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VISION VALDERRAMA

CLUBS NATIONAL

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Golfclub München-Riedhof e. V. Der Vorzeigeclub im Münchner Süden feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Wie die Unzufriedenheit einer Handvoll Golfer zur Gründung einer der angesehensten Golfanlagen Deutschlands führte. Grandiose Ausblicke auf die Alpen: Das 12. Grün im Riedhof

Von Marcus Brunnthaler

Der höchste Punkt im Golfclub München-Riedhof e. V.: Panorama-Blick auf Fairway und Grün von Loch 6 . . .

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. . . dahinter das „Signature Hole“ des Clubs, Loch 13 (Par 4)

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twas Besonderes, ja Einmaliges zu schaffen, das war die Idee der Gründerväter des Golfclubs MünchenRiedhof e. V., als sie Mitte der 80er-Jahre beschlossen, ein eigenes Golfprojekt auf die Beine zu stellen. Vorausgegangen war die Unzufriedenheit einiger Mitglieder eines anderen Clubs, unter anderem über die dortige Spielsituation. Der dringende Wunsch, dies zu ändern, führte schließlich zu der fixen Idee, einen „eigenen“ Golfclub zu gründen.   Gesagt, getan: Beauftragt mit der Suche nach einem geeigneten Areal für das Projekt im Münchner Süden sowie mit dem späteren Design und Bau des Platzes wurde Dieter von Restorff, der sich damals bereits zusammen mit dem Ex-Langer-Ausbilder und späteren Präsidenten der PGA of Germany (u. a. 1994 -’99), Heinz Fehring, intensiv mit der Umsetzung von Golfplatzprojekten beschäftigte. Hinzu stieß Dr. Wolfgang Scheuer, der in seiner Tätigkeit als Jurist die rechtlichen Angelegenheiten übernahm. Dr. Scheuer, ab 1982 Schatzmeister, später Vizepräsident und von 1994 bis 2010 Präsident des Deutschen Golf Verbands und heutiger Ehrenpräsident des Deutschen sowie Bayerischen Golfverbands, war es auch, der als qualitatives wie serviceorientiertes Vorbild den Ryder Cup-Austragungsort 1997, Valderrama, Spanien, im Sinn hatte. Nicht ohne Grund: Er selbst war Mitglied in Valderrama und ihm schwebte am Riedhof die Umsetzung eines „deutschen Valderramas“ vor, mit allem, was dazugehörte.    Gemeinsam ging man also auf die Suche nach einem geeigneten Gelände, darunter neben Fehring und von Restorff auch die Pro-ette Elke Junge, heute nach wie vor am Riedhof tätig.  E

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CLUBS NATIONAL Saftige Wiesen, dichte Wälder: Blick auf das 12. Fairway vom Grün aus, hinten die Fahne von Grün 11

Heinz Fehring schlug in seiner Funktion als erster Präsident des Golfclubs München-Riedhof e. V. den „Goldenen Ball“ und sorgte damit gleich unfreiwillig für großes Staunen, gefolgt von ausgelassenem Jubel und wohlwollendem Gelächter unter den Anwesenden: Der Ball platzte im Treffmoment, was nur eine der zahlreichen wie unvergessenen Geschichten sein sollte, die im Riedhof im Laufe der nächsten zweieinhalb Jahrzehnte geschrieben werden sollten.

Wasserhindernisse stellen den Golfer vor zusätzliche Herausforderungen: Hier das 18. Grün zu Füßen des Clubhauses (r.)

  Fündig wurden die Visionäre im Juni 1988 auf der Anlage der ehemaligen Bullenzucht „Riedhof“. Das Gelände, die Topografie und die Infrastruktur schienen perfekt geeignet: Mitten im bayerischen Alpenvorland gelegen, mit traumhaften Ausblicken, saftigen Wiesen und üppigen Wäldern. Mehr als genügend Platz für einen anspruchsvollen 18Loch-Championship Course war hier vorhanden und – last but not least – das Gelände lag nur eine halbe Stunde südlich der bayerischen Landeshauptstadt, in der beschaulichen Gemeinde Egling. Aufbruchstimmung. Am 12. Juni 1988 war es schließlich soweit: Der Golfclub MünchenRiedhof e. V. wurde gegründet. Neben Fehring, von Restorff und Dr. Scheuer komplettierten Prof. Dr. Wolfgang Reitzle, Dr. Gerhard Heldmann, Peter Steinebronn und Neil Giarratana den Kreis der Sieben, die für die Gründung des Clubs als eingetragener Verein erforder-

