bewegen würden, hätte er sich nicht erhofft. Und so erschien Will Ferrell auch mit Freude als Stargast in Wien – und ließ sich von SKIP und anderen über seinen neuen Film ausquatschen.

SKIP: Das Leben als Superstar muss toll sein: Statt an diesem prächtig sonnigen Spätherbsttag durchs schöne Wien zu flanieren, dürfen Sie hier mit Wiens Elite-Journalisten im engen Hotelzimmer hocken … Will Ferrell: Ja, das ist großartig! (lacht) Von zu Hause höre ich: „Wow, du bist in Wien, das ist soo cool! Was hast du dir schon angeschaut?“ – „Naja, drei Hotelzimmer und einen Kinosaal …“ Wenigstens war es ein sehr hübscher Kinosaal. Ja, der war sehr cool. „Gartenbaukino“ (er versucht, es so akzentfrei wie möglich auszusprechen und scheitert charmant – es klingt eher wie „Gardenbowkeynow“, Anm.) hieß das, nicht wahr? Jedenfalls war das etwas ganz Besonderes für mich.

„Aus irgendeinem Grund kriege ich es hin, ungute Figuren zu spielen, über die die Leute gerne lachen.“ Es hat Sie verwundert, dass ein Cineasten-Festival ausgerechnet einen Komiker als Stargast auserwählt hat? Ja, es hat mich überrascht. Comedy gilt ja im Vergleich zum Drama immer noch als irgendwie minderwertigeres Genre. Es ist interessant, wie unterschiedlich diese Genres in der Kritikerwelt gewichtet werden. Ich will jetzt echt nicht arrogant klingen, aber ich glaube nicht, dass sich zum Beispiel Daniel Day-Lewis mit dem, was wir machen, besonders leicht tun würde. Sie selber haben das unlängst sehr schön zusammengefasst: Je einfacher Comedy aussieht, desto besser ist sie – es funktioniert nur dann gut, wenn man eben nicht sieht, dass da wirklich Arbeit dahintersteckt. Ja, das ist Fluch und Segen zugleich (lacht). Sie sind auch einer der wenigen Schauspieler, die sich wirklich trauen, dezidiert unsympathische Figuren zu verkörpern …

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SKIP Dezember/Jänner

Haha, lustig, dass Sie das sagen: Erst letzte Woche hatte ich eine Unterhaltung mit einer Studiochefin. Wir sprachen über ein Projekt, und sie sagte im Brustton der Überzeugung: „Komödien-Charaktere müssen prinzipiell liebenswert sein!“ Und weil sie wusste, dass ich hoffte, dass sie mir sehr viel Geld für ein Projekt zusagen würde, erwartete sie von mir, dass ich ihr recht geben würde. Aber ich sagte: „Nein, das finde ich überhaupt nicht!“ Aus irgendeinem Grund kriege ich es hin, ungute Figuren zu spielen, die beim Publikum punktgenau ankommen, und über die die Leute gerne lachen. Obwohl das meiner Wesensart überhaupt nicht entspricht (kichert). Apropos ungute Figuren: Wie haben Sie sich doch noch breitschlagen lassen, Ron Burgundy noch mal auf die Leinwand zu bringen, obwohl Sie sich jahrelang gegen die Idee gewehrt haben? Wir standen der Idee einer Fortsetzung tatsächlich immer sehr voreingenommen gegenüber, weil wir eh so viele neue Ideen für Filme haben. Aber nachdem sich der Anchorman zu einer regelrechten Kultfigur entwickelt hat, konnten wir ihn einfach nicht ad acta legen. Er war wie alter Wein, der mit den Jahren immer besser wurde. Ihnen wird oft vorgeworfen, dass Sie hauptsächlich „Buben-Comedy“ machen. Wie sehen Sie das? Ich weiß nicht. Ich glaube, das entsteht vor allem durch den Referenzrahmen, in dem wir uns bewegen – und aus der Tatsache, dass wir eben Männer sind. Aber es gibt natürlich auch schöne weibliche Figuren in unserem Film. Wir haben zum Beispiel eine wirklich lustige Rolle für Kristen Wiig in diesem Film geschrieben … aber aus welchen Gründen auch immer sind Komödien meist eher männerzentriert, ja. Wir sollten als nächstes eine gute Frauenkomödie schreiben. Also stimmen Sie Jerry Lewis nicht zu, der gesagt hat, dass Frauen nicht komisch sein können? (lacht) Nein, nein, mit dieser Ansicht wurde er schon tausend ▶l Gini Brenner Mal widerlegt.

fotos: Andrea Mühlwisch (1), UPI (1)

Adonis in Furs: Will Ferrell als Ron Burgundy, Christina Applegate als seine Ehefrau Veronica Corningstone.


Fotos: AnDreA MÜHlwiSCH (1), UPi (1)

We Want Will. Die VIENNALE brachte Will Ferrell heuer als Stargast nach Wien, und der FanAnsturm übertraf alle Erwartungen.

SKIP Dezember/Jänner

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▶l Film

Carrie CHLOË GRACE MORETZ (Kick-Ass) spielt ein telekinetisch begabtes Mädchen, JULIANNE MOORE die religiös fanatische Mutter: Heftige Wiederauflage des MobbingHorrorklassikers aus der Feder von STEPHEN KING, unter der Regie von KIMBERLY PEIRCE (Boys Don’t Cry).

REGELBESCHWERDEN.

Spätestens, wenn ein Mädchen zur Frau wird, wird sie den Männern unheimlich. Sie blutet einmal im Monat, ihr werden Stimmungsschwankungen nachgesagt, und sie hat mit einem Mal körperliche Fähigkeiten – Kinderkriegen! Irre! –, die total unverständlich sind. Wer weiß, was die noch alles kann!

Blut ist dicker als Weihwasser. Als Carrie (Chloë Grace Moretz) kurz vor dem Abschlussball zum ersten Mal ihre Periode kriegt, beginnt der ganze Ärger mit dem Erwachsenwerden – mit Blitzen, fliegenden Scheren, Feuer und Erdbeben.

CARRIE WHITE (Chloë Grace Moretz) ist ein schüchterner Teenager. Schuld daran ist ihre fanatisch religiöse Mama (Julianne Moore): Mit Disziplin hat sie ihr Kind herangezogen, jeden Tag den Sündenfall fürchtend. Hat Carrie etwas falsch gemacht, kommt sie in die strenge Kammer zum Kruzifix. Nein, Erwachsenwerden im Hause White ist kein Ponyhof. Nach dem Schwimmunterricht in der Schule stellt Carrie eines Tages fest, dass sie zu bluten begonnen hat. Von ihrer Mutter nie aufgeklärt, fürchtet sie um ihr Leben – während ihre fiesen Mitschülerinnen sie auslachen und mit ihren Handykameras filmen. Die Erklärungen der netten Lehrerin beruhigen Carrie nur unzureichend, und als plötzlich der Wasserspender explodiert, sind alle nur noch mehr mit den Nerven fertig. Daheim wirft Carrie ihrer Mutter vor, sie nicht vorgewarnt zu haben, woraufhin sie wieder einmal eingesperrt wird – und da passiert es erneut: Im Moment höchster Verzweiflung bricht das Holz der Tür entzwei. Was hat es auf sich mit diesem Phänomen? ALS JUNGER MANN arbeitete Hor-

rormeister Stephen King als Schulwart an einer High School, und da hing in der Mäd-

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

chenumkleidekabine ein Tamponautomat. Im Hirn des intelligenten, aber eben doch männlichen Schriftstellers kamen sofort die Rädchen ins Laufen: Was das für ein Schreck sein muss, wenn ein ahnungsloses Mädchen ihre Periode kriegt! Und so schrieb er mit Carrie eine seiner berühmtesten Horrorgeschichten, die 1976 von Brian De Palma verfilmt wurde, mit Sissy Spacek als Carrie und Piper Laurie als ihrer fanatischen Mutter. Es ist eine zeitlos beklemmende Geschichte um Mobbing, Pubertät und um Telekinese – denn wie Carrie bald entdeckt, gehen die unerklärlichen Phänomene, die in ihren emotionalsten Momenten passieren, von ihr selbst aus.

FÜR DAS REMAKE wurde Kimberly

Peirce engagiert, die schon mit Boys Don’t Cry (1999) Gespür für besondere Comingof-Age-Geschichten bewiesen hat. Julianne Moore ist schlicht grandios als irres Muttertier, und Chloë Grace Moretz als Carrie ist sowieso ein Glücksgriff: Die Unschuld ihres Gesichts und schließlich der gerechte Zorn, mit dem sie schreckliche Rache übt, machen es unmöglich ist, sich dem blutigen Finale zu entziehen: Dieses Mädchen werden Sie MM nie wieder vergessen. ▶l

06 12 2013

PSYCHOHORROR. OT: CARRIE. USA 2013. LÄNGE: 90 Min. REGIE: Kimberly Peirce. BUCH: Lawrence D. Cohen, Roberto Aguirre-Sacasa nach dem Roman von Stephen King. KAMERA: Steve Yedlin. SCHNITT: Lee Percy, Nancy Richardson. MUSIK: Marco Beltrami. PRODUKTION: Kevin Misher. DARSTELLER: Julianne Moore, Chloë Grace Moretz, Gabriella Wilde, Alex Russell, Ansel Elgort, Samantha Weinstein, Judy Greer, Connor Price. VERLEIH: Sony Pictures.


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▶l Film

Das erstaunliche Leben

des Walter Mitty Haiattacken, Vulkanausbrüche und Schneeleoparden: Eigentlich ist Walter (Ben Stiller) besser vertraut mit Kaffeemaschinen und Archivarbeiten. Doch die Umstände erfordern radikale Maßnahmen: spektakuläre Motivationskomödie mit KriSten Wiig und Sean Penn.

Das Leben, ein Treppenwitz. Walter

Mitty (Ben Stiller) wüsste genau, wie es sein könnte. Er würde seinem Vorgesetzten die Meinung sagen, er würde Hündchen aus Feuern retten, er würde seine Kollegin Cheryl (Kristen Wiig) auf einen Drink einladen. Wenn, ja, wenn nur. Leider fantasiert Walter all diese Großtaten. In Wirklichkeit ist er ein blasser Angestellter, der im Fotoarchiv des berühmten Life Magazine vor sich hinarbeitet und immer dann tagträumt, wenn etwas schiefläuft. Dann kommt der Tag, an dem Walter vom Leben eingeholt wird: Die Printausgabe des Life Magazine wird eingestellt. Eine Ära geht zu Ende, die meisten von Walters Kollegen werden ihren Job verlieren. Nur noch eine Ausgabe soll gedruckt werden – und da die Coverfotos des Magazins immer Geschichte gemacht haben, soll das finale Cover die Essenz von Life ausmachen. Und es muss vom besten aller Fotografen

Abenteurer unter sich: Walter Mitty (Ben Stiller) und Sean O’Connell (Sean Penn) begegnen einander im Brunftgebiet des Schneeleoparden – dabei war Walter bis vor ein paar Tagen kaum einmal außerhalb seines Büros.

kommen, dem verschrobenen Sean O’Connell (Sean Penn), der nur mit Walter kommuniziert. Sean arbeitet wie in alten Zeiten mit analoger Fotografie, und als die Rolle mit den Negativen auf Walters Tisch landet, sind alle aufgeregt. Doch das wesentliche Bild, das Foto mit der Nummer 25, ist verschwunden, und mit ihm sein Urheber Sean …

ein „WaLter Mitty“ ist in den USA ein sprichwörtlicher Tagträumer, der sich über nichts drübertraut: Der Journalist und Autor James Thurber hatte 1939 eine Kurzgeschichte über einen gewissen Walter Mitty im The New Yorker publiziert, 1947 kam der Film Das Doppelleben des Herrn Mitty mit dem legendären Danny Kaye in der Hauptrolle ins Kino und prägte für immer den Begriff des Mannes, der zu viel Angst vor dem Leben hat. Ben Stiller, der hier nach Zoolander und Tropic Thunder erneut Regisseur und Hauptdarsteller in Personalunion ist, modernisiert Walter Mitty radikal: Bei ihm ist Walter einer, der sein Profil im Online-Flirtportal nicht auszufüllen schafft, weil er sein Leben lang nichts Erzählenswertes getan hat, einer, der sich superheldenhafte Duelle zusammenfantasiert, anstatt dem Typen, der ihn auslacht, seine Meinung ins Gesicht zu sagen. ZuM GLück zwingt das Schicksal Walter, auf der Suche nach Sean sein Leben in die Hand zu nehmen: Zum Kampf mit einem Hai, auf einen isländischen Vulkan und in den Himalaya verschlägt es ihn. Und man sollte nicht glauben, wie viel so ein paar Fernreiseziele, ein Sechstagebart und ein paar graue Strähnen im Haar das Kontaktprofil eines Bürohengstes plötzlich aufmöMM beln … ▶l

01 01 2014

aBenteuer. Ot: THE SECRET LIFE OF WALTER MITTY. USA 2013. länge: 114 Min. regie: Ben Stiller. Buch: Steve Conrad nach der Kurzgeschichte Walter Mittys Geheimleben von James Thurber. KaMera: Stuart Dryburgh. Schnitt: Greg Hayden. MuSiK: Theodore Shapiro. PrOduKtiOn: Stuart Cornfeld, Samuel Goldwyn Jr., John Goldwyn, Ben Stiller. darSteller: Ben Stiller, Kristen Wiig, Sean Penn, Shirley MacLaine, Adam Scott, Kathryn Hahn, Patton Oswalt. Verleih: Centfox.

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skiP DeZeMber/Jänner


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▶l Film

Buddy

Einen richtigen, echten Schutzengel zu haben, wäre ja an sich eine schöne Vorstellung. Aber wenn dieser Schutzengel aussieht wie Bully und dazu noch tollpatschiger ist als alle seine Comedy-Figuren zusammen, dann schaut die Sache schon anders aus … Hinreißende Komödie von und mit MICHAEL „BULLY“ HERBIG.

VON BERUF: SOHN. Die Traum-

karriere vieler Männer ist für Eddie (Alexander Fehlig, Inglourious Basterds, Buddenbrooks) entspannte Realität – er hat Papas gutgehende Firma Sprudel Factory GmbH geerbt und schwimmt im Geld. Und weil der Kerl noch dazu über ein überdurchschnittlich gutes Aussehen, aber ein unterdurchschnittlich entwickeltes Verantwortungsgefühl verfügt, steht einem fröhlichen Lotterleben nichts im Wege: Frauen, Parties, schnelle Autos – das Vermögen wird mit vollen Händen verschwendet. Doch irgendwann wird auch bei der längsten Party der letzte Song aufgelegt – ohne das nötige Engagement sinken die Umsätze der väterlichen Firma immer weiter, und damit auch Eddies gesellschafliches Image. Da helfen auch die wohlwollenden Ratschläge seines väterlichen Freunds Dr. Küster (Christian Berkel) nicht viel: Die Partyluder verlassen das sinkende Schiff – wo soll das noch hinführen? Jetzt kann Eddie wohl nur noch ein Schutzengel helfen!

HAT DA JEMAND Schutzengel gesagt?

Schwupps, schon ist er da! Doch leider ist der (Michael „Bully“ Herbig) ein ziemlicher Anfänger und vergisst gleich mal auf eine der wichtigsten Regeln seiner Zunft: Lass dich von deinem Schützling nicht erblicken! Und so steht Eddie plötzlich einem Unbekannten in seinem Hamburger SuperluxusLoft gegenüber. Einem sehr seltsamen Unbekannten, der sich Buddy nennt und ihm irgendwas von Engeln vorlabert. Eddie drückt natürlich sofort den Panic Button, und kurz darauf erscheinen zwei Polizisten (Tim Wilde, Siegfried Terpoorten, Jim und John aus Der Schuh des Manitu) an seiner Tür. Nur: Im Gegensatz zu Eddie können die beiden den Schutzengel nicht sehen. „Noch so ein reicher Irrer“, ist die logische Schlussfolgerung.

Nicht von dieser Welt

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UNGUARDED. Also ist Eddie seinem Schutzengel erst mal schutzlos ausgeliefert. Und das ist keine Kleinigkeit: Eddie ist nämlich auch nach eingehender Betrachtung alles andere als dankbar für das Erscheinen des

übersinnlichen Wesens, das ihn vor allem unglaublich nervt. Noch dazu macht ihn die Tatsache total fertig, dass er sich da rund um die Uhr mit einem Kerl auseinandersetzen muss, der lauter Blödsinn quatscht, wenn er ihm nicht gerade moralinsaures Gewäsch ins Ohr flüstert. Und den vor allem nur er sehen kann, sonst niemand. Das geht ganz schön an die Psyche: Doch dummerweise wird jeder seiner Selbstmordversuche asap durch Buddy vereitelt. „Ich bin dein Buddy-Guard, hihi“, lacht der. Oh Mann.

ANGEL OF LOVE. Obendrein bildet sich dieser Möchtegern-Gabriel auch noch einen Nebenjob als Amor ein! Doch das Mädel, mit dem er den immer verzweifelteren Eddie verkuppeln will, passt so gar nicht in dessen Beuteschema: Lisa (Mina Tander, die coole Schrottkünstlerin aus V8 – Du willst der Beste sein) ist kein gachblondes Playboy-Model, sondern eine dunkelhaarig, Altenpflegerin und Alleinerzieherin eines 10-Jährigen. Und vor allem ist die selbstbewusste Lady vom aufgeblasenen und unverlässlichen Eddie alles andere als schwer begeistert. Außerdem:


Engelsgeduld? Sicher nicht! Eddies Leben ist eh schon im Arsch, und dann soll er sich auch noch mit einem 10-Jährigen anfreunden.

Um Gottes Willen. Hilfe, über mich wacht ein Engel! Schutzengel Buddy (Michael „Bully“ Herbig) hat es sich in den Kopf gesetzt, seinen Schützling Eddie (Alexander Fehling, r.) mit der selbstbewussten Lisa (Mina Tander, u.) zu verkuppeln. Leider stellt er sich himmelschreiend ungeschickt dabei an.

Der Typ hat doch einen an der Waffel! Aber wer weiß, vielleicht macht Buddy hier doch endlich einmal etwas richtig …

„MAN MUSS SICH das mal vorstellen:

Du kommst nach Hause, und da steht plötzlich dein Schutzengel!“ kommentiert Michael „Bully“ Herbig die Idee seines neuen Films, bei dem er erstmals seit Wickie und die starken Männer wieder selber das Skript geschrieben und Regie geführt hat. „Das ist eine durchaus verfahrene Situation, denn diesen Engel hat man jetzt permanent an der Backe. Das grenzt an Psychoterror – und führt im Idealfall zu sehr witzigen, skurrilen Situationen!“ Und weil Bully bekanntlich wirklich gut Gags schreiben kann, ist Buddy,

eine rasante Mischung aus Buddy-Movie und Liebeskomödie, voll mit grenzgenialen Gags und liebenswert schrägen Figuren – und Tönen. „Allein bringt Eddie nicht den Mut auf, sein Leben umzukrempeln. Dafür braucht er Buddy, obwohl er ihn anfangs sehr bekämpft. Zum Glück ist Buddy unglaublich penetrant. Und er singt. Musik ist KZ in diesem Film definitiv eine Waffe!“ ▶l

25 12 2013

KOMÖDIE. OT: BUDDY. Deutschland 2013. REGIE/ BUCH/PRODUKTION: Michael Herbig. KAMERA: Torsten Breuer. SCHNITT: Alexander Dittner. MUSIK: Ralf Wengenmayr. DARSTELLER: Alexander Fehling, Michael „Bully“ Herbig, Mina Tander, Jann-Piet Puddu, Daniel Zillmann, Christian Berkel, Alexander Wüst, Alexander Schubert. VERLEIH: Warner Bros.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film Jetzt werden wieder die Messer gewetzt: Mit purer Coolness und schlagkräftigen scharfen Bräuten sorgt der schweigsame Mexikaner mit verlässlich hohem Bodycount für Recht und Ordnung.

Machete Kills Machete goes nuklear – mit MICHELLE RODRIGUEZ, CHARLIE SHEEN und MEL GIBSON: Die sehnsüchtig erwartete zweite Action-Persiflage von Bad Boy ROBERT RODRIGUEZ mit Kultschauspieler DANNY TREJO als mexikanischem Rächer der Herzen steht endlich in den Startlöchern. MACHETE (Danny Trejo) spricht nicht mit jedem. Aber wenn der US-Präsident anruft, dann hebt sogar er ab. Und es erwartet ihn ein wahres Himmelfahrtskommando: Kartell-Chef Mendez (Demian Bichir) droht, Atomraketen gen Washington zu schicken. Deren Zünder hat er sogar hübsch per Kabel mit seinem eigenen Herzen verbinden lassen. Sprich: Wenn er stirbt, ist es mit den USA vorbei. Da muss ein Teufelskerl wie Machete her – auch wenn ihm nicht viel Zeit dafür bleibt, der schönen Sartana (Jessica Alba) nachzutrauern, die dem Drogenkrieg zum Opfer fiel. Doch die nächsten Damen, die ihm zu Füßen liegen, sind nicht weit – so viel Zeit muss sein, auch bei einer Deadline von 24 Stunden. Der Einzige, der Machete helfen kann, den Weltuntergang zu verhindern, ist der größenwahnsinnige Wissenschaftler Luther Voz (Mel Gibson). Doch der verfolgt seine ganz privaten megalomanischen Pläne. Aber auf Machete ist Verlass – er springt in den Panzerwagen, metzelt die Bösen nieder, 062

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lässt die feschen Damen nicht allein im Regen stehen, und wenn sie Waffen im Dekolletee tragen, ist das auch kein Schaden.

ER KAM, SAH, RÄCHTE und sprang zur Belohnung mit den Blondinen in den Whirlpool: Als Machete (Danny Trejo) in einem Fake-Trailer für das grandioses GrindhouseDoublefeature aus dem Hause Tarantino/ Rodriguez erstmals auftauchte, hatte er auf Anhieb Millionen Fans. Die können bekanntlich nicht irren – also bekam der sagenhafte Haudegen denn auch folgerichtig seinen ersten Film von Krachmacher Rodriguez höchstpersönlich. Machete war in Sachen Aberwitz, Sex, Zitierbarkeit und Coolness eine ziemliche Vorlage, aber damit hat einer wie Danny Trejo kein Problem. TÄTOWIERUNGEN, NARBEN, Hä-

fenaufenthalte, all die herrlichen Filmrollen – Danny Trejo ist im Wortsinn Legende. Diesmal hat er Amber Heard als hemmungslose

Geheimagentin an seiner Seite. Auch alle anderen Besetzungs-Überraschungen sind eine einzige Freude – wie etwa Cuba Gooding Jr., Antonio Banderas und Lady Gaga in derselben Rolle! Und der junge Mann, der in den Credits unter seinem bürgerlichen Namen Carlos Estevez firmiert, ist kein anderer als Großmaul Charlie Sheen – einen besseren US-Präsidenten kann man sich kaum wünschen. Fans von From Dusk Till Dawn werden wiederum mit dem Gastauftritt von Mr. Sex Machine Tom Savini ihre helle Freude haben. Ein allerletztes Geheimnis sei an dieser Stelle auch noch verraten, dann ist aber Schluss: „Machete tweetet nicht“ heißts zwar im Film, unter @officialDannyT tut ers aber doch. Und was steht dort: „#MacheteInSpace is the #nextbigthing“. Es gibt also nach Filmende keinen Grund zur Traurigkeit … das Weltall wartet!

▶l

19 12 2013

ACTION-PARODIE. OT: MACHETE KILLS. USA/ RUSSLAND 2013. LÄNGE: 107 Min. KAMERA & REGIE: Robert Rodriguez. BUCH: Kyle Ward. SCHNITT: Robert Rodriguez, Rebecca Rodriguez. MUSIK: Robert Rodriguez, Carl Thiel. PRODUKTION: Robert Rodriguez, Sergei Bespalov, Aaron Kaufman, Iliana Nikolic, Alexander Rodnyansky, Rick Schwartz. DARSTELLER: Danny Trejo, Michelle Rodriguez, Mel Gibson, Cuba Gooding Jr., Charlie Sheen, Jessica Alba, Lady Gaga, Antonio Banderas, Demian Bichir, Amber Heard. VERLEIH: Constantin.


▶l Film Bad boys will be bad boys: Ein Ex-Cop (JASON STATHAM) und ein DrugLord (JAMES FRANCO) kriegen sich in diesem (drogen-)sumpfigen Actioner nach einem Drehbuch von SYLVESTER STALLONE (!!) ganz gehörig in die Haare.

Homefront

Vom Wizard of Oz zum King of Meth: James Franco hat als Drogendealer sein Städtchen im Griff. Doch mit dem Ex-DEAAgenten Jason Statham hätte er sich besser nicht angelegt.

FLUCHTPUNKT Feuchtgebiet. Wenn man schon mal untertauchen muss, dann sollte man das schon richtig machen. Nicht viele Gebiete bieten sich dafür so zwingend an wie das teils schwer erschließbare Südstaaten-Hinterland der USA. Seitdem während seiner Zeit als UndercoverDrogenschnüffler eine Operation furchtbar entgleiste, muss Phil Broker (Jason Statham) um sein Leben fürchten – so ein verschlafenes Sumpf-Städtchen in Louisiana kommt seinen Bedürfnissen da sehr entgegen. In einem solchen lebt er nach dem Tod seiner Frau mit seiner 10-jährigen Tochter Maddy (Izabela Vidovic), die er, man kann ja nie so recht wissen, prophylaktisch in Techniken der Selbstverteidigung unterrichtet. Die kann sie denn auch gleich gut einsetzen: Als sie auf dem Schulhof von einem BullyBuben angegangen wird, verteilt sie dafür Hit-Girl-like eine Tracht Prügel. DER VORFALL zeitigt jedoch weiterfüh-

rende Folgen: Eine anschließende Aussprache zwischen Phil und den Eltern des Buben

verläuft nämlich derart unversöhnlich, dass sich die Mutter (Kate Bosworth) an ihren kriminellen Bruder wendet, einen örtlichen Crystal-Meth-Baron mit dem unschönen Namen Gator Bodine (James Franco). Dieser soll zusammen mit seinem Schlägertrupp und bewährt asozialen Methoden für ein wenig Angst und Terror im Hause Broker sorgen. Als Gator allerdings ebenda für etwas Kettenrasseln Halt macht, kommt er zufällig Phils Vergangenheit auf die Schliche. Sogleich wird ein niederträchtiger Plan geschmiedet, der den Eindringling, der ja sowieso nicht ganz ideal fürs lokale Drogengeschäft sein kann, endgültig zur Strecke bringen soll. Dieser weiß sich freilich zu wehren – und zwar weit effektiver, als es den HillbillyGangstern lieb sein kann.

RICHTIGES RAMBOZAMBA. Feine

Sache, dass es so eine turbulente BreakingBad-artige Geschichte rund um Meth-Handel und damit asoziierte Verbrechen jetzt auch im Kino gibt, mag sich der eine oder andere jetzt denken und dabei einen wesent-

lichen Fakt übersehen. Das Drehbuch zu Homefront wurde bereits vor vielen Jahren verfasst – von einem gewissen Sylvester Stallone, der selbiges einst sogar als finales Kapitel der Rambo-Saga konzipiert hatte. Von seiner Durchschlagskraft hat der Plot nichts eingebüßt: Das rasante und von einem namhaften Cast – zuvorderst der neue Stallone Jason Statham und James Franco mit einem effektiven Abstecher in ungewohntes Terrain – getragene Ein-guter-Mann-gegenden-bösen-Rest-der-Welt-Szenario findet hier vielmehr endlich seine angemessen adCP renalinbetankte Umsetzung.

▶l

24 01 2014

ACTION-THRILLER. OT: HOMEFRONT. USA 2013. LÄNGE: 100 Min. REGIE: Gary Fleder. BUCH: Sylvester Stallone basierend auf dem Buch von Chuck Logan. KAMERA: Theo van de Sande. SCHNITT: Padraic McKinley. MUSIK: Mark Isham. PRODUKTION: Sylvester Stallone, Kevin King Templeton, Jon Thompson, Les Weldon. DARSTELLER: Jason Statham, James Franco, Winona Ryder, Kate Bosworth, Rachelle LeFevre, Izabela Vidovic, Frank Grillo. VERLEIH: Constantin.

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▶l Film

47 Ronin Kann ein japanischer Volksmythos als Vorlage für explosives Blockbusterkino dienen? Und wie er das kann! In Carl Rinschs ambitionierter Leinwandadaption muss Keanu Reeves (Matrix) als gesetzloser Samurai seinen 47 Ronin dabei helfen, den Tod ihres Herren zu vergelten. Atemberaubendes Action-Abenteuer mit einem großen Kino-Heimkehrer.

