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Fühle deine Stadt. Wiesbaden.

November 2017 Nr. 58

ÖPNV: VISION EMISSIONSFREI ROTE OASE INFOLADEN TÜRKEN I N W I E S B A D E N S T U D I S P E C I A L W H I S KYC LU B B U M M E LT E C H N O


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Editorial „(…) Man kann lange widersprechen, doch wenn man keine bessere Geschichte erzählen kann, wird man verlieren.“ (Nils Minkmar in seinem Essay „Unterforderung macht depressiv“, Der Spiegel 39/2017) Wir leben in einer Stadt mit Er­ stickungsgefahr, liebe sensor-Leserinnen und Leser. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie viel Strecke Sie in der Wiesbadener Innen­ stadt zu Fuß, auf dem Fahrrad, mit Kinderwagen, auf dem Skateboard – also irgendwie ohne Sie umgebendes Blech – zurücklegen können, ohne auf Autoverkehr zu stoßen? Ich kann Ih­ nen, als jemand, der so gut wie alle innerstädtischen Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, sagen: Die Strecken sind verdammt kurz. Und ich muss Ihnen sagen: Es macht was mit mir. Es nervt mich. Es stresst mich. Es stört mich. Es ist laut. Es stinkt. Es ist hässlich. Und: Es ist lebensgefähr­ lich! Ich meine jetzt nicht die Gefahr, unter die Räder zu kommen, obwohl diese in Wiesbaden auch gegeben ist. Tragische Fälle belegen das. Ich meine die Lebensgefahr auf lange Sicht, die schleichende Lebensgefahr, die von der Wiesbadener Innenstadt ausgeht. Die Lebensgefahr aus der Luft.

Die Autos, die unsere Stadt verstop­ fen, produzieren nicht nur ein (zwei­ felhaftes) Selbstwertgefühl bei man­ chen, die drin sitzen. Sie produzieren auch Abgase. Also Gifte! Und wir at­ men sie ein, während wir durch die Kur(!)stadt spazieren, radeln, skaten. Oder auch nur, wenn wir im trauten Heim die Fenster öffnen. Was also tun? An Autofahrer appel­ lieren, vielleicht mal wenigstens ein wenig ans Umdenken zu denken? Er­ scheint aussichtslos, siehe oben (Stich­ wort Selbstwertgefühl). Auf Fahrver­ bote warten, die demnächst tatsäch­ lich – per Gerichtsentscheid – kommen könnten? Ungewiss. Und auch irgend­ wie blöd. Versuchen, mit Fakten zu überzeugen? Interessiert meistens nur die, die sie sowieso schon kennen. Ge­ schichten erzählen? Das ist es! Ich rede nicht von Märchen. Ich rede von Ge­ schichten – in dem Sinne, wie sie der in Wiesbaden lebende Spiegel-Jour­ nalist Nils Minkmar fordert. Zugege­ ben, sein Zitat oben habe ich ein we­ nig aus dem Zusammenhang gerissen. Ihm geht es um die Rettung Europas. Die Grundidee gilt aber auch für die Rettung unserer Luft und damit die Rettung unseres Lebens. Wenn wir das nicht retten, bringt uns ein möglicher­ weise gerettetes Europa: nichts! Zurück zum Verkehr. Wir müssen auch hier Geschichten erzählen. Und Bilder produzieren: „Bilder der Zu­ kunft“, das hat der nachhaltig en­

gagierte Wiesbadener Agenturchef Michael Volkmer schon vor einer Weile erkannt. Es müssen Geschich­ ten und Bilder sein, die den Wiesba­ denern Lust machen auf das anders denken und im besten Falle auf das anders handeln. Wenn wir uns vor­ stellen können, dass eine andere Mo­ bilität möglich ist und diese uns eben nichts wegnimmt, sondern im Ge­ genteil ganz viel gibt, dann sind wir auch, platt gesagt, dafür. Die Stadt Wiesbaden schickt sich nun an, Ge­ schichten zu erzählen vom emissi­ onsfreien ÖPNV. Wenn diese sich nicht als Märchen herausstellen, son­ dern Bilder produzieren, die überzeu­ gen, dann könnten wir „gewinnen“. Luft, Lebensqualität, Freude, Gesund­ heit und – malen Sie sich das mal aus – vielleicht sogar, nach gut 65 Jahren Pause, eine Straßenbahn. Die hieße dann allerdings, gewöhnen Sie schon mal an diese Geschichte, CityBahn. Dirk Fellinghauer sensor-Atemloser PS: Erzählen Sie doch auch mal! Ihre „Wie sieht die Zukunft Wiesbadens aus?“-Geschichte zum Beispiel. Das können Sie am 10. November um 17 Uhr im Rathaus, bei der Vorstellung und Diskussion des „Konzeptes zur Stadtentwicklung 2030“. Rund um Zukunftsthemen wie Wohnen, Le­ ben, Arbeiten und – Fortbewegen!

Editorial / Inhalt

Impressum VRM GmbH & Co KG Handelsregister: Amtsgericht Mainz HR A 535 phG: VRM Verwaltungs-GmbH Handelsregister: Amtsgericht Mainz HR B 325 Geschäftsführer: Hans Georg Schnücker (Sprecher), Dr. Jörn W. Röper, Erich-Dombrowski-Straße 2, 55127 Mainz (zugleich ladungsfähige Anschrift der V.i.S.d.P.) Wirtschaftliche Beteiligung i. S. § 9 Absatz 4 LMG Rheinland-Pfalz: VRM Holding GmbH & Co. KG, Mainz (94%) und Dr. Hans-Peter Bach, Darmstadt (6%). Objektleitung (Redaktions- & Anzeigenleitung) Dirk Fellinghauer (Verantwortlich i.S.d.P.) Langgasse 21 – 65183 Wiesbaden Tel: 0611/355 5268 Fax: 0611/355 5243 www.sensor-wiesbaden.de hallo@sensor-wiesbaden.de Layout/Satz Thorsten Ullrich, www.175lpi.de Titelbild Steffen Kraft, http://iconeo.de/ Mitarbeiter dieser Ausgabe Text Anja Baumgart-Pietsch, Holger Carstensen, Laura Ehlenberger, Jan Gorbauch, Hendrik Jung, Nadine Kuhnigk, Dorothea Rector, Falk Sinß, André Werner, Tamara Winter Foto/Illustration Laura Ehlenberger, Marc „King Low“ Hegemann, Simon Hegenberg, Andreas Hornoff, Arne Landwehr, Frank Meißner, Kai Pelka, Jan Pieper, Christof Rickert, Samira Schulz, Axel Schmidt, Tim Voigt, Stadtarchiv Wiesbaden, Veranstalter- und Herstellerfotos, Repro / ISDN Team Lektorat Hildegard Tischer, www.rbht.de Termine termine@sensor-wiesbaden.de oder wiesbaden-lokales@vrm.de Redaktions- und Anzeigenschluss: 15. des Vormonats Verteilung VRM Logistik GmbH kostenlose Auslage in Wiesbaden | Innenstadt und Vororten an über 1.000 Auslageplätzen | Gesamtauflage 41.000 Exemplare (20.500 Mainz / 20.500 Wiesbaden) Druck VRM Druck GmbH & Co. KG Alexander-Fleming-Ring 2 65428 Rüsselsheim

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Inhalt 6 )))

Frischluft im Kessel – Vision Emissionsfreier ÖPNV

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Kribbeln in der Nerostraße – Das Walhalla-Theater zieht ins Ex-Gestüt

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Smart, effizient und auf den Punkt: Mit der neuen Homepage der ESWE Versorgungs AG sind Sie bei allen relevanten Zukunftsthemen „zuhause“: Ob Smart Home, Elektromobilität oder Energieeffizienz – hier sind Sie Ihrer Zeit voraus. Der Clou: In unserem neuen Kundenportal

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Auf und Zu – Kommen und Gehen in der Gastro- und Geschäftswelt

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Rote Oase: Besuch im linken Infoladen

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Ein Satz mit Herrn X – Grundbildung an der vhs

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Gaaaanz langsam – Bummeltechno erobert die Clubszene Kultmusiker erstmals auf Tour: Exklusivinterview mit Yello

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Merhaba in Wiesbaden – Türken in unserer Stadt

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Perlen des Monats & Veranstaltungskalender

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2x5-Interview: Isabelle Acker versprüht positive Energie

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Campus Special

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Gepflegter Genuss: Whisky-Club Rhein-Main

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Geschäft des Monats: Teppich Michel

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Restaurant des Monats: Sufi Persisches Restaurant

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Kleinanzeigen und das Orts-Rätsel

Social Media www.facebook.com/sensor.wi www.twitter.com/sensorWI www.instagram.com/sensor_wiesbaden

sensor Wiesbaden ist Mitglied in der Werbegemeinschaft Wiesbaden wunderbar und Medienpartner von ECHT Wiesbaden und place2help. Wir danken unseren Förderabonnenten Andrea Baermann, Peter Blähser, Michael Brandt, Dennis Centner, Sabine Drotleff, Patrick Ebeling, Fauth & Gundlach GmbH, David Geisberger, Barbara Haase, Talley Hoban, Kerstin Hennig, Andreas & Mirjam Kempers-Handke, Alexander-Kim Hardt, Dr. Julia Kleinhenz, Peter Kabelitz, Kai Klose (MdL), Kochwerkstatt Wiesbaden, Karsten Krämer, Sabine Krug, Frauke Lenz, Sven Moritz, Michaela Reuthe, Dirk Scharhag, Ute Schmidt, Bettina Schreiber, Markus Stein, Kerstin Stephan, SPD-Rathausfraktion, Ticketschmiede GmbH, Jens Uhlherr, Angela Vockel, Erika Wagner, Katrin Walsdorfer, Adriano Werner, Mihaela Zaremba. www. sensor-wiesbaden.de/abo

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Sag bloß!

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DICH. Scholz & Volkmer sucht dich – für ein freiwilliges Praktikum oder ein Pflichtpraktikum in einer der kreativsten Agenturen Deutschlands. Außerdem gibt es für studentische Aushilfen die Möglichkeit zur dauerhaften Mitarbeit. Aktuell bieten wir folgende Stellen an:

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Vorstellung des Konzeptes zur Stadtentwicklung Kommen Sie mit uns ins Gespräch!

10. NOVEMBER 2017 17:00 – 19:00 Uhr Festsaal im Rathaus

Schlossplatz 6 65183 Wiesbaden

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Herausgeber: Landeshauptstadt Wiesbaden, Stadtplanungsamt | Gestaltung: Zebralog

Zoom auf Wiesbaden-Hotspots Videoclips, die Städte vorstellen, können öde und verstaubt rüber­ kommen – oder auch “young and fresh”. So nen­ nen Shaolin Tran und Mo­ ritz Schäfer (Foto: Laura Möbius), die sich über ihr Media Management-Studium an der Hoch­ schule RheinMain kennengelernt ha­ ben, ihr äußerst gelungenes Wies­ baden-Videoporträt. Neun Hotspots unserer Stadt – von Cafés bis Clubs – haben sie knapp und knackig ein­ gefangen. Das gelungene Ergebnis soll vor allem Studis Orientierung geben, ist aber auch für „ältere Se­ mester“ sehenswert und inspirie­ rend – ab sofort auf YouTube, oder auch auf www.sensor-wiesbaden.de zu finden. Von oben betrachtet „Wiesbaden aus der Vogelperspek­ tive“ heißt ein neues Buch von Erika Noack, das jetzt in der Casino-Ge­ sellschaft vorgestellt wurde und die markantesten städtebaulichen Veränderungen der Stadt (hier der Platz der deutschen Einheit) in eindrucksvol­ len Fotografien von oben betrachtet. Es ist ab sofort erhältlich, unter an­ derem im Wiesbadener Kurier-Kun­ dencenter in der Langgasse 23. Neue Stimme für 30.000 Schüler Dominik Schumacher (links) ist neuer Stadtschulsprecher und löst nach der Wahl durch die Vollversammlung des Stadtschülerrats Karim Jawad (rechts) ab. Der 17-jährige Leibniz­ schüler möchte den SSR in Zu­ kunft noch be­ kannter bei den Schülerin­ nen und Schülern machen, die po­ litische Bildung und das Demokra­ tiebewusstsein stärken und bessere Lernbedingungen schaffen. www.ssrwiesbaden.de Wau wau-Auslauf Seit Jahren gibt es Spannungen zwischen den verschiedenen Nut­ zergruppen im Wellritztal. Dies hat dazu geführt, dass zwischen KurtSchumacher Ring und Kirschen­ pfad ein Anleinzwang für Hunde

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Was ist los? Schicken Sie Ihre Neuigkeiten an hallo@ sensor-wiesbaden.de

kämpft mit dem Brett vorm Kopp

ausgesprochen wurde. Um den Hundebesitzern und ihren Lieb­ lingen soziale Kontakte im Freilauf zu ermögli­ chen, wurde jetzt im hinteren Well­ ritztal neben dem Naturschutzhaus der „Hundeauslaufplatz Wellritztal“ eröffnet. Wau! „New Work“-Center Als „eines der modernsten Business Center in der Rhein-Main-Region“ eröffnet am 26. Oktober das First Choice Business Center. Im ehema­ ligen Terrum Tower (Mainzer Straße 75) sind hochwertige Premium-Bü­ ros mit exklusivem Interieur nach aktuellen Erkenntnissen der „New Work“-Ära aus­ gestattet. Unter­ nehmen, Startups und Freibe­ rufler sollen hier die Möglichkeit zum konzentrierte­n Arbeiten sowie zum Austausch und Netzwerken finden. Für die Eröff­ nung können sich Interessenten per E-Mail unter info@firstchoicebc.de anmelden. Weitere Infos unter www. firstchoicebc.de/wiesbaden Staatsmusical-Casting Für die neue Musical-Produktion der Spielzeit 2018/19 (Titel wird noch be­ kanntgegeben, das Foto zeigt die na­ gelneue Erfolgsproduktion „Saturday Night Fever“) sucht das Junge Staats­ musical begabte junge Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren für Hauptrol­ len und Ensemble. Das Casting fin­ det statt am 25. November mit ei­ ner eventuel­ len Fortsetzung am 26. Novem­ ber. Alle Infos, wie das Casting abläuft, finden Interessenten unter www.junges-staatsmusical.de/ueberuns/casting/ Für unschlüssige Inter­ essenten gibt es eine Infoveranstal­ tung am 13. November um 19 Uhr, Treffpunkt Pforte Bühneneingang. Neue sam-Direktorin Die Kunsthistorikerin Viola Philipp (50) wird neue Direktorin des „sam“ Stadtmuseum am Markt. Der bisherige kommissarische Leiter Bernd Blisch kam mit seiner Bewerbung in die End­ runde, hatte aber das Nachsehen. Er will nun offenbar bei der Bürgermeis­ ter-Wahl in Flörsheim antreten.

Kolumne

Falk Fatal

Iris Fuhr-Schmitt, 56 Jahre und Tri Khoa, 10 Jahre Busfahrgäste

Interview & Foto: Laura Ehlenberger Illustration: Marc “King Low” Hegemann

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Die ESWE strebt einen emissionsfreien Busverkehr an – für eine sauberere Stadt. Was halten Sie davon? Fahren Sie oft mit dem Bus? Iris: Das ist gut! Ich nehme so zweimal pro Woche den Bus, er aber auf jeden Fall viel öfter. Tri Khoa: Ich fahre jeden Tag damit. Wie zufrieden sind Sie mit dem ÖPNV in Wiesbaden? Iris: Mich stört die Unpünktlichkeit – nicht nur, dass sie zu spät sind: Teilweise fahren Buse zwei, drei Mi­ nuten zu früh los. Das ist ärgerlich. Tri Khoa: Ich bin zufrieden. Sollten mehr Wiesbadener den Bus nehmen, um den Autoverkehr zu reduzieren? Iris: Dann müsste man das Busfahren attraktiver machen, zum Beispiel günstiger. Und was halten Sie von der „Citybahn“, die in aller Munde ist? Iris: Es besteht nicht wirklich Bedarf. Wiesbaden und Mainz sind durch die Züge gut verbunden.

Der Mensch ist ein seltsames Tier. Wir sind hochentwickelt und so intelli­ gent, dass wir uns die Erde untertan machen konnten. Wir haben das Rad erfunden, sind zum Mond geflogen und können riesige Datenmengen per Funkwellen in Windeseile um den Erdball schicken. Andererseits sind wir unglaublich dumm und laufen mit einem dicken Brett vor dem Kopf durch die Welt. Wir, oder die meis­ ten von uns, wissen zwar, dass un­ ser Lebensstil unsere Lebensgrundla­ gen täglich ein Stück mehr zerstört. Aber wirklich etwas ändern tun wir nicht. Das ist im Großen genauso zu beobachten wie im Kleinen. Obwohl ich weiß, dass die Zigarette, die ich mir eben angezündet habe, die Wahrscheinlichkeit, dass ich an Krebs erkranke, wieder ein bisschen erhöht, ziehe ich den giftigen Rauch trotzdem in die Lungen. Warum ich das ma­ che? Weil ich dumm bin. Und hoffe, dass es irgendwie gutgehen wird. Oder nehmen wir das Thema Sicher­ heit. Das wird heiß diskutiert. Oft vol­ ler Emotion, die häufig den rationa­ len Blick verstellt. Kaum wird ein schlimmes Verbrechen publik, etwa ein Überfall, eine Messerstecherei oder eine Vergewaltigung, werden sie wieder laut, die Rufe nach härte­ ren Strafen. Dann wird über die Ku­ scheljustiz geschimpft und eine Lo­ ckerung des Waffenrechts gefordert. Im Affekt ist das vielleicht verständ­ lich, rational betrachtet verschlim­ mert es die Situation nur. Da braucht es nur einen Blick auf die USA, wo in vielen Bundesstaaten die Todesstrafe noch praktiziert wird und es gleich­ zeitig fast jedem Bürger erlaubt ist, Schusswaffen zu besitzen. Trotzdem (oder genau deshalb) ist die Mord­ rate in den USA deutlich höher als in Deutschland. Dennoch hält sich der Irrglaube, drastische Strafen würden zu mehr Sicherheit führen. Ich wundere mich immer, warum wer­ den solche Forderungen nicht laut, wenn ein Vollidiot den Kaiser-Fried­ rich-Ring als Rennstrecke missbraucht und dabei jemanden tot fährt? Wa­ rum werden solche Forderungen nicht gestellt, wenn ein Unfall verursacht wurde, weil ein Autofahrer mehr mit seinem Handy als dem Straßenver­ kehr beschäftigt war? Jährlich sterben deutlich mehr Menschen im Straßen­ verkehr als durch Gewalttaten. Nicht anders verhält es sich mit der Zahl der

verletzten oder schwer verletzten Per­ sonen. 90 Prozent aller Verkehrsun­ fälle sind menschengemacht. Wer also wirklich mehr Sicherheit will, sollte nicht die Todesstrafe for­ dern, sondern Tempo 30 in Innen­ städten und mehr Blitzer, um Ver­ kehrssünder zu bestrafen. Wem das Wohl seiner Mitmenschen wichtig ist, sollte nicht die Lockerung des Waf­ fenrechts befürworten, sondern ein durchgängiges Tempolimit auf deut­ schen Autobahnen. Aber dafür müss­ ten wir uns weniger von unseren Ge­ fühlen und mehr von unserem Ver­ stand leiten lassen. Das wird leider nicht passieren. Mehr Falk Fatal: http://fatalerror.biz

Rekordstadt Wiesbaden Alles Gute kommt bekannt­ lich von oben. Die Sonne zum Beispiel. Die kann dafür gut sein, das Wasser in unseren eigenen vier Wänden zu erwärmen oder die Heizung zu unterstützen. Aber wo? Das verrät das Solar­ kataster der Landeshauptstadt Wiesbaden. Mit wenigen Klicks erfahren Hausbesitzer, ob die Dachfläche ihres Hauses für eine Solarstromanlage (Photovoltaik) oder einen Sonnenkollektor ge­ eignet ist. Bei seiner Einführung war das Wiesbadener Solar­ kataster das erste seiner Art in Hessen. Das Beispiel hat Schule gemacht: Mittlerweile gibt es ein Solarkataster Hessen, natürlich inklusive Wiesbaden. www.ener­ gieland.hessen.de/solar-kataster (Welche Rekorde kennen Sie? Mail an hallo@sensor-wiesba­ den.de Alle Rekorde unter http:// www.wiesbaden.de/tourismus/ wiesbaden-erleben/rekorde/)

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ÖPNV

((( Noch sorgt vor allem der motorisierte Verkehr für dicke Luft in Wiesbaden. Zumindest der ÖPNV, auf jeden Fall die Busse und in Zukunft vielleicht auch eine „CityBahn“, soll in absehbarer Zeit emissionsfrei durch die Stadt fahren. )))

