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Karriere-Turbo Die Quote, die allen hilft interview Nadja Swarovski: „Frauen werden immer härter beurteilt.“ new technology Digitalisierung wird weiblich

vorbil d michel le obama : „Frauen können tun und lassen, was auch immer sie wollen.“

die netzwerke der powerfrauen

Die wichtigsten ,, Regeln. Die ,, besten Kontakte. strategien fur innere starke

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W I R T S C H A F T

Karriere-Turbo Die Quote, die allen hilft interview Nadia Swarovski: „Frauen werden immer härter beurteilt.“ new technology Digitalisierung wird weiblich

vorbild michelle obama: „Frauen können tun und lassen, was auch immer sie wollen.“

DIE NETZWERKE DER POWERFRAUEN

Die wichtigsten ,, Regeln. Die ,, besten Kontakte. strategien fur innere starke CoverNov_k1.indd 1

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Inhalt

Editorial SHECONOMY STELLT SICH VOR WATCHLIST B Neues aus der Welt der Wirtschaft. WEITBLICK B WKO-Präsidentin Martha Schultz, Powerfrau und Visionärin im Porträt. WONDERWOMEN B Mutmacherinnen: Immer mehr Frauen dringen in die TopBereiche der Männer ein.

16 ZAHLEN, BITTE! B Belegbar: Geht es um Wirtschaft, agieren Frauen und Männer mit unterschiedlicher Dynamik.

FEATURE 2O POLITIK B Die Frauenquote ist bei vielen Unternehmen seit Jahresbeginn Pflicht. Wird sie erfüllt? Themen, Thesen, 24 INTERVIEW B „Aufsichtsrätin“ Brigitte Ederer im Gespräch. Trends 28 FRAUEN UND DIGITALISIERUNG B Die neue Arbeitswelt eröffnet Frauen viel mehr Chancen als gedacht. Plus: Die Frontrunnerinnen der Branche.

33 GAST-KOMMENTAR B Rudolf J. Melzer zur Bedrohung durch digitale Services. 34 PORTFOLIO B Kunstsinn zahlt sich aus: Nirgendwo sonst lässt sich Geld schöner

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DOSSIER FrauenNetzwerke

vermehren.

36 PORTEMONNAIE B Wie Frau mit ihrem Vermögen umgehen könnte. SHEconomy präsentiert drei Ideen.

38 DEBATTE B SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek und Unternehmerin Maria Rauch-Kallat zum Thema Hass im Netz.

46 INTERVIEW B Nadja Swarovski über Frauenförderung und Werte-Schulung. 5O PORTRÄT B Maria Ringler, Europa-Chefin von Ashoka, über das Social Entrepreneurship.

52 VERNETZTE FRAUENPOWER B Die wichtigsten Netzwerke in Österreich –

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und wie man richtig Kontakte knüpft.

6O FRAUEN-SEILSCHAFTEN IM FILM B Leinwandheldinnen im Vergleich. 62 SO EINE HETZ IM NETZ B APPs für den Austausch mit Gleichgesinnten.

PERSONAL MANAGEMENT Bildung, Karriere, Weiterentwicklung

66 DER PERFEKTE LEBENSLAUF B Eine neue Studie verrät, wie

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Personalentscheiderinnen ticken. BESSER, HÖHER, WEITER B News für Bildungshungrige. PERFORMANCE B Was bringt ein MBA-Titel? FITNESS FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE B Wichtige Tipps für stärkende Strategien. MEIN BESTER FEHLER B Wie Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, aus einer Schwäche Stärke bezogen hat. DIE TÖCHTER DER HEDY LAMARR B Die Stadt Wien lobt einen Preis für Wissenschafterinnen und Innovatorinnen aus.

SALON 84 DIE NEUEN ZIGARRENCLUBS B Achtung, Herrschaften: Hier sind die Frauen am Zug. Schönes für 88 ALLES K(L)ARO? B Die neuen Hosenanzüge sind gar nicht kleinkariert. Geist, Körper 89 OBJECT OF DESIRE B Der 3D-Ohrring der Schmuck-Architektin Marie Boltenstern. und Seele 9O TOTAL VERNETZT! B Das Sporttextil „Mesh“ erobert die Mode-Laufstege. 91 LUCKY LEGS B So leben ihre Strümpfe länger. 92 EINE HAND WÄSCHT DIE ANDERE B Die neuen, duftenden Seifen. 94 SANTÉ! B Ernährungscoach Ursula Vybiral gibt Tipps für Managerinnen. 96 SO EIN THEATER! B Neues aus der Welt der Bühnen. 98 SCHLUSSPUNKT B Auf ein Glas Champagner mit der Unternehmerin Katharina Wolf.

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B Impressum

MEDIENINHABER: QMM Quality Multi Media GmbH Mariahilfer Str. 88a/II/2a, 1070 Wien HERAUSGEBERIN: Carina Felzmann REDAKTION: Mariahilfer Str. 88a/II/2a, 1070 Wien T +43 1 342 242-0, E-Mail: office@qmm.at, www.qmm.at PROJEKTKONZEPTION & -KOORDINATION: Michaela Ernst (Chefredaktion); Sigrid Raditschnig (Art-Direktion) CHEFIN VOM DIENST: Alexandra Denk MITARBEITERINNEN UND AUTORINNEN: Therese Aigner, Karin Cerny, Paul Jezek, Raja Korinek, Rudolf J. Melzer, Robert Prazak, Ruth Reitmeier, Alexandra Rotter, Nina Schedlmayr, Karin Schuh, Nicole Spilker, Ursula Vybiral, Sarah Wetzlmayr, Susanne Wolf FOTOREDAKTION: Alexandra Denk, Natascha Senegacnik LEKTORAT: Gunther Natter FOTOGRAFEN: Sebastian Freiler, Peter. M. Mayr, Nick Knight SALES & MARKETING: Sigrid Raditschnig (Leitung) Josef Fattinger, Vendula Ortmann, Thomas Jaros GESCHÄFTSFÜHRUNG: Andreas Dressler, Günther Havranek BÜRO: Brigitte Janko T +43 1 342 242-0, b.janko@qmm.at OFFENLEGUNG GEMÄSS § 25 MEDIENGESETZ: MEDIENINHABER: QMM Quality Multi Media GmbH (FN 349501y), Mariahilfer Str. 88a/ II/2a, 1070 Wien UNTERNEHMENSGEGENSTAND: Verlag GESCHÄFTSFÜHRUNG: Günther Havranek, Andreas Dressler GESELLSCHAFTER: Periodika Privatstiftung (FN 253784m), Heiligenstädter Lände 29/Top 6, 1190 Wien; Andreas Dressler, Seidengasse 4/16, 1070 Wien REDAKTIONSADRESSE: Mariahilfer Str. 88a/II/2a, 1070 Wien, T +43 1 342 242-0 SHEconomy ist ein Wirtschaftsmagazin, das sich in erster Linie an Frauen richtet und auch Männer ansprechen soll. SHEconomy – die neuen Seiten der Wirtschaft präsentiert Erfolgsgeschichten aus dem Top-Management, KMUoder EPU-Bereich und versorgt ihre LeserInnen mit Anlage- und wertvollen Karrieretipps.

Liebe Leserin. Lieber Leser. Allein unter Männern. Wie oft muss man diesen Satz immer noch lesen, wenn es um Frauen in Spitzenpositionen, Strategie-Jobs oder ganz generell im Zusammenhang mit wirtschaftlicher Verantwortung geht. Dabei hat sich gerade in den letzten Jahren ziemlich viel bewegt. Frauen sind auf allen Ebenen im Vormarsch – oft haben sie die fundiertere Ausbildung, verfügen über die besseren Fähigkeiten oder haben schlichtweg eine robustere Konstitution, um in Zeiten des Wandels mitzuziehen, sich neu zu orientieren oder innovative Lösungen anzugehen. Dennoch ist das Bild, das die Öffentlichkeit vermittelt, ein anderes: Viele weiblichen Top-Führungskräfte, Unternehmerinnen oder Gründerinnen kommen medial schlichtweg nicht vor – die zweite Management-Ebene schon gar nicht. Das wird sich mit SHEconomy nun ändern! Wir von SHEconomy holen nicht nur Frauen mit beispielhaften Karrieren vor den Vorhang, sondern geben auch jenen eine Bühne, die sich weiterentwickeln wollen und Mut für Neues haben, selbst wenn dies manchmal mit Rückschlägen verbunden ist. Die gläserne Decke? Klar, gibt es die – ihre Stärke variiert, je nach Branche. Doch auch hier wollen wir zeigen, dass Machtstrukturen immer seltener absolut sind, beruflicher Erfolg auch abseits ausgetretener Mainstream-Werdegänge möglich ist. Frauen sind eine treibende Kraft im Wirtschaftsleben. Wenn sie es verstehen, sich nachhaltig zusammenzutun, können sie in der Arbeitswelt noch viel stärker werden: Prioritäten setzen, Potenziale ausschöpfen, gemeinsame Sache machen – nicht nur untereinander, sondern auch mit modernen, aufgeschlossenen Männern. Ein klares Statement in diese Richtung setzen wir gleich mit unserer ersten Ausgabe, die unter dem Schwerpunkt „Netzwerke“ steht. Damit wären wir bei den Werten von SHEconomy angelangt – und bei dem Team, das hinter der Entwicklung dieses neuen Wirtschaftsmagazins steht. Herausgeberin Carina Felzmann, Chefredakteurin Michaela Ernst und Art-Direktorin Sigrid Raditschnig haben gemeinsam das junge, unkonventionelle Profil von SHEconomy erarbeitet, das da lautet: Wir sind informativ, authentisch, unabhängig – und humorvoll. Spaß, Inspiration und Rückenstärkung! Das wünschen wir Ihnen bei der Lektüre von SHEconomy, die neuen Seiten der Wirtschaft.

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Die Redaktion

Das Team von SHEconomy: Nicole Spilker, Carina Felzmann, Michaela Ernst, Sigrid Raditschnig und Alexandra Denk (im Uhrzeigersinn)

FOTO: SEBASTIAN FREILER, WWW_SEBASTIANFREILER_COM, SUZY STÖCKL, RICHARD TANZER, DANIELA WUSTINGER, CAROLINA FRANK, JOE HAIDER, MICHAEL DÜRR

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FOTO: SEBASTIAN FREILER, WWW_SEBASTIANFREILER_COM, SUZY STÖCKL, RICHARD TANZER, DANIELA WUSTINGER, CAROLINA FRANK, JOE HAIDER, MICHAEL DÜRR

Die Menschen hinter den Storys Beginnen wir gleich mit unserem Herzstück: Beginnen wir gleich mit unserem Herzstück: Ganz und gar nicht vernetzt, sondern im Alleingang hat die Wirtschaftsjournalistin Ruth Reitmeier (B 1 ) das 10-seitige Dossier „Vernetzte Frauenpower“ recherchiert (S. 52). Dass sich trotz dieser Dynamik-Offensive für Frauen die Türen in die heimischen Aufsichtsräte nur zögerlich öffnen, bleibt ein matter of facts, wie Robert Prazak ( B 2 ), Spezialist für neue Arbeitswelten, in seiner Analyse festhält (S. 20). Deshalb ist Brigitte Ederer, die sich mit der Gesellschafts-Pulsmesserin Alexandra Rotter ( B 3 ) zum Interview einfand, eine Befürworterin der Quotenregelung (S. 24). Zahlen sind auch die Sache von Sarah Wetzlmayr ( B 4 ): In einer Art Ziffern-Telegramm fasste sie die wichtigsten Facts über unterschiedliches Wirtschaftsverhalten von Frauen und Männern zusammen (S. 16). Die Umweltjournalistin Susanne Wolf ( B 5 ) porträtiert eine weitere Größe aus der Wirtschaft: Martha Schultz, Wintertouristikerin und WKO-Vizepräsidentin, gibt in ihren Unternehmen Nachhaltigkeit und Innovation als Maxime aus (S. 12). Die journalistische Universalistin Karin Schuh (B 6 ) führte ein überraschend feministisches Interview mit der Unternehmerin und NichtFeministin Nadja Swarovski (S. 46). Und Paul Jezek (B 7 ), profunder Kenner der heimischen KMU und EPU-Szene, wirft ein Auge auf die Innovatorinnen von morgen und einen Preis, den die Stadt Wien vor wenigen Wochen erstmals auslobte – den Hedi-Lamarr-Preis (S. 78). Mit besonderem Stolz erfüllt uns die Tatsache, dass wir gleich zwei ehemalige Frauenministerinnen mit an Bord haben: Die langjährige Vorsitzende der SPÖ-Frauen, Gabriele Heinisch-Hosek, und die ÖVP-nahe Unternehmerin Maria Rauch-Kallat debattieren in jeder SHEconomy-Ausgabe über Frauenthemen, die in der Luft liegen. (S. 38). Ratschläge für ein reicheres Leben geben die Finanzjournalistin Raja Korinek, wo es um Geld und Anlage (S. 36) sowie die Kunstkritikerin Nina Schedlmayr, wenn es um Kunst als Investment geht (S. 34 ). Die Kulturexpertin Karin Cerny (B 8 ) versorgt Interessierte mit News aus der Bühnenwelt (S. 96) und Ernährungscoach Ursula Vybiral Managerinnen mit Genuss-Tipps (S. 94). Die schönen, leichtfüßigeren Seiten des Lebens bespielten Nicole Spilker mit ihren Storys über private Netzwerke („Die neuen Zigarrenclubs“, S. 84.), den 3D-Schmuck der Architektin Marie Boltenstern (S. 89) sowie Therese Aigner (B 9 ) mit einer Anleitung für mehr Modemut im BusinessAlltag (S. 88). Bleibt zum Schluss die Genderfrage. Also: Ja, wir tun’s! – dort, wo es passt und nicht zur Fingerübung verkommt. Ansonsten schreiben wir von Unternehmerinnen und Unternehmern, Expertinnen und Experten. Hier halten wir uns gern ans tradierte Muster, denn da lautet das Motto: Ladies first! (Red)

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NeuesAtsch aus derI Welt der Wirtschaft

G VON MICHAELA ERNST UND PAUL JEZEK

SPEERSPITZE CARINA WOLF (33) wird Rechtsabteilungsleiterin bei Europas größtem Kryptohändler Bitpanda. Wolf: „Ich habe mir erwartet, von der anwaltstypischen reinen Beratertätigkeit mehr in operative Tätigkeiten miteinbezogen zu werden, aktiver mitgestalten zu können. Das habe ich hier auch gefunden.“

INNOVATIV Der neue Country Director von Google Österreich ist eine Chefin: CHRISTINE ANTLANGERWINTER, bislang noch CEO der Media-Agentur Mindshare Österreich, steht ab Anfang 2019 dem Österreich-Ableger des mächtigen US-Konzerns vor und möchte diesen noch stärker als Partnerin heimischer Wirtschaft, Medien und Gesellschaft etablieren. Die 38-jährige Medientechnikerin sieht nach wie vor Unterstützungsbedarf, wo es um die Entwicklung digitaler Strategien und Lösungen geht, „die neue Chancen für Wachstum und Erfolg bieten“.

VORBILDLICH

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Mit SANDRA KOLLETH kommt erstmals eine Frau an die Spitze von Miele Österreich, Slowenien und Kroatien und folgt dort Martin Melzer nach. Zuvor war Kolleth als General Manager von Xerox Austria tätig; ihre daraus gewonnene Expertise im Bereich Marketing, Vertrieb, Service und als Führungskraft will sie nutzen, um Miele in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft zu führen. Die österreichische Tochter des deutschen Familienunternehmens wurde 1955 in Salzburg gegründet. Miele Österreich erreichte 2017 einen Umsatz von 238,5 Mio. Euro und konnte die Marktführerschaft bei großen Hausgeräten weiter ausbauen. conomy 10

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IMMERHIN

UNTERNEHMUNGSLUST „Nicht kommunizieren ist keine Lösung“, lautet das Motto, das ANNABEL LOEBELL und GRAZIA NORBERG mit ihrer PRAgentur LOEBELL & NORDBERG seit bald zwei Jahrzehnten erfolgreich vorleben. Weil Loebell vom Kreativ-Austausch und Plausch mit anderen offenbar nicht genug bekommen kann, setzt sie jetzt den nächsten Schritt: Ab 1. Dezember eröffnet sie am Wiener Michaelerplatz 2 die Pop-up-Bar „Annabel’s Vienna“ und erfüllt sich damit einen lang gehegten Wunsch. Nach einem Wochenende als Aushilfs-Barkeeperin im „Velvet Room“ im März dieses Jahres hatte sie im Vorjahr Wermuth beziehungsweise Blut geleckt – und sich nun ihren eigenen cosy Ort geschaffen: „Die Welt soll draußen bleiben bei Annabel’s: Meine Pop-up-Bar ist für drei Wochen ein neues Refugium mitten in der Stadt – für klassische Drinks, gute Gespräche und ein leichtes, unbeschwertes Lebensgefühl, inspiriert von den 60er-Jahren.“

Nach 53 Jahren wird das von Frauen dominierte Direktvertriebsunternehmen Tupperware in Österreich erstmals von einer Frau geleitet: An der Spitze steht nun SANDRA SPIES (45), zuletzt Leiterin des Konzernrechnungswesens bei der bauMAX AG.

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easyJet hat eine Kampagne realisiert, um mehr Mädchen für den Beruf Pilotin zu begeistern. Dazu hat die Fluggesellschaft den Kurzfilm „Catch Up, If You Can“ realisiert und dafür eine berühmte Szene aus dem Hollywood-Film „Catch Me If You Can“, in der Leonardo DiCaprio einen erfolgreichen Piloten verkörpert, neu verfilmt. Damit will easyJet falsche Vorstellungen aus Hollywoodfilmen wie Top Gun, The Aviator und Flyboys korrigieren, nach denen es sich beim Berufsbild Pilot um einen reinen Männerjob handelt.

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FOTOS: APA-FOTOSERVICE/PREISS, GOOGLE AUSTRIA, MIELE ÖSTERREICH, CARINA WOLF

PILOTINNEN HER!

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GÖTTERDÄMMERUNG

Zeiten des Wandels sind manchmal verdammt ungerecht: Was gestern noch gefragt war, gilt auf einmal als over. Selbst wer glaubt, dass die Digitalisierung mit ihrem Faible für alles, was aus dem Technikuniversum kommt, Männer bevorzugen würde, könnte in diesem Punkt ziemlich falschliegen. „Kerls!“, das jüngste Buch von profil-Ressortleiterin ANGELIKA HAGER (K&S, 190 Seiten), zeichnet ein klares Bild davon. Wer aber zwischen den Zeilen liest, erkennt, wo sich Frauenpower künftig mächtig hervortun könnte: BMuskeln zählen immer weniger, denn „das zukünftige Erwerbskapital liegt in der Hirnarbeit“, zitiert Hager den „Economist“. Aus zahlreichen Studien weiß man: Körperliche Schwer- sowie Routinetätigkeiten werden von Robotertechnik erledigt. Und Hirnarbeit können Frauen gleich gut wie Männer. BKonflikte sitzt man nicht mehr aus, sondern spricht sie direkt an. Während Generationen von Männern darauf gedrillt wurden, Fassadenpflege zu betreiben, gehen Unternehmen heute potenzielle Schwachpunkte offensiv an. Ein Plus für Frauen, die jahrhundertelang dazu angehalten wurden, Beziehungsarbeit zu leisten. B„Mädchen wird mehr zugetraut, es wird mehr von ihnen verlangt und mehr soziale Kompetenz vorausgesetzt“, schreibt die Autorin. So widersprüchlich das klingen mag, aber in der Werteskala der digitalisierten Arbeitswelt steht emotionale Intelligenz ganz oben. Das automatisierte Prinzip des männlichen Hoffnungsträgers hat somit ausgedient. Kurz gesagt: Frauen, die sich Gutes tun wollen, sollten einfach „Kerls!“ lesen.

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In den Spiegel lachen"

Als WKO-Vizepräsidentin kämpft sie für die Gleichstellung der Frau, als Unternehmerin leitet sie mit ihrem Bruder Heinz Schultz eines der größten Touristikunternehmen Österreichs. Martha Schultz, Powerfrau und Visionärin, im Porträt. VON SUSANNE WOLF

treuung im ländlichen Tirol scheiterte, gründete die UnterDas Büro der Vizepräsidentin, Wirtschaftskammer nehmerin mit einigen anderen Müttern eine private KinÖsterreich: Auf dem Schreibtisch begrüßt ein Leuchtboard derspielgruppe – was im ländlichen Tirol anfangs auf viel mit der Aufschrift „#Wir starke Frauen“ die Besucherin. Gegenwind stieß. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie Dazu passend bringt ein männlicher Angestellter den Kafist der Vorsitzenden von Frau in der Wirtschaft bis heute fee. „Mir fällt das schon gar nicht mehr auf“, lacht Martha das größte Anliegen. „In Wien funktioniert das schon ganz Schultz. „Aber natürlich ist es nicht selbstverständlich, gut, aber im ländlichen Raum dass ein Mann diese Aufgabe muss noch sehr viel passieren. erledigt.“ Manchmal kommt es mir so Die Tirolerin erzählt, dass sie vor, als wären wir zurück ins morgens noch auf einem 3000 „Männer haben sich Biedermeier unterwegs.“ 2016 Meter hohen Gletscher war, um 2000 Jahre lang vernetzt, hatten laut einer Studie von in ihrem Touristik-Betrieb nach ich hoffe nicht, dass wir so Frau in der Wirtschaft mehr dem Rechten zu sehen, bevor sie als 51,7 Prozent der Unternach Wien gefahren ist. Ein bis lange brauchen.“ nehmerinnen Kinder, fast drei zwei Tage pro Woche erledigt Viertel davon übernahmen die Vizepräsidentin ihre Arbeit die Kinderbetreuung selbst. in der Wirtschaftskammer, die Nur 35 Prozent der befragten Väter gaben an, zu Kinderrestliche Zeit leitet sie gemeinsam mit ihrem Bruder die Tierziehung oder Haushalt beizutragen. Martha Schultz ist roler Schultz-Gruppe, Betreiberin von Seilbahnen, Skiresorts überzeugt, dass Arbeitszeitflexibilisierung eine Hilfe für viele und Hotels. Das Familienunternehmen haben die GeschwisFrauen wäre: „Gerade im Tourismus ist am Wochenende am ter 2004 vom Vater übernommen, das Unternehmertum meisten los. Ich kenne viele Frauen, die an diesen Tagen gerliegt in der Familie: Bereits die Urgroßmutter kaufte als ne arbeiten würden, weil sie eine Betreuung für ihre Kinder Alleinerzieherin ein Bauernhaus; die Mutter erwarb mit 17 hätten – das Gesetz erlaubt es ihnen jedoch nicht.“ Jahren einen Eissalon und war damit die jüngste Unternehmerin des Zillertals. „Die starken Frauen in der Familie Visionen umsetzen. Den Erfolg ihres Unternehmens haben mich sehr geprägt“, erzählt Schultz. Der Anfang sieht Martha Schultz, selbst begeisterte Skifahrerin, in der war jedoch schwierig: Nachdem Firmengründer Heinrich Leidenschaft für ihre Heimat, die sie in Kommunikation Schultz innerhalb kurzer Zeit einer schweren Krankheit erund Marketing steckt. „Die Begeisterung für unsere Berge legen war, kämpften die Geschwister Martha und Heinz mit und die schöne Landschaft möchte ich auch im Ausland Schulden, die Banken machten Druck. „Diese schwere Zeit vermitteln und damit Gäste anlocken.“ Visionen werden hat uns aber auch zusammengeschweißt, der Zusammenhalt tatkräftig umgesetzt, wie erst kürzlich die Übernahme des im Unternehmen war eine große Hilfe.“ Heute gehört neZillertaler Skigebiets Spieljoch. Geplant ist eine Seilbahnverben Berghütten und Hotels auch ein Golfplatz zur Schultzbindung zwischen zwei Skigebieten. „Das Erlebnis findet am Gruppe, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Berg statt, wir stellen die Transportmittel für einen schnellen ganzjährige Beschäftigung zu ermöglichen. Zugang.“ Nachhaltigkeit wird in verschiedenen Bereichen gelebt, wie etwa bei der Investition in neue, emissionsarme Als Alleinerziehende zum Erfolg. Da Martha Schultz Pistenmaschinen, die weniger Energie verbrauchen. Lebensals Alleinerzieherin beinahe an der mangelnden Kinderbeconomy 12

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INFOS:

FOTO: SEBASTIAN FREILER/WWW_SEBASTIANFREILER_COM

B Die Schultz-Gruppe ist ein WintertouristikUnternehmen und Seilbahnbetreiber mit rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. B Umsatz: ca. 100 Millionen Euro B Philosophie: Zusammenhalt; das Familienunternehmen besteht bereits in der 4. Generation

mittel werden, wenn möglich, regional gekauft und lokale Gewerbebetriebe beauftragt. „Es ist auch wichtig, so etwas selbst vorzuleben“, ist die Unternehmerin überzeugt, „und das Auto auch einmal stehen zu lassen.“ Skigebiets- und Hotelgäste werden für korrekte Müllentsorgung sensibilisiert. Kunstschnee sei jedoch von den Pisten nicht mehr wegzudenken. „Da mechanisch erzeugter Schnee kompakter ist und mit Carving Ski besser zu befahren ist, wird er von den Gästen eingefordert“, buckelige Skipisten wie früher sind nicht mehr erwünscht. Das Wasser für die Schneekanonen wird jedoch auch für die Stromerzeugung genutzt, um Energien zu sparen. Vorbilder suchen. Jungen Unternehmerinnen legt die Geschäftsfrau ans Herz, sich mehr zuzutrauen und sich zu vernetzen, aber auch Solidarität zu zeigen. „Männer haben sich 2000 Jahre lang vernetzt, ich hoffe nicht, dass wir so lange brauchen“, so Martha Schultz. Auch Vorbilder seien

enorm wichtig, ist sie überzeugt und nennt die Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach als Mentorin. Als WKOPräsident Christoph Leitl sie als Vize-Präsidentin nach Wien holen wollte, zögerte die Tirolerin nur kurz. „Früher hätte ich gesagt, ich muss noch mit meiner Familie reden und dreimal drüber schlafen – und dann wär’s wahrscheinlich ein Nein geworden“, lacht Schultz. „Aber dann habe ich an Hilde Zach gedacht und einfach Ja gesagt.“ Bereut hat sie die Entscheidung nie, auch wenn aufgrund der vielen Arbeit Hobbys wie Lesen oder Konzertbesuche (Klassik) zu kurz kommen. „Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen ohnehin, wenn man mit Leidenschaft bei der Sache ist“, ist Schultz überzeugt und erzählt, dass sie in Wien gerne zu Fuß unterwegs sei, um in Bewegung zu bleiben. Und zum Schluss verrät die jung gebliebene Geschäftsfrau, die demnächst Oma wird, noch ihren Geheimtipp für Energie und gute Laune: „In der Früh aufstehen und gleich in den Spiegel lachen.“ conomy 13

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Zugegeben – bei der Veröffentlichung der jüngsten Europäischen Wertestudie musste man manchmal ordentlich schlucken. Etwa wenn man las, dass immer noch 15 Prozent der Bevölkerung finden, Männer hätten eher ein Recht auf Arbeit als Frauen, sobald die Arbeitsplätze knapp werden. Oder bei folgender Ansicht: Männer wären fürs Geldverdienen; Frauen für den Haushalt zuständig. Auf der anderen Seite erfährt man aber, dass die Erwerbstätigkeit von Frauen wohl niemals so hoch war wie jetzt: Sie liegt immerhin bei 72 Prozent (1985: 51 Prozent). Dies spiegelt sich auch in den Chefetagen wider.

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1 Pamela Rendi-Wagner Bundesparteivorsitzende der SPÖ. B 2 Bettina GlatzB Kremsner Vorstandsdirektorin bei der Casino AG, gilt als aussichtsreichste Kandidatin für die Neube3 Evelyn Palla ÖBB-Vorstand, ab März setzung des Chefsessels der Casinos Austria im Jahr 2020. B 4 Antonella Mei-Pochtler die Un2018 Vorstandsmitglied der Deutsche Bahn Fernverkehr AG. B ternehmensberaterin leitet seit 2018 die Stabsstelle für Strategie, Analyse und Planung im österreichischen 5 Edeltraud Hanappi-Egger wurde im Oktober 2018 erneut zur Rektorin Bundeskanzleramt. B der WU gewählt. B 6 Birgit Linhart-Kaser Managing Director Breitling Österreich und Osteuropa – die erste Frau an der Spitze der Uhren-Weltmarke.

