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GRAND TOUR d'Europe

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Editorial

Kontributoren-Index

Multimedia- und Download-Index

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Impressum

sister-mag.de

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SEESACK Griechenland

58

Die Kunst des Reisens – Eine Rezension

Der große sisterMAG Sunguide mit VICHY

Grand Tour – Einmal quer durch Europa

Die Insel Milos

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Bri Emeri – Designlovefest Breanna Rose Anne Sage – Citysage

46

Descape – Make Your Dreams Work

76 90

Blogger Special: Rezepte von der See

100

Digital DIY mit Vodafone


3

PICKNICKKORB

106

Mobilität – Eine Einführung

110 115

Elektrisierend – Eine Probefahrt im Tesla Urban Cycling Modern Fahrradfahren

123

Sundown mit Vichy

Kroatien

128 130

Aperitivo mit Vichy Kroatien – Verstecke Geheimnisse an der Adriaküste

140 148

Rezepte aus Kroatien

Die Historie des Picknicks

160

Das große Alnatura Picknick Special Healthy Happy Steffi High Foodality Fructopia Fräulein Sonntag A Cake A Day Verpackungsideen

232

Eine Reise in die Vergangenheit & Gegenwart Europas


4

HANDTASCHE Italien

254

298

322

Roman Holiday

Five Quarters

Fernsehen 2.0

Fashion Shooting

Essay & Rezepte aus dem Kochbuch von Rachel Roddy

Wie Streaming-Dienste die Serienwelt bereichern

#sisterMAGgoes Pinterest

Ein Interview mit Winzerin Julia Walch

Netflix

Sightseeing mit Vichy

Filme zum Träumen

Behind The Scenes

282 284 286

Ein Tag in Rom – Testaccio

314 320

328 Von einer virtuellen Videothek zum innovativen Produzenten

332

Orange Is The New Black


EDITORIAL

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KOFFER Spanien

356 358 368 388 410

B端rotag mit Vichy

Office Day in Barcelona

Eine Rundreise in Andalusien

48 h in Madrid

#Sommergesund Event in Berlin

Illustration: Putri Febriana


TN

rechts: Toni, Thea & Alex vom sisterMAG

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Liebe Leser_innen!

Editorial von Thea

sisterMAG hat mir in den letzten drei Doch warum spreche ich von »schiefJahren definitiv einige Lektionen ge- gelaufen«, wo wir doch auch in dieser lehrt: Lösungsorientiert an Situatio- Ausgabe wieder wunderschöne Bilder nen heranzugehen … und mein Schlaf- zusammengetragen und produziert pensum herunterzufahren :). Heute haben, zahlreiche Kontributoren aus kann das Team vom sisterMAG be- der ganzen Welt mitgearbeitet haben sonders stolz auf sich sein, denn trotz und wir so viele Reisefeatures über die aller möglichen Hindernisse, die uns ganze Ausgabe verteilt haben, dass es während der Produktion von #sister- mittlerweile eine Petition im Büro gibt, MAG19 im Weg lagen, haben wir eine an jede einzelne Destination einen BeAusgabe für euch vorbereitet, auf die triebsausflug zu planen. wir stolz sind. Wir werden daher als Der Wettergott hatte uns diesmal einerstes anstoßen und dies – leicht iro- fach nicht in seinen Sonnenplan aufnisch – mit dem Hashtag #sisterMAG- genommen. Und so kämpften wir sofeiertsichselbst auf Social Media (folgt wohl während unseres Shootings in @sister_mag) begleiten!

Rom als auch am Morgen des Cover-


EDITORIAL

TN

Blick auf Barcelona

CS

Blick in die alten ­G assen Roms. Sonnendurchflutet oder in Dunkelheit TN

Erstes Fitting vom Cover-Kleid mit Evi in Freiberg 7

shootings mit Regen und Nieselwetter. Doch während wir mit Steppweste unter einem Regenschirm kauerten, verließ uns nie das positive Denken. Das Ergebnis meiner Reise nach Rom könnt ihr ab HIER im Heft sehen. Ganz besonders mögen wir unsere kleine Verfilmung des Kennenlernens von Dagny und Riccardo, den wir gemeinsam mit Fotograf Marco und TMS Studio – Trine Skauen – produzierten. Dagny trägt übrigens wieder sechs wunderschöne Sommerkleider zum Nachnähen: die #sisterMAG19 Kollektion zum kostenlosen Herunterladen.

Pfützen hinwegspringend zur nächsten Sehenswürdigkeit zu laufen? Manchmal nutzen wir dann das Hotel-WLAN, um endlich auf den neuesten Stand bei unseren Lieblingsserien zu kommen. Wie sich unser Fernsehverhalten verändert hat und warum Netflix sich zu unserer Lieblings-App auf TV und iPad gemausert hat, könnt ihr hier lesen. Die passende Serie für die nächsten Wochen stellen wir euch auch gleich vor: »Orange Is The New Black« geht in die dritte Staffel, und wir waren nicht nur auf der Viewing Party in Berlin dabei, sondern Was macht man im Urlaub, wenn es analysieren für euch Serie und Darregnet und man keine Lust hat, über steller! Ausgabe 19 | Juni 2015


Team vom Covershooting: Ashley, Thea, Shagun, Evi & Tina

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Unsere Pechsträhne hielt zum Glück auch nicht lange an, und so konnten wir mit verschiedenen Fotografen und Bloggern mal wieder wunderbare Bilder für und mit unserem Partner VICHY produzieren. Im ganzen Heft findet ihr nämlich verschiedene Produkte aus der IDÉAL SOLEIL-Linie, also den Sonnenprodukten von VICHY. Wir haben euch die jeweils perfekte Lösung für verschiedene Situationen in diesem Heft herausgesucht: Ob beim Baden am Pool , dem Bürotag in Barcelona oder beim Sightseeing in Rom

. Wie ihr bereits gemerkt

habt: Alle Artikel drehen sich um oder spielen in mediterranen Ländern wie Italien, Spanien, Kroatien und Grie-

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Co ve r- St yl in g: Ti na Fi sc hb ac h

chenland. So ist auch unsere Ausgabe diesmal aufgebaut – wie eine große Rundreise durch Europa. Genau solche Reisen sind auch Thema unserer ersten Sektion, welche wir mit »Grand Tour d’Europe« überschrieben haben: Viele unserer amerikanischen Blogger-Freunde haben eine solche Europatour bereits gemacht, und drei davon haben wir ausführlich zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen befragt. Ansonsten spielt sich unsere gesamte Ausgabe draußen ab. Ob beim Baden, beim Sightseeing oder beim Essen: Wir halten uns diesen Sommer gern unter freiem Himmel auf (wie gesagt – wenn es nicht gerade regnet). In unserer Sektion »Picknickkorb« zei-


EDITORIAL Nach einem langen Abend im Büro: Laura, Sandra, Thea & Luisa

h gen wir gemeinsam mit Alnatura und fünf Foodbloggern verschiedene Picknick-Konzepte. Ein Thema, welches beim Reisen ebenfalls aufkommt, ist natürlich das »Vom-Fleck-Kommen«. Wir beginnen unsere Themenserie rund um Fliegen, Fahren, Segeln usw. mit einem Einleitungsartikel zum Thema »Mobilität« . In dieser Ausgabe beschäftigen wir uns dann mit einigen umweltfreundlichen Alternativen und unternehmen eine Probefahrt in einem Tesla, sprechen aber auch mit einem Experten zum Thema »Urban Cycling« . Im Team bin ich dafür bekannt, dass ich immer wieder verschiedene Dienste und Softwares einführe. Vor

einigen Jahren zwang ich alle dazu, »Moped« – einen neuen Messaging Dienst – zu installieren. Leider hatte dieser einige Bugs, und das Startup ging nach einigen Monaten insolvent. Seither vertraut mit vor allem mein Schwager und Mitgründer Alex überhaupt nicht mehr und weigert sich, mir sein Telefon auch nur für 5 Minuten zu übergeben. Seit mehreren Wochen jedoch versammelt sich das ganze

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Team auf der Whatsapp-Alternative »Telegram«. Man möchte sagen, dass es uns noch enger zusammengeschweißt hat. Nachdem die Konversationen in unserer sisterMAG-Gruppe immer wieder zu artfremden Themen abdrifteten, gibt es jetzt auch die »Sinnlose sisterMAG-Gruppe«. Damit ist man nie wieder allein! Denn, wie Luisa und Tina so schön sagten: Irgendwer ist immer online und antwortet auf allgemeine Statusmeldungen wie »Habe gerade alles mögliche marmorisiert :) ging gudd!« (siehe Tutorial zum Marmorieren hier ) oder auf Bilder von Volksfesten aus der baden-württembergischen Heimat. Die Konversationen quollen jedoch auch über mit Einkaufslisten und Eventvorbereitungen: Mit vier großen Events – der Weiterführung unserer Apotheken-Event-Serie mit VICHY sowie einem großen Bloggerevent in Berlin zum Thema #Sommergesund – verwandelte sich unser Büro zuweilen zum Lagerplatz für zahllose Kisten, Kamera-Equipment und Palmen!! Manchmal gingen wir dann in der Vorbereitung und Nachbereitung alle an die Grenzen unserer Armmuskelkraft : ). Deshalb möchte ich mich hier noch einmal bei allen bedanken, die in den letzten Wochen beim Projekt sister-

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MAG mitgeholfen haben – allen voran Sandra, Laura und Luisa, unserem festen Team. Ein riesiges Dankeschön an unsere Praktikantin Ira, die nur einen Tag nach Rückkehr in die Heimat schon wieder am Computer saß und mit Übersetzungen, Recherche und dem Schreiben von Texten nahtlos weiterarbeitete. Ein besonderer Dank auch einmal wieder an Tina. In meinem Gefühl bist du eigentlich gar nicht in Edinburgh, sondern wohnst in meinem Computer im Skype-Fenster. Vor einigen Tagen vergaß ich sie auch dort – auf stumm geschaltet, bis sie verzweifelte SMSen an das sisterMAG-Team sandte, man möge sie bitte befreien. Großer Dank geht wieder an unser Team aus Foto- und Videographen, mit denen die Arbeit immer extrem Spaß macht: Cris (der bis nachts halb vier Bilder der Apothekenevents bearbeitete, sodass sie gleich beim Aufwachen für alle Teilnehmer im Postfach lagen); Ashley, die zwischen mehrtägigen Hochzeiten mit dem Zug nach Dresden fuhr, um unser Cover zu fotografieren; mein DIY-Team Zoe & Lucas, mit denen ich


EDITORIAL

Lucas & Zoe w채hrend unseres #Sommergesund Events in Berlin

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Beim Covershooting mit langer Schleppe im Gras

Blick auf Rom

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Sandra & Toni

Laura mit Zoe & Lucas beim DIY-Shooting

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Sivan Askayo auf Insel Milos

Palmenschleppen f端r #Sommergesund Event

Luisa & Ira

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EDITORIAL

in letzter Zeit immer wieder lustige Tage verbringe; Marco und Trine, die ich in Rom viel besser kennenlernen durfte und mit denen wir noch viele verrückte Projekte in Zukunft planen wollen.

Durch dick und dünn – so scheint jedenfalls das Motto der #sisterMAGfamilie. Eine weitere Prüfung kommt in der nächsten Zeit auf uns zu, wenn unser Optimist Toni für einige Wochen ausfällt. Wir sind alle bei ihr! Und alle

Am Design werkelten diesmal – gemeinsam mit Tina und mir – Helena in Stuttgart und Mathilde in Wien. Ihre Designs und Illustrationen sind wirklich wunderschön geworden und machen diese Ausgabe zu einer wirklichen Teamarbeit! Am Ende fügte sich dann jedoch alles zum sisterMAG-typischen bunten Potpourri aus Farben, Schriften und Bildern zusammen. Eure Ideen und euer Einsatz haben wirklich viel Spaß gemacht!

gemeinsam fahren wir jetzt in den Ur-

Die letzte Zeit hat uns alle jedoch auch extrem zusammengeschweißt.

Den Hashtag (#sisterMAG19) nicht

laub – zumindest gedanklich. Wir hoffen, dass ihr uns begleitet! Und bei Gedanken, Fragen, Anregungen, Lob oder Kritik, meldet euch einfach! Die Mitmachaktion zu diesem Heft: Nach Wochenplaner und Mousepads gibt es diesmal Geschirrtücher zu gewinnen. Dafür einfach auf Instagram oder Twitter teilen, welches Bild, welche Seite, welcher Text oder ähnliches euch an #sisterMAG19 am besten gefallen hat. vergessen! Viel Spaß!

Toni, Alex & Thea und das gesamte Team Ausgabe 19 | Juni 2015

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DAS TEAM

Theresa Neubauer Antonia Sutter

KONTRIBUTOREN HELENA MELIKOV

Alex Sutter

LAYOUT & DESIGN

Evi Neubauer

Seit der letzten Ausgabe hilft uns Helena in Stuttgart beim Layouten. Wir freuen uns immer ein neues Design aus ihrer Feder zu öffnen, denn stets überrascht sie mit tollen Ideen. Vielen lieben Dank auch für die Nachtschichthilfe dieses Mal!

Sandra Rothfeld Laura Glabbatz Luisa Sancelean Tina Bergs Ira Häussler

MUSE RADIO PODCAST

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DAS COVER FOTOS Ashley Ludäscher HAIR & MAKEUP Tina Fischbach MODEL Shagun Tomar KLEID Evi Neubauer

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Die beiden digitalen Damen von Muse Radio – Marta & Kat – nahmen uns mit auf eine Tour durch Roms Viertel Testaccio. Thea interviewten sie auch gleich für ihren Podcast mit Menschen aus der Kreativszene! Hier zu hören. ANA REY ILLUSTRATORIN

Die wunderschönen Illustrationen der »Sonnensituationen« im ganzen Heft stammen von der spanischen Illustratorin Ana aus Valencia. Ihre Leidenschaften: Gutes Essen & Farben – dem können wir nur zustimmen!


EDITORIAL

Das Linkzeichen führt Euch zur Website oder I­nstagramProfil

Diese Schaltfläche führt euch zum ersten Beitrag des Kontributors in der Ausgabe.

TEXT Marta A. Abbott Testaccio

Ira Häussler

Mobilität

Thea Neubauer Verschiedenes

Laura Glabbatz DIY

Elisa von Hof

Luisa Sancelean

48h Madrid

Die Kunst des Reisens

Lukas Grenzlehner Urban Cycling

Kreetta Järvenpää Kroatien

Alex Sutter Elektrisierend

Liv Hambrett Geschichte des Picknicks

Mick N. Eine Reise in Europa

Rabea Tanneberger Fernsehen 2.0 15

I L L U S T R AT I O N & L AY O U T Tina Bergs Grand Tour d'Europe

Thea Neubauer Roman Holiday

Mathilde Schliebe Five Quarters

Putri Febriana Inhaltsverzeichnis

Helena Melikov Descape

Ana Rey Sonnensituationen

ÜBERSETZUNG Katrin Greyer Maria Foh

Katherine Riedel

Tanja Timmer

Ira Häussler

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FOTOGRAFIE Marco di Filippo

Roman Holiday Sivan Askayo

Milos Island

PROOF 16

Ashley Ludäscher Cover

Diana Patient Poolshooting

Zoë Noble #Sommergesund Event

Cristopher Santos

Christine Davis

Lorena Vilanova

Barcelona

Office Day in Barcelona

ENDKORREKTUR

Sandra Rothfeld

Alexander Kords

Antonia Sutter

Stefanie Kießling Amie McCracken Anna Schmalfuß Claire Cunningham

PRODUKTION Laura Glabbatz Sandra Rothfeld Antonia Sutter

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VIDEO Marco di Filippo Trine Skauen Roman Holiday Lucas Milhomem #Sommergesund Event

OITNB

HAIR & MAKEUP Tina Fischbach Cover Francesca Prizzon Poolshooting Antonio Talia Stefano Polci Roman Holiday Trine Skauen Roman Holiday


EDITORIAL

MODELS Shagun Tomar Cover

Natalie Pool-Shoot

Dagny Backer Roman Holiday Riccardo China Roman Holiday

STYLING Evi Neubauer Cover

FOOD He Needs Food Kroatien Rezepte

Anne Philipp Picknick

Stefanie Wilhelm Picknick

Deniz Ficicioglu Picknick

Trine Skauen Roman Holiday

Simone Hawlisch Picknick

Rachel Roddy Five Quarters

Anette Wetzel-Grolle Verpackungsideen

Uwe Spitzmüller Picknick

Thea Neubauer bei einigen Features :)

PA RT N E R Unsere Partner-­Features erkennt ihr am Logo in der rechten ­oberen Ecke. Wir danken ­unseren Partnern sehr herzlich, denn ohne sie wäre diese Ausgabe nicht möglich gewesen!

Die Partner dieser Ausgabe sind (Klick aufs Logo führt zum Feature im Heft):

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Multimedia & Download Index Ein Klick aufs Bild führt euch direkt zum Download!

SCHNITTMUSTER

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19/1 – Blaues Trägerkleid

19/2 – Vichykaro- 19/3 – Blaues Kleid Shiftkleid

19/6 – Rosa Baumwollkleid

19/7 – Kleid mit Reißverschluss

19/4 – Brokatmantel

19/5 – Blümchenrock

REZEPTKARTEN

Rezepte aus Kroatien

Picknick – Healthy Picknick – High Happy Steffi Foodality

Picknick – Fructopia Picknick – Fräulein Sonntag

VIDEO

Picknick – A Cake Five Quarters A Day sister-mag.de

#Sommergesund Event

sisterMAG presents DIY iPhone Hülle mit Marmoreffekt Roman Holiday


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Ausgabe 19 | Juni 2015


Die Kunst des Reisens text: Luisa Sancelean layout: Tina Bergs

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GRAND TOUR

»Wenn das Streben nach Glück unser Leben beherrscht, erschließen uns vielleicht nur wenige unserer Handlungen soviel über die Dynamik dieser Suche – mit all ihrer Inbrunst und ihren Paradoxien – wie die Reisen, die wir unternehmen. In ihnen drückt sich, wie kraus auch immer, eine Vorstellung davon aus, wie das Leben außerhalb der Zwänge von Arbeit und Überlebenskampf beschaffen sein sollte. Nur selten wird jedoch bedacht, dass das Reisen philosophische Probleme aufwirft, das heißt Fragen, die über das Praktische hinausgehende Überlegungen erfordern. Wir werden überhäuft mit Ratschlägen, wohin wir reisen, hören aber nur wenige, warum und wie wir reisen sollten – und das, obwohl die Kunst des Reisens naturgemäß verschiedene Fragen aufwirft, die weder simpel noch trivial sind und deren Betrachtung in bescheidenem Maße zum Verstehen dessen beitragen könnte, was griechische Philosophen mit dem schönen Begriff der eudaimonia, der Entfaltung der Persönlichkeit bezeichneten.« Alain de Botton - Die Kunst des Reisens

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Als ich im vergangenen Jahr für sechs Monate aus meiner Heimat in das 1.300 km entfernte Lyon zog, um kurz vor Ende meines Studiums noch einmal Kraft und Muße zu tanken, nahm ich mir eine kleine Anleitung zum Fortgehen zur Hand – Alain de Botton’s Kunst des Reisens. Mein dringendes Bedürfnis, Studium, Nebenjob, ja selbst soziale Verpflichtungen für längere Zeit hinter mir zu lassen und in einem fremden Land zwischen unbekannten Menschen unbedarft durchs Leben zu streifen, sollten mich nach einem halben Jahr gestärkt zurückbringen. Also ließ ich kein Risiko auf mich zukommen, mich in meiner Reise zu verlieren. Denn wie oft erhoffen wir uns von einem Ortswechsel neue Chancen,

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obwohl es nur eine Flucht bedeutet. Welche Probleme kann man hinter sich lassen, und welche nimmt man mit? Wie schule ich meine Achtsamkeit, damit mir nichts auf meiner Reise entgeht?

Ich hatte das Gefühl, meine eigene kleine Expedition besser verstehen zu müssen. Nach Alains Lektüre schien ich die Idee einer Reise wirklich besser durchschaut zu haben. Inspiriert von den Menschen, die er in seinem Werk zu »Guides« werden lässt, hatte ich zumindest am Ende einige Bücher mehr im Schrank – ob Les Fleurs du Mal von Baudelaire oder ein Bildband von Hopper. Alain de Botton untergliedert sein Werk »Kunst des Reisens« in fünf Kapitel. In diesen geht nicht nur er selbst auf Entdeckungstour durch viele Orte, er berichtet auch von den Reiseerfahrungen bekannter Persönlichkeiten. Alles beginnt mit der (1) Der Abreise, welcher (2) Gründe für das Reisen zugrunde liegen. Vor Ort sehen wir uns mit neuen (3) Landschaften konfrontiert, die wir in der Heimat nur aus der (4) Kunst


GRAND TOUR

kannten. Und was wäre eine Reise, wenn am Ende nicht die (5) Rückkehr bevorstehen würde. Aus jedem dieser

Fazit für ihn und für jeden, der sein Ziel auch wirklich erreicht: »Eine Reise fällt nie so aus, wie wir sie uns ausmalen«.

Abschnitte habe ich mir Anregungen und Erkenntnisse mitgenommen,

Der zweite Teil des ersten Kapitels ist

welche ich nun auch Euch mit auf die Reise durch diese Ausgabe von sisterMAG geben möchte. Für alle

liegt. Bei seinen Ausführungen zu den

Weltenbummler sollte Alain de Bottons Werk in jedem Fall von Anfang bis Ende zur nächsten Reiselektüre werden. Mit den Erfahrungen des Parisers Duc

Des Esseintes konfrontiert de Botton schon zu Beginn den Leser mit dem Dilemma der gehegten Erwartungen vor einer Reise und ihrer Verwirklichung. Der Romanheld aus J.K. Huysmans´ Roman Gegen den Strich gerät in verzückte Tagträume über das Entdecken des englischen Geistes in London, entschließt sich in voller Euphorie zu einer Reise auf die Insel und ist am Ende doch gelähmt von seinen Erwartungen, die ihn vorzeitig wieder umkehren lassen. Von nun an begeht der Pariser seine Reisen nur noch mit einem Buch in der Hand von seinem Stuhl aus. Am Ende bleibt das

es aber, der mir besonders am Herzen

Zwischenstationen einer Reise sehe ich meine naiven Schwärmereien für eine Zugfahrt durch weite Landschaften und den Flug über den Wolken verstanden. Alain lässt Baudelaire von seiner »großen Krankheit« erzählen, die ihn eine »Abscheu vor ständigem Wohnsitz« hegen lässt. So zitiert er den Schriftsteller: »Mir scheint immer, dort, wo ich nicht bin, wäre ich glücklich, und wo wir unseren Aufenthalt nehmen könnten, ist eine der Fragen, über die ich mich unaufhörlich mit meiner Seele unterrede«. Häfen, Kais, Bahnhöfe, Eisenbahnen, Schiffe und Hotelzimmer sind hingegen wie ein Zuhause für Baudelaire. Der Franzose schafft damit sogar einen neue Ausdrucksform romantischer Sehnsucht – die poésie des départs. Und wenn Alain de Botton schreibt: »Nur wenige Momente im Leben sind befreiender als die, in denen Ausgabe 19 | Juni 2015

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ein Flugzeug vom Boden abhebt«, dann kann ich in meiner glücklichen Position als Reisender ohne Flugangst dem ich nichts mehr hinzufügen.

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Nach Baudelaire übernimmt Hopper die Führung durch das weite Feld der Reisen. 1906 ging dieser nach Paris und entdeckte die Poesie Baudelaires. Beide vereint ihr Interessen am Fürsichsein, am Großstadtleben, an der Moderne, an dem Trost, den die Nacht und das Reisen an andere Orte spenden. Und so gelangen wir in Alains Werk auch zum nächsten Kapitel – den Gründen für das Reisen. Mag es vielleicht das Exotische sein, welches in uns das Bedürfnis auslöst, in der Ferne Neues zu entdecken? Doch wann beginnt etwas, exotisch zu sein? Alain fragt den Leser, ob nicht »schon ein Wegweiser an zwei Orten so unterschiedlich sein kann, dass er ein Beleg für die schlichte, aber angenehme Wahrheit ist, dass Länder verschieden sind und Bräuche von einem Land zum anderen wechseln«. Er lässt uns weiter darüber grübeln,

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indem er fragt: »Wie kommt es, dass einem etwas so Banales wie eine Haustür in einem fremden Land verführerisch erscheint? Wie kommt es, dass man sich in eine Stadt verliebt, weil dort Straßenbahnen fahren und die Leute nur selten Gardinen an den Fenstern haben?«.

Flauberts Erfahrungen in Ägypten beschreiben diese Kontroverse, wenn er im Orient Kamele als bezaubernde Wesen empfindet, wo es daheim wohl Pferde wären. Was uns wohl an einem Land anzieht und es exotisch wirken lässt, so de Botton, ist wohl das Wiederfinden seines eigenen Temperaments, welches in der Ferne besser zum Ausdruck kommen darf als in der Heimat. Flaubert fühlte sich im Chaos des ägyptischen Alltagslebens so wohl, dass er es nach seiner Rückkehr zeitlebens vermissen sollte und das Gefühl nie los wurde, in ein anderes Land zu gehören. Aber neben dem Reiz des Exotischen gibt es noch einen zweiten Grund, der uns reisen lässt: die Wissbegierde. Die klar


GRAND TOUR

umrissenen Ziele eines Forschers trieben 1799 schon Alexander von Humboldt dazu an, fünf Jahre lang den südamerikanischen Kontinent zu entdecken. Dort wollte er Bewohner, Flora und Fauna erkunden, um das Wissen über ferne Länder zurück nach Europa zu bringen. Aber nicht jeder stellt so konkrete Fragen an sein Urlaubsziel, und zur Not unterwirft sich der Reisende dem Diktat seines Reiseführers, wovon Humboldt als wahrer Entdeckergeist glücklicherweise verschont geblieben ist. Alain de Botton nimmt sich Nietzsche an die Seite und ermutigt den Leser, Orte zu erkunden, unter der Maßgabe, sich selbst zu bereichern – auch abseits der Touristen-Touren. In seinem dritten Kapitel betrachtet Alain de Botton die Landschaften, die ihm auf Reisen begegnen, analysiert den Reiz der Stadt und philosophiert über die Erhabenheit der Wüste Sinai. Was die Alpen in Alains nächstem Guide und andere Landschaften bei Ihren Besuchern ausgelöst

haben, versucht William Wordsworth weiterzudenken. Er folgert, »dass wir

bestimmte Landschaften, die wir gesehen haben, ein Leben lang im Gedächtnis bewahren. Sie bilden, wenn sie in unser Bewusstsein treten, einen Gegensatz zu unseren aktuellen Problemen und können uns Trost spenden«. Mit der Kunst, welche uns ferne Orte und Landschaften auf Bildern nach Hause bringt, wird das Thema der Reise im fünften Kapitel wieder abstrakter und schließt schlussendlich mit der Erlangung des Schönen ab. Alain de Botton erklärt dem Leser, warum die Betrachtung der Kunst auf unseren Reisen eine so derart große Rolle besitzt: »Am wirkungsvollsten wird unsere Wahrnehmung dessen, was in Landschaften zu entdecken ist, wohl durch bildende Kunst geschult« und »da der Zweck unserer Reisen die

Suche nach dem Schönen ist, können Kunstwerke auf eine gewisse Weise durchaus unsere Reiseziele beeinflussen«. Als Vincent van Gogh Ende Februar

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1888 im französischen Arles eintraf und in den darauffolgenden fünfzehn Monaten ungefähr 200 Gemälde und 100 Zeichnungen schuf, malte er für alle nachfolgenden Generationen ein Bild der Provence, das wohl jeder kennen mag, obwohl bis dato die Provence schon seit über 100 Jahren ein Sujet der Malerei gewesen war.

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Doch geht es nicht nur um die künstlerische Bildung, sondern auch um das eigene Schaffen. Der Schriftsteller und Maler John Ruskin ermutigt gleichsam den Leser, auf seinen Reisen zu zeichnen und zu schreiben, um seine Eindrücke vom Schönen festzuhalten, sehen zu lernen und seine Wahrnehmung zu schulen. So wie auch ich nach sechs ­ verflog­ enen Monaten meine Sachen wieder packen und Lyon hinter mir lassen musste, so schließt auch dieses Buch mit der Rückkehr in die

Alain de Botton »Die Kunst des Reisens«, erschienen bei Fischer Taschenbuch sister-mag.de

Heimat, wo sich die Welt nicht weitergedreht zu haben scheint. Obwohl man selbst mit Erinnerungen von gefühlten Jahren beladen wieder die Heimat betritt, ist alles wie zuvor. Doch auch in den eigenen vier Wänden ist man dem Reisen nie fern. Xavier de Maistre leitet Alain de Bottons Versuch an, dort zu reisen, wo man lebt, um den Prozess der Gewöhnung umzukehren und die eigene Umgebung von der Verwendung abzukoppeln, die man bisher für sie gefunden hatte. Denn dass man zu Hause bereits alles kennt, ist der größte Trugschluss überhaupt.


GRAND TOUR Potsdam

Amsterdam Dover

Ausgangspunkt für die britische Noblesse

Berlin

Dresden

Calais Heidelberg

Paris

Tanz-, Fecht- & Reitunterricht

St. Bernard Pass

wohlhabende Reisende wurden über die Alpen getragen

Wien Innsbruck Genf Turin

Venedig

kulturelles Zentrum und Höhepunkt der Reise

Florenz

Rom

Grand Tour

Neapel

frz. für g roße Reise, auch Kavalierstour

Einmal Quer durch Europa

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Sizilien

Abenteuerhungrige Reisende mieteten Yachten und segelten bis ins Morgenland

Johann Heinrich Tischbeim malte die Rückkehr der Söhne des Grafen von Warthausen und Bri fotografierte die Fortbewgungsmittel auf ihrer Grand Tour in Frankreich.


die traditonelle Grand Tour

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Ein Gemälde von Goethe in der Campagna von Johann Heinrich Wilhelm und Breannas Selfie aus Paris

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Unter der Grand Tour, oder auch Kavalierstour, verstand man traditionell eine große Reise durch ganz Europa, auf die sich die männlichen Sprösslinge der Oberschicht nach dem Ende ihrer Studien an den britischen Eliteuniversitäten Oxford oder Cambridge begaben. Von ihren wohlhabenden Familien mit einer großzügigen Reisekasse ausgestattet erkundeten sie den Kontinent auf der Suche nach Kunst, Kultur und dem Sinn des Lebens und mischten sich fröhlich unter die europäische Aristokratie. Zwischen 1660 und den 1840ern war diese Reise unabdingbares Ritual des Erwachsenwerdens im höheren Adel, sowie im reicheren Landadel, Großbritanniens. Mit der Zeit verbreitete sich die Sitte der Grand Tour auch auf dem Kontinent - besonders in Skandinavien - und Italien wurde zum Lieblingsziel der Privilegierten. Zu den bekanntesten und best-dokumentierten Unternehmungen dieser Art gehört ohne Zweifel Goethes »Italienische Reise«, der wir uns in sisterMAG N°7 gewidmet haben. In den 1840ern erreichte die Grand Tour Europe einen absoluten Höhepunkt in ihrer Beliebtheit: Zugreisen wurden erschwinglich und der Trend erreichte die Mitteklasse. Die große Zahl weniger privilegierter Reisender bedeutet jedoch auch, dass die traditionelle Grand Tour – die sich über Monate oder sogar Jahre hinziehen konnte, die selbstverständlich mit einem umfangreicher Gefolge aus


GRAND TOUR

Kammerdienern, Kutschern, vielleicht einem Koch, einer Anstandsdame oder einem Hauslehrer unternommen wurde und die hauptsächlich mit dem kistenweise Einkauf von Büchern, Kunstwerken und Möbeln, vielleicht auch der ein oder anderen Stippvisite an einer ausländischen Universität und dem Kennenlernen (oder LächerlichMachen) fremder Kulturen diente – langsam aber sicher in Vergessenheit geriet. Ürlaubserinnerungen aus Italien: ein Foto von Bri und Illustration von Samuel Prout aus »The Continental Tourist« . 29

Wiederauf leben in den USA Heute hat sich eine neue Version der »Grand Tour« etabliert: Junge Amerikaner nutzen ihre langen Sommerferien, um den europäischen Kontinent kreuz und quer zu bereisen. Je nach Reisekasse greifen sie dabei auf Ryanair-Flüge, BudgetHotels oder Privatunterkünfte in verschiedenen Städten zurück oder verfolgen einen aufwändigen Reiseplan, der die mondänsten 5-Sterne-Hotels zahlreicher europäischer Hauptstädte umfasst. Die reiche Geschichte dieser Tradition hat uns bewogen, einige Reiseblogger nach ihren persönlichen Reisemotiven, ihren Lieblingsorten und der Inspiration zu fragen, die ihnen ihre Reisen durch Europa gegeben haben. Ausgabe 19 | Juni 2015


Die Grand TOur Teil I

Bri Emery

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Design Love Fest

sister-mag.de


GRAND TOUR

fotos von Bri Emery aufgenommen in Europa

Bri Emery, Art Director aus Los Angeles, gründete ihren Blog Designlovefest

Designlovefest im Jahr

2009. Sie berichtet über ihr persönlichen Leben als Designerin, von ihren Reisen bis hin zu DIY-Projekten. Mit ihrem frischen und fröhlichen Stil hat sie sich eine treue Leserschaft von mittlerweile über vierzig Tausend Lesern angesammelt. 2011, zwei Jahre nach der Gründung ihres Blogs startete sie das Designlovefest Studio, das heute für zahlreiche Marken wie Benefit Cosmetics oder Pantene 31

arbeitet und Grafikdesign und Branding-Services anbietet.

Wie sah die Reiseroute für deinen Sommer in Europa aus? Ich hatte ein paar Jobs, die etwas verteilt waren. Also habe ich mich einfach entschieden ein sechswöchiges Abenteuer aus Arbeit und Inspiration daraus zu machen. Ich wollte schon immer mal für eine längere Zeit nach Europa, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, dort wirklich zu leben. Ich habe meine Reise in Paris begonnen und bin dann mit dem Zug in die Champagne. Danach haben ich einige Zeit bei Freunden der Familie

im schweizerischen Aubonne verbracht, einem kleinen Städtchen in der Nähe von Genf. Im Anschluss ging es für eine Woche runter in die Toskana, für zwei Wochen nach Amsterdam und eineinhalb Wochen nach Berlin. Das waren definitiv eine Menge Fahrten per Flugzeug, Bahn und Auto, soviel steht fest.

Ausgabe 19 | Juni 2015


Bist du schon einmal dort gewesen?

während ich weg bin. Etwa einen

Ich war schon einmal in Paris und

Monat vor Abreise kam dann noch

Berlin, aber noch nie in den anderen Städten.

Was war der Anlass für die Reise?

die interessante Recherche zu den Dingen, die man in den Städten sehen und erleben kann, hinzu.

Wie hast du dich im Vorfeld über die Ich wollte einmal über meinen Telbesten Orte informiert? lerrand hinausschauen und mich von

anderen Kulturen und Sehenswürdigkeiten inspirieren lassen. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mit meinen Ideen im Kreis bewegte und Reisen bringen frischen Wind in die Sache.

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Es war eigentlich eine Mischung aus Empfehlungen

von

verschiedenen

Quellen. Ich bin wirklich froh, eine Netzwerk aus Leuten bei Instagram zu haben, die ich im Vorfeld fragen kann. Ich suche auch immer nach

Wann hast du mit deiner Planung »angesagte Dinge in« in Verbindung begonnen? mit den Stadtteilen, in denen ich überIch habe etwa zwei Monate vor

nachte. Normalerweise sind Orte und

Abreise mit der Planung begonnen.

Lokalitäten, die sich durch ihr Design

Ich bin, was das Reisen anbelangt,

und eine coole Innenausstattung aus-

recht spontan. Manchmal muss man

zeichnen, »angesagt«. Ich habe aber

sich einfach ein Datum heraussuchen

auch keine Scheu davor, absolut je-

und los geht’s. Ich fange immer damit

den nach Tipps zu fragen. Am besten

an, mir Städte zu überlegen, die ich

fragt man dazu immer die Einheimi-

gern sehen würde und schaue mir

schen. Meine Airbnb-Gastgeber ha-

dann den Stadtteil an, in dem ich

ben mir tonnenweise gute Anhalts-

übernachten möchte. Ich habe schon

punkte gegeben und dann kann man

oft über Airbnb Wohnungen gemietet,

die Leute fragen, die dort arbeiten,

also stand das ganz oben auf der

wo man am besten als nächstes hin-

Liste. Ich habe auch meine eigene

geht. Das Gute an längeren Reisen

Wohnung zu Hause über Airbnb

ist, dass man nicht mehr den Druck

vermietet, damit ich nicht meine

verspürt, jeden Tag im Voraus durch-

Miete

zuplanen. Man kann einfach so über

zum

sister-mag.de

Fenster

hinauswerfe,


GRAND TOUR

33

Ausgabe 19 | Juni 2015


Schätze stolpern und es ruhig ange-

Hast du Einheimische kennengelernt?

hen lassen. Am Liebsten reise ich so,

Ja, sogar einige. Die Leute in Amsterdam waren besonders freundlich.

dass man versucht nachzuempfinden, wie es sich anfühlt, wirklich an diesem Ort zu leben. Also einfach alles den Einheimischen gleich tun

Was war dein Lieblingsmoment? Am Liebsten mochte ich Amsterdam. Ich erinnere mich, mit ein paar

Hast du eine Unterkunft, die du besonders weiterempfehlen kannst? Ich

habe diese Airbnb-Wohnung geliebt – im perfekten Viertel, coole Einrichtung und einer tollen Gastgeberin.

Freunden in einem Café zu sitzen und

Hast du Souvenirs mit nach Hause zu sagen, dass es einer der glück- gebracht? lichsten Tage meines Lebens ist. Wir sind zu einem Tulpenfeld gefahren, haben Fotos gemacht, sind durch die 34

bezaubernden Straßen des Stadtteils Jordaan geschlendert, haben Wein und gutes Essen genossen. Es war einfach großartig!

sister-mag.de

Ich bin nicht der Typ, der großartig etwas kauft, aber ich habe mir eine neue Armbanduhr und einen Vintage-Mantel gekauft, in den ich mich sofort verguckt habe. Abgesehen davon sammle ich Postkarten und Papierprodukte aus Kunstgeschäften.


GRAND TOUR

Was bedeutet das Reisen für dich?

Wie erhältst du dir das Reisegefühl im Ich denke, das Reisen macht mich Alltag? als Person vollkommen. Ich lerne dabei so viel über mich selbst, über andere, über Kreativität, Geschichte, Kommunikation. Es hilft mir, mich in allen Lebensbereichen weiterzuentwickeln.

Was war die interessanteste Sache/Idee/ Gedanke, die oder den du von deiner Reise mitgenommen hast? Tja, ich hatte keine Ahnung, dass man in vielen Saunen in Deutschland nackt ist UND dass sie gemischt sind. Das war eine wirklich befreiende Er-

So sehr ich es liebe zu reisen, es hilft mir auch dabei, gern zu Hause zu sein und all die Dinge zu schätzen, die ich an meinem Leben in Los Angeles liebe. Ich mache tonnenweise Bilder und dokumentiere alles auf meinem Blog, sodass ich mich später daran erinnern kann, wie ich mich genau in dem Moment gefühlt habe, als ich dort war. Dann nehme ich mir ein paar Monate Zeit, um das Zuhausesein zu genießen und fange danach wieder an zu träumen, welchen Ort ich gern als nächstes bereisen möchte.

fahrung und hat mir gezeigt, wie unterschiedlich Menschen doch leben können.

Ausgabe 19 | Juni 2015

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Die Grand TOur Teil II

Breanna Rose

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I am Breanna Rose

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GRAND TOUR

fotos von Breanna Rose aufgenommen in Prag & Rom

Nachdem sie die Schule beendet hat, gründete Grafikdesignerin Breanna Rose ihr eigenes Design-Studio Rowan Made

. Sie ist ebenfalls Mitgründerin

des Online Workshops BeFree, Lance für Kreative aus aller Welt, die mehr über das Freelancen lernen wollen. Heute lebt und bloggt sie aus Minneapolis. Ihr Blog kombiniert ihr persönliches Leben mit Fotografie und dem für sie typischen strukturierten, klaren Design. Egal ob sie inspirierende Moodboards teilt oder ihre neuesten Lieblingsdesigner vorstellt ist Breannas Blog sehr einzigartig und erfrischend.

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Wie sah die Reiseroute für deinen Sommer in Europa aus?

Liste hatten, wie beispielsweise den

Ich bin diesen Sommer mit zwei mei-

aber die besten Tage waren die, an

ner besten Freundinnen nach Euro-

denen wir langsam die Gassen ent-

pa gereist und unsere Reiseroute be-

langschlenderten, viel gelacht und

stand aus einem Aufenthalt in Rom

großartiges Essen (und Eis) genossen

und Prag mit ein paar Tagen Luft

haben.

dazwischen. Wir sind ziemlich entspannt an die ganze Sache range-

Vatikan, das Forum Romanum etc.,

Bist du schon einmal dort gewesen?

gangen und haben uns einfach jeden

Während meiner Kindheit ist meine

Morgen überlegt, was wir machen

Familie nur innerhalb der USA ver-

wollen. Natürlich gab es auch einige

reist. Ich habe also erst vor kurzem

»Tourisachen«, die wir auf unserer

damit begonnen, eine Reise nach Eu-

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ropa zu wagen. Somit waren Rom und Prag völlig neues Terrain für mich. Zum Glück war eine meiner beiden Freundinnen, mit denen ich gereist bin, schon einmal während ihres Studiums in Rom. Es war super, dass sie uns alles zeigen konnte und immer genau wusste, wo es lang geht. Das war sehr hilfreich!

Was war der Anlass für die Reise?

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Die beiden Freundinnen, mit denen ich gereist bin, hatten die Reise schon seit knapp zwei Jahren geplant und ich war mir zunächst unsicher, ob ich mich anschließen soll oder nicht, weil ich etwas skeptisch war, so weit weg zu verreisen. Aber als sie mir letzten Januar dann von ihren genauen Plänen erzählten, war ich sofort Feuer und Flamme. Die Reise kam für mich zu einem perfekten Zeitpunkt, da ich mich die letzen drei, vier Jahre sehr auf mein Unternehmen konzentriert habe und wenn ich ehrlich bin, mich damit auch etwas zu sehr selbst gestresst habe. Ich habe diese Reise als Auszeit genutzt, um eine frische Sicht auf Dinge zu bekommen und auf Arbeit einfach mal alles stehen und liegen zu lassen. Das war genau das, was ich gebraucht hatte und als ich zurückkam, war ich viel entspannter,

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konzentrierter und motivierter als jemals zuvor!

Wann hast du mit deiner Planung begonnen? Wie bist du die Sache angegangen? Wie schon gesagt, meine beiden Freundinnen haben schon vor über zwei Jahren mit der Reiseplanung begonnen und mit verschiedenen Reisezielen und Routendetails gespielt. Ich bin erst im Januar hinzugekommen, als sie sich bereits für die Städte entschieden hatten, die sie sehen wollten. Als ich dann offiziell dabei war, haben wir gemeinsam nach Unterkünften gesucht, günstige Flüge gebucht, uns nach Tagesausflügen umgeschaut und uns einige von den Dingen überlegt, die wir uns gern ansehen würden. Am liebsten mag ich ja das Essen (welch Überraschung). Also hat es mir besonders viel Spaß gemacht, mit Einheimischen in Kontakt zu treten, um etwas über die besten Restaurants ihrer Stadt zu erfahren.

Wie hast du dich im Vorfeld informiert? Ich bin ein großer Fan davon, Städte so zu sehen, wie es die Einheimischen tun. Also habe ich mich (über meinen Blog und soziale Medien) bei Leuten


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umgehört, die entweder in Rom oder Prag leben oder schon mal dort waren. Bis zur Abreise hatte ich eine ganze Reihe E-Mails mit Tipps zu Restaurants, Museen, Läden, Sehenswürdigkeiten und so vieles mehr, was man sich ansehen kann. Ich habe die meisten davon in meiner Offline-Kartenapp (Pocket Earth) mit dem Hintergedanken abgespeichert, dass wir einfach mal dort vorbei schauen können, wenn wir an einer Sache auf der Liste vorbeikommen.

Was war dein Lieblingsmoment? Mein Lieblingsmoment der Reise war einfach die Zeit, in der wir ohne ein festes Ziel vor Augen durch die Gegend gebummelt sind. Meistens sind wir dann zufällig auf wunderschöne Gassen gestoßen, in denen sich Weinreben an jahrhundertealtem Gemäuer emporwinden. Das ist etwas, das man in den Staaten so nicht sieht. Ich könnte Stunden damit verbringen und das wirklich überall! Mein Lieblingsort der Reise war mit Abstand

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in Rom, das Osteria Dell'Anima ein Restaurant mit der besten Pasta – einfach zum Dahinschmelzen… Ravioli mit Birne und Käse gefüllt in einer hellen cremigen Soße und mit Karottenpüree. Wenn wir früher auf unse-

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rer Reise dort vorbeigekommen wären, ich sage dir, wir hätten mit Sicherheit jeden Tag da gegessen. So gut war es!

Hast du Einheimische kennengelernt? Die einzigen Einheimischen, die wir kennengelernt haben, waren unsere Gastgeber in den Unterkünften und die Reiseleiter während unserer Tagesausflüge (zur Amalfiküste, nach Pompeii und Krumau). Sie waren alle sehr hilfsbereit, haben uns Tipps gegeben, den Weg gezeigt und waren generell sehr angenehme Leute. Ich wünschte, wir hätten mehr Leute kennengelernt, aber es hat diesmal einfach nicht geklappt.

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Hast du eine Unterkunft, die du besonders weiterempfehlen kannst? (keine Antwort, wir haben in miesen Hostels übernachtet, haha)

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Hast du Souvenirs mit nach Hause Menschen leben, und man denkt darüber nach, wie man diesen Lebensgebracht? Ich habe alles, was ich für elf Tage benötige, in einen kleinen Rucksack gepackt. Also hatte ich leider keinen Platz mehr, um Souvenirs mit nach Hause zu nehmen. Wenn ich welchen gehabt hätte, hätte ich etwas Limoncello aus Italien gekauft, den ich dann mit meinem Mann und meinen Eltern getrunken hätte. Aber es gibt ja immer ein nächstes Mal, nicht wahr?!