Frischluft im Kessel Ehrgeizige Vision: Wiesbaden soll Deutschlands erste Stadt mit emissionsfreiem ÖPNV werden. Geplanter Weg: Umstellung auf Elektro- und Brennstoffzellen-Busse. Und Bau einer Citybahn. Letztere ist in der Landeshauptstadt seit Jahrzehnten umstritten. Text: Hendrik Jung, Dirk Fellinghauer Foto: Samira Schulz

Schon 2022 könnte es Wirklichkeit werden, das ganz neue ÖPNV-Gefühl in Wiesbaden. Das Gefühl, in die Stadt hinein und quer durch die Stadt hindurch über Schienen von A nach B gebracht zu werden – also auf jeden Fall von der Theodor-Heuss-Brücke zum Hauptbahnhof, von dort zur Hochschule Rhein­ Main. Und irgendwann sogar noch weiter, bis hinaus nach Taunusstein und Bad Schwalbach. Letztere Idee spielt sehr weit in der Zukunft, die Mainz-Wies­ baden-Connection und der Schienenverkehr innerhalb Wiesbadens scheint realistischer denn je. Die „CityBahn“, darin ist sich eine klare Mehrheit der politisch Verantwortlichen einig, soll kommen. Als wichtigste Säule, neben dem verstärkten Einsatz von Elektrobussen im Stadtverkehr und Brennstoff­ zellenfahrzeugen auf längeren Strecken, der ehrgeizigen Vision „Emissions­ freier ÖPNV in Wiesbaden bis 2022“. Endlich, muss man in Sachen CityBahn sagen. Denn das Projekt, früher sprach man noch von Stadtbahn, beschäf­ tigt Wiesbaden seit mittlerweile zwanzig Jahren. „Lange Jahre war sie wie die Nessi von Wiesbaden. Sie tauchte auf, und genau so schnell wieder ab“, wit­ zelte kürzlich die Frankfurter Neue Presse mit Blick auf die Landeshauptstadt. Die kommenden Monate werden spannend, ja entscheidend, was die Planun­ gen für den möglichen Bau einer CityBahn angeht. Im November soll zu­ nächst das Ergebnis der statischen Untersuchung der Theodor-Heuss-Brücke vorliegen – ein entscheidender Faktor für eine CityBahn, da an dieser Stelle idealerweise der Anschluss an das Schienensystem auf Mainzer Seite erfol­ gen müsste. Bisherige Verlautbarungen deuten darauf hin, dass das Vorha­ ben diesen Test „besteht“. Erneut spannend wird es dann im Dezember, wenn das Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung veröffentlicht wird. Bei die­ ser standardisierten Bewertung für Investitionen in Verkehrswege wird ge­ prüft, ob der „gesamtgesellschaftliche Nutzen“ die voraussichtlichen Kosten übersteigt. Nur dann ist eine Förderung aus Bundesmitteln möglich, die für die geplanten Kosten in Höhe von 305 Millionen Euro allein für die Infra­ struktur der Fahrstrecke eingeplant ist. „Wir erwarten 60 Prozent vom Bund. Was das Land gibt, wissen wir nicht. Es müssen mindestens zehn Prozent sein, sonst fördert der Bund nicht. Wir erhoffen uns 27,5 Prozent“, erläutert Hermann Zemlin, Geschäftsführer bei ESWE Verkehr sowie bei der CityBahn GmbH. Vom Land Hessen erwartet der eloquente Professor außerdem eine Unterstützung bei der Anschaffung der 26 Fahrzeuge, die mit etwa drei Millionen Euro pro Stück veranschlagt wer­ den. Streckenvarianten, bei denen das Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersu­ chung negativ ausfällt, fallen automatisch aus der Planung heraus. Außer­ dem muss nachgewiesen werden, dass sich die Anbindung für die Fahrgäste

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ÖPNV

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Pro und Contra nirgendwo verschlechtert. Anfang kommenden Jahres soll nach dem jetzi­ gen Stand mit der Vorplanung begonnen werden. Bis dahin soll – leicht ver­ zögert, nachdem Mitte Oktober recht plötzlich die Prüfung neuer Strecken­ varianten ins Spiel kam – im Internet bereits die Beteiligung der Bürgerin­ nen und Bürger starten. Nachdem bislang die Strecke entlang der Mainzer Straße als „alternativlos“ galt, erscheint nun eine Variante über Wiesbadens größten Stadtteil Biebrich und über die Biebricher Allee möglich. Fragen und Bedenken – im Grundsatz und im Detail Ein solch gigantisches in die Stadt eingreifendes Projekt wirft naturgemäß viele Fragen auf – ganz grundsätzliche etwa in Richtung der Kosten, ganz konkrete zum Beispiel für Anwohner entlang möglicher Strecken, die sich – und die Verantwortlichen – fragen, was da buchstäblich auf sie zukommen könnte, wenn eine CityBahn vor der Haustür vorbeifährt, stoppt, anfährt. In Foto: Dirk Fellinghauer

Vier Köpfe für ein Emissionsfrei-Halleluja: Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (rechts) Seit‘ an Seit zum Kampagnenstart mit den ESWE Verkehr-Geschäftsführern Hermann Zemlin (2.v.r.), Jörg Gerhard (links) und Frank Gäfgen.

den sozialen Medien tobt schon ein Kampf um Argumente, tatsächliche und vermeintliche, für und gegen das Projekt. Es ist und bleibt ein Thema, das polarisiert. Aufgabe und Herausforderung für Stadt und ESWE Verkehr ist es mehr denn je, alle „mitzunehmen“. Auf Informationsmessen sollen Bürger im kommenden Jahr Gelegenheit haben, sich zu Fragen wie möglichen Hal­ testellen oder der Gestaltung des Gleisbetts zu äußern. „Ab Mitte Dezember soll es eine Internet-Plattform geben, auf der Fragen gestellt und Vorschläge gemacht werden können. Nach den Weihnachtsferien wollen wir dann die Infomessen machen“, berichtet Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Den Geg­ nern einer möglichen CityBahn ist das jedoch zu wenig. BI will nicht über „Wie“, sondern über „Ob“ entscheiden „Das Projekt ist so umfangreich und mit so viel Unwägbarkeiten behaftet, darüber muss auf jeden Fall an der Wahlurne entschieden werden“, findet Andreas Bausinger, Initiator der „Bürgerinitiative Mitbestimmung Citybahn“. Ende August offiziell gegründet, habe die Initiative knapp zwei Monate spä­ ter bereits über gut 130 Mitglieder. Sie wollen nicht nur über das „Wie“, son­ dern vor allem ganz grundsätzlich über das „Ob“ mitentscheiden. Spätestens nach dem im Dezember erwarteten Grundsatzbeschluss wolle man mit dem Sammeln von Unterschriften beginnen. Schließlich seien ähnliche Vorhaben auch andernorts mit den Stimmen der Bevölkerung gestoppt worden, etwa bei der Campusbahn in Aachen oder bei einer geplanten Verlängerung der Stra­ ßenbahn Oberhausens ins benachbarte Essen. In einer Stadt der Größenord­ nung Wiesbadens werden bei einem Bürgerbegehren die Unterschriften von drei Prozent der bei einer Kommunalwahl wahlberechtigten Personen benö­ tigt. Das ist deutlich weniger als noch bei dem gescheiterten Bürgerbegeh­ ren der Befürworter einer Stadtbahn im Jahr 2001. Bei der Kommunalwahl 2016 gab es in Wiesbaden 207.552 Wahlberechtigte, so dass rund 6.500 gül­ tige Unterschriften genügen dürften, um in der Folge des Bürgerbegehrens

Am 7. November um 16 Uhr wird der Verkehrsplaner Martin Arnold im Sitzungssaal des Rathauses erläutern, wie eine Nutzen-Kosten-Untersuchung entsteht. ESWE-Verkehr und die Landeshauptstadt Wiesbaden informieren über das Projekt auf www.citybahn-verbindet.de und über die ­Gesamtvision „Emissionsfreier ÖPNV“ auf www.eswe-verkehr-­ verbindet.de Die Bürgerinitiative Mitbestimmung Citybahn stellt ihre Argu­ mente auf www.bi-citybahn.de dar. Das Bündnis Verkehrswende präsentiert seine Positionen auf https://verkehrswendewiesbaden.wordpress.com.

einen Bürgerentscheid über den Bau einer CityBahn herbeizuführen. „Wenn sich dabei eine Mehrheit dafür ausspricht, ist das für uns okay. Es ist nicht unsere Intention vor das Verfassungsgericht zu ziehen“, erläutert Rechtsan­ walt Stefan Wolter von der Bürgerinitiative. Ihre Kritik an dem Vorhaben reicht von den entstehenden Kosten über die Auswirkungen auf Individualverkehr, Stadtbild und Anwohner bis hin zu der Möglichkeit der zukünftigen Entwicklung und Verbreitung neuer Verkehrs­ modelle wie dem autonomen Fahren. All diese und viele weitere Punkte und Einwände werden auf der städtischen Seite www.citybahn-verbindet.de in der „FAQ“´(„häufig gestellte Fragen“)-Rubrik gestellt – und zu entkräften ver­ sucht. Der Katalog aus bisher 30 Fragen und Antworten zu verschiedenen Themenfeldern soll nach und nach weiter anwachsen. Von den entschiede­ nen Gegnern wird eine mögliche CityBahn vor allem als zu unflexibel emp­ funden. „In der heutigen Zeit auf ein schienengebundenes System zu set­ zen, ist ein Witz“, findet Andreas Bausinger. Schließlich könne man dessen Streckenführung im Gegensatz zu einer Buslinie nicht variieren, wenn etwa durch die Entwicklung eines neuen Wohngebiets sich die Verkehrsströme verändern sollten. (Keine) Alternativen Der 43-jährige bemängelt auch, dass man Alternativen nicht genug geprüft habe. Etwa, wie schnell Busse in Wiesbaden unterwegs sein könnten, wenn ihnen durchgängig eine eigene Spur zur Verfügung stehe, wie das bei einer CityBahn letztlich der Fall wäre. Doch sowohl Wiesbadens Verkehrsdezernent als auch ESWE Verkehr beteuern, dass bei den 2016 erstmals erreichten 55,5 Millionen Fahrgästen pro Jahr und steigender Tendenz die Kapazitätsgrenze des Bussystems erreicht sei. Zudem habe Wiesbaden eine für Großstädte un­ gewöhnlich hohe PKW-Dichte mit 50 Prozent (Darmstadt 37 Prozent, Frank­ furt 35 Prozent). Auch mit Blick auf die Luft- und Lärmbelastung, das regel­ mäßige Überschreiten von Stickstoffdioxid-Grenzwerten und drohende Die­ sel-Fahrverbote müssten Anreize zum Umsteigen geschaffen werden. „In der Spitze sind wir auf verschiedenen Linien im Fünf-Minuten-Takt un­ terwegs. Manchmal noch mit einer Verstärkung dazwischen“, nennt Hermann Zemlin ein entscheidendes Argument für eine CityBahn. Eine solche solle so breit wie möglich angelegt werden, so dass bei der sogenannten Doppeltrak­ tion, bei der zwei Fahrzeuge zusammen unterwegs sind, bis zu 480 Fahr­ gäste transportiert werden könnten. Was dazu führt, dass eine Haltestelle der CityBahn gut 60 Meter lang wäre. Busse sollen auf jeden Fall auch in Zu­ kunft einen wichtigen Part im Wiesbadener ÖPNV spielen, in zunehmendem Maße aber ebenfalls weitgehend ohne Emission von Abgasen und Motor­ lärm. Der Plan von ESWE Verkehr sieht vor, dass bis 2022 von den 260 Bus­ sen, die derzeit im Einsatz sind, 30 aufgrund der CityBahn entfallen könn­ ten. 221 Fahrzeuge sollen in Zukunft mit einem Elektromotor unterwegs sein. Ein Prototyp soll 2018 auf die Strecke gehen, dann jedes Jahr 55 Fahrzeuge ausgetauscht werden. Technologischer Entwicklungssprung „Es wird in den kommenden Jahren einen technologischen Entwicklungs­ sprung geben“, erklärt Hermann Zemlin, warum davon zunächst einmal kür­ zere Strecken betroffen sein dürften. Schließlich schaffe ein Dieselbus in ei­ nem Umlauf 400 Kilometer, ein Modell mit einem Elektromotor derzeit wohl

Meilensteine CityBahn Seit Mai 2017: Vorplanung – ab Mitte Dezember 2017: Bürgerbeteiligung – 2018: Entwurfsplanung unter Ein­ beziehungen der Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern – 2019: Planfeststellungs­ verfahren. (Quelle www.city­ bahn-verbindet.de) Ja, wo fahren Sie denn – wenn die Pläne Wirklichkeit werden sollten –, die Wagen einer neuen CityBahn? Das steht noch in den Sternen. Alternative Streckenverläufe werden geprüft. Weil ganz neu noch eine Variante über Biebrich aufgetaucht ist, wurde die für Oktober vorgesehene Bürgerbeteiligung kurzfristig auf Anfang 2018 verschoben.

nur die Hälfte. Das solle aber keine Qualitätseinbuße für die Fahrgäste mit sich bringen, sondern mache sich nur für das Personal bemerkbar. Finan­ ziell zugesagt ist hier bislang eine Förderung des Landes in Höhe von 40 Prozent der Differenz zu den Anschaffungskosten eines Dieselbusses. Au­ ßerdem sind von Bund oder Land 40 Prozent für die Schaffung der LadeInfrastruktur zu erwarten. Die restlichen zum bisherigen Bestand fehlen­ den Busse sollen auf Brennstoffzellen-Technologie umgestellt werden. Dafür soll im kommenden Jahr eine Wasserstofftankstelle auf dem Betriebsge­ lände von ESWE-Verkehr entstehen, die mit je einer Million Euro von Hes­ sen und Rheinland-Pfalz gefördert wird: Neben den vier von der EU ge­ förderten Wiesbadener Bussen sollen noch einmal genau so viele Mainzer Modelle hier tanken. Die Technologie ist zwar teuer, ermöglicht aber den Einsatz der Fahrzeuge auf langen Strecken. In Zukunft soll außerdem ein integriertes Bezahlsystem über eine Applikation für das Smartphone auch den Wechsel vom ÖPNV auf Leihfahrräder und Car-Sharing ermöglichen. Ein Vorhaben, das auch den Mitgliedern des Bündnis Verkehrswende wich­ tig ist, die sich an den Stationen, an denen der Umstieg erfolgen soll, für trockene Fahrradstellplätze aussprechen. Bündnis liefert zehn Argumente pro CityBahn Vor allem aber machen sich die Mitglieder des Bündnisses für einen Bau der CityBahn stark und haben dazu gerade einen Flyer mit zehn Argu­

menten – und damit gar mehr als die Stadt, die auf der Info-Homepage „6 gute Gründe für die CityBahn“ aufführt – produziert. Darin wird etwa die Effizienz gelobt, weil bei gleichem Personalaufwand mehr Passagiere be­ fördert werden könnten. Außerdem sei der Betrieb wegen seiner geringen Emissionen umweltfreundlich und biete höheren Fahrkomfort. „Entschei­ dend wird sein, wie der ÖPNV die Bevölkerung animiert, ihn zu nutzen. Die Leute fahren nicht mit, nur weil es E-Busse sind“, findet Roswitha Wächter, Sprecherin des Bündnis Verkehrswende. Eine Straßenbahn würde die nö­ tigen Anreize durchaus bieten. So hat Stephan Kyrieleis herausgearbeitet, dass der Bau von Strecken etwa in Bielefeld, München oder Straßburg dazu geführt habe, dass der ÖPNV inzwischen deutlich mehr Fahrgäste zu ver­ zeichnen habe. Aber auch in Frankfurt und Mainz seien die Fahrgastprog­ nosen bei weitem übertroffen worden. „Heute rächt sich, dass wir es nicht 2000 schon gemacht haben. Das sind bald zwanzig verlorene Jahre, und wir hätten heute eine ganz andere Diskussion“, bedauert Andreas Henning, dass frühere Anläufe für eine Stadtbahn gescheitert sind. Dennoch sei zu hoffen, dass die geplante Entwicklung dazu führen werde, dass in Zukunft einmal Verkehrsexperten nach Wiesbaden reisen, um sich Anregungen zu holen. Gründe dafür könnte es, wenn alles läuft wie geplant, allemal ge­ ben. Der Verkehrsdezernent jedenfalls wagt die Prognose: „Wenn der Ansatz weiterhin konsequent verfolgt wird, bin ich mir sicher, dass Wiesbaden im Jahr 2022 Deutschlands erste Stadt mit emissionsfreiem ÖPNV sein wird.“

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Stadtgeschehen

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Gastro- und Geschäftswelt

Auf und zu Kribbeln in der Nerostraße

Kommen und Gehen in der Stadt

Walhalla-Theater bekommt festes Exil-Domizil im Ex-Gestüt

Beim Visionären Frühschoppen im Exil Anfang September in der Skate­ halle äußerten sich die Beteiligten noch vorsichtig optimistisch. Jetzt scheint besiegelt: Der Walhalla e.V. findet ein „Dauer-Exil-Domizil“ in der Nerostraße und bespielt künftig das bisherige Gestüt Renz. „Der Mietver­ trag ist erstellt“, erfuhr sensor von der künstlerischen Leiterin des WalhallaTheaters, Sigrid Skoetz: „Wir eröffnen am 19. Januar“. Kein Geringerer als Kult-Musiker Bernd Begemann soll die neue Spielstätte einweihen. Aber auch für eigene Produktionen gibt es schon Pläne. Mit dem Vermieter Ralph Jerey wurde zunächst ein Vorvertrag bis Ende 2017 unterzeichnet, der ei­ gentliche Mietvertrag soll dann im Ja­ nuar 2018 folgen. Wo bleiben Gutachten und Ausschreibung? Das Thema Walhalla beschäftigt die Stadt seit Monaten. Sowohl die künf­ tige Nutzung des seit Anfang 2017 für jeden Betrieb gesperrten Gebäudes als auch das Schicksal des dort lange be­ heimateten Walhalla e.V. sind Dau­ erthemen. Bei Ersterem ist der Aus­ gang weiter offen – die Zeit läuft, bisher ist weder etwas von den an­ gekündigten Gutachten zu den bau­ lichen Zuständen des Gebäudes noch

zur angekündigten europaweiten Ausschreibung des künftigen Kultur­ betriebs zu vernehmen –, bei Letzte­ rem gibt es nun zumindest eine In­ terimslösung mit viel versprechender Perspektive. Erste öffentliche Auskünfte dazu gab es beim „Visionären Frühschoppen im Exil“ Anfang September in der Skate­ halle der Kreativfabrik. Am Podiums­ tisch nahmen die Walhalla-Betreibe­ rin Sigrid Skoetz und Unternehmer Ralph Jerey – Eigentümer der Immo­ bilie, in der das Gestüt Renz bis zu seiner Schließung beheimatet war – Platz. Erste Ideen und Hoffnungen in Sachen „Walhalla im Gestüt“ kamen im Sommer auf. Im sensor-Interview bestätigte Jerey erstmals die Pläne und stellte klar, das Walhalla passe zu dem geschichtsträchtigen Haus in der Nerostraße. Er bezeichnet das „Thea­ ter im Exil“ als seinen Wunschmieter – Interesse an dem innerstädtisch ge­ legenen Traditionshaus gebe es reich­ lich. Hinter den Kulissen wurde flei­ ßig überlegt, begutachtet, diskutiert, verhandelt. Als „in trockenen Tüchern“ be­ schrieb Ralph Jerey den Status quo – schob aber ein „eigentlich“ nach. Er legte Wert darauf, die gut klingen­ den Nachrichten mit Vorsicht zu ge­ nießen, bevor die Walhalla-im-Ex-

Beim Visionären Frühschoppen in der Kreativfabrik stellte der Hauseigentümer des bisherigen „Gestüt Renz“ sich erstmals der Öffentlichkeit vor. Den Statements von Ralph Jerey (rechts) lauschten Walhalla-Leiterin Sigrid Skoetz und sensor-Chefredakteur Dirk Fellinghauer als Moderator ebenso gespannt wie das Publikum.

„Eine kurze Liste mit Forderungen“ – passender könnte der Titel des neuen Albums von Bernd Begemann kaum sein. Am 19. Januar ist er zum Eröffnungskonzert im Walhalla im Exil angekündigt.

Gestüt-Ampeln nicht endgültig auf „grün“ stünden. Dies scheint nun der Fall zu sein. Der Eigentümer be­ kräftigte, dass er wirklich Lust auf das Walhalla in „seinem“ Haus hat: „Ich habe ein Kribbeln gespürt … und wusste: Das ist es!“. Dem Familienva­ ter – auch seine Frau und seine bei­ den Söhne saßen beim Frühschoppen im Publikum – liegt viel an seiner Stadt. Urbanität und Stadtentwick­ lung seien ihm ein großes Anliegen.