FOTOS: BUNDESKANZLERAMT, MIT_DEP. OF BIOLOGY, CASINOS AUSTRIA, BY U.S. DEPARTMENT OF STATE FROM UNITED STATES VIA WIKIMEDIA COMMONS, GOLDMANSACHS, STUART ISETT/FORTUNE, KLAUS VYHNALEK, ÖBB_MAREK KNOPP, DAIMLER AG, FLEURS DE PARIS, SPÖ ASTRID KNIE,

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FOTOS: BUNDESKANZLERAMT, MIT_DEP. OF BIOLOGY, CASINOS AUSTRIA, BY U.S. DEPARTMENT OF STATE FROM UNITED STATES VIA WIKIMEDIA COMMONS, GOLDMANSACHS, STUART ISETT/FORTUNE, KLAUS VYHNALEK, ÖBB_MAREK KNOPP, DAIMLER AG, FLEURS DE PARIS, SPÖ ASTRID KNIE,

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Noch niemals zuvor in der Geschichte wurden so viele klassische Männerbereiche von Frauen durchbrochen wie heute. Man denke bloß an die zwei diesjährigen Nobelpreisträgerinnen, die erste weibliche Parteivorsitzende der SPÖ, die vielen Frauen, die im Digital Business Erfüllung finden, oder die wachsende Anzahl weiblicher Vorstandsmitglieder und CEOs in internationalen Unternehmen. In unserer Rubrik #wonderwomen stellen wir in jeder Ausgabe herausragende Wegweiserinnen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft vor. Der Fülle tatsächlicher Karriere-Sprinterinnen werden wir damit natürlich nicht gerecht. Aber es zeigt: Die Richtung stimmt! (ME)

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Stephanie Cohen gilt als „most powerful women in banking“ und Newcomerin 2018, sie ist seit diesem Jahr CSO bei Goldman Sachs. B 8 Angelika Amon MIT-Wissenschafterin – die Österreicherin 9 Katrin Adt die neue Chefin erhielt kürzlich die höchstdotierte Wissenschaftsauszeichnung der Welt. B der Kleinstwagenmarke Smart aus dem Hause Daimler. B 10 Nadia Murad irakische Menscherechts11 Donna Strickland Wikipedia verwehrte ihr bis vor Kuraktivistin und Friedensnobelpreis-Trägerin B zem noch den Eintrag, weil man sie für nicht wichtig genug hielt – nun bekam sie den Nobelpreis für Physik. 12 Victoria Frister Mit ihrem 2016 gegründeten Start-up „Fleurs de Paris“ zählt die 29-Jährige bereits B zu den einflussreichsten „30 under 30“ der berühmten Forbes-Liste. conomy 15

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Des einen Risiko, des anderen Vertrauen: Geht es um Wirtschaft, agieren Frauen und Männer mit unterschiedlicher Dynamik. Eine brandaktuelle, weltweite Studie* lehrt vor allem eines: Geht es um Geduld oder Risikofreude, verschärfen sich die Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

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VON SARAH WETZLMAYR

Steigt der Wohlstand,

erfährt meistens auch die Gleichstellung von Frauen und Männern einen

deutlichen Aufschwung und die Vorlieben und Handlungsweisen beider Geschlechter gleichen sich an. Das sagt zumindest der Hausverstand und hat damit teilweise natürlich auch recht. Wie eine im

2017 durchgeführte Studie* mit knapp 88.000

Jahr

Befragten zeigt, liegen

Hausverstand und Intuition damit aber eben nur halb richtig. Geht es nämlich um die Wirtschaft,

verdoppeln und vervierfachen

sich die Unterschiede in den Handlungsweisen von

Frauen und Männern in jenen Ländern, die sich durch Chancengleichheit und Gleichstellung auszeichnen. Besonders auffällig: Der Geduldsfaktor. Hier ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern in Ländern mit höherer Gleichberechtigung in etwa

10-mal so groß wie in jenen Ländern mit

wesentlich geringerer Chancengleichheit. Durchaus überraschend: Frauen sind deutlich ungeduldiger. Außerdem gilt der Spruch „No risk no fun“ in gleichberechtigten Gesellschaften für viele Frauen nur bedingt – die Risiko-Affinität von Männern überragt jene der Frauen in solchen Ländern nämlich fast um das Doppelte. Geht es um

Vertrauen und Altruismus, wendet sich

Frauen liegen insgesamt aber deutlich vorne. Da die Umfrage in 76 Ländern auf allen Kontinenten durchgeführt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Ergebnisse für etwa 90

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zent der Menschheit repräsentativ sind. Dem weiblichen Unternehmergeist tun diese Unterschiede und Differenzen jedoch keinen Abbruch – in Österreich sind

176.930 Einzelunterneh-

men in der Hand von Frauen. Bei den Unternehmensgründungen lag der Frauenanteil im Jahr 2017

bei 44,5

Prozent, das ist ein Plus von

de. Als Gründungsmotive geben mehr als

12 Prozent im Vergleich zur Jahrtausendwen-

70 Prozent

der Unternehmerinnen Unabhängigkeit

und Selbstverwirklichung an. Außerdem: Mit weniger Risikobereitschaft, dafür einer Extraportion Vertrauen und Uneigennützigkeit gelingt der Weg ganz nach oben ebenfalls – 2017 wurde mehr als jedes

dritte

Unternehmen in Österreich (37 Prozent) von einer Frau geleitet. Hier sticht beson-

ders der Dienstleistungssektor heraus. Trotzdem gilt natürlich weiterhin, dass es noch sehr viel Potenzial nach oben gibt. Vor allem wenn es darum geht, die Einkommensschere zu schließen. Im europaweiten Schnitt verdienen Frauen immer noch um 16,2 bei

20 Prozent.

Prozent weniger als Männer, in Österreich liegt der Satz sogar *„Relationship of gender differences in preferences to economic development and gender equality“ von Armin Falk, Department of Economics, University of Bonn, and Behavior and Inequality Research Institute und Johannes Hermle, Department of Economics, University of California, Berkeley

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das Bild – hier dehnt sich die Differenz zwar ebenfalls gemeinsam mit der Chancengleichheit merklich aus,


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THEMEN, THESEN, TRENDS

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UND WAS JETZT? Was sich seit der Einführung der Frauenquote in Aufsichtsräten mit Anfang 2018 getan hat. BRIGITTE EDERER IM GESPRÄCH Wenn Lehman Brothers doch bloß „Sisters“ gewesen wäre. DIGITALISIERTES FRAUENBILD Die Frontrunnerinnen der Szene. KOMMENTAR RUDOLF J. MELZER Wie smart ist die neue Welt tatsächlich? DEBATTE Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Maria Rauch-Kallat (Ex-ÖVP) über Gesetzeslücken rund um Hass im Netz. ENDLICH MEHR GELD! Tipps für Kunstsammlerinnen und Anlegerinnen.

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FEATURE

POLITIK

UNGLEICHGEWICHTE Die Frauenquote in Aufsichtsräten wird bei Weitem noch nicht erfüllt – obwohl sie seit Beginn dieses Jahres für viele Unternehmen verpflichtend ist. Auf lange Sicht kann es sich allerdings kein Betrieb mehr leisten, auf Frauen in dieser wichtigen Position zu verzichten. TEXT: ROBERT PRAZAK

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RECHTSLAGE

B Seit 2018 müssen Unternehmen eine Mindestquote von 30 Prozent in ihren Aufsichtsräten erfüllen, diese gilt sowohl für Frauen als auch für Männer. Allerdings wird diese Quote erst bei Neubestellungen und Nachbesetzungen gültig, bei bestehenden Aufsichtsräten muss sich also nicht sofort etwas ändern. Die 30-Prozent-Quote ist nur für Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern sowie für börsennotierte verpflichtend. Die Quote gilt zudem nicht für kleinere Gremien (weniger als sechs Kapitalvertreterinnen und Kapitalvertreter) und Firmen, die jeweils weniger als 20 Prozent Frauen- oder Männeranteil im gesamten Unternehmen haben.

ZAHLEN

B 22,3 Prozent beträgt derzeit der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten österreichischer Börse-Unternehmen. Das hat eine Analyse des Beratungsunternehmens Ernst & Young ergeben. Im Vorjahr lag der Anteil bei knapp 19 Prozent. B 10 von 191 Vorstandsmitgliedern österreichischer Unternehmen sind Frauen.

genügend Frauen für diese Positionen; das sei eben schwer, eben furchtbar kompliziert und so weiter bla, bla …

30 Prozent – das ist nicht viel. Und doch ist es offenbar ein Anteil, der gar nicht so einfach zu erreichen ist. Seit dem heurigen Jahr ist es für Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte österreichischer Unternehmen ab einer gewissen Größe verpflichtend, dass diese Quote erfüllt wird. Sie gilt im Prinzip für Frauen und Männer, doch da die große Mehrheit der Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte ohnehin von Männern dominiert wird, handelt es sich de facto um eine Frauenquote. Bis diese in der Praxis erreicht wird, könnte es aber noch dauern: Bei den börsennotierten Unternehmen des Landes beträgt sie rund 23 Prozent, bei den 200 umsatzstärksten Firmen schätzungsweise 19 Prozent. Das liegt daran, dass die Quote erst bei Nachbesetzung von Positionen schlagend wird. Und in vielen Unternehmen klammern sich die Herren in den Aufsichtsräten mit Verzweiflung an die alten Schauermärchen: Es gäbe nicht

Natürlich ist das alles Unsinn, wie Josef Fritz weiß. Er ist Managing Partner von Board Search, das auf die Vermittlung qualifizierter Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte im deutschsprachigen Raum spezialisiert ist. „Dass es nicht genügend Frauen für solche Aufsichtsratspositionen gibt, ist eines der dümmsten Argumente – das sagen nur die, die derzeit noch an den Pfründen sitzen.“ Wenn es zu wenige Frauen in Aufsichtsräten gibt, sei das Bestellungsprozedere schuld – da werde noch immer viel zu stark im Beziehungsnetz gefischt. „Und genau das ist ein riesiger Nachteil für Österreichs Unternehmen“, sagt Fritz. Dabei mangelt es nicht an Beispielen für Frauen, die mit Erfolg solche Positionen bezogen haben – beispielsweise Monika Kircher, Susanne Riess oder Maria Zesch. Letztere ist CCO von T-Mobile Austria und sitzt seit Kurzem im Aufsichtsrat der Oekostrom AG. „Diversifizierung hilft die Qualität zu verbessern“, sagt Zesch. „Gemischte Teams erzielen nachweislich bessere Ergebnisse, darauf sollte auch bei Aufsichtsorganen geachtet werden.“ Tatsächlich steigt der Anteil der Frauen in Aufsichtsräten – ebenso wie auf Vorstandsebene – viel zu langsam an. Zwar mangelt es nicht an Frauen mit den nötigen Qualifikationen, doch die Masse der Unternehmen sträubt sich. Brigitte Ederer kann das nicht conomy 21

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BEISPIELHAFT Eine Auswahl an Frauen, die derzeit im Aufsichtsrat österreichischer Unternehmen tätig sind. B Christine Bernegger: LKW Walter AG B Brigitte Ederer: Boehringer Ingelheim RCV,Infineon, TTTech B Christina Fromme-Knoch: Brigitte BKS Bank, Internorm, Ederer WIG Holding B Bettina Glatz-Kremsner: Casinos Austria, EVN, Flughafen Wien, Telekom Austria B Edith Hlawati: E-Control, Telekom Austria, Post AG Susanne B Valerie Höllinger: Riess Staatsoper, Bettina Burgtheater, Glatz-Kremsner Volksoper, Art for Art B Ulrike Huemer: Wiener Linien GmbH B Monika Kircher: Andritz, AUA, Kelag, Siemens B Christine Marek: Bundesimmobilien GmbH (BIG), Simacek Facility Monika Regina Prehofer: Kircher B 6B47 Real Estate, AT&S, Spar, Wienerberger AG B Susanne Riess: Signa, Verbund, Wüstenrot B Patricia Rüf: Liebherr Nenzing B Herta Stockbauer: Oberbank, Kontrollbank, Post AG B Mathilde Umdasch: Umdasch-Gruppe B Maria Zesch: Maria oekostrom AG Zesch

verstehen (siehe auch Interview Seite 28). Die ehemalige Chefin von Siemens Österreich ist heute unter anderem im Aufsichtsrat von Infineon tätig. „Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass eine gute Repräsentanz beider Geschlechter zum ökonomischen Erfolg von Unternehmen beiträgt“, sagt sie. Kein Unternehmen könne es sich leisten, auf Dauer auf die Expertise von immer mehr hervorragend qualifizierten Frauen zu verzichten. Das gilt aber nicht nur für Aufsichtsrätinnen, sondern überhaupt für die Chefetagen der österreichischen Unternehmen, wie Helen Pelzmann, Expertin von Ernst & Young, anlässlich der jüngsten Zahlen feststellt: Der Anteil von Frauen stagniere auf niedrigem Niveau. Eine Quote sieht sie generell als „Türöffner“. Kann eine gesetzliche Verpflichtung also tatsächlich helfen, um hier eine Veränderung zu bewirken? Trotz des Widerstands seitens vieler Parteien gegen die Quote – auch die jetzige Regierungspartei FPÖ war noch im Vorjahr strikt dagegen – wird es ohne eine solche kaum Veränderungen geben; das beweisen Erfahrungen aus anderen Ländern und aus anderen Bereichen. Josef Fritz ist zwar grundsätzlich gegen Quoten, weil „das nur Krücken auf Zeit“ seien. „Allerdings geht es nicht ohne sie, weil sich sonst gar nichts tut.“ Eine Quote brauche man eben, wenn das Gleichgewicht verloren gegangen ist. Und davon kann sicherlich die Rede sein. Ein Trend kommt den Frauen nun aber zugute: Aufsichtsratsmitglieder müssen professioneller agieren. Die alten Seilschaften – vornehmlich aus Männern bestehend – bröckeln daher, denn heute reichen Gefälligkeiten und Bekanntschaften nicht mehr, um eine solche Position zu bekommen. Dass bei so manchen Sitzungen die Qualität des Buffets wichtiger war als das Niveau der Debatten, ist kein Gerücht – und vielfach ist es noch immer so. Aber das ändert sich: Profis sind gefragt, die sich wirklich auskennen und sich Zeit nehmen für diese immer wichtiger werdende Funktion – und zwar Profis beiderlei Geschlechts. Josef

„Gemischte Teams erzielen bessere Ergebnisse – darauf sollte auch bei Aufsichtsorganen geachtet werden“. MARIA ZESCH Fritzl nennt die Trends, die dabei unterstützend wirken könnten, Globalisierung, Digitalisierung und Transformation von Prozessen. „Das reine Abnicken im Aufsichtsrat geht heute nicht mehr, denn die Vorstände stehen vor unglaublichen Herausforderungen“, sagt er. Um Vorstände zu entlasten und um angesichts der immer häufiger werdenden Management-Wechsel in Unternehmen für Kontinuität zu sorgen, kommt dieser Kontroll- und Beratungsfunktion heute eine ganz andere Bedeutung zu. Das bestätigt Maria Zesch: „Dem Aufsichtsrat als Kontrollorgan und strategischem Impulsgeber kommt steigende Bedeutung zu – daher sollten hier auch besonders Frauen gefördert werden“. Österreich liegt bei diesem Trend ohnehin im Hintertreffen – höchste Zeit also, dass sich was bewegt.

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POLITIK

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FEATURE

IM PORTRÄT

„Plötzlich findet man Frauen, die in frage kommen“ Wenn Lehman Brothers Lehman Sisters gewesen wäre, hätte die Pleite vermutlich nicht stattgefunden, meint Brigitte Ederer. Die ehemalige Siemens-Chefin, in vielen Aufsichtsräten aktiv, spricht mit SHEconomy über die Frauenquote, die sie – mittlerweile – für sinnvoll hält. VON ALEXANDRA ROTTER

mokratie gibt es schon lange Quoten, ich war da immer eher skeptisch. Ich muss aber ehrlich sagen, dass es bei mir einen Gesinnungswandel gibt, weil ich merke, dass Quoten etwas bewegen. Bis dato hat man gesagt, man findet keine Frauen, die für Aufsichtsräte infrage kommen – und plötzlich findet man sie. Daher muss ich eingestehen, dass die Quote etwas gebracht hat. Wann haben Sie begonnen umzudenken? Als ich

in Deutschland war, hat die damalige Frauenministerin Ursula von der Leyen die Diskussion über Frauen in Führungsgremien vorangetrieben und Druck auf Unternehmen wie Siemens gemacht, die Repräsentanz von Frauen zu erhöhen. Für ein Technologieunternehmen ist das schwierig, weil es zu wenige Technikerinnen gibt. Aber da habe ich gemerkt, dass es auf das Denken im Unternehmen eine Auswirkung hatte, dass die Politik das eingefordert hat. Lange wurde argumentiert, es gebe nicht genug qualifizierte Frauen oder sie würden keine TopPositionen anstreben. Bezogen auf Aufsichtsräte: Was qualifiziert jemanden für einen Aufsichtsratsposten? In einem Aufsichtsrat braucht es eine gute

Mischung von Qualifikationen. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse, juristische und ökonomische Qualifikationen sind wichtig. Und es wäre gut, die technische Weiterentwicklung beurteilen zu können. Außer im technischen

Bereich gibt es überall enorm viele gut qualifizierte Frauen. Wird jemand wie Sie mit viel Aufsichtsratserfahrung oft angefragt für Aufsichtsratsposten? Nicht

oft, aber immer wieder. Mittlerweile empfehle ich auch manchmal andere Frauen, von denen ich meine, dass sie sogar besser passen. Manche Firmen nehmen das Thema sehr ernst und beauftragen Personalberater mit der Suche nach weiblichen Aufsichtsräten. Niemand will sich vorwerfen lassen, wegen des Geschlechts eine Position zu bekommen. Haben Sie das Gefühl, dass Frauen in Aufsichtsräten einen Qualifikationsdruck haben und sich extra beweisen müssen, weil sie sonst als Quotenfrauen abgestempelt werden? Da sollten sich Frauen

keine Sorgen machen, selbst wenn sie mit der Quote in einen Aufsichtsrat kommen. Wenn man sich gut vorbereitet und die Tätigkeit ernst nimmt, hat man sich in einem Jahr so positioniert, dass niemand mehr sagen wird: Die ist nur wegen der Quote da. Ich kenne viele Unternehmen, die das sehr positiv und als Gewinn sehen. Was können Frauen in Aufsichtsräten verändern?

In der Regel wirkt sich die Repräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten auch in einem stärkeren Fokus auf die Beschäftigung von Frauen im Unternehmen aus. Ein gutes Beispiel sind die Aufsichtsratsvorsitzende der Post, Edith Hlawati, und ihre Stellvertreterin Edeltraud Stiftinger: Sie legen großen Wert auf die Karrierepfade von Frauen und haben sogar ein Programm zur Frauenförderung bei der Post initiiert. Würden Sie eine Quote auch auf Vorstandsebene befürworten? Das Problem ist, dass die Position des Vor-

FOTO: PETER RIGAUD/LAIF

Seit 1. Jänner ist vorgeschrieben, dass Aufsichtsräte von börsennotierten Unternehmen und Unternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mindestens zu 30 Prozent aus Frauen bestehen. Die Quote ist also Konsens. Das war lange nicht so. Wie haben Sie diesen gesellschaftlichen Wandel erlebt? In der Sozialde-

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FOTO: PETER RIGAUD/LAIF

ZUR PERSON

Brigitte Ederer hat Volkswirtschaft an der Universität Wien studiert. Sie saß in den 90er-Jahren für die SPÖ im Nationalrat und war unter Bundeskanzler Franz Vranitzky Staatssekretärin. Anschließend fungierte sie als Generaldirektorin der Siemens AG Österreich und im Vorstand von Siemens in München. Bis zum Frühjahr war sie ÖBB-Aufsichtsratschefin. Aktuell sitzt Ederer in den Aufsichtsräten von Boehringer Ingelheim Österreich, Infineon Österreich, Schoeller Bleckmann, der Windparkfirma W.E.B und TTTech. conomy 25

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FEATURE

IM PORTRÄT

standes sehr auf das Unternehmen zugeschnitten ist. Aber ich kann nur an alle Verantwortlichen einen Appell richten: Aus rein ökonomischen Gründen wären alle gut beraten, gemischte Teams zu installieren, denn die haben eine bessere Performance. Glauben Sie, dass sich der Frauenanteil in Führungspositionen zu einem ähnlichen Imagethema für Unternehmen entwickeln könnte wie Nachhaltigkeit? Ich glaube nicht, dass das für das Image eines

Unternehmens entscheidend ist, aber es ist wichtig für die ökonomische Performance. Ich bin überzeugt, dass Frauen andere Schwerpunkte und andere Einschätzungen in Aufsichtsräte einbringen. Können Sie ein Beispiel nennen? Ich glaube, wenn

„Meine großen Vorbilder waren die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal – und Männer: Ferdinand Lacina und Franz Vranitzky“

Lehman Brothers Lehman Sisters gewesen wäre, wäre es wahrscheinlich nicht zum Konkurs gekommen. Ich habe erlebt, dass Frauen risikoaverser sind als Männer, oft einfachere Lösungen finden und die Scheinwerfer eher darauf richten, wie sich eine Entscheidung auch auf andere Bereiche auswirkt. Männer ziehen ihren Weg eher durch, wenn sie sich für eine Strategie entschieden haben und werden manchmal von den Auswirkungen überrascht. Was wäre für Frauen in der Wirtschaft noch wichtig? Eine Voraussetzung für eine Gleichberechtigung

im Arbeitsleben – vor allem in der Industrie – ist, dass Frauen sich der Zukunftsthemen Digitalisierung und IT stärker annehmen und Ausbildungen in diesen Bereichen machen. Wenn das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass es zu einer stärkeren Vermengung beider Geschlechter in der Berufswelt kommen wird. Braucht es mehr Vorbilder und Role Models in Politik und Wirtschaft? Ja – auch das habe ich früher

unterschätzt. Mich beeindruckt zum Beispiel sehr, welche wichtige Rolle Angela Merkel in der Weltpolitik spielt. Welche Frauen waren Ihre Vorbilder? Die Stärke,

mich durchzusetzen, habe ich von meiner Mutter gelernt. Und sicherlich war die ehemalige Frauenministerin Johanna Dohnal ein Vorbild. Aber meine größten Vorbilder waren Männer: Ferdinand Lacina und Franz Vranitzky*. Was würden Sie Frauen raten, die an die Spitze wollen? Am wichtigsten ist, dass sie etwas gestalten wollen

und auch wissen, mit welchem Ziel. Sie müssen bereit sein, in einem großen Ausmaß Zeit und Energie zu investieren. Und ich halte eine gewisse Gelassenheit für wichtig.

Aber ich habe mich oft in Dinge verbissen, die nicht wirklich wichtig waren. Ich hätte mit weniger Druck vermutlich einiges leichter durchgesetzt. Vielen Dank für das Gespräch. *Franz Vranitzky: österr. Bundeskanzler 1986–1997 Ferdinand Lacina: österr. Finanzminister 1986–1995 Johanna Dohnal: erste österr. Frauenministerin 1990–1995

FOTOS: PICTUREDESK

Mit Gelassenheit meinen Sie vermutlich nicht, sich alles gefallen zu lassen? Nein, im Gegenteil.

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tillstand ist in der Druckerei Berger ein Fremdwort. Das gilt nicht nur für die hochmodernen Maschinen, die hier Tag und Nacht im Einsatz sind, sondern auch für die zukunftsorientierte Denkweise der Betreiber. Seit mehr als 150 Jahren setzt man im privat geführten Unternehmen auf technologischen Fortschritt und möglichst effiziente Abläufe. Ein Weg, der sich bezahlt macht: Mit 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Druckerei Ferdinand Berger & Söhne die zweitgrößte Akzidenz-Rollenoffsetdruckerei Österreichs. Zu den Produktionsschwerpunkten zählt unter

anderem die Herstellung von Zeitschriften und Katalogen in den unterschiedlichsten Auflagenhöhen. Mit den Auflagenzahlen ist auch Lisa Kruzik-Bauer bestens vertraut, schließlich kümmert sie sich um die Terminplanung – koordiniert also die zeitliche Produktionsabfolge aller Aufträge auf den Bogen- und Rollenoffsetmaschinen. Damit hat die junge Niederösterreicherin jene Schlüsselposition übernommen, die den Laden ebenso sprichwörtlich wie wortwörtlich am Laufen hält. Eine große Herausforderung, die sich nur mit der nötigen Portion Coolness bewältigen lässt.

in Kooperation mit DRUCKEREI BERGER

In der Druckerei Berger läuft seit mittlerweile 150 Jahren alles wie gedruckt. Aktuell liegt das auch am Einsatz der 27-jährigen Lisa Kruzik-Bauer – sie koordiniert die zeitliche Produktionsabfolge aller Aufträge.

WAS WURDE AUS IHREN PLÄNEN, SEIT SIE … B…

FOTOS: DRUCKEREI BERGER

FOTOS: PICTUREDESK

Druckreife Leistung

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Ihre Ausbildung an der Graphischen machten? Zu Beginn war mir noch nicht wirklich klar, wo meine Reise hingehen würde. Durch ein Praktikum bei der Druckerei Berger hat sich für mich plötzlich ein neuer Weg aufgetan, der dann auch der richtige war. B … die Chance bekamen, als Assistentin der Produktionsleitung anfangen zu dürfen? Weil sehr viele verschiedene Aufgabenbereiche in diesen Posten hineinspielen, übernahm ich zu dieser Zeit auch die Urlaubsvertretung der Terminplanung. Danach ging alles ganz schnell: Die Stelle wurde frei und mir wurde angeboten, sie fix zu übernehmen. Ein Sprung ins kalte Wasser, aber gleichzeitig auch ein Schritt, den ich bis heute nicht bereut habe. B … mit besonderen Herausforderungen konfrontiert wurden? Jeder Tag ist anders. Weil wir rund um die Uhr produzieren, kann es schon mal passieren, dass ich in der Früh ins Büro komme und eine defekte Maschine es plötzlich notwendig macht, alle Pläne umzukrempeln und sämtliche Abläufe neu zu strukturieren. Es geht darum, schnell zu reagieren und dabei cool zu bleiben. Klingt nach einem Widerspruch – aber es geht.

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FEATURE

NEW TECHNOLOGY

Fuß auf Schiene

Die Digitalisierung der Arbeitswelt eröffnet Frauen viel mehr Chancen als ursprünglich angenommen. Gerade dort, wo es um individuelle Fähigkeiten wie Kommunikationstalent und Analysefähigkeit geht, wendet sich das Blatt immer häufiger zu weiblichen Gunsten. VON MICHAELA ERNST

Noch vor ein paar Jahren wurde die berufstätige Frau angesichts der Digitalisierung als bedrohte Spezies definiert. Unter anderem deshalb, weil sich die Expertinnen und Experten im Zusammenhang mit dem Wandel meist stark auf die Faktoren Mathematik und Technik fokussierten – beides Fächer, in denen Mädchen traditionellerweise schlechter abschneiden als Burschen. Doch seit einiger Zeit weiß man, dass auch ganz andere Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung des digitalen Wandels zuständig sind: etwa Kommunikationsfähigkeit oder Problemlösungskompetenz. Forschung und Unternehmertum bemerken nämlich, dass die Digitalisierung viel breiter gefasst ist als in dem Kürzel

MINT, das für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. „Die Veränderung von Arbeitsprozessen ist ein weites Feld“, weiß WIFO-Forscherin Julia BockSchappelwein. Die Wissenschafterin, deren Fachgebiete unter anderem Arbeitsmarkt und Genderfragen sowie die Zukunft der Arbeit sind, gibt zu bedenken, dass sich althergebrachte Denkmuster in Frauen- und Männerjobs langsam überholen. „Denn wo wird die Digitalisierung in Produktionsunternehmen eingesetzt? Da, wo es um schwere körperliche Arbeit oder um einfache Routinetätigkeiten

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nicht mehr nur die reine Technologie oder das Handwerk im Vordergrund, sondern die Weitergabe und Kommunikation von Wissen zum Nutzen des Unternehmens“, erläutert Bock-Schappelwein. Bestätigung in dieser Sichtweise bekommt sie etwa von ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Silvia Angelo. Im Gespräch mit der Tageszeitung Der Standard sagt die Top-Managerin: „Die Digitalisierung macht Frauen viele Berufe zugänglicher als die männlich geprägte Eisenbahn mit ursprünglich viel Schwerarbeit. Jetzt bekommen Frauen leichter sozusagen einen Fuß auf die Schiene“. Gerade wo es um interaktive, kognitive oder analytische Skills geht, sind Frauen nicht nur stark vertreten, sondern haben gegenüber Männern häufig die Nase vorn. In einer Studie von Accenture aus dem Vorjahr wird sogar behauptet, dass digitale Kompetenz vor allem Frauen helfen würde, ihre Karrierechancen zu steigern. In 16 von 31 untersuchten Ländern erreichten Frauen ein höheres Bildungsniveau als Männer – etwa weil sie es verstehen, digitale Technologien effektiver zu nutzen. Auch in Österreich stehen die Chancen für Frauen nicht schlecht. 2015 waren „rund 35 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Berufen tätig, die sich vorwiegend durch analytische und interaktive Nicht-Routine-Tätigkeiten auszeichnen“, hält die WIFO-Studie „Österreich im Wandel der Digitalisierung“ fest, an der Bock-Schappelwein zentral mitwirkte. Genau diese Berufe würden aber „höhere Ansprüche an die Qualifikationen und Kompetenzen der Beschäftigten“ stellen, so die Untersuchung weiter. Bedenkt man, dass laut Hochschulprognose der Statistik Austria bis ins Jahr 2035 fast 60 Prozent aller Maturantinnen und Maturanten Mädchen, jedoch nur knapp über 40 Prozent Burschen sein werden, kann jeder seine Schlüsse ziehen; schon jetzt sind die diesbezüglichen Unterschiede zwischen den Geschlechtern markant. Hinzu kommt, dass sich bereits aktuell Frauen auf Berufe konzentrieren, die einen geringen Routine-Anteil und dafür umso stärker analytische wie interaktive Schwerpunkte haben (Bock-Schappelwein in „Digitalisierung und Arbeit“). Beide Faktoren – die bessere Ausbildung sowie die Fokussierung auf die richtigen Skills – können in einer digitalisierten Welt als Karriere-Booster angesehen werden.

geht. Die Automatisierung befreit somit Tätigkeiten, die an bestimmte physische Voraussetzungen gebunden waren, von dieser Abhängigkeit.“ Konkretes Beispiel: Verlangte der Einsatz in Produktionsbetrieben früher den Arbeitnehmerinnen eine gewisse körperliche Fitness ab, kommt es heute darauf an, dass die Mitarbeiterinnen, die einander ebendort quasi die Tastatur in die Hand geben, miteinander kommunizieren. „Bei der Ablöse geht es darum, dass man den nachfolgenden Kolleginnen oder Kollegen mitteilt, was in den letzten Stunden geschehen und worauf weiter zu achten ist. Es steht also

Angesichts dieses weiblichen Potenzials, mit den Anforderungen der Zeit zu gehen, wiegt umso schwerer die Tatsache, dass „Österreich im internationalen Vergleich bei der Digitalisierung im Rückstand liegt und gemessen am Pro-Kopf-Einkommen nur unterdurchschnittliche Werte aufweist“, wie Bock-Schappelwein zusammenfasst. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

„Die Digitalisierung wird dort eingesetzt, wo es um schwere körperliche Arbeit oder Routinetätigkeiten geht“ JULIA BOCK-SCHAPPELWEIN conomy 29

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NEW TECHNOLOGY

B Sabine Herlitschka Die Lebensmittel- und Biotechnologin ist seit 2014 Vorstandsvorsitzende von Infineon Technologies Austria (Jahresumsatz 2017: 2,539 Mio. Euro, ca. 3.785 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter global). Vor wenigen Wochen fand in Villach der Spatenstich für die Erweiterung des Technologiekonzerns statt, die in den kommenden drei Jahren 750 neue Arbeitsplätze schaffen soll. Herlitschkas Credo: „Wer Technologie entwickeln und produzieren kann, der bestimmt mit – wer das nicht macht, der wird bestimmt.“

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Isabella Mader Vorstand des Excellence Institutes, Executive Advisor des Global Peter Drucker Forums sowie Lehrbeauftragte an mehreren Hochschulen mit den Schwerpunkten Wissens- und Informationsmanagement, IT-Strategie und Kollaboration. Die Expertin, die schon mehrere Bücher zum Thema Digitalisierung verfasst hat, gibt zu bedenken: „Der EU fehlen 500.000 IT-Fachkräfte. Wird der Bedarf nicht gestillt, wandert die Industrie ab. Bildungspolitik ist Wirtschaftspolitik.“ B

Sabine Theresia Köszegi Professorin für Arbeitswissenschaft an der TU, Vorsitzende des Robotik-Rates. Die Arbeitswissenschafterin untersucht, welche Auswirkungen der Umgang mit Robotern auf den einzelnen Menschen hat. Eine der zentralen Fragen dabei, die es ihrer Ansicht nach zu klären gilt, lautet: „Wie sollen Assistenzsysteme gestaltet werden, damit sie Menschen bei ihrer Arbeit unterstützen, ohne sie zu über- oder unterfordern?“

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Margarete Schramböck Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort. In Vorträgen unterstreicht sie gern den Zusammenhang zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Wohlstand und Digitalisierung. Deshalb ist der ehemaligen Telekom-Managerin auch die Stärkung der KMUs ein besonderes Anliegen: „Wenn die KMUs in der Digitalisierung und Innovation beim Zugang von Ausschreibungen zurückfallen, werden auch die Leitbetriebe zurückfallen.“ Bürgernähe beweist die Ministerin etwa mit der Einführung einer App, die ab Frühjahr 2019 hilft, Behördenwege digital zu erledigen. conomy 30

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Eva Eggeling leitet den Geschäftsbereich Visual Computing, Fraunhofer Austria; lehrt an der TU-Graz. Sie unterstützt Unternehmen vor allem bei datenbasierten Digitalisierungsfragen. Mit „Dave“ betreiben die TU Graz und Fraunhofer ein 3D-Rundumprojektionssystem, das es ermöglicht, große Gebäudekomplexe virtuell zu begehen (wurde z.B. vor dem Bau des Wiener Hauptbahnhofs eingesetzt, um Leitsysteme vorab virtuell zu testen). Aktuell arbeitet die Forscherin an „VAST“: Hier werden Ideen zum Arbeitsplatz der Zukunft für Fluglotsen entwickelt.