Was bedeutet das Reisen für dich? Für mich bedeutet Reisen verschiedene Dinge. Es ist eine Mischung aus Abenteuer, Perspektive, Neuem und einem Hauch an Entspannung. Normalerweise reise ich, um mir eine Auszeit zu gönnen, um loszulassen und einfach die Zeit zu genießen, die man fort ist. Und jedes Mal kann man so richtig Kraft tanken.

Was war die interessanteste Sache/Idee/ Gedanke, die oder den du von deiner Reise mitgenommen hast? Ich ertappe mich oft dabei, wie ich auf Reisen immer wieder »Hier wohnt jemand, einfach genau so« sage, wenn ich in der Welt neue und unbekannte Arten zu leben entdecke. Es öffnet einem die Augen zu sehen, wie andere

stil auf den eigenen anwenden kann. Zum Beispiel können Italiener wunderbar entschleunigen, eine Sache mit der ich selbst so meine Probleme habe. Einfach mal öfter Urlaub machen, langsam spazieren zu gehen und mal drei Stunden oder länger das Abendessen genießen. Der Gedanke des »Stehenbleibens und den Moment zu genießen« ist etwas, das ich von meiner Reise mitgenommen habe.

Wie erhältst du dir das Reisegefühl im Alltag? Ich habe das Gefühl ständig ans Reisen zu denken. Also recherchiere ich immer ganz viel, um die Vorfreude auf die nächste Reise aufrecht zu erhalten. Im August fliegen wir für fünf Tage nach Island, um im Anschluss ein paar Tage in Kopenhagen zu verbringen. Dafür treffe ich momentan die Vorbereitungen. Abgesehen davon sind die alltäglichen Abenteuer in unserer Heimatstadt Minneapolis einfach das Beste. Wir lieben es hier und gehen gern raus und entdecken jeden Tag mehr und mehr von dem, was es hier so alles gibt. Manchmal sind die besten Dinge viel näher als man denkt. ;)

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Die Grand TOur par t III

Anne Sage

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The City Sage

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fotos von Anne Sage aufgenommen an der italianischen Riviera & Nizza

Anne ist Mitgründer von Rue Magazine und schreibt ihren eigenen Blog City Sage der sich auf Mode und Inneneinrichtung konzentriert. Nachdem sie bereits in San Francisco, New York, Toronto, Georgia, Nevada und, für einen viel zu heißen Sommer, in dem Anne davon träumte Landschaftsarchitektin zu werden, Boston. Jetzt lebt sie in Los Angeles und arbeitet als Lifestyle Autor, Creative Director und Social Media Consultant.

Wie sah die Route für deinen nem 18. Lebensjahr die erste Reise Sommertrip nach Europa nach Europa war hat mich schon etwas nervös gemacht. aus? Ich bin mit Norwegian Airlines über Kopenhagen nach Nizza geflogen. Dort angekommen, habe ich meine Reisegruppe getroffen und wir sind mit einem Van nach Alassio gefahren, ein kleines Städtchen an der italienischen Riviera. Ich blieb für fünf Tage in Alassio, fuhr zurück nach Nizza, verbrachte dort einen Abend und machte mich auf den Rückweg in die USA am nächsten Morgen!

Hattest du diese Ziele vorher schon einmal besucht? Ich war als Teenager schon einmal in Nizza gewesen, aber noch nie in Italien. Die Tatsache, dass dies seit mei-

Was war der Grund für deine Reise? Erfreulicherweise konnte ich an einem Styling und Fotografie Workshop von meiner Freundin und Stylistin Annette Joseph teilnehmen. Ich war aber nicht nur einer der Workshop Teilnehmer, sondern habe auch einen Vortrag gehalten, wie man Social Media nutzen kann, um sein Business voranzutreiben.

Wann hast du mit der Planung begonnen? Zum Glück kennt meine Gastgeberin Annette Joseph sich unglaublich gut mit dieser Region von Italien aus. Es ist sehr selten, dass ich jemandem

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die Planung meiner Reise anver-

sind so herzlich. Als ich zum Beispiel

traue, aber Annette hat einen tollen

in L’Eden war, einem Laden voller biologisch produzierter ligurischer Spezialitäten, hat mich die Besitzerin, Marina, mit den tollsten Geschenken für meine Familie in den USA versorgt. Ich habe sogar etwas von ihrem hausgemachten Pesto bekommen. Und bei Eleganza ist nicht nur jedes Kleidungsstück wunderschön, sondern die Verkäuferinnen auch so nett, dass es sich eher anfühlt, als würde man mit Freundinnen quatschen.

Geschmack, sodass ich sicher sein konnte, dass sie von allem nur das Beste aussucht – und genau so war es auch! Das ist auch eine gute Lehre für mich gewesen, ich weiß jetzt, dass es immer am besten ist, einen Freund mit ähnlichem Geschmack nach Empfehlungen zu fragen, statt nur auf das Internet zu vertrauen.

Was war der schönste Moment/ Ort vom ganzen Trip?

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Wir haben in der Pizzeria La Lanterna zu Abend gegessen, nur ein paar Meter vom Strand entfernt. Wir konnten beobachten, wie die Sonne unterging und der Himmel sich langsam tief blau färbte. Der Koch und Besitzer Matteo hat uns Muscheln, Oktopus, Thunfisch Carpaccio, hausgemachten Limoncello und die beste Pizza, die ich je gegessen habe, aufgetischt! Als wir gingen, ist Matteo’s Mutter aus der Küche gekommen und hat uns ihre Schokoladensalami mit Karamellsauce nach Geheimrezept angeboten. Der ganze Abend war ein kulinarischer Genuss!

Gibt es irgendwelche Hotels, die du besonders empfehlen kannst? In Alassio haben wir im Borgata Cantone B&B übernachtet. Ich kann dieses wunderschöne Landhaus gar nicht genug empfehlen! Die Zimmer sind atemberaubend, genau wie die Aussicht. Die Besitzer Vicki and Emanuel verwöhnen ihre Gäste mit dem Besten. Dort möchte ich auf jeden Fall mit Freunden und Familie noch einmal hin!

Welche Souvenirs hast du mitgebracht?

Hast du Einheimische getroffen?

Ich habe eine wunderschön geschnittene, weiße Bluse gekauft. Jedes Mal, wenn ich sie trage, wird sie mich an die eleganten italienischen Frau-

Ich habe sie nicht nur getroffen son-

en erinnern, die ich auf meiner Reise

dern mich in sie verliebt! Die Italiener

getroffen haben!

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Was bedeutet Reisen für dich?

sein muss. Ich war sehr ängstlich

Das hört sich sehr kitschig an, aber Reisen gibt mir ein Gefühl von Liebe und Dankbarkeit. Ich bekomme so ein wunderbar positives Gefühl, wenn ich sehe, wie Leute auf der ganzen Welt ihre Leben führen: Mütter, die sich um ihre Kinder kümmern, alte Freunde, die sich zum essen treffen, Geliebte, die sich küssen. Reisen erinnert mich auch daran, wie sehr ich mein Leben in der USA liebe und wie dankbar ich dafür bin!

wegen des Jet Lag, des unbekannten

Welche neue Idee hast du von deiner Reise mitgenommen?

lien hab ich die nette Giulia von Jul’s

Für mich war es eine wertvolle Chance, mir selbst zu beweisen, dass internationales Reisen nicht stressig

Essens und der Sprachbarriere, aber ich hatte dann doch eine tolle Zeit und kann es kaum erwarten, noch mehr zu entdecken. Es war schön herauszufinden, dass ich mit ungewohnten Dingen zurechtkomme.

Wie behältst du das ›Reisegefühl‹ im Alltag? Am liebsten tue ich das, indem ich in die Küche gehe und Essen koche, das mich an meine Reise erinnert! In ItaKitchen

getroffen und ihr Kochbuch

gekauft. Ich kann es kaum erwarten, ihre Rezepte nachzukochen und in Erinnerungen zu schwelgen!

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LAY O UT ENA

L _HE IKO MEL V

TEXT_LUISA SANCELEAN 46

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Descape »Desk & Escape« z.dt. Die Flucht vom Schreibtisch

Der Jahresurlaub ist oft die beste Möglichkeit, um wieder Kraft und Energie für den Alltag in der Heimat zu tanken. Wir suchen Inspiration und neue Eindrücke auf den Märkten Marokkos, Entspannung an den Stränden des Mittelmeers und versuchen mit Händen und Füßen, dem Taxifahrer in Shanghai zu erklären, wo es hingehen soll. Das lässt uns abschalten, wir können unsere Gedanken schweifen lassen und die Welt mit neuen Augen sehen. Manch einer lässt das gewohnte Leben gar für Monate hinter sich und gönnt sich eine Pause während eines Sabbaticals. Eine Radikalkur der etwas anderen Größenordnung. Aber wie wäre es, wenn man im Reisebüro statt des Urlaubs einen Kurztrip in einen anderen Beruf buchen könnte, um dem Büroalltag kurzzeitig zu entkommen? Das Berliner Startup Descape macht genau das möglich.

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Wenn die Luft im Büro zu stickig wird, die Gedanken über dem Schreibtisch unentwegt kreisen und die Kreativität längst im kalten Kaffee ertränkt ist, sollte man entweder schnell den Urlaub an den nächsten Palmenstrand buchen oder sich bei descape.de einloggen. Desk-Escape – die Flucht vom Schreibtisch – das ist es, was Lena Felixberger mit ihrem Das meist gebuchte Startup für jeden möglich macht – ob Descape ist der Be- für einen Tag oder gar einige Wochen. ruf des Tischlers.

»Die Idee dazu schlummerte schon in mir, bevor die Idee da war«, erzählt die gebürtige Münchnerin. Nach ihrer Ausbildung und ihrem Studium in Kommunikationsdesign arbeitet Lena als Texterin in einer Werbeagentur. Nicht der direkteste Weg zu diesem Beruf. Doch die Descape-Gründerin findet schon zu Schulzeiten mehr als nur eine Branche spannend und will sich nicht festlegen müssen. In Hamburg bei Jung von Matt angekommen, ist sie zwar mit ihrem Job zufrieden, hat die Freiheit, sich immer wieder neu auszuprobieren und beschäftigt sich stets mit neuen Themen, doch am Ende des Tages bleibt der Gedanke dar-

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Descape ist weltweit das erste Unternehmen seiner Art.

an, vielleicht noch mit 60 auf diesem Schreibtischstuhl zu sitzen. Mit Mitte 20 will Lena daran nicht denken, und auch Freunde und Kollegen bestätigen ihre Einstellung: »Jeder von ihnen hat wohl dieses Gefühl, ich mache meinen Job jetzt, aber nicht für immer«, so Lena. Aber was wäre die Alternative?

POSTKARTE

Die Idee von einer Community, die ihre Jobs tauscht, kommt der Gründerin, als 2010 Services wie Airbnb und Carsharing-Modelle aufkommen. Sie liefern ihr das Konzept für den ersten Peer-to-Peer Marktplatz weltweit. »Peer-to-Peer mag technisch klingen, aber es unterstreicht den Community-Charakter unseres Konzepts. Das unterscheidet uns wesentlich von Anbietern wie Jochen Schweizer oder Mydays, welche auf das Event und den Adrenalinkick Wert legen«, erklärt Lena. Zusammen mit ihrem Mitgründer Heiko Strubel gründet Lena Ende 2014 Descape. Unterstützung suchen sich die beiden kreativen Köpfe zu Beginn des Jahres 2015 mit Jens Ehne als Co-Gründer.

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Bei der Auswahl ihrer Berufe-Trips geht es hauptsächlich darum, weg vom eigenen Schreibtisch zu kommen. »Am Anfang war es nur eine These, dass die Leute weg wollen

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von ihrem Arbeitsplatz, deswegen kam auch schnell unser Firmenname zustande. Doch unsere Nutzer haben es bestätigt – die Leute wollen mal einen Tag lang tischlern oder Bier brauen, Handwerkliches machen, in der Natur sein, sprich: Einen möglichst großen Gegensatz zur alltäglichen Arbeit finden«, erzählt Lena.

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Das Berliner Startup bietet mittlerweile 40 Descapes an und wächst stetig, denn jeder, der an einem Descape interessiert ist, kann seinen eigenen Berufswunsch vorschlagen und vielleicht bald selbst für einen Tag Bäcker oder Gin-Destillateur werden. Doch auch die bestehende Angebotspalette lässt Entdeckerherzen höher schlagen. Wer es exotisch mag, fliegt nach Costa Rica in den tropischen Regenwald zur Forstarbeit, sein eigenes Surfbrett kann der Descaper in Portugal bauen, und zur Olivenernte geht es nach Spanien. Ob handwerklich, sportlich, kulinarisch oder tierisch, so unterschiedlich wie die Berufswünsche sind auch die Nutzer von Descape. »Unsere Zielgruppe sind überwiegend Leute, die seit zehn bis fünfzehn Jahren im Beruf sind und die vielleicht die ersten Jahre viel Elan und Herzblut investiert haben und wo es irgendwann zur Ernüchterung kommt«, erklärt Lena. Für diese Menschen löst Descape ein Problem. Denn ohne Kündigung und unbezahl-

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ten Urlaub war es bisher kaum möglich für Berufstätige, Auszeiten zu nehmen, geschweige denn ein Praktikum in einer anderen Branche einzulegen. Dennoch gilt es weiterhin, viel Aufklärungsarbeit zu leisten: »Man muss schon eine Art neues Mindset in die Köpfe bringen, dass so etwas überhaupt geht, dass man so etwas ab und zu in  seinen Arbeitsalltag einbauen kann«, so die Gründerin. Enthusiastischer zeigen sich da Berufseinsteiger und Studenten, die sich mit einem Descape noch ausprobieren wollen. Den Teil des »escapes« (der Flucht) des Firmennamens sollte man dabei aber nicht zu ernst nehmen. Hier soll es nicht darum gehen, sich in Illusionen oder Traumwelten zu flüchten. Descape hat den Anspruch, etwas Bodenständiges zu sein, was sich in den eigenen Alltag einbauen lässt. Diese Vorstellung von Arbeit und Beruf im Leben soll nicht nur ein Konzept für die Generation Y werden. Berufstätige aller Altersgruppen und Positionen können in anderen Branchen entdecken, was im eigenen Job besser oder anders gelöst werden kann oder was am

Das günstigste Descape kostet 50-75 Euro, das teuerste liegt im vierstelligen Bereich.

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POSTKARTE

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persönlichen Alltag vielleicht doch schöner ist als während des Descapes. »Jeder muss Erfahrungen machen, um inspiriert und aufgetankt zu bleiben«, davon ist Lena überzeugt. Lena, Gründerin von Descape: »Für uns ist der Job erfolgreich Wer sich nun fragt, ob er für ein Descape getan, wenn jemand sagt, super, geschaffen ist, dem hat die Gründerin et- das war eine Inspiration, und ich gehe neu aufgetankt in meiwas an die Hand zu geben: »Ein Descaper nen Job zurück«.

muss Neugierde mitbringen, offen sein, um über seinen Tellerrand zu schauen und Interesse an anderen Menschen und deren Leben haben.«

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In Zukunft soll die Angebotspalette noch weiter wachsen und die Online-Plattform von descape.de neu aufgebaut werden, das haben sich die drei Wahl-Berliner fest vorgenommen: »Wir sind gerade dabei, Community-Funktionen auszubauen, damit man sich auch schon vorher mit dem Anbieter austauschen, Fragen stellen kann und in seinem Kalender nach freien Terminen schauen kann«. n

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POSTKARTE


GRAND TOUR

DIE GRÜNDER Lena Felixberger

Heiko Strubel Heiko Strubel hat nach seinem Studium in Kommunikationsdesign mehrere Jahre als U1/UXDesigner in einem Berliner Startup gearbeitet. Seine Idee zu Descape entsprang dem Wunsch, sich beruflich fortzubilden, ohne seinen eigentlichen Job zu kündigen.

Weitere Infos gibt es auf: descape.de facebook.com/descape.de twitter.com/DESCAPE_de

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Lena Felixberger ist ein klassischer »Descaper«: Nach einer handwerklichen Ausbildung entschied sie sich für ein Studium in Grafikdesign – um später doch Texterin zu werden. Nach Jahren in der Agenturwelt trieb sie die Frage um: Was kommt da noch? Daraus wurde eine Geschäftsidee. Und noch einmal ein neuer Beruf: Unternehmerin.

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SEESACK Griechenland


Willkommen in Griechenland

fotos: Sivan Askayo

Eleni Psyllaki My Paradissi Eleni schreibt auf My Paradissi über Inneneinrichtung, Decor und ihre Heimat Griechenland

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Lieblingsstadt

Die Antwort kann nur Rethymno auf Kreta lauten. Es ist eigentlich nur ein größerer Ort mit einer einfach hinreißenden Altstadt direkt am Meer, und die Menschen sind sehr gastfreundlich. Manchmal scheint es mir, als ob die Touristenmassen Rethymno zusammenhalten. Athen muss an dieser Stelle aber auch erwähnt werden. Es ist das Herz des Landes, und ein Besuch in dieser bunten, lebendigen Stadt , ein Ausflug auf den antiken modernen Balkan gehört unbedingt dazu.

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SEESACK Mehr über die griechische Insel Milos ab Seite hier

Bester Strand

Komos im Süden von Kreta. Hier wartet kristallklares Wasser an einem Sandstrand so weit das Auge reicht. Der Strand ist, so groß, dass es einem vorkommt, man sei alleine dort, egal wie viel Menschen sonst noch da sind – das ist einfach fabelhaft.

Bester Blog zum Träumen

@corinanika , der Instagram-Account von Corina von cocorrina .com, verführt mit jeder Menge cooler Fotos ihrer Insel Kefalonia zum Folgen. Auch der Blog aegeanpan lohnt sich, da gibt es viele schönes Schnappschüsse das täglichen Lebens auf den griechischen Inseln.

Beste Reisezeit Es ist immer noch warm (meistens sogar eher ziemlich heiß), aber nicht so windig wie im Juli oder August. Außerdem sind dann die griechischen Sommerferien zu Ende und die Kinder gehen wieder in die Schule, dann ist es auch nicht so voll.

foto: Kitchen Alchemist

Reisegepäck

Sonnencreme und ein Hut zum Schutz vor der extremen Sommersonne, flache Schuhe für Spaziergänge durch die Straßen der Inseln, ein gutes Buch für die erholsamen Stunden am Strand und ein gesunder Appetit auf all die wunderbaren Köstlichkeiten, die einem hier begegnen. Bloggerspecial mit Rezepten aus dem Meer (Seite hier )

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Der große sisterMAG mit

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Bei der Beschäftigung mit sisterMAG N°19 ließen wir unsere Gedanken in die Ferne schweifen. Wir dachten an Sommerurlaube am Mittelmeer mit der Familie oder Roadtrips mit Freundinnen entlang der italienischen Küste. Als wir dann den Inhalt unserer Reisetaschen beschrieben, durfte natürlich eines nicht fehlen: der Sonnenschutz! Ein Thema, welches bei vielen Menschen nicht unbedingt Begeisterungsrufe auslöst. Sonnenschutz macht nicht immer Spaß, die Creme klebt oder lässt sich schlecht verreiben. Und genau deshalb widmen wir uns diesem Thema gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden von VICHY. Denn endlich (das hatten wir uns schon im letzten Jahr mehrmals gewünscht) dürfen wir euch die Sonnenprodukte der Apothekenkosmetikmarke vorstellen, von denen wir intern wirklich begeistert sind. Das passt besonders gut, denn im Juni könnt ihr an einer tollen Aktion von VICHY teilnehmen: Der Rabatt beim Kauf eines Sonnenprodukts in der Apotheke richtet sich nach der Höhe des Lichtschutzfaktors! Wenn ihr also ein Produkt mit LSF 30 kauft, bekommt ihr 30% Rabatt!

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ILLUSTRATIONEN  Ana Rey Damit ihr euch entscheiden könnt, welches Produkt am besten zu euren Sommeraktivitäten passt, haben wir euch Produkte für verschiedene Situationen herausgesucht und stellen diese im ganzen Heft vor: das richtige Sonnenschutz pflegeprodukt von VICHY fürs Sightseeing in Rom, einen Bürotag in Barcelona oder einen Aperitivo in Italien. Blogger aus fünf verschiedenen Ländern haben für euch ihre eigene Interpretation der Situation vorbereitet, und Illustratorin Ana Rey aus Spanien hat für uns die Situationen grafisch umgesetzt. Zu Beginn erklären wir euch im sisterMAG Sunguide, was es überhaupt mit UV-Strahlung auf sich hat und warum man sich unbedingt schützen sollte. Und zum Schluss gibt es den großen Eincreme-Guide!

POOLFOTOS Fotos Diana Patient MUA Andrea Chiu StylingFrancesca Prizzon ModelNatalie  @ Profile Am Pool hier Bürotag in Barcelona  hier Sightseeing in Rom  hier Sundown hier Aperitivo hier

sisterMAG Sunguide  hier Guide übers Eincremen  hier Ausgabe 19 | Juni 2015

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Die W채rme und das Licht der Sonne steigert unser allgemeines Wohlbefinden, und wer denkt bei den Bildern aus Kroatien oder Spanien in dieser Ausgabe nicht daran, sofort in die Sonne zu reisen? Doch die Schattenseiten der Sonnenstrahlung werden untersch채tzt: Die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs steigt kontinuierlich. Der Grundstein hierf체r wird bereits in der Kindheit gelegt.

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LSF 30/50+

mit IDÉAL SOLEIL BRONZE Milch-Spray Was erwarte ich von einem Tag am Pool – natürlich eine schöne Bräune, auf die ich im Büro vielleicht sogar angesprochen werde: Mit dem neuen Idéal Soleil Bronze Milch-Spray gibt es endlich einen hohen Sonnenschutz, mit dem ich trotzdem braun werde. Dabei handelt es sich trotzdem nicht (!) um einen Selbstbräuner, sondern lediglich um eine Sonnenpflege, die durch den Inhaltsstoff Tyrosin C die M ­ elaninproduktion und damit den natürlichen Bräunungsprozess unterstützt. Die Formel mit hohem UV-Schutz kombiniert einen Feuchtigkeitskomplex für verbesserte Bräune mit einer 100% innovativen Spray-Technologie. Die Easy-Spray-Technologie* ist ausgestattet mit be­ quemer »AUF und ZU«-Regulierung und ist in jeder Position anwendbar: 360°, Sprühkopf oben, Sprühkopf unten … ultra-praktisch in allen Situationen.

* Zertifiziert (IP57) vom Nationalen Labor für Metrologie und Versuche, nach CrashTests und Dichte-Tests (»Sandsturm« »Tsunami« - »Tieftauchtaufe«).

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Der große sisterMAG mit VICHY Die UV-Strahlung, die den Wellenlängenbereich von 100 Nanometer (nm) bis 400 nm umfasst, ist der energiereichste Teil der optischen Strahlung. Sie ist für den Menschen nicht sichtbar und wird unterteilt in:

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UVC-Strahlung

UVB-Strahlung

UVA-Strahlung

(Wellenlänge 280-100 nm) ist der kurzwelligste und damit energiereichste Anteil der UV-Strahlung. Sie wird von der Erdatmosphäre in den oberen Atmosphärenschichten vollständig ausgefiltert, so dass natürliche UVC-Strahlung die Erdoberfläche nicht mehr erreicht.

(Wellenlänge 320-280 nm) wird auch als mittleres UV bezeichnet. Die energiereiche UVB-Strahlung wird abhängig vom Zustand der Ozonschicht ebenfalls durch die Atmosphäre ausgefiltert. Aber nicht vollständig: etwa bis zu 10% der energiereichen UVB-Strahlung erreichen noch die Erdoberfläche. Bei Störungen der Ozonschicht vergrößert sich der auf die Erdoberfläche treffende UVB-Anteil.

(Wellenlänge 400320 nm) schließt sich direkt an das sichtbare Licht an und ist der langwellige Bereich der UV-Strahlung. Sie erreicht im Gegensatz zur UVBund UVC-Strahlung weitgehend unbehindert die Erde.

UVA-/UVB-Eselsbrücke UVB = Brand & Bräune UVB kurzwellig

UVC zwellig r u k m extre

O

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N ZO

-

ICH H C S

T

UVA = Alterung, Allergie UVA langwe llig


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Die Stärke der natürlichen UVStrahlung auf der Erdoberfläche hängt vor allem vom Breitengrad und dem Sonnenstand ab. Je näher man dem Äquator ist, desto stärker ist die UV-Strahlung. Im Sommer ist die Strahlung stärker als im Winter. Auch die Höhenlage des Aufenthaltsortes spielt eine Rolle.

Als Maß für die sonnenbrandwirksame UV-Strahlung wird der sog. UV-Index herangezogen. Er gibt Aufschluss über die Strahlungsintensität am jeweiligen Ort. Der tägliche UVI wird vom Dt. Wetterdienst und dem Bundesamt für Strahlenschutz z.B. hier veröffentlicht. Ausgabe 19 | Juni 2015


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Positive Wirkung

Negative Wirkung

Die UV-Strahlung wirkt sich positiv auf unser

Zu den akuten Schäden gehö-

Wohlbefinden aus und ist an der Bildung von

ren der Sonnenbrand, licht­

körpereigenem Vitamin D beteiligt. Vitamin

bedingte Hautausschläge und

D ist wichtig für den Knochenaufbau, die

die Sonnenallergie sowie die Im-

Muskulatur und das Immunsystem. Je nach

munsuppression (die Unterdrü-

Alter und Jahreszeit genügen ungefähr 15

ckung einer Immunreaktion), zu

Minuten normales Sonnenlicht pro Tag auf

den chronischen Schäden das

Gesicht und Hände, um eine ausreichende

Photo­ aging (Aktinische Elasto-

Versorgung mit Vitamin D zu gewährleisten.

se), Hautkrebs sowie ebenfalls

Weiterhin zeigen UV-Strahlen therapeutisch

die Immunsuppression.

nutzbare Effekte.

UV-B

UV-A

280-320 nm

280-400 nm

AKUTE SCHÄDEN

Sonnenbrand

Lichtdermatose

CHRONISCHE SCHÄDEN

Photoaging (Aktinische Elastose)

Immunsuppression Photokarzinogese Immunsuppression Der Sinn und Zweck eines Sonnenschutzproduktes besteht nicht in einer Verlängerung der möglichen Sonnenexposition, sondern darin, einen vernünftigen, für die Gesund­erhaltung der Haut unbedenk­lichen Aufenthalt in der Sonne zu gewährleisten!

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Wann ist die Haut besonders sonnengefährdet? Bei folgenden Risikogruppen ist ein adäquater Sonnenschutz besonders erforderlich, um die Gesundheit der Haut in der Sonne zu bewahren: nn Bei Kindern, da sich alle Lichtschäden im Laufe des Lebens kumulieren und sich Kinder durchschnittlich 3-mal länger und ­ häufiger in der Sonne aufhalten als ­Erwachsene. nn Bei Neigung zu Lichtdermatosen (z. B. Herpes, »Sonnenallergie«, phototoxische ­ Haut­reaktionen, etc.). nn Bei Anwendung bestimmter Medikamente (z.B. Antibiotika, Sulfonamide, Antihistaminika, Vitamin-A-Säure, Diuretika, etc.). Eine Reihe von Inhaltsstoffen erhöhen die Lichtempfindlichkeit der Haut und manche ­können phototoxische Reaktionen hervorrufen.

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nn Bei genetisch bedingter Schwäche der Lichtanpassungsmechanismen, d.h. bei Personen der Phototypen I und II sowie bei Menschen, die bereits in ihrer Vergangenheit stark sonnenexponiert waren. nn Durch Einnahme der Antibabypille oder in der Schwangerschaft nn Bei geschwächtem Immunsystem (z.B. HIV-Infizierte, Patienten mit Krebser­ krankungen, etc.).

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Die IDÉAL SOLEIL Sonnenschutzprodukte gibt es für jeden Phototypen und jeden Hauttypen. Alle Sonnenschutzprodukte bieten einen zuverlässigen UV-A- und UVB-Schutz gemäß der EU-Richtlinie.

Das hochwertige UV-Filtersystem mit Mexoryl® XL, das in allen Idéal SOLEIL Sonnenschutz-Produkten enthalten ist, schützt vor UV-A- und UV-B-Strahlen:

ABSORPTIONSSPEKTREN DER IN IDÉAL SOLEIL ENTHALTENEN FILTERSUBSTANZEN

68 Absorption [absolute Werte]

Octocrylene Mexoryl ®XL Tinosorb S Parsol 1789 Mexoryl ®SX

290

300

310

320

330

340

350

360

370

380

390

Wellenlänge [nm] UVB

UVA

Die Kombination aus Filtersubstanzen in den IDÉAL SOLEIL Produkten führt dazu, dass vor ­allen gefährlichen Strahlen im UVA und UVB-­ Nanometer-Bereich geschützt wird.

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IDÉALE HAUTQUALITÄT Wirkstoffe aus der Gesichts- und Körperpflege für die Idéale Haut in der Sonne

MEXORYL® SX-XL und TINOSORB S

EMPFINDLICHE HAUT – DERMATOLOGISCH GETESTET – OHNE PARABENE – THERMALWASSER VON VICHY

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WAS GIBT DER LICHTSCHUTZFAKTOR AN? Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, wie viel länger man sich mit einem ­Sonnenschutzprodukt in der Sonne aufhalten könnte, ohne dass sich die Haut rötet.

LSF =

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MED mit Schutz MED ohne Schutz

MED (Minimale Erythemdosis): Die UV-Dosis, bei der ein gerade sichtbares Erythem (Rötung) auftritt.


SEESACK Die Eigenschutzzeit ist die Zeitspanne, in der man sich ungeschützt in der S ­ onne aufhalten kann, bevor man Sonnenbrand bekommt:

Phototyp

Hauttyp

EigenschutzLSF zeit

I extrem sonnen­ empfindlich

KELTISCH sehr helle, blasse Haut blaue oder graue Augen, rötliche Sommersprossen

max. 5-10 min.

50+ 40

II sonnen­ empfindlich

HELLHÄUTIGER EUROPÄER helle Haut, blaue, graue oder grüne Augen

max. 10-20 min.

40 30

III normal sonnen­ empfindlich

DUNKELHÄUTIGER EUROPÄER hellbraune Haut dunkelgraue oder braune Augen

max. 20-30 min.

30 20

MEDITERRANER TYP / IV MITTELMEER-TYP wenig sonnen- olive bis dunkelbraune empfindlich Haut, braune oder dunkelbraune Augen

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max. 30-40 min.

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max. 40-50 min.

20

SCHWARZAFRIKANIVI SCHER TYP max. 50-60 min. sehr sonnen­ dunkelbraune bis schwarze unempfindlich Haut, dunkelbraune Augen

20

V sonnenunempfindlich

AFROAMERIKANISCHER TYP braune Haut, braune oder dunkelbraune Augen

Zur Berechnung der Schutzzeit wird der LSF mit der Eigenschutzzeit multipliziert, wobei viele Ärzte empfehlen, nur 60% dieser Zeitspanne zu nutzen: Eigenschutz der Haut [je nach Lichtschutztyp]

LSF

60% [Sicherheits marge]

=

Lichtschutzzeit

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DER GUIDE ÜBERS

1. Sonnenschutzprodukt großzügig, sorgfältig und gleichmäßig auftragen (siehe Seite zuvor), sodass alle Hautflächen bedeckt sind. Nicht vergessen: Ohren, Kopfhaut, Nacken, Dekolleté und Rücken sowie Fußrücken

2. Mehrfach auftragen, um den Lichtschutz zu erhalten. Dies gilt besonders bei Schwitzen oder nach dem Schwimmen und Abtrocknen.

3. Intensive Mittagssonne vermeiden 4. Besonders auf die »Sonnenterrassen« des Kör-

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pers achten, denn hier landen viele UV-Strahlen. Deshalb Kopf, Stirn, Nase, Ohren, Nacken, Schultrn, Hände, Knie, Po und Fußrücken besonders gut eincremen

5. Wasser, Sand & Schnee werfen die UV-Strahlung zurück wie ein riesiger Spiegel. Hier kommt die UV-Strahlung also nicht nur direkt von der Sonne – Sonnenbrille mit UV-Schutzgläsern aufsetzen!

6. Vor dem Schwimmen besonders gut eincremen, denn die UV-Strahlen erreichen den Körper auch im Wasser

7. Bei kühlendem Wind oder bedecktem Himmel am Meer spürt man die Sonnenstrahlen nicht mehr so stark. Die UV-Strahlen lassen sich davon aber nicht abhalten. Deshalb auch dann gut eincremen.

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8. Auch Sonnenschutzmittel mit hohen Lichtschutzfaktoren bieten keinen vollständig 100%igen Schutz vor UV-Strahlen. Eine gewisse Menge UVLicht erreicht die Haut immer und kann daher sowohl seine schädliche als auch seine positive Wirkung entfalten

9. Babys und Kleinkinder immer vor direkter Sonneneinstrahlung schützen – sie sollten neben schützender Kleidung auch immer eine Kopfbedeckung tragen!

10. Das Sonnenschutzmittel sollte einen hohen bis sehr hohen Lichtschutzfaktor (LSF größer als 25) haben 73

… hat VICHY im Juni eine tolle Aktion in den Apotheken:

Der Lichtschutzfaktor des gekauften Produktes bestimmt den Preis!! Was das heißt? Kaufe ich ein Produkt mit Lichtschutzfaktor 30, bekommt ich 30% Rabatt!!! Bei LSF 50 gibt es dementsprechend 50% Rabatt! Dazu gibt es zudem eine Sonnentasche von VICHY dazu!*

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DER GUIDE ÜBERS

Gesicht & Dekolleté

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Dosierung ½ TL = 2ml

Arme

Dosierung ½ TL = 2ml

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Auftragen 5 Tupfer Creme auf das Gesicht und 8 Tupfer Creme auf das Dekolleté auftragen.

Verteilen Das Produkt rasch auf dem gesamten Gesicht verstreichen. Mit einer Hand nach der anderen von der Gesichtsmitte (inkl. Nase) zu den Außenkonturen (inkl. Ohren) hingleiten. Dabei schrittweise höher, vom Kinn zu den Wangen gehen. Hals & Dekolleté mit glättenden Bewegungen vom Unterkiefer über das Dekolleté bis zum Badeanzug hinab streichen.

Auftragen 6 Tupfer Creme - oder 8 Sprühstöße Ölspray auftragen. Dies vom Handrücken bis zu den Schultern auf Vorderund Rückseite der Arme verteilen.

Verteilen Das Produkt mit sanft kreisenden, glättenden Bewegungen vom Handrücken bis zu den Schultern und von der Hand über die Arminnenseite zu den Achseln verstreichen.


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Bauch & untere Rückenhälfte

Dosierung 1½ TL = 6ml

Auftragen Milch = 8 Tupfer + 2 auf der Taille auftragen. Milch- oder Ölspray = 8-10 Sprühstöße + 2 Sprühstöße auf die Taille auftragen

Schultern

Verteilen Das Produkt im Uhrzeigersinn mit kreisenden Bewegungen der flachen Hand verstreichen. Die Hände flach auf die Bauchmitte legen und nach hinten hin verstreichen.

Mittlerer Rücken

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Dosierung 1 ½ TL = 6 ml für den gesamten Rücken

Auftragen & Verteilen Die Hand mit ½ TL (2 ml) auf die gegenüberliegende Schulter legen und mit der anderen Hand den Ellenbogen abstützen. Nacken und Schulter eincremen. Das Gleiche entgegengesetzt wiederholen. Unter den Schulterblättern verteilen.

Auftragen & Verteilen ½ TL (2ml) auf den Handrücken geben und von unten nach oben entlang dem Rückgrat verteilen.

Beine

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MILOS FOTOS: SIVAN ASKAYO Ausgabe 19 | Juni 2015


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Milos ist Teil der Kykladen-Inselgruppe im Ägäischen Meer. Die Insel ist 11.2 km lang und 17,6km weit, wird aber in der Mitte so weit von der See eingeschnitten., dass die Form an ein Hufeisen erinnert. In dieser Bucht einer der größten und sichersten natürliche Häfen des Mittelmeers und wichtigste Verbindung zum Festland.

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Viele der Strände auf Milos werden von kleinen Fischerhäusern gesäumt. Die Syrmata sind so nah am Wasser gebaut, dass das Erdgeschoss als Garage für Boote dient und das Obergeschoss als Wohnraum genutzt wird. Heute werden nur noch wenige der Syrmatas von Fischern bewohnt sondern als Ferien- oder Wochenendhäuser vermietet.


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Der Sage nach wurde die Insel nach ihrem ersten Bewohner benannt. In der griechischen Mythologie ist Milos der Sohn einer Familie von Zypern und wird von Aphrodite nach dem Selbstmord seiner Eltern auf die Insel geschickt. Die geläufigere Theorie ist das sich Milos aus dem altgriechischem Wort »βήλος« für Schafe entwicket hat.

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Bereits seit mehr als 5000 Jahren bewohnt entwickelte sich Milos in der griechischen Antike zu einer der fortschrittlichsten Städte im Mittelmeerraum. Durch den Abbau des begehrtem, schwarzen Vulkangesteins Obsidians etablierte sich die Insel als Zentrum des Handels. Eines der bekanntesten antiken Skulpturen, die Venus de Milo, wurde 1820 auf der Insel endteckt und befindet sich heute im Louvre in Paris. Die Skulptur wurde in einer Niche in Ruinen im Dorf Tripiti gefunden. Nach dem Zusammenbruch der griechischen Antike wurde Milos wiederholt erobrt und stand unter Herrschaft der RÜmer, Byzantiner, Ottomanen und Nationasozialisten im 2. Weltkrieg.

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Die über 70 Strände könnten unterschiedlicher nicht sein, von weißem Sandstrand, Vulkangestein und selbst Kliffhöhlen umgeben von antiken Ruinen wie Papafragas. Entlang der Küste der ganzen Insel gibt es immer wieder Höhlen die früher von Piraten als Versteck genutzt wurden.

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2009 wurde Milos vom Konzil zu einer heiligen Insel erklärt da dort das älteste christliche Monument zu finden ist. Die Katakomben sind in Höhlen in der Nähe des Dorfes Tripti. Bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. dienten sie als erster Versammlungsplatz der Christen auf der Insel und wurden als Friedhof genutzt.

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BLOGGER SPECIAL

RECIPES FROM THE SEA

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Griechenland – den Urlaub in Mittelmeerländern verbinden viele Menschen auch mit dem Besuch eines exzellenten Fisch-Restaurants bei Sonnenuntergang am Meer. Deshalb dürfen in dieser Ausgabe vom sisterMAG natürlich Rezepte rund um und mit Fisch nicht fehlen. Wir haben Inspirationen aus der Bloggerwelt gesammelt und präsentieren auf den folgenden Seiten maritime Rezepte!

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AVOCADOS MIT RÄCUHERLACHS &EI Dieses Rezept ist von Rachel die auf Grok Grub blogt. Den dazugehörigen Post mit dem Rezept findet ihr hier .

Zutaten 4 Avocados 100 g Räucherlachs 8 Eier

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Salz schwarzer Pfeffer chili flakes fresh dill

ZUBEREITUNG 1. Ofen auf 215 Grad vorheizen. 2. Avocados halbieren und Kern entfernen. Wenn die Kuhle zu klein ist, so viel Avocado auslöffeln bis ein Ei darin platz findet. 3. Avocado Hälften auf Backpapier legen, Streifen von Räucherlachs in die Kuhlen legen und Ei darüber geben (Eier zuerst in eine Schüssel schlagen, dann mit einem Löffel soviel wie möglich auf die Avocado geben). 4. Salz und Pfeffer nach belieben hinzufügen. 5. Vorsichtig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Alles in den Ofen geben und für ca. 15-20 Minuten backen. 6. Dill und Chiliflocken darübergeben, warm servieren.

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GEBACKENER FISCH MIT SAUCE TARTAR Georgia postet seit 2010 Beitr채ge 체ber Comfort Food mit einem gewissen Twist auf ihrem Blog The Comfort of Cooking . Ihre Version des britischen Klassikers Fish & Chips findet ihr hier .

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ROTE BEETE RISOTTO MIT ZANDER Seit mehr als 5 Jahren teilt Denise auf Foodlovin' ihre Lieblingsrezepte. Den Post zum Rote-Beete-Risotto mt Zander und Kokosschaum findet ihr hier .

ZUTATEN 500 g Zanderfilet 2 EL Kokosöl 1 Bio-Limette 250g Risottoreis 2 rote Bete Knollen 1 Schalotte 1 EL Butter 150 ml Rotwein 1 l Gemüsebrühe 40 g Parmesan 1 EL Butter 150 ml Kokosmilch Frischer Koriander

ZUBEREITUNG 1. Die rote Bete Knollen mit Handschuhen schälen und in Würfel (ca. 1 x 1 cm) schneiden. Die Schalotte schälen und fein würfeln. Die Gemüsebrühe erhitzen und die ganze Zeit über warm halten 2. 1 EL Butter in einem Topf erhitzen und die Schalotten darin andünsten. Den Reis dazugeben und mit anrösten. Dann die Rote Bete Würfel dazugeben und alles noch mal durch schwenken. Mit dem Rotwein ablöschen und einkochen lassen. 3. Nach und nach die Gemüsebrühe dazu geben und unter Rühren einkochen lassen. Immer weiter machen bis das Risotto al dente gekocht ist (ca. 20 – 30 Minuten). Das Risotto warm halten. Währenddessen den Fisch abspülen, trockentupfen und das Kokosöl in einer großen Pfanne erhitzen. Den Fisch darin auf der Hautseite kross anbraten. Einmal wenden und bei geringer Temperatur gar ziehen lassen. Mit frisch geriebener Limettenschale, und Salz würzen. 4. Das Risotto nochmal erwärmen. Den Parmesan hineinreiben und zusammen mit 1 EL Butter unterrühren, bis er geschmolzen ist. 5. Die Kokosmilch in einem kleinen Topf erhitzen, mit einem Spritzer Limettensaft würzen und mit dem Stabmixer schaumig aufmixen. 6. Das Risotto auf Teller geben, den Fisch darauf legen und mit Kokosschaum beträufeln. Zum Schluss noch frisch gehackten Koriander darüber streuen.

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GESCHWÄRZTE FISCH TACOS Um das Rezept für Morgans leckeren Fisch-Tacos zu lesen, besucht ihren Blog Host the Toast .

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ONE POT DORSCH Hannah verรถffentlichte dieses Rezept auf ihrem Blog The Kitchen Alchemist .

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ZUTATEN 100g gewürfelte Chorizo 1 Prise Saffran 1 großes Glas Weißwein 250 ml Passata mit Stückchen 1/2 TL Paprikapulver 1 Dose Kichererbsen 1 große rote Zwiebel 2 Knoblauchzehen, gehackt 250 ml Hünherbrühe Saft von 2 Zitronen 2 TL Zucker Glatte Petersilie Natives Olivenöl Salz und Pfeffer Meerfenchel und Butter zum Garnieren

ZUBEREITUNG 1. Chorizo mit Olivenöl in einer Pfanne mit Deckel anbraten. Aus der Pfanne in eine Schüssel geben und zur Seite stellen. Zwiebel zu schon vorhandenem Öl geben und für ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze weich werden lassen. Knoblauch dazugeben und für einige Minuten kochen. 2. Safran, Wein, Brühe, Passata und Zucker hinzugeben. Mit Deckel für 10 Minuten köcheln lassen, dann mit Salz und Pfeffer würzen. 3. Kichererbsen und Zitronensaft hinzugeben. Ohne Deckel für 5 Minuten kochen lassen. Filets und Chorizo dazugeben. Der Fisch sollte von Soße bedeckt sein. Für 8-10 Minuten mit Deckel köcheln lassen, wiederholt den Fisch mit Soße bedecken. 4. Fisch mit nativem Olivenöl und Petersilie garnieren. 5. Das Gericht sollte in der Pfanne serviert werden, sodass der Fisch auch nach dem Kochen weiter gart. Meerfenchel für 4 Minuten kochen und mit Butter servieren.

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#DigitalDIY Mit featured.de hat Vodafone ein neues Magazin mit allen Neuigkeiten und Artikeln über digitale Trends geschaffen. Dabei holt Vodafone Experten, Journalisten und Partner an Bord. Wir freuen uns sehr, dass wir in den nächsten Wochen einige #DigitalDIYs für euch kreieren dürfen – vom Schwierigkeitsgrad »einfach« bis zum gehobeneren Level – und wir diese auf featured.de zeigen. Den Anfang machen zwei Projekte zum Pimpen Eurer Gadgets: eine iPhone-Handyhülle mit Marmoreffekt (ganz einfach mit Nagellack) und Kopfhörer, beklebt mit Strasssteinen, die durch diese einfache und günstige Variante zum echten Hingucker werden. Die Anleitungen (mit Video) findet ihr auf featured.de. All unsere Projekte könnt ihr auf dieser Übersichtsseite sehen:

blog.vodafone.de/author/sistermag

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HANDYHUELLE MIT MARMOREFFEKT In diesem DIY zeigt Dir das Team vom sisterMAG – hier in Person von Laura – wie Du ganz einfach und schnell Deine eigene

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Handy­ hülle mit Marmor­ effekt herstellen kannst. Und das Beste: Dafür brauchst

Du

eigentlich

nur Deinen Lieblingsnagellack.

Hier gelangst du zu einer ­ausführlichen ANLEITUNG und dem anschaulichen VIDEO , um dir deine eigene Handyhüllen zu gestalten. Der Coup: Jede wird ­garantiert einzigartig, denn den Marmoreffekt kann man nicht 1:1 wiederholen!

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Die eigenen Kopfhรถrer zum

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echten

Statem-

ent Piece machen! Thea zeigt euch heute, wie man mit wenigen Mitteln aus einfachen Kopfhรถrern echte Hingucker macht.

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VERZIERTE KOPFHORER

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Die genaue Anleitung und das Video, für dieses DIY findet ihr bald auf FEATURED. DE – folgt bis dahin auf Facebook oder Twitter, um sofort zu wissen, wenn ihr das Projekt anschauen könnt!