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lich waren. Erster Geschäftsführer der bereits zuvor, 1987, gegründeten „Golf Riedhof GmbH & Co. Träger- und Betriebs KG“ wurde Klaus Maul.   Schnell stand auch die Aufgabenverteilung fest: Dr. Scheuer übernahm die rechtlichen Angelegenheiten und schrieb die erste Satzung des Clubs sowie die „Club Rules“. Von Restorff und Fehring

waren mit dem Design und Bau des Platzes beauftragt, Heidi Munkert übernahm die finanziellen Angelegenheiten. Von Beginn an wurde Peter Shaw als Head-Greenkeeper verpflichtet und direkt in die Bauphase miteinbezogen. Er leitet auch heute noch erfolgreich die Greenkeeping-Geschicke am Riedhof. Mit Hilfe des Beirats wurde das Clubhaus

The „Road to Riedhof“: Gesäumt von alteingewachsenem Baumbestand

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geplant und noch rechtzeitig vor Gründung des Vereins fertiggestellt.   Alles in allem erwies sich der Riedhof als wahres Megaprojekt mit Beispielcharakter, wenngleich aber auch hier nicht alles von Beginn an rund lief: So eröffnete Elke Junge 1990 die „Heinz Fehring Golfschule“ am Riedhof zwar nach Plan, musste allerdings zunächst auf eine provisorische Driving Range auf der Wiese neben dem Fairway von Loch 6 ausweichen. Der Grund: Das Gras auf der „richtigen“ Driving Range, direkt unterhalb des Clubhauses, wollte nicht schnell genug wachsen. Das Starterhaus war zu dem Zeitpunkt eine „größere Holzkiste“, und dann rutschte auch noch das Fairway von Loch 5 ab, musste aufwendig in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden.   Aber man ließ sich nicht unterkriegen und wurde schließlich für die Mühen belohnt: Am 1. April 1992 fand das erste „Angolfen“ statt,

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Privatclub-Charakter. Von der ursprünglichen Vision Dr. Scheuers, den Golfclub München-Riedhof als „deutsches Valderrama“ zu konzipieren, ließ sich einiges, wenngleich auch nicht alles, umsetzen. Auf die zunächst geplanten Caddies musste beispielsweise verzichtet werden, ein Umstand, dem er selbst nicht unbedingt nachtrauert. Dafür hat eine der „Club Rules“, die Dr. Scheuer seinerzeit aus Valderrama mitgebracht hatte, ganz zu seiner Freude nach wie vor Bestand: An Loch eins (Par 4) wird erst abgeschlagen, wenn der vorausspielende Flight das Grün verlassen hat, wodurch ein stressfreier Rundenbeginn garantiert werden soll.   Auch gibt es im Golfclub München-Riedhof – außer bei Turnieren – nach wie vor nur eingeschränkt Startzeiten: An Wochenenden und Feiertagen wird nur jede zweite Startzeit als solche vergeben, um den Mitgliedern jederzeit uneingeschränkte Spielmöglichkeit zu garantieren. Denn das Mitglied steht im Riedhof ganz im Mittelpunkt. Wer spielen möchte, der kommt einfach und lässt seinen Ball in die Spirale an Loch 1 rollen, ganz nach alter Manier.   Gäste sind natürlich herzlich willkommen, dürfen aber, nach vorheriger, telefonischer Anmeldung, nur von Montag bis Freitag spielen. An Wochenenden und Feiertagen ebenfalls nur eingeschränkt: in Begleitung eines Mitglieds, aller-

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dings dann auch nur mit Startzeiten bis 10 Uhr und dann wieder ab 14 Uhr. Dazwischen sind die Tee-Times ausschließlich den Mitgliedern vorbehalten.    Eine weitere Einschränkung zugunsten der Mitglieder sieht vor, dass Gäste nur insgesamt fünfmal pro Jahr auf Greenfee-Basis spielen dürfen, davon ausgenommen sind jedoch Runden in Begleitung von Mitgliedern sowie alle offenen Turniere. Womit sich auch für Gäste letztlich doch ausgiebig Gelegenheit bietet, im Riedhof zu spielen: Von den 43 Turnieren, die beispielsweise 2014 auf dem Kalender stehen, sind immerhin 27 für Gäste uneingeschränkt geöffnet. Höchstes Qualitätsniveau. Seit jeher pflegt der Riedhof sein Image als Nobel-Club im Alpenpanorama-verwöhnten Münchner Süden. Ein Image, das in Folge der limitierten Mitgliederzahl von 550, vor allem aber wegen der „Qualität“ der Mitglieder, nicht von ungefähr kommt: Üppig Prominenz aus Wirtschaft, Sport und Medien ist im Riedhof golferisch beheimatet. Da kommt es nicht von ungefähr, dass auch entsprechend klangvolle Firmen wie BMW, die José Carreras Leukämie-Stiftung, der Lions Club oder Mercedes-Benz hier Turniere veranstalten.    Die hohe Qualität am Riedhof zieht sich aber nicht nur durch die Reihen der Mitglieder und Veranstaltungen, sondern spiegelt sich auch in einem enormen Service-Niveau wider: Zu den zahlreichen E

