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KINO DER ORTE 5 Mayer am Nussberg MI 19. Juni 2013, 21.30 Kahlenberger Str. bei Nr. 210, 1190 Wien Mayer am Pfarrplatz DO 20. Juni 2013, 21.30 Pfarrplatz 2, 1190 Wien Das Weingut »Mayer am Pfarrplatz« ist seit 1683 in Heiligenstadt ansässig. Das Stammhaus des Heurigen befindet sich im Beethovenhaus auf dem Heiligenstädter Pfarrplatz. Ludwig van Beethoven wohnte hier im Sommer 1817 und schrieb angeblich an seiner letzten Symphonie in diesem Haus. Noch heute erinnert seine Wohnung an ihn, die man vom Gastgarten aus über eine kleine Treppe erreichen kann. Der Pfarrplatz besticht durch sein dörfliches Erscheinungsbild. Das Weingut »Mayer am Pfarrplatz« baut seinen Wein seit jeher am kalkhaltigen Nussberg an. Seit 2010 betreibt das Weingut eine Buschenschank am Nussberg, »Mayer am Nussberg«, welche auf die typische rustikale Heurigen-Atmosphäre verzichtet und mit einer spektakulären Sicht auf Wien dienen kann. Ein Ort, welcher Stroheims idealtypischem »Hollywood-Wien« sehr nahe kommt.

CinemaSessions | Amüsement MI 19. Juni 2013, 21:30 Mayer am Nussberg, Kahlenberger Str. bei Nr. 210, 1190 Wien Die Wiener Topografie spielt in Stroheims Film-klassiker The Weding March eine entscheidende Rolle. Machtverhältnisse zwischen den Klassen und den Geschlechtern werden im urbanen Raum verortet: In der Inneren Stadt sitzt die dekadente Macht des imperialen Wien, das die proletarischen Massen jenseits der Ringstraße nur mit Mühe in Schach hält. Während einer Fronleichnamsprozession vor dem Stephansplatz trifft ein Aristokrat eine Heurigensängerin und folgt ihr in die Vorstadt. Dort, im zeitlosen »Dreamy Nussdorf« träumen der Adelige und das Wiener Mädel von der großen Liebe – jenseits von Klassenschranken. Doch die Geschichte meldet sich in Form des Wiener Rathausmannes zurück und wirft ihre Schatten auf die unerfüllbare Liebes- und Gesellschaftsutopie. (A. Seibel) Legendär ist der Film auch aufgrund der Detailversessenheit des Regisseurs bei den Dreharbeiten. So hat Erich von Stroheim zum Beispiel echte Uniformen in Wien bestellt, tausende Apfelblüten aus Wachs anfertigen lassen und an der zentralen Kussszene des Film sechs Wochen gedreht . Der ursprünglich als Zweiteiler konzipierte Film wurde, nachdem dem Produzenten aufgrund der Maßlosigkeit des Regisseurs zur Halbzeit das Geld ausging, mitten in den Dreharbeiten gestoppt und das vorhandene Material von einem halben Dutzend Cuttern fertiggestellt. Der Found Footage Film HAPPY-END zeigt ein Wiener Ehepaar, das sich in der Zeit von etwa 1965 bis 1980 bei diversen fröhlichen Feiern mit Stativ und Selbstauslöser selbst dokumentierte. Festliche Anlässe im Jahreskreis, traute Geselligkeit im privaten Raum als Gegenstück zur öffentlichen Bühne des Heurigen. Programm THE WEDDING MARCH USA 1928 REGIE Erich von Stroheim BUCH Erich von Stroheim, Harry Carr KAMERA Ray Rennahan, Hal Mohr, Ben Svenson, Ben Reynolds, Dale Fuller, Cesare Gravina, Anton Vaverka MIT Erich von Stroheim, Fay Wray, Matthew Betz, Zasu Pitts, George Fawcett PRODUKTION Paramount Famous Lasky Corporation s/w & Farbe, stumm, 113 Minuten Happy-End A 1996 REGIE, SCHNITT, KONZEPT Peter Tscherkassky FORMAT Farbe, Ton, 11 Minuten LIVE-MUSIK: Hannes Löschel (Fender Rhodes, Devices), musikalischer Leiter zahlreicher Ensembles und Projekte. Er bewegt sich an der Schnittstelle von neuer Musik, Jazz und populärer Liedform. Diverse CD-Produktionen unter eigenem Namen. Kompositionen und Bühnenmusik für Figurentheater, Varieté, Tanz und Film. Künstlerischer Leiter und artist-in-residence im Rahmen von OdeonMusik. Vertonte zuletzt mit Phil Minton Gedichte von William Blake. Kurator: Karl Wratschko


