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G E SCHÄF TS B E R ICHT DE R S I N N E R SCH RADE R AKTI E NG E S E LLSCHAF T 200 1/2002

interactivate your business


K U R SVE R LAU F DE R S I N N E RSCH RADE RAKTI E

160 % 140 % 120 % 100 % N E M A X A L L- S H A R E

80 %

SI N N E R SCH RADE R 60 % 40 %

HAN DE LSVOLU M E N I N TS D. €

400 350 300 250 200 150 100 50 0

09/01 10/01 11/01 12/01 01/02 02/02 03/02 04/02 05/02 06/02 07/02 08/02

K E N N ZAH LE N DE S S I N N E RSCH RADE RKON Z E R N E S

01.09.2001 31.08.2002

01.09.2000 31.08.2001

01.09.2000 31.08.2001 1)

Umsatz Bruttoergebnis EBITDA EBITA

in T in T in T in T

14.544 2.954 - 3.608 - 4.284

17.395 4.692 - 215 - 631

19.866 5.546 468 7

Jahresfehlbetrag

in T

- 17.901

- 2.452

- 3.480

darin enthalten: kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

in T

- 14.703

in  in T Stck.

- 1,55 11.533

- 0,23 10.735

- 0,30 11.543

in T

- 328

609

880

221

222

239

Jahresfehlbetrag je Aktie Aktien im Umlauf 2) Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit Mitarbeiter – Ø teilzeitnormiert

Liquide Mittel und Wertpapiere Eigenkapital Bilanzsumme Mitarbeiter – Endstand

in T in T in T

1) Pro-forma unter Konsolidierung der Netmatic ab 01.09.2000 2) Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (verwässert)

31.08.2002

31.08.2001

27.465 30.985 35.026 205

29.283 43.610 53.337 259


F I NAN Z KALE N DE R 2002/2003

hauptversammlung 19. Dezember 2002 quartalsabschluss September–November 2002 15. Januar 2003 quartalsabschluss Dezember 2002–Februar 2003 15. April 2003 quartalsabschluss März–Mai 2003 15. Juli 2003 jahresabschluss 2002/2003 November 2003

IMPRESSUM

herausgeber SinnerSchrader Aktiengesellschaft, Hamburg konzept und gestaltung MUTABOR, Hamburg fotos Simone Scardovelli druck Hartung, Hamburg


22.08.2002

SinnerSchrader relauncht für Der Club Bertelsmann den Onlineshop.

14.08.2002

Die Hamburger Hochbahn beauftragt SinnerSchrader mit der Konzeption und dem Design einer neuen Unternehmensdarstellung im Internet.

24.06.2002

maxblue und SinnerSchrader werden beim Worldmediafestival 2002 mit dem Intermedia-Globe in Silber ausgezeichnet.

18.06.2002

SinnerSchrader realisiert Shops-imShop-Angebote und ersten Onlineshop mit durchgängig sichtbarem Bestellstatus für Tchibo.

13.06.2002

Mit Web Mining etabliert SinnerSchrader neue Analysemethoden zur gezielten Steigerung der Profitabilität im eBusiness.

06.06.2002

SinnerSchrader gewinnt den Internetetat von Yello Strom.

01.06.2002

Für den Onlineauftritt der Deutschen Bank 24 entwickelt SinnerSchrader einen neuen Marktinformationsbereich.

28.05.2002

SinnerSchrader schließt mit dem Content-Management-Anbieter Coremedia eine Vertriebsallianz.

23.05.2002

SinnerSchrader relauncht für Gruner+Jahr den Internetauftritt des europaweit auflagenstärksten Kunstmagazins art.

21.05.2002

Der Onlineshop von O2 wird von SinnerSchrader im Design der neuen europäischen Marke relauncht.

22.04.2002

SinnerSchrader entwickelt eBusiness-System für Talkline, das den Bearbeitungsaufwand von Onlinebestellungen halbiert.

17. 0 4 . 2 0 0 2

SinnerSchrader unter den Top Ten im New Media Services Ranking 2002

28.02.2002

Der „People Award“ bei den New Media Awards 2002 geht an SinnerSchrader.

15.01.2002

Das Anlegerportal maxblue startet mithilfe von SinnerSchrader auf dem italienischen Finanzmarkt.

23.01.2002

maxblue gewinnt den Corporate Media Award 2002.

3 0.11.200 1

Intel und SinnerSchrader eröffnen gemeinsames eBusiness-Solution-Lab.

23.11.200 1

SinnerSchrader bindet den Onlineshop discount24 an das Call-Center des OTTO Versand an.

0 9.11.200 1

Für Saturn entwickelt SinnerSchrader erstes europäisches eBusinessProjekt auf Basis der IBM-Software „Websphere Commerce Suite“.

04.09.2001

Der Baur Versand gibt bei SinnerSchrader ein neues Webdesign und verschiedene Onlinemarketing-Kampagnen in Auftrag.


M I S S I O N STATE M E NT

Wir arbeiten f端r den Erfolg unserer Kunden. Wir unterst端tzen sie, ihre Beziehungen zu Konsumenten, Partnern und Mitarbeitern besser und effizienter zu managen als jemals zuvor.

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4


I N HALTSVE R Z E I C H N I S

6 10 13

Brief an die Aktionäre Die SinnerSchrader-Aktie Corporate Governance

KON Z E R N LAG E B E R ICHT 14 14 16 27 28 30

I Allgemein II Markt- und Wettbewerbsumfeld III Entwicklung und Lage des Konzernes IV Entwicklung und Lage der AG V Risiken VI Ausblick

KON Z E R NAB SCH LUS S DE R S I N N E R SCH RADE R AG 32 33 34 36 37 65

Konzern-Bilanz Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung Konzern-Kapitalflussrechnung Konzernanhang Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

JAH R E SAB SCH LUS S DE R S I N N E R SCH RADE R AG 68 70 71 79 80

Bilanz AG Gewinn- und Verlustrechnung AG Anhang AG Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des Aufsichtsrates

ORGAN E 82

Vorstand und Aufsichtsrat der SinnerSchrader AG

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V O R S TA N D

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Thomas Dyckhoff, Matthias Schrader, Detlef Wichmann (v. l. n. r.)


B R I E F AN D I E AKTI O NÄR E

sehr geehrte aktionäre, 2001/2002 war ein schwieriges Geschäftsjahr für SinnerSchrader. Unsere Ziele, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht zu steigern und das operative Ergebnis wieder deutlich über die Nulllinie zu bringen, haben wir klar verfehlt. Warum? >

Wir hatten nicht erwartet, dass die Nachfrage für Informationstechnologie- und Internetdienstleistungen nach einem Jahr ohne Wachstum wie 2001 auch im Jahr 2002 rückläufig sein würde. Gerade Banken und Finanzdienstleister, die Medienwirtschaft und der Handel haben ihre IT-/Internetbudgets aufgrund eigenen Kostendruckes deutlich gekürzt. Nachdem es im zweiten Quartal unseres Geschäftsjahres zu Stornierungen bzw. Budgetkürzungen großer Projekte kam, haben wir damit begonnen, die Kapazität durch Personalmaßnahmen anzupassen. Diese werden erst im Geschäftsjahr 2002/2003 ihre volle Kostenwirkung erzielen.

>

Umfang und Breite unserer Vertriebsaktivitäten waren angesichts der erhöhten Wettbewerbsintensität noch zu gering, um in ausreichendem Maß Neugeschäft zu gewinnen. Darüber hinaus vollzieht sich die nötige Konsolidierung auf der Anbieterseite nur sehr langsam. Hierdurch standen die am Markt erzielbaren Preise im gesamten Geschäftsjahr unter Druck.

>

Die Weitervermietung bzw. Rückgabe der im Rahmen der Konsolidierung unserer Bürosituation in Hamburg aufgegebenen Büroflächen verursachte aufgrund des schlechten Konjunkturumfeldes für gewerbliche Immobilien über unseren Planansätzen liegende hohe Kosten. Wir haben zudem die Standorte in London, Rotterdam und Denver im Geschäftsjahr 2001/2002 aufgegeben. Hierdurch sind weitere Einmalkosten entstanden.

>

Die Akquisition der Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH hat die Erwartungen nicht erfüllt. Durch den nachhaltigen Einbruch der Marktbewertung für Unternehmen unserer Branche hat die im Vorjahr erfolgte Akquisition erheblichen außerordentlichen Abschreibungsbedarf ausgelöst. SinnerSchrader hat einen Umsatz von 14,5 Mio. , ein EBITA von - 4,3 Mio.  und einen Jahresfehlbetrag nach außerordentlicher Abschreibung des Firmenwertes aus der Netmatic-Akquisition von - 17,9 Mio.  erzielt. Im Ergebnis sind unsere Geschäftszahlen 2001/2002 enttäuschend. Sie zeigen allerdings nicht, dass wir durch die im Verlauf des Geschäftsjahres getroffenen Maßnahmen in allen Bereichen Fortschritte erreicht haben, die uns eine Rückkehr zur Profitabilität auch bei weiter schwierigen Marktbedingungen ermöglichen:

>

So haben wir die durchschnittliche Personalkapazität von 247 Vollzeitmitarbeitern im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 um fast 30 % auf rd. 175 Mitarbeiter für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres gesenkt. Zusammen mit den weiteren einmaligen Restrukturierungsmaßnahmen zur Aufgabe der Büroflächen und der Einstellung des operativen Geschäftes in den ausländischen Tochtergesellschaften haben wir die Kostenbasis von SinnerSchrader um mehr als 3,5 Mio.  gesenkt.

>

Durch die außerordentliche Abschreibung der immateriellen Vermögenswerte und des Firmenwertes aus der Netmatic-Akquisition werden in Zukunft aus der Akquisition keine wesentlichen Belastungen mehr entstehen.

7


B R I E F AN D I E AKTI O NÄR E

>

Ausschließlich im Bereich des Vertriebes haben wir Personal aufgebaut. Ein Team von vier Mitarbeitern kümmert sich seit Beginn des neuen Geschäftsjahres um die Neukundengewinnung.

>

Wir haben die Anwendungsbetreuung und das Web Mining in unser Dienstleistungsportfolio aufgenommen. Mit diesen Dienstleistungen werden wir unseren Kunden in der Betriebsphase ihrer Internetanwendungen eine höhere Nutzungseffizienz bieten können. Die Anwendungsbetreuung gewährleistet den Betrieb eines Systems 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche. Web Mining analysiert die von Internetanwendungen generierten Daten im Hinblick auf das Nutzerverhalten. Durch beide Angebote intensivieren wir die Beziehungen zu unseren Bestandskunden. Sie bieten zudem hervorragende Ansatzpunkte für neue Kundenbeziehungen. Beide Angebote sind von Bestands- und Neukunden gut aufgenommen worden.

>

Im Projektgeschäft ist es uns in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres gelungen, neue Geschäftsbeziehungen mit potenzialträchtigen Kunden zu etablieren. Hierbei sind insbesondere DaimlerChrysler, T-Online, TUI und Yello Strom zu nennen. Darüber hinaus wurden wir mit der Mitarbeit an der Internetkomponente eines der großen Infrastrukturprojekte in Deutschland beauftragt. Erfreulicherweise konnten wir mit diesen Neukunden das Spektrum der von uns bedienten Branchen erweitern.

>

Die Anpassung und Verbesserung der operativen Strukturen steht vor dem Hintergrund einer weiterhin soliden Finanzstruktur von SinnerSchrader. Am Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 stand dem Unternehmen noch eine Liquiditätsreserve von 27,5 Mio.  zur Verfügung. Dank eines guten Working-Capital-Managements und der Qualität unserer Kundenbasis, aufgrund derer wir im Geschäftsjahr keine Forderungsausfälle hinnehmen mussten, konnten wir den Cashverbrauch im Geschäftsjahr auf 1,8 Mio.  begrenzen. SinnerSchrader ist auch weiterhin ohne Bankschulden, und die Bilanz zum 31. August 2002 weist eine Eigenkapitalquote von knapp 89 % aus. Damit sind, nach den schlechten Zahlen der aktuellen Berichtsperiode, einige wesentliche Voraussetzungen für einen erneuten Erfolg in den kommenden Jahren gelegt. Es wird aber vor allem darauf ankommen, wie sich SinnerSchrader angesichts der Veränderungen im Markt für IT- und Internetdienstleistungen positioniert. Das Internet als Plattform interaktiver Systeme ist in den letzten Jahren zum Standard geworden; ebenso sind es viele der Technologien, mit denen die Systeme aufgebaut und implementiert werden. Mit dem Fortschreiten dieses Trends ist die Wettbewerbslandschaft breiter und unübersichtlicher geworden. Umso entscheidender ist es, das eigene Profil klar herauszuarbeiten. SinnerSchrader gehört zu einer kleinen Anzahl von Anbietern in Deutschland, die es verstehen, leistungsfähige und hochverfügbare IT-Systeme mit funktionalen und attraktiven Nutzerschnittstellen zu verbinden. Es ist unser Anspruch, digitale Prozesse auf Basis der Bedürfnisse der späteren Anwender zu konzipieren. Schließlich ist der entscheidende Erfolgsfaktor innovativer Dienste die Akzeptanz bei der Zielgruppe. Viele IT-Projekte sind in der Vergangenheit daran gescheitert, dass bei der Entwicklung der neuen Prozesse die Nutzerperspektive außer Acht gelassen wurde. Die Gestaltung attraktiver Benutzeroberflächen und funktionaler Abläufe sind kritische Projekte, die die Wirtschaftlichkeit eines Gesamtsystems maßgeblich beeinflussen. Häufig

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B R I E F AN D I E AKTI O NÄR E

ist es gerade dieser Teil der Systementwicklung, der über Erfolg oder Misserfolg der gesamten Investition entscheidet. Diese Erfahrung haben viele Unternehmen gemacht, die trotz hoher Budgets und aufwendiger Technologien erfolglose und dadurch äußerst kostspielige Internetprojekte unterhielten. Aus zahlreichen Kundengesprächen wissen wir daher, wie sehr die Industrie an kundengerechten Systemen interessiert ist. Unsere Leistung ist es, die Nutzererwartungen und Prozessaufgaben zusammenzuführen. Nur dann kann ein gutes Gesamtergebnis entstehen, dessen Investitionen sich rechnen. Hier liegt das Arbeitsfeld von SinnerSchrader in den kommenden Jahren. Mit unseren Kernkompetenzen und der Erfahrung aus vielen erfolgreichen Projekten, mit renommierten Kunden und einem erkennbaren Vorsprung gegenüber vielen Wettbewerbern verfügen wir über eine hervorragende Ausgangslage. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Projekte unseren Kunden nachhaltige Werte schaffen. Mit dem Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 hat sich Oliver Sinner aus der Vorstandsarbeit bei SinnerSchrader zurückgezogen. Oliver Sinner hat das Unternehmen mitgegründet und aufgebaut. Seine Arbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass SinnerSchrader ein Dienstleister ist, der auch nach dem Ende des Internetbooms über hohe Reputation und solide Finanzstrukturen verfügt. Oliver Sinner hat für sich keine ausreichenden Möglichkeiten gesehen, dem Unternehmen die notwendigen Impulse für eine erfolgreiche Weiterentwicklung zu geben. Nach sechs Jahren Firmenzugehörigkeit hat er die Konsequenzen gezogen und seinen Vorstandsvertrag nicht verlängert. Wir sind uns bewusst, dass das begonnene Geschäftsjahr äußerst schwierig wird. Im Umfeld eines größeren gesamtwirtschaftlichen Anpassungsbedarfes – gerade in Deutschland – befindet sich auch die IT- und Internetdienstleistungsbranche in einem grundsätzlichen Wandel. „Die fetten Jahre sind vorbei“, lautet der Tenor, nicht nur bei uns. Die Branche muss sich die Frage nach vernünftigen und angemessenen Preis-Leistungs-Relationen stellen. Investitionen in Informations- und Internettechnologie werden auch im kommenden Jahr keine Priorität in den Unternehmen haben. Die notwendigen Anpassungen werden in der nahen Zukunft den Markt noch spürbar belasten und die Wettbewerbsintensität unvermindert hoch halten. SinnerSchrader hat im letzten Geschäftsjahr in diesem Anpassungsprozess wichtige Schritte durchgeführt. Wir haben die internen Strukturen verschlankt und den Vertrieb gestärkt. Trotz der Enttäuschungen und Verunsicherungen des Jahres verfügen wir über eine engagierte Mitarbeiterschaft. Auch in Zeiten des Personalabbaus ist es uns gelungen, die wesentlichen Werte unserer Arbeit zu bewahren – fachliche Expertise und persönliches Engagement. Das Ergebnis sind Kunden, die unsere Leistung und unsere Leistungsbereitschaft unverändert hoch einschätzen. Für das Geschäftsjahr 2002/2003 rechnen wir nicht mit einem Wachstum im Umsatz. Dennoch ist es unser Ziel, SinnerSchrader operativ wieder in die Gewinnzone zu führen.

Hamburg, im November 2002 D E R V O R S TA N D

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D I E S I N N E RS C H RAD E R-AKTI E

DI E AKTI E 514 190 Im Verlauf des Geschäftsjahres 2001/2002 von September 2001 bis August 2002 erlebten die bereits geschwächten nationalen und internationalen Aktienmärkte erhebliche Einbußen. Weltweite Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung, die zahlreichen Skandale um erfundene Umsätze und geschönte Bilanzen haben weltweit das Vertrauen von Anlegern nachhaltig erschüttert. So verzeichnete der Dow-Jones-Index in dem Zeitraum einen Rückgang um gut 16 %, der Nikkei-Index ging von seinem ohnehin schon niedrigen Niveau noch einmal um nahezu 10 % zurück und der DAX büßte sogar knapp 30 % ein. Noch stärker waren die Rückschläge an den internationalen Technologiebörsen – der NASDAQ-Composite-Index fiel um 27 %, der NEMAX-All-Share um über 50 %. Dabei verliefen die ersten Monate des Geschäftsjahres trotz der kurzfristigen Einbrüche als Reaktion auf die Anschläge am 11. September 2001 insgesamt noch positiv. Lange hielt sich die Erwartung der Märkte, dass die Wirtschaft aus der Rezession in der zweiten Hälfte 2001 schnell in eine neue, wenn auch schwächere Wachstumsphase zurückkehren würde. Mit der Erkenntnis, dass der Konjunkturoptimismus verfrüht war, drehte der Trend an allen Börsen in den ersten Monaten 2002 wieder ins Negative. Die Entwicklung der SinnerSchrader-Aktie ist diesem Muster im Geschäftsjahr 2001/ 2002 im Wesentlichen gefolgt. Von einem Niveau von 2,80  stieg der Kurs bis auf über 4  und blieb dann eine Zeit lang auf dem Niveau zwischen 3  und 4 . Mit der Erkenntnis im März 2002, dass die Schwierigkeiten im Markt für IT- und Internetdienstleistungen nachhaltiger sind als erwartet, hat dann ein kontinuierlicher Rückgang des Kurses in Richtung auf den Schlusskurs zum 31. August 2002 von 1,30  eingesetzt. Damit spiegelt die Kursentwicklung auch die Geschäftsentwicklung von SinnerSchrader im Geschäftsjahr 2001/2002 wider: Nach einem noch zufrieden stellenden ersten Quartal konnte sich SinnerSchrader nicht von der Gesamtmarktentwicklung abkoppeln, blieb ab dem zweiten Quartal deutlich unter den Planungen und arbeitete aufgrund der unerwartet hohen Umsatzrückgänge operativ klar im Minus. Dennoch stellt ein Kurs von 1,30  im Hinblick auf die Substanzwerte von Sinner-Schrader eine Übertreibung im Negativen dar. Der Buchwert je Aktie zum 31. August 2002 liegt bei knapp 2,80 , der Wert der Liquiditätsreserve allein bei rd. 2,38 . So lag die Kursperformance für das Geschäftsjahr insgesamt bei rd. - 54 % und damit in etwa in der Größenordnung der Entwicklung des NEMAX-All-Share-Index. Der NEMAXInternet-Index entwickelt sich hingegen erheblich besser. Ursache hierfür ist vor allem die Entwicklung der T-Online-Aktie, die mit einem Anteil von 63,4 % ein Schwergewicht im NEMAX-Internet-Index darstellt und in dem schwierigen Börsenumfeld auf Basis erreichter Unternehmensziele eine gute Performance gezeigt hat. I N V E S TO R R E L AT I O N S

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Das Geschäftsjahr 2001/2002 war das schwierigste Jahr in der Unternehmensgeschichte von SinnerSchrader. Darüber hinaus war es ein schlechtes Jahr für die Aktienmärkte weltweit. Unser Ziel war es, in diesem negativen Umfeld die offene und ehrliche Informationsund Kommunikationspolitik der Vergangenheit fortzusetzen und uns angesichts der schlechten Nachrichten nicht zu verstecken, um die Transparenz über die Entwicklung von SinnerSchrader und so das Vertrauen in die Arbeit von SinnerSchrader sowohl bei Investoren als auch bei Analysten zu erhalten. Durch einen kontinuierlichen Gesprächskontakt mit der Fach- und Wirtschaftspresse haben wir darüber hinaus auch eine breitere Öffentlichkeit über die Entwicklung von SinnerSchrader informiert. Dadurch haben wir bei der Presse eine für unsere Unternehmensgröße gute Aufmerksamkeit erreicht.


D I E S I N N E RS C H RAD E R-AKTI E

K U R SVE R LAU F DE R S I N N E RSCH RADE R-AKTI E

N E MAX I NTE R N ET

160 % 140 % 120 % 100 %

N E M A X A L L- S H A R E

80 % 60 %

SI N N E R SCH RADE R

40 %

HAN DE LSVOLU M E N I N T€

400 350 300 250 200 150 100 50 0

0 9 /0 1 1 0 /0 1 11/ 01 12/ 01 01/ 02 02/ 02 03/ 02 04/ 02 05/ 02 06/ 02 07/ 02 08/ 02

K E N N ZAH LE N DE R S I N N E RSCH RADE R-AKTI E 2001/2002

Wertpapierkennnummer Symbol Börse Indizes Designated Sponsors Ausgegebene Aktien Emissionskurs zum Börsengang

514190 SZZ Frankfurter Wertpapierbörse (Neuer Markt) NEMAX-All-Share, NEMAX-Internet-Index Commerzbank AG, Berenberg Bank 11.542.764 12,00 

Geschäftsjahresschlusskurs (30.08.2002) Höchst- / Tiefstkurs Performance Ø-Handelsvolumen Marktkapitalisierung (30.08.2002)

1,3  4,8  / 0,95  - 53,6 % 11.822 Aktien pro Tag / 32.030  15 Mio. 

AKTIONÄRSSTR U KTU R AM 31.08.2002 F R E E F LO AT

33,1 %

4,8 %

6,8 % OLIVE R SI N N E R, M AT T H I AS S C H R A D E R U N D FA M I L I E N

43 %

12,3 %

G E LO C K T E R B E S I T Z D E R A LTG E S E L L S C H A F T E R V O N N E T M AT I C M I TA R B E I T E R VO N S I N N E R S C H R A D E R AU S PR E-I PO-B ETE I LIG U NG

S T R AT E G I S C H E R I N V E S TO R

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D I E S I N N E RS C H RAD E R-AKTI E

AKTIONÄRSSTR U KTU R

Die Aktionärsstruktur hat sich seit dem Börsengang im November 1999 nur unwesentlich verändert; die Veränderung ist im Wesentlichen auf die im Rahmen der Akquisition der Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH erfolgte Verwässerung zurückzuführen. Die Unternehmensgründer Oliver Sinner und Matthias Schrader halten mit 43 % weiterhin den größten Teil der Aktien. Auch nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand zum 31. August 2002 bleibt Oliver Sinner weiterhin der größte Einzelaktionär der SinnerSchrader Aktiengesellschaft. Die anderen Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter halten aus Pre-IPO-Beteiligungen weiter rd. 6,8 %. Die strategischen Investoren haben seit dem Börsengang die Anzahl ihrer Aktien nicht reduziert; ihr Anteil am Grundkapital betrug am 31. August 2002 rd. 12,3 %. Von den rd. 1,5 Millionen Aktien, die an die Altgesellschafter der Netmatic ausgegeben wurden, sind noch rd. ein Drittel mit Lock-up-Fristen bis Ende 2002 bzw. Ende 2003 belegt. Dies entspricht einem Anteil von rd. 4,8 % am Grundkapital. Der Free Float hat sich auf 33,1 % erhöht. Zum 31. August 2002 beträgt die Gesamtzahl der ausgegebenen Aktien 11.542.764 Stück. Aufgrund der deutlich unter dem Buchwert und dem Wert der Liquiditätsposition liegenden Marktbewertung hat SinnerSchrader von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien im Geschäftsjahr Gebrauch gemacht und bis zum 31. August 2002 86.227 Aktien am Markt zurückgekauft.

N E U E A K T I E N M A R K TS EG M E NTI E R U NG

Ende September hat die Deutsche Börse eine Zweiteilung des deutschen Aktienmarktes in einen „Prime Standard“ und einen „General Standard“ bekannt gegeben und damit das offizielle Ende des Neuen Marktes und des SMAX beschlossen. Wir begrüßen im Grundsatz diese Initiative der Börse. Dieser Schritt soll den Qualitätswerten des Neuen Marktes helfen, sich von dem durch zahlreiche Skandale entstandenen Negativimage des Neuen Marktes zu lösen. Während der General Standard mit geringeren Transparenzanforderungen für Emittenten mit eher nationaler Ausrichtung gedacht ist, soll der Prime Standard als Qualitätssegment mit den hohen, international üblichen Transparenzanforderungen den Gesellschaften den Zugang zu einem breiteren, internationalen Kapitalmarkt öffnen. Sobald die formalen Voraussetzungen seitens der Deutschen Börse geschaffen sind, wird SinnerSchrader die Aufnahme in das Qualitätssegment Prime Standard beantragen. Wir erfüllen bereits jetzt die bisher bekannten Zulassungsvoraussetzungen für die Aufnahme in den Prime Standard.

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C O R P O RATE G OVE R NAN C E

C O R P O R AT E G O V E R N A N C E Im Jahr 2002 wurde von einer eigens dafür eingesetzten Regierungskommission der Deutsche Corporate Governance Kodex verabschiedet, der Verhaltensstandards für eine verantwortungsvolle und auf Wertschöpfung ausgerichtete Unternehmensleitung und -überwachung, insbesondere für börsennotierte Unternehmen, empfiehlt. Das im Juli 2002 in Kraft getretene Transparenz- und Publizitätsgesetz schreibt jeder Aktiengesellschaft vor, einmal jährlich eine Erklärung darüber abzugeben, inwieweit den Empfehlungen des Corporate Governance Kodex gefolgt wird und ggf. warum diesem Kodex in einigen Punkten nicht gefolgt wird. Eine solche Erklärung ist erstmals bis zum 31. Dezember 2002 abzugeben. Vorstand und Aufsichtsrat der SinnerSchrader Aktiengesellschaft begrüßen und unterstützen das Ziel, das mit dem Corporate Governance Kodex verfolgt wird. Damit erfährt die verantwortungsvolle und am Unternehmenswohl ausgerichtete Arbeit der Organe von SinnerSchrader auch auf formaler Ebene eine Bestätigung. Als „Allheilmittel“ zur Erreichung guter Unternehmensführung sollte der Kodex aber nicht angesehen werden. Als eines der ersten Unternehmen in Deutschland nehmen wir bereits im vorliegenden Geschäftsbericht zu den Empfehlungen Stellung. Auf Basis von Satzung und Geschäftsordnung haben Vorstand und Aufsichtsrat von SinnerSchrader in den zurückliegenden Jahren den Empfehlungen des Kodex schon weitgehend entsprochen. In den ersten Wochen des Geschäftsjahres 2002/2003 haben wir die folgenden Maßnahmen ergriffen, um weitere Empfehlungen umzusetzen: AKTIONÄR E U N D HAU PT VE R SAM M LU NG

V O R S TA N D U N D A U F S I C H T S R AT

R ECH N U NG SLEG U NG

Unterlagen zur am 19. Dezember 2002 stattfindenden Hauptversammlung (u. a. Einladung, Tagesordnung und vom Gesetz verlangte Berichte und Unterlagen) werden auf unserer Internetseite www.sinnerschrader.com/de/company/investors/hauptversammlung/ veröffentlicht werden. SinnerSchrader wird für seine Aktionäre einen Vertreter für die weisungsgebundene Ausübung des Stimmrechtes bestellen. Für die Vorstandsmitglieder wurde mit Wirkung vom 01. November 2002 ein Selbstbehalt zur D&O-Versicherung in Höhe von 10.000  pro Person festgelegt. Für die Vorstandsmitglieder Thomas Dyckhoff (CFO) und Detlef Wichmann (COO) wurden ab dem Geschäftsjahr 2002/2003 eine variable Vergütungskomponente sowie ein Aktienoptionspaket zu Beginn der neuen Vorstandsbestellung als langfristige Anreizkomponente vereinbart. Aufgrund des hohen Beteiligungsanteiles von Herrn Schrader wurde bei ihm auf diese beiden Komponenten weiterhin verzichtet. Die Zwischenberichte werden wir zukünftig binnen 45 Tagen nach Ende der Berichtsperiode veröffentlichen. Aufgrund der Tatsache, dass der Aufsichtsrat nur aus drei Mitgliedern besteht und deren Vergütung satzungsgemäß gering bemessen ist, wird den Empfehlungen hinsichtlich der Bildung separater Ausschüsse, variabler Vergütungskomponente auch für den Aufsichtsrat sowie eines Selbstbehaltes für die D&O-Versicherung zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gefolgt. Im Übrigen befolgt die Gesellschaft die Empfehlungen des Corporate Governance Kodex.