Gestüt ist sehr intim”, sagte sie, „und das gefällt uns, denn die Leute sol­ len sich hier wohlfühlen.” „Ökono­ misch ist es für mich nicht das Sinn­ vollste“, fügte Geschäftsmann Jerey hinzu. Doch das Traditionshaus in der Nerostraße brauche genau das: viel Kultur und Lebendigkeit. Nach der Schlüsselübergabe bleibt genü­ gend Zeit für notwendige Umbauten, aber auch für erste Proben und Vor­ bereitungen des Programms.

„Diese Stadt darf nicht tot sein!“ Die Stadt müsse lebendig sein, gerade für die jungen Menschen: „Diese Stadt darf nicht tot sein!” Ein Walhalla im ehemaligen Gestüt Renz könne zu ei­ ner dringend nötigen Belebung bei­ tragen. Was den immer wieder dis­ kutierten Lärm betrifft, äußerten sich Skoetz und Jerey unbesorgt: „Es wird kein Diskobetrieb.“ Die Walhalla-Be­ treiberin sprach von „Kulturgastro­ nomie“. Und damit könnten auch die Anwohner, mit denen man in inten­ sivem Kontakt und Austausch stehe, gut umgehen. „Das Walhalla-Programm lässt sich hier sehr gut machen“, befand Si­ grid Skoetz. Mit „Musik, Kunst, The­ ater, Performance, Literatur, Film und mehr, mit Gastspielen und Eigenpro­ duktionen“, gab die Kulturschaffende einen Ausblick auf die Bandbreite, die das Publikum nun ab Anfang 2018 in neuer Umgebung, aber den­ noch alter Manier erleben soll. „Das

Kultiger Auftakt mit Bernd Begemann Gleich der erste Aufschlag im neuen Haus verspricht, ein Knaller zu wer­ den. Der unvergleichliche Bernd Be­ gemann ist gebucht, um das erste Walhalla-im-Exil-Konzert am 19. Ja­ nuar 2018 bestreiten – wenige Tage vor der Premiere seines neuen Pro­ gramms in der Elbphilarmonie! Seine Konzerte, die er regelmäßig – irgend­ wann … – schweißgebadet beendet, sind Ereignisse, seine Fangemeinde liebt ihn. Und er liebt das Walhalla. Nach seinen guten Erfahrungen im und mit dem „alten“ Walhalla ließ er sich nicht lange bitten, als Sigrid Skoetz anfragte, ob er das Eröff­ nungskonzert im „neuen“ Walhalla bestreiten wolle. Laura Ehlenberger, Dirk Fellinghauer Foto Laura Ehlenberger

Neuer feiner Grieche in der Alt­ stadt: Kostas Papadopoulos kündigt für November in der Grabenstraße die Eröffnung von „Kavos – köstlich griechisch“ an und verspricht „ein­ fachen Luxus griechischer Weinund Esskultur“. Auf der Dotzheimer Straße, Ecke Werderstraße, hat Familie Sikyürek, die zwei Häuser weiter seit langem den beliebten „sMac Döner“ betreibt, nun „sMac Café“ eröffnet. Täglich von 6 bis 19 Uhr ist geöffnet, Früh­ stück gibt es bis 11 Uhr, bei schönem Wetter auch auf der eigens errichte­ ten Außenterrasse. Mit dem Ange­ bot von Frühstück und Snacks, Kaf­ fee, Tee und Säften, und natürlich der gewohnten Herzlichkeit, erfüllen sie im völlig neu gestalteten ehe­ maligen Gemüseladen einen häufig geäußerten Wunsch ihrer Stamm­ kunden. Wo über viele Jahre der heißeste Sub­ kulturladen der Stadt viele Nächte zum Tag machte, hat sich nun eine Shishabar eingerichtet. „B34“ folgt auf das legendäre „Chopan“. Der 26-jährige Inhaber will täglich von 14 bis 1 Uhr, freitags und samstags bis 3 Uhr, vor allem Studenten in seine etwas andere Shishabar locken – gemütlich und total entspannt soll es zugehen.

„Leib & Seele“ feiert Zweijähriges Das Zweijährige ihres hervorragen­ den Restaurants „Leib & Seele“ im Europaviertel feiert die endlos vor Ideen sprudelnde und stets anste­ ckend gut gelaunte Eva Kleser am 12. November bei der Premiere ih­ res „Winter Wein Marktes“. An vier Sonntagen im Winter – nach dem 12. November auch am 14. Januar, 10. De­ zember, 4. Feb­ ruar – gibt es jeweils von 16 bis 21 Uhr Weine wechseln­ der Winzer aus dem Rheingau und Rhein­ hessen, na­ türlich Köst­ lichkeiten aus der Küche und Livemu­ sik. www.leibundseelewiesbaden.de In der Wellritzstraße hatte die äußerst leckere „Patisserie Merci“ leider kein Glück. Die geräumten Räume füllt nun der syrische Imbiss „Aleppo“, betrieben von zwei Flüchtlingen, die schon in ihrer Heimat Syrien ein Re­ staurant geführt haben und hier ori­

e tt i Mbe i t h c Na 9 ERN LEND SCH PEN P SHO SSEN IE GEN

entalische und syrische Spezialitäten wie Shawarma, Falafel und TabouléSalat anbieten. Vietnamesisches Baguette, Burger aus München „Coming Soon“ verkünden Schilder in der Mauritiusstraße, kommen will demzufolge „An Banh Mi“ und verspricht „fresh fast delicious Street­ food“. „Banh Mi“ sind, kurz gesagt, französi­ sche Ba­ guettes vi­ etnamesi­ scher Art. Kurz ge­ sagt Burger bietet „Hans im Glück“ aus München und kündigt nun an: „Vo­ raussichtlich noch Ende dieses Jahres öffnet das beliebte Bur­ ger-Konzept seine Pforten in Wiesba­ den. An der Wilhelmstraße 52e wird Hessens erster Hans im Glück Burger­ grill seine Gäste verwöhnen.“ „Das Atelier Reinhard Spiegel wurde 1968 in Wiesbaden gegründet, mit dem Ziel, hochwertige grafische Blät­

FREITAG 17. NOVEMBER 2017 17:30 BIS 22:00 UHR

in Wiesbaden Mitte

ter herzustellen und zu verlegen. Das Ziel wurde erreicht“, heißt es auf der Homepage – dem wohl einzigen Zu­ geständnis an moderne Zeiten – des Bildermachers in der Westendstraße. Nach fast fünfzig Jahren gibt der „Heliograf“, der Meister eines wie aus der Zeit gefallenen 150 Jahre alten faszinierenden fotografischen Edel­ druckverfahrens, sein Atelier zum 31. Januar 2018 auf. „Mangelnde Nachfrage“, lautet die lapidare Er­ klärung. Der 73-Jährige macht sich nicht einfach aus dem Staub, son­ dern verabschiedet sich mit Ausstel­ lungen – etwa vom 17. bis 19. No­ vember. www.atelier-spiegel.de Das „Schützenhaus“ im Goldsteintal hat einen neuen Besitzer, aber – noch – keinen neuen Betreiber. Michael Conradi, Gründer der Schuhmarke „Buffalo“, hat das denkmalge­ schützte Fachwerkhaus gekauft und will es erneut einer gastronomischen Nutzung zuführen. Auch künftig soll das „Schützenhaus“ eine Adresse für gutbürgerliche Küche sein. Den pas­ senden Betreiber muss der erklärte Nicht-Gastronom Conradi freilich noch finden. Dirk Fellinghauer Illustration Jan Pieper

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Verein

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Spanien, Film- und Diskussionsabende zu akuten Themen oder Seminare und Workshops, zum Bei­ spiel für mehr Achtsamkeit, stehen auf der Agenda. Jeden Dienstag trifft man sich, um Gebrauchsstü­ cke in der „Offenen Werkstatt“ mit gegenseitiger Hilfe und Expertise zu reparieren – und seit Neus­ tem hat sich nun auch ein Angebot für die Kleins­ ten geformt: Gemeinsam wird gebastelt. Dann gebe es da noch „Akustik im Hof“, das eigentlich gar nicht mehr im Hof stattfindet: „Unsere Konzerte sind wohl am öffentlichkeitswirksamsten“, verrät Micha. „Sie ziehen eine äußerst bunte Mischung an Besuchern an.“ Bezahlt würden die Getränke und Speisen am Konzertabend über freiwillige Spen­ den. „So gibt jeder, was er bereit ist, zu geben“, verrät Rüdi. Auch das sei politisches Statement: ein Ort, der Einkommensschwächeren ein kultu­ relles Angebot stellt.

In der Blücherstraße links Versteckt im Westend liegt der „Infoladen“ – der Treffpunkt für politisch aktive, sozial engagierte und alternativ denkende Menschen. Es ist eine rote Oase in der Stadt. Und gleichzeitig offene Kulturstätte. Ein Besuch.

Hinein in die gute linke Stube. In Wohnzimmer-Atmosphäre fühlen sich der Vereinsvorsitzende Micha Hodgson (2. von rechts) und Vereinsmitglied Rüdi sowohl wie die Gäste des Infoladens.

Die Hausnummern in der Blücherstraße werden größer und größer, da ist sie endlich: die Nummer 46. Eine unscheinbare, graue Eingangstür, ohne Schild darüber. Hier muss er aber sein – der „In­ foladen“. Dann doch ein Indiz: Ein Plakat mit der Aufschrift „Offene Werkstatt“. Zur gleichen Zeit steigt ein Mann von seinem Rad ab, darauf klebt ein Anti-Atomkraft-Sticker. Er verschwindet durch die Tür ins Innere. Nichts wie hinterher: Hinter der grauen Tür wartet ein großer, einladender Hof mit Pflanzen in bunten Blumentöpfen, einem Steh­ tisch, an dem gerade ein paar Leute beisammen­ stehen, und einer neugierigen Hundedame mit ro­ tem Halstuch: das Maskottchen des Infoladens, wie es heißt. Verewigt ist die 16-jährige Vierbei­ nerin auf einem großen Wandbild in einem der In­ nenräume. Ihr Besitzer, Micha Hodgson, ist einer von zwei Vorsitzenden des „Kunst- und Kreativ­ werkstatt e.V.“ – der Verein, der, 1988 gegründet, den Infoladen ins Leben rief. Seither ist dieser im Westend beheimatet.

Linke Tradition seit 1988 „Damals hieß der Verein aber noch anders“, sagt Mi­ cha, dann zeigt er die Räume des Ladens, der vor gut zwei Jahren aus der Werder- in die Blücherstraße umzog. „Hier haben wir eine Kinderecke eingerich­ tet, dort steht neuerdings ein Klavier, daneben sind die Gitarren, dann hätten wir da die Theke und eine kleine Küche.“ Die zwei großen Innenräume kommen einfach, aber gemütlich daher. Second-Hand-Möbel, besonders die Ecke mit Sesseln und direkt daneben eine Vielfalt politischer Zeitschriften zum Schmö­ kern, sorgen für entspannte Wohnzimmer-Atmo­ sphäre. „Uns gefällt es so“, sagt Micha und äußert sich dankbar, dass sich in der Blücherstraße passende Räumlichkeiten fanden. Über der Theke macht, groß und bunt, der Slogan „Kein Mensch ist illegal“ klar: Politisches Statement ist hier erwünscht, von sozial über alternativ bis natürlich – links, auch weit links. „Das spiegelt sich auch in den Gruppen wider, die im unserem Trägerkreis sind“, erklärt Rüdi Schilp, einer von etwa fünfzehn Mitgliedern.

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Vereinsmitgliedschaft. Vorsitzende. All das diene aber nur dem Formalen. „Bei uns herrscht Kon­ sens“, sagt Rüdi. Gemeint ist eine basisdemokra­ tische Entscheidungsstruktur. Als eingespielte Truppe stelle das aber kein Problem dar. Ein Dau­ erthema seien die Kosten, verrät Micha. Der Info­ laden finanziere sich über Spenden und freiwil­ lige Mitgliedsbeiträge. „So bekommen wir immer gerade so die Kurve“, weiß Rüdi. „Tradition seit 88“, nennt Micha das. Damals seien Infoläden in Deutschland wie Pilze aus dem Boden geschossen: „Überall in den Städten wurden sie gegründet, da­ mit sich die Leute informieren konnten.“ Daher also der Name – kurz „Infoladen“, auf der Homepage steht „Infoladen linker Projekte“. „In einer Zeit, in der es nur wenige Fernsehprogramme gab, waren alternative Medien unabdingbar“, sagt Micha und zeigt auf das Regal mit den politischen Magazi­ nen. Es finden sich Titel wie „Rebell“, „Die Rote Hilfe“, „ZAG – Antirassistische Zeitschrift“ oder „Graswurzelrevolution“. Das habe durchaus noch seinen Nutzen, sei zugleich aber auch eine Art Re­ likt aus früheren Tagen. Inzwischen gibt es ja das Internet. „Doch das ersetzt niemals den persönli­ chen Kontakt“, so der Wiesbadener. „Als außerparlamentarische Opposition wichtiger denn je“ „Die Infoläden verstanden sich durchaus als au­ ßerparlamentarische Opposition“, äußert Wolfgang Taul. Vor Ort verabredet, um einer Bekannten das Gitarre spielen beizubringen, jedoch von dieser versetzt worden, bringt sich der Stammgast spon­ tan ins Gespräch mit ein: „Es ging um Themen wie die Wehrpflicht, Atomkraft – und bereits in den 80ern um Flüchtlinge.“ Eine Selbstverständlich­ lichkeit seien die Infoläden früher gewesen und heute, in unpolitischeren Zeiten, wichtiger denn je, ergänzt Micha. Sich informieren, ob politisch oder kulturell, Ideen weitertragen, neue hinzuge­ winnen, Kontakte knüpfen – all das sei Teil des Konzepts. „Auf die ein oder andere Weise ist das gesamte Angebot politisch“, sagen sie. So werde ausschließlich vegetarisch gekocht, zu­ meist auch vegan. Vorträge über Solidarische Landwirtschaft oder die Autonomiebewegeung in

Utopien einer gerechteren Gesellschaft Utopien einer gerechteren Gesellschaft, alternative Ideen, innovative Projekte: Das findet hier Raum. So habe sich unter anderem der Gründer von „Ap­ felkomplott“ in seinem Vorhaben bestärken lassen: „Er plante, sich der Solidarischen Landwirtschaft zuzuwenden – und hier lief ein passender Vor­ trag.“ Die Entscheidung, es zu machen, sei bereits hielten vor Ort auch die einzelnen Gruppen ab, die Teil des Trägerkreises sind. „Da hätten wir ein brei­ tes Spektrum der undogmatischen Linken“, cha­ rakterisiert Rüdi die Gruppierungen, die im Info­ laden aktiv sind. „Die Linke Westend“ fühlt sich so heimisch wie Umweltschützer und solidarisch denkende Landwirtschafter bis hin zu völlig Un­ politischem wie dem Schachclub. Gefährdeter Treffpunkt Vor knapp einem Jahr war dieser Treffpunkt ge­ fährdet: „Wir erhielten ein Schreiben der Behörde, in dem es hieß, unsere Räume würden nicht vor­ schriftsmäßig genutzt werden.“ Eine Genehmi­ gung für alle interaktiven Veranstaltungen, so die Werkstatt, Seminare oder Workshops, sei inzwi­ schen erteilt. Für Events wie Konzerte und Vor­ träge stehe diese noch aus. „Jetzt heißt es: Abwar­ ten.“ Im schlimmsten Fall müssten weitere rechtli­ che Schritte gegangen werden“, erklärt Micha, der sich aber sicher ist: „Die Räume werden in vorge­ sehener Weise genutzt.“ Trotz Bauchschmerzen, die das Ganze ihnen bereitet habe, bleiben die Info­ laden-Betreiber optimistisch. Und solange wird in der Blücherstraße 46 weiterhin fleißig diskutiert, musiziert, gewerkt, gebastelt – und die Utopie ei­ ner gerechteren Gesellschaft gelebt.

Infoläden-Historie trifft Genderzukunft.

davor gefallen, hier fand er dann aber direkt die passsenden Leute, um das Projekt wirklich anzu­ gehen, erinnert sich Rüdi. „Oder der „Tauschring“ aus dem Westend, der fand auch im Infoladen sei­ nen Ursprung“, ergänzt Wolfgang Taul: „Unter­ schiedliche Menschen treffen sich, und es keimen neue Ideen auf.“ Auch die „Kulturpalast“-Gründer hätten zu Beginn ihre Treffen im Infoladen abge­ halten, erinnert sich Micha. Regelmäßige Treffen

Infoladen Wiesbaden Kunst- und Kreativwerkstatt e.V , Blücherstraße 46, 65195 Wiesbaden, Telefon: 0611 / 440664, www.infoladen-wiesbaden.de Info-Café & offene Werkstatt: jeden Dienstag von 16-19 Uhr (Werkstatt ab 17 Uhr). Aktuelle Veranstaltungen: Soli-Dart – Solidart gegen Repression durch AfD und Staat: 28. Oktober, ab 18 Uhr. See­ feuer – Film & Diskussionsabend: 22. November, 19 Uhr. Schachliga: Schachfreunde Stiller Zug ge­ gen SAbt TuS Dotzheum: 3. Dezember, 9.30 Uhr. Text & Fotos Laura Ehlenberger

Sicher nicht an jedem Kiosk zu finden. Lektüre zwischen Relikt und Aufklärung. Die 16-jährige Hundedame, natürlich mit rotem Halstuch, gehört zum Inventar.

Von Schachbrett bis Klavier. Einblicke in die Bandbreite des Angebots.

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Bildung und Soziales

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„Unbezahlbar“ ist für die Kursteilnehmer das, was Elena Schröder ihnen beibringt – und was 7,5 Millionen Deutsche nicht können: Lesen und Schreiben.

Ein Satz mit Herrn X

FÜR ALLE, DIE DAS ORIGINAL LIEBEN.

7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht

COKE AUS DER KLASSISCHEN GLASFLASCHE.

richtig lesen und schreiben. In Wiesbaden finden Betroffene bei der Volkshochschule Hilfe. Eine Erfolgsgeschichte.

herzlich: „Da verzahnt sich Bildung mit Sozialem, und da finde ich mich wieder!“ Das glaubt man ihm. Gern.

Einzelne Buchstaben und Wörter erkennen Betroffene. Sie scheitern aber an Sätzen und Texten.

Herr X., 55 Jahre alt, hat bisher in seinem Leben immer alles im Kopf gehabt, nie etwas aufgeschrieben. Er möchte anonym bleiben. Zweimal die Woche kommt er hierher, und das weiß keiner in seinem Umfeld. Zwar hat auch Herr Y. (49) um An­ onymität gebeten. Seine Familie und Kollegen wissen aber, was er hier zu­ sammen mit Herrn X. macht. Aber es muss ja nicht jeder wissen. Wir sit­ zen im Grundbildungszentrum der Volkshochschule. Herr X. und Herr Y. lernen hier lesen und schreiben. Sie gehören zu den 7,5 Millionen Er­ werbsfähigen in Deutschland zwi­ schen 18 und 64 Jahren, die das nicht richtig können. Das fand 2011 die sogenannte LEO-Studie heraus. „Betroffene erkennen zwar einzelne Buchstaben und Wörter, scheitern aber an Sätzen und Text“, erklärt Martin-Rüdiger Noack. Noack, seit März 2016 Projektleiter des Grund­ bildungszentrums, strahlt eine be­ sondere Energie aus. Wenn er das Ziel seiner Alphabetisierungsarbeit erklärt (nämlich Teilhabe an der Ge­ sellschaft durch Bildung), wirkt das nicht nur kompetent, sondern auch

Mit kleinen Tricks dem Stigma trotzen Die Stimmung hier ist gut. Erwäh­ nenswert? Schon. Herr X. und Herr Y. bestehen nicht umsonst auf Ano­ nymität. Wer als Erwachsener nicht lesen und schreiben kann, wird oft stigmatisiert. Als dumm zum Bei­ spiel. Oder faul. In jedem Fall: selbst schuld. Ergo verstecken sich die Be­ troffenen. Kleine Tricks helfen. „Kön­ nen Sie mal vorlesen, ich hab meine Brille vergessen“, sagt Herr X. zu ei­ ner Dame im Supermarkt. Der Hin­ dernislauf im Alltag, die Angst vorm sozialen Abseits, davor, entdeckt zu werden: das ist kein Spaß. Lebensge­ schichten, die im Verborgenen spie­ len. Die Betroffenen zu erreichen, macht das nicht einfacher. „Wir ver­ suchen vor allem, Multiplikatoren für das Problem zu sensibilisieren“, sagt Noack. Familie, Kollegen, Fallbear­ beiter und andere in der Beratung tä­ tige Personen werden über das VHSAngebot informiert. Sie sollen wissen und weitersagen: in der VHS bekom­ men die Betroffenen Hilfe. Botschaft der Kursleiterin: Es ist nicht zu spät Zum Beispiel von Frau Schröder, die hier einen der Grundbildungs-Kurse leitet. Die Kursziele seien sehr indi­ viduell. Sie habe ihr Konzept, gehe aber auf jeden ein. Ihr sei es wichtig den Teilnehmern zu vermitteln: „Es ist nicht zu spät. Du kannst noch was lernen!“ Hilfsbereitschaft und Ver­ trauen machten den Umgang hier aus, bestätigen Herr X. und Y. Dazu kommen die Erfolgserlebnisse. „Ich

fühle mich sicherer. Wenn ich et­ was lese, verstehe ich es jetzt. Das macht mich stark, gibt mir Selbst­ bewusstsein“, sagt Y. Und es bringe ihm den Respekt seiner Kinder ein. „Unbezahlbar!“, lacht er. Herr X. er­ gänzt: „Hier ist es Bombe. Ne kleine Truppe. Frau Schröder erklärt alles gut, ist geduldig. Ich mache Fort­ schritte. Das motiviert.“ Er liest jetzt schon Kinderbücher. Sein erster selbst geschriebener Satz hängt auf einem Blatt Papier an der Wand in Rüdiger Noacks Büro. 7,5 Millionen Menschen. Wie kommt es zu dieser enormen Zahl in einem Land wie Deutschland, das abon­ niert ist auf vordere Plätze in OECDund UN-Studien zu Bildung und Ent­ wicklung? Pauschal-Antworten oder Schuldzuweisungen ans Schulsystem verweigert Noack. Ja, es gebe institu­ tionelles Versagen, denn 7,5 Millio­

nen Einzelfälle – das wäre ein Wider­ spruch in sich. Für wichtiger hält er jedoch den epochalen gesellschaftli­ chen Wandel, den die Digitalisierung bedeute: „Früher reichte es, wenn du anpacken konntest. Heute musst du dokumentieren, was du angepackt hast.“ Es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, diejenigen nicht zu verlie­ ren, für die dieser Wandel ein Prob­ lem ist. Niedrigschwellige und kosten­ freie Hilfs- und Förderangebote nahe an der Lebenswelt der Betroffenen gehören für ihn dazu. „Unsere Hilfe muss alltagstauglich sein. Wenn ein Teilnehmer zu mir kommt und sagt: Ich kann jetzt meiner Freundin eine Whatsapp schreiben! – dann ist das konkrete Teilhabe.“ Er lacht und blickt auf den ersten Satz von Herrn X. an der Wand: eine Erfolgsgeschichte.