Er war immer der Außenseiter. Das verstoßene Waisenkind. Derjenige, den niemand um sich haben wollte. Ein Halbblut, wie ihn alle verachtungsvoll bezeichneten, einer, der schon in seiner Kindheit wusste, dass er in dieser ihm so fremden Gesellschaft, die auf einer jahrtausendealten Tradition basiert, niemals vollends akzeptiert werden würde. Und doch fand Kai (Keanu Reeves), trotz aller widrigen Umstände, einen Weg, aus seiner persönlichen Not eine Tugend zu machen: Als Kind floh er vor der Zivilisation und wurde von den Tengu-Mönchen, übernatürlichen Wesen mit enormen Fähigkeiten, ausgebildet. Sie lehrten ihn Kampftechniken, von denen Normalsterbliche nur träumen können.

In kürzester Zeit wurde er dabei mächtiger als seine früheren Peiniger: Der Tag, bis er zurückkehren und ihnen in die Augen blicken würde, konnte gar nicht schnell genug kommen. Dass mit großer Macht auch große Verantwortung kommt, wurde Kai bereits im jungen Alter bewusst. Denn als er realisierte, dass die Mächte seiner mysteriösen Lehrer immer mehr Besitz von ihm ergriffen, floh er vor den Tengu in die Obhut des mächtigen Feudalherren Lord Asano (Min Tanaka), der den Buben wie seinen eigenen Sohn aufzog. Gemeinsam mit seiner Tochter Mika (Kô Shibasaki), die schnell eine starke Faszination für den eigenwilligen Fremdling entwickelte, führte Asano seine Provinz nicht nur mit

Loyal bis in den Tod

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Strenge und Fairness, sondern versuchte Kai ein Leben in Normalität zu ermöglichen – den bösartigen Blicken und Zweifeln der Dorfbewohner gegenüber dem Eindringling konnten die beiden jedoch nie etwas entgegensetzen.

Doch nun hat sich alles verändert.

Alles ist vergessen. Denn Kais langjähriger Mentor musste sich opfern, weil es die Tradition so gebietet: Weil er fälschlicherweise bezichtigt wurde, einen benachbarten Lord (Tadanobu Asano) angegriffen zu haben, musste Lord Asano, um die heilige Ehre seiner Familie zu retten, rituellen Selbstmord begehen. Zurück lässt Asano nicht nur seine Tochter, sondern auch seine treuen Samurai, allen voran ihren Anführer Oishi (Hiroyuki


Last Samurai anyone? Zumindest rein optisch schenken sich Keanu Reeves und der damalige Tom Cruise als bärtige SamuraiKrieger mit bösem Blick nicht viel. Jedoch hätte Mr. „Neo“ Reeves mit seinen fiesen Spezialfähigkeiten im 1-gegen-1 wohl eindeutig die Nase vorne …

Sanada), die nun als herrenlose Krieger, sogenannte Ronin, eine gesellschaftlich geächtete Existenz im Exil führen müssen. Oishi ist fest davon überzeugt, dass Lord Kira für den Tod und den potentiellen Untergang des Hauses Asano verantwortlich ist, und sucht seine Ronin auf, um den Tod ihres Meisters zu vergelten.

Lord Kiras Macht scheint zu gewaltig zu sein. Denn dieser verfügt nicht nur über eine massive Armee, sondern bekommt auch noch Hilfe von einer jungen Hexerin (Rinko Kikuchi), die verschiedene Gestalten annehmen kann. Oishi realisiert, dass ihm keine andere Wahl bleiben wird, als auch Kai zu rekrutieren, dem er immer mit sehr gemischten Gefühlen begegnet ist. Doch was

sollen 47 Ronin gegen eine riesige Armee überhaupt ausrichten? Die letzte Stunde der legendären Samurai scheint hier und jetzt geschlagen zu haben …

Die Geschichte der bedingungslos

loyalen Ronin, die ausziehen, um den Tod ihres Herren zu rächen, gehört zu einem der bekanntesten japanischen Volksmythen und wurde bereits einige Male verfilmt – bisher ausschließlich in ihrem Heimatland. Dass die zeitlose Story um Loyalität, Mut und Liebe auch außerhalb ihres Ursprungslandes als grandioses Blockbuster-Kino funktionieren kann, beweist diese epische Leinwandadaption von Regisseur Carl Rinsch, die er nicht nur mit übernatürlichen Fabelwesen sondern auch sagenhafter 3D-Optik angereichert hat.

Glaubhaft und emotional ver-

körpert Keanu Reeves den zurückgezogenen Außenseiter mit übernatürlichen Fähigkeiten, der gemeinsam mit einer kleinen Legion von Ronin die letzte Hoffnung gegen einen tyrannischen Feudalherrscher bildet. Kinofans, die sich in den bombastischen Bilderwelten von 300 verlieren und die emotionale Tragweite von Last Samurai nicht missen möchten, DR kommen hier voll auf ihre Kosten!  ▶l

31 01 2014

Fantasy-Action. OT: 47 Ronin. USA 2013. Regie: Carl Rinsch. Buch: Chris Morgan, Hossein Amini. Kamera: John Mathieson. Schnitt: Stuart Baird. Musik: Ilan Eshkeri. Produktion: Pamela Abdy, Eric McLeod, Scott Stuber. Darsteller: Keanu Reeves, Rinko Kikuchi, Hiroyuki Sanada, Tadanobu Asano. Verleih: UPI.

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▶l Film

Ausrenken, abschneiden, reinstechen: Bei seinem Meister (Stellan Skarsgård, o.l.) lernt der junge Medicus Rob (Tom Payne, o.r.) Methoden, die hart an Körperverletzung grenzen. Das geht auch anders, erfährt Rob bei der Fortbildung in Isfahan – wo er auch seine große Liebe findet.

Emergency Room. Sie haben Macht über Leben und Tod, sie müssen Eide schwören, um uns zu helfen, sind Heilige, Schwerverdiener und Herzensbrecher: Es gibt kaum eine Berufssparte, die die Fantasie des Publikums derart anregt wie die Medizin. Ärzteklischees sind hartnäckiger als chronischer Schnupfen. Doctor’s Diary. Was uns dutzendweise Fernsehserien weismachen wollen, dass nämlich Mediziner genau so sind wie wir, nur irgendwie anders, besser, böser, 066

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Heiler aus Berufung: Der äußerst schnuckelige Tom Payne spielt in der opulenten Verfilmung des Bestsellerromans von Noah Gordon den jungen Medicus Rob Cole – an der Seite von Stellan Skarsgård und Elyas M’Barek und unter der Regie von Philipp Stölzl (Nordwand).

Der Medicus gütiger und auf jeden Fall leidenschaftlicher, war in früheren Zeiten kein Thema. Da gab es nämlich keine Ärzte, da gab es nur sogenannte Bader, die Zähne zogen, Amulette verscherbelten, Schultern einrenkten und in den meisten anderen Fällen achselzuckend ein Kreuzzeichen schlugen.

Komm, süSSer Tod. Von diesen fin-

steren Zeiten berichtet Der Medicus, der millionenfach verkaufte Roman von Noah Gordon, der in den neunziger Jahren auf jedem Nachtkastl zu finden war und das Genre des Historienromans auf ein ganz neues Erfolgslevel hob. Die Geschichte beginnt in einem dreckigen Loch außerhalb von London, irgendwann im 11. Jahrhundert: Die Mutter des kleinen Rob Cole liegt im Sterben, Rob holt noch den örtlichen Bader (Stellan Skarsgård), doch auch der kann nicht helfen. Und weil Rob nach dem Tod seiner Mama niemanden mehr hat, schließt er sich dem rüpelhaften Bader an, als Gehilfe und Lehrbub. Jahre später ist aus dem schmutzigen Buben ein ebenso schmutziger, aber neugieriger junger Mann geworden (Tom Payne): Rob übernimmt mehr und mehr Aufgaben von seinem Meister, dessen Augen immer schlechter werden, und der nur noch bei seinen Huren weiß, wo oben und unten ist. Bis Rob von jüdischen Heilern hört, die Augenoperationen durchführen, und auch seinem Meister helfen können. Fasziniert beschließt Rob, dass er das auch können will: Er muss in den Orient, zum Universalgelehrten Ibn Sina (Ben Kingsley) nach Persien, um dort die Geheimnisse der Heilkunst zu erlernen, die im islamischen Raum längst weit gediehen ist. Denn für Rob ist die Medizin nicht nur ein Job, sondern eine Berufung – zumal er über die Gabe verfügt, den nahenden Tod eines Menschen vorauszuahnen.

Leben, Tod und der ganze Rest

Arzt aus Leidenschaft. Die Reise

führt ihn über den Ärmelkanal und das Mittelmeer bis nach Ägypten, wo für einen wie Rob Cole normalerweise Sense ist, denn in

Persien haben Christen nichts verloren. Juden allerdings werden geduldet, und so gibt sich Rob fortan als Jesse ben Benjamin aus. Er schließt sich einer Karawane nach Isfahan an und lernt unterwegs die entzückende Rebecca (Emma Rigby) kennen.

Der Wüstendoktor. In Isfahan

wird er tatsächlich von Ibn Sina aufgenommen, und in der Sternenkunde, der Medizin und der Philosophie unterwiesen, gemeinsam mit seinen Freunden, dem Juden Mirdin (Michael Marcus) und dem Perser Karim (Elyas M’Barek). Wie das Innere des Körpers jedoch aussieht, weiß niemand, denn alle großen Religionen verbieten es, den menschlichen Körper aufzuschneiden – und auch Ibn Sina hält sich daran. Trotzdem hat der aufgeklärte persische Schah (Olivier Martinez), der die Hand schützend über Ibn Sinas Schule hält, erzkonservative, kriegstreiberische Feinde, die die Bibliothek brennen sehen wollen. Als dann auch noch die Pest über die Stadt hereinbricht, wird die Heilkunst von Ibn Sina und seinen Studenten auf eine harte Probe gestellt …

Von Philipp Stölzl (Nordwand) opulent inszeniert, mit fantastischer Ausstattung und großen Gefühlen, ist Der Medicus jene Art von Epos, die heute nur noch selten ins Kino kommt: eine Geschichte aus längst vergangenen Zeiten, zwischen Morgenland und Abendland, zwischen Religion und Wissenschaft, Fanatismus und Humanismus. Der Medicus ist streckenweise näher an der Fantasie als an historischen Fakten, aber deswegen nicht weniger mitreißend – und bildgewaltige Kinounterhaltung für MM Winterabende mit Fernweh.  ▶l

25 12 2013

Drama. OT: The Physician. Deutschland 2013. Länge: 150 Min. Regie: Philipp Stölzl. Buch: Jan Berger nach dem Roman von Noah Gordon. Kamera: Hagen Bogdanski. Schnitt: Sven Budelmann. Musik: Ingo Frenzel. Produktion: Wolf Bauer, Nico Hofmann. Darsteller: Tom Payne, Emma Rigby, Stellan Skarsgård, Ben Kingsley, Olivier Martinez, Elyas M’Barek, Fahri Yardim. Verleih: UPI.

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▶l Film

ExKlUSiV-iNtERViEW

PhIlIPP Stölzl

Seit Der Medicus ein Bestseller wurde, haben sich viele an einer Adaption die Zähne ausgebissen. Stölzl ist es gelungen – leicht war es aber nicht: „Aus den 900 Seiten könnte man locker eine Miniserie machen.“

Stölzl und vorurteil Er hat schon Kinofilme (Goethe!, Nordwand), Rammstein- und Madonna-Videos und Opern inszeniert – doch die Romanverfilmung Der Medicus ist philipp stölzls bislang aufwendigstes Projekt. im Exklusiv-interview erzählte der teilzeit-Wiener, wie die Bestseller-Adaption die westliche Wahrnehmung des Orients geraderücken könnte.

„der Film handelt von einer zeit, in der wir die Barbaren waren – und im orient war die Hochkultur.“ Was davon man dann wie umsetzen kann ist nicht zuletzt im deutschen Film wohl zuvorderst eine Frage des Geldes, oder? Klar. Der Medicus war relativ teuer für eine deutsche Produktion, aber für einen US-Vergleichsfilm natürlich spottbillig. Man kann halt nicht einfach irgendwohin eine neue Stadt bauen, man

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muss schauen, was es gibt, was mit den Förderungen und Drehorten zusammenpasst. Die hälfte des Filmes wurde in Deutschland gedreht, in einem Kölner Studio und in SachsenAnhalt, wo es zumindest einen Grundstock an romanischer Architektur gibt. Dann waren wir noch in Marokko, da gibt es diese Filmstadt, wo seit lawrence von Arabien alle hingehen, dort wurden die Außenaufnahmen gefilmt. Haben Sie Angst vor etwaiger Kritik der vielen Buchfans? Bei so populären Werken wird ja oft schon bei den kleinsten Abweichungen von der Vorlage aufgeschrien. Das Publikum für diesen Film ist ja eher ein wenig bildungsbürgerlich. Die, die den Roman mochten und sich für dessen thematiken interessieren, verstehen auch etwaige Abweichungen. in den testscreenings waren viele, die das Buch kannten – und die meinten, dass wir bei allen Änderungen den Kern der Sache gut auf den Punkt gebracht hätten. Wie sieht dieser Kern denn für Sie aus? Der Medicus ist für mich ein Plädoyer für Wissensdurst. Und eines gegen jeglichen Fanatismus bei Religionen. Und was ich am schönsten finde: Der Film handelt von einer Zeit, in der wir die Barbaren waren – und im Orient war die hochkultur. Gerade wo heute oft ein wenig verachtungsvoll auf die arabischen länder geschaut wird, ist es schön zu sehen, wie viele Errungenschaften unserer Kultur eigentlich ▶l Christoph prenner aus diesem Raum kommen.

fotos: © UFA CinEMA / StEphAn RAbOlD (1), Upi (2)

SKIP: Historienfilme schwanken ja oft wild zwischen Fakten und Fiktion. Wie wichtig war es Ihnen, die in Der Medicus behandelte Epoche akkurat darzustellen? PhiliPP Stölzl: ich denke, es ist am wichtigsten, dass sich für den zuschauer eine glaubhafte Welt ergibt. Bei Ridley Scott, dem Meister der historienschinken, kann man ganz gut lernen, dass man stilistisch schon mal auf die tube drücken darf – weil das bei der Glaubwürdigkeit dieser Welten hilft. Man muss schauen, dass sich aus der Bildkomposition und daraus, wie Dinge farblich gestaltet sind, ein kraftvolles Ganzes ergibt. Ein gutes Beispiel dafür ist Gladiator, wo sich Scott eher an Gründerzeitgemälden mit römischen Sujets orientiert hat als an der wirklichen römischen Welt. Man schaut sich also an, wie es wirklich war, lässt sich inspirieren und fügt danach Sachen dazu oder nimmt sie weg.


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▶l Film

Paranormal Activity:

Die Gezeichneten verflucht und verdammt. viermal schon haben wir vor laufenden Überwachungskameras geisterhaft-dämonische Umtriebe live miterlebt, aber erst jetzt wird die wahre tragweite der Besessenheit klar: Wen der dämon mit seinen Bissspuren kennzeichnet, für den ist jede hoffnung dahin. reality-horror, die Fünfte: Gänsehautgarantie, grausiger denn je.

Mit der Kraft des Bösen

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Ist Jesse (Andrew Jacobs) noch zu retten? Der Dämon hat ihn auserwählt – jetzt wachsen ihm überall Krätzen, er zieht sich schwarze Fäden aus den Augen und hat seine Wut und Kraft nicht mehr unter Kontrolle. PA-Kenner wissen: Jetzt wirds hässlich …

Schon mal in eine Ruine, ein Abbruchhaus oder eine Baustelle eingestiegen? Ist eher was für Jugendliche – die halten es für spannend, in verlassenen Bauwerken herumzugurken. Wenn sich an so einem Ort dann auch noch eine Tragödie, ein übles Verbrechen oder sonst ein Nervenkitzel zugetragen hat, bei der ein Dämon im Spiel war, der von Menschen Besitz ergreift, um andere Menschen zu terrorisieren und zu töten, sollte man vielleicht davon absehen, dort im Dreck herumzuwühlen. Jesse (Andrew Jacobs) allerdings fehlt die Kenntnis über dieses Risiko. In seinem weitgehend mexikanischen „Neighborhood“ im kalifornischen Oxnard gibt es ja auch keine solchen Häuser. Aber dann wird eines Nachts die Nachbarin, mit der er und seine Freunde immer wieder Probleme hatten, weil die Alte sich belästigt fühlte, von der Rettung abgeholt – zugedeckt mit einem weißen Leichentuch. Jemand oder etwas hat die Frau ermordet. Und jetzt kommen wir wieder zum eingangs erwähnten Nervenkitzel: Jesse und Konsorten lassen es sich nämlich nicht nehmen, aus jugendlicher Neugier in die polizeilich abgeriegelte Wohnung einzusteigen und dort herumzuschnüffeln. Sie finden überall Blutspuren, okkulte Gegenstände für schwarzmagische Rituale und anderen gruseligen Mist,  vor allem aber – und das ist

höchst beunruhigend – ein Foto von Jesse. Was wollte die Alte bloß damit? In der folgenden Nacht plagen Jesse die übelsten Horrorträume, die man sich vorstellen kann. Als er am Morgen erwacht, entdeckt er eine riesige Bisswunde an seinem Unterarm. Was er da aber noch nicht weiß: Dies ist das Zeichen des Dämons, der schon die Familie Featherstone in Unglück, Wahnsinn und Tod getrieben hat, wie wir aus den vier bisherigen Vorgängerfilmen wissen sollten. Und wer dieses Zeichen trägt, ist verdammt.

Zusehends verändert sich Jesse nun. Was in seinem Home-Turf, einer eher harten Gangland-Gegend, anfangs noch hilfreich wirkt  – wie z. B. eine deutlich erhöhte Körperkraft –,  wird bald zum grauenhaften Terror: Der Dämon ist bestimmt nicht gekommen, um Jesse zu helfen. Nun liegt es an Jesses Freundeskreis, ihn vor den immer mehr überhand nehmenden bestialischen Kräften des Dämons zu retten. Eine Verwandte der Featherstones kann dabei vielleicht helfen. Aber eine versuchte Austreibung des Dämons geht schrecklich schief. Und wie wir aus der PA-Serie wissen, ist die Rettung eines Menschen, dem der Dämon einmal aufgesessen ist, ein eher sehr unwahrscheinlicher Ausgang …

Drehbuchautor und Regisseur Christopher Landon hat die Drehbücher zu Paranormal Activity 2-4 geschrieben, vor allem aber gab er sein Regiedebüt mit dem episodischen, stark starbesetzten Film Burning Palms, der aufgrund seiner Tabulosigkeit große Beachtung fand. Als Regisseur von Teil 5 des PA-Franchise betritt er Neuland: Nicht nur erfahren wir zahlreiche Details darüber, woher der Dämon wirklich kommt und was er will, erstmals kommen auch die in jüngsten Jahren so bliebten GoPro-HD-Kameras zum Einsatz, die eine bisher nicht gekannte Unmittelbarkeit des Geschehens vermitteln. Wir kennen das u. a. aus der Vielzahl an Amateurvideos von mit der GoPro gefilmten Extremsporteinsätzen auf YouTube. Bilder aus Handys, Camcordern und Überwachungskameras runden aber erneut den besonderen Charme der Kinoserie ab: Der Horror kommt einem vor wie Bilder aus den Nachrichten. Coole Sache, deftiger Grusel garantiert.  KH ▶l

02 01 2014

Horror. OT: Paranormal Activity: The Marked Ones. USA 2013. Buch & Regie: Christopher Landon. Kamera: Gonzalo Amat. Schnitt: Gregory Plotkin. Produktion: Oren Peli. Darsteller: Andrew Jacobs, Molly Ephraim, Jorge Diaz, Eddie J. Fernandez, David Fernandez Jr., Jessica Tyler Brown. Verleih: UPI.

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▶l Film

Genug gesagt Sollen wir uns das wirklich antun? Wenns nicht die erste Liebe ist, ist es meis-tens kompliziert …

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20 12 2013

Liebeskomödie. OT: Enough Said. USA 2013. Länge: 93 Min. Buch & Regie: Nicole Holofcener. Kamera: Xavier Pérez Grobet. Schnitt: Robert Frazen, Nick Moore. Musik: Marcelo Zarvos. Produktion: Stefanie Azpiazu, Anthony Bregman. Darsteller: Julia Louis-Dreyfus, James Gandolfini, Toni Collette, Catherine Keener, Ben Falcone, Toby Huss. Verleih: abc-films.

Trotzdem Liebe: James Gandolfini spielt in einer seiner letzten Rollen einen Mann, der sich neu verliebt – in die neurotische, liebenswürdige Eva (Julia Louis-Dreyfus).

Eva (Julia Louis-Dreyfus, die unvergleichliche Elaine aus Seinfeld) ist Masseurin, seit Jahren geschieden und Single. Demnächst geht ihre 18-jährige Tochter aufs College. „Ich werde mir ein Hobby suchen müssen“, sagt Eva leicht verzagt zu ihrer besten Freundin Sarah (Toni Collette). Da begegnet Eva auf einer Party Albert (James „Tony Soprano“ Gandolfini), der ihr mit seinem Schmäh langsam, aber sicher den Kopf verdreht. Besteht also doch noch Hoffnung auf ein Leben diesseits von BingoAbenden und Töpferkursen? Doch Eva ist ein gebranntes Kind, was die Liebe

betrifft. Auch Albert hat eine mühsame Scheidung hinter sich, und als eine von Evas Massagekundinnen (Catherine Keener) ihr von ihrem fürchterlichen Exmann vorjammert, beginnt Eva, ihr eigenes Verliebtsein in Frage zu stellen … Es gibt Filme, die wegen ihrer Story toll sind. Andere haben großartige Darsteller oder sind fantastisch inszeniert. Auf Genug gesagt von Nicole Holofcener (Please Give) trifft das alles zu. Vor allem aber ist es einer der letzten Kinoauftritte des viel zu früh verstorbenen James Gandolfini: Genug gesagt ist eine warmherzige Komödie um Patchworkfamilien, um das Wagnis, sich mit gebrochenem Herzen neu zu verlieben, und darum, wie sehr das Abenteuer Liebe sich trotzdem auszahlen kann. Und es ist ein wundervoller Film, um Abschied zu nehmen von einem Schauspieler, MM der einer der ganz Großen gewesen ist. 

Le weekend Was soll das heißen, ausgebucht??? Nick und Meg auf Herbergssuche in Paris.

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31 01 2014

Komödie. OT: Le Week-End. Großbritannien 2013. Länge: 93 Min. Regie: Roger Michell. Buch: Hanif Kureishi. Kamera: Nathalie Durand. Schnitt: Kristina Hetherington. Musik: Jeremy Sams. Produktion: Kevin Loader. Darsteller: Jim Broadbent, Lindsay Duncan, Jeff Goldblum, Olly Alexander, Judith Davis, Xavier de Guillebon. Verleih: Filmladen.

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Hochzeitstag in Paris – und alles geht schief: Hinreißende Komödie von Roger Michell (Notting Hill) mit Jim Broadbent und Jeff Goldblum.

In einem britischen Krimi wären

sie das nette ältere Ehepaar im Hintergrund, ohne tragende Rolle und garantiert ohne Leiche im Keller: Nick (Jim Broadbent) und Meg (Lindsay Duncan) aus Birmingham, freundlich, höflich und sehr, sehr unauffällig. Vor Ewigkeiten waren auch sie mal jung, stark, schön und unendlich verliebt. Und deshalb wollen sie ihren 30. Hochzeitstag in Paris feiern – im selben Hotel, wo sie einst ihre traumhaften Flitterwochen verbracht haben. Sicher, statt heißen Liebesnächten wirds jetzt eher ein Romantik-Weekend, aber immerhin!

Doch der Zahn der Zeit hat nicht nur ihre Leidenschaft, sondern auch die Säulen der Erinnerung ordentlich angeknabbert. Das Hotel ist mittlerweile eine schäbige Bruchbude, der Zauber der Jugend für immer dahin – und dann läuft ihnen ausgerechnet Nicks alter Bekannter Morgan (Jeff Goldblum) über den Weg, erfolgreicher und weltgewandter Autor, der die beiden unfreiwillig, aber um so effektiver mit der unendlichen Biederkeit ihrer Existenz konfrontiert. Nach einem Drehbuch von Hanif Kureishi (Mein wunderbarer Waschsalon) drehte Komödien-Experte Roger Michell diese wundervolle Beziehungsgeschichte um die wichtige Erkenntnis, dass man eine große Liebe, die eingeschlafen ist, durchaus wieder aufwecken kann – auch wenns dazu manchmal einen KZ sehr, sehr lauten Wecker braucht. 


▶l Film

12 Years a Slave

Plötzlich Sklave. Aufbauend auf herausragenden Darstellerleistungen von chiWetel eJiofor und Michael fassBender verhandelt der britische Künstler steVe McQueen (Shame) eines der dunkelsten Kapitel der US-Geschichte mit so noch selten gesehener Intensität: Django it ain’t.

Es Ist 1841. Der Schwarze Solomon Nurthup (Chiwetel Ejiofor) ist ein freier Mann und Familienvater, er gilt als respektiertes Mitglied der Gesellschaft Neu-Englands. Als der begnadete Violinist zwei Show-Veranstaltern über den Weg läuft, die ihn für Auftritte engagieren möchten, sagt er ihnen gutgläubig zu. Das freudige darauf Anstoßen zeitigt aber unangenehme Folgen: Solomon wacht in Ketten gelegt in einem Keller wieder auf, anfängliches Aufbegehren resultiert in Peitschenhieben. Prompt findet er sich in den Fängen eines Sklavenhändlers (Paul Giamatti) wieder, der ihn in den Südstaaten an den Plantagenbesitzer Ford (Benedict Cumberbatch) verkauft. Dieser, ein kultivierter Mann, ist von der Intelligenz des Zwangsarbeiters jedoch beeindruckt – er überlässt ihm bald anspruchsvollere Aufgaben und schenkt ihm sogar eine Geige. Als Solomon allerdings mit dem Aufseher Tibeats (Paul Dano) zusammenkracht, kann er sich seines Lebens nicht mehr sicher sein. Der fromme, aber auch feige Ford sieht sich gezwungen, den Sklaven abzugeben – und zwar just an den sadistischen Säufer Epps (Michael Fassbender), der seine Leibeigenen mit äußerster Brutalität zu maßregeln pflegt. Solomon sieht seine Hoffnungen auf eine Rückkehr in sein früheres Leben endgültig auf dem Nullpunkt angekommen: Wird er seine Familie je wiedersehen?

Der Säufer und seine Sklaven: Solomon (Ejiofor) und Patsey (Nyong’o) haben unter dem Sadismus des Gutsbesitzers Epps (Fassbender) zu leiden. Von dessen Vorgänger Ford (Cumberbatch) bekam Solomon noch eine Geige geschenkt.

KEttEnrEaKtIOn. Von Spielberg (Amistad) bis Tarantino (Django Unchained) sind immer wieder Hollywood-Granden angetreten, der Versklavung von Millionen Afrikanern, also jener neben der Ausrottung der Natives anderen großen amerikanischen Schuld, filmisch beizukommen – mit unterschiedlichem Erfolg. Womöglich brauchte es einen unverbrauchten Zugang von außen, um eine alle anderen Beiträge zum Thema überstrahlende Arbeit zu Tage fördern zu können – einen wie den des Briten Steve McQueen. Der Konzeptkünstler, geschätzt für fordernde Filme zu Sexsucht (Shame) und IRA-Terrorismus (Hunger), schafft es in 12 Years a Slave, die Banalität des Bösen mit unerbittlicher Deutlichkeit freizulegen. ohne dem Zuschauer die ersehnte Milderung mit den Mitteln von Pathos (Spielberg) oder

Pop (Tarantino) zu gönnen, bohrt sich die erschütternde und vor allem wahre Geschichte mit rastloser Vehemenz in den Verstand, verfolgt einen unnachgiebig mit den lodernden, leidenden Augen des überragenden Chiwetel Ejiofor. Mit gutem Recht ist dies der Stoff, aus dem demnächst wohl oscar-Träume cP gemacht sein werden.

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17 01 2014

draMa. ot: 12 YEARS A SLAVE. USA 2013. länGe: 133 Min. reGie: Steve McQueen. Buch: John Ridley basierend auf den Memoiren von Solomon Northup. KaMera: Sean Bobbitt. schnitt: Joe Walker. MusiK: Hans Zimmer. ProduKtion: Brad Pitt, Steve McQueen, Dede Gardner, Arnon Milchan u.a. darsteller: Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Brad Pitt, Lupita Nyong’o, Sarah Paulson, Garret Dillahunt, Paul Giamatti. Verleih: Tobis.

sKIP DEzEmbEr/JännEr

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▶l Film

I, Frankenstein

Der Unterwelt gehen die Monster noch lange nicht aus. aaRon ecKhaRt steht als unsterbliches Geschöpf Frankensteins im Zentrum eines dämonischen Kampfes um die Weltherrschaft. Spektakuläres 3D-Fantasy-Gemetzel von den Machern von Underworld. Fight Club. Auf dem dämonischen Schlachtfeld ist mit Adam Frankenstein (Aaron Eckhart) nicht zu spaßen. Zwischenmenschlich hat die als Monster gebrandmarkte Kreatur jedoch noch Aufholbedarf.