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

Z U S A M M E N G E FA S S T E R L A G E B E R I C H T U N D K O N Z E R N LAG E B E R I C HT D E R S I N N E R S C H RAD E R AKTI E N G E S E LLS C HAFT

i. allgemein Der SinnerSchrader Konzern („SinnerSchrader“ oder „Konzern“) besteht im Wesentlichen aus der SinnerSchrader Aktiengesellschaft („SinnerSchrader AG“ oder „AG“) und ihrer 100%igen Tochtergesellschaft SinnerSchrader Deutschland GmbH („SinnerSchrader DTL“), beide mit Sitz in Hamburg und einem Büro in Frankfurt am Main. Die SinnerSchrader Deutschland GmbH ist im Geschäftsjahr 2001/2002 des Konzernes aus der Verschmelzung der bisherigen inländischen Tochtergesellschaften SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH, SinnerSchrader Interactive Software GmbH sowie der im Januar 2001 akquirierten SinnerSchrader Netmatic GmbH (vormals Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH, „Netmatic“) rückwirkend zum 01. Januar 2001 hervorgegangen. Darüber hinaus gehören noch die SinnerSchrader UK Limited, die SinnerSchrader Benelux BV sowie die Netmatic Inc. zur SinnerSchrader-Gruppe. Im Verlauf des Geschäftsjahres wurde der Aufbau des operativen Geschäftes in diesen ausländischen Tochtergesellschaften gestoppt und das operative Geschäft zumindest vorübergehend eingestellt. SinnerSchrader ist ein Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen für Konzeption, Design und Implementierung sowie dem Betrieb von internetbasierten Dialog- und Transaktionssystemen. Die SinnerSchrader AG nimmt die Aufgaben einer geschäftsführenden Holding war. Das Beratungs- und Dienstleistungsgeschäft wird von den Tochtergesellschaften betrieben. Die Berichterstattung über die Lage der SinnerSchrader AG erfolgt daher gemeinsam mit der für den Konzern. Sofern nicht ausdrücklich auf die AG hingewiesen wird, verstehen sich alle Ausführungen in Bezug auf den Konzern. Der Abschluss für den Konzern ist nach § 292a HGB mit befreiender Wirkung auf der Grundlage US-amerikanischer Rechnungslegungsprinzipien („US-GAAP“) aufgestellt. Der Einzelabschluss der AG folgt den deutschen Rechnungslegungsvorschriften. Das Geschäftsjahr 2001/2002 von Konzern und AG erstreckte sich vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002. In den Vergleichszeitraum des Vorjahres vom 01. September 2000 bis zum 31. August 2001 fiel die Akquisition der SinnerSchrader Netmatic GmbH. Die akquirierte Gesellschaft konnte allerdings erst ab dem 01. Januar 2001 und damit nur für 8 Monate in den Konzernabschluss einbezogen werden. Für eine bessere Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung der Gruppe wird daher im Folgenden über den Vergleich zum geprüften Vorjahresabschluss hinaus auch auf den Vergleich zu einem ungeprüften Pro-forma-Abschluss, dem die Annahme einer Erstkonsolidierung der Netmatic ab dem 01. September 2000 zugrunde liegt, eingegangen.

ii. markt- und wettbewerbsumfeld Der gesamte Geschäftsverlauf 2001/2002 stand im Zeichen der Fortsetzung der gesamtwirtschaftlichen Schwächephase, die Ende 2000 eingesetzt hatte und in Deutschland, dem Kernmarkt von SinnerSchrader, im zweiten Halbjahr 2001 zu einer rückläufigen Entwicklung des Bruttoninlandsproduktes führte. Für das gesamte Jahr 2001 lag das Wirtschaftswachstum am Ende bei rd. 0,6 %, einem der schwächsten Anstiege seit der deutschen Einheit. Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres von SinnerSchrader, dass es im Jahr 2002 schnell zu einer Wirtschaftsbelebung kommen würde, haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil, gegenwärtig sieht es danach aus, dass das Wirtschaftswachstum 2002 noch unter dem

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

des Vorjahres liegen wird. Deutschland gehört dabei auch weiterhin zu den Industrienationen mit der geringsten Wachstumsdynamik. Waren die Informations- und Kommunikationstechnologie in den zurückliegenden zehn Jahren von konjunkturellen Schwankungen im Wesentlichen nicht betroffen, so sind die gegenwärtigen Konjunkturschwierigkeiten auch gerade Ergebnis einer erheblichen Verlangsamung der Entwicklung in dieser Branche. Nach Jahren zweistelliger Wachstumsraten hat sich die Entwicklung der Ausgaben von Unternehmen für Informationstechnologie und -dienstleistungen im Jahr 2001 drastisch verlangsamt. Für das Jahr 2002 geht die Investmentbank Goldman Sachs in ihrer jüngsten Studie über die Entwicklung der ITBudgets europäischer Unternehmen von einer Reduzierung um mindestens 2 % gegenüber dem Vorjahr aus und sieht für das Jahr 2003 nochmals einen Rückgang um rd. 2 %. Zahlreiche Unternehmen haben auf der Suche nach Kosteneinsparpotenzialen besonders die in den zurückliegenden Jahren durch Reengineering-Projekte, den Jahr-2000-Wechsel, die Euro-Umstellung und das Internet kontinuierlich angewachsenen IT-Budgets gekürzt. Dass auch im Blick auf die Entwicklung der Informationstechnologiebranche der deutsche Markt derzeit besonders schwierig ist, zeigt eine Analyse des European Information Technology Observatory (EITO), wonach der Markt für Informations- und Kommunikationstechnologie in Deutschland im laufenden Jahr um 1,3 % schrumpft und sich diese im europäischen Vergleich unterdurchschnittliche Performance voraussichtlich im Jahr 2003 fortsetzen wird. Der drastische Umschwung traf die IT/Internet-Dienstleistungsbranche in Deutschland in einer Zeit, in der bis Mitte 2001 – orientiert an den für das Jahr ursprünglich angestrebten

M A R K T- U N D W ET TB EW E R B S U M F E LD

-1,3 %

D E U TS C H L A N D

0,7 %

1,6 % 3,8%

G R O S S B R I TA N N I E N

2,7% 4,0%

FRAN KR E ICH

3,6% 4,4%

S PA N I E N

1,1% 3,2%

W E S T E U R O PA

Quelle: EITO Update 2002

2002

2003

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

Wachstumszielen – Kapazitäten insgesamt noch ausgebaut wurden. Gerade in dem für SinnerSchrader relevanten Teilsegment, den IT-Dienstleistungen für internetbasierte Dialog- und Transaktionssysteme, nahm die Gesamtkapazität auch dadurch noch zu, dass die klassischen, etablierten IT-Dienstleister ihr Dienstleistungsangebot gezielt in dieses Segment hinein erweitert hatten. Die dadurch im Markt entstandene Überkapazität hat zu einer weiteren Intensivierung des Wettbewerbes und zur Fortsetzung des bereits im letzten Geschäftsjahr spürbaren Verfalles der am Markt erzielbaren Preise geführt. Trotz der im Jahr 2002 mittlerweile bei nahezu allen Marktteilnehmern eingeleiteten Kapazitätsanpassungsmaßnahmen und einiger Insolvenzen in der Industrie hat der Wettbewerbsdruck im Verlauf des Geschäftsjahres noch nicht nachgelassen, da für ein effektives Abschmelzen der Kapazität im Gesamtmarkt längere Zeiträume benötigt werden. Preisrückgänge bei gleichzeitiger Erhöhung der Kosten für Vertrieb und Kundenbindung haben in der gesamten Industrie die Margen erheblich verengt. Durch den Kostendruck, dem nahezu alle Kunden unterliegen, haben sich die Projektprioritäten noch einmal stärker von der Erschließung neuer Marktpotenziale in Richtung Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen verschoben. Nur solche Projekte erhielten Investitionsfreigaben, deren Rentabilität zu Beginn klar unterlegt werden kann. In diesem Zusammenhang wurden und werden auch Effizienz, Qualität und wirtschaftliche Stabilität der Dienstleister von den Kunden immer kritischer beurteilt. In dieser Hinsicht wurde und wird den größeren und etablierten Wettbewerbern eher das Vertrauen geschenkt und der Anspruch an die Leistungsfähigkeit kleinerer, spezialisierter Anbieter, wie SinnerSchrader, erhöht.

iii. entwicklung und lage des konzernes Das schwierige Markt- und Wettbewerbsumfeld im Geschäftsjahr 2001/2002 und die Tatsache, dass wir nach den Rückgängen im Jahr 2001 und einer stabilen Geschäftsentwicklung in unserem ersten Quartal bis Ende November 2001 nicht mit einer weiteren Verschlechterung der Situation im Jahr 2002 gerechnet hatten und daher erst zu Beginn des Jahres 2002 klare Kostenmaßnahmen einleiteten, haben dazu geführt, dass SinnerSchrader im vorliegenden Konzernabschluss deutliche Verluste ausweist. Die Umsatzrückgänge, die wir trotz verstärkter Vertriebsanstrengungen hinnehmen mussten, haben vollständig auf das operative Ergebnis durchgeschlagen, da die von uns ergriffenen Kostenmaßnahmen erst im neuen Geschäftsjahr ihre vollständige Wirkung zeigen werden. Darüber hinaus hat uns der Einbruch der Marktbewertungen für Unternehmen unserer Branche, der sich auch in der Entwicklung des Aktienkurses der SinnerSchrader-Aktie manifestiert, im Übergang zu neuen Bilanzierungsregeln nach US-GAAP dazu gezwungen, den Firmenwert aus der Akquisition der Netmatic im vorangegangenen Geschäftsjahr vollständig außerordentlich abzuschreiben. Trotz des erheblichen Verlustes hat sich die finanzielle Stabilität des SinnerSchraderKonzernes im Geschäftsjahr 2001/2002 kaum verändert. Die Liquiditätsreserven sind lediglich um 1,8 Mio.  zurückgegangen und waren zum Bilanzstichtag mit 27,5 Mio.  weiterhin sehr hoch. SinnerSchrader benötigt weiterhin keine Bankkredite und die Eigenkapitalquote von knapp 89 % zum 31. August 2002 dokumentiert die Qualität und Solidität der Bilanz. Durch die im Geschäftsjahr umgesetzten Kostenmaßnahmen, insbesondere die Reduzierung der Mitarbeiterkapazität, haben wir die Kostenbasis für das laufende Jahr um mehr als 3,5 Mio.  gesenkt.

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

U M S AT Z E NT W ICK LU NG

Mit 14,5 Mio.  lag der Bruttoumsatz des Geschäftsjahres 2001/2002 um 19 % unter dem Wert der Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres und um knapp 27 % unter dem Umsatz aus der Pro-forma-Rechnung. Dabei waren das Projektdienstleistungsgeschäft, das Kerngeschäft von SinnerSchrader, mit - 18 % (- 28 % ggü. Pro-forma-Basis) und das Mediadienstleistungsgeschäft mit - 32 % in erheblichem Umfang rückläufig, während der Umsatz aus sonstigen Dienstleistungen um knapp 50 % von einer allerdings niedrigen Basis gegenüber dem Vorjahr zunahm. Der Nettoumsatz, der sich aus dem Bruttoumsatz nach Abzug der an Kunden weitergereichten Kosten der Mediaplatzierungen ergibt, lag im abgelaufenen Geschäftsjahr bei 13,0 Mio. , ebenfalls ein Minus von 17 % gegenüber dem Vorjahr (- 26 % ggü. Pro-formaBasis). Die negative Entwicklung im Projektdienstleistungsgeschäft ist vor allem auf Budgetkürzungen bei unseren größten Bestandskunden, die wir in diesem Umfang nicht durch Neugeschäft kompensieren konnten, zurückzuführen. Unsere wesentlichen Bestandskunden gehören dem Banken-/Finanzdienstleistungssektor, der Medienbranche, der Telekommunikationsindustrie und dem Handel an. Gerade diese Branchen waren und sind von dem konjunkturellen Abschwung und dem Platzen der Spekulationsblase an den internationalen Börsen besonders stark betroffen. Die in den jeweiligen Unternehmen durchgeführten Kosteneinsparungs- und Restrukturierungsprogramme haben zur Stornierung oder Verschiebung ursprünglich geplanter Projekte zum Aufbau oder zur Weiterentwicklung internetbasierter IT-Lösungen geführt. Aber nicht nur der Rückgang der Anzahl der Projekte, sondern auch die weitere Verschärfung der Preissituation haben zu der negativen Umsatzentwicklung beigetragen. Die effektiv realisierten Tagessätze haben sich von dem bereits im letzten Geschäftsjahr erreichten niedrigen Stand im Durchschnitt noch einmal um rd. 10 % bis 15 % ermäßigt. Dass diese Entwicklungen erst zu Beginn des Jahres 2002 mit vollem Effekt einsetzten, zeigt der Quartalsvergleich der Projektdienstleistungsumsätze. Lag der Umsatz in diesem Bereich im ersten Quartal 2001/2002 noch auf dem Niveau des Vorquartals, so brach der Umsatz im zweiten Quartal des SinnerSchrader-Geschäftsjahres, in das der Jahreswechsel fällt, massiv ein. Verschiebungen von Projektentscheidungen und Projektstornierungen im Januar 2002 standen hinter diesem Einbruch. Durch die Insolvenz wesentlicher Teile der Kirchgruppe im Februar 2002, mit der wir im Vorjahr und in der ersten Hälfte des Berichtsjahres erhebliche Umsätze erzielt hatten, entfielen weitere geplante Projekte eines unserer größten Kunden für die zweite Geschäftsjahreshälfte, sodass die Projektdienstleistungen auch im dritten Quartal noch einmal rückläufig waren. Im vierten Quartal gelang es uns vor allem durch Projekte für neue Kunden, den Projektdienstleistungsumsatz wieder zu steigern. Trotz der erheblichen Rückgänge haben wir 80 % des Umsatzes im Projektdienstleistungsgeschäft mit unseren Bestandskunden abgewickelt. Dies zeigt einerseits, dass wir unsere Kunden mit unserer Lösungskompetenz und unserem Dienstleistungsverständnis immer wieder überzeugen können. Es zeigt andererseits aber auch, dass wir auf dem Weg zu einer Verbreiterung und Intensivierung der Vertriebsarbeit noch nicht weit genug vorangekommen sind. Erst in der zweiten Hälfte 2001/2002 gelang es uns wieder, signifikante und potentialträchtige Neukunden zu gewinnen, darunter DaimlerChrysler und T-Online, die zum Umsatz des Berichtsjahres noch nicht im vollen Umfang beitragen konnten.

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

Das Geschäft mit Dienstleistungen zur Planung und Umsetzung von Online-Mediakampagnen ging nach dem bereits im Vorjahr erlebten Rückgang im Berichtsjahr noch einmal deutlich zurück. Trotz innovativer und am Erfolg der jeweiligen Onlinekampagne ausgerichteter Transaktionsstrukturen, die SinnerSchrader mit Kunden erfolgreich umgesetzt hat, konnte ein noch gutes, von den Weihnachtskampagnen getragenes Umsatzniveau der ersten Geschäftsjahreshälfte in der zweiten Hälfte nicht gehalten werden. Auch hier blieb vor allem der Erfolg in der Neukundengewinnung aus. Erfreulich, wenngleich noch auf niedrigem Niveau, verlief das Geschäft mit den unter „Sonstige“ zusammengefassten Dienstleistungen. Dies sind vor allem Dienstleistungen im Systemmanagement laufender internetbasierter Systeme sowie zur Datenanalyse von Verkehrsdaten, die von Web-Anwendungen generiert werden, dem so genannten Web Mining. Analog zu unserem Mediadienstleistungsangebot beziehen sich die Systemmanagementund Web Mining-Leistungen auf in Betrieb befindliche internetbasierte Systeme. Wir haben im Vorjahr gerade in die Entwicklung solcher Dienstleistungsangebote investiert, da mit ihnen eine kontinuierliche Begleitung unserer Kunden über den Lebenszyklus einer internetbasierten Lösung und damit eine höhere Kundenbindung möglich wird. Darüber hinaus bieten diese Dienstleistungsangebote auch eine Möglichkeit zu einem alternativen Einstieg in eine Neukundenbeziehung. Die Verteilung des Bruttoumsatzes auf unsere branchenorientierten Solution Center zeigt, dass die Bereiche Communication & Technology und Travel & Transportation ihren Anteil am Gesamtumsatz steigern konnten, während der relative Anteil der drei anderen Bereiche rückläufig war. Nur im Bereich Communication & Technology konnten wir auch absolut eine Steigerung des Umsatzes gegenüber dem Vorjahr erzielen. Insgesamt hat sich damit in der Branchenstruktur des Umsatzes eine gleichmäßigere Verteilung und somit eine Verbreiterung der Umsatzbasis ergeben. In Bezug auf einzelne Kundenbeziehungen lag die Umsatzkonzentration in etwa auf dem Vorjahresniveau. Während der Umsatzanteil unseres größten Kunden von 34 % (bzw. 31 % ggü. Pro-forma-Basis) im Vorjahr auf 29 % im Geschäftsjahr 2001/2002 zurückging, haben sich die relativen Umsätze der nächstgrößeren Kunden jeweils leicht erhöht, sodass wir mit den sechs größten Kunden rd. 62 % des Umsatzes getätigt haben, eine Konzentration, die etwas über dem Vorjahr liegt. Dass sich die Kundenstruktur insgesamt deutlich verbessert hat, da das Geschäft mit Start-ups und Kunden der New Economy keinerlei Bedeutung mehr hat, zeigt sich unter anderem daran, dass im Geschäftsjahr 2001/2002 keine Forderungen ausgefallen sind oder im Wert zu berichtigen waren. Im zurückliegenden Jahr waren aus Wertberichtigungen auf Forderungen noch Belastungen in Höhe von rd. 1,1 Mio.  entstanden.

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

U M S AT Z E N T W I C K L U N G S E IT G R Ü N DU NG I N M IO. €

19,9 1)

S O N STI G E M E D I A D I E N S TL E I ST U N G E N

17,9

P R OJ E K T D I E N S TL E I ST U N G E N

14,5

14,7

5,0

1,8 0,7

1996/ 1997

1) pro-forma

U M S AT Z E N T W I C K L U N G P R O Q U A R TA L I N M IO. €

1997/ 1998

1999/ 2000

2000/ 2001

2001/ 2002

S O N STI G E M E D I A D I E N S TL E I ST U N G E N P R OJ E K T D I E N S TL E I ST U N G E N

0,1

0,2

0,4

0,7

4,1

4,0

Q4 2000/ 2001

U M S AT Z V E R T E I L U N G NACH SOLUTION CE NTE R N

1998/ 1999

FI NANCIAL SE RVICES

FS

R E TA I L & CONSUMER GOODS

RC

Q1 2001/ 2002

S ME

C O M M U N I CATO N & T E C H N O LO GY CT T R AV E L & T R A N S P O R TAT I O N TT

TT

0,1

0,2 0,8

0,1

0,1

2,8

0,4 2,4

2,8

Q2 2001/ 2002

Q3 2001/ 2002

Q4 2001/ 2002

3%

ME

9%

TT

5%

S

0,5 %

8%

6,5 %

CT

FS

17,5 % RC

25 %

39 %

FS CT

37,5 %

27 % RC

22 %

M E DIA & E N T E R TA I N M E N T ME S O N STI G E

S

2000/2001

2001/2002

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

E NT W ICK LU NG DE S B ETR I E BS E RG E B N I SS E S

Aufgrund des starken Umsatzrückganges und des dadurch ausgelösten Restrukturierungsbedarfes hat sich das Betriebsergebnis vor Berücksichtigung von Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte einschließlich des Firmenwertes aus der Netmatic-Akquisition – das EBITA – gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich um - 3,7 Mio.  auf einen Verlust von - 4,3 Mio.  verschlechtert. Der Rückgang gegenüber dem EBITA der Pro-formaRechnung des Vorjahres fällt noch einmal um - 0,6 Mio.  stärker aus. In der Summe der zurückliegenden Geschäftsjahre hat SinnerSchrader immer noch ein leicht positives EBITA erzielt. Die Höhe des Ergebnisrückganges macht allerdings die Belastungen deutlich, denen sich SinnerSchrader im Geschäftsjahr 2001/2002 ausgesetzt sah. Bereits im dritten Quartal des Vorjahres hatten wir den Kapazitätsausbau in Deutschland gestoppt und wenig später auch den Aufbau des Standortes in London beendet und konnten dadurch auf dem bereits deutlich unter dem Vorjahr liegenden Umsatzniveau des ersten Quartals des Berichtsjahres wie geplant ein fast ausgeglichenes EBITA erzielen. Der unerwartete Umsatzeinbruch ab dem zweiten Quartal zwang uns dann aber dazu, die Planung für das Geschäftsjahr erheblich nach unten zu korrigieren und Restrukturierungsmaßnahmen einzuleiten. belastungen aus restrukturierungsmassnahmen So haben wir ab Dezember in mehreren Schritten, auch durch Nichtersatz von Fluktuation und unter Anwendung von Kurzarbeit im vierten Quartal, die Mitarbeiterkapazität im Inland von durchschnittlich 243 Vollzeitmitarbeitern im ersten Quartal des Geschäftsjahres auf 182 Vollzeitmitarbeiter im vierten Quartal um gut 25 % verringert. Damit stieg der Nettoumsatz pro Vollzeitmitarbeiter nach einem Tief von 49,7 T im dritten Quartal wieder auf einen Wert von 64,5 T im vierten Quartal an. Dieser Wert reicht aber noch nicht aus, um SinnerSchrader sicher in die operative Profitabilität zurückzuführen. Da wir derzeit davon ausgehen, dass das Umsatzniveau in den kommenden Quartalen nicht wesentlich über dem des vierten Quartals liegen wird, haben wir zum Ende des Geschäftsjahres zulasten des Ergebnisses des Geschäftsjahres 2001/2002 weitere Personalmaßnahmen beschlossen, nach deren vollständiger Umsetzung die Anzahl der durchschnittlichen Vollzeitmitarbeiter ab dem zweiten Quartal des neuen Geschäftsjahres bei rd. 170 liegen wird. Die Kosten der Personalmaßnahmen als Bestandteil der Restrukturierungskosten haben das EBITA mit rd. 0,7 Mio.  belastet. Weitere 0,9 Mio.  Restrukturierungskosten musste SinnerSchrader im Rahmen der Konsolidierung seiner Büroräumlichkeiten in Hamburg und im Zusammenhang mit dem in London angemieteten Büro nach dem Beschluss des Rückzuges aus diesem Markt tragen. Die Weiter- bzw. Untervermietung der aufgegebenen Flächen hat sich angesichts der Auswirkung der Konjunkturentwicklung auf den gewerblichen Immobilienmarkt als erheblich problematischer herausgestellt als in den Planungen unterstellt. Mittlerweile konnten bis auf eine Teilfläche in Hamburg alle Flächen entweder neu vermietet oder vorzeitig zurückgegeben werden. Alle Belastungen aus den jeweiligen Transaktionen sowie eine Rückstellung für sämtliche Mietverpflichtungen für die noch nicht vermietete Teilfläche sind im Abschluss des Geschäftsjahres 2001/2002 berücksichtigt. Damit sind im Berichtsjahr rd. 1,6 Mio.  Restrukturierungskosten angefallen, durch die die zukünftige Kostenbasis von SinnerSchrader um über 3,5 Mio.  entlastet wird. Des Weiteren haben wir im Verlauf des Geschäftsjahres die operativen Tätigkeiten an den Standorten Rotterdam und Denver aufgegeben. Bis zur Einstellung der Finanzierung der Gesellschaften sind im Geschäftsjahr noch operative Verluste in Höhe von zusammen rd. 0,2 Mio.  entstanden, die in den Verwaltungskosten enthalten sind.