Kompetent und herzlich erscheint Martin-Rüdiger Noack. Er leitet das Grundbildungszentrum an der vhs.

Holger Carstensen Fotos Samira Schulz

Coca-Cola, Coke und die Konturflasche sind eingetragene Schutzmarken der The Coca-Cola Company.

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Kalender

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Neue Blicke

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Wahl-Berlinerin bringt ihre Heimatstadt

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wiesbaden17-26 nov 2017 caligari filmbühne murnau-filmtheater • kulturpalast pupille e.V. frankfurt • orfeo's erben frankfurt citydome darmstadt/programmkino rex

Gebaut 1847 im neugotischen Stil, war das Lyzeum an Imposanz und Präsenz ein ebenbürtiges Gebäude auf dem Schlossplatz-Ensemble. Zerstört wurde die Höhere-Töchter-Schule in der Bombennacht vom 2. auf den 3. Februar 1945 – und nicht wieder aufgebaut. Während der Bombardierung suchten viele Wiesbadener Zuflucht im Luftschutzkeller des Hauses und kamen darin um. In der Bombennacht verloren rund 1000 Menschen ihr Leben und ca. 28.000 Bewohner wurden über Nacht obdachlos.

Christina Baum schafft das Kunst­ stück, alte Ansichten in neue Blicke zu verwandeln. Es sind uralte, his­ torische Fotografien, die sie – in en­ ger Zusammenarbeit mit dem Stadt­ archiv – zu einem zeitgemäßen, mo­ dernen Kalender verarbeitet hat, der ganz neue, überraschende Blicke auf unsere Stadt verschafft. Seit vielen Jahren lebt Christina Baum in Ber­ lin. Sie fühlt sich ihrer Heimatstadt jedoch, auch durch regelmäßige Be­ suche, weiterhin eng verbunden. Und kam nun auf die Idee, dass es doch auch andere als die immer gleichen Wiesbaden-Kalender geben müsste. Das Ergebnis ihrer Überlegungen: „Wiesbaden – Stadt. Geschichte. Le­ ben. Jeder Monat ein Bild. Jedes Bild eine Geschichte.“ 12 großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien, hoch­ wertig gedruckt. Sie erzählt, als Er­ gänzung zu den Fotografien, leicht und locker „Begebenheiten und Amüsantes, die vielleicht nicht mehr jedem Wiesbadener präsent sind.“ Die 2018-Kalender gibt es im „Stadt­ stück“ und in den „6 Richtigen“ in­ habergeführten Wiesbadener Buch­ handlungen. sensor zeigt exklusiv drei Aufnahmen mit Ausschnitten der Begleittexte und verlost 5 Exem­ plare. Mail an losi@sensor-wiesba­ den Weitere Infos: www.mein-lieb­ lingskalender.de Dirk Fellinghauer Fotos Stadtarchiv Wiesbaden

Die Büste der ägyptischen Herrscherin wurde im März 1945 aus Berlin in einen Stollen nach Merkers / Thüringen evakuiert. Amerikanische Streitkräfte besetzten Merkers, „Nofretete“ landete in Wiesbaden. Hier befand sich der Central Collecting Point für Kunstschätze. Der Leiter, Kunstoffizier Walter Farmer, verhinderte einen Abtransport in die Vereinigten Staaten und organisierte 1946 im Neuen Museum eine Ausstellung. Zehn Jahre blieb die bunte „Königin“ in Wiesbaden, bis sie 1956 wieder nach Berlin zurückgekehrt ist. (Aufnahme: Büste der Nofretete in Wiesbadens Neuem Museum, 1951, Fotograf: Dr. Wolff & Tritscher)

(Bild links) „Kind, komm an die Hand!”: Die Hochstätte war eine proletarische Straße mit Geschäftigkeit und vielleicht auch weiterem munterem Treiben – daher auch die Ermahnung der Mutter und dann: möglichst schnell durch. (Bild rechts) “Eile er sich!” Es gab eine Verordnung, die Kurgästen nahelegte, gemessenen Schrittes auf den PromenadenStraßen, dazu gehörte die Rheinstraße, zu wandeln, um andere Spaziergänger in ihrer Erbauung nicht zu „incommodieren“. Dienstbare Geister sollten dagegen zügig ihre Aufträge erledigen und schnell das Straßenbild wieder räumen.

„Entspanntes und relaxtes Feiern“, das gefällt der 23-jährigen Kunststu­ dentin Laura Seibert besonders gut an „Mach mal langsam“. Das Partyfor­ mat hat aus der weiten Welt den Weg nach Wiesbaden und Mainz gefun­ den und erobert nun von hier aus die Region. Es ist ein besonderer Sound, der diese Nächte ausmacht – Techno und House in Zeitlupe, grob gesagt, selbstironisch auch „Schneckno“ ge­ nannt. Genauer gesagt tauchen die Partygänger beim „Global Bummel Sound“ tief ein in elektronische Beats mit Folkloreeinflüssen. Es entstehen magische Klänge, Geräusche des Re­ genwaldes dringen aus den Boxen oder auch Vogelzwitschern. Laura Seibert begeistert sich über die Musik hinaus auch für das Gesamterlebnis. Da werden mal zu einem Regenwald­ motto 30 Kilo Bananen inszeniert oder das Publikum auch mal von ei­ ner Siebdruckstation überrascht, an der es T-Shirts und Taschen bedru­ cken kann. „Mach mal langsam“ steht nicht einfach für irgendeine Party, sondern für eine weitreichende Phi­ losophie der Weltoffenheit und der Entschleunigung: Raus aus dem hek­ tischen Alltag, ohne auf Tanzbarkeit zu verzichten. Mit Musik Geschichten erzählen und berühren „Bummeltechno ist ein musikalischer Trend, der sich seit ein paar Jahren in der Clublandschaft der Weltmetro­ polen wie Istanbul, São Paulo, Santi­ ago de Chile, Buenos Aires oder Me­ xico City sehr erfolgreich etabliert hat“, klärt Janeck Altshuler über die Ursprünge des Phänomens auf. In Deutschland konnten Gäste dazu bis jetzt nur in Berlin und auf Fes­ tivals abfeiern: „Sonst wurde es nir­ gendwo angeboten, und genau das wollen wir ändern.“ Der 37-Jährige ist Mitglied des inzwischen sechs­ köpfigen Kollektivs mit DJs im Al­ ter von 25 bis 40 Jahren, das hinter der Veranstaltungsreihe steckt. „Das Besondere an unserer Musik ist, dass

wir mit ihr richtige Geschichten er­ zählen und die Menschen mit unse­ ren Sounds berühren wollen“, erklä­ ren sie, was sie vom DJ-Pult aus er­ reichen wollen. Eddy Hernández aus Kolumbien gab den Anstoß, eine solche Partyreihe außerhalb von Berlin auf die Beine zu stellen. Im Frühling 2016 startete der Versuch in einer kleinen Bar in Wiesbaden: Das Feedback war mehr als positiv, eine neue Clubreihe war geboren. Natürlich spielen auch re­ gionale Künstler auf den Veranstal­ tungen. Vor allem wird aber auf Acts aus ferneren Ländern, wie zum Bei­ spiel der Türkei oder auch Brasilien gesetzt. „Viele unserer Gäste und Künstler reisen aus anderen Städten oder sogar aus anderen Ländern an, nur um mit uns zu feiern“, berichtet die Crew von der besonderen Anzie­ hungskraft des neuartigen Sounds. Den Multikulti-Charakter verkörpern auch die Stamm-DJs: Neben Eddy aus Kolumbien und dem griechischukrainischen Duo Oriental Tropical sind dies Claus Fussek aus Kroatien und Sami alias DJ Danke mit ana­ tolischen Wurzeln sowie der Deut­ sche Jonas Hühne. Als Siebter im Bunde hat Konstantin die Organisa­ tion übernommen. Mittlerweile haben die „Mach mal langsam“-Macher, mit viel ehren­ amtlicher Hilfe aus dem Freundesund Bekanntenkreis, mehrere Ver­ anstaltungen im Rhein-Main-Gebiet organisiert, auch zusammen mit an­ deren Kollektiven wie dem Fuchsbau, Peifensound und Schöne Töne. Re­ gelmäßig bespielten sie das selbst­ verwaltete Haus Mainusch auf dem Campus der Uni Mainz, dem mitt­ lerweile der Abriss droht. Auch die Planke Nord, wo „Mach mal lang­ sam“ erstmals im Open-Air-Format ausprobiert wurde, ist Geschichte. Bei allen Schwierigkeiten, gute Lo­ cations zu finden, sind die Macher immer auf der Suche nach besonde­ ren Orten: „Theater, Museum oder Bi­ bliothek, nichts ist ausgeschlossen“.

Eine DJ-Truppe so bunt wie die Musik, die sie verbreiten. Zum Kollektiv gehören (von links) das Duo Oriental Tropical, Janeck Altshuler und Michalis Thessaloniki …

Entschleunigung

Gaaaaanz langsam Bummeltechno nimmt weltweit an Fahrt auf – nun auch in Wiesbaden und Mainz

Wer eine „Mach mal langsam“-Party besucht, taucht in komplett andere Welten ein.

Ein besonders gutes Verhältnis pfle­ gen sie zur Kreativfabrik. „Die haben uns einfach immer unterstützt“, er­ zählt DJ Janeck. „Bei unserem ers­ ten Auftritt mussten sie sogar drauf zahlen und haben trotzdem weiter an uns geglaubt.“ Musik aus aller Welt – fern der Weltmusik-Klischees Für die Zukunft wünscht sich das Team, noch mehr Menschen in den Bann zu ziehen. Mit einer Musik, auf die man sich einlassen muss: „Oft fehlt den Leuten noch das Ver­ ständnis für unsere Musik. Es ist alles noch zu neu.“ Auf Fremde wirke der Sound eher wie Chillout oder Down­ tempo aus den 90ern: „Oft wird gar nicht gesehen dass wir nicht einfach

… der aus Kolumbien stammende Eddy Hernández, der die Idee nach Wiesbaden brachte

nur langsamen Techno spielen.“ Sie bezeichnen „Mach mal langsam“ als „neuen Weg, um die Menschen auf die schöne, bunte Welt weit entfern­ ter Länder aufmerksam zu machen, ohne weltmusikalische Klischees zu bedienen.“ Ausverkaufte Partys und glückliche Menschen, die selig auch mal bis 11 Uhr morgens zusammen feiern, zeigen, dass Bummeltechno seinen Weg in die Ohren, Beine und Herzen findet. Wenn auch gaaaaanz langsam. Die nächste „Mach mal langsam“Party findet am 24. November in der Kreativfabrik Wiesbaden statt. www. facebook.com/machmalangsam Nadine Kuhnigk Fotos Mach mal langsam

… und Samy alias DJ Danke.

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Interview Wenn ein Konzert mit Yello nur halb so unterhaltsam, kurzweilig und ver­ gnüglich wird wie das exklusive Ge­ spräch, das wir mit den Herren Meier (72) und Blank (65) im Foyer des Frankfurter Grand Hotels Hessischer Hof geführt haben, dann lohnt sich am 29. November auf jeden Fall der Weg in die Festhalle. Dort starten die beiden Schweizer ihre allererste ge­ meinsame Konzerttournee überhaupt. Wie kommt eine Band im fast 40. Jahr ihres Bestehens auf die Idee, zum ersten Mal auf Tournee zu gehen? Dieter Meier (DM): Wir wollten nie auf die Bühne gehen und dann ei­ nen Knopf drücken, und ein Compu­ ter spielt das Programm ab, und ich singe dazu. Wir wollten, dass es auch wirklich live ist. Genau das schien uns sehr schwierig – bis Boris Blank die geniale Idee hatte, sich ein Taschen­ studio bauen zu lassen. Was ist denn, bitteschön, ein Taschenstudio? DM: Schwedische Produzenten haben für uns den „Yellofier“ entwickelt. Mit dieser App kannst du sampeln und in kurzer Zeit ein Musikstück kreie­ ren. Bei der Echo-Verleihung haben wir auf der Bühne live ein Stück ge­ macht. Der Boris mit seinem Yellofier, mit verschiedenen Lauten, die er mit seiner Stimme hergestellt hat, und mit mir als Improvisationssänger live dazu. Instant music, instant compo­ sition. Nicht nur unplugged, sondern unrehearsed. Wunderbare Musik! Wunderbar auch für Livekonzerte? Wie kam es zum Sinneswandel? DM: Die guten Erfahrungen haben Boris auf den Geschmack gebracht, dass es absolut geht, dass wir auf der Bühne live singen. Und: Er hat die Hemmung verloren, auf die Bühne zu gehen und so zu tun, als würde man etwas live veranstalten, und dabei kommt alles nur vom Band. Also ha­ ben wir entschieden: Jawohl, wir tre­ ten live auf, unter anderem auch mit diesem Yellofier. Und eben auch mit bis zu zwölf Musikern auf der Bühne, so dass es einen echten Livecharak­ ter bekommt. Als erste Feuerprobe gab es vier ausverkaufte Konzerte in Berlin. Wie war es für Boris, tatsächlich auf der Bühne zu stehen, nachdem die Hemmungen gefallen waren? Boris Blank (BB): Einerseits haben mir die Musiker die Hemmungen ge­ nommen, die als Stütze fungiert ha­

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Wie ein Surfer auf Hawaii Yello gehen erstmals auf Tournee. Und freuen sich darauf, von ihren Fans getragen zu werden. Ein Gespräch mit dem MastermindDuo Dieter Meier und Boris Blank.

DM: Sehr viele Leute sind ja bei diesem Prozess des sich radikalen Selbstausbeutens auch gestorben. Ich glaube, dass dieser Exzess damit zu tun hat, dass man – weil man es eben anders nicht mehr schafft - mit Hilfs­ mitteln die Tore und Türen, die in die­ sen Raum der Kreativität führen sol­ len, verzweifelt versucht aufzuschla­ gen. Das führt dann dazu, dass man sich mit irgendwelchen Mitteln – sei das Alkohol oder Kokain oder Heroin – in andere Zustände bringt, um in einer Form von bewusstlosem Exzess diese Tür wieder aufzuknallen.

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„It‘s better to burn out than to fade away“ – die verhängnisvolle Rock´n´Roll-Romantik ... Das ist die ultimative Selbstausbeu­ tung, die dann auch zum Verbrennen führt. Das sind ja Prozesse, die man nicht allzulange durchhält. Das hat dann auch etwas Tragisches, dass es dann nur mehr so geht.

Coole Jungs, auch mit 73 und 65: Dieter Meier (links) und Boris Blank nach dem sensor-Interview lässig wie eh und je an der Bar des Grand Hotels. Wir verlosen 3 x 2 Konzerttickets. Mail mit Yello-Lieblingssong bis 15. November an losi@sensor-wiesbaden.de

ben. Klar war ich sicher nervös und angespannt, wie es letztlich klingen und rauskommen würde. Ich war aber überrascht, dass ich das relativ locker über die Bühne brachte. DM: Das Publikum war sehr begeis­ tert, darf man sagen. Das waren wirk­ lich Applausstürme. Das ist ein un­ glaublich einmaliges Gefühl, wenn man vom Publikum getragen wird, wenn man spürt, dass der Funke überspringt. Dieses Glücksgefühl er­ lebt wahrscheinlich ein Surfer in Ha­ waii, wenn er auf der Welle steht und die Welle ihn kraftlos ans Ufer bringt. Das ist eines der größten Glücksge­ fühle dieses Lebens. Erleben die Fans auf Ihrer Tour das Gleiche wie in Berlin? BB: Es gibt zusätzliche Stücke, die hinzukommen auf vielseitigen Wunsch von Fans, „The Rhythm Di­ vine“ oder eben die plakativsten Yello-Stücke wie „Vicious Games“. Da haben wir zusätzliche Stücke mit dabei und zusätzliches Videomaterial. DM: Es gibt Reminiszenzen an die al­ ten Yello-Videos. Die Experimental­ filmtechnik, ich nenne das „Moving Frescos“, das sind unsere Bühnen­ bilder. Das kommt unglaublich gut, diese Versatzstücke aus den Videos,

die aber eben nicht die Videos sind. Zum Teil tauchen auch unsere jun­ gen Köpfe auf. Im Publikum in Berlin waren überwiegend ältere Köpfe. Sind Sie eine Band für Nostalgiker? BB: Lustigerweise nicht nur. Wenn man jetzt das Videomaterial an­ schaut, da sieht man durchaus auch sehr viele junge Leute. Aber sicher waren da viele Fans aus der Zeit von „Oh Yeah“ oder „The Race“, eben aus den Achtziger Jahren, die uns in dieser Zeit begleitet haben und gespannt auf diese Konzerte waren. Ist der Yello-Song „You Got To Say Yes to Another Excess“ auch ein Motto für Ihr Tourleben? DM: Nein. Mit Exzess ist ja nicht ge­ meint „Sex and Drugs and Rock ´n´ Roll“. Jedes sich-wahre-Ausliefern an ein Kunstprodukt, sei es Schrei­ berei, Malerei oder Musik, ist ja ein Exzess auch des Verlorenseins, des ein-Idiot-seins, aus dem heraus dann wieder etwas Neues entstehen kann. Genau das führte und führt ja bei vielen Künstlern auch zum „Sex and Drugs and Rock´n´Roll“Exzess.

Gab es bei Ihnen Versuche oder Versuchungen in diese Richtung? DM Nein. Gut, ich bin ein regelmä­ ßiger Weintrinker, aber das war ich schon mit 21. Ich habe zum Glück kei­ nerlei Suchtdisposition. Ich habe auch mal Zigaretten geraucht, aber – pff – ich konnte mal zehn Zigaretten an ei­ nem Abend rauchen, und dann hat es mich wieder zwei Wochen gar nicht interessiert. Ein Hilfsmittel für Ihren kreativen Exzess ist die gute alte Schreibmaschine. DM: Die Schreibmaschine ist für mich ein sentimentales Instrument. Als ich ein junger Kerl war und nicht wusste, was ich mit mir anfangen soll, da waren die ersten Hervorbringun­ gen kleine Texte mit der Schreibma­ schine. Das war für mich ein abso­ lutes Glücksgefühl, dass diese Häm­ merchen aufs Papier sausen und einen Buchstaben liegen lassen dort. Das gab mir das Gefühl, wenigstens ir­ gendwie irgendetwas hervorgebracht zu haben, auch wenn die Texte gar nicht so wichtig waren für mich. So bin ich dann der Schreibmaschine treu geblieben bis auf den heutigen Tag. Yello treten am 29. November in der Festhalle Frankfurt auf. Karten gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen. www.yello.com. Ausführlicher Bericht über die Begegnung mit Yello und komplettes Interview ab 15. November auf www.sensor-wiesbaden.de Interview & Foto Dirk Fellinghauer

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Weltstadt Wiesbaden

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Merhaba in Wiesbaden In Wiesbaden leben Menschen aus 162 Nationen. Wir schauen uns in loser Folge das Leben einzelner Nationalitäten in unserer Stadt genauer an. Diesmal, passend zum Exground-Fokusthema: Türkei. 5 von 16.800: exemplarisch, aber nicht repräsentativ.