„Morgendämmerung“ am Riedhof: Loch 14

Das letzte von insgesamt vier Par 5s im Golfclub München-Riedhof: Loch 16

Blick vom Clubhaus: Vorne Abschlag 16, dahinter die Fahne des 18. Grüns

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CLUBS NATIONAL Beste Trainingsmöglichkeiten: Driving Range mit Ballpyramiden

Signature Hole des 27 Loch Das Clubhaus: Die ehemalige Designer Course: Das Inselgrün der C7 Bullenzucht „Riedhof“

Gut sortiert: Der Pro-Shop

Großzügig: Die Umkleideräumlichkeiten

Top: 550 Caddy-Spinde für 550 Mitglieder

Bei jedem Wetter: Indoor-Training

exklusiven Serviceleistungen für Mitglieder zählen neben eigener Caddy-Box, Schuh- und Schlägerputz-Service auch die Kinderbetreuung im clubeigenen Kindergarten. Auf der Driving Range wird mit „richtigen Bällen“ aus dem Premiumsegment trainiert, diese sind dabei stets hübsch als Pyramiden aufdrapiert.    Last but not least der Golfplatz als Herzstück der Qualitäts-Idylle am Riedhof: Als Heinz Fehring den Job des Golfplatz-Architekten übernahm, hatte er die klare Vision und Verantwortung, den Platz schonend in die vorgegebene Natur einzubetten. Dass ihm dies nachhaltig gelang, beweist die Tatsache, dass heute am Riedhof – neben zahlreichen Tieren und seltenen Pflanzen – allein 33 Vogelarten beheimatet sind. Darüber hinaus gibt es eine Partnerschaft mit einem Imker, der an Loch 4 Bienen angesiedelt hat. Als der Renner unter den Mitgliedern gilt seitdem der sogenannte „Blüten- und Waldhonig von der 4“. Nicht umsonst wurde der Riedhof zuletzt 2013 erneut vom DGV-Projekt „Golf & Natur“ mit dem Zertifikat in Gold ausgezeichnet.    Der Par 72 Course mit einer Gesamtlänge von den weißen

Herrliches Anwesen in typisch bayerischem Stil: Das Clubhaus

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Tees von 6.178 Metern (gelb: 5.873 Meter) erstreckt sich auf einer teilweise bewaldeten Fläche von rund 60 Hektar und schöpft dabei alle Facetten der vorgegebenen Topografie voll aus. Zahlreiche Wasserhindernisse bringen zusätzliche Herausforderung ins Spiel. Bei schönem Wetter belohnen traumhafte Ausblicke auf die Alpen den Golfer auf den höhergelegenen Löchern, nicht zuletzt am „Signature Hole“, der 13.   Nach der Runde lädt das pompöse Clubhaus bzw. die Terrasse zum Drink oder einer Stärkung aus der Speisekarte des Restaurants ein. Professionelle Hilfe bei der Verbesserung des eigenen Spiels findet man beim Golfakademie-Team unter der Leitung von Head-Pro Christian Moculescu, seines Zeichens auch Stützpunkttrainer des Bayerischen Golfverbands. Dabei steht neben der Driving Range auch eine Indoor-Trainingseinrichtung zur Verfügung. Gearbeitet wird mit modernsten Analysesystemen wie FlightScope, VideoScope und Sam PuttLab. Frischer Wind. Seit Herbst 2013 führt der ehemalige Tour-Pro Kariem Baraka, zuvor fünf Jahre als Turnierdirektor für Langer Sport Marketing und der Pro Golf Tour tätig, als neuer Geschäftsführer die Geschicke der Golf-Riedhof GmbH.   Mit dem neuen Mann am Ruder, bietet der Golfclub München-Riedhof zum 25-jährigen Jubiläum attraktive Mitgliedschaftsangebote an: So erhalten die ersten 25 neuen Mitglieder, die sich 2014 für eine ordentliche Mitgliedschaft entscheiden, attraktive Sonderkonditionen.    Darüber hinaus gibt es eine neu eingeführte „Schnuppermitgliedschaft“, in deren Rahmen die Möglichkeit geboten wird, den Club und seine außergewöhnlichen Serviceleistungen für eine Saison ausgiebig unter die Lupe zu nehmen und auf Herz und Nieren zu testen.

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Lichtdurchflutet: Das großzügig dimensionierte Club-Restaurant Neuer Geschäftsführer seit Herbst 2013: Kariem Baraka

INFO

GC MÜNCHEN-RIEDHOF Golfclub MünchenRiedhof e.V. Riedhof 16 D-82544 Egling Präsident: Dr. Dieter Frank Greenfee: 1 100,– (Mo. – Fr.) Vor 10 Uhr: 1 80,– (Mo. – Fr.) Mit Mitglied: 1 70,– Tel.: +49(0)8171/2195-0 Fax: +49(0)8171/2195-11 E-Mail: info@riedhof.de Internet: www.riedhof.de GOLF TIME 3 -2014  www.golftime.de

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