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text: Ira Häussler

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Fährt man durch Berlin, entdeckt man am Straßenrand immer mehr Ladesäulen für Elektroautos. Sie sind Zeichen einer innovativen Art der Fortbewegung, die immer beliebter zu werden scheint. Das sisterMAG hat sich näher mit dieser Entwicklung beschäftigt. Automobilhersteller wollen und müssen umweltfreundlichere Autos produzieren und die Innovationen der Autoindustrie sind gerade jetzt, am Anfang des Umbruchs, am interessantesten zu beobachten. Denn wie überall während einer Umstellung liegt die Kernfrage darin, wer auf das richtige 'Pferd' setzt. Autohersteller, die jetzt die richtige Entwicklung vorantreiben, werden jahrelang der Konkurrenz voraus

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layout & illustration: Mathilde Schliebe

sein, ähnlich

wie

Apple mit dem iPhone in der Entwicklungsphase Smartphones.

des Während

deutsche Hersteller in den letzten zehn Jahren vor allen Dingen den Dieselmotor weiterentwickelten, dabei Verbrauch und Schadstoffausstoß reduziert haben, setzen Marken wie beispielsweise Toyota mit dem Prius auf Hybrid-Antrieb, bei dem ein Elektro- und ein Verbrennungsmotor das Fahrzeug schadstoffarm antreiben


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und der Verbrauch fossiler Brennstoffe auf diese Weise minimiert wird. Generell kann man wohl in den nächsten Jahren von deutlich mehr Zulassungen von Hybrid-Fahrzeugen und Elektroautos ausgehen. Sicher werden auch politische Strategien eine Rolle spielen, denn Restriktionen wie Einfahrverbote in die Innenstadt, eine höhere Besteuerung von Fahrzeugen mit hohem Schadstoffausstoß oder Vergünstigungen für umweltfreundlichere Fahrzeuge (spezielle Parkplätze, Steuervergünstigung etc.) werden Hybrid- und Elektrofahrzeuge attraktiver machen. Dass jedoch die von der deut-

schen Regierung angestrebte Stückzahl von einer Million E-Autos bis 2020 erreicht wird, darf bezweifelt werden, denn potenzielle Käufer schreckt der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis der Fahrzeuge derzeit ebenso ab, wie die im Vergleich zu herkömmlichen Fahrzeugen noch geringe Reichweite. Es ist allerdings zu erwarten, dass, sobald es preisgünstigere E-Autos gibt und Verkaufszahlen über eine kritische Masse gestiegen sind, E-Autos zur Normalität werden und klassische Hersteller sich anpassen müssen. Eine gänzlich neue Perspektive zu dem Thema Elektroauto bietet Tesla. Diese neue, luxuriöse Interpretation des Autos hat im Inneren moderne Features wie beispielsweise das bisher größte in ein Fahrzeug integrierte Touchpad. Aber auch Betrieb und Vertrieb des Wagens ist bei Tesla neu und anders: so baut die Marke ein weltweites Netz an ‚Superchargern’ auf, Ladestationen, an denen der Wagen in etwa 30 Minuten voll aufgeladen werden kann. Eine derartige Infrastruktur macht das Aufladen komfortabel, der Fahrer kann in

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dieser Zeit eine Pause einlegen und wird per App benachrichtigt, wenn das Auto zum Weiterfahren bereit ist. Beim Vertrieb setzt Tesla auf ein durch und durch modernes Konzept, welches beispielsweise Online-Bestellungen ermöglicht. Darüber hinaus kommt der Fahrspaß nicht zu kurz, es gibt kraftvolle Elektromotoren, z. B. im Modell P85D, der den Wagen in 3,1 Sekunden von 0 auf 100 bringt. So verwundert es nicht, dass Tesla momentan trotz der relativ niedrigen absoluten Verkaufszahlen eine deutliche Vorreiterposition in der großen Entwicklung der Elektromobilität hat. Ein Punkt, der bisher eher im Dunkeln bleibt, ist die Sicherheit der Elektroautos. Obwohl der Sicherheitsstan-

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dard der Karosserie von Fahrzeugen wie dem Tesla durchaus mit dem herkömmlicher Autos mithalten kann – oder sogar besser ist – ist bei der Batterie wohl eher noch Vorsicht geboten: bei Beschädigung durch einen Unfall kann diese explodieren und gefährdet so eindeutig die Sicherheit der Fahrenden. Ein weiteres Problem für andere Verkehrsteilnehmer ist das fehlende Motorengeräusch. Denn Elektroautos sind so leise, dass sie sich regelrecht anschleichen und ein Fußgänger oder Radfahrer das Auto erst spät hört. Umweltschützer kritisieren die Produktion der Batterie als zu umweltbelastend und weisen darauf hin, dass auch die Entsorgung der Batterien noch nicht geklärt ist. Weiterhin wirft


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auch die Stromquelle der Ladestationen Fragen auf. Denn wenn der Strom für ein Fahrzeug aus höchst umweltbelastenden Kraftwerken, z.B. Kohlekraftwerken kommt, ist das ganze Projekt Elektroauto keinesfalls eine umweltfreundliche Lösung, sondern lediglich eine Verlagerung der Emissionen weg von Verbrennungsmotoren hin zu höheren Belastungen durch Kraftwerke und der in den USA genutzte Begriff ZEV (Zero-Emission-Vehicle) nur relativ. Weit in die Zukunft geblickt stellen sich die meisten Menschen Autos so vor: ein Gefährt, dass sich selbst steuert und geräuschlos die Straßen entlang gleitet, während die Insassen sich ausruhen, unterhalten oder entspannt in die Landschaft blicken. Diese so-

genannten 'pilotierten' Autos werden zwar frühestens in 20 Jahren unsere Straßen befahren, jedoch gibt es bereits heute Modelle, die selbständig einparken können, wie z.B. der Ford Focus, den sisterMAG in Ausgabe 16 vorgestellt hat. Man sieht also, dass das Auto der Zukunft am Anfang einer spannenden Entwicklung steht und sicher wird nicht alles, was heute in den Kinderschuhen steckt, sich auf lange Frist durchsetzen. Dennoch: der schnelle Fortschritt der Automobilindustrie und ihrer Innovationen lässt uns gespannt auf Neues warten. Und wer weiß, vielleicht werden wir in 20 Jahren tatsächlich von unseren Autos chauffiert.

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Elektrisierend text: Alex Sutter Layout / illustration: Tina Bergs

Als ich im Jahr 2009 das erste Mal mit meinem Fahrrad neben einem Tesla Roadster an einer deutschen Ampel stehe, läßt mich das vergleichsweise kalt. Der in Zusammenarbeit mit der englischen Sportwagenschmiede Lotus entwickelte Elektro-Sportler sieht zwar recht nett aus, gibt aber anstelle eines sonoren Blubberns im Stand und eines heiseren Kreischens beim Anfahren nur ein leises Surren von sich. Außerdem sind die Abrollgeräusche der Reifen zu hören, als der Zweisitzer - zugegebenermaßen zügig - anfährt. Eine etwas seltsame Mischung aus Vernunft (leise, keine fossilen Brennstoffe verschlingend) und Vergnügen (Sportwagen, Cabriolet). Sechs Jahre später werde ich von einem Freund eingeladen, die inzwischen erschienene Tesla Limousine, das Model S, zu testen. Meine bisherigen Erfahrungen am Steuer US-amerikanischer Autos beschrän-

ken sich auf die Fahrzeugflotte des Mietwagenanbieters

Alamo,

der

wir im USA-Urlaub unser Vertrauen schenkten. Ich erinnere mich an großzügig proportionierte, weich gefederte Autos, die gerne mal ein bisschen klappern und vergleichsweise geringen Vortrieb aufweisen. Über das Model S habe ich bereits gelesen, dass der Vortrieb durchaus beachtlich ist, und bin deshalb sehr gespannt, als wir uns auf den Weg zu unserer Probefahrt machen. In einem Gewerbegebiet in der Nähe des immer noch nicht eröffneten Großflughafens Berlin Brandenburg treffen wir an einem sonnigen Samstag Vormittag auf einen jung-dynamischen ehemaligen BMW-Verkäufer und eine kleine Flotte von Model S. Die Probefahrten-Regelung bei Tesla ist für ein Fahrzeug, das - je nach Motorisierung - zwischen 70.000 und 135.000 Euro kostet, äußerst demo-

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kratisch. Nach einer Online-Anmeldung kann jeder Führerscheininhaber einen Termin ergattern und mit dem Auto eine - vom Verkäufer begleitete - Runde drehen. Wer jemals versucht hat, als Student einen deutschen oder italienischen Sportwagen Probe zu fahren, weiß das zu schätzen.

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signal empfängt, ist ein kleiner Wermutstropfen.

»Unser« Model S ist mit Allradantrieb und der mittleren Motorisierung »85D« ausgestattet, die es bereits auf beachtliche 428 PS bringt. Diese Kraft sieht man dem Fahrzeug von außen nicht an. Das Design erinnert mich an eine wenig aufregende Kopie eines wenig aufregenden, zeitgenössischen Jaguar-Modells. Beim Einsteigen fallen mir Details ins Auge, die ich aus der Alamo-Mietwagenflotte kenne. Die Türgriffe, Innenraumverkleidungen und Kunststoff-Oberflächen würden deutsche Automobil-Perfektionisten mangels Wertigkeit vermutlich in kein Oberklasse-Auto einbauen.

Dann drücken wir den Startknopf und hören erwartungsgemäß... nichts. Unser Tesla-Begleiter dreht eine erste, ruhige Runde über die umliegenden Landstraßen und erklärt uns die Funktionsweise und die Vorzüge des Model S. Mich beeindrucken die Reichweite des (rein elektrischen) Antriebs von fast 500 Kilometern, die 8-Jahre Garantie auf die Lithium-Ionen Batterie, die komplette Übernahme aller Wartungskosten (Inspektionen etc.) durch Tesla für Neuwagenkäufer und - allem voran - der derzeit laufende Ausbau des europäischen Autobahnnetzes mit sogenannten Supercharger-Ladestationen, an denen Tesla-Fahrer gratis (!) ökologisch erzeugten Strom tanken können. Das dauert ca. eine halbe Stunde und reicht für einen Cappuccino und eine genüssliche Beobachtung der fossilen Tankplätze, an denen in vergleichbare Fahrzeuge Super Plus für 150 Euro gluckert.

Dafür besticht ein riesiges Display, mit dem man sich das Internet ins Auto holen kann. Die benötigte SIM-Karte liefert Tesla gleich mit. Dass die Navigation nur dort funktioniert, wo die SIM auch ein Mobilfunk-

Zuhause lässt sich das Model S in ein paar Stunden auch für wenige Euros an der Steckdose aufladen. Bucht man dafür Ökostrom, wird dieser noch von Tesla bezuschusst.

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Auch die beiden großen Kofferräume vorne und hinten sind praktisch und machen das Model S zu einer veritablen Familienkutsche. Dann sind wir an der Reihe. Die Bedienung des Model S ist intuitiv und leicht zu erlernen. Alles Wichtige ist über das Riesendisplay einfach ablesbar. Wir rollen voller Zuversicht gemütlich vom Hof und biegen auf die Landstraße ab. Dort geben wir auf Anweisung »Gas« und der mehr als zwei Tonnen schwere Familienwagen schießt nach vorn. Die erlaubten 100 km/h sind in kaum mehr als einem Wimpernschlag erreicht. Das Model S liegt satt auf der Fahrbahn. Die schwere, mittig im Fahrzeugboden verbaute Batterie vermittelt das Fahrgefühl eines Mittelmotor-Sportwagens. Leise ist es bei höheren Geschwindigkeiten allerdings nicht mehr, denn das Abrollen der Reifen und die Windgeräusche sind sehr präsent. Bei einem Autobahntempo von 130 bis 150 km/h ist der Tesla aber eine sehr brauchbare Reise-Limousine. Als wir aussteigen, habe ich die Haptik der Innenraum-Materialien fast

kraftunterbrechung, zu bestechend das visionär durchdachte Garantie-, Wartungs- und Supercharger-Konzept. Diesmal stimmt für mich die Mischung aus Vernunft und Vergnügen, bei einer Neuwagen-Anschaffung käme das Model S in die engere Auswahl. Es fehlen nur noch die von Tesla veranschlagten rund 100.000 Euro... 2016 steht die nächste Modelleinführung an. Mit dem Model X geht ein 7-sitziger Tesla SUV mit Flügeltüren an den Start, der zumindest etwas günstiger werden soll. Der Tesla-Gründer Elon Musk (vormals Mitglied des Gründungsteams von PayPal) denkt derweil schon über die nächsten Mobilitätskonzepte nach: »Hyperloop« soll bemannte Kapseln auf Luftkissen durch Doppelröhren schießen und bei bis zu 1.220 km/h Entfernungen von 600 Kilometern in einer halben Stunde bewältigen. »Space X« soll die Kosten der Raumfahrt senken und das Leben auf fernen Planeten ermöglichen. Die Vorfreude auf die nächsten Probefahrten ist geweckt!

vergessen. Zu großartig war der elektrische Vortrieb ohne jede Zug-

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funktion design

design

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kunstobjekt

URBAN CYCLING text: Lukas Grenzlehner fotos: Cristopher Santos Ausgabe 19 | Juni 2015


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Der Begriff »Drahtesel« kommt modernen Fahrradfahrern immer seltener in den Sinn. Das Fahrrad ist nicht mehr die klapprige Rostschüssel, die manchmal sympathisch, meistens aber nervend bei jeder Bewegung irgendwo quietscht oder ächzt. Es stellt für immer mehr Menschen nicht nur ein vollwertiges Verkehrsmittel dar, mit dem man Alltag und Freizeit teilt, sondern ist auch ein Stück Leidenschaft geworden. Der Drahtesel wurde verdrängt von einem zuverlässigen Begleiter durch die Stadt, der perfekt den Anforderungen und Einsatzzwecken seiner Besitzerin entspricht und dabei auch noch richtig gut aussieht. Ansprechendes Design ergänzt zuverlässige Funktion. Es entwickelt sich eine Liebe in fast allen Lebenslagen. Man fährt mit dem Fahrrad nicht bloß die Einkäufe vom Markt nach Hause oder am Wochenende um den See, man möchte damit auch stilsicher und pünktlich zum Geschäfts-

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termin kommen, die Kinder durch die Stadt kutschieren oder zum Theater fahren. Das Fahrradfahren wird somit zur absoluten Selbstverständlichkeit, und neben dem sportlichen oder politischen Fahrradfahrer ist ein neuer Typus dazugekommen: der stilbewusste Fahrradfahrer mit einer hohen Affinität zu Qualität und Design. Egal ob man lieber bequem und aufrecht sitzend der Sonne entgegen cruisen oder schnell und agil von A nach B kommen möchte, für alle Vorlieben gibt es ein passendes Stadtrad. Das Fahrrad ist Ausdruck eines Gefühls und gleichzeitig ein Blick in die Zukunft. Wer bin ich jetzt? Wer will ich sein? Die Variationen reichen von klassischen Rahmenformen, wie sie seit Jahrzehnten nahezu unverändert gefertigt werden, bis hin zu futuristisch anmutenden Bikes mit technischen Raffinessen und optischen Extra­vaganzen. Wo ein Großteil der Fahrradbranche


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ihre Produktion nach Fernost verlegt hat, gibt es noch immer eine erlesene Auswahl europäischer Hersteller und Manufakturen, die teils seit Generationen hervorragende Fahrräder bauen. Individuelle Kundenwünsche werden hier gerne umgesetzt. Ausgefallene Lackierungen, Lenker aus Holz oder eine goldene Fahrradkette stehen nur stellvertretend für die breite Auswahl an Optionen. Hier wird auch ein bedeutendes Stück Handwerk auf unserem Kontinent erhalten und ständig weiterentwickelt. So haben zum Beispiel zeitgemäße Stahlrahmen wenig mit Omas altem Rad zu tun, bei dem man sich fast die Schulter ausgekugelt hat, als man es mal über die Treppe in die U-Bahn-Station schieben wollte. Die verwendeten Materialien sind leichter geworden, es wurde viel Zeit in die Optimierung kleiner Details investiert.

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Am besten probiert man gute Fahrräder einfach aus, bis es »klick« macht: Dieses wunderbare Ding aus Metall ist jetzt ein Teil von mir und bringt mich überall dort hin, wo das Leben passiert. Neben dem Fahrrad selbst haben sich auch viele Produkte und Lösungen aus dem direkten Umfeld positiv entwickelt. So gibt es immer mehr Mode für Fahrradfahrer, die nicht nur bestechend gut aussieht, sondern natürlich auch viele praktische Funktionen bietet. Von unscheinbar angebrachten Reflektoren abgesehen, kommen wetterfeste Materialien zum Einsatz, die weder so aussehen noch sich so anfühlen wie die Outdoorjacke vom Nachbarn nebenan. Körpernahe Schnitte, die trotzdem Bewegungsfreiheit bieten und sich nahtlos in jedes Outfit integrieren lassen, bringen ein bisschen Glamour auf die Radwe-


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ge unserer Städte. Die Zeiten, in denen man verstohlen und verspätet die hässlichen Regensachen auf der Bürotoilette mit zerknitterten Klamotten aus dem Rucksack gewechselt hat, sind damit endgültig vorbei. Das Fahrrad begleitet einen nicht mehr ausschließlich auf der Straße. Smarte Fahrradmöbel sorgen auch für eine optisch ansprechende und p l a t z s p a re n d e Integration des Rads in den Wohnraum. So wird das Fahrrad zur Dreifaltigkeit aus Funktion, Design und Kunstobjekt, das schon im Wohnzimmer so manches Gemälde abgelöst hat. Gesäubert, poliert und mit hübschen Accessoires wie japanischen Messing-Glocken oder Kaffee-Haltern gepimpt, nehmen sie auch immer mehr Platz auf unseren Timelines ein. Wo sich Dinge und der Umgang mit Ihnen ändern, ändert sich auch das Um-

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feld. Deutsche Städte sind nicht die ersten, die einem einfallen, wenn man über urbanes Fahrradfahren spricht. Infrastruktur für Fahrradfahrer, wie sie in Kopenhagen vorzufinden ist, bleibt hierzulande noch kühne Utopie. Man ist in der Regel schon fast froh, wenn der Radweg nicht von einem parkenden Auto blockiert ist oder es überhaupt einen Radweg gibt. An Fahrradhighways mitten in der Stadt und durch stillgelegte U-Bahn-Tunnel, wie sie in London gerade beschlossen wurden, ist nicht wirklich zu denken. Doch passiert auch hier langsam was, und die meisten Städte erkennen, dass sie sich nicht länger um Konzepte für Fahrradfahrer drücken können. Platzprobleme werden sich lösen, die Luft wird besser, die Menschen fitter. Fahrradfahren entspricht genau dem unabhängigen, umweltbewussten, spontanen und kreativen Geist, den das urbane Leben für sich beansprucht.

I M B


SEESACK

I LOVE MY BIKE

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Das mattierende Sonnen-Fluid sowie die Gesichtscreme vor dem Aufenthalt in der Sonne auftragen. Häufig und großzügig erneuern – vor allem nach dem Baden, Schwitzen oder wenn man sich abgetrocknet hat.

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SEESACK

Die perfekte Lösung für den Ausklang des Tages auf der Terrasse des Ferienhotels: IDÉAL SOLEIL Gesichtscreme für Männer und Frauen mit normaler bis trockener Haut. Denn obwohl man die Sonnenstrahlen dann nicht mehr sehen kann, ist dennoch Schutz vor der UV-Strahlung angebracht. Um gegen die Wirkung der UVStrahlen anzukämpfen und zum Schutz des wertvollen genetischen Kapitals der Haut, integriert Laboratoires VICHY in der Gesichtscreme ein Filtersystem mit breitem UVA/UVB-Spektrum, das auf der Grundlage von Mexoryl® auch photostabil – d.h. lichtbeständig – ist.

Schutz für das Gesicht IDÉAL SOLEIL Sonnen-Creme für trockene Haut & Sonnen-Fluid für Mischhaut

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Schick und gestylt für den Ausklang des Tages auf der Terrasse: Da möchte man auf der Stirn nicht glänzen, weil man gerade Sonnenmilch aufgetragen hat. Für alle Männer und Frauen mit heller Haut, Mischhaut bis fettiger Haut ist das IDÉAL SOLEIL mattierende Sonnen-Fluid genau das richtige. Die Haut wird mattiert und bleibt gepflegt und geschützt.

Mexoryl XL, Hyaluronsäure, Pigmentfilter, talgabsorbierende Mikroteilchen, Kieselerde, Thermalwasser von VICHY

§§ photostabil §§ Schutz vor UVA und UVB-Strahlen §§ Technologie der hohen Deckkraft = optimaler Schutz §§ verbessert Feuchtigkeitsgehalt der Haut §§ Vermindert Glanz und mattiert das Hautbild Ausgabe 19 | Juni 2015


PICKNICKKORB Kroatien


photos: heneedsfood.

Eine kulinarische Reise durch Kroatien (hier )

Begleite Mela auf ih Andalusien ab Seite

Willkommen in

photos: Kreetta Järvenpää

Kroatien Tina Carrot Amour De Soi

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Auf ihrem Blog Amour de Soi schreibt Tina über Mode, z eig t ihre Outfits und berichtet über ihre Lieblings-Beauty-Produkte.

Kreetas Kroatien (hier )

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Bester Strand

Bester Blog

Wenn man auf der Suche nach karibisch anmutendem Sandstrand mit türkisem Meer ist, dann kommt man um an der Punta Rata in Brela nicht vorbei! Zudem verliebe ich mich jedes Mal erneut in die Bucht der Insel Rab. Außerdem zu empfehlen sind die feinen Kieselstrände rund um die Inseln Pag und Novalja, die man vorzugsweise mit Taxi-Booten erreichen kann.

Ich liebe den Instagram-Account von Darko ­(@­darkomajic )! Er ist ein ganz grandioser Fotograf und fängt wunderbare Strände und Momentaufnahmen ein, die einen zum Träumen verleiten.


PICKNICKKORB Beste Reisez eit

hrem Roadtrip durch e XXX

Wenn man neben Erholung auch jede Menge Spaß und Party auf seinem Programm haben möchte, dann sollte man am besten zur Hauptsaison - also Juni, Juli, August - nach Kroatien reisen. Ich persönlich finde den Spätsommer, also den September oder Oktober, als Reisezeitpunkt deutlich schöner: Obwohl es zwar noch immer angenehm warm ist, fällt das Licht viel weicher, es ist nicht mehr ganz so überlaufen, und man kann hier oft noch ein echtes Schnäppchen machen!

Lieblingsstadt Das ist wirklich schwer - grundsätzlich hätte ich Dubrovnik gesagt - eine großartige Perle an der Adria! Jedoch haben auch Städte wie Porec, Pula, Rovinj und Zadar unglaublichen Charme, eine sehenswerte Architektur und vermitteln allesamt dieses mediterrane Flair, welches Kroatien so besonders macht. Ich würde übrigens jedem empfehlen sofern er die Möglichkeit dazu hat - den Nationalpark »Plitvicer Seen« zu besuchen - diese Landschaft raubt einem den Atem!

Definitiv Sonnencreme, jedoch seit den verheerenden Überschwemmungen im letzten Jahr auch Mückenschutz. Eine coole Sonnenbrille, ein Sonnenschutz für den Kopf und jede Menge gute Laune sind auch immer eine gute Idee. Wer übrigens auch im Urlaub nicht auf Whatsapp, Facebook und Co. verzichten möchte, kann sich ganz preisgünstig eine kroatische Sim-Karte kaufen, die auch auf Englisch zu bedienen ist - die Preise dafür sind im Vergleich zu Deutschland sehr, sehr niedrig. Verfolge den Roadtrip quer durch Kroation, Italien und die Schweiz (hier ) photos: Michael Neubauer

photos: Kreetta Järvenpää

Reisegepäck

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Auch am Ende des Tages sollte man sich nach dem intensiven Sonnengenuss Gedanken um die eigene Haut machen. Mit der After-Sun PflegeMilch wird die Haut beruhigt, strahlt und wird ebenmäßiger sowie mit Nährstoffen versorgt. So ist sie bereit für das nächste Sonnenbad.

Hyaluronsäure, KaritéButter, Glycerin, Epilobe, Thermalwasser von VICHY §§ Bindet Feuchtigkeit intensiv und langanhaltend 128 in der Haut §§ Verbessert den Zellzusammenhalt an der Hautoberfläche und stärkt die Barriere­funktion der Hornschicht §§ Verbessert die Widerstandskraft der Haut und bindet Feuchtigkeit lang­ anhaltend in der Haut.

Die Verbindung von Natrium-Hyaluronat, einem stärkenden, feuchtigkeitsspendenden Wirkstoff, und einem pflanzlichen Lipidkonzentrat hält das Wasser und vesorgt die von der Sonne ausgetrocknete Haut bis in die Tiefe mit Feuchtigkeit. Die Nach der Sonne Milch ist für empfindliche Haut geeignet und kann täglich angewendet werden. Denn auch sie verleiht ein tolles Gefühl, mindert Hitzegefühle und beruhigt. Das natürliche Gleichgewicht der Haut wird wiederhergestellt.

h c il -M e g e fl P il le o S s ré p A Id é a l S O L E IL

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n e i t Kr oa KOLOČEP UND LOPUD

Versteckte Geheimnisse an der Adriaküste

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Text und Bilder von

KREETTA JÄRVENPÄÄ sister-mag.de


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Wir reisen, weil wir neue Dinge kennenlernen, neue Erfahrungen machen und ganz neue Atmosphaeren erleben wollen. 133

Wir reisen, weil wir neue Dinge kennenlernen, neue Erfahrungen machen und ganz neue Atmosphären erleben wollen. Ist der Weg zum auserkorenen Ziel ein bisschen länger, macht uns das nichts aus. Schon die Anreise ist ein Erlebnis. Ich verreise sehr gerne mit dem Zug, das Bahnfahren entspannt mich, sobald ich an Bord trete. Diesmal begaben wir uns auf eine 3000 Kilometer weite Reise von Finnland nach Kroatien, an türkisfarbenes Wasser und in die Wärme

der Mittelmeerregion. Ich erinnere mich noch gut an den Abend, an dem wir Koločep erreichten, nach einer mehrtägigen Anreise stellte sich ein ganz wunderbares Gefühl ein. Es war wunderschön, warm, und schon der erste Eindruck war dank der Traumküste dieser charmanten Insel absolut vielversprechend. Der Blick auf das türkisfarbene Wasser begeisterte mich! Koločep, umgeben vom klaren, sauberen Adriawasser, ist ein friedliches kleines Versteck. Genau darum sind

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wir hierhergekommen. Zusammen mit Lopud, Sipan und einigen kleineren Eilanden bildet Koločep die Elaphiten, ein Adria-Archipel vor der Küste der historischen Stadt Dubrovnik. »Elaphiten« leitet sich vom altgriechischen Wort für Rotwild ab, das früher in großer Zahl auf den Inseln lebte. Nur die drei größeren Inseln sind ständig bewohnt. In 30 Minuten sind sie mit den Fähren der Jadrolinija zu erreichen. Die größte Insel Sipan liegt gleichzeitig am weitesten draußen. Lopudis, in der Grö-

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Kolocep ist von paradiesischer Schoenheit und somit der perfekte Ort fuer einen romantischen Erholungsu rlaub,in dem die Zeit still zu stehen scheint.


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setermin im Juni waren die Inseln noch nicht von Touristen überlaufen; die Tatsache, dass auf ihnen außerdem keine Autos fahren, tat ihr Übriges, einen entspannenden Aufenthalt zu gewährleisten. ßenrangliste die Nummer zwei, liegt zwischen Sipan und Koločep, welche wiederum die kleinste Insel und Dubrovnik am nächsten ist. Wir bezogen Quartier auf den Inseln und besuchten Dubrovnik im Rahmen eines Tagesausflugs. Zu unserem Rei-

Koločep ist von paradiesischer Schönheit und somit der perfekte Ort für einen romantischen Erholungsurlaub, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Verteilt auf zwei jeweils fußläufig erreichbare Orte leben hier nur ungefähr 200 Menschen. Im Hauptort Donje Celo findet man al-

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les, was man braucht: ein Hotel, ein paar Restaurants, den Hafen und einen kleinen Tante-Emma-Laden. Es gibt einige Kirchen zu besichtigen und Wanderwege zu erkunden. Das andere Dorf ist Gornje Celo; hier gibt es nur ein Fischrestaurant und einen kleinen aber feinen Sandstrand, an dem man nur ein paar Einheimische trifft. Insgesamt überwiegen in Kroatien Kiesstrände, hier aber findet man einige Sandufer. Das Wasser ist klar und sauber und eignet sich perfekt zum Schwimmen, Schnorcheln und Kajak fahren. Die nahegelegene »Blaue Höhle«, in der sich das klare Wasser an den Höhlenwänden spiegelt und so die ganze Grotte mit

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blauem Licht erfüllt, kann man entweder per Boot besuchen oder einfach hinschwimmen. Es gibt einige Restaurants auf der Insel, so dass man kein Problem hat, etwas zu essen zu finden. Am Hafen finden sich einige kleinere Lokale, es gibt aber auch schickere Gaststätten wie die »Restaurant & Lounge Bar Villa Ruza«. Auch kann man sich im


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Es gibt einige Kirchen zu besichtigen und Wanderwege zu erkunden. winzigen Supermarkt eindecken, selbst kochen und beim Abendessen auf dem Balkon den Sonnenuntergang bewundern. Sollte das Lebensmittelangebot in dem kleinen Laden die Ansprüche nicht erfüllen, hat man sicher im nahegelegenen Dubrovnik mehr Glück. Als Hotel bietet sich das kürzlich renovierte »Kalamota Island Resort« an. Wer lieber ein wenig Geld sparen möchte, findet - wie wir - auf der Insel aber auch leicht ein günstiges Ferienapartment. Wir haben einige Monate im Voraus gebucht und ein sehr gutes Angebot gefunden. Man kann natürlich auch erst bei der Ankunft in Dubrovnik eine Bleibe suchen, so klein wie die Insel ist, gibt es dabei aber keine Garantie, ein freies Bett zu finden. Obwohl uns schon am Busbahnhof (wo wir aus Split, der Endstation unserer Zugreise, ankamen) Vermieter von Ferienwohnungen mit Fotos ihrer Apartments erwarteten. Der spon-

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tane Reisende fühlt sich hier definitiv gleich willkommen.

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Schon bei unserer ersten Reise nach Kroatien hatten wir uns in das Land verliebt und so beschlossen, bald wiederzukommen und mit unserer Patentochter die Insel Lopud zu besuchen. Lopud ist größer als Koločep und entsprechend touristischer. Vom wunderschönen Šunj-Sandstrand kann man an heißen Sommertagen wunderbar die Boote beobachten. Wer nicht selbst am Strand entlang spazieren mag, kann dazu ein Golfwägelchen leihen. Zum Entspannen sind Koločep und Lopud meiner Meinung nach besser geeignet als Dubrovnik. Weniger Leute, weniger Hitze, und man kann einfach den ganzen Tag am Strand verbringen. An den Stränden von Dubrovnik wird es schnell zu voll und zu heiß, aber ein Tagesausflug dorthin lohnt sich natürlich trotzdem. Nach einem ganzen Tag in der Sonne darf es natürlich ein ordentliches Abendessen sein. In Lopud kann man aus einer Reihe von Restaurants wählen. Fisch steht natürlich, wie überall in Kroatien, ganz oben auf der Karte. Möchte man einen Salat bestellen, ist unbedingt darauf

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In der Balance zwischen dem Trouble von Dubrovnik und der erholsamen Inselwelt kann man gut eine Woche (oder auch zwei) verbringen!


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zu achten, ausdrücklich einen »Gemischten Salat« zu verlangen, sonst erhält man im Allgemeinen nur eine Portion Tomaten oder Gurken. Es gibt einige wirklich gute Restaurants, das beste liegt aber ein wenig außerhalb: »Tovjerna« Sesame, eine kleine Wirtschaft mit sehr sympathischem Betreiber. Mein Mann spricht heute noch begeistert vom marinierten Fisch. Mir ist von dort der beste Salat mit Feigen und Parmaschinken, den ich je gegessen habe, in Erinnerung. In der Balance zwischen dem Trubel von Dubrovnik und der erholsamen Inselwelt kann man gut eine Woche (oder auch zwei) verbringen. Beim Spaziergang im strahlenden Sonnenschein entlang alter Stadtmauern direkt am türkisblauen Meer fällt nichts leichter, als zu beschließen, bald wiederzukommen.

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Aus Kroat ien 141

von heneedsfood Coverbild von Kreetta J채rvenp채채 Ausgabe 19 | Juni 2015


Rezept online

Skampi na buzaru YAmmi!

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4 Portionen sister-mag.de


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Zutaten 80 ml natives Olivenol 80 ml grobe Brotkrumen 1 kleine Zwiebel, fein gehackt 6 Knoblauchzehen, fein gerieben 4 EL Brandy 180 ml trockenen Weisswein 2 EL Tomatenpaste 400 g purierte Tomaten 1 TL Vegeta, bzw. Menge nach Geschmack (alternativ Salz) 1 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen 650 g Scampi, gewaschen aber ungepult 10 g gehackte Petersilie

Frische Zitrone zum Garnieren Krustenbrot als Beilage

zubereitung In einer großen Pfanne 2 EL Öl über mittlerer Flamme erhitzen, die Brotkrumen hinzugeben und unter Rühren goldbraun werden lassen. Krumen in eine Schüssel geben und beiseitestellen. Die Pfanne durchwischen und wieder auf den Herd stellen. Im restlichen Öl die Zwiebel eine Minute lang sautieren. Den Knoblauch hinzugeben und weitere 5Minuten weich kochen lassen. Den Brandy dazugießen und die Mischung durch Schwenken der Pfanne in die Flamme entzünden. Alternativ ein Streichholz oder Feuerzeug nutzen. Wenn die Flamme verglüht ist, den Wein, die Tomatenpaste, die pürierten Tomaten, Vegeta und Pfeffer hinzugeben. Aufkochen und die Scampi in die Sauce legen. Deckel aufsetzen und für 5 Minuten kochen lassen, dabei einmal wenden, damit die Scampi gleichmäßig garen. Brotkrumen und Petersilie unterheben, Hitzezufuhr beenden und servieren. Mit frischem Zitronensaft beträufeln, mehr Petersilie zugeben und überschüssige Sauce mit Brot auffangen.

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Rezept online

grah 144

Bohnen

6-8 Portionen sister-mag.de


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Zutaten 375 g Borlotti Bohnen, Uber Nacht in Wasser eingelegt (Eine Mischung aus Borlotti und Cannellini Bohnen schmeckt auch!) 2 l Wasser 500 g Schweineknochen 100 g Sellerie, gehackt (ca. 1 Stange) 50 g rote Paprika, gehackt 2 LorbeerblAetter 1 kleine Zwiebel, gehautet und gehackt 60 ml ol 4 Knoblauchzehen, gehackt 1 EL Paprikapulver 1 EL Mehl

Petersilien und natives Olivenol zum betraufeln

zubereitung Die Bohnen, das Wasser, die Knochen, den Sellerie, die gehackte Paprika, Lorbeerblätter und Zwiebel in einen großen Topf geben. Das Ganze zum Kochen bringen und eine Stunde köcheln lassen, bis die Bohnen weich gekocht sind. In einer kleine Pfanne den Knoblauch auf geringer Flamme golden rösten. Zur Seite stellen. Das Paprikapulver und Mehl in das Öl rühren und ca. eine Minute bräunen lassen. Dabei darauf achten, dass nichts anbrennt! Den Knoblauch in die Schwitze rühren. Wenn die Bohnen weich gekocht sind, die Schweineknochen entfernen, nach ausreichender Abkühlung, das Fleisch von den Knochen trennen und zusammen mit der Paprikamischung der Suppe beimengen. Die Knochen entsorgen. Die Suppe weitere 5 Minuten kochen lassen und abschmecken. Je nach Salzgehalt der Knochen wird kein Nachsalzen nötig sein. Extra Pfeffer kann die Suppe aber vertragen. Mit Petersilienblättern garnieren und mit Olivenöl beträufeln. Suppe mit reichlich frischem Brot servieren.

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zubereitung Alle Zutaten – bis auf die Waffelblätter – in einer Schüssel vermengen und zu einer cremigen Masse verrühren.

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Nun ein langes Stück Frischhaltefolie (doppelt so lang wie die Waffeln) auf die Arbeitsfläche legen und eines der Waffelblätter in der Mitte platzieren, mit der strukturierten Seite nach oben. Mit einem Viertel (250 g) der Schokoladenmischung bestreichen – bis an den Rand. Nun ein weiteres Waffelblatt auflegen und die Prozedur bis zum letzten Waffelblatt wiederholen. Das obere Waffelblatt nicht mit Schokoladenmischung bestreichen! Nun die Folie von allen Seiten fest um die Waffeln wickeln und das Ganze einige Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

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Zutaten 1 x 200 g Paket Waffeln (5 Blatter) 400 g susse Kondensmilch 250 g Butter, weich oder Zimmertemperatur 200 g dunkle Schokolade, geschmolzen 110 g geriebene Walnusse 1 TL Vanilleextrakt

Oblatne= Schoko Waffel kuchen

Vor dem Servieren rautenformig aufschneiden.


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oblatne

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30-35 Stuck

Lecker!

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DIe Historie des Picknicks TEXT: LIV HAMBRETT

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Harald Sløt-Moller: Das Nachmittagspicknick(1919)

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Dem Wort »Picknick« verdanken wir einige köstliche Assoziationen: frische Luft, Sonnenschein, süße Teilchen, ein kühles Getränk aus der Flasche, oder ein spritziger alkoholischer Genuss aus einer Einwegsektflöte. Auch denkt man an karierte Decken und schöne Körbe aus starkem Bast voller Dinge, die Zuhause recht durchschnittlich schmecken würden. Nachmittage voller Faulenzen oder – ob des vollen Bauches – etwas müder sportlicher Betätigungen und natürlich klebrige Hände! Je nachdem, wo man aufgewachsen ist, erinnert das Wort »Picknick« aber auch an weniger Angenehmes: nervende Insekten, die alles daran setzen, die Stimmung zu verderben, oder Sonnenbrand. Fast immer aber bedeutet ein Picknick warmes Wetter und lange Tage. Man verbringt Zeit draußen, sei es auch keine sonderlich produktive, und passt auf, dass sich die Kinder nicht allzu viel Dreck in den Mund stopfen. Das Picknick ist untrennbar mit der Vorstellung unwiderstehlicher Sommerromantik verbunden.

Fiktive Feste Unsere Faszination für das Picknick ist auch den Literaten nicht verborgen

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Édouard Manet – Le Déjeuner sur l'herbe/Das Frühstück im Grünen (1863) Manets Bild zeigt ein Mittagsmahl im Grünen. Im Pariser Salon fiel das fertige Kunstwerk durch und auch die Öffentlichkeit konnte sich nicht recht mit der Darstellung zwei vollständig bekleideter Herren und den unterschiedlich aber deutlich weniger vollständig bekleideten, Damen in ihrer Begleitung anfreunden. Das Motiv ruft Renaissance-Gemälde in Erinnerung. Die überbordend anmutende Bohème-Szenerie kontrastiert stark mit der Stilllebenähnlichen Darstellung der Kleidung und des Picknickkorbes im Vordergrund.

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Pierre-Auguste Renoir – Le déjeuner des canotiers/Das Frühstück der Ruderer (1880/81) Obwohl es sich hier streng genommen um eine Szene im Restaurant und nicht um ein echtes Picknick handelt, fängt Renoir in diesem Gemälde das Wesentliche des Essens im Freien ein. Zur Hochzeit des Impressionismus bannte er diesen lebendigen Moment der Bootsgesellschaft beim Mittagsmahl (der deutsche Titel des Bildes ist eigentlich nicht korrekt) auf die Leinwand.

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geblieben und so finden sich in vie-

Bescheidene Anfänge

len Klassikern Beschreibungen mehr

Auch wenn der Begriff »Picknick« die

oder weniger gelungener Beispie-

Gedanken unvermeidlich in Richtung

le. Jane Austen-Fans beispielsweise

der englischen Oberschicht lenkt, die

schaudert es schnell beim Gedanken

elegant Erdbeeren naschend neben-

an Box Hill – und an die Taubenpaste-

bei noch die ein oder andere Ehe ar-

te einige Kapitel zuvor. Ian McEwans

rangiert, so verdanken wir womöglich

Roman »Liebeswahn« beginnt mit

das Picknick an sich – zumindest aber

einem Ehepaar, das gerade ein Pick-

wohl das Wort – den Franzosen. Es

nick anrichtet, welches schon wenig

besteht relative sprachwissenschaft-

später von einem Heißluftballon zer-

liche Einigkeit darüber, dass das Wort

stört wird. Der Maulwurf in Kenneth

»Picknick« auf den französische Be-

Grahams »Wind in den Weiden« kann

griff »pique-nique« zurück geht, der

gar nicht an sich halten beim Ge-

um 1600 zum ersten Mal in gedruck-

danken an so etwas Außergewöhn-

ter Form erscheint und eine Person

liches wie eine in einem Paket per

bezeichnet, die zu einem Essen au-

Boot an den Picknickort gebrachte

ßerhalb des Hauses ihren eigenen

Mahlzeit aus kaltem Hühnchen, Do-

Wein mitbringt. So beschrieb »Pick-

senfleisch und Ingwerlimonade und

nick« also zunächst eher eine größe-

jauchzt luftschnappend »Du meine

re Verabredung in einem Restaurant

Güte! Meine Güte!«. Bei Essen in Do-

oder einer Taverne, zu der jeder Gast

sen klingelt es natürlich auch bei all

etwas mitbrachte (engl. »potluck din-

denjenigen, die mit den Geschichten

ner«). Seit einigen hundert Jahren be-

von Enid Blyton aufgewachsen sind,

zeichnet der Begriff aber genau das,

in denen höchst vergnügliche Pick-

was wir heute noch unter ihm verste-

nicks an verschiedensten Orten Eng-

hen – man is(s)t draußen und man hat

lands zum Standardrepertoire gehö-

einen gewissenhaft gepackten Korb

ren: Ingwerlimonade, Dosenananas

dabei (je höher die gesellschaftlichen

und ein großes Stück einer herrlichen

Kreise, zu denen man gehören will,

Torte inklusive.

desto gewissenhafter, versteht sich).

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Nicolas Poussin – Le Triomphe de Pan/Der Triumph des Pan (1635) Sogar in der griechischen Mythologie begegnet uns das Picknick. Dieses zeigt die Anbetung Pans. Der Gott entfesselt das Bestialische im Menschen (was den Zustand der Speisen und Getränke erklärt). Natürlich hat man auch vor dem Jahr 1600 schon gerne draußen gegessen. Für mittelalterliche Hobby-Jäger zum Beispiel gehörte der al fresco-Verzehr der erlegten Beute zum guten Ton. Und wenn man darüber nachdenkt: Wie und wo werden wohl die Wikinger auf ihren Beutezügen fern der Heimat gegessen haben? Vielleicht haben sie vorher keine karierten Decken ausgelegt, aber draußen gegessen haben sie mit Sicherheit. Auch im alten Griechenland gab es bereits einen Ausdruck, der das »potluck dinner«, also den Vorläufer des modernen Picknicks, beschrieb.

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England Übernimmt die Vorherrschaft Obwohl die Franzosen uns das Wort gaben, konnten sie selbst doch bis ins späte 17. Jahrhundert keine echten Picknicks genießen, denn erst nach der Französischen Revolution wurden die Parks für die Bürger geöffnet. In England war das Picknick zur gleichen Zeit ein Vergnügen der Reichen, denn nur sie hatten Bedienstete, die ihnen den Korb packten und das benötigte Mobiliar und Porzellan draußen aufstellten. Bequemlichkeit


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ging hier über alles. Anderswo konnte man sich freilich kaum leisten, überhaupt mehr als eine Mahlzeit am Tag auf den Tisch zu bringen, so war das Picknick lange Zeit ein Sinnbild für Klasse und Reichtum. Erst in der Viktorianischen Zeit erreichte das Picknick die breite Bevölkerung. Während die Oberschicht einem neuen lukullischen Hochgenuss nach dem anderen hinterherjagte, erkannte der Rest der Gesellschaft schnell, dass ein schönes Picknick einen ähnlich erholsamen Effekt haben kann wie ein ganzer Urlaub. Picknicken war plötzlich DER Zeitvertreib. Zeitungen druckten humorige Leitfäden für das perfekte Picknick. Das Haushaltshandbuch »Mrs Beeton’s Book of Household Management« aus dem Jahr 1861 beinhaltet gar eine Beispieleinkaufsliste für ein 20-Personen-Picknick. Auf dieser findet man, neben anderen Leckereien, zwei Taubenpasteten, eine große Kalbssülze und ein viertel Lamm. In Deutschland und Schweden picknickte man schon vor den Engländern. Bevor die Amerikaner die Tradition entdeckten, gaben die Festlandeuropäer in Sachen Picknick den Ton an. Seit ca. 1900 erfreut es sich aber auch

auf der anderen Seite des Atlantiks, vor allem natürlich im Sommer, ungebrochener Beliebtheit.

Historische Picknicks Der Vorstellung vom idealen Picknick wohnt heute gern ein gewisses Maß an Dekadenz bei, dabei ging es nicht immer träge oder frivol zu, ab und zu war ein Picknick auch Bühne für wichtige Spielzüge der Politik. Das Politische Picknick. Als 1939 mit König George VI., begleitet von seiner Frau, Queen Elizabeth, zum erstmal mal ein amtierender britischer Monarch die USA besuchte, war das Verhältnis zwischen beiden Ländern eher frostig, da man in den USA das Gefühl hatte, von den Briten zum aktiven Eingriff in den Ersten Weltkrieg gedrängt worden zu sein. Nun, da sich der nächste Krieg abzeichnete, brauchte das Königspaar jedoch dringend Präsident Roosevelts Unterstützung. Man lud die beiden zu einem Picknick ein und servierte Hotdogs. Der Überlieferung nach verspeiste Königin Elizabeth ihren mit Messer und Gabel, der König jedoch aß mit den Händen und brachte damit das Eis ein wenig zum Schmelzen. Ein weiteres wichtiges politisches Picknick war das Paneuropa-Pick-

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James Tissot – Holyday (1876) Tissot stellt ein entspanntes Picknick der englischen Oberschicht dar. Das detailierte Motiv – die schlafende Anstandsdame, das Paar hinter dem Baum – erinnert an Manet; aber mit einem kräftigem Schuss britischen Konservativismus.