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Ruth Schnell Die Grande Dame an der Universität für angewandte Kunst Wien für Digitale Kunst, deren Abteilung sie seit 2011 auch leitet. Ihre Prophezeiung, wie Augmented Reality unsere Welt verändern wird: „Es wird bald so sein, dass wir Dokumentationen dreidimensional aufnehmen – wenn etwa eine Party dokumentiert wurde, heißt das, dass man hineingeht und sich das Fest anschaut“.

B Michaela Novak-Chaid CEO von Hewlett Packard (HP) Austria (Umsatz weltweit 2017: 28,9 Mrd. Dollar, ca 52.000 MitarbeiterInnen global). Beim Internationalen Forum für Wirtschaftskommunikation im Club Concordia betonte sie kürzlich, dass ein zentraler Unternehmens-Wert darin besteht, attraktiv für neue Mitarbeitergenerationen zu sein. „Flache Hierarchien werden glaubhafter in offenen Büroumgebungen gelebt und Teamwork lässt sich mit modernen Kollaborationstools effizient gestalten. Hier geht es nicht um eine akademische Denksportaufgabe, sondern darum, die Prinzipien täglich zu leben.“

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Petra Hauser

Ambassador des Austrian Chapter der Singularity University und CEO des Exponential Business Hub. Vor bald zwei Jahren gründete die Change-Management-Expertin, die unter anderem Unternehmen darin unterstützt, den digitalen Wandel zu meistern, den ÖsterreichAbleger der Silicon-Valley-Kaderschmiede „Singularity University“. Eine Überzeugung, die sie damit importiert: Exponentielles Wachstum ist nicht nur Sache von Konzernen, auch Kleinere schaffen den Turn – vorausgesetzt, sie denken vernetzt und lassen sich auf den technologischen Wandel ein.

B Traude Kogoj Diversity-Beauftragte bei den ÖBB (Umsatz 2017: 5,52 Mrd. Euro, ca. 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Anfang November bekam die Politikwissenschafterin den Österreichischen Staatspreis für ihren Einsatz für die Rechte der Frauen verliehen – doch ihre Aufmerksamkeit gilt nicht nur Gleichstellungsfragen, sondern auch dem digitalen Wandel. Kogojs Beobachtung: „Meist sind es Männer, die die digitalen Prozesse gestalten, Frauen sind oft die Ausführenden“. Genau da müsse eingehakt werden, damit sich Digitalisierung für beide Geschlechter positiv auswirke.

B Ulrike Huemer seit 2014 CIO der Stadt Wien (113.000 IT-Endgeräte, 5000 Server, 9400 TB Speicher), treibt die Digitalisierung der Bundeshauptstadt voran. In ihrer Arbeit setzt sie sich besonders dafür ein, dass sich der Anteil von Frauen in der Digitalisierungsbranche signifikant erhöht: „Künstliche Intelligenz wird unsere Gesellschaft nachhaltig verändern, daher müssen Frauen und Männer zu gleichen Teilen an der Entwicklung arbeiten.“

B Melitta Wadsack OMV Digital Advisor des Group CIO: „Hauptziel ist die Unterstützung der digitalen Ambitionen aller OMV-Geschäftsbereiche und der strukturierte Aufbau von nötigen neuen Kompetenzen entlang unserer digitalen Roadmap. In meiner Rolle als Digital Advisor des Group-CIO liegt mein Fokus auf der Veränderung der OMV Konzern-IT vom traditionellen IT-Anbieter zum IT-Broker und Integrator. Hand in Hand damit geht die zukünftige Entwicklung der Mitarbeiter und die Gestaltung einer Umgebung, die offen für Innovation ist.“

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FEATURE

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Katharina Hochfeld

ist stellvertretende Leiterin des Center for Responsible Research and Innovation des Fraunhofer IAO. Als Teamleiterin Unternehmenskultur und Transformation forscht und berät sie zu diversitygerechten Unternehmenskulturen in der Digitalen Transformation. Sie muntert Betriebe auf, die eigenen Ressourcen tiefer zu betrachten, denn „Innovationen entstehen oft an Schnittstellen zwischen Fachdisziplinen und Branchen und hier können Unternehmen die Vielfalt, die sie bereits haben, aktiv nutzen.“

B Stephanie Shirley Die Vorreiterin. Die 84-jährige Britin gründete bereits 1962 die Programmierfirma Freelance Programmers (später „F International“), die fast nur Frauen beschäftigte. Mit Einführung des Gleichstellungsgesetzes 1975 musste sie auch zunehmend Männer einstellen. Im Jahr 2000 rangierte sie auf Platz 11 der reichsten Frauen Englands mit einem geschätzten Vermögen von 140 Mio. Pfund. Eines ihrer Erfolgsgeheimnisse: „Richte dich nicht daran, wo die Gesellschaft steht, sondern wo sie hin möchte“.

WEITERFÜHRENDE STUDIEN ZUM THEMA:

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Whitney Wolfe Mitbegründerin der Dating-App „Tinder“. Nach einem privaten Zerwürfnis mit einem ihrer Cos erfand sie vor drei Jahren die weniger draufgängerische Version „Bumble“, bei der nur Frauen den ersten Schritt setzen dürfen. 26 Millionen User sind bereits weltweit registriert, 75.000 Ehen wurden angeblich schon gestiftet. Der Wert des Unternehmens wird bereits mit 1,5 Mrd. Dollar beziffert.

BUCHTIPPS: B Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft (2018) von Richard David Precht, Goldmann B Digitalisierung: Segen oder Fluch: Wie die Digitalisierung unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert (2018) von Dietmar Wolff und Richard Göbel, Springer B The Second Machine Age: Wie die nächste digitale Revolution unser aller Leben verändern wird (Neuauflage im Taschenbuchformat, 2018) von Erik Brynjolfsson; Andrew McAfee, Plassen B Die 50 wichtigsten Themen der Digitalisierung: Künstliche Intelligenz, Blockchain, Bitcoin Virtual Reality und vieles mehr verständlich erklärt (2018) von Philip Specht, Redline

Julia Bock-Schappelwein et al.: B „Politischer Handlungsspielraum zur optimalen Nutzung der Vorteile der Digitalisierung für Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Wohlstand“ (August 2018) B „Arbeitsmarktchancen durch Digitalisierung“ (Dezember 2017) B „Beschäftigung und Industrie 4.0. Technologischer Wandel und die Zukunft des Arbeitsmarkts“ (Mai 2017) Alle Studien sind über die Homepage des Austrian Institute of Economic Research (WIFO) herunterzuladen: www.wifo.ac.at/en/publications/ search_for_publications B SHEconomy-Chefredakteurin Michaela Ernst befasste sich im Rahmen eines berufsbegleitenden Studiums mit den Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung. Wesentliche Ergebnisse ihrer Studie sind bei folgendem TEDx Talk nachzuhören: www.youtube.com/ watch?v=8PtpyM6X4P8

FOTOS: STEVESHIRLEY.COM, JORDAN DONER, FRAUNHOFER AUSTRIA, INFINEON, CHRISTIAN LENDL, FRAUNHOFER IAO, LUIZA PUIU, HP HEWLETT PACKARD AUSTRIA GMBH, FOTO WILKE, ÖBB_CHRISTIAN ZENGER, BEIGESTELLT, PID/WALTER SCHAUB-WALZER, OMV AKTIENGESELLSCHAFT/WOLFGANG WOLAK, GEORG GLAESER

NEW TECHNOLOGY

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FOTOS: STEVESHIRLEY.COM, JORDAN DONER, FRAUNHOFER AUSTRIA, INFINEON, CHRISTIAN LENDL, FRAUNHOFER IAO, LUIZA PUIU, HP HEWLETT PACKARD AUSTRIA GMBH, FOTO WILKE, ÖBB_CHRISTIAN ZENGER, BEIGESTELLT, PID/WALTER SCHAUB-WALZER

Denn wir wissen nicht, was sie tun …

gast kom men tar

Gedanken zu den vielfältigen Bedrohungen, die hinter den ach so praktischen digitalen Services und Social Media lauern – von Rudolf J. Melzer, Leiter und Gründer des Internationalen Forums für Wirtschaftskommunikation. Von der Kundenkarte im Supermarkt und in der Drogerie bis hin zur E-Card. Von Alexa im Wohnzimmer, dem „Wischhandy“ in der Handtasche mit diversen Self-Tracking-Apps bis hin zum Navigations- sowie NotrufSystem im Auto. Die Industrie liefert laufend neue Spielereien, die Tag und Nacht Daten über uns sammeln. Und irgendwann steht dann im schlimmsten Fall die Polizei vor der Tür und verhaftet jemand Unschuldigen, weil zufällig die Bewegungsprofile und gewählten Telefonnummern jenen einer potenziell kriminellen Person entsprechen und somit „Gefahr in Verzug“ gegeben sei. Was wie ScienceFiction anmutet und die Polizei noch probiert, können professionelle Internet-Kriminelle bereits jetzt perfekt – sie werten alle möglichen Daten über uns aus und suchen nach Sicherheitslücken. Hier gibt es zweierlei Arten: einmal solche, denen wir selbst zustimmen wie Amazons Alexa, Facebook, Google etc. Bei diesen sind wir quasi selbst schuld, weil wir ja den Nutzungsbestimmung zugestimmt haben. Es gibt aber auch Systemlücken, derer wir uns weniger bewusst sind, und die unerwünschte Folgen haben können: An oberster Stelle sind da offene WLAN-Systeme zu nennen. Verkauft werden diese natürlich alle unter dem Deckmäntelchen des Komforts: Alles wird „smart“ und vermeintlich einfacher. Aber „smart“ heißt nicht, dass Sie als Userin oder User so smart sind, dass Sie dieses System kaufen, sondern auch dass die Verkäuferin oder der Verkäufer smart sind und sich Ihre Daten krallen. Daher wird den Datendiebinnen und Datendieben wörtlich Tür und Tor geöffnet: über eine App das Garagentor öffnen oder die Jalousien schließen, das Licht oder Überwachungskameras mit direkter WLAN-Verbindung zum Smartphone steuern … – all diese Komfort-Gadgets beinhalten Lücken, über die wir uns für Hackerinnen und Hacker angreifbar machen.

SAFE EURO CLOUD Das Gleiche gilt für Unternehmen. Vermeintliche Kleinigkeiten wie zum Beispiel eine gehackte Klimaanlage, können schwerwiegende Folgen haben. Denn „wenn plötzlich die Klimaanlage des Serverraums attackiert wird und nicht mehr kühlt, ist die gesamte IT-Infrastruktur des Unternehmens in Gefahr“, warnte kürzlich Klaus Schmid, CEO von NTT DATA Österreich, im Rahmen der Executive-Reihe „Chefsache IoT Security“. Internet-Kriminalität, mittlerweile das größte „Gewerbe“ der Welt, wird von Wirtschaft, Politik und Medien unterschätzt, erklärte das Internationale Forum für Wirtschaftskommunikation schon im Jahre 2014 und forderte damals schon die Schaffung einer „Safe Euro Cloud“. FAKTOR MENSCH Cyber Security im Sinne der technischen Lösung ist nur die halbe Miete, betont Isabella Mader, Vorstand im Excellence Institute Research and Solution, und weist darauf hin, dass der Faktor Mensch, z. B. Achtlosigkeit oder mangelndes Sicherheitsbewusstsein, schwer wiegen: Der klassische Trick des „Fallenlassens“ von USB-Sticks auf Schreibtischen, die dann irgendwann genommen und angesteckt werden bis hin zu weitergeleiteten E-Mails an Privat-Accounts, um zu Hause arbeiten zu können, sind Fallen, die immer noch als Riesenlücke in der Security klaffen. NICHTS ZU VERBERGEN? Die oft gehörten Argumente wie „Ich habe ja nichts zu verbergen“ oder „Was wollen die denn schon mit meinen harmlosen Daten anfangen?“ sollen nicht darüber hinwegtäuschen, was Datenanalysten bereits heute aus der Vielzahl an verfügbaren Daten herauslesen können. Somit gilt, lieber behutsam mit eigenen sowie Firmendaten umgehen und diese schützen, denn wir wissen nicht, was sie (mit unseren Daten) tun …

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FEATURE P O R T FOLIO

Gute Zeichen

Kunstsinn zahlt sich aus: Nirgendwo sonst lässt sich Geld schöner vermehren. Die Italienerin Carla Accardi und die Wahlwienerin Toni Schmale zählen zu unseren Favoritinnen der Saison.

to know

GUT VERTRETEN

Carla Accardi Schrift oder Bild? Abstrakt oder gegenständlich? Im Fall von Carla Accardi lassen sich diese Fragen nicht so einfach beantworten – wie bei dem Bild „Bianconerorosso“, das im Wiener Dorotheum versteigert wird.

Stargalerist Thaddaeus Ropac zog die Europa-Vertretung für den Nachlass von Donald Judd an Land. Im April 2019 präsentiert er den Doyen der Minimal Art in seiner Pariser Dependance.

NEU BESETZT

Der Kunstraum Niederösterreich in der Wiener Herrengasse, heimliches Zentrum für Newcomerinnen und Newcomer sowie Performancekunst, bekommt ab 2019 eine neue Leitung: Katharina Brandl, die bereits als Mitbegründerin des Business Riot Festivals von sich reden machte.

FOTOS: MIREILLE HOSTER, DOROTHEUM WIEN, CURTESY GALERIE KÖNIG WIEN, ROMAN PFEFFER, ANDRÉS ARRANZ SERVICIOS FOTOGÁFICOS, LUHRINGAUGUSTINE.COM

good

B Die Grandes Dames kommen! Gerade entdeckt die Kunstwelt das weibliche Schaffen früherer Generationen. Zum Beispiel die Italienerin Carla Accardi (1924–2014). In den 1950er-Jahren Mitglied der römischen Künstlergruppe „Forma 1“, malte sie dichte Kompositionen. In den Bildern der Malerin, auch im Guggenheim Museum vertreten, ballen sich Hieroglyphen zu Wolken und scheinen zu tanzen. Die Preise älterer Arbeiten liegen mittlerweile im sechsstelligen Bereich. Günstiger, wenn auch bereits im Wert gestiegen, sind späte Gemälde. Für Kurzentschlossene: Einige davon versteigert das Dorotheum am 29. November um 17 Uhr (Taxen zwischen 10.000 und 32.000 Euro).

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WHAT TO SEE

FOTOS: MIREILLE HOSTER, DOROTHEUM WIEN, CURTESY GALERIE KÖNIG WIEN, ROMAN PFEFFER, ANDRÉS ARRANZ SERVICIOS FOTOGÁFICOS, LUHRINGAUGUSTINE.COM

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WHERE TO GO

Nina Schedlmayr ist Kunstkritikerin in Wien und schreibt auf artemisia.blog über Kunst und Feminismus.

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31. 12. TATE MODERN Silvester mit einem 360-Grad-Blick auf die Skyline Londons: Die Tate Modern macht es möglich und lädt zur New Year’s Eve Party. www.tate.org. uk/whats-on/

1.) NANA MANDL

Nana Mandls Kunst führt reale und virtuelle Welt zusammen. Ihre wilden Collagen aus Digitalprints, Acryl und Stickerei kosten rund 3280 Euro. www.kandlhofer.com

2.) HANAKAM & SCHULLER

Das Künstlerduo Markus Hanakam & Roswitha Schuller verführt mit Kunst in Knallfarben voll Witz und Ironie. Demnächst in einer Gruppenshow der Galerie Krinzinger (Zeichnungen ab 1900, Objekte ab 3000 Euro). www.galerie-krinzinger.at

1 15. 12. – 22. 01. FRIEZE L. A.

Die Frieze, eine der internationalen Top-Kunstmessen, erobert neues Terrain – und zwar die Paramount Pictures Studios in L. A. frieze.com/fairs/frieze-los-angeles

PAULINE BOUDRY UND RENATE LORENZ

Die witzigen, glamourösen und rätselhaften Performances des Künstlerinnenduos kennt man in Wien seit ihrer Kunsthallen-Ausstellung. 2019 bespielen die beiden den Schweizer Pavillon auf der Biennale Venedig: Internationale Aufmerksamkeit ist sicher.

2 ROMAN PFEFFER Roman Pfeffer erregt mit spektakulären Skulpturen Aufmerksamkeit – auch mit jener der Jury des DagmarChobot-Skulpturenpreises, den er kürzlich erhielt. Leicht möglich, dass sich dieser als Karriereturbo erweist.

3.) AGLAIA KONRAD

Architektur und Stadtraum: Das interessiert die Fotografin Aglaia Konrad am meisten. SchwarzWeiß-Digitalprints ab ca. 4970 Euro. www.r-m-l.at

27. 2. – 3. 3. ARCO MADRID

Die ARCO ist die Klassikerin unter den Publikumsmessen. Die nächste Ausgabe versammelt 200 Galerien. Gastland: Peru. www.ifema.es/arcomadrid_01/

Wenn Fitnessgeräte und Sexspielzeuge aneinandergeraten: Dann steht man möglicherweise vor einer Skulptur von Toni Schmale. Große Arbeiten wie „waltraud“ und „kontaktgrill“ bekommt man bei der Galerie Christine König um rund 40.000 Euro. www.christinekoeniggalerie.com

3 SIMONE LEIGH Nicht dass Simone Leigh mit ihren Skulpturen, Videos und Installationen (Thema: schwarze weibliche Identität) noch eine Unbekannte wäre. Ihre Ausstellung im Guggenheim Museum, die im Frühjahr eröffnet, wird sie dennoch in die Höhe katapultieren.

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FEATURE PORTE MONNAIE

Raja Korinek ist freie Finanzjournalistin

Femme Finanz Weil Frauen in ihrem Anlegerverhalten risikoscheuer sind als Männer, zählt für sie gute Beratung umso mehr. SHEconomy-Expertin Raja Korinek stellt eine Auswahl einträglicher Finanzprodukte vor.

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Investmentfonds. Das Besondere daran: Diese Produkte legen das Geld in einem ganzen Pool an Wertpapieren an. Und das macht durchaus Sinn. So wird das Vermögen breit gestreut und man überlässt die Anlageentscheidungen einem Finanzprofi. SHEconomy stellt drei Ideen vor.

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FUR VORSICHTIGE:

FUR STRATEGINNEN:

FUR EINZELGANGERINNEN:

„PORTFOLIO MANAGEMENT SOLIDE“ DER KEPLER KAG (AT0000707575)

„SEILERN STRYX WORLD GROWTH“ DER SEILERN INVESTMENT MANAGEMENT (IE00B2NXKV01)

„ÖKOWORLD ÖKOVISION CLASSIC“ DER OEKOWORLD LUX S.A. (LU0551476806)

Die Reise beschränkt sich bei diesem Produkt auf sorgfältig ausgewählte Aktien aus den USA und Europa. Auch in Japan werden die Expertinnen ein wenig fündig. Die gewählten Unternehmen müssen solide Einnahmen und ein gut einschätzbares Wachstum erzielen, obendrein eine gute Marktmacht haben. Besonders viele Chancen finden die Expertinnen derzeit im Technologie- sowie im Gesundheitssektor, unter anderem mit der Google-Mutter Alphabet, der Online-Buchungsplattform Priceline.com oder der dänischen Coloplast. Sie stellt etwa Katheter her.

Wer mit seinem Geld etwas für das gute Gewissen tun möchte, sollte diesen nachhaltigen Investmentfonds in Betracht ziehen. Investiert wird in Unternehmen, die eine strenge soziale, ethische und ökologische Prüfung bestehen, wobei Ausschlussgründe etwa Kinderarbeit, Atomkraft oder Gentechnik sind. Stattdessen wird in den nachhaltigen Konsum oder den Bau ebenso investiert wie in nachhaltige Energieerzeugung und -effizienz. Auch die Kommunikationsbranche spielt eine wichtige Rolle. Immerhin nimmt der schwedische TelekomKonzern LM Ericsson die größte Fondsposition ein.

Das Portfolio legt Wert auf eine sehr breite Streuung und veranlagt nicht in einzelne Wertpapiere, sondern in verschiedene Investmentfonds. Dabei wird eine möglichst sichere Strategie gewählt, rund 70 Prozent des Portfolios sind deshalb in Anleihefonds investiert. Bei Anleihen erhält man regelmäßige Zinszahlungen. Außerdem haben sie fixe Laufzeiten und schwanken weit weniger als Aktien. Die restlichen gut 30 Prozent werden hingegen riskanter veranlagt, hier wird global in Aktienfonds gestreut, selbst ein wenig in Schwellenländer.

Die Besprechung von Wertpapieren und Investments auf dieser Seite ersetzt keine professionelle Beratung und ist nicht als Kaufempfehlung zu betrachten. „SHeconomy“ übernimmt keine Haftung für die künftige Kursentwicklung

FOTO: R: KORINEK

Das Jahr 1957 ist für die finanzielle Freiheit von Frauen in Österreich ein bedeutendes Jahr, seither dürfen sie nämlich ihr eigenes Konto eröffnen. Noch immer lassen viele ihr Geld darauf liegen. Dabei ist schon mit simplen Schritten eine langfristige Veranlagung möglich, etwa mit

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Kunstsammlung Zdeněk Antonin Macků www.macku.cc

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Pyrkergasse 31/9

1190 Wien

Austria

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e: art@macku.cc 08.11.18 18:03 13:42 19.11.18


DE BA TTE

Mut zu raschem Handeln Zwei Kämpferinnen für ein selbstbestimmtes Frauenleben diskutieren in SHEconomy: Gabriele Heinisch-Hosek und Maria Rauch-Kallat fordern härtere gesetzliche Regelungen gegen Hasspostings und sexuelle Übergriffe

Übergriffe dieser Art verletzen die sexuelle Integrität einer Person. Derzeit besteht bei Weitem kein ausreichender rechtlicher Schutz vor Beschimpfungen, Drohungen und sexuellen Belästigungen im Netz. In den allermeisten Fällen sind die Opfer Frauen. Österreich ist durch internationale Menschenrechtsverträge verpflichtet, Frauen effektiv vor geschlechtsspezifischer Gewalt zu schützen. Daher braucht es auf der einen Seite bessere rechtliche Regelungen und auf der anderen Seite möchte ich Sie ermutigen, sich nichts gefallen zu lassen und persönliche Erlebnisse zu melden. Die Beratungsstelle #GegenHassimNetz (Beratungsstelle ZARA, www. zara.or.at) unterstützt und berät Opfer und ZeugInnen von Hasspostings. Das Angebot ist kostenlos. Als Frauenpolitikerin, Feministin und Aktivistin appelliere ich an uns Frauen, mutig, entschlossen und klar gegen Hass im Netz aufzutreten.

Hass im Netz ist eine neue Form von Gewalt, die erst durch die sozialen Medien ermöglicht wurde! Warum Frauen weitaus öfter als Männer Opfer derartiger Angriffe sind, ist mit Sicherheit noch nicht hinlänglich erforscht wäre aber dringend zu klären. Was bewegt Menschen, im Schutz der Anonymität alle ihre Aggressionen, ihre Wut, ihren Hass in Form übelster Angriffe und Beleidigungen anderen – ihnen meist gar nicht persönlich bekannten – Menschen entgegenzuschleudern? Warum erregen besonders Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, diese Aggressionen? Und wie gehen davon Betroffene mit dieser Form von Gewalt um? Wie kann man sich und andere wirksam schützen? Was wird die Gesetzgebung dazu beitragen? Unzählige Fragen und bislang wenige befriedigende Antworten, aber zumindest ein gewisser Konsens, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Vor wenigen Jahren war Stalking ein neues Phänomen, dem man anfangs auch hilflos ausgeliefert schien. Aber entsprechende Gesetzesänderungen und erste Verurteilungen zeigten bald abschreckende Wirkung. Ich wünsche mir von der Politik Mut zu raschem Handeln. Strenge gesetzliche Regelungen gegen Hass-Postings im Netz. Keine Möglichkeit des Versteckens im Schutz der Anonymität. Erforschen der Ursachen für das steigende Aggressions- und Gewaltpotenzial insbesondere gegen Frauen. Effiziente Medienerziehung im Schulunterricht auch über den Umgang mit neuen Medien.

MARIA RAUCHKALLAT, MBA CEO mrk diversity management Ehem. ÖVP-Frauenministerin

FOTOS: JEFF MANGIONE, PHOTO_SIMONIS

GABRIELE HEINISCHHOSEK Abgeordnete zum Nationalrat, SPÖ-Frauensprecherin und ehem. SPÖ-Frauenministerin

Hasspostings, sexuelle Belästigung, Cybermobbing und andere Formen von psychischer und verbaler Gewalt im Netz nehmen zu. Wer von den Leserinnen und Lesern war noch nie davon betroffen? Wahrscheinlich haben Sie alle schon Erfahrungen mit vulgären, herabwürdigenden Botschaften gemacht. Entweder Sie selbst oder von Schilderungen Betroffener.

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esundheitliche Probleme egal ob physisch, oder psychisch können zu langwierigen Krankenständen und zu drohenden Jobverlusten führen. Während dies bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Existenzängsten einhergehen kann, kann es für Unternehmen insbesondere von Kleinund Mittelbetrieben den Verlust von wichtigem Know-How und Ressourcen bedeuten. Egal ob Arbeitnehmer/innen oder Arbeitgeber/innen, jede/r kann sich an fit2work wenden und eine Beratung in Anspruch nehmen. fit2work bietet Information, Beratung und Unterstützung bei Fragen zur seelischen und körperlichen Gesundheit am Arbeitsplatz.

© FOTOPRODUKTION: SEE´YA, FOTOGRAF: PETER GARMUSCH

Werner L. arbeitet seit 25 Jahren in einem Spenglereibetrieb. Aufgrund einer Operation an der Wirbelsäule und der anschließenden Rehabilitation befand er sich ein paar Monate im Krankenstand. Der Arbeitgeber und auch Herr L. selbst waren unsicher, ob er die bisherige Tätigkeit in dieser Form auch mit der gesundheitlichen Einschränkung weiter ausüben kann. Das Thema Kündigung stand bereits im Raum.

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fit2work für eine gesunde Arbeitswelt fit2work ist kompetente Informationen aus einer Hand: fit2work zeigt die Angebote verschiedener (regionaler) Partner auf und versucht mit den Klienten und Klientinnen eine auf den Einzelfall abgestimmte Lösung zu erreichen, wie am Beispiel der Monteurin Frau M: „Nach einem schweren Unfall konnte ich ein Bein nicht mehr richtig bewegen und durch ständige Schmerzen in der Wirbelsäule konnte ich meinen gewohnten Beruf nicht mehr ausführen.“ Eine geplante innerbetriebliche Umschulung wurde durch den Konkurs des Unternehmens – in dem sie tätig war – nicht mehr möglich. fit2work informierte Frau M. über die Möglichkeit einer medizinischen Rehabilitation, die sie dann von der Pensionsversicherungsanstalt bewilligt bekam. Frau M ist mittlerweile wieder voll im Berufsleben angekommen.

So half fit2work Werner L. und dem Betrieb: Durch individuelle Beratung zur Verbesserung der Erwerbsfähigkeit sowie nach arbeitsmedizinischer Abklärung unterstützte fit2work Herrn L. einen Kurs als Lehrlingsausbildner zu beginnen. Der Betrieb nahm die Möglichkeit der fit2work-Betriebsberatung in Anspruch und wurde beraten, wie die Wiedereingliederung von Herrn L. bestmöglich unterstützt werden kann. Der Betrieb bekam dabei auch gleich die Unterstützung nachhaltig ein Struktur aufzubauen, um die Wiedereingliederung zu fördern bzw. die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unterstützen und zu begleiten, bevor eine Wiedereingliederung notwendig ist. Durch die Rückkehr von Werner L. als Lehrlingsbeauftragter konnte der Arbeitsplatz für den Mitarbeiter gesichert und aufgewertet werden.

Die fit2work Beratung für Betriebe wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. www.esf.at

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Für viele UnternehmerInnen ist der Weg in Richtung Nachhaltigkeit nur in kleinen Schritten zu bewältigen. Als parteiunabhängige Plattform unterstützt der SENAT DER WIRTSCHAFT dabei und ermutigt dazu, auch einmal größere Sprünge zu wagen.

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orgänge und Abläufe, die in sogenannten Denkfabriken, oft auch Thinktanks genannt, zur Anwendung kommen, unterscheiden sich kaum von jenen, die man normalerweise klassischen Industriebetrieben zuordnen würde. Auch hier wird geschmiedet, geschraubt und so dafür gesorgt, dass jedes Rädchen ins andere greift. Am Ende langer Diskussions- und Produktionsphasen ergibt sich schließlich ein Produkt, das sich einerseits als runde Sache präsentiert, es gleichzeitig aber auch möglich macht, da und dort mal anzuecken. In diesen Thinktanks werden jedoch keine Rohstoffe verarbeitet, sondern Ideen. Der SENAT DER WIRTSCHAFT ist eine dieser Denkfabriken – hier geht es allerdings nicht nur um die Produktion bestimmter Ideen und Konzepte, sondern darüber hinaus auch um ihre Nutzbarmachung und Umsetzung. Es ist ein „Do Tank“, der Konzeption und Realisierbarkeit in Beziehung setzt, diese überprüft und dann im größeren Kontext noch mal austestet. Als parteipolitisch unabhängige Unternehmensplattform nimmt sich der SENAT DER WIRTSCHAFT Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Ökologie, Bildung und Gesundheit an. Der Blick der Senatsmitglieder bleibt dabei immer auf das Ziel einer gemeinwohlorientierten und ökosozialen Marktwirtschaft gerichtet. Um dieses Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, wird nicht nur die Politik ins Visier genommen und hier nach einer soliden Basis des Austausches gesucht, sondern in erster Linie der Dialog mit Unternehmerinnen und Unternehmern angepeilt. Der

SENAT betrachtet sich also als international agierendes Wirtschaftsnetzwerk, das jene Menschen miteinander verbindet, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft nicht nur bewusst, sondern auch dazu bereit sind, gemeinsam an einer ökosozialen Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft zu schrauben. EIN NEUER RAHMEN Gemeinsam mit über 560 Unternehmen in Österreich sowie weiteren Unternehmen in den umliegenden Ländern und jenen des Donauraums werden neue Denkanstöße und innovative Lösungsansätze erarbeitet – wobei das Miteinander im Vordergrund steht. „Wir betrachten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als Einheit, die als solches der Wirtschaft dient. Jeder für sich kann nichts bewegen – Wirtschaft funktioniert nur gemeinsam“, fügt Gabriele Stowasser, Vorständin für internationale Beziehungen, erklärend hinzu. Der SENAT möchte dabei vor allem eine Unterstützungsplattform für Betriebe sein. Konkrete Maßnahmen, die gemeinsam mit den Unternehmerinnen und Unternehmern erarbeitet werden, sorgen dafür, dass diese mit dem nötigen Rüstzeug für eine erfolgreiche Zukunft ausgestattet werden. Das Erfolgskonzept das hierbei zur Anwendung kommt, wird jedoch nicht ausschließlich an wirtschaftlichem Erfolg und schwarzen Zahlen gemessen. Vielmehr geht es darum, wirtschaftlichen Fortschritt mit einem Rahmen auszustatten, der sich an den immer wichtiger werdenden ökosozialen Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft orientiert.