„Die Politik macht eine Pause, aber die Zivilgesell­ schaft macht weiter“, berichtet Thilo Tilemann, Prä­ sident des Partnerschaftsvereins Wiesbaden – Istan­ bul/Fatih: „Es gibt eine Reihe von Partnerschaften, die auf Eis liegen. Vor allem von türkischer Seite.“ Anlässlich des fünfjährigen Bestehens der Städte­ partnerschaft waren eine Handvoll der rund 80 Ver­ einsmitglieder Mitte September an den Bosporus gereist. Offiziell habe man sich bei dem Besuch nicht über Politik unterhalten. „Man spricht auch auf der Straße nicht mehr so frei, wie man das vor ein paar Jahren gemacht hat“, schildert Thilo Tile­ mann seine Eindrücke. Auffällig sei auch gewesen, dass weniger Uniformierte im Stadtbild zu sehen gewesen seien. Stattdessen seien ihm Männer in Strickpullover und mit Maschinenpistole aufgefal­ len. Das habe auf ihn den Eindruck gemacht, dass man den Notstand vor der Bevölkerung verbergen wolle. „Ich finde, die Partnerschaft läuft trotz der Belastungen gut. Ich sehe im Moment keine Hin­ dernisse, auch im kommenden Jahr zu reisen. Au­ ßer der Angst vor Attentaten“, will Thilo Tilemann die Partnerschaft weiterhin mit Leben erfüllen. In Wiesbaden leben 16.800 Menschen mit Wurzeln in der Türkei. Sie bilden die größte Gruppe von Zuge­ zogenen in unserer Stadt. Und sind natürlich, au­ ßer in der 439 Meter langen Wellritzstraße, in der besonders viele Türken wohnen und Geschäfte be­ treiben, in der ganzen Stadt verteilt und aktiv. Wir haben fünf von ihnen getroffen. Gülben Börger: „Vor fünf Jahren habe ich noch be­ dauert, dass ich nicht in der Türkei lebe“, gesteht die 45-Jährige. Ihre Freundinnen in der alten Hei­ mat hätten immer mehr Karriere gemacht, wäh­ rend sich ihr eigener beruflicher Fortschritt durch die Anpassung an die neue Sprache und Kultur verlangsamt habe. „Aktuell bin ich sehr zufrie­ den, dass ich in einem freien Land lebe, in dem ich meine Meinung sagen kann“, fährt die Dip­ lom-Psychologin fort. Sehr beunruhigend finde sie, dass die derzeitige türkische Regierung im Um­ gang mit anderen Staaten das Ansehen der türki­ schen Republik aufs Spiel setze. Auch um die Zu­ kunft ihres Bruders, der im Tourismus arbeite, so­ wie ihres kleinen Neffen mache sie sich Sorgen. Ihre eigene Heimat sei mittlerweile jedoch Wiesba­

Für den Moscheeverein-Vorsitzenden Ahmet Igdeli ist „Wiesbaden zur Heimat, die Türkei zum Urlaubsland geworden“.

Früher hat sie ihre Karriere machenden Freundinnen in der Türkei beneidet, heute ist Gülben Börger froh, in einem freien Land zu leben.

den, wo sie seit dem Jahr 2001 lebt. „Es hat ziem­ lich lange gedauert, aber um so mehr Sprachkennt­ nisse ich hatte, um so größer wurde mein Freun­ deskreis“, berichtet Gülben Börger. Und Menschen bedeuten ihr, mehr als alles andere, Heimat. Allen voran ihr deutscher Ehemann, den sie vor mehr als 20 Jahren in Istanbul kennen gelernt hat. Mehr­ mals im Jahr reist sie dorthin und versucht auch, einmal im Jahr ihren Bruder in Antalya zu sehen. Zurückkehren möchte sie derzeit nicht. „Aber wer weiß, ich hatte auch nicht geplant, nach Deutsch­ land auszuwandern“, fügt die Künstlerin und Ga­ leristin, im März dieses Jahres hat sie ihr „kunstmodul“ am Luxemburgplatz eröffnet, hinzu. Auch nach Wiesbaden sei sie durch einen Zufall gekom­ men. Eigentlich habe sie mit ihrem Mann in Frank­ furt eine Altbauwohnung gesucht. Ein Freund habe sie dann nach Wiesbaden gebracht, wo sie von An­ fang an in derselben Wohnung leben. Ahmet Igdeli: Der Vorsitzende des Bildungs- und Kulturvereins, der in der Dotzheimer Straße die Süley­maniye Moschee betreibt, kann sich gar nicht mehr vorstellen, außerhalb Wiesbadens zu leben. „Als wir zehn Jahre lang in Breckenheim gewohnt haben, habe ich trotzdem Wiesbaden vermisst“, er­ zählt der 45-Jährige. Wenn er in der Stadt unter­ wegs sei, in der seit 1987 lebt, dann begegne er so

vielen Bekannten, dass es fast wie in einem Dorf sei. Die Menschen seien freundlich und die Stadt im Vergleich etwa zu Frankfurt noch sehr sauber und friedlich. „Wiesbaden ist zu meiner Heimat, die Türkei ein Urlaubsland geworden“, beschreibt Ah­ met Igdeli sein Selbstverständnis. Einmal im Jahr versucht der Mitarbeiter des Frankfurter Flugha­ fens, dort Freunde und Familie zu besuchen. Doch nach zehn Tagen habe er schon Heimweh und te­ lefoniere nach Hause. Ein Phänomen, das umso mehr für seine beiden erwachsenen Kinder gelte. In der Türkei selbst habe er in jüngerer Vergan­ genheit noch keine angespannte Situation erlebt. In Deutschland seien die Menschen mehr an Poli­ tik interessiert. Weil die Diskussionen darüber in diesem Jahr zu heiß gewesen seien, habe die Ge­ meinde erstmals seit sechs Jahren ihr Sommerfest auf dem Mauritiusplatz ausfallen lassen. Schließ­ lich sei der Verein mit seinen 300 Mitgliedern so­ wohl unparteiisch als auch unpolitisch. „Wir hatten immer so ein schönes Fest gehabt. Wir wollten den Ruf nicht ruinieren“, erklärt Ahmet Igdeli. Wenn die Situation sich in der Zukunft wieder beruhigt habe, wolle man die Tradition gerne fort führen. Serkan Günay: Der 24-Jährige ist ein echter „Deutsch­länder“. Als jüngstes von sechs Geschwis­ tern in Wiesbaden geboren und aufgewachsen, hat er im elterlichen Supermarkt gelernt, um seit der Eröffnung vor fünf Jahren die Geschäftsleitung des Restaurants „Günay Fisch“ direkt gegenüber zu übernehmen. In die Heimat seiner Eltern hat er nicht nur geschäftliche Kontakte. Sieben bis acht Mal im Jahr sei er dort, um Urlaub zu machen und seine Familie zu besuchen. „Man darf seine eigene Kultur nicht vergessen“, findet der junge Mann. Andererseits sei er schon ein bisschen fremd in dem Land seiner Vorfahren, weil er eben in Deutschland sozialisiert worden sei. Allein der Verkehr sei für ihn mehr als ungewohnt. „Hier ist auch mal Stau, aber die Leute halten sich an die Regeln. Dort denkt jeder an sich“, betont der Unternehmer, der selbst schnelle Autos liebt – und fährt. Auch wenn das Nachtleben zu wünschen übrig lasse, sei er froh in Wiesbaden zu sein, wo er die Menschen sehr

freundlich und niveauvoll finde. Auch sein Faible für große internationale Modemarken ist nicht zu übersehen. Was ihm hier fehle, sei ein Einkaufs­ zentrum, in dem man wirklich alles bekomme. In der Türkei sei so etwas zu finden. Als passionierter Angler vermisse er in seiner Heimatstadt außerdem das Meer. In Izmir, der Stadt aus der seine Familie stammt, hat er das vor der Haustür. Da es sich um die europäischste Metropole des Landes handele, seien die aktuellen politischen Entwicklungen dort nicht so sehr spürbar. Merkwürdig sei allerdings gewesen, dass einer seiner Brüder bei der Einreise vor kurzem kontrolliert worden sei. Das sei sonst nicht der Fall gewesen. „Es ist schade, was in der Türkei im Moment abgeht“, bedauert Serkan Gü­ nay´, „aber ich kann es nicht ändern.“ Erdal Aslan: „Die Politik kann vom Zusammen­ leben der Menschen nur lernen. Das funktioniert viel besser als die politischen Beziehungen zwi­ schen beiden Ländern“, findet der 38-Jährige. Das deutsch-türkische Verhältnis sei ein Thema, des­ sen er überdrüssig sei und es so weit wie möglich von sich weg zu halten versuche. Nicht, weil es ihn nicht interessiere, sondern weil andere Dinge den Alltag bestimmen. Er muss es wissen, schließlich ist er seit vier Jahren Redaktionsleiter des multikultu­ rellen Stadtteil-Magazins „Mensch! Westend“, das er nach seinem Volontariat beim Wiesbadener Ku­ rier selbst mit entwickelt hat. Damit setzt sich der gebürtige Wiesbadener intensiv mit dem Stadtteil auseinander, in dem seine Eltern Anfang der 70er Jahre ihre erste Wohnung in der Landeshaupt­ stadt hatten, in dem er zur Schule gegangen ist und in dem er seit mehr als zwei Jahren nun selbst lebt. „Ich bin da sehr glücklich“, betont Erdal As­ lan. Aber auch sonst sei Wiesbaden eine total le­ benswerte Stadt mit kurzen Wegen, schönen Parks und durch die Lage im Rhein-Main-Gebiet mit al­ len Möglichkeiten einer Großstadt. In der Türkei, die er zuletzt vor drei Jahren besucht habe, sei das Miteinander noch einen Tick herzlicher und etwas gelassener – auch wenn er selbst von seinen Ver­ wandten dort ermahnt werden müsse, manchmal lockerer zu sein, wenn Absprachen nicht mit dersel­ ben Selbstverständlichkeit eingehalten werden wie in Deutschland. Hier wiederum könne eine Portion kreatives Chaos nicht schaden. Vor allem aber be­ dauert der Lokaljournalist, dass er mit seinem tür­ kischen Pass nicht an den Kommunalwahlen teil

Türkei im Exground-Fokus Zum Jubiläum richtet das 30. „exground filmfest“ den Blick in die Türkei, politisch polarisierend und kulturell pulsierend. Zehn Tage steht das außergewöhnliche Film- und Kulturschaffen eines facettenreichen Landes im Fokus des alljährlichen Filmfestivals – mit 19 ausgewählten Lang- und Kurzfilmen. Dabei gesellen sich zu den zehn Spiel- und Dokumentarfilmen, darunter vier Deutsch­ land-Premieren („Stone“ (Tas) von Orhan Eskiköy, „Albüm“ von Mehmet Can Merto­ glu, „Yol – The full Version“ von Yılmaz Gü­ ney und Serif Gören, „Mr Gay Syria“ von Ayse Toprak), neun packende Kurzfilme.

Erdal Aslan nervt es, ständig auf das deutschtürkische Verhältnis angesprochen zu werden: Den Alltag des „Mensch Westend“-Redaktions­ leiters bestimmen andere Themen.

„Man darf den Kontakt nicht verlieren.“ Sibel Güler hält an Reisen in die Türkei aller berechtigten Kritik zum Trotz fest.

24 Jahre jung – und schon seit fünf Jahren Geschäftsführer eines der größten und beliebtesten Lokale der Wellritzstraße. Serkan Günay fühlt sich im Land seiner Vorfahren etwas fremd, will aber die eigene Kultur nicht vergessen.

In den unterschiedlichen Genres spiegeln die Filme des Länderschwerpunktes soziale und politische Zustände wider und werfen Licht auf vergangene und gegenwärtige Konflikte: „Die lebhaften Diskussionen des Publikums mit den eingeladenen Filmemachern und Filmemache­ rinnen haben in der Vergangenheit gezeigt, dass es ein großes Interesse an der türkischen Kultur gibt, aber auch an den schwierigen po­ litischen Verhältnissen und deren Auswirkun­ gen auf den Alltag der Kulturschaffenden.“ Den kulturellen und politischen Entwick­ lungen im Land wird auch im Rahmenpro­ gramm nachgespürt: bei der Info-Veranstal­

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nehmen könne. Für seine Landsleute, die ebenfalls schon seit Jahrzehnten hier leben, würde er sich das wünschen. „Es würde die Identifikation mit der Stadt und die Teilhabe steigern“, findet Erdal Aslan. Leider habe er nicht die Möglichkeit einer doppel­ ten Staatsbürgerschaft. Diese würde seine Lebens­ realität genau abbilden. Sibel Güler: Die Wiesbadener Stadtverordnete hat sozusagen einen doppelten Migrationshintergrund. Als kleines Mädchen ist sie mit ihren Eltern aus der Türkei zunächst nach Mainz gekommen. „Aber dann habe ich auf die richtige Seite gefunden“, be­ tont die 44-Jährige lachend. Obwohl sie die Mög­ lichkeit gehabt hätte, beide Staatsbürgerschaften zu führen, habe sie sich ganz bewusst dafür entschie­ den, die türkische abzugeben. „Das war für mich folgerichtig als Bekenntnis zu dem Ort, wo ich so­ zialisiert bin, lebe und aktiv in der Gesellschaft mit­ gestalten will“, erläutert Sibel Güler. Dennoch habe sie natürlich das Privileg, dass damit auch ein ori­ entalisches Lebensgefühl einher gehe. In Wiesba­ den fühle sie sich sehr gut aufgehoben. Das liege an der Größe der Stadt, deren Umfeld mit Wasser, Wald und Taunus sowie den Menschen, die den Ge­ flüchteten gegenüber eine große Offenheit zu hel­ fen entgegengebracht hätten. Für Neuheiten könne man ihrer Ansicht nach in Wiesbaden jedoch of­ fener sein. Sie würde sich mehr Raum für Expe­ rimente wünschen, selbst wenn mal etwas miss­ glückt. Auch das Nachtleben lasse hier zu wün­ schen übrig. Ganz anders natürlich in Istanbul, wo sie aufgrund einer selbstständigen Tätigkeit oft zu Besuch ist. Dort sei immer noch sehr viel Potenzial vorhanden. Neben modernen gebe es auch sozial sehr abgeschnittene Strukturen. Leider seien meh­ rere geplante Reisen nach dem Putschversuch ab­ gesagt worden. Für die Partnerorganisationen auf türkischer Seite sei das fatal. „Bei aller berechtig­ ten Kritik muss man sehen, dass man auf verschie­ denen Ebenen den Kontakt nicht verliert“, findet Sibel Güler. Sie selbst reist wenige Tage nach dem Interview zum ersten Mal seit dem Sommer ver­ gangenen Jahres wieder in die Türkei. „Viele war­ nen mich davor, aber ich halte es für den falschen Weg, jetzt nicht dorthin zu reisen“, gibt sich die Lokalpolitikerin entschlossen. Hendrik Jung Fotos Kai Pelka

tung „Meinungsfreiheit in der Türkei“ durch Amnesty International, der Videokunstaus­ stellung im Nassauischen Kunstverein un­ ter dem Titel „The desire called utopia and other science fictions“ sowie einem Kon­ zert von Derya Yıldırım & Grup Simsek, bei denen psychedelische Popkultur auf anato­ lische Folklore trifft, und der „exground“-­ Eröffnungsparty mit orientalischen Beats – ­beides im Schlachthof. Das 30. „exground Filmfest“ findet, mit ­sensor als Medienpartner, vom 17. bis 26. November, im Festivalkino Caligari und ­anderen Orten statt: www.exground.com

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Perlen des Monats November

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T wies ermine bade an n vrm -lokales @ term .de un d ine@ se wies bade nsorn.de

Feten

Konzerte

Bühne

Film

Literatur

Kunst

((( Handyparty ))) 3. November, 23 Uhr Kulturpalast

((( Albert ))) 3. November Heaven

((( sensor-Film des Monats: „Look Beyond“ ))) 2. November, 20.15 Uhr (Filmemacher zu Gast) Murnau Filmtheater

((( 20. Wiesbadener Literaturtage ))) 5. bis 16. November Literaturhaus Villa Clementine und andere Orte

Yeah! Die Partyreihe mit dem Handy ist zurück: „Freue dich, zusammen mit den Spice Girls, Dr. Alban und den Backstreet Boys die Saalgasse unsicher zu machen.“ Es ist angerichtet, um in vergangenen Tagen zu schwelgen und sich bei hemmungslosem Feiern einigen Musiksünden seiner Zeit hinzugeben. Wem es zu trashig wird, der ist auf dem Side Floor

Es klingt zunächst einmal seltsam, wenn man von einem Vornamen im Plural sprechen muss: Das sind

((( Friedemann Weise – „Die Welt aus der Sicht von schräg hinten“ ))) 24. November, 19.30 Uhr Theater im Pariser Hof Anarcho-Humor mit Musik

((( „The Desire Called Utopia and Other Science Fictions“ – B3 Biennale Parcours ))) Eröffnung 3. November, 18 Uhr, Ausstellung 4. November bis 17. Dezember Nassauischer Kunstverein

genau richtig. Hier werden Fans der elektronischen Tanzmusik verwöhnt. Einen tanzbaren Querbeet-Mix servieren die drei verrückten Los Avocados, dazu gesellt sich Panuma als Experte in Sachen Electronic Music. sensor präsentiert und verlost 2 x 2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de ((( Wiesbaden feiert ))) 11. November verschiedene Locations Auch wenn sich anderslautende Gerüchte hartnäckig halten: Wiesbaden feiert! Generell und ganz besonders in der gleichnamigen Partynacht, die mit nur einmal Eintritt zahlen die Türen in ganz viele und total unterschiedliche Locations der Stadt öffnet. Bars, Clubs, Kneipen, Restaurants - alle machen mit, und alle denken sich etwas Besonderes aus. Der „sensor-Floor“ führt euch im Kulturpalast in die „80er/90er Reloaded Welt“, weitere Spots sind Park Café, Eimer, Badhaus.Bar, Lenz und und und. www. wiesbaden-feiert.de

„Wenn nur einer das Theater mit einem Lächeln verlässt, hat sich der Abend für mich gelohnt“, und gerade wenn man sich fragt, seit wann Friedemann Weise so handzahm ist, geht der Satz weiter „… vorausgesetzt derjenige bin ich“. Der Kölner Comedian, Liedermacher und Satiriker zeigt uns in seinem zweiten Soloprogramm „die Welt aus der Sicht von schräg hinten“. Neben neuen komischen Liedern, skurrilen Onelinern, abstrusen Geschichten und

Albert. Die Gründe hierfür werden schnell deutlich: Zwei Herren, geprägt von einer so langen Freundschaft, dass sie sich gemeinsam einen Namen gegeben haben. In Wahrheit sind Albert nämlich Simon Konrad (Gesang, Gitarre) & Felix Mannherz (Drums, Produktion). Nach dem Ende ihrer einstigen Band Cargo City machen Simon & Felix weiter und gehen mit Albert ab Mai 2016 die ersten Schritte: Single, Video, Tour nächste Single, nächste Tour. Im Frühsommer 2017 schließen sich Albert mit dem Produzenten Oliver Zülch (The Notwist, Die Ärzte, Sportfreunde Stiller) ein, um ihr Debüt-Album aufzunehmen. Das Ergebnis: „Heavy Losses“! Elektronisch, poppig, unverkennbar sympathisch; ein verlockender Klang, bei dem rhythmische 80s-Synthies Hand in Hand mit akustisch-melancholischen Sehnsuchtsmomenten gehen. Zwei Menschen bilden die bessere Person. Mitten in ihrer großen Releasetour machen sie in der Heimatstadt des einen Menschen (Felix) Station. sensor präsentiert und verlost 2 x 2 Freikarten und 2 Alben: losi@sensor-wiesbaden.de ((( Martha High & Osaka Monaurail ))) 29. November Schlachthof

((( Exground-Partys ))) 17. und 26. November Schlachthof-Kesselhaus Für Entspannung und Ausgelassenheit sorgt bei der exground-Eröffnungsparty DJ Mesut Kumanova, der mit dem Oriental Tropical Team den großen, globalen Bogen von Funky Balkan und orientalischen Beats bis hin zu lateinamerikanischen Rhythmen schlägt. Und zum Abschluss des Festivals spielt die junge Hamburger Sängerin und Multi-Instrumentalistin Derya Yildirim mit ihrer international besetzten Band Grup Simsek aufregenden, anatolischen Psych-Pop und verpasst bekannten türkischen Songs ein neues, ungeahntes Gewand.