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

E B I TA - E N T W I C K L U N G S E IT G R Ü N DU NG I N M IO. €

3,4

1,5

< 0,1

1 9 9 6 /1 9 9 7

0,2

- 0,6

1 997/ 1998

1998/ 1999

1999/ 2000

0,0

1)

2000/ 2001

- 4,3

2001/ 2002

1) pro-forma E B I TA - E N T W I C K L U N G P R O Q U A R TA L I N M IO. €

0,2

Q4 2 0 0 0 /2 0 0 1

E B I TA - Ü B E R L E I T U N G 2000/2001 I N 2001/2002 I N M IO. €

E B I TA

- 0,1

- 1,7

- 1,3

- 1,2

Q1 2001/ 2002

Q2 2001/ 2002

Q3 2001/ 2002

Q4 2001/ 2002

N E T TO U M S AT Z

R E ST R U K T. KO ST E N

U M S AT Z KO ST E N

V + V 1) KO ST E N

F + E 2) KO ST E N

- 0,6

E B I TA

- 4,3

+ 0,9

-2,7

+0,1 - 0,5 - 1,5

2000/2001

2001/2002

1) Vertriebs- und Verwaltungskosten 2) Forschungs- und Entwicklungskosten

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

umsatzkosten leicht verbessert, mehraufwand vor allem im vertrieb Aufgrund der im Verlauf des Geschäftsjahres umgesetzten Kapazitätsanpassungen haben sich die Umsatzkosten absolut bereits um 0,9 Mio.  gegenüber dem Vorjahr verbessert. Damit konnte allerdings nur ein Teil des Rückganges im Nettoumsatz von 2,7 Mio.  kompensiert werden, sodass die Bruttomarge in Bezug auf den Nettoumsatz im Jahresvergleich von 30 % auf 23 % zurückging. Sowohl die im Jahresdurchschnitt verschlechterte Kapazitätsauslastung als auch der weitere Rückgang der effektiv realisierten Preise haben diesen Rückgang verursacht. Die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten haben sich in Summe gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio.  erhöht. Dies ist im Wesentlichen auf die in diesem Jahr erstmals separat ausgewiesenen Vertriebskosten zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2001/2002 rd. 1,3 Mio.  ausgemacht haben. Neben den Mehrkosten durch verstärkte Vertriebsanstrengungen auf der Ebene der branchenorientierten Solution Center, deren Leiter neben ihrer Managementfunktion auch Vertriebsaufgaben erfüllen, sind auch erstmals Kosten für die im Verlauf des Geschäftsjahres eingerichteten zentralen Vertriebsfunktionen enthalten. Dem gegenüber steht vor allem die Entlastung der Verwaltungskosten dadurch, dass im Verlauf des Geschäftsjahres keine Forderungsausfälle zu verzeichnen waren und zum Bilanzstichtag auch keine Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen vorgenommen werden mussten. forschungs- und entwicklungsanstrengungen aufrechterhalten Die Forschungs- und Entwicklungskosten des SinnerSchrader-Konzernes beliefen sich im Geschäftsjahr 2001/2002 auf insgesamt 0,2 Mio. , nach rd. 0,3 Mio.  im Vorjahr. Damit hat sich der prozentuale Anteil der Forschungs- und Entwicklungskosten am Nettoumsatz von 1,9 % (bzw. 1,6 ggü. Pro-forma-Basis) nur geringfügig auf 1,6 % reduziert. Schwerpunkte der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten waren die Betreuung und Weiterentwicklung der SinnerSchrader-eigenen Softwareframeworks, Objektbibliotheken und wieder verwendbaren Komponenten. Im November 2001 wurde von Intel Deutschland bei SinnerSchrader ein eBusiness-Solution-Lab zur Identifikation und Realisierung von Kosteneinsparpotenzialen und zur Durchführung entsprechender Performancetests im Bereich von Hardware und Infrastruktur aufgebaut, die einen Teil der Forschungsarbeiten ausmachen. Darüber hinaus haben wir Diplomarbeiten zu Application-Service-Provider-(ASP)-Modellen, zum Web Mining und aus dem Bereich der Softwareergonomie durchführen lassen. Angesichts des technologischen Anspruches von SinnerSchrader halten wir es für unumgänglich, auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten die Erarbeitung von technischer Kompetenz und Lösungsansätzen für das Projektgeschäft aufrechtzuerhalten. ausserordentliche belastungen aus der netmatic-akquisition Angesichts der rapiden Verschlechterung der Marktbedingungen haben sich die Erwartungen, die SinnerSchrader mit der Akquisition der Netmatic im vorangegangenen Geschäftsjahr verbunden hatte, nicht erfüllt. Die finanziellen Schwierigkeiten des größten und wichtigsten Kunden der Netmatic und die Abwanderung eines Mitarbeiterteams zusammen mit einer weiteren für die Akquisition entscheidenden Kundenbeziehung haben die aus der Akquisition realisierbaren Werte signifikant eingeschränkt. Die notwendigen Maßnahmen zur Kosteneinsparung haben zusätzlich den Integrationsprozess erschwert. Darüber hinaus machten neue Bilanzierungsregeln nach US-GAAP zur Behandlung erworbener Firmenwerte eine veränderte Betrachtung der Abschreibungsnotwendigkeiten erforderlich. In der Konsequenz haben wir die immateriellen Vermögensgegenstände aus der Akquisition der Netmatic, im Wesentlichen die Kundenliste, zum Bilanzstichtag des vorliegenden Abschlusses vollständig außerordentlich abgeschrieben. Die Tatsache, dass auch

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

Mitarbeiter aus der ehemaligen Netmatic von den Personalmaßnahmen betroffen waren, resultierte in einer beschleunigten Amortisation des Ausgleichspostens für die im Rahmen der Akquisition gewährte Mitarbeiterbeteiligung. Beide Effekte haben dazu geführt, dass das in der Gewinn- und Verlustrechnung nach US-GAAP ausgewiesene Betriebsergebnis mit rd. - 1,1 Mio.  belastet wurde, eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um - 0,5 Mio. . Nach den neuen US-GAAP-Regeln zur Behandlung von Firmenwerten waren wir angesichts einer Marktbewertung des SinnerSchrader-Konzernes zum Übernahmestichtag am 01. September 2001, die erheblich unterhalb des Buchwertes des Eigenkapitals lag, zur vollständigen Abschreibung des Firmenwertes gezwungen. Der daraus entstehende Abschreibungsbetrag von rd. 14,7 Mio.  war in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Effekt aus der Anwendung neuer Bilanzierungsregeln“ außerhalb des Betriebsergebnisses auszuweisen. Durch den gleichzeitigen Wegfall der planmäßigen Firmenwertabschreibung im Betriebsergebnis war dieses gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Mio.  entlastet. EBITA und die Folgeeffekte aus der Netmatic-Akquisition ergaben im Geschäftsjahr 2001/2002 zusammen ein Betriebsergebnis von - 5,4 Mio. , das um 1,9 Mio.  unter dem Betriebsergebnis des Vorjahres lag. FI NANZ E RG E B N I S, STE U E R N U N D JAH R E S E RG E B N I S

Ohne Berücksichtigung des Sondereffektes aus der einmaligen Anpassung der Bewertung des Firmenwertes zu Beginn des Geschäftsjahres beträgt das Jahresergebnis des Geschäftsjahres 2001/2002 - 3,2 Mio. . Der Abstand zum Vorjahr ist mit - 0,7 Mio.  deutlich geringer als der im Betriebsergebnis. Zum einen realisierten wir mit der Anlage der Liquiditätsreserve einen gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Mio.  erhöhten Ertrag von 1,5 Mio. . Zum anderen entfielen Abschreibungen von Investitionen in Start-ups, die das Vorjahresergebnis noch mit rd. 0,3 Mio.  belastet hatten. Darüber hinaus können wir die in den inländischen Gesellschaften des SinnerSchrader-Konzernes entstandenen Verluste teilweise auf Gewinne des Vorjahres zurückgetragen, sodass in der Gewinn- und Verlustrechnung des Berichtsjahres ein Steuerertrag in Höhe von 0,7 Mio.  ausgewiesen werden kann. Im Vorjahr hatte sich noch ein Steueraufwand in Höhe von 0,1 Mio.  ergeben. Für die über das Verlustrücktragspotenzial hinausgehenden Verluste der inländischen Gesellschaften und für die Verluste in den ausländischen Tochtergesellschaften wurden aktive latente Steuern nur in der Höhe berücksichtigt, wie sie durch passive latente Steuern in der Bilanz abgedeckt waren. Bezogen auf die im Umlauf befindlichen Aktien ergibt sich vor dem Effekt aus der Anwendung neuer Bilanzierungsregeln ein Fehlbetrag von - 0,28  je Aktie im Vergleich zu - 0,23  (bzw. - 0,30  ggü. Pro-forma-Basis) im Vorjahr. Unter Einrechnung des Effekts aus der erstmaligen Anwendung der neuen Bilanzierungsregeln zu Firmenwerten lag der Jahresfehlbetrag 2001/2002 bei - 17,9 Mio. , was einem Wert von - 1,55  je Aktie entspricht.

M O D E R AT E R CAS HVE R B RAUCH

Trotz der erheblichen Belastungen aus dem unbefriedigenden Geschäftsverlauf lag der Verbrauch liquider Mittel für die betriebliche Tätigkeit bei nur rd. 0,3 Mio. . Über die Tatsache hinaus, dass wesentliche Anteile des Jahresverlustes aus Abschreibungen entstanden sind und vor allem im Bereich der Restrukturierungskosten in signifikantem Umfang Rückstellungen gebildet wurden, deren Nutzung in zukünftigen Perioden zum Abfluss von liquiden Mitteln führen, haben die Erfolge im Working-Capital-Management vor allem in Bezug auf das Management der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zu dem vergleichsweise geringen Cashverbrauch im operativen Geschäft beigetragen. Bereinigt um die Erhöhung der Bindung liquider Mittel in Wertpapieren des Umlaufvermögens, die als Saldo aus den Zugängen und Abgängen von Wertpapieren im Umlaufvermögen den Cashflow aus der Investitionstätigkeit beeinflusst, ergab sich ein Cashverbrauch von rd. 1,1 Mio.  für Investitionen. Der wesentliche Anteil betrifft Investitionen in das Anlagevermögen, deren Höhe noch vor allem auf den Umbau und die Einrichtung

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der neuen Büroräumlichkeiten in Hamburg entfallen. Darüber hinaus haben wir insbesondere in den Aufbau der betriebswirtschaftlichen Systeme investiert. Rund 0,1 Mio.  der Investitionen stehen im Zusammenhang mit einer Nachzahlung und erhöhten Transaktionskosten für die Netmatic-Akquisition. In Anbetracht des deutlich unter Buchwert liegenden Kurses der SinnerSchrader-Aktie hat der Vorstand von seiner Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch gemacht und mit Blick auf zukünftige Akquisitionen und die Erfüllung der Nachzahlungsverpflichtung für die Netmatic-Akquisition bis zum Bilanzstichtag 86.227 eigene Aktien über den Markt erworben und dafür rd. 0,1 Mio.  an liquiden Mitteln aufgewendet. Zusammen mit dem Effekt aus der Veränderung der unrealisierten Gewinne hat der Bestand an liquiden Mitteln und Wertpapieren des Umlaufvermögens, die die Liquiditätsreserve von SinnerSchrader ausmachen, von 29,3 Mio.  am Ende des Vorjahres auf 27,5 Mio.  am Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 abgenommen. B I LANZ STR U KTU R U NVE RÄN DE RT SOLI DE

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Die Abschreibung der immateriellen Vermögensgegenstände und des Firmenwertes aus der Netmatic-Akquisition haben insgesamt eine deutliche Verkürzung der Bilanz bewirkt, ohne dabei die Bilanzstrukturen wesentlich zu verschlechtern. Der entsprechenden Verringerung des Anlagevermögens auf der Aktivseite steht eine Reduktion des Eigenkapitals sowie des in der letztjährigen Bilanz unter den kurzfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Betrages zum Ausgleich der zweiten Kaufpreisrate an die Verkäufer der Netmatic auf der Passivseite gegenüber. Die Eigenkapitalquote beträgt zum 31. August 2002 knapp 89 % (Vj.: 82 %) und liegt damit unverändert hoch. Aufgrund der Begleichung der zweiten Kaufpreisrate Ende 2001 nahmen die kurzfristigen Verbindlichkeiten um rd. 5,1 Mio.  ab. Darüber hinaus wurde die Zunahme der Rückstellungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen durch einen signifikanten Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber Finanzbehörden überkompensiert. Der Anteil der Liquiditätsreserve an den gesamten Vermögenswerten beträgt per 31. August 2002 knapp 79 % (Vj.: 55 %). Die Liquiditätsreserve ist mit einer nahezu unverändert durchschnittlichen Zinsbindungsdauer von unter einem Jahr in Festgelder, Geldmarkt- bzw. geldmarktähnliche Fonds, kurzlaufende Commercial Papers und Anleihen industrieller Emittenten mit einem Investmentgrade-Rating angelegt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind aufgrund des Erfolges im Forderungsmanagement und des geringeren Geschäftsvolumens gegenüber dem Vorjahr um rd. 2 Mio.  auf 2,3 Mio.  zurückgegangen; dem steht eine leichte Zunahme der zum Bilanzstichtag noch nicht abgerechneten Leistungen um 0,5 Mio.  auf 0,9 Mio.  gegenüber. Unter anderem durch die Bereinigung der Problematik nicht genutzter Flächen in aufgegebenen Büros im Rahmen der Restrukturierungsmaßnahmen konnten die nicht in der Bilanz ausgewiesenen zukünftigen Verbindlichkeiten aus Miet- und Leasingzahlungen von 7,8 Mio.  auf 4,8 Mio.  reduziert werden. Gesellschaften des SinnerSchraderKonzernes sind Beklagte in mehreren Prozessen im Zusammenhang mit den im Verlauf des Jahres ausgesprochenen Kündigungen, die noch nicht abgeschlossen sind. Wenngleich SinnerSchrader die in den Prozessen von der jeweiligen Gegenpartei erhobenen Forderungen und Ansprüche für unberechtigt hält, hat SinnerSchrader in den Fällen, in denen die Wahrscheinlichkeit eines negativen Prozessausganges ausreichend hoch ist, für mögliche daraus entstehende Forderungen Rückstellungen zulasten des Jahresergebnisses 2001/2002 gebildet.


KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

B I LANZ STR U KTU R I N M IO. €

AKTIVA

PAS S I VA 2,1

17,0

7,6 A N L AG E VE R MÖG E N

R Ü C KST E LLU NG E N K Z F R. V E R B I N D L I C H K E ITE N

43,6

7,0

S O N STI G E S U M LAU FVE R MÖG E N

2,1

2, 2

1,9

5,3

31,0 29,3

27,5 E I G E N K A P I TA L

LIQU I DE M ITTE L U N D W E R T PA P I E R E

31.08.2001

31.08.2002

31.08.2001

M I TA R B E I T E R S T R U K T U R

40 C O N S U LT I N G EXPERIENCE D E S I G N 1)

26 34 140 24 94

ENGINEERING

BUSINESS M A N AG E M E N T SE RVICES

12

13

41

40

C O M PA N Y S E RVI C E S 2)

1) Darin enthalten jeweils 2 Auszubildende 2) Darin enthalten 6 bzw. 8 Auszubildende

31.08.2001

31.08.2002

25


KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

M I TA R B E I T E R

R E DUZ I E R U NG DE S V O R S TA N D E S

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Der negative Geschäftsverlauf hat eine erhebliche Anpassung der Mitarbeiterkapazitäten im Geschäftsjahr 2001/2002 notwendig gemacht. Durch zum Ende des Geschäftsjahres bereits umgesetzte Maßnahmen sowie durch den Nichtersatz der Fluktuation hat sich der Personalstand von 259 zum Ende des Vorjahres auf 205 am Ende des Geschäftsjahres 2001/2002 reduziert. Der Schwerpunkt des Personalabbaues lag in den vom Umsatzrückgang am stärksten betroffenen Funktionen des Engineering, deren Kapazität wir um ein Drittel reduzieren mussten. Hiervon waren insbesondere Mitarbeiter aus dem von den Finanzschwierigkeiten der KirchGruppe in Mitleidenschaft gezogenen Solution Center Media & Entertainment betroffen. Im Hinblick auf die Chance einer schnelleren Erholung der Umsatzentwicklung haben wir im vierten Quartal zur Vermeidung weiterer betriebsbedingter Kündigungen Kurzarbeit angemeldet. Da sich bis zum Geschäftsjahresende allerdings keine signifikante Erholung des Markt- und Wettbewerbsumfeldes abzeichnete, haben wir zum 31. August 2002 weitere betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen. Durch diese wird sich der Personalstand bis zum Beginn des zweiten Quartals des neuen Geschäftsjahres voraussichtlich auf 170 Mitarbeiter reduzieren. Trotz der erheblichen Einschnitte gerade im Bereich der „Engineers“ bleibt diese Mitarbeitergruppe mit einem Anteil von 46 % nach wie vor die stärkste im Konzern. Unseren im Zusammenhang mit Ausbildungsverträgen eingegangenen Verpflichtungen kommen wir vollständig nach. Zum 31. August 2002 waren 10 Auszubildende im Unternehmen beschäftigt. Die Personalmaßnahmen haben im Verlauf des Geschäftsjahres zu verständlicher Verunsicherung bei den Mitarbeitern geführt. Auf Wunsch der Mehrheit der Mitarbeiter hat der Vorstand daher in einer Selbstverpflichtung Spielregeln für eine konstruktive Zusammenarbeit mit einer von den Mitarbeitern gewählten Vertretung anerkannt. Dadurch konnten wir bei allen Belastungen aus der gegenwärtigen Situation die Zusammenarbeit mit der Mitarbeiterschaft auf eine vertrauensvolle Basis stellen. In gegenseitigem Einvernehmen haben Herr Oliver Sinner und der Aufsichtsrat der SinnerSchrader AG im Rahmen der Gespräche über die Verlängerung der Vorstandsbestellungen im Sommer 2002 auf Wunsch von Herrn Sinner vereinbart, dass dieser mit Ablauf des Geschäftsjahres 2001/2002 als Vorstand aus dem Unternehmen ausscheidet und der verkleinerte Vorstand unter alleinigem Vorsitz von Herrn Schrader die AG und den Konzern führt.


KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

iv. entwicklung und lage der ag Die SinnerSchrader AG („AG“) ist die geschäftsführende Holding des SinnerSchrader Konzernes. Die Aktien der SinnerSchrader AG werden seit dem 02. November 1999 am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit der SinnerSchrader AG ist die Geschäftsführung der 100%igen Tochterunternehmen, die zentrale Durchführung administrativer Aufgaben für den Konzern, das Facility-Management, die Verwaltung und Steuerung der Liquidität des Konzernes, die Verwaltung weiterer Beteiligungen sowie die Wahrnehmung zentraler Konzernaufgaben. Aus der Wahrnehmung von Managementfunktionen für die Tochtergesellschaften sowie aus der Vermietung von Büroräumlichkeiten erzielte die AG einen Umsatz von 2,1 Mio.  (Vj.: 1,4 Mio. ). Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf eine weitere Zentralisierung administrativer Funktionen sowie des Facility-Managements nach Konsolidierung der Bürosituation in Hamburg zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Erträge stammen vor allem aus Verkäufen von Wertpapieren im Rahmen des zentralen Liquiditätsmanagements des Konzernes. Aufgrund der im Oktober 2000 mit Tochtergesellschaften geschlossenen Ergebnisabführungsverträge führte die SinnerSchrader Deutschland GmbH zum 31. Dezember 2001 einen Ertrag von 0,8 Mio.  (Vj.: 0,2 Mio. ) an die AG ab. Aus der Anlage der liquiden Mittel hat die AG neben 0,2 Mio.  Erträgen aus dem Verkauf von Wertpapieren Zinserträge in Höhe von rd. 1,2 Mio.  erzielt. Weitere Zinserträge sind aus der Finanzierung der Konzerngesellschaften im Rahmen der Führung eines Cashpools entstanden. Hieraus stammt auch der Großteil der Zinsen und ähnlicher Aufwendungen, in die darüber hinaus vor allem noch Avalgebühren für von Banken gegebene Mietavale eingeflossen sind. Diesen Erträgen standen Personalaufwendungen von 1,6 Mio.  (Vj.: 1,4 Mio. ), Abschreibungen von 0,5 Mio.  (Vj.: 0,1 Mio. ) und sonstige betriebliche Aufwendungen von 2,6 Mio.  (Vj.: 2,0 Mio. ) gegenüber. Der Anstieg der Personalaufwendungen ist auf Personalwechsel aus den Tochtergesellschaften im Rahmen der weiteren Aufgabenzentralisierung und auf Neueinstellungen im Zusammenhang mit der Einführung eines eigenen Buchhaltungssystems im Geschäftsjahr zurückzuführen. Der Anstieg der Abschreibungen und der sonstigen betrieblichen Aufwendungen hängt mit den Investitionen in Ausbau und Ausstattung der neuen Büroräumlichkeiten bzw. der Übernahme der Mietverpflichtungen für das gemeinsame Bürogebäude durch die AG zusammen, denen der Anstieg in den Umsatzerlösen aus Mieteinnahmen gegenübersteht. Die Ergebnisrechnung der AG des Geschäftsjahres 2001/2002 ist geprägt von Abschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 16,7 Mio. . Aufgrund der erheblichen Verringerung der Marktbewertung von Unternehmen der Branche, in der die SinnerSchrader Deutschland GmbH tätig ist, die dazu führt, dass die AG auf der Grundlage des Börsenkurses eine Marktkapitalisierung deutlich unterhalb des Buchwertes seiner Vermögenswerte zugesprochen wird, sieht die SinnerSchrader AG den Wert seiner 100% - Beteiligung nachhaltig gemindert und trug diesem Umstand mit einer Anpassung des Buchwertes der Beteiligung von 16,7 Mio.  auf 8,0 Mio.  Rechnung. Ein weiterer kleiner Betrag entfiel zudem auf die vollständige Abschreibung des Beteiligungsansatzes für die SinnerSchrader Benelux BV nach Aufgabe des dortigen operativen Geschäftes.

27


KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

Für den ohne Berücksichtigung der nicht steuerlich relevanten Aufwendungen und Erträge verbleibenden steuerlichen Verlust wird die AG einen Verlustrücktrag auf das zurückliegende Geschäftsjahr vornehmen und hat den daraus resultierenden Steuererstattungsanspruch in Höhe von rd. 0,2 Mio.  als Steuerertrag in die Gewinn- und Verlustrechnung eingestellt. In summa ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 16,7 Mio. , der nach Verrechnung des Gewinnvortrages durch eine Entnahme aus den Kapitalrücklagen in Höhe von 16,2 Mio.  vollständig gedeckt wird. Durch die erhebliche Abschreibung der Beteiligungswerte, denen eine Verringerung der Kapitalrücklagen durch die vorgenommene Entnahme zum Ausgleich des entstandenen Jahresfehlbetrages gegenübersteht, hat sich die Bilanz der AG insgesamt deutlich verkürzt. Die Aktivseite der Bilanz besteht neben dem angepassten Ansatz für Anteile an verbundenen Unternehmen insbesondere aus liquiden Mitteln und Wertpapieren in Höhe von 27,3 Mio.  (Vj.: 28,8 Mio. ). Durch die Investitionen in den Ausbau und die Ausstattung der neuen Büroräume in Hamburg ist das Sachanlagevermögen auf 1,4 Mio.  (Vj.: 0,9 Mio. ) angewachsen. Die sonstigen Vermögensgegenstände von 1,8 Mio.  (Vj.: 2,5 Mio. ) bestehen vor allem aus Ertragsteuerrückforderungen. Forderungen gegen verbundenen Unternehmen bestanden zum 31. August 2002 in Höhe von 2,4 Mio.  (Vj.: 1,2 Mio. ). Die Passivseite wird auch nach der Entnahme aus der Kapitalrücklage zur Deckung des Jahresfehlbetrages vom Eigenkapital dominiert, das zum 31. August 2002 rd. 40,0 Mio.  (Vj.: 53,7 Mio. ) betrug. Rückstellungen und kurzfristige Verbindlichkeiten bestanden in Höhe von 0,4 Mio.  bzw. 0,8 Mio. . Vor dem Hintergrund der in den Vorjahren im Umfang von 1,3 Mio.  gebildeten Gewinnrücklagen hat die AG im Juni damit begonnen, in begrenztem Umfang eigene Aktien am Markt zu erwerben. Bis zum Bilanzstichtag hat die AG 86.227 eigene Aktien erworben. Diese sind aktivisch mit einem Wert am Bilanzstichtag von 0,1 Mio.  ausgewiesen. Ein entsprechender Betrag ist als Rücklage für eigene Anteile unter Reduzierung der Gewinnrücklagen gebildet worden.

v. risiken der künftigen geschäftsentwicklung Die künftige Geschäftsentwicklung von SinnerSchrader unterliegt Risiken, die die Ertrags- und Finanzlage negativ beeinflussen können bzw. dazu führen können, dass SinnerSchrader die Ziele der zukünftigen Geschäftsentwicklung verfehlt. Der Vorstand der SinnerSchrader Aktiengesellschaft sieht es als eine seiner wesentlichen Aufgaben an, die Risiken im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen auf die Ertrags- und Finanzlage einerseits und die Wahrscheinlichkeit ihres Eintrittes andererseits kontinuierlich zu evaluieren und Maßnahmen zur Risikoeingrenzung zu definieren. Das Risikofeld hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr nur unwesentlich verändert. Die Risiken hängen vor allem mit allgemeinen konjunkturellen Entwicklungen, der Intensivierung des Wettbewerbes angesichts verringerter Wachstumserwartung, der hohen technologischen Veränderungsgeschwindigkeit sowie der relativ kurzen Geschäftshistorie von SinnerSchrader zusammen. Sie bestehen im Wesentlichen, aber nicht ausschließlich, aus den im Folgenden genannten Punkten:

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KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

KONJ U N KTU R E LLE RISIKEN

Die allgemeine konjunkturelle Entwicklung beeinflusst das Volumen der Investitionen in internetbasierte Dialog- und Transaktionssysteme, Ausgaben für Onlinewerbung und unterstützende Dienstleistungen. Eine weitere Verschlechterung des konjunkturellen Umfeldes könnte das von SinnerSchrader adressierte Marktvolumen – im Hinblick auf Menge und Preis weiter reduzieren. Die als Reaktion auf eine solche Entwicklung notwendigen Maßnahmen zur Kapazitätsanpassung können ggf. nur mit einem Zeitverzug ergriffen werden und würden zu zusätzlichen Kosten für Restrukturierungsmaßnahmen führen.

WETTB EWE R B

Der Wettbewerb im Markt für internetbasierte Dialog- und Transaktionssysteme hat in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich zugenommen. Insbesondere sind in diesem Markt IT-Services-Anbieter tätig, die über ein breiteres Service-Portfolio und teilweise längere und besser etablierte Kundenbeziehungen als SinnerSchrader verfügen. Die zukünftige Entwicklung von SinnerSchrader hängt wesentlich davon ab, wie gut es SinnerSchrader gelingt, als spezialisierter Dienstleister ohne Möglichkeit einer vorübergehenden CrossSubventionierung am Markt adäquate Preise für seine Dienstleistungen durchzusetzen.

O P E R AT I V E RISIKEN

SinnerSchrader erzielt 29 % des Umsatzes mit einem Kunden; weitere 5 Kunden haben einen Anteil von zusammen rd. 33 % am Umsatz. Ein Wegfall des Geschäftes mit diesen wichtigen Kunden wird, wenn überhaupt, nur mit einem Zeitverzug ausgeglichen werden können, in dem eine entsprechende Reduzierung der Kosten nicht möglich ist. Da die Umsätze im Geschäft von SinnerSchrader nicht durch langfristige Verträge gesichert sind, sondern im Wesentlichen auf Basis von Einzelbeauftragungen mit limitiertem Zeithorizont entstehen, unterliegen die Umsatzplanungen einer hohen Unsicherheit. Insbesondere durch die Tendenz der Kunden von SinnerSchrader, im heutigen Umfeld Gesamtprojekte in kleineren Einzelschritten zu beauftragen, liegen die Auftragsbestände unter denen der Vorjahre. Im Rahmen der Projektabwicklung tritt SinnerSchrader teilweise in erheblichem Umfang in Vorleistung, ohne entsprechende Anzahlungen zu erhalten. Die Unfähigkeit bzw. Unwilligkeit einzelner Kunden, Rechnungen für bereits erbrachte Leistungen zu begleichen, kann die finanzielle Lage von SinnerSchrader negativ beeinflussen. SinnerSchrader wickelt einen wesentlichen Anteil seiner Umsätze im Rahmen von Festpreisvereinbarungen ab. Aufgrund der Komplexität und hohen technischen Anforderungen kann es zu einer Verfehlung der ursprünglich kalkulierten Kosten kommen, die zu nicht geplanten Verlusten führen können. Darüber hinaus übernimmt SinnerSchrader im Rahmen der Projektverträge übliche Gewährleistungs- und Haftungsverpflichtungen, aus denen erhebliche Nachlaufkosten für einzelne Projekte resultieren können. Die von SinnerSchrader abgewickelten Projekte namhafter Kunden sind mit einer erheblichen Wirkung in der Öffentlichkeit verbunden. Qualitätsmängel bei der Leistungserbringung können daher zu einer negativen Publicity führen, die den Verkauf seiner Dienstleistungen und damit die zukünftige Geschäftsentwicklung im signifikanten Umfang beeinträchtigen könnte.

P E R S O N A LRISIKEN

Der Erfolg von SinnerSchrader hängt maßgeblich von der Qualifikation und Motivation seiner Mitarbeiter ab. Dabei kommt einigen Schlüsselmitarbeitern besondere Bedeutung zu. Sofern es SinnerSchrader nicht gelingt, diese Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden bzw. kontinuierlich qualifizierte Mitarbeiter für SinnerSchrader zu gewinnen, kann der Erfolg von SinnerSchrader aufgrund des Know-how-Verlustes signifikant negativ beeinträchtigt werden.

29


KO N Z E R NLAG E B E R I C HT

AKQU I S ITION SRISIKEN

SinnerSchrader hat in der Vergangenheit ein Unternehmen im Weg der Akquisition übernommen und plant, dies auch in Zukunft zu tun. Der Erfolg von Akquisitionen hängt im Wesentlichen von der erfolgreichen Integration in die bestehende Organisation und der Realisierung von Synergien ab. Ein Fehlschlagen der Integrationsbemühungen kann zu einer deutlichen Reduzierung des Wertes der übernommenen Firma und daraus folgend zu außerordentlichem Abschreibungsbedarf führen.