FOTOS: SENAT DER WIRTSCHAFT/ CLAUDIO FARKASCH

in Kooperation mit dem senat der wirtschaft

Schrittweise zu nachhaltigem Erfolg

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DIE INITIATIVEN – SO MACHT DER SENAT UNTERNEHMEN ZUKUNFTSFIT DIE MITTELSTANDS-ALLIANZ – MITTELSTAND STATT MITTELDING B Anfang Juli 2017 präsentierte der SENAT die Initiative MITTELSTANDS-ALLIANZ, die es sich nicht nur zum Ziel gemacht hat, mittelständischen Unternehmen eine Stimme zu geben, sondern sie auch mit dem nötigen Handwerkszeug ausstatten soll, um Wünsche auch aktiv einfordern zu können. Dieser Fokus kommt nicht von ungefähr, denn 99,7 Prozent aller österreichischen Unternehmen sind dem Mittelstand zuzurechnen. Der SENAT betrachtet sich selbst als jene Wissens- und Informationsdrehscheibe, die mittelständische Betriebe zukunftsfit macht. Dabei kommen die vom SENAT entwickelten Toolboxen zu den Themen Finanzierung, Digitalisierung, Gesundheit, Ökologie und Innovation zum Einsatz. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen konkrete Instrumente in die Hand zu geben, mit deren Hilfe sie an neuen Lösungsansätzen und zukunftsweisenden Ideen arbeiten können.

FOTOS: SENAT DER WIRTSCHAFT/ CLAUDIO FARKASCH

DAS SOCIAL ENTREPRENEURSHIP FORUM – ES GEHT UM DEN MENSCHEN B Weil unternehmerisches Denken und Handeln zum Wohle der Gesellschaft zu den Eckpfeilern des SENATs gehört, nimmt das Social Entrepreneurship Forum einen ganz besonderen Stellenwert im Handlungsfeld des SENATs ein. Die Initiative basiert auf dem Grundgedanken, dass soziale Probleme auf unternehmerische Weise gelöst werden können. Damit ist die Idee aber noch längst nicht ausreichend beschrieben, denn mithilfe dieser unternehmerisch geführten Sozialprojekte wird es gleichzeitig auch möglich, eine Vielzahl an Arbeitsplätzen zu schaffen, die durch die Automatisierung und Digitalit h e st NEURSHIP es NTREPRE in E sierung verloren gehen könnten. Ein Jobmotor e L g IA n C u it O BEIM S Aufarbe hmerische e . d also, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. rn n te ru n u rg die Vorde hemas im Erfolgreiche Projekte wie „Discovering Hands“, sozialen T eine Initiative, die den überlegenen Tastsinn sehbehinderter Frauen nutzt und diese für Brustkrebsvorsorgeuntersuchungen ausbildet, zeigen, welch großes Potenzial in diesem Bereich steckt. DIE WEITBLICK CHAMPIONS – VON DER VISION ZUR UMSETZUNG B Wie eine dunkle Gewitterwolke hängt der Fachkräftemangel nun schon seit einiger Zeit über der österreichischen Wirtschaft. Um diesem entgegenzuwirken, hat der SENAT DER WIRTSCHAFT die Weitblick-Champions ins Leben gerufen. Im Juni 2018 wurde der Weitblick-Champions-Award zum ersten Mal verliehen. Ziel ist es, nicht nur Y prämiert R junge, talentierte HTL-Absolventinnen und -AbJU E IG HKARÄT iative EINE HOC ns der Init io p solventen zu fördern und vor den Vorhang zu m a h C lickAFT. die Weitb WIRTSCH R holen, sondern auch Unternehmen dazu zu E D T A des SEN motivieren, sich mit den jungen Talenten zu vernetzen und sie als künftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuwerben. In allen wichtigen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Bereichen soll so ein Austausch zwischen den Generationen gefördert und die zukunftsorientierte Ausrichtung von Unternehmen gesichert werden. conomy 41

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Jedes Stück Altglas, das von den Österreichern und Österreicherinnen Tag für Tag vorbildhaft in AltglasContainern gesammelt wird, erhält eine zweite Chance. Austria Glas Recycling – ein Unternehmen der ARA – hat ein europaweit hoch angesehenes System für Glasrecycling aufgebaut.

SAUBERE LÖSUNG Glas bewahrt Vitamine und Geschmack. Als Altglas ist es neuer Rohstoff.

FOTOS: 123RF; AUSTRIA GLAS RECYCLING GMBH

in kooperation mit austria glas recycling

Der Kreislauf des Glases

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DAS KLEINE EINMALEINS DER ALTGLASSAMMLUNG Zur Altglassammlung gehören alle Glasverpackungen – getrennt nach Weißglas und Buntglas. Zum Beispiel: B Flaschen (Wein- und Saftflaschen, Flaschen für Essig, Öl etc.) B Konservengläser (Gläser für Marmelade, Gurken, Pesto etc.) B Parfumflakons B Medizinfläschchen B Einweg-Gewürzmühlen aus Glas B gläserne Flaschenverschlüsse (z. B. Vinolok bei Weinflaschen) Ungefärbtes Verpackungsglas zum Weißglas, gefärbtes Verpackungsglas zum Buntglas. Bitte achten Sie auf Ruhezeiten und entsorgen Sie Ihr Altglas rücksichtsvoll und leise. Danke! Zum Restmüll oder Recyclinghof gehören: alle Glasprodukte, die keine Verpackungen sind – zum Beispiel: B Flachglas (Fensterglas, Windschutzscheiben etc.) B Glasgeschirr (Trinkgläser, Vasen etc.) B Einmachgläser B Glühbirnen B Spiegel B „feuerfestes“ Glas, Laborgläser Zum Fachhandel oder zur Problemstoffsammelstelle gehören: Energiesparlampen, Leuchtstoffröhren etc.

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ecycling von Glasverpackungen ist ein perfekter Materialkreislauf: Glas kann ohne Qualitätsverlust beliebig oft eingeschmolzen und neu geformt werden. In jeder gebrauchten Glasverpackung steckt eine neue. In Österreich sammeln die Österreicher und Österreicherinnen seit Mitte der 1970er-Jahre Glasverpackungen – getrennt nach Weißglas und Buntglas – und stellen sie der Glasindustrie als Rohstoff zur Verfügung. Es hat sich im Laufe der Jahrzehnte ein tiefes Bewusstsein für die Wiederverarbeitung des Rohstoffes Glas entwickelt. Seitdem wird buntes und weißes Glas fein säuberlich getrennt. Austria Glas Recycling ist eine Non-Profit-Organisation, die in Zusammenarbeit mit Spezialisten und der Bevölkerung die Sammelmengen jährlich steigert und Österreich mit einer Glasrecyclingquote von mehr als 80 Prozent einen Platz in der internationalen Top-Riege sichert. Das gesammelte Altglas wird zu 100 % in der Verpackungsglasindustrie verwertet. Gebrauchte Glasverpackungen sind der mengenmäßig wichtigste Rohstoff in der Verpackungsglasproduktion. Die Einsatzquote beträgt bei Weißglas bis zu 60 % und bei Grünglas bis zu 90 %. Man spricht von Sekundärrohstoff in Ergänzung zu den Primärrohstoffen Sand, Kalk, Dolomit etc., die der Natur entnommen werden müssen. Dank Glassammlung und Glasrecycling werden dadurch Rohstoffe, Energie, Emissionen und Geld gespart. Es ist deutlich ökologischer und ökonomischer, gebrauchte Glasverpackungen zu sammeln und zu verwerten, als sie zu deponieren. Glasflaschen und andere Verpackungen aus Glas getrennt entsorgen lohnt sich. Je sauberer die gesammelten Glasverpackungen sind, desto mehr Altglas kann eingesetzt werden. Je 10 % Altglas bei der Neuproduktion reduzieren 3 % Energieverbrauch und 7 % CO2-Emissionen. Die jährliche Einsparung an elektrischer Energie entspricht dem Jahresbedarf von etwa 52.000 Haushalten und reduziert den CO2-Footprint. Zudem stärkt der Einsatz des Sekundärrohstoffes Altglas die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie. Das sichert Arbeitsplätze in Österreich. Österreichs Glasrecyclingsystem gilt in der EU als Best Practice.

FOTOS: 123RF; AUSTRIA GLAS RECYCLING GMBH

Kunststoff, Keramik, Papier, Metall, Verschlüsse, Deckel und andere Abfälle gehören in die dafür vorgesehene Sammlung. Etiketten können auf den Glasgebinden bleiben. Danke, dass Sie Altglas sorgsam entsorgen! Sie leisten damit einen vergleichsweise einfachen, aber sehr wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. RICHTIG EINWERFEN Bunt- und Weißglas sind im Altglas-Container streng getrennt.

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Dossier

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GEMEINSAM SIND WIR STARK GLANZSTUNDE MIT NADJA SWAROVSKI Bildung, Beziehung zum Vater, Betreuung für Kinder und nochmals Bildung! – ein Interview über Women Empowerment. BRÜCKENBAUERIN MARIE RINGLER Die EuropaChefin vom globalen NGO-Netzwerk „Ashoka“ im Porträt. WEIBERWIRTSCHAFT So geht Female Power! Frauen-Netzwerke to know. Internationale Netzwerkbühnen und -Apps. LEINWANDHELDINNEN Weibliche Seilschaften im Film.

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ier D oPsOsRTRÄT IM

„Am Ende des Tages geht es um Werte“

Nadja Swarovski ist das erste weibliche Mitglied in der Swarovski-Geschäftsführung. Im Interview mit SHEconomy erklärt sie, warum das Unternehmen Frauenförderungsprojekte unterstützt, Gleichberechtigung in den USA besser funktioniert und sie dennoch keine Feministin ist. INTERVIEW: KARIN SCHUH

rund 90 Prozent aus Frauen. Wir produzieren seit 1895 Schmuck für Frauen – damals hat Swarovski erstmals Kristalle hergestellt, damit jede Frau erleben kann, wie es sich anfühlt, einen Diamanten zu tragen. Ich glaube sehr stark an das „Tithing“-Konzept: Es geht dabei darum, zehn Prozent seines Einkommens zurückzugeben. Das war auch die Motivation, uns in Frauengesundheitsprojekte zu involvieren, etwa zum Thema Brustkrebs. Von dort aus haben sich dann die weiteren Projekte entwickelt, wie das WomenEmpowerment. Das heißt, es steckt ein sozialer Anspruch dahinter. Oder gibt es auch einen feministischen Anspruch – geht es um Gleichberechtigung?

Beides. Ich fühle mich geehrt, als einzige Frau im Executive Board bei Swarovski zu sein. Wir haben mittlerweile einiges erreicht, indem wir den UN Global Compact (ein weltweiter Pakt zwischen Unternehmen und der UNO, um die Globalisierung sozialer und ökologischer zu gestalten, Anm.) und auch die Women’s Empowerment Principles der UN unterzeichnet haben. Zudem unterstützen wir sieben der insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN (Sustainable Development Goals, SDGs, Anm.), darunter jenes der Gleichberechtigung. Wir haben vor fünf Jahren die Swarovski Foundation gegründet, bei der es unter anderem um das Thema Female Empowerment durch Bildung geht. Der beste Weg, um Frauen zu stärken, ist Bildung – ganz egal wo. Wir arbeiten deswegen mit Organisationen wie Women for Women International, Room to Read und Teach For Austria zusammen.

Werden Sie oft mit der Frage konfrontiert, warum es so wenig Frauen in Führungspositionen gibt? Und was ist Ihre Erklärung dafür? Ja, aber

wenigstens gibt es Frauen in Führungspositionen. Und es wird realisiert, dass es noch mehr braucht. Die Welt hat sich weiterentwickelt, Firmen und Regierungen müssen sich anpassen und Frauen mehr unterstützen. Es ist ein wahnsinniger Braindrain, wenn eine Frau sich für längere Zeit in die Karenz verabschiedet. Sie sollte die Wahl haben, ob sie geht oder nicht. Ich glaube, viele Frauen, die sich die Betreuung für ihre Kinder leisten können, kommen zurück zur Arbeit. Eine gute Zukunft wäre, wenn Firmen beispielsweise mehr Kinderbetreuung anböten. Ist also nach wie vor das Private das Hauptproblem, warum es so wenige Frauen in der Wirtschaft gibt? Glaube ich schon, ja. Aber auch aus Tradi-

tionsgründen. Wie kann man das durchbrechen? Braucht es mehr Vorbilder? Die jüngere Generation erlebt jetzt häu-

figer, dass Mütter arbeiten, eine relevante Rolle in ihrem Beruf haben und dadurch eine intellektuelle Erfüllung finden. Vielleicht sind sie deswegen auch balancierter. Ich glaube, dass diese jungen Menschen es eher als Selbstverständlichkeit ansehen, dass Mütter unterstützt werden und Mädchen genauso wie Jungs eine gute Bildung bekommen, um später ihrer Karriere nachzugehen. Heutzutage geht es wirklich um diese Paradigmenwechsel. Wir müssen kreativ sein, um gute Lösungen zu finden und nicht einfach den Status quo als Norm akzeptieren. Sie sind auch viel international unterwegs. Spielt in den USA das Geschlecht weniger eine Rolle

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SHEconomy: Sie unterstützen mehrere internationale Frauenprojekte. Was ist die Motivation dahinter? Nadja Swarovski: Unsere Kundengruppe besteht zu

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„Der beste Weg, um Frauen zu stärken, ist Bildung. Bildung bedeutet Selbstsicherheit.“

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Es heißt, dass Frauen für manche Jobs härter arbeiten müssen als Männer. Sehen Sie das auch so? Absolut. Frauen werden härter beurteilt. Ich glaube,

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als in Europa? Auf alle Fälle. Die Gleichberechtigung ist

in den USA stärker als in Europa. Das passt nicht ganz zu dem, was man derzeit von den USA aus den Medien hört, aber die Gleichberechtigung ist auf alle Fälle akzeptierter als in Europa. Das merkt man allein an den Schulen. Schon als ich in der Schule war – zuerst in Europa, dann in den USA – gab es in den USA eindeutig mehr Gleichberechtigung. Woran liegt das? Auch das hat mit Tradition zu tun.

Vielleicht sind die USA anders, weil sie von Leuten aufgebaut wurden, die ihr Land ursprünglich verlassen haben, um religiöse Freiheit zu haben – damit ging es also bereits den ursprünglich Angesiedelten um die Gleichberechtigung des Menschen. Was können wir daraus lernen? Am Ende des Tages

geht es um Werte und um die Wertschätzung der individuellen Person – unabhängig vom Geschlecht.

„Die jüngere Generation erlebt jetzt häufiger, dass Mütter arbeiten und dadurch eine intellektuelle Erfüllung finden. Vielleicht sind sie deswegen auch balancierter.“

Würden Sie sich als Feministin bezeichnen?

Wenn Feministin zu sein gegen Männer sein bedeutet, dann überhaupt nicht. Vielleicht hat das auch mit meiner Erziehung zu tun. Ich habe eine wunderbare Beziehung zu meinem Vater und wurde von ihm immer sehr einbezogen. Wie man zu dem Thema steht, hat meiner Meinung nach viel mit der Beziehung zwischen Tochter und Vater zu tun. Ich habe mich nie von meinem Vater oder meinen zwei Großvätern ausgeschlossen gefühlt, egal ob das nun Geschäftsreisen waren, die Jagd oder das Fischen oder wenn es um harte Arbeit ging. Ich musste am Fließband stehen, mein Vater hat sichergestellt, dass ich so arbeite. Es gab keine Diskriminierung, weil ich eine Frau bin, sondern es hieß: Du bist ein Mensch, jetzt hopp, rein ins Leben. Wie wichtig sind denn Ihrer Meinung nach Netzwerke, speziell Frauennetzwerke? Sehr wichtig,

ganz generell! Man fühlt sich nicht alleine, sondern unterstützt – und hat die Möglichkeit für Gedankenaustausch. Wenn Frauen miteinander reden, verläuft das Gespräch anders als unter Männern. Natürlich ist der Informationsaustausch eine Inspiration, ein Lernen, eine Motivation. Es lohnt sich, sich die Zeit dafür zu nehmen.

manchmal sind sie auch strenger miteinander als Männer, die Dinge leicht übersehen können, auch um sich zu beschützen. Frauen werden von Männern aber auch öfter als Bedrohung wahrgenommen und deshalb strenger beurteilt. Wie schafft man es, die Balance zu finden: Frauen zu fördern, ohne ihnen zu unterstellen, dass sie es nicht ohne Hilfe schaffen würden? You can

take the horse to the water, but you can’t force it to drink. Man kann Hilfe anbieten wie wir es mit unseren Projekten der Swarovski Foundation tun. Und ich muss sagen, sie wird sehr geschätzt und gut angenommen. Swarovski betreibt seit 17 Jahren eine „Wasserschule“ in Brasilien, den USA, Uganda, Indien, China, Thailand und Österreich. Wir unterstützen dabei Lehrerinnen und Lehrer, Kinder über vielfältige Aspekte zum Thema Wasser aufzuklären – etwa den sorgsamen Umgang damit oder auch Hygienethemen. Gemeinsam mit der Filmschule der UCLA (University of California, Los Angeles, Anm.) haben wir dazu einen Dokumentarfilm produziert. Die Filmschule legte dabei den Fokus auf die Mädchen. Man merkt in dem Film genau, wie das Selbstbewusstsein der Mädchen wächst, während ihnen beigebracht wird, wie sie als individuelle Person einen Beitrag leisten können. Sie wachsen, indem sie helfen können. Das ist eine sehr interessante Dynamik; sie ist uns wichtig bei unseren Projekten. Aber auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Das ist ein Prozess, der wahrscheinlich zwei bis drei Generationen dauern wird. Glauben Sie, dass es eines Tages spezielle Frauenförderungsprojekte nicht mehr brauchen wird. Werden wir das noch erleben? Die UN sagt, es wird

217 Jahre dauern, bis die Welt endlich Gleichberechtigung erreicht hat. Das ist noch eine sehr lange Zeit. Aber ich glaube, sie sprechen dabei von der ganzen Welt. In der ersten Welt, wo Bildung relevanter ist, wird es schneller gehen. Die neue Generation denkt schon anders, da werden sich die Dinge schneller entwickeln. Warum sind gerade in der Modebranche so wenige Frauen in Führungspositionen? Gute Frage,

ich glaube, es braucht noch Zeit. Interessanterweise sind die meisten Modeunternehmen in Frankreich oder Italien. Wenn man sich die Tech- und Digitalindustrie in den USA anschaut, da gibt es sehr viele weibliche Vorbilder in Führungspositionen. Wie sieht es diesbezüglich bei Swarovski aus?

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen steigt. Unsere Zusammenarbeit mit der UN hat sehr starke Impulse gesetzt; wir konzentrieren uns dabei auf Gleichberechtigungsprogramme in den verschiedenen HR-Abteilungen weltweit. Qualifikation geht über alles, da wird kein Unterschied gemacht vom Geschlecht her. Das heißt, Sie sind nicht für Quoten? (Zögert). Nein, lieber für Qualifikation. Bildung bedeutet Selbstsicherheit.

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DIE BRÜCKENBAUERIN Marie Ringler wollte immer etwas verändern. Als Europa-Chefin des Social-Entrepreneur-Netzwerks Ashoka spannt sie nun Brücken zwischen Social Entrepreneurs und der traditionellen Wirtschaft. TEXT: ROBERT PRAZAK

Österreich zählt zu den reichsten Ländern der Welt, das ist uns mehr oder weniger bewusst. Für Marie Ringler war dies allerdings nie eine Selbstverständlichkeit. „Es wurde mir in meiner Familie früh vermittelt, welches Glück ich habe, hier geboren zu sein.“ Die Europa-Chefin der Social-Entrepreneur-Organisation Ashoka hatte stets den Wunsch, dort, wo Missstände, Missbalance herrschen, etwas zu verändern. „Österreich ist reich, aber arm an Mut“, sagt die 43-Jährige beim Interview in den Räumen der ehemaligen Wiener Börse. Ausgerechnet hier hat Ashoka

Österreich sein Büro, genauer gesagt im Haus der Philanthropie, wo heute mehrere Organisationen untergebracht sind, die sich nachhaltigen Projekten widmen. Aufgewachsen ist Ringler im südlichen Speckgürtel von Wien, sie war mit 19 bei der Wiener Netzkultur-Initiative Public Netbase dabei und ging nach der Jahrtausendwende in die Politik. Bis 2010 saß sie für die Grünen im Gemeinderat und war unter anderem als Kultursprecherin tätig. „Aus der Politik weiß ich, dass Titel nur Schall und Rauch

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sind“, schmunzelt sie. Die Zeit will sie dennoch nicht missen, selbst wenn die Arbeit als Politikerin für sie nicht mehr in Frage kommt – „das sollte man nicht ewig machen“. Nach dem Ausstieg aus der Politik 2011 hat sie sich ihren nächsten Job selbst geschaffen: Im Zuge eines Post-Graduate-Studiums in St. Gallen wurde sie erstmals mit dem Sozialunternehmerinnen-Netzwerk konfrontiert, das 1980 von dem Amerikaner Bill Drayton gegründet worden war. Unmittelbar danach bemühte sie sich darum, die Österreich-Niederlassung von Ashoka zu gründen, schon im Jahr darauf übernahm sie die Leitung für Zentral- und Osteuropa. Und seit Beginn dieses Jahres ist Ringler Europa-Chefin der Organisation – und damit für 26 Länder mit insgesamt rund 140 Mitarbeiterinnen verantwortlich.

„Im Mittelpunkt steht stets die Beziehung von und zwischen Menschen. Wir messen uns daran, wie sehr wir geholfen haben, eine Idee in die Welt zu tragen.“

Aber was macht Ashoka eigentlich genau? „Wir bauen rund um Sozialunternehmen ein Ökosystem auf“, erklärt Ringer. Als solche Social Entrepreneurs werden Unternehmen verstanden, die mit unternehmerischer Haltung gesellschaftliche Probleme lösen wollen; also vereinfacht gesagt: die mit wirtschaftlichen Methoden Gutes tun. Die Idee dahinter: Nicht die großen, klassischen Unternehmen führen Veränderung herbei, sondern vielmehr die kleinen Innovativen oder Einzelpersonen.

FOTO: DAVID PAYR

Das große Netzwerk an Partnern aus unterschiedlichen Bereichen – unter anderem Berater, Rechtsanwälte, Finanzexperten, Marketingprofis – helfen Sozialunternehmerinnen, ihre Projekte auf den Boden zu bringen. Ein Beispiel: Der deutsche Gynäkologe Frank Hoffmann hatte die Idee, die Gabe blinder beziehungsweise stark sehbehinderter Frauen, mit den Händen ihr Umfeld und die Welt zu erspüren, zur Tastuntersuchung bei der Brustkrebs-Vorsorge einzusetzen. Dies bedeutet nicht nur eine Jobchance für diese Frauen, sondern ändert auch die Einstellung in der Gesellschaft gegenüber Behinderungen und wie man diese nützen kann. Zunächst setzte Hoffmann seine Vision nur nebenbei um, dank Ashoka konnte er sich ganz dem Projekt widmen. „Wir helfen dabei, dass sich jemand mit Haut und Haar seiner Idee verschreiben kann“, erklärt Marie Ringler. Hoffmann gewann Investoren und machte „Discovering Hands“ – so der Name des Projekts – zur länderübergreifenden Initiative: Österreich ist das erste Land nach Deutschland, in dem die Methode angewendet wird. Derzeit wird gerade

eine Studie durchgeführt, um das Berufsbild der medizinisch-taktilen Untersucherin bekannter zu machen. Das Beispiel zeigt, wie der Mechanismus von Ashoka funktioniert. „Wir sind keine Start-up-Förderer.“ Für die Fellows – so werden jene genannt, die mit Stipendien und Kooperationen unterstützt werden – kommt es auf die Stärke ihrer Idee an und ob diese in der Praxis umzusetzen ist. „Wir sehen uns als Brückenbauer“, erzählt Ringler. Dabei legt sie Wert darauf, dass Ashoka selbst als Vorbild dienen kann, etwa wenn es um Shared Leadership geht: „Wir wollen alle in die Verantwortung holen und erfüllendes, effizienteres Arbeiten ermöglichen“, erklärt Ringler die Bedeutung des Begriffs. Dabei sind die Kriterien, welche Projekte infrage kommen, streng – schließlich gibt es eine steigende Zahl von Social Entrepreneurships, die nicht immer diesen Namen verdienen. „Ethische Integrität ist ganz wichtig, da gibt es genau definierte Richtlinien.“ Das gilt auch für die Netzwerkpartner. Dass die üblichen Verdächten wie Glücksspielkonzerne oder Waffenhersteller in diesem Umfeld nichts zu suchen haben, ist naheligend. Aber wie sieht es aus, wenn sich Konzerne mit Ashoka eine weiße Weste verpassen wollen? „Auch da setzen wir strenge Kriterien an.“ Die Finanzierung von Ashoka beruht auf drei Säulen: Erstens Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, die nicht nur Geld geben, sondern auch mit Wissen helfen – darunter etwa der Banker Andreas Treichl oder der Investor Michael Altrichter –, zweitens Familienstiftungen, drittens Unternehmenspartnerinnen. „Im Mittelpunkt steht stets die Beziehung von und zwischen Menschen“, sagt Ringler. Wichtig sind ihr für Ashoka auch nicht die üblichen Kennzahlen wie Fundraising-Einnahmen oder die Zahl der Mitarbeiterinnen, sondern maßgeblich ist die Wirkung. „Wir messen uns daran, wie sehr wir geholfen haben, eine Idee in die Welt zu tragen.“ Vermag die Organisation die Denke in der BusinessMaschinerie tatsächlich zu ändern? „Das würde ich mir nicht anmaßen. Aber durch Arbeit und Gespräche können sich Menschen auf einen Weg begeben. Sie können zum Beispiel aus dem Hamsterrad der Wirtschaft ausbrechen.“ Es ist ihr aber sehr wohl bewusst, dass die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen und (reichen) Persönlichkeiten „stets ein Balanceakt ist“. Ihre Ziele für Ashoka und für sich selbst? „Ich will unsere Arbeit in Europa auf noch stabilere Beine stellen.“ In Österreich sei in dieser Hinsicht schon viel gelungen, die Einstellung zu „guten“ Unternehmen sei hierzulande positiver als anderswo. „Ich würde mir aber noch mehr Engagement von der Privatwirtschaft für soziale Anliegen wünschen“, bekennt sie. Damit Schlagwörter wie Globalisierung nicht per se als negativ gesehen werden. „Mit den Initiativen unseres Netzwerks zeigen wir, dass Wirtschaft und Gesellschaft bereit sind für eine Veränderung“, meint Ringler. Die rund 3.600 Sozialunternehmen im weltweiten Ashoka-Netzwerk beweisen nämlich: „Inzwischen gibt es für jedes Problem auf der Welt eine gute Lösung – wir müssen sie nur umsetzen.“ conomy 51

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Symbolfigur Michelle Obama. Die engagierte Netzwerkerin ist Vorbild für eine neue Frauen-Generation. Ihr Credo: „Frauen können tun und lassen, was auch immer sie wollen“. Sie setzt sich für unterschiedlichste Anliegen ein – für die Bildungschancen junger Mädchen oder die Gleichberechtigung; genauso wie für Hillary Clinton bei deren Wahlkampf vor mehr als zwei Jahren – Slogan: „Wir First Ladies rocken!“. Denn Michelle Obama ist überzeugt: „Gute Beziehungen fühlen sich richtig an. Sie tun nicht weh“.

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Männer pflegen eine jahrhundertealte Tradition des Netzwerkens. Mit Erfolg, denn Männer haben Macht. Den Zusammenhang zwischen Kooperation und Karriere haben freilich auch Frauen längst erkannt. Das internationale Frauennetzwerk Business & Professional Women (BPW) besteht bereits seit 1930. In Österreich gibt es etablierte Bündnisse wie etwas das Frauennetzwerk alpha, das 1987 von ÖVPPolitikerin Maria Rauch-Kallat gegründet wurde. Und die Österreich-Filialen der globalen Netzwerke BPW und Professional Women’s Network bestehen seit mehr als zwei Dekaden. Doch auch frische Frauennetzwerke machen von sich reden, was das Argument widerlegt, dass das Konzept überholt sei und jüngere Frauen ohnehin nicht interessiere. Hochaktiv sind etwa Sorority (siehe auch Story ab S. 84) sowie das Gründerinnen-Netzwerk Female Founders. Seit die Female Founders im April 2016 die Start-upSzene betraten, sind sie dort nicht mehr wegzudenken. Die Plattform vernetzt Frauen, die an Entrepreneurship und Gründung eines Start-ups interessiert sind. Denn selbst in diesem jungen Wirtschaftsbereich ist die Kluft zwischen den Geschlechtern groß: Derzeit sind nur etwa zehn Prozent der österreichischen Start-upGründerinnen weiblich. Die Idee dazu hatten Investmentexpertin Lisa Fassl –

sie ist Managing Director der Austrian Angel Investors Association (aaia) – und Tanja Sternbauer, Managing Partner des hochkarätigen Accelerator-Programms Startup Live, vor drei Jahren. Die Gründung des Netzwerks schoben die beiden ein paar Monate vor sich her. Eine Interviewanfrage der Tageszeitung KURIER gab den Anstoß zum Turbostart. Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Website ging live, ein Interview mit Lisa Fassl wurde veröffentlicht, der Verein gegründet. Im Sommer 2016 dockte Nina Wöss an und seither managt der Dreiervorstand die Community mit rund 4500 Mitgliedern, die auch Männern offensteht. Kernstück sind Meet-ups, etwa das bewusst niederschwellig gehaltene Format „Ask anything“, wo bis zu 120 Teilnehmer vorbeischauen. Die Female-Founders-Sommerparty in der Pratersauna ist eines der gesellschaftlichen Highlights der Wiener Start-up-Szene. Im Vorjahr fand das erste Bootcamp – das große Projekt der Female Founders – statt. Heuer lief das Mentorinnen-Programm an und für 2019 ist eine internationale Konferenz zum „Female Empowerment for Entrepreneuers“ sowie ein Accelerator-Programm für Start-ups geplant. DIE MACHT DER MENTORIN Mentorinnen-Programme sind nicht nur bei den jungen Frauennetzwerken Pflicht. Denn es hat sich herumgesprochen, dass sie wirken. Eine Mentorin unterstützt

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ihren Schützling dabei, Ziele rascher zu erreichen. Üblicherweise wird je eine Mentee mit einer Mentorin für mehrere Monate zusammengespannt.