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nick 1989 in Sopron, nahe der österreichischen Grenze in Ungarn. Dieser von der Paneuropa-Union und dem Ungarischen Demokratischen Forum gemeinsam organisierte Protest gegen den Eisernen Vorhang wurde zum Schlüsselereignis in einer Serie von Vorkommnissen, die letztendlich Ost und West zusammenbringen sollten. An diesem Tag überschritten zahlreiche DDR-Bürger die Grenze von Ungarn nach Österreich, viele von ihnen mithilfe der ungarischen Grenzbeamten, die von ihrer Regierung die Order erhalten hatten, niemanden an der Flucht zu hindern.

Entscheidende Zutaten Früher waren Picknicks fast immer eine äußerst üppige Angelegenheit, zu der Diener vom feinen

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Silberbesteck bis hin zu Möbeln alles in Freie schleppten und gewissenhaft arrangierten, damit bei der Festlichkeit am See oder im Garten auch die schönste Robe im entsprechenden Ambiente zur Schau getragen werden konnte. Heute verfügt kaum jemand über Diener, die das Schleppen übernehmen und auch die Speisen haben sich verändert – wenn sie auch nicht uneingeschränkt praktischer geworden sind – und nahezu jeder Kulturkreis verfügt über seine eigene, für das perfekte Picknick unabdingbare, Standardausstattung. Für die Deutschen darf es statt des klassischen Picknicks gern eher eine Grillparty sein und so geht es für viele nicht ohne Würstchen, Schweinekoteletts und einen Einweggrill. Zu einem amerikanischen Picknick gehören analog Hotdogs und Krautsalat. Nudelsalat erfreut sich globaler Beliebtheit und ein australisches Picknick ist erst komplett, wenn auch für Alkohol gesorgt ist.

Gehörte vor ein paar hundert Jahren noch unbedingt das Sofa ins Gepäck, auf dem von Porzellantellern gegessen wurde, ist man da heute entspannter. Auf oft etwas zu dünn geratenen Decken trinken wir aus

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Plastikbechern während unsere Hinterteile langsam aber sicher anfangen zu schmerzen und sich ein nicht unbeträchtlicher Teil des Essen ins unserem Schoß sammelt. Dennoch ist dem Picknick seine romantische Aura geblieben. Vielleicht ist es der Sonnenschein, vielleicht liegt es an der frischen Luft. Oder auch an ein bisschen zu viel spritziger Erfrischung aus der Einwegsektflöte. n


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Claude Monet – Le Déjeuner sur l'herbe/Das Frühstück im Grünen (1865) Monets Werk ist eine Antwort auf das frühere Gemälde Manets, allerdings wurden nur 2 Fragmente des 4,6 m x 6 m Bildes beendet.

Pieter Bruegel der Ältere – De Oogst/ Die Kornernte (1565) Das Picknick wird zumeist als Freizeitaktivität dargestellt, aber lange bevor es sich als solche überall auf der Welt etablierte, schuf Bruegel diese Darstellung ein paar kostbarer Momente Freizeit der armen Landbevölkerung: eine kurze Pause vom mühseligen Tagewerk der Erntehelfer.

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Eine der heute noch lebendigsten Kindheitserinnerungen, die ich habe, stammt aus dem kleinen, sächsischen Dorf Oberschöna. Dort besaß meine Oma einen »Tante-Emma-Laden«, sodass wir Kinder uns aus einem ganzen Sortiment an Süßigkeiten und schönen Dingen bedienen konnten, bevor wir auf die Räder stiegen und auf irgendeine Wiese fuhren. Dieses Gefühl der absoluten Freiheit, der Hitze im Sommer (früher kamen einem die Sommer doch irgendwie länger, wärmer und unendlicher vor) und des ungetrübten Genusses, wollen wir euch auf den folgenden Seiten etwas näher bringen. Picknick – das bedeutet draußen genießen, frische Luft einatmen, mit dem Fahrrad aufs Feld fahren oder lediglich das Frühstückstablett in den Garten tragen. Und so unterschiedlich ein Picknick aussehen kann, so unterschiedlich haben die fünf Blogger unseres Blogger-Specials unsere kleine Challenge auch umgesetzt. entwickelten wir verGemeinsam mit unserem Partner schiedene Konzepte, die dann von Uwe (HighFoodality ), ­Simone (Fräulein Sonntag ), Steffi (Healthy Happy Steffi ), Deniz (Fructopia ) und Anne (A Cake A Day ) umgesetzt wurden. Bei der Rezeptentwicklung hatten sie völlige Freiheit bis auf drei Zutaten, die sie zu Beginn als »Aufgabe« bekamen und die sich in den Speisen wiederfinden sollten (die ausgewählten Zutaten seht ihr auf der nächsten Seite). Und zu guter Letzt entwickelte die wunderbare Anette von Lebenslustiger Verpackungsideen, die ganz dem Nachhaltigkeitskonzept von Alnatura entsprechen.

Eure Thea

Wir wünschen euch viel Spaß mit der Fülle an Ideen und hoffen, ihr setzt das eine oder andere um!

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Jeder Blogger bekam von Alnatura drei Produkte vorgegeben, die sich in den Rezepten wiederfinden sollten. Klickt einfach auf die Zutat, um zum neuen Alnatura Online Shop zu gelangen und sofort zu bestellen. Klickt auf den Rezeptnamen, um direkt zum Rezept im #sisterMAG19 zu kommen!

Sterne Picknick getrocknete Tomaten

mit Highfoodality

Streichcreme Rote Bete

Vegan und nachhaltig Soja Schnetzel

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Mandel Drink, ungesüsst

Amaranth

Sauer­ kirschen

mit Fructopia

Bärlauch Brotaufstrich

Quick und Easy

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Hafer-­ Drink

mit Fräulein Sonntag

fructosefrei

Caffé Latte

mit Healthy Happy Steffi

Ahorn­sirup

suesse Teezeit

Hirse

Couscous

Kokosöl

mit A Cake A Day

Falafelmischung

Kicher erbsen


Foto: Healthy Happy Steffi

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Foto: Kayla Snell

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Alnatura auf Instagram und Pinterest folgen:

@alnatura

pinterest.com/ alnatura

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Wie entstehen eigentlich die Produkte von Alnatura? Beim sisterMAG schauen wir sehr gern hinter die Kulissen. So befragten wir drei Produktmanager von Alnatura, wie drei der derzeit neuen Produkte entstanden sind.

Mandeldrink, ungesüsst

Seit wann gibt es den Mandeldrink im handel? Den ungesüßten Mandeldrink gibt es seit Ende April 2015. 164

Wie lange dauerte die Neuentwicklung des Produkts? Ca. 9 Monate.

Wieso heisst es eigentlich Mandeldrink und nicht – milch? »Milch« ist laut europäischem Lebensmittelrecht für Milch von Säugetieren reserviert. Deshalb sind Milchalternativen ausschließlich mit Bezeichnungen wie »Drink«

oder

»Getränk« im Handel zu finden. Der rein pflanzliche Drink hat im Vergleich zur Vollmilch einen niedrigeren Eiweiß- sowie Fettgehalt. Obendrein schmeckt die Milchalternative ange-

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Interview mit

Caroline Rodach Junior ProduktManagerin

nehm nussig. Die Herstellung ist dabei relativ unkompliziert: Ge­ röstete Mandeln werden vermahlen, mit Wasser versetzt, gekocht, filtriert und abgefüllt.

Welche Qualitätskontrollen muss ein neues Produkt während des Entwicklungsprozesses durchlaufen? Das Produktmanagement setzt die gewünschte Beschaffenheit und Qualität im Briefing fest. Erste Prüfung, ob die Qualität des Produktes mit dem Briefing übereinstimmt, wird in den Verkostungen im Produktmanagement gemacht. Die unabhängige Expertenrunde (AQua) prüft die Rezeptur und Herstellung sehr kritisch – erst danach geht das Produktmanagement in die weitere Umsetzung. Was ist das Besondere am Mandeldrink? Der Alnatura Mandeldrink besteht nur aus Wasser, Mandeln (7%; aus


PICKNICKKORB

Melanie, Caroline und André beantworten als Produktmanager unsere Fragen

Spanien und Italien) und eine Prise Salz (0,1%) – zur Abrundung des Geschmacks. Auf das bei Mitbewerbern übliche Maltodextrin wurde verzichtet. Der Alnatura Mandeldrink ist pur getrunken ein Genuss und kann auch zum Kochen verwendet werden, beispielsweise zur Zubereitung eines Mandelpuddings. Außerdem passt er hervorragend ins morgendliche Müsli oder in den Kaffee – sogar als cremige »Milch«haube.

Beim Mandel Drink ungesüßt war es uns wichtig auf Maltodextrin zu verzichten, da dieser auch von einzelnen Kunden als Süßungsmittel angesehen wird. Ungesüßt sollte auch wirklich ungesüßt sein. Bei all unseren Produkten achten wir auf die Herkunft der Zutaten, wobei der Grundsatz »Regional vor International« gilt. Weiterhin gilt bei Alnatura »Weniger ist mehr« und unnötige Zusatzstoffe (wie z.B. Carrageen) werden vermieden. Externe Experten prüfen zudem die die Rezepturen je-

Die Alnatura Milchalternativen enthalten keine Emulgatoren und sollten daher vor dem Verzehr gut geschüttelt werden.

des Alnatura Produktes, bevor es frei-

Worauf wird bei der Auswahl der Zutaten geachtet?

genkäse. Dafür gibt es hier

gegeben wird.

Das liebste Picknick-Rezept? Gefüllte Auberginenröllchen mit Ziedas Re-

zept!

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Interview mit

Taboulé

Melanie Wladarsch ProduktManagerin

Seit wann gibt es Taboulé im handel? Taboulé gibt es seit August 2014 bei Alnatura.

166

Woher kommen die Inspirationen, z.B. für die Gewürzmischung vom Taboulé. Eigentlich gibt es ganz verschiedene Inspirationsquellen: Urlaubsreisen, Supermarktbesuche im Ausland, neu aufkommende Trends, Gespräche mit Freunden & Bekannten und natürlich

auch zuweilen Restaurantbesuche.

Welche Qualitätskontrollen muss ein neues Produkt während des Entwicklungsprozesses durchlaufen? Wichtigstes Gremium ist auch hier der AQua, der auf der vorherigen Seite erwähnt wurde. Mehr Infos gibt es dazu hier

.

Ihr liebstes Picknick-Rezept? Alles aus der Antipasti Welt, dazu der neue Hummus von Alnatura und frisches Baguette.

Was ist das Besondere den Alnatura Produkten aus Ihrer Sicht? Neben ausgezeichneter Produktqualität (sorgfältige Zutatenauswahl und Rezepturzusammenstellung) ist es vor allem eine attraktive Verpackung, welche Aufmerksamkeit erzielt. Und nicht zuletzt bietet Alnatura das Ganze zu einem gerechtfertigten und erschwinglichem Preis an.

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Rezept hier


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Mini Wiener vegetarisch

Interview mit

André Lang ProduktManager

Seit wann gibt es die Wiener? Die Mini Wiener sind seit ca. 2 Jahren am Markt. Woraus besteht eine vegetarische Wiener? Welches Gewürz ist in der Mischung das vielleicht Wichtigste? Die Wiener bestehen aus Seitan (für den besseren Biss) und Tofu. Dazu kommen noch natives Sonnenblumenöl und Gemüsepaprika. Zusätzlich macht die Mischung der verschiedenen Gewürze das Geheimnis des Geschmackes aus. Alle Zutaten sind in Bio-Qualität und wir setzen keine Aromen ein. Welche Qualitätskontrollen muss ein neues Produkt während des Entwicklungsprozesses durchlaufen? Während des »Produktlebenszyklus« greifen wir Qualitätsmanager bei verschiedenen Phasen ein, in denen wir

ein Produkt überprüfen. Wir orientieren uns dabei am »Leitfaden Produktentwicklung«. Darin hat Alnatura eigene Qualitätsvorgaben formuliert, die über die EG-Bio-Verordnung hinausgehen. Anhand derer prüfen wir die Rezepturen, schauen beispielsweise, wie viele verschiedene Zutaten als Bindemittel enthalten sind, und versuchen die Anzahl zu reduzieren. Uns sind schlanke Rezepturen am liebsten. So können die Kunden sie leicht nachvollziehen. Auch aus Sicht der Qualitätssicherung ist das ein Vorteil, denn: Je weniger Zutaten, umso weniger ist zu prüfen.

Was ist das Besondere an den vegetarischen Mini Wienern? Die Würstchen können auch kalt gegessen werden und schmecken, ohne dass sie angebraten wurden. Das Besondere: die Kombination aus Seitan und Tofu. Seitan bringt den guten Biss und der Tofu die hochwertigen Inhaltsstoffe aus der Sojabohne mit.

Ihr liebstes Picknick-Rezept? Alnatura Hummus mit Gemüse-Streifen zum Dippen.

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Spaß und Wissen über gesundes Essen – genau das findet man auf Steffis Blog »Healthy Happy Steffi«. Für das sisterMAG gestaltete sie ein komplett veganes Picknick. Die Rezepte lassen sich leicht vorbereiten und bequem im Fahrradkorb transportieren.

3 Produkte Soja Schnetzel

Ahornsirup

Haferdrink

Ö

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Picknickmenü KAFFEE FREDDO MIT HAFERDRINK ESPRESSO-WALNUSS-BROWNIES MIT BUCHWEIZEN QUINOA-KARTOFFEL-BÄLLCHEN MIT KORIANDER JOGURT-KNOBLAUCH-DIP MIT RADIESCHEN REISPAPIER-SÄCKCHEN MIT SOJA SCHNETZEL BUNTER WILDKRÄUTER-SALAT TOMATEN-GRANATAPFEL-SALAT ANTIPASTI-SANDWICHES

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4 Antworten

von Steffi von healthyhappysteffi.com Einige Worte zu meiner Arbeit

Das perfekte Gericht für Draussen

Mein Name ist Steffi, ich blogge auf

Ich snacke am liebsten ganz vie-

healthyhappysteffi.com und komme

le verschiedene Sachen. Einmal hier

aus Frankfurt am Main.

rein-gedippt, einmal da eine Gabel

Auf meinem Blog möchte ich meinen

Salat und am Ende was leckeres Sü-

Lesern zeigen, dass das Leben mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

ßes. Draußen schmeckt einfach alles viel besser!

und Allergien wunderbar lecker sein sondern viel Spaß bringt. Ich möchte

Warum gerade diese Rezepte?

aber auch allen anderen zeigen, dass

Ich liebe es bunt. Sowohl in Bezug auf

gesundes Essen nicht langweilig ist,

die Optik als auch auf Geschmack,

sondern bunt und lecker.

Beschaffenheit und Herkunft. Des-

kann und nicht nur Verzicht bedeutet, 170

Wie alles anfing

halb habe ich mich für einen Mix aus

Ich habe selbst immer nach Rezepten

mediterranen, fernöstlichen und hei-

gesucht, die glutenfrei und vegan sind und bin dabei auf viele tolle Blogs gestoßen, die aber größtenteils aus UK und den USA stammten. Deutsche

mischen Gewürzen bzw. Gerichten entschieden, die man teilweise in die Hand nimmt, aus dem Glas isst, oder mit den Freunden gemeinsam von ei-

Blogs zu dem Thema gab es damals

nem Teller nascht.

noch ziemlich wenige. Und da ich so-

Auf ein Lieblingsrezept könnte ich

wieso total gerne fotografiere und je-

mich wahrscheinlich niemals festle-

den Tag leckere Dinge koche und aus-

gen. Ich liebe Vielfalt beim Essen und

probiere, war irgendwann klar, dass

die Kombination und Vermischung

ich mein eigenes Blog ins Leben ru-

verschiedenster Geschmacksrichtun-

fen wollte.

gen, Texturen und Gewürze.

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KaffeeiFreddo mit Haferdrink ZUTATEN ―― 6 Espressos (aus Alnatura Indien Espresso-Bohnen*) ―― 750 ml Alnatura Haferdrink Natur ―― 6 TL Puderzucker

Den Espresso aufkochen und direkt in 750 ml eisgekühlten Haferdrink geben (dadurch wird der Espresso nicht

bitter).

Den

Puderzucker

unterrühren (dieser gibt dem ganzen einen

karamelligen

Geschmack).

Alles in eine Flasche füllen, ein paar ganze Espressobohnen hineingeben und ca. 30 Minuten ins Gefrierfach stellen.

Espresso Wahlnuss Brownies ―― ½ Tasse Alnatura Buchweizen

―― 80 g Alnatura Walnusskerne

―― 5 Medjool-Datteln

―― eine Prise Alnatura Meersalz

―― 2 EL Alnatura Trinkkakao ―― 1 EL Alnatura Chiasamen ―― 3 EL Alnatura Indien EspressoBohnen , frisch gemahlen

Buchweizen über Nacht in reichlich Wasser einweichen, anschließend absieben. Buchweizen und Datteln ... weiterlesen

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Quinoa

KaffeeiFreddo mit Haferdrink

Kartoffel 172

Bällchen

―― 75 g Alnatura Quinoa rot ―― 1 EL Alnatura Apfelessig ―― 300 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend) ―― 2 Hand voll frischer Koriander ―― Alnatura Meersalz ―― Alnatura Muskatnuss gerieben

, frisch

―― 1 Msp. Alnatura CayennePfeffer ―― Alnatura Olivenöl

Quinoa unter heißem Wasser abwaschen und nach Packungsanweisung kochen. Kurz vor Ende 1 EL Apfelessig hinzugeben, das rundet den Geschmack ab. Kartoffeln waschen, schälen, kochen und zu Brei stampfen. Quinoa und Korianderblätter hinzu geben und alles mit Meersalz, Muskat und Ca­ yennePfeffer abschmecken. Hände leicht anfeuchten und aus der Masse Walnuss-große Bällchen formen. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen nach und nach von allen Seiten anbraten. Download

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Melonen-Goji-Smoothie ZUTATEN ―― 1 kleine Melone ―― 400 g Erdbeeren ―― 4 cl Alnatura Limettensaft ―― 1⁄2 Tasse Gojibeeren, über Nacht eingeweicht ―― 1 Hand voll frische Minze Obst zerkleinern, mit dem Saft der … Zubereitung Download

Alnatura Lieblingsprodukt Was ich sehr liebe, ist das rote Quinoa! Es ist so schön knackig, nussig und peppt jedes Gericht auf. Positiv überrascht war ich von den Soja-Schnetzeln (siehe Rezept nächste Seite), die über Nacht mariniert wirklich toll geworden sind!

Hier mache ich am liebsten Picknick Ich finde es toll, hier in Frankfurt im Park mitten im Grünen zu sitzen und dabei auf die Skyline zu schauen. Da ich aber ein großer Natur-Liebhaber bin, kriegt man mich auch mit einem Picknick auf der Alm ;-).

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Antipasti

Sandwiches ZUTATEN ―― 1 Aubergine ―― 1 Zucchini ―― 3 braune Champignons 174

―― 1 rote Paprika ―― 2 EL Alnatura Olivenöl ―― Alnatura Meersalz ―― Alnatura Schwarzer Pfeffer ―― Frische Kräuter (z.B. Oregano, Thymian, Rosmarin) ―― 1 Baguette ―― Alnatura Streichcreme PaprikaChili ―― 1 Pck. Alnatura Basilikum-Tofu Zuerst Auberginen waschen, in Scheiben schneiden, salzen und ca. 1⁄2 Stunde ziehen lassen. Das dabei

ausgetretene Wasser wegschütten und das Salz abtupfen. Dadurch wird die Aubergine weicher und schmeckt weniger bitter. Zucchini, Champignons und Paprika waschen und grob (in Scheiben) schneiden. Alles Gemüse auf ein Backblech geben, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Kräuter darüber geben und mit den Händen kräftig durchmischen. Alles flach auf dem Blech ausbreiten und bei 180°C (Ober-/Unterhitze) 45 Min. lang in den Ofen geben. Baguette in Scheiben schneiden und jede zweite mit der Streichcreme bestreichen. Basilikum-Tofu in Scheiben schneiden und auf das bestrichene Baguette legen. Die abgekühlten Antipasti darauf legen, die unbestrichene Baguette-Scheibe darauf setzen und mit einem Zahnstocher fixieren.

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Reispapier-Säckchen mit Sojaschnetzel ZUTATEN

―― 6 EL Alnatura Sojasauce Shoyu ―― 2 TL Kokosblütenzucker ―― 1 Hand voll frische Minze ―― 1 kleine rote Chilischote ―― 75 g Alnatura Sojaschnetzel, grob ―― etwas Wasser ―― 3 Frühlingszwiebeln ―― 1 mittelgroße Knoblauchzehe ―― 1 EL Alnatura Sesamöl ―― Alnatura Schwarzer Pfeffer ―― 1 mittelgroße Karotte ―― 1⁄2 Mango ―― Reispapier (rund), aus dem AsiaShop ―― frischer Schnittlauch

Aus Sojasauce, Kokosblütenzucker, Minze und Chili eine Marinade anrühren. Über die Sojaschnetzel geben, kräftig durchmischen und mind. 3 Stunden ziehen lassen. Anschließend so viel Wasser hinzu geben, dass die Sojaschnetzel knapp bedeckt sind und über Nacht erneut ziehen lassen. Am nächsten Tag die marinierten Schnetzel mit klein geschnittenen Frühlingszwiebeln und klein gehacktem Knoblauch in Sesamöl scharf anbraten und mit Pfeffer abschmecken. Karotten und Mango schälen, ganz klein schneiden und mit den angebratenen Sojaschnetzeln in einer Schüssel vermengen. Reispapier in warmem Wasser einlegen (jeweils ca. 1 Minute), anschließend vorsichtig auf einen großen Teller legen und ca. 1-2 EL der Füllung in die Mitte geben. Die Ränder des Reispapiers anheben und mit einem langen Schnittlauchhalm zubinden. Download plus: Dip-Rezepte

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Bunter Wildkräuter-Salat

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FÜR DEN SALAT: ―― 350 g Wildkräuter-Salat (z.B. mit Rauke, essbaren Blüten, Löwenzahn, Rote Bete Blättern, Mangold, Giersch, Sauerampfer, Malve etc.) ―― 1 Avocado ―― 3-4 Stangen grüner Spargel ―― 2 Hand voll frische ErbsenSchoten ―― 3-4 Radieschen ―― schwarzer Sesam 176

―― Alnatura Walnusskerne

FÜR DAS DRESSING: ―― 4 EL Alnatura Olivenöl ―― Saft von 1/2 Zitrone ―― 2 EL Alnatura Apfelessig ―― 2-3 EL Alnatura Ahornsirup Grad A

Erbsen aus den Schoten lösen. Ra-

―― Alnatura Meersalz

den. Alles zusammen in einer gro-

―― Alnatura Schwarzer Pfeffer

dieschen in feine Scheiben schneißen Schüssel mischen. Das Dressing anmischen und ggf. noch etwas ab-

Wildkräuter-Salat waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Avocado in Würfel schneiden. Spargel waschen, das untere Drittel schälen und in kleine Stückchen schneiden.

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schmecken. Dressing über den Salat geben, gut durchmischen, auf einem großen Teller anrichten und mit Walnüssen und schwarzem Sesam garnieren.


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Tomaten-Granatapfel-Salat ZUTATEN: ―― 1 Granatapfel ―― 50 g Marzanino- oder CherryTomaten ―― 1 Schalotte ―― 2 EL Alnatura Olivenöl ―― 3 EL Alnatura Aceto Balsamico ―― Alnatura Meersalz ―― Alnatura Schwarzer Pfeffer ―― Paprikapulver, rosenscharf ―― 2 TL Kokosblütenzucker ―― frischer Rosmarin ―― 1 Hand voll Alnatura Walnusskerne

Granatapfel entkernen (Granatapfel halbieren, an den Seiten etwas aufbrechen, umgekehrt auf die offene Handfläche legen, eine große Schüssel darunter stellen, und mit einem Holzlöffel auf die Rückseite klopfen). Tomaten und Schalotte schön klein schneiden. Alles zusammen in einer Schüssel mischen. Mit Olivenöl, Balsamico, Salz, Pfeffer, Paprika, Kokosblütenzucker und Rosmarin abschmecken und die Walnüsse unterheben. Am besten über Nacht durchziehen lassen.

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Alnatura Online Shop Alle Zutaten bequem bestellen und nach Ausgabe 19 | Juni 2015 Hause liefern lassen

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Dass man mit den Produkten von Alnatura auch richtige GourmetSpeisen zaubern kann, beweist uns Uwe Spitzmüller vom Blog HighFoodality. In seiner unverwechselbaren Art mit viel Licht und wunderschön angerichteten Tellern zeigt er drei Gerichte, die am besten auf weißer Tischdecke in der Mitte eines englischen Rasens serviert werden sollten.

3 Produkte getrocknete Tomaten

Streichcreme Rote Bete

Couscous

A Picknickmenü SALADE DU PAIN DU ROUGETS PERLHUHNBRUST MIT KNUSPRIGEM COUSCOUS, MAJORAN UND SAUCE VIERGE LAUWARMER BRIN D'AMOUR MIT ROTE-BETECRÈME, ZUPFSALAT UND BLÄTTERTEIGKNUSPER

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Salade du pain du rougets

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ZUTATEN: ―― 8 kleine Rotbarben-Filets ―― Etwas Alnatura Rohrzucker ―― 8 dünne Scheiben Brioche ―― 200 g Rucola ―― 1 Blutorange ―― 3 EL Alnatura Condimento Bianco ―― Salz, Pfeffer ―― 1 EL Alnatura Rapsöl

Für die

Oliven-Tapenade:

―― 2 Stängel glatte Petersilie ―― 150 g Alnatura KalamonOliven (ohne Stein) ―― 4 EL Alnatura Olivenöl ―― Salz, Pfeffer

Für das Pesto:

―― 70 g Alnatura Getrocknete Tomaten ―― ½ Knoblauchzehe ―― 25 g Alnatura Pinienkerne ―― 15 g Parmesan ―― 10 ml Alnatura Olivenöl ―― Salz, Pfeffer

Die Rotbarben-Filets abbrausen und trocken tupfen. Die Hautseite mit etwas Zucker bestreuen. Die Brioche-Scheiben aufrecht in Ausstechformen stellen und bei 140° C etwa 10 bis 12 Minuten im Backofen backen, bis sie knusprig sind und auch ohne Formen stehen bleiben. Die Rotbarben-Filets bei 160° C (Ober-/Unterhitze) etwa 15 – 18 Minuten im Backofen garen. In der Zwischenzeit den Rucola waschen und abtropfen lassen. Für das Dressing die Blutorange filetieren und den Saft dabei auffangen. 2–3 EL des Safts mit Weißweinessig und etwas Zucker vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Rapsöl zu einer Emulsion verarbeiten. Rucola untermischen. Für die Oliven-Tapenade alle Zutaten mit einem Stabmixer zu einer glatten Paste verarbeiten. Mit Salz & Pfeffer abschmecken. Für das Pesto die getrockneten Tomaten und den geschälten Knoblauch grob hacken. Die Pinienkerne trocken in einer Pfanne bei moderater Hitze goldbraun rösten. Den Parmesan grob reiben. Alle Zutaten mit dem Olivenöl ohne Salz und Pfeffer in ein hohes Gefäß füllen und mit einem Stabmixer homogen verarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Salat mit den Brioche-Scheiben, Oliven-Tapenade, Pesto Rosso und den Rotbarben anrichten. Download

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Perlhuhnbrust mit knusprigem Couscous, Majoran und Sauce Vierge

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―― 150 ml Alnatura Gemüsebrühe ―― 100 g Alnatura Couscous ―― 25 g Butter ―― 4 Perlhuhnbrüste mit Haut ―― 1 Zitrone ―― Etwas Butterschmalz ―― Frischer schwarzer Pfeffer ―― Salz

Für die Sauce Vierge:

―― 1 Schalotte

―― 2 Tomaten, gehäutet und entkernt ―― 4 EL Alnatura Olivenöl ―― ½ Limette ―― 1 EL Alnatura Aceto Balsamico ―― 1 Handvoll frischer Majoran, gehackt ―― Salz, Pfeffer

Zunächst für den Couscous die Geflügelbrühe erhitzen und zum Couscous geben, so dass dieser gerade so mit der Flüssigkeit bedeckt ist (Ggf. etwas heißes Wasser nachgeben, sollte die Brühe nicht ganz reichen). Die Butter zugeben und etwa 10 Minuten quellen lassen. Währenddessen für die Sauce Vierge die Schalotte und die Tomaten fein hacken, das Öl in einer Kasserolle erwärmen und die Schalotte glasig dünsten. Den Topf vom Herd nehmen und die Tomate, den Saft der Limette, den Balsamico und die hälfte des gehackten Majoran zugeben. Die Sauce mit Salz und Pfeffer, ggf. etwas Zucker abschmecken. Die Perlhuhnbrüste auf der Hautseite in einer Pfanne langsam auslassen. Dann von beiden Seiten im eigenen Fett anbraten. Im Backofen bei aktiver Grillfunk­tion die Hautseite aufknuspern, das dauert etwa 5 Minuten. Während die Perlhuhnbrüste im Ofen grillen, den Couscous im Butterschmalz scharf anbraten. Den restlichen Majoran mit dem gebratenen Couscous vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Schale der Zitrone abreiben und mit frischem Pfeffer vermischen, Perlhuhnbrust mit dem Zitronen-Pfeffer bestreuen und mit Couscous und Sauce Vierge anrichten und servieren.   Download

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B rin d'Amour

mit Rote-Bete-Crème, Zupfsalat und BlätterteigknusperEcken

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―― Etwas Blätterteig ―― 1 Ei ―― 1 TL schwarzer Sesam ―― 200 g Brin d'Amour (korsischer Schafskäse) ―― 800 g Zupfsalat (z. B. roter Mangold, junger Spinat, Frisée-Salat, …) ―― 1 Handvoll frische Petersilie ―― 4 EL Alnatura Streichcreme Rote Bete ―― 2 EL Alnatura Olivenöl

Für die Vinaigrette

―― 4 EL Alnatura Condimento Bianco ―― 1 TL Alnatura Honig ―― 1 TL Alnatura Delikatess Senf ―― Salz, Pfeffer ―― 2 EL Alnatura Rapsöl

Alle Zutaten bequem bestellen und nach Hause liefern lassen:

Für die Knusperecken den Blätterteig mit dem Ei einstreichen, in kleine Dreiecke schneiden und mit schwarzem Sesam bestreuen. Bei 180°C (Ober- und Unterhitze) etwa 10 Minuten knusprig backen. Den Salat waschen und abtropfen lassen. Die Petersilie hacken. Für die Vinaigrette den Weißweinessig mit dem Honig und dem Senf glattrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit dem Öl zu einer Emulsion verarbeiten. Mit dem Zupfsalat und der Petersilie vermischen. Für die Rote-Bete-Crème die Streichcreme mit 2 EL Olivenöl glattrühren und ggf. mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Brin d’Amour in einer Pfanne in wenig Olivenöl bei moderater Hitze erwärmen, bis er zu schmelzen beginnt. Auf ein Beet von Zupfsalat setzen und mit Rote-Bete-Crème und den Blätterteigecken anrichten. Mit etwas Petersilie bestreuen und servieren. Download

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Auf ihrer »About«-Seite beschreibt Deniz sehr eindrücklich, wie es ist mit einer Fructose-Intoleranz zu leben. Fruchtzuckerunverträglichkeit ist den meisten Menschen gar kein Begriff und so ist auch die Rezeptsuche und Informationsbeschaffung recht schwierig. Deniz teilt daher auf ihrem Blog fructopia.de Rezepte für diese Gruppe Leidgeplagter. Für das sisterMAG entwickelte sie ein ganzes Picknick in diesem Stil, welches über den Dächern der Stadt von ihr serviert wird.

3 Produkte Hirse

Bärlauch Brot-aufstrich

Kokosöl

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Picknickmenü FRÜHSTÜCKMUFFINS MIT BLAUBEEREN GRÜNKERN-DINKEL-SANDWICH MIT GEGRILLTEN KOKOSÖLAPRIKOSEN, ZIEGENKÄSE UND AVOCADO HIRSESALAT MIT BÄRLAUCHPESTO, AVOCADO UND ERDBEEREN ROTE-BEETE-MEERRETTICH-DIP MIT HÜTTENKÄSE UND KÜMMEL GEBACKENE ERDBEEREN MIT JOGURT UND DINKEL-HAFER-CRUNCHYS

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fruktosearm

laktosefrei

glutenfrei

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Hirsesalat ―― 120 g Alnatura Hirse ―― 250 ml Wasser ―― je 1/2 Hand voll frische Petersilie-, Koriander-, Basilikum- und Minzblätter ―― 70 ml Alnatura Olivenöl ―― 3 TL Alnatura BärlauchBrotaufstrich ―― Saft einer ½ Zitrone, mehr nach Geschmack ―― 1/2 TL Alnatura Meersalz ―― Alnatura Pfeffer ―― 1 Avocado ―― 1 Hand voll Erdbeeren ―― 1 Hand voll Alnatura Salatkerne-Mix

Die Hirse in ein feines Sieb geben und unter laufendem Wasser abspülen. Anschließend in einen kleinen Topf geben und unter Rühren auf mittlerer Stufe erhitzen bis sie ein leichtes Röstaroma verströmt. Mit Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Anschließend die Hitze etwas reduzieren und für 5 Minuten köcheln lassen. Den Topf vom Herd nehmen und die Hirse abgedeckt für 10 Minuten ausquellen lassen. Für das Pesto, die Kräuter waschen und grob hacken. Olivenöl, Bärlauchaufstrich, Zitronensaft und Salz verrühren, anschließend die Kräuter unterheben. Mit Pfeffer, Salz und Zitronensaft abschmecken. Die Avocado würfeln und die Erdbeeren vierteln. Pesto, Avocado, Erdbeeren und Salatkerne-Mix unter die Hirse mischen und fertig ist der Sommersalat.

5 Antworten von Deniz von fructopia.de Einige Worte zu meiner Arbeit Hallo, ich bin Deniz von fructopia.de. Seit 2 Jahren blogge ich zwischen Berlin, Istanbul und Fructopia über mein zuckerfreies Leben mit einer Fructoseintoleranz. Wenn man wie ich weder Zucker, Weizen, Äpfel oder

Zwiebeln verträgt, kann das Kochen schnell zur Herausforderung werden. Langweilig wird es trotzdem nicht. Auf Fructopia zeige ich, wie man auch ohne Fertigprodukte, Zucker, Agavensirup und Weizen saftige Kuchen, würzige Hauptgerichte und fruchtig-saure Smoothies zaubern kann.

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Grünkern-Dinkel-Sandwich mit Kokosöl-Aprikosen

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gegrillte Aprikosen: ―― 4 Aprikosen ―― 1/2 TL Alnatura Kokosöl

Sandwich: ―― 4 Scheiben Alnatura Grünkern-Dinkel-Brot

Für die gegrillten Aprikosen den Ofen auf 200°C Umluft vorheizen. Die Aprikosen halbieren, entkernen und mit etwas Kokosöl bestreichen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und für ca. 15 Minuten grillen bis sie weich sind. Nach 10 Minuten einmal wenden.

Das Grünkern-Dinkel-Brot toasten und die ―― ca. 100 g frischer Ziegenkäse Scheiben halbieren. Mit je ¼ Avocado, Ziegenkäse und zwei Aprikosenhälften belegen. ―― Frische Kresse Nach Geschmack salzen und pfeffern und ―― Meersalz und frisch mit Kresse garnieren. Die zweite Brothälfte gemahlener Pfeffer auflegen und in Brotpapier einwickeln.

―― 1 Avocado

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Tipp: Am besten gleich ein ganzes Blech voll Aprikosen grillen und im Kühlschrank aufbewahren. Die Kokos-Aprikosen schmecken auch prima im Salat! Darauf achten: Natürlich ist in Aprikosen Fructose enthalten!

Gebackene Erdbeeren mit Jogurt und Hafer-Crunchys ―― 500 g Erdbeeren

―― 500 g Joghurt

―― 1 TL Alnatura Kokosöl

―― Alnatura DinkelHafer-Crunchy

―― 1/4 TL Anis Den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Die Erdbeeren waschen und in Scheiben schneiden. Zusammen mit dem Kokosöl und Anis vermengen und in eine Auflaufform geben. Die Erdbeeren 30 Minuten backen bis sie weich sind. Dabei alle 10 Minuten umrühren. Die Erdbeeren abkühlen lassen und zusammen mit Joghurt und Dinkel-Hafer-Crunchys in kleine Einmachgläser schichten und kalt stellen. Download

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Fr端hst端cksmuffins mit Blaubeeren

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―― 50 g Alnatura Hirseflocken

Den Backofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Muffinform ausfetten oder mit Muffinförmchen auskleiden.

―― 50 g Alnatura Buchweizen, frisch gemahlen

Alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermengen.

―― 10 g Alnatura Haferflocken Feinblatt

Die Eier sorgfältig trennen und das Eiweiss im Kühlschrank lagern. Die restlichen flüssigen Zutaten zum Eigelb geben und mit dem Pürierstab zu Mus verarbeiten. Ist das Kokosöl zu fest, einfach kurz in einem Topf zum schmelzen bringen und anschließend etwa für 5 Minuten auskühlen lassen.

trocken

―― 1 EL Alnatura Chiasamen ―― 1 Kapsel Kardamom, im Mörser fein zermahlen ―― 3⁄4 TL Alnatura Backpulver ―― 1⁄2 TL Alnatura Bourbonvanille, gemahlen ―― 1/2 TL Alnatura Zitronenschale, gerieben ―― 1 Prise Salz

Flüssige Zutaten ―― 2 Eier ―― 60 ml Alnatura Reisdrink ―― 40 g Alnatura Kokosöl ―― 30 g Alnatura Mandelmus weiss ―― 1 Banane (nicht überreif)

zudem ―― ca. 125 g Heidelbeeren ―― 40 g Alnatura Mandeln, gehackt ―― 1 TL Alntatura Ahornsirup

Das Eiweiß mit dem Handmixer steif schlagen bis sich Spitzen bilden. Mit einem Löffel zuerst die Mehl-Flocken-Mischung unter die flüssigen Zutaten heben, dann das geschlagene Eiweiß dazugeben und nur so lange rühren, bis alles gerade eben verteilt ist. Die gehackten Mandeln mit dem Ahornsirup vermengen und beiseite stellen. Die einzelnen Muffinformen zur Hälfte mit Teig füllen, in jede Mulde 2-3 Heidelbeeren drücken und diese erneut mit etwas Teig bedecken, sodass die Muffinförmchen maximal zu zwei Dritteln gefüllt sind. So gehen die Muffins schön kuppelartig auf. Die Muffins zum Schluss mit je 4–5 Heidelbeeren und den gehackten Mandeln garnieren. Für 15–18 Min. auf mittlerer Schiene goldbraun backen. Stäbchenprobe nicht vergessen! Download

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Wie alles anfing Anfangs wollte ich nur meine persönlichen Erfahrungen zum Thema Fructoseintoleranz teilen, denn viele Betroffene sind nach der Diagnose schlichtweg überfordert mit der neuen Situation. Statt mitzumeckern wollte ich zeigen, dass so eine Intoleranz auch positive Seiten hat und zuckerfreies Essen sogar Spaß machen kann! Dass daraus ein richtiger Food-Blog und sogar ein Kochbuch entstehen würde, das sogar Nicht-Betroffene begeistert, hätte ich mir nie erträumen lassen! Das perfekte Gericht für Draussen Das perfekte Gericht zum draußen essen muss sich einfach zubereiten und transportieren lassen, ohne dass man alle Zutaten einzeln verpacken muss. So wie beim Hirse-Erdbeer-Salat mit Pesto: Das Dressing gibt man einfach schon Zuhause dazu, denn im Gegensatz zu Blattsalat wird dieses Gericht nur noch besser, wenn es etwas ziehen darf! Hirse ist so schön unkompliziert und daher jetzt

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schon meine Entdeckung des Jahres!

Warum gerade diese Rezepte? Meine Rezepte zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, trotz Einschränkungen ein farbenfrohes und abwechslungsreiches Picknickmenü zu zaubern, das trotz Fructose-Intoleranz gut bekömmlich ist. Dabei hab ich mich von der allgemeinen Grill-Euphorie anstecken lassen, die uns gerade wieder packt: Statt Tierischem kommen hier jedoch saisonale, fructosearme Früchte auf den Rost und Süßes wird mit Salzigem kombiniert. Mein Lieblingsrezept sind wahrscheinlich die glutenfreien Frühstücksmuffins mit Heidelbeeren, Mandelmus und Chiasamen! Alnatura Lieblingsprodukt Ganz klar das Alnatura Kokosöl! Mehr als diese eine Zutat braucht es nicht, um Gerichten einen leckeren Twist zu geben! Überrascht war ich, dass ich sogar ein paar leckere Streichcremes gefunden habe,


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in denen keine Zwiebeln verarbeitet wurden, wie die Rote-Beete-Meerrettich-Streichcreme oder der Bärlauch-Brotaufstrich. Ich habe wortwörtlich einen kleinen Freudensprung in der Alnatura-Filiale gemacht, als ich diese Streichcremes entdeckt habe!

Hier mache ich am liebsten Picknick Wenn die Alm doch bloß ein bisschen näher wäre… Da man in Berlin die Berge vergeblich sucht, ich mich aber oft nach luftigen Höhen, glasklarer Weite und träumerischer Stille sehne, verlagere ich meine Picknicks am liebsten auf die Dächer Berlins!

Alle Zutaten online bestellen und nach Hause (oder aufs Dach :)) liefern lassen im neuen sister-mag.de

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Zutaten: ―― 1 Glas Streichcreme Rote-Bete-Meerrettich ―― 1 Packung Hüttenkäse ―― 1/4 TL Alnatura Kümmel, gemahlen ―― Saft 1/2 Zitrone

Rote Bete Meerrettich Dip mit Hüttenkäse

Zubereitung: Alle Zutaten miteinander verrühren. Zum Dippen passen knusprige Mais-Amaranth-Waffeln. Download

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Im Juni beginnt der Sommer und damit die beste Zeit des Jahres für ein Picknick im versteckten Hinterhof, auf dem Balkon oder im Garten. Im Juni beginnt auch die Kirschernte und die Königin der Blumen – die Rose – hat ihre Blütezeit und erinnert an Rituale längst vergangener Zeiten: In Ruhe den Nachmittagstee mit süßen Leckereien in kleiner gemütlicher Runde mit Freunden genießen. Simone hat diese Teestunde Picknick-tauglich gemacht. Die Rezepte lassen sich alle wunderbar am Abend vorher zubereiten, damit die Teezeit im Freien zu einem stressfreien Genuss wird.

3 Produkte MandelDrink, ungesüsst

Amaranth

Sauerkirschen

Ö

Picknickmenü ROSENBLÜTENSIRUP COLD BREW: WEISSER TEE MIT ROSENBLÜTEN BRIOCHE SANDWICHES & SÜSSE TEE SWIRLS SCHOKO-NUSS-PRALINEN KIRSCH-MANDEL-TRIFLE

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Zubereitung:

Zutaten:

―― 100 g Rosenblüten Die gereinigten Blütenblätter mit Wasser bedecken und für ca. 12 Std. oder über Nacht ziehen lassen. Da―― 500 ml Wasser nach wird das Wasser mit Hilfe eines Siebes abgeseiht ―― 500 g Alnatura und das restliche Wasser mit einem Löffel vorsichtig Rohrohrzucker aus den Rosen gedrückt. Das Rosenwasser wird nun ―― Saft von 1 Zitrone mit dem Rohrohrzucker und Zitronensaft aufgekocht und für mindestens 10 Minuten zu einem Sirup eingekocht bis er die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Rosenblüten- Anschließend den Sirup in mehrere kleine sterile Flaschen füllen, so hält er sich ca. 1 Jahr oder länger. sirup Download

5 Antworten von Simone von by-fraeuleinsonntag.com

Einige Worte zu meiner Arbeit Ich bin nicht die typische Bloggerin. Ich habe auch keinen Blog, sondern vielmehr eine Portfolioseite für meine Fotografien und Reisen. Meine Philosophie und Geschichten verbreite ich eher über soziale Netzwerke wie Instagram, Facebook oder Steller Stories. Gebürtig aus Hannover, lebe ich bereits seit fast 10 Jahren in Berlin und liebe diese Stadt. Ich beschäftige mich viel mit dem Thema Slow Movement und dazu gehört natürlich auch das Thema »Es-

sen«. Menschen können bei gutem Essen aus regionaler Herstellung zusammenkommen, sich austauschen, gemeinsame neue Ideen entwickeln und das Leben im Hier und Jetzt genießen.

Wie alles anfing Ich sehe mich eher als Visual Story Teller und dazu bin ich über die Fotografie gekommen. Mit dem Thema Slow Movement beschäftige ich mich schon seit einiger Zeit und merke immer wieder, wie sehr es die Leute bewegt, da sich viele nach Entschleunigung und Sinnhaftigkeit sehnen. Wir

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können fast immer und zu jeder Zeit online sein und doch brauchen wir die Momente des Rückzugs, um wieder Kraft tanken zu können. Gutes und gesundes Essen gehört natürlich auch dazu.