T E C H N O LO G I S C H E RISIKEN

Der Markt für internetbasierte Dialog- und Transaktionssysteme ist von einer hohen Veränderungsgeschwindigkeit in Bezug auf verwendete Basistechnologien sowie durch noch geringe Standardisierungen geprägt. Der zukünftige Markterfolg von SinnerSchrader hängt davon ab, inwieweit es gelingt, angesichts hoher Einarbeitungskosten mit beschränkten Ressourcen die Technologiekompetenz in Breite und Tiefe auf einem adäquaten Niveau zu halten und technologische Sackgassen zu vermeiden.

vi. ausblick Der Markt für IT- und Internetdienstleistungen befindet sich seit nunmehr zwei Jahren in einer schwierigen Lage, die sich in ein insgesamt negatives konjunkturelles Umfeld einfügt. Immer wieder wurde in diesen beiden Jahren über das Erreichen der Talsohle oder das Licht am Ende des Tunnels spekuliert. Auf der Grundlage unserer eigenen Erfahrungen in den letzten Monaten können wir beides noch nicht klar erkennen und gehen daher für das Geschäftsjahr 2002/2003 von einer Fortsetzung der Schwierigkeiten aus, die uns auch im Jahr 2001/2002 begleitet haben: zögerliche Projektentscheidungen, Beauftragungen in kleinen Tranchen, ein harter Wettbewerb um die Projekte am Markt sowie eine starke Position der Kunden, Preis- und Konditionenvorstellungen durchzusetzen. Wir gehen daher für das Geschäftsjahr 2002/2003 von einer flachen Umsatzentwicklung aus. Wir sind uns dabei bewusst, dass die Erreichung des Zieles von der konsequenten Fortsetzung der Aktivierung und Verbreiterung der Vertriebsaktivitäten ebenso abhängt wie von der Bindung unserer bestehenden Kunden durch innovative Lösungsansätze und gewohnte Ausführungsqualität und -zuverlässigkeit und dem Erhalt unseres konzeptionellen und technologischen Vorsprunges in dem, wofür SinnerSchrader steht: internetbasierte Dialog- und Transaktionsanwendungen, die sich durch hohe Nutzerakzeptanz und hohe Nutzungseffizienz auszeichnen. Vertrieb, Kundenbindung und Mitarbeiterqualifikation sind daher wesentliche Aktivitätsfelder, um die Stabilisierung des Umsatzes auf dem Niveau des Geschäftsjahres 2001/2002 zu erreichen. Durch die im Jahr 2001/2002 umgesetzten Kostenmaßnahmen haben wir die Kostenbasis für das neue Geschäftsjahr so weit abgesenkt, dass wir bei stabilem Umsatz operativ ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen können. Diesem Ziel haben wir uns verpflichtet.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S D E R S I N N E R S C H RAD E R AG

31


KO N Z E R NAB S C H LU S S

KO N Z E R N-B I LAN Z zum 31. August 2002 und zum 31. August 2001

A K T I VA

Kurzfristige Vermögensgegenstände: Liquide Mittel Wertpapiere des Umlaufvermögens Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, netto nach Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen von 566.586  bzw. 598.927  Noch nicht abgerechnete Leistungen Rechnungsabgrenzungsposten und sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände

>

PA S S I VA

Kurzfristige Vermögensgegenstände, gesamt Langfristige Vermögensgegenstände: Sachanlagevermögen, netto Immaterielle Vermögensgegenstände, netto Finanzanlagen Firmenwert, netto Langfristige Vermögensgegenstände, gesamt Aktiva, gesamt

Kurzfristige Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Erhaltene Anzahlungen Sonstige Rückstellungen Steuerrückstellungen Latente Steuern Kaufpreisverbindlichkeit aus Firmenübernahme Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten Kurzfristige Verbindlichkeiten, gesamt

31.08.2002

31.08.2001

in €

in € 1)

1.451.285 26.013.507

3.996.452 25.286.422

2.326.310

4.361.090

983.923

466.678

2.074.488

2.237.691

32.849.513

36.348.333

2.176.119 – – – 2.176.119 35.025.632

1.849.303 1.241.076 4.107 13.894.398 16.988.884 53.337.217

1.180.041 91.002 1.766.616 334.523 – –

695.464 – 853.927 1.295.839 433.836 5.087.331

668.241

1.360.484

4.040.423

9.726.881

Sonstige finanzielle Verpflichtungen und ungewisse Verbindlichkeiten (Anhangsangabe III.f) Eigenkapital:

>

Stammaktien, rechnerischer Nennwert 1 , ausgegeben: 11.542.764 und 10.412.246, im Umlauf: 11.456.537 und 10.412.246 Stück am 31.08.2002 bzw. 31.08.2001

11.542.764

10.412.246

Kapitalrücklage

37.355.960

33.399.147

Eigene Anteile 86.227 und 0 Stück am 31.08.2002 bzw. 31.08.2001 Bilanzgewinn/-verlust (inkl. Gewinnrücklagen) Kum. sonstige Bestandteile des vollständigen Jahresergebnisses Ausgleichsposten für Mitarbeitervergütung Eigenkapital, gesamt Passiva, gesamt

- 140.820

- 17.723.812 57.786 - 106.669 30.985.209 35.025.632

176.865 252.558 - 630.480 43.610.336 53.337.217

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

KO N Z E R N-G EW I N N- U N D VE R LU STR E C H N U N G für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001 2001/2002

Umsatzerlöse: Projektdienstleistungen Mediadienstleistungen Sonstige Umsatzerlöse, brutto Mediakosten Umsatzerlöse, netto Kosten der Umsatzerlöse Bruttoergebnis vom Umsatz Vertriebskosten Allgemeine und Verwaltungskosten Forschungs- und Entwicklungskosten Restrukturierungskosten Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände Abschreibungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert Amortisation des Ausgleichspostens für Mitarbeitervergütung Betriebsergebnis Sonstige Erträge/Aufwendungen Zinserträge/-aufwendungen Abschreibungen auf Finanzanlagen Ergebnis vor Steuern Steuern vom Einkommen und Ertrag >

>

Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

2000/2001

in €

in € 1)

11.894.517 2.010.782 638.528 14.543.827 - 1.560.658 12.983.169 - 10.029.417 2.953.752 - 1.297.818 - 4.140.188 - 202.409 - 1.617.767 - 553.900 – - 523.811 - 5.382.141 24.274 1.488.223 - 4.107 - 3.873.751 675.800

14.528.134 2.978.713 428.263 17.935.110 - 2.274.814 15.660.296 - 10.968.153 4.692.143 - 527.085 - 4.379.572 - 309.851 - 163.613 - 281.551 - 2.111.380 - 331.269 - 3.412.178 56.483 1.327.746 - 278.154 - 2.306.103 - 146.266

- 3.197.951

- 2.452.369

Kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

- 14.702.726

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

- 17.900.677

- 2.452.369

Ergebnis je Aktie vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze (unverwässert)

- 0,28

- 0,23

Ergebnis je Aktie vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze (verwässert)

- 0,28

- 0,23

Kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze je Aktie (unverwässert)

- 1,27

Kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegunsgrundsätze je Aktie (verwässert)

- 1,27

Ergebnis je Aktie (unverwässert) Ergebnis je Aktie (verwässert)

- 1,55 - 1,55

- 0,23 - 0,23

11.532.500 11.532.500

10.735.308 10.735.308

Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (unverwässert) Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien (verwässert)

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

K O N Z E R N - E I G E N K A P I TA LV E R Ä N D E R U N G S R E C H N U N G für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001

>

ANZAH L AKTI E N I M U M LAU F

NOM I NALWE RT

KAPITALR ÜCKLAG E

E IG E N E ANTE I LE

9.975.000

in €

in €

in €

9.975.000

21.103.790

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren, nach Steuern

Währungsausgleichsposten, nach Steuern

437.246

437.246

12.295.357

Amortisation des Ausgleichspostens für Mitarbeitervergütung

Stand am 31.08.20011)

10.412.246

10.412.246

33.399.147

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren, nach Steuern

Währungsausgleichsposten, nach Steuern

1.130.518

1.130.518

3.956.813

Stand am 31.08.20001)

Erste Rate an Stammaktien für Akquisition von Netmatic

>

Zweite Rate an Stammaktien für Akquisition von Netmatic Amortisation des Ausgleichspostens für Mitarbeitervergütung Eigene Anteile >

Stand am 31.08.2002

- 86.227

- 140.820

11.456.537

11.542.764

37.355.960

- 140.820

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

AUSG LE ICHSPOSTE N FÜ R M ITAR B E ITE RVE RG ÜTU NG in €

B I LANZG EWI N N

SU M M E E IG E N KAPITAL

in €

KU M. SONSTIG E B ESTAN DTE I LE DES VOLLSTÄN DIG E N JAH R ESE RG E B N ISSES in €

VOLLSTÄN DIG ES JAH R ESE RG E B N IS

in €

in €

2.629.234

90.604

33.798.628

2.058.667

- 2.452.369

- 2.452.369

- 2.452.369

145.163

145.163

145.163

16.791

16.791

16.791

- 961.750

11.770.853

331.270

331.270

- 630.480

176.865

252.558

43.610.336

- 2.290.415

- 17.900.677

- 17.900.677

- 17.900.677

- 230.579

- 230.579

- 230.579

35.807

35.807

35.807

5.087.331

523.811

523.811

- 140.820

- 106.669

- 17.723.812

57.786

30.985.209

- 18.095.449

35


KO N Z E R NAB S C H LU S S

K O N Z E R N - K A P I TA L F L U S S R E C H N U N G für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001 2001/2002

2000/2001

Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit: Jahresüberschuss/-fehlbetrag

- 17.900.677

- 2.452.368

Kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

14.702.726

- 3.197.951

- 2.452.368

Abschreibung auf Sachanlagen

676.302

146.696

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Firmenwert

553.900

2.392.931

Amortisation des Ausgleichpostens für Mitarbeitervergütung Abschreibung auf Finanzanlagen Wertberichtigungen auf zweifelhafte Forderungen Verluste/Gewinne aus dem Abgang von Anlagevermögen

523.811 4.107 – 70.079

331.270 278.153 1.142.067 24.609

- 166.071

- 292.026

- 274.175 35.917

- 74.177 –

2.034.780 - 517.245

192.252 392.197

in €

Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

in € 1)

Berichtigungen für die Überleitung des Jahresüberschusses/ -fehlbetrages zum Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit:

Verluste/Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens Latente Steuern Andere Aufwendungen/Erträge ohne Aus-/Einzahlungen Veränderungen der: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Noch nicht abgerechnete Leistungen Sonstige Vermögensgegenstände und aktive Rechnungsabgrenzungsposten

>

Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzungsposten Steuerrückstellungen Sonstige Rückstellungen Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit Cashflow aus der Investitionstätigkeit: Erwerb von Tochterunternehmen abzgl. erworbener liquider Mittel

>

>

Zugänge von Finanzanlagevermögen Zugänge von Wertpapieren des Umlaufvermögens Abgänge von Wertpapieren des Umlaufvermögens Erwerb von Anlagevermögen Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen Cashflow aus der Investitionstätigkeit Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit: Auszahlung für eigene Anteile Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit Wechselkursbedingte Veränderungen der liquiden Mittel Veränderung der liquiden Mittel Liquide Mittel zu Beginn der Periode Liquide Mittel am Ende der Periode Ergänzende Angaben über unbare Transaktionen Ausgabe von Aktien für den Erwerb von Netmatic

163.203

- 572.693

- 186.292 - 961.316

26.581 - 1.366.695

912.689 - 328.262

170.273 609.070

- 51.523

- 1.471.597

– - 43.925.862 42.967.450 - 1.125.499 52.259 - 2.083.175

- 209.029 - 33.428.064 39.663.269 - 1.500.842 24.360 3.078.097

- 140.820 - 140.820 7.090 - 2.545.167 3.996.452 1.451.285

– – 19.302 3.706.469 289.983 3.996.452

5.087.331

12.732.604

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

Der nachfolgende Konzernanhang ist ein integraler Bestandteil des Konzernabschlusses.

36


KO N Z E R NAB S C H LU S S

KO N Z E R NAN HAN G F Ü R DAS G E S C HÄFTSJAH R 2001/2002 i. unternehmensstruktur und geschäftstätigkeit des sinnerschrader konzernes Zum 31. August 2002 bildeten die SinnerSchrader Aktiengesellschaft („SinnerSchrader AG“ oder „Gesellschaft“) und ihre 100%ige Tochtergesellschaft, die SinnerSchrader Deutschland GmbH („SinnerSchrader DTL“), den wesentlichen Teil des SinnerSchrader Konzernes („SinnerSchrader“ oder „Konzern“). Beide Gesellschaften sind in Deutschland registriert und haben Büros in Hamburg (Hauptsitz) und Frankfurt am Main. Die SinnerSchrader DTL ging aus der Verschmelzung aller bisherigen inländischen 100%igen Tochtergesellschaften der SinnerSchrader AG, der SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH, der SinnerSchrader Interactive Software GmbH und der SinnerSchrader Netmatic GmbH, rückwirkend zum 01. Januar 2001 hervor. Darüber hinaus sind die 100%igen Tochtergesellschaften SinnerSchrader UK Limited („SinnerSchrader UK“), SinnerSchrader Benelux BV („SinnerSchrader BV“) und die Netmatic Inc. („NM Inc.“) Teile des Konzernes. Bis zum Ende des Jahres 2001 hatten alle drei Gesellschaften ihre operative Tätigkeit – zumindest vorläufig – eingestellt. Die SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH und die SinnerSchrader Interactive Software GmbH wurden im Februar 1997 bzw. im Dezember 1997 gegründet. Im August 1999 wurde die SinnerSchrader AG mit dem Ziel errichtet, als geschäftsführende Holdinggesellschaft zu fungieren. Im Rahmen der Gründung der SinnerSchrader AG haben die Gesellschafter der SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH und des SinnerSchrader Interactive Software GmbH ihre Geschäftsanteile im Zuge einer Sachkapitalerhöhung in die SinnerSchrader AG gegen Übernahme von 6.000.000 nennwertlosen Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von 1  je Aktie eingebracht. Parallel dazu erwarb ein strategischer Investor für eine Bareinlage von 4.000.000 DM (2.045.168 ) 1.500.000 nennwertlose Stückaktien der SinnerSchrader AG mit einem rechnerischen Wert von 1  je Aktie. Am 01. November 1999 hat die SinnerSchrader AG 2.475.000 nennwertlose Stückaktien der SinnerSchrader AG mit einem rechnerischen Wert von 1  je Aktie an der Börse platziert. Seitdem sind die Aktien der SinnerSchrader AG am Neuen Markt in Frankfurt am Main (Deutschland) notiert. Die SinnerSchrader Netmatic GmbH (vormals Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH, „Netmatic“) wurde gemeinsam mit ihrer 100%igen Tochtergesellschaft NM Inc. auf Basis eines am 18. September 2000 unterschriebenen Kauf- und Einbringungsvertrages für einen Kaufpreis von 3.000.000 DM (1.533.876 ) in bar und 1.567.764 Stammaktien der SinnerSchrader AG mit einem rechnerischen Nennwert von 1  je Aktie erworben. Nachdem die Hauptversammlung von SinnerSchrader am 12. Dezember 2000 dem Kaufvertrag zugestimmt hatte, wurde dieser im Januar 2001 ausgeführt. SinnerSchrader ist ein führender Anbieter von IT-Beratungs-, -Implementierungs- und -Managementdienstleistungen, spezialisiert auf internetbasierte, nutzerzentrierte Softwareapplikationen, die den Kunden helfen, ihre Beziehungen zu ihren Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern besser und effizienter aufzubauen, zu managen und zu erhalten. Die Dienstleistungen umfassen neben der eBusiness-Strategieberatung die nutzerorientierte Gestaltung und Produktion von Benutzeroberflächen, die Entwicklung internetbasierter Software und Systeme, die Systemintegration, den Betrieb und die Pflege internetbasierter Systeme, die Web-Datenanalyse sowie die Planung und das Management von Onlinevermarktungskampagnen.

37


KO N Z E R NAB S C H LU S S

SinnerSchrader unterliegt einer Anzahl von Risiken, einschließlich – jedoch ohne hierauf beschränkt zu sein – Risiken eines neuen und sich schnell entwickelnden Marktes, des Wettbewerbes durch größere, etabliertere Unternehmen, der Abhängigkeit von wichtigen Mitarbeitern und einzelnen Kunden, der Nichteinhaltung fester Preis- und Terminzusagen, der Umsetzung von Kostenanpassungen an eine sinkende Nachfrage sowie einer noch kurzen Unternehmenshistorie. Angesichts eines signifikanten Nachfragerückganges nach IT-Services, eines härteren Preiswettbewerbes und der Insolvenz eines großen Kunden sind die Geschäftszahlen für das Geschäftsjahr 2001/2002 im Vergleich zu den früheren Geschäftsjahren deutlich zurückgegangen. Als Konsequenz aus der negativen Umsatzentwicklung der Quartale hat SinnerSchrader im Dezember 2001, Januar 2002 und im August 2002 die Anzahl der Mitarbeiter reduziert, die Investitionen in den Aufbau der ausländischen Niederlassungen gestoppt und die Standorte in Hamburg konsolidiert, um die Kostenstruktur an das zurückgegangene Umsatzniveau anzupassen. Trotz eines Cashverbrauches während des Geschäftsjahres 2001/2002 verfügte SinnerSchrader am 31. August 2002 über eine Liquiditätsposition (liquide Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens) von 27,5 Mio. . Die Gesellschaft glaubt, dass die Liquiditätsposition des Konzernes ausreicht, um den zukünftigen Working-Capital-Bedarf und den Mittelbedarf für Anlageinvestitionen abzudecken.

ii. zusammenfassung wesentlicher bewertungs- und bilanzierungsmethoden A. BAS I S DE R JAH R E SAB SCH LÜ S S E

Die konsolidierten Jahresabschlüsse, die nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften („US-GAAP“) aufgestellt wurden, umfassen die Einzelabschlüsse der SinnerSchrader AG und ihrer 100%igen Tochtergesellschaften SinnerSchrader DTL (zusammen mit deren Tochterunternehmen NM Inc.), SinnerSchrader UK sowie SinnerSchrader BV. Alle wesentlichen konzerninternen Transaktionen und Salden zwischen den verbundenen Unternehmen sind eliminiert worden. Der Konzernabschluss wurde auf Basis der Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften, die nach den jeweiligen lokalen Rechnungslegungsvorschriften, insbesondere den Vorschriften des HGB, aufgestellt sind, unter Durchführung notwendiger Anpassungsbuchungen aufgestellt. Alle Angaben im Konzernanhang zu den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 beziehen sich auf die Zeiträume vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002 bzw. vom 01. September 2000 bis 31. August 2001.

B. VE RW E N DU NG VON S C H ÄT Z U N G E N

Die Aufstellung des konsolidierten Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit USGAAP erfordert, dass die Geschäftsleitung Schätzungen und Annahmen trifft, die Einfluss auf die ausgewiesenen Werte der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten, die Angaben über Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten zu den Bilanzstichtagen sowie auf die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen des Berichtszeitraumes haben. Die tatsächlichen Ergebnisse können von solchen Schätzungen abweichen.

C. ÄN DE R U NG DE R B E R ICHTSWÄH R U NG U N D WÄH R U NG S U M R ECH N U NG

38

Seit dem 01. September 2001 haben die Gesellschaft und ihre inländischen Tochtergesellschaften ihre Berichtswährung und funktionale Währung von „Deutsche Mark (DM)“ in „Euro ()“ in Vorbereitung auf die Annahme des Euro als Landeswährung in Deutschland ab 01. Januar 2002 eingeführt. Beträge von Stichtagen und Zeiträumen vor dem 01. September 2001 wurden von DM in  mittels des festen Wechselkurses von 1,95583 DM/ umgerechnet.


KO N Z E R NAB S C H LU S S

Die funktionale Währung der ausländischen Tochterunternehmen außerhalb der EuroZone – der Gruppe der europäischen Länder, die den Euro als Währung eingeführt haben – ist die jeweilige Landeswährung. Die Jahresabschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden in Euro umgerechnet, wobei die Umrechnung der Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten zum Umrechnungskurs des Bilanzstichtages und die Umrechnung der Umsatzerlöse, der Kosten der Umsatzerlöse und der Aufwendungen zum Durchschnittskurs des jeweiligen Geschäftsjahres erfolgt. Die kumulierten und berichteten Währungsgewinne und Währungsverluste aus der Fremdwährungsumrechnung der Jahresabschlüsse werden in einem separaten Ausgleichsposten im Eigenkapital ausgewiesen. Währungsgewinne und -verluste aus Fremdwährungstransaktionen werden erfolgswirksam behandelt. D. MAR KT W E RT VON FI NANZ I N STR U M E NTE N

E . K O N Z E N T R AT I O N VON K R E DITR I S I K E N U N D W E S E NTLICH E K U N DE N

Sämtliche Finanzinstrumente des Konzernes – dazu gehören auch liquide Mittel, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – sind mit dem Wert in der Bilanz angesetzt, der im Wesentlichen dem Marktwert entspricht. Handelbare Wertpapiere werden zu ihrem fairen Wert bewertet. SinnerSchrader gewährt seinen Kunden Kredite im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, führt laufend Bewertungen der Kreditwürdigkeit seiner Kunden durch und bildet für zweifelhafte Forderungen entsprechende Wertberichtigungen. Gegenüber wesentlichen Kunden bestanden anteilig folgende um ggf. gebildete Wertberichtigungen bereinigte Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie noch nicht abgerechnete Leistungen (in % der gesamten um Wertberichtigungen bereinigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der noch nicht abgerechneten Leistungen):

Kunde A Kunde B Kunde C Kunde D Kunde E Kunde F

31.08.2002

31.08.2001

14 % 12 % 11 % 11 % 10 % 1%

– 33 % – 8% – 13 %

Mit wesentlichen Kunden wurden anteilig folgende Umsätze erzielt (in % der gesamten konsolidierten Umsatzerlöse):

Kunde B

2001/2002

2000/2001

29 %

34 %

Mit Wirkung vom 01. Juli 2002 wurde ein Mitglied des Aufsichtsrates von SinnerSchrader CEO des Kunden D. Der Bruttoumsatzanteil mit dem Kunden D belief sich auf 8 % in 2001/ 2002 und 5 % in 2000/2001. Darüber hinaus realisierte SinnerSchrader ca. 3 % in 2001/2002 und 5 % in 2000/2001 des Gesamtumsatzes mit einem Kunden, dessen Geschäftsführer der Aufsichtsratsvorsitzende der SinnerSchrader AG ist. Zum 31. August 2002 standen 0 %, zum 31. August 2001 2 % der Forderungen gegen diesen Kunden aus. Im Geschäftsjahr 2000/2001 hat SinnerSchrader darüber hinaus ca. 2 % der Dienstleistungsumsätze mit Unternehmen erzielt, an denen die Gesellschaft eine Minderheitsbeteiligung hält. Im Geschäftsjahr 2001/2002 hat SinnerSchrader keine Umsätze mit solchen Unternehmen erzielt.

39


KO N Z E R NAB S C H LU S S

F. S A C H A N L A G E N

G. FI R M E NWE RTE U N D AN DE R E E RWOR B E N E I M M AT E R I E L L E V E R M Ö G E N S G E G E N S TÄ N D E

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen bilanziert. Die Abschreibungen werden grundsätzlich auf linearer Basis über geschätzte Nutzungsdauern von drei bis dreizehn Jahren berechnet. Der Abschreibungsaufwand ist in den Kosten der Umsatzerlöse und in den betrieblichen Aufwendungen enthalten. Im Juni 2001 gab das Financial Accounting Standard Board („FASB“) das Statement of Financial Accounting Standards („SFAS“) Nr. 141 „Business Combinations“ und SFAS Nr. 142 „Goodwill and Other Intangible Assets“ heraus. SinnerSchrader hat sich entschieden, die neuen Standards bereits zum Beginn des Geschäftsjahres 2001/2002 ab dem 01. September 2001 zu übernehmen. Basierend auf den neuen Regelungen von SFAS Nr. 141 und SFAS Nr. 142 hat SinnerSchrader folgende Schritte mit Wirkung zum Übernahmezeitpunkt am 01. September 2001 im Hinblick auf seine einzige Akquisition, der Netmatic vom Januar 2001, durchgeführt:

>

Untersuchung des Kaufpreises im Hinblick auf identifizierbare immaterielle Vermögensgegenstände: Als Ergebnis wurde der Buchwert des Mitarbeiterstammes zum 01. September 2001 in Höhe von 687.176  als Firmenwert reklassifiziert. Im Rahmen der Analyse wurden keine weiteren immateriellen Vermögensgegenstände als die bereits im Rahmen der ursprünglichen Kaufpreisallokation identifizierten aufgedeckt.

>

Untersuchung der Klassifizierung und der sich daraus ergebenden Abschreibungsdauer der identifizierten immateriellen Vermögensgegenstände: Als Ergebnis wurde keiner der immateriellen Vermögensgegenstände als auf unbestimmte Zeit nutzbar eingestuft.

>

Aussetzung der linearen Abschreibung des Firmenwertes per 01. September 2001 und Wertminderungstest des Firmenwertes: Als Ergebnis wurde der gesamte Buchwert des Firmenwertes als nicht werthaltig eingestuft und voll abgeschrieben (vgl. III.b). Entsprechend den Regelungen von SFAS Nr. 142 wurde die auf dem initialen Wertminderungstest beruhende Abschreibung in Höhe von 14.702.726  als „kumulierter Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze“ ausgewiesen. Vor der Übernahme von SFAS Nr. 142 wurden der Firmenwert und die immateriellen Vermögensgegenstände gemäß SFAS Nr. 121 auf Wertminderung überprüft (vgl. III.h). Wie in SFAS Nr. 142 gefordert zeigt die folgende Tabelle, wie hoch der Jahresüberschuss/-fehlbetrag und der Jahresüberschuss/-fehlbetrag je Aktie in allen im Abschluss dargestellten Perioden ohne Abschreibungen auf Firmenwerte und auf immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht mehr abgeschrieben werden, und unter Berücksichtigung der Änderung der Nutzungsdauern von immateriellen Vermögensgegenständen, die weiter abgeschrieben werden, nach ggf. zu berücksichtigenden Steuereffekten auf die Korrekturbeträge gewesen wäre:

40


KO N Z E R NAB S C H LU S S

Berichteter Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

- 3.197.951

- 2.452.369

Rückaddition: Abschreibung Firmenwert

2.111.380

Rückaddition: Abschreibung immaterieller Vermögensgegenstände, die nicht länger abgeschrieben werden (Umgliederung des Mitarbeiterstammes in den Firmenwert)

196.336

- 3.197.951

- 144.653

Angepasster Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekt aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

Die entsprechenden Beträge je Aktie, einfach und verwässert, sind wie folgt:

Berichteter Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekten aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze

2000/2001

in €

in €

- 0,28

- 0,23

Rückaddition: Firmenwertabschreibung

0,20

Rückaddition: Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände, die nicht länger abgeschrieben werden (Umgliederung des Mitarbeiterstammes in den Firmenwert)

0,02

- 0,28

- 0,01

Angepasster Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor kum. Effekten aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze H. WE RTM I N DE R U NG E N VON VE R MÖ G E N SG E G E N S TÄ N D E N D E S AN LAG EVE R MÖ G E N S

2001/2002

SinnerSchrader beurteilt regelmäßig, ob die Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen seines Anlagevermögens mit den Bilanzansätzen übereinstimmt. Die Beurteilung erfolgt auf Basis von SFAS Nr. 121 „Accounting for the Impairment of Long-Lived Assets and for Long-Lived Assets to be Disposed of“. Sobald Ereignisse oder Veränderungen der Umstände eintreten, die anzeigen, dass die Bilanzansätze nicht wieder realisierbar sind, vergleicht SinnerSchrader die nicht diskontierten Netto-Zahlungsflüsse, die aus den betroffenen Vermögenswerten generiert werden können, mit dem Bilanzansatz. Wenn die undiskontierten Zahlungsflüsse geringer sind als der Bilanzansatz, schreibt SinnerSchrader die entsprechenden Vermögenswerte auf den Wert ab, der sich aus den diskontierten zukünftigen Zahlungsflüssen aus diesen Vermögenswerten ergibt. In dem am 31. August 2002 endenden Geschäftsjahr hat SinnerSchrader außerordentliche Abschreibungen wegen dauerhafter Wertminderungen im Umfang von 316.514  für im Rahmen der Netmatic-Akquisition erworbene immaterielle Vermögensgegenstände (vgl. Punkt III.b) vorgenommen. Über diese Wertminderungen hinaus sind in den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 nach Auffassung des Managements keine weiteren Wertminderungen eingetreten, mit Ausnahme der Wertminderung von Finanzanlagen, die in Abschnitt i. erläutert sind.