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Rhina Portillo ist Architektin aus Costa Rica und gründete in Wien zusammen mit zwei Partnern das Start-up Cozyo – eine innovative InteriorRhina Portillo, Design-App, die im Architektin und Dezember auf den Markt Gründerin des Wiener kommt. Portillo dockte im Start-ups Cozyo Vorjahr bei den Female Founders an und ergatterte einen Platz im Bootcamp. Seither hat ihr das Netzwerk bereits zwei Mentorinnen zur Seite gestellt, dabei hatte Portillo die Qual der Wahl. „Die haben so viele tolle Leute“, sagt sie. Die Gründerin hat sich beide Male für Wagniskapital-Expertinnen entschieden. Aktuell ist Helene Ametsreiter von Speedinvest ihre Mentorin. Portillo selbst hat ein paar Tipps parat, wie Mentees die Unterstützung optimal nutzen können (siehe Kasten rechts unten). Diese direkte Förderbeziehung ist der vielleicht größte Fortschritt von Frauennetzwerken in den vergangenen Jahren. „Das gab es zu meiner Zeit leider noch nicht“, erinnert sich Susan Brunner, Senior Sustainability Positioning Manager der Mondi Group, die sich seit gut 20 Jahren im internationalen Professional Woman Network (PWN) engagiert. PWN wurde 1993 unter dem Namen Women’s Career Network gegründet und ist Teil von PWN Global mit Clubs in weltweit 28 Städten. Die rund 100 Mitglieder von PWN Vienna sind mehrheitlich sogenannte Expats. Ziel des branchenübergreifenden globalen Netzwerks ist Gleichgewicht im Leadership zu erreichen. Netzwerksprache ist Englisch. Zwar gilt beim Netzwerken das „Give & Take“Prinzip, doch junge Frauen, die noch auf der Startrampe stehen oder erst Fuß fassen, müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn ihnen das Networking zunächst mehr bringt. „Ich frage meine Mentorin immer wieder, ob ich auch etwas für sie tun kann, doch sie sagt, es sei okay, wie es ist“, erzählt Portillo. Viele Mentorinnen wollen ihren Erfahrungsschatz weitergeben und hoffen, den Fortschritt der nächsten Generation dadurch zu beschleunigen. „Sie wünschen sich, sie hätten selbst eine Mentorin gehabt, als sie am Anfang ihrer Karriere standen“, erklärt Lisa Fassl. Der Vorteil der internationalen Vernetzung von Business & Professional Women Austria (BPW) entfaltet sich nicht zuletzt beim Mentoring.

NETWORKING-TIPPS

B Ein professionelles Netzwerk ist keine Einbahnstraße, es funktioniert nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens. Wichtig ist, sich im Netzwerk zu positionieren. Was hat das Netzwerk von mir? – Das ist die Schlüsselfrage. Auch: Welche Kontakte, welches Knowhow kann ich ins Netzwerk einbringen? BDas Netzwerk ist so gut wie das, was man daraus macht. Wird Unterstützung oder ein Kontakt benötigt: im Netzwerk direkt danach fragen. BZeit ist die Währung des Netzwerks, damit Vertrauen aufgebaut werden kann. Wichtig ist zudem, dass sich die Mitglieder gut genug kennen, um einander weiterzuempfehlen. BIst das Netzwerk aufgebaut, will es gepflegt werden. Sei es, dass man sich regelmäßig meldet oder noch besser, sich zum Mittagessen verabredet. BBei den Netzwerk-Veranstaltungen nicht nur treiben lassen, sondern sie aktiv nutzen. Frischgebackene Mitglieder machen sich sichtbar, indem sie sich in Diskussionen einbringen und Gäste oder andere Mitglieder ansprechen.

SO FUNKTIONIERT MENTORING „Mentee“ Rhina Portillo, Architektin und Gründerin des Wiener Start-ups Cozyo, plaudert aus ihrem Erfahrungsschatz. Ihre sechs Tipps: BAm

Anfang steht die richtige Wahl der Mentorin. Im besten Fall hat sie Expertise in jenem Fachgebiet, wo die Mentee Hilfestellung am dringendsten benötigt. BIn einem ersten Gespräch sollte der Schützling herausfinden, wo und wie die Mentorin konkret unterstützen kann. BKlartext und Offenheit sind wichtig. Die Mentee sagt der Mentorin, was sie sich vom Mentoring erwartet und sie definieren ein Ziel. BDie Mentorin sollte nicht mit allen Problemen belangt werden, sondern gezielt um Input und Hilfe gebeten werden. BFür Fragen auf anderen Fachgebieten kann die Mentorin oft mit guten Kontakten weiterhelfen. BMentorinnen sind viel beschäftige Frauen, die nicht rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Deshalb dranbleiben, nicht persönlich nehmen, wenn sie sich nicht zurückmeldet. Die Mentorin muss mitunter an die Dringlichkeit der Anfrage erinnert werden, etwa dann, wenn eine Deadline ansteht. conomy 55

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Der Vorstand der BPW Austria: Mag.a Cornelia Pessenlehner, Vizepräsidentin, Friederike Baumgartner, Präsidentin und Doris Mayr, Schatzmeisterin (v. l. n. r.).

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RICHTIG NETZWERKEN – ABER WIE?

„Wir versuchen Mentees und Mentorinnen optimal zu matchen, und sollte sich in Österreich niemand finden, dann suchen wir im größeren Netzwerk weiter“, betont Cornelia Pessenlehner, Vizepräsidentin des Dachverbands. BPW zählt mit 300 Mitgliedern und österreichweit elf Clubs zu den etablierten Frauennetzwerken und ist in mehr als 90 Ländern vernetzt. Es ist überparteilich, aber nicht unpolitisch. Ziel ist die Förderung von Frauen auf allen Hierarchie-Ebenen, um die Gleichstellung voranzutreiben.

Mag. Renate Altenhofer, Initiatorin des Women Leadership Forums B Netzwerke, ob traditionell, geheim oder digital, branchenorientiert oder servicefokussiert boomen und sind so vielfältig wie niemals zuvor. Kontakte sind das A und O und die berufliche Beziehungspflege kann zum Vollzeitjob werden, der die richtigen Entscheidungen, Zeit und Eloquenz einfordert. Denn neben Qualifikation und Talent gilt heute das richtige Netzwerk als karrierefördernd. Doch welches Netzwerk passt zu mir und meinen Karrierezielen und wie werde ich ein gewinnbringender Teil davon?

Für etablierte Frauennetzwerke sind diese Programme nicht zuletzt eine Möglichkeit, neue Networkerinnen zu gewinnen. „Wir möchten junge Frauen an uns binden, doch es wird immer schwieriger, Mitglieder zu finden, die bereit sind mitzuarbeiten“, bedauert alpha-Generalsekretärin Eszter Dorner-Brader. Das Frauennetzwerk hat aktuell rund 100 Mitglieder, „von der Tagesmutter bis zur Primaria“, wie Generalsekretärin Eszter Dorner-Brader betont. Entsprechend bunt ist das Veranstaltungsprogramm, das von Vernissagen über Workshops zu Gehaltsverhandlungen bis zu Elternrunden reicht. Am ehesten gelingt es über das Mentoring-Programm, jüngere Mitglieder zu rekrutieren. Dabei wird die Aspirantin für ein paar Monate mit einer gestandenen Karrierefrau zusammengespannt. „Unter den Mentees sind einige in ihrem ersten Job, aber es sind auch Umsteigerinnen darunter“, sagt sie. Die alpha-Mentees werden zudem angehalten, sich von Anfang an untereinander zu vernetzen.

Als Initiatorin des Women Leadership Forums sehe ich „reine Frauennetzwerke“ als wenig erfolgversprechend für den Karriereboost: „Zielführend ist es, wenn Frauen ihre persönliche „Marke ICH“Offensive starten und sich mit ihrer Persönlichkeit und ihren Ideen in etablierte (meist noch männlich dominierte) aber auch neue Netzwerke unter dem Motto „Was kann ich für andere tun?“ – ohne etwas zu erwarten, einbringen.“ Denn: Homogene Netzwerke haben ausgedient – Netzwerke mit Zukunft sehen branchenübergreifend und dem „Diversity“- Ansatz folgend, breitgefächert aus, und das ist unsere Chance, liebe Frauen! www.womenleadership.at

FOTOS: KATHARINA SCHIFFL, ELA ANGERER, ALPHA-FRAUEN,

Networking findet nicht am Schreibtisch oder im WWW statt. In unserer digitalisierten Gesellschaft sind persönliche Gespräche oftmals rar geworden. Es gilt daher, wieder öfter mal berufliche und soziale Kontakte persönlich beim Frühstück oder Lunch zu pflegen oder die zahlreichen Veranstaltungsangebote gezielt zu nutzen, so wie es Männer schon immer tun. Als sogenannte „Working Mum“ weiß ich um den Zeitaufwand – jedoch auch um die vielen wertvollen Begegnungen, die persönlich und beruflich bereichern.

GEBEN UND NEHMEN Netzwerke basieren auf Vertrauen, und das entsteht, wenn man mit anderen Zeit verbringt und Gutes tut. Wer nur auf seinen eigenen Vorteil aus ist, wird im Netzwerk scheitern. „Die Mehrheit muss bereit sein zu geben, sonst funktioniert es nicht. Mein Zugang beim Netzwerken ist: Es muss es nicht immer um mich gehen“, meint Sonja Kato-Mailath-Pokorny, Initiatorin der Pink-Ribbon-Charity-Veranstaltung „Wiener Damenwiesn“. Ruft die begabte Netzwerkerin alljährlich im Oktober in den Wiener Prater, werfen sich ein paar Hundert Frauen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien ins Dirndl, um dabei zu sein und für die Krebshilfe zu spenden. „Ich netzwerke überall“, sagt Kato-MailathPokorny. Die frühere SPÖ-Gemeinderätin und Geschäftsführerin des ega-Frauenzentrums gründete 2011

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WEIBERWIRTSCHAFT Weitere Business-Netzwerke

Sonja KatoMailathPokorny, Unikato

Eszter DornerBrader, alpha – Zukunft für Frauen

ihr Unternehmen Unikato und ist seither als Business-Coach und Veranstaltungsmoderatorin selbstständig tätig. Gleich ob auf der Bühne der Damenwiesn oder bei einem Frau-in-derWirtschaft-Event in der Wirtschaftskammer ermuntert Kato ihr Publikum, ins Gespräch und ins Geschäft zu kommen. Die Macht der Empfehlung funktioniert auch im Frauennetzwerk – zumindest bis ins Mittelmanagement. Vor allem am Anfang meiner Karriere war das Netzwerk enorm wichtig für mich“, erzählt Susan Brunner. Von zwei Jobangeboten erfuhr sie über das Netzwerk und für eine weitere Position erhielt sie nützliche Informationen für ihre Bewerbung. „Wenn

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B Für Unternehmerinnen Frau in der Wirtschaft (FiW) ist das Unternehmerinnen-Netzwerk in der Wirtschaftskammer Österreich und vertritt 120.000 Mitglieder. FiW unterstützt durch interessenspolitisches Engagement, Serviceangebote und Networking. www.unternehmerin.at B Für Auftragsvermittlung Das Linzer Frauen-Netzwerk Frauensache bedient das Prinzip des Empfehlungsmarketing. Die Mitglieder treffen einander regelmäßig und vermitteln einander Aufträge. Das Netzwerk bietet ein breites Branchenspektrum. Um Konkurrenz in der Gruppe zu vermeiden, ist jede Berufssparte nur einmal vertreten.www.frauensache-netzwerk.at B Für Erfahrungsaustausch Das Netzwerk Frau im Fokus richtet sich an Frauen in der Geschäftswelt und bietet eine Plattform, um erfolgreiche Frauen zu treffen und von einander zu lernen. www.frauimfokus.at B Für Führungskräfte Das Women Leadership Forum ist eine Initiative des European Brand Institute. Alljährlich setzt es sich mit einem großen Thema für Führungskräfte auseinander, zuletzt mit den Herausforderungen Digitalisierung, Disruption und künstliche Intelligenz. www.womenleadership.at B Für Juristinnen Die Plattform Women in Law vernetzt mehr als 350 Juristinnen aus allen Bereichen der Rechtsbranche in Österreich. www.women-in-law.org B Für Tech-Frauen Das Netzwerk Wirtschaftsimpulse von Frauen in Forschung und Technologie, kurz w-fForte, macht Spitzenforscherinnen und Managerinnen sichtbar. www.w-fforte.at/ B Für Immobilienmaklerinnen Salon Real vernetzt Österreichs Immobilienmaklerinnen. Bei den Clubmeetings steht der branchenspezifische Austausch im Mittelpunkt. www.salonreal.at/ B Für Medienfrauen Das Frauennetzwerk Medien ist ein überparteilicher Verein von Journalistinnen und Frauen in der Medienbranche. Der Kampf gegen Ungleichheit in der Branche steht im Mittelpunkt der Veranstaltungen. www.frauennetzwerk.at/ B Für Top-Managerinnen Das Frauennetzwerk Granat wurde 2015 gegründet, Obfrau ist die Kommunikationsexpertin Birgit Kraft-Kinz. Granat versteht sich als geschützter Raum für Frauen auf Executive Level – um sich zu positionieren, wie Kraft-Kinz es ausdrückt, und einander zu stärken. Dabei bleibt man unter sich. Der Verein präsentiert sich nicht in der Öffentlichkeit und hat keine Homepage, dafür einen Purpur-Club für jüngere Frauen auf Abteilungs- oder Bereichsleitungslevel. Wie man hineinkommt? Nur über Empfehlung.

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Monica Rintersbacher Leitbetriebe Austria

TRADITIONELLE MÄNNERNETZWERKE MIT DAMEN

mich jemand nach einer Empfehlung fragt, führt die erste Suche ins Netzwerk“, betont Pessenlehner von BPW. Das Frauennetzwerk hat allerdings einen Schönheitsfehler: Es ist unterm Strich weniger wirkungsvoll als der gemischte Club, zumal am Ende des Tages die mächtigen Männer fehlen. Männernetzwerke funktionieren deshalb so gut, weil sie eine vertikale Struktur aufweisen: Also Einsteiger einerseits und mächtige „Old Boys“ andererseits – ideale Rahmenbedingungen für das Prinzip der Seilschaften. In Frauennetzwerken ist hingegen die mittlere Hierarchie-Ebene konzentriert vertreten. Das führt dazu, dass es der Einsteigerin nützlich sein wird, die gestandene Karrierefrau aber kaum Vorteile daraus ziehen kann.

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Es sei denn, das Netzwerk positioniert sich exquisit. Der Klub für Frauen, den PR-Expertin Gabriela Spiegelfeld 2003 gemeinsam mit der ExGrünenchefin und heutigen Novomatic-Managerin Eva Glawischnig ins Leben rief, ist mit nur 20 Mitgliedern so einer kleiner, feiner Club. „Wir sind kein feministisches Netzwerk“, betont Spiegelfeld. Der Klub für Frauen sieht sich als Gegenstück zu den Herrenclubs und will Frauen eine hochkarätige Plattform bieten. Aktuell arbeitet das Netzwerk an sich. Eine neue Website und Social-Media-Aktivitäten sollen Einblick in die Aktivitäten des Klubs geben und wichtige Themen in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Die Mitglieder werden gebeten, je einen Gast mitzubringen, denn es wird rekrutiert – wenn auch nicht in großen Stil. „Wir sind ein kleiner Kreis. Das ist das, was uns ausmacht“, sagt Spiegelfeld.

FOTOS: SABINE KLIMPT, ELA ANGERER, BEIGESTELLT

Leitbetriebe Austria Nachhaltiger Unternehmenserfolg, Innovationskraft sowie gesellschaftlich, sozial und ökologisch verantwortungsvolles Handeln sind die Kriterien für das Prädikat „Leitbetriebe Austria“. Unter dem Dach der gemeinsamen Marke bietet die Exzellenz-Plattform den Leitbetrieben einen exklusiven Erfahrungs- und Wissensaustausch, wertvolle Kooperationen und Beziehungen auf höchster Ebene. leitbetriebe.at B Rotary Ist eines der traditionellsten Netzwerke und steht grundsätzlich Männern wie Frauen offen. Es gibt zwar noch ein paar alteingesessene Men-only-Nobelclubs, jüngere Rotary Clubs stehen Frauen aber selbstverständlich offen, sofern Sie eine Empfehlung mitbringen. www.rotary.at B Freimaurer Frauen, die sich von dem WoodyAllen-/Groucho-Marx-Zitat „Ich würde keinem Club angehören wollen, der mich als Mitglied akzeptiert“ angesprochen fühlen, sind bei den Freimaurern bestens bedient – sie kommen nämlich im Regelfall nicht hinein. Die Freimaurerei hat zwei Wurzeln: Die britische – als Männerbund konzipiert – und die französische, wo von Anfang an Frauen dabei waren. Neben der Großloge von Österreich (ca. 3600 Mitglieder), die sich auf die britische Tradition beruft, gibt es fünf Neben-Großlogen mit gesamt rund 900 Mitgliedern, die Männer wie Frauen aufnehmen. www.droit-humain.at B Industriellenvereinigung. Sie versteht sich als „der Club“ für Österreichs Unternehmerinnen und Unternehmer. Vorteil: Hohe Vorstandsdichte. www.iv.at B Senat der Wirtschaft. Parteiunabhängige Wirtschaftsorganisation, die das Ziel einer ökosozialen Ausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft verfolgt. Zugleich ist der Club ein internationales Netzwerk mit Verbindungen bis ins kalifornische Silicon Valley oder zur UNO nach New York. Weitere Infos, S. 40. www.senat-oesterreich.at B Ali Rahimi. Kaum einer weiß heimische Politik und Wirtschaft so gut zu vernetzten wie der Wiener Unternehmer Ali Rahimi. Menschen bringt er nach dem Motto zusammen: «Sind Deine Freunde stark, bist Du es auch».

Es spricht einiges dafür, irgendwann den Schritt in ein gemischtes Netzwerk zu machen. Die Chance, dort auf mächtige Menschen zu treffen, ist einfach höher. Wenn es die Zeit erlaubt, sollten Frauen möglichst an mehr als einem Netzwerk teilhaben. „Ich halte das für total wichtig“, meint Spiegelfeld. Zudem könnten die neuen Kontakte aus gemischten Netzwerken auch ins Frauenbündnis eingebracht werden. Mondi-Managerin Brunner mischt auch in anderen Business-Netzwerken mit. „Nach so langer Zeit im Frauennetzwerk tut Abwechslung gut,“ stellt sie fest. „Man will nicht immer in der gleichen Suppe schwimmen“. Zugleich liegen in der Heterogenität des Frauenclubs auch Vorteile. Als Einstieg ins Business-Networking ist er ideal. Wer beim Netzwerken noch ein wenig unsicher ist, tut sich leichter, wenn Frauen unter sich sind. „Es ist ein offener Raum, wo man Dinge ausprobieren kann, wie etwa vor Publikum zu sprechen“, sagt Brunner. Hinzu kommt die Mission des Empowerment, das

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DIE INTERNATIONALEN BÜHNEN FÜR NETWORKERINNEN

Gabriela Spiegelfeld, Klub für Frauen

Sophie Martinetz, Investorinnen.com

die Mitglieder gestärkt aus den Treffen entlässt. Als Pessenlehner vor drei Jahren zu BPW stieß, befand sie sich in einer beruflichen Umbruchphase zwischen Konzernkarriere und Selbstständigkeit. „Nirgendwo sonst habe ich so wertvollen Input für mein Business gefunden wie im Netzwerk. Ohne beurteilt zu werden. Das war für mich ein Schlüsselerlebnis“, sagt sie. Viele Frauenclubs verbindet eine gesellschaftspolitische Mission, manche ein gemeinsames Interesse: Zum Beispiel Geld. „Geld ist ein Game-Changer“, dachte sich die Juristin und Unternehmerin Sophie Martinetz und gründete 2013 die Plattform Investorinnen.com. Inzwischen zählt das Frauennetzwerk rund 100 Mitglieder, davon treffen sich im Schnitt 20 alle acht Wochen in einem Wiener Hotel zum Lunch. Es sitzen Frauen mit Geld und Wirtschaftskompetenz am Tisch: Unternehmerinnen, Top-Managerinnen, Bankerinnen, auch ein paar Erbinnen sind dabei. Sie bringen Risikoappetit mit, zumal sie sich beim Mittagessen vornehmlich über ihre Start-up-Investitionen austauschen. Da holt man sich Input von Erfahrenen, Rat von Expertinnen, und manchmal bündelt man Geld und Kompetenzen und zieht einen Deal gemeinsam durch. „Social Impact machen wir nicht“, betont Martinetz. Die Investorinnen interessiert Rendite und sie bevorzugen nicht zuletzt deshalb gemischte Gründerteams. „Einige investieren ausschließlich in Teams aus Männern und Frauen“, betont Martinetz. Dass Unternehmen mit Frauen in Spitzenpositionen bessere Finanzergebnisse erzielen, ist hinlänglich bewiesen. In der männerdominierten Welt des Venture Capital hat sich das allerdings bisher noch nicht so richtig herumgesprochen. Bei den Investorinnen dockt man über Empfehlung an. Das Netzwerk hat keine formale Struktur. Das Mittagessen zahlen sich die Damen selbst. Einmal im Jahr veranstalten sie eine Award-Verleihung für die besten Investorinnen, das nächste Mal am 16. Jänner 2019.

B „Davos ist eine Netzwerkschmiede“, sagt Business Angel Werner Wutscher, der schon mehrmals beim Weltwirtschaftsforum dabei war. Um die Dichte an Einflussreichen zu managen und die enormen Teilnahmekosten zu rechtfertigen, ist perfekte Planung unerlässlich. Es gibt ein eigenes Onlinesystem, wo Teilnehmer vorab eingeben, wen sie treffen und wo sie dabei sein wollen. Zugleich ergeben sich spontan Begegnungen – mit etwas Glück sitzt man mit Joseph Stiglitz im Shuttlebus. www.weforum.org B Um die Bilderberg-Konferenzen ranken sich viele Mythen und gar Verschwörungstheorien. Als sicher gilt: Wer eingeladen wird, hat Macht. Die Genderfrage stellt sich bei diesem informellen Club der Weltelite nicht. Für Frauen wie Männer gilt gleichermaßen: Wer nicht zumindest Vorstand eines Großkonzerns, Spitzenpolitikerin oder Spitzenpolitiker beziehungsweise einflussreiche(r) Verlegerin oder Verleger ist, wird wohl niemals Gelegenheit bekommen, bei einer Bilderberg-Konferenz – streng abgeschottet – über das Weltgeschehen zu diskutieren. bilderbergmeetings.org B Im Europäischen Forum Alpbach sind die Nebenschauplätze die Zentren des Networking. Einflussreiche Menschen trifft man bei den Rahmenevents, zu denen man allerdings geladen sein muss. Dass viele der Anwesenden immer wieder die gleichen Grüppchen bilden, ist einer der Kritikpunkte am AlpbachNetworking. Man kann freilich auch ausbrechen und in die Zukunft investieren. Vor allem mit den jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmern kommt man relativ unkompliziert ins Gespräch. www.alpbach.org B Ein wertvolles Netzwerk bieten die TED und TEDx-Konferenzen (deren lizensierte weltweite Ableger) insbesondere denjenigen, die mitarbeiten. Also einerseits den freiwilligen Organisationsteams sowie jenen, die als Speaker auftreten. Réka Artner ist seit mehreren Jahren Kuratorin für TEDx Vienna. Sie sucht und coacht die Vortragenden. „Man lernt jedenfalls viele interessante Menschen kennen und erhöht auch die eigene Sichtbarkeit“, sagt sie. Artner ist seit Kurzem Senior Programme Director des Pioneers-Festival. TEDx bietet seinen Team-Mitgliedern zudem Zugang zum internationalen Online-Netzwerk mit mehreren Tausend Kontakten. Auch Speaker werden auf Anfrage über TEDx direkt mit anderen in Verbindung gesetzt. Es gibt auch allerhand SocialMedia-Gruppen von TED & TEDx Speakern. www.tedxvienna.at

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ier D o sBsESTEN DIE S APP

Das Leben besteht nicht aus Arbeit allein – diese Netzwerke im Netz bringen Sie auch privat weiter. #SLACK.

Eine Art WhatsApp für Freude und Family. Während in der FamilienGruppe heftig über die perfekte Beilage zum Sonntagsschnitzel diskutiert wird, trudeln im E-Mail-Posteingang stündlich Updates der Yogagruppe ein. Das eigene Privatleben zu strukturieren kann oft herausfordernder sein, als im Job den Überblick zu behalten. Allen, die sich auch abseits der Arbeit perfekt organisieren möchten, sei deshalb die Kommunikations- und Organisations-App Slack sehr ans Herz gelegt. Sie ist nicht nur einfach in der Bedienung, sondern auch schlichtweg praktisch.

Apps: So eine Hetz’ im Netz!

#COMBYNE. Passt die Polka-Dots-Bluse zum Streifenblazer, die Karohose zum Samtsakko, und lässt mich die Schleife beim Blumenkleid nicht bieder aussehen? Das perfekte Outfit zusammenzustellen klingt oft um einiges einfacher, als es tatsächlich ist. Diese junge FashionApp schafft Abhilfe, indem sie sämtliche Mode-Grübeleien ins digitale Universum verlagert. Nachdem ein Outfit zusammengestellt wurde, kann man es mit anderen Nutzerinnen teilen und dann darauf hoffen, dass Kritik und Kommentare noch rechtzeitig vor dem Date oder Termin eintrudeln.

#KOMOOT. #TOGETHER.SOCIAL. Wer die Abdrücke des Sofakissens im Gesicht gegen frische Spuren im unberührten Schnee tauschen möchte, steht oft alleine da. Schließlich sucht man vor allem bei ausgefalleneren Aktivitäten wie ausgedehnten Schneeschuhwanderungen im Freundeskreis oft vergeblich nach Verbündeten. Diese Erfahrung haben auch zwei junge Salzburger Programmierer gemacht und die App together.social entwickelt. Sie soll Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenbringen und dafür sorgen, dass niemand alleine über Berge und Wiesen stapfen muss.

Wer bei Windspitzen von 40 km/h schon mal probiert hat, eine Wanderkarte vom Typus „Familienerbstück“ wieder zusammenzufalten, war in diesem Moment bestimmt nah dran, die eigene Wanderkarriere gleich mit in den Wind zu schießen. Mit der beliebten Outdoor-App Komoot gehören solche Momente der Vergangenheit an. Die App punktet einerseits mit maßgeschneiderten Wander-, Radfahrund Jogging-Touren, bietet gleichzeitig aber auch die Möglichkeit, eigene Routen zu planen und diese dann mit der Community zu teilen.

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Beim Business-Netzwerk „Frau im Fokus“ steht das Lernen voneinander an oberster Stelle. Hin und wieder über den eigenen Tellerrand zu blicken, kann sich dabei durchaus lohnen. schrieben. Bereit da zu sein, zu geben, ohne gleich etwas dafür zurückzubekommen, gehört da natürlich auch dazu“, ergänzt Androsch-Holzer und muss lachend hinzufügen, dass das natürlich nicht immer ganz einfach ist. Doch auch viele andere Events finden in regelmäßigen Abständen statt: Wer mit erfolgreichen Wissenschaftlerinnen ins Gespräch kommen möchte, ist zum Beispiel beim „science touch“ besonders gut aufgehoben, für ambitionierte Texterinnen bietet wiederum das Format „author’s touch“ eine gute Basis. Soll es eher darum gehen, sich einem speziellen wirtschaftlichen Thema im Detail zu widmen, können die zweistündigen „Business Impulse“ die eine oder andere Wissenslücke mit Sicherheit füllen.

FOTO: FRAU IM FOKUS

Frauenpower hoch 5: Carina Felzmann, Renate Androsch-Holzer, Isabella Farkasch, Susanne Formanek und Barbara Huber (v. l. n. r.)

Wenn Renate Androsch-Holzer, Vorsitzende von „Frau im Fokus“, anfängt, von ihrem BusinessNetzwerk für Frauen zu sprechen, wird schnell klar, dass es sich dabei um kein ganz gewöhnliches Netzwerk handelt. „Bei uns steht ganz eindeutig das Lernen voneinander im Vordergrund. Das bedeutet auch, dass wir bei unseren Treffen, Workshops und Veranstaltungen auch gerne mal über den Tellerrand hinausblicken und Frauen einladen, die aus den unterschiedlichsten Sparten kommen“, erklärt die begeisterte Networkerin. Um dem Bedürfnis des gegenseitigen Austauschs nachzukommen, wird einmal pro Monat eine Top-Frau aus Wirtschaft, Politik, Kultur oder Sport zum „Business Frühstück“, einem Gespräch in kleiner Runde, eingeladen. „Geben und Nehmen wird bei uns ganz großge-

in Kooperation mit frau im fokus

Gruppe mit Dynamik

EINFACH MITREISSEN LASSEN Vor mehr als 15 Jahren wurde der Verein „Frau im Fokus“ erstmals aktiv. Zunächst noch als Teil des Gewerbevereins und später dann vollkommen eigenständig arbeitete man während der gesamten Zeit aktiv daran, den sogenannten „purple flow“ zu stärken. Wie Felzmann erklärt, steht dieser vor allem für ein Gefühl: „Es geht darum, sich als Frau im Miteinander wohlzufühlen und die gemeinsame Stärke zu nutzen. Teil des ‚purple flow‘ zu sein bedeutet deshalb immer auch,Teil einer Gruppe zu sein.“ Wer sich darauf einlässt, wird allerdings schnell merken, dass ein Verein wie „Frau im Fokus“ nicht nur ein klassisches Business-Netzwerk, sondern gleichzeitig ein lila Wirbelsturm sein kann, der einen mitreißt, motiviert und mitunter völlig neue Ansätze provoziert. Das Netzwerk agiert zwar überparteilich, politischer Themen nimmt man sich trotzdem gerne an. So zum Beispiel bei der „Löwinnen-Runde“ im vergangenen Jahr, zu der Spitzenvertreterinnen aller im Nationalrat vertretenen Parteien zur Diskussion geladen wurden. „Bei Netzwerken ist es mir besonders wichtig, dass sie Lebendigkeit ausstrahlen“, fasst Renate Androsch-Holzer zusammen. Kein anderes Bild könnte dafür besser stehen als der „purple flow“. conomy 61

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ier D o sTsHE STORY

„Seit den 80er Jahren hat sich einiges zum Besseren verändert“

B

Frauen-Seilschaften im Film In ihrem Buch „Von Chefinnen und Prinzessinnen“ vergleicht Dramaturgin Antonia Roeller die Leinwandheldinnen verschiedener Epochen. Schulterpolster, Powerdressing und „big hair“: So sah die Karrierefrau der 1980er-Jahre aus – zumindest im Film. Ihre Darstellung hatte deutlich weniger Stil als die Mode. „Da hat sich seither doch einiges zum Besseren verändert“, sagt Antonia Roeller. Die in Berlin lebende Dramaturgin, die in Los Angeles ihr Handwerk gelernt hat, ist auf die Entwicklung von

Frauenfiguren im Film spezialisiert und hat darüber das Buch „Von Chefinnen und Prinzessinnen“ geschrieben. Roeller vergleicht das Paradebeispiel „Die Waffen der Frauen“– „Working Girl“ im Originaltitel – aus dem Jahr 1988 mit Sigourney Weaver und Melanie Griffith in den Hauptrollen mit Frauenfiguren aus späteren Film- und Fernsehproduktionen. „Die Waffen der Frau-

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en“ handelt von der Sekretärin Tess, die versucht, in der Geschäftswelt Manhattans Karriere zu machen. Sie hofft, in ihrer neuen Chefin Katharine, eine Mentorin gefunden zu haben. „Ich sehe uns als Team, Tess. Ich will Ihren Input, Tess. Ich begrüße Ihre Ideen und ich belohne gern harte Arbeit“, sagt Katharine, doch ihr anfängliches Kooperationsangebot bleibt ein Lippenbekenntnis. Tatsächlich bedient sie sich der Ideen ihrer Mitarbeiterin und es entwickelt sich ein beinharter Wettbewerb. Die Konkurrenz zwischen den beiden Hauptfiguren ist jederzeit spürbar.