Der achtköpfigen japanischen Funkband „Osaka Monaurail“ wird nachgesagt, sie sei „tighter“ als James Brown. Ihre Konzerte gleichen einem Orkan, der das Publikum in höchste Ekstase versetzt. Als ob das nicht schon sensationell genug wäre, wird die Band mit „Martha High“ die Bühne rocken! 1964 ging die heute 72-jährige Soul-Sängerin mit ihrer Band „The Jewels“ gemeinsam mit … keinem geringeren als James Brown auf Tour und blieb die nächsten 30 Jahre Teil seiner Liveband. sensor präsentiert und verlost 3 x 2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de

erstklassigen Bilderwitzen bringt Friedemann Weise auch Texte aus seinem neuen Buch mit. Und was das alles mit Uschi Glas zu tun hat, dürfen Sie ruhig schon wissen: Nichts. sensor präsentiert und verlost 2 x 2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de ((( „Sand in the eyes“ ))) Premiere 1. November, 19.30 Uhr, weitere Aufführungen 2., 9., 10., 11. November Wartburg Der libanesische Künstler Rabih Mroué beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Bildern von Gewalt, den Mechanismen von Märtyrerkult und politischer Propaganda. Er sammelt Materialien, zerlegt und überschreibt sie und schafft Arbeiten für die Bühne, Installationen und Texte, die hinterfragen wie Bilder und Geschichten konstruiert und instrumentalisiert werden. Im Sommer letzten Jahres begann er eine Recherche zu den Rekrutierungsvideos islamischer Extremisten in Hessen. Er sammelte Videos und führte Gespräche mit dem Verfassungsschutz. Sie bilden das Material für seine neue Arbeit „Sand in the eyes“. Es sind Videos, die speziell auf die Sehgewohnheiten von Jugendlichen zugeschnitten sind. Sie spielen mit den Grenzen dessen, was wir sehen wollen und ertragen können.

Wiesbadener Erstaufführung: Auf der Suche nach mehr Menschlichkeit reist der 27-jährige Student Tim Daubach 2016 neun Monate lang durch China, Vietnam, Kambodscha, Laos, Myanmar, Malaysia, Indonesien und Indien und erfährt dort vieles, was ihn sehr bewegt: Gastfreundlichkeit, Gutmütigkeit, spirituelle Antworten auf Fragen nach einem erfüllenden Leben. Viele Momente hielt Daubach auf seiner Kamera fest und schnitt diese zu einem Benefizfilm zusammen, stets die Armut vor Augen, die er bei seiner Reise und während der Arbeit bei mehreren Freiwilligenorganisationen antraf. Der Film stellt neben der verschiedenartigen Landschaft Asiens und der Religiosität die Toleranz, Offenheit und Wärme der Menschen in den Vordergrund und gibt ihnen eine Stimme, um die Gemeinsamkeit zu verdeutlichen. Die Liste der Spendenempfänger sowie weitere Informationen stehen auf www.facebook.com/lookbeyondcharityfilm. „2 für 1“-Tickets für 3 Kinofans, Mail mit Wunschtermin bis 1. November an losi@ sensor-wiesbaden.de ((( „Der Fall Timo Rinnelt“ ))) 10. November, 19.30 Uhr Filmbühne Caligari Mit dem „Fall Timo Rinnelt“ begann beim Deutschen Fernsehfunk der DDR eine neue Sendereihe: „Kriminalfälle ohne Beispiel“. In den einzelnen Folgen sollten reelle Kriminalfälle thematisiert werden, die in Ländern wie der BRD für großes Aufsehen sorgten und Ansatzpunkte lieferten, die kapitalistische Gesellschaft kritisch zu betrachten. Autor Frank Witzel, diesjähriger Kurator der Wiesbadener Literaturtage, und der Historiker Philipp Felsch wenden sich im Gespräch dem Fall Timo Rinnelt zu. Sie präsentieren die Erstsendung von 1967 und Ausschnitte aus zwei Sendungen von 1969. Die Handlung dieses ersten Falls setzt am 13. Februar 1964 ein. Handlungsort ist Wiesbaden. An diesem Tag verschwindet der sieben Jahre alte Timo Rinnelt spurlos. Nachmittags spielte er noch vor seinem Elternhaus, doch als ihn die Mutter bei Anbruch der Dunkelheit hereinrufen will, ist Timo nicht aufzufinden.

Frank Witzel (hier bei der Pressekonferenz, zusammen mit Literaturhaus-Leiterin Susanne Lewalter und Kulturdezernent Axel Imholz) ist Kurator der 20. Wiesbadener Literaturtage. Der gebürtige Wiesbadener ist als Schriftsteller, Musiker, Radiomoderator und Zeichner ein wahrer Kenner der Kulturszene und wagt sich gerne auch auf experimentelle Pfade. Für seinen Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ wurde er mit dem Deutschen Buchpreis 2015 ausgezeichnet. Während des interdisziplinären Festivals kann das Publikum Witzel und seine Gäste aus den diversen Sparten auf eine Entdeckungstour abseits des Mainstreams begleiten. Neben dem Auftakt im Museum unter dem Titel „Wiesbadener Heimsuchung“ gibt es auch einen Abend mit Frank Witzel selbst. Er stellt seinen

neuen Roman „Direkt danach und kurz davor“ vor sowie seine Lyrik, begleitet von Uwe Dierksen vom Ensemble Modern. Außerdem findet die Ur-Lesung seines Theaterstücks „Jule, Julia, Julischka“, das er den Schauspielerinnen Jule Böwe, Julia Riedler und Julischka Eichel gewidmet hat, im Staatstheater statt sowie ein Konzert der bekannten amerikanischen Gitarristin Mary Halvorson mit ihrem Trio „Thumbscrew“ im thalhaus. Spannend wird auch die Lecture-Performance des Philosophen Marcus Steinweg und der Abend mit dem großen österreichische Schriftsteller Gerhard Roth im Literaturhaus. www. wiesbaden.de/literaturtage ((( Buchpremiere Alexander Pfeiffer: „Leuchtfeuer“ ))) 23. November Kulturpalast, 20 Uhr Der Wiesbadener Autor Alexander Pfeiffer legt in diesem Herbst einen Auswahlband mit Gedichten aus den letzten drei Jahrzehnten vor. Fern verkopfter Wortspielereien und Naturbetrachtungen aktuell gefeierter junger deutscher Lyriker verpackt Pfeiffer urbane Realitäten in Verse, ähnlich wie Songs. „Leuchtfeuer“ – das ist Sehnsucht, Scheitern und das ungebrochene Verlangen nach etwas mehr als bloßem Existieren. Zur musikalischen Lesung bringt der Autor Martin Schmidt (Gitarre) und Eberhard Emmel (Saxofon, Bassklarinette) mit. www.alexanderpfeiffer.de. sensor präsentiert und verlost 2x2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de

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Auch zu ihrer dritten Ausgabe dehnt die B3 Biennale ihren Wirkungskreis über das eigentliche Festival in Frankfurt hinaus mit dem B3-Parcours ins RheinMain-Gebiet aus. Hier beteiligen sich wichtige Kulturinstitutionen mit eigenen Beiträgen zum Leitthema, darunter auch der Nassauische Kunstverein Wiesbaden mit der Ausstellung „The Desire Called Utopia and Other Science Fictions“. Internationale künstlerische Positionen – Videos, Fotografen, Digitalprints, Graphic Novels sowie Virtual Reality – und Soundinstallationen –, die Aspekte des Fremden, des Andersseins, fremder und zukünftiger Welten thematisieren, finden Eingang in das Ausstellungsprojekt. Die gesellschaftliche Bedeutung der Entwicklung von atemberaubenden neuen Technologien der „ersten Welt“ sowie Aspekte des Verhältnisses von Science Fiction und Utopie werden durch die Repräsentation des Andersseins, des Lebens in fremden Welten sichtbar gemacht. www.b3biennale.com

Familie ((( „Wilhelms Wanne“ ))) 4. November, 15-17 Uhr Nassauischer Kunstverein „Wilhelms Wanne“ ist ein interaktives und intergeneratives Vermittlungsprogramm, das auf Kinder und Jugendliche gemeinsam mit ihren Familien ausgerichtet ist. Teil des Programms ist ein gemeinsamer Besuch der aktuellen Ausstellung, während dessen ein assoziativer Zugang zu den ausgestellten Arbeiten hergestellt wird. Anschließend wartet eine kreative Überraschung auf alle. ((( „Väterchen Frost“ ))) Premiere 4. November, 15 Uhr, zahlreiche weitere Termine Hessisches Staatstheater, Großes Haus Das Junge Staatstheater taucht ein in die alte, traditionelle Welt der russischen Märchen. Diese Geschichte hat alles, was es braucht, um Jung und Alt zu begeistern. Bevor Väterchen Frost mit seiner Güte und Weisheit alle(s) zu einem weihnachtlichen Happy End führt, müssen die Protagonisten ein Abenteuer voller magischer Momente inklusive Räuber, Waldgeister und anderer Kuriositäten bestehen. Kombiniert mit der atmosphärischen, beschwingten Musik und den Liedern von Wolfgang Böhmer ist ein festliches Weihnachtserlebnis für die ganze Familie garantiert.


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1 ))) Mittwoch

NOV EMB ER17 MI 01/11 AYS + COLDBURN + SWAIN HARDCORE-KONZERT FR 03/11 GASTSPIEL: DER BÜRGER THEATER FR 03/11 HANDYPARTY – 90ER VS. ELECTRONIC 90ER-PARTY SA 04/11 ASTA HSRM PRESENTS: NACHT DER TOTEN ROCK-PARTY SO 05/11 WIDERSTAND THEATER DO 09/11 ASTA HSRM PRESENTS: GEDANKENGUT STUDI-KNEIPE SA 11/11 KATZ & MAUS – EINE MILIEUSTUDIE THEATER SA 11/11 WIESBADEN FEIERT – 80S + 90S RELOADED 80ER-90ER-PARTY SO 12/11 SCHWARZE OLIVEN IMPRO-THEATER DI 14/11 KIDS INSANE + SHAKERS HARDCORE-PUNK-KONZERT DO 16/11 UNGESCHMINKT & ABENDBROT TALK FR 17/11 JUMBO JET + EN TRANSIT PUNKROCK-KONZERT FR 17/11 EXTRAORDINARY INDIE-PARTY SA 18/11 EXGROUND FILMQUIZ FILMQUIZ SA 18/11 MY PROF IS MY DJ STUDI-PARTY MO 20/11 EXGROUND GONG-SHOW FILM DI 21/11 EXGROUND – DONALD TRUMP DER SCHAUSPIELER VORTRAG DO 23/11 ALEXANDER PFEIFFER LESUNG FR 24/11 GASTSPIEL: KARTENHAUS-IDYLL & FIESTA MEXICANA THEATER SA 25/11 NEONTANZATTACKE NEON-PARTY SO 26/11 SHARON DODUA OTOO LESUNG MO 27/11 HENRY FONDA PUNK-KONZERT

www.kulturpalast-wiesbaden.de

PROGRAMM 11| 2017 Filmkunst in Wiesbaden Kinotermine (Auswahl): Do 2.11. 20.15 sensor-Film des Monats LOOK BEYOND Regie: Tim Daubach, CN/VN/ID/IN u.a. 2016, DF Gespräch mit dem Regisseur im Anschluss LOOK BEYOND

ZU NEUEN UFERN

05.11. SO 06.11. MO 06.11. MO 07.11. DI 08.11. MI 09.11. DO 10.11. FR 11.11. SA 11.11. SA 12.11. SO 16.11. DO 17.11. FR 18.11. SA 20.11. MO 21.11. DI 22.11. MI 23.11. DO 23.11. DO 24.11. FR 24.11. FR 27.11. MO 29.11. MI 02.12. SA 05.12. DI 06.12. MI 07.12. DO 10.12. SO 13.12. MI 24.12. SO

WARHAUS / TAMINO GOV‘T MULE LEE FIELDS & THE EXPRESSIONS CHEFBOSS / BOOZ JOSÉ GONZÁLEZ & THE STRING THEORY DOTSCHY REINHARDT - "EVERYBODY`S GYPSY" FARMER BOYS / DAMAGE FÜNF STERNE DELUXE OH WONDER / SUPPORT: SIGRID DIA DE LOS MUERTOS ROADSHOW DELAYED NIGHT SHOW: PATRICK SALMEN & QUICHOTTE KADAVAR / MANTAR / DEATH ALLEY THE NEW ROSES / SUPPORT: SCHERF & BAND SLIME / DRITTE WAHL NASTY / LIONHEART / GET THE SHOT THE FLYING EYES / HUMULUS TESTAMENT / ANNIHILATOR / DEATH ANGEL ITCHY DA CRUZ INTERSTELLAR OVERDRIVE THE PINK FLOYD EXPERIENCE ACID ARAB (LIVE) SCHNIPO SCHRANKE MARTHA HIGH & OSAKA MONAURAIL DEAF HAVANA GOGOL BORDELLO EMIL BULLS KATRIN BAUERFEIND - HINTEN SIND REZEPTE DRIN MINE & FATONI ÖZCAN COSAR - "DU HAST DICH VOLL VERÄNDERT" WEIHNACHTEN GOES PARTYING ODER DIE PARTY DIE MAL LIVING ROOM HIESS

FAMILIE

RU 2016, OmeU, Sondereintritt: 2,50€

Do 30.11. 20.15 In Kooperation mit… RHAPSODIE DES SATANS Regie: Nino Oxilio, IT 1915, mit Vorfilm Einführung: Heide Schlüpmann (Kinothek Asta Nielsen e.V.) Mit Live-Musik von Elvira Plenar am E-Piano Das gesamte Kinoprogramm unter www.murnau-stiftung.de

Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung | Deutsches Filmhaus | Murnau-Filmtheater (gegenüber Kulturzentrum Schlachthof ), Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden, Telefon 0611 - 97708-41 (Mo - Fr 10 - 12 Uhr), filmtheater@murnau-stiftung.de Informationen und Newsletter-Anmeldung unter www.murnau-stiftung.de Öffentliche Verkehrsmittel: Hauptbahnhof Wiesbaden (Fußweg: ca. 10 min.) Kinovorstellungen: Mi - So (weitere Vorstellungen gemäß Ankündigung) Eintritt: 7 € / 6 € ermäßigt, Aufpreis bei Sonderveranstaltungen Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Unser komplettes Programm findet ihr im Internet unter

schlachthof-wiesbaden.de

03 -11 -17 Alle sieben 04 -11 -17 1 0 -11 -17 1 1 -11 -17 von Daniel Glattauer

Wellen

online von KATALYN BOHN

BÜHNE

23.00 KONTEXT Abnormales Hörverhalten

20.00 RUDERSPORT 1888 BassDrumBone

23.00 NEW BASEMENT

20.00 THALHAUS Acoustic Duo Bassgeflu?ster

23.00 SCHLACHTHOF Let’s go queer!

BÜHNE

KONZERTE

19.30 GEORG-BUCH-HAUS Memories of Viola

17.00 EV. LUTHERKIRCHE 20 Jahre New Spirit Gospel Choir

20.00 KAMMERSPIELE Alle sieben Wellen

19.00 SCHLOSS FREUDENBERG Tam Tams & Klangsteine

20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues!

20.00 BRENTANO-SCHEUNE Rouge Baiser - Roter Kuss

20.00 BRENTANO-SCHEUNE Tobias Mann: Das Beste aus 10 Jahren

20.30 KREATIVFABRIK DBI #13

20.00 GALLI THEATER Die MamaMänner

BÜHNE 19.30 GEORG-BUCH-HAUS Memories of Viola 20.00 KUENSTLERHAUS43 Alles Deppen außer mich – ich kann auch Talent!

15.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Schreibwerkstatt 18.00 JUGENDZENTRUM AKK REDUIT Breakdance- und Hip Hop-Tanzkurs

20.00 KAMMERSPIELE Alle sieben Wellen

2 ))) Donnerstag FETEN 19.00 DAS WOHNZIMMER sensor-After Work: Feierabend KONZERTE 19.00 SCHEUER, IDSTEIN Hundred Seventy Split

The girl who never was 2. November Museum Wiesbaden panakustika.de

20.00 GALLI THEATER Die MamaMänner 20.00 JUNGE BÜHNE Liliom von Franz Molnàr 20.00 THALHAUS Evi & das Tier: Le Cabaret Burlesque 20.00 VELVETS THEATER Momo

19.30 MUSEUM WIESBADEN The girl who never was

11.00 GALERIE-SCHWARZESQUADRAT Vernissage: Galaxien (bis zum 30. Nov)

20.00 SCHLACHTHOF Warhaus / Tamino

19.00 FRAGMENTE Andreas Noga - Bilder einer Kindheit

20.30 KREATIVFABRIK Redensart

FAMILIE

BÜHNE

10.00 LÖHR AUTOHAUS Familien-Tag

20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues!

20.00 VELVETS THEATER Alte Liebe

20.00 THALHAUS Andy Clapp & Ingo Knito

KUNST

11.00 MUSEUM WIESBADEN Offenes Atelier Spezial

LITERATUR

17.00 KURHAUS Schmuck-Traum-Reise (bis zum 5. Nov)

14.00 GALLI THEATER Sleeping Beauty

18.30 UMWELTLADEN Der Speierling - ein Baum von Bedeutung

18.00 BBK SCHAUSTELLE Gezeichnet Mensch (bis zum 26. Nov)

14.00 HAUS DER VEREINE,JUGENDRAUM Teenie-Freizeitangebote

1 7 -11 -17 MONDSCHEIN1 8 -11 -17

19.00 GALERIE ROTHER WINTER Andreas Lukas

LITERATUR

15.00 NASSAUISCHER KUNSTVEREIN Wilhelms Wanne

10.30 LIT.HAUS VILLA CLEMENTINE Lena Hach

16.00 GALLI THEATER Schneewittchen

2 1 -11 -17 GUT GEGEN 30 -12-17

SONSTIGES

12.15 MUSEUM WIESBADEN Naturpause: Pilzkrankheiten

KUNST

09.00 HOCHSCHULE RHEINMAIN Hochschulinformationstag

19.30 LEIBNIZSCHULE Senegal

19.00 HEIMATHAFEN Donnerstalk: Jobs to be done

21.00 HOTEL MOTEL ONE Die Bibel - Das Hörspiel deines Lebens

19.00 LÖHR AUTOHAUS LöhrNight Vol. 2

FESTE

Nordwind von Daniel Glattauer Traumfrau

von tony dunham

01 -12-17 Offene 12 -12-17 Zweierbeziehung 16 -12-17 von DARIO FO 17 -12-17 26 -12-17 31 -12-17 10 -12-17

herzdame. bube stichT!

von Saskia Huppert

09 -12-17 Das 15 -12-17 Abschiedsdinner 22 -12-17 von Matthieu Delaporte 23 -12-17 & Alexandre de la 29 -12-17 Patellière

An der Bergkirche / Lehrstrasse 6 / 65183 Wiesbaden Karten an allen bekannnten vorverkaufsstellen oder über www.kammerspiele-wiesbaden.de

3 ))) Freitag FETEN 17.00 SCHLACHTHOF Impericon Never Say Die! Tour 2017

10.00 HOCHHEIM, MARKTGELÄNDE Hochheimer Markt (bis zum 7. Nov) 17.00 RATHAUS Weinmesse

11.00 GALLI THEATER Rumpelstilzchen

19.00 MUSEUM ANG. KUNST, FRANKFURT Jil Sander - Ausstellung (bis 06.05.2018) LITERATUR 18.00 MAURITIUS-MEDIATHEK Alima, das Mädchen aus Aleppo FESTE

22.30 SCHEUER, IDSTEIN The beat goes on ...

19.00 LOFTWERK Gin-Lounge

19.00 DAS WOHNZIMMER Salsa Jam - Navid Mirzazadeh

23.00 KREATIVFABRIK Circus Lunae

4 ))) Samstag FETEN 20.00 SCHEUER, IDSTEIN Scheuernrock Spezial 21.00 LENZ Genuine Saturdays: Line up - vigilance

KONZERTE

22.00 PARK CAFÉ Party Hard

19.00 PFARRKIRCHE ST. HILDEGARD Fietz-Konzert

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses

19.00 SCHEUER, IDSTEIN Bosstime

Mit der Video-/Lectureperformance „The girl who never was“ entführt der Berliner Künstler und Komponist Erik Bünger die Zuhörer in einer phantastischen Zeitspirale zu den Anfängen der Stimmaufzeichnung im 19. Jahrhundert, als der Phonograph die Stimmen der Verstorbenen ins Reich der Untoten hinüber retten sollte. Dabei verwischt er – um 19.30 Uhr im Museum Wiesbaden – die Grenz von Wahrheit und Fiktion ebenso wie zwischen historischer Stimmaufnahme und Cello – live gespielt vom Initiator und Organisator der von sensor präsentierten Panakustika-Reihe „Musik für Querhörer“, Jan-Filip Tupa. www.panakustika.de

5 ))) Sonntag FETEN

23.00 NEW BASEMENT Toni Thorn & Pi mal Daumen

2.