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Das perfekte Gericht für Draussen Eine schwierige Frage, vor allem kommt es ganz darauf an, wo und wann das Picknick stattfindet. Für mich gehört eigentlich immer Obst dazu, es sei denn es ist gerade Wespenalarm – dann macht es nicht mehr so viel Spaß. Aber für mich hat Picknick etwas mit Genuss und Seele baumeln lassen zu tun, daher sind ein gutes Brot oder Brioche ein Muss. Warum gerade diese Rezepte? Als ich die Anfrage vom sisterMAG bekam, hatte ich schnell eine Idee wie ich es umsetzen wollte. Ich habe mich auf einer Picknickdecke in einem verwunschenen Park mit wild wachsenden Blumen und alten englischen Rosen gesehen. Da war für mich klar, dass es nur in

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Richtung Afternoon Tea gehen könne und dieses Motiv wollte ich in eine moderne und auch gesündere Picknickvariante umsetzen. Die Rezepten enthalten einfache Zutaten und lassen sich sehr gut vorbereiten. So kann man das Picknick total genießen, ohne sich vorher bei den Vorbereitungen auszupowern. Alle Rezepte sind so köstlich, dass die Speisen kurz nachdem die Bilder im Kasten waren, schon vertilgt waren! Ich muss bekennen, dass ich ein echter Erdnusscreme-Freak bin und diese in Kombination mit dem Marillen Fruchtaufstrich zu frisch gebackener Brioche als Sandwich - das ist echt der Hammer!

Alnatura Lieblingsprodukt Ich war sehr angetan von der tollen Qualität der Fruchtaufstriche, die ich probiert habe: Sauerkirsche, Himbeere mit Agavendicksaft und Marille. Ich koche meine Marmelade oder Fruchtaufstriche meist selbst ein und habe besondere Anfor-


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derungen an Geschmack und Konsistenz, da diese nicht zu fest sein darf. Alnatura hat mich absolut überzeugt und bei uns kommt neben den selbst gemachten Fruchtaufstrichen jetzt auch Alnatura auf den Tisch. Außerdem habe ich zum ersten Mal die Cold Brew Methode ausprobiert. Ich habe Freunde kosten lassen und wir waren sehr überrascht vom feinen Geschmack des Weißen Tees mit Tee- und Rosenblüten. Das Aufgießen mit kaltem

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statt des üblicherweise heißen Wasser bringt wunderbar die feinen Aromen des Tees heraus. Das wird auf jeden Fall unser neues Sommergetränk.

Hier mache ich am liebsten Picknick Mich muss auf jeden Fall der Ort entspannen und vielleicht sogar ein Stück weit verzaubern, dass kann im Stadtpark, in einem versteckten Berliner Hinterhof oder auf der Alm sein.


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Zutaten: ―― 4 Aufgussbeutel Alnatura »Weißer Tee mit Tee- und Rosenblüten«

Cold Brew: Weisser Tee mit Rosenblüten

―― 500 ml destillisertes Wasser oder stilles Mineralwasser ―― Pfefferminze zum Garnieren

Zubereitung: Teebeutel in eine Karaffe geben, mit 500 ml Wasser aufgießen und für etwa 20 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen, Teebeutel entfernen und auf Eis (evtl. mit Pfefferminze) servieren. Bei Bedarf kann der Tee mit 2-3 EL Rosenblütensirup oder 2 EL Agavendicksaft gesüßt werden. Download

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Schoko-NussPralinen

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vegan glutenfrei

100 g Alnatura Mandeln 1 TL Alnatura Bourbonvanille, gemahlen 125 g Alnatura Datteln, entsteint 50 g Alnatura Cashewkerne 50 g + 20 g  Alnatura Kakao schwach entölt 1 EL Mandelmus 1 EL Agavendicksaft (optional) 50-80 ml Alnatura Mandeldrink, ungesüßt 1 Prise Meersalz ½ TL gemahlenen Kardamom oder Zimt 1 TL Rosenwasser (optional) Fruchtaufstrich 15 g Alnatura Amaranth, gepufft sister-mag.de


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Mandeln in der Pfanne anrösten. Anschließend in einer Schüssel mit ca. 500 ml Wasser und der Bourbonvanille einweichen. Die Masse über Nacht oder für mindestens 4 Std. in den Kühlschrank stellen. Das Wasser abgießen und die Mandeln aus ihrer Schale lösen. Falls die Datteln sehr fest sind, können diese auch für ca. 2 Std. in lauwarmes Wasser eingeweicht werden, dann lassen sie sich besser verarbeiten. Nun alle Zutaten, bis auf den gepufften Amaranth, in die Küchenmaschine oder Mixer geben und zu einem homogenen Teig verarbeiten. Anschließend mit einem Löffel den gepufften Amaranth unterheben und gut vermengen. Je nach gewünschter Größe, 20-30 Kugeln formen und diese in Kakao rollen. Im Kühlschrank aufbewahrt, halten sich die Pralinen mindestens vier Tage. Download

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―― 100 g-120 g Alnatura DinkelBiscotti oder für eine glutenfreie oder vegane Option ―― 100 g -120 g Alnatura Mandeln, gehackt

Mandelpudding ―― 40 g Alnatura Milchreis

―― ½ TL Alnatura Zitronenschale, gerieben

Kirschgrütze ―― 1 Glas (360 g) Alnatura Sauerkirschen ―― 50 ml Wasser

―― 15 g Alnatura Maismehl

―― 1 EL Alnatura Agavendicksaft oder Rosenblütensirup

―― 25 g Alnatura Rohrohrzucker

―― 1 TL Alnatura Speisestärke

―― 500 ml Alnatura Mandeldrink, ungesüßt

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vegan

Kirsch-MandelTrifle

glutenfrei

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Zwei Gläser (z.B. Einmachgläser für ca. 160 ml) mit jeweils 2-3 grob zerkleinerten Biscotti (alternativ geröstete gehackte Mandeln) auslegen und mit jeweils 1 EL Kirschsaft beträufeln. Anschließend für die Kirschgrütze die Kirschen in einen Topf geben und etwas Flüssigkeit zum späteren Binden abnehmen. Nun Kirschen, Kirschsaft, Wasser und Agavendicksaft oder Rosenblütensirup aufkochen. Die Speisestärke mit dem vorher entnommenem Kirschsaft verrühren und zu den aufkochenden Kirschen geben. Unter ständigem Rühren kurz aufkochen und abkühlen lassen. Jeweils 1-2 EL Kirschen in die Gläser füllen und in den Kühlschrank stellen. Nun mit der Zubereitung des Mandelpuddings beginnen. Den Milchreis im Mörser oder der

Kaffeemühle mahlen. Mandeldrink zum Kochen bringen – vorher 3 EL zur Seite stellen. Die abgenommene Menge Mandeldrink mit den restlichen Zutaten zu einer Paste verrühren und in die kochende Mandelflüssigkeit geben. Unter ständigem Rühren noch einmal kurz aufkochen lassen bis der Pudding die entsprechende Konsistenz erreicht hat – er sollte nicht zu flüssig sein. Für 5-10 Minuten erkalten lassen. Die Gläser aus dem Kühlschrank holen und mit einer dünnen Schicht fein gehackter Biscotti bestreuen und anschließend jeweils 2-3 EL Mandelpudding in die Gläser geben. Erneut kurz kühlen. Zum Schluß jeweils 1-2 EL Kirschen in jedes Glas geben und kurz vor dem Servieren mit 1-2 grob gehackten Biscotti oder Mandeln bestreuen.

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Brioche Sandwiches und s端sse Tee Swirls

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Zubereitung:

Brioche: ―― 250 g Alnatura Dinkelmehl, Type 630 ―― 25 g Alnatura Rohrohrzucker ―― 5 g Alnatura Backhefe ―― 1 große Prise Salz ―― 100 ml Milch ―― 1 Ei (Größe L) und 1 Eigelb ―― 125 g Butter (Zimmertemperatur)

Aufstrich Varianten ―― 1-2 EL Alnatura Erdnusscreme ―― 1-2 EL Alnatura MarillenFruchtaufstrich ―― 1-2 EL Alnatura SauerkirschFruchtaufstrich ―― 1-2 EL Alnatura HimbeerFruchtaufstrich (mit Agavendicksaft)

Für die Brioche die trockenen Zutaten mit Hilfe eines Handmixers (mittlere Stufe) in einer Schüssel vermengen. Danach Milch, Eier und Eigelb hinzufügen und den Teig zu einer homogenen elastischen Masse verarbeiten (ca. 5 Minuten). Anschließend die Butter Stück für Stück hinzufügen und den Teig weitere 5 Minuten zu einer homogenen und elastischen Masse verarbeiten. Die Schüssel mit einem feuchtem Geschirrhandtuch bedecken und über Nacht (mindestens 4 Std.) im Kühlschrank ruhen lassen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten, in eine längliche Form bringen und in eine mit Backpapier ausgelegte Kastenform legen. Die Kastenform mit einem feuchten Küchentuch bedecken und an einem warmen Ort für eine Stunde gehen lassen. Kurz vor Ende der Gehzeit den Backofen auf 180 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Die Brioche mit ein wenig Milch einpinseln und im Backofen auf etwa 160°C für ca. 30 Minuten backen. Die Brioche auskühlen lassen, ehe es an die Zubereitung der Sandwiches und Swirls geht.

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Tee Swirls Für die Tee Swirls werden fünf Briochescheiben (in Toastbrotstärke) benötigt. Die Ränder der Briochescheiben entfernen und die Scheiben vorsichtig mit Hilfe eines Nudelzholzes oder Glases ausrollen. Die Scheiben dünn mit Butter oder nur mit Fruchtaufstrich bestreichen und behutsam aufrollen. Die Rollen einzeln in Frischhaltefolie verpacken und für ca. 30 Minuten kühl stellen.

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Anschließend die Rollen jeweils in 2-3 Teile schneiden und auf einen Spieß stecken.

Sandwiches Variante 1: Für die Sandwiches werden vier etwas dickere Briochescheiben benötigt. Der Fantasie sind in Bezug auf den süßen Aufstrich keine Grenzen gesetzt. Köstliche Varianten: Erdnusscreme mit Marillen Fruchtaufstrich oder Briochescheiben dünn mit Butter und Sauerkirsch-Fruchtaufstrich bestreichen. Anschließend in vier Doppelhälften zerteilen und picknicktauglich verpacken.

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Bis zum ersten Sonnentag wartete Anne von A Cake a Day, um unsere »Quick-and-Easy«-Picknickversion zu fotografieren. Mit den drei Grundzutaten von Alnatura – dem Caffé Latte, der Falafel-Mischung und Kichererbsen – zauberte sie ein tolles Menü mit leichten Rezepten, die nicht nur idyllisch am See inszeniert sind, sondern auch noch klasse schmecken und ganz schnell vorbereitet sind.

3 Produkte Caffé Latte

Falafel Mischung

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Kichererbsen

Picknickmenü ERDBEER-SHAKE MINI-KAFFEE-MANDEL-GUGL FALAFEL MIT FETA-JOGURT-MINZ-DIP KICHERERBSEN-SALAT

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Falafel mit FetaJoghurt-Minz-Dip

Zutaten:

Zubereitung:

―― 1 Pck. Alnatura Falafel Mischung ―― 5 EL Vollmilchjoghurt ―― 200 g weichen Feta ―― 2 Stiele Minze, fein gehackt ―― Salz & Pfeffer

Die Falafel nach Packungsanweisung zubereiten. Joghurt und Feta mit einer Gabel zu einem Dip verrühren. Die Minze unterheben und den Dip mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken.

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5 Antworten von Anne von acakeaday.com Einige Worte zu meiner Arbeit Hej, ich bin Anne, lebe momentan im schönen Düsseldorf und blogge seit fast zehn Jahren auf A Cake A Day. Wie der Titel meines Blogs schon verrät, steht Kuchen bei mir ziemlich hoch im Kurs und so findest du auf meinem Blog natürlich auch das ein oder andere Rezept für gebackenen Süßkram. Aber auch deftige Speisen, gute Restaurants und Cafés sowie Reisen und Städtetrips lassen mein Herz absolut höher schlagen. Darum dreht es sich auf A Cake A Day auch um diese Themen.

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Wie alles anfing Ich war blutjunge 16 und die deutsche Blogosphäre stand noch absolut in den Startlöchern. Foodblogs gab es in dem heutigen Sinne im Prinzip noch gar nicht, aber mich hatte das World Wide Web sehr fasziniert und da ich mich zu der Zeit mit Photoshop und HTML auseinander gesetzt habe bin ich quasi einfach auf den Blog-Zug aufgesprungen und habe meinen ersten eigenen Blog – damals noch unter www.gutentag.info – ins Leben gerufen. Bis zu A Cake A Day war es also eine lange, spannende Reise.

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Das perfekte Gericht

ghurt-Dip zubereitet, der dank etwas

für Draussen

Minze noch den Extrakick bekommt.

Kleine Küchlein ohne Creme oder Füllung, die man einfach aus der Hand essen kann oder leckere, frische Salate z.B. mit Bulgur, Couscous oder Quinoa, am besten in hübschen Gläschen oder Pappschachteln serviert.

Warum gerade 218

diese Rezepte? Da ich schon einen süßen Zahn habe, musste etwas kuchenartiges dabei sein. Die Mini-Gugl sind schnell mit einem Haps im Mund und sehen an den Strohhalmen des Erdbeer-Shakes auch zuckersüß aus. Ein Rezept mit Erdbeeren gehörte für mich bei einem Sommerpicknick auch dazu. In Kombination mit Basilikum sind die roten Früchtchen einfach ein Traum.

Alnatura Lieblingsprodukt Die Falafel-Mischung habe ich tat­ sächlich immer in meinem Vorratsschrank liegen. Für eine Fertigmischung finde ich sie absolut Weltklasse und die Falafels lassen sich einfach wunderbar kombinieren. Egal ob im Salat, zum Fleisch oder als Burger – Falafel geht immer! Überrascht war ich vom Café Latte, der gut gekühlt besonders lecker ist.

Hier mache ich am liebsten Picknick Im Alltag habe ich da leider keine Wahl. Da müssen der Stadtpark, das Rheinufer oder ein kleiner Strand in der Nähe des Düsseldorfer Hafens

Den Bulgur-Salat kann man super

herhalten. Aber auch diese Orte las-

vorbereiten. Durch das Dressing be-

sen mich nach anstrengenden Ar-

kommt er eine schöne frische Note.

beitstagen abschalten und versüßen

Falafel sind ein leckerer Klassiker und

das Wochenende. Gutes Essen, et-

kommen ohne viel Schnick-Schnack

was Musik und die liebsten Freunde

aus. Daher habe ich für sie nur noch

um mich herum und einem feinen Tag

einen schnell zubereiteten Feta-Jo-

bzw. Abend steht nichts mehr im Weg!

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Mini-KaffeeMandel-Gugl

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Zutaten: ―― 70 g weiche Butter ―― 40 g Alnatura Rohrzucker ―― 1 Ei ―― 50 g Alnatura Weizenmehl Typ 405 ―― 40 g Alnatura Mandeln, gemahlen ―― 8 EL Alnatura Caffè Latte

Die Butter mit dem Zucker schaumig schlagen. Das Ei hinzugeben und etwa eine Minute unterrühren. Das Mehl und die Mandeln vermischen und ebenfalls unterrühren. Zuletzt den Caffè Latte hinzugeben und ebenfalls gut unterrühren. Den Teig in der Gugelhupf-Form verteilen und die Mini-Gugl im vorgeheizten Backofen (180° C Ober- / Unterhitze) für etwa 10 Minuten backen. Die Form aus dem Ofen nehmen, abkühlen lassen und die Mini-Gugl vorsichtig aus der Form lösen. Die Mini-Gugl auf einen Strohhalm stecken und zusammen mit dem Erdbeer-Shake servieren.

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Kichererbsen Salat 222

Zutaten: ―― 150 g Alnatura Bulgur ―― 1 Bund Frühlingszwiebel ―― 1/2 Bund Petersilie ―― 15 Cocktailtomaten ―― 2 Gläser Alnatura Kicher­ erbsen ―― Saft einer Limette ―― 4 EL Alnatura Olivenöl ―― 1 EL Alnatura Agavendicksaft ―― Chiliflocken ―― 50 g Alnatura Walnüsse

Zubereitung: Bulgur nach Packungsweisung zubereiten und zum Auskühlen beiseite stellen. Die Wurzeln der Frühlingszwiebeln entfernen und die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden, die Petersilie grob hacken, die Cocktailtomaten halbieren. Die Kichererbsen in einem Sieb abspülen und anschließend trocken tupfen. Limettensaft, Olivenöl und Agavendicksaft zu einem Dressing verrühren und dieses mit Chiliflocken und Salz abschmecken. Alle Zutaten in einer großen Schale gut miteinander verrühren und mit grob gehackten Walnüssen servieren. Download

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Zutaten: ―― 1 EL Alnatura Chia­samen ―― 250 g Erdbeeren ―― 500 ml Milch ―― 10 Blättchen Basilikum

Erdbeer-Shake

Zubereitung: Die Chiasamen zusammen mit 5 EL Wasser in eine kleine Schale geben und für ein paar Stunden quellen lassen. Die Erdbeeren waschen, das Grün entfernen und halbieren. Zusammen mit der Milch und dem Basilikum mit einem Stabmixer fein pürieren. Die Chiasamen hinzu geben und das Erdbeer-Shake einmal gut durchschütteln. Download

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Alle Zutaten bequem bestellen und nach Hause liefern lassen: Alnatura Online Shop

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Bei einem ausgiebigem Picknick stellt sich oft die Frage wie man alle Leckereien sicher von der eigenen Küche nach draußen mitnehmen kann. Hier findet ihr Verpackungsideen die nachhaltig sind und nur natürliche Materialien nutzen. text & fotos: Anette Wetzel-Grolle

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BROTKORB Papiereinkaufstüte runterkrempeln, je vier Ösen oder auch nur Löcher an den Seiten stanzen, zwei Raffiabaststränge flechten und als Griffe anbinden. KNÄCKEBROTBOX

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Von der Knäckebrotverpackung die obere Seite abtrennen, Packung mit Butterbrotpapier auslegen und zubereitetes Knäcke einfüllen. Aus Raffia oder anderem Papierband eine offene Box häkeln. Für den Boden feste Maschen und für die Seiten Stäbchen häkeln, die Größe und Form orientiert sich jeweils an der vorgegebenen Verpackung. TETRAPACK-VASEN Von leeren Tetrapacks die obere Packungshälfte abschneiden und als Blumenvase oder Behälter für Snacks (in diesem Fall Schokoriegel und Apfelspieße) nutzen. Bei Bedarf mit Papier umkleiden.

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KÄSEGEBÄCKBOX Pappumverpackung vorsichtig an den Klebestellen auseinanderlösen, eine Seite für die spätere Öffnung abtrennen, bei Bedarf mit Papier bekleben, wieder zusammenfalten und die Seiten mit einem Bürotacker fixieren. Mit Butterbrotpapier auskleiden und Käsegebäck wieder einfüllen. GLÄSERSCHUTZ Für einen Schutz von Gläsern, beispielsweise die Alnatura Gewürzgurken, mit Raffia oder anderem Papierband einen Boden aus feste Maschen und Rand aus Stäbchen häkeln.

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FLASCHENNETZE Zum sicheren Transport von Flaschen einfach aus Raffiabast ein Netz knoten. Flaschen oder Tetrapacks können mit feuchten Tüchern oder Moos umkleidet werden und in die Netze gepackt werden. APFELSPIESSE Alnatura Apfelringe auf Holzspieße stecken und in Tetrapack-Vasen transportieren.

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reise in die vergangenheit, die zukunft und die gegenwart EUROPAS text : Mick N. photos : Mick N. & Toni Sutter

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Einmal Kroatien, Italien, Schweiz und zurück – ein persönlicher und sehr ehrlicher Reisebericht einer Europatour mit dem Auto.

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REISEROUTE Start: Sachsen/ Deutschland Durchquerte Länder: Österreich, Slowenien, Kroatien, Italien, Schweiz Reisezeit insgesamt: 10 Tage

Luzern Montgnola

Triest

Como Mantua

Kastav

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In einem Artikel der FAZ vom 16.09.2014 beschrieb Boris Pofalla unter dem Titel »Als der Kaiser baden ging« die Geschichte um die ehemalige österreichische Adria, dem heutigen Opatja und Rijeka in Kroatien. Diese Zeilen machten uns neugierig. Eine Reise in diese ehemals prominenten Badeorte der europäischen Hautevolee an der Kvarner Bucht, verbunden mit Abstechern in das geliebte Italien und die Schweiz, planten wir kurzfristig – zehn Tage standen zur Verfügung. Es war eine tolle, interessante, aufschlussreiche und schöne Tour, von welcher ich auf den nächsten Seiten berichten möchte. Es empfiehlt sich, vor einer solchen Reise durch mehrere Länder eine kompetente ADAC-Geschäftsstelle aufzusuchen, um all die benötigten Vignetten, wie in unserem Fall auch Video­ mautvignetten für den Bosruck- und den Gleinalm-Tunnel der ­Pyhrn Autobahn durch Österreich, zu besorgen.

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Schon nach zehneinhalb Stunden erreichten wir (bei Abfahrt in Freiberg in Sachsen) nach einer völlig ruhigen Fahrt durch Österreich und Slowenien unser erstes Reiseziel in Kroatien, KASTAV. Malerisch oberhalb der Kvarner Bucht gelegen, empfing uns an diesem Sonntag im Mai ein fröhliches Treiben rund um den kleinen mediteranen Marktplatz, de mit vielen kleinen engen Gassen verbunden ist. Ein herrlicher Blick über die Bucht war der erste Lohn für die lange Fahrt.

VIGNETTEN Vor der Reise am besten über die benötigten Autovignetten informieren und bereits besorgen. Mehr Infos bei ADAC oder hier.


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Mit einem Glas Sekt empfing uns das Hotel »KUKURIKU« an einem abgeschlossenen, kleinen, der Morgensonne entgegenschauenden Platz mitten in Kaskav. Interessanterweise regiert seit 2011 die »Kukuriku-Koalition« Kroatien, bestehend aus vier Parteien, als »Bündnis der Veränderung«. Die Bezeichnung geht zurück auf ein Treffen im gleichnamigen Restaurant in Kastav im Jahre 2009, als hier dieses Bündnis gegründet wurde.

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Immer bergab erreicht man über Matulji und Volosko den einstmaligen Kur- und heutigen Bade- und Ferienort OPATJA. Zumindest in der frühlingshaften Vorurlaubszeit sind Straßenbenutzung und Parkmöglichkeiten kein Problem, so dass man sich augenblicklich dieser herrlichen Stadt widmen kann. Man ist überwältigt von einem strahlenden Äußeren, von durchweg renovierten, im Detail hervorragend wieder auferstandenen Prachtbauten des Wiener Historismus. Palmen, Magnolien, Parkanlagen und blühende Vorgärten gestalten den Rundgang zum Erlebnis. Hotels, Cafés und Restaurants, über deren Interieur, Design und Verarbeitung man ins Staunen gerät, laden zum Verweilen ein. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die betonierte Strandpromenade,

*Quelle: »NORDKROATIEN« von Lore Marr-Bieger sister-mag.de

die an die sozialistische Zeit erinnert. Eine zwölf Kilometer lange Uferpromenade hat auch uns auf den Weg entlang der Küste bis nach Lovran geführt. Neben Königen und Kaisern fühlten sich auch Schriftsteller, Musiker und andere Persönlichkeiten im milden Opatjater Winter wohl: Anton Tschechow, James Joyse, die Ballerina Isadora Duncan, Gustav Mahler, Giacomo Puccini, Franz Lehar, Henryk Sienkewitsch, der Chirurg Theodor Billroth und andere*.


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Will man es anschließend etwas ruhiger haben, lohnt der Besuch einer der vorgelagerten Inseln (Krk, Cres, Raab, Losinj). Wir hatten das Hotel »Bellevue« auf der Insel Losinj gebucht (zu erreichen über eine Fähre) und bewohnten für vier Tage eine Unterkunft, die höchsten Ansprüchen genügt. Direkt an einer kleinen Bucht Uvala Cikat, an der kroatischen Adria gelegen, vermittelte sie Ruhe, Komfort und Eleganz, wenn auch zurzeit in der Umgebung noch fleißig gebaut wurde. Regelrecht auffällig war die Freundlichkeit des Personals, bewundernswert ihre Mühe, das nagelneue Hotel trotz der umliegenden Baustellen sauber zu halten. Kleine Ausflüge nach ins quirlige Mali Losinj oder entlang der Küste unterbrachen die Wohltaten im Hotel.

Cres

HOTEL BELLEVUE losinj-hotels.com

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Unije Lošinj

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Unser nächstes Ziel lautete TRIEST, Italien! Wir waren gespannt, wie sich das aus früheren Reisen bekannte Oberitalien darstellen würde, zumal sich das Beobachtete in Slowenien und das Erlebte in Kroatien landschaftlich, servicemäßig und vor allem finanziell als Urlaubsziele aller erster Güte dargestellt hatten. Über die Insel Cres erreichten wir die nördlich gelegene Fährverbindung nach Istrien, passierten nochmal kurz Slowenien (Vignettenpflicht!) und erreichten Triest...und waren enttäuscht. Enttäuscht vom allgemeinen Bild der Außensiedlungen, vor allem aber von dem Zustand des Hotels »Le Corderie«, das als 4- Sterne-Hotel

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einen abgewohnten, befleckten Eindruck hinterläßt, im Zimmer dröhnte ein nicht beeinflußbares Aggregat zur Zimmertemperierung. Von allem anderen war das Nötige vorhanden. Ich will es zusammenfassen: Triest ist z.Z. keine Reise wert. Man hat durchweg den Eindruck, es tut sich nichts, außer dem unmittelbaren Zentrum sind die Gehwege verschmutzt, von den Fassaden der Wohnviertel bröckelt der Putz. Man lebt, trinkt Kaffee und Wein, man lebt von dem, was da ist.


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Regenschirm parapioggia (ital.)

Auch in Italien regnete es den ganzen nächsten Tag in Strömen. Wir fuhren in ein Outlet-Village an der A4, was sehr ordentlich hergerichtet ist, über ein großes Angebot verfügt und sehr gut angenommen wird.

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Wir wollten aber nach UDINE, einer uns sehr empfohlenen Stadt. Sie ist wirklich schön, wenn auch der Regen so manches schöne Motiv verwässert. Wir ließen uns nicht stören, Schirm und gute Laune halfen uns, auch diese alte Stadt kennenzulernen.

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GIUSEPPE VERDI Ein Name, der wohl jedem bekannt ist, denn der italienische Komponist beherrschte mit seinen Werken nicht nur zu Lebzeiten (18131901) die Opernszene in Italien und darüber hinaus.

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Die nächste Etappe war weit. Wir wollten zu Giuseppe Verdi und hatten uns in PARMA angemeldet. Von Padua aus kreuzten wir übers Land und waren verstört, weil auch in der ländlichen Po-Region die Häuser abgewirtschaftet sind. Eine ganze Reihe verlassener Häuser zeigt sich, die Überlandstraßen sind nur langsam zu befahren. Vor Mantua fährt man kilometerweit an typischen italienischen Einkaufsstraßen entlang, die neben vielen Möbelgeschäften, Autohäusern und verschiedenen Firmen gebäuden auch hier einen auffälligen Leerstand aufzeigen.

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Verdis Kinder und Frau starben tragisch in einer Zeit, in der er seine zweite Oper – die »Komische Oper« – fertigstellen sollte. Ihre Aufführung wurde ein Fiasko.

EINIGE WERKE: Nabucco, Aida, La Traviata, Il Trovatore …

In Mantua aßen wir zu Mittag. Viele Touristen tummelten sich auf der sehenswerten Piazza Sordello und vermitteln bereits einen Vorgeschmack darauf, wie Touristen im Sommer die Plätze und Sehenswürdigkeiten dieser alten Städte überrennen. In Parma bewohnten wir das NH-Hotel, das unserem subjektiven Eindruck nach neu und modern, deshalb auch kühl und unpersönlich erscheint.


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Aber diese Stadt ist eine Überraschung. Eine Stadt der Kultur, lebendig, jung. Wir machten einen ausgedehnten Stadtrundgang, vorbei am Verdi-Monument, der Basilika, dem Theater Regio zum Piazza Garibaldi hinein in die quirlige Str. Farini, besuchten den Dom und das Babtisterium, bummelten die Straße der Republik entlang und besuchten das

Geburtshaus von Arturo Toscanini. In der Via Verdi fand ein internationales Straßenfest mit kulinarischen Angeboten aus der ganzen Welt statt. Hier beschlossen wir den Tag. Den nächsten Vormittag widmeten wir ganz Herrn Giuseppe Verdi. Kleine Straßen, vorbei an herrlichen Mohnblumenfeldern, brachten uns nach Roncole Verdi. Sein bescheidenes Geburtshaus inmitten dieser kleinen Gemeinde zeigt sich in bester Verfassung. Auch die Atmosphäre in BUSSETO, wo wir das Theater und den Hauptplatz besuchten, strahlt bei Kaffee eine tiefe italienische Atmosphäre und Gesprächen der Ortsältesten aus. Gemütlich! Leider war St. Agata nur durch den Zaun zu betrachten, aber wir stellten uns vor, hier war er zu Hause, hier holte er sich seine Kraft, hier war der Nährboden für seine Ideen und sein fortschrittliches Tun.

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Nach dem Mittag quälten wir uns auf der sehr befahrenen Umgehungsautobahn an Mailand vorbei und erreichten nach einer Korrektur unseres Tageszieles den COMERSEE. Wir hatten hier kein Zimmer reserviert und leisteten uns das vornehme Hotel »Villa Flori«. Die Zimmer waren klein, aber mit einem Balkon und einem unbeschreiblichen Ausblick auf den See und die umliegenden Berge. Herrlich. Hier verweilten wir bis zu einem opulenten Abendessen direkt am See, aufgetischt zwischen Rosen und Hortensien. Ein Erlebnis – wenn auch ein teures.

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VILLA FLORI hotelvillaflori.it


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Noch ein kultureller Höhepunkt ererwartet uns: die Wirkungsstätte von Hermann Hesse in MONTGNOLA. Auf zahlreichen Serpentinen verließen wir Italien und freuten uns auf die Schweiz. Der erste Eindruck war beeindruckend! Wie eine Puppenstube hieß uns dieses Land wilkommen. Überall wurd gewerkelt, gemäht, gegossen, gearbeitet, was uns vom ersten Moment an von der schweizerischen Perfektion überzeugte. Es folgten Lugano und schließlich das Ziel. Die Gemeinde hat bezeichnete Wege, die Hermann Hesse gern be-

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sucht hat, so dass man auf seinen Spuren wandeln kann. Wir folgen ihm und wurden mit herrlichen Blicken belohnt. Das Museum zeigt ausführlich sein Leben, seine persönlichen Arbeitsutensilien, Meinungen von Freunden – für Hesse-Liebhaber eine Freude. Die letzte Übernachtung nahte: LUZERN war das Ziel und wir freuten uns diese schöne, saubere Stadt besuchen zu dürfen.

Wir wohnten

an zentraler Stelle im Hotel des Alpes, direkt gegenüber der berühm-


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HERMANN HESSE Seine Werke geh旦ren zur Pflichtlekt端re jeden Sch端lers: Hermann Hesse war Schriftsteller, Dichter und Maler. 1962 starb er in Montgnola in der Schweiz.

EINIGE WERKE: Siddhartha, Der Steppenwolf, 足Unterm Rad oder Das Glasperlenspiel

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ten Holzbrücke.

Freundliche Men-

schen mit ihrem gemütlichen Dialekt empfingen uns. Ein unerwartetes Highlight erwartete uns: Im ehemaligen Gebäude der Schweizerischen Zentralbank ist eine hervorragende Sammlung der Moderne untergebracht, die Sammlung Rosengart, Bilder von Picasso und Paul Klee in großen Zahl. Ein Film über Angelique

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Rosengart bereicherte unser Wissen über diese tolle Frau und Sammlerin, die Picasso mehrfach porträtiert hat. Toll, es gesehen zu haben. Die Schweiz ist teuer! Schade, es hat uns hier gefallen, schade, meinen auch die Schweizer, denn der Tourismus leidet. Zur Zeit füllen auffällig großen Tourismusdelegationen aus China und Indien die Kassen.


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Lร– WENDENKMAL Das Lรถwendenkmal im Zentrum Luzerns erinnert in der Allegorie eines sterbenden Lรถwen an die am 10. August 1792 beim Tuileriensturm in Paris gefallenen Gardes suisses (Schweizergarden).*

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*Quelle: Lรถwendenkmal Luzern Wikipedia

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HANDTASCHE Italien


WILLKOMMEN IN Sightseeing in Rom (hier )

ItalIEN

fotos: Thea Neubauer

Alessandra Aghilar

fotos: Sivan Askayo

Almalu'S Place

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Auf ihrem Blog Almalu's Place schreibt Alessandra über Desig n, Fashion, ihre Kinder und Familie und ihre Heimat Italien. Lieblingsstadt

Beste Reisezeit

Ich würde den Frühling empfehlen. Es ist noch nicht so heiß, und man kann - neben dem Strand und dem Meer - auch Ausflüge in die Städte genießen. Am besten nutzt man den Frühling für einen Urlaub in der Toskana oder Umbrien, und im Sommer fährt man nach Apulien an die wunderbaren Strände und besucht einige Städte.

Es ist schwer, da eine auszuwählen. Und ohnehin lande ich wieder bei Städten in meiner Heimatregion. Vieste, genannt die Perle von Gargano, hat ein wunderschönes Zentrum mit einer romanischen Kathedrale und einem Schloss aus der Zeit Friedrich II. (HRR). An einem Ende des Castello Strandes steht ein 25 Meter hoher monolithischer Kalkfelsen, der Pizzomunno, das Symbol der Stadt. Otranto in Salento ist eine meiner Lieblingsstätte, aber auch Ostuni, genannt »Die weiße Stadt«, und Trani mit seiner großartigen Kathedrale direkt am Meer. Modefeature inspiriert von »Ein Herz und eine Krone« (hier )


HANDTASCHE Tour durch das Viertel Testaccio (hier )

Bester Blog zum Träumen Auf Instagram empfehle ich @valdirose , wo Irene ihre Toskana zeigt, und @elisagram , die Mailand zu einer absoluten Schönheit macht. Auch möchte ich zwei Amerikaner in Italien erwähnen, ddurch die ich viele Orte wiederentdeckt habe: @suite_jennifer und @historyinhighheels . Ein Blog, das ich besonders gern lese, ist Alice's Adventures in Wonderland .

Bester Strand

fotos: Marco di Fillipo

fotos: Thea Neubauer

Ich komme aus Süditalien, genauer gesagt aus Apulien... Dadurch bin ich vielleicht ein wenig voreingenommen, aber ich muss doch sagen, wir haben dort die schönsten Strände in ganz Italien: Caladella Sanguinara in Vieste zwischen Kiefernwäldern und den Kliffs. Und auch Marina di Pescoluse mit seinem kristallblauen Wasser, weißem Sand und sauberem Meeresboden.

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Reisegepäck Nach Italien sollte man auf keinen Fall ohne Sonnenbrille für die sonnigen Tage fahren. Auch flache Schuhe für lange Spaziergänge und ein leichtes Kleid für den Aperitivo bei Sonnenuntergang gehören in den Koffer!


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MIT

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dagny

BACKER UND

riccardo

CHINA

Gemeinsam mit unseren guten Freunden Marco & Trine inszenierte das sisterMAG einen Klassiker der Filmgeschichte in Rom. Unser Gregorio und die wunderbare blonde Audrey (aka Dagny – norwegische Schauspielerin) erlebten sie die Momente des Films »Roman Holiday« in der italienischen Hauptstadt. Gezeigt wird die neue sisterMAG Kollektion mit wunderschönen Sommerkleidern mit Schnittmustern zum Herunterladen und Nachnähen.

Marco di Filippo Organisation Trine Skauen Kleider Evi Neubauer Styling MUA Antonio Talia Stefano Polci Produktion sisterMAG

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Fotos

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Via della Conciliazione SIGHTSEEING IN ROME

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Das erste Kleid dieser Kollektion ist gleichzeitig Teil unserer neuen Aktion mit ­Pinterest (mehr Informationen hier im Heft): ein ­Trägerkleid aus schwerer Viskose.

Kleid Schuhe Brille

Schnitt 19/1 – Download von Anna Calvi via Yoox.com Bijou Brigitte

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Vatikan

DIE ERSTE BEGEGNUNG?

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Das Kleid aus gecrashten Vichy-Karostoff ist inspiriert von Bottega Veneta. Am besten mit einer farbigen Kette tragen.

Kleid Schuhe Kette

Schnitt 19/2 – Download Schwarze Pumps von Mango via Ebay Ausgabe 19 | Juni 2015


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Trastevere

I SAW YOU THERE …

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Das Lieblingskleid von Schauspielerin ­Dagny: ein Shiftkleid aus bedruckter Baumwolle (Quiltstoff). Dazu trägt sie einen ­Mantel aus Brokatstoff im 50s Stil.

Kleid Mantel Schuhe

Schnitt 19/3 – Download Schnitt 19/4 – Download von Anna Calvi via Yoox.com Ausgabe 19 | Juni 2015


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Castel Sant'Angelo KENNENLERNEN

Ein tiefsitzender Rock mit einem selbstgemachten Lackgürtel und ein über und über besticktes Top. Auch der Saum ist bestickt mit Perlenblumen.

Rock Schuhe

Schnitt 19/5 – Download Sandalen von L'Autre Chose via Yoox.com

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Piazza Venezia & Forum Romanum SIGHTSEEING

Natürlich mussten wir auch ein klassisches Audrey-Outfit zusammenstellen – im Film trägt sie stets weit schwingende Röcke und eine weiße Bluse mit Einstecktuch. Das Outfit lässt sich ganz einfach nachstylen. Tipp: Für mehr Volumen einen einlagigen Tüllrock (Anleitung in sisterMAG N°13 ) unter dem Rock tragen. Ein taillenbetonter Gürtel zaubert die Hepburn-Wespentaille!

Gürtel Schuhe

Vintage – ähnlich hier bei ASOS Schwarze Pumps von Mango

Ideen, Outfits und ShoppingLinks haben wir auch auf unserem »Roman Holiday«-Board auf Pinterest zusammengestellt. Ausgabe 19 | Juni 2015

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Piazza Venezia A SWEET RIDE …

Das perfekte Kleid für heiße Sommertage: Leichte Baumwolle in Rosa und Grau mit Tüllbestickungen und einem breiten Gürtel, der so locker getragen werden kann, wie man möchte.

Kleid Schuhe sister-mag.de

Schnitt 19/6 – Download Plateauschuhe von Studio Pollini via Yoox.com


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Kleid Schuhe

Schnitt 19/7 – Download

Sandalen von L'Autre Chose via Yoox.com Ausgabe 19 | Juni 2015


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THE End HAST DU SCHON DAS VIDEO GESEHEN?

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ROMAN HOLIDAY SHOOTING

Behind the SCENES

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fotos von Thea Neubauer & Trine Skauen

Als ich im Dezember letzten Jahres den italienischen Fotografen Marco di Filippo und seiner Frau Trine Skauen kennenlernte, hätte ich nicht gedacht, dass ich nicht mal ein halbes Jahr später im Auto seiner Eltern durch Rom düse und mir Gedanken über das Parken rund um Palazzo Venezia mache. Nur wenige Stunden nach dem letzten Foto und der letzten Videosequenz in der italienischen Hauptstadt sitze ich im Flugzeug und klicke durch die Backstage-Bilder dieser verrückten drei Tage in Italien. Es fühlt sich eher wie Wochen an. Die Idee zum #RomanHoliday Shooting, inspiriert vom Film »Ein Herz und eine Krone« mit Audrey Hepburn und Gregory Peck kam von Marco und Trine. Als sie es das erste Mal in den Raum warfen, schaute ich sie noch mit einem Lächeln an und meinte: Oh ja, das wäre großartig. So führte ein Kommentar zum anderen und plötzlich saß Evi Neubauer an der Nähmaschine und fertigte die Dolce Vita-Kollektion mit Sommerkleidern für die nächste Reise in eine mediterrane Stadt oder auch ans Meer an. Durch Trines Projekt »Northern Lights«, welches Schauspieler_innen aus Norwegen während der Berlinale nach Deutschland brachte, fanden wir Dagny Backer Johnsen. Die 23-jährige Schauspielerin hat nicht nur Rehaugen wie Audrey Hepburn, sondern ist sozusagen die norwegische Version der deutschen Elisa Schlott. Während des anstrengenden Wochenendes behielt sie stets ein Lächeln auf den Lippen, auch wenn sie mitten in den Straßen Roms die Kleider wechseln sollte!

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Originalszenen: Audrey Hepburn & Gregory Peck aus »Roman Holiday«

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William Wyler verhalf Audrey Hepburn 1953 zum Karrieresprung als er sie in seiner unsterblichen Filmromanze Roman Holiday an die Seite von Filmlegende Gregory Peck stellte. Zusammen lieferte das Traumpaar den wohl bis heute schönsten Film ab, der in Rom spielt und gedreht wurde, wodurch die Hauptstadt Italiens zum dritten Hauptdarsteller avanciert. Ein Herz und eine Krone, wie der Film in Deutschland heißt, war tatsächlich der erste Film, der fast vollständig an Originalschauplätzen in Rom gedreht wurde. sisterMAG begibt sich in der Ewigen Stadt auf die Spuren der Liebe. Last Minute fanden wir auch unseren Gregory. Und da wir Riccardo Chinas Name stets vergaßen – und es so auch einfach schöner war – nannten wir ihn bis zum Ende nur Gregorio. Das riefen wir zuweilen auch über mit Touristen überfüllte Plätze, um seine Aufmerksamkeit zu ergattern. Und

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seien wir ehrlich: Würden wir nicht alle gern am Arm von Gregorio durch römische Gassen schlendern oder uns unter dem Regenschirm an ihn schmiegen? Meine Mädchen in Berlin waren jedenfalls ganz verrückt nach Bildern von ihm, welche ich kontinuierlich in der sisterMAG Gruppe nach Hause sendete. Während wir also versuchten mit drei bis vier Sprachen das Team zu organisieren – Italienisch, Englisch, Norwegisch und zuweilen sogar Schuldeutsch mit dem wunderbaren Stylisten Antonio – wälzte sich unsere Gruppe mit riesigem Koffer und unzähligen Kameras durch ein regnerisches Rom. Ja, ihr habt richtig


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Worum geht's im Film? Geplagt von ihren aristokratischen Pflichten und Bediensteten, flüchtet Prinzessin Ann (Audrey Hepburn) eines Abends auf ihrem Staatsbesuch in Rom aus ihrem goldenen Käfig und wird von dem amerikanischen Journalisten Joe Bradley (Gregory Peck) aufgegabelt. Beide verheimlichen ihre wahre Identität voreinander, denn Bradley wittert eine einmalige Story und Ann ihre Chance, ein paar unbeschwerte Stunden verbringen zu können. Es folgt, wie kann es in einer romantischen Komödie anders sein, die Story ihres Lebens: von der herrlichen Szene des Bocca della Verità, dem Mund der Wahrheit, bis zur berühmten holprigen Vespafahrt erleben die beiden einen turbulenten Tag. Dieser endet mit einem Tanz auf einem Boot und der Realität, die Ann wieder einholt. Unter Tränen verabschieden sich die beiden und gehen auseinander. Zurück in ihrer Welt ist Ann jedoch nicht mehr das Mädchen, das sie vorher war, sondern eine selbstbewusste junge Frau geworden. Auf der anstehenden Pressekonferenz am nächsten Tag entdeckt sie Joe in der ersten Reihe, doch wird sogleich enttäuscht, als sein Freund Irving Bilder der beiden vom vergangenen Tag an Ann übergibt. Mit einem letzten liebevollen aber traurigen Blick lässt sie Joe hinter sich, der noch als letzter im Saal steht, bis auch er schlussendlich den Raum verlässt. Ausgabe 19 | Juni 2015

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gehört: Unser Roman Holiday war zuweilen durch Niesel- oder auch Platzregen gestört (Petrus scheint es mit dem sisterMAG nicht gut zu meinen). Spaß hatten wir trotzdem und die wenigen Sonnenstrahlen haben wir für euch eingefangen. Inklusive Vintage-Vespa aus den 50er Jahren.

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Dazwischen war es Marco ein ganz besonderes Anliegen, mir seine Lieblingsplätze in Rom zu zeigen: die Eisdiele Quinto, wo er jeden Tag einen riesigen Frucht-Shake trinkt. Oder auch eins der berühmtesten Cafés: Sant'Eustachio mit einem Espresso, in dem der kleine Löffel wirklich stehen bleibt (keine Übertreibung!). Unser Team am zweiten Tag: Paola, Thea, ­Riccardo, Dagny, Antonio, Marco & Trine

Auf diesen Seiten seht ihr einige Eindrücke, wie es hinter den Kulissen aussah. Mir bleibt nur, dem ganzen Team – vor Ort und zu Hause – für dieses Abenteuer zu danken! Ein wirklich historisches ­sisterMAG Shooting!

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Marco – Kamera-Jongleur

Regen begleitete uns …

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Ihr wisst nicht, was Pinterest ist? Dann lest unseren Einf端hrungsartikel 端ber das Soziale Netzwerk in #sisterMAG15

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UNS ER P IN #S I S TE RMA G 1 9 Evening dress von »The Metropolitan Museum of Art« von Designer James Galanos aus dem Jahr 1966. Während das Original-Kleid aus Wolle und Seide gearbeitet war, entschied Evi sich für eine dickere Viskose, die unglaublich schön fällt. Besonderes Detail: die verdeckte Falte hinten. Die Träger sind mit Druckknöpfen befestigt und höhenverstellbar.

UNSERE AKTIONSPINNWAND

Gemeinsam mit dem sozialen Netzwerk Pinterest startet das sisterMAG ein neues Projekt: Habt ihr auf dem visuellen Sammlungstool schon ein Bild gesehen, welches in Euch den »Haben-Wollen«-Reflex auslöste? Handelt es sich dabei um ein Produktbild aus einem Online-Shop, kann man sich glücklich schätzen. Häufig ist es jedoch auch eine alte Fotografie, Bestand eines Museums oder einfach ein Street Style Bild ohne Credits zu Herstellern oder Quellen. Deshalb starten wir nun das Projekt #sisterMAGgoesPinterest. Unsere Mode-Expertin Evi Neubauer entwickelt Schnittmuster und Outfits, inspiriert von Pinterest Pins. UND IHR KONNT MITMACHEN! Schickt uns Euren Pin, den ihr unbedingt nachstellen wollt, an pin@sister-mag.com oder teilt ihn mit uns auf Pinterest (pinterest.com/ sistermag )! Aus allen Einsendungen wählt die Redaktion einen Pin für die nächste Ausgabe, welcher dann nachgenäht wird!