TV-Serie „The Marvelous Mrs. Maisel“

Fast forward ins Jahr 2006, als Miranda, Chefredakteurin des Modemagazins Runway, in „Der Teufel trägt Prada“ die Szene betritt. „Miranda fordert Frauen, sie hat hohe Erwartungen an sie und treibt sie an ihre Grenzen, aber sie fördert sie auch“, sagt Antonia Roeller. Mit dieser Interpretation der Figur überrascht die Expertin interessanterweise selbst Filmschaffende. Roeller: „Nach einem Vortrag auf dem Women’s International Film Festival sagten mir ein paar Zuhörer, die Rolle der Miranda ganz ähnlich zu sehen, aber sie dachten bisher, mit ihrer Meinung allein zu sein.“

FOTOS: AMAZON, JAY NEWMANN, PICTUREDESK

„Mrs. Maisel ist ein spannendes Beispiel für eine berufliche Win-win-Situation“ ANTONIA ROELLER

Miranda – gespielt von Meryl Streep und inspiriert von der legendären, bis heute amtierenden Chefredakteurin der US-Vogue Anna Wintour – bereitet ihre Assistentin Andy auf künftige Aufgaben im harten Modebusiness vor. Ihre Schikanen sind nicht zuletzt eine Art Kaderprogramm. „Mirandas Führungsstil ist autoritär, doch ihre Position verlangt es auch“, sagt Roeller. Mirandas Erfolg basiert zugleich auf tragfähigen Allianzen und sie versteht es geschickt, ihre Position abzusichern. So droht sie dem Herausgeber, sämtliche wichtige Kontakte mitzunehmen, sollte er sie demontieren. Ihre Konkurrentin Jacqueline schafft sie sich vom Hals, indem sie ihr einen anderen Top-Job vermittelt. Und als Assistentin Andy schließlich kündigt, gibt ihr Miranda eine überzeugende Empfehlung für den nächsten Job mit. „Miranda ist nicht nachtragend, sondern professionell“, betont Roeller. In der dänischen TV-Politserie „Borgen“ rund um den Aufstieg der fiktiven dänischen Ministerpräsidentin Brigitte Nyborg sind Seilschaften ein zentrales Thema. Die Macht des Frauennetzwerks illustriert jene Folge, in der sich Nyborg mit der Wirtschaftsministerin zusammentut, um die Frauenquote in Aufsichtsräten gegen den

heftigen Widerstand der Industrie durchzusetzen. Nyborg wird sich später von ihrer Wirtschaftsministerin trennen, doch die Quote als gemeinsame politische Errungenschaft bleibt. Als aktuelles Beispiel für professionelle Frauenvernetzung nennt Antonia Roeller die aktuelle US-amerikanischen Fernsehserie „The Marvelous Mrs. Maisel“. Erstmals 2017 ausgestrahlt, handelt sie von Miriam Maisel, einer jüdischen Hausfrau und Mutter im New York der späten 1950er-Jahre, die – von ihrem Ehemann verlassen – eine Karriere als Stand-up-Comedian einschlägt. Hinter jeder erfolgreichen Frau steht eine andere. In Mrs. Maisels Fall ist es ihre Managerin Susie Meyerson. „Das ist ein spannendes Beispiel für eine berufliche Win-win-Situation: Die eine macht die Bühne, die andere das Business“, betont Roeller. Augenscheinlich ist das Publikum reif für vielschichtige Darstellungen von Frauen. Die TV-Serie war die große Siegerin der heurigen Emmy Awards. Neben dem Preis als beste Comedy-Serie gewann Rachel Brosnahan für die Titelrolle als beste Schauspielerin in der Kategorie Comedy den wichtigsten Fernsehpreis der Welt. Weitere Emmys gab es für die Regie und das Drehbuch von Autorin Amy Sherman-Palladino. Insgesamt räumte die Produktion acht Auszeichnungen ab. conomy 63

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PERSONAL M A NA T N GEME

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HEADHUNTER Eine neue Studie verrät, worauf es in Lebensläufen ankommt. HÖHER, BESSER, WEITER Was nützt ein MBA? Kurse, Studienprogramme, Tipps für Stipendien. HINFALLEN, AUFSTEHEN, KRONE RICHTEN Durch und durch souverän – auch dann, wenn einem nicht danach ist. Was man aus Schwächen lernen kann: Ingrid Reischl, Chefin der Wiener Gebietskrankenkasse, erzählt von ihrem klügsten Fehler. INNOVIER DOCH MAL! Hedi Lamarrs Töchter: Die Stadt Wien lobt einen Preis aus zur Förderung von Wissenschafterinnen, Technikerinnen und Erfinderinnen.

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PER FOR

DER PERFEKTE LEBENSLAUF

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Klar strukturiert, kompakt und aussagekräftig soll die Job-Bewerbung sein. Eine neue Studie verrät, wie Personalentscheiderinnen und Personalentscheider ticken. Binnen Sekunden steht fest, ob eine Kandidatin interessiert oder nicht. RUTH REITMEIER

NAME

Beruf

AKTUELLE TÄTIGKEIT Erwünscht ist zudem eine kurze Beschreibung der aktuellen beruflichen Tätigkeit, zumal selbst Personalprofis mit modernen Jobtiteln nicht immer viel anfangen können.

BERUFSERFAHRUNG 2017 Praktikum Firma Wien 2015 Praktikum Firma Wien 2013 Praktikum Firma Wien

AUSBILDUNG 2016 – 2018

MBA, Universität Wien

2013 – 2016

Bachelorstudium, WU Wien

2005 – 2013 Bundesgymnasium, Wien

FÄHIGKEITEN Microsoft Office Sprachen Buchhaltung

Microsoft Office Sprachen Buchhaltung

KONTAKT Tel: 01 01 01 01 01 E-Mail: name@provider.at

Adresse: Straße und Ort Web: www.name.at

43 Sekunden entscheiden über eine Job-Bewerbung. So knapp ist das Zeitbudget, das Österreichs Personalverantwortliche im Schnitt pro Lebenslauf investieren. Das ergab eine aktuelle Studie (siehe Kasten) der Marktforschungsagentur Mindtake Research im Auftrag der Online-Jobplattform StepStone Österreich. Umso wichtiger also, dass das Curriculum Vitae (CV) auf Anhieb überzeugt. „Der Lebenslauf ist der wichtigste Bestandteil der Bewerbung, und darum ist es unbedingt notwendig, Zeit in ein gutes CV zu investieren“, sagt Michaela Kostka von StepStone. Das Curriculum Vitae macht immerhin 68 Prozent der Bewerbung aus. Hingegen legt nicht einmal jede vierte Recruiterin auf das Motivationsschreiben. Doch wie sieht ein zeitgemäßer Lebenslauf aus und wie soll er aufgebaut sein, damit er bei Personalentscheiderinnen ankommt? Das Dokument muss vor allem eines sein: übersichtlich. Denn erschließen sich die Kompetenzen der Bewerberin nicht auf den ersten Blick, wird die HRManagerin keinen zweiten investieren. „Der Lebenslauf muss gut strukturiert sein. Zu viele Informationen auf einen Blick erschlagen die Leserin“, sagt Sonja Pick-Chisinye vom Personalberatungsunternehmen Hödl Consulting. Der maximale Umfang des CV sollte zwei A4-Seiten nicht überschreiten. Bevorzugt wird zudem ein Lebenslauf in tabellarischer Form. Dabei beginnt die Bewerberin mit der Beschreibung der aktuellsten Position, denn die interessiert Personalentscheiderinnen in der Regel am meisten. „Unsere EyetrackingStudie ergab, dass Personalerinnen der Berufserfahrung rund 22 Sekunden widmen, wobei speziell der letzten Jobposition die meiste Aufmerksamkeit geschenkt wird“, betont Kostka.

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Michaela Kostka von StepStone: „Dem letzten Job wird die meiste Aufmerksamkeit geschenkt.“

Erwünscht ist zudem eine kurze Beschreibung der aktuellen beruflichen Tätigkeit, zumal selbst Personalprofis mit modernen Jobtiteln nicht immer viel anfangen können. „Vier bis höchstens sieben knackige Bullet Points, um die Stelle zu beschreiben“, empfiehlt Ljiljana Nikolic, Human-Resources-Expertin der Uniqa Insurance Group. Im Personalbüro des Versicherungskonzerns gehen jährlich rund 6000 Bewerbungen ein. Nikolic schätzt es zudem, wenn die Bewerbung eine Weiterentwicklung in der Karriere der Kandidatin erkennen lässt. „Bei Managementpositionen macht es sich gut, wenn die Bewerberin mit einem Satz beschreibt, was sie konkret erreicht hat: Hat man etwa einen neuen Geschäftsbereich aufgebaut, konnte man die Verkaufszahlen steigern …“, rät wiederum Brigitte I. Gruber, Geschäftsführerin des Hotellerie- und Tourismus-Consulting-Unternehmens Reburg & Partners. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und die meisten Personalentscheiderinnen und Personalentscheider legen Wert darauf. Das Foto ist Blickfang Nummer eins auf dem Lebenslauf und beeinflusst die Bewerbung nachhaltig. „Es kann Türen öffnen, sofern es professionell und gut gemacht ist. Umgekehrt kann sich ein schlechtes Foto negativ auf die gesamte Bewerbung auswirken. Selfies oder Urlaubsfotos sind fehl am Platz“, betont Kostka. Auch Rechtschreib- und Grammatikfehler sind tabu. Damit disqualifiziert sich die Bewerberin im Rennen um den Job bereits am Start. Es empfiehlt sich, die Unterlagen von jemandem, der sprachlich firm ist, überprüfen zu lassen. SCHLÜSSELBEGRIFFE Ist der Lebenslauf einmal komponiert, ist er dennoch nicht in Stein gemeißelt. Das perfekte CV ist quasi ein Work in Progress und will an die jeweilige Job-Ausschreibung adaptiert werden. „Versuchen Sie, mit dem Lebenslauf Ihre Kompetenzen bestmöglich abzubilden und heben Sie auch konkret Ljiljana Nikolic von der Uniqa Insurance Group empfiehlt: „Ein paar knackige Bullet Points, um die Stelle zu beschreiben.“ conomy 67

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PER FOR MANCE

EYETRACKINGSTUDIE In einer aktuellen Studie von StepStone und Mindtake Research wurden 33 Human-ResourcesVerantwortliche aus ganz Österreich zu Bewerberscreening und Lebenslauf interviewt. Darüber hinaus wurden EyetrackingMessungen durchgeführt. Dabei trugen die Teilnehmerinnen eine Spezialbrille, die den Blickverlauf aufzeichnet und die Betrachtungsdauer und relevanten Elemente der vorgelegten Lebensläufe zeigt. Die wichtigsten Ergebnisse: B Mehr als zwei Drittel der Bewerbungen werden digital gelesen, Recruiterinnen und Recruiter unter 36 Jahren tun dies zu 80 Prozent. B Der Lebenslauf macht 68 Prozent des Gewichts der Bewerbung aus. Das Motivationsschreiben ist für 22 Prozent der Personalentscheiderinnen und -entscheider wichtig, nur zehn Prozent legen auf Zeugnisse Wert. B Im Schnitt screenen Recruiterinnen und Recruiter einen Lebenslauf binnen 43 Sekunden. Davon werden 22 Sekunden in die Berufserfahrung investiert. Durchschnittlich sieben Sekunden lang bleiben HR-Managerinnen und -Manager bei den Angaben zum letzten Job hängen – Erstere im Schnitt länger als Zweitere. B 6,1 Sekunden werden in die Ausbildung investiert. B 1,8 Sekunden lang betrachten HRManagerinnen und -Manager das Foto, wobei 42 Prozent von einem schlechten Bild auf mangelnde Qualität der Bewerbung schließen. B Nur ein Drittel der Befragten kann sich mit einer „gesichtslosen“ Bewerbung nach USVorbild anfreunden.

Karina Kinsky von Pearldivers: „Wichtig ist die Übereinstimmung der Informationen, da Personalerinnen und Personaler beides checken: Lebenslauf und Profile auf LinkedIn oder Xing.“

Lücken im Lebenslauf müssen nicht krampfhaft gefüllt, jedoch plausibel erklärt werden. „Überdurchschnittlich häufige berufliche Wechsel oder längere Lücken im Lebenslauf werden zwar hinterfragt, müssen bei guter Begründung aber nicht zwingend ein Ausscheidungskriterium darstellen“, sagt Gerhard Pommer, Leiter Personal der Voestalpine Stahl GmbH. Dabei konzentriert man sich auf längere Unterbrechungen der Berufstätigkeit wie Karenzzeiten, Sabbaticals oder eine Weltreise. „Wer dazwischen einmal drei Monate auf Jobsuche war, muss darauf nicht eingehen“, betont Hödl. Was jüngeren Kandidatinnen als Orientierungsphase nachgesehen wird, bekommt um die 30 eine schiefe Optik: Jobhopping mit einer Verweildauer von weniger als zweieinviertel Jahren. Neben diesen Standards hat jede Branche eigene Anforderungen. In Kreativberufen etwa sind Arbeitsproben erwünscht. Auf Anfrage bei der Werbeagentur Demner, Merlicek & Bergmann heißt es: „Bei unseren Bewerberinnen und Bewerbern im kreativen Bereich ist neben einem aussagekräftigen und ordentlich zusammengestellten CV vor allem das Portfolio wichtig.“ Im Tourismus wiederum sind Referenzen und Interesse am Unternehmen gefragt. „Fürchterlich sind Bewerbungen im Stil von Massenaussendungen und ohne persönliche Note. Mein Rat: Bevor Sie sich bewerben, setzen Sie sich in die Lobby, bestellen Sie einen Kaffee und sehen Sie sich um. Dabei bekommt man rasch ein Gefühl für ein Hotel, ob einem etwa die Art, wie man bedient wird, zusagt und welche Gäste dort absteigen“, betont Gruber. STIMMIGES GESAMTBILD Neben dem Lebenslauf ist der Auftritt in den professionellen Portalen LinkedIn und Xing nicht zu unterschätzen und will im Rahmen der Jobsuche aktualisiert werden. „Während das CV speziell auf die angestrebte Position zugeschnitten sein sollte, ist das Online-Profil ein Überblick über Fähigkeiten und Erfahrungen. Wichtig ist die Übereinstimmung der Informationen, da Personalerinnen und Personaler beides checken“, betont Karina Kinsky, Gründerin der Executive Search Boutique Pearldivers.

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die Anforderungen aus der Stellenanzeige im Lebenslauf hervor – immerhin gleichen sechs von zehn Recruiterinnen Schlagworte aus der Anzeige mit den Bewerbungsunterlagen ab“, rät Kostka von StepStone. Persönliche Daten zu Beziehungsstatus, Kindern, Religionsbekenntnis oder gar zu den Berufen der Eltern bei Jobeinsteigerinnen gelten als ein wenig altmodisch und müssen nicht angeführt werden. Informationen zum Ausbildungsweg sind vor allem bei Absolventinnen und Berufseinsteigerinnen mit wenig Praxiserfahrung wichtig. „Je länger das Studium oder die Ausbildung zurückliegen, desto weniger relevant werden sie für den Lebenslauf, da die Berufserfahrung zum größten Asset wird. Bei bereits etablierten Professionals empfehlen wir, kurz auf die höchste abgeschlossene Ausbildung einzugehen und dann den Fokus wieder auf relevante Joberfahrungen zu legen“, betont Kostka.

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SKI IN – SKI OUT Genießen Sie die atemberaubende Natur der Osttiroler Bergwelt. Winterspaß und Skivergnügen direkt vom Hotel aus. www.enjoy-osttirol.at

GRADONNA ****SUP MOUNTAIN RESORT CHÂLETS & HOTEL

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Mitten in unberührter Natur auf 1.350 Meter Höhe steigen Winterfans in einem exklusiven „Bergdorf“ ab: dem Gradonna ****SUP Mountain Resort mit Hotel und 41 Châlets. Gäste starten direkt von der Haustür zum Winterwandern, Langlaufen oder auf die Piste. Gewohnt wird in bis zu 57 m² großen Suiten oder in Châlets mit bis zu 120 m² Fläche für bis zu 8 Personen. Kalser Marmor, Zirbenholz, Leder, Loden und Leinen bestimmen das Interieur. Im Hotel gibt es ein 3.000 m² großes Spa, einen NaturKinderclub für Kids ab 3 Jahren und einen Teenie Club 12+, einen Sport Shop, einen Feinkostladen und ein Restaurant, das zeitgemäße Küche aus vorwiegend regionalen Produkten serviert. Aufgrund der Tiefgarage ist das gesamte Resort autofrei.

Das Bett direkt neben der Piste und dem Loipennetz sowie unzähligen Winterwanderwegen, ein traumhaftes, schneesicheres Hochpustertal und typische Osttiroler Gastlichkeit genießen Sie in der Dolomiten Residenz ****SUP Sporthotel Sillian. Osttirols erstes Familien-Wellness-Hotel. Das Skizentrum Hochpustertal ist ideal für Familien mit kleineren Kindern geeignet. Jede Art von Sportausrüstung gibt es im Sportshop gegenüber. Wenn die Kinder nicht mit zum Wintersport wollen, ist das auch kein Problem: Im Übernachtungspreis sind täglich zwölf Stunden Kinderbetreuung enthalten sowie ein Teenie-Programm für Kids ab 12 Jahren. Für Erholung sorgt die 3.000 m2 große Vitalresidenz. Im Restaurant verwöhnt man Sie mit herzhafter, regionaler und saisonaler Osttiroler Küche.

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Fit und FiT

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Frauen in Technikberufen verdienen dort meist besser als Gleichgestellte in anderen Branchen. Deshalb vergibt das AMS im Rahmen seines „FiT“-Programms (Frauen in Handwerk und Technik) Spezialförderungen für mehr als 200 verschiedene Ausbildungen in Handwerk und Technik. Woran man erkennt, ob man dafür überhaupt eine Begabung hat? Ganz einfach, wie auf der AMS Informationsseite nachzulesen ist: „Verwenden Sie gern technische Geräte? Basteln und tüfteln Sie gerne? Erledigen Sie kleine Reparaturen selbst? Lösen Sie gern Logik-Aufgaben wie Sudokus?“. Das Programm ist unabhängig von Vorbildung und Qualifikationsniveau und richtet sich an alle Frauen, die sich beim AMS arbeitslos oder arbeitssuchend gemeldet haben. www.ams.at

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n Ö u h s H R, Bildung

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Exponentielles Wachstum Es ist nicht leicht, über sich selbst hinauszuwachsen, erst recht, wenn man dies innerhalb von 19 Übungen schaffen soll. Aber gelingt es doch, hat man umso größere Freude. Ein Fitnessprogramm der besonderen Art bietet die schooloftalk, die fast jeden Monat in Wien Station macht: Der seit vielen Jahren im Silicon Valley ansässige Österreicher Niki Ernst bringt seine Erfahrungen als Faculty Coach der Singularity University in die alte Heimat mit. In einem zweitägigen Seminar führt er Unternehmerinnen in die Denkweisen des Silicon Valley ein: Exponentielles Wachstum ist dabei sein zentrales Thema, genauso wie Recruiting (How to attract the best players), Culture oder Problemlösung (Not what you do is wrong. But maybe how you are doing it). Jedenfalls verspricht er: „Möglicherweise wird euer Kopf nach diesen zwei Tagen explodieren, aber ihr werdet es lieben“. Nächster Termin: 10. und 11. Dezember 2018 www.myschooloftalk.com

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Technik fur Quereinsteigerinnen

Mentoring an der WU 10 von 191 – das ist die traurige Bilanz des Frauenanteils in den Vorständen börsennotierter Unternehmen in Österreich (siehe auch Seite 20). Dabei würde es an bestens ausgebildeten Managerinnen gar nicht mangeln. Um die Karriere von Frauen in der Wirtschaft zu unterstützen, hat Edeltraud HanappiEgger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), ein Mentoringprogramm für Frauen ins Leben gerufen. Alumnae dieser Uni werden dabei mit zehn Absolventinnen zusammengebracht, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen sollen. Unter den Mentorinnen finden sich beispielsweise Tatjana Oppitz (IBM) und Monika Kircher (ehemals Infineon). Für dieses Jahr ist das Mentoringprogramm bereits abgeschlossen, es wird aber 2019 wiederholt. Bleibt zu hoffen, dass durch solche Initiativen die Frauenquote im Top-Management tatsächlich steigt. www.wu.ac.at

Besser nachfragenl

Wer nicht direkt aus der Technik kommt, hat oft Hemmungen, einen technischen Studiengang zu belegen. Das will die FH Technikum Wien nun ändern: mit einem berufsbegleitenden Master-Lehrgang, der sich dezidiert auch an Nichttechnikerinnen wendet. Im Master „Engineering Management“ bekommen Menschen mit betriebswirtschaftlichen, kaufmännischen oder juristischen Kenntnissen jenes technische Know-how, das für die digitalisierte Arbeitswelt nötig ist. Absolventinnen sollen dann unter anderem als Controllerin, Prozessplanerin oder Marketing-Expertin das Wissen anwenden. Bedarf gibt es: Zwei Drittel der großen Industrieunternehmen suchen händeringend nach Expertinnen für die digitale Transformation. Nahezu alle www.technikum-wien.at Fachhochschulen und Privatuniversitäten vergeben Spezialstipendien für Frauen, die in technische Berufe vordringen wollen – angefangen von der Vienna University of Technology über die Donau Universität Krems bis hin zu den diversen Fachhochschulen in Österreich. Am besten man erkundigt sich bereits beim Erstgespräch bei der jeweiligen Institutsleitung. Wurden Bundes- oder regionale Förderungen bereits von anderen Kandidatinnen ausgeschöpft, ist es dennoch sinnvoll nachzufragen: Die privaten Ausbildungsstätten haben nicht selten darüber hinaus Zugriff auf Stipendien, die von privaten Geldgeberinnen beziehungsweise Unternehmen ausgelotet werden. Es zahlt sich jedenfalls aus, dranzubleiben: Immerhin kann die Höhe des Stipendiums bis zu einem Drittel der gesamten Studienkosten ausmachen. Also: nicht schüchtern sein!

Neugier, Freude, Leidenschaft Jedes Alter hat seine Reize, jede Lebensphase bietet ihre Herausforderungen und Chancen. Wer „seine“ Momente richtig erkennt und Ambitionen richtig zu dosieren, verpacken und adressieren versteht, bringt daher auch viel mehr weiter als jemand, der einfach nur drauflos rennt. Das klingt zwar banal, ist aber bei näherer Betrachtung doch sehr fordernd. Einen hilfreichen Leitfaden in diese Richtung hat der Bildungsvordenker Andreas Salcher entwickelt. In seinem jüngsten Sachbuch „Das ganze Leben in einem Tag“ gliedert er die großen Themen eines jeden Menschen in 24 Stunden, die er, chronologisch erfasst, den konkreten unterschiedlichen Phasen zuordnet – von den ersten drei Lebensjahren angefangen über die Zeit der „Weisheitenlehren“ bis ins Greisenalter. Ein philosophischer, kurzweiliger Wegweiser, der die Leserin dazu animiert, einmal innezuhalten und darüber zu reflektieren, wo sie im Leben noch hinstrebt, wie viel Zeit ihr dafür bleibt – und vor allem wie sie ihre Wünsche voranbringt. „Das ganze Leben in einem Tag“ von Andreas Salcher, Ecowin. 376 Seiten, € 24.

Stipendien fur Berufstatige

Studium und Beruf – zwei Bereiche, die sich nicht immer leicht vereinbaren lassen. Um berufstätige Studierende zumindest finanziell etwas zu unterstützen, vergibt die Universität Wien Stipendien. Konkret werden pro Studienjahr 700 Euro bezahlt. Entsprechende Anträge können im Zeitraum 1. Oktober bis 30. November 2019 gestellt werden. Bewerberinnen müssen eine Mindestanzahl an erbrachten ECTS nachweisen und dürfen pro Jahr nicht mehr als 15.000 Euro brutto verdienen. Ausgearbeitet werden die Stipendien gemeinsam mit der HochschülerInnenschaft, die aber weiterhin die Abschaffung der Studiengebühren für Berufstätige fordert. www.univie.ac.at conomy 71

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WAS BRINGT EIN MBA? Ein MBA-Titel galt lange Zeit als automatischer Karriereturbo. Ganz so einfach ist es heute allerdings nicht mehr. Wann sich die Mühe und der Zeitaufwand trotzdem lohnen. Und was man als berufstätig Studierende beachten sollte. TEXT: ROBERT PRAZAK

Drei Buchstaben, die der Karriere einen gewaltigen Schub verpassen sollen: MBA. Bis vor einigen Jahren war auf den Visitenkarten österreichischer Managerinnen der Beweis für eine solche postgraduale Ausbildung noch selten anzutreffen. Inzwischen jedoch ist dieser „Master of Business Administration“ nichts Ungewöhnliches mehr. Noch immer erhoffen sich die Absolventinnen solcher Lehrgänge jedenfalls den Erwerb von Fachwissen in Management, Strategie und Unternehmertum – und darauf aufbauend ein rasches Emporklettern auf der Karriereleiter, national oder sogar international. Mindestens genauso wichtig sind die Kontakte, die im Zuge einer solchen Weiterbildung geknüpft werden. Schließlich ist der Austausch (und auch der Wettbewerb) unter den Studierenden ein maßgebliches Charakteristikum einer MBA-Ausbildung. Die Verbindungen, die dabei entstehen, begleiten die Absolventinnen ihr ganzes Berufsleben lang. Zunächst ist wichtig, welcher MBA überhaupt infrage kommt.

Die grobe Einteilung der Programme: Ein General MBA versorgt Studierende mit einem grundlegenden Basiswissen in Führung und Strategie; ein Professional MBA geht dann im gewählten Fachgebiet schon mehr in die Tiefe – die Auswahl ist dabei groß und reicht von Finanzmanagement über Marketing und Entrepreneurship bis zu Sozialmanagement; die Palette der Angebote aus unterschiedlichen Fachrichtungen wird immer umfangreicher. Und dabei kann es sich durchaus auszahlen, in andere Bereiche vorzustoßen: Wer beispielsweise aus der juristischen oder technischen Ecke kommt, könnte sich im Finanzmanagement weiterbilden – und umgekehrt. Eine solche Diversifizierung des Wissens kann Absolventinnen für Arbeitgeberinnen besonders interessant machen, meinen Expertinnen. Je nach Programm und Anbieterin ist jedenfalls mit Kosten zwischen 8.000 und 50.000 Euro zu rechnen; zum Teil können die Gebühren in Raten abgestottert werden oder es gibt Stipendien. Die Gold-Variante eines MBA stellt übrigens ein Global Executive MBA dar, der aber finanziell und von den Zulassungsvoraussetzungen her jenen vorbehalten ist, die in einer Unternehmenshierarchie schon weit oben sitzen und bereits ausreichend Managementerfahrung gesammelt haben.

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Ist das Geld für eine solche Weiterbildung heute noch gut investiert? Eine Garantie für mehr Gehalt oder einen raschen Aufstieg bietet ein MBA mittlerweile nicht mehr, das sollte auch gar nicht die primäre Motivation sein. Ein MBA auf Visitenkarten liefert heute schließlich kein großes Aha-Erlebnis mehr. Eher geht es um das persönliche Weiterkommen oder eine berufliche Neuorientierung. Die Auswahl sollte jedenfalls gut überlegt sein, an MBAAnbieterinnen mangelt es nicht. In Österreich haben sich unter anderem Donau-Uni Krems, Limak Austrian Business School, WU Executive Academy und MCI Management Center Innsbruck auf diesem Gebiet einen ausgezeichneten Namen gemacht. Alleine im deutschsprachigen Raum gibt es aber mehr als rund 300 Institutionen, die in dem Bereich tätig sind. Neue Angebote wie etwa von der FH Burgenland mit ihrem Austrian Institute of Management sorgen dafür, dass der Durchblick im MBA-Dschungel nicht ganz leicht ist (siehe Kasten). International sind es Insead, Harvard, Standford oder Wharton, die zu den besten, zugleich aber auch teuersten Anbieterinnen exklusiver MBA-Lehrgänge zählen. Da braucht es nicht nur Durchhaltevermögen, sondern vor allem auch das nötige Kleingeld, um dabei sein zu können: Einige der teuersten Executive-Programme dieser internationalen Spitzeninstitute kosten bis zu 200.000 Euro. Wie können aber im Speziellen weibliche Führungskräfte von einem MBA profitieren? Barbara Stöttinger, Dekanin der WU Executive Academy, sieht unter anderem den Aufbau eines internationalen Netzwerks und den Austausch mit anderen weiblichen Führungskräften über Best-Practice-Beispiele als Vorteile einer solchen Weiterbildungsmaßnahme. Es gehe beim MBA außerdem nicht nur um Wissen in Bereichen wie Leadership, sondern auch um die Soft Skills. „Gerade hier können weibliche Führungskräfte ihre Fähigkeiten einbringen.“ In dem herausfordernden, aber zugleich berechenbaren Setting eines MBA-Programms könnten sie ihren unternehmerischen Scharfsinn und ihr Gespür für Geschäftsmöglichkeiten weiter schärfen, meint Stöttinger. Und ein MBA-Studium ermöglicht ihrer Meinung nach einen Perspektivenwechsel: „Wer einen MBA macht, erweitert seinen Horizont radikal.“

WORAUF ACHTEN BEIM MBA? Es sind vorwiegend berufstätige Studierende, die einen MBA-Lehrgang beginnen. Die Auswahl an entsprechenden Angeboten ist groß, also sollten Interessierte auf gewisse Kriterien achten: B In der Praxis bewährt sich eine Mischung aus Online-Inhalten und Präsenzphasen vor Ort. Gerade der Austausch mit anderen Studierenden ist unverzichtbar. BWie viel Zeit kann man wirklich in die Weiterbildung investieren, lässt es sich mit dem Job vereinbaren? Und immer daran denken: Am Anfang ist die Motivation ja noch hoch, doch mit den Monaten könnte es immer schwieriger werden. BWie sieht es mit der Bereitschaft aus, auch privat für den MBA-Titel gewisse Abstriche zu machen? Ziehen Partner, Familie und Freunde mit oder hält sich deren Begeisterung in Grenzen? BMBA-Lehrgänge sind nicht gerade billig, ein Preisvergleich ist sinnvoll. Gibt es Stipendien oder Fördermöglichkeiten, etwa vom Bundesland? BHochkarätige Vortragende aus der Wirtschaft sind wichtig – wer ist beim jeweiligen MBAProgramm dabei? Bezug zur Praxis ist schließlich ein wichtiges Kriterium. BEin derzeit besonders karrierefördernder Aspekt: Gibt es Partnerschaften mit Universitäten im Ausland, damit internationaler Austausch und eventuell sogar ein Doppelabschluss möglich sind? Damit eröffnen sich nämlich automatisch auch international berufliche Aufstiegsmöglichkeiten

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FITNESS FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE Es gibt Tage, da will man einfach nur im Bett bleiben. Aber gerade dann stehen oft wichtige Termine an. Karin Cerny holte sich bei CoachingExpertin Eva-Maria Kraus* wichtige Tipps für stärkende Strategien. So bereiten Sie sich für Sitzungen oder Präsentationen vor, ohne dass man Sie unterbuttern kann. Entspannt, cool, souverän. Acht Punkte, die Sie mental fit machen. conomy 74

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#KEINEANGST. Sie haben schlecht geschlafen, müssen aber eine große Präsentation über die Bühne bringen. Mentales Training hilft, sich die Situation positiv vorzustellen, um Ängste abzubauen. Eine Haltung einzunehmen, die Sicherheit gibt. Oft sind dabei auch banale Klischees zum Einüben eines Selbstbewusstseins nicht verkehrt: „Füße auf den Tisch, Arme hinter den Kopf, wie früher Chefs dagesessen sind“, empfiehlt Eva-Maria Kraus, die seit 2005 als Wirtschaftstrainerin und zertifizierte Planspiel- und DiSG-Trainerin arbeitet.