Was Wäre, wenn Frankensteins

Monster, die Kreatur aus dem weltbekannten Roman, nicht in der arktischen Eiswüste zu Tode gekommen wäre? Wenn sie unsterblich wäre und zwei Jahrhunderte nach ihrer Erschaffung immer noch auf Erden wandeln würde? Mit dieser Idee, verarbeitet in einer Graphic Novel, schlägt Kevin Grevioux (Underworld) ein ganz neues Kapitel in der legendären Grusel-Geschichte von Mary Shelley aus dem Jahre 1818 auf.

Der ToD isT erst der Anfang. Als Dr. Victor Frankenstein vor 200 Jahren in einem Anfall von Hochmut Gott spielt und aus totem Gewebe eine lebendige Kreatur erschafft, setzt er den Grundstein für einen epischen Kampf im Universum. Sein Geschöpf ist mit Unsterblichkeit gesegnet. Oder ist es ein Fluch? Als Adam Frankenstein (Aaron Eckhart) haust die Kreatur, wegen ihres Aussehens zum Monster degradiert, nun in Darkhaven – ausgestoßen aus der Welt der Menschen. Dass es ohne Frankenstein Jr. aber ganz schnell ganz düster für die Menschheit aussehen würde, ist der Krone der Schöpfung natürlich nicht bewusst: Dabei sind diabolische Dämonen, Legionen aus der Hölle, längst drauf und dran, Finsternis über den Planeten zu bringen. Adam hält sie in Schach. Doch nun ist er selbst in Gefahr. Während Dämonen-Capo Naberius (Bill Nighy) alles daran setzt, um an das Geheimnis von 074

sKiP Dezember/Jänner

Leonore (Miranda Otto) da ausreichen wird? Viel wahrscheinlicher ist es die Bekanntschaft mit einer menschlichen Vertrauten (Yvonne Strahovski, Dexter), die in Adam Frankenstein den Ausschlag geben könnte, sich doch noch für die Seite des Lichtes zu entscheiden. Frankensteins Unsterblichkeit zu gelangen und die Kreatur erbarmungslos jagt, haben die Gargoyles alle Hände voll zu tun: Sie haben geschworen, die Menschheit zu beschützen. Dazu gehört nun, auch Adam zu beschützen. Vor den Dämonen und vor sich selbst. Denn die Wut, die sich über die Jahrhunderte in ihm aufgestaut hat, macht ihn unberechenbar. Ob gutes Zureden von Gargoyle-Königin

GuT GeGen böse gegen unsterblich. „Es ist eine starke Geschichte über ein Monster, das seine Seele findet, seine menschliche Seite entdeckt“ sagt der Regisseur über sein Baby. Und vergisst dabei ganz, zu erwähnen, dass diese Seelen-Findung mit einem Feuerwerk an Spezialeffekten und den garantiert hässlichsten Dämonen zwischen Himmel und dm Hölle verbunden ist. ▶l

24 01 2014

Fantasy-action. USA/Australien 2013. Buch & Regie: Stuart Beattie basierend auf der Graphic Novel von Kevin Grevioux. KameRa: Ross Emery. schnitt: Marcus D’Arcy. musiK: Reinhold Heil, Johnny Klimek. PRoduKtion: Gary Lucchesi, Andrew Mason, Tom Rosenberg, Richard S. Wright. daRstelleR: Aaron Eckhart, Bill Nighy, Yvonne Strahovski, Jai Courtney, Miranda Otto, Kevin Grevioux, Caitlin Stasey, Aden Young. VeRleih: Sony.


Ich seh was Besseres.

© move121

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Diana

Die Wahrheit hinterm Rehleinblick. Die großartige NAOMI WATTS spielt die Prinzessin der Herzen in OLIVER HIRSCHBIEGELS (Der Untergang) Verfilmung des Buches über ihre ganz, ganz große Liebe – und das war weder Charles noch Dodi!

LIEBE AUF DEN ERSTEN BLICK:

Auch bei modernen Prinzessinnen funktioniert die Herzensprinzen-Suche scheinbar noch nach dem altbewährten Märchen-Prinzip. Schon bei der allerersten zufälligen Begegnung ist Diana (Naomi Watts), geborene Spencer und bald Nicht-mehr-Ehefrau des Prinzen von Wales, von Herzchirurg Hasnat Khan (Naveed Andrews, Lost) hingerissen. Der Herr Doktor ist vom sichtlichen Interesse der schönen Lady erst geschmeichelt, und bald ebenso fasziniert von der Person, die er nach ein paar Treffen hinter der berühmten Fassade kennenlernen darf: Diana ist eine äußerst originelle, witzige und warmherzige Person. Und eine sehr, sehr einsame Frau.

ROYAL AFFAIR. Zwischen den beiden

entwickelt sich eine Affäre, die bald zur tiefen Liebe wird – und das, obwohl die Um-

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

stände nicht gerade günstig sind für die beiden. Dianas Status – sie selbst nannte sich nicht ganz ohne Grund einmal die „berühmteste Frau der Welt“ – lässt den ganz normalen Alltag schlicht nicht zu, für andere Pärchen selbstverständliche Dinge wie romantische Spaziergänge, gemeinsame Restaurantbesuche oder auch nur spontane Treffen sind nur unter unendlichem Aufwand möglich, wenn die ständig auf Diana lauernden Paparazzi nichts mitbekommen sollen. Und auch Haznat hat Probleme damit, sich zu seiner hochprominenten Geliebten zu bekennen: Nicht nur würde seine wohlhabende pakistanische Familie wohl nie eine Britin als seine Frau akzeptieren – auch seinen geliebten Beruf als Chirurg würde er wohl aufgeben müssen, keine Klinik würde auf Dauer Trauben von Paparazzi vor der Tür akzeptieren, und er würde nie mehr jemand anderer sein als „der Typ von Diana“. Wie die berühmten zwei Königskinder aus dem Märchen sind die beiden also durch ei-

nen Graben, den nicht einmal ihre große Liebe überwinden kann, getrennt. Und nach zahlreichen tränenreichen Goodbyes und überglücklichen Versöhnungen müssen sie einander schließlich doch eingestehen: Es geht einfach nicht. Beide leiden unendlich, Haznat stürzt sich in seine Arbeit, und Diana versucht sich abzulenken – unter anderem, in dem sie endlich eine Einladung eines ihrer größten Verehrer annimmt, dem feschen jungen Geschäftsmann Dodi Al-Fayed …

HERZENSPRINZESSIN. In ihrem Buch Diana: Her Last Love erzählt Autorin Kate Snell die tragische und bis dahin weithin unbekannte Love Story, die sich in Dianas letzten beiden Lebensjahren abspielte. Mit großer Besetzung brachte Oliver Hirschbiegel die Geschichte nun ins Kino: Ein ganz neuer Blick auf Diana, hinter deren ikonischer Fassade sich eine vielseitige Frau verbarg, die alles hatte, nur das nicht, wonach sie GB sich am meisten sehnte: Liebe. ▶l

10 01 2014

BIOPIC. OT: DIANA. Großbritannien/Frankreich/ Schweden/Belgien 2013. LÄNGE: 113 Min. REGIE: Oliver Hirschbiegel. BUCH: Stephen Jeffreys nach dem Buch Diana: Her Last Love von Kate Snell. KAMERA: Rainer Klausmann. SCHNITT: Hans Funck. MUSIK: Keefus Ciancia, David Holmes. PRODUKTION: Robert Bernstein, Douglas Rae. DARSTELLER: Naomi Watts, Naveen Andrews, Douglas Hodge, Geraldine James, Juliet Stevenson. VERLEIH: Filmladen.

FOTO: FILMLADEN

Umschwärmt von ihren Fans, bedrängt von den Paparazzi: Nur bei Herzchirurg Hasnat Khan (Naveed Andrews), den sie zwei Jahre vor ihrem Tod kennenlernte, fühlte Diana (Naomi Watts) sich geborgen.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

OLIVER HIRSCHBIEGEL Mit Diana verfilmte just ein Regisseur das letzte Kapitel im bewegten Leben einer öffentlichen Person, der mit der Prinzessin-der-Herzen-Romantik wenig am Hut hat: Regisseur OLIVER HIRSCHBIEGEL über royale Klischees, NAOMI WATTS und Kommissar Rex.

SCANDAL IN THE WIND SKIP: Stimmt es, dass Sie persönlich mit dem Mythos um Lady Di ursprünglich gar nicht so viel anfangen konnten? OLIVER HIRSCHBIEGEL: Ja, ich bin ihr eigentlich sehr neutral gegenübergestanden, um nicht zu sagen desinteressiert. Dann hab ich dieses Buch bekommen und war nach zehn Seiten total drinnen in der Geschichte, weil ich sie spannend fand. Zwei, die sich so lieben, aber einfach nicht zusammenkommen können, die diese Liebe nicht leben können, weil sie in zwei verschiedenen Ecken sind. Eine Nuss, die nicht zu knacken ist. Das war so universal, wie ein Hollywood-Märchen oder wie ein griechisches Drama, wie ein Stück von Sophokles.

FOTO: FILMLADEN

Es gibt zahllose Gerüchte um die Verwicklung des britischen Königshauses in Dianas Tod. Haben Sie bei der Filmproduktion irgendwelche mysteriösen Anrufe bekommen oder sich verfolgt gefühlt? Nein, in keiner Weise (lacht). Ganz im Gegenteil, das Königshaus hat uns sogar ein bisschen unterstützt. Wir durften am Originalschauplatz vor dem Palasttor drehen. Die einzige Bedingung war, dass wir keine echten Blumen niederlegen – damit wir nicht die Gefühle der Söhne verletzen, wenn die das sehen. Aber sowas kann man ja heutzutage mit CGI sehr einfach nachträglich einbauen. Naomi Watts ist ja nicht unbedingt die Erste, an die man denkt, wenn man sich die Geschichte von Diana vorstellt. Wie sind Sie auf sie gekommen? Es gibt keine Schauspielerin, die aussieht wie Diana. Das ist immer das Problem, wenn man einen biografischen Film macht: Man kann sich dem Aussehen der Porträtierten annähren, es wird aber immer eine freie Interpretation bleiben. Also habe ich von Anfang an gesagt, dass das kein Doppelgängerwettbewerb

„Diese Liebesgeschichte war so universal, wie ein Hollywood-Märchen oder wie ein griechisches Drama!“ wird, sondern dass es darum geht, diese Figur von innen her zu verstehen und zu spielen. Da war Naomi in der Tat die beste Wahl, weil sie einfach brillant ist. Und dazu ist sie eine echte Rebellin, so wie es Diana war. Herr Hirschbiegel, Sie machen ja nicht nur Kino, sondern auch viel Fernsehen – unter anderem haben Sie bei einigen frühen Folgen von Kommissar Rex (zwischen 1994 und 1997, Anm.) Regie geführt, unter anderem auch bei Der Puppenmörder mit Christoph Waltz als Psychokiller … Ja, ich hab insgesamt 14 Folgen der ersten Staffeln mit Tobias Moretti gemacht. Das waren sozusagen meine Lehrjahre. Und die Folge mit dem Christoph, das war eine der spaßigsten! Er kam erst so ein bißchen hochnäsig daher, wie das so seine Art ist. Dann hat er aber gemerkt, dass ich das schon sehr seriös mache, daraufhin haben wir uns extrem gut verstanden. Ein halbes Jahr später hat er mich angerufen und gesagt, er hätte die Folge jetzt gesehen. Er meinte: „Das war ja richtig gut!“ Ich sagte darauf: „Ja, natürlich, was hast du denn ▶l GINI BRENNER gedacht?“ (lacht)

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film

Die Pute von Panem

The Starving Games Kantmiss (Maiara Walsh) ist vor lauter Herumlaufen im Wald ganz heiß geworden.

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02 01 2014

PerSiFlage. ot: THE STARVING GAMES. USA 2013. bucH & regie: Jason Friedberg, Aaron Seltzer. KaMera: Shawn Maurer. MuSiK: Tim Wynn. ProduKtion: Peter Safran. darSteller: Maiara Walsh, Cody Allen Christian, Brant Daugherty, Diedrich Bader, Lauren Bowles. VerleiH: Constantin.

Kantmiss hat sich in die 75. Starving Games hineingedrängelt, aber bald fliegen statt Pfeilen und Feuerbällen dicke Zoten durch den Wald: groteske Parodie von Friedberg & Seltzer.

In eInem ReIch des Bösen nach

unserer Zeit veranstaltet der fiese Präsident Snowballs (Diedrich Bader) die sogenannten Starving Games, das fettesten Fernsehspektakel in der Gegend. Kantmiss Evershot (Maiara Walsh) will da unbedingt rein – und drängelt sich vor ihre kleine Schwester, die eigentlich ausgewählt worden ist. So kriegt Kantmiss eine Chance, ihre arme Familie zu ernähren, aber das ist ihr freilich kein Anliegen: Vielmehr will sie berühmt werden, und dafür ist sie bereit, alles zu tun. Tief im finsteren Wald geht es nun also darum, möglichst gut auszusehen und die anderen Teilnehmer abzumurksen.

Nebenbei trägt sich bald allerlei Unerwartetes und Unvorhersehbares zu: Gandalf beteiligt sich beim Versuch eines erotischen Stelldicheins auf dem feuchten Moos, Psy hüpft lassoschwingend durchs Unterholz und Taylor Swift singt hübsche Lieder von Vergänglichkeit und Weltuntergang. Es ist der hirnlose Anfang eines total vertrottelten Abenteuers in einer völlig verkehrten Welt! Die Regisseure Jason Friedberg und Aaron Seltzer haben bereits mit Beilight – Bis(s) zum Abendbrot, Meine Frau, die Spartaner und ich sowie ihrem Mitwirken an der Scary-Movie-Reihe gezeigt, wo sie hingehören. Diesmal werden u. a. The Avengers, Avatar, The Expendables, Die fantastische Welt von Oz, Harry Potter und Chuck Norris mit dem gebotenen KH Ernst veräppelt. Zwerchfellexplosion!

Ganz weit hinten Duncan (Liam James) fürchtet den Familienhorror – und erlebt den besten Sommer seines Lebens.

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06 12 2013

tragiKoMödie. ot: THE WAy, WAy BACK. USA 2013. länge: 103 Min. bucH & regie: Nat Faxon, Jim Rash. KaMera: John Bailey. ScHnitt: Tatiana S. Riegel. MuSiK: Rob Simonsen. ProduKtion: Philippe Carcassonne, Andrew Mason. darSteller: Steve Carell, Liam James, Toni Collette, Allison Janney, AnnaSophia Robb, Sam Rockwell, Maya Rudolph, Amanda Peet, Rob Corddry. VerleiH: Thimfilm.

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skIP dezemBeR/JänneR

Duncan (liaM JaMeS) hat die schlimmsten Ferien seines Lebens vor sich – bis er Owen (SaM rocKwell) begegnet: wunderhübscher Film übers Erwachsenwerden.

es hätte kaum schlimmer kommen können. Gegen seinen Willen wird der 14-jährige Duncan (Liam James, The Killing) zum pseudofröhlichen Familienurlaub nach Cape Cod mitgeschleift – nur, weil seine Mama (Toni Collette) findet, er soll sich mit ihrem fürchterlichen neuen Partner (Steve Carrell) anfreunden, obwohl der offensichtlich ein Problem mit Duncan hat. Zum Glück entdeckt Duncan in der Nähe des Ferienhauses einen Wasservergnügungspark, wo er gleich Owen (Sam Rockwell) in die Arme rennt, dem Manager – ein reichlich schräger Vogel, allerdings einer mit

Herz: Er ernennt Duncan zum Mitarbeiter, bringt ihm die besten Tricks auf der Wasserrutsche bei, und wie man sich Autorität bei widerspenstigen Badegästen verschafft. Und dann ist da auch noch das hübsche Nachbarsmädel ... Womöglich hat dieser Sommer ja doch noch eine Chance, unvergesslich zu werden. Für Jim Rash und Nat Faxon ist Ganz weit hinten ihr Regiedebüt – doch die beiden sind keine Unbekannten: Gemeinsam mit Alexander Payne haben sie 2011 für ihr Drehbuch zum George-Clooney-Indieerfolg The Descendants – Familie und andere Angelegenheiten einen Oscar gewonnen. Auch hier geht es wieder um kaputte und langsam wieder heilende Familien und ums Erwachsenwerden: ein bittersüßer Familienfilm, zu dem Sam Rockwell eine gehörige Portion anarMM chischen Humor beiträgt.


▶l Film Dance Dance Revolution. Sie nennen sich Rooster, Flipz, Do Knock oder Sniper, und wenn sie ihre Moves auf den Dancefloor heben, dann hört die Welt außerhalb auf, zu existieren: B-Boys am Werk.

Battle of the Year

B-Boys, Breakers, Electric Boogaloo. Ein unerschrockenes Team aus 12 Querköpfen macht sich unter der Leitung seines raubeinigen Trainers (JOSH HOLLOWAY, Lost) auf, nach 15 Jahren den Breakdance-WM-Titel endlich wieder nach Hause ins HipHop-Mutterland USA zu holen.

OLD SCHOOL. Als der HipHop noch jung war, und man entweder dabei war oder nicht wirklich existierte, gabs für jeden HipHopper vier wesentliche Disziplinen: Rapping, DJing, Graffiti und Breakdancing. Sie alle brachten zahllose große Künstler hervor und entwickelten sich immer weiter – zum HipHop, wie wir ihn heute kennen, zur wunderbar bunten und anarchischen Street Art, und zum B-Boying, dem faszinierenden Gruppentanz, der mit oft unglaublichen akrobatischen Leistungen zu fetten Beats auch den Zuschauern große Freude macht. BATTLE OF THE YEAR heißt der Wett-

bewerb, bei dem jedes Jahr unter härtester Konkurrenz das beste B-Boy-Team der Welt gekürt wird. Und hier setzt Benson Lees fetzige Story an: Der ehemalige B-Boy Dante Graham (Laz Alonso, der Fenix aus Fast & Furious) hat sich vom Street Kid zum HipHop-Mogul hochgearbeitet – und will nicht länger zusehen, wie der Pokal der Breakdance-WM Jahr für Jahr an ein Team aus Europa oder Asien geht. Endlich soll wieder das Land, das diesen Sport erfunden hat, an der Spitze stehen! Und so nimmt er etwas von seinem vielen Geld in die Hand und en-

gagiert einen Trainer, seinen guten Freund und ehemaligen Basketball-Coach Blake (Josh Holloway). Der, nach dem Tod von Frau und Kind zum zynischen Alkoholiker geworden, ist zwar nicht so begeistert von der Idee – aber schließlich lässt er sich breitschlagen.

DAS SUPERTALENT. Mittels eines ner-

venaufreibenden Casting-Verfahrens werden nun aus den besten B-Boys des Landes die echten Spitzenkräfte ausgesucht – 12 Kerle bleiben über (darunter einige Profi-B-Boys und Rihannas Ex, Rapper Chris Brown). Doch kann man wirklich aus einem bunt zusammengewürfelten Haufen Individualisten, die gewohnt sind, nach ihren eigenen Regeln zu leben, ein echtes Team machen, noch dazu das beste der Welt? Bald wird es sich zeigen – beim nächsten Battle of the Year in Montpellier, Frankreich …

DANCING STARS. 2007 drehte Regis-

seur Benson Lee über die Battle of the Year seine furiose Breakdance-Doku Planet B-Boy, eines der umfassendsten filmischen Porträts der jüngsten Entwicklungen dieser Tanzsportart. Nun erzählt er die Story als spannenden Tanzstreifen und bewegendes Sport-Drama gleichermaßen, in der mit jeder Menge Verve die optimistische Message auf die Bühne gebracht wird: Wenn man wirklich wirklich KZ will, dann geht alles. ▶l

13 12 2013

TANZFILM. OT: BATTLE OF THE YEAR. USA 2013. LÄNGE: 109 Min. REGIE: Benson Lee. BUCH: Brin Hill, Chris Parker, Benson Lee. KAMERA: Michael Barrett. SCHNITT: Alessandra Carlino, Peter S. Elliot. MUSIK: Christopher Lennertz. PRODUKTION: Beau Flynn, Amy Lo, Tripp Vinson. DARSTELLER: Josh Holloway, Laz Alonso, Chris Brown, Josh Peck, Caity Lotz. VERLEIH: Sony Pictures.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film 29 Jahre, 7 Präsidenten: Lee DanieLS (Precious) verfilmte die hochdramatische Lebensgeschichte eines Chefbutlers im Weißen haus. FOreST WhiTaKer, OPrah WinFrey, Lenny KraViTz, aLan ricKman u.v.a. servieren einen der heißesten Oscar-Kandidaten des Jahres.

Der Butler

Bittesehr, ihr Whiskey, Mr. President. Sonst noch einen Wunsch? Lyndon B. Johnson (Liev Schreiber) ist der dritte von insgesamt sieben US-Präsidenten, denen Cecil Gaines (Forest Whitaker) als Butler dient.

Es hat sich viEl vErändErt,

seit Cecil Gaines (Forest Whitaker) auf einer Baumwollplantage im tiefen Süden der uSA auf die Welt kam. Damals, in den 1920ern, war die Sklaverei zwar theoretisch längst abgeschafft – die herrschaftsverhältnisse haben sich aber kaum verändert. und so muss der junge Cecil hilflos zusehen, wie der weiße Plantagenbesitzer seine Mutter (Mariah Carey) vergewaltigt und seinen Vater (earl Gaines) erschießt. rassismus ist selbstverständlich, Gleichberechtigung undenkbar, und so fristet Cecil sein leben als Diener der Weißen: erst in einem Café, dann in einem hotel – und er wird immer besser in der hohen Kunst des perfekten Service: den Gästen jeden Wunsch von den Augen ablesen und dabei unsichtbar sein. So dient er sich im wahrsten Sinne des Wortes bis ganz nach oben: 1957 wird er vom

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sKiP dEzEmbEr/JännEr

Weißen haus als Butler für den Präsidenten, damals Dwight D. eisenhower (robin Williams), angestellt. Auch privat läuft es gut: Cecil ist mit seiner großen liebe Gloria (Oprah Winfrey) verheiratet und hat zwei Söhne.

PräsidEntEnwEchsEl. Als 1961 John F. Kennedy (James Marsden, Minka Kelly spielt Jackie K.) zum Präsidenten gewählt wird, setzt der sonst so zurückhaltende Cecil große hoffnungen in dessen reformpotenzial. Seinem älteren Sohn louis (David Oyelowo), inzwischen auf dem College, geht das allerdings zu langsam: er engagiert sich aktiv gegen die rassentrennung, wird mehrmals verhaftet und verprügelt; er verachtet seinen Vater für seinen Dienstboten-Job für den Weißen Mann. Nach der ermordung Kennedys kommt der konservative richard Nixon (John Cusack) an die Macht, der die Bürgerrechtsbewegung unterdrückt und den Vietnamkrieg beginnt. Nach der ermordung von Martin luther King droht die politische lage, zu eskalieren – ebenso wie die Situation im haus der Gaines’, als Charlie (elijah

Kelley), der Jüngere, ankündigt, sich freiwillig für den Kriegseinsatz zu melden …

dEr Oscar ruft. Mit viel dramaturgi-

schem Geschick inszenierte lee Daniels (Precious), inspiriert von einer ZeitungsStory über den echten White-house-Butler eugene Allen, ein dichtes und bewegendes history-Drama. Wie hoch der Stoff in hollywood gehandelt wird, zeigt sich schon an der Spitzenbesetzung bis in die kleinsten Nebenrollen – mit dabei sind u.a. lenny Kravitz, Vanessa redgrave, Cuba Gooding Jr. und Alan rickman und Jane Fonda als ronald gB und Nancy reagan. ▶l

20 12 2013

Drama. OT: The BuTler. uSA 2013. Länge: 132 Min. regie: lee Daniels. Buch: Danny Strong nach einem Zeitungsartikel von Wil haygood. Kamera: Andrew Dunn. SchniTT: Joe Klotz. muSiK: rodrigo leão. PrODuKTiOn: laura Ziskin, lee Daniels. DarSTeLLer: Forest Whitaker, Oprah Winfrey, lenny Kravitz, Cuba Gooding Jr., robin Williams, James Marsden, John Cusack, Alan rickman, Jane Fonda, liev Schreiber. VerLeih: Filmladen.


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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

LEE DANIELS „Die weisesten Menschen sind oft die bescheidensten. Und Forest ist vielleicht der bescheidenste Schauspieler, mit dem ich je gearbeitet habe.“

DIENST IST DIENST Er stammt aus einfachen Verhältnissen, heute ist LEE DANIELS einer der einflussreichsten schwarzen Produzenten (Monster’s Ball, The Woodsman) und Regisseure (Precious, The Paperboy) Hollywoods – mit Der Butler ist er ganz oben angekommen.

„Unterdrückung und Rassismus sind globale Themen, das gibt es überall auf der Erde.“ Wie hat die Story vom White-House-Butler zu Ihnen gefunden? Kurz nachdem Barack Obama zum ersten Mal zum Präsidenten gewählt wurde, bin ich eher zufällig auf einen Zeitungsartikel in der Washington Post gestoßen, der die Headline „A Butler Well Served by This Election“ („Ein Butler, der von dieser Wahl gut bedient wurde“) trug. Es ging darin um den schwarzen Butler Eugene Allen, der sieben weiße Präsidenten bedient hat – und nun, längst in Pension, miterleben durfte, wie der erste Schwarze ins Weiße Haus einzog. Das hat mich sehr berührt,

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

vor allem, als ich das mit seinem Sohn gelesen habe. Diese Vater-Sohn-Geschichte war mir sehr wichtig, weil sie mich an die Beziehung zu meinem eigenen Vater erinnert: Auch mein Vater hat für „die Weißen” gearbeitet, und ich habe erst spät verstanden, dass er nie blind gedient hat – sondern mit Loyalität und Integrität versucht hat, Rassismus zu bekämpfen, indem er ihm schlicht die Grundlage entzogen hat. Sie haben bis in die kleinsten Rollen große Namen für Ihren Film verpflichtet. Wie ist Ihnen denn das gelungen? Es hat mich selbst ein bisschen gewundert, wie großartig das funktioniert hat. Fast alle, bei denen wir angefragt haben, haben sofort zugesagt – und die, die abgesagt haben, haben das nur getan, weil sie Terminprobleme hatten. Dabei hatten wir nur ein winziges Budget. Dafür aber ein wirklich gutes Drehbuch – und für fast jeden Schauspieler ist eine gute Rolle das viel bessere Argument als eine gute Gage, vor allem, wenn sie so berühmt sind, dass sie auf das Geld nicht mehr wirklich angewiesen sind. Wie sind Sie eigentlich ausgerechnet auf den doch sehr britischen Alan Rickman für die Rolle des „Cowboy-Präsidenten“ Ronald Reagan gekommen? Finden Sie das denn so ungewöhnlich? (lacht) Ich weiß nicht, er war der Erste, der mir eingefallen ist, als ich die Rolle besetzen wollte. Und auch er war sofort dabei, ich glaube, es hat ihm sehr viel Spaß gemacht, Ronnie zu spielen – ▶l GINI BRENNER kein Wunder bei Jane Fonda als First Lady.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2), FILMLADEN (2)

SKIP: In Der Butler erzählen Sie als afroamerikanischer Regisseur die Geschichte einer afroamerikanischen Familie. Machen Sie sich eigentlich Gedanken darüber, dass ein internationales Publikum den Film nicht richtig verstehen könnte? LEE DANIELS: Nein, ganz und gar nicht. Ich glaube, dass politische Themen viel universeller sind, als oft angenommen wird – Menschen erleben die Welt ja nicht nur innerhalb ihrer Landesgrenzen. Und Unterdrückung und Rassismus sind globale Themen, das gibt es überall auf der Erde.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

FOREST WHITAKER Glück durch Unglück: Eigentlich wollte Forest Whitaker Footballer werden – doch nach einer Rückenverletzung entschied sich der damals 18-Jährige dann doch für die Musik- und Schauspielschule.

Er ist eines der vielseitigsten Gesichter Hollywods – von Charlie Parker (Bird) bis zu Idi Amin (Der letzte König von Schottland) ist FOREST WHITAKER alles zuzutrauen. Der Butler stellte seine Wandlungsfähigkeit aber auf eine besonders harte Probe, wie der 52-Jährige im Interview erzählt.