SONSTIGES 08.30 VOLKSHOCHSCHULE, WIESBADEN Asyl ist Menschenrecht - Ausstellung (Dauer: bis zum 31. Januar 2018)

23.00 KONTEXT Cannibal Sounds

Der „Hochschulinformationstag 2017“ bringt wieder einmal weibliche und männliche, junge und ältere sowie alle entscheidungsfreudigen und entscheidungsunfreudigen Studienanwärter an die Hochschule RheinMain. Hier gibt es einen kompakten Überblick über die vielfältigen Studienangebote und alle anderen Themen rund um das Studium: Studienplatz, Bewerbung, Ausland, Finanzierung, und, und, und … um 9 Uhr wird am Campus Kurt-Schumacher-Ring gestartet. Das komplette Programm des diesjäh­ rigen „Hochschulinformationstags“ gibt es unter: www.hs-rm.de/hit

17.00 RATHAUS, FOYER Weinmesse

22.00 PARK CAFÉ La Fiesta - Bailando

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses of life

2.

KUNST

20.00 KULTURCLUB BIEBRICH Stephanie Neigel & Daniel Stelter

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. Ute Henschel

Zahlreiche Promi-Autoren kommen nach Mainz. Den ganzen November über feiert das LiteraturBüro Mainz e.V. für Rheinland-Pfalz das dreißigjährige Vereinsjubiläum. Aus diesem Anlass präsentiert man sowohl einen Querschnitt durch die aktuelle Gegenwartsliteratur in all ihren Facetten als auch „Lieblingsschriftstellerinnen und -schriftsteller“ aus den vergangenen drei Dekaden. Den Anfang macht am 1. November die britische Aktivistin und Autorin Laurie Penny im Kulturclub schon schön. Außerdem angekündigt sind unter anderem Stefanie Sargnagel, Sven Regner (Foto, 14. im Staatstheater), Franz Dobler und Digger Barnes. (www.literaturbuero-rlp.de)

20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues!

20.00 JUNGE BÜHNE Liliom von Franz Molnàr

TARIF von Ildikó von Kürthy

ab 1.

Boss Axis & TH;EN

19.30 GEORG-BUCH-HAUS Memories of Viola

24 -11 -17 25 -11 -17 verzweifelt gesucht

2017

20.00 THALHAUS Jazz Session - Fornara & Friends

Sa 11.11. 17.45 Star-Regisseure VICTORIA & ABDUL Regie: Stephen Frears, GB 2017, DF

So 26.11. 20.15 Russisch Dok

Programm Nov/Dez

20.00 KURHAUS BBC Scottish Symphony Orchestra

20.00 GALLI THEATER Der Blaubart

KURZE ANLEITUNG ZUR BEFREIUNG Regie: Aleksandr Kuznetsov,

1 2 -11 -17 Sein oder 02 -12-17

19.30 KULTURFORUM ton ab

Do 9.11. 20.15 Star-Regisseure HAPPY END Regie: Michael Haneke, FR/AT/DE 2017, OmU

SCHLACHTHOF WIESBADEN MURNAUSTR.1 65189 WIESBADEN

02.11. DO

KONZERTE

21.00 KONTEXT Temple of free Sounds and Beats

Do 16.11. 20.30 Lachende Erben SOMMERHÄUSER Regie: Sonja Maria Kröner, DE 2017, DF

RHAPSODIE DES SATANS

20.00 PARK CAFÉ Salsa Party

Mi 8.11. 20.15 100 Jahre Ufa ZU NEUEN UFERN Regie: Detlef Sierck, DE 1937 Einführung: Medienwissenschaftler Sebastian Schnurr

Mi 15.11. 20.15 WIR in Wiesbaden DEPORTATION CLASS Regie: Carsten Rau, Hauke Wendler, DE 2016, OmU Gespräch mit Ines Welge (Hessischer Flüchtlingsrat) im Anschluss

VICTORIA & ABDUL

FETEN

19.30 TALLEY´S, TAUNUSSTEIN Sophisticated Rock

22.00 PARK CAFÉ Urban Beats KONZERTE

ab 3.

10.30 DAS WOHNZIMMER Sonntags-Brunch mit Live-Musik 15.00 GALATEA-ANLAGE, BÜRGERSAAL Jahreskonzert: Club der Akkordeonfreunde 17.00 EV. MARKTKIRCHE Bach-Vesper 17.00 HILDE-MÜLLER-HAUS Mandaloninen-Orchester 17.00 KURHAUS Kurhausorgel trifft Sinfonieorchster

„Asyl ist Menschenrecht“. Die Informationsausstellung von Amnesty International Wiesbaden zum Thema Flucht und Asyl startet im November – und wird noch bis Ende nächsten Jahres in der Volkshochschule zu sehen sein (Montag bis Freitag, 8.30 bis 20 Uhr). Menschenrechte sind allgemein gültig und unteilbar: Durch die Ausstellung soll dieses Bewusstsein gestärkt werden. Die Besucher verfolgen die beschwerliche Reise von den Fluchtländern bis nach Deutschland mit. Auf diesem Weg begegnen den schutzsuchenden Menschen viele Gefahren, Hindernissen und Restriktionen – diese werden hier einmal visualisiert, beschrieben und analysiert.

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PROGRAMM NOVEMBER 2017

->Do., 02.11.

IRISH FOLK FESTIVAL 2017

AUS DEM

19. + 20. 01. 18

CAVEMAN mit Felix Theissen

EXGROUND FILMFEST

NOVEMBERPROGRAMM

„Du sammeln, ich jagen!“ ->Mo., 06.11.

KINGA GLYK ->Do., 09.11.

www.wiesbaden.de/literaturtage

FLORIAN SCHROEDER A TASTE OF AFRICA ->Sa., 11.11./ Kurfürstliches Schloss

FRONTM3N ->So., 12.11.

HEISSMANN UND RASSAU

FR 10.11. 19:30 KRIMINALFÄLLE OHNE BEISPIEL – DER FALL TIMO RINNELT .................................. GASTGEBER FRANK WITZEL IM GESPRÄCH MIT PHILIPP FELSCH

->Di., 14.11.

->Mi., 15.11.

KLAUS LAGE ->Sa., 18.11.

OROPAX ->Mo., 20.11.

Eintritt frei | Spenden erbeten Anmeldung unter kontakt@kulturfonds-frm.de Begrenzte Platzkapazität, Ausgabe von Platzkarten bis eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Abendkasse.

POETRY SLAM MAINZ ->Di., 21.11.

BRUNO JONAS ->Do., 23.11.

LAS MIGAS ->Fr., 24.11. ENSEMBLE ARAMESK REFUGEES REFUGEES FOR QUINTETT

WELTMUSIK IN HESSEN 2017/2018

MO 06.11. 20:00 DOKTOR FAUSTUS .................................. DI 14.11. 18:00 SALTO MORTALE .................................. DI 28.11. 18:00 AUF WIEDERSEHEN,FRANZISKA!

->So., 26.11.

->Do., 30.11.

RALPH RUTHE Tickets & Infos: www.frankfurter-hof-mainz.de & an allen bek. Vorverkaufsstellen

LITERATUR

18.00 JUNGE BÜHNE Liliom von Franz Molnàr

19.00 SCHLACHTHOF José González & The String Theory

18.00 THALHAUS Evi & das Tier: Le Cabaret Burlesque

LITERATUR

18.00 VELVETS THEATER Der blaue Vogel oder die Suche nach dem Glück. 19.00 KUENSTLERHAUS43 Die Hexe war braten die Kinder nach Hause 20.00 KULTURPALAST Widerstand

DI 28.11. 20:00 NIRGENDLAND ................................ ZU GAST: HELEN SIMON, REGISSEURIN

CALIGARI FILMBÜHNE

Marktplatz 9 (hinter der Marktkirche) 65183 Wiesbaden Tel. 06 11 - 31 50 50 www.wiesbaden.de/caligari

14.30 LAB-GEMEINSCHAFT Literatur-Gesprächskreis 19.00 KULTURBAHNHOF Reanimation für Laien

11.00 LUMEN, MARKTPLATZ Nachwuchs-Treffen / Newcomer-Meeting (Deutsch-Amerikanischer Frauenclub)

ORT & TICKETS: SCHLACHTHOF WIESBADEN

19.00 WEINVERITAS After Works 20.00 DAS WOHNZIMMER Bergfest Party 20.00 PARK CAFÉ Salsa Party KONZERTE 19.30 SCHLACHTHOF Klassik im Klub

10 ))) Freitag FETEN 21.00 KONTEXT Cypher Café

KUNST

23.00 NEW BASEMENT Monkey Safari

20.00 LOUIS & LOUISE, DARMSTADT 20. Wiesbadener Literaturtage FAMILIE 18.00 JUGENDZENTRUM AKK REDUIT Breakdance- und Hip Hop-Tanzkurs SONSTIGES 09.00 HEIMATHAFEN 39. Gründerfrühstück

9 ))) Donnerstag

11.00 GALLI THEATER Rapunzel

KONZERTE

15.00 RHEIN-MAIN-THEATER Feuerwehrmann Sam rettet den Zirkus!

19.00 KULTURFORUM Bühne frei - frisch gestrichen!

15.00 KREATIVFABRIK Wintermärchen

19.00 SCHLACHTHOF Farmer Boys

16.00 GALLI THEATER Schneewittchen

20.00 THEATER IM PARISER HOF Walhalla im Exil: Dona Rosa

FESTE

22.00 DAS WOHNZIMMER Jam Session - Stan Petrov & Band BÜHNE 20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues!

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses: Hear

19.30 TALLEY´S, TAUNUSSTEIN Der Böll 21.00 KREATIVFABRIK COR BÜHNE 19.30 SALON-THEATER Die Tür nebenan von Fabrice Roger-Lacan 20.00 KAMMERSPIELE Alle sieben Wellen 20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues! 20.00 GALLI THEATER Die Männerschule LITERATUR 12.15 MUSEUM WIESBADEN Naturpause: Seekühe vor Wiesbaden

21.00 HOTEL MOTEL ONE Die Bibel - Das Hörspiel deines Lebens

11 ))) Samstag FETEN

16.00 MUSEUM WIESBADEN 20. Wiesbadener Literaturtage

21.00 SCHLACHTHOF Día de Los Muertos Roadshow

18.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Mut zur Zartheit

18.00 UMWELTLADEN Vom heimischen Leben der Gartenschläfer

22.00 PARK CAFÉ Party Hard

19.00 KULTURSTÄTTE MONTA Geld, Sex, Leiche

22.00 KREATIVFABRIK Ballroom Blitz

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. 20. Wiesbadener Literaturtage

22.30 SCHEUER, IDSTEIN Scheuernrock

KUNST

23.00 NEW BASEMENT Lovra & Niveska

19.00 MUSEUM WIESBADEN Delacroix - Courbet - Ribot

„Meine ästhetischen Vorstellungen entwickeln sich aus dem, was ich vom Zeitgeist erspüre“: Jil Sander gehört zu den einflussreichsten Modedesigner/innen ihrer Generation. Nach der heutigen Eröffnung ab 19 Uhr präsentiert sie bis zum 6. Mai 2018 im Frankfurter Museum für „Angewandte Kunst“ weltweit ihre erste Einzelausstellung. Die Schau umfasst neben Mode- und Produktdesign auch Architektur und Gartenkunst. Dabei entfaltet sich ein mediales Panorama, dem das Archiv der Modemacherin zugrunde liegt. Entscheidend mitgestaltet hat die Ausstellung in enger persönlicher Zusammenarbeit mit Jil Sander – der Wiesbadener Designer Michael Eibes als Creative Director. www.museumangewandtekunst.de

19.30 CALIGARI FILMBÜHNE 20. Wiesbadener Literaturtage

10.00 BÜRGERHAUS, ERBENHEIM Desginmarkt

19.00 SCHLACHTHOF Lee Fields & The Expressions

4.

19.00 SCHLACHTHOF Fünf Sterne Deluxe

17.00 WAKKER Día de Muertos – Tag der Toten

KONZERTE

Auch in diesem Jahr wird es im Kurhaus wieder eine „Schmuck-TraumReise“ zu erleben geben. Goldschmiedin Sophia Hippe, die ein eigenes Atelier auf der Insel Rügen betreibt, setzt die Tradition der Jahresausstellungen fort. Aus ihrer Galerie „The Phia Design“ bringt sie etwa Colliers mit versteinerter Koralle, Nixentränen-Ohrschmuck aus Seeglas oder Ringe mit reinstem Turmalinquarz in allen Färbungen mit. Darüber hinaus zieht das Werk von Goldschmied Nils Peters noch einmal ins Kurhaus ein. Die „Schmuck-Traum-Reise“ beginnt am Freitag um 17 Uhr. www. sonnenschmuck.com

KONZERTE

LITERATUR

6 ))) Montag

3.-5.

19.00 LOFTWERK Wine-Lounge

22.30 SCHLACHTHOF Bastard Rocks

20.00 THALHAUS 20. Wiesbadener Literaturtage

10.00 NASSAUER HOF Whisky-Tag

SONSTIGES

20.00 GALLI THEATER Belladonna

19.30 SCHLACHTHOF Dotschy Reinhardt - Everybody’s Gypsy

SONSTIGES

10.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Bücher - Kinder - Fantasien

22.00 PARK CAFÉ La Fiesta - Bailando

LITERATUR

13 € ZZGL. GEBÜHR AK 15 €

Das Autohaus Löhr feiert die „LöhrNight Vol. 2“ mit allen Skoda- und Seat-Fans. Ab 19 Uhr wird eingelassen in der Mainzer Straße, und dann wird es ausgelassen, mit Sektempfang, Flying Buffet, Cocktailbar und der wunderbaren Kaye-Ree als Liveact. Am 4. November kommen an gleicher Stelle die Kleinen auf ihre Kosten, wenn ab 10 Uhr der „Familien-Tag“ mit Kinderprogramm, Donuts und Saftempfang läuft.

FAMILIE

BÜHNE

19.30 EV. REFORMATIONSKIRCHE Luther und Europa

11.00 KLOSTER EBERBACH Kultur für Kinder

8.11.

SOLO-PERCUSSION UND MODERATION

FETEN

FAMILIE

SIMONE RUBINO

SONSTIGES

8 ))) Mittwoch

LITERATUR

2./4.

7 ))) Dienstag

18.00 AKZENT THEATER Offene Talentshow

18.00 MUSEUM WIESBADEN Auftakt der 20. Wiesbadener Literaturtage

upART: AKUT 20

SERTAB ERENER

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. 20. Wiesbadener Literaturtage

16.30 JÜDISCHE GEMEINDE WIESBADEN Texte im Überfluss

->Sa., 25.11./19 Uhr Festival für Jazz

->Mo., 27.11./ Kurfürstliches Schloss

LITERATUR

15.00 THEATER HIN & WEG Kleiner König Kalle Wirsch

11.00 SAM - STADTMUSEUM AM MARKT Bürger, schreib’ Geschichte!

MARLENE JASCHKE

PIPPO POLLINA TRIO

BÜHNE

10.00 SONNENBERG, BÜRGERHAUS 3. Bücherflohmarkt

30 JAHRE WILDWASSER

Wiesbaden 26.11.2017 | 19:30 Uhr Alte Schmelze 10 · 65201 Wiesbaden

JAN WEILER

IN MEMORIAM MARGOT HIELSCHER

Neue Heimatklänge: Gipfeltreffen mit Musikern im Exil

20.30 KREATIVFABRIK DBI #14

Zur 30. Festivalausgabe präsentiert exground filmfest ein vielfältiges Programm mit rund 200 nationalen und internationalen Produktionen. Der diesjährige Länderschwerpunkt liegt auf Filmen aus der Türkei. ............................................ 30. EXGROUND FILMFEST 17.11. – 26.11.2017

->Sa., 11.11./19 Uhr Buffet, Tanz & Performance

The Voice of Hollies, 10 CC & Sweet

19.00 SCHLACHTHOF Gov’t Mule

WIESBADENER LITERATURTAGE

5. bis 16. November 2017

->Fr., 10.11.

HHStAW Ludwig Herbst

Frank Witzel

SHANTEL & BUCOVINA CLUB ORKESTAR

©

Kurator

19.30 SCHLACHTHOF Chefboss

15.00 ZUGMANTELHALLE Die Schneekönigin

->Fr., 03.11. IMANY – „Don´t Be So Shy“ -> Sa., 04.11. Zusatztermine:

L I TE RATU R K U N ST FI L M M U SI K P HI L O SO P HI E

19.00 SCHLACHTHOF Lotte

Termine November

5.

Wer hat schon Mut zur Zartheit? Mal ehrlich: Härte ist heute gefragt. Feindbilder sind leichter. Schubladendenken ordnet die Welt – und hilft, das Chaos auszuhalten. Ein Versuch, dem entgegen zu wirken, startet um 18.30 Uhr in der Mauritius-Mediathek: „Wir schlüpfen in die Rollen von weichen Superheld/innen und lassen mutig zarte Töne erklingen“, der Trägerkreis „Wir in Wiesbaden“ öffnet seine Veranstaltungsreihe „Mut zur Zartheit“. Mit dabei sind mutige Stadtpolitiker/innen, ein Kurzfilm voller zarter Aussagen folgt und Silvia Willecke sowie Claus Weyrauther für‘s Musikalische. www.wir-in-wiesbaden.net

Termine an wiesbaden-lokales@vrm.de und termine@sensor-wiesbaden.de

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sensor 11/17

Fr. 3. November, 20.00 Uhr von Liebe Alte Liebe –Alte Elke Heidenreich Sa. 4. November, 20.00 Uhr Momo So. 5. November, 18.00 Uhr Der Blaue Vogel Sa. 11. November, 17.00 Uhr Schneewittchen & die 7 Zwerge So. 12. November, 18.00 Uhr Die kleine Meerjungfrau Rusalka Fr. 17. November, 20.00 Uhr Ein Sommernachtstraum Sa. 18. November, 20.00 Uhr Der Blaue Vogel So. 19. November, 18.00 Uhr Der Kleine Prinz Do. 23. November, 20.00 Uhr Theater, Theater Fr. 24. November, 20.00 Uhr „Parlez-moi d‘amour“ Sa. 25. November, 20.00 Uhr Die Zauberflöte So. 26. November, 18.00 Uhr Grenzen-Los

KONZERTE

KONZERTE

19.00 EV. MARKTKIRCHE Puccini - Messa di Gloria

10.30 DAS WOHNZIMMER Sonntags-Brunch mit Live-Musik

19.00 SCHEUER, IDSTEIN Hole full of love

17.00 THOMASKIRCHE, WIESBADEN I Giocosi

19.00 SCHLACHTHOF Oh Wonder

18.00 THALHAUS Evi Niessner: Chanson Divine

20.30 FRAGMENTE Die bunte Truppe

19.00 SCHLACHTHOF Christian Steiffen

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses: See

20.00 DAS WOHNZIMMER Pamela O’Neal & Band

BÜHNE

BÜHNE

15.00 ZUGMANTELHALLE Die Schneekönigin

15.00 ZUGMANTELHALLE Die Schneekönigin

17.00 VELVETS THEATER Schneewittchen & die 7 Zwerge

18.00 SALON-THEATER Die Tür nebenan von Fabrice Roger-Lacan

19.30 KREATIVFABRIK Schlechte Witze Wettbewerb

18.00 VELVETS THEATER Die kleine Meerjungfrau Rusalka

19.30 SALON-THEATER Die Tür nebenan von Fabrice Roger-Lacan

19.00 KUENSTLERHAUS43 Jugenddämmerung 20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues! LITERATUR 11.00 SAM - STADTMUSEUM AM MARKT Bürger, schreib’ Geschichte! 19.00 SCHLACHTHOF Delayed Night Show FAMILIE 16.00 GALLI THEATER Ali Baba & die 40 Räuber

sensor präsentiert: HUNDRED SEVENTY SPLIT ex Ten Years After BOSSTIME

Do. 02.11. 19 Uhr Fr. 03.11. 19 Uhr

Bruce Springsteen Show

22.30 Uhr Sa. 04.11. 20 Uhr

mit DJs Karin u. Altmeister Gert

HOLE FULL OF LOVE

Sa. 11.11. 19 Uhr

70s AC/DC

22.30 Uhr Do. 16.11. 19 Uhr Fr. 17.11. 19 Uhr

Scheuernrock mit Karin BILLY COBHAM BAND BOPPIN’ B. Rockabilly Show

22.30 Uhr Sa. 18.11. 21 Uhr

Danse Gehn mit DJ Jochen Neon Club mit DJ Bjørn

die 90er & 00er Jahre Party

Fr. 24.11. 19 Uhr 22.30 Uhr Sa. 25.11. 21 Uhr

JESSY MARTENS BAND Power Bluesrock Danse Gehn mit DJ Jochen Clubbing Deluxe DJ George, 80/90er u. Clubhouse

Fr. 01.12. 19 Uhr 22.30 Uhr Fr. 08.12. 19 Uhr Fr. 15.12. 19 Uhr

…the beat goes on Scheuernrock Spezial

REGGATTA DE BLANC Sting u. Police Show Danse Gehn mit Karin HANNE KAH BAND u. Paddy Besser, Sinan u. Mr. Mo

THE DOORS OF PERCEPTION

Karten online Verkauf und mehr Information unter:

02.11. Panakustika – Konzerte für Querhörer I: Analoge Zombies – Museum Wiesbaden (weitere Konzerte 7.12., 18.1., 15.2.) 02.11. Feier-Abend: sensor-After-Work – Das Wohnzimmer 03.11. Albert – Heaven* 03.11. Handyparty – Kulturpalast* 08.11. Klassik im Klub: Simone Rubino/ Percussion – Schlachthof* 09.11. Dona Rosa – die blinde Legende aus Lissabon – Walhalla im Exil: Theater im Pariser Hof* 11.11. Wiesbaden feiert – verschiedene Locations*

20.00 AKZENT THEATER Auf ein Neues! 20.00 DIE HÜTTE Burlesque meets Cabaret 20.00 GALLI THEATER Die Männerschule 20.00 KULTURPALAST Katz & Maus KUNST

23.11. Buchpremiere Alexander Pfeiffer: Gedichtband „Leuchtfeuer“ – Kulturpalast* 24.11. Friedemann Weise: „Die Welt aus der Sicht von schräg hinten“ – Theater im Pariser Hof* 29.11.-3.12. B3 Biennale des bewegten Bildes – FOUR Frankfurt (www.b3biennale.de) 29.11. Martha High & Osaka Monourail – Schlachthof* Für alle mit einem * versehenen Veranstaltungen verlosen wir 3 x 2 Freikarten. Mail mit Angabe der Wunschveranstaltung an losi@sensor-wiesbaden.de

Fühle deine Stadt. Wiesbaden.