41


KO N Z E R NAB S C H LU S S

ANSCHAFFU NGSKOSTE N

U N R EALISI E RTE G EWI N N E

U N R EALISI E RTE VE R LUSTE

WE RTM I N DE RU NG E N

AUSG EWI ESE N E R B UCHWE RT

in €

in €

in €

in €

in €

Geldmarkt- und Genussscheinfonds

11.011.922

30.580

- 3.925

11.038.577

Unternehmensanleihen

14.996.474

5.000

- 26.544

14.974.930

Wertpapiere des Umlaufvermögens, gesamt

26.008.396

35.580

- 30.469

26.013.507

4.107 4.107

– –

– –

- 4.107 - 4.107

– –

ANSCHAFFU NGSKOSTE N

U N R EALISI E RTE G EWI N N E

U N R EALISI E RTE VE R LUSTE

WE RTM I N DE RU NG E N

AUSG EWI ESE N E R B UCHWE RT

in €

in €

in €

in €

in €

Geldmarkt- und Genussscheinfonds

24.891.070

399.381

- 4.029

25.286.422

Wertpapiere des Umlaufvermögens, gesamt

24.891.070

399.381

- 4.029

25.286.422

63.231 167.900 51.129 282.260

– – – –

– - 59.124 – - 167.900 – - 51.129 – - 278.153

4.107 – – 4.107

I. KU RZ FR I STIG E F I NAN ZAN LAG E N U N D F I NAN ZAN LAG E N

31.08.2002

Wandelschuldverschreibungen Finanzanlagen, gesamt

31.08.2001

Wandelschuldverschreibungen GmbH-Anteile Gesellschafterdarlehen Finanzanlagen, gesamt

SinnerSchraders kurzfristige Finanzanlagen bestehen aus marktgängigen Schuldtiteln und marktgängigen Anteilen an Geldmarktfonds und an Fonds, die ihrerseits in Schuldtitel anlegen, die jederzeit verkauft werden können, um den kurzfristigen Finanzbedarf zu decken. Am 31. August 2002 hatten alle Finanztitel eine Restlaufzeit von weniger als zwei Jahren. In Übereinstimmung mit SFAS Nr. 115 „Accounting for Certain Investments in Debt and Equity Securities“ hat SinnerSchrader diese Wertpapiere als „available for sale“ qualifiziert. Daher werden die zum Stichtag unrealisierten Gewinne aus diesen Wertpapieren in einer separaten Eigenkapitalposition unter Berücksichtigung der auf sie entfallenden Steuern berücksichtigt. SinnerSchrader untersucht die Wertpapiere des Umlaufvermögens auf andere als vorübergehende Wertminderungen je Wertpapier und bucht Wertminderungsverluste in dem Umfang ein, in dem der faire Wert unter den ursprünglichen Anschaffungskosten liegt und der Rückgang nicht als vorübergehend (im allgemeinen kürzer als neun Monate) zu qualifizieren ist. SinnerSchrader hat in den Geschäftsjahren, die am 31. August 2002 bzw. am 31. August 2001 enden, jeweils nur vorübergehende Wertminderungen festgestellt. SinnerSchraders Finanzanlagen bestanden aus GmbH-Anteilen, Wandelschuldverschreibungen und Gesellschafterdarlehen. Die Finanzanlagen wurden nach der Kostenmethode in der Bilanz angesetzt. SinnerSchrader beurteilte jeweils zum Stichtag den Marktwert seiner Finanzanlagen und berücksichtigte gegebenenfalls erkennbare Wertminderungen. SinnerSchrader hat die Wandelschuldverschreibungen im Austausch gegen Dienstleistungen im Jahr 1999 erhalten. Im Hinblick auf die angespannte finanzielle Situation des

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

Emittenten der Wandelschuldverschreibung sieht SinnerSchrader sowohl den Optionsals auch den Darlehensanteil der Wandelschuldverschreibung als im Wert gemindert an. Der Optionsanteil der Wandelschuldverschreibung wurde in den vorherigen Geschäftsjahren unter Anwendung des Black-Scholes-Modells bewertet; der Darlehensanteil wurde zum Nominalwert angesetzt. Die Wertminderungen der Wandelschuldverschreibung wurden in den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 jeweils als Aufwand verbucht. SinnerSchrader hat Zinseinnahmen aus der Wandelschuldverschreibung nur bei Zahlungseingang verbucht. Im Geschäftsjahr, das am 31. August 2002 endet, hat SinnerSchrader keine Zinsen aus der Wandelschuldverschreibung erhalten. Die GmbH-Anteile und das Gesellschafterdarlehen betreffen ein Unternehmen. Dieses Unternehmen hat im September 2001 Insolvenz angemeldet. Das Insolvenzverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Als Folge der Insolvenz betrachtet SinnerSchrader diese Anlagen als dauerhaft im Wert gemindert. Mit Wirkung vom 01. September 2000 hat SinnerSchrader SFAS Nr. 133 „Accounting for Derivative Instruments and Hedging Activities“ angewandt. Die Auswirkungen der Anwendung von SFAS Nr. 133 in den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 waren nicht materiell. J . K A P I TA L F L U S S R ECH N U NG

K . U M S AT Z R EALI S I E R U NG

In den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 zahlte SinnerSchrader Zinsen in Höhe von 4.232  bzw. 619 . Der Konzern zahlte in den Jahren 2001/2002 und 2000/2001 Ertragsteuern in Höhe von 1.920.404  bzw. 2.151.801 . In diesen Zeiträumen erhielt der Konzern Steuerrückzahlungen in Höhe von 1.417.573  bzw. 395.199 . Für die Kapitalflussrechnung betrachtet SinnerSchrader alle hoch liquiden Anlagen, die mit einer ursprünglichen Laufzeit von drei Monaten oder weniger erworben wurden, als Zahlungsmitteläquivalente. Zahlungsmitteläquivalente bestehen aus Einlagen bei Geschäftsbanken. P R OJ E K T D I E N S T L E I S T U N G E N :

Die erbrachten Dienstleistungen reichen von der Strategie- und Konzeptberatung für transaktionale Web-Lösungen über das Design und die Produktion internetbasierter Benutzeroberflächen bis zur Implementierung von Software für Middleware- und Backend-Systeme. Darüber hinaus erbringt SinnerSchrader Pflege- und Content-ManagementDienstleistungen für bereits installierte Lösungen. Projekt- und Beratungsdienstleistungen werden entweder auf Stundenbasis oder auf Basis eines Festpreises abgerechnet. Die Umsätze aus Projekten auf Festpreisbasis werden grundsätzlich entsprechend dem erzielten Leistungsfortschritt unter Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode gemäß Statement of Position („SOP“) 81-1 des American Institute of Certified Public Accountants („AICPA“) „Accounting for Performance of Construction Type and Certain Production Type Contracts“ bilanziert. Der Leistungsfortschritt wird dabei als Verhältnis der bereits geleisteten Mannstunden zu den für das Gesamtprojekt erwarteten Mannstunden bestimmt. Rückstellungen für geschätzte Verluste aus noch nicht fertig gestellten Projekten werden auf Basis einer Einzelbetrachtung zulasten der Periode gebildet, in der ein solcher Verlust wahrscheinlich wird. Die Umsätze enthalten auch erstattbare Kosten, die den Kunden in Rechnung gestellt werden. Umsätze, die auf Basis der Percentage-ofCompletion-Methode erkannt, aber noch nicht in Rechnung gestellt wurden, werden in der Bilanz unter Abzug erhaltener Anzahlungen als noch nicht abgerechnete Leistungen ausgewiesen. Erhaltene Anzahlungen, die über den Wert der noch nicht abgerechneten Leistungen hinaus gehen, werden als erhaltene Anzahlungen ausgewiesen.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

M E DIADI E N STLE I STU NG E N:

SinnerSchrader bietet auch Onlinemarketing-Dienstleistungen an. Darunter sind Planung, Design, Ausführung und Controlling von Onlinemarketing-Kampagnen für Websites im Internet zu verstehen, die in erster Linie für Kunden erbracht werden, mit denen auch Projektgeschäft betrieben wird. Dafür werden dem Kunden zum einen die Kosten für die entsprechenden Werbeplätze in Rechnung gestellt. Zum anderen werden die Leistungen für Planung und Controlling der Kampagnen entweder auf Basis einer feststehenden monatlichen Rate oder als Prozentsatz des gesamten Wertes des gebuchten Mediaplatzes sowie für das Design und die Produktion der Werbemittel auf Stundenbasis berechnet. Umsätze für die Werbeplätze werden grundsätzlich nach dem Erscheinen der Werbung gebucht. Die zusätzlichen Dienstleistungen werden jeweils monatlich abgerechnet. Während der Bruttoumsatz jeweils den gesamten Rechnungsbetrag enthält, wird für den Nettoumsatz der Rechnungsbetrag um die Kosten der Werbeplätze vermindert. Erkannte Umsätze, die noch nicht in Rechnung gestellt wurden, werden in der Bilanz, vermindert um erhaltene Anzahlung für Mediabuchungen und zuzüglich geleisteter Anzahlungen für Mediabuchungen, als noch nicht abgerechnete Leistungen ausgewiesen. SON STIG E DI E N STLE I STU NG E N:

SinnerSchrader übernimmt auch Betriebsdienstleistungen wie zum Beispiel das Hosting von Websites, Anwendungsbetreuung und -monitoring sowie Web-Datenanalysedienstleistungen. Gebühren für diese Dienstleistungen werden den Kunden grundsätzlich monatlich in Rechnung gestellt. Darüber hinaus liefert SinnerSchrader den Kunden auf Anfrage auch die für den Betrieb benötigte Hard- und Software. Die Umsatzrealisierung erfolgt hier nach Abrechnung bzw. nach dem Gefahrenübergang. Im Allgemeinen realisiert SinnerSchrader Umsatz nur bei ausreichender Evidenz einer bestehenden Vereinbarung, bei einer festgelegten oder bestimmbaren Vergütung, nach Leistungserbringung und bei ausreichender Wahrscheinlichkeit, dass die Forderungen beglichen werden. L. W E R B E KOSTE N

SinnerSchrader berücksichtigt Werbe- und Promotion-Aufwand für seine Dienstleistungen und das Unternehmensimage grundsätzlich im Zeitpunkt des Entstehens. Diese Aufwendungen betrugen in den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 jeweils 66.139  bzw. 58.388 .

M. B I LAN Z I E R U NG VON M I TA R B E I T E R A K T I E N B ETE I LIG U NG E N

Im Oktober 1995 hat das FASB das SFAS Nr. 123 „Accounting for Stock-Based Compensation“ herausgegeben. Für die Bilanzierung von aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen erlaubt dieser Standard sowohl die Anwendung der Bilanzierungsmethode auf Grundlage des beizulegenden Zeitwertes als auch die Methode, die in Accounting Principles Board Opinion („APB“) Nr. 25 „Accounting for Stock Issued to Employees“ definiert ist. SinnerSchrader hat sich zur Bilanzierung seiner aktienbasierten Vergütungskomponenten für die Anwendung der Regelungen nach APB Nr. 25 entschieden und gibt daher in diesem Anhang unter Punkt VI.d die nach SFAS Nr. 123 geforderten Angaben über das Pro-forma-Ergebnis, das sich bei Anwendung einer auf dem beizulegenden Zeitwert beruhenden Methode ergeben hätte. Nach APB Nr. 25 ergeben sich die Personalkosten als Differenz, soweit vorhanden, zwischen dem Marktwert der SinnerSchrader-Aktie und dem Ausübungspreis der Option am Tag ihrer Zuteilung.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

N . V O L L S TÄ N D I G E S JAH R E S E RG E B N I S

Das vollständige Jahresergebnis stellt den gesamten Nettogewinn und alle Eigenkapitalveränderungen dar, die nicht mit Gesellschaftern verbunden sind. Die kumulierten übrigen Bestandteile des vollständigen Jahresergebnisses bestehen aus den folgenden Komponenten:

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, netto Währungsausgleichsposten Gesamt

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

5.111

235.690

52.675 57.786

16.868 252.558

Eine Zusammenfassung der übrigen Bestandteile des vollständigen Jahresergebnisses für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001 zeigen die folgenden Tabellen: VOR STE U E R

STE U E R E FFE KT

NACH STE U E R

in €

in €

in €

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens

- 224.169

90.530

- 133.639

Abzgl. realisierter Gewinne/Verluste Anpassung des Steuereffekts

- 166.071 –

67.067 2.064

- 99.004 2.064

- 390.240

159.661

- 230.579

35.807 - 354.433

– 159.661

35.807 - 194.772

2001/2002

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, netto Währungsausgleichsposten Gesamt 2000/2001

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens

493.950

- 262.793

231.177

- 292.026 –

155.353 50.659

- 136.673 50.659

Unrealisierte Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens, netto

201.924

- 56.761

145.163

Währungsausgleichsposten Gesamt

16.791 218.715

– - 56.761

16.791 161.954

Abzgl. realisierter Gewinne/Verluste Anpassung des Steuereffekts

Die Anpassung des Steuereffektes für das Geschäftsjahr 2001/2002 stammt aus der Auflösung der passiven latenten Steuern für den kumulierten Stand der unrealisierten Gewinne aus Available-for-Sale-Wertpapieren, die aufgrund der derzeitigen Verlustsituation von SinnerSchrader notwendig war. Die Anpassung des Steuereffektes für das Geschäftsjahr 2000/2001 ist auf die ab 01. September 2001 wirksame Senkung des Steuersatzes von 53,2 % auf 40,4 % zurückzuführen. O. JAH R E S Ü B E RSCH US S /-F E H LB ETRAG PRO AKTI E

SinnerSchrader berechnet den Jahresüberschuss/-fehlbetrag pro Aktie in Übereinstimmung mit SFAS Nr. 128 „Earnings per Share“. Das einfache („basic“) Ergebnis pro Aktie wird unter Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Zahl der ausgegebenen Stammaktien ermittelt. Das verwässerte („diluted“) Ergebnis pro Aktie wird unter Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Zahl der ausgegebenen Stammaktien zuzüglich der mit der Aktienrückkaufmethode („Treasury Stock Method“) ermittelten möglichen Anzahl von Stammaktien dargestellt, die sich aufgrund ausstehender Optionen oder Wandlungsrechte ergeben, die den Bezug von Stammaktien ermöglichen. Sinner-

45


KO N Z E R NAB S C H LU S S

Schrader hat im Rahmen seiner Mitarbeiteroptionsprogramme 1999 und 2000 Optionen zum Kauf von Stammaktien an Mitarbeiter ausgegeben. Alle aufgrund von ausgegebenen Optionen beziehbaren Aktien wurden bei der Berechnung des verwässerten Jahresfehlbetrages pro Aktie des Geschäftsjahres 2001/2002 unberücksichtigt gelassen, da deren Effekt nicht verwässernd wäre.

Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Einfacher gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien Jahresüberschuss/-fehlbetrag je Aktie (einfach)

Einfacher gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien zzgl. Verwässerung aufgrund ausstehender Aktienoptionen Verwässerter gewichteter Durchschnitt im Umlauf befindlicher Aktien Jahresüberschuss/-fehlbetrag je Aktie (verwässert)

2001/2002

2000/2001

in € bzw. Aktien

in € bzw. Aktien

- 17.900.677

- 2.452.369

11.532.500

10.735.308

- 1,55

- 0,23

11.532.500

10.735.308

11.532.500

10.735.308

- 1,55

- 0,23

P. S E G M E N TB E R I C H T E R S TAT T U N G

Im Jahre 1998 übernahm SinnerSchrader SFAS Nr. 131 „Disclosure about Segments of an Enterprise and Related Information“. SFAS Nr. 131 bestimmt den Geschäftsleitungsansatz als neue Grundlage für die Bestimmung der berichtspflichtigen Unternehmenssegmente. Demnach sind die von der Geschäftsführung genutzten Informationen über die Geschäftsbereiche und zur Steuerung der Geschäftsbereiche auch als Grundlage für die Segmentberichterstattung zu verwenden. SinnerSchrader ist mit seinem Geschäftsmodell nur in einem Segment tätig, dem der integrierten Beratungs-, Implementierungs- und Marketingdienstleistungen für eBusinessAnwendungen. In der regionalen Umsatzabgrenzung werden die Umsätze denjenigen Ländern zugerechnet, aus denen heraus der Verkauf getätigt wurde. In 2001/2002 war der gesamte Umsatz von SinnerSchrader dem Inland zuzuordnen. In 2000/2001 erzielte SinnerSchrader auch Umsätze in den USA, den Niederlanden und in Großbritannien.

Q. U MG LI E DE R U NG E N

In den Angaben der Vorperioden ist es zu bestimmten Umgliederungen gekommen, um eine an das zum 31. August 2002 endende Geschäftsjahr angepasste Darstellung zu ermöglichen.

R. N E U E B I LANZ I E R U NG SB E STI M M U NG E N

46

Im Juni 2001 hat das FASB SFAS Nr. 143 „Accounting for Asset Retirement Obligations“ herausgegeben. SFAS Nr. 143 schreibt vor, dass der faire Wert für die Verbindlichkeit aus einer Verpflichtung zur Stilllegung von Vermögensgegenständen in der Periode einzustellen ist, in der die Verbindlichkeit entsteht, wenn eine vernünftige Schätzung dieses Wertes möglich ist. Die zugehörigen Stilllegungskosten sind als Bestandteil der Anschaffungskosten des langfristigen Vermögensgegenstandes zu aktivieren. Das Unternehmen hat die Veränderungen der Verbindlichkeit, die durch Zeitablauf entstehen, unter Anwendung einer Zinsmethode auf den Wert der Verbindlichkeit zu Beginn der Periode zu errechnen. Der Zins, der für diese Berechnung zu wählen ist, ist der Kreditrisiko adjustierte risikolose Zinssatz zum Zeitpunkt der ursprünglichen Bewertung der Verbindlichkeit. Der errechnete Betrag der Veränderung ist als Anstieg des Wertes der Verbindlichkeit und als operativer Aufwand zu verbuchen. SFAS Nr. 143 ist gültig für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Juni


KO N Z E R NAB S C H LU S S

2002 beginnen. SinnerSchrader erwartet nicht, dass die Anwendung von SFAS Nr. 143 einen materiellen Einfluss auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben wird. Im August 2001 hat das FASB SFAS Nr. 144 „Accounting for the Impairment or Disposal of Long-Lived Assets“ herausgegeben. SFAS Nr. 144 legt eine einzige Buchhaltungssystematik für zum Verkauf vorgesehene langlebige Wirtschaftsgüter fest, die im Einklang mit den grundlegenden Vorschriften des SFAS Nr. 121 „Accounting for the Impairment of Long-Lived Assets and for Long-Lived Assets to be Disposed of“ steht. Obwohl SFAS Nr. 144 APB Nr. 30 „Reporting the Results of Operations – Reporting the Effects of Disposal of a Segment of a Business, and Extraordinary, Unusual and Infrequently Occurring Events and Transactions“ ablöst, wird darin an dem Ausweis von einzustellenden Betriebsteilen („discontinued operations“) festgehalten, der Anwendungsbereich aber über ein Geschäftssegment hinaus auf Bestandteile einer Unternehmung erweitert. Allerdings hat der Ausweis einzustellender Betriebsteile nicht mehr auf Basis des netto realisierbaren Wertes zu erfolgen und zukünftig zu erwartende operative Verluste können nicht länger zurückgestellt werden. Gemäß SFAS Nr. 144 fällt die Verpflichtung zur Verteilung von Goodwill auf langlebige Wirtschaftsgüter im Rahmen von auf diese bezogene Wertminderungsuntersuchungen weg. SFAS Nr. 144 führt des Weiteren für die Wertbestimmung von Vermögenswerten im Rahmen von Wertminderungstests einen wahrscheinlichkeitsgewichteten Schätzansatz für Fälle ein, in denen eine Bandbreite von unterschiedlichen Zahlungsflüssen aus dem untersuchten Vermögenswert generiert werden könnte. Darüber hinaus bestimmt SFAS Nr. 144 Kriterien für die Entscheidung, ob ein Vermögenswert als zum Verkauf gehalten („held for sale“) behandelt werden soll. SFAS Nr. 144 gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Dezember 2001 beginnen, und ist bereits für die Zwischenperioden dieser Geschäftsjahre anzuwenden. Eine vorzeitige Anwendung wird zusätzlich empfohlen. Die Festlegungen der Richtlinie sind grundsätzlich vorausschauend anzuwenden. SinnerSchrader hat derzeit keine Pläne, Betriebsteile abzustoßen, und erwartet demgemäß aus der Anwendung von SFAS Nr. 144 keine materiellen Auswirkungen auf seine Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Im November 2001 hat das FASB Topic Nr. D-103 „Income Statement Characterisation of Reimbursements Received for ,Out-of-Pocket‘ Expenses Incurred“ herausgegeben. Diese Veröffentlichung verlangt, dass Kostenerstattungen für Reisekosten, Spesen und andere Barauslagen in der Gewinn- und Verlustrechnung als Umsatz ausgewiesen werden. Die Bestimmungen dieser Veröffentlichung sind für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Dezember 2001 beginnen, verpflichtend. Die Annahme dieser Bestimmungen wird keinen Effekt auf das Jahresergebnis von SinnerSchrader haben, da SinnerSchrader diese Art von Erstattungen bereits in der Vergangenheit als Umsatz ausgewiesen hat und dies weiterhin tun wird. Im April 2002 hat das FASB SFAS Nr. 145 „Rescission of FASB Statements No. 4, 44 and 64, Amendment of FASB Statement No. 13 and Technical Corrections“ herausgegeben. Die wesentliche Änderung ist, dass Gewinne oder Verluste aus dem Erlöschen von Schulden, die nach SFAS Nr. 4 als außerordentliche Posten zu qualifizieren waren, nicht als solche zu qualifizieren sind. Die Regeln von SFAS Nr. 145 sind gültig für Geschäftsjahre, die nach dem 15. Mai 2002 beginnen, obwohl die vorzeitige Anwendung der Regeln in Bezug auf den Widerruf von SFAS Nr. 4 empfohlen wird. SinnerSchrader plant, SFAS 145 in seinem Geschäftsjahr, das am 31. August 2003 endet, anzuwenden. SinnerSchader erwartet nicht, das die Anwendung von SFAS Nr. 145 einen materiellen Effekt auf seine Vermögens-, Finanzund Ertragslage haben wird. Im Juni 2002 hat das FASB SFAS Nr. 146 „Accounting for Costs Associated with Disposal or Exit Activities“ herausgegeben. Diese Vorschrift adressiert Fragen der Buchführung und Berichterstattung zu Kosten aus Ausstiegs- und Verkaufsaktivitäten und hebt „Emerging Issues Task Force (EITF)“ Ausgabe No. 94-3 „Liability Recognition for Certain Employee

47


KO N Z E R NAB S C H LU S S

Termination Benefits and Other Costs to Exit an Activity (including Certain Costs Incurred in a Restructuring) auf. Die Vorschrift legt fest, dass eine Verbindlichkeit aus Kosten, die in Verbindung mit einer Ausstiegs- oder Verkaufsaktivität stehen, einzubuchen ist, wenn diese Verbindlichkeit eingegangen wird. Nach EITF Ausgabe Nr. 94-3 war die Verbindlichkeit für Ausstiegskosten nach der dortigen Definition der Ausgabe Nr. 94-3 an dem Tag einzubuchen, an dem das Unternehmen sich zu dem Ausstiegsplan verbindlich entschließt. Die neue Vorschrift bestimmt, dass der verbindliche Entschluss eines Unternehmens zu einem Plan allein noch keine Verpflichtung gegenüber Dritten entstehen lässt, die die Kriterien für eine Verbindlichkeit erfüllen. Daher streicht SFAS Nr. 146 die Definitionen und Anforderungen für die Anerkennung von Ausstiegskosten in Ausgabe Nr. 94-3, bis die Verbindlichkeit eingegangen wird, und bestimmt den fairen Wert zum Zweck der initialen Bewertung der Verbindlichkeit. Die Vorschrift ist allerdings nicht auf Kosten anzuwenden, die im Zusammenhang mit Ausstiegsaktivitäten in Bezug auf Einheiten stehen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses gekauft wurden, oder auf Verkaufsaktivitäten, die von SFAS Nr. 144 abgedeckt werden. SinnerSchrader erwartet nicht, dass die Anwendung von SFAS Nr. 146 materielle Auswirkungen auf seine Vermögens-, Finanzund Ertragslage haben wird.

iii. bestandteile der bilanz A. SACHAN LAG E N

Die ausgewiesenen Sachanlagen setzen sich wie folgt zusammen:

Computer-Hard- und -Software Betriebs- und Geschäftsausstattung Mietereinbauten Gesamt zu Anschaffungskosten abzgl. kumulierte Abschreibungen Gesamt zu Buchwerten B . I M M AT E R I E L L E VE R MÖG E N SG E G E N S TÄ N D E

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

1.474.865 1.096.583 1.103.018 3.674.466 - 1.498.347 2.176.119

1.281.611 844.158 606.580 2.732.349 - 883.046 1.849.303

Bestimmte immaterielle Vermögensgegenstände wurden im Rahmen der Erstkonsolidierung der Akquisition von Netmatic nach der Erwerbsmethode aktiviert. Die folgende Tabelle fasst die aktivierten Anschaffungskosten ebenso wie die kumulierten Abschreibungen und Wertminderungen auf diese immateriellen Vermögensgegenstände zusammen: ANSCHAFFU NGSKOSTE N

KU M U LI E RTE ABSCH R E I B U NG E N

WE RTM I N DE R U NG

B UCHWE RT

in €

in €

in €

in €

G ESCHÄTZTE N UTZ U NGSDAU E R

639.115 16.814.106 17.453.221

- 322.601 - 2.111.380 - 2.433.981

- 316.514 - 14.702.726 - 15.019.240

– – –

3 – –

Mitarbeiterstamm

883.512

- 196.336

687.176

3

Kundenliste Firmenwert Gesamt

639.115 16.005.778 17.528.405

- 85.215 - 2.111.380 - 2.392.931

– – –

553.900 13.894.398 15.135.474

5 5 –

31.08.2002

Kundenliste Firmenwert Gesamt 31.08.2001

48


KO N Z E R NAB S C H LU S S

Für die Bilanzierung von erworbenen immateriellen Vermögensgegenständen hat SinnerSchrader per 01. September 2001 die Regelungen von SFAS Nr. 141 und SFAS Nr. 142 übernommen. Die in obiger Tabelle dargestellte Entwicklung der Buchwerte der erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und des Firmenwertes sind daher sowohl durch den Übergang auf die neuen Bilanzierungsrichtlinien, wie in Punkt II.g beschrieben, als auch durch die Geschäftsentwicklung beeinflusst. Die Anschaffungskosten des Firmenwertes wurden vor allem durch die Reklassifizierung des Mitarbeiterstammes im Rahmen der Übernahme von SFAS Nr. 141 um deren Buchwert nach oben korrigiert, da der Mitarbeiterstamm nicht länger als identifizierbarer immaterieller Vermögensgegenstand betrachtet wird. Zusätzlich stiegen die Anschaffungskosten des Firmenwertes durch eine nachträgliche Kaufpreiserhöhung aufgrund eines Schiedsgerichtsurteiles und höherer Transaktionskosten (s. Punkt V.). Entsprechend den neuen Regeln von SFAS Nr. 142 hat SinnerSchrader in Übereinstimmung mit seiner Segmentberichterstattung (vgl. Punkt II.p) nur eine Berichtseinheit identifiziert, die damit der Gruppe insgesamt entspricht. Als Folge war der Goodwill, der bis zum Übernahmetag nur dem übernommenen Geschäft der Netmatic zugeordnet war, mit der Übernahme von SFAS Nr. 142 der einen Berichtseinheit zuzuordnen und der initiale Wertminderungstest hatte auf der Basis einer Bewertung der gesamten Gruppe zu erfolgen. Bei der Wertermittlung für die gesamte Gruppe stützte sich SinnerSchrader primär auf die Marktkapitalisierung seiner Aktien im Umfeld des Übernahmestichtages 01. September 2001. Zur Absicherung der Ergebnisse der Marktwertmethode wurde eine Berechnung des fairen Wertes auf Basis diskontierter zukünftiger Cashflows herangezogen. Beide Methoden führten zu einem Wert unterhalb des Wertes der Nettoaktiva von SinnerSchrader per 01. September 2001. Nach der Zuordnung des geschätzten Unternehmenswertes zu den identifizierbaren Vermögensgegenständen und Schulden verblieb kein dem Firmenwert zuzuweisender Residualwert. Infolgedessen führte SinnerSchrader eine Abwertung des Firmenwertes in Höhe des Buchwertes per 01. September 2001 (nach Korrektur um den Wert des Mitarbeiterstammes und der nachträglichen Kaufpreiserhöhung) durch. Gemäß SFAS Nr. 142 wird der entsprechende Aufwand als Effekt aus der Änderung von Rechnungslegungsgrundsätzen in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Im Hinblick auf den Kundenstamm war zur berücksichtigen, dass ein wesentlicher Kunde in der ersten Hälfte des Jahres 2002 Insolvenz angemeldet hat und ein weiterer wesentlicher Kunde verloren wurde. Dies zusammen mit dem erheblichen Rückgang der mit den verbleibenden Kunden erzielten Nettomarge, der im Zusammenhang mit der insgesamt niedrigeren Nachfrage nach Leistungen des Konzerns stand, hat dazu geführt, dass SinnerSchrader den fairen Wert des Kundenstamms zum 31. August 2002 als nicht wesentlich von Null verschieden eingeschätzt hat und den Buchwert entsprechend gegen das Betriebsergebnis vollständig außerordentlich abgeschrieben hat. Die Abschreibung ist in der Position „Abschreibung auf immaterielle Vermögensgegenstände“ enthalten.