ES IST ANGERICHTET, MR. PRESIDENT SKIP: Es ist eine beeindruckende Performance, die sie in Der Butler abliefern. FOREST WHITAKER: Dieser Film war aber auch etwas ganz Besonderes für mich. Schon alleine dadurch, dass ich die Hauptfigur vom 30-Jährigen bis zum über 90-Jährigen spiele. Es ist nicht so wie bei anderen Filmen, wo man schnell mal ein paar Jahrzehnte überspringt. Bei Der Butler geht das in vielen kleinen Schritten, man sieht die ganzen kleinen Veränderungen, wie er altert und wie seine Erfahrungen sein Leben verändern, wie manche Körperteile zu schmerzen beginnen, wie er beginnt, anders zu gehen. Wie im normalen Leben musste meine Figur durch ihre Erfahrungen geformt und verändert werden. Das war keine leichte Aufgabe. Wie fühlte es sich an, sich selbst als 90-Jährigen zu sehen? Es schaut sehr echt aus im Film, das Make-up ist unglaublich. Aber alle meine vier Großeltern starben in ihren 90ern, also weiß ich eh schon recht gut, wie ich da wohl mal aussehen werde (lacht). Einiges besser jedenfalls als im Film, wenns nach meinen Großeltern geht.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2), FILMLADEN (2)

Wer war in Der Butler Ihr liebster Präsident? Schwer zu sagen, die waren alle so super! Die stärksten Filmszenen habe ich wohl mit James Marsden, der Kennedy spielt. Haben Sie für den Film eigentlich ein spezielles ButlerTraining absolviert? Natürlich, ja, ich habe mit einem echten Butler-Coach gearbeitet, der hat eine Weile sogar bei mir zu Hause gewohnt. Und als ich dann nach New Orleans zum Dreh gefahren bin, ist er mit mir in das Hotel gezogen, das ich während des Drehs bewohnt habe. Er hat mich also wirklich Tag und Nacht trainiert (lacht). Was haben Sie neben den ganz praktischen Techniken sonst von ihm gelernt? Oh, er war ein richtiger Philosoph! Er sprach viel vom Wesen des Service und was es wirklich bedeutet. Ich hatte das davor noch

„Ich habe mit einem echten ButlerCoach gearbeitet, der eine Weile sogar bei mir zu Hause gewohnt hat.“ nie in der Art betrachtet, wie er das tut. Sein Credo war das vom „Geben im Überfluss“ – also dass man nie nur geben soll, um etwas zurückzubekommen, sondern einfach nur, um Freude zu bringen. Zeitweise fand ich ihn schon auch ein bisschen schräg (lacht). Sie arbeiten gerade an einem Louis-Armstrong-Biopic, bei dem Sie Regie führen. Werden Sie auch die Hauptrolle spielen? Wenn alles klappt, schon, ja. Ich kann Trompete spielen und singen, ich habe meine Karriere ja als Opernsänger begonnen, samt klassischer Gesangsausbildung. Mittlerweile ist meine Stimme allerdings ein bisschen eingerostet – aber für die Rolle als Louis Armstrong wär das wahrscheinlich ▶l KURT ZECHNER gar nicht das Schlechteste.

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▶l Film

Only Lovers Left Alive Ein Rockstar-Vampir und seine literatur-affine Bohemien-Muse: In JIM JARMUSCHS sensationeller Glam-Goth-Romanze schlürfen TOM HIDDLESTON und TILDA SWINTON höchst stilsicher nur das gute Zeug, bis ihre durchgeknallte kleine Schwester zuschlägt. Todschick.

Sie sind zu exaltiert, genau das ist ihr Flair: Tilda Swinton, Tom Hiddleston, Mia Wasikowska und John Hurt als zeitlose Künstlernaturen mit großem Blutdurst.

EIN PAAR für die Ewigkeit: Eva, eine Art Vivienne Westwood für Jahrtausende, mit Albino-weißem Haar (Tilda Swinton), und Adam (Tom Hiddleston), sowas wie ein ewiger Kurt Cobain, altgedienter depressiver Musiker. Glücklich sind sie dank Fernbeziehung: Eva lebt im Labyrinth der Altstadt von Tanger in Marokko und liest uralte Schriften in allen Sprachen der Welt. Adam bewohnt eine stilvoll bröckelnde Villa in der amerikanischen Geisterstadt Detroit, hört alte Schallplatten und sammelt noch ältere Instrumente. Bootlegs seines Schaffens sind sehr begehrt, jedoch potenziell gefährlich: Zu viele Fans lassen sich mit seinem Undercover-Nachtleben nur schwer vereinbaren.

DREIMAL SCHON haben sie geheiratet, das letzte Mal 1868. Während Eva von der angeblich 1593 verstorbenen britischen Dichterlegende Christopher Mar084

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

lowe (John Hurt) mit frischem Blut versorgt wird, bezieht Adam seine Konserven vom korrupten Dr. Watson (Jeffrey Wright). Aber sehr hängt Adam nicht mehr am Leben. Sicherheitshalber lässt er sich von seinem jungen Fan und Musikalienhändler Ian (Anton Yelchin) eine Kugel aus dem schwersten Holz der Welt für seinen 38er Revolver besorgen. Eva ahnt, dass es schlecht um Adams Zustand bestellt ist und bucht den nächsten Nachtflug nach Detroit. Kaum ist das legendäre Paar wieder vereint, droht Evas völlig unberechenbare wie durstige kleine Schwester Ava (Mia Wasikowska) mit einem Überraschungsbesuch. Die letzte Begegnung vor fast hundert Jahren nahm ein ziemlich desaströses Ende, und auch diesmal sind die Konsequenzen ihres Erscheinens fatal.

DAS VERFLIXTE 7. JAHR:

Jim Jarmusch und seine Hauptdarsteller brauchten Geduld – sieben Jahre lag das coole Vampir-Projekt wegen fehlender Finanzierung auf Eis. Die Filmlegenden Tilda Swinton und John

Hurt blieben trotzdem dran. An ihrer Seite spielt Tom Hiddleston, der als Loki in Thor – The Dark Kingdom für kreatives Chaos sorgte, den tristen Musiker, während sich Mia Wasikowska (Alice im Wunderland, Stoker) höchst charmant von ihrer bösartigen Seite zeigt. Mit einer ansteckenden Freude am Zitat versteckt Jarmusch Wissenschaftler, Literaten und Jahrhundertbohemiens als vergnügliches Bilderrätsel in der Handlung, dazu tönt mit Sixties-Soul, Klassik und Garagenpunk nur Ausgesuchtes aus den Boxen. Und wenn sich Adam, Eva und Ava mit ihren elegant behandschuhten Fingern den teuren Flachmann voll Blut teilen, hat das ganz viel Stil – und doch blitzt aus den mitternachtsschwarzen Pupillen hinter dunklen Sonnenbrillen stets ein Augenzwinkern: So stellt JP man sich ewige Liebe vor. ▶l

26 12 2013

ROMANZE. OT: ONLY LOVERS LEFT ALIVE. England/Deutschland/Frankreich 2013. LÄNGE: 123 Min. BUCH & REGIE: Jim Jarmusch. KAMERA: Yorick Le Saux. SCHNITT: Affonso Gonçalves. MUSIK: Jozef van Wissem. PRODUKTION: Jeremy Thomas, Reinhard Brundig. DARSTELLER: Tilda Swinton, Tom Hiddleston, Mia Wasikowska, John Hurt, Jeffrey Wright, Anton Yelchin. VERLEIH: Polyfilm.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

TOM HIDDLESTON

EIN VAMPIR UND GENTLEMAN In den Avenger- & Thor-Blockbustern spielt er den göttlichen Bösewicht Loki, in WOODY ALLENS Midnight in Paris war er der Schriftsteller F. SCOTT FITZGERALD, für JIM JARMUSCH gibt er gar den Untoten: TOM HIDDLESTON ist schon weit herumgekommen in der Welt der Mythen und Legenden.

SKIP: Sind Sie Fan von Vampirfilmen? TOM HIDDLESTON: Ich muss zugegeben, viele aktuelle habe ich bisher nicht gesehen. Immerhin, den ersten Twilight kenn ich – und ich fand, es ist eine sehr schöne Allegorie auf das Teenagerdasein. Eine sehr simple, zugegeben. Sonst steh total auf Coppolas Dracula mit Gary Oldman, den hab ich mir sogar zur Vorbereitung wieder reingezogen, um quasi meine Vorstellungswelt ein bisschen mit Vampirbildern frisch zu tapezieren. Aber wir erfinden den Mythos in unserem Film ja neu. Meine Filmfigur ist ein sehr sensibler, kluger und melancholischen Musiker – und eher zufällig auch Vampir. Sie haben im Film einen extrem coolen Look. Hatten Sie irgendeinen Rockstar als Vorbild dafür? Syd Barrett, die Pink-Floyd-Legende, war definitiv so ein Referenzpunkt. Also ein 60s-Rock-’n’-Roll-Typ, sehr dünn, sehr bleich, männlich, aber doch auch mit einer femininen Note. Und Jim war es sehr wichtig, dass wir alle ganz wilde Haare haben, um das Animalische zu betonen. Also haben wir uns das

Welcher ist ihr Jarmusch-Lieblingsfilm? Oh, das ist wirklich schwierig, ich mag sie alle sehr gern. Der erste, den ich gesehen hab, war Ghost Dog, und den habe ich geliebt. Das war damals wirklich eine völlig neue Welt für mich, ich kannte bis dahin eigentlich nur Mainstream-Kino. Dieser Film hat mir die Augen geöffnet, was Film alles sein kann.

Für diesen Mann gabs heuer den MTV Movie Award für den besten Bösewicht (Loki in The Avengers) – dabei sieht er so nett aus.

Wenn man gerade von der Arbeit mit Woody Allen oder Jim Jarmusch kommt, wo man als Schauspielkünstler wirklich gefordert wird, wie findet man dann wieder in eine Blockbuster-Rolle wie Loki? Wissen Sie, jede Figur, die ich spiele, hat für mich mindestens so viel Faszination wie die davor. Und nur weil mein Loki aus

„Wölfe haben allermeist keinen Zugang zu Shampoo und Conditioner.“

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH

Fell von Wölfen genauer angesehen. Wölfe haben ja allermeist keinen Zugang zu Shampoo und Conditioner, trotzdem sieht ihr Haar immer sehr strahlend aus. Ist Jim Jarmusch wirklich so cool, wie er immer wirkt? Das ist er tatsächlich, ja. Seine größte Liebe unter sehr vielen ist die Musik. Und deshalb weiß er auch, dass wirklich große Musik aus einem Zustand der Entspanntheit entsteht. Erst damit lädt man sein Unterbewusstsein ein, seinen Dienst anzutreten und sich auszudrücken. Und das setzt er auch im Kino um. Die Arbeit mit ihm war unglaublich relaxt und aufregend gleichzeitig.

einem Comic stammt, muss das ja nicht zwangsläufig bedeuten, dass er zweidimensional ist. Die Comics basieren ja auf den skandinavischen Mythen, und die sind immerhin so alt wie die Zeit selbst. Klar, oberflächlich gesehen könnte man natürlich sagen, der fertige Film ist kommerzieller, unterhaltsamer und vielleicht weniger künstlerisch wertvoll, aber vom Schauspielerstandpunkt her muss ich diesen Charakter genauso von Grund auf kreieren und ihn real machen wie jeden anderen auch. Wenn man nicht an ihn glauben kann, funktioniert der ganze Film nicht. Und es ist mein Job, im dazu die nötige Tiefe zu verleihen, selbst wenn ich dabei ein Paar goldene Hörner am ▶l KURT ZECHNER Kopf trage.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

TILDA SWINTON Glitzern im Sonnenlicht: Tilda mit ihren Co-Stars John Hurt und Tom Hiddleston sowie Regisseur Jim Jarmusch (v. l.).

BLUT STEHT IHR GUT Dafür, dass TILDA SWINTON – wie sie selber sagt – eigentlich gar nicht sooo gerne schauspielt, ist sie jedes Mal wieder verdammt super. So wie in JIM JARMUSCHS schräger Vampir-Story Only Lovers Left Alive, in dem sie eine abgeklärt-zärtliche Blutsaugerin spielt. SKIP traf sie in Cannes.

Sie haben ja Interesse an allen möglichen Kunstformen, aber was ist es speziell an der Schauspielerei, dass Sie fasziniert? Diese Frage stelle ich mir selbst immer. Jedes Mal, wenn ich einen Film mache, bin ich mir sicher, es ist wohl mein letzter. Ich steh auf alle Fälle auf den gemeinsamen „Tanz“ mit dem Filmemacher, diese Form der Konversation gefällt mir sehr gut. Aber eine viel bessere Antwort für Sie hab ich gar nicht, weil ich nicht mal für mich selbst eine finde. Aber warum glauben Sie bei jedem Film, es sei Ihr letzter? Ich denke mir in Wahrheit permanent, dass ich nicht genügend Interesse an der Schauspielerei habe, um eine Schauspielerin zu sein. Ich habe keinerlei abstraktes Bedürfnis, unbedingt spielen zu müssen, wie das offenbar viele meiner Kollegen verspüren. Aber dann werde ich wieder und wieder überredet, es doch zu tun. Wenn etwas daherkommt, das mich gefangen nimmt, dann kommt die Lust daraus. Ihre Kinder sind mittlerweile Teenager. Interessieren sie sich auch für Kunst, und wären Sie enttäuscht, wenn sie das nicht tun würden? Aber nein. Aber als Kinder von Künstlern ist das halt automatisch das Wasser, in dem sie schwimmen. Meine Tochter schreibt und mein Sohn macht kleine Filme. Aber gleichzeitig will der z. B.

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auch ganz normal wie viele Buben Pilot werden. Ich glaube, das ist eine gesunde Balance. Sie spielen in Only Lovers Left Alive den eindeutig optimistischeren Teil eines Vampir-Liebespaares. Sind Sie persönlich auch ein Mensch, der positiv ins Leben blickt? Ich halte mich für eine Realistin, manche nennen das optimistisch (lacht). Ich denke mir jedenfalls immer: Was wäre denn die Alternative zum Leben? Der Tod – und irgendwas ist schließlich immer besser als nichts. Ich meine, wir gehen sowieso den Bach runter, also können wir ja auch gleich die Sterne anhimmeln. „Die Welt geht den Bach runter“ klingt aber nicht unbedingt sehr optimistisch. Ich habe nicht gesagt die Welt geht den Bach runter, ich meinte WIR gehen den Bach runter. Die Menschheit. Wir sind sterblich, alle, und unser Leben vergeht jede Sekunde ein bisschen. Aber wir können nun mal nichts dagegen tun. Sind Sie ein nostalgischer Mensch? Ja, schon, auch wenn ich versuche, es nicht zu sein. Es macht wenig Sinn, die Vergangenheit der Gegenwart vorzuziehen. Es gibt da diesen einen Satz, den ich im Film sage: „Glücklich zu sein ist eine bewusste Entscheidung.“ Und das finde ich sehr, sehr wahr. Aber natürlich gibt es auch für mich Momente, die sich nicht an solch große Worte halten – das Leben kann ja manchmal ganz schön beschissen sein (lacht). Für viele Leute sind Sie sowas wie die Personifikation von Coolness, egal, was Sie tun. Ob Sie für eine Kunstaktion öffentlich im Moma schlafen oder mit David Bowie Videos aufnehmen … Genießen Sie dieses Image? (lacht) Ach, ich kenne so viele Leute, für die „cool“ genau das ist, was man eigentlich nicht sein will. Nein, ich mache mir ehrlich gesagt überhaupt keine Gedanken über so was. Ich nehme aber an, es ist besser so, als wenn einen alle für ▶l KURT ZECHNER völlig unmöglich halten.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

SKIP: Warum sind gerade Vampire eine derart konstante Inspirationsquelle für Künstler aller Genres? TILDA SWINTON: Auf alle Fälle mal wegen ihrer Unsterblichkeit. Vampire haben unendlich viel Zeit – und müssen dafür unendlich viel Geduld aufbringen. Da gibt es einen starken Zusammenhang mit der Kunst: Der größte Konflikt für Künstler ist, dass man unbedingt seine Idee verwirklichen will – aber erst das nötige Geld auftreiben muss. Dazu braucht man gerade beim Film einen sehr langen Atem. Auch dieses Projekt brauchte wieder viele Jahre, um realisiert werden zu können. So gesehen sind sich Vampire und Künstler sehr ähnlich.


FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

„Jedes Mal, wenn ich einen Film mache, bin ich mir sicher, es ist mein letzter.“

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▶l Film

Bam, Oida! Ob nun die Aale kommen, wie der Wellisch (Johannes Silberschneider, gr. Bild) prophezeit, oder die verschwundene Innenministerin (Adele Neuhauser) endlich wieder auftaucht. Bad Fucking ist wohl so oder so nicht mehr zu retten ...

Bad Fucking Mit dem Kurort Bad Fucking gehts zu Ende ... HARALD SICHERITZ verfilmt die Provinz-Groteske von KURT PALM als schmutziges Sittenbild einer ganz normalen Dorfgemeinschaft. Von WOLFGANG BÖCK über MICHAEL OSTROWSKI bis ADELE NEUHAUSER, von JOHANNES SILBERSCHNEIDER bis THOMAS STIPSITS treten heimische Publikumslieblinge zum schwarzhumorigen Showdown an.

APROPOS BLOCKIEREN. Eines Tages

kommt dem Berg ein gewaltiger Felssturz aus, der ein Ortsende von Bad Fucking komplett zumacht. Und als Sackgasse verliert der Luftkurort erheblich an touristischer Zugkraft. Wer kann, verlässt Bad Fucking. Wer bleibt, braucht einen guten Magen. Mit den

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VERMISST – die Innenministerin nämlich, irgendwo zwischen Wien und BF ist sie samt Limousine und Chauffeur verschwunden. Erschlagen – Bad Fuckings Einsiedler in seiner

Höhle, die ein unglaubliches Geheimnis birgt. Erpresst – gleich zwei Bad Fuckinger mit einem Hang zu fragwürdigen Fotomotiven sollen Geld locker machen. Vergiftet – einmal unfreiwillig (ein tragischer Rechenfehler führt zu Knollenblätterpilzüberdosierung), einmal freiwillig. Gestrandet – eine Gruppe Wiener Cheerleaderinnen auf Trainigslager sitzt im Kurhotel fest – ohne Handyempfang oder Internetverbindung!! Zwischen Mord und Totschlag, Erpressung und Korruption, Ehebruch und Liebeskummer behält nur einer den Blick fürs Wesentliche: Postenkommandant Wellisch (Johannes Silberschneider), der passionierte Fischer, der von der segensreichen Rückkehr der Aale in den Höllensee in der unmittelbar bevorstehenden DM Vollmondnacht fantasiert ... ▶l

20 12 2013

KOMÖDIE. OT: BAD FUCKING. Österreich 2013. LÄNGE: 106 Min. BUCH & REGIE: Harald Sicheritz basierend auf dem Roman von Kurt Palm. KAMERA: Helmut Pirnat. SCHNITT: Peter Sedlacek. MUSIK: Lothar Scherpe. PRODUKTION: Andreas Kamm, Oliver Auspitz. DARSTELLER: Martina Ebm, Proschat Madani, Wolfgang Böck, Johannes Silberschneider, Thomas Stipsits, Thomas Mraz, Michael Ostrowski, Gerhard Liebmann, Bettina Redlich. VERLEIH: Thimfilm.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

SCHLECHTEN SEX gibts zwar, wie überall, auch in Bad Fucking, aber in erster Linie ist das idyllische Dörfchen im Salzkammergut gleich beim Höllensee ein Luftkurort. Nicht nur aus der guten Luft, auch aus dem lustigen Namen schlägt man Profit: Gartenzwerge mit entblößtem Geschlechtsteil sind, neben Ortstafel-Replikas, der Renner im örtlichen Souvenirgeschäft, wohin die Touristen busseweise gekarrt werden. Bürgermeister Aloysius „Die Gemeinde bin i“ Hintersteiner (Wolfgang Böck) denkt sogar an einen Hotelneubau direkt am Seeufer – wenn auch die gegenwärtigen Eigentumsverhältnisse den Protzbau blockieren.

Gemeindefinanzen schauts sehr bald sehr schlecht aus, was aber nicht nur am Felssturz sondern auch an einem anlageberaterbedingten Fluch der Karibik liegt. Sanierung verspricht sich der umtriebige Bürgermeister von der Errichtung eines Asylantenheimes im Ort – die Innenministerin Maria Sperr (Adele Neuhauser) und die Baufirma ihres Mannes scharren schon in den Startlöchern. Doch dann, während sich hoch über Mitteleuropa eine noch nie dagewesene tropische Gewitterfront zusammenbraut, überschlagen sich herunten in Bad Fucking die Ereignisse:


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

HARALD SICHERITZ Land und Leute durch die rosarote Brille zu zeigen, ist seine Sache nicht. Mit der Verfilmung von KURT PALMS Bad Fucking legt HARALD SICHERITZ in puncto Bösartigkeit und Härte auf Muttertag und Hinterholz 8 noch eins drauf. SKIP hat ihn in seinem Stammcafé zum Frühstück getroffen.

ÖSTERREICH-BILD SKIP: In Bad Fucking sind ganz schön viele Personen und Handlungsstränge miteinander verwoben. Gabs nie die Überlegung, den Stoff als Mehrteiler fürs Fernsehen zu entwickeln? Mir hätte es gefallen, von einigen Figuren und Szenen mehr zu sehen. HARALD SICHERITZ: Ich denke, dass sich die Geschichten sehr gut als Kinofilm erzählen lassen. Es gibt eine Vorgeschichte, ein klares Ende ... Ich konnte die Menschen differenziert zeichnen, so ist ein Sittengemälde aus dem Mikrokosmos Dorf mit seinen wesentlichen Eckpfeilern entstanden. Und so viele Figuren sind es dann auch wieder nicht ... Aber es ist ein Kompliment für den Film, wenn Sie gern mehr gesehen hätten. Welche humoristischen Vorbilder haben Sie? Oder versuchen Sie, sich gar nicht beeinflussen zu lassen? Das geht gar nicht. Alles was man sieht, beeinflusst einen, und etwas „nachmachen“ ist fast unmöglich. Eine Idee aufnehmen, sie interpretieren – dabei entsteht zwangsläufig etwas Neues. Wäre es nicht so, gäbe es genau einen Blues-Song.

„So etwas wie Bad Fucking hat man im Österreichischen Film noch nicht gesehen.“

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH

Aber es gibt viele schlechte Kopien ... Es ist eine prinzipielle Schwäche des Kapitalismus, dass man dem Potenzial der Kreativen, dem Originellen generell misstraut und lieber auf Nummer sicher geht. Auch meine erfolgreichsten Filmprojekte haben so begonnen, dass man mir gesagt hat: „Du, das wird nix.“ Bei Bad Fucking war es ähnlich, und obwohl das gar nicht in meiner ursprünglichen Absicht lag: So etwas wie Bad Fucking hat man im Kino, zumindest im österreichischen Film, noch nie gesehen. Würden Sie sich als politischen Filmemacher bezeichnen? Absolut, unpolitische Kunst gibts ja sowieso nicht. Das mag ich auch so an Bad Fucking – da ist alles verdammt nah an der Wirklichkeit. Alles wird gezeigt, wie es ist, wie man es kennt – nur eben komprimiert. Es genügt ja bei bekannten Gesellschaftsmechanismen, sie anzureißen – den Rest füllen die Leute ohnehin mit eigenen Erfahrungen und Gefühlen. Ich halte nicht viel von tagespolitischen Bezügen in der Kunst. Aber moralische Gebäude sichtbar machen, sie hinterfragen, sie abreißen – das ist eine ihrer wichtigsten Funktionen. Sie sind Gründungsmitglied der Akademie des Österreichischen Films, die es seit 2009 gibt. Was gibts da für Ziele, was konnte schon erreicht werden? Mit der Akademie soll primär in der Öffentlichkeit und in der

Filmbranche mehr Selbstbewusstsein geschaffen werden. Der österreichische Film war ja, was den Selbstwert betrifft, in den letzten Jahrzehnten gar nicht gut. Das ist besser geworden. Hauptsächlich durch Anerkennung aus dem Ausland ... Typisch österreichisch, eben. Anerkennung im Inland zählt branchenintern nicht besonders, da spreche ich aus Erfahrung. Außerdem, Preise sind nichts als in Metall gegossene Willkür. Aber es beruhigt mich, dass es wenigstens Kolleginnen und Kollegen sind, die diesen Willkürakt unternehmen. Die Akademie ▶l DINA MAESTRELLI ist jedenfalls eine grunderfreuliche Sache.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

ADELE NEUHAUSER Ob bei der skurrilen (Vier Frauen und ein Todesfall) oder der seriösen (Tatort) Verbrechensbekämpfung: Adele mag man eben, erst recht im persönlichen Gespräch. Da geht sich dann sogar eine wenig sympathische Doppelrolle für HARALD SICHERITZ aus.

ALLES KLAR, FRAU KOMMISSAR?

Als österreichische Innenministerin mit Doppelgängerin ist Adele Neuhauser in Bad Fucking zu sehen, wo sie mit dem Bürgermeister (Wolfgang Böck) ein korruptes Süppchen kocht.

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Was war Ihre erste Reaktion auf diese Rolle? Ganz pragmatisch: Da brauch ich nicht viel Text lernen. Und dann hab ich mich eigentlich auf eine neue Erfahrung gefreut, ich spiele ja zum ersten Mal eine Doppelrolle. Sie hatten keine Bedenken, dass es zu drastisch sein könnte? Und: Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? Null Bedenken, gar nicht. Es gab am Theater schon ärgere Figuren. Der Film insgesamt ist großartig geworden, die Stimmung des Buches wurde sehr gut erwischt, das ist eine große Leistung.

Ich liebe sie. Sie ist für mich so eine Injektion an Leben und Dreistigkeit. Besonders ihre Dreistigkeit ist großartig, das hab ich privat ja gar nicht. Wenn Sie in der Öffentlichkeit erkannt werden, vielleicht auch angesprochen, können Sie gut damit umgehen? Die Menschen sind sehr respektvoll, ganz ganz selten, dass jemand distanzlos wird, aber dann ist es trotzdem liebevoll. Ich war jetzt eine Zeit mit meinem Sohn unterwegs, und er hat gesagt: „Es ist unglaublich, alle lieben dich.“ Und das ist ein wunderschönes Gefühl, das rührt mich extrem. Das ist einfach toll. Anerkennung haben Sie ja auch in Form der Romy bekommen, Sie wurden zweimal zur beliebtesten Seriendarstellerin gewählt. Sind Preise auch eine willkommene Erfahrung? Ohja, noch dazu wo die Romy ein Publikumspreis ist.

Wikipedia weiß über Sie, dass Sie seit ihrem 6. Lebensjahr Schauspielerin werden wollten. Stimmt das? Das stimmt absolut, und ich habe vor Kurzem noch eine Bestätigung dafür bekommen: Im Waldviertel, wo ich als Kind öfter Urlaub gemacht habe, ist eine Frau auf mich zugekommen, die mich von damals kennt. Und sie hat gesagt: „Du hast scho damals gsagt, du wirst Schauspielerin.“ Ich hab immer geblödelt und bin gern in andere Charaktere geschlüpft. Mit den Kasperlfiguren meiner Großmutter hab ich für die Kinder im Dorf gespielt. Mir war immer schon klar, dass das mein Ventil ist.

Beim Tatort wird eine realistischere Seite der Verbrecherjagd gezeigt. Gehen Sie da mit einem anderen Gefühl aufs Set als bei einer Komödie? Ja, absolut. Das sind Themen, die so nah an der Realität sind, dass man sie nicht leicht loswird. Das hat mein Leben schon sehr beeinflusst. Egal bei welcher Rolle, ich tauch immer voll und ganz ein. Aber beim Tatort und besonders beim letzten, der ausgestrahlt wurde (Angezählt, Anm.), und beim nächsten (Abgründe, Anm.), der gezeigt wird – der übrigens auch von Harald Sicheritz gemacht wurde –, da werde ich auf eine Weise mit einer anderen Seite des Lebens konfrontiert, die schon sehr hart ist. Umso mehr liegt mir auch daran, dass es authentisch ist, was ich da verkörpere. Sonst ist die Chance, solche Themen so zu behandeln und damit wachzurütteln, vergeben.

Etwas Nicht-Künstlerisches ist nie vorstellbar gewesen? Nein, gar nicht. Ich habe natürlich, um Geld zu verdienen, als Kellnerin gearbeitet, als Sekretärin, ich hab auch Staubsauger verkauft. Aber das waren keine Traumberufe für mich.

War Ihnen bewusst, dass es eine richtig große Sache ist, Tatort-Kommissarin zu sein? Ich war selber ja kein expliziter Tatort-Fan und wusste daher gar nicht, welche Bedeutung dieses Format hat, dass das offenbar der Adelstitel für einen deutschsprachigen Schauspieler ist.

Sie sind dem breiten Publikum durch die TV-Serie Vier Frauen und ein Todesfall, die seit 2005 läuft, als forsche Hobby-Ermittlerin Julie Zirbner bekannt geworden? Mögen Sie die Zirbnerin immer noch gern?

Jetzt im Advent, sieht man Sie da eher auf einem Weihnachtsmarkt bei einem Glühwein oder zu Hause beim Weihnachtskarten schreiben? Weder noch, ich werde arbeiten. Aber wenn ich die Zeit dafür ▶l DINA MAESTRELLI hätte, würde ich zu Hause sein in der Stille.

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SKIP: Harald Sicheritz hat gesagt, dass er in seiner Karriere als Regisseur vermutlich noch nie ein lautes Wort verloren hat. Sie arbeiten ja öfter mit ihm: Können Sie das bestätigen? ADELE NEUHAUSER: Absolut. Er verbreitet so eine wohltuende Sicherheit und gibt einem auch einen großen Raum, das zeichnet ihn so aus. Und er hat Spaß an der Arbeit, das tut sehr gut. Er schart auch immer ein tolles Team um sich und hat ein unglaublich gutes Händchen bei der Besetzung.


FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (1), THIMFILM (2)

„Vom Publikum geliebt zu werden, ist ein wunderschönes Gefühl, das rührt mich extrem.“ SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film

Schlawiner und Spießgeselle: in der adaption des Debütromans des Stromberg-Schreibers schickt Regisseur PeTeR ThoRwaRTh (Bang Boom Bang) moRiTz BleiBTReu und axel STein als ungleiches Duo auf einen tragikomischen Selbstfindungs-Trip.

Nicht mein Tag

So läuft also der Hase: Der unkonventionelle Nappo (Moritz Bleibtreu) lockt Spießer Till (Axel Stein) nach und nach aus der Reserve.

Hurra, ein Hundstag! Wer hat ihn sich nicht schon mal andrehen lassen, den gern zitierten gebrauchten tag, an dem so gar nichts zusammen-, geschweige denn nach Wunsch läuft? gemeinhin ja kein Problem, geht man halt früh schlafen und fängt am nächsten morgen wieder von vorne an. Was aber, wenn sich das Leben schleichend zu einer einzigen anordnung von solchen tagen entwickelt hat, sich eigentlich nur noch diverse Shades Of grey die Klinke in die hand geben? till Reiners (axel Stein) kann davon ein Lied singen – oder eben keines mehr. Seit die Seifenblase von einer Laufbahn als Rockstar mit der auflösung seiner Band zerplatzt ist, hat er es sich freiwillig in der Kleinbürgerlichkeit eingerichtet: solider Job als Bankberater, solide Reihenhausresidenz, solide familiäre Verhältnisse mit ehefrau miriam (anna maria mühe) und dem gemeinsamen Nachwuchs. Damit verbunden sind aber auch solide eintönigkeit und solider alltagsfrust. Oder um mit Kettcar zu sprechen: „Und wenn das alles ist, okay / Nur schade, wenn man mehr erwartet.“ docH es soll alles noch viel schlimmer

kommen, als eines weiteren schalen tages der hitzköpfige Kleinganove Nappo (moritz Bleibtreu) just tills Bankfiliale überfällt und den Vorzeigespießer danach als geisel nimmt. Zwischem dem ungleichen gespann entspinnt sich bald ein erweitertes Stockholm-Syndrom: Nicht nur, dass sich die beiden nach anfänglichem abtasten über ihre

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sKiP dezember/Jänner

gemeinsame Liebe zur Rockmusik besser zu verstehen beginnen, nein, till beginnt dem systematisch überforderten Nappo als unerwartet gerissener Fluchthelfer beizustehen – und dabei sogar nach und nach aufzutauen. Könnte es sein, dass sich der für ihn vermeintlich allerschlimmste tag sogar als geschenk entpuppt, weil er erstmals seit Langem wieder Leben in sich lodern spürt?

Humor und Humanismus. Dass

er sich seinen fettnäpfchentretenden und fremdschamgefährdeten Figuren mit Liebe und Verständnis zu nähern versteht, hat Ralf husmann bereits als autor deutscher Seriengroßtaten wie Stromberg und Dr. Psycho grimme-Preis-prämiert unter Beweis gestellt. erfreulicherweise erhält auch in dieser von Peter thorwarth (Bang Boom Bang) rasant umgesetzten Verfilmung seines erstlingsromans ein wohlmeinender humanismus den Vorzug vor allzu ausstellender häme. Nicht mein tag erweist sich am ende desselben als warmherziger, dabei aber auch immer noch überdrehter eintrag in das selten bespielte cP genre deutscher Buddy movie. ▶l

17 01 2014

Komödie. oT: Nicht meiN tag. Deutschland 2013. Regie: Peter thorwarth. Buch: Peter thorwarth, Stefan holtz basierend auf dem Roman von Ralf husmann. KameRa: Jan Fehse. SchniTT: andreas menn. PRoduKTion: christian Becker, marcus machura. daRSTelleR: moritz Bleibtreu, axel Stein, Jasmin gerat, anna maria mühe, Ralf Richter, Nele Kiper, Ben Ruedinger. VeRleih: Sony Pictures.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEWS

AXEL STEIN

BIEDERMANN Nicht mein Tag heißt es für AXEL STEINS überangepasste Filmfigur im gleichnamigen neuen Komödienstreich von Regisseur PETER THORWARTH. Das Gefühl, wenn an einem Tag das gesamte Leben auf den Kopf gestellt wird, kennt der deutsche Erfolgs-Comedian allerdings auch selbst – wie er SKIP beim Exklusiv-Interview in Berlin gestand.

Ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass dieser Till von Beruf Bankangestellter ist? Sollte dadurch sozusagen Spießertum symbolisiert werden? (lacht) Ich möchte ja niemanden beleidigen, aber ich könnte mir echt nicht vorstellen, in einer Bank zu arbeiten – mir wäre das doch zu trocken und eintönig.

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„Ich kann mir echt nicht vorstellen, in einer Bank zu arbeiten.“

wenn man dabei eben nicht glücklich ist.

Haben Sie versucht, sich method-acting-mäßig in die Rolle einzufühlen? Sind Sie womöglich gar einmal heimlich in Bankfoyers abgehangen? Nein, nein. Ich habe mich garantiert nicht drei Tage lang in einer Bankfiliale eingeschlossen (lacht).

Welche Träume hatte dieser Till Reiners denn mal? Welche hat er noch? Er hatte mal den großen Traum, Rockstar zu werden. Grundsätzlich kann man ja auch mit kleinen Dingen glücklich werden, dafür muss man überhaupt nicht viel Geld haben. Viele Leute suchen jedoch gar nicht nach diesem Glück, sondern zerfließen lieber in Selbstmitleid und versuchen nicht, etwas zu ändern.

Wie würde man Ihre Figur denn beschreiben, wenn man ihr zufällig auf der Straße über den Weg liefe? Als spießig, langweilig, ängstlich. Aber ein großer Teil der Bevölkerung ist nun einmal so – und das meine ich auch überhaupt nicht böse. Wir Deutschen sind in gewisser Hinsicht eben ein bisschen Sicherheitsfanatiker und wollen unsere finanzielle Zukunft abgesichert wissen. Man hat halt Angst hinzufallen und geht daher lieber den solideren Weg, wird Bankangestellter und kauft sich ein Reihenhaus. Das ist auch alles gar nicht verkehrt – oder zumindest bloß dann,

Hatten Sie ähnlich wie Ihre Figur auch schon mal so einen Tag, an dem Ihr Leben ziemlich auf den Kopf gestellt wurde? Ja, klar. Wenns dann kommt, dann kommts oft knüppelhart. Ich glaube, der Schlüssel im Umgang damit ist, dies alles mit Humor zu sehen. Wenn man das nicht kann, zerfrisst einen so etwas schon mal. Jeder kennt natürlich so Situationen, in denen es echt nicht mehr lustig ist. Man muss dann eben alles für sich auf so einer Humorebene verstecken – und dann ▶l CHRISTOPH PRENNER kann man auch damit umgehen.

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SKIP: Wie kann es dazu kommen, dass zwischen Ihrer anfangs doch sehr kleinkarierten Figur Till und Moritz Bleibtreus so komplett konträrem Charakter Nappo sowas wie Freundschaft entsteht? AXEL STEIN STEIN:: Nappo entfernt Till zunächst einfach einmal aus seinem Umfeld, indem er ihn als Geisel nimmt – und er zieht ihn dann in eine Richtung, in die er alleine nie gegangen wäre. Aber so unterschiedlich die beiden auch sind, sie haben letztlich doch eine gemeinsame Schnittmenge – und das ist eben die Liebe zur Rockmusik.


MORITZ BLEIBTREU

BRANDSTIFTER In World War Z und Inside WikiLeaks stand er zuletzt einmal mehr in großen Hollywood-Produktionen im internationalen Rampenlicht. Anlässlich seines Auftritts in Nicht mein Tag, wo er einen nonkonformen Freigeist spielt, erzählte MORITZ BLEIBTREU SKIP, warum es ihn dennoch immer wieder zurück zur (deutschen) Komödie zieht.

FOTOS: SONY PICTURES

„Die Schmerzgrenze ist viel universeller als die Stelle, an der man beginnt, zu lachen.“

SKIP: Ihr Charakter Nappo fungiert in Nicht mein Tag quasi als Katalysator, der Axel Steins Figur Till aus der Alltagstristesse reißt, indem er sie mit auf eine Reise nimmt. Findet in Nappo auch eine Entwicklung statt? MORITZ BLEIBTREU: Till ist irgendwann mal von seinem Traum abgewichen und hat sich für den sicheren Weg entschieden. Nappo stößt ihn nun mit der Nase drauf. Er selbst ist aber eine relativ grob gezeichnete Figur, die kaum eine Entwicklung durchmacht, die eher die ganze Zeit auf einem Ton durchgeht. Er ist ein Junge, der mit sich und der Welt ganz zufrieden ist, nichts von gesellschaftlichen Konventionen hält und sein Ding macht. Da prallen zwei Gegensätze aufeinander. Nappo muss schließlich aber zugeben, dass er Till, diesen Lappen von Bankangestellten, eigentlich doch mag. Worin bestand dann für Sie der Reiz dieser Rolle, die eben nur aus dieser einen Note besteht? Das ist wie in der Musik. Wenn das Sample gut ist, kannst du das Stück auch 20 Minuten durchhören. Es muss für mich in

der Schauspielerei nicht immer um Entwicklung gehen oder um Vielschichtigkeit. Ganz viele große Schauspieler haben sich nicht wirklich großartig verwandelt und auch Figuren gespielt, die keine großen Entwicklungen nehmen – von Eastwood über Bronson bis Bogart. Im Fall von Nicht mein Tag hat mich das Gesamtpaket überzeugt: Ich wollte seit Bang Boom Bang immer schon einen Film mit Peter Thorwarth machen. Als er mich angerufen hat, war sofort klar, dass ich mitmache. Fußt der Humor von Nicht mein Tag auf Situationskomik oder entsteht er aus den Figuren heraus? Es ist schön, dass es tatsächlich beides ist. Vor allem im ersten Teil ist der Film noch komischer als ich es mir gedacht hätte. Im letzten Drittel erzählt er dann aber, so wie jedes gute Buddy Movie, auch etwas über Freundschaft. Wo dann eine emotionale Wahrhaftigkeit eine Rolle spielt, wo es nicht „nur“ lustig ist. Sie kehren immer wieder gern zur Komödie zurück. Was fasziniert Sie daran? Ich liebe die Komödie. In meiner Jugend und Kindheit wurde ich von Comedians aller Epochen geprägt: Celentano, Buster Keaton, Laurel und Hardy, Jerry Lewis, Louis de Funès, Tati, Totò aus Italien, die Marx Brothers. Mit 12, 13 wollte ich unbedingt Komiker werden. Erst während meiner Schauspielausbildung habe ich dann gemerkt, dass das nicht alles ist, was der Beruf bieten kann. Ein großer Teil meines Herzens wird aber immer der Komödie verschrieben sein – und ich werde auch immer welche machen. Bekommen Sie viele gute Komödienrollen angeboten? Das ist eher die Ausnahme. Man sagt ja immer, dass die Komödie das schwierigste Genre sei. Das stimmt vor allem, was den fertigen Film anbelangt. In der Herangehensweise an die Schauspielerei ist das gar nicht so wahr, da gibts im Drama Sachen, die genauso schwer sind wie in der Komödie. Bloß kann sich das Drama immer noch aus der Affäre stehlen, es ist viel allgemeingültiger als Comedy. Die Schmerzgrenze ist viel universeller als die Stelle, an der man beginnt, zu lachen. Komödien bewegen sich auf viel dünnerem Eis. Wenn niemand ▶l CHRISTOPH PRENNER lacht, dann lacht eben echt niemand.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

J. C. CHANDOR

SCHIFFBRUCH OHNE TIGER

„Und plötzlich hat Redford sein wichtigstes Werkzeug nicht mehr – diese butterweiche Stimme.“

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SKIP: Nach dem Erfolg von Der große Crash – Margin Call haben alle einen ähnlichen zweiten Film erwartet, aber All Is Lost ist das komplette Gegenteil. Warum? J. C. CHANDOR: Thematisch sind die beiden Filme letztlich sogar ähnlich (lacht): Beide handeln von Vergänglichkeit, obwohl das hier ein Survival-Abenteuerfilm ist. Eigentlich geht es um einen Menschen, der sich seiner Sterblichkeit brutal bewusst wird. Das ist das einzige Erlebnis, das alle Menschen miteinander verbindet – dass wir eines Tages sterben werden. Wir kämpfen, lernen neue Dinge und kämpfen weiter, und irgendwann ist es vorbei. Das ist die Geschichte des Filmes: Wie diesem Mann klar wird, dass sein Ende trotzdem irgendwann bevorsteht, egal was er tut. SKIP: Wie sind Sie darauf gekommen, Robert Redford für einen praktisch wortlosen Film zu engagieren? Ich bin 2011 mit Margin Call zum Sundance Festival gefahren, mit dem Treatment für All Is Lost in der Tasche. Beim Empfangslunch hat Redford eine Rede gehalten. Die Lautsprecher waren ausgefallen, und plötzlich hatte er sein wichtigstes Werkzeug verloren, seine butterweiche Stimme, die wir alle so gut kennen. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Drei Wochen später wagte ich es, ihm die Rolle anzubieten. Wir haben ein Treffen vereinbart, und fünf Minuten nach

FOTO: FILMLADEN (1), ANDREA MÜHLWISCH (1)

Meer Redford war noch nie: J. C. CHANDOR brachte in seinem Zweitfilm All Is Lost den großen ROBERT REDFORD an den Rande des Zusammenbruchs – mit grandiosem Ergebnis. Ein SKIP-Talk über Wasser, den Tod und die Oscars.


▶l Film Ein Mann, ein Boot, das Meer, ein Sturm: Aus minimalen Zutaten bereitet J. C. Chandor einen unvergesslichen Actionthriller.

Beginn des Treffens meinte er: „Ich wollte nur sichergehen, dass du nicht spinnst. Denn das hier ist das verrückteste Drehbuch, das ich je gelesen habe.“ Und er sagte zu. (lacht) Im letzten Jahr waren zwei große Bootsfilme bei den Oscars nominiert, Schiffbruch mit Tiger und Kontiki. War das ein Problem für Ihr Projekt? Schon Margin Call war genau ein Jahr nach dem zweiten Wall Street-Film von Oliver Stone rausgekommen, das war dieselbe Situation. Wir konnten damals nicht mehr raus aus dem Projekt – und unser Film war zum Glück trotzdem erfolgreich. Diesmal war es ähnlich, ich erfuhr erst spät von Ang Lees Schiffbruch mit Tiger. Aber was hätte ich tun sollen? Natürlich kann so ein Zufall für einen kleinen Film wie unseren dramatisch sein. Aber ich denke mir: Schiffbruch mit Tiger hat 600 Millionen Dollar eingebracht. Wenn nur jeder vierte Zuschauer davon unseren Film sieht, sind wir vorne dabei (lacht).

Gedreht wurde der Film zum Teil auf dem offenen Meer – und passenderweise in den Unterwasserstudios, die James Cameron für seinen Schiffbruchsfilm Titanic bauen ließ.

FOTO: FILMLADEN (1), ANDREA MÜHLWISCH (1)

Robert Redford hat schon lange nicht mehr unter der Regie von jemand anderem gearbeitet. Waren Sie eingeschüchtert? Nicht wirklich. Als er ans Set nach Mexiko kam, waren wir schon seit drei Monaten mit dem Aufbau beschäftigt. Er schaute während des gesamten Drehs kein einziges Mal auf meinen Monitor, er kam auch nie in den Schneideraum, erst kurz vor Fertigstellung, als ich sein Okay wollte. Das Filmen auf dem Wasser ist anstrengend und langwierig, und er verwandelte sich in den dreieinhalb Monaten Drehzeit mit Haut und Haar in diesen einsamen Segler: Vor allem in den letzten Szenen des Films sieht man, wie erschöpft er ist, er kann da kaum noch aufrecht sitzen. Er war wirklich kompromisslos. Das klingt, als wäre Redford ein fixer Kandidat für eine Oscar-Nominierung. Ja, das sehe ich auch so. Absurderweise war er in seiner ganzen Karriere erst einmal für einen Schauspiel-Oscar nominiert! Nach der Premiere in Cannes kam seine Frau zu mir und sagte: „So sehr wie in diesem Film ist es ihm noch nie wirklich gelungen, allen Selbstschutz fallen zu lassen und einfach nur vor der Kamera zu sein.“ Und da hat sie recht. Mir war das beim Dreh gar nicht so aufgefallen, aber auf der Leinwand sieht man es genau. Mich beeindruckt, wenn sich jemand mit 76 noch so ▶l MAGDALENA MIEDL sehr beweisen will.

All Is Lost One Man Show. Der kompromisslose AlterMann-und-das-Meer-Überlebensthriller von J. C. CHANDOR (Margin Call) ist die wahrscheinlich beste Rolle in der Karriere von ROBERT REDFORD. MIT LETZTER TINTE. Ein Mann schreibt einen

Brief, in dem er sich verabschiedet. Offenbar erwartet er für die allernächste Zukunft seinen Tod. Der Mann sitzt auf einer aufblasbaren Rettungsinsel, unter ihm der Indische Ozean, über ihm der Himmel. Und sonst nichts. Ein paar Tage zuvor: Der Mann, er hat das Gesicht von Robert Redford, ist einsam auf seinem Segelboot, offenbar seit vielen Tagen, und er scheint zufrieden zu sein. Dann aber schlägt das Boot leck, an einem riesigen Container, der im Meer dümpelt, verloren von einem Frachter. Wasser dringt ein, doch dem Mann gelingt es, das Loch zu flicken. Teile der Schiffselektronik sind aber vom Wasser beschädigt, der Mann macht sich an die Reparatur. Und dann zieht ein Sturm auf ... Regisseur J. C. Chandor kennt sich aus mit Havarien: Sein brillanter Regieerstling Der große Crash – Margin Call berichtete von den 24 Stunden vor dem großen Börsencrash 2008. In All Is Lost nun ringt Redford ohne falsches Heldentum gegen die Elemente und nimmt jede neue Hürde mit Fassung. Erst nach über einer Stunde, als sein Boot längst untergegangen und der Wasserproviant auf dem Rettungsboot verdorben ist, entkommt ihm ein verzweifeltes „Fuck!“, das wirkt wie eine emotionale Explosion in der endlosen Wasserwüste. All Is Lost funktioniert als eine Erzählung von der Zerbrechlichkeit des Daseins, von grandiosem Überlebenswillen. Vor allem aber ist es ein spektakulärer Actionfilm, der viel wagt – MM und bestimmt noch viel gewinnen wird. ▶l

10 01 2014

DRAMA. OT: ALL IS LOST. USA 2013. LÄNGE: 100 Min. BUCH & REGIE: J. C. Chandor. KAMERA: Frank G. DeMarco, Peter Zuccarini. SCHNITT: Pete Beaudreau. MUSIK: Alex Ebert. PRODUKTION: Justin Nappi, Teddy Schwarzman, Neal Dodson, Anna Gerb. DARSTELLER: Robert Redford. VERLEIH: Constantin.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

BÉRÉNICE BEJO

Für ihre kraftvolle Darstellung einer jungen Mutter in Le passé, die zwischen Liebe, schlechtem Gewissen und den Mühen des Alltags aufgerieben wird, wurde BÉRÉNICE BEJO (The Artist) heuer in Cannes als beste Darstellerin ausgezeichnet. SKIP traf sie zum Interview.

SKIP: Nach dem großen Erfolg von The Artist hatten Sie sicher nicht wenige Angebote – wieso haben Sie sich für die Rolle in Asghar Farhadis Film entschieden? BÉRÉNICE BEJO: Nicht ich habe Farhadi ausgewählt, er hat mich ausgesucht! Man könnte Asghar nicht überreden, jemanden zu nehmen. Er ist derjenige, der entscheidet. Er schaut einem ins Gesicht ... das Vorsprechen war sehr simpel, er macht einen Make-up- und Frisurentest, er macht Fotos.

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FOTO: ANDREA MÜHLWISCH (2)

SCHON WIEDER WAS PASSIERT


▶l Film „Das Paris in diesem Film ist nicht das Paris von Woody Allen.“

Er muss den Charakter der Figur in deinem Gesicht sehen. Man spielt ihm keine Szene vor, man erzählt ihm nicht, wie gut man ist, das alles braucht er nicht. Farhadi hat Le passé außerhalb seiner Heimat Iran gedreht, in französischer Sprache. Wie empfinden Sie als Pariserin seinen Blick auf Ihre Stadt? Ich finde, die Geschichte ist universell, die hätte genauso im Iran spielen können. Ich denke nicht, dass er etwas so speziell Französisches einfängt – es hat aber auch nichts Fremdes. Er hat eine ganz normale Familiengeschichte erzählt, mit Streitereien, mit den ganz normalen Problemen, die das Leben eben macht, ein Leben neben der Eisenbahn, ein Paris mit einer kleinen Apotheke und einer Putzerei, es ist Paris, aber nicht das Paris von Woody Allen.

FOTO: ANDREA MÜHLWISCH (2)

Die Familie im Film fühlt sich für den Zuschauer an, als würden Sie alle einander wirklich schon lange kennen. War das wirklich so? Nein, aber wir hatten zwei Monate Vorbereitungszeit, vier Tage die Woche, vier Stunden am Tag, wir mussten bei jeder Probe dabei sein, auch wenn wir in der Szene nicht dran waren. Wir improvisierten auch viel, damit wir uns aneinander gewöhnten – zum Beispiel schrie ich die Kinder an, wie dann auch im Film, damit sie dann nicht zu sehr erschrecken wenn ich es vor der Kamera mache (lacht). Zu Beginn hatten sie wirklich ein bisschen Angst vor mir, aber ich hab ihnen gesagt, dass das alles nur Spaß ist, und dass ich in Wirklichkeit noch viel lauter schreien kann. Als wir dann am Set ankamen, hatten wir den ganzen Film schon zwei- oder dreimal durchgespielt, und dann war alles ganz einfach, da streift man dann die Rolle nur mehr über, spielt, und abends legt man sie ab und geht heim. Wenn man sich so intensiv mit einem Part auseinandersetzt, nimmt man die Rolle dann nicht mit nach Hause? Oh nein, das will ich auch nicht. Ich ticke da vielleicht anders als die meisten meiner Kollegen. Asghar hat mich immer ausgelacht, weil ich mich immer darüber beschwerte, wenn wir auch an den Wochenenden arbeiteten. Einmal waren die anderen wegen irgendwas 45 Minuten zu spät am Set – und ich war stocksauer: „Wenn ihr zu spät kommt, dann ruft mich gefälligst an, ich hab daheim zwei Kinder, und es ist Samstag!“ Wir probten dann, und er sagte: „Siehst du, wie gestresst du warst? Genau diese Energie brauche ich für deine Rolle!“. Ich hab ihm gesagt: „Dann sag das doch einfach und ich mache es so – dazu musst du keine Spielchen spielen!“ (lacht). Am Abend bin ich immer heimgegangen und hatte Spaß mit meinen Kindern, und er meinte: „Ich versteh dich nicht! Normalerweise lieben es Schauspieler, in der Rolle zu bleiben, und möchten sieben Tage die Woche arbeiten, um das nicht zu verlieren! Aber du willst lieber heim zu deiner Familie?“ – „Ja klar!“ – „Du bist komisch“, ▶l KURT ZECHNER meinte er dann. (lacht)

Dreieck mit ungleichen Seitenlängen: Marie (Bejo) zwischen ihrer alten und ihrer neuen Liebe.

Le passé

Das Vergangene From Teheran to Paris: Nach seinem OscarHit Nader und Simin – Eine Trennung schenkt uns ASGHAR FARHADI nun die großartige Familiengeschichte Le passé. EINE GANZ NORMALE außergewöhnliche Fami-

lie, nichts besonderes im 21. Jahrhundert: Marie (Bérénice Bejo) lebt gemeinsam mit ihren beiden Kindern, Teenager Lucie (Pauline Burlet) und dem kleinen Fouad (Elyes Aguis) in einem Häuschen in der Pariser Peripherie. Sie liebt derzeit Samir (Tahar Rahim, Ein Prophet, Grand Central), der allerdings verheiratet ist – mit einer Frau, die seit einem Selbstmordversuch im Koma liegt. Als Maries Noch-Ehemann Ahmad (Ali Mosaffa), der Vater von Fouad, nach Jahren aus seiner iranischen Heimat wieder nach Paris kommt, um die Scheidung zu finalisieren, kochen die Gefühle langsam hoch: Ahmad lässt Marie spüren, dass er sie immer noch liebt, Samir ist eifersüchtig auf den „Alten“. Die cholerische Marie, die nie richtig gelernt hat, ihre Gefühle zu analysieren und zu artikulieren, ist überfordert und lässt das an den Kindern aus. Fouad weiß nicht wirklich, wohin er gehört – und Lucie hat offenbar ein ganz eigenes Problem, das weit über die üblichen Troubles des Erwachsenwerdens hinausgeht … Beziehungsdramen funktionieren dann am besten, wenn sie sowohl einzigartig als allgemein nachfühlbar sind. Der iranische Regisseur Asghar Farhadi ist ein Virtuose der zwischenmenschlichen Töne – und so ist Le passé – Das Vergangene eine ungemein vielschichtige, dichte Geschichte, die sich nicht scheut, tief in die seelischen Abgründe der Protagonisten zu blicken – und den Zuseher doch mit einem Gefühl der KZ Zuversicht zurücklässt. ▶l

31 01 2014

DRAMA. OT: LE PASSÉ. Frankreich/Italien 2013. LÄNGE: 130 Min. REGIE: Asghar Farhadi. BUCH: Asghar Farhadi, Massoumeh Lahidji. KAMERA: Mahmoud Kalari. SCHNITT: Juliette Welfling. MUSIK: Evgueni Galperine, Youli Galperine. PRODUKTION: Alexandre Mallet-Guy. DARSTELLER: Bérénice Bejo, Ali Mosaffa, Tahar Rahim, Pauline Burlet, Elyes Aguis. VERLEIH: Thimfilm.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film

Totale Hingabe. Die Schülerin Adèle (Adèle Exarchopoulos, l.) verliebt sich auf den ersten Blick in die faszinierende Kunststudentin Emma (Léa Seydoux, r.) – der Beginn einer Leidenschaft, die viele Jahre dauern wird.

Blau ist eine warme Farbe WORÜBER ALLE REDEN: Ja, die Sexszenen zwischen den beiden jungen Frauen sind wirklich sehr leidenschaftlich und explizit. Da ist nichts dezent verschattet oder ästhetisch im Gegenlicht abgefilmt, es ist alles zu sehen, was es zu sehen gibt. Eben so, wie Sexszenen sein sollen, die ihre Zuschauer erfreuen und dabei auch etwas über die Akteure erzählen. So, wie Sex im Kino, ganz ehrlich, viel zu selten gezeigt wird. Damit wäre das also besprochen. Und nun zu Wichtigerem – denn zieht man die sieben Minuten Sex ab, bleiben von Blau ist eine warme Farbe immer noch 168 Minuten, und dass der Film in Cannes zum ersten Mal in der Geschichte des Filmfestivals die Goldene Palme für Regisseur und die beiden Hauptdarstellerinnen bekommen hat, ist wahrscheinlich nicht nur mit diesen bereits legendären sieben Minuten zu rechtfertigen. 100

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

MIT 15 STELLT ADÈLE (Adèle Exar-

chopoulos) nicht infrage, dass Mädchen und Buben zusammengehören. Als sie in der Schule von dem etwas älteren Thomas (Jérémie Laheurte) umworben wird, gibt sie nach. Weil das von ihr erwartet wird, weil er ja auch nett und einfühlsam ist. Doch sie hat auf der Straße eine junge Frau mit blauem Haar (Léa Seydoux, Mission: Impossible – Phantom Protokoll) gesehen, und die geht ihr nicht mehr aus dem Kopf. Adèle ist verstört. Die Beziehung mit Thomas geht irgendwann in die Brüche, Adèle kann nicht genau sagen, warum. Bis ihr die junge Frau mit dem blauen Haarschopf wieder begegnet: Sie heißt Emma, ist Kunststudentin, und Adèle fühlt sich, als wäre sie erwacht. Zum ersten Mal haben ihr Leben und ihr Begehren ein Ziel. Doch womit Adèle nicht gerechnet hat: In der Schule hat niemand Verständnis für ein

Mädchen, das nicht nach dem gewohnten Muster liebt. Und auch Emma scheint sich Adèle entziehen zu wollen. Doch warum?