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Mexoryl XL, Technologie der hohen Deckkraft, Thermalwasser von VICHY §§ Besonders photostabil und schützt die Haut vor UVB-Strahlen sowie vor den langwelligen UVA-Strahlen §§ Begünstigt den Zellstoffwechsel

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Vor Gebrauch die Flasche gründlich schütteln, bis die Kugel im Inneren zu hören ist. Spray großzügig auftragen. Auftragen regelmäßig wiederholen.

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Kamera: Marco di Filippo

Video: Katrina Tan

Fotos: Theresa Neubauer & Trine Skauen

Text: Marta Alexandra Abbott – museradio.org

TAG IN ROM/ Testaccio/ /

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ESTACCIO

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/// Willkommen in Testaccio, willkommen in Rom! Hier erlebt man die Stadt ein wenig abseits der Massen, aber auch nicht von zu weit weg – genau richtig eben. Hier ist man stolz auf die reiche Geschichte des Viertels, besonders auf die kulinarischen Aspekte. Außerdem fühlt man eine positive Aufbruchsstimmung. Wer das Rom jenseits der malerischen Parks und herrlichen Brunnen sucht, kommt nach Testaccio (einen Brunnen gibt es hier aber auch). Ausgabe 19 | Juni 2015


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IL MATTATOIO

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Die Gegend war ursprünglich der Hauptumschlagplatz der Stadt und entwickelte sich später zu einem Arbeiter­viertel, in dem auch Roms Schlachthof, il Mattatoio, zu finden war. Bis 1975 wurde hier das Fleisch für die Stadt verarbeitet. Die Tradition – und Kunst, alle in irgendeiner Weise ess- oder verwertbaren Teile der Tiere zu nutzen, hat sich in den heimischen Küchen der Anwohner ebenso wie in den Restaurants des Viertels bis heute erhalten. Der Schlacht­hof wird heute ex-Mattatoio genannt und beherbergt das Museo Macro Testaccio, welches die Besucher bis vor ­Kurzem in einem Big Bambú von Mike und Doug Starn empfing. Ebenfalls auf dem alten Schlachthofgelände befindet sich die Cittá dell,Altra Economia, in der man Bauernmärkte und Musikfestivals besuchen kann und auf deren Wänden sich Street Artists wie Alice Pasqualini verewigt haben.


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Monte Testaccio

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Von der Cittá dell, Altra Economia hat man einen schönen Blick auf den Monte Testaccio. Dieser von Menschenhand erschaffene Hügel Roms besteht ausschließlich aus Amphorenscherben. Im Römischen Reich war dies der Ort, an dem Amphoren entsorgt wurden. Warum, ist allerdings nicht näher überliefert. Mit der Zeit wurden so viele Amphoren entsorgt, dass der Hügel immer weiter anwuchs und nun zu den größten und besterhaltenen seiner Art zählt. sister-mag.de


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Markthalle

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Vor einem Besuch des ex-Mattatoio und Monte Testaccio stand für uns aber ein Abstecher auf Testaccios berühmten Markt an. Vielen gilt er als der beste Markt Roms. Hier trifft sich Tradition und Moderne in schönster Harmonie und Fleischerstände, die ihren Platz hier seit Generationen inne haben, verkaufen ihre Waren gleich neben Neu-Händlern an. doe z. B. grüne Säfte und glutenfreie Lebensmittel anbieten.

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Das Spannendste an Testaccio aber sind seine Menschen. Auch hier stehen sich mehr und mehr Alt und Jung gegenüber. Neue Bewohner eröffnen neue Geschäfte, während die Alteingesessenen von der Kindheit bis ins hohe Alter die gleichen Cafés des Viertels frequentieren. Eine unserer absoluten Lieblings »Testacciorianerinnen« ist die wunderbare Rachel Roddy, die es aus dem Vereinigten Königreich hierher verschlagen hat und die viel zur Revitalisierung und zum Wachstum des Viertels in den letzten JahAusgabe 19 | Juni 2015


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ren beigetragen hat. Gerade ist ihr erstes Kochbuch »Five Quarters« erschienen. Mit seiner Mischung aus Tagebuch und Liebesbrief an Testaccio und seine kulinarische Traditionen bietet es einen ganz außergewöhnlichen, praktischen und lehrreichen Einblick in die Römische Küche. Am Ende unserer Erkundungstour durch Testaccio besuchten wir Rachel in ihrer Wohnung und damit an dem Ort, an dem die Menüs in ihrem Buch erdacht und ausprobiert wurden und wo aus ihrer anfänglichen Verliebtheit in Testaccio eine echte Partnerschaft wurde. Sie erzählt uns, wie sie sich vor zehn Jahren quasi gegen ihren Willen in Rom verliebt hat (sie hatte ursprünglich nicht vor, dort zu bleiben) und seit ihrer Ankunft nun die Veränderungen in ihrer Wahlheimat miterlebt und davon, wie die sister-mag.de

Küche in Testaccio sich bei all dem selbst treu bleibt und wie fasziniert sie davon ist. Wir hoffen, unsere Tour durch Testaccio hat euch genauso viel Spaß gemacht wie uns und dass ihr beim eurem nächsten Besuch in Rom selbst eine Stippvisite hier einlegt.


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Five Quarters

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Wir freuen uns sehr, Rachels Buch »Five Quarters« mit R­ ezepten und einem ­Essay-Auszug auf den nächsten Seiten vorstellen zu­ dürfen. Ausgabe 19 | Juni 2015


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Ich war so fest entschlossen, wieder nach Sizilien zu gehen, dass ich weiterhin von sizilianischem Essen las und die Route für meine Rückkehr plante, selbst als feststand, dass ich noch ein paar Monate in Rom bleiben würde. Der Umzug nach Testaccio gab mir den ersten Anstoß, weil es hier geschah, fernab der Kuppeln und großen Denkmäler, in einem ziemlich modernen Teil der Stadt mit einem lebendigen Markt und normaler Luft, dass ich mich fragte, ob ich mich wohl für eine Weile niederlassen könnte. Aber auch dann dachte ich weiterhin an Sizilien, vor allem an die Küche. Für mich war das Essen schon immer eine Art Linse, durch die man die Welt betrachten kann.

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Das römische Essen aber, kann man nur schwer ignorieren, ganz besonders in Testaccio. Unverwechselbar, traditionell und untrennbar mit der Geschichte und dem täglichen Leben an diesem Ort verbunden, scheint es alles zu durchdringen. Der Duft von pizza bianca, der sich im Innenhof verwirbelt und bis in meine Wohnung steigt, der Geruch von dutzenden Kichererbsen, die an einem Freitagmorgen für eine pasta e ceci (Pasta und Kirchererbsensuppe) vor sich hin köcheln – nicht dass ich das schon gekannt hätte – der Gestank von gekochtem Brokkoli am Dienstag und der üble Geruch an einem warmen Nachmittag, wenn das Wasser aus den Fischständen in die Rinnen lief. Nur wenige Minuten von meiner neuen Wohnung entfernt kletterten Kapern an der alten Stadtmauer hoch und wilde Minze spross in den Rissen der Bürgersteige.

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An den meisten Tagen in diesem ersten Frühling sah ich Kisten mit gezacktem cicoria (Chicorée) und violette Artischocken, die heftig wackelnd mit flinken Trolleys vom Markt direkt neben meinem Wohnhaus zu einer der nahegelegenen Trattoria transportiert wurden. Nicht selten wurde mein Weg von einem Mann gekreuzt, der auf dem Weg zu einem der vielen Metzger einen halben Tierkadaver mit rotem von Fett durchwachsenem Fleisch auf seinen breiten

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Schultern trug. An so manchem Morgen wachte ich auf und dachte, die Welt würde untergehen, bis mir bewusst wurde, dass es nur eine Holzlawine für die Pizzaöfen war, die durch eine Luke in einen Keller krachte. Während mich das sizilianische Essen begeisterte, warf mich das römische zu Boden, half mir dann wieder auf die Beine und bezauberte mich mit seiner Einfachheit, seiner Bestimmtheit und dem kräftigen Geschmack – besonders die primi, die Vorspeisen. Eine große Schüssel pasta e ceci mit Rosmarinduft; Spaghetti mit einer verführerisch cremigen Sauce, die aus nichts anderem als Eiern, Käse und gepökeltem Schweinefleisch besteht; noch mehr Spaghetti, die vor Olivenöl glänzen und von Petersilie und Venusmuscheln durchzogen ungehalten nach Meer schmecken; ein Teller Kartoffelgnocchi in der Größe von Eicheln, die mit kräftig roter Sauce und Pecorino-Flocken bedeckt sind. Mir wurde schnell klar, dass ich diese Gerichte nicht nur essen, sondern verstehen will. Ich wollte sie machen. Zu dieser Zeit wohnte ich in einer Wohnung auf der Via Mastro Giorgio über der Bäckerei Passi in einem Gebäude, das zum Großteil noch von Leuten bewohnt wurde, die dort geboren waren, von denen viele jeden Tag konsequent traditionell kochten, wobei die Eingangstüren zum gemeinschaftlichen Innenhof offen standen, durch den Stimmen und Essensgerüche wie Bälle hin und her flogen. Ich hielt dem Misstrauen und gelegentlichen Spott stand und begann, Ratschläge ebenso zu sammeln wie Zutaten auf dem Markt; angezogen von allem, was mir ins Auge fiel. Wenn ich jetzt zurückschaue, bin ich nicht sicher, ob ich über meinen Enthusiasmus lachen oder davor schaudern soll. Einige schreckten zumindest davor zurück. So begann ich jedenfalls bei offener Tür – nicht zuletzt weil die Küche kein Fenster und der Herd keine Abzugshaube hatte – zu kochen.

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Ich konnte schon kochen, auf eine normale, kompetente Weise. Aber da ich alles hinter mir gelassen hatte, um zu reisen, ging ich beim Kochen auf eine ähnliche Weise vor und ließ zu, alles noch einmal neu zu lernen, ganz besonders die offensichtlichsten Dinge, zum Beispiel wie man Zwiebel, Möhren und Sellerie brät, um soffritto zu machen (eine in Fett gegarte aromatische Gemüsemischung, deren Name von dem Verb soffriggere kommt, was so viel heißt wie in Fett garen ohne zu braten); wie man die einfachste Tomatensoße macht; wie man Kichererbsen zubereitet; wie man Pasta kocht; all die Dinge, die ich angeblich schon konnte, aber eben auch nicht. Sobald ich diese Dinge neu gelernt und besser verstanden hatte, beeinflussten sie meine Art zu kochen. Mit diesen neu errungenen Fähigkeiten machte ich zunächst vor allem primi, die in Rom meistens Pasta beinhalten, entweder als Teil einer minestra (Suppe) oder als pasta asciutta (mit Soße). Dieser Abschnitt behandelt die Gerichte, die nun, neun Jahre später, zentraler Bestandteil meiner Ernährung sind. fünf suppen ...oder korrekterweise fünf minestre – ein Begriff weniger für eine Suppe, sondern vielmehr für Reis- oder Nudelgerichte, die in Brühe oder Wasser mit Gemüse und Bohnen gekocht und deshalb mit dem Löffel gegessen werden. Nennen wir sie fünf reichhaltige Suppen mit Pasta, die auch sehr gut ohne Pasta schmecken, wenn man das will. Man findet verschiedene Versionen und Varianten von minestre in ganz Italien, aber meine sind eindeutig römische - ich habe aber eine eigene Variante, weil dieses Gericht einfach darauf besteht, dass man eine eigene Version kreiert. Während ich mein Buch schrieb, löcherte ich Freunde, Kollegen, Köche und alle, die mir zuhörten, wie sie bestimmte Gerichte machen, und da fiel mir etwas auf. Während Gerichte wie Carbonara (Pasta mit Eiern und Schinken), Amatriciana (Pasta mit Tomaten und gepökeltem Schweinefleisch) und Coda alla Vaccinara (Ochsenschwanzsuppe) sehr starke Reaktionen hervorrufen, die zu leb-

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haften Debatten führen können, riefen die minestre etwas anderes hervor. Die Reaktionen waren sanft und die Meinungsäußerungen, wenn auch genauso definiert wie bei anderen Gerichten, kann ich nur als warmherzig und wohlwollend beschreiben. Vicenzo, wie so oft der Fall, war derjenige, der mir eine Erklärung dafür lieferte: minestre, aus dem Topf oder der Terrine geschöpft, verkörpern für viele Italiener die Ernährung und Behaglichkeit in ihrer Kindheit. Pasta e patate, pasta e fagioli, pasta e ceci sind Gerichte, die etwas Elementares aufwühlen. Mehr als alle anderen waren dies die Gerichte, die die Menschen als ihre piatto preferito (Lieblingsspeise) wählten. Wenn es nun so scheint, dass ich die minestre übermäßig sentimental darstelle, sollte ich klarstellen, dass sie das nicht sind - minestre sind dafür viel zu praktisch und nicht-nonsens. Trotz meines anfänglichen Misstrauens und meiner Zurückhaltung gegenüber den scheinbar ungleichen Paarungen (Pasta und Bohnen, Pasta und Kartoffeln, Pasta und Kichererbsen) und meiner langjährigen Überzeugung, dass Suppe, egal wie gut, keine richtige Mahlzeit ist, sind sie Eckpfeiler meiner Ernährung geworden. Schmackhaft, nahrhaft, wirtschaftlich in der Zubereitung, großzügig, unendlich entgegenkommend – minestre sind Speisen, die wir mehrmals pro Woche essen. Alle fünf basieren mehr oder weniger auf demselben Prinzip, das daraus besteht, Bohnen oder Gemüse weich zu kochen, dann mit genügend Wasser oder dem eigenen Kochwasser zu einem aromatischen, in Fett gegartem soffritto hinzuzugeben und die Pasta zu garen. Abgesehen von diesen Grundprinzipien können minestre einfach oder komplex sein, klar wie Brühe oder cremig gerührt. Mit Tomaten können sie kräftig rot oder nur zart rot sein, sie können aber auch gar keine Tomaten enthalten; Kräuter oder gepökeltes Schwein können ebenso drin sein. Kurz, wenn man die Grundprinzipien verstanden hat, kreiert man sein eigenes Rezept.

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Rezepte und Notizen aus einer K端che in Rom sister-mag.de


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pollo o lepre alla cacciatora

Wenn ich gegen vier Uhr in die Bar Barberini gehe, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich Donato treffe, den freundlichen Koch und Manager des Volpetti Più, einer Kantine-ähnlichen tavola calda (Café), in der wir meist an einem Tag pro Woche Mittag essen. An der sichelförmigen Bar des Barberini stehend, mit dem Geklapper von Schüsseln und Zischen der Espresso-Maschine im Hintergrund, hat Donato ausgelassen erläutert, wie er Lasagne, pasta e ceci, Teig für fritti und, am allerwichtigsten, sein hervorragendes Hühnchen oder Hase alla cacciatora (nach Jäger Art) zubereitet. Im Gegensatz zu anderen Versionen dieses Gerichtes, das mit Tomaten, Zwiebeln und roten Paprika gemacht wird, ist Donatos sehr einfach und aromatisch. Sehr gutes Hühnchen oder Hase wird gebraten und dann mit Weißwein, fein gehacktem Rosmarin, Chili und Knoblauch geköchelt, bis es weich wird. Mit einem Esslöffel Essig und schwarzen Oliven wird das Gericht abgerundet. Schon der Gedanke daran, dieses Gericht zuzubereiten, macht mich glücklich – und das nicht nur, weil jedes Glas Wein im Gericht auch eines für den Koch bedeutet, sondern auch weil vom Schneidebrett der betörende Geruch von Knoblauch und Rosmarin aufsteigt, weil die

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Kruste des Fleisches knusprig golden glänzt, weil der Wein herrlich zischt, wenn er in die heiße Pfanne gegossen wird und weil ein verführerischer Duft die ganze Küche erfüllt, während das Gericht vor sich hin blubbert. Die Zugabe von Essig mag ungewöhnlich erscheinen, er passt aber wunderbar und gibt der Mahlzeit Ecken und Kanten, sie wird frecher und definierter. Aber natürlich ist der Essig optional, wie auch die schwarzen Oliven.

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Es ist unmöglich, genaue Zeitangaben zu machen, weil sehr viel vom Fleisch abhängt. Meine Metzgerin Roberta, die ihr Hühnchen oder Hase alla cacciatora so ziemlich auf dieselbe Weise wie Donato zubereitet, merkt an, dass Tiere aus Legebatterien nur halb so lange kochen wie wilde Tiere. Sie betont außerdem, dass während dem Kochen darauf geachtet werden muss, dass sowohl die Pfanne als auch der Koch genügend Wein abbekommen, und dass der Fleischsaft immer mal vom Pfannenboden gelöst und in die Soße gerührt werden sollte, mit der das Fleisch außerdem bedeckt sein sollte. Für den Wein greife ich in den meisten Fällen zu einem Weißwein aus der italienischen Region Marche, dem Verdicchio dei Castelli di Jesi, der trocken und aromatisch ist und sich sowohl im Gericht als auch zum Gericht sehr gut macht (sofern der Koch nicht schon 4 Portionen _ 1,5–2 kg Hühnchen oder Hase _ 5 EL Olivenöl _ 2 Knoblauchzehen _ 1 Chilischote oder 1 TL Peperoncino (Chiliflocken, getrocknet und gerieben) _ ein kleiner Rosmarinzweig _ 250 ml Weißwein, plus ein wenig extra, _ wenn nötig1 EL Rotweinessig _ eine Handvoll entsteinte, schwarze Oliven _ Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

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HANDTASCHE

Das Hühnchen oder den Hasen in 12 Stücke schneiden (ich bitte meinen Fleischer darum). In einer tiefen Sautierpfanne oder einer ausreichend großen Kasserolle mit einem Deckel – das,sollte Fleisch locker in einer Schicht nebeneinander liegen – das Olivenöl auf mittlerer Stufe erhitzen. Die Fleischstücke hinzugeben, mit der Hautseite nach unten, und solange braten, bis die Haut knusprig golden ist, sodann wenden und von der anderen Seite ebenso braten. Dieser Vorgang dauert ungefähr 20 Minuten. 307

die gesamte Flasche geleert hat). Üblicherweise serviere ich es mit grünem Gemüse, am liebsten mit feinen grünen Bohnen oder auch grünem Salat, und mit etwas Brot, um die Soße aufzusaugen. Während das Fleisch braun wird, den Knoblauch, den Chili und die Nadeln vom Rosmarinzweig fein hacken. Sobald das Fleisch braun ist, den gehackten Knoblauch, Chili und Rosmarin darüber streuen, den Weißwein hinzugießen, mit Pfeffer und Salz würzen, die Pfanne abdecken und die Hitze herunterstellen. Das Fleisch köcheln lassen und ab und zu wenden, bis sich die Schenkel sehr zart anfühlen, wenn man mit einer Gabel dagegen drückt, und das Fleisch von einer dicken Soße umgeben ist. Das kann abhängig vom Fleisch zwischen 45 Minuten und einer Stunde dauern. Wenn die Pfanne trocken aussieht, ein wenig Wein hinzugeben. In den letzten Minuten den Essig und die Oliven hinzugeben, umrühren und auf vorgewärmte Teller verteilen.

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zucchine al tegame

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Zucchini können fad sein. Selbst die großartige, geriffelte Romanesco-Version, die sehr fest und auch süß ist und ein bisschen wie ein Las Vegas-Showgirl mit Blumen-Kopfschmuck aussieht, kann sehr zurückhaltend sein. Meines Erachtens liegt der Trick darin, die Zucchinischeiben bei geringer Hitze in viel stärker mit Knoblauch durchzogenem Olivenöl zu braten als die meisten Rezepte sich wagen vorzugeben, bis sie leicht golden glänzen. Dann ein wenig heißes Wasser hinzugeben und so lange kochen, bis es aufgenommen wurde und die Zucchini weich und sehr zart sind. Es ist diese Kombination aus Öl und Wasser, die den Zucchini eine cremige Konsistenz gibt. Im letzten Moment können die abgezupften Blüten und etwas zerzupfter Basilikum hinzugegeben werden. Vor dem Servieren mit Mozzarella und etwas Brot anrichten oder in al dente gekochte Pasta einrühren. Die Zucchiniblüten abzupfen, wenn welche dran sind, dann die Zucchini in dicke Scheiben schneiden. Olivenöl großzügig in eine große Bratpfanne geben. Alle Knoblauchzehen schälen und ganz in die Pfanne geben. Das Öl auf mittlerer Stufe erhitzen, sodass der Knoblauch leicht brutzelt. Knoblauch ab und an wenden. Ungefähr drei Minuten braten oder so lange, bis er weich, golden und aroma-

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HANDTASCHE

Für 4 Portionen als Beilage oder 2 als Hauptgericht _ 6–8 Zucchini (ungefähr 600 g), idealerweise die blassen, cremigen grünen oder geriffelte V a r i a n t e n m i t B l ü t e n , a n d e r n f a l l s , d i e d i e m a n zur Hand hat _ 6–9 EL natives Olivenöl _ 2 große oder 3 kleine Knoblauchzehen _ Basilikumblätter _ Salz

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tisch ist. Nicht anbrennen lassen. Dann den Knoblauch entnehmen und entsorgen. Die Zucchini mit einer ordentlichen Prise Salz in die Pfanne geben. Die Zucchini im Öl wenden, bis jede Scheibe glänzt. Sie sollten unter mehrmaligem Wenden langsam und bei sehr niedriger Hitze ca. 15 Minuten vor sich hin brutzeln oder bis sie eine schöne goldene Farbe haben. Dann 100 ml heißes Wasser hinzugeben, solange weiterkochen bis das Wasser absorbiert wurde und die Zucchini sehr weich und cremig sind, was zwischen 15 und 45 Minuten dauern kann. Ein wenig mehr Wasser hinzugeben, wenn die Pfanne trocken aussieht. Die Zucchiniblüten und den Basilikum in kleine Stücke zupfen und in die Pfanne geben. Dann die Pfanne vom Herd nehmen und rühren, sodass die Blüten und der Basilikum in der Resthitze weich werden können. Sofort servieren.

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linguine con zucchine

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Wir kochen das relativ oft, denn wie man ab und an hört, sind wir alle Gewohnheitstiere, vor allem wenn es um die mittägliche Pasta geht. Das Prinzip ist dasselbe wie das der klassischen Carbonara, und es ist auch ebenso einfach wie die Carbonara, dennoch erfordert es eine gewisse Übung, den Punkt abzupassen, an dem die Eier cremig und noch nicht geronnen sind. Man könnte hierfür natürlich auch Spaghetti nehmen, aber ich liebe die Linguine dazu. Diese Nudeln sind wie flache Spaghetti (ähnlich der Form der Zucchini-Streifen) und wickeln sich in allzu vertrauter Art und Weise um die Zunge – schließlich bedeutet linguine kleine Zungen.

4 Portionen _ 1 kleine weiße Zwiebel oder 4 Frühlingszwiebeln _ 300 g Zucchini _ 4 EL natives Olivenöl _ 500 g Linguine _ 2 E i e r, 2 E i g e l b _ 100 g geriebener Parmesan _ e i n p a a r B a s i l i k u m b l ä t t e r S a l z u n d frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

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HANDTASCHE

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Zwiebeln in dünne Ringe und die Zucchini in 5 cm lange und 2mm dicke Streifen schneiden. Das Olivenöl bei mittlerer Hitze in einer großen Pfanne erwärmen, dann die Zwiebel und die Zucchini mit einer Prise Salz unter regelmäßigem Wenden mit einem Holzlöffel langsam braten bis sie weich sind – ungefähr 10 Minuten. Dann die Pfanne von der Herdplatte nehmen. Salz in das kochende Wasser geben, umrühren und dann die Linguine hinzugeben, dabei auseinander streichen und durch leichtes Drücken mit einem Holzlöffel untertauchen. Den Topf bedecken bis das Wasser wieder kocht, dann den Deckel abnehmen und die Nudeln weiter kochen, bis sie al dente sind (die Garzeit auf der Packung beachten und mindestens zwei Minuten vor Ende probieren). Während die Pasta kocht, in einer recht großen Schüssel die zwei Eier, Eigelbe, geriebenen Käse sowie eine Prise Salz und reichlich schwarzen Pfeffer mit dem Schneebesen verrühren. In den letzten Minuten, in denen die Pasta kocht, die Bratpfanne zurück auf die Platte stellen, um das Gemüse und das Fett zu erwärmen. Dann die Pasta abgießen und dabei eine Tasse des Kochwasser aufsparen. Die Pasta in die Bratpfanne geben und gut unterheben, sodass sich die Nudeln mit den Zucchini verbinden. Nun vom Herd nehmen und die Käse-Ei-Mischung sowie ein bisschen Kochwasser dazugeben. Mithilfe eines Holzlöffels alles kräftig miteinander verrühren, sodass alle Nudeln mit der cremigen Soße verbunden sind; einfach noch ein wenig Kochwasser hinzufügen, falls die Soße etwas zu fest sein sollte. Basilikum zupfen und in die Pfanne geben. Sofort servieren.

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pasticcini di mandorle

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Neben anderen essbaren Dingen beschäftigte ich mich in Sizilien ausgiebig mit diesen weichen Mandelbiskuits, den pasticcini di mandorle, die man in jeder forno (Bäckerei) oder pasticceria findet. Ungefähr einen Monat lang stürzte ich regelmäßig los, wenn die Geschäfte nach der langen Mittagspause und den heißesten Stunden des Tages gegen 5 Uhr ihre Rollläden hochzogen, und erwarb meine tägliche Mandeldosis. Mit der kleinen Papiertüte in der Hand kaufte ich mir noch eine Granita und setzte mich dann auf die nächstgelegene Mauer, um dann abwechselnd Mandelgebäck und Zitroneneis zu essen. Die Form und Konsistenz der pasticcini die mandorle variierte von Ort zu Ort und von Ofen zu Ofen. Einige sind kräftig und klebrig, andere eher wie ein Biskuit. Aber die besten, die ich bis jetzt gegessen habe, sind groß, leicht knusprig und eröffnen, wenn das Äußere zerbricht, den Zugang zu einem weichen, dichten Marzipankern. Genau diese weichen Mandelplätzchen wollte ich backen – und nach exzessivem Experimentieren kann ich es nun auch. Der Trick, um aus der klebrigen Masse Kugeln zu formen, liegt darin, die Hände und den Teig mit einer Menge Staubzucker zu pudern. Die walnussgroßen Kugeln verlaufen zu 5 cm-Keksen, dementsprechend müssen sie auf dem Blech angeordnet werden und nicht vergessen: Egal wie genau man ist, sie werden jedes Mal anders.

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HANDTASCHE 15–20 Stück _ 350 g gemahlene Mandeln _ 200 g Puderzucker und etwas mehr zum Bestäuben _ geriebene Schale von 1 großen, unbehandelten Zitrone _ 2 E i e r, m i t e i n e r G a b e l s a n f t v e r q u i r l t

Den Ofen auf 180°C/160°C Umluft/ Gas Stufe 4 vorheizen und ein Backblech mit Backpapier vorbereiten. Die gemahlenen Mandeln mit Puderzucker und Zitronenschale in einer großen Schüssel vermischen. Die verquirlten Eier hinzugeben und mit einer Gabel oder den Händen zu einem weichen, klebrigen Teig verarbeiten. Die Hände mit Puderzucker bestäuben und einen walnussgroßen Teigklumpen entnehmen. Sanft in den Handflächen rollen und zu einer Kugel formen. Die Kugel noch mal mit Staubzucker pudern und auf das Backblech legen. Nun so lange weitermachen, bis der Teig aufgebraucht ist. Die Mitte jeder Kugel leicht mit dem Finger eindrücken, damit alle Plätzchen gleichmäßig backen. Circa 20 Minuten backen bzw. solange, bis sie von unten goldbraun und von oben gerissen, knusprig und blassgolden sind. Auf einen Rost legen und auskühlen lassen. In einem luftdichten Gefäß halten sie sich bis zu einem Monat.

Das Buch

Rachel's Buch findet ihr hier oder als u n d a u f i Tu n e s Ebook für den Kindle . Noch mehr Rezepte sind auf ihrem Blog . Rachel Eats

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EIN INTERVIEW MIT 314

JULIA WALCH sister-mag.de


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Julia, du bist auf eInem der berühmtesten Weingüter Italiens aufgewachsen. Wie ist so eine Kindheit? Natürlich eine, bei der das Thema Wein sehr wichtig ist. Wir wohnen im Weingut selbst, direkt unter unserem Haus liegen die Keller. Man riecht, hört und sieht viel, bekommt alles mit. Das Weingut ist ein Teil der Familie. Da wächst man langsam mit hinein.

Eine weinselige Kindheit also? Wir haben seit jeher in Weingläser reingerochen. Da gibt es ein lustiges Bild von meiner Schwester, da ist sie noch ganz klein und das Weinglas wirkt riesig in ihrer Hand. Mit unseren Eltern haben wir immer schon viele Weinreisen in der ganzen Welt unternommen. Das war toll, aber für uns Kinder manchmal doch etwas langweilig. Dann haben wir uns ins Auto gesetzt, um Musik zu hören. Das fanden dann unsere Eltern nicht so toll und waren sauer.

Klingt doch gut... Ja, aber dann ist es meistens so, dass man doch nur in einem Büro in vier Wänden sitzt. Die Internationalität existiert nur in den Mails. Das wollte ich nicht. Und dann kam der Punkt, an dem ich gemerkt habe, dass ich mich entscheiden muss: Entweder bin ich drinnen in der Weinwelt oder draußen. Mir wurde allmählich bewusst, wie schön die Arbeit auf einem Weingut ist,

War es denn schon immer klar, dass du und dass das nichts Alltägliches ist. eines Tages in den Betrieb einsteigen Und wie hast du dann die Kurve wirst? bekommen? Überhaupt nicht. Ich habe zuerst in Frankreich Geschichte studiert und in Brüssel einen Master in Europäischen Studien gemacht. Ich wollte auf jeden Fall im internationalen Bereich arbeiten.

Ich bin zurück nach Frankreich, nach Dijon, und habe dort einen Master in Weinwirtschaft gemacht. Danach habe ich ein halbes Jahr in Bordeaux auf einem Weingut gearbeitet und bin

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dann von zwei Jahren, als ich 26 war, zurück nach Südtirol gekommen.

Du kannst also einen Rebstock selber beschneiden, wenn es sein muss? Ja, aber die Zeit fehlt mir leider. Dabei hatte ich im Winter vor, regelmäßig im Weinberg zu arbeiten. Aber ich habe es überhaupt nicht hinbekommen. Ich war viel unterwegs, und jedes Mal, wenn ich zurückkam, wartete ein Berg von Sachen auf mich, die erledigt werden mussten.

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Deine Mutter ist eine der berühmtesten Winzerinnen Italiens. Hattest du keine Angst, dass ihre Fussstapfen ein bisschen gross sein könnten? Nein, wir machen die Dinge sehr unterschiedlich, sind sehr unterschiedliche Menschen. Es wäre sicher schwierig. wenn sie eine Mutter wäre, die versucht, ihren Kindern den Weg vorzuschreiben oder auch den Weg des Weinguts als Alleinherrscherin zu bestimmen. Aber so ist sie nicht. Sie hat sich selbst in das Thema Weinbau reingearbeitet, das ja kein Frauenthema ist. So hat sie gelernt, dass man Dinge nicht für fix ansehen, muss sondern sie immer veränderbar sind. Es geht, darum gemeinsam zu schauen, wie man die Dinge im Weingut jetzt macht. Es wäre sicher nicht richtig von meiner

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Schwester und mir, frisch ins Weingut zu kommen und dann zu sagen, wir grenzen uns ab, es ist ein Ende mit dem, Alten und wir machen was Neues. Das ist nicht gut.

Wie ist das heute als Frau im Weingeschäft? Es gibt nicht viele, und deshalb habe ich schon das Gefühl, dass man sich mehr beweisen muss. Man merkt das zum Beispiel auf den Messen. Da sind das fast immer die Männer, die sprechen. Entweder weil sie die Besitzer sind oder die Marketingoder Verkaufsmanager. Die Frauen sind dann meistens die Fräuleins, die ausschenken. Wenn man als Mann dort steht, wird man gleich schon mal als wichtiger eingestuft. Und kaum eine der wenigen Frauen, die Wein machen, traut sich, sich nach vorne zu stellen und zu sagen, diesen Wein habe ich gemacht, da setze ich meine Handschrift drauf, darüber rede ich. Sobald diese Frauen eigeladen werden, einen Vortrag übers Weingut zu halten, heißt es sofort: »Nein, das macht mein Mann.«

Nervt das nicht manchmal? Mir und meiner Schwester fällt das nicht so schwer, weil wir das Vorbild unserer Mutter haben. Wir kennen das schon, wir sind damit groß


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DIE FRAUEN WALCH

Elena

Karoline Julia

geworden und wir wussten, dass da so sein wird.

Deine Mutter Elena war damals überhaupt die erste Frau an der Spitze eines Weinguts in Südtirol. Ja, es war für sie schwer, überhaupt wahrgenommen zu werden als Persönlichkeit. Die Weinwelt ist eine sehr klassische, sehr strenge Welt, die sich nicht schnell verändert. Meine Mutter ist aus Mailand hergekommen, und obwohl sie Südtiroler Eltern hat, haben die Leute sie sehr misstrauisch, beäugt als sie versucht hat, Neuheiten einzubringen

Was denn zum Beispiel? Das Wichtigste war, die Erträge zu reduzieren (um damit die Qualität zu

steigern, d. Red.). Eine alte Frau war davon geschockt und hat ihr erzählt, dass das eine Sünde ist. Bei der Traubenernte sind damals ihre Eltern vorneweg durch den Weinberg, die haben das meiste gelesen. Die Kinder gingen hinterher, um zu schauen, dass nichts vergessen wurde. Dabei mussten sie singen, damit sie sich nichts heimlich in den Mund stopfen konnten.

Deine Mutter hat in die Familie Walch eingeheiratet, trotzdem heisst das Weingut heute »Elena Walch«. Ja, zum Glück war mein Vater weltoffen, und es war der richtige Moment, die Sache so anzugehen. Trotzdem gibt es da diese Sache mit den Fässern…

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Welche Fässer? Wir haben einen Keller mit großen Holzfässern drin, die haben Initialen eingeschnitzt. Jeder männliche Nachkomme hat so ein Fass bekommen - ich und meine Schwester nicht. Das zeigt, dass das eine Männerwelt ist.

eher diese rundere Linie hineinbringt. Wenn sie einen Mann und eine Frau nebeneinander stellen, dann machen die nicht komplett andere Weine, aber grundsätzlich gibt es Dinge, auf die Frauen vielleicht mehr achten als Männer.

Was ist das Schönste an deinem Beruf?

Wenn du eines Tages Kinder hast, Das Reisen, das Unterwegssein mag werden die dann ein Fass bekommen, ich sehr. Und die Arbeit mit der Natur, ich bin sehr naturverbunden. Ich bin auch wenn es Mädels sind?

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Das wird sich dann zeigen, das ist noch weit weg. Aber ich bin schon dafür, Traditionen zu respektieren, und es ist doch auch lustig zu sagen, das sind die Fässer für die Männer. Wir Frauen machen dafür andere Sachen.

Machen Frauen denn anders Wein als Männer? Ja. Denn Frauen sind meistens viel mehr in der Küche unterwegs und haben dadurch eine geübte Nase. Und Frauen haben einen anderen Geschmack als Männer. Ich höre immer wieder, unsere Weine seien weibliche Weine.

Was sind weibliche Weine? In unserem Fall Weine, die sehr rund sind, die Säure und Tannine sind weich und rund, nicht kratzig, und gut eingebunden. Ich glaube, dass Frauen

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in einem Dorf großgeworden, spielen zu gehen, hieß immer, in den Wald zu gehen. Als ich später in Großstädten studiert und die Kinder gesehen habe, auf den Spielplätzen, auf 20 Quadratmetern hinter Zaun und schön gesichert überall…denen fehlt doch was. Natur ist ein sehr guter Ausgleich zu meinen Reisen. Ich bin eigentlich kein Stadtmensch, ich mag es zwar, nach der Arbeit nach Bozen zu kommen, wo ich wohne und wo was los ist. Aber ich freue mich jeden Morgen, wenn ich aufs Weingut nach Tramin fahren kann.

Verrätst du uns deinen Lieblingsort in Südtirol? Wir haben ein Haus auf der Seiser Alm, wo wir viel Zeit verbringen. Da gibt es nichts außer der Natur und den Bergen. Man kommt nicht mal mit dem Auto hin.


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Die fünf Thesen von Captain Cork 1. Gut ist, was schmeckt.

CaptainCork CaptainCork ist das Portal für Weinfreunde im Internet. Die Mannschaft des Captain ist auf großer Fahrt, erklärt die Weine der Welt für alle, die sich nicht willenlos abfüllen lassen wollen.

2. Viele Weintrinker trauen sich nicht mehr zu sagen, was ihnen schmeckt, da die allgegenwärtigen Tester mit ihren Punkten, Gläsern und Beschreibungen alle eingeschüchtert haben. 3. Herkömmliche Weinbeschreibungen sind unlesbar, weil sie in einer Geheimsprache verfasst wurden, die kein normaler Weintrinker versteht.

Weingut Elena Walch

4. Der Weintrinker wagt keinen Widerspruch, da er glaubt, von Wein nichts zu verstehen. Dabei ist es ganz einfach. Man muss Wein bewusst trinken, Fragen stellen und dem eigenen Geschmackssinn vertrauen.

Mehr Informationen über das Weingut findet ihr auf der Website oder folgt Julia und ihrem Team auf Facebook und Twitter .

5. Es lohnt, sich für Wein zu interessieren, denn guter Wein macht zufrieden. Und das kann man immer öfter brauchen.

Eine Woche lang hat das Weinportal CaptainCork Winzerinnen portraitiert und ihre Weine vorgestellt. Die Texte sind hier abrufbar.

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Filme zum Träumen

Wenn die Flucht in ferne Länder nicht möglich ist, laden Filme und Serien zum Träumen vom französischem Landleben oder dem Trubel Roms ein. Hier haben wir einige Reiseziele zusammengetragen, die auch von zu Hause aus den Alltag kurz vergessen lassen.

Ein gutes Jahr

DVD

Und immer lockt das Weib

Durch den Film wurde St. Tropez über Nacht zu einem begehrten Ressort und Brigitte Bardot zum internationalen Star. Sie spielt die 18-jährige Juliette, die sich mit Michel Tardieu verlobt, obwohl sie eigentlich in dessen Bruder, Antoine, verliebt ist.

DVD sister-mag.de

Der Film ze ner besten erschleicht en des M ckie Greenl Sherwood u Venedig, Sa

Amazon Instant

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St

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S

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Der erfolgreiche Börsenmakler Max lässt London hinter sich, um nach dem Tod seines Onkels dessen Haus in der Provence zu verkaufen. In Lo Siroque holen ihn die Erinnerungen seiner unbeschwerten Kindheit und Jugend ein und er ist hin- und hergerissen zwischen London und der Provence.

Der talen Mr. Rip

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Inspector Montalbano

In neun Staffeln löst der Comissario Mordfälle und Diebstähle in der fiktiven Stadt Vigàta auf Sizilien. Seit 2012 läuft das Prequel »Der junge Montalbano« und zeigt die italienische Insel in den 1990ern.

Comissario Montalbano Staffel 1 Der junge Montalbano Staffel 1


HANDTASCHE

ntierte pley

eigt Italien von seiSeite. Tom Ripley t sich das VertrauMillionenerben Dileaf und seiner Verlobten Marge und schwelgt im Luxus in Rom, anremo und Neapel.

t

Ein Sommer in Kroatien

Statt romantischer Flitterwochen verbringt Ena nach ihrer geplatzten Hochzeit drei Wochen in Kroatien bei ihrer entfremdeten Oma Carmela.

DVD

Kr o

Mamma Mia!

atien

In dem ABBA-Musical lädt Sophie drei Ex-Freunde ihrer Mutter zu ihrer Hochzeit ein, auf der Suche nach ihrem Vater. Der Film spielt auf der fiktiven Insel Kalokairi (Skopelos). Der Höhepunkt: Meryl Streep schmettert »The winner takes it all« auf einer Klippe.

N

eap el

Es begann in Neapel

los

Si

S ko

pe

li ien z

Amazon Instant

Nach dem Tod seines Bruders reist Mike Hamilton nach Neapel, nur um zu entdecken, dass dieser dort einen achtjährigen Sohn und dessen Mutter Lucia Curcio zurückgelassen hat.

DVD Ausgabe 19 | Juni 2015

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Fernsehen 2.0 Wie Streaming-Dienste die Serienwelt bereichern text: Rabea Tanneberger

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Seit ihren Anfängen in den späten

Innerhalb der festen Grenzen ihres

vierziger Jahren wurden fiktionale

Universums lässt uns die Fernseh­

Fernsehserien mehrheitlich von Kri-

serie

tik und Medientheorie als niedere

Figuren teilhaben und überrascht ­

Unterhaltungsform der Masse und

uns zugleich mit u ­ nerwarteten Twists

des Mainstreams abgetan. Tatsächlich sind Fernsehserien ein guter Weg, der Realität für ein paar Minuten oder Stunden zu entfliehen: Wir finden Stabilität in der immer gleich bleibenden Welt von Sitcoms wie The Big Bang Theory oder Modern Family, in denen sich jedes Problem innerhalb von zwanzig Minuten lösen lässt, oder wir lassen unsere Sorgen von den überdramatischen

am

Leben

von

vertrauten

und Turns. Die Figuren auf dem Bildschirm kommen uns d ­abei oft so real vor, dass wir stundenlang über sie diskutieren können, uns ernsthaft freuen, wenn ein lang ­erwartetes ­Liebespaar endlich ­zueinander findet, und trauern, wenn eine geliebte Figur stirbt. Der Name der erfolgreichen ­ agel NBC-Sitcom Friends trifft den N auf den Kopf, was Serien­figuren für uns bedeuten können – die sechs New Yorker sind nicht nur untereinander

Lebenswegen fiktionaler Ärzte, An-

befreundet, sie sind auch die F ­ reunde

wälte oder Polizisten in Drama-Seri-

der Zuschauer, die ihre fiktio­ nalen

en wie Grey’s Anatomy, Law & Order

Leiden und Freuden über Jahre auf

oder CSI in Perspektive rücken.

dem Bildschirm mitverfolgt haben.

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HANDTASCHE

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Sisko: You betrayed your uniform! Michael Eddington: And you're betraying yours, right now! The sad part is, you don't even realize it. I feel sorry for you, Captain. This obsession with me - look what it's cost you. Star Trek Ausgabe 19 | Juni 2015


Ross: The door's closed! I can't see anything with the door closed! Chandler: And the inventor of the door rests happily in his grave. 324

Friends Im Seriellen liegt jedoch nicht nur

Trotz ihrer G ­ enerationen prägenden

Realitätsflucht

Beliebtheit schafften es j­edoch auch

und

­ Identifikation, von

die kommerziell ­erfolgreichsten Fern-

­Unendlichkeit – ganz gleich, ob wir

sehserien lange Zeit nicht, sich von

zusehen oder nicht, die Serie geht ­

dem Label der ­seichten ­Unterhaltung

immer weiter. Auch nach ihrem Ende

zu befreien. Stets im ­Schatten ­anderer

bleibt sie am Leben durch Spin-offs,

­­Unterhaltungs­medien, gab es vor

Hollywood-Sequels oder schlicht ihre

der ­ Jahrtausendwende nur ­ wenige

Fans, die ihre Lieblingsserien mit

Fernsehserien – wie zum ­ Beispiel

Freunden oder auf F ­ an-Plattformen

Twin Peaks, The West Wing oder

im Internet oft noch Jahre nach

Seinfeld –, denen ein über die b ­ loße

der Ausstrahlung der letzten Folge

Zerstreuung hinausgehender Wert

­lebhaft diskutieren.

zugesprochen wurde.

sondern

sister-mag.de

auch

ein

Hauch


HANDTASCHE

Die Fehleinschätzung, dass die Fern-

herum. Kevin Spacey und R ­obin sehserie nicht auch ein kontroverses Wright in House of Cards, ­Matthew ­ oody ­Harrelson und ästhetisches Potential bergen McConaughey und W Detective, Eva Green kann, begann sich jedoch seit dem in True Ende der 2000er Jahre und dem Auf- in Penny Dreadful und Billy Bob unter kommen der von Kritikern g ­ efeierten ­Thornton in Fargo gehören ­ anderen zu den Hollywoodstars, Serien The Wire, Breaking Bad und ­ Mad Men langsam zu z­erstreuen. die in den letzten Jahren Haupt­Spätestens seitdem immer mehr rollen in TV-Produktion übernomgroße ­ Hollywood-Regisseure die men haben, und hier ­handelt es sich ­ rama Produktion und Regie bei Fern- um einen ­Aufwärtstrend. Ob D ­ große sehserien übernehmen, ist sie oder Komödie – kaum eine ­ vom Gesprächsstoff auf faden Par- ­Serien-Produktion ­möchte mehr ohne tys zum legitimen und vieldisku- ein aus Hollywood ­bekanntes Gesicht auskommen. Doch nicht nur große tierten ­Untersuchungsgegenstand Namen sind es, w ­ elche das aktuelle der ­ Medienkritik und -theorie geAus-dem-Boden-Schießen von erstworden. Das von David Fincher klassigen Serien im TV verschulden ­produzierte House of Cards, Robert – zu dem Ausbrechen aus Klischees ­Rodriguez’ Serienadaption des Klasfügen sich eine o ­riginelle Optik, sikers From Dusk till Dawn und ­herausragende ­Inszenierungsarbeit, Jane ­Champions Top of the Lake mehr ethnische Diversität in der Besind nur drei von vielen Beispielen für setzung, kontroverse ­ Geschichten Fernsehserien, an denen in den letzund ungewöhnliche ­ Helden. ten Jahren wichtige Kino-Regisseure So erzählt die ­ Comedy-Serie mitgewirkt haben. Unbreakable Kimmy Schmidt von Wenn sich dazu noch Hollywood-­ ­ einer Frau, die ein schweres EntAkteure der ersten Liga und ein im führungstrauma verarbeiten muss, wahrsten Sinne des Wortes ­filmreifes Transparent rückt einen FamilienProduktions-Budget gesellen, be- vater Mitte sechzig ins Zentrum, der ginnt sich die Frage zu stellen, ob endlich seine wahre Identität als Frau das Kino noch mit dem ­ Fernsehen leben will, und The Americans rollt die ­ rieges aus der mithalten kann – und nicht anders- Geschichte des Kalten K

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Perspektive zweier russischer Spione ganz neu auf. Die Tabu-­Themen, die dabei aufgegriffen werden, sind ein Weg, die ­Uniformisierung des Fernsehens aufzubrechen, ­ existierende Genrenormen in Frage zu stellen und neu zu formieren und ­ kontroverse Debatten des privaten und p ­ olitischen Lebens zu entfachen.