Filmdok.WIEN | Weinseligkeit DO 20. Juni 2013, 21:30 Mayer am Pfarrplatz, Pfarrplatz 2, 1190 Wien Der Wohlstand Wiens beruhte bis ins 16. Jahrhundert vor allem auf dem Weinbau. Das Anbaugebiet erstreckte sich von den Wienerwaldhängen bis weit in die Vorstadtzone. Der entgeltliche Ausschank in Wien war den bürgerlichen Weingartenbesitzern ohne Einschränkung erlaubt, den nichtbürgerlichen nur begrenzt. Die Institution des Heurigen geht auf eine Verordnung von Kaiser Joseph II. zurück, die es den Weinhauern gestattete, Wein und Obstmost auszuschenken bzw. selbst erzeugte Lebensmittel zu verkaufen. Neben den bürgerlichen Trinkstuben entstanden auch in einigen Klosterhöfen Weinkeller mit Ausschank. Zu einer Belebung des Geschäftes trug unter anderem das im Biedermeier aufkommende Naturbewusstsein bei. Heurigenfahrten, besonders nach Grinzing, Währing, Hernals und Sievering erfreuten sich großer Beliebtheit. Mit dem Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes wurden auch die Heurigenschenken in den äußeren Bezirken der Stadt verstärkt frequentiert. Die Etablierung der volkstümlichen Buschenschankmusik belebte das Geschäft gleichfalls. Lassen sich zwar schon um 1700 die frühesten Belege für das Wienerlied nachweisen, so setzte die große Blütezeit des Genres erst im 19. Jahrhundert ein. Durch Volkssänger, das Aufblühen des Heurigen und der Singspielhallen sowie durch das Schrammel-Quartett verbreitet sich diese Form der Volksmusik rasch. 1878 war die Geburtsstunde der Musikgruppe um die Gebrüder Schrammel (Johann und Josef Schrammel, Anton Strohmayer, Georg Dänzer). Das originale Wiener Volksmusikquartett spielte auf Geige, Gitarre, Kontrabass und Klarinette, später setzten die Schrammelmusiker auch die Knopfharmonika ein. Eingang fand die Wiener Volksmusik schließlich auch in das Filmschaffen der Zwischenkriegs- und Kriegszeit. Launige Musikstücke, dargeboten von Hans Moser, Paul Hörbiger oder Hans Holt sollten im gemütlichen Heurigensetting von ökonomischen Krisen und dem Kriegsgeschehen ablenken. Nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr das Wienerlied eine Wiederbelebung, wobei sich ab Mitte der 1970er-Jahre neue Stilrichtungen entwickelten. Eine junge Generation Wiener Musikerinnen und Musiker schafft seither neues Liedgut und belebt alte Klassiker mit neuer Energie und intelligentem Humor. Programm Weinseligkeit WEINLESE IN BADEN BEI WIEN A ca. 1925 s/w, stumm 7 Minuten WEINLESE IN BADEN UND GUMPOLDSKIRCHEN A 1933 s/w, Ton 2,5 Minuten WEINLESE AUF DEM SCHWARZENBERGPLATZ A 1954 s/w, Ton 1 Minute BROT UND WEIN A ca. 1960 Farbe, Ton 5 Minuten HAGEL UND WEINBAU A ca. 1960 Farbe, Ton, 7 Minuten EWIGES WIENERLIED 6: FEIN, FEIN, SCHMECKT UNS DER WEIN A 1964 s/w, Ton 25,5 Minuten WEIN, WEIB UND GESANG A 1976 s/w, Ton 2 Minuten HERBST IN WIEN A 1982 Farbe, Ton 8 Minuten Musikbegleitung Stummfilmprogramm: Florian C. Reithner Kuratorin: Karin Moser