BLAU IST EINE WARME FARBE beruht zum Teil auf der Graphic Novel Le bleu est une couleur chaude von Julie Maroh. Aus dem berührenden Material macht Kechiche eine große Liebesgeschichte über eineinhalb Jahrzehnte, eine Geschichte, die so noch nie im Kino erzählt wurde, explizit, erotisch und emotional. So unvergesslich die Sexszenen auch sind, die größte Qualität des Films liegt woanders: In der Sinnlichkeit dessen, wie Adèle sich selbst entdeckt, und in der Zärtlichkeit, mit der Kechiche sie beim MM Aufblühen beobachtet. ▶l

20 12 2013

DRAMA. OT: LA VIE D’ADÈLE – CHAPITRES 1 ET 2. Frankreich 2013. LÄNGE: 175 Min. REGIE: Abdellatif Kechiche. BUCH: Abdellatif Kechiche, Ghalya Lacroix nach der Graphic Novel von Julie Maroh. KAMERA: Sofian El Fani. SCHNITT: Albertine Lastera, Camille Toubkis, Jean-Marie Lengellé, Ghalya Lacroix. PRODUKTION: Brahim Chioua, Abdellatif Kechiche, Vincent Maraval. DARSTELLER: Adèle Exarchopoulos, Léa Seydoux, Salim Kechiouche, Aurélien Recoing, Benjamin Siksou, Mona Walravens, Alma Jodorowsky, Jérémie Laheurte. VERLEIH: Thimfilm

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

Auf den ersten Blick. Ein Mädchen (ADÈLE EXARCHOPOULOS) verliebt sich, heftig, womöglich sogar unsterblich – in eine junge Frau (LÉA SEYDOUX) mit blauen Haaren: ABDELLATIF KECHICHES Cannes-Sieger ist der am heftigsten diskutierte Liebesfilm des Jahres.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

ADÈLE EXARCHOPOULOS Goldmädchen. Gemeinsam mit Regisseur Abdellatif Kechiche und Co-Star Léa Seydoux bekam Adèle Exarchopoulos in Cannes die Goldene Palme – eine einzigartige Entscheidung der Jury.

ADÈLE VERPFLICHTET SKIP: Sie tragen im Film Ihren eigenen Vornamen. Hat Sie das nicht irritiert? ADÈLE EXARCHOPOULOS: Nein, das hat sich ergeben, während wir improvisiert haben. Der Regisseur Abdellatif Kechiche hat mich gefragt ob es mir etwas ausmacht, den Namen im Film zu behalten, und mir erzählt, dass Adèle auf Arabisch Gerechtigkeit bedeutet. Das hat mir gut gefallen.

FOTOS: ANDREA MÜHLWISCH (2)

Adèle weint sehr schnell. Ist Ihnen das leicht gefallen, weil Kechiche Sie so streng behandelt hat? Er treibt einen zwar ständig ans Limit, aber das ergibt eben die besten Resultate. Es war aber nicht, dass er gemein zu uns gewesen wäre und ich deswegen geweint hätte, er trieb uns einfach immer an und motivierte uns. Klar, dass wir alles geben mussten, was wir hatten: Intimität, Tränen, Gefühle. Also kein Trick? Abdellatif hätte mich gekillt, wenn ich Augentropfen verwendet hätte! Bei ihm muss alles echt sein, die Tränen, das Essen, sogar der Alkohol, den wir im Film trinken (lacht). Ich bin sehr ängstlich, und wenn ich wusste, dass eine Szene bevorsteht, in der ich weinen muss, habe ich mir eingeredet, dass ich garantiert versagen werde – bis ich so verzweifelt war, dass ich geweint habe (lacht). So einfach geht das! Im Film gibt es viele sehr explizite Sexszenen. Wie haben Sie die vorbereitet? Das war eine gewaltige Herausforderung: Léa und ich kannten uns vorher nicht, und ich hatte Sorge, dass das ganze unglaubwürdig wird. Es gab keine vorgegebene Choreographie, Abdellatif wollte alles möglichst realistisch haben, also haben

Es hat sich ausgezahlt: Mit Blau ist eine warme Farbe hat sich ADÈLE EXARCHOPOULOS ein für alle mal ins Bewusstsein aller eingegraben, die sich den Film ansehen. Ein SKIP-Interview über die harten Dreharbeiten zu einem zärtlichen Liebesfilm. wir uns einfach gehen lassen. Bei der ersten Sexszene sind wir aber aus dem Lachen nicht rausgekommen, wir waren beide schrecklich nervös. Ich sollte mich da selbst anfassen, und Léa kam dann dazu. Ich hatte die Augen geschlossen, und plötzlich schmiegte sie sich an mich mit ihrem Busen. Ich hab sie angeschaut, und wir sind beide losgeplatzt vor Lachen. Aber ich muss gestehen, es ist mir ein bisschen peinlich wenn ich mir vorstelle, was sich die Zuschauer dazu denken. Solche Szenen waren im Kino ja praktisch noch nie zu sehen.

„In diesem Film ist alles echt: die Tränen, das Essen, sogar der Alkohol.“ Haben Sie recherchiert, um zu sehen, was zwei Frauen alles miteinander anstellen können im Bett? Vor dem ersten Mal nicht, weil wir uns einfach vorstellten, wie zwei Mädchen miteinander zärtlich sind, das ist ja einfach. Aber Sexualität entwickelt sich weiter in einer Beziehung, also haben wir Positionen im Internet recherchiert. Wir waren total überrascht, was es da alles an Möglichkeiten gibt. (lacht) Ich glaube, das war für mich einfacher, weil meine Figur ihre Sexualität ja erst entdeckt. Léas Figur ist ja erfahren, sie musste ▶l MAGDALENA MIEDL also die Zügel in die Hand nehmen.

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▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

STEFAN RUZOWITZKY

MORD UND ALLTAG

SKIP: Was hat Sie dazu bewogen, diesen Film zu machen? STEFAN RUZOWITZKY: Am Anfang stand die Idee, einen Dokumentarfilm über die Verbrechen der Einsatztruppen zu machen – und ich wollte dem Thema mit einem psychoanalytischen Zugang begegnen. Dass es nicht nur darum geht, wer was wann wo gemacht hat, sondern auch warum. Warum werden irgendwelche ganz normalen Männer auf einmal Massenmörder und machen so schreckliche Dinge? Warum begeht eine hochkultivierte Gesellschaft auf einmal so

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FOTOS: FILMLADEN

„Ich hätte den Film auch ,Das banal Böse‘ nennen können. Aber wenn junge Männer massenhaft kleine Kinder ermorden, dann ist nichts mehr banal.“ SKIP sprach mit Oscar-Preisträger STEFAN RUZOWITZKY über seine großartige Doku-Drama Das radikal Böse und darüber, warum das Nazi-Thema noch immer nicht Vergangenheit ist.


▶l Film schreckliche Verbrechen? Und so bin ich für mich selbst draufgekommen, dass das eigentlich der Grund ist, dass mich diese ganze Nazi-Sache wirklich interessiert: Weniger, weil es noch irgendwo Täter dingfest zu machen gibt, sondern als Geschichtenerzähler, als Filmemacher. Geschichtenerzählen ist ja nichts anderes als angewandte Psychoanalyse, man überlegt ja die ganze Zeit die Motivation der Figuren. Und man hat im Nationalsozialismus, im Holocaust eine Fülle an wirklich extremen Geschichten, wo es um die Essenz des Menschseins geht. Und daraus ergibt sich auch das, was ich in diesem Film versucht habe, zu transportieren: dass es nicht nur um eine vergangene, abgeschlossene Sache geht, sondern dass auch die heutige und in die Zukunft weisende Perspektive wichtig ist. Sie verwenden einige sehr ungewöhnliche Stilmittel, zum Beispiel sehen wir Gesichter von jungen Männern, während dazu von Schauspielern Zitate aus Tagebüchern von Soldaten vorgelesen werden, die an Massakern beteiligt waren. Ich war wirklich überrascht, wie effektvoll die Kombination von diesen schrecklichen Statements mit den Aufnahmen von jungen Männergesichtern ist. Als ich das erste Mal diese Zitate gelesen habe, ist mir wirklich schlecht geworden. Was für Alien-Monster müssen das gewesen sein, die sowas denken, sowas aussprechen, sowas tun? Und wenn man dann im Film diese Zitate hört und dazu irgend so ein pickeliges Gesicht von einem 19-Jährigen sieht, dann wird einem erst bewusst, dass wahrscheinlich der, der damals kleine Kinder ermordet hat, auch ein pickeliger 19-Jähriger war, der einfach zu feig war,

„Konformismus steckt ganz tief in unserer DNA.“

FOTOS: FILMLADEN

um zu sagen: „Nein, das möchte ich nicht machen!“, obwohl es eigentlich nachweislich gar nicht so schwierig gewesen wäre, zu verweigern. Aber wir sind nun mal alle das Ergebnis eines evolutionären Prozesses, in dem immer die Nonkonformisten ausgesiebt wurden und die Konformisten sich vermehrt haben. Konformismus steckt ganz tief in unserer DNA. Das ist ja auch notwendig, sonst können wir nicht zusammenleben. Andererseits ist es aber fürchterlich schwer für uns, hin und wieder den Moment zu finden, wo man sagen muss: Nein, jetzt mache ich nicht das, was alle anderen machen, sondern das, was ich – und vielleicht nur ich – moralisch richtig finde. Wenn man sich mit diesem Thema so intensiv beschäftigt und dann mit den täglichen Nachrichten konfrontiert wird – verliert man dann nicht ein bisschen den Glauben an die Lernfähigkeit der Menschen? Naja, unsere Grundkonstitution, die verbessert sich natürlich nicht. Was allerdings das politisch-soziale Umfeld betrifft, kann man sehr wohl dran arbeiten. All diese katastrophalen Entwicklungen nehmen ihren Ausgang mit Rassismus, mit Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ethnischen Zugehörigkeit, Religion – und das darf man einfach nicht augenzwinkernd zur Kenntnis nehmen. Das, was zum Beispiel die FPÖ macht, das sind oft keine harmlosen Sünden, das ist brandgefährlich. Natürlich kann man die FPÖ nicht mit den Nazis des Holocaust vergleichen, aber sehr wohl mit den Methoden, die die Nazis angewendet haben, bevor sie an die ▶l GINI BRENNER Macht gekommen sind.

Evil Empire. Fast ein Drittel der sechs Millionen Mordopfer der Nazis starb nicht im KZ, sondern durch die Hand einfacher Soldaten.

Das radikal Böse Wie wird ein netter junger Mann zum Massenmörder? Oscar-Preisträger STEFAN RUZOWITZKYS beklemmend dichtes Doku-Drama blickt tief in den Abgrund der menschlichen Seele. „ES GIBT DIE UNGEHEUER, aber sie sind zu wenige, als dass sie wirklich gefährlich werden könnten. Wer gefährlich ist, das sind die normalen Menschen“, sagte der italienische Schriftsteller und Holocaust-Überlebende Primo Levi. Und wir nicken verständnisvoll dazu, und fragen uns doch, wie es möglich war, dass unsere Groß- und Urgroßelterngeneration innerhalb weniger Jahre von normalen Menschen zu gewalttätigen Jüngern eines menschenverachtenden Regimes mutiert ist – und wieder zurück, zu netten, unauffälligen, ganz normalen älteren Leuten. Und dann wundern wir uns wieder, wenn wir lesen, wie jetzt gerade in Somalia, in Nordkorea, in Guantanamo, im Nachbarhaus unschuldige Leute von ganz normalen Menschen brutal und systematisch getötet, gefoltert oder missbraucht werden. Wie wird man böse? Anhand der schrecklichen Massaker unter jüdischen Zivilisten in Osteuropa durch deutsche Einsatztruppen untersucht Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky, was ganz normale junge Männer dazu gebracht hat, auf Frauen, Kinder, Wehrlose zu schießen, selbst wenn sie Alternativen gehabt hätten. Er montiert von Profi-Schauspielern vorgelesene zeitgenössische Tagebucheinträge, Archivbilder, Interviews und anschaulich erklärte Erkenntnisse aus psychologischen Experimenten zu einem formal ungewöhnlichen und sehr zwingenden Doku-Drama, das eine beklemmenden Wahrheit transportiert: Das Böse, das GB sind wir alle gemeinsam. ▶l

17 01 2014

DOKU-DRAMA. OT: DAS RADIKAL BÖSE. Österreich/Deutschland 2013. BUCH & REGIE: Stefan Ruzowitzky. KAMERA: Benedict Neuenfels. SCHNITT: Barbara Gies. MUSIK: Patrick Pulsinger. PRODUKTION: Wolfgang Richter, Josef Aicholzer. VERLEIH: Filmladen.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film Herr Ober, da ist Papier in meinem Essen! Saajan (Irrfan Khan) entdeckt in seiner Lunchbox einen Brief – und stellt fest, dass er irrtümlich die Köstlichkeiten einer fremden Frau geliefert bekommt.

INTERVIEW

RITESH BATRA

Lunchbox

Eine Prise hiervon, ein Löffelchen davon: Ila (NIMRAT KAUR) will eigentlich ihren Ehemann kulinarisch zurückgewinnen. Doch dann erobert sie irrtümlich einen ganz anderen (IRRFAN KHAN). ZIMT, KORIANDER und Chili. Ila (Nimrat Kaur) ist liebende Ehefrau, hingebungsvolle Mutter und begeisterte Köchin. Nur schade, dass das nicht geschätzt wird: Jeden Tag, wenn ihre kleine Tochter in die Schule geht, bereitet sie ein aufwendiges Mittagsmahl zu, lässt es von einem Dabbawalla, einem Essenslieferanten, abholen, und ihrem Mann ins Büro bringen. Doch trotz der Mühen hat ihr Mann kein freundliches Wort für sie. INGWER, KNOBLAUCH und Kreuzkümmel. Auntie, die alte Nachbarin von oben, weiß Rat, und schickt Ila ein paar besondere Gewürze, die den Ehemann zur Vernunft bringen sollen. Was Ila aber nicht weiß: Tag für Tag landet ihr liebevoll bereitetes Essen bei einem anderen Mann, der sich wundert, wie gut die Garküche in seiner Nachbarschaft plötzlich kocht. Es ist Saajan (Irrfan Khan, aus Schiffbruch mit Tiger), dem seit dem Tod seiner Frau kein Lächeln mehr über die Lippen gekommen ist. Als er ein Briefchen in der Lunchbox findet, klärt er 104

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

das Missverständnis auf. Doch inzwischen hat Ila Gefallen daran gefunden, für einen Unbekannten zu kochen, und die beiden beginnen eine Brieffreundschaft …

NELKEN, FENCHEL und Butterfett:

Dass die Liebe durch den Magen auf Indisch gleich noch viel würziger daherkommt, beweist Regisseur Ritesh Batra. Doch Lunchbox ist viel mehr als nur ein Feelgood-Movie für Foodies, nämlich die Coming-of-Age-Story einer jungen Frau, die lernt, dass sie die Prioritäten in ihrem Leben selbst bestimmen muss. Und ein fantastisches, ungewöhnliches MM Porträt der Metropole Mumbai. ▶l

13 12 2013

LIEBESFILM. OT: THE LUNCHBOX. Indien/Frankreich/Deutschland/USA 2013. LÄNGE: 105 Min. BUCH & REGIE: Ritesh Batra. KAMERA: Michael Simmonds. SCHNITT: John Lyons. MUSIK: Max Richter. PRODUKTION: Guneet Monga, Anurag Kashayab, Arun Rangachari. DARSTELLER: Irrfan Khan, Nimrat Kaur, Nawazuddin Siddiqui, Denzil Smith, Bharati Achrekar, Nakul Vaid, Yavshi Puneet Nagar, Lillete Dubey. VERLEIH: Filmladen.

Da brennt nix an Mit seinem ersten Spielfilm drehte RITESH BATRA eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt Mumbai – und an einen ganz speziellen Beruf: den Dabbawalla. SKIP: Ist das Essen in Lunchbox normale Hausmannskost? RITESH BATRA: Zum Teil. Zu Beginn konzentriert sich Ila so sehr aufs Kochen, dass sie nicht sieht, was falsch läuft in ihrer Ehe, da kocht sie sehr komplex. Später, als sich die Beziehung zwischen ihr und diesem anderen Mann vertieft, kocht sie einfacher – bis sie sein Lieblingsgericht zubereitet, die gefüllten Melanzani. Was stand am Beginn des Films? Es ist eine Geschichte aus der Mittelklasse in Mumbai, aus der ich selbst komme. Und ich hatte schon länger an einer Dokumentation über die Essenszusteller gearbeitet, die Dabbawallas, die täglich an die 200.000 Mittagessen transportieren. Das System der Dabbawallas ist unglaublich komplex … Ja, die Uni Harvard hat einmal eine große Studie dazu gemacht: Nur eine von 16 Millionen Lunchboxes wird falsch geliefert! Um diese eine geht es in meinem Film. Die Studie ist berühmt, Sie sollten das auf ▶l MAGDALENA MIEDL Wikipedia nachlesen!


ICONS

SKIP am iPad®

DIE INTERAKTIVITÄT DES INTERNETS, KOMBINIERT MIT DER GEILEN OPTIK EINER HOCHGLANZ-KINOZEITSCHRIFT! VARIANTE fünf 2013

TRAILER

BILDGALERIE

ALLE TRAILER ZU JEDEM FILM

DIE BESTEN STILL SHOTS ZU JEDEMFILM

ICONS ICONS

▶l Film

VARIANTE

fünf

Forward

VARIANTE

ICONS

fünf

Der Hobbit: Smaugs Einöde Jetzt wirds richtig heiß: Im zweiten Teil von PETER JACKSONS zweiter Mittelerde-Trilogie nach J.R.R. TOLKIEN gibts für Hobbit Bilbo und seine Zwergen-Freunde das erste Zusammentreffen mit dem fürchterlichen feuerspeienden Drachen Smaug – aber auch ein Wiedersehen mit Elbenprinz Legolas! Großartig episches FantasyKino mit MARTIN FREEMAN, RICHARD ARMITAGE, ORLANDO BLOOM und natürlich dem magischen IAN McKELLEN.

VARIANTE

fünf 2013 ▶l

12 10 2010

OT: THE GUARDIAN. Komödie, USA 2006. LÄNGE: 139 Min. REGIE: Andrew Davies. BUCH: Ron Brinkerhoff, James Vanderbilt. PRODUKTION: Beau Flynn, Tripp Vinson. KAMERA: Stephen St. John. SCHNITT: Thomas J. Nordberg, Dennis Virkler. MUSIK: Trevor Rabin. DARSTELLER: Kevin Costner, Ashtn Kutcher, Joe Sela Ward. VERLEIH: Buena Vista.

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

MAKING OF BACKSTAGE BEI DEN STARS

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Es wird ein Sturm kommen … Vor gefühlten Jahrhunderten saß Bilbo (Martin Freeman), zufrieden, sein Pfeifchen rauchend in seiner gemütlichen Hobbit-Höhle – jetzt steht er vor dem steinernen Tor zum gefährlichsten Abenteuer seines Lebens.

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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KINOPROGRAMM DAS WANN UND WO ZU JEDEM FILM


▶l Film Black Power mit echtem Blut und ganz ohne Ironie: Nelson Mandela (Idris Elba) in der Schusslinie.

Mandela

Der lange Weg zur Freiheit Manchmal kann tatsächlich ein einziger Mensch die Welt verändern: Biopic über einen der größten politischen Köpfe der Gegenwart.

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31 01 2014

Biopic. oT: MANDELA: LONG WALK TO FREEDOM. USA 2013. Länge: 139 Min. Regie: Justin Chadwick. Buch: William Nicholson. KameRa: Lol Crawley. SchniTT: Rick Russell. muSiK: Alex Heffes. pRoduKTion: Anant Singh. daRSTeLLeR: Idris Elba, Naomie Harris, Robert Hobbs, Gys De Villiers, Mark Elderkin, Carl Beukes, Grant Swanby. VeRLeih: Constantin Film.

Immer zur falschen Zeit am falschen Ort: Können Sulamit und Friedrich irgendwann wirklich zusammenkommen?

Es gibt wohl sehr wenige Menschen auf der

Welt, die den Namen Nelson Mandela noch nie gehört haben – und wenige, die ihm nicht mit Respekt begegnen. Er ist die Gallionsfigur schlechthin für die Befreiung Südafrikas vom brutalen Apartheid-Regime, das jahrzehntelang angewandten Rassismus als ganz offizielle Politik betrieben hatte. Idris Elba (Thor, Prometheus) spielt den charismatischen Aktivisten im hochdramatischen Biopic des britischen Filmemachers Justin Chadwick, das die spannende Lebensgeschichte dieses großen Mannes nachzeichnet: Von seinen Anfängen als Anwalt der

unterprivilegierten Schwarzen im Johannesburg der 1940er über sein erstes Engagement für den African National Congress, der Ehe mit Winnie (Naomie Harris, Skyfall), seinen unermüdlichen Beitrag zur Bürgerrechtsbewegung und seiner Verurteilung zu lebenslanger Haft im Jahre 1963 bis zu seiner Entlassung – und seiner triumphalen Wahl zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas 1994. Erlebte Geschichte. Für Produzent Anant Singh war dieser Film ein Herzensprojekt: Er selbst wuchs als Enkel indischer Einwanderer in Südafrika auf und war als nicht-weißer Bürger Opfer der Apartheid. Er genießt es immer noch jedes Mal, wenn er sich einen Film gemeinsam mit seinem gesamten Team ansehen kann – denn zu Beginn seiner Karriere waren in seiner KZ Heimat alle Kinosäle nach Rassen getrennt.

Der deutsche Freund Manchmal muss Liebe hohe Berge überwinden, manchmal auch tiefe politische Gräben: bewegendes Drama um zwei Menschen im Sog der Geschichte.

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24 01 2014

dRama. oT: DER DEUTSCHE FREUND. Deutschland/Argentinien 2012. Länge: 104 Min. Buch & Regie: Jeanine Meerapfel. KameRa: Victor González. SchniTT: Andrea Wenzler. muSiK: Floros Floridis. pRoduKTion: Jeanine Meerapfel, Hans W. Geißendörfer. daRSTeLLeR: Celeste Cid, Max Riemelt, Benjamin Sadler, Julieta Vetrano, Juan Francisco Rey, Noemi Frenkel, Katja Alemann, Hartmut Becker. VeRLeih: abc-films.

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sKiP DEzEMbEr/JännEr

Das ErstE Mal treffen sie sich im Buenos Aires der 50er-Jahre: Sulamit, 13, ist die Tochter einer jüdischen Familie, die in den 30ern vor den Nazis nach Argentinien geflohen war, und Friedrich, ebenfalls 13, Sohn deutscher Auswanderer, die im Haus direkt gegenüber wohnen. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft: Die beiden sind unzertrennlich, auch wenn Sulamits Eltern mit der deutschen Bekanntschaft ihrer Tochter nicht ganz glücklich sind. Stürmische Zeiten. Jahre später wird Friedrich (als Erwachsener: Max Riemelt) mit der schrecklichen Wahrheit konfrontiert, dass sein Vater nicht einfach

auswanderte, sondern hochrangiger Nazi war, der sich wie so viele unter falschem Namen nach Argentinien absetzte. Er beschließt, nach Deutschland zu gehen, um seine Geschichte aufzuarbeiten. Sulamit (Celeste Cid) folgt ihm, doch mittlerweile ist er – wir schreiben die 1960er – zum politischen Aktivisten geworden, der private Beziehungen seinem Engagement völlig unterordnet. Und Liebe hat da schon gar keinen Platz. Doch auch als Sulamit deshalb frustriert schließlich mit Michael (Benjamin Sadler) zusammenkommt, wird sie nie von Friedrich lassen können – und auch der wird sie trotz aller politischer Umtriebe dann doch nie vergessen, obwohl das Leben die beiden über die Jahre weit voneinander getrennt hat. Findet ihre Liebe vielleicht doch noch irgendwann die richtige KZ Zeit und den richtigen Ort?


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Die Zeitung für Leserinnen


▶l Film

Das Geheimnis der Bäume Mythisches Meisterwerk. Luc Jacquet, Macher der Oscar-prämierten Doku Die Reise der Pinguine, hat mehrere Monate lang den Bäumen im Urwald beim Leben zugesehen. Die Magie des Waldes, akustisch und visuell erlebbar, gedreht in Gabun und Peru.

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03 01 2014

DoKu. ot: IL éTAIT UNE FORêT. Frankreich 2013. Länge: 78 Min. BucH & Regie: Luc Jacquet. PRoDuKtion: Yves Darondeau, Christophe Lioud, Emmanuel Priou. KameRa: Anoine Marteau. ScHnitt: Stéphane Mazalaigue. muSiK: éric Neveux. SPRecHeR: Bruno Ganz. VeRLeiH: Thimfilm.

Wie erzählt man

die Evolutionsgeschichte eines Urwalds? Wie macht man Bäume als Lebewesen begreifbar? Das war die zentrale Frage, die sich stellte, nachdem der hochdekorierte Naturfilmer Luc Jacquet auf den Botanik-Pionier und Ökologen Fancis Hallé getroffen war. Viele Jahre lang hatte Hallé die Urwälder des Planeten studiert und dabei immer tiefere Erkenntnisse über die Zyklen, Symbiosen und Strategien gewonnen, die so ein koplexes System zum Funktionieren bringen und am Laufen halten. Er wusste, dass jedes Lebewesen darin eine essentielle Rolle spielt. Ein Urwald ist wie ein riesiger Organismus – in

dem die Tiere und Insekten über den Raum herrschen, und die Bäume über die Zeit. Zweite Frage: Wie macht man die Geheimnisse des Zusammenwirkens von Pflanzen und Tieren sichtbar? Luc Jacquet versteht sich hervorragend auf das Darstellen der Pracht der Natur – seine Bilder sind optisch betörend, die Animationen und ZeitrafferMontagen geradezu bewusstseinserweiternd. So wird unmittelbar begreifbar, wie sich die uralten Giganten des Urwalds seit Jahrhunderten ihre Existenz sichern, indem sie Allianzen mit Ameisen eingehen, Tiere für sich arbeiten lassen, Insekten täuschen und dabei helfen, Regen entstehen zu lassen. Existiert hinter der berauschenden Kulisse dieses Naturwunders gar ein größeres Geheimnis, eine „Weisheit“ der Bäume? KH Hier ist die Antwort – auf Großleinwand!

Stille Nacht Die wahre Geschichte des weltberühmten Weihnachtslieds Stille Nacht, heilige Nacht als bewegender Kampf eines Priesters gegen die Kirchen-Autorität des frühen 19. Jahrhunderts. Joseph Mohr (Carsten Clemens) erdichtet den Text des berühmtesten aller Weihnachtslieder.

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28 11 2013

DRama. ot: SILENT NIGHT. USA 2012. Länge: 95 Min. Regie, BucH, PRoDuKtion: Christian Vuissa. KameRa: Ty Arnold. ScHnitt: Ludwig Einklang. muSiK: James Schafer. DaRSteLLeR: Carsten Clemens, Markus von Lingen, Clemens Aap Lindenberg, Janina Elkin, Florence Matousek. VeRLeiH: Einhorn.

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SKiP Dezember/Jänner

im Jahr 1818 wird Hilfspfarrer Joseph Mohr

(Carsten Clemens) nach Oberndorf bei Salzburg berufen – eine arme, politisch aufgegebene Grenzstadt zwischen Bayern und Österreich. Hier findet Mohr einen Verbündeten im Geiste: Pfarrer Kessler (Robert Spitz) hat genau wie Mohr das Ziel, den Menschen Hoffnung zu spenden. Die beiden beschließen, die Messe nicht mehr auf Lateinisch, sondern auf Deutsch zu halten. Mit dem Organisten Franz Xaver Gruber (Markus von Lingen) gründet Mohr auch einen Kirchenchor, der deutsch singt. Aber dann schlägt die Autorität zurück: Kessler wird durch Pfarrer

Nöstler (Clemens Aap Lindenberg) ersetzt, der den „Experimenten“ ein Ende setzt. Hoffnung spenden muss Mohr nun andernorts. So macht er sich auf, den Armen und Bedürftigen in Oberndorf zu helfen. Eines Abends trägt er dem schwerkranken Sohn der alleinstehenden Klara (Florence Matousek) ein Gedicht vor, das er bereits vor Jahren geschrieben hat – es ist der nachgewiesen älteste Beleg, dass Pfarrer Mohr das berühmteste aller Weihnachtslieder geschrieben hat: „Stille Nacht, heilige Nacht, alles schläft, einsam wacht …“ Der österreichischstämmige Regisseur Christian Vuissa hat aus seiner US-TV-Produktion Stille Nacht ein kinotaugliches Meisterstück gemacht. Gedreht wurde übrigens auch in Österreich – an diversen Originalschauplätzen, darunter Franz Grubers Schulhaus und KH seine Wohnung in Arnsdorf.


▶l Film

Ein Dino-Film ohne T-Rex geht natürlich gar nicht. Doch der wahre Held ist diesmal Pachyrhinosaurus Patchi, den wir vom Schlüpfen (unten links) weg begleiten bis er groß und stark ist (ganz unten).