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Die unentdeckten Gefilde, in die sich die Fernsehserie bewegt, sind d ­ abei nicht allein den neuen ­künstlerischen Ansprüchen von Showrunnern, ­Autoren und Regisseuren zuzuschreiben. Die neue Freiheit des Fernsehens liegt auch darin begründet, dass es dies – zumindest im ­ursprünglichen Sinne – gar nicht mehr ist. So sind es auch die seit Ende der 2000er Jahre immer populärer werdenden Streaming-­Dienste wie Netflix, die – nicht angewiesen auf das ­Absegnen ­ihrer I­ nhalte durch Werbepartner – das­ Niveau des G ­ esendeten auf eine ganz neue ­Stufe gehoben haben. Datenauswertungen zur P ­ opularität ­einzelner Serien und Filme werden dabei zum Anstoß für eigene S ­ erienproduktionen, die als hochqualitative Web-­ Serien von den Nutzern zu jeder Zeit und auf nahezu jedem Internet-fähigen Gerät ­gesichtet werden können.

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Dadurch verändern sich nicht nur ­Inhalte, Besetzung und Ästhetik von Fernsehserien, sondern auch die ­Modalitäten des Fernsehens an sich: Anstatt eine ­Woche auf die nächste Folge warten zu müssen, können die Zuschauer zu jedem Zeitpunkt so viel Folgen ansehen, wie sie wollen. Dieses ­sogenannte »­Binge-Watching« birgt zwar das ­ Risiko, den Schlafrhythmus o ­rdentlich durcheinander zu ­bringen – besonders Serien, deren Folgen ­häufig mit Cliffhangern ­enden, wie House of Cards oder Lost –, bei ­reguliertem Gebrauch ist ein Serien-Marathon j­edoch die perfekte Art und Weise, ­ einen ­ faulen Sonntag auf der Couch zu v­erbringen. Nicht zuletzt v­ erhindert das ­Video-on-Demand-Prinzip auch, dass Zuschauer, die nicht aus dem Ausstrahlungsland der Serie ­ kommen, viele Monate und manchmal Jahre warten müssen, bis die neue ­Staffel ihrer Lieblingsserie ­ endlich im heimischen Fernsehen ausgestrahlt ­ wird. Nicht zuletzt k ­ urbeln die neuen Horizonte, die das Internet-Fernsehen eröffnet, auch die Serien-­ Produktion der öffentlichen Sender an, die nun versuchen müssen, mit dieser neuen, verbesserten Art des Fernsehens mitzuhalten.


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Das »neue« Fernsehen birgt ­viele positive Effekte, entscheidend bleibt jedoch, ob wir uns mit ­seinen neuen Gesichtern genauso gut anfreunden können wie mit den ­alten. Kann Frank Underwood es mit Tony Soprano aufnehmen? Schafft es Kimmy Schmidt, uns mit ­ihrer Exzentrik genauso zu begeistern wie einst Phoebe Buffay oder ­Lorelei Gilmore? Es sieht ganz so aus! Und umso mehr kluge und vielfältige ­ Serien produziert werden, umso mehr wird das Fernsehen nicht nur eine Ablenkung vom alltäglichen ­Leben, ­sondern auch ein Weg, neue Zugänge dazu zu finden und den ­ ­eigenen Horizont zu erweitern. Das digitale ­ Fernsehen leistet h ­ierfür einen entscheidenden Beitrag. ­ Doch genauso liefert es auch, was das traditionelle F ­ernsehen uns geben konnte: eine Bildschirm-­ ­ Familie, deren skurrile, spannende oder dramatische Erlebnisse und ­Erfahrungen wir aus sicherer Entfernung von der Couch aus ­genießen können – und die wir, im Gegensatz zu unseren realen Familien und Freunden, auch einfach mal abschalten können. n

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Sherlock Holmes: What kind of hat is it anyway? Is it a cap? Why has it got two fronts? Dr. John Watson: It's a deerstalker. Sherlock Holmes: How do you stalk a deer with a hat? What are you going to do, throw it? Some sort of death frisbee? It's got flaps. Ear flaps!

Sherlock Ausgabe 19 | Juni 2015


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sisterMAG-Chefredakt eurin Thea ist über "House of Cards" zum Netflix F an geworden. Um dem Pol itzirkus in Washington zu fol gen, hat sie schon einige Nächte "durchgeschaut".

Von einer virtuellen Videothek zum innovativem Produzenten

text: Rabea Tanneberger

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Das erste Mal, dass ich den Namen

Millionen M ­ itglieder in über fünfzig

»Netflix« hörte, war – wie könnte es

Ländern. Seit 2007 gibt es auf der

­anders sein? – in einer F ­ ernsehserie.

Internet-Seite die M ­ öglichkeit, Filme

In

der

Mockumentary-Serie

­­­­The

­Office verrät Mindy Kaling in ihrer

und Serien direkt auf den p ­ ersönlichen Computer, Fernseher, das iPad oder

­ersten Rolle als Büro-­Schnattertasche

Smartphone zu ­streamen. Mitglieder

Kelly Kapoor ihren Kollegen einen ­

können ohne Werbeunterbrechungen

Trick, um bei Netflix gleich zweimal

so viele Filme und Serien s­chauen

­hintereinander Tatsächlich... Liebe ­ausleihen zu können. Netflix

ist bereits seit 1997 mit

dem Verleih von Filmen und Serien

wie sie möchten, überall und zu ­jeder Uhrzeit. Mit diesem Konzept ist das Unternehmen in den USA ­ bereits zum Synonym für das Heimkino im

auf DVD im Geschäft. Seither hat sich

­Allgemeinen ­geworden.

einiges getan. Aktuell ist Netflix in

Reed Hastings, CEO und M ­ itbegründer von Netflix, glaubt fest daran, dass Streaming das ­traditionelle ­Fernsehen

jedem z­ weiten Haushalt in den USA vorhanden und hat weltweit circa 62

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HANDTASCHE

sein Produkt sprechen lässt, als seine Person in den Vordergrund zu stellen. Und dies mit Erfolg – seit dem Deutschlandstart im September 2014 wächst auch hierzulande die B ­ eliebtheit des Streaming-­Anbieters ­stetig. Im Angebot hat Netflix-Deutschland sowohl aktuelle ­ Blockbuster wie Marvel’s The Avengers, ­Inception und Der Hobbit, als auch ­Independent- und Arthouse-­ Filme, darunter Wes Anirgendwann ganz e ­ rsetzen wird. D ­ as dersons ­verträumtes Moonrise traditionelle ­ ­ Fernsehen ist für ihn ­Kingdom, Winter’s Bone mit Jenvergleichbar mit e ­inem Festnetz-­ nifer ­Lawrence und Steve ­McQueen’s ­ efeierter Film Shame. Anschluss – fast jeder hat ihn noch, von Kritikern g fast niemand braucht ihn mehr. Und Auch Klassiker der Filmgeschicher hat nicht ganz unrecht: Wer ­möchte te findet man beim Durchforsten des noch p ­ lanlos durch die Kanäle zap- Filmportals. pen, anstatt die Lieblingsserie zu ­genau der Uhrzeit zu gucken, die einem selbst am besten passt? Auf der ­Eröffnungsparty für den Netflix-Start in Deutschland konnte ich mir einen eigenen Eindruck von Reed Hastings verschaffen. Unser freundlicher Schwatz darüber, wer u ­ nsere Lieblingsfigur in der N ­etflix-Show ­Orange is the New Black sei, ließ keine Zweifel, dass Hastings lieber

Internationale Filme sind ebenfalls Teil der Auswahl: Der wunderschöne chinesische Liebesfilm In the Mood for Love, sowie der k­­ oreanische ­Action-Klassiker Old Boy und das ­argentinische Drama In ihren ­Augen sind nur drei Beispiele für die gut ­ausgewogene und interessante Selektion auf Netflix. Fans des deutschen Kinos kommen mit den über 120 deutschsprachigen Produktionen auch nicht zu kurz.

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Ähnlich Genre- und ­ Geschmäcker-

spinnt. Alles scheint dabei Teil ­eines

übergreifend ­gestaltet sich das Seri-

­größeren Plans zu sein, sei es ­seine

en-Angebot von ­Netflix – ob ­klassische

politischen ­

Comedy mit How I met your Mo-

­seine Liebesbeziehungen.

ther, The Big Bang ­Theory oder

meinem aktuellen Liebling M ­ odern

Family, Horror-Serien wie American

Horror Story und Penny Dreadful,

Abenteuer und Spannung mit Bre-

aking Bad, The Americans und

Fargo oder aber Science-Fiction mit

Klassiker Doctor Who oder der ka330

nadischen Serie Orphan Black. Un-

Entscheidungen

oder

Trotz der großen Namen, die d ­ iese Produktion begleiten, z­eigte Netflix mit der Produktion von House of Cards ­außerordentliche ­Risikobereitschaft: Anstatt,

wie

n ­ ormalerweise

im

Fernsehen ü ­ blich, ­einen Piloten zu ­produzieren und dann zu e ­ ntscheiden, ob es sich lohnt, in ­Serie zu gehen, wurden die ersten zwei Staffeln von

ter der Funktion »Netflix Kids« gibt

vornherein abgesegnet – und das ­

es außerdem eine große ­Auswahl an

mit einem Budget von 100 Millionen

Filmen und Serien für Kinder, wobei

US-Dollar. Eine Investition, die sich

die Einstellung zugleich verhindert,

gelohnt hat. Denn die Serie, deren

dass die jüngeren Netflix-Benutzer

dritte Staffel im Februar anlief, ist er-

über Inhalte mit FSK stolpern.

folgreicher und spannender denn je.

Neben der großen Auswahl aus S ­ erien

Auch

und Filmen hebt sich ­Netflix durch

Produktion von Netflix, Orange is

die

zweite

große

Serien-­

seine seit 2012 e ­ igen produzierten

the New Black, stellte ein Risiko in

­Inhalte ab. Aushängeschild und erste

Sachen Einschaltquoten dar. Denn die

Serienproduktion von Netflix ist der

Serie, die in einem ­Frauengefängnis

­Polit-­Triller House of Cards. Das

spielt, erzählt die Geschichte von

aufwändig komponierte Intrigenspiel

Außenseiter-Figuren, die weder die ­

erzählt d ­ avon, wie ein manipulativer

äußerlichen noch die c­ harakterlichen

­Politiker (Kevin Spacey) die Fäden für

Standards der bestehenden Fernseh-

­seinen Aufstieg zum US-Präsidenten

landschaft erfüllen (siehe hier })

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Die neue Serie von Tina Fey, dem Genie hinter 30 Rock und Unbreaka-

ble Kimmy Schmidt, beschäftigt

sich mit einem w ­ agemutigen T ­ hema, ­insbesondere für eine C ­ omedy-Serie. So ist die ­titelgebende Kimmy Schmidt Überlebende einer ­ Entführung mit jahrelangem Missbrauch durch e ­ inen religiösen Fanatiker. Doch es ist eben jener ­ gekonnte Spagat zwischen Grauen und Witz, ­ Bonbon-Farben, ­scharfer G ­ esellschafts- und Medienkritik sowie Kimmy Schmidts (Ellie ­Kemper) N ­ aivität und Stärke, der die ­Serie zu einem der interessantesten ­Comedy-Neulinge der letzten Jahre macht. Ferner

bringt

­angelaufene

die Serie

erst

kürzlich

Grace

und

en notgedrungen miteinander, um den Schwierigkeiten des Single-Lebens mit Siebzig nicht allein entgegentreten zu müssen. Weitere Netflix-Originale, wie die Abenteuerserie Marco Polo, die ­Animations-Comedy-Serie BoJack ­Horseman oder die Familien-­KrimiSerie Bloodlines mit Kyle Chandler vervollständigen die Auswahl und bieten Fans aller Genres Qualitäts-­ Fernsehen. ­ Netflix ist also nicht nur eine Streaming-Plattform ­ mit alten ­Publikums-Lieblingen. Es ist auch ein Ort, wo neue und ausgefallene Ideen Platz finden, um sich zu entfalten und die Publikums-Lieblinge von morgen zu werden. n

­Frankie zwei Figuren auf den Bild-

schirm, wie sie sonst selten in ­Hauptrollen in Fernsehen oder Kino zu sehen sind: Grace und F ­ rankie, gespielt von Jane Fonda und Lily ­ Tomlin, sind zwei Frauen in ihren

ren und Netflix testen

­Siebzigern. Nachdem ihre ­Ehemänner Jetzt ausprobie beschließen, sie zu verlassen, um ­einander zu heiraten, verbünden sich die zwei sehr unterschiedlichen Frau-

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Trailer anschauen

Die 2013 angelaufene Serie der US-amerikanischen Serien-­Autor in, Produzentin und Regisseurin ­ Jenji Kohan (bekannt für ihre Se rie »Weeds« und ihre stets ­farbenfro hen ­Frisuren) ­erzählt die Geschichte der privilegierten New Yorkerin P ­ ­iper Chapman (Taylor Schilling), die ihr ­ sorgenfreies Leben und ­ ihren Verlobten zurücklassen muss, ­ um eine fünfzehnmonatige Hafts trafe anzutreten. In ihrer Jugend von ­ihrer damaligen Liebe, der Droge ndealerin Alex (Laura Prepon, »D ie wilden Siebziger«) dazu verführt , ihr bei ­einem Geldschmuggel zu helfe n, muss ­Piper nun ein Jahrzehnt sp äter die ­Konsequenzen tragen.

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Piper ist jedoch nur eine von v­ielen Außen­ seiterinnen an einem Ort v­oller Außenseiter. So fungiert die junge ­hübsche Frau mit den »TV-titties« (wie eine Insassin diese beschreibt, nachdem sie Piper unter der Dusche g ­ esehen hat) 335 auch als » ­ trojanisches Pferd« für SeThea – sisterMAG rienmacherin ­Jenji ­Kohan, um die Geschichten von F ­ iguren ­erzählen zu können, die w ­ eniger einfach zu v­ ermarkten Die Dialoge sind. Ob in Deutsch oder Englisch – die

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Die brutale Authentizität von OITNB, welche die ­ Atmosphäre von Beklemmung und Elend im Gefängnis für den Zuschauer ­körperlich erfahrbar macht, lässt sich dabei auch darauf zurückführen, dass die Serie auf einer realen Geschichte beruht. Die Serie basiert lose auf den ­Erlebnissen der 2004 inhaftierten Piper Kerman, Autorin der ­Autobiographie »Orange is the New Black: My year in a women’s prison«.

OITNB

Dialoge sind rasant und manchen Satz möchte man sich sofort an die Wand hängen – oder als .gif verschicken :)!

Die besten Spitznamen im TV Ob Crazy Eyes, Taystee, Red oder Black Cindy – die Serienschreiber sind definitiv kreativ, wenn es um Spitznamen geht. Und da unser Büro großer Fan vom Verhunzen von Namen ist, ist es die richtige Inspirationsquelle.

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OITNB

Weibliche Hauptcharaktere Zugegeben: das Gefängnis-Setting ist vielleicht nicht ideal, um Frauenpower zu propagieren. Denkt man jedoch an die vielfältigen Diskussionen in Hollywood

über fehlende weibliche Hauptrollen in TV und Film, ist OITNB definitiv eine hervorzuhebende Ausnahme! Thea empfiehlt: Schaut mal die Roundtables von »The Hollywood Reporter« – tolles Format und interessante Hintergrundinfos!

Selbst die Kritiker lieben es Die Serie hat schon jetzt einige Critics' Choice Awards, einen People's Choice Award und den GLAAD Media Award gewonnen. Schilling war für den Golden Globe nominiert und weitere Nominierungen gingen an Uzi Aduba oder Kate Mulgrew!

Kate Mulgrew aka RED 336

sisterMAG Thea im OITNB Gefängnis- Dress. Wie es dazu kam auf Seite 348 }

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Dürfen wir es zugeben? Thea hat OITNB zunächst nur angeschaut, weil Kate Mulgrew eine ihrer liebsten Schauspielerinnen der Jugendjahre ist … jetzt hat sie sich allerdings als Trekkie geoutet!


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Es ist eine der Besonderheiten der Serie, dass nicht nur den Hauptfiguren, sondern auch den ­ vielen ­ ­ Nebencharakteren, die das Gefängnis bevölkern, eine komplexe Hintergrund-Geschichte ­zugestanden wird. So wird in jeder der ­einstündigen ­Folgen in spannenden Rückblicken die Vergangenheit einer anderen ­Insassin enthüllt und gezeigt, warum diese im ­Gefängnis landete. In Orange Is the New Black wird erfahrbar, dass es vor allem anderen die ­ Umstände sind, die aus Menschen »inmates« und aus »gut« »böse« machen.

­leichzeitig beharrt Kohan darauf, G auch ihre ­sozial ­marginalisiertesten ­Charaktere nicht in vorgestanzte Opferrollen fallen zu lassen. Ebenso wie die Wunden der Vergangenheit, bringt sie auch die verborgenen Dämonen ihrer ­Figuren ans Licht. In OITNB gibt es weder schwarz noch weiß. Jede Figur ist zugleich Opfer und Täter. Auch ­Problematiken rund um Gender, Sexualität, Ethnizität und Rassismus werden ­ ohne ­pä­dagogisch erhobenen Zeige­ finger thematisiert. Obwohl dabei sowohl auf ­ Klischees zurückgegriffen als auch mit ihnen aufgeräumt wird, ist entscheidend, dass kein Charakter auf seine ­ Herkunft, Aussehen oder ­Sexualität reduziert werden kann.

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f den u a s n u ir w n e b a h lb a Desh tek ra a ch n e b e N n e d n e it e S n e nächst er Crazy ren ­gewidmet. Lest alles üb Eyes, Red und Co. ählen rz e e d n u re ­ F & r e g g lo B : S PLU sie rs te k ra a h C ­ n e h lc e w n e g e uns, w OITNB schauen! Ausgabe 19 | Juni 2015


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delt! Kennt Ihr jeden? Klickt auf's Gesicht und seht, um wen es sich han

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Besonders ab Beginn der 2. S ­ taffel rückt OITNB vom Leidensweg s­einer Protagonistin ab und ­verlagert seinen Fokus noch mehr auf die N ­ ebenfiguren der Geschichte.

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OITNB lässt keine Möglichkeit u ­ngenutzt, stigmatisierten Perso­­nengruppen nicht nur ein Gesicht, sondern auch eine Geschichte zu g ­ eben. Allen voran Gefängnis-Friseuse ­Sophia (Laverne Cox), die eine der ­raren transsexuellen Figuren in Film und Fernsehen ist, die auch von einer transsexuellen Frau gespielt wird. Und ­Sophias Geschichte ist eine der eindrucksvollsten der Serie: Als Mann geboren, wird ihr erst klar, dass ihre wahre Identität weiblich ist, nachdem sie bereits verheiratet ist und einen Sohn hat. Um die Akzeptanz und Liebe ihres Sohnes nach ihrer Umwandlung zur Frau zurückzugewinnen, ­begibt sich Sophia auf Abwege, die schließlich zu ihrer Inhaftierung führen. So sehr sie unter der Zurückweisung ihres Sohnes leidet – als Gefängnis-Friseurin setzt Sophia ihre Styling-Fähigkeiten d ­ afür ein, dass sich wenigstens die a ­ nderen Insassinnen in der Eintönigkeit des Gefängnis-Lebens etwas ­besser fühlen.

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So kümmert sie sich beispielsweise um die rote Mähne der russischen M ­ afiosa mit dem passenden Spitznamen »Red« (Kate Mulgrew). Als R ­ egentin über die Gefängnis-Küche sorgt sie sich um ihre Schützlinge ebenso leidenschaftlich, wie sie ihre Feinde bekämpft. Zu ­letzteren gehört in der ersten Staffel auch Piper, nachdem diese als naiver Neuankömmling das von Red zubereitete Essen beleidigt.


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Eine besondere Beziehung hat Red auch zu einem der psychologischen Betreuer des Gefängnisses, Mr. Healy (Michael J. Harney), dem sie bei seinen ungewöhnlichen Eheproblemen hilft. Weitere Gefängnis-Angestellte sind zum Beispiel der schmierig-fiese Gefängniswärter Mendez (Pablo Schreiber), aufgrund seiner Gesichtsbehaarung auch »Pornstache« genannt, und der schüchterne Irak-Veteran Benett (Matt McGory). Unterschiedlich wie Tag und Nacht haben die beiden nur eines gemeinsam: ihr romantisches Interesse an

der Insassin Daya (Dascha Polenko), die aus einem gewalttägigen Elternhaus stammt und im Gefängnis auf ihre unzuverlässige Mutter (Elisabeth Rodriguez) trifft. Benett und Mendez, die zu Beginn der ersten Staffel wie der Stereotyp des »Bad Cop« und »Good Cop« wirken, sind der Beweis, dass OITNB auch seinen männlichen Protagonisten eine differenzierte Darstellung nicht verwehrt. Ihre Entwicklung im Verlauf von OITNB gehört zu den größten Überraschungen der ­zweiten Staffel.

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Von all den tragischen Figuren in der Litchfield Correctional Institution ist »Crazy Eyes« – eigentlich Susan – vielleicht die tragischste von allen. Denn während die meisten ande ren zumindest auf die Zeit nach ihrer Haft hoffen können, ist »Crazy Eyes« keine Figur, der man die Reintegration in die Gesellschaft zutraut.

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Maja von moey's kitchen foodblog

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Tatsächlich bin ich ein riesiger OITNBFan. Natürlich stand auch in meinem Kalender, dass es am 12.06. mit der dritten Staffel weiterging.

Suzanne »Crazy Eyes« ist einer der spannendsten und gleichzeitig widersprüchlichsten Charaktere in der Serie. Anfangs erscheint sie nur gewalttätig und verrückt, sie wird von den anderen gemieden, verfolgt den Neuling Piper und will sie zu ihrer Gefängnisfrau machen. Im Verlauf der Serie erfährt man immer mehr aus ihrer recht behüteten Kindheit als Adoptivkind einer weißen Familie und bekommt nach und nach auch ihre

guten Seiten zu Gesicht, zum Beispiel als sie Piper am Ende der ersten Staffel selbstlos hilft und sie vor einer Anklage bewahrt. Sie macht eine der stärksten Entwicklungen durch, bleibt dabei aber durch andere leicht beeinflussbar und überrascht immer wieder – von der Probleminsassin über die verrückte Stalkerin zu einer guten Freundin und schließlich zu einer unbedarften Helferin von Vee.

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Netflix Party!!! Die sisterMAG Mädels mit Jasmin (Mitte) bei der Netflix Party im Soho House Anfang Juni in Berlin, wo sie die Darsteller der ­Serie trafen.

Jasmin von Madametamtam

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Ich kenne die Schauspielerin von Pennsatucky – Taryn Manning – noch aus Jugendfilmen von Britney Spears oder Eminem und war umso überraschter, sie in der Serie "Orange Is The New Black" wiederzufinden. Die temperamentvolle Rolle der Tiffany spielt sie einfach grandios!

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Und das sind noch lange nicht alle Charaktere, die uns OITNB im Laufe von Pipers Inhaftierung vorstellt: Da ist zum Beispiel die religiöse »Pennsatucky« (Taryn Manning), die sich von den homosexuellen Insassinnen so persönlich angegriffen fühlt, dass sie es zu ihrer Lebensaufgabe im ­Gefängnis macht, diese wenn nötig mit Gewalt zur Heterosexualität und zum Christentum zu bekehren; da sind die ausgezehrte Yoga-Jones und die Krebs-Patientin Rosa, deren lebenslange Haft ein Kuss verschuldete, die Nonne Sister Ingalls, die junge Umweltaktivistin und Schnattertasche »Soso« und einige mehr.


Netflix OITNB Cast im Soho House in Berlin!!

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Nadine Designerin | @nadrosia Mein Lieblings-Charakter ist keine Insassin, sondern Piper’s beste Freundin Polly, gespielt von ­Maria Dizzia. Ich mag ihren trocknen Humor, besonders wie sie nach der Trennung von ihrem Mann und der neuen Beziehung mit Harry gegenüber Piper umgeht. Ich finde es fast schade, dass sie so selten auftaucht, da ich finde, sie hätte viel mehr Raum verdient. Außerdem mag ich, anhand ihrer Rolle zu sehen, wie das Leben »draußen« weiter geht und wie sich Personen und Freundschaften unter besonderen Umständen verändern können. Von den Gefängnisinsassen ist mein Lieblings-­ Charakter Yoga Jones, weil sie den ruhenden Pol in der Gruppe darstellt. Da das Leben im Gefängnis natür-

lich sehr rau ist und das in der Serie auch so dargestellt wird, mag ich sehr, dass sie diese angenehme Ruhe ausstrahlt, die Yoga-Lehrer nun mal so an sich haben. Ich glaube, dass das als Gegenpol zu dem doch eher »krawalligen« Ambiente der Serie sehr gut tut. Außerdem mag ich ihre – wenn auch sehr eigene – Stimme irgendwie gern. Ich konnte zwar lange nicht verstehen, wie so jemand im Gefängnis gelandet ist, aber auch ihr »Vergehen« ist natürlich perfekt auf ihren Charakter abgestimmt und so fügt sich das sehr gut zusammen.

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Neben den spannenden, dramatischen und absurd-grotesken Geschichten, die diese Vielzahl an Insassinnen zu erzählen haben, sind es jedoch ihre Unterschiedlichkeit und Ambivalenz selbst, die OITNB zu einer so b ­ esonderen Serie machen. Denn das gleich mehrere – geschweigen denn so v­ iele – komplexe ­weibliche Figuren in e ­ iner Serie Platz ­finden, ist in Film und Fernsehen immer noch eine S ­ eltenheit. Während es lange die männlichen Protagonis-

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ten des Fernsehens waren, die trotz offensichtlicher und beträchtlicher ­ Charakterfehler von den Zuschauern geliebt und angefeuert wurden, liefert OITNB uns nun endlich eine ganze Bandbreite weiblicher Antihelden, deren Gedanken nicht ausschließlich um ihre (heterosexuellen) Beziehungen und um Shopping kreisen. Am 12. Juni 2015 ging die dritte Staffel von OITNB auf

Diese Frauen in OITNB sind Freunde, Rivalen, Liebende; vielschichtig, fehlerhaft, lustig, sexuell; eben durch und durch menschlich. Eine Favoritin auszuwählen, fällt da definitiv nicht leicht (da sind Alex’ enigmatische Ambivalenz, Pousseys kompromisslose Loyalität, ­Pennsatuckys gleichzeitig furchteinflößender und naiver Fanatismus, ­Sophias unbeugsame Würde). Gerade in Staffel 2 würde ich aber Morello hervorheben, deren Geschichte eine ebenso überraschende wie verheerende Wendung für die F ­ igur bedeutet und ein hervorragendes Beispiel dafür ist, wie geschickt OITNB auch periphere Charaktere aufbaut, um ihnen im richtigen Moment gebührendes Rampenlicht zu gewähren.

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Sophie


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Netflix ­online und wieder einmal versprechen die Insassen der Litchfield Correctional ­Institution, ihre Zuschauer mit ­schwarzem Humor, harten ­Realitäten, ­unerwarteten ­Wendungen und v­ ielen neuen ­Hintergrundgeschichten zu unterhalten. In der 3. Staffel, die im Vergleich zu der düsteren und ­dramatischen zweiten Staffel, vom Ton her wieder etwas unbeschwerter sein wird, erwarten nicht nur die Insassen, sondern auch die Gefäng-

nis-Leitung einige zu überwindende Hindernisse. Auch Alex und Piper werden in mehrfacher Hinsicht auf die Probe gestellt und ein Persönlichkeits-Test bringt die Gefängnis-Hierarchien durcheinander. Doch die wahre Prüfung ­müssen Nicky und Benett bestehen. Worin diese besteht und ob sie scheitern oder nicht, wäre zu viel verraten. Nur so viel: OITNB-Fans werden von der dritten Staffel ganz sicher nicht enttäuscht sein. Und wer von Euch bis jetzt noch keine Gelegenheit hatte, in die Welt von Piper, Alex, Red, Sophia und den vielen anderen »criminal minds« einzutauchen – worauf wartet Ihr noch?

Erzählt uns, wer Eure Lieblingsfigur der Serie Orange Is The New Black ist? Einfach an @sister_mag tweeten!

Jetzt OITNB auf Netflix schauen Ausgabe 19 | Juni 2015

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#WatchingOITNB

fotos: Cristopher Santos text: Thea Neubauer

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An einem ungewöhnlich schwül-heißen Freitagabend im Juni nähern Fotograf Cristopher Santos und ich uns dem Hinterhof der »Alten Teppichfabrik« an der Stralauer Allee in Berlin. Kritisch wird geprüft, ob wir auf der Gästeliste stehen, denn nur echte Fans dürfen auf die #WatchingOITNB Viewing Party der ersten beiden Folgen der dritten Staffel in das


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Im zweiten Stock erhalten wir für das richtige Gefühl auch stilecht Hemd und Hose im OITNB-Style. Und so vermischen sich plötzlich Veranstalter, Gäste, Youtuber und Fotografen – denn im unauffälligen Beige der Gefängniskleidung sind plötzlich alle gleich.

– für Berlin so typisch – etwas heruntergekommene Gebäude. Nachdem wir unseren Stempel abgeholt haben, werden wir von einer »jail warden« im blauen Hemd aufgefordert, ihr zu folgen. Der Ton ist rau und sofort merken wir: Es ist den Damen und Herren ernst – es soll wenigstens etwas Gefängnisatmosphäre entstehen.

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Nur eins verrät uns: zu viele Mädels tragen High-Heels unter den unförmigen Hosen :). In der »Gefängniskantine«, die mit dem fluoreszierenden Licht der Leuchtstoffröhren und langen grauen Tafeln wirklich erstaunlich stark an die Kulisse der Serie erinnert, wird das Viewing stattfinden. Doch zuvor gibt es Essen. Auch hier bleibt man der Serie treu, denn obwohl es leckere Kreationen gibt, wirken diese in den Plastik-Compartements der Tabletts wie Gefängnis-Fraß. Doch zum Glück wurde das Konzept »Getreu der Serie« nicht bis zum Geschmack des Essens durchgezogen :). Nach verschiedenen Programmpunkten mit echten Fans der Serie aus der Youtube-Szene (hört dazu auch die O-Töne von Taliquindio & Koko von Kosmo) konnten die Fans schließlich alle gemeinsam die ersten beiden Folgen der dritten Staffel anschauen.

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Am Ende des Abends tauschte ich die Gummibundhosen schließlich auch wieder gegen meinen apricot-farbenen Rock ein und verließ das Gefängnis … ich meine die Teppich­ fabrik. Denn auf meinem Sofa lässt sich der Rest der Staffel dann doch etwas gemütlicher schauen auf Netflix :).


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Klickt auf die Lautsprecher, um die Antworten zu hรถren! Mehr Bilder vom Event

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KOFFER Spanien


Sight-Seeing in Barcelona ab hier

Willkommen in Spanien Lorena Vilanova The Stylistbook Auf The Stylistbook sammelt Lorena Street Style-Inspirationen, Trends, interessante Por traits und Or te.

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Beste Reisezeit fotos: Mela Mörtenbeck

Spanien bietet viele alternativen um die Sonne zu genießen. Im Juni ist es auf den Balearen sehr heiß und es kommen weniger Touristen, oder genieße sommerliche Temperaturen im Mai oder Oktober auf den Kanaren und du hast die Strände fast für dich alleine. Begleite Mela auf ihrem Roadtrip durch Andalusien (hier )

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Reisegepäck Vergiss auf keinen Fall eine Kamera einzupacken, außerdem Sonnenmilch und ein gutes Buch. Spanien bietet alles andere.

Bester Blog zum Träumen

fotos: Thea Neubauer

Bester Strand

Ich liebe Vegas Oliver's Instagram (@ovunno ). Er ist ein Fotograf und Reisende der Fernweh geradezu ausstrahlt. Mein liebster Reiseblog ist The Perennial Plate . Sie haben ein spektaluräes Video über Spanien gedreht das zum Koffer packen und einfach losfahren einlädt. »Gran Vía« von Eric Titcombe

Spanien ist reich an unglaublichen Stränden, zum Beispiel den Playa de Muro im S'Albufera Nationalpark auf Mallorca. In Formentare sind auch viele fantastische und unbekannte Strände.

Verbringe 48h in Madrid (hier )

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foto: Christine Davis

Lieblingsstadt Meine Lieblingsstadt ist Barcelona, wo ich auch wohne. Barcelona hat einfach alles, ohne überwältigend groß zu sein: viel Sonne, gutes Wetter, Strände, Museum, Sport, Architektur. Es hat die beste Gastronomie in Spanien, vor allem da es auch die kosmopolitischte Stadt im Land ist, und ist nicht weit von der Costa Brava und den Pyrennäen. Barcelona vereint das Meer und die Berge und jeder Tag ist neu und einmalig.

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Im sisterMAG Büro wird die Mittagspause im Sommer gern auf der Terrasse des Restaurant, »Freysinn« oder im Mauerpark verbracht. Daher sollte man sich schon am Morgen beim Fertigmachen vor der Sonne schützen. Bevor der Tag richtig los geht, nutzt man daher am besten die getönte Sonnenschutz-Creme mit fünffacher Wirkung: 1. Hoher UV-A/UV-B-Schutz 2. Sofort sanft gebräuntes Aussehen dank universeller BB-Nuance 3. Ebenmäßiger, strahlender Teint durch Pigmente mit hoher Deckkraft 4. Glättende Wirkung durch S ­ ilikon lassen 5. Ultra-hydratisierende und aufpolsternde Anti-Age-Wirkung durch die Stärke der Hyaluronsäure Frauen mit normaler bis trockener Haut, die einen getönten Sonnenschutz suchen, können die Creme anwenden. Und auch wir haben uns gefreut, denn Haut und Teint sind sofort verschönert und wirken ebenmäßiger. Und ein wenig gebräunter sehen wir auch gleich aus (denn die meiste Zeit verbringen wir dann doch im Büro :) .

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Barcelona Fotos von Christine Davis – Fotografin Studio CD

Outfit von Lorena Vilanova – Fashion Blogger: The Stylistbook

OFFICE DAY/ in Barcelona/ /

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DAS OUTFIT/

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/ Lorena Vilanova wurde in Argentinien geboren, lebt aber bereits seit 2010 in Barcelona. Schon immer interessiert am Austausch mit anderen Leuten und allem, was mit Kommunikation zu tun hat, studierte sie Journalismus und Sprache. // Schon als Kind trug sie gern die Kleider ihrer Mutter und auch heute interessiert sie sich für Kleidung und Mode. Barcelona inspirierte sie am Ende, ihren Fashion–Blog zu starten. In jeder Ecke der Stadt findet man Design und einen unnachahmlichen Mix aus Kultur und Sprache. /// Inspiriert von unseren VICHY–Sommersituationen setzte sie für uns »Bürotag in Barcelona« mit ihrem Outfit aus Maxikleid und praktischen Rucksack um. Ausgabe 19 | Juni 2015

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Love Slinky Maxi Dress von ASOS O'Malley Round Sunglasses von American Deadstock via Etsy

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Skinnydip – Umschlag-Clutch von ASOS

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Rucksack von Bissú, einer jungen spanischen Firma sister-mag.de


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BARCELONA

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Barcelona. Die katalanische Stadt spielt schon seit den frühen 80er Jahren als Metropole der Kreativen eine tragende Rolle: Kultur, Party, Strand und Szene – all dies findet man in der junggebliebenen Stadt am Balearischen Meer. Wer in Barcelona übernachten will – wir stellen ab hier fünf Häuser mit einem jeweils anderen Konzept.

die Praktik Hotels vor –

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GAUDÍ

Barcelona war die Heimat von Antoni Gaudí und die einzigartigen Formen seiner Schöpfungen prägen das Stadtbild bis heute. Casa Batlló mitten im Stadtzentrum zum Beispiel lässt sich dank seiner farbenfrohen Fassade aus Keramikscherben und der einem Drachenkörper nachempfundenen Dachform leicht ausmachen. Hier gestaltete Gaudí übrigens auch den Innenraum: die natürlichen Formen aufgreifend schuf er eine unverwechselbare Umgebung, in der heute Events und Ausstellungen stattfinden. Weitere Werke Gaudís kann man über ganz Barcelona verteilt entdecken, insbesondere empfiehlt sich aber der Park Güell, der gleichzeitig einen ruhigen Rückzugsort für die Siesta bietet – mit wahrhaft atemberaubenden Ausblicken.

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TORRE AGBAR / Der Torre Agbar wurde erst vor 10 Jahren eröffnet, ist aber bereits eine Ikone der katalanischen Hauptstadt. Nachts wird er von mehr als 4.500 programmierbaren LED-Lichten mit einem Spektrum von mehr als 16 Millionen Farben illuminiert. Seit 2006 dient er den Katalanen außerdem als Kulisse für ihre Neujahrsfeier, zu der er mit seiner einzigartigen Lichtshow Einheimische und Touristen gleichermaßen in die Stadt lockt.

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Andal 368

Text & Fotos

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lucía 369

Mela Mörtenbeck

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KOFFER

Kilometerlange

Sandstrände

oder

danken an das Land sofort im Kopf

herausfordernde Gebirgszüge? Leb-

haben. Und doch handelt es sich da-

hafte Städte oder beeindruckende

bei nicht bloß um ein Klischee wel-

Landschaften? Wer die Wahl hat …

ches sich hartnäckig hält, sondern

kann alles haben. Denn Andalusien –

um echte Traditionen, welche von

die südlichste Region am spanischen

den Einheimischen mit Stolz gelebt

Festland – vereint sämtliche Wün-

und aufrechterhalten werden. Mit be-

sche, welche man an ein Reiseziel

kannten Städten wie Málaga, Grana-

nur stellen kann. Nur von einer Vor-

daoder Sevilla, den pueblos blancos,

stellung muss man sich verabschie-

die weißen Dörfer mit verwinkelten

den: dass ein Besuch reicht, um alles

Gassen, oder der S  ierra Nevada, der

Sehenswerte abzuklappern.

zweithöchsten Gebirgskette in Euro-

Andalusien. Wer hat beim Gedanken

pa, ist Andalusien so abwechslungs-

an die spanische Region nicht sofort

reich und vielfältig wie eine Region

Bilder von Stierkampf und Flamen-

nur sein kann. Während unseres ein-

co, Tapas und Sangria, Sonne und

wöchigen Roadtrips ist es uns wohl

Meer vor Augen? Bilder von tempera-

gerade deshalb nur in Ansätzen ge-

mentvollen Spaniern und maurischen

lungen, Andalusien kennen- aber in

Dörfern? Immerhin hat die arabische

jedem Fall lieben zu lernen. Leider

Kultur die Region über knapp 800

mussten wir dabei auf Klassiker wie

Jahre geprägt und dabei so pracht-

Ronda oder eine Wanderung entlang

volle Bauten wie die Mezquita in Cór-

des C  aminito del Reyverzichten, hat-

doba oder die Alhambra in Granada ten aber dennoch die Gelegenheit, ein hinterlassen. Andalusien ist das Spa-

vielseitiges Andalusien zu erleben.

nien, das viele Europäer beim Ge-

Doch der Reihe nach…

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AUFTAKT IN MALAGA Ausgabe 19 | Juni 2015

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Gibralfaro Playas Tapas

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Wir starten unsere Erkundungstour

cazaba, der Burganlage Gibralfaro,

in Málaga. Bereits vor etlichen Jah-

der Catedral de la Encarnación, der

ren war ich während eines klassi-

Stierkampfarena La Malagueta und

schen Badeurlaubs an der Costa Bra-

dem Geburtshaus von Pablo Picas-

va mit meiner Familie für einen Tag

so jedoch einiges zu bieten. Ein Be-

in der Hafenstadt. Eigentlich hatte ich

such der Gibralfaro beispielsweise

sie als eher langweilig in Erinnerung.

lohnt dabei schon alleine wegen des

Umso überraschter war ich, wie sehr

360°-Rundumblicks über die Hafen-

sich Málaga über die Jahre hinweg

stadt. Und wer nach getaner Erkun-

gemausert hat. Viele Häuserfassaden

dungstour etwas Abkühlung und Ent-

und Gassen sind saniert und auch die

spannung sucht, wird an einem der

Hafenpromenade erstrahlt in neu-

16 Strandabschnitte mit Sicherheit

em Glanz. Málagas Altstadt ist klein,

fündig. Zudem gibt es hier die bes-

hat mit der maurischen Festung Al-

ten Fischlokale der Stadt, wo man

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seinem bestellten Fisch beim Grillen über der Holzkohle zusehen kann. Die Altstadt von Málaga zeichnet sich durch einen Mix an Restaurants, Bars und Shops aus, hier pulsiert das Leben sowohl tagsüber als auch nachts. Die Lokalszene in der zweitgrößten Stadt Andalusiens kann sich sehen lassen - ob Cafés zum Frühstück, Tapas Bars für mittags und abends oder regionaltypische Restaurants, die Auswahl ist groß. Ist es zur Siesta, der spanischen Mittagspause, noch ruhig in der Stadt, wird

es abends umso lebhafter und quirliger. Junge Einheimische finden sich dann ebenso zahlreich in den Bars wie Touristen. Aufgetischt werden allerhand Tapas, regionaler Wein oder Sangria. Eine besondere Empfehlung ist das in einer Seitengasse versteckte La Cosmopolita, wo authentische andalusische Gerichte im Topf auf den Tisch kommen. Das Terra Sana hingegen punktet mit einer abwechslungsreichen Tapas-Karte und im Ingredients Cafélässt es sich mitten in der Altstadt gut und günstig frühstücken.

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Maurische Erinnerungen iN Granada

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Nach zwei Tagen in  Málaga zieht es uns weiter in Richtung Norden. Nächstes Ziel: Granada, definitiv ein Pflichtbesuch für Andalusien-Reisende. Bekannt ist die Stadt vor allem durch die Alhambra, dem bedeutendsten Bau aus maurischer Zeit. Sie ist eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Europas und seit 1984 Weltkulturerbe. Zur ­A  lhambra, gelegen auf dem S abikah-Hügel, zählen prachtvolle  Paläste,  Museen u  nd Gärten. Ein Spaziergang über das Areal ist eindrucksvoll und voller Details, die den Blick auf sich ziehen. Von der  Torre de la Vela offenbart sich gleich ein doppelt lohnenswerter Ausblick: im Norden auf den Albaicín ­ , das älteste Stadtviertel von ­Granada,

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im Süden auf die Gebirgskette der Sierra Nevada . Ein Besuch sollte schon vor der Reise oder zumindest ein bis zwei Tage vorab geplant werden, denn so lassen sich lange Schlangen an der Kasse vermeiden. Zudem sind die Tickets pro Tag limitiert, so dass man nicht immer zum eigentlichen Wunschtermin auf das Gelände kommt. Neben der Alhambra lohnt sich auch ein Spaziergang durch den A  lbaicín, als ehemals maurisches Wohnviertel heute der älteste Stadtteil und zugleich UNESCO Weltkulturerbe. Das Viertel liegt auf einem der drei Bergrücken, auf denen Granada gebaut ist und offenbart den direkten Blick auf


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die  Alhambra. Wegen der Aussicht und den malerischen Gassen zwischen den weiß getünchten Häusern zählt der  Albaicín zu den lohnenswertesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Aber auch das Zentrum rund um die K  athedrale versprüht andalusischen Flair; beinahe noch mehr als Málaga. Die Gassen werden im Sommer mit weißen Sonnensegeln überdeckt, um die enorme Hitze abzuhalten, zahlreiche Bars und Cafés laden zu einer kurzen Erholungspause ein. Ausgezeichnet essen lässt es sich

Alhambra

übrigens in einem der vielen Lokale

Albaicin

am ­Plaza de la Romanilla, wie etwa dem E  l ­Aguador oder dem Ermita.

Catedral

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zu besuch bei den schlümpfen

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Auf der Fahrt von Granada zurück an die südliche Küste Andalusiens, lassen wir uns es nicht nehmen, einen Zwischenstopp im kleinen Bergdorf Júzcar  einzulegen. Auch wenn das 232 Einwohner zählende Dorf auf den ersten Blick nicht spannend klingen mag, ist es doch eine kleine Besonderheit. Denn als das kleine Dorf 2011 dazu auserkoren wurde, die Weltpremiere des Films »Die Schlümpfe« ausstrahlen, wurden die bis dahin weiß getünchten Häuserfassaden in diesem einzigartigen schlupfblau gestrichen, einschließlich der Kirche und Grabsteine. Als die Bewohner nach der Premiere über die Farbe der Häuser entscheiden sollten, entschied sich die Mehrheit für die Beibehaltung des blauen Dorfes. Und so gilt Júzcarwohl als erstes Schlumpfdorf der Welt und darf sich seither immerhin über ein gesteigertes touristisches Interesse freuen. Zugegeben, es reichen zehn Minuten für den Spaziergang durch den Ort, doch der Blick zurück auf das blau-strahlende Dorf vom weiteren Straßenverlauf ist definitiv den Umweg wert.