#STORMYWEATHER. Sie müssen in eine Sitzung, in der Sie viel Gegenwind erwarten. Am besten, man macht vorher Notizen. Was sind heikle Punkte, die wahrscheinlich angesprochen werden bei dem Meeting? „Es ist sinnvoll, einige Kritikpunkte bereits im Vortrag zu entkräften“, rät Kraus. Ruhe bewahren und den Wind rausnehmen, bloß keinen Gegendruck erzeugen. Sich die Zeit nehmen, auch mal kurz zu überlegen, nicht vorschnell antworten. Viele Vortragende haben den Drang, alles sofort wissen zu müssen. Aber das bringt nur unnötigen Krampf in Situationen. Eine gute Vorbereitung auf kritische Fragen ist bereits die halbe Miete.

#METOO. Wie reagiere ich als Frau auf sexistische Bemerkungen? Meist kommen sie von einer Einzelperson, erzählt die CoachingExpertin aus Erfahrung. Es kann kontraproduktiv sein, direkt in der Gruppensituation darauf zu reagieren, weil man dieser Person damit womöglich eine Bühne gibt. „Einigen ist es aber gar nicht bewusst, dass ihre Scherze kränkend sind.“ Deshalb ist direkt nach der Sitzung ein klärendes Vieraugengespräch zielführend, um darauf hinzuweisen, dass bestimmte Formulierungen nicht angebracht sind.

#SEIDUSELBST. Wie bereite ich mich vor, wenn ich neu in einer Firma anfange? Kenne ich innerhalb meiner beruflichen Netzwerke jemanden, der mir Tipps geben kann, der die Firma oder einzelne Leute kennt? Wichtig ist, beim persönlichen Kennenlernen flexibel zu bleiben, auch um zu erkennen, was in der jeweiligen Situation gefragt ist. Sind sachliche, kurze Antworten wichtig? Oder wird die menschliche Komponente großgeschrieben? Grundsätzlich findet Eva-Maria Kraus, dass man möglichst authentisch bleiben soll. Es bringt nichts, sich gänzlich zu verbiegen. „Ich habe beim Coaching schon erlebt, dass lauter kleine ,Roboterinnen‘ Vorträge gehalten haben.“ Dieses strenge Verhaltenskorsett wurde ihnen so beigebracht, und das haben sie dann exekutiert. Jede Individualität ist dabei verloren gegangen. Sonderlich spritzig sind solche Präsentationen freilich nicht. Es ist befremdlich, wenn jemand, der vorher im Gespräch noch ungezwungen und sympathisch war, plötzlich vorne wie eine Maschine doziert. Jede gute Vortragende bewahrt ihre Persönlichkeit. conomy 75

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#NOFILTER. Wie verberge ich, dass ich bei Präsentationen furchtbar nervös bin? Es hilft, sich selbst in einem Video zu sehen. Das ist zwar im ersten Moment unangenehm, verändert aber viel. „Ich muss wissen, wo meine Nervosität hingeht“, sagt die Coaching-Expertin. Oft sind es Kleinigkeiten, die man schnell verbessern kann. Zu große Menschen lassen gern die Schultern hängen, um sich kleiner zu machen. Manchen „verrutscht“ die Stimme, weil sie falsch atmen, andere fuchteln mit den Händen oder tänzeln im Raum herum. In ein bis zwei Tagen lässt sich mit Training das Schlimmste vermeiden und Vortragende entwickeln eine gewisse Sicherheit. Mitunter hilft es auch, transparent zu machen, dass man schrecklich nervös ist. Schließlich kennt das jeder, und Offenheit wirkt sympathisch. Sie ist allemal charmanter, als eine Anspannung krampfhaft verbergen zu wollen. Authentisch bleiben heißt nämlich auch, dass man nicht ständig perfekt sein muss.

„Wir haben viel zu sehr gelernt, auf unsere Schwächen zu schauen“, sagt die kürzlich ausgezeichnete Fachfrau aus Erfahrung: „Auch Dinge, die einem leicht von der Hand gehen, sind nicht selbstverständlich. Andere tun sich gerade damit schwer.“ Man muss sich auch mal innerlich auf die Schulter klopfen, wenn man etwas gut gemacht hat. Aber auch nach außen kann man kommunizieren, wenn etwas geglückt ist. Das muss nicht automatisch arrogant wirken. Besonders Frauen tun sich damit noch immer schwer: Sie sind zurückhaltender, weniger risikofreudig und bleiben lieber auf vertrautem Terrain als ihre männlichen Kollegen. „Frauen müssten sich viel mehr zutrauen, dass sie aus der Situation heraus schon die richtige Entscheidung treffen werden. Man kann nicht alles planen.“ Dabei hilft es auch, sich vorzustellen, was das Schlimmste wäre, das passieren könnte. So dramatisch ist das meist nämlich gar nicht.

#TEAMPLAYER. Wie trete ich auf, wenn ich keine Lösung für ein Problem parat habe? „Es ist verkehrt zu erwarten, dass eine Person alles entscheidet“, sagt Kraus. „Das ist schlecht für die Unternehmensstruktur und Gruppendynamik, wenn sich die Mitarbeiterinnen nur als Ausführende empfinden.“ Wichtig ist, den Ball ans Team zurückzuspielen, gemeinsam Dinge durchzudenken und als Kollektiv kreativ zu werden. Das stärkt den Zusammenhalt und motiviert.

#JETZTMALEHRLICH. Was ist, wenn ich unangenehme Entscheidungen wie Kündigungen kommunizieren muss? „Transparenz ist für alle Beteiligten gut“, empfiehlt Kraus: „Man möchte wissen, warum man gekündigt wird. Aus Rückmeldungen kann man für den nächsten Job etwas lernen.“ Menschlich wichtig wäre zudem, eine Betreuung während des Prozesses anzubieten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu informieren, wie es für sie weitergehen könnte. Was passiert, wenn man über 50 ist und die Kündigung erhält, weil das Unternehmen verschlankt wird? Man möchte Optionen haben, wohin man sich wenden kann. Ein Unternehmen sollte dabei durchaus helfen.

ZUR PERSON: *Eva-Maria Kraus von NewView in Wien hat kürzlich bei der Kölner Messe „Zukunft Personal Europe“ den Europäischen Preis für Training, Beratung und Coaching gewonnen. www.newview.at

FOTO: MICHAEL MISHIMA

#PROUDSISTER. Wie kommuniziere ich meine Stärken, ohne als Angeberin zu erscheinen?

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MEIN bester

„Zum Glück ist der Mensch kein Roboter“

Fehler

Hinfallen, aufstehen, Krone richten – so sieht eine gesunde Fehlerkultur aus. Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, erzählt uns, wie sie aus einem Fehler Nutzen gezogen hat und was sie für sich selbst und ihre Organisation daraus gelernt hat. AUFGEZEICHNET VON ROBERT PRAZAK

„Es gibt einen Fehler in meiner Karriere, der sich später als positiv herausgestellt hat. Das war ganz zu Beginn meiner Berufslaufbahn – da hatte ich ein attraktives Angebot eines großen Industrieunternehmens. Meine Familie hat mir geraten, diesen Job unbedingt anzunehmen und die Chance zu nutzen. Ich habe mich aber quergelegt und abgesagt. Stattdessen gab es von meiner Seite den Entschluss, in die Gewerkschaftsbewegung einzutreten und in weiterer Folge für die Sozialversicherung tätig zu sein. Monetär gesehen war das vielleicht ein Fehler. Aber es war langfristig sicher kein Fehler, wenn es darum geht, ob die Arbeit einen persönlich erfüllt.

FOTO: BEIGESTELLT VON DER WR GKK (PRESSESTELLE HOLLEY-SPIESS).

Heute weiß ich: Es ist etwas Wahres dran, dass man aus jedem Fehler lernen kann und letztlich gestärkt aus der Situation hervorgeht. Es gehört also beides dazu, denn zum Glück ist der Mensch kein Roboter. Wichtig ist die Fehlerkultur in einer Organisation. Fehler gehören zum Arbeiten dazu und passieren in jeder Organisation. Wenn man einen Fehler bemerkt, dann geht es vor allem darum, die Ursache zu finden. Es muss außerdem möglich sein, dass die Menschen in einer Organisation Fehler auch zugeben können und darüber gesprochen wird. Denn das kann der Beginn

eines wichtigen Lernprozesses für das Unternehmen sein. In der Wiener Gebietskrankenkasse haben wir schon vor Jahren ein sehr gutes Kundenrückmeldungssystem etabliert. Von Kundinnen und Kunden zu lernen, steht im Vordergrund. Aufgrund der dort gemachten Erfahrungen konnten wir bereits einige Schwachstellen in Abläufen und Prozessen identifizieren und Verbesserungen in der Organisation umsetzen. Wie reagiere ich auf die Fehler anderer? Auch das gehört für mich zu einer richtigen Unternehmenskultur – und was für mich in diesem Zusammenhang ganz wichtig ist: Fehler passieren, es muss möglich sein, darüber zu sprechen und Erkenntnisse daraus zu ziehen. Das ist der springende Punkt. Denn passieren Fehler dauerhaft und vielleicht auch noch immer die gleichen, dann müssen am Ende natürlich auch Konsequenzen stehen.“

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DIE TÖCHTER DER HEDY LAMARR Ihre Schönheit machte sie weltberühmt. Aber die österreichische Schauspielerin und Erfinderin war auch eine Wegbereiterin für die digitale Kommunikation – und ihrer Zeit weit voraus. Jetzt soll der Hedy-Lamarr-Preis der Stadt Wien weiteren außergewöhnlichen Frauen helfen, die Welt von morgen zu gestalten. Im Oktober wurde er erstmals vergeben: an die Sozialwissenschaftlerin und Informatikerin Verena Fuchsberger-Staufer aus Vöcklabruck. conomy 78

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DIE IKONE „Any girl can be glamorous. All you have to do is stand still and look stupid.“ Mit diesem Bonmot wird Hedwig Eva Maria Kiesler – besser bekannt als Hedy Lamarr – schon seit den 1940ern gerne zitiert. Weniger berühmt, aber genauso treffend, ist der folgende Sager der Hollywood-Legende mit österreichisch-ungarischen Wurzeln: „Films have a certain place in a certain time period. Technology is forever.“ 1914 als Tochter des damaligen CreditanstaltBankverein-Direktors und einer Konzertpianistin in Wien geboren, wird Kiesler schon früh von Theaterlegende Max Reinhardt entdeckt, der sie als „schönste Frau der Welt“ bezeichnet. Ihre Karriere beginnt als Teenager: Mit noch nicht einmal sechzehn Jahren ist Kiesler in ihrem ersten Film „Geld auf der Straße“ zu sehen. Die tschechoslowakisch-österreichische Produktion „Symphonie der Liebe“ – alias „Ekstase“ – avanciert 1933 zum Skandal. Eine zehnminütige Nacktszene – ein Bad in einem See und der anschließende Gang nackt durch einen Wald – sorgt ebenso für Aufsehen wie eine Liebesszene, in der „nur“ ihr von einem Orgasmus erregtes Gesicht zu sehen ist. Im August 1933 heiratet sie den Metall- und Rüstungsindustriellen Fritz Mandl. Der eifersüchtige Ehemann schränkt ihren Freiheitsgrad massiv ein, untersagt ihr die Schauspielerei und investiert eine Stange Geld, um möglichst viele Kopien von „Ekstase“ zu erwerben und den Film somit vom Markt zu holen. 1937 trennt sie sich Kiesler fluchtartig von Mandl und reist über Paris nach London, wo sie vom Hollywoodproduzenten Louis B. Mayer unter Vertrag genommen wird. Mit ihm fährt sie 1938 in die USA und begründet eine spektakuläre Hollywood-Karriere unter jenem Namen, den Mayer – Bezug nehmend auf den Stummfilmstar Barbara La Marr – für sie ausgewählt hat: Hedy Lamarr. Sie wirkt in mehr als zwei Dutzend Filmen mit, darunter „Tortilla Flat“ (1942), „Samson and Delilah“ (1949) oder „The Story of Mankind“ (1957) und ist an der Seite von Weltstars wie Spencer Tracy, Clark Gable, Judy Garland oder den Marx Brothers zu sehen. „Nebenbei“ beweist sie herausragend innovatives technisches Talent. Gemeinsam mit dem Komponisten George Antheil entwickelt sie einen Entwurf für eine störungssichere Funkfernsteuerung für Torpedos – sie will damit dem US-Militär helfen, die Nazis zu besiegen. Ein Problem der Navy ist, dass die abgefeuerten Torpedos zu oft das feindliche Ziel verfehlen. Lamarr, die als Frau des Waffenherstellers Mandl Zugang zu höchst geheimen Informationen im Bereich der Funktechnik gehabt haben soll, und der Musiker, der schon in den 20er-Jahren überlegt hat, wie man 16 mechanische Klaviere untereinander und mit einem Film synchronisieren könnte, tüfteln miteinander eine Lösung aus: ständig wechselnde Funkfrequenzen – auch als „Frequency Hopping“ oder Frequenzsprung-Verfahren bezeichnet –, die zwischen Funkstation und Torpedo mittels identischer Lochstreifen ähnlich wie die Klaviere und der Film sychnchronisiert sind. Durch die ständigen Wechsel ist die Funkstation schwerer vom Feind anzupeilen, das Signal wird weniger störungsanfällig.

DER HEDY LAMARR-PREIS B Im ersten Halbjahr 2018 initiieert Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler zu Ehren der Wissenschaftlerin Hedy Lamarr sehr kurzfristig den Hedy-LamarrPreis für innovative Frauen in der IT. Ganz neu war die Idee nicht, denn den Preis gab es schon zu früheren Zeiten: Maria RauchKallat hatte ihn 2006 als Frauenministerin ins Leben gerufen. Zurück zum aktuellen Förderer, die Stadt Wien: „Es gab ein Window of Opportunity“, erzählt ein Mitarbeiter, der an der Umsetzung des Projekts maßgeblich beteiligt war, „sogar die Finanzierung mit 10.000 Euro konnten wir relativ problemlos realisieren.“ Aktuell greift man auf das Know-how des Wissenschaftsfonds FWF zurück. Dieser bezieht sich für seine erste Wahl von rund 20 wissenschaftlichen Einreichungen auf aussichtsreiche Kandidatinnen, deren Projekte bereits 2017 bewilligt wurden. Danach geben vier Referentinnen und Referenten des FWF ihr Votum ab: Roderick Bloem, Ruth Breu, Silvia Miksch und Bernhard Rinner. Gemeinsam zeichnet sie ihre internationale Publikationstätigkeit und Vernetztheit sowie ihre wissenschaftliche Anerkanntheit aus. Sie küren dann drei Projekte aufgrund deren Forschungspotenzials, Innovationsgrad und Originalität. B Rückfragen und Kontakt: Mag. Alfred Strauch Mediensprecher StRin Mag.a Veronica Kaup-Hasler Tel.: +43 1 4000 81169 alfred.strauch@wien.gv.at B Hedy Lamarr wird auch von der B&C Privatstiftung als InspiraDER tion für den von ihr vergebenen HOUSKA-PREIS Houska-Preis genannt, der sich als „Österreichs größter privater Preis für anwendungsnahe Forschung“ versteht. Bereits zum 14. Mal soll die mit 500.000 Euro dotierte Auszeichnung 2019 in den Kategorien „Universitäre Forschung“ und „Forschung & Entwicklung in KMU“ vergeben werden. Die Einreichung ist noch bis 30. November 2018 möglich. www.bcholding.at/houskapreis-1

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Im Juni 1941 wird das Patent für das „Secret Communication System“ angemeldet und im August 1942 mit einer Patentnummer bewilligt. Das US-Militär hält die revolutionäre Erfindung jedoch unter Verschluss, das Verfahren kommt erstmals während der Kuba-Krise in den 1960er-Jahren zum Einsatz. Erst zu Beginn der 1980er-Jahre wird die Technologie für die zivile Nutzung freigegeben – und bildet die technische Grundlage für die komplette moderne Mobilfunk-, Bluetooth- und WLANTechnologie. Und erst mit der Realisierung auf digitaler Basis erkennt man die ungeheure Bedeutung von Lamarrs Beitrag. Gedankt wird ihr dafür überhaupt erst in den späten 90er-Jahren, als erste Fachmedien die Verbindung herstellen. Lamarrs knapper Kommentar: „Das wurde auch Zeit.“ Auf die Feststellung, ihr Patent sei der Zeit um Jahre voraus gewesen, erklärt sie: „Das bin ich immer.“

ner, freundlicher und temperamentvoller Mann, der eigens für die Preisverleihung nach Österreich gereist ist. In seiner Rede synthetisiert er zwei Jahrhunderte: „Meine Mutter wäre tief bewegt zu sehen, dass ihr in ihrer Heimat in erster Linie als Erfinderin gedacht wird. Sie wäre glücklich zu wissen, dass unter ihrer Patronanz eine neue Generation von erfolgreichen österreichischen Wissenschaftlerinnen heranwächst.“ Der Sohn der Ikone hat noch einen wichtigen Wunsch: „Gutenberg hat eine Statue in Wien, weil er die Verbreitung von Worten als Buch möglich gemacht hat. Warum hat meine Mutter keine? Sie hat es möglich gemacht, das digitale Wort zu verbreiten!“

Es soll Hedy Lamarrs letzter Wille gewesen sein, dass ihre Asche im Wienerwald verstreut wird. Nach ihrem Tod am 19. Jänner 2000 in Florida sorgt Anthony Loder, ihr Sohn aus dritter Ehe, gemeinsam mit seiner Schwester Deedee im Grüngebiet „Am Himmel“ für die Erfüllung dieses WunFILM-TIPP sches. Die Szene wird Teil von „Calling Hedy Lamarr“, B Nach „Calling Hedy Lamarr“ (2004) einer Dokumentation des erscheint 2017 unter österreichischen Filmemadem Titel „Geniale chers Georg Misch über die Göttin“ ein weiterer „Göttin der Leinwand“, Film, der dieses Jahr die dreifache Mutter, die auch in den österreiemanzipierte Frau, die chischen Kinos lief und bahnbrechende Erfinderin mittlerweile auch auf – und über das gescheiterDVD erhältlich ist. Weil te Genie. Lamarr nie öffentlich

DIE TÖCHTER Am 4. 10. 2018 wird erstmals der Hedy-Lamarr-Preis vergeben, der Österreicherinnen auszeichnet, die wie die Namensgeberin die digitale Welt von morgen prägen. Damit wird die Bedeutung von Frauen in der IT hervorgehoben, die mit ihrer Geschichte als Vorbilder dienen. Im Vorfeld nominiert sind Francesca Finotello (33), die in der Bioinformatik auf dem Gebiet Genome Sequencing bzw. Grundlagen von Lungenkarzinomtherapien arbeitet – ein sehr aktuelles Thema mit hohem Potenzial für die Zukunft –, sowie Andrea Salfinger (33), die über „Situation awareness in crisis situations“ forscht und die „wissenschaftlich jüngste“ Kandidation ist, und die Salzburger Forscherin Verena Fuchsberger-Staufer (35), die in ihrer Arbeit „re:tangent – Remote Tangible Engagements“ die Chancen und Risiken der Verschmelzung von Mensch und Maschine untersucht. Alle drei verfügen über eine sehr gute Publikationslage.

Anthony Loder ist ein großgewachse-

Die Jury entscheidet sich für Verena Fuchsberger-Staufer, die für „ihre außergewöhnlichen Leistungen auf dem Gebiet der Informationstechnologie“ ausgezeichnet

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über ihr Leben als Wissenschaftlerin gesprochen hat, beziehen sich Regisseurin Alexandra Dean und Produzent Adam Haggiag dabei auf vier Kassetten, auf denen Hedy ihr unbekanntes Leben dokumentierte.

Immerhin: Zu Ehren von Hedy Lamarr wird in Österreich, Deutschland und der Schweiz der „Tag der Erfinder“ an ihrem Geburtstag – dem 9. November – gefeiert.

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FOTOS: POLYFILM, MARTIN MURER

Hedy-LamarrPreisträgerin 2018: MMag. Dr. Verena Fuchsberger-Staufer

wird. „Sie arbeitet aktiv an der Entwicklung von neuen Methoden, die vielfältige Anwendungen in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens finden können“, lautet die Begründung. Fuchsberger-Staufers Spezialgebiet im Spannungsfeld zwischen der Informatik und den Sozialwissenschaften ist die Human-Computer-Interaction (HCI) oder MenschComputer-Interaktion, noch genauer: die Tangible Interaction. Dabei werden neben Erkenntnissen der Informatik auch solche aus Psychologie – vor allem Medienpsychologie-, Arbeitswissenschaft, Kognitionswissenschaft, Ergonomie, Soziologie und Design herangezogen. Der Bereich wurde von Stuart K. Card, Allen Newell und Thomas P. Moran in ihrem Buch „The Psychology of Human-Computer Interaction“ (1983) popularisiert. Die erste bekannte Verwendung von „HCI“ ist aus dem Jahr 1975 bekannt; der Begriff bedeutet, dass im Gegensatz zu anderen Tools mit nur begrenzten Verwendungen (z. B. Hammer) ein Computer viele Verwendungen hat und Human-Computer-Interaction als offener Dialog zwischen Benutzer und Computer stattfindet. Fuchsberger-Staufer versucht herauszufinden, wie Menschen verschiedene physikalische Artefakte empfinden, um daraus entsprechende Strategien für die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine abzuleiten. Potenzielle Anwendungsgebiete reichen von Virtual Reality bis zu Digital Humanities. Durch die zunehmende Digitalisierung erwarten uns in der nahen Zukunft gerade in diesen Bereichen große Herausforderungen, meint die Jury: „Fuchsberger-Staufer schafft es, den Spagat zwischen Grundlagenfor-

schung und der konkreten potenziellen Anwendung sehr beeindruckend darzulegen. Sie ist in ihrer Community sehr aktiv, sie kommuniziert ihre Forschungsergebnisse aktiv und für den Laien gut verständlich – und sie ist ein Role Model für junge Mädchen!“ Verena Fuchsberger-Staufer kann den ersten Hedy-Lamarr-Preis nicht persönlich entgegennehmen, weil sie nur Stunden vor der Verleihung Mutter eines Mädchens wird. „Leider kann ich heute nicht bei Ihnen sein, weil sich eine junge Dame dazwischendrängte“, äußert sie sich in einer Videobotschaft. Sie habe sich besonders gefreut, weil die Auszeichnung einen konkreten gemeinsamen Nenner mit ihrer Arbeit hat: Sichtbarmachung. Ob die weitere Geschichte des Hedy-LamarrPreises ähnlich turbulent wird? Eine solche „Pressgeburt“ wie 2018 soll es nicht mehr werden, gleich nach der Preisvergabe wurde mit der Evaluierung für 2019 begonnen. Die Stadt Wien ist dem FWF naturgemäß sehr dankbar, die Sache soll jedenfalls künftig entspannter ablaufen. Die Möglichkeit, sich dafür aktiv zu bewerben, steht im Raum, ist aber ebenfalls noch nicht fix. Es bleibt also spannend rund um Hedy Lamarrs Töchter!

Auf die Feststellung, ihr Patent sei der Zeit um Jahre voraus gewesen, erklärt Hedy Lamarr: „Das bin ich immer.“ conomy 81

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Schönes für Geist, Körper und Seele

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DIE NEUEN ZIGARRENCLUBS Wo Frauen die Köpfe zusammenstecken, geht es stets auch um persönliches Wachstum. FASHIONISTA DIARIES Bunte, schrille Tartans. Echtschmuck aus dem 3D-Drucker. Match mit Mesh: ein Sportmode-Stoff erobert die Prêt-à-porter-Laufstege. Der Strümpfe-Knigge für alle Fälle. SAUBERER ZUSAMMENHALT. Die neuen, fein duftenden Seifen. SANTÉ. Genusstipps von Ursula Vybiral, Erfinderin der easy-eating-Methode. SO EIN THEATER. Kulturtipps der Saison von Karin Cerny. DAS BESTE KOMMT ZUM SCHLUSS Auf ein Glas Champagner mit der Unternehmerin Katharina Wolf.

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Salon

Achtung, Herrschaften: Frauen spinnen ihr Netzwerk anders als ihre männlichen Kollegen. Statt auf die Karriereleiter konzentrieren sie sich (auch) auf das persönliche Wachstum. Und das alles fernab TEXT: NICOLE SPILKER von Cognac und Cohibas.

eulich beim Networking: Ein Job wird vermittelt, ein lichter Altbau ohne Makler angeboten, das beste Knödelrezept verraten – und ein Name fürs kurz vor der Ankunft stehende Baby gefunden (bitte eine kurz-lange Doppelnamen-Kombi, die man auf Deutsch, Spanisch, Englisch und Französisch gleich ausspricht). Alles innerhalb einer halben Stunde. Alles außerhalb eines kirschholzvertäfelten Hinterzimmers. Networking funktioniert bei Frauen längst nicht mehr nach den verstaubten Regeln der „Old Boys Clubs“, in denen die sozialen Eliten – also Männer mittleren bis fortgeschrittenen Alters – in eigener Sache antichambrieren. Beim oben beschriebenen Netzwerk handelt es sich um die 2015 von der Juristin Ulrike Lackner-Stauchner gegründete Facebook-Gruppe „Wiener Wunderweiber“. Diese bricht ganz bewusst mit der Tradition der Eliteschulweisheit „It’s not what you know, it’s who you know“ – die WWWs setzen auf das breitgefächerte Wissen ihrer rund 9000 Mitglieder, die Google ernsthaft Konkurrenz machen können. Die Aufnahmekriterien der Gruppe sind niederschwellig: Frauen jeden Alters, jeder Herkunft und sozialen Schicht dürfen mitmachen. Was sie

eint: Sie wollen einander im virtuellen Raum das Leben erleichtern. Einziger Wermutstropfen: Momentan herrscht ein Aufnahmestopp, da die Fülle an täglichen Beiträgen nicht mehr überschaubar und die Erhaltung ihrer Qualität – neben Lackner-Stauchner gibt es nur eine weitere Administratorin – kaum möglich wäre. Wobei die Initiatorin kaum zur Einhaltung der Netiquette mahnen muss. Vielleicht ist ja auch das typisch weiblich. Nicht selten wird von den Wunderweibern ausdrücklich selbst gelobt, dass der sonst im Social-Media-Bereich oft stark vermisste gegenseitige Respekt hier selbstverständlich ist. Das Posten parteipolitischer Inhalte oder notorischer Reizthemen (Kinderimpfung!) wird dennoch präventiv unterbunden. Man lernt ja aus seinen Fehlern. Die Gruppe versteht sich als Netzwerk von wohlwollenden Wiener Frauen, die alle vor denselben Herausforderungen stehen: Beruf, Familie, Freizeit und Privatleben erfolgreich unter einen Hut zu bringen. „Wiener Wunderweiber“ ist ein virtueller Ort der Frauensolidarität. Rege werden Tipps aus dem Genuss- und Kulturbereich geteilt oder heilsame Empathie vermittelt, wenn ein WWW von der Teenagertochter fast in den Wahnsinn getrieben wird. Und sollte ein Mitglied irgendwo im Ausland festsitzen – es gibt definitiv ein Wunderweib, das bei einer Fluglinie arbeitet und helfen kann.

NETWORKING WO UND WANN IMMER! Der entscheidende Vorteil gegenüber dem althergebrachten MännerStammtisch ist jedoch die örtliche und zeitliche Ungebundenheit der Wunderweiber. Steht die Internetleitung, kann in Minutenschnelle das weibliche Schwarmwissen angezapft werden. So ist es auch frisch gebackenen Müttern oder Frauen mit herausfordernden Arbeitszeiten möglich, an der Gemeinschaft zu partizipieren. Aber auch Business-Networking kommt bei den WWWs nicht zu kurz, denn die Gruppe soll dezidiert eine Plattform für selbstständige Frauen mit kreativen Geschäftsideen sein – und das nicht nur im virtuellen Raum. So findet einmal im Jahr der sogenannte „Wunderweiber Pop Up Market“ statt, bei dem Mitglieder die Möglichkeit haben, ihre Produkte – von der Kosmetik oder Schmuck über das neue Buch bis hin zur puren Geschäftsidee – vorzustellen. Zudem gibt es regelmäßige Treffen der Wunderweiber in der Echtwelt. STREBERHAFT ODER ERSTREBENSWERT? Den Sinn von beruflichem oder privatem Networking muss man heutzutage niemandem mehr erklären. Erst recht nicht den von weiblichen Netzwerken. Es gilt: Zusammen ist man weniger alleine. Gegenseitiges Empowerment ist das Stichwort. Überhaupt war es

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Die neuen Netzwerke brechen bewusst mit der Tradition der Eliteschulweisheit „It’s not what you know, it’s who you know“.