Dinosaurier 3D Im Reich der Giganten

Jurassic Park war erst der Anfang. So realistisch wie hier hat man T-Rex & Co. nie zuvor erlebt. Großartig animiertes Urzeit-Abenteuer mit Dino Patchi in der Heldenrolle und Ober-Blödler OTTO als Vogelstimme. BABY-DINO. Auch Giganten haben einmal ganz klein begonnen: als Ei, nämlich. Und als solches lernen wir Patchi kennen, einen Pachyrhinosaurus, auch bekannt als Dicknasenechse. Ausgewachsen ist der Pachyrhinosaurus etwas größer als ein VWBus, trägt ein mächtiges Nackenschild, dazu eine spitze, fast schnabelartige Schnauze und ist strenger Vegetarier. Was ihn nicht zum harmlosen Kuscheltier macht, die Echse ist stämmig, wuchtig und weiß, sich zu verteidigen. Für Patchi gilt das alles noch nicht wirklich. Er ist der kleinste in seinem Wurf, was ihn aber nicht daran hindert, frech und vorwitzig zu sein. Denn wer groß und stark werden will, wer später einmal einem T-Rex Paroli bieten möchte, der muss schon früh lernen, sich durchzusetzen. Lernen ist überhaupt das Zauberwort, schon damals in der Kreidezeit. Was darf ich fressen und was

nicht? Und – noch wichtiger: Wem gehe ich besser aus dem Weg, weil er mich fressen will?

BUNTER VOGEL. Auf seinem

Weg vom Winzling zur Großechse kann Patchi sich auf einen immer verlassen: den AlexornisVogel Alex (in der deutschen Fassung gesprochen vom Ice-Age-erprobten Otto). Unzertrennlich durchstreifen sie mit Patchis Herde den prähistorischen Planeten und stellen sich den immer neuen He-rausforderungen, die hinter jedem Büschel Farn, auf jeder Lichtung und

sogar innerhalb des eigenen Rudels lauern. Entgegen allen Widerständen wächst Patchi schließlich zum Anführer seiner eigenen Herde heran und findet in dem Pachyrhinosaurus-Weibchen Juniper eine treue Gefährtin. Für einen kurzen Moment ist er der Herrscher in diesem großen, faszinierenden Reich der Giganten ...

DAS GRÖSSTE ABENTEUER der letz-

ten 100 Millionen Jahre, versprechen die Filmemacher. Und tatsächlich betritt man mit dieser fantastischen Reise durch atemberaubende prähistorische Landstriche Neuland in mehrfacher Hinsicht. Basierend auf der enorm erfolgreichen sechsteiligen BBCDokureihe Walking with Dinosaurs (1999) entstand dieses Kinoereignis, das allermodernste Animationstechnolgie mit echten Filmaufnahmen kombiniert – und das in 3D und basierend auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. So streifen lebensecht animierte Dinos durch großartig eingefangene Landschaften von Alaska, Australien und Neuseeland und sind zum Greifen nah. Und nicht zuletzt dank der Paarung Patchi und Alex kommt der Unterhaltungsfaktor für die ganze Familie hier bestimmt nicht zu kurz. DM

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20 12 2013

ABENTEUER. OT: WALKING WITH DINOSAURS. USA 2013. REGIE: Barry Cook, Neil Nightingale. BUCH: John Collee. KAMERA: John Collee. SCHNITT: John Carnochan. MUSIK: Paul LeonardMorgan. PRODUKTION: Mike Devlin, Luke Hetherington, Amanda Hill, Deepak Nayar. STIMMEN IN DER OV: Justin Long, John Leguizamo. DEUTSCHE STIMME: Otto spricht Alex. VERLEIH: Constantin.

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film Hinter der Polizei-Absperrung: Ermittler im Close-up.

Blick in den Abgrund CSI war gestern: täglich Mord, Totschlag und Vergewaltigung – CopStories-Regisseurin BarBara EdEr begleitet echte Profiler, forensische Psychologen und Psychiater. Ein Beruf, der Spuren hinterlässt.

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31 01 2014

doku. oT: BLICK IN DEN ABGRUND. Österreich 2013. LängE: 90 Min. Buch & rEgiE: Barbara Eder. kaMEra: Hajo Schomerus. schniTT: Dieter Pichler, Rosana Saavedra Santis. ProdukTion: Viktoria Salcher, Mathias Forberg, Nicole Ringhut. VErLEih: Thimfilm.

Halbverweste leicHen sind ihr täglich Brot, Fotos von grausamen Verstümmelungen zieren ihren Arbeitsplatz, Gespräche mit Mördern und Opfern müssen sie aushalten: Jene mutigen Frauen und Männer, die weltweit um die Aufklärung von Morden kämpfen. Da wäre Helinä HäkkänenNyholm, forensische Psychologin aus Helsinki, die privat beim Angeln über Mordmotive grübelt. Oder Helen Morrison, ein alter Hase in Sachen forensischer Psychiatrie aus Chicago, die in Täter-Gehirnen nach dem Auslöser für ihre Taten sucht. Oder Gérard N. Labuschagne aus Johannesburg, der schon mit

29 Jahren seine Einheit übernommen hat und seither mit an die 80 Serienmördern zu tun hatte. Die blutige Expertise der pensionierten FBI-Profiler Roger L. Depue und Robert R. Hazelwood wiederum wurde für Das Schweigen der Lämmer herangezogen. Stephan Harbort fährt im Zug nach Düsseldorf, um einen Vergewaltiger und Mörder zu interviewen – „Tot ist gut“, sagt der. Nicht jeder hält diesen Job lang durch, mit zu vielen menschlichen Abgründen wird man konfrontiert. Echtzeit-Thriller: Fürs Kriminal begeisterte sich Regisseurin Barbara Eder (Inside America) schon als Teenager, auf der ganzen Welt machte sie Leute ausfindig, die sich hauptberuflich damit befassen. Die blicken jeden Tag in die Hölle – und die schaut durchaus auch zurück. Eine Doku mit hohem Gänsehautfaktor. JP

Master of the Universe Wenn Banker weinen: Früher wurden hier Milliarden verschoben, heute steht der Wolkenkratzer leer.

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13 12 2013

doku. oT: MASTER OF THE UNIVERSE. Deutschland 2013. LängE: 88 Min. Buch & rEgiE: Marc Bauder. kaMEra: Börres Weiffenbach. schniTT: Hansjörg Weißbrich, Rune Schweitzer. Musik: B. Fleischmann. ProdukTion: Marc Bauder, Markus Glaser, Wolfgang Widerhofer, Nikolaus Geyrhalter, Michael Kitzberger. MiT: Rainer Voss. VErLEih: Polyfilm.

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skiP dezeMber/Jänner

Damals machte er Millionengewinne: Marc BaudErs Film über den einst hochrangigen Investmentbanker rainEr Voss ist ein atemberaubender Blick in ein Paralleluniversum.

MäcHtig und kalt wirken die Wolkenkratzer im Frankfurter Finanzdistrikt, phallische Monumente menschlichen Größenwahns. Doch seit dem Börsencrash im Herbst 2008 steht hier so mancher Glaspalast leer. Für Master of the Universe bat Dokumentarfilmer Marc Bauder (grow or go, 2004) in einem dieser Gebäude einen Protagonisten von Aufstieg und Fall des Finanzmarktes zum Interview: Ex-Banker Rainer Voss erinnert sich zurück, an die schlechten Zeiten, als seine Familie an seinem Job zerbrach, als jedes Jahr zehn Prozent der Mitarbeiter rausflogen. Aber auch an die guten Jahre, in denen

junge Investmentbanker ihre älteren Kollegen spielend überholten, während die Sandkiste Finanzmarkt immer größer, komplexer und lukrativer wurde. Das Spielgeld wurde stetig mehr, von der Realwirtschaft war man längst so weit entfernt wie Scientologen von echter Wissenschaft, die Verträge wurden fetter, die Märkte offener, die Verflechtungen undurchschaubarer – und doch ist es diese abgehobene Welt, deren Milliardenverluste uns alle treffen. Marc Bauder hatte einen ganz privaten Grund für diesen Film: Er wurde 2008 Vater. „Mir wurde klar, dass es vor allem die Generation meines Sohnes sein wird, die die vollen Konsequenzen der heutigen Krise zu spüren bekommen wird.“ Master of the Universe ist das schwindelerregende Porträt eines Ex-Bankers MM und einer irrwitzigen Branche.


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▶l Film

▶ Auf heißer Spur: Was aussieht wie der Flakturm im Wiener Augarten, ist in Wirklichkeit die „Burg“, das düstere Hauptquartier von Fritz Fantom und seiner überfürsorglichen Tante Freda.

Tom Turbo

Von 0 auf 111 Detektive … aufgepasst! Das coolste Fahrrad von allen düst zum 20. Geburtstag zum ersten Mal über die Kinoleinwand – in ganz großer Besetzung: Neben TOM & THOMAS C. BREZINA abenteuern u.a. ANDREA ECKERT, KLAUS OFCZAREK, BRIGITTE KREN und SIGRID „VIVI“ SPÖRK!

WÄHRENDDESSEN IN DER BURG:

RADFAHREN IST COOL.

Was die Erwachsenen erst langsam begreifen, haben die Kinder schon immer gewusst. Die Zwillinge Karo (Theresa Dobersberger-Sova) und Klaro (Nepomuk Krisper) leben seit dem Tod ihrer Mutter mit ihrem Papa Klaus (Manuel Witting) in einer supergemütlichen Wohnung über Klaus’ Fahrradgeschäft. Karo und Klaro lieben es, in der angeschlossenen Werkstatt herumzubasteln. Klaro möchte unbedingt einmal Erfinder werden – und Karo Comic-Zeichnerin. So trifft es sich auch wunderbar, dass die beiden am aufregenden Arbeitsplatz ihrer Tante, der Tiergartendirektorin (Maria Köstlinger), die auf die beiden aufpasst, wenn ihr Bruder arbeitet, den Schriftsteller Thomas (Thomas C. Brezina)

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SKIP DEZEMBER/JÄNNER

Im mächtigen Hauptquartier („verkörpert“ vom Flakturm im Wiener Augarten) des Superschurken Fritz Fantom (Simon Schober) spielen sich indes weltbewegende Szenen ab: Hat doch Fritz’ Meistergauner-Onkel ein Paket geschickt. Doch Fritz und sein auch nicht gerade überbelichteter Ganoven-Spezi Rudi Ratte (Michael Pink) sind schlicht zu doof, um zu erkennen, wie wertvoll der Inhalt ist. Und da Fritz’ Tante Freda Fantom (Andrea Eckert) eh grade beim Ausmisten ist, geht die seltsame Kugel aus dem Packerl an eine Flohmarktverkäuferin (Brigitte Kren), bevor Fritz und Rudi erkennen, was sie da aus der Hand gegeben haben: Nichts Geringeres als das Tom Tempo, ein magisches Gerät, das Roboter lebendig machen kann!

DAS RAD NEU ERFINDEN. Karo und

Klaro haben gemeinsam für Thomas einen ganz neuen Detektiv entworfen: ein Fahrrad, das 111 tolle magische Tricks beherrscht! Und als sie am Flohmarkt zufällig das Tom

Tempo erstehen, wird die Sache mit dem rollenden Ermittler realer, als sich in ihren kühnsten Träumen erhofft haben. Aber weil Papa Klaus sich aus unerfindlichen Gründen in Emma (Sigrid Spörk), die Mama NIEEE das Wasser reichen kann, verguckt hat, übersieht er, dass Fritz Fantom ausgerechnet im Zimmer seiner Kinder nach seinem verlorenen Schatz sucht …

WIE ALLES BEGANN. Seit unglaublichen 20 Jahren düst Kinderunterhaltungsprofi Thomas C. Brezinas Erfindung, das sprechende Fahrrad Tom Turbo, durch TV und Buch und begeistert mit hinreißend trashigem Charme Kids und Eltern. Zum runden Geburtstag gibts endlich das erste Kinoabenteuer: ein kindlich fröhlicher FilmGB spaß mit Kultfaktor für jung und alt. ▶l

20 12 2013

KINDERFILM. OT: TOM TURBO – VON 0 AUF 111. Österreich 2013. LÄNGE: 86 Min. REGIE: Dirk Regel. BUCH: Thomas C. Brezina. KAMERA: Peter Zeitlinger. SCHNITT: Ingrid Koller. MUSIK: Freddy Gigele. PRODUKTION: Wolfgang Rest. DARSTELLER: Thomas C. Brezina, Theresa Dobersberger-Sova, Nepomuk Krisper, Sigrid Spörk, Manuel Witting, Simon Schober, Michael Pink, Andrea Eckert. VERLEIH: Luna Film.

FOTOS: FILMLADEN (2)

kennenlernen: Denn der arbeitet gerade an einem ganz neuen Detektivkrimi, und die beiden Kids sprühen vor Ideen.


▶l Film

EXKLUSIV-INTERVIEW

THOMAS C. BREZINA

Jetzt hat der Herr BREZINA tatsächlich das Rad neu erfunden: Im hinreißenden Kinoabenteuer Tom Turbo – Von 0 auf 111 wird erstmals die Entstehungsgeschichte seines bekanntesten Helden erzählt. SKIP traf Österreichs meistgelesenen Autor der Gegenwart zum Interview.

GLÜCKSRAD

FOTOS: FILMLADEN (2)

SKIP: Die Frage, die uns allen auf der Zunge brennt: Ist Tom Turbo wirklich so entstanden wie im Film? THOMAS C. BREZINA:: Lustigerweise stimmt viel davon mit der Realität überein. Ich habe damals wirklich nach einem ungewöhnlichen Detektiv als Held für eine Geschichte gesucht, und wusste, dass es eine ganz spezielle Figur sein muss. Und die erste Idee war wie im Film ein sprechendes Pferd, ich habe sogar schon ein ganzes Buch darüber geschrieben – aber es hat nicht wirklich funktioniert. Und dann habe ich mich an das Fahrrad meiner Kindheit erinnert, das ich ähnlich wie Tom Turbo aufgerüstet habe mit Walkie-Talkie, einem Radio, einer Kiste mit Sachen … und da kam ich auf den Detektiv als sprechendes Fahrrad.

„Mein Kinderfahrrad war ähnlich aufgerüstet wie Tom Turbo!“

Sie haben einige sehr bekannte Namen im Cast – wie kams dazu? Wir haben uns einfach überlegt, wer für welche Rolle am besten passen könnte, und die haben wir dann gefragt, und fast alle haben gleich zugesagt. Die Andrea Eckert zum Beispiel hat mit Begeisterung zugestimmt, hat sogar extra eine Ausbildung in Martial Arts gemacht, damit sie das in der Rolle richtig hinbringt. Und ich glaube, es hat allen auch ganz großen Spaß gemacht, einmal etwas so anderes zu spielen, als das, was sie sonst machen.

Tom Turbo, Fritz Fantom … fast alle Ihre Figuren haben Initialen aus denselben Buchstaben. Woher kommt diese Vorliebe für Alliterationen? Ich weiß es nicht. Ich habe in Mittelhochdeutsch maturiert, vielleicht kommt das daher, da sind ja Alliterationen auch oft verwendet worden. Es ist eine echte Besonderheit der deutschen Sprache, das kommt in kaum einer anderen Sprache in der Art vor – mir gefallen Alliterationen, sie sind ein schönes Stilmittel, vor allem für Kinder, weil es eingängig klingt. Gerade die Namen sind mir sehr wichtig, an denen bastle ich oft ewig herum, bis ich zufrieden bin.

Tom Turbo hats im Laufe seiner Karriere schon mit vielen Gaunern zu tun gehabt – warum haben Sie sich für den Film ausgerechnet für Fritz Fantom entschieden? Der Fritz Fantom ist seit 20 Jahren der beliebteste Ganove. Er ist schon sehr früh aufgetaucht und der einzige, der sich die ganze Zeit gehalten hat – und wenn man Kinder nach ihrem „Lieblingsschurken“ fragt, dann kommt er immer als Erster.

Sie haben buchstäblich hunderte von Kinderbüchern geschrieben. Haben Sie sich jemals überlegt, so wie etwa Harry-Potter-Autorin Joanne K. Rowling, die unter einem Pseudonym einen Krimi veröffentlicht hat, mal was ganz anderes zu machen? Ja, natürlich. Nicht nur überlegt. Da tut sich einiges – aber ich ▶l GINI BRENNER werde es Ihnen ganz sicher nicht verraten!

SKIP DEZEMBER/JÄNNER

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▶l Film

StreetDance Kids Der Moment, auf den alle gewartet haben: Doch ist der Jugendclub wirklich zu retten?

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03 01 2014

Tanzfilm. OT: All Stars. GB 2013. Regie: Ben Gregor. Buch: Paul Gerstenberger. Kamera: Ben Wheeler. Schnitt: Jono Griffith. Musik: Simon Woodgate. Produktion: Allan Niblo, James Richardson, Jim Spencer. Darsteller: Theo Stevenson, Akai OseiMansfield, Ashley Jensen, Fleur Hodjik. Verleih: Constantin.

Sebastian und Hündin Belle gehören zusammen – doch das sehen nicht alle so im Dorf.

Let’s dance! Weil ihr Jugendclub geschlossen werden soll, veranstalten zwei Teenies den ultimativen Tanzwettbewerb zur Rettung. Der junge StreetDance-Ableger.

„Die Garage“ mag zwar wie der Name eines geheimen Treffpunkts für tüftelnde Computernerds klingen, ist aber schon seit Langem das Revier des jungen Jaden (Akai Osei-Mansfield) und einer der angesagtesten Jugendclubs in London! Gemeinsam mit seinem besten Freund Ethan (Theo Stevenson) geht der pfiffige Bursche dort seiner größten Leidenschaft nach: dem Streetdance. Doch aus dem Nichts bahnt sich heftiger Ärger an: Denn Jadens Zufluchtsort soll für immer geschlossen und in einen Parkplatz umfunktioniert werden, weil es mittlerweile zu unprofitabel geworden ist.

Eine Katastrophe für die Kids aus der Nachbarschaft! Doch so leicht wollen sich Jaden und Ethan nicht geschlagen geben. Mit Hilfe eines Charity-Events versuchen die beiden, genug Geld aufzutreiben, um die Schließung des Clubs zu verhindern. Im Mittelpunkt der Show soll eine coole, aber extrem fordernde Streedance-Performance stehen. Doch die passenden Tänzer dazu zu finden, gestaltet sich wesentlich schwieriger als erwartet. Und die Zeit drängt … Nach StreetDance und Streetdance 2 wird die kultige Tanzreihe mit StreetDance Kids fortgesetzt, der sich mit seinen talentierten Jungdarstellern erstmals an ein jüngeres Zielpublikum richtet. Dennoch dürfen sich Neueinsteiger und Fans der Reihe über die gewohnt coolen Moves, lässigen Tanzeinlagen und fetten Techno-Beats freuen. Lose yourself to dance!  DR

Belle & Sebastian Kinderbuch, TV-Serie, Kinofilm. Zu Recht, denn von den Abenteuern der weißen Riesenhündin Belle und ihrem strubbeligen Freund Sebastian kriegt man nie genug.

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24 01 2014

Kinderfilm. OT: Belle et Sébastien. Frankreich 2013. Länge: 95 Min. Regie: Nicolas Vanier. Buch: Juliette Sales, Fabien Suarez, Nicolas Vanier. Kamera: Éric Guichard. Produktion: Clément Miserez, Matthieu Warter, Frédéric Brillion, Gilles Legrand. Darsteller: Félix Bossuet, Tchéky Karyo, Margaux Châtelier, Dimitri Storoge. Verleih: Filmladen.

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SKIP Dezember/Jänner

„Wääh, du stinkst!“ Auch so kann eine wunderbare Freundschaft beginnen. Wir schreiben das Jahr 1943. Sogar hoch oben in den französischen Alpen, in einem idyllischen Bergdorf nahe der Schweizer Grenze, ist der Schrecken des Zweiten Weltkriegs präsent: Deutsche Besatzer jagen Flüchtlinge auf dem Weg über die Grenze, Dorfbewohner setzen als Fluchthelfer ihr eigenes Leben aufs Spiel. Hier wächst der Waisenbub Sebastian (Félix Bossuet) auf, der am liebsten mit dem alten César (Tchéky Karyo) in den umliegenden Bergen umherzieht. Doch genau dort soll eine Bestie ihr Unwesen treiben,

ein riesiger wildernder Hund. Die Jägerschaft steht Gewehr bei Fuß. Glücklicherweise ist Sebastian der Erste, der das Monstrum findet: Es ist eine riesengroße, wunderschöne und freundliche Hündin – nach einem Bad im Gebirgsbach schneeweiß und von Sebastian mit dem Namen Belle, die Schöne, versehen. Doch wie lange kann das Versteckspiel von Belle und Sebastian mit den Jägern gutgehen? Und welche Abenteuer warten noch auf den mutigen Buben und seine treue, wenn auch etwas groß geratene Gefährtin? Wer einen anspruchsvollen Kinderfilm sucht, eine berührende, aber niemals rührselige Geschichte von Freundschaft und Mut, eingefangen in traumhaft schönen Bildern, ist hier richtig: Belle & Sebastian ist DM starkes Kinder- und Erwachsenenkino. 


▶l Film

Fünf Freunde 3

Nach der Felseninsel und der Jagd nach dem Grünen Auge steht nun Schatzsuche in Thailand am Programm.

Paradies in Gefahr! Diesmal verschlägt es das sagenhaft neugierige Quintett nach Thailand, wo zwischen Piratenschatz und fiesem Investor ein Dschungel voller Abenteuer wartet. Das abenteuer FOLGt ihnen

auf Schritt und Tritt. So ist es nicht verwunderlich, dass der Thailand-Trip von George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen), Anne (Nele Marie Nickel) und Hund Timmy nicht als Faulenzer-Badeurlaub mit Sonnenbrand endet sondern mit jeder Menge Nervenkitzel vor exotischer Kulisse. Alles beginnt damit, dass die zweibeinigen unter den fünf Freunden beim Tauchen ein Schiffswrack am Meeresgrund entdecken. Dort wiederum findet sich ein Hinweis auf einen sagenumwobenen Piratenschatz – und wer ein echter Abenteurer ist, muss in so einem Fall natürlich auf Schatzsuche gehen, Ehrensache. Hilfe bekommt das Quintett dabei von der einheimischen Joe (Davina Weber), die mit ihrer Familie in einem bedrohten Paradies lebt, wie sich

bald herausstellt: Der gierige Investor Mr. Haynes (Sky du Mont) plant die traumhaft gelegene Bucht mit einem Ferienresort zu verschandeln! Wenn die Fünf Freunde den Goldschatz der Piraten rechtzeitig finden, können sie Haynes einen Strich durch die Rechnung machen. Und so beginnt ein halsbrecherischer Wettlauf durch den Dschungel, an dem sich auch ein freches Gangsterpärchen (Nora von Waldstätten, Michael Kessler) beteiligt. In bewährter Besetzung meistern die Fünf Freunde auch ihr drittes Kinoabenteuer, hochkarätige GastDM stars sind mit von der exotischen Partie.

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17 01 2014

aBenTeueR. OT: FÜNF FREUNDE 3. Deutschland 2013. Regie: Mike Marzuk. Buch: Sebastian Wehlings, Peer Klehmet. KaMeRa: Philip Peschlow. SchniTT: Tobias Haas. MuSiK: Wolfram de Marco. PRODuKTiOn: Andreas Ulmke-Smeaton, Ewa Karlström. DaRSTelleR: Valeria Eisenbart, Quirin Oettl, Justus Schlingensiepen, Neele Marie Nickel, Davina Weber, Michael Fitz, Nora von Waldstätten, Michael Kessler, Sky du Mont. VeRleih: Constantin.

Die Schwarzen Brüder In einer Zeit, in der Kinderarbeit noch Alltag war, wagt eine mutige Handvoll kleiner Rauchfangkehrer den Aufstand: aufwendige Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers. Dass Die kinDer das Wertvollste sind, was wir haben, der allergrößte Schatz unserer Gesellschaft, scheint heute (zumindest in der Theorie) selbstverständlich. Aber noch vor gar nicht allzulanger Zeit betrachtete man Kinder vor allem nach ihrem praktischen Wert. Kinderarbeit war nicht verpönt, sondern selbstverständlich: Eigneten sich die MiniMenschen für manche Tätigkeiten sogar viel besser als die großen. Rauchfangkehrer-Gehilfen zum Beispiel waren im 19. Jahrhundert sehr oft Kinder, weil sie sich in den engen Schornsteinen besser bewegen konnten. Diesen Kaminfegerbuben widmeten Lisa Tetzner und Kurt Held (Die rote Zora) den heutigen KinderbuchKlassiker Die Schwarzen Brüder, der erstmals Anfang der 1940er-Jahre erschien und die Geschichte des

kleinen Giorgio erzählt, der von seinen bitterarmen Eltern aus dem Schweizer Tessin nach Mailand verkauft wird, wo er unter unvorstellbaren Bedingungen und in ständiger Todesgefahr harte Arbeit verrichten muss. Doch er findet auch echte Freunde, und gemeinsam planen sie die Flucht … Kaminfegerbuben gibt es nicht mehr, diese Geschichte ist dennoch zeitlos: Der Schweizer Regisseur Xavier Koller (Gripsholm) machte daraus mit viel Liebe zum Detail ein packendes Kinoabenteuer. Moritz Bleibtreu spielt den bösen „Mann mit der Narbe“, als Giorgio Kz beeindruckt der hochtalentierte Fynn Henkel.

Waschen und Frisieren ist überbewertet: Moritz Bleibtreu geht Fynn Henkel an den Kragen.

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24 01 2014

DRaMa. OT: DIE SCHWARZEN BRÜDER. Deutschland/Schweiz 2013. länge: 103 Min. Regie: Xavier Koller. Buch: Fritjof Hohagen, Klaus Richter. KaMeRa: Martin Fuhrer. SchniTT: Gion-Reto Killias. MuSiK: Balz Bachmann. PRODuKTiOn: Fritjof Hohagen, Clarens Grollmann. DaRSTelleR: Moritz Bleibtreu, Fynn Henkel, Richy Müller, Waldemar Kobus, Catrin Striebeck, Sabine Timoteo. VeRleih: Constantin.

skiP Dezember/Jänner

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▶l Film

Satyajit Ray Das Frühwerk

Teen Kanya Samapti

Apur Sansar

Bei den dreharBeiten

zu seinem Erstling Pather Panchali (Apus Weg ins Leben: Das Lied der Straße, 1955) gelangte Satyajit Ray zu seiner größten Lebenserkenntnis: Endlich begriff er, was Bengali, die Region, die Menschen, das Lebensgefühl, für ihn persönlich bedeuteten. Er, als Stadtkind in eine Intellektuellenfamilie mit Künstlerhintergrund geboren, ließ bereits mit seinem Debüt erahnen, dass er mit dem frühen Hindi-Kino radikal brechen wollte – und das zu einer Zeit, als man von den Glanzzeiten des Bollywood-Kinos noch weit entfernt schien.

als satyajit ray 1921 auf die Welt

kommt, sind die Weichen für eine Künstlerlaufbahn schon vorgegeben: Sein Großvater war ein Multitalent (Verleger, Musiker, Kinderbuchautor), sein Vater, ein Autor, für seine Nonsens-Reime und Satiren geliebt und gefürchtet. Schon im Jugendalter schreibt Ray Detektivromane und beginnt ein Malereistudium – bis er den Film für sich entdeckt. 1947 gründet er mit einem befreundeten

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sKiP dezemBer/jänner

Auf Entdeckungsreise in Bengalen. Das Österreichische Filmmuseum gewährt zum Jahreswechsel einen einzigartigen Blick auf das indische Filmschaffen der 1950er und 60er, das vor allem mit einem Namen in Verbindung gebracht werden kann: Satyajit Ray.