49


KO N Z E R NAB S C H LU S S

C. KON Z E R NAN LAG E S P I EG E L

Der folgende Konzern-Anlagespiegel stellt die Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr 2001/2002 dar: AN S C HAF F U N G S- U N D H E R STE LLU N G S KO STE N

KU R SVE RÄNDE R U NG E N

Z UGÄNG E

AB GÄNG E

in €

U MG LI E DER U NG E N in €

in €

in €

in €

Erworbener Kundenstamm sowie Mitarbeiterstamm

1.522.627

- 883.512

16.005.778

687.176

– –

Geschäfts- oder Firmenwert

121.152

– –

Immaterielle Vermögensgegenstände, gesamt

17.528.405

- 196.336

121.152

1.281.611

- 2.120

247.223

51.849

Betriebs- und Geschäftsausstattung

844.158

127.145

606.580 2.732.349

– –

- 527 –

380.097

Mietereinbauten Sachanlagen, gesamt

498.179 1.125.449

1.741 180.735

Wertpapiere des Anlagevermögens

4.107 4.107

– –

Finanzanlagen, gesamt

– –

– –

20.264.861

- 196.336

- 2.647

1.246.651

180.735

STAN D

01.09.2001

Immaterielle Vermögensgegenstände:

Sachanlagen: Computer-Hardund -software

- 2.647

Finanzanlagen:

>

D. SON STIG E VE RM Ö G E N S G E G E N S TÄ N D E U N D AKTIVE R ECH N U NG SABG R E NZ U NG S POSTE N

50

Anlagevermögen, gesamt

Die wesentlichen Komponenten der sonstigen Vermögensgegenstände und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten zeigt die folgende Tabelle: 31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

Steuerrückforderungen Rechnungsabgrenzungsposten Übrige kurzfristige Vermögensgegenstände

1.815.649 102.167 156.672

1.938.814 98.568 200.309

Übrige kurzfristige Vermögensgegenstände und aktive Rechnungsabgrenzungsposten, gesamt

2.074.488

2.237.691


KO N Z E R NAB S C H LU S S

K U M U LI E RTE AB S C H R E I B U N G E N /W E RTM I N D E R U N G E N

STAN D

Z U FÜ H-

N ETTO B U C HW E RTE

31.08.2002

STAN D

01.09.2001

U MG LI E DE-

R U NG E N

KU R SVE RÄNDE R U NG E N

AU FLÖ-

STAN D

R U NG E N

SU NG E N

31.08.2002

31.08.2002

STAN D

31.08.2001

in €

in €

in €

in €

in €

in €

in €

in €

in €

553.900

639.115

281.551

- 196.336

16.814.106

2.111.380

196.336

– –

14.702.726

– –

16.814.106

– 1.241.076 – 13.894.398

17.453.221

2.392.931

15.256.626

17.453.221

15.135.474

1.474.865

491.019

- 2.342

454.606

28.817

914.466

560.399

790.592

1.096.583

383.736

28.287

476.579

620.004

460.422

8.291 883.046

– –

- 613 –

121.743

1.103.018 3.674.466

99.952 673.301

941 58.045

107.302 1.498.347

995.716 2.176.119

598.289 1.849.303

4.107

4.107

– –

4.107

4.107

– –

4.107 4.107

– –

4.107

21.131.794

3.275.977

- 196.336

- 2.955

15.937.034

58.045

18.955.675

2.176.119

16.988.884

E. SON STIG E R ÜCK STE LLU NG E N

- 2.955

639.115

STAN D

4.107

Die sonstigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen:

Personalrückstellungen Garantierückstellungen Drohverlustrückstellungen aus Projektverträgen Mietrückstellungen Übrige Rückstellungen Gesamt

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

868.738 177.185 302.165 314.599 103.929 1.766.616

428.057 160.208 – 163.613 102.049 853.927

51


KO N Z E R NAB S C H LU S S

F. F I N A N Z I E L L E VE R P F LICHTU NG E N U N D U NG EWI SS E VE R B I N DLICH K E ITE N

Räumlichkeiten und gewisse Bestandteile der Einrichtungsgegenstände bzw. Geschäftsausstattung sind im Rahmen von operativen Leasingverträgen geleast. Am 31. August 2002 beliefen sich die zukünftigen jährlich mindestens zu entrichtenden Miet- und Leasingzahlungen auf :

01.09.2002– 31.08.2003 01.09.2003–31.08.2004 01.09.2004 –31.08.2005 01.09.2005– 31.08.2006 01.09.2006–31.08.2007 danach Gesamt

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

1.182.829 1.175.335 1.171.285 1.275.908 – – 4.805.357

1.717.330 1.580.074 1.368.689 1.275.907 – – 5.942.000

Die gesamten Miet- und Leasingzahlungen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2001/ 2002 und 2000/2001 auf 1.758.053  bzw. 796.912 . Aus dem normalen Geschäftsverlauf entstehen für SinnerSchrader regelmäßig bestimmte Eventualverbindlichkeiten, für die Rückstellungen gebildet werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass in der Zukunft Ausgaben hierfür anfallen werden, und wenn diese mit ausreichender Sicherheit geschätzt werden können. Die konsolidierten Konzernunternehmen sehen sich mehreren Klagen ausgesetzt, die sich hauptsächlich auf Kündigungen von Mitarbeitern beziehen. Im Geschäftsjahr 2001/2002 wurden für Risiken aus einigen dieser Prozesse Rückstellungen zulasten des operativen Ergebnisses gebildet. Im Geschäftsjahr 2000/2001 waren keine solchen Rückstellungen zu bilden.

iv. bestandteile der gewinn- und verlustrechnung A. AU F TE I LU NG DE R AU FW E N DU NG E N NACH DE M G E S A M T K O S T E N V E R FA H R E N

B. R E STR U KTU R I E R U NG SKOSTE N U N D VE RG LE ICH BAR E KOSTE N

52

Umsatzkosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten sowie Forschungs- und Entwicklungskosten teilen sich nach Kostenarten wie folgt auf: 2001/2002

2001/2002

in €

in €

Personalkosten

11.141.008

10.974.625

In den Kosten der Umsatzerlöse enthaltene Aufwendungen für bezogene Waren und Dienstleistungen: Aufwendungen für bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Dienstleistungen Abschreibungen auf Sachanlagen Sonstige betriebliche Aufwendungen Gesamt

137.551 366.831 595.685 3.428.757 15.669.832

136.371 276.381 416.695 4.380.589 16.184.661

Beginnend im Jahr 2000/2001, vor allem aber im Geschäftsjahr 2001/2002, hat SinnerSchrader Maßnahmen ergriffen, um die Kostenstruktur an die erheblich zurückgegangene Nachfrage für internetbezogene Beratungs-, Design- und IT-Dienstleistungen anzupassen. Diese Maßnahmen bezogen sich auf die Verringerung der Personalkapazität, die Konsolidierung der Büroflächen sowie die Einstellung der operativen Tätigkeiten in den aus-


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ländischen Niederlassungen. Die Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2001/2002 sowie den Stand der Restrukturierungsrückstellungen zum 31. August 2002 zeigt die folgende Tabelle: VE R B RAU C HT

31.08.2001

STAN D

Z USÄTZ L. MASSNAH M E N

U N BAR

BAR

in €

in €

in €

in €

– 163.613 – 163.613

733.765 881.282 2.720 1.617.767

– - 80.617 – - 80.617

- 175.538 - 648.056 - 2.720 - 826.314

WÄH R U NGSAN PASSU NG

STAN D

31.08.2002 in €

2001/2002

Mitarbeiter Standorte Sonstige Gesamt

– - 1.623 – - 1.623

558.227 314.599 – 872.826

Im Dezember 2001, Januar 2002 und August 2002 hat SinnerSchrader insgesamt 45 Mitarbeitern in Deutschland gekündigt. Aufgrund der Entscheidungen, die Investitionen in den Aufbau der ausländischen Niederlassungen in London (Großbritannien), Rotterdam (Niederlande) und Denver (Vereinigte Staaten) zu stoppen, wurden im August, November und Dezember 2001 die Arbeitsverhältnisse mit sechs weiteren Mitarbeitern aus diesen Niederlassungen aufgelöst. Die ausgewiesenen Aufwendungen beinhalten alle Kosten, die im Zusammenhang mit den Kündigungen der Arbeitsverträge standen, einschließlich der Abfindungszahlungen, Gehaltskosten für Freistellungszeiten sowie Rechtsberatungsund ggf. Gerichtskosten. In Geschäftsjahr 2000/2001 hat SinnerSchrader die Zusammenführung der vier Bürostandorte in Hamburg in ein neues Büro vorbereitet, die im September 2001 umgesetzt wurde. Am Ende des Geschäftsjahres 2000/2001 waren zwei der bisherigen Büros noch nicht weitervermietet. Darüber hinaus hat SinnerSchrader nach Einstellung der operativen Tätigkeit in Großbritannien das Büro in London geräumt, ohne dafür schon eine Weitervermietungsmöglichkeit gefunden zu haben. Die Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit diesen drei Büros umfassen Miet- und Servicezahlungen während der Leerstandszeiten, Kosten der Bemühungen zur Weitervermietung oder zur Entlassung aus den Mietverträgen (Kosten für Rechtsberatung, Provisionszahlungen und Gebühren an Immobilienmakler) sowie Abschreibungen/Wertminderungen auf Mietereinbauten und Büroausstattung, die zurückgelassen wurden. Die sonstigen Restrukturierungskosten beziehen sich primär auf unkündbare Verträge in Großbritannien. Die in der obigen Tabelle als Stand ausgewiesenen Beträge sind in den Personalrückstellungen sowie in den Mietrückstellungen enthalten. C. Z I N S E RTRÄG E U N D AU F W E N DU NG E N SOW I E E RTRÄG E U N D AU F W E NDU NG E N AUS DE M VE RK A U F V O N W E R T PA P I E R E N DE S U M LAU F VE R MÖ G E N S

Die Zinserträge und -aufwendungen bestehen aus den folgenden Komponenten:

Zinserträge Realisierte Gewinne/Verluste aus Wertpapieren des Umlaufvermögens Zinsaufwendungen Gesamt

2001/2002

2000/2001

in €

in €

1.326.384

1.036.339

166.071

292.026

- 4.232 1.488.223

- 619 1.327.746

53


KO N Z E R NAB S C H LU S S

v. akquisitionen Am 10. Januar 2001 hat SinnerSchrader alle Anteile an der Netmatic auf Basis eines am 18. September 2000 unterzeichneten Kauf- und Einbringungsvertrages, dem die ordentliche Hauptversammlung am 12. Dezember 2000 ihre Zustimmung erteilt hat, erworben. Der Gesamtkaufpreis wurde in zwei Raten geteilt. Die erste Rate war zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung auf 3.000.000 DM (1.533.876 ) in bar und 437.246 Stammaktien der SinnerSchrader AG festgelegt worden. Die zweite Rate war abhängig von der Leistung der Netmatic in dem am 31. Dezember 2000 beendeten Geschäftjahr im Hinblick auf Umsatz und Betriebsergebnismarge. Diese Rate wurde zum 31. März 2001 auf 1.130.518 Stammaktien der SinnerSchrader AG fixiert. Da die Aktien zum Bilanzstichtag des vorausgegangenen Geschäftsjahres noch nicht ausgegeben waren, wurde für die Verpflichtung in der Bilanz zum 31. August 2001 eine Kaufpreisverbindlichkeit eingebucht. Die Aktien der zweiten Rate wurden dann am 18. Oktober 2001 ausgegeben. Alle Aktien, die unter dem Kaufvertrag ausgegeben wurden, unterlagen Lock-up-Fristen von ein bis drei Jahren, gerechnet vom 01. Januar 2001. Darüber hinaus haben sich drei der Verkäufer von Netmatic im Kaufvertrag verpflichtet, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu gründen mit dem einzigen Zweck, 80.818 Stammaktien der SinnerSchrader AG, die sie als Kaufpreis erhalten haben, an Arbeitnehmer der Netmatic weiterzugeben. Am 01. Januar 2002, 01. Januar 2003 und 01. Januar 2004 können jeweils 20 %, 30 % bzw. 50 % der Gesamtanzahl an Aktien von den Arbeitnehmern bezogen werden. SinnerSchrader hat für dieses Mitarbeiterbeteiligungsprogramm im Eigenkapital einen Ausgleichsposten für Mitarbeitervergütung gebildet. Die Akquisition wurde als Erwerb bilanziert; dementsprechend wurde der Kaufpreis auf den fairen Wert der übernommenen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verteilt. Im Anschluss an die Ausgabe der Aktien der zweiten Kaufpreisrate wurde SinnerSchrader von den Verkäufern der Netmatic vor einem Schiedsgericht wegen verspäteter Lieferung und falscher Berechnung der Anzahl der Aktien der zweiten Kaufpreisrate verklagt. Gemäß der zwischen SinnerSchrader und den Verkäufern erreichten Einigung vor diesem Schiedsgericht hatte SinnerSchrader zusätzliche 36.227 SinnerSchrader-Aktien zu liefern und Zinsen auf die verspätete Lieferung dieser Aktien zu zahlen. Die Zahlung und Aktienübertragung wurde nach dem Stichtag am 19. September 2002 durchgeführt. Um die Verpflichtung erfüllen zu können, erwarb SinnerSchrader im Juni 2002 36.227 eigene Aktien. Der Gesamtbetrag der Verpflichtung aus der Einigung inkl. Zinsen und Kosten des Verfahrens belief sich auf 99.068 . Zusätzlich ergaben sich für die Auslieferung der Aktien der zweiten Kaufpreisrate um 22.084  höhere Transaktionskosten, als in der ursprünglichen Kaufpreisverteilung angenommen war. Damit erhöhte sich der Kaufpreis um insgesamt 121.152 . Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Gesamtkaufpreises für die Akquisition der Netmatic: in €

Barmittel Aktien Transaktionskosten Gesamtkaufpreis

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1.551.371 17.889.562 121.619 19.562.552


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Der Gesamtkaufpreis wurde auf die akquirierten Vermögensgegenstände sowie die übernommenen Verbindlichkeiten wie folgt aufgeteilt: in €

Sachanlagevermögen Liquide Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens Sonstige kurzfristige Vermögensgegenstände und Rechnungsabgrenzungsposten Übernommene Verbindlichkeiten Mitarbeiterstamm Kundenstamm Ausgleichsposten für Mitarbeitervergütung Firmenwert Gesamt

241.196 422.740 1.477.180 - 1.189.871 883.512 639.115 961.750 16.126.930 19.562.552

Die Verteilung des Kaufpreises wurde im Rahmen der Übernahme der Regelungen von SFAS Nr. 141 ab dem 01. September 2001 einer Überprüfung durch das Management von SinnerSchrader unterzogen. Daraus resultierte eine Umgliederung des Mitarbeiterstammes in den Firmenwert. Während der Überprüfung wurden keine weiteren immateriellen Vermögensgegenstände identifiziert. Im Geschäftsjahr 2000/2001 wurden alle immateriellen Vermögensgegenstände linear über eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben. Mit dem Tag der Übernahme der neuen Regeln von SFAS Nr. 142 am 01. September 2001 wurde die planmäßige Abschreibung des Firmenwertes eingestellt. Stattdessen waren der Firmenwert sowie weitere immateriellen Vermögensgegenstände einem jährlichen Werthaltigkeitstest zu unterziehen. Die als abnutzbar qualifizierten immateriellen Vermögensgegenstände wurden weiterhin linear entsprechend ihren Nutzungsdauern abgeschrieben. Der Ausgleichsposten für Mitarbeitervergütung wurde entsprechend dem Ablauf der Wartezeiten für die Nutzung des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms bzw. bei Verfall des Anspruches durch Beendigung des Arbeitsverhältnisses abgeschrieben. Die folgende Tabelle weist die ungeprüften Pro-forma-Ergebnisse für SinnerSchrader und Netmatic unter der Annahme aus, dass die Akquisition zu Beginn des Geschäftsjahres, das am 31. August 2001 endete, vollzogen worden wäre. 2000/2001 in €

Umsatz, brutto Jahresfehlbetrag Einfacher Jahresfehlbetrag je Aktie Verwässerter Jahresfehlbetrag je Aktie

19.865.513 - 3.479.825 - 0,30 - 0,30

Die ungeprüften Finanzinformationen sind nicht notwendigerweise indikativ für die operativen Ergebnisse, die entstanden wären, wäre die Akquisition tatsächlich am 01. September 2000 vollzogen worden. Sie sind auch nicht notwendigerweise indikativ für die zukünftigen operativen Ergebnisse.

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vi. eigenkapital A. BÖRS E NGANG

B. G E N E H M IGTE S K A P I TA L

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Im November 1999 hat die SinnerSchrader AG 2.475.000 Aktien (davon 225.000 aus einem Greenshoe) am Neuen Markt zu einem Emissionskurs von 12  pro Aktie platziert. Der Börsengang hat zu Nettoeinzahlungen – nach Abzug der Kosten des Börsenganges von 1,7 Mio.  – von 28,0 Mio.  geführt. Die durch den Börsengang verursachten Kosten wurden mit einem um den Steuereffekt von 0,9 Mio.  verringerten Betrag mit der Kapitalrücklage verrechnet. Der Vorstand ist für den Zeitraum bis zum 24. September 2004 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft in einem oder mehreren Schritten um bis zu 225.000 Aktien zu erhöhen. Im November 1999 hat die Gesellschaft im Rahmen des Börsenganges unter Nutzung der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) 225.000 Aktien aus dem genehmigten Kapital ausgegeben. Darüber hinaus ist der Vorstand bis zum 30. September 2004 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates das Grundkapital der Gesellschaft in einem oder mehreren Schritten um bis zu 4.650.000 Aktien zu erhöhen. Am 12. Dezember 2000 hat der Vorstand von seinem Recht Gebrauch gemacht und 437.246 Stammaktien im Zusammenhang mit der Akquisition von Netmatic ausgegeben. Weitere 1.130.518 Stammaktien hat der Vorstand im Zusammenhang mit derselben Transaktion am 18. Oktober 2001 ausgegeben.

C. B E DI NGTE S K A P I TA L

Am 31. August 2002 und zum 31. August 2001 hatte die Gesellschaft bedingtes Kapital in Höhe von 750.000  bzw. 375.000 . Das bedingte Kapital zu den Stichtagen deckte jeweils die unter Punkt d beschriebenen aus den Aktienoptionsplänen 2000 und 1999 begebbaren Optionen ab.

D. AKTI E NOPTION S PLAN

S I N N E R SCH RADE R-AKTI E NOPTION S P LAN 1 9 9 9:

Im Oktober 1999 haben die Aktionäre der SinnerSchrader AG den SinnerSchrader-Aktienoptionsplan 1999 (den „1999er-Plan“) verabschiedet, der die Bewilligung von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstandes der SinnerSchrader AG, an die Geschäftsführer der verbundenen Unternehmen, an alle Mitarbeiter der SinnerSchrader AG sowie an alle Mitarbeiter der verbundenen Unternehmen vorsieht. Die Gesamtzahl der Optionen, die vom Vorstand bzw. vom Aufsichtsrat der SinnerSchrader AG zugeteilt werden können, beträgt 375.000 Stück, von denen den zuvor genannten Gruppen jeweils 40.000, 10.000, 55.000 bzw. 270.000 zustehen. Die im Rahmen des 1999er-Planes gewährten Optionen haben einen Ausübungspreis von 120 % des am Frankfurter Neuen Markt ermittelten Durchschnittskurses aus den 10 Handelstagen vor dem Zuteilungsdatum. Die am 01. November 1999, dem Tag der Platzierung gewährten Optionen, haben einen Ausübungspreis von 14,40 . Die Optionen des 1999erPlanes können zu je einem Drittel nach zwei, drei bzw. vier Jahren nach Zuteilung ausgeübt werden. Der späteste Ausübungszeitpunkt ist sechs Jahre nach dem Zuteilungstag. Zum 31. August 2002 befanden sich 238.650 Optionen des 1999er-Planes mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 18,45  im Umlauf. Dem Vorstand der AG sind keine Optionen gewährt worden.


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S I N N E R SCH RADE R-AKTI E NOPTION S P LAN 2000:

Im Dezember 2000 haben die Aktionäre der SinnerSchrader AG den SinnerSchraderAktienoptionsplan 2000 (den „2000er-Plan“) verabschiedet, der die Bewilligung von Aktienoptionen an die Mitglieder des Vorstandes der SinnerSchrader AG, an die Geschäftsführer der verbundenen Unternehmen, an alle Mitarbeiter der SinnerSchrader AG sowie an alle Mitarbeiter der verbundenen Unternehmen vorsieht. Die Gesamtzahl der Optionen, die vom Vorstand bzw. vom Aufsichtsrat der SinnerSchrader AG zugeteilt werden können, beträgt 375.000 Stück, von denen den zuvor genannten Gruppen jeweils 40.000, 40.000, 55.000 bzw. 240.000 zustehen. Die im Rahmen des 2000er-Planes gewährten Optionen haben einen Ausübungspreis von 120 % des am Frankfurter Neuen Markt ermittelten Durchschnittskurses aus den 10 Handelstagen vor dem Bewilligungsdatum. Die Optionen des 2000er-Planes können zu je einem Drittel nach zwei, drei bzw. vier Jahren nach Zuteilung ausgeübt werden. Der späteste Ausübungszeitpunkt ist sechs Jahre nach dem Zuteilungstag. Zum 31. August 2002 befanden sich 131.000 Optionen des 2000er-Planes mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 2,76  im Umlauf. Dem Vorstand der AG sind noch keine Optionen gewährt worden. SinnerSchrader wendet APB Nr. 25 für die Bilanzierung seiner Aktienoptionspläne an. Hätte SinnerSchrader aus der Zuteilung von Aktienoptionen auf Basis des Marktwertes zum Zuteilungszeitpunkt entsprechend den Regelungen in SFAS Nr. 123 in der Gewinnund Verlustrechnung Personalaufwand berücksichtigt, hätten sich veränderte Jahresüberschüsse/-fehlbeträge bzw. Jahresüberschüsse/-fehlbeträge je Aktie wie folgt ergeben: 2001/2002

2000/2001

in €

in €

- 17.900.677 - 470.842 - 18.371.519

- 2.452.369 - 773.723 - 3.226.092

Berichteter Jahresüberschuss/-fehlbetrag je Aktie, einfach und verwässert

- 1,55

- 0,23

Pro-forma-Jahresüberschuss/-fehlbetrag je Aktie, einfach und verwässert

- 1,59

- 0,30

Berichteter Jahresüberschuss/-fehlbetrag Pro-forma-Personalaufwand durch Optionszuteilungen Pro-forma-Jahresüberschuss/-fehlbetrag

Die für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001 dargestellten Pro-forma-Effekte sind nicht notwendigerweise repräsentativ für die Pro-forma-Auswirkungen in zukünftigen Jahren, da jährlich weitere Optionszuteilungen zu erwarten sind. Der Marktwert jeder Option wurde jeweils zum Zuteilungstag mithilfe des BlackScholes-Optionspreismodells unter Zugrundelegung der folgenden durchschnittlichen Annahmen für die in den Geschäftsjahren 2001/2002 bzw. 2000/2001 zugeteilten Optionen ermittelt:

Erwartete Optionslaufzeit Risikofreier Zinssatz Erwartete Dividendenrendite Erwartete Volatilität

2001/2002

2000/2001

2,5 –4,5 Jahre 3,1 –4,9 % 0% 85–90 %

2,5–4,5 Jahre 4,2–5,1 % 0% 88–122 %

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Die folgende Tabelle fasst die Veränderungen im Bestand sämtlicher in den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 ausgegebener Optionen zusammen: ANZAH L

G EWICHTETE R DU RCHSCH N ITTL.

AUSÜ B U NGSPR E IS in €

165.300 145.900 – - 84.400 226.800 264.068 – - 121.218 369.650

Stand 31. August 2000 Neuzuteilungen Ausübungen Annullierungen Stand 31. August 2001 Neuzuteilungen Ausübungen Annullierungen Stand 31. August 2002

32,96 17,21 – 27,14 25,03 2,86 – 13,75 12,89

Die nächste Tabelle zeigt eine Zusammenfassung von Informationen zu den am 31. August 2002 ausstehenden Optionen: AU S STE H E N D E O PTI O N E N

I NTE RVALL VON AUSÜ B U NGS-

ANZAH L

PR E ISE N

0,00–5,00 5,01–10,00 10,01–30,00 30,01–50,00 50,01–90,00 Gesamt E. E IG E N E ANTE I LE

G EWICHTETE DU RCHSCH N ITTL.

G EWICHTETE R DU RCHSCH N ITTL.

in Jahren

PR E IS in €

5,11 4,63 3,58 3,89 3,54 4,55

2,88 6,92 15,76 36,33 63,33 12,89

R ESTLAU FZ E IT

in €

213.947 20.300 78.234 31.300 25.869 369.650

AU S Ü B BAR E O PTI O N E N

ANZAH L

G EWICHTETE R DU RCHSCH N ITTL.

AUSÜ B U NGS-

AUSÜ B U NGS-

PR E IS in €

– – 17.916 6.940 9.145 34.001

– – 14,40 37,84 63,15 32,30

In 2001/2002 kaufte die Gesellschaft 86.227 eigene Aktien zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 1,6331 .

vii. steuern vom einkommen und vom ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurden bei SinnerSchrader entsprechend SFAS Nr. 109 „Accounting for Income Taxes“ ausgewiesen. Sie setzen sich wie folgt zusammen:

Laufende Steuern Latente Steuern Gesamt

2001/2002

2000/2001

in €

in €

- 401.624 - 274.176 - 675.800

220.443 - 74.177 146.266

Der ausgewiesene Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag weicht von der Steuerbelastung ab, die sich aus der Anwendung der gesetzlichen Steuersätze auf das Ergebnis vor Steuern ergibt. Für das am 31. August 2002 endende Geschäftsjahr betrug der statutarische Steuersatz auf thesaurierte Gewinne 40,4 % (2000/2001: 53,2 %), bestehend aus der Gewerbesteuer in Höhe von 19% (2000/2001: 19%), der Körperschaftsteuer mit 25% (2000/2001: 40 %) und dem Solidaritätszuschlag auf die Körperschaftsteuer von 5,5 % (2000/2001: 5,5 %).