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FRAUEN NETZWERKE B Wiener Wunderweiber

noch nie ein Fehler, andere kluge und erfolgreiche Frauen kennenzulernen. Trotzdem haftet dem Thema immer noch ein fader, irgendwie streberhafter Beigeschmack an. Planmäßig die Karriere vorantreiben? An seelenlosen Orten mit gezwungenen Seilschaften Prosecco trinken? Visitenkarten verteilen? RÜSTWERK GEGEN STAMMTISCH-BULLSHIT Zum Glück geht es eben auch anders. Dass Frauen-Networking eine durchaus unverkrampfte und auch lustige Sache sein kann, beweist der 2014 in Wien gegründet Verein „Sorority“. Er zählt mittlerweile mehr als 600 ordentliche Mitglieder und rund 3000 Unterstützerinnen und Unterstützer aus den Bereichen Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik, Technik, Medien und Wirt-

schaft. „Wir imitieren Männerbünde absichtlich ironisch und meinen, dass Frauen lange genug überhört oder stumm gehalten worden sind“, erklärt Stephanie Bondi, Vorstand des Businessnetzwerks. Auch der Name – Englisch für Studentinnenverbindung – versteht sich als Persiflage auf konservative Verbindungen. Der Klub mit der kecken Hutträgerin im Logo dient dem informellen Austausch vor allem im Bereich des Erwerbsarbeitsmarkts. Auch damit verbundene Themen wie Frauenarmut, Väterkarenz, Mehrfachdiskriminierungen oder sozioökonomische Abhängigkeiten werden im Verein verhandelt. Aber: Lädt die Sorority zu einer ihrer monatlichen Veranstaltungen, ist die Stimmung trotz ernsthafter Themen

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Niederschwelliges (Inter-) Netzwerk mit SofortWirkung. www.facebook.com B Sorority & Motherboard Unabhängige Plattform zur Vernetzung und beruflichen Förderung von Frauen in Österreich. www.sorority.at B FC Gloria – Frauen Vernetzung Film Frauen aus den verschiedensten Bereichen der Filmbranche. www.fc-gloria.at B Frauennetzwerk Medien Überparteilicher Verein für Journalistinnen und Frauen in Medienberufen. www.frauennetzwerk.at B Queer Business Women Netzwerk lesbischer Frauen rund um die Arbeitswelt. www.qbw.at

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super, die Atmosphäre gelöst und die Dichte an jungen Hipstern nicht gerade gering. Übrigens sind bei den meisten Veranstaltungen auch Männer erwünscht – ein Zeichen dafür, wie undogmatisch die Schwesternschaft aufgebaut ist. Ihre branchenübergreifenden Workshops und Skills-Trainings werden bewusst kostengünstig angeboten, weil der Sorority Niederschwelligkeit wichtig ist. Die Kurse reichen von Social-Media-Marketing über Stimm- und Sprechtrainings bis hin zum Workshop, bei dem Strategien zur Gehaltsverhandlung aufgezeigt werden. Das Format „Nom Nom“ versteht sich als Lebenslauf-Training, bei dem mit Expertinnen und Experten aus Führungsetagen gearbeitet wird – ganz gemütlich bei Speis und Trank. Eines dieser Sorority-Angebote – ein Argumentationstraining gegen Stammtischparolen – stand zuletzt auch Pate für das Buch „No More Bullshit – Das Handbuch gegen sexistische Stammtischweisheiten“ (siehe Kasten). „Es überrascht die Leute immer wieder, wenn man erzählt, dass man regelmäßig mit 50 Frauen einen netten, interessanten Abend ohne Drama erlebt“, so Bondi. RAUS AUS DER BLASE Was Sorority wie auch die Wiener Wunderweiber so erfolgreich macht, ist ein bewusstes community crossing. Oder, wie das früher einmal hieß: der Blick über den Tellerrand. Wo alle Altersstufen, soziale Schichten, Herkünfte, Bildungsgrade und Charaktere ungefiltert aufeinandertreffen, verlässt man die eigene Blase zwangsläufig. Das heißt freilich nicht, dass reine Branchennetzwerke ihre Relevanz verlieren. Im Verein „FC Gloria“ etwa engagieren sich Frauen aus den verschiedensten Bereichen der österreichischen Filmbranche. Seit dem Jahr 2010 setzen sie sich erfolgreich für Geschlechtergerechtigkeit im heimischen Filmgeschäft ein. Ihre Vision: Gleich viele Frauen wie Männer machen Filme und haben dafür gleich hohe Budgets zur Verfügung. Im „Frauennetzwerk Medien“ wiederum verbünden sich Journalistinnen und Frauen in Medienberufen, um gläserne Decken, Männerseilschaften und Sexismus in den Medien anzuprangern. Auch der Wiedereinstieg

nach Karenzzeiten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gehören zu den wesentlichen Diskussionsthemen. Netzwerken erfordert Frauensolidarität, ein Wort, das bei manchen Männern (und auch einigen Damen) Gänsehaut auslöst. „Es geht dabei aber nicht um bedrohliche Blutsschwesternschaft, sondern darum, zu erkennen, wann und wo wir aufgrund unseres Geschlechts im selben Boot sitzen, und darum, strukturelle Ungerechtigkeiten zu bekämpfen“, erklärt der Vorstand des Frauennetzwerks, zu dem auch bekannte Medienfrauen wie Münire Inam und Elfriede Hammerl zählen. PRIVATES VERBINDET Netzwerke lassen sich aber auch vom Privatleben aus knüpfen: Die „Queer Business Women“ sind ein Netzwerk lesbischer Frauen aus allen Berufsbereichen. Ziel der QBW ist die gegenseitige fachliche, persönliche und wirtschaftliche Förderung – quer durch alle Disziplinen. Aber auch nach außen wollen die QBW ein Statement setzen und lesbische Lebensformen in der Arbeitswelt sichtbarer machen und deren Akzeptanz erhöhen. Individuelle Ziele zu verwirklichen und Kinderbetreuung sowie Gleichberechtigung zu jonglieren, ist das verbindende Element bei der Initiative „Motherboard“. Namentlich angelehnt an das Herzstück des Computers, ohne das gar nichts geht, wird hier zu Vernetzungstreffen für Frauen, die Arbeit und Familie schupfen, und solche, die sich in der Schwangerschaft auf die neue Lebenssituation vorbereiten wollen, eingeladen. Gekonntes Netzwerken ist sicher hilfreich für die Karriere. Geradezu unverzichtbar jedoch ist es für das persönliche Wachstum. Darum Frauen, netzwerkt weiter – mit Männern und auch ohne! Verbündet euch, tauscht euch aus und tragt euch gegenseitig – und sei es auch nur auf eine Zigarette in die nächste Raucherecke. PS: Bei der Recherche dieses Textes erfolgte natürlich auch eine Umfrage unter Wiener Wunderweibern. Das Ergebnis nach nur wenigen Stunden: Über 40 Antworten zu ebenso vielen Frauennetzwerken aus den unterschiedlichsten Bereichen.

STAMMTISCHWITZ? PAROLI BIETEN! B

„Das soll jetzt nicht sexistisch rüberkommen, aber …“, „Ich weiß gar nicht, was ich noch sagen darf!“ oder „Biologisch gesehen haben Frauen und Männer eben unterschiedliche Kompetenzen!“ – wer vor lauter Augenrollen auf diese Stereotypen schon keine Antworten mehr findet, findet

nun Unterstützung in gedruckter Form. „No More Bullshit: Das Handbuch gegen sexistische Stammtischweisheiten“ liefert knackige Repliken auf die gängigsten Stehsätze. Und zwar in Form von: Fakten! Das Frauennetzwerk Sorority hat es sich mit der Veranstaltungsreihe „No More Bullshit!“ zur Aufgabe gemacht, altbekannten Killerphrasen etwas entgegenzusetzen. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen, verschiedenen BranchenExpertinnen und Künstlerinnen hat die Schwesternschaft schlagkräftige Argumente herausgearbeitet und in einem schlauen Kompendium herausgebracht. Sorority: „No More Bullshit: Das Handbuch gegen sexistische Stammtischweisheiten“, Kremayr & Scheriau, 176 Seiten, 9,90 €

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MUSTERGÜLTIG Leo-, Camouflageund Tartanstoffe gehen bei Michael Kors eine überraschend harmonische Liaison ein. www.michaelkors.com

WOHL BEHÜTET Karo-Hut mit Netz-Detail von Michael Kors Collection, um 795 €, www.michaelkors.com

MODERN HIGHLANDER Eklektischer KaroMix von Versace. www.versace.com

Alles K(l)aro? Trends kommen, Trends gehen. Beim Karo-Look ist das ein bisschen anders. Als typischer Darling der Modewelt verschwindet er eigentlich niemals ganz vom Radar. So omnipräsent und quietschbunt wie in dieser Saison war das Parademuster allerdings schon lange nicht mehr. Egal ob in Paris, Mailand oder New York: Gewagte Tartan-Kreationen zogen bei den internationalen Fashion Weeks alle Blicke auf sich. Karo – ein Stoff, der in diesem Winter offenbar niemanden kaltlässt.

VON: THERESE AIGNER

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OVERSIZE Doppelreihiger Mantel aus Wolle von Miu Miu, um 2.900 €, www.net-a-porter.com

WILDE NOSTALGIE Karierter RetroAnzug von Dior. www.dior.com

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FASHION KILT Schottenrock mit Lederbesatz von Versace, um 1.690 €, www.net-a-porter.com

BUSINESS UNUSUAL Büro-Beinkleid für Mutige: die TartanHose von Escada Sport, um 349 €, www.escada.com

BEGLEITPROGRAMM Damenaktentasche „Burgtheater“ mit Zipp, von R.Horn’s, um 675 €, www.rhorns.com

SCHRITTMACHER Hallie Tartan Pumps von Michael Kors Collection, um 575 €, www.michaelkors.com

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Object of Desire

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Toller Ausdruck

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VON: NICOLE SPILKER Was wird man eigentlich mit einem abgeschlossenen Architekturstudium, einem Master in „Emerging Technologies“ und einer hohen Affinität zu Mathematik? Im Fall von Marie Boltenstern keine Frage: Schmuck-Architektin. Die 29-Jährige ist nicht nur die Tochter vom Wiener Goldschmied Sven Boltenstern, der sich mit seiner Haute Joaillerie in den vergangenen Jahrzehnten international einen Namen gemacht hat, sondern auch Expertin für computergesteuerte Designmethoden – und Pionierin für Echtschmuck aus dem 3DDrucker. Ihr Talent nahm auch schon Kristall-Gigant Swarovski in Anspruch: 2016 krönte ein Design der Schmuckdesignerin die Debütantinnen des Opernballs. Wer sich für die kreativ-technologischen Entstehungsprozesse der Boltenstern-Kollektion interessiert, kann im jüngst eröffneten Pop-up-Store in der Wiener Innenstadt Einblicke gewinnen. www.boltenstern.com

GESCHMEIDIGES NETZWERK 2016 zierten Krönchen von Marie Boltenstern die Opernball-Debütantinnen. Ihre Ohrringe „Rosalie“ haben wir der jungen Gloria von Thurn und Taxis angehängt.

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Salon REIZENDE IDEE Tüll-Oberteil mit Cut-outs und Schleifen von Simone Rocha, um 515 €, www.net-a-porter.com

AMBITIONIERTE NETZWERKER Dolce & Gabbana interprentierten den aktuellen Hype um Netzstoffe mit der für sie typischen Grandezza – als exzentrischen Mix aus sportlichem Streetwear-Look und Bling-Bling-Katholizismus. www.dolcegabbana.com

ALWAYS ATHLEISURE Base-Bomberjacke aus schwarzem Stretch-Mesh von Koral, um 186 €, www. net-a-porter.com

Total vernetzt! Egal ob bei Schuhen, Kleidung oder Accessoires – modische Kreationen in Netz-Optik sind momentan allgegenwärtig. Schuld daran ist vor allem der ungebrochene Hype um den Athleisure-Look und mit ihm ein Material namens „Mesh“. Das spezielle Netzgewebe kommt eigentlich aus der klassischen Sportbekleidungsindustrie und wurde dort dank seiner Elastizität und Luftdurchlässigkeit primär als Futterstoff eingesetzt. Inzwischen spielt es aber bei so manchem Prêt-à-porter-Look die Hauptrolle. Fazit: Designerinnen lassen uns eben gerne in ihrem Netz zappeln!

VON: THERESE AIGNER

LOGO MANIA Netz-Minikleid von Gucci, mit Leder Makramee des klassischen GG-Logos aus den 70er-Jahren, um 3.500 €, www.gucci.com

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SPITZEN LEISTUNG Pumps von Stella McCartney, um 595 €, www.stellamccartney.com

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GUTER FANG Makramee-Beuteltasche von Staud, um 350€, www.net-a-porter.com

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Lucky Legs GRAFISCH „Art Nouveau Rhomb“ von Palmers zaubert ein Jugendstil-Muster aufs Bein. 19,99 €, www. palmers-shop.com

ÜBERIRDISCH Transparente Strumpfhose mit Sternenzelt von Hudson. 14 €, www.hudsonshop.com

Beinfreiheit existiert bestenfalls in der Business-Klasse. Denn in manchen Branchen ist selbst bei warmen Temperaturen das Tragen einer Strumpfhose ein Muss. Was man zum Thema Bein-Netzwerk noch beachten sollte, erklärt Birgit Kaufmann-Rehm, Head of Design beim Vorarlberger Textilhersteller Wolford.

VON: NICOLE SPILKER

LUXUSBEINE Mit Shaping-Effekt: Die Cashmere Collection von ITEM m6. 99 €, www.item-m6.com

ELASTISCH Die Job Description von Strumpfhosendesignerin Birgit Kaufmann-Rehm ist vor allem eines: dehnbar.

KLEINER STRUMPF-KNIGGE.

WABEN FÜR WADEN Winterliche Netzstrumphose „Beeswax“ von Falke. 36 €, www.falke.com

SOMMERVARIANTE Leichte Netzstrumpfhose „Soft Whisper Tights“ von Wolford. 35 €, www.wolford.com

B Das blanke Bein im Geschäftsleben – immer noch ein No-Go? In manchen Branchen ist es das tatsächlich. Aber auch im Sommer können Strümpfe oder Söckchen zu einem klassischen Businessoutfit je nach Farb- und Musterwahl tolle Eyecatcher sein. Eine subtile Art, auch im strengeren Büroumfeld seinem Charakter Ausdruck zu verleihen. B Ein Tipp für hohe Temperaturen? Dann sind Netzstrümpfe für mich die ideale Wahl, die es in vielen Variationen und Farben gibt. Auch ultradünne Strumpfhosen sind toll, dank ihrer geringen Denier-Anzahl merkt die Trägerin gar nichts von ihnen. Kommenden Sommer bringen wir wieder Anti-Slip-Tights mit 8DEN auf den Markt, die sind besonders angenehm in offenen Schuhen, da sie ein Rutschen im Schuh verhindern. B Wie werden Laufmaschen vermieden? Bitte die richtige Größe der Strumpfhose wählen. Zu kleine Strumpfhosen reißen schnell. Außerdem sollte beim Anziehen kein Schmuck getragen werden. Und Strumpfhosen immer im Wäschesack und nie zu heiß waschen. B Und zu guter Letzt: glänzend oder matt? Ich bevorzuge immer leicht glänzende Strumpfhosen. Das lässt das Bein gleich viel frischer und eleganter wirken.

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NORDISCH „Cranberry & Wacholder“Hand- & Körperseife vom Organic-SkincareProfi MÁDARA. 6,95 €, www.madaracosmetics.de

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Netzwerkregel Nr. 1: Eine Hand wäscht die andere! Wer hat’s erfunden? Nein, nicht die Schweizer Banken. Sondern der berühmte römische Denker und Dichter Seneca. Der schrieb bereits vor über 2000 Jahren „Manus manum lavat“. Und verschriftlichte damit erstmals die wichtigste Regel beim Networking, nämlich das Prinzip des wechselseitigen Geben-und-Nehmens. Für Menschen die ebenfalls einen guten Riecher haben, hat SHEconomy dieses Bouqet aus duftenden Seifen zusammengestellt.

VON: NICOLE SPILKER

STATT BLUMEN Die „Red Roses Soap“ der britischen Parfümspezialistin Jo Malone duftet wie ein üppiger Strauß Rosen. 16 €, www.jomalone.eu

SÜSSER SCHAUM Mit extra viel Kakaobutter für weiche Haut: Die handgemachte „Chocolat“ von Wiener Seife. 11,50 €, www.wienerseife.at

WALDBADEN Die flüssige Zirbenseife von Tiroler Reine beruhigt und sorgt für Harmonie.9,80 €, www.tirolerreine.at

FRÜHLING IN FORM Die Duftseife „Fleurs de Cerisier“ von L’Occitane ist mit Kirschblütenextrakt angereichert. 6,50 €, www.loccitane.com

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’ Sante!

Genuss ohne Reue

Essen hat mit Lust und Leidenschaft zu tun, doch wer sich nicht um die Konsequenzen kümmert, wird bald von ihnen überrollt. Wie es gelingt, die kleinen Sünden beizubehalten und trotzdem schlank zu bleiben, verrät die Ernährungsexpertin und Erfinderin der „easy eating“-Methode, Ursula Vybiral.

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Ist Alkohol verboten, wenn ich abnehmen möchte? Nein – ABER wir müssen auf die Menge achten, Frauen noch mehr als Männer! Entscheiden Sie sich auch eher für Wein, wenn möglich gespritzt, zumindest trinken Sie viel Wasser dazu. Gegen Sekt, Champagner, Weiß-, Rotwein in Maßen ist also nichts einzuwenden – gönnen wir uns ein bis zwei Gläser Weißwein zu einem außergewöhnlichen Essen. Harte Alkoholika sollten eher vermieden werden. Achten wir auf die Menge, denn Alkohol beeinträchtigt den Fettstoffwechsel. In der Zeit, in der unser Körper damit beschäftigt ist, den Alkohol abzubauen, wird Fett im Fettgewebe abgelegt, zusätzlich wird durch die Ausschüttung von Insulin der Fettabbau gehemmt und das bei zwei Gläsern Wein bis zu vier Stunden, in denen der Körper kein Fett abbauen kann. Ein Mengen-Limit könnte so aussehen: Zum Beispiel unter der Woche gar keinen Alkohol trinken und am Wochenende moderat. Oder jeden Tag ein Glas zum Abendessen. In diesem Sinne: Selbst wenn Sie sich gerade in einer Abnehmphase befinden – lassen Sie sich Ihr Glas Wein gut schmecken.

KALTE ENTE – ein vergessen geglaubter Cocktail wieder voll im Trend Im 18. Jahrhundert hat der letzte Erzbischof und Kurfürst von Trier dieses Getränk erfunden. Er wünschte nach einem Gastmahl auf der Terrasse des Koblenzer Schlosses anstelle des üblichen Mokkas ein ‚kaltes Ende‘ und über die Jahrhunderte wurde daraus ‚Die kalte Ente‘.

Zutaten für einen Cocktail für mehrere Personen B 1 unbehandelte Biozitrone, B etwas Zucker B 1 Flasche trockener Weißwein B 1 Flasche trockener Sekt B Frische Blätter von Zitronenmelisse und Minze B Die Zitrone waschen und in einem Stück schälen, B anschließend pressen und mit 1 EL Zucker vermischen, B Wein und Sekt mit dem Zitronen-Zucker in eine schöne Karaffe füllen, B mit den Melisse- und Minzblättchen garnieren. B Fertig ist die Kalte Ente (auch für Vegetarier geeignet).

Zur Person Ursula Vybiral ist Ernährungs-Profi & Genussmensch. Ihr Credo: Abnehmen funktioniert nur mit Essen! www.easyeating.at

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FOTO: TANJA HOFER

Ist Alkohol verboten, wenn ich abnehmen möchte? Ich sage: nein! Verabschieden wir uns doch endlich von Verboten, Verzicht und Zwängen, nehmen wir das Leben doch alle insgesamt leichter. Auch wenn man den Anspruch hat, sich gesund ernähren, vielleicht sogar abnehmen zu wollen, eignet sich eher eine Ernährungsumstellung als eine Diät. Denn eine Diät – auch wenn sie effektiv sein mag und ein paar unserer Kilos schmelzen lässt – ist nur von kurzfristigem Erfolg gekrönt. Eine Ernährungsumstellung aber bedeutet das Erlernen einer neuen Ernährungsweise. Daher darf es auf der „Langstrecke“ auch Alkohol geben. Wichtig ist, dass wir den Alkoholkonsum limitieren. Keine von uns kann und sollte einfach drauflostrinken. Alkohol ist und bleibt ein Suchtmittel, es liegt mir fern, ihn zu bagatellisieren. Alkohol ist aber auch in unserem Kulturkreis ein unverzichtbares Genussmittel.

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EXKLUSIVE WELLNESS OASE IM HERZEN VON WIEN

DIE ASIATEN SAGEN: „Gesundheit ist unser Exklusiv für Sheconomy wertvollstes Gut.“„Diesem Leitsatz hat sich Leserinnen und Leser EXKLUSIVE WELLNESS OASE IMund HERZEN VON WIEN EXKLUSIVE WELLNESS OASE IMverschrieben HERZEN VON WIEN Suvanapum eröffnete gibt es bis 31.12.2018 ein kürzlich im Herzen von Wien eine Oase des Kennenlernangebot von -15% Wohlbefindens und der Regeneration, um auf alle Anwendungen und auch seinen Gästen eine Auszeit vom Alltag und auf Gutscheine, die als ideales Linderung der Stresssymptome zu ermöglichen. Weihnachtsgeschenk verwendet werden können. EGAL, OB ZWISCHENDURCH ein kurzes Stress und die damit verbundenen

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VON KARIN CERNY

VORHANG

Futuristischer Stachel

Sie war die erste Modemacherin, die 2010 den 3D-Drucker anwarf, um Kleider zu erschaffen, die wie aus Science-Fiction-Filmen aussehen. Seitdem gilt die Niederländerin Iris van Herpen als Vordenkerin der Fashionwelt. Sie verbindet Handwerk mit neuesten Wissenschaftserkenntnissen, um Haute Couture zu kreieren, die Menschen staunen lässt. Ultraschallschweißen, magnetisierte Fasern, Silikone, die sich wie eine zweite Haut anfühlen: Jede ihrer Kollektionen ist eine neue Recherche. Sie hat sogar dem Kernforschungszentrum CERN einen Besuch abgestattet. Wenn sie nicht gerade für Stars wie Björk oder Lady Gaga exzentrische Red-CarpetDresses entwirft, geht sie ihrer ersten Leidenschaft nach: Sie wollte ursprünglich Tänzerin werden. Für die deutsche Choreografin Sasha Waltz hat sie die Kostüme entworfen. Das 14-köpfige Ensemble ist in „Kreatur“ – einem Stück über Gemeinschaft und Isolation, Nähe und Gewalt – in filigrane Drahthüllen gepackt, in Gewänder, bei denen bedrohliche Stacheln abstehen. Zu sehen ist diese außergewöhnliche Kooperation im Festspielhaus St. Pölten am 8. Dezember. Aus Wien gibt es einen Shuttlebus.

AUF!

Fremd geblieben Medea gilt als eine der großen mysteriösen Außenseiterfiguren der Dramenliteratur: Eine Frau, die aus Liebe zu ihrem Mann die Heimat verlässt, aber in seiner Familie nie akzeptiert wird. In größter Verzweiflung tötet sie ihre gemeinsamen Kinder. Im Burgtheater hat der australische Shootingstar Simon Stone nun eine neue Fassung gebastelt. Seine intensiven Theaterabende zoomen historische Stücke ganz nah an uns heran: Aus Medea wird bei ihm eine Pharmazeutin, die gerade einen Aufenthalt in der Psychiatrie hinter sich hat. Ihr Mann hat inzwischen eine Affäre mit der jungen Tochter seines Chefs begonnen. Premiere ist am 26. Dezember im Burgtheater.

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Zeichensprache

WA FOTOS: SEABSTIAN BOLESCH, REINHARD WERNER, ANNETTE KELM, VERSUCHSANSTALT FÜR WASSERBAU UND SCHIFFBAU, BERLIN/COURTESY ANNETTE KELM UND KÖNIG GALERIE, BERLIN, ZOOT WOMAN/JON FURLEY

S IN DEN

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DOPPELBÖDIGE BILDER Auf den ersten Blick wirken die Fotografien der Annette Kelm wie moderne Stillleben, eine sachliche Darstellung von realen Objekten. Aber schaut man genauer, dann findet man irritierende Details, surreale Verfremdungen, rätselhafte Andeutungen. Die Wiener Kunsthalle widmet der Wahrnehmungsforscherin ab 14. Dezember eine Einzelschau.

Frauen bauen

Denise Scott Brown, 1931 geboren, gilt als bedeutende Vertreterin der postmodernen Architektur. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Robert Venturi hat sie das neue Bauen maßgeblich mitgeprägt – und ist trotzdem viel zu wenig bekannt. Das Wiener Architekturzentrum würdigt die Grande Dame der Postmoderne nun in einer Schau, die bis zum 18. 3. zu sehen sein wird.

Klangkorper

GRENZENLOS

Oft werden Kunstzeitschriften selbst zu Kunstwerken. Unabhängig von kommerziellen Magazinen oder Galerien sind sie Orte, an denen feministische Experimente möglich sind. Plattformen, um mit gleich gesinnten Künstlerinnen relevante Themen zu diskutieren. Im Museum der Moderne in Salzburg ist ab 30. November die Schau „Kunst, die keine Grenzen kennt“ zu sehen, die eine Zeitschrift aus den 1960erJahren unter die Lupe nimmt.

ELEKTRONIKHELDEN

REISE INS UNGLÜCK Es kommt selten vor, dass in der Oper aktuelle Tagespolitik verhandelt wird. Die Wiener Staatsoper hat dem heimischen Komponisten Johannes Maria Staud einen Stückauftrag erteilt. In Zusammenarbeit mit dem Autor und Lyriker Durs Grünbein ist die Oper „Die Weiden“ entstanden (Uraufführung ist am 8. Dezember). Im Zentrum der Handlung steht ein junges, frisch verliebtes Paar, das sich auf eine Flussreise begibt, auf eine Expedition mitten in das Herz Europas. Der Abend wird immer düsterer, der Rechtsruck eines zerrissenen Kontinents geht an den beiden nicht spurlos vorüber. In der weiblichen Hauptrolle ist Rachel Frenkel zu hören, die bereits bei den Salzburger Festspielen zu Gast war.

Zoot Woman waren die Helden der 1990er-Jahre, bittersüßer Pop, der mit dem unterkühlten Pathos der Eighties spielte. Die Engländer sind berühmt für ihre melancholischen Pop-Alben, die wunderbar tanzbar sind. Gemeinsam mit Kylie Minogue haben sie die Elektro-NoiseBallade „Still Feels Like The First Time“ aufgenommen. Am 14. Jänner gibt sich die Band endlich wieder mal ein Stelldichein in Wien – und zwar im Fluc am Praterstern.

Perfekte Töne

Ihre souveräne Verbindung von technischer Perfektion und individueller Interpretation wird in höchsten Tönen gelobt: Die russische Sopranistin Julia Lezhneva, 1989 geboren, studierte in Moskau. Kritiker zeigten sich schon früh angetan von der jungen Sängerin, die mit traumwandlerischer Sicherheit den Dirigenten durch schwierige Koloraturketten folgte. Ihr internationaler Durchbruch gelang ihr 2010 bei der Salzburger Musikwoche unter Marc Minkowski. Im Wiener Konzerthaus kann man das Ausnahmetalent am 14. Jänner live hören. Sie wird unter anderem Lieder von Haydn, Mozart, Schubert und Rachmaninoff singen. conomy 97

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Salon

AUF

EIN

GLAS CHAMPAGNER

MIT

Katharina Wolf

Gemeinsam mit ihrem Bruder betreibt sie vom Attersee aus „Kate & Kon“ – eines der führenden Fine-Wine- und Fancy-Food-Unternehmen im deutschsprachigen Raum: Katharina Wolf über die Gnade, mit Kunst aufgewachsen zu sein, und die Vorteile von Frauennetzwerken.

VON: NICOLE SPILKER Sie stammen aus einer kunstaffinen Familie, die Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen in ihrem Haus am Attersee zusammengebracht hat. Hilft Ihnen diese Offenheit anderen Menschen gegenüber auch in Ihrem Beruf? Natürlich!

Man muss ja ein besonderer Menschenfreund sein, wenn man mit ihnen arbeitet und etwas verkaufen möchte. Wir haben immer viele Gäste zu Hause gehabt, das ist auch jedem zu empfehlen, der im teils sehr nebligen Salzkammergut lebt. Es hebt die Laune. (lacht) Wie sind Sie sonst vernetzt?

Generell ist das Netzwerken im Handel etwas schwieriger, weil man ja auch in Konkurrenz steht und es sich um einen Verdrängungsmarkt handelt. Außer-

dem ist unsere Branche sehr männerdominiert. Würden Sie sich ein weibliches Netzwerk wünschen? Ja,

grundsätzlich ist ein Austausch starker, erfolgreicher oder aufstrebender Frauen sehr interessant. Ein schönes Beispiel ist der Ladies Lunch von Sabine Eichbauer im legendären Restaurant Tantris in München: Da wird zweieinhalb Stunden über Business und Gott und die Welt geredet! Das Gleiche gilt für die Sixt Damen-Wiesn: Die Frauen sind da, um erst Fotos – danach, Kontakte zu machen. Das Netzwerk, welches auf solchen Events entsteht, ist enorm. Ich glaube, Frauen sind da wesentlich effektiver und direkter, wenn es um den Austausch geht.

Was ist Ihr Impact bei solchen Runden, was bringen Sie mit – außer dem guten Champagner?

(lacht) Das ist gar nicht der Punkt, ich gehe nie mit einem bestimmten Vorsatz auf solche Veranstaltungen. Man weiß ja auch nie, wen man dort trifft: jemand, der kulturell etwas mitbringt, vielleicht aber auch eine potenzielle Kundin – offen reingehen in das Geschnatter … Wie sähe Ihr perfektes Netzwerk für Österreich aus? Es ist nicht so

schwer: Verschiedene Altersklassen, verschiedenen Berufsfelder, verschiedene Interessen. Und alle müssen auf eine Ebene gebracht werden, egal ob prominent oder nicht. Denn schließlich sind ja alle dazu angetreten, sich auszutauschen, da sollte es keine Bevorzugung geben.

FOTO: PETER M. MAYR | VIELEN DANK DEM SACHER ECK IM HOTEL SACHER WIEN FÜR DIE ZURVERFÜGUNGSTELLUNG DER LOCATION.

Auf das Leben! Katharina Wolf brachte einen feinen Champagner von Bollinger zum Gespräch mit Nicole Spilker mit.

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FOTO: PETER M. MAYR | VIELEN DANK DEM SACHER ECK IM HOTEL SACHER WIEN FÜR DIE ZURVERFÜGUNGSTELLUNG DER LOCATION.

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