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Sichtkontakt mit afrika und weiter nach Cadiz

Zurück an der Küste gönnen wir uns eine schnelle Abkühlung im Meer und reisen weiter an die Südspitze Spaniens – nach G  ibraltar. Es sind keine fünfzehn Kilometer, die hier Europa von A frika trennen. Wir lassen es uns nicht nehmen, über einen der spektakulärsten Flughäfen bis an die Südspitze der Halbinsel,

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den  Europa Point , zu spazieren. Immerhin handelt es sich dabei um den einzigen Flughafen weltweit, dessen Landebahn von einer Straße gekreuzt wird und deshalb regelmäßig für die Überfahrt von Autos sowie Spaziergänger gesperrt wird. In der Main Street bummeln wir durch die Läden, fangen britisches Flair ein und machen uns dann wieder auf den Rückweg. Unser letztes Etappenziel für diesen Tag ist die kleinste der vier Städte, die wir im Laufe unseres Roadtrips besuchen. Verstecken braucht sich Cádiz deshalb

aber

nicht,

ganz

im Gegenteil: Noch mehr als in

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 álaga  M und G ranada fallen hier die engen Gassen auf, die  Altstadt versprüht andalusischen Charme und hat sofort unser Herz erobert. Wir machen uns umgehend auf ans Meer und entdecken den  Playa de La Caleta mit seinem orientalisch anmutenden Badehäuschen sowie das Castello San Sebastián, welches auf einer kleinen Insel im Meer liegt und über eine Promenade von der Stadt zu erreichen ist. Sehenswert


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Gibraltar Mercado La Caleta Ausgabe 19 | Juni 2015


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ist außerdem der  Torre Tavira , mit seinem 360°-Blick über Cádiz und der  Camera obscura . In diesem dunkeln Raum kann man durch eine Lochkamera das bunte Treiben auf den Straßen beobachten – ohne nur einen einzigen Meter zu Fuß zurücklegen zu müssen. Beeindruckend! Abschließend sollte man es sich nicht nehmen lassen, durch die Stände des M  ercado Central zu bummeln, dem wohl schönsten und saubersten Fleisch-, Fisch-, Obst- und Gemüsemarkt, den ich bislang gesehen habe.  ádiz ist auf einer Landzunge C gelegen, welche sich in die Bucht von Cádizvorzieht. Bei der Einfahrt in die Stadt ist nicht nur der große Unterschied zwischen den Hochhäusern der m  odernen Neustadt und der  malerischen Altstadt deutlich zu erkennen, es stechen uns auch sofort die einladenden Strandabschnitte ins Auge, die Abkühlung an diesen heißen Sommertagen versprechen. Bevor wir Cádiz am nächsten Tag in Richtung  Sevilla verlassen, breiten wir unsere Badetücher im Sand aus und lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen.

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Letzter Halt Sevilla Erfrischt vom Atlantik steuern wir das letzte Ziel unseres Road-trip an – Sevilla. Für mich eines der Highlights der letzten sieben Tage. Die Stadt hat nicht nur unglaublich viel zu bieten, sie zeigt sich zudem als sehr jung und aufgeschlossen. Da das Hotel unmittelbar an der Kathedrale Maria de la Sedeliegt, nutzen wir natürlich sofort die Gelegenheit einer Besichtigung. Und die zahlt sich aus! Doch nicht nur die Kathedrale selbst ist interes-

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sant und eindrucksvoll, lohnenswert ist sich auch der Aufstieg auf die Giralda, ein 97 Meter hoher, viereckiger Glockenturm, der einen herrlichen Blick über die Stadt ermöglicht. Ebenfalls hoch hinaus geht es auf den Torre del Oro, ein kleiner Turm am Fluss Guadalquivir ­ mit Blick über die Altstadt und das hinüber zum anderen Ufer. Die jüngste und modernste Möglichkeit Sevilla von oben zu betrachten,


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bietet jedoch das Holzkonstrukt Metropol Parasol. Auf vier Ebenen beherbergt es das  Museum Antiqua-

ben leuchtet und einen Blick auf das nächtliche Sevillaermöglicht.

der Dunkelheit, wenn das Konst-

Die E  inkaufsstraßen von Sevillasind das ideale Ziel für eine Shoppingtour, spanische Labels mischen sich mit internationalen Marken und auch hier schützen Sonnensegel vor der sengenden Hitze. Cafés und Restaurants reihen sich beinahe nahtlos aneinander, von rustikal über modern bis hin zu international ist alles dabei. Rund um das D  esign-Hotel EME Fusión finden sich viele Gelegenheiten, um Tapas, Paella oder andere ein-

rukt selbst in unterschiedlichen Far-

heimische Gerichte zu genießen. Ein

rium, einen regionalen Markt, eine Eventlocation und die Aussichtsterrasse. Diese ist den Eintrittspreis von drei Euro mehr als wert. Besucher können die Aussichtsplattform begehen und bekommen so einen einzigartigen und perspektivenreichen Blick auf Sevilla. Besonders empfehlenswert ist der Besuch zu Einbruch

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Highlight, um den Abend gebührend ausklingen zu lassen, ist die T  erraza del EME. Sie gehört zum Hotelkomplex, steht aber auch Nicht-Hotelgästen offen. Die Dachterrassen-Bar erstreckt sich über mehrere kleinere und größere Plattformen und ist Restaurant und Cocktailbar in einem. Die Preise sind zwar etwas gehoben, die Atmosphäre mit chilliger Loungemusik und direktem Blick auf die Kathedrale ist es aber allemal wert und zugleich eine gebührende Location für den Ausklang unseres Roadtrips. n

Karte Eine Reiseroute und alle Restaurants, Cafés und Hotels findet ihr auf Melas everplace Karte von ihrem Roadtrip durch Andalusien.

Essen Als Tourist lebt es sich in Andalusien derzeit sehr günstig. Wer auf das Hotelfrühstück verzichtet und bevorzugt wie die Einheimischen frühstückt, wird belohnt. Für knapp fünf Euro erhält man neben einem Kaffee auch noch einen frisch gepressten Orangensaft samt andalusischer Spezialität: ein getoastetes Brot, einerseits mit Olivenöl und Tomatenpüree, andererseits mit frisch aufgeschnittenem Serrano-Schinken. Lecker! Und auch beim Abendessen bewährt es sich, ganz auf die andalusische Tapas-Gewonheit zurückzugreifen. Schon drei bis vier Tapas-Gerichte ersetzen ein ordentliches Abendessen und reichen vollkommen aus. So probiert man sich nicht nur einmal quer durch die Karte, sondern isst zu zweit inklusive Wein und Wasser gut und gerne mal für günstige 20 Euro zu Abend.

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ÂťMadrid CentroÂŤ by David Hurt sister-mag.de


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48h in Madrid

SZENESTADT, TAPASPARADIES UND SCHUHHIMMEL TEXT: ELISA VON HOF FOTOS: CHRISTINE DAVIS u.a.

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06.30Uhr, 12 Stunden bis zum Abflug

06.30 Uhr, 2 Stunden bis zum Abflug

Beim Kofferpacken für euren Kurztrip nach Madrid fragt ihr euch bestimmt, welche Schuhe, welches Kleid, was für eine Tasche ihr in euer Handgepäck quetschen sollt. Puuuh, echt schwer! Aber in Madrid herrscht mediterranes Klima – also könnt ihr den Pulli ab April im Kleiderschrank lassen. Die High Heels übrigens auch. In Madrids Gassen erwartet euch hauptsächlich Kopfsteinpflaster – Stolpergefahr! Stattdessen packt ihr besser ein paar bequeme Turnschuhe, Ballerinas oder ein paar Sandalen ein. Madrid lädt nämlich trotz des Pflasters zum Flanieren ein und den Bus könnt ihr fürs Sightseeing (meistens) links liegen lassen.

Gähn! So früh schon auf dem Weg zum Flughafen. Falls ihr noch keine Sonnencreme eingesteckt habt – schnell noch organisieren! Es wäre zu schade, wenn Euch beim Entspannen auf der Plaza die Sonne die Haut versengt.

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08.30 Uhr, Abflug Wenn die Düsen des Fliegers endlich starten und ihr langsam im Sitz nach hinten gedrückt werdet – freut euch, es geht los! Ihr habt zwei wunderbare Tage in einer der schönsten Städte Südeuropas vor euch.

10.30 Uhr, Landeanflug auf Madrid Zwei Stunden Flug überstanden, ein Nickerchen gehalten? Hoffentlich seid ihr ausgeschlafen! ihr fragt euch schon, wo es den leckersten Sangria gibt? Welche Plaza die lauschigste ist? Ob es einen Ort zum Entspannen gibt? Ja, Madrid bietet das alles. Kommt einfach mit.

Pssst: Falls ihr am Flughafen noch Zeit habt, dann kauft doch ein kleines Spanisch-Lexikon. Oft sind die Speisekarten in den kleinen Tapasbars ausschließlich Spanisch, was gerade Vegetarier vor eine Herausforderung stellt.


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10.45 Uhr, Raus aus dem Flieger – rein ins Getümmel ! Wenn ihr vom Flughafen in die Innenstadt fahren möchtet könnt ihr die U-Bahn nehmen – aber aufgepasst! – es gibt einen kleinen Flughafenaufschlag, den ihr am Ticketautomaten auf euer Ticket aufladen könnt.

11 Uhr, in der U-Bahn zur Unterkunft

uf a e g u A in e r e m im t rf e Pssst: W llen o v s d ri d a M f u A . n e h c s eure Ta s a G n re e le n e d in h c u Plätzen und a . e b ie d n e h c s a T le ie v n e h sen schleic

Madrid ist eine sehr grü ne Stadt mit vielen kleinen Großstadto asen in abgelegenen Innenhöfen. Ein Blick abseits der großen Straßen lohnt sich immer.

Sobald ihr euer Gepäck in eurem Hostel oder AirBnB Apartment (es gibt wirklich wunderschöne Ferienwohnungen mit Designer-Einrichtung und Kuschelbett!) abgelegt habt, könnt ihr losziehen.

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e »the s s a rr te h c a D e in e t a h l Pssst: Das ME Hote is drei B . rt h fü g n a g in E r te ra a roof«, auf die ein sep r Stadt e d rn e h c ä D n e d r e b ü r ie Uhr nachts könnt ihr h ell erh ie d f u a k c li b s u A n e d Cocktails trinken und leuchtete City genießen.

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»Madrid. Roofs. Spain« von Tomás Fano

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11.45 Uhr, Strassenbummel durch das Literatenviertel Barrio de las Letras Das Altstadtviertel Huertas gilt als Madrids Dichterviertel. Hier flanierten einst die großen Literaten der Iberischen Halbinsel wie der »Don Quijote de la Mancha«-Autor Miguel de Cervantes. Ihr Geist scheint das Viertel noch heute zu beflügeln, wie ihr an den Straßen- und Tavernennamen sehen werdet.

sind auch abends ein guter Anlaufpunkt, um in den altertümlichen Tavernen ein spanisches Bier oder den berühmten Sangria zu trinken, so wie im Café Central, der Jazzinstitution Madrids! Wenn euch abends der Sinn nach Live-Musik steht, dann ist das Café Central die Adresse, um spanischen Jazz zu hören.

Auf der Hauptstraße des Viertels, die Calle de las Huertas, sind Dichterzitate in den Boden gelassen – also schaut unbedingt auch mal unter eure Füße. Die Seitengassen des Viertels

In Huertas könnt ihr dann weiter durch schattige Gassen bummeln, in kleinen Boutiquen stöbern oder euch ein kleines Mittagessen in einem der zahlreichen Restaurants gönnen.

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Dafür bietet sich die Calle de León wunderbar an: Hier könnt ihr hippe Shops wie das Ropa & Floristeria mit seinen pink gestrichenen Fenstern entdecken. Dort gibt es neben Vintage-Kleidung ausgefallenen Schmuck und frische Schnittblumen. Es duftet herrlich! Seid ihr zurück auf der Calle de ­Huertas, könnt ihr auf die Plaza ­de Santa Ana abbiegen, einer der schönsten Plätze dieses Viertels. Unter großen Sonnenschirmen und vor der beeindruckenden Kulisse des ME Hotels könnt ihr bis spät in die Nacht spanisches Flair genießen. 394

14.00 Uhr, Royales Sight Seeing Nach dem kleinen Bummel durch die Gassen von Huertas könnt ihr euch jetzt in die touristischen Teile Madrids wagen, die ihr bei einem Besuch unbedingt gesehen haben solltet: der Plaza Mayor und der Palacio Real. Der Plaza Mayor ist, wie der Name schon sagt, Madrids größter Platz. Er wurde im 17. Jahrhundert gebaut und wirkt noch heute, 400 Jahre später, mit seinen pompösen Fassaden wirklich majestätisch. Hier ist der Ort, an dem sich früher ganz Madrid traf. Zum Stierkampf, zur Heiligsprechung oder auch für Hinrichtungen. Und noch heute ist der

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Plaza Mayor der Ort für Stadtfeste und Open-Air-Konzerte in Madrid. Von hier könnt ihr bequem durch die Altstadtgassen, die oft noch aus dem Mittelalter stammen, zum Königspalast, dem Palacio Real, flanieren. Lauft ihr durch die schöne ­Calle de Arenal, begegnet euch direkt vor dem Schloss die königliche Oper, das Teatro Real. Das klassizistische Gebäudes wurde 1831 von Königin Isabel II in Auftrag gegeben. Schaut ihr euch die granitgraue Fassade genau an, bemerkt ihr bestimmt die kleinen musizierenden Engel, die über den Fenstern zu schweben scheinen.


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Pssst: Von Oktob er bis Juni könnt ihr jeden Mittwoch v on 12 bis 14 Uhr die Wachablösung d er königlichen G arden vor dem Pala st sehen.

395 Foto: Christine Davis – Studio CD

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Aber nicht nur von außen ist die Oper eine Pracht, auch der Hauptsaal mit seinen rund 1700 Plätzen und prunkvollen Logen ist einen Blick wert.

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Umrundet ihr die Oper, dann steht ihr schon direkt vor dem königlichen Schloss. Es stammt aus dem Jahr 1764 von dem spanischen Architekten Ventura Rodríguez und beeindruckt mit der ca. 500 Meter langen und breiten Fassade aus Granit und Kalkstein. Und nein, König Felipe und Königin Letizia wohnen nicht hier, sondern außerhalb der Stadt. Der Palacio Real ist nur der repräsentative Wohnsitz des spanischen Monarchen und heute vor allem Museum. Habt

Foto: Christine Davis – Studio CD

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Ihr Lust, einen Blick in das Schloss zu werfen? Bis 18 Uhr kostet der Eintritt zehn Euro – aber ab 18 Uhr ist die Besichtigung für EU-Bürger kostenlos. Wenn ihr die monarchischen Prachtbauten gern noch mehr bestaunen mögt, könnt ihr auch die königliche Kathedrale rechts neben dem Schloss besichtigen. Die Catedral de Santa María la Real de la Almudena ist allerdings nicht zeitgleich mit dem Nachbarpalast entstanden, sondern wurde 1993 eingeweiht. Genug von Touristenströmen und Geschichtskeule? Gut! Denn jetzt gibt’s Entspannung pur!


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Lago Estanqu

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»Madrid« von Greenwich Photography

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16.30 Uhr, Füsse hoch in Madrids Stadtpark el Retiro Habt ihr auch einen kleinen Nachmittagshänger? In dem wunderschönen Stadtpark Madrids, dem Parque del Retiro, könnt ihr mal abschalten und die ersten Eindrücke eurer Reise Revue passieren lassen. Was einst der Garten für die spanischen Monarchen war, ist heute die größte Parkanlage Madrids. Zentrum des Parks ist der See Estanque, auf dem ihr ein kleines Ruderboot mieten könnt. Aber auch abseits der Rasenflächen um den See und in den kleinen Cafés am Rand könnt ihr den Alltagsstress in dem

Parkarsenal, das größer als 130 Fußballfelder ist, hinter Euch lassen. Habt ihr euch eine kleine Auszeit genommen, könnt ihr südlich des Sees den Palacio de Cristal aus dem 19. Jahrhundert ansteuern. Zwischen alten Bäumen und kleinen Tümpeln entdeckt ihr den Glaspalast, der mit seinen im Sonnenlicht glitzernden Fassaden wirklich ein Highlight des Parks ist. Drinnen erwarten euch wechselnde kleine Ausstellungen und ein kleiner Tempel aus bunten Schals.

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Pssst: Madrilene n sind sehr komm unikativ und total offen, auch wenn nicht alle ein gutes Englisch s prechen. Traut eu ch ruhig mit Händen und Füßen nach dem Weg zu fragen.

19.00 Uhr, Aperitif Mercado de san Miguel

im

Nach zwei Stunden Ruhe und Entspannung im Grünen könnt ihr euch jetzt in den spanischen Abend stürzen. Bevor es zum Tavernenbummel

geht,

könnt ihr einen der kulinarischen Hotspots Madrids besuchen, den Mercado de San Miguel in der Altstadt. In der schönen Markthalle aus dem beginnenden 20. Jahrhundert bieten zahlreiche Tapas- und Delikatessenhändler

kleine

Probierhäppchen an. Hier trefft ihr auch viele Madrilenen, die mit Freunden und Arbeitskollegen mit einem Glas frischen Sangria auf den Feierabend anstoßen. Ob gefüllte Oliven in allen Variationen, Meeresfrüchte,

traditionelle

Paella oder ein Glas spanischen Rioja, hier bekommt ihr alle Spezereien der Hauptstadt. Der Markt Foto: Christine Davis – Studio CD

ist ein echtes Fest für die Sinne.

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20.00 Uhr, Cena auf der Plaza del Conde de Barajas Wenn ihr euren Magen auf dem Mercado ein bisschen vorgewärmt habt, könnt ihr euch zurück in den Trubel der Altstadtgassen begeben. Habt ihr großen Hunger und mögt nicht in den vollen Gassen zwischen den Touristenströmen der Altstadt sitzen, könnt ihr, nur einen Steinwurf vom Mercado entfernt, auf der lauschigen Plaza

Conde de Barajas, euer cena bestellen. Hier erwartet euch ein entspanntes Ambiente und zum Beispiel das nette Restaurant D' Fábula. Dem mittleren Preissegment zugeordnet, gibt es hier traditionelle, spanische Tapas in modernen Variationen – auch vegetarisch.

Elisa von Hof

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22.30 Uhr, Nachtleben in der Altstadt Schon müde vom Sightseeing? Den Appetit auf einen Wein bekommt ihr schnell, wenn ihr von der Plaza Conde de Barajas südlich zu den Gassen Calle Cava Baja und Calle Cava Alta schlendert. Hier erwarten euch viele Restaurants und Bars im traditionellen spanischen Stil und mit rustikalem Ambiente. Folgt ihr einer der beiden Parallelstraßen, gelangt ihr zur Plaza Puerta de Moros. Hier trifft sich Jung und Alt zum Vorglü-

hen, bevor es zur Disko geht. Wenn ihr es etwas entspannter mögt und den Abend ruhig ausklingen lassen wollt, könnt ihr noch eine Ecke weiter gehen, zur Iglesia de San Andrés. Auf der Plaza vor der Kirche kann man unter Laubbäumen sitzen und leckeren spanischen Wein zu moderaten Preisen trinken und vielleicht den nächsten Tag in Madrid planen? Buenas noches!

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10.00 Uhr, Kleines Frühstück mit groSSem Ausblick

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Buenos días! Ihr habt euch schon an den spanischen Lebensrhythmus gewöhnt und etwas länger geschlafen? Fantastisch! Habt ihr Lust, mit einem Cappuccino in den zweiten Tag eurer Reise zu starten? Aber ihr wollt die Zeit nutzen und noch etwas von Madrid sehen? Dann könnt ihr zum Círculo de Bellas Artes, dem Madrider Prachtbau gegenüber der großen Shoppingmeile Gran Vía, aufbrechen. Der Verein der schönen Künste bietet nicht nur wechselnde Ausstellungen, Filmvorführungen, Lesungen und Theateraufführungen, sondern eine der schönsten Dachterrassen Madrids. Der Eintritt zur Terrasse kostet vier Euro – aber der Ausblick ist es wert. Hier oben könnt ihr auf den weißen Liegesofas ein kleines Frühstück genießen und die Flanier- und Prachtmeile Gran Vía bestaunen.

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»Gran Vía« von Eric Titcombe

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11.30 Uhr, Auf zum Shoppingparadies 12.30 Uhr, vom Szeneviertel in den SchuhGran Vía himmel

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Ihr habt genug von den Dächern Madrids und wollt euch wieder ins Gewimmel stürzen? Dann könnt ihr von hier bequem die Gran Vía hinauf schlendern. Wie ihr von oben schon sehen konntet, hält die Gran Vía, was sie verspricht: In Anlehnung an die Pariser Champs-Élysées reihen sich hier die spanischen Vorzeigebauten des vergangenen Jahrhunderts aneinander – und das zieht Menschen an. Allein 13.000 Menschen der 3,1 Millionen Einwohner Madrids arbeiten in den Geschäften, Hotels und Restaurants am Boulevard. Fallen euch beim Bummeln die vielen Art Decò Elemente der Häuser auf? Tatsächlich stand beim Bau der Gran Vía von 1910–1917 die Pariser Architektur der Belle Époque Vorbild. Lauft ihr weiter gen Norden, werdet ihr bestimmt entdecken, dass sich die französischen Anklänge bald verlieren. Als der nördliche Teil der Straße in den 50er Jahren fertiggestellt wurde, waren es es nicht mehr französische, sondern nordamerikanische Stilelemente, die von den Architekten aufgegriffen wurden.

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Wenn ihr ein bisschen durch die Geschäfte der Gran Vía gebummelt seid, könnt ihr an der Metro Station der Straße weiter richtig Norden abzweigen, denn hier beginnt das Szeneviertel Chueca. Eine wirklich tolle Adresse fürs Shoppen in kleineren Boutiquen und hippen Szeneläden ist die Calle Fuencarral. Habt ihr ein wenig Zeit in den Geschäften verbracht, könnt ihr in die Calle Augusto Figueroa abbiegen: das Schuhparadies! In dieser kleinen Straße, die ins Herz des Viertels führt, werden eure kühnsten Schuhträume wahr. Silberne Sandalen? Plateau-Turnschuhe? Pailletten-Espandrilles? In den Schuhgeschäften der Calle Augusto Figueroa werdet ihr bestimmt fündig.

Pssst: Restaurants könnt ihr euch auch immer nach dem Tagesgericht (menú del día) erkundigen – oft gibt es schon für 10-12 Euro ein kleines 2-Gänge Menü mit passendem Wein. Sehr lecker! chäfte es G d un n te et K en oß gr ie D : st ss P . et fn öf ge gs ta nn so ch au n be ha d in Madri


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iertel -V In as d s al t il g a ec u h C t: s s s P ts und n ra u ta es R en n er od m ie D s. d ri ad M r urfü f ef Tr en ze S er d d n si és af C en in kle banes Publikum.

14.30 Uhr, spätes Mittagessen auf der Plaza de Chueca Wenn ihr vom Shoppen Hunger bekommen habt, dann ist die Plaza de Chueca mit zahlreichen Restaurants ein guter Anlaufpunkt für etwas Entspannung und ein gutes Essen. Direkt neben dem Schuhparadies gelegen, könnt ihr hier unter großen Sonnenschirmen einen Wein trinken und Tapas kosten. Besonders empfeh-

lenswert ist Tortilla Española (auch tortilla de patatas), ein Omelett mit Kartoffelstückchen. Mit einem leckeren Salat, ein paar gesalzenen Paprikaschoten und Kartoffelchips, die zu jedem Glas Wein und Sangria serviert werden, habt ihr ein typisch spanisches Mittagessen.

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16.00 Uhr, im Bus den grünen Prachtbou- 17.30 Uhr, Bummel durchs Multikulti-Vierlevard Paseo del Prado entlang tel oder moderne Kunst Wenn ihr euch auf der Plaza zurückgelehnt und euch vom Shopping gestärkt habt, könnt ihr zurück zu Gran Vía schlendern. Vielleicht mit einem helado in der Waffel? An der Plaza de Chueca gibt es eine tolle Eisbar, bei der ihr ausgefallene Eissorten aus handgemachter Manufaktur kosten könnt.

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Die Gran Vía mündet südlich in den großen Kreisel Plaza de la Cibeles, an dem ihr die Repräsentanzen der Banco de España und des Centro Cultural sehen könnt. Hier bietet es sich für euch an, einen Bus der Linie 27 zu nehmen. Der Bus fährt die imposante Stadtachse Paseo del Prado nördlich bis zum Estadio Santiago Bernabéu ab, dem Stadion von Réal Madrid. Südlich könnt ihr mit dem Bus bis ins Multikulti-Viertel Madrids, nach Lavapiés fahren.

s a d ls a te u e h t il g s ié p va a L Pssst: Das Viertel den s u a t e d il b e g , e m a N in e S . s d Kreuzberg Madri , e ß ü F = s ie p d n u n e h c s a w h Wörtern lavarse = sic bten. le r e lt la te it M im r ie h ie d , n e erinnert an Jud »Paseo del Prado« von Tony Hisgett

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Wenn ihr mit dem Bus 27 Richtung Süden gefahren seid, könnt ihr an der Plaza Emperador Carlos V aussteigen. Von hier gelangt Ihr bequem zu Fuß ins Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, dem Zentrum für moderne Kunst aus dem letzten Jahrhundert. Oder ihr untenehmt einen Bummel durch die bunten Gassen von Lavapiés. In Lavapiés ist es vor allem die ­Calle de Argumosa, in deren internationalen Restaurants und Bars ihr einen Aperitif nehmen könnt.


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19.30 Uhr, Abendessen auf der Plaza Pla- 22.00 Uhr, Für einen Absacker Zurück tería Martinez nach Huertas Wenn ihr genug vom lauten, geschäftigen Treiben in Lavapiés habt, könnt ihr auf dem Paseo del Prado wieder Richtung Norden spazieren. Vielleicht schmerzen euch auch ein bisschen die Füße und die Schuh-Tüten aus Chueca werden schwer? Den zweiten Tag euer Reise lasst ihr dann entspannt in einem der typisch spanischen Restaurants auf der Plaza Platería Martinez am Paseo ausklingen. Hier könnt ihr, neben einem plätschernden Springbrunnen sitzend, leckere Tapas und Tagesgerichte zu fairen Preisen bestellen.

Seid ihr satt geworden und habt euch ein wenig vom Tag erholt? Dann biegt doch von der Plaza Platería Martinez in die Calle Huertas ein. Sie führt auf dem direktem Wege zur Plaza Santa Ana, die ihr gestern schon besichtigt habt. Wenn ihr Lust auf einen Mojito oder ein letztes Glas Wein habt, dann werdet ihr in einer der vielen Bars auf eurem Weg ins Zentrum sicher fündig. Buenas noches!

el Paseo del Prado

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Foto: Christine Davis – Studio CD


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08.00 Uhr, Adiós, Madrid ! Zwei Tage Madrid sind leider so schnell vorbei! Hoffentlich hattet ihr Spaß und eine entspannte Zeit. Habt ihr euch entschlossen, noch etwas länger zu bleiben oder bald wiederzukommen? Das wäre schön! Es gibt viele wunderbare Dinge, die ihr hier noch entdecken könnt. Dazu zählen zum Beispiel der populäre Sonntags-Flohmarkt el Rastro, das berühmteste spanische Museum, Museo Nacional del Prado und die Haute Couture Meile Calle de Serrano im Norden. Also kommt bald wieder und fliegt heil nach Hause!

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SEKTION

#sommergesund Gemeinsam mit sechs Partnern aus dem Gesundheitsbereich gab es für 24 Blogger aus Deutschland verschiedene Workshops und eine kleine Minimesse. Um auch euch an den Informationen und Aktionen des Tages teilhaben zu lassen, haben wir auf den folgenden Seiten Bilder und Downloads zusammengestellt. Egal ob ihr an schönen Beinen, gesunden Nägeln oder schmerzfreiem Rücken interessiert seid: Einer unserer Partner wird ein Mittel dagegen haben! Dazwischen lest ihr zudem, was unsere Gäste – Bloggerinnen aus den verschiedensten Bereichen – zum Event gesagt haben. Wir bedanken uns noch einmal bei allen Beteiligten für den unermüdlichen Einsatz – von 6 Uhr morgens bis 24 Uhr nachts – und bei den Gästen für ihre positive Energie, die den Tag zu einem richtigen Erfolg machten!

DIE PARTNER

Endlich ist der Sommer auch in Berlin angekommen. Beim sisterMAG werden die ­ Röcke kürzer (wir ha­ ben bisher noch keine Büroregelung für die Kürze der Röcke :)) und die Fenster stehen den ganzen Tag offen. Andere Frauenzeitschriften veröffentlichen nun Diäten und allerlei Tipps für die richtige Bräune. Auch wir haben für euch Tipps und Tricks zusammengetragen. Jedoch taten wir uns mit einigen professionellen Experten aus dem Gesundheitsbereich zusammen: Den Anfang des Sommers feierte das sisterMAG gemeinsam mit der PRund Media-Agentur MWO in Berlin mit einem Event der besonderen Art: #sommergesund war der Name.

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NÄHRSTOFF CHECK Verla prüft: Ist meine Versorgung mit Magnesium & Zink ausreichend?

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Magnesium ist wichtig! Diesen essenziellen Nährstoff müssen wir dem Körper zuführen, denn der Organismus kann ihn nicht selbst herstellen. Daher sollten wir täglich genügend Magnesium – eine Menge von 300–400 mg – zu uns nehmen. Ohne Magnesium »läuft praktisch nichts«, denn der Mineralstoff ist unverzichtbar für die Bereitstellung von Energie im Körper. Magnesium ist darüber hinaus zum Aufbau von Knochen und Zähnen erforderlich und stabilisiert die Körperzellen. Wir brauchen es, um Eiweiße im Körper aufzubauen.

Der Mineralstoff ist zudem notwendig für die Bildung der Erbanlagen und für die Freisetzung und Wirkung von Hormonen und Botenstoffen im Körper sowie den Elektrolythaushalt. Führen wir nicht genügend Magnesium zu, leidet der Körper an Magnesiummangel, der sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen kann. Dazu zählen Muskelkrämpfe und Verspannungen, Tics – kurze und unwillkürliche Muskelzuckungen – aber auch Nervosität, Unruhe, Kopf- und Bauchschmerzen und mitunter sogar depressiven Verstimmungen und Herzrhythmusstörungen.

magnesium.de Leide ich unter Mangelerscheinungen? Einfach unseren #sommergesund-Test für Magnesium oder Zink herunterladen und heraus­finden! sister-mag.de


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Die Magnesium-Bar

Zink ist wichtig! Auch hier gilt: Als essen­ zielles Spurenelement ist Zink in allen Körperzellen, Geweben und Organen enthalten. Als Bestandteil von Enzymen (sog. Biokatalysatoren) und anderen Eiweißstoffen ist Zink eine grundlegende Voraussetzung für eine Vielzahl lebens­wichtiger Körperfunktionen. Fleisch ist ein guter Zinklieferant, weshalb gerade Vegetarier und Veganer auf eine gute Zinkversorgung achten müssen. Zink ist das Spurenelement für gesunde und schöne Haut, Haare und Nägel und für ein starkes Immunsystem!

Verla bietet verschiedene ­Präparate an, z. B. die – einfach in Wasser aufgelöst – köstlich schmecken. An der #sommergesund Magnesium-Bar konnte man nicht nur die vielfältigen Produkte von Verla testen (z.B. Magnesium Verla® 300 uno Apfel oder Orange und Magnesium Verla® plus mit Grape­fruitgeschmack zum Trinken und ­vieles mehr), sondern auch vergleichen, wie viele Gurken oder Äpfel man für die täglich nötige Menge Magnesium zu sich nehmen müsste (8 Gurken oder 38 Äpfel oder 244 g dunkle Schokolade!)

Die Zink-Stationen Um auf die besondere Wirkung auf Haut, Haare und Nägel hinzuweisen, gab es an der Verla Zink-Station ein kleines Beauty-Treatment für die Gäste: eine Nailbar und zwei Stylistinnen, die sich um Haare und Haut kümmerten.

Ausgabe 19 | Juni 2015

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Schöne Nägel mit

ESSIE

Alex & Thea von sisterMAG

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Die sisterMAG M채dels (v.l.n.r): Patricia, Sandra, Ira, Luisa, Thea, Laura & Toni

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Ausgabe 19 | Juni 2015


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Mit Galderma gegen Hellen Hautkrebs

EINE STATION FÜR DIE HAUTGESUNDHEIT

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Mit etwa 200.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist der Helle Hautkrebs die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Gerade für Menschen, die nicht nur in ihrer Freizeit sondern auch beruflich an der frischen Luft tätig sind, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko, an Hellem Hautkrebs zu erkranken. Seit Januar 2015 ist der Helle Hautkrebs als Berufskrankheit anerkannt und so rücken auch die Themen Arbeitsschutz und Prävention verstärkt in den Fokus. Am besten beugt ein medizinischer UV-Schutz mit Lichtschutzfaktor 50+ vor. Galderma bietet in diesem Bereich die Actinica® Lotion an. Diese wehrt UVAund UVB-Strahlen gleichermaßen ab und bietet optimal Schutz vor Sonnenschäden, die zu Hellem Hautkrebs führen können. Da das Risiko an Hellem Hautkrebs zu erkranken allgemein unterschätzt wird, hat die Galderma Laboratorium GmbH die Aufklärungskampagne »Action! 1 Minute für Hautgesundheit – Gemeinsam gegen Hellen Hautkrebs!« ins Leben gerufen. Ziel ist es, Informationen über Hellen Hautkrebs zu vermitteln, die Öffentlichkeit auf das Risiko der Krankheit aufmerksam zu machen und zu täglichem Schutz vor UV-Strahlung anzuregen. Betroffene und Risikogruppen sollen des Weiteren zum Besuch beim Hautarzt angeregt werden.

action-gegen-hellen-hautkrebs.de sister-mag.de

Die Galderma Station Die Gäste und Blogger konnten mit einem UV-Fotografen erleben, wie groß der Unterschied zwischen geschützter und ungeschützter Haut wirklich ist. Die Stellen eingecremter Haut erschienen auf dem projizierten Bild als schwarze – und damit geschützte – Stellen.


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Bei Kreussler steht die Beingesundheit im Fokus

BEINE IM BLICK Bestimmt habt ihr auch schon häufig am Abend müde, schwere und geschwollene Beine gehabt. Ursache kann eine gestörte Funktion der Beinvenen sein, die meist vererbt ist und im höheren Lebensalter vermehrt auftritt. Aber auch überwiegend stehende oder sitzende Tätigkeiten, Übergewicht und falsches Schuhwerk tragen dazu bei, dass die normale Venenfunktion behindert wird – es bilden sich Krampfadern und Besenreiser (das sind kleine Krampfadern). Die Sklerotherapie ist eine ausgereifte, hochwirksame und komplikationsarme Methode zur Behandlung aller Formen und Größen von Krampfadern. Dabei wird die Vene mit einem sogenannten Sklerosierungs­mittel behandelt. Die Vene verschließt sich dadurch und wird vom Körper nach und nach in normales Binde­gewebe umgewandelt und dann abgebaut. Die erkrankte Vene bleibt dann dauerhaft verschwunden.

besenreiser-krampfaderfrei.de

Mit dem Venen-Check könnt ihr herausfinden, ob ihr ein erhöhtes Risiko habt, an Krampfadern zu erkranken. Eine Expertin von Kreussler stand für alle Fragen über Besenreiser und Krampfadern zur Verfügung. Die Gäste konnten sich ein DIY-Peeling für schöne Beine selbst herstellen und nach Hause mitnehmen. Wenn ihr ebenfalls hauseigene Peelings aus Kokosöl & Zucker anfertigen wollt, könnt ihr hier das Rezept herunterladen!

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Keynote und Faszien-Yoga mit

AMIENA ZYLLA

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Amiena Zylla kann bereits auf 20 Jahre Erfahrung als Yoga­lehrerin, Pilatestrainerin, Sport-und Bewegungspädagogin und Tänzerin zurückblicken. Sie unterrichtet nicht nur in ihrem eigenen Studio "Amiena's Werkstatt" in München, sondern steht auch regelmäßig für den Youtube-Kanal »Happy And Fit« vor der Kamera. Amiena ist Autorin mehrerer Bücher und hat unser #Sommergesund-Event mit einer wunderbaren Yoga-Session bereichert.

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Das Berliner StartUp wurde von Nancy und Cindy Bachmann gegründet. Die beiden Schwestern lebten in Los Angeles, als der Juicing-Trend begann. Begeistert von den frischen kaltgepressten Säften wollten sie diesen Trend auch nach Berlin bringen und gründeten »L.A. Cold Press« . Die Säfte werden täglich kalt gepresst und ausschließlich aus Bio-Zutaten hergestellt. Das Angebot variiert je nach Saison. Auf unserem ­#sommergesund-Event haben wir unter an­ derem den »Cooling Cayenne« probiert: Ananas, Gurke und Cayennepfeffer. Erfrischend und belebend!

Kaltgepresste Säfte von

LA COLDPRESS

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Mit dem Enzym der Ananas gegen Schwellungen

WEIL DAS LEBEN ECKEN UND K ANTEN HAT Egal ob Zerrung, Verstauchung oder Prellung, ob im Haushalt, auf dem Sportplatz oder unterwegs: Bromelain-POS® wirkt bei akuten Schwellungen und sorgt für die schnelle Regeneration. Blutergüsse werden rascher abgebaut und die Heilung beschleunigt. Der rein pflanzliche Wirkstoff Bromelain wird aus dem Stamm der Ananas-Pflanze gewonnen und setzt sich aus eiweiß­spaltenden Enzymen zusammen. Auf den Zusatz von Enzymen tierischen Ursprungs wird bewusst verzichtet. Als laktose-, farbstoff- und glutenfreie Tablette ist Bromelain-POS® sehr gut verträglich und wirkt direkt am Ort der Schwellung. Hier geht es zum Bromelain-POS® Pflichttext

bromelain-pos.de

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Der Ecken & Kanten Parcours Wie häufig stößt man sich im Alltag an einem Regal, dem Tisch oder zieht sich eine Sportverletzung zu? Unser kleiner Parcours aus ­Palmen endete mit der Ananas-Selfie-Station, denn bei Bromelain-POS® wirkt das Enzym aus dem Stamm der ­Ananas abschwellend und schmerz­ lindernd.

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Schmerztherapie ohne Medikamente

FÜR EINEN STARKEN RÜCKEN Wir alle sitzen viel am Schreibtisch und die eine oder andere klagt bestimmt über Rückenschmerzen. Viele greifen als erstes zu einem Schmerzmittel, aber wünschen sich Alternativen, mit denen sie auf Medikamente verzichten können. Eine der bekanntesten alternativen Methoden in der Schmerztherapie ist die Behandlung mit TENS. Sie ist klinisch anerkannt und wird seit über 30 Jahren zur Schmerzlinderung eingesetzt.

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TENS macht sich natürliche Vorgänge im Körper zu Nutze: ­Unsere Sinnes-, Nerven- und Muskelzellen kommunizieren über elektrische Impulse miteinander. Schmerztherapiegeräte auf Basis der TENS-Technologie stimulieren Die Galderma die schmerzenden Muskeln auf dieselbe Art und WeiStation se. Dabei werden körpereigene Schmerzlinderungsmechanismen aktiviert, Verspannungen gelöst und die OMRON Schreibtisch Durchblutung gefördert. Die Anwendung ist sehr ein- Was die TENS-Techfach und sicher: Die Pads, die mit dem Gerät verbunden nologie durch elektrisind, werden neben der schmerzenden Stelle aufgesche Impulse schafft, klebt. Das Gerät sendet dann leichte elektrische Sigbot die Masseurin Manale über die Elektroden in den Pads. Dadurch wird die ria von Schaltup am Weiterleitung der Schmerzinformationen blockiert und Stand von OMRON. Zwidie Freisetzung von Endorphinen ausgelöst. Das Gute schen Workshops und ist, man braucht keine Medikamente und man kann die ­Gesprächen konnte man abwaschbaren Pads bis zu 150 mal wiederverwenden. sich hier eine ViertelThea hat es am eigenen Arbeitstisch gleich mal stunde niederlassen ausprobiert und obwohl präzise Layouts wähund mit entspanntem rend der Behandlung eher schwieriger Rücken wieder aufstesind (Muskelzuckungen :)), war sie vom hen! schmerzfreien Ergebnis positiv überrascht.

sister-mag.de


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Verhütung

NICHT JEDEN TAG DARAN DENKEN MÜSSEN An schöne Erlebnisse erinnert sich jeder gerne, aber manche Dinge möchte man einfach aus dem Kopf haben: lästige Pflichten, eine nervige Person oder auch die tägliche Einnahme der P ­ ille. Am Stand von MSD SHARP & DOHME GMBH wurde passend dazu die Website

ausdemKopf.de vorgestellt: Hier können Nutzerinnen sich im persönlichen Selfie auf die Stirn schreiben, was sie gerne aus dem Kopf hätten. Einfach Foto hochladen, individuelle „aus dem Kopf“-Botschaft auf die Stirn „tätowieren“ und das Motiv ausdrucken oder verschicken. Aus dem Kopf streichen können Nutzerinnen der Website auch die Suche nach hormonellen Verhütungsmethoden, an die nicht täglich gedacht werden muss: ausdemKopf.de bietet Infos zu entsprechenden Methoden, die nur einmal im Monat oder seltener angewandt werden. Die Auswahl reicht vom wöchentlich zu wechselnden Verhütungspflaster über den monatlich anzuwendenden Verhütungsring und die drei Monate wirkende Verhütungsspritze bis hin zum Verhütungsstäbchen und der Hormonspirale, deren Wirkung mehrere Jahre anhält.

ausdemKopf.de

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#sommergesund auf Instagram

Wer war da?

GĂ„STELISTE 424

Name

Blog

Stephanie

What do you fancy whatdoyoufancy.de

Stefanie

Steffis Welt der Wunder steffis-welt-der-wunder.de

Beate

Test-Schnupperfee test-schnupperfee.de

Stefanie

HealthyHappySteffi healthyhappysteffi.com

Flora

rothaariges rothaariges.blogspot.de

Vanessa

Midnight Couture midnightcouture.de

Alice Nadin sister-mag.de

Designed by Alice designedbyalice.co.uk EiswĂźrfel im Schuh eiswuerfelimschuh.wordpress.com

Beitrag zum Event


SEKTION

Name

Blog

Mandy

Sole Satisfaction solesatisfactionblog.com She Likes shelikes.de Elfenkindberlin elfenkindberlin.de Mennepen mandykoster.blogspot.de

Stephanie

Stephanie Levy stephanielevy.com

Sarah

eat blog love eatbloglove.de

Dana

Danane danalungmuss.blogspot.de

Daniela

Danielas Foodblog danielas-foodblog.de

Anna

Berlinmittemom berlinmittemom.com

Sarit

In Love With Life inlovewithlife.de

Sabrina

LovelyLink lovelylink.de

Svenja & Elina

Glowbus glowbus.de

Claudetta

Do it but do it now doitbutdoitnow.blogspot.de

Imke

LauxHaus lauxhaus.blogspot.de

Katrin

Das Leben ist schรถn das-leben-ist-schoen.net

Melanie

Beautype beautype.blogspot.de

Kate Marie Rebecca Lina

Beitrag zum Event

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MEHR BILDER


Vorschau Vorschau August

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erscheint im Juli www.dearsouvenir.com

Fäden & Gewebe Gemeinsam mit Fashion Bloggern besuchen wir verschiedene Manufakturen, die sich mit Seidenstoffen, Stoffblumen oder dem Plissieren von Stoffen auskennen

Für das COP-Team geht es gleich nahtlos weiter mit Ausgabe 2 vom Pflegemagazin "Lebenlang" und dem Launch eines neuen Magazins "Dearsouvenir" im Juli. Ende August gibt es dann die neue sisterMAG Ausgabe zum Thema "Fäden und Gewebe", wo wir uns ganz ausführlich dem textilen Handwerk widmen möchten.

Handtaschen und Co. – Wir sprechen mit verschiedenen Herstellern von Taschen und Koffern

WENN IHR EINE IDEE FÜR UNS HABT ODER ZUM SISTERMAG BEITRAGEN WOLLT, SCHREIBT UNS EINFACH EINE NACHRICHT AN MAIL@SISTER-MAG.COM


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IMPRESSUM SISTERMAG – JOURNAL FÜR DIE DIGITALE DAME w w w. s i st e r - m a g . co m eMail Twitter Facebook

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Chefredakteurin

Theresa Neubauer

Fashion Director

Eva-Maria Neubauer

Chef vom Dienst

Sandra Rothfeld

Redakteure (Text) 

Marta A. Abbott, Laura Glabbatz, Lukas Grenzlehner, Liv Hambrett, Ira Häussler, Elisa von Hof, Kreetta Järvenpää, Mick N., Thea Neubauer, Luisa Sancelean, Alex Sutter, Rabea Tanneberger Redakteure (Food)  Stefanie Wilhelm, Simone Hawlisch, Uwe Spitzmüller, Anne Philipp, Deniz Ficicioglu, Rachel Roddy Redakteure (Photo)  Marco di Filippo, Sivan Askayo, Ashley Ludäscher, Zoe Noble, Christine Davis, Diana Patient, Cristopher Santos, Lorena Vilanova Redakteure (Video)  Marco di Filippo, Trine Skauen, Lucas Milhomem Design & Illustration Tina Bergs, Putri Febriana, Thea Neubauer, Helena Melikov, Mathilde Schliebe, Ana Rey Übersetzung & Korrektur Katrin Greyer, Maria Foh, Katherine Riedel, Ira Häussler, Tanja Timmer, Alexander Kords, Stefanie Kießling, Amie McCracken, Anna Schmalfuß, Claire Cunningham Styling Tina Fischbach, Antonio Talia, Stefano Polci, Francesca Prizzon, Trine Skauen, Evi Neubauer, Anette Wetzel-Grolle Produktion Laura Glabbatz, Sandra Rothfeld, Antonia Sutter, Tina Bergs, Luisa Sancelean sisterMAG erscheint alle zwei Monate in der Carry-On Publishing GmbH, Gustav-Meyer-Allee 25, 13355 Berlin, Deutschland. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Die Carry-On Publishing GmbH übernimmt keinerlei Garantie und Haftung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Alle Angaben sind ohne Gewähr. Geschäftsführung Sales Marketing

Antonia Sutter, Theresa Neubauer, Alex Sutter Alex Sutter (Sales Dir.) Antonia Sutter (Marketing Dir.), Luisa Sancelean

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sisterMAG Ausgabe 19  

Die Sommerausgabe 2015 ist voller Inspirationen mit mediterranem Flair.

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