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Die folgende Tabelle erläutert den Unterschiedsbetrag zwischen dem rechnerischen Steueraufwand auf Basis statutarischer Sätze und den in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Aufwendungen für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag. 2001/2002

2000/2001

in €

in €

Aufwendungen für (+) bzw. Erträge (-) aus Ertragsteuern zu statutarischen Steuersätzen in Deutschland

- 7.502.039

- 1.226.809

Steuerlich nicht abziehbare Abschreibungen auf Firmenwerte und bestimmte immaterielle Vermögensgegenstände

6.062.676

1.266.956

211.539

176.230

97.757

1.888

Wertberichtigung der latenten Steuern aus dem Verlustvortrag sowie Steuersatzunterschiede bei den ausländischen Tochtergesellschaften abzgl. der Steuerwirkung von Abschreibungen auf Investitionen in diese Tochtergesellschaften

- 72.438

61.067

Wertberichtigung der latenten Steuern aus Verlustvorträgen der inländischen Konzernunternehmen

Steuerlich nicht abziehbare Amortisation des Ausgleichspostens für Mitarbeitervergütung Sonstige nicht abziehbare Aufwendungen

361.596

Körperschaftsteuerabzug aufgrund fiktiver Quellensteuer

- 11.500

Verschiedene Effekte aufgrund der inländischen Steuerstruktur von SinnerSchrader im Zusammenhang mit internen Ausschüttungen und dem Solidaritätszuschlag

87.775

Anwendbarkeit der neuen reduzierten Steuersätze auf Ergebnisse der inländischen Tochtergesellschaften Auswirkung der Steuersatzänderung auf die latenten Steuern Steuersatzunterschied der Wirkung von Steuerrückträgen Steuern für Vorjahre Sonstige Aufwendungen für Ertragsteuern gemäß Gewinn- und Verlustrechnung

- 176.995

– 122.071 27.259 15.779

- 30.307 – – - 2.039

- 675.800

146.266

31.08.2002

31.08.2001

in €

in €

723.458

189.368

- 508.823

- 189.368

214.635

127.299

92.465

Die latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:

Aktive latente Steuern: Steuern auf anrechenbare Verlustvorträge Wertberichtigung auf aktive latente Steuern aus Verlustvorträgen ausländischer Tochterunternehmen Aktive latente Steuern, gesamt Passive latente Steuern:

Bewertung unfertiger Erzeugnisse nach der Percentage-of-Completion-Methode Bewertung unrealisierter Gewinne aus Wertpapieren des Umlaufvermögens Bewertung der Sachanlagen Bewertung des Umlaufvermögens Passive latente Steuern, gesamt Latente Steuern, gesamt

15.681

182.490

60.267 11.388 214.635 –

132.691 26.190 433.836 - 433.836

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Die aktiven latenten Steuern wurden bis zur Höhe der jeweiligen passiven latenten Steuerpositionen auf Basis einer Betrachtung je Gesellschaft für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001 wertberichtigt aufgrund der Unsicherheiten in Bezug auf die Realisierung der latenten Steuern in Deutschland, der Aufgabe des operativen Geschäftes in Großbritannien, den Niederlanden und den USA und der begrenzten Historie der Geschäftstätigkeit des Konzernes insgesamt. Für das am 31. August 2002 endende Geschäftsjahr hat SinnerSchrader steuerliche Verlustvorträge in Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA. In Deutschland kann der Verlustvortrag zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden. Die Verlustvorträge in den Niederlanden, Großbritannien und in den USA werden aufgrund der eingestellten operativen Tätigkeit voraussichtlich nicht genutzt werden können. In Deutschland enthalten die Steuergesetze Vorschriften, die die Nutzung der Verlustvorträge bei Eintritt bestimmter Ereignisse, u. a. einer wesentlichen Änderung der Eigentumsverhältnisse, beschränkt.

viii. transaktionen mit nahestehenden personen In den Geschäftsjahren 2001/2002 und 2000/2001 erzielte SinnerSchrader Umsatz in Höhe von 1.500.816  bzw. 1.842.008  mit Unternehmen, in denen Mitglieder des Aufsichtsrates von SinnerSchrader Vorstands- oder Aufsichtsratspositionen innehatten. Die Summen der nicht abgerechneten Leistungen und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber diesen Unternehmen betrugen am 31. August 2002 und am 31. August 2001 349.895  bzw. 441.855 . Im Geschäftsjahr 2000/2001 realisierte SinnerSchrader Umsätze in Höhe von 430.772  mit einem Unternehmen, an dem SinnerSchrader beteiligt ist. Im September 2001 meldete dieses Unternehmen Insolvenz an. Daher wurden die am 31. August 2001 fälligen Beträge im Abschluss des Jahres 2000/2001 wertberichtigt. Bis zum 31. August 2002 war das Insolvenzverfahren noch nicht abgeschlossen. Der Beteiligungsansatz für diese Beteiligung wurde im Geschäftsjahr 2000/2001 vollständig abgeschrieben. Ein Unternehmen, in dem ein Mitglied des Aufsichtsrates von SinnerSchrader Managing Partner ist, wurde von SinnerSchrader in den Jahren 2001/2002 und 2000/2001 mit Aufgaben der Rechtsberatung betraut. Der Gesamtbetrag, der SinnerSchrader hierfür in diesen Perioden in Rechnung gestellt wurde, belief sich auf 56.823  bzw. 18.429 . Im Anschluss an den Abschlussstichtag schloss SinnerSchrader einen Beratervertrag mit einem ehemaligen Vorstandsmitglied, das von dieser Position am 31. August 2002 zurückgetreten ist. Im Rahmen der Verpflichtungen aus diesem Vertrag wird SinnerSchrader ein Minimum von 72.000  pro Jahr an Beratungsdienstleistungen erwerben. Der Vertrag endet am 31. August 2004. SinnerSchrader hält das Recht, den Vertrag nach Abauf des ersten Jahres mit einer Frist von zwei Monaten zu kündigen.

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Z U S A M M E N FA S S U N G D E R W E S E N T L I C H E N V O M D E U T S C H E N R ECHT ABWE ICH E N DE N B I LANZ I E R U NGS-, B EWE RTU NGSU N D K O N S O L I D I E R U N G S G R U N D S ÄT Z E N A C H U S - G A A P

A . A L LG E M E I N E S

Der Konzernabschluss der SinnerSchrader Aktiengesellschaft (im Folgenden „SinnerSchrader AG“ oder „AG“) zum 31. August 2002 wurde entsprechend § 292a HGB nach den US-amerikanischen Rechnungslegungsgrundsätzen („US-GAAP“) und nach dem Deutschen Rechnungslegungsstandard Nr. 1 („DRS 1“) des Deutsche Rechnungslegungs Standard Committee (Deutscher Standardisierungsrat DSRC e. V.) als befreiender Konzernabschluss aufgestellt. Die Vorschriften des HGB und des AktG unterscheiden sich in einigen wesentlichen Aspekten von denen der US-GAAP. Die wesentlichen Unterschiede, die für die Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft relevant sein könnten, werden nachfolgend dargestellt. Gemäß HGB müssen alle Bilanz- sowie die Gewinn- und Verlustrechnungszeilen entsprechend der in §§ 266 und 275 HGB dargestellten Form und Reihenfolge dargestellt werden. Nach US-GAAP ist eine andere Zusammenfassung erforderlich und die Reihenfolge der Bilanzzeilen beginnt mit den kurzfristigen Positionen. Nach US-GAAP werden die kurzfristigen Teile langfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten in einer separaten Bilanzzeile ausgewiesen. Der Anteil, der innerhalb eines Jahres fällig ist, wird als kurzfristig behandelt.

B. SACHAN LAG EVE R MÖG E N

Erworbene Standardsoftware für den internen Gebrauch wird anders als im HGB-Abschluss nicht als immaterieller Vermögensgegenstand, sondern innerhalb des Sachanlagevermögens als Betriebs- und Geschäftsausstattung ausgewiesen. Die Herstellungskosten selbst entwickelter Software können nach US-GAAP aktiviert und über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Nach HGB darf selbst geschaffene Software des Anlagevermögens nicht aktiviert werden. Die SinnerSchrader AG hat im Geschäftsjahr und in den Vorjahren auch nach US-GAAP sämtliche Herstellungskosten selbst entwickelter Software aufwandswirksam berücksichtigt. Nach HGB werden steuerliche Sonderabschreibungen bzw. Ansparabschreibungen nach § 7g EStG in einem Sonderposten mit Rücklageanteil ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der Vermögensgegenstände ertragswirksam aufgelöst. Nach US-GAAP wurden die nur steuerlich zulässigen Abschreibungen nicht berücksichtigt. Nach HGB wurden die Abschreibungsmethoden in Übereinstimmung mit steuerlichen Regelungen linear und unter Anwendung der Halbjahresmethode vorgenommen. Nach US-GAAP wurden lineare Abschreibungen jeweils ab dem Zeitpunkt des Anlagenzuganges berücksichtigt.

C . L AT E N T E S T E U E R N AU F VE R LUST VORTRÄG E

Nach HGB dürfen latente Steuererstattungsansprüche, die sich aus steuerlichen Verlustvorträgen ergeben, in der Bilanz nicht ausgewiesen werden, da die erwarteten zukünftigen Steuerersparnisse als noch nicht realisiert gelten. Nach US-GAAP sind solche zukünftigen Steuerminderungsansprüche zu aktivieren. Ihre Bewertung richtet sich danach, ob die Inanspruchnahme innerhalb der Nutzbarkeit der Verlustvorträge eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist. Die im Geschäftsjahr 2001/2002 aktivierten steuerlichen Verlustvorträge aller in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden wegen der Unsicherheit der Realisierung zum 31. August 2002 bis zur Höhe bestehender passiver latenter Steuerpositionen vollständig wertberichtigt.

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D. AKTI E NOPTION E N Z U R M I TA R B E I T E R B ETE I LIG U NG

E . E I G E N K A P I TA L

F. U N T E R N E H M E N S Z USAM M E N SCH LÜ S S E

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Nach US-GAAP können Vergütungen an Mitarbeiter in Form von Eigenkapitalbeteiligungen („Stock-based Compensation“) nach zwei Arten bilanziert werden. Nach der einen Methode wird der Marktwert der Mitarbeiterbeteiligung bestimmt und als Aufwand über die Anwartschaftszeit der Aktienoption verteilt. Alternativ kann auch nur der Unterschiedsbetrag zwischen dem Ausübungspreis einer Option und dem Marktpreis des Basiswertes zum Zeitpunkt der Gewährung der Option (innerer Wert) als Aufwand über den Anwartschaftszeitraum verteilt werden. Bei dieser Methode muss die Auswirkung auf das Jahresergebnis aus der Berechnung nach der ersten Methode als Pro-forma-Angabe im Jahresabschluss ausgewiesen werden. SinnerSchrader hat sich entschieden, für das eigene Mitarbeiterbeteiligungsprogramm die Bewertungsmethode zum inneren Wert zu wählen. Wie dargestellt muss der Unterschied zwischen dem Marktwert des Basiswertes und dem Ausübungspreis einer Option zum Zeitpunkt der Ausgabe nach US-GAAP über den Anwartschaftszeitraum der Option („Vesting Time“) ratierlich als Personalaufwand behandelt und entsprechend im Eigenkapital abgegrenzt werden. Da der innere Wert zum Zeitpunkt der Gewährung der Option bisher jeweils negativ war, war auch nach US-GAAP kein Personalaufwand aus der Gewährung der Aktienoptionen zu berücksichtigen gewesen. Nach zurzeit herrschender Bilanzierungsauffassung würde gemäß HGB lediglich die Kapitalerhöhung bei Ausübung der Option berücksichtigt werden. Eine Berücksichtigung von Personalaufwand erfolgt nicht. Nach HGB hätte die Gesellschaft erstmals nach dem Erwerb der Sinner+Schrader IM und der Sinner+Schrader IS am 27. August 1999 einen Konzernabschluss aufstellen und die Kapitalkonsolidierung auf diesen Zeitpunkt durchführen müssen. Der Unterschiedsbetrag zwischen dem zum Marktwert bewerteten Beteiligungsansatz und dem Eigenkapital der Tochtergesellschaften wäre entsprechend den tatsächlichen Werten der einbezogenen Vermögensgegenstände und Schulden zu verteilen und der Restbetrag als Firmenwert auszuweisen und über die voraussichtliche Nutzungsdauer abzuschreiben oder offen mit der Kapitalrücklage zu verrechnen gewesen. Das Grundkapital hätte sich aus dem Kapital aus den Einzelabschlüssen der Gesellschaften zusammengesetzt. Nach US-GAAP erfolgt die Kapitalkonsolidierung der Gesellschaft entsprechend APB Nr. 16 „Business Combinations“ als „Transaction under Common Control“, wonach die Anteile der Sinner+Schrader IM und der Sinner+Schrader IS jeweils zum Buchwert ihres Eigenkapitals in die SinnerSchrader AG eingebracht werden. Entsprechend sind aus diesen Transaktionen nach US-GAAP keine Unterschiedsbeträge entstanden. Die SinnerSchrader AG hat Teile des Kaufpreises ihrer Tochtergesellschaft durch Ausgabe eigener Aktien beglichen. Die Ermittlung der Anschaffungskosten der Beteiligung zum Zweck der Erstkonsolidierung richtet sich in diesem Fall unter US-GAAP nach dem durchschnittlichen Marktwert der Aktien der SinnerSchrader AG in einem repräsentativen Zeitraum vor und nach der Bekanntgabe des Erwerbes der Beteiligung. Teile des Kaufpreises unterlagen einer variablen Preisklausel entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung des erworbenen Unternehmens. In diesem Fall sind die Anschaffungskosten zum Marktwert der Aktien zu dem Zeitpunkt, zu dem die variablen Preisbestandteile erstmals endgültig feststellbar waren, ermittelt worden. Nach HGB wären die Anschaffungskosten durch den Ausgabebetrag der Aktien bestimmt worden.


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Im Juni 2001 gab das Financial Accounting Standards Board („FASB“) die Statements of Financial Accounting Standards („SFAS“) Nr. 141 „Business Combinations” und SFAS Nr. 142 „Goodwill and Other Intangible Assets” heraus. SFAS Nr. 142 etabliert neue Regeln zur Behandlung von immateriellen Vermögensgegenständen und Firmenwerten. Sie sind für alle Geschäftsjahre anzuwenden, die nach dem 15. Dezember 2001 beginnen. Unternehmen, deren Geschäftsjahr vom Kalenderjahr abweicht, können allerdings die neuen Regeln bereits für Geschäftsjahre, die nach dem 15. März 2001 begonnen haben, vorzeitig anwenden. SinnerSchrader, dessen Geschäftsjahr 2001/2002 am 01. September 2001 begann, hat sich für die vorzeitige Anwendung der neuen Regeln entschieden. Entsprechend den Regeln zum Übergang auf den neuen Standard SFAS Nr. 142 hat SinnerSchrader vom Übergangsstichtag an keine weiteren planmäßigen Firmenwertabschreibungen vorgenommen. An die Stelle der planmäßigen Firmenwertabschreibungen tritt ein jährlich bzw. durch wesentliche Ereignisse ausgelöster Wertminderungstest („impairment test“), der ggf. zu einer Abschreibung des Firmenwertes auf den im Rahmen des Wertminderungstestes festgestellten niedrigeren fairen Wert führt. Ein Wertminderungstest ist erstmalig zum Stichtag der Übernahme der neuen Bilanzierungsregeln durchzuführen. Gegebenenfalls nach diesem initialen Wertminderungstest notwendige außerplanmäßige Abschreibungen sind als „Kumulierte Effekte aus der Anwendung neuer Rechnungslegungsgrundsätze“ mit möglichen Steuereffekten saldiert separat außerhalb des Betriebsergebnisses auszuweisen. Der Wertminderungstest bezieht sich jeweils auf Berichtseinheiten („reporting units“), denen ein Teil des gesamten Buchwertes der Firmenwerte zuzuordnen ist. Der Wertminderungstest vollzieht sich in zwei Schritten. In einem ersten Schritt ist ein fairer Wert für die jeweilige Berichtseinheit zu ermitteln. Liegt dieser über dem Buchwert des Nettovermögens der Berichtseinheit, ist keine außerplanmäßige Firmenwertabschreibung notwendig. Liegt der faire Wert der Berichtseinheit unter deren Buchwert, so ist in einem zweiten Schritt der faire Wert auf die bilanzierten Vermögenswerte und Schulden sowie auf identifizierbare, nicht bilanzierte immaterielle Vermögensgegenstände ohne Firmenwerte aufzuteilen. Liegt der verbleibende Rest des fairen Wertes („implied fair value of goodwill“) unterhalb des bilanzierten Firmenwertes, so ist eine außerplanmäßige Abschreibung vorzunehmen. Die Ermittlung des fairen Wertes einer Berichtseinheit muss gemäß SFAS Nr. 142 auf der Basis eines Marktwertes oder des Gegenwartswertes der erwarteten zukünftig von der Berichtseinheit generierten Cashflows erfolgen. Gemäß den Übergangsregeln des SFAS Nr. 142 hat SinnerSchrader im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2001/2002 den Wertminderungstest bezogen auf den Übergangsstichtag durchgeführt. Aus der Aufteilung des festgestellten fairen Wertes auf die bilanzierten Vermögenswerte ohne Firmenwert und Schulden und auf identifizierbare, nicht bilanzierte Vermögensgegenstände von SinnerSchrader im zweiten Schritt ergab sich, dass kein Residualwert für den bilanzierten Firmenwert verblieb, sodass die vorgeschriebene außerplanmäßige Abschreibung rückwirkend zum 01. September 2001 vorzunehmen war. Nach HGB existiert keine vergleichbare Regelung. Firmenwerte aus der Kapitalkonsolidierung sind gem. § 309 Abs. 1 HGB entsprechend ihren jeweiligen Nutzungsdauern grundsätzlich planmäßig abzuschreiben oder offen mit den Rücklagen zu verrechnen. Auch nach HGB wären außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert notwendig gewesen.

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KO N Z E R NAB S C H LU S S

G. ABG R E N Z U NG VON P E R SONALAU F WAN D

H . U M S AT Z R EALI S I E R U NG

I. B EWE RTU NG DE R W E R T PA P I E R E D E S U M LAU F VE R MÖ G E N S ( „ AVA I L A B L E - F O R - S A L E “ )

Im Rahmen des Erwerbes der Netmatic floss ein Teil des in eigenen Aktien zu zahlenden Kaufpreises indirekt an die Mitarbeiter der erworbenen Gesellschaft. Nach US-GAAP ist dieser Teil aufwandswirksam zu erfassen und über den Zeitraum zu verteilen, über den die Aktien voraussichtlich an die Mitarbeiter ausgegeben werden. Da diese Aktien aus einer Kapitalerhöhung stammen, ist das Eigenkapital entsprechend durch einen Ausgleichsposten zu korrigieren. Der Ausgleichsposten wird ratierlich über den Bilanzgewinn aufgelöst, sodass aus diesem Teil der Kapitalerhöhung zu keinem Zeitpunkt eine Eigenkapitalmehrung dargestellt wird. Nach HGB wäre dieser Teil der Kapitalerhöhung dem Unternehmenserwerb zugerechnet worden und hätte den Firmenwert erhöht. Die Umsatzrealisierung für Dienstleistungen erfolgt nach US-GAAP grundsätzlich unter Beachtung der „American Institute of Public Accountants Statement of Position“ („SOP“) Nr. 81-1 „Accounting for Performance of Construction Type and Certain Production Type Contracts“. Bei unfertigen Dienstleistungen erfolgt nach US-GAAP eine Bilanzierung nach der Percentage-of-Completion-Methode, der zufolge der jeweilige Projektfortschritt anteilig zur Umsatzrealisierung führt. Voraussetzung für die Anwendung der Percentage-of-Completion-Methode ist die nachvollziehbare und überprüfbare Erfassung der Projektfortschritte. Nach HGB ist nach der so genannten Completed-Contract-Methode zu verfahren. Demnach werden unfertige Dienstleistungen zu Herstellungskosten in den Vorräten ausgewiesen. Der Umsatz wird erst beim Abschluss der Leistungen berücksichtigt. Nach US-GAAP werden die Wertpapiere des Umlaufvermögens am Bilanzstichtag zum Marktwert ausgewiesen, wenn sie zur jederzeitigen Veräußerung gehalten werden. Die noch nicht durch Verkauf realisierten Kursgewinne oder -verluste werden ertragsneutral in einem Ausgleichsposten im Eigenkapital ausgewiesen und in die Ermittlung des vollständigen Jahresergebnisses („comprehensive income“) einbezogen. Nach HGB bewertet die SinnerSchrader AG die Wertpapiere des Umlaufvermögens mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert.

Hamburg, im November 2002

MAT TH IAS SCH RADE R

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DETLE F W ICH MAN N

THOMAS DYCK HOF F


KO N Z E R NAB S C H LU S S

B E S TÄT I G U N G S V E R M E R K Wir haben den von der SinnerSchrader Aktiengesellschaft aufgestellten Konzernabschluss, bestehend aus Konzern-Bilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, KonzernEigenkapitalveränderungsrechnung, Konzern-Kapitalflussrechnung und Konzernanhang, für das Geschäftsjahr vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002 geprüft. Aufstellung und Inhalt des Konzernabschlusses liegen in der Verantwortung des Vorstandes der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung zu beurteilen, ob der Konzernabschluss den US-amerikanischen Rechnungslegungsvorschriften (US-GAAP) entspricht. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach den deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass mit hinreichender Sicherheit beurteilt werden kann, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen Fehlaussagen ist. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Nachweise für die Wertansätze und Angaben im Konzernabschluss auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung beinhaltet die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Nach unserer Überzeugung vermittelt der Konzernabschluss in Übereinstimmung mit den US-GAAP ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernes sowie der Zahlungsströme des Geschäftsjahres. Unsere Prüfung, die sich auch auf den vom Vorstand für das Geschäftsjahr vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002 aufgestellten zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht erstreckt hat, hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Überzeugung gibt der zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage des Konzernes und stellt die Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar. Außerdem bestätigen wir, dass der Konzerabschluss und der zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002 die Voraussetzungen für eine Befreiung der Gesellschaft von der Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes nach deutschem Recht erfüllen.

Hamburg, den 08. November 2002 Arthur Andersen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH

SCH N E I DE R

N E N DZA

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer

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66


JAH R E SAB S C H LU S S D E R S I N N E R S C H RAD E R AG

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

B I LAN Z D E R S I N N E R S C H RAD E R AG zum 31. August 2002 und zum 31. August 2001

A K T I VA

31.08.2001

in €

in € 1)

110.108

281.568

431.356 966.305 – 1.397.661

332.255 519.658 71.807 923.720

8.000.000 8.000.000 9.507.769

24.558.362 24.558.362 25.763.650

18.089 2.370.393 1.786.253 4.156.735

– 1.227.339 2.470.232 3.697.571

112.095 25.974.678 26.086.773 1.390.957 31.634.465

– 24.834.540 24.834.540 3.929.493 32.461.604

60.645

56.565

41.202.879

58.281.819

Anlagevermögen: Immaterielle Vermögensgegenstände: Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen: Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Mietereinbauten Geleistete Anzahlungen Sachanlagen, gesamt Finanzanlagen: Anteile an verbundenen Unternehmen Finanzanlagen, gesamt Anlagevermögen, gesamt Umlaufvermögen: Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Forderungen gegen verbundene Unternehmen Sonstige Vermögensgegenstände Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände, gesamt Wertpapiere: Eigene Anteile Sonstige Wertpapiere Wertpapiere, gesamt Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Umlaufvermögen, gesamt Rechnungsabgrenzungsposten

>

31.08.2002

Aktiva, gesamt

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

PA S S I VA

31.08.2002

31.08.2001

in €

in € 1)

11.542.764 27.109.898

10.412.246 41.422.500

112.095 1.272.431 – 40.037.188

– 1.413.251 471.083 53.719.080

3.063.704

Rückstellungen: Steuerrückstellungen Sonstige Rückstellungen Rückstellungen, gesamt

– 403.610 403.610

270.459 199.271 469.730

Verbindlichkeiten: Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

522.808 31

157.605 –

2.119

233.044

871.700

758.002

1.029.305

4.079

41.202.879

58.281.819

Eigenkapital: Gezeichnetes Kapital (Bedingtes Kapital 750.000 ; Vj.: 750.000) Kapitalrücklage Gewinnrücklagen: Rücklage für eigene Anteile Andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/-verlust Eigenkapital, gesamt Zur Durchführung einer noch nicht beschlossenen Kapitalerhöhung geleistete Einlage

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht Sonstige Verbindlichkeiten davon aus Steuern 193.152  (Vj.: 835.214 ) davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 24.609  (Vj.: 21.727 )

Verbindlichkeiten, gesamt

Rechnungsabgrenzungsposten >

Passiva, gesamt

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

G EW I N N- U N D VE R LU STR E C H N U N G D E R S I N N E R S C H RAD E R AG für die Geschäftsjahre 2001/2002 und 2000/2001

Umsatzerlöse Sonstige betriebliche Erträge Personalaufwand: Löhne und Gehälter Soziale Abgaben Personalaufwand, gesamt Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

2001/2002

2000/2001

in €

in € 1)

2.126.580 277.326

1.379.162 400.535

- 1.424.934 - 190.496 -1.615.430

- 1.243.783 - 133.935 - 1.377.718

- 455.601

- 76.954

- 2.581.463

- 2.034.519

3.640.385

771.938

214.616

1.428.855

1.037.711

- 16.738.150

- 434.082

– - 144.113

- 17.809 - 27.159

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

- 16.930.058

2.704.168

Steuern vom Einkommen und Ertrag Sonstige Steuern Jahresüberschuss/-fehlbetrag

185.046 - 584 - 16.745.596

- 1.061.096 - 404 1.642.668

Gewinn-/Verlustvortrag aus dem Vorjahr Entnahme aus der Kapitalrücklage Entnahmen aus Gewinnrücklagen: aus der Rücklage für eigene Anteile aus anderen Gewinnrücklagen Einstellung in Gewinnnrücklagen: in die Rücklage für eigene Anteile in andere Gewinnrücklagen Bilanzgewinn/-verlust

471.083 16.245.788

60.416 –

28.725 140.820

– –

- 140.820 – –

– - 1.232.001 471.083

Sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen davon aus verbundenen Unternehmen 0  (Vj.: 3.640.385 )

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge davon aus verbundenen Unternehmen 53.070  (Vj.: 30.328 )

Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Aufwendungen aus Verlustübernahmen Zinsen und ähnliche Aufwendungen davon aus verbundenen Unternehmen 140.260  (Vj.: 22.586 )

>

1) Die Vorjahreswerte wurden von DM in € umgerechnet auf Basis des Wechselkurses vom 01.01.1999 von 1,95583 DM/€.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

AN HAN G D E R S I N N E R S C H RAD E R AKTI E N G E S E LLS C HAFT Z U M 31. AU G U ST 2002

i. rechtliche grundlagen Die Gesellschaft gilt als große Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 HGB. Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung der Vorschriften des HGB und des AktG erstellt.

ii. bilanzierungs- und bewertungsgrundsätze Der Abschluss ist in Euro () aufgestellt. Das Sachanlagevermögen und die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibung, angesetzt. Die Abschreibung erfolgt linear entsprechend der Nutzungsdauer von drei bis dreizehn Jahren. Für die Zugänge an beweglichen Anlagegütern in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres werden die vollen und für die Zugänge in der zweiten Jahreshälfte die halben Jahresabschreibungssätze angesetzt. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 410  werden im Zugangsjahr voll abgeschrieben. Die Abschreibung der Mietereinbauten erfolgt seit dem Einzug im September 2001 linear über die Restdauer des Mietvertrages. Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bzw. zu dem am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert angesetzt. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden zum Nennwert bilanziert. Fremdwährungsforderungen sind mit dem Entstehungskurs bzw. dem niedrigeren Stichtagskurs bilanziert. Die Wertpapiere des Umlaufvermögens werden zu Anschaffungskosten unter Berücksichtigung des niedrigeren beizulegenden Wertes bilanziert. Die anderen Gewinnrücklagen wurden bislang als satzungsmäßige Rücklagen bezeichnet. Sonstige Rückstellungen decken sämtliche erkennbaren Risiken. Die Bewertung erfolgt in der Höhe, die nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig erscheint. Die Verbindlichkeiten sind mit dem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Fremdwährungsverbindlichkeiten sind mit dem Entstehungskurs bzw. dem höheren Stichtagskurs bilanziert.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

iii. erläuterungen zu positionen der bilanz A. AN LAG EVE R MÖ G E N

AN SCHAFFU NG S- U N D H E R STE LLU NG S KOSTE N IN €

Die Entwicklung des Anlagevermögens ist in dem folgenden Anlagespiegel dargestellt: 01.09.2001

UMBUCHUNG.

ZUGÄNGE

ABGÄNGE

31.08.2002

300.388

106.623

407.011

Immaterielle Vermögensgegenstände: Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen: Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

>

K U M U LI E RTE ABSCH R E I B U NG E N IN €

393.993

35.042

272.166 126.756

Mietereinbauten 519.658 Geleistete Anzahlungen 71.807 Finanzanlagen: Anteile an verbundenen Unternehmen 24.716.885 Beteiligungen 167.900 Ausleihungen an Beteiligungen 51.129 Gesamt 26.221.760

36.765 - 71.807

533.221 –

01.09.2001

UMBUCHUNG.

ZUFÜHRUNG

AUFLÖSG.