Jalsaghar

Kritiker einen indischen Filmclub, um sich auch selbst die Klassiker des westeuropäischen und sowjetischen Kinos aneignen zu können. Nur wenige Jahre später trifft er auf sein großes Vorbild Jean Renoir und darf in dessen Meisterwerk The River (1951) die Regieassistenz bestreiten: Ähnlich wie bei seinen italienischen Kollegen Visconti und Antonioni, die später die Vorreiter des Neorealismus wurden, sollte die Begegnung mit dem französischen Großmeister vor allem in Rays Apu-Trilogie einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

dennoch liess sich ray in der Folge niemals auf ein Genre oder eine Stilrichtung reduzieren, sondern verdichtete sein äußerst vielschichtiges Schaffen vor allem in seinen meisterhaften Episodenwerken. Das Triptychon Teen Kanya (Drei Töchter, 1961), das auf einer literarischen Vorlage von Rabindranath Tagore basiert, liefert dafür wohl das eindrucksvollste Beispiel: Mit dem faszinierenden Konglomerat aus Gesellschaftsdrama, Satire und Horror, das in seiner

Pather Panchali

Komplettform nur äußerst selten zu sehen ist, stieß Ray definitiv zu den Regie-Großmeistern auf, die er am meisten bewunderte.

nach indien! Wie schon Renoir in The

River den Blick des Außen auf Indien forcierte, widmet sich auch das Filmmuseum im ergänzenden Programm Nach Indien! Projektionen aus Europa und Amerika, das parallel zur Ray-Schau stattfindet, genau jenen filmischen Phantasien und Vorstellungen westlicher Filmemacher auf die filmische Utopie Indien, die Ray zeitlebens in seinen DR Filmen immer wieder hinterfragt hat. ▶l

04 12 2013 – 08 01 2014

REtROSPEKtiVE. SATyAJIT RAy. DAS FRüHWERK. Das Österreichische Filmmuseum zeigt erstmals eine komplette Retrospektive zum Frühwerk des indischen Regisseurs, die von seiner Assistenz bei Jean Renoirs The River (1951) bis zu seinem Zwillingsfilm Der Feigling und der Heilige (1965) reicht. Ergänzend dazu steht im selben Zeitraum noch die Filmschau Nach indien! Projektionen aus Europa und amerika am Spielplan. Das komplette Programm mit allen Terminen gibts auf www.filmmuseum.at


▶l Film

Thriller-Politik

Italien, Frankreich, die Siebziger Jahre Knallharte Macht- und Gesellschaftskritik als großes Publikumskino: Das Filmmuseum in Wien widmet den ersten Schwerpunkt des neuen Jahres einem faszinierenden Kapitel der jüngeren Filmgeschichte, das bis heute stilprägend ist. Cadaveri eccellenti

Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto

Todo modo

HALTUNG UND RÜCKGRAT

erwartet man vom Blockbuster-Kino der Gegenwart eher nicht: Die großen Filmproduktionsstätten sind allesamt in den Händen des Kapitals, und so scheinen auch viele der Filmemacher geradezu panische Angst vor allzu eindeutigen politischen Messages zu haben. Echte Kritik kommt wenn, dann meist nur sehr subtil oder/und inkonsequent.

DABEI ERKENNT MAN trotz allem bei

vielen dieser Filmemacher, wie sehr sie visuell und auch stilistisch von den Filmen einer ganz bestimmten Schule geprägt wurden: den italienischen und französischen Thrillern der Seventies. Lino Ventura, Marcello MaÉtat de siège

stroianni, Philippe Noiret … für Kinder der 70er und 80er des vorigen Jahrhunderts definierten ihre zerfurchten Charaktergesichter das Thriller-Genre. Sie waren unbestechliche Kommissare, beinharte Einzelgänger, wortkarge Detektive, die in oft recht brutalen Krimis gegen das große Böse antraten. Diese Filme hatten aber nicht nur cineastischen, sondern durchwegs auch dezidiert politischen Anspruch: Die Umbrüche der 60er hatten zwar lokal vieles verändert, das System an sich schien aber unberührt, ja fast erstarkt zu sein. Fest etablierte Korruption, unüberschaubar vernetzte kriminelle Strukturen, gebeugtes Recht: Was die Freiheit in der Realität zu erdrücken drohte, war auch das Umfeld, in denen sich die Kinohelden Le secret

bewegten und zivilen Ungehorsam als unverzichtbare soziale Maßnahme propagierten. Regisseure wie Damiano Damiani, Elio Petri, Francesco Rosi, Yves Boisset oder CostaGavras hielten dem System einen Spiegel vor – und schufen Klassiker des Thriller-Genres. Das Filmmuseum zeigt 25 der repräsentativsten Werke, von Costa-Gavras Z (1969) über Boissets Un condé (Ein Bulle sieht Rot, 1970) bis zu Rosis Cadaveri eccelenti (Die Macht und ihr Preis, 1976) mit Lino Ventura als stoischem Ermittler, der nach einem Mord in ein Wespennest politischer Korruption sticht.

GILLO PONTECORVO ist einer der frühesten Vertreter dieser Richtung, der mit seiner kontroversiellen, direkten Filmsprache moderne Klassiker schuf. Ihm widmet das Filmmuseum einen eigenen Schwerpunkt mit fünf seiner interessantesten Filme, darunter Kapò oder La battaglia di Algeri. KZ ▶l

09 01 – 06 02 2014

FILMSCHAU. Gezeigt werden 25 Filme aus Italien und Frankreich zwischen 1967 und 1979. Ergänzend zeigt das Filmmuseum fünf Werke des italienischen Filmemachers Gillo Pontecorvo. Das komplette Programm mit allen Terminen gibts auf www.filmmuseum.at

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▶l Fun

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DVD / GAMES / PREMIEREN

ES FLIEGT, ES FLIEGT PLANES Pixar-Mitbegründer John Lasseter hat sich mit seiner Firma DisneyToons einen langgehegten Traum erfüllt: Ein Spin-off seines „Lieblingsbabys“ Cars, das nicht auf der Straße, sondern hauptsächlich in der Luft spielt. Planes ist ein herziger und wunderhübsch anzusehender Animationsspaß um das kleine Propellerflugzeug Dusty, das bei einem internationalen Wettfliegen gegen Kampfjets und Düsenflieger gewinnen will. Klar, dass das nur in einem luftig actionreichen Abenteuer resultieren kann. Erscheint Anfang 2014 – die Geschenkidee für Gutschein-Fans und Umtausch-Experten!

▶l TEXT: GINI BRENNER

Animationsfilm. OT: Planes. USA 2013. Regie: Klay Hall. In der OV mit den Stimmen von Val Kilmer, Teri Hatcher, John Cleese. Extras: Kurzfilm, Gadgets. Auf der Blu-ray (2D & 3D) zusätzlich weitere Szenen. Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch (DD 5.1) bzw. auf Blu-ray Deutsch, Englisch, Italienisch (DTS-HD 7.1), Französisch (DD 5.1). Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch bzw. auf Blu-ray Deutsch, Englisch, Italienisch, Englisch für Hörgeschädigte.

ÜBER DEN WOLKEN FOTOS: WALT DISNEY

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▶l Fun DVD

▶l REDAKTION: GINI BRENNER, CHRISTOPH PRENNER

BYZANTIUM

Irlands Regie-Ass Neil Jordan ist mit Byzantium gleichsam zu jenem Thema zurückgekehrt, das ihn vor gut 20 Jahren via Interview mit einem Vampir nach Hollywood gebracht hat. Hype-Hopping im Windschatten von Twilight und True Blood war bei seiner Adaption von Moira Buffinis Theaterstück A Vampire Story aber wohl nicht der Antrieb. Die Geschichte zweier junger Frauen (Gemma Arterton und Saoirse Ronan), die eigentlich Mutter und Tochter sind und sich seit zwei Jahrhunderten als Vampire auf der Suche nach Nahrung durch die Welt schlagen müssen, lässt handelsübliche Blutsauger-Kicks zugunsten von in bestechenden Bildern eingefangener Melancholie und fesselnden Charakterkonflikten in den Hintergrund rücken. Dunkelromantische Fantasy mit unaufgeregter feministischer Note.

THERE WILL BE BLOOD

Thriller. OT: Byzantium. GB/USA/Irland 2012. Regie: Neil Jordan.: Gemma Arterton, Saoirse Ronan, Caleb Landry Jones, Sam Riley. Extras: Interviews, B-Roll-Material. Sprachen: Deutsch, Englisch. Untertitel: Deutsch.

PARKLAND

Pünktlich zum 50. Jahrestag erhält das Kennedy-Attentat eine weitere filmische Aufarbeitung: Anders als Oliver Stones umstrittenem JFK – Tatort Dallas rückt Newcomer Peter Landesmans edelmimenbesetztes Dokudrama nicht die Verschwörung (und noch nicht mal den Präsidenten) in den Fokus, sondern das Leben der vielen mittelbar in die Geschehnisse jener tragischen und hektischen Stunden und Tage Involvierten: Zeugen, Ärzte und Schwestern des Parkland Memorial Hospitals, Secret-Service-Agenten. Das mag anfangs gewöhnungsbedürftig sein, eröffnet aber mancherlei unerwartete Perspektive und gibt bislang unterschätzten Mimen (wie James Badge Dale als Lee Harvey Oswalds Bruder) die Möglichkeit, groß aufzuspielen. Drama. OT: Parkland. USA 2013. Regie: Peter Landesman. Darsteller: Paul Giamatti, Billy Bob Thornton, Jacki Weaver, Zac Efron, Marcia Gay Harden. Extras: Interviews, B-Roll-Material. Sprachen: Deutsch, Englisch. Untertitel: Deutsch, Englisch.

Den Spieß einfach mal einmal umgedreht: Anders als in manch ähnlich angelegtem Teenager-Sexklamauk (von Porky’s bis Superbad) ist es in Maggie Careys Debütfilm kein Bursche, der über die Sommerferien die Unschuld verlieren möchte, sondern ein Mädchen. Und zwar nicht irgendeines, sondern ein von der umwerfenden Aubrey Plaza (Parks and Recreation) mit ihrem typischen trockenen Humor gespieltes. Von dieser Variation abgesehen arbeitet sich Die To-Do-Liste – eine solche mit sexuellen Praktiken will die Hauptfigur erstmalig arbeiten – kurzweilig an der bewährten Genre-Formel ab: 15 % Romantik, 20 % Freundschafts- und Familiengeplänkel, 25 % Situations-Komik, 40 % dreckige Witze. Sehr dreckige Witze. Komödie. OT: The To Do List. USA 2013. Regie: Maggie Carey. Darsteller: Aubrey Plaza, Johnny Simmons, Bill Hader, Rachel Bilson. Extras: Trailer. Sprachen: Deutsch, Englisch. Untertitel: Deutsch, Englisch.

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BREAKING BAD – DIE KOMPLETTE SERIE

HOUSE OF CARDS – DIE ERSTE STAFFEL

Hier wird nicht nur mit Wasser gekocht: Die Story vom krebskranken Chemielehrer (Bryan Cranston), der zum Meth-Großproduzenten wird, gilt als Meilenstein der Serienunterhaltung – jetzt gibts alle 5 Staffeln in einer Box.

Kevin Spaceys brilliant geschriebene Saga rund um die Intrigen eines US-Kongressabgeordneten ist auch medientechnisch ein großer Schritt in die Zukunft: Sie wurde nicht fürs „traditionelle“ Medium Fernsehen, sondern als Web-Serie produziert.

Krimidrama. USA 2008–2013

Politdrama. USA 2013.

FOTOS: FILMVERLEIHER

DIE TO-DO-LISTE


▶l Fun EXKLUSIV-INTERVIEW

HOLLY HUNTER

DAS WIRD FOLGEN HABEN 20 Jahre nach ihrer Filmgeschichtsträchtigen Kollaboration in Das Piano spielt HOLLY HUNTER wieder unter der Regie von JANE CAMPION: Im großartigen TV-Mehrteiler Top of the Lake gibt sie eine geheimnisvolle Gruppentherapeutin. SKIP traf sie in Berlin.

SKIP: In Top of the Lake spielen Sie eine Art weiblichen Guru, eine charismatische Figur, die ein Camp mit problemgeplagten Frauen mittleren Alters betreut. Was haben Sie sich gedacht, als Jane Ihnen diese Rolle angeboten hat? HOLLY HUNTER: Als ich das Drehbuch gelesen hatte, hab ich sofort Jane angerufen und gefragt: „Äh ... ich versteh das nicht. Warum willst du ausgerechnet mich und fragst nicht Ben Kingsley?“ Aber sie bestand darauf, dass ich sie spielen sollte. Also ließ ich mich umstimmen. Und jetzt freue ich mich sehr, dass ich diese Rolle angeboten bekam, sie ist so anders als alles, was ich sonst mache. Es war regelrecht Eskapismus.

Sie wurden erst als Kino-Schauspielerin berühmt, spielten dann die Titelrolle einer Fernsehserie (Saving Grace, Anm.), nun präsentieren Sie bei einem Filmfestival einen TV-Mehrteiler … frisst das Fernsehen nun doch das Kino auf? Das glaube ich nicht. Aber viele Kreative haben beim Film kaum mehr Möglichkeiten, etwas Neues auszuprobieren und Risiken einzugehen, weil das niemand finanzieren will. Und so findet das erwachsene, gebildete, anspruchsvolle Publikum das, was es sucht, immer öfter im Fernsehen. Boardwalk Empire, Mad Men, The Wire, Breaking Bad … so viele gute Geschichten. ▶l GINI BRENNER Eine äußerst interessante Entwicklung!

DAS BÖSE LAUERT IM PARADIES

TOP OF THE LAKE Die junge Polizistin Robin (Moss), eigentlich nur zufällig in ihrem australischen Hinterwald-Heimatort zu Besuch, muss dort ihren bisher schwersten Fall lösen: Die 12-jährige Tui, schwanger von einem Unbekannten, verschwindet spurlos … Der grandiose TV-Mehrteiler mit atmosphärischer Dichte, erzählerischer Kraft und einer Vielzahl an knorrigen Charakteren erinnert an Serien-Meilensteine wie Twin Peaks. Als DVD- oder Blu-ray-Box ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Auskenner und die, dies gerne wären! Mystery-Krimi. Australien/Neuseeland 2012. Regie: Jane Campion, Garth Davis. Darsteller: Elisabeth Moss, Holly Hunter, Peter Mullan, David Wenham. Extras: Insgesamt 60 Min. Bonusmaterial mit Making-of, Featurette und Interviews. Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 2.0 bzw. DTS-HD 2.0). Untertitel: Englisch.

© Parisa Taghizadeh / See-Saw (TOTL) Holdings Pty Ltd. / polyband Medien Gmbh

FOTOS: FILMVERLEIHER

Sie haben damals mit Ihrer ersten Zusammenarbeit mit Jane Campion bei Das Piano Filmgeschichte geschrieben. Wie sehen Sie jetzt darauf zurück? Dass ich diesen Film drehen habe dürfen, das ist eine riesige Ehre für mich. Ein echtes Geschenk. Ich liebe diesen Film bis heute, und ich habe es geliebt, ihn zu drehen. Jane und ich sind seither Freundinnen geblieben, Al Pacino hat mir den Oscar überreicht – Das Piano war eine einzige Erfolgsgeschichte. Großartig.

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▶l Fun DVD NEW GIRL – SEASON 2 HOMELAND SEASON 2

Nervenaufreibende Spannung regiert auch die zweite Staffel des preisgekrönten US-Serienhits: Der vermeintliche Kriegsheld Nicholas Brody (Damian Lewis) ist inzwischen Kongressabgeordneter. Ex-CIAAgentin Carrie Mathison (Claire Danes), die Brody verdächtigt, ein Schläfer von El Kaida zu sein, lebt nun bei ihrer Familie und versucht mit ihrer Krankheit klarzukommen. Die Gefahr eines neuen und potenziell verheerenden Terroranschlags bringt Brody und Carrie jedoch wieder zusammen: Ein heikles Spiel aus Täuschung, Verdacht und Verlangen beginnt erneut … Jetzt auf Blu-ray und DVD erhältlich.

3D EDITION

NEU

Die liebenswerte und verrückte Chaos-WG ist zurück! Und so langsam steigt die romantische Spannung zwischen „New Girl“ Jess (Emmy-Anwärterin Zooey Deschanel) und ihrem Mitbewohner Nick (Jake Johnson): Doch werden die beiden jemals wirklich zueinander finden? Unterdessen hat Schmidt Probleme damit, „cool“ zu sein, Winston ist einmal mehr nicht wirklich auf ein heißes Date vorbereitet, und Nick muss mit einem Todesfall in seiner komplizierten Familie klarkommen. Zweite Staffel mit einer äußerst feinen Gastriege (Jamie Lee Curtis, Rob Reiner, Dennis Farina) und spannenden Wendungen. Jetzt auf DVD erhältlich.

HOW I MET YOUR MOTHER – SEASON 8

In der lauthals-unverschämten und urwitzigen Staffel 8 von How I Met Your Mother erinnert Baby Marvins Geburt Marshall und Lily daran, was ihnen eigentlich fehlt: Schlaf, bessere Jobs und Sex! Barney konsultiert sein „Playbook“, um Robin für sich zu gewinnen und Marshall tut so ziemlich alles, um Richter werden zu können, während Robins Vergangenheit unter die Lupe genommen wird. Ted entwirft unterdessen ein fantastisches Haus und gräbt außerdem Barneys Halbschwester an … Und am Ende wartet endlich, endlich die Auflösung des längsten Cliffhangers der TV-Geschichte. Jetzt auf DVD erhältlich.

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SONS OF ANARCHY SEASON 3

In der dritten Staffel des Serienhits von Produzent, Autor und Schauspieler Kurt Sutter wird Jax (Charlie Hunnam), Sohn des Gründers des gesetzlosen Biker-Clubs „Sons of Anarchy“, von den Sünden seines Vaters eingeholt. Als Gemma (Katey Sagal) ein Mord in die Schuhe geschoben wird, verschärft das die Situation bei den „Sons“ umso mehr, und schließlich kommen Geheimnisse ans Licht, die die Bruderschaft schwer erschüttern. Jax kämpft mit Fragen, auf die er keine Antworten findet – und dabei geht es für ihn um alles: das Erbe seines Vaters, die Zukunft des Clubs und nicht zuletzt das Schicksal seiner Familie! Jetzt auf Blu-ray und DVD erhältlich.

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WOLVERINE – WEGE DES KRIEGERS

Basierend auf dem gefeierten Comic-Klassiker von Frank Miller (Sin City, Batman) führt das fesselnde Action-Abenteuer Wolverine (Hugh Jackman), den Kult-Charakter aus dem X-Men-Universum, ins moderne Japan, eine ihm unbekannte Welt. Dort trifft er auf seinen größten Erzfeind und es kommt zu einem Kampf um Leben und Tod, der ihn für immer verändern wird … Scharf, schärfer, Wolverine: Das packende Actionspektakel Wolverine – Wege des Kriegers erscheint nicht nur auf Blu-ray und DVD, sondern auch als exklusive Collector’s Edition, die sowohl die 3D-Blu-ray-Fassung, den Blu-ray Extended Cut mit Audiokommentar von James Mangold sowie die Blu-ray Kinofassung mit jeder Menge Bonusmaterial beinhaltet. Doch damit nicht genug, denn Wolverine – Wege des Kriegers ist außerdem zusammen mit dem superspannenden Prequel X-Men Origins – Wolverine im 2-Filmset als Blu-ray und DVD erhältlich! Jetzt als Blu-ray, Blu-ray 3D, DVD und Digital HD erhältlich.

PERCY JACKSON IM BANN DES ZYKLOPEN

Percy Jacksons (Logan Lerman) Zuhause ist in Gefahr! Furchteinflößende Monster bedrohen das Halbblut-Camp. Die einzige Lösung ist das sagenumwobene goldene Vlies mit seinen heilenden Kräften. Eine Aufgabe, die nur der beste, stärkste und tapferste Halbgott lösen kann: Clarisse LaRue (Leven Rambin, Die Tribute von Panem), Tochter des Kriegsgottes Ares. Doch auch Percy begibt sich zusammen mit seinen Freunden Annabeth, Tochter der Göttin der Weisheit, und Grover, Hüter der Halbgötter, auf das ultimative Abenteuer… Göttliche Unterhaltung bietet die zweite Verfilmung von Rick Riordans spannender Buchreihe. Wer das erste Percy-Jackson-Filmabenteuer bisher verpasst hat oder sein Gedächtnis etwas auffrischen will, bekommt mit der Blu-ray-Doppelbox mit beiden Filmen die perfekte Gelegenheit, Versäumtes nachzuholen! Ab 12. Dezember als Blu-ray 3D, Blu-ray, DVD und Digital HD erhältlich.

PREDATOR 3D

Eine Routinemission wird zum Horrortrip. Das Spezialkommando unter Major Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger) soll im mittelamerikanischen Dschungel Geiseln aus den Händen von Guerilleros befreien. Doch die Männer bekommen es nicht nur mit einer Handvoll Rebellen zu tun, sondern mit einer unheimlichen Kreatur, die das Töten als reine Lust betrachtet – und Elitesoldaten als willkommene Jagdtrophäen … Knackige 3D-Version des Action-Genre-Meilensteins, zum ersten Mal mit der bisher verschollenen deutschen Original-Tonspur! Ab 12. Dezember als Blu-ray 3D & 2D-Kombo erhältlich.

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▶l Fun ENTERTAINMENT AUF SKY

Besseres Fernsehen für Sie

Mit Sky herrscht im TV-Programm immer absolute Hochsaison: SKIP präsentiert die coolsten Sky-Fernsehevents im Dezember – von ultraspannender Top-Ware für Cineasten bis zu den neuesten US-Serien von HBO.

FILME ZEITGLEICH ZUM DVD-START AUF SKY SELECT LONE RANGER

DIE UNFASSBAREN – NOW YOU SEE ME

AB 05. 12. AUF SKY SELECT/HD Staubige Stiefel, brutale Böslinge und ein Vogel am Kopf. Das Dreamteam Johnny Depp, Gore Verbinski (Regie) und Jerry Bruckheimer (Produktion) wechselt vom Piratenfilm zum Western. Und wir müssen neidlos anerkennen: Mr. Depp taugt als schräger Indianer ebenso gut wie als origineller Pirat. In weiteren Rollen reiten, schießen und fluchen Armie Hammer, Helena Bonham Carter und Tom Wilkinson.

Best of Bluff. Ein Illusionisten-Quartett (Woody Harrelson, Jesse Eisenberg, Isla Fisher, Dave Franco) nutzt in diesem Blockbuster der smarteren Art die Macht der Magie für Raubzüge im Dienste der guten Sache. Cop Mark Ruffalo hat was dagegen.

ELYSIUM

AB 16. 12. AUF SKY SELECT/HD Matt Damon lässt sich über eine futuristische Schlepper-Organisation in die Elite-Raumstation Elysium einschleusen, um die himmlische Ordnung zu zerstören … Grandios inszeniertes SciFi-Action-Epos von Neill Blomkamp (District 9) mit Jodie Foster und Sharlto Copley.

WIR SIND DIE MILLERS

AB 27. 12. AUF SKY SELECT/HD Marihuana für eine ganze Kompanie will ein kleiner Drogendealer (Jason Sudeikis) aus Mexiko in die USA schmuggeln – und stellt sich aus einer Stripperin (Jennifer Aniston), einem Straßenkind (Emma Roberts) und einem jungen Kiffer (Will Poulter) zur Tarnung seine persönliche Touristen-Familie zusammen. Der Action-Comedy-Hit des Sommers!

FOTOS: VERLEIHER

AB 05. 12. AUF SKY SELECT/HD


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TOP-SERIEN SKY CINEMA HD ERSTAUSSTRAHLUNGEN DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ

AB 08. 12. AUF SKY CINEMA/HD Die Geschichte vom Zauberer von Oz, der ein wundersames Märchenland regiert, ist nicht erst seit dem legendären Kinofilm mit Judy Garland ein Klassiker. Kino-Fantast Sam Raimi (Spider-Man) hat sich jetzt der aufregenden Vorgeschichte des Magiers angenommen, mit traumhaften Bildern und Top-Besetzung: Es bezaubern James Franco, Rachel Weisz, Mila Kunis, Michelle Williams und Zach Braff.

MASTERS OF SEX – STAFFEL 1

AB 5. 12., 22.00 UHR, SKY ATLANTIC HD, SKY ANYTIME & SKY GO

Ende der 1950er möchte Dr. William Masters (Michael Sheen) erforschen, was physiologisch beim Sex vor sich geht. Premiere der stylischen und provokativen Dramaserie.

LIFE OF PI – SCHIFFBRUCH MIT TIGER

AB 26. 12. AUF SKY CINEMA/HD

STIRB LANGSAM – EIN GUTER TAG ZUM STERBEN

Ein Teenager und ein schlechtgelaunter bengalischer Tiger auf einem kleinen Boot im riesigen Ozean, monatelang: Unverfilmbar? Nicht für Regie-Maestro Ang Lee (Brokeback Mountain). Der verwandelte den Roman-Bestseller in ein überwältigendes 3D-Leinwandabenteuer.

AB 25. 12. AUF SKY CINEMA/HD

AB 05. 12. AUF SKY ANYTIME & SKY GO AB 29. 12., 20.15 AUF TNT SERIE HD

Mafia und Polizei im blutigen Kampf um die Vorherrschaft in LA: Die TNT Original-Eigenproduktion lässt die berüchtigten Gangsterbosse Bugsy Siegel und Mickey Cohen wiederauferstehen.

TM & © Turner Entertainment Networks, Inc. A Time Warner Company. All Rights Reserved.

Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke! Bruce Willis alias John McClane ist noch immer nicht umzubringen. Im fünften Teil gehts gemeinsam mit McClane Junior zur Sache: Die Hard, the next generation, quasi. Und wieder wird es Glasscherben und Kugeln hageln, als ob es kein Morgen gäbe!

MOB CITY – STAFFEL 1

OBLIVION FOTOS: VERLEIHER

AB 29. 12. AUF SKY CINEMA/HD Gegen Ende des 21. Jahrhunderts: Die Erde ist unbewohnbar, nur wenige kümmern sich darum, dass Aliens sie nicht ganz übernehmen. Einer von ihnen entdeckt etwas Unerklärliches … Packendes, groß besetztes und visuell überragendes SciFi-Action-Märchen mit Tom Cruise, Olga Kurylenko, Angela Riseborough und Morgan Freeman.

BOARDWALK EMPIRE – STAFFEL 4

AB 05. 12., 21.00 UHR AUF SKY ATLANTIC HD, SKY ANYTIME & SKY GO

Von Frau und Kind verlassen, erlebt Nucky die frühen 1920er, den Beginn der Jazz-Ära – und neue, gewalttätige Auseinandersetzungen in der Halbwelt aus Politik und Schwerstverbrechen. Kult!


▶l Fun GAMES ▶l TEXT: KURT ZECHNER

ART OF THE GAME

BATTLEFIELD 4

LEGO MARVEL SUPER HEROES

Für PS4, PS3, Xbox One, Xbox360, Wii U, PS Vita, 3DS, DS, PC. Superherzig, supercool und super-actionreich zugleich: Das neueste Game in der durchgehend großartig gemachten Baustein-Abenteuer-Serie ist ein Ausflug in die Welt der MarvelHelden. Und das Line-up an Superheros in Spielzeugversion ist beeindruckend: Von Iron Man, dem Silver Surfer, Spider-Man, Hulk, Black Widow, Thor, Wolverine bis zur Fraktion der Bösen aus Loki, Doctor Octopus, Green Goblin, Red Skull und vielen, vielen mehr. Ein ganz großes Spielvergnügen, das auch denen Freude macht, die – zumindest auf dem Papier – schon zu groß für „echtes“ Lego sind.

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Für PS4, PS3, Xbox One, Xbox360, PC.

Der vierte und bis jetzt aufwendigste Teil der Kriegsspiel-Serie, die auf der Idee und dem Prinzip von Schifferl Versenken basiert, erscheint jetzt auch für die NextGen-Konsolen: Stundenlanges ungehemmtes Battlen im Multiplayer-Modus oder in der packenden Single-Kampagne.


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KILLZONE: SHADOW FALL

Für PS4. Schon wieder ein heißer Exklusiv-Titel für die PS4: Der actionreiche First Person Shooter ist der insgesamt 4. Teil der Killzone-Reihe und verspricht, einer der ersten echten Referenztitel für die Nextgen-Konsole zu werden. Das Game spielt nach wie vor in einem futuristischen Setting, die Spielwelt ist aber viel offener und variantenreicher als bei den Vorgängern, es gibt zahlreiche neue Waffen und Features. Der Multiplayer-Modus startet mit 10 Maps, die sukzessive aufgestockt werden, User können auch ihre eigenen „Warzones“ kreieren und mit der Community teilen.

SCRIBBLENAUTS UNLIMITED

Für Wii U, 3DS. Noch ein Kapitel der großartigen und

mehrfach preisgekrönten Rätselspiel-Serie: Diesmal erlebt Held Maxwell erstmals in einer offenen Spielwelt sein bisher größtes Abenteuer, das geniale Spielprinzip aus Schreiben und Zeichnen sorgt nach wie vor für stundenlangen Spielspaß.

DRAGON BALL Z: BATTLE OF Z

Für PS3, Xbox360, PS Vita. Drachenpower total: Endlich gehts wieder voll auf Konfrontationskurs. Der neueste Dragon-Ball-Titel ist ein komplexes Teamfighting-ActionGame, in dem bis zu vier Spieler im Coop-Modus oder bis zu neun Spieler im Online-Multiplayer-Modus mit über 70 verschiedenen Spielfiguren gegeneinander oder gegen virtuelle Gegner antreten. Ein echtes Spielefest für Dragon-Ball-Fans mit zahlreichen neuen Features und mehreren innovativen neuen Spielmodi.

KNACK

Für PS4. Ein weiteres Highlight in der Reihe der PS4-Launch-Titel: Knack ist ein wunderschön animiertes Platform-Beat’em-up, in dem du mit deinem Helden namens Knack (das Englische Wort für Dreh oder Kniff) durch eine dichte bunte Spielwelt ziehst, immer auf der Suche nach Goblins (böse) oder Schatztruhen (gut). Knack ist die geniale Kreatur eines Wissenschaftlers und kann sich im Lauf des Spiels mit diversen Substanzen selbst immer mehr verbessern und verändern – oder Freunden via Connected Play einen Gefallen tun.

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