KINO DER ORTE Special 4 Jüdisches Museum Wien 27. Juni 2013, 18:30 Dorotheergasse 11, 1010 Wien Nachdem das erste Jüdische Museum der Welt 1885 in Wien gegründet, jedoch 1938 von den Nazis geschlossen worden war, eröffnete 1990 das Jüdische Museum der Stadt Wien und war zunächst provisorisch in den Räumlichkeiten der Israelitischen Kultusgemeinde untergebracht. Seit 1993 residiert es im Palais Eskeles in der Dorotheergasse. Nach mehreren Umbauten präsentiert sich das Palais nun als moderner Museumsbetrieb. »Erinnern« ist das zentrale Motto, nach dem das Jüdische Museum Wien bespielt wird. Es beherbergt eine permanente Schau zur Wiener jüdischen Geschichte und Religion und zeigt eine große Anzahl von Wechselausstellungen zu jüdischer Kunst, Kultur und Geschichte.

SO 27. Juni 2013 18:30 FAMILIENTAG IM HAUSE PRELLSTEIN D 1927 REGIE Hans Steinhoff BUCH Viktor Klein KAMERA Curt Courant MIT Szöke Szakall, Erika Glässner, Siegfried Arno, Paul Morgan PRODUKTION Rex-Film AG (Berlin), s/w, stumm, deutsche Zwischentitel, 70 Minuten Wie kaum ein zweiter, versammelt FAMILIENTAGE jüdische Komiker in einer Filmgroteske, angesiedelt im Berliner jüdischen Milieu. Der Film erzählt vom leidenschaftlichen Kartenspieler Sami Bambus, der, um seine Schulden loszuwerden, seinen Tod inszeniert. Aus Rache am verhassten Cousin seiner Frau setzt er diesen als Universalerben ein. Die geldgierige Familie will das Testament nicht akzeptieren und pocht auf ihren Anteil. Konspirative Sitzungen, Feilscherei und verwegene Verhandlungen sind damit eröffnet. Prellstein versucht, sich mit Tücke gegen seine Verwandtschaft zu wehren. Als er jedoch erfährt, dass Samis Schulden höher sind als das Erbe, verzichtet er edelmütig zugunsten seiner ihn bedrängenden Familie. Die ahnungslosen Verwandten verkaufen die fiktiven Erbschaftsanteile an zwei windige Geldmacher, was wiederum Prellstein ärgert. Als dann Sami von den Toten aufersteht, erreicht die Konfusion ihren Höhepunkt. Der Stoff basierte auf dem gleichnamigen Bühnenstück der Herrnfeld-Brüder (Premiere 1905) und war heftig diskutiert und umstritten. Jüdische Organisationen sahen die klischeehaft überzeichneten jüdischen Charaktere als Verhöhnung und dadurch geneigt, antisemitische Vorurteile zu schüren. Über FAMILIENTAG IM HAUSE PRELLSTEIN, die Überzeichnung des Juden im jüdischen Humor und antisemitische Vorurteile diskutieren im Anschluss an den Film Alfred Stalzer und Armin Loacker. Musikbegleitung: Florian C. Reithner Kuratoren: Armin Loacker, Karl Wratschko In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Wien.


Informationen, Spielorte Kino der Orte 5 Mayer am Nussberg, MI 19. Juni 2013, 21.30, Kahlenberger Str. bei Nr. 210, 1190 Wien Mayer am Pfarrplatz, DO 20. Juni 2013, 21.30, Pfarrplatz 2, 1190 Wien Kino der Orte Special 4 Jüdisches Museum, Dorotheergasse 11, 1010 Wien Tickets Normalpreis: Euro 7,50 Ermäßigter Eintritt: Euro 5,– für Mitglieder des Filmarchiv Austria, des Club Ö1, Standard-AbonnentInnen und StudentInnen, sowie für InhaberInnen von Tickets, Mitgliedschaften bzw. Jahreskarten von:

Freier Eintritt bei allen Veranstaltungen von Kino der Orte für Mitglieder des Filmarchiv Austria! Abonnement für Mitglieder Abonnement für 10 Vorstellungen (max. 2 Karten pro Vorstellung): Euro 45,– Mitgliedschaft im Filmarchiv Austria Es können Jahresmitgliedschaften für 2013 (Euro 25,–) und Zweijahresmitgliedschaften für 2013 & 2014 (Euro 40,–) gelöst werden Infos + Ticketreservierung tickets@filmarchiv.at, Tel.: 01/216 13 00 www.filmarchiv.at


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