31.08.2002

18.820

278.083.

296.903

61.738

143.089

– –

82.564 94.955 –

1.213

– –

– –

94.955 –

– – – –

28.384 –

574.445 1.061.260 –

121.152 – 24.838.037 – – 167.900 – – 51.129 1.033.162 155.140 27.099.782

Immaterielle Vermögensgegenstände: Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen: Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

>

N E T TO B U C H W E R T E IN €

Mietereinbauten Geleistete Anzahlungen Finanzanlagen: Anteile an verbundenen Unternehmen Beteiligungen Ausleihungen an Beteiligungen Gesamt

158.522 167.900 51.129 458.109

– 16.679.515 – – – – – 17.135.117

– 16.838.037 – 167.900 – 51.129 1.213 17.592.013

01.09.2001

31.08.2002

281.568

110.108

Immaterielle Vermögensgegenstände: Konzessionen, gewerbl. Schutzrechte und ähnl. Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen: Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

>

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332.255

431.356

Mietereinbauten 519.658 Geleistete Anzahlungen 71.807 Finanzanlagen: Anteile an verbundenen Unternehmen 24.558.362 Beteiligungen – Ausleihungen an Beteiligungen – Gesamt 25.763.650

966.305 – 8.000.000 – – 9.507.769


JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

B. FOR DE R U NG E N U N D SON STIG E V E R M Ö G E N S G E G E N S TÄ N D E

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände in Höhe von 4.156.735  sind innerhalb eines Jahres fällig. 2.370.393  entfallen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen, im Wesentlichen gegenüber der SinnerSchrader Deutschland GmbH. Die sonstigen Vermögensgegenstände betreffen zu einem überwiegenden Teil Körperschaftssteuerrückforderungen gegenüber dem Finanzamt.

C . W E R T PA P I E R E

Die Wertpapiere bestehen aus Anteilen an Geldmarktfonds bzw. geldmarktähnlichen Fonds sowie Schuldtiteln industrieller Emittenten mit einer Restlaufzeit von unter zwei Jahren, die zu Anschaffungskosten bzw. zum am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt sind.

D. E IG E N E ANTE I LE

Zum Bilanzstichtag hält die Gesellschaft 86.227 eigene Aktien mit einem rechnerischen Nennwert von 86.227 . Sie repräsentieren einen Anteil von 0,75 % am Grundkapital. Sämtliche eigene Aktien wurden im Verlauf des Geschäftsjahres in den Monaten Juni, Juli und August 2002 über die Börse zu einem durchschnittlichen Kurs von 1,6331  erworben. Von den eigenen Aktien sollen 36.227 Aktien der Erbringung einer nachträglichen Kaufpreisverpflichtung an die ehemaligen Gesellschafter der SinnerSchrader Netmatic GmbH dienen. Weitere 50.000 wurden für eventuelle zukünftige Unternehmensakquisitionen erworben. Der Ansatz in der Bilanz erfolgt zum niedrigen Stichtagskurs. Die vorzunehmende Abschreibung wurde zulasten des Jahresüberschusses gebildet. In Höhe der Abschreibung erfolgte eine Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile.

E. AKTIVE R ECH N U NG SABG R E NZ U NG S POSTE N

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 60.645  beinhalten im Wesentlichen Leasingsonderzahlungen für Firmenfahrzeuge, Versicherungsbeiträge sowie auf das Jahr bezogene Zahlungen an Designated Sponsors.

F. G R U N D K A P I TA L

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. August 2002 11.542.764 . Es wird gebildet durch 11.542.764 auf den Inhaber lautende nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 . Davon wurden im Geschäftsjahr 1.130.518 Stückaktien aus dem genehmigten Kapital gezeichnet. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 08. Oktober 1999 mit Nachtrag vom 26. Oktober 1999 wurde der Vorstand ermächtigt, bis zum 30. September 2004 das Grundkapital einmalig oder mehrfach um bis zu 4.650.000  mit Zustimmung des Aufsichtsrates durch Ausgabe auf den Inhaber lautender nennwertloser Stückaktien gegen Bareinlage oder Sacheinlage unter Ausschluss des Bezugsrechtes der Aktionäre zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Das Grundkapital der Gesellschaft wurde durch Beschluss des Vorstandes mit Zustimmung des Aufsichtsrates vom 12. Dezember 2000 um 437.246  aus dem Genehmigten Kapital II erhöht. Die Kapitalerhöhung erfolgte durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Aktien gegen eine Sacheinlage. Gegenstand der Sacheinlage war die Einbringung aller Geschäftsanteile der Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH, Hamburg, gemäß Einbringungsvertrag vom 18. September 2000. Als weitere Gegenleistung für die Einbringung aller Geschäftsanteile hatte eine zweite Kapitalerhöhung um 1.130.518  aus dem Genehmigten Kapital II zu erfolgen. Die Kapitalerhöhung wurde vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates am 18. Oktober 2001 beschlossen. Zum Bilanzstichtag betrug das Genehmigte Kapital 3.082.236 . Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 26. Oktober 1999 wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 375.000  zur Gewährung von Rechten zum Bezug von 375.000 Stück nennwertloser Stückaktien an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsleitung der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen geschaffen („1999 Optionsprogramm“). Von den

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

zur Verfügung stehenden Optionsrechten waren bis zum 31. August 2002 an Arbeitnehmer der Gesellschaft und verbundener Unternehmen 238.650 Optionsrechte mit einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 18,45  ausgegeben. Von diesen Optionsrechten waren bis zum Bilanzstichtag keine ausgeübt worden. Mit Hauptversammlungsbeschluss vom 12. Dezember 2000 wurde ein bedingtes Kapital in Höhe von 375.000  zur Gewährung von Rechten zum Bezug von 375.000 Stück nennwertloser Stückaktien an Arbeitnehmer und Mitglieder der Geschäftsleitung der Gesellschaft bzw. verbundener Unternehmen geschaffen („2000 Optionsprogramm“). Von den zur Verfügung stehenden Optionsrechten waren bis zum 31. August 2002 131.000 zu einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 2,76  ausgegeben, von denen bis zum Bilanzstichtag noch keine ausgeübt werden konnten. G . K A P I TA L R Ü C K L A G E

Die Kapitalrücklage entwickelte sich im Geschäftsjahr 2001/2002 wie folgt: in €

Kapitalrücklage per 31.08.2001 Agio aus Kapitalerhöhungen Entnahme aus der Kapitalrücklage Kapitalrücklage per 31.08.2002

41.422.500 1.933.186 - 16.245.788 27.109.898

Das Agio stammt aus der Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage zur Begleichung der zweiten Kaufpreisrate aus der Übernahme/Einbringung der Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH. Zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages wurden gemäß § 150 Abs. 4 Nr. 1 AktG 16.245.788  aus der Kapitalrücklage entnommen. I. R ÜCK LAG E F Ü R E IG E N E ANTE I LE

H. AN DE R E G EW I N N R ÜCK LAG E

J. R ÜCK STE LLU NG E N

K. VE R B I N DLICH K E ITE N

Die Rücklage für eigene Anteile wurde zum Zeitpunkt des Erwerbes in Höhe der Anschaffungskosten der Aktien gebildet. Der Ansatz in der Bilanz beinhaltet die Abwertung der eigenen Anteile auf den am Bilanzstichtag beizulegenden niedrigeren Wert. Im Geschäftsjahr wurden 140.820  der in Vorjahren gebildeten Gewinnrücklagen verwendet, um die gem. § 272 Abs. 4 HGB vorgeschriebene Rücklage für eigene Anteile zu dotieren. Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von 403.610  wurden im Wesentlichen für Mietverpflichtungen für nicht genutzte Büroräumlichkeiten, ausstehende Rechnungen, Jahresabschlusskosten und Urlaubsansprüche gebildet. Sämtliche Verbindlichkeiten in Höhe von 758.002  haben eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr. Es handelt sich bei den Verbindlichkeiten vor allem um Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, um Umsatzsteuerverbindlichkeiten für die inländische Umsatzsteuerorganschaft sowie um Verbindlichkeiten aus Lohn- und Kirchensteuer.

iv. erläuterungen zur gewinn- und verlustrechnung A . U M S AT Z

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Die Umsätze in Höhe von 2.126.580  betreffen die von der Gesellschaft gegenüber den im Konzernverbund der SinnerSchrader-Gruppe zusammengefassten verbundenen Unternehmen erbrachten Managementleistungen und die Weiterbelastung anteiliger Mietaufwendungen.


JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

B. SON STIG E B ETR I E B LICH E E RTRÄG E

C. AB SCH R E I B U NG E N AU F I M M AT E R I E L L E V E R M Ö G E N S G E G E N S TÄ N D E

D. E RTRÄG E AUS G EWI N NAB FÜ H R U NG SVE RTRÄG E N

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 277.326  resultieren zu einem wesentlichen Teil aus Erträgen aus dem Verkauf von Wertpapieren des Umlaufvermögens. Die Abschreibungen enthalten eine außerplanmäßige Abschreibung eines im Rahmen der Übernahme der Netmatic Internet/Intranet Solutions GmbH erworbenen Namensrechtes. Am 31. Oktober 2000 hatte die Gesellschaft rückwirkend zum 01. September 2000 einen Ergebnisabführungsvertrag mit der SinnerSchrader Deutschland GmbH (vormals: SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH) geschlossen. Das ausgewiesene Ergebnis in Höhe von 771.938  stammt aus dem am 31. Dezember 2001 endenden Geschäftsjahr der SinnerSchrader Deutschland GmbH. Der Ergebnisabführungsvertrag wurde mit Ablauf des 31. Dezember 2001 aufgehoben.

E. ABSCH R E I B U NG E N AU F F I NAN ZAN LAG E N

Neben der Abschreibung des Beteiligungsansatzes für die SinnerSchrader Benelux BV nach Einstellung des operativen Geschäftes dieser Gesellschaft sind die Abschreibungen auf Finanzanlagen vor allem durch eine erhebliche Anpassung des Beteiligungsansatzes für die SinnerSchrader Deutschland GmbH, Hamburg, geprägt. Diese Abschreibung reflektiert den starken Rückgang der Marktbewertungen für Unternehmen der Branche, in der die SinnerSchrader Deutschland GmbH tätig ist.

F. Z I N S E R T R Ä G E U N D Z I N SAU F W E N DU NG E N

Die Zinserträge stammen aus der Anlage der liquiden Mittel. Die Zinsaufwendungen entstanden im Rahmen des zentralen Liquiditätsmanagements, das die Gesellschaft für die inländischen Tochtergesellschaften betreibt.

v. sonstige angaben A. SON STIG E F I NAN Z I E LLE VE R P F LICHTUG E N

Die finanziellen Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen befristete Miet- und Leasingverträge: in €

01.09.2002–31.08.2003 01.09.2003–31.08.2004 01.09.2004–31.08.2005 01.09.2005–31.08.2006 01.09.2006–31.08.2007 nach 01.09.2007 Gesamt

1.172.249 1.167.462 1.166.612 1.275.908 – – 4.782.231

Darüber hinaus hatte die Gesellschaft zum Bilanzstichtag noch Garantieverpflichtungen aus einer Garantie gegenüber dem Vermieter der SinnerSchrader UK Limited, London, für alle Verbindlichkeiten aus dem Mietvertrag. Die monatliche Miete betrug rd. 10.000 . Der Mietvertrag wurde am 23. Oktober 2002 aufgehoben. B. B E SCHÄF TIGTE

Zum 31. August 2002 waren 23 Arbeitnehmer im Unternehmen beschäftigt. Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2001/2002 waren 23,75 Arbeitnehmer beschäftigt.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

C . V O R S TA N D

Folgende Personen waren im Geschäftsjahr 2001/2002 als Vorstand bestellt und haben für ihre Tätigkeit folgende Vergütung erhalten: M AT T H I A S S C H R A D E R ,

Co-Vorsitzender Co-Vorsitzender (bis einschließlich 31.08.2002) T H O M A S DYC K H O F F , Finanzvorstand D E T L E F W I C H M A N N , Technologievorstand OLIVE R S I N N E R,

VE RG ÜTU NG E N

Matthias Schrader Oliver Sinner Detlef Wichmann Thomas Dyckhoff

FESTG E HALT

SONST. LE ISTU NG E N

VAR IAB LE VE RG ÜTU NG

AKTI E NOPTION E N

127.920 127.920 102.258 102.258

12.897 6.749 9.583 9.589

– – – –

– – – –

Die Gesamtbezüge des Vorstandes beliefen sich im Geschäftsjahr auf 499.174 . Alle Vorstände üben ihre Tätigkeit bei der Gesellschaft hauptberuflich aus. D . A U F S I C H T S R AT

Dem Aufsichtsrat gehörten im Geschäftsjahr an: DR. MAR KUS CON RAD,

Vorsitzender Geschäftsführender Gesellschafter der Georg Lingenbrink GmbH & Co., Hamburg Mitglied des Aufsichtsrates der 2000 Blumen New Media AG, Norderstedt stellv. Vorsitzender (bis 31.05.2002), Managing Partner der DB Capital Partners, Frankfurt am Main

F R ITZ R. S E I KOWS KY,

R E I N H A R D P Ö L L AT H ,

stellv. Vorsitzender Rechtsanwalt, München Vorsitzender des Vorstandes der Tchibo Holding AG, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutsche Woolworth GmbH & Co. OHG, Frankfurt am Main Vorsitzender des Aufsichtsrates der Tchibo Frisch-Röst-Kaffee GmbH, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrates der Beiersdorf AG, Hamburg Mitglied des Aufsichtsrates der TA Triumph-Adler AG, Nürnberg Mitglied des Aufsichtsrates der F-LOG AG, Greven Mitglied des Aufsichtsrates der Tchibo Holding AG, Hamburg (ruht) Mitglied des Aufsichtsrates der Verwaltungsgesellschaft Otto Versand mbH, Hamburg F R A N K N Ö R E N B E R G (seit 13.06.2002) Rechtsanwalt und geschäftsführender Partner der Nörenberg, Schröder + Partner, Rechtsanwälte – Wirtschaftsprüfer – Steuerberater, Hamburg Vorsitzender des Aufsichtsrates der 7D AG, Hamburg Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Graphit Kropfmühl AG, Hautzenberg Mitglied des Aufsichtsrates der Albis Leasing AG, Hamburg Mitglied im Beirat der ODS Optical Disc Service GmbH, Dassow

Die Vergütung des Aufsichtsrates betrug im Geschäftsjahr 18.000  und verteilt sich satzungsgemäß zu 4/9 auf den Vorsitzenden, zu 3/9 auf den stellvertretenden Vorsitzenden und zu 2/9 auf das ordentliche Mitglied. Zusätzlich fielen für den Aufsichtsrat 654  Beitrag für die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung an.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

E. B ETE I LIG U NG E N

Der Anteilsbesitz der SinnerSchrader Aktiengesellschaft gliedert sich wie folgt: ANTE I L %

WÄHR U NG

N E N NKAPITAL

E IG E NKAPITAL

SinnerSchrader Deutschland GmbH, Hamburg 1)

100,00

EUR

100.000 - 1.453.243 - 1.565.269

SinnerSchrader UK Ltd., London, Großbritannien 2)

100,00

GBP

100.000

- 428.765

- 150.532

SinnerSchrader Benelux BV, Rotterdam, Niederlande 3) 6)

100,00

EUR

18.000

- 126.753

- 144.753

Netmatic Inc., Denver, USA 4)

100,00

USD

5.000

- 199.220

- 156.252

24,94

EUR

53.250

k. A.

k. A.

G ESE LLSCHAFT

LetMeShip GmbH, Hamburg 5)

LETZTES JAH R ESE RG E B N IS

1) Rumpfgeschäftsjahr vom 01.01.2002 bis 31.08.2002 2) Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wurde im Vorjahr vorläufig eingestellt, der Beteiligungsansatz wurde zum Vorjahresstichtag vollständig abgeschrieben. Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 01.09.2001 bis 31.08.2002 3) Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wurde eingestellt, der Beteiligungsansatz wurde zum 31.08.2002 vollständig abgeschrieben. Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 01.02. bis 31.12.2001 4) Der Anteilsbesitz wird indirekt über die SinnerSchrader Deutschland GmbH als Rechtsnachfolgerin der SinnerSchrader Netmatic GmbH gehalten. Die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft wurde eingestellt, der Beteiligungsansatz wurde zum 31.12.2001 vollständig abgeschrieben. Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 01.01. bis 30.11.2001 5) Die Gesellschaft befindet sich in Insolvenz, es liegen keine aktuellen Angaben zum Eigenkapital und zum Ergebnis vor. Der Ansatz wurde vollständig abgeschrieben. 6) Eigenkapital zum 31.12.2001, Jahresergebnis für 2001

Hamburg, im November 2002

MAT TH IAS SCH RADE R

DETLE F W ICH MAN N

THOMAS DYCK HOF F

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

F. Z U S ÄT Z L I C H E ANGAB E N (U NG E PR Ü FT)

bestand an aktien und bezugsrechten auf aktien der organmitglieder (ungeprüft) Die folgende Tabelle zeigt die Bestände an Aktien der SinnerSchrader AG, die von den Organmitgliedern der SinnerSchrader AG gehalten werden und deren Veränderungen im Berichtszeitraum vom 01. September 2001 bis 31. August 2002:

Vorstände: Oliver Sinner Matthias Schrader Detlef Wichmann Thomas Dyckhoff Vorstand, gesamt Aufsichtsräte: Dr. Markus Conrad Reinhard Pöllath Frank Nörenberg 1) Fritz R. Seikowsky 2) Aufsichtsrat, gesamt Organmitglieder, gesamt

01.09.2001

Z UGÄNG E

AB GÄNG E

31.08.2002

2.347.000 2.137.675 323.100 49.950 4.857.725

– – – – –

– – 208.100 – 208.100

2.347.000 2.137.675 115.000 49.950 4.649.625

187.500 – – 4.000 191.500

– – 1.000 – 1.000

60.000 – – 4.000 64.000

127.500 – 1.000 – 128.500

5.049.225

1.000

272.100

4.778.125

1) davon 600 Aktien Bestand bei Bestellung zum Aufsichtsrat und 400 Aktien aus einem Kauf 2) Rücktritt vom Aufsichtsratsmandat zum 31. Mai 2002

Die Mitglieder des Vorstandes und des Aufsichtsrates verfügten zu den Stichtagen 01.09.2001 und 31.08.2002 nicht über Bezugsrechte auf Aktien der SinnerSchrader AG. Im Berichtszeitraum ergaben sich auch keine Zugänge und Abgänge.

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JAH R E SAB S C H LU S S S I N N E R S C H RAD E R AG

B E S TÄT I G U N G S V E R M E R K Wir haben den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung sowie den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht der SinnerSchrader Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr vom 01. September 2001 bis zum 31. August 2002 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht und Konzernlagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den zusammengefassten Lagebericht und Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und zusammengefasstem Lagebericht und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichtes und Konzernlageberichtes. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Überzeugung vermittelt der Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der zusammengefasste Lagebericht und Konzernlagebericht gibt insgesamt eine zutreffende Vorstellung von der Lage der Gesellschaft und stellt die Risiken der künftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 05. November 2002 Arthur Andersen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH

SCH N E I DE R

N E N DZA

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer

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B E R I C HT D E S AU F S I C HTS RATE S

B E R I C H T D E S A U F S I C H T S R AT E S Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung der SinnerSchrader Aktiengesellschaft im Geschäftsjahr 2001/2002 intensiv begleitet. Dazu wurde er kontinuierlich über Lage und Geschäftsentwicklung sowie über wichtige Geschäftsvorfälle informiert. Auf dieser Basis hat der Aufsichtsrat die ihm nach Gesetz und Satzung zukommenden Aufgaben wahrgenommen und die Geschäftsführung des Vorstandes überwacht. A U F S I C H T S R AT S S ITZ U NG E N

Im zurückliegenden Geschäftsjahr ist der Aufsichtsrat in fünf ordentlichen Sitzungen und einer Telefonkonferenz zusammengetreten. Darüber hinaus wurden eilbedürftige Entscheidungen im Rahmen von Umlaufbeschlüssen gefasst. Der Aufsichtsrat hat keine Ausschüsse gebildet.

B E S ETZ U NG DE R ORGAN E

Mit Wirkung vom 31. Mai 2002 hat Fritz R. Seikowsky sein Amt als stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der SinnerSchrader Aktiengesellschaft niedergelegt. Auf Antrag des Vorstandes wurde Frank Nörenberg, Rechtsanwalt in Hamburg, vom Registergericht am 13. Juni 2002 zum Aufsichtsratsmitglied bestellt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Reinhard Pöllath gewählt. Auf seiner Sitzung am 11. Juli 2002 hat der Aufsichtsrat über die zukünftige Besetzung des Vorstandes entschieden. Matthias Schrader, Detlef Wichmann und Thomas Dyckhoff wurden erneut zum Vorstand bestellt. Auf Wunsch von Oliver Sinner wurde dessen Bestellung nicht verlängert. Er ist zum 31. August 2002 aus seinem Amt ausgeschieden. Herr Sinner hat das Unternehmen 1996 zusammen mit Matthias Schrader gegründet und zu einem erfolgreichen, im Markt anerkannten Dienstleister aufgebaut und 1999 an die Börse geführt. Der Aufsichtsrat dankt Oliver Sinner für seine Arbeit im Vorstand. Herr Sinner ist weiterhin größter Einzelaktionär.

JAH R E S- U N D KON Z E R NAB SCH LUS S

Die Buchführung und der Jahresabschluss der SinnerSchrader Aktiengesellschaft sowie der gemäß § 292a HGB mit befreiender Wirkung unter Anwendung der US-amerikanischen Rechnungslegungsstandards US-GAAP aufgestellte Konzernabschluss einschließlich des zusammengefassten Lageberichtes des Konzernes und der SinnerSchrader Aktiengesellschaft sind von der Arthur Andersen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH, Hamburg, im Auftrag des Aufsichtsrates geprüft und im November 2002 mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Auf zwei Sitzungen im November hat der Aufsichtsrat in Gegenwart des Abschlussprüfers und des Vorstandes den Jahresabschluss und den Konzernabschluss eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat hatte keine Einwände und schloss sich den Ergebnissen des Abschlussprüfers an. Auf Basis des Prüfungsberichtes des Wirtschaftsprüfers hat er den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss nach eigener Prüfung gebilligt; dieser ist damit festgestellt.

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B E R I C HT D E S AU F S I C HTS RATE S

G E SCHÄFTSE NT W ICK LU NG

Das zurückliegende Geschäftsjahr 2001/2002 war geprägt von einer weiteren Verschlechterung der konjunkturellen Rahmenbedingungen und der Nachfrage im Markt für IT- und Internetdienstleistungen. Der dadurch ausgelöste starke Umsatzrückgang hat erhebliche operative Verluste bewirkt. Darüber hinaus hat die Gesellschaft durch außerordentliche Abschreibungen dem massiven Einbruch der Marktbewertungen für Unternehmen der IT-/ Internetbranche Rechnung getragen. Vorstand und Aufsichtsrat haben intensiv über die angesichts der Geschäftsentwicklung zu treffenden Maßnahmen gesprochen. Neben der Einstellung der operativen Tätigkeit der ausländischen Niederlassungen waren das insbesondere klare Reduzierungen der Personalkapazität. Ziel dieser Maßnahmen ist es SinnerSchrader im Geschäftsjahr 2002/2003 wieder in die operative Gewinnzone zu führen. Der Aufsichtsrat wird den Vorstand bei der Umsetzung in jeder Hinsicht unterstützen. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre engagierte Arbeit.

Hamburg, im November 2002

DR. MAR KUS CON RAD

Vorsitzender des Aufsichtsrates

81


O R GAN E

vorstand und aufsichtsrat der sinnerschrader aktiengesellschaft

M AT T H I A S SCH RADE R

DETLE F WICH MAN N

THOMAS DYC K H O F F

82

Matthias Schrader hat Informatik und Geschichte studiert und war studienbegleitend Redakteur verschiedener Fachzeitschriften. 1996 hat er gemeinsam mit Oliver Sinner die sinner+schrader GbR gegründet, die später in die SinnerSchrader Interactive Marketing GmbH eingebracht wurde. 1999 wurde die SinnerSchrader AG gegründet, der Matthias Schrader und Oliver Sinner beide als CEO paritätisch vorstanden und die im November 1999 an die Börse gegangen ist. Seit 01. September 2002 ist Matthias Schrader alleiniger CEO und u. a. verantwortlich für die Bereiche Strategie, Business Development, Sales und Corporate Communications. Detlef Wichmann ist operativer Vorstand. Nach dem Studium der technischen Informatik war er als Softwareentwickler bei Sun und Adobe sowie als Abteilungsleiter Professional Service bei der Intershop Communications AG tätig. Detlef Wichmann verantwortet als COO die branchenorientierten Solution Center sowie die Business Management Services und die Bereiche Research & Development sowie Quality Assurance und System Administration. Thomas Dyckhoff studierte Informatik in Karlsruhe und machte im Anschluss seinen MBA in Washington, D.C., USA. Von 1991 bis 1998 war er bei der Daimler-Benz AG in Stuttgart in den Bereichen Konzern-Treasury, Risikocontrolling und Konzerncontrolling tätig und zuletzt Leiter Konzernberichterstattung, bevor er zur debis Systemhaus GmbH als Leiter Beteiligungen wechselte. Thomas Dyckhoff ist als Finanzvorstand u. a. für die Bereiche Finanzen, Controlling sowie Human Resources verantwortlich.

DR. MAR KUS CON RAD

Nach Abschluss seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre und Promotion zum Dr. rer. pol. absolvierte Dr. Markus Conrad seinen MBA an der renommierten INSEAD in Fontainebleau in Frankreich. Nach 5 Jahren in der Unternehmensberatung Bain & Company wurde Dr. Markus Conrad 1990 zum Geschäftsführenden Gesellschafter der Georg Lingenbrink GmbH in Hamburg ernannt.

R E I N HAR D P Ö L L AT H

Reinhard Pöllath ist nach Abschluss seines Jurastudiums seit 25 Jahren als Rechtsanwalt tätig. Von 1980 bis 1993 war er Partner einer deutschen Sozietät, bevor er von 1993 bis 1997 als Berater einer internationalen Sozietät und Geschäftsführer eines Immobilien- und Hotelunternehmens arbeitete. 1997 gründete Reinhard Pöllath P+P Pöllath + Partner mit Niederlassungen in Berlin, Frankfurt und München mit. Reinhard Pöllath ist insbesondere für Familienunternehmen und Großvermögen, Unternehmenskäufe und -nachfolge sowie Stiftungen und Trusts zuständig.

FRAN K NÖR E N B E RG

Frank Nörenberg nahm nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Hamburg und paralleler Ausbildung in einer Hamburger Privatbank seine selbstständige Tätigkeit 1978 als anwaltlicher Gründungspartner der Kanzlei Nörenberg, Schröder & Partner, Rechtsanwälte + Wirtschaftsprüfer in Hamburg auf. Berufliche Schwerpunkte sind seit Mitte der 80er-Jahre M & A, Gesellschaftsrecht, gewerblicher Rechtsschutz, Unternehmensstrukturen und Erbrecht. Darüber hinaus übt Frank Nörenberg unmittelbare und mittelbare unternehmerische Tätigkeiten durch Beteiligung an verschiedenen größeren mittelständischen Unternehmen im In- und Ausland aus.


vorstand

aufsichtsrat

M AT T H I A S S C H R A D E R

DR. MAR KUS CON RAD

C H I E F E X E C UTIVE O F F I C E R

VO R S ITZ E N D E R

DETLE F W ICH MAN N

R E I N H A R D P Ö L L AT H

C H I E F O P E RATI N G O F F I C E R

STE LLVE RTR. VO R S ITZ E N D E R

T H O M A S DYC K H O F F

FRAN K NÖR E N B E RG

C H I E F F I NAN C IAL O F F I C E R

M ITG LI E D D E S AU F S I C HTS RATE S


I N V E S TO R R E L AT I O N S

SinnerSchrader Aktiengesellschaft Investor Relations Julia Kretschmann GasstraĂ&#x;e 8â&#x20AC;&#x201C;16 22761 Hamburg Deutschland

Tel.: +49 (0)40 39 88 55-0 Fax: +49 (0)40 39 88 55-55 eMail: ir@sinnerschrader.com www.sinnerschrader.com


SinnerSchrader Geschäftsbericht 2001/2002