11.00 GALLI THEATER Der Wolf & die 7 Geißlein 11.00 MUSEUM WIESBADEN Museumswerkstatt für Kinder 14.00 DER INFOLADEN Bastelwerkstatt für Kinder SONSTIGES 10.00 HOCHSCHULE GEISENHEIM Studieninfotag 10.00 KULTURFORUM Info-Börse “Hessen total international”

12 ))) Sonntag

19.00 SCHLACHTHOF Kadavar / Mantar / Death Alley 19.30 SALON-THEATER Folk-Club: Sean Keane Band 22.00 DAS WOHNZIMMER Jam Session - Stan Petrov & Band BÜHNE 20.00 AKZENT THEATER Männer und andere Irrtümer

LITERATUR 18.00 UMWELTLADEN Streuobstwiesen 19.30 KULTURPALAST Ungeschminkt und Abendbrot

17 ))) Freitag

23.00 NEW BASEMENT Ben Dust & George Perry

14 ))) Dienstag KONZERTE 19.30 KULTURFORUM In Memoriam 19.30 SCHLACHTHOF Wednesday 13 LITERATUR

15 ))) Mittwoch

23.00 KREATIVFABRIK Muvin 5 23.00 SCHLACHTHOF Die Exground Party KONZERTE 19.00 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. Rummelreise 19.00 SCHEUER, IDSTEIN Boppin’ B.

19.30 HENKELL U. CO SEKTKELLEREI Aris Quartett 20.00 TALLEY´S, TAUNUSSTEIN The Changeling 20.00 MAURITIUS-MEDIATHEK Hommage à John Coltrane

BÜHNE

20.00 PARK CAFÉ Salsa Party

20.00 AKZENT THEATER Männer und andere Irrtümer

KONZERTE

20.00 GALLI THEATER 68er Spätlese

19.00 SCHLACHTHOF Poetry Slam 20.00 KREATIVFABRIK FGKH Impro Jam 20.00 GALLI THEATER 68er Spätlese

FETEN

FAMILIE

22.00 PARK CAFÉ Urban Beats

15.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Schreibwerkstatt

8.

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses: Touch

20.00 KAMMERSPIELE Mondscheintarif

BÜHNE

Lee Fields kommt zurück! Einige ezrinnern sich an seine unfassbare Show vor gut vier Jahren, in der (möglicherweise) überfüllten Räucherkammer im Schlachthof. Das Publikum rollte über die Bühne, alle tanzten wie Derwische, vor der Theke, auf der Theke, hinter der Theke, am Mischpult, auf Barhockern. Ein Erweckungsmoment. Wer bis dato nicht wusste, wie sich Soul anfühlt, hat es dort erfahren. Mittlerweile schaut der 66-jährige Fields auf eine 45-jährige Karriere zurück, die 1969(!) begann ...

19.00 SCHLACHTHOF The New Roses

FETEN

19.30 SCHLACHTHOF Big Business

6.

FETEN

BÜHNE

10.00 LOFTWERK Ring-Workshop

Elegante Linien, poppige Farben und außergewöhnliche Formen: Im Bürgerhaus in Erbenheim findet wieder der Markt der wilden drei Jahrzehnte statt. Wer sich nicht mit dem Einheitslook zufrieden geben will, sondern auf Individuelles steht, ist hier richtig. Zahlreiche Aussteller haben wieder alles zusammengetragen, was den Reiz dieser Zeit ausmacht – Plastikmöbel, Lampen, Designklassiker, Schmuck und Mode. Um 10 Uhr öffnen sich die Tore zur Welt des Designs. www.design50er-70er.de

20.00 THALHAUS Christo und Ben David

22.30 SCHEUER, IDSTEIN Danse gehn

19.00 SAM - STADTMUSEUM AM MARKT 250 Geburtstag von J. I. Frhr. von Gerning

FAMILIE

19.00 SCHEUER, IDSTEIN Billy Cobham Band

19.00 SCHLACHTHOF And so I watch you from afar / Kid Dad

LITERATUR

18.11. Willy Nachdenklich: „Nachdenkliche Sprüche mit Bildern“ – Kulturpalast

18.00 SCHLOSS FREUDENBERG DO3. Raus aus der Stadt. Rauf auf den Berg

22.00 PARK CAFÉ La Fiesta

16.00 HANDWERKSKAMMER Mode aus Meisterhand

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. 20. Wiesbadener Literaturtage

KONZERTE

KONZERTE

SONSTIGES

5.

16 ))) Donnerstag

20.00 HESSISCHES LITERATURFORUM 20. Wiesbadener Literaturtage

18.00 MUSEUM WIESBADEN Flechten - Vielfalt am Rande des Existenzminimums

17.-26.11. exground Filmfest, Filmbühne Caligari und andere Orte

www.scheuer.rocks Wallbacher Str. 2, 65510 Idstein-Wörsdorf

20.00 KAMMERSPIELE Alle sieben Wellen

17.00 IHK WIESBADEN Corporate meets Startup

11.00 SCHLOSS FREUDENBERG Frühstück in der DunkelBar

20.00 GALLI THEATER Rottkäppchen: Projekttheaterstück 20.00 KUENSTLERHAUS43 Der kleine Prinz & die 7 Todsünden

SONSTIGES

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. Catalin Dorian Florescu

13 ))) Montag www.velvets-theater.de Tel.: 0611-719971

18.00 JUGENDZENTRUM AKK REDUIT Breakdance- und Hip Hop-Tanzkurs

SONSTIGES

12.00 DER INFOLADEN Weniger Stress durch Achtsamkeit

Termine November

20.00 RHEIN-MAIN-THEATER Saturday Night Fever 20.00 THALHAUS Für Garderobe keine Haftung 20.00 VELVETS THEATER Ein Sommernachtstraum LITERATUR 12.15 MUSEUM WIESBADEN Naturpause: Vom Nutzen der Pilze 19.00 BAHÁ’I-GEMEINDE Einführung in die Baha’i-Religion 20.00 HILDE-MÜLLER-HAUS Ungleichheit, die Ideologische Falle

Ein viertes Mal bringt die von sensor präsentierte Reihe „Klassik Im Klub“ Außergewöhnliches in Schlachthof. Die Idee: Ein junges und neues Publikum durch ungewöhnliche Konzerte im „lockeren“ Rahmen für klassische Musik zu begeistern. Ab 20 Uhr wird Perkussionist Simone Rubino genau dafür sorgen. Der junge Italiener, der 2014 fulminant den ARD Musikwettbewerb gewonnen hat und schon in der New Yorker Carnegie Hall auftrat, läutet nach Martin Grubinger eine neue Ära von Schlagzeugern ein, die sich mittlerweile im klassischen Konzertbetrieb etabliert haben. Beim „Lucerne Festival“ gab Rubino sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern. Neben seinen Auftritten als Solist liegt ihm auch die Kammermusik am Herzen. http://klassik-im-klub.de/ sensor präsentiert und verlost 3x2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de

Termine an wiesbaden-lokales@vrm.de und termine@sensor-wiesbaden.de

29


30

Termine November

sensor 11/17

sensor 11/17

21.00 HOTEL MOTEL ONE Die Bibel - Das Hörspiel deines Lebens FILM 00.00 VERSCHIEDENE ORTE 30. Exground Filmfest “Über Ländergrenzen hinweg” - Fokus: Türkei (bis zum 26.11.)

9.

FESTE 17.30 WIESBADEN MITTE Mitte bei Nacht SONSTIGES 18.30 HEIMATHAFEN Nachhaltigkeitsdialog. Digitale Zukunft

Noch ist das „Walhalla im Exil“ und, um 20 Uhr, wieder im Theater im Pariser Hof, um dort Dona Rosa zu begrüßen: die blinde Legende aus Portugal, als Straßensängerin aus der „Rua Augusta“ in Lissabon von einem Millionenpublikum gehört und von André Heller für den Musikfilm „ Stimmen Gottes“ entdeckt. Heute ist sie auf den Bühnen der Welt unterwegs. Sie berühre mit ihrer Musik die Seelen der Menschen. sensor präsentiert und verlost 3 x 2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de

18 ))) Samstag FETEN 21.00 LENZ Genuine Saturdays 21.00 SCHEUER, IDSTEIN Neon Club 22.00 PARK CAFÉ Party Hard 22.00 PARK CAFÉ Bomba Latina 23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses:Taste

11.

23.00 KONTEXT Harakiri Kitchen 23.00 NEW BASEMENT Pete & Apo Hypnoticz 23.00 SCHLACHTHOF Augen zu und durch

Ja, ist denn schon Weihnachten? Im Velvets Theater durchaus. Denn dort feiert das diesjährige Weihnachtsmärchen, genauer gesagt: „Schneewittchen & die 7 Zwerge“, natürlich nach dem Märchen der Gebrüder Grimm, aber neu inszeniert von Dana Bufková, seine Premiere. Wer kennt nicht die Geschichte der schönen Königstochter, ihrer neidischen Stiefmutter, den sieben lustigen Zwergen sowie dem Prinzen, der dem Ruf seines Herzens folgt ... und bei den Velvets sind die sieben Zwerge kunstvoll gearbeitete Puppen, die farbenfroh um 17 Uhr (sowie am 9. Dezember, 17 Uhr, und 28. Dezember, 15 Uhr) mit viel Magie und Poesie auf die Bühne gebracht werden.

KONZERTE 18.30 SCHLACHTHOF Slime / Dritte Wahl 20.00 EV. REFORMATIONSKIRCHE Rockkonzert Backdoor 20.00 KREATIVFABRIK 7 Jahre: Keep it a secret 20.00 THALHAUS Azurro - Musik und Antipasti 20.30 WAKKER My Sister Grenadine 21.00 SABOT Skuff - Foreign Faces - Janson Grunge BÜHNE

11.

17.00 THEATER HIN & WEG Kleiner König Kalle Wirsch 20.00 KUENSTLERHAUS43 Leichenschmaus & Schwarze Katzen 20.00 KAMMERSPIELE Mondscheintarif

„Gemeinsam die Welt entdecken“, so das Motto der 11. Jugend-Info-Börse „Hessen total international“, auf der sich Jugendliche und junge Erwachsene – von 10 bis 16 Uhr – im Wiesbadener Kulturforum über internationale Bildungs-, Reise- und Begegnungsprogramme informieren können. Bei 30 Anbietern und Institutionen finden sie einen Überblick über Praktika, Au-Pair und Work & Travel-Aufenthalte sowie Jugendbegegnungen, Freiwilligenarbeit, Friedensdienste, Schüleraustausch, und über Stipendien, Auslands-BAföG sowie andere Finanzierungsmöglichkeiten. Weitere Informationen gibt es unter: www.hessen-total-international.de

20.00 AKZENT THEATER Männer und andere Irrtümer 20.00 GALLI THEATER 68er Spätlese 20.00 GEMEINSCHAFTSZENTRUM Jerry ist tot! 20.00 KATH. PFARRZ. ST. PETER UND PAUL Gerd Brömser 20.00 VELVETS THEATER Der blaue Vogel oder die Suche nach dem Glück LITERATUR 11.00 LUISENFORUM Aktionstag des Dachverband Clowns in Medizin und Pflege Deutschland eV. FAMILIE

17.

11.00 GALLI THEATER Hänsel und Gretel 11.00 NASSAUISCHER KUNSTVEREIN NKV Kinder mittenDrin 14.00 GALLI THEATER Die kleine Seejungfrau

Auf der Agenda des nächsten „Nachhaltigkeitsdialogs“ steht das folgende Thema: „Digitale Zukunft“. Dazu zeigt Dr. Tilman Santarius – um 18.30 Uhr im heimathafen – Chancen und Risiken der Digitalisierung für den Ressourcen- und Klimaschutz auf und geht dann der Frage nach, welche Rolle die Digitalisierung für eine nachhaltigere Zukunft spielen kann. Oberbürgermeister Sven Gerich und Umweltdezernent Andreas Kowol diskutieren diese Frage gemeinsam mit dem Publikum.

11.00 LOFTWERK Pralinen-Workshop

19 ))) Sonntag FETEN 19.00 DAS WOHNZIMMER Salsa Jam - Navid Mirzazadeh 22.00 PARK CAFÉ Urban Beats KONZERTE 10.30 DAS WOHNZIMMER Sonntags-Brunch mit Live-Musik 17.00 EV. BERGKIRCHE Luthers mystische Laute 18.00 THALHAUS Enjoy the Music 20.00 KURHAUS Luwig Güttler & das Leipz. Bach-Collegium BÜHNE 15.00 BÜRGERHAUS TAUNUS Die Schneekönigin 15.00 THEATER HIN & WEG Kleiner König Kalle Wirsch 18.00 KUZ EICHBERG, ELTVILLE Vom Rheingold und seinen Göttern 18.00 AKZENT THEATER Männer und andere Irrtümer

FAMILIE

FETEN

18.00 NASSAUISCHER KUNSTVEREIN cresc Biennale. Tectonics Mosaic I

11.00 GALLI THEATER Rapunzel

LITERATUR

22.00 PARK CAFÉ La Fiesta - Bailando

14.30 LAB-GEMEINSCHAFT Literatur-Gesprächskreis

20.00 THALHAUS Pavel Klimashevsky Nonett

15.00 KURHAUS Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

22.30 SCHEUER, IDSTEIN Danse gehn

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. Dr. Alf Fink bespricht Neuerscheinungen

20.00 NASSAUISCHER KUNSTVEREIN cresc Biennale. Tectonics Mosaic II

15.30 KUENSTLERHAUS43 Hans im Glück

23.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses

BÜHNE

20.00 KAMMERSPIELE Mondscheintarif

23.00 NEW BASEMENT Marika Rossa & Sofian & Jule

15.00 BÜRGERHAUS TAUNUS Die Schneekönigin

16.00 AARTALHALLE Hänsel und Gretel

23.00 KREATIVFABRIK Mach mal langsam

20.00 KUENSTLERHAUS43 Münchhausen weiß was Wähler wollen

KONZERTE

20.00 KAMMERSPIELE Traumfrau verzweifelt gesucht

18.00 KULTURFORUM Stipendiatenkonzert des R.-Wagner-Verb.

20.00 AKZENT THEATER Venus im Pelz

19.00 SCHEUER, IDSTEIN Jessy Martens Band

20.00 GALLI THEATER Froggy

KONZERTE

19.00 SCHLACHTHOF Interstellar Overdrive

20.00 VELVETS THEATER Die Zauberflöte

19.30 SCHLACHTHOF Schnipo Schranke

19.30 TALLEY´S, TAUNUSSTEIN Duo Naomi

20.00 BOOTSHAUS-GASTSTÄTTE Vom Rheingold und seinen Göttern

LITERATUR

20.00 KAMMERSPIELE Gut gegen Nordwind

SONSTIGES 18.00 VILLA SCHNITZLER Schlage die Trommel & fürchte dich nicht! 19.00 ZIMT & KORIANDER Vegan-Treff

22 ))) Mittwoch FETEN 20.00 PARK CAFÉ Salsa Party KONZERTE

20.00 THALHAUS Barbara Ruscher: Ekstase ist nur eine Phase

10.30 MUSEUM WIESBADEN Natur unter die Lupe genommen 11.00 GALLI THEATER Das tapfere Schneiderlein 11.00 MUSEUM WIESBADEN Offenes Atelier 14.30 BRENTANO-SCHEUNE Schwimm, Socke schwimm 15.30 KUENSTLERHAUS43 Hans im Glück 16.00 AARTALHALLE Hänsel und Gretel

FILM 19.00 DER INFOLADEN Seefeuer: Film & Diskussionsabend FAMILIE 15.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Sehen - Hören - Mitmachen 18.00 JUGENDZENTRUM AKK REDUIT Breakdance- und Hip Hop-Tanzkurs FEST 18.00 VERSCHIEDENE ORTE cresc... Biennale für Moderne Musik (bis zum 26. November in Frankfurt RheinMain)

23 ))) Donnerstag

16.00 BRENTANO-SCHEUNE Schwimm, Socke schwimm

KONZERTE

16.00 GALLI THEATER König Drosselbart

19.00 SCHLACHTHOF Itchy

SONSTIGES

19.30 SCHLACHTHOF Da Cruz

13.00 SCHLACHTHOF Weiberkram

20 ))) Montag KONZERTE 19.00 SCHLACHTHOF Nasty BÜHNE 20.00 GALLI THEATER Die Geisterbahn FAMILIE 10.00 RONCALLI-HAUS Musikgarten 18.00 MOJA-LADEN JugendTreff SONSTIGES 18.00 RADIO RHEINWELLE Blaue Stunde. sensor-Chefredakteur Dirk Fellinghauer zu Gast bei Jutta Szostak. Bestandsaufnahme “Wir in Wiesbaden”.

21 ))) Dienstag

16.00 AARTALHALLE Hänsel und Gretel

KONZERTE

16.00 GALLI THEATER König Drosselbart

18.30 SCHLACHTHOF Wincent Weiss

SONSTIGES

19.30 SCHLACHTHOF The Flying Eyes

19.30 SALON-THEATER Folk-Club: The Tannahill Weavers 20.00 KREATIVFABRIK Open Stage 20.00 KURHAUS It’s Glenn Miller Time 22.00 DAS WOHNZIMMER Jam Session - Stan Petrov & Band

11.00 GALLI THEATER Rumpelstilzchen. 11.00 MUSEUM WIESBADEN Museumswerkstatt für Kinder

BÜHNE

19.00 BRENTANO-SCHEUNE Gerd Brömser: Wei(h)n-Achten

FAMILIE

2. Mainzer

20.00 KURHAUS 2.Sinfoniekonzert - WIR 2

20.00 GALLI THEATER Froggy

11.00 SAM - STADTMUSEUM AM MARKT Bürger, schreib’ Geschichte!

FAMILIE

18.00 SCHLACHTHOF Testament

18.00 VELVETS THEATER Der Kleine Prinz

LITERATUR

24 ))) Freitag

KONZERTE

BÜHNE

15.00 KURHAUS Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

25.11.17 MAINZ HALLE 45 17 Uhr TICKETS: www.wv-konzerte.de

16.00 AARTALHALLE Hänsel und Gretel 16.00 GALLI THEATER Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren SONSTIGES

20.00 RUDERSPORT 1888 Quiet Fire 20.00 VELVETS THEATER Parlez-moi d’amour 21.00 EV. BERGKIRCHE Nachtklänge 21.00 SCHLACHTHOF Acid Arab BÜHNE 19.00 MAURITIUS-MEDIATHEK Improvisationstheater – mit Claudia Stump

09.30 SCHLOSS FREUDENBERG Hara zum Frühstück

26 ))) Sonntag FETEN 22.00 PARK CAFÉ Urban Beats KONZERTE 10.30 DAS WOHNZIMMER Sonntags-Brunch mit Live-Musik 15.00 SCHLACHTHOF Konzert zum Exground Filmfest

19.30 BRENTANO-SCHEUNE Bodo Bach

16.00 EV. REFORMATIONSKIRCHE Konzert mit Malerei

20.00 KAMMERSPIELE Traumfrau verzweifelt gesucht

17.00 SCHLOSS BIEBRICH Andreas Hertell Quintett feat Tony Lakatos

20.00 AKZENT THEATER Venus im Pelz 20.00 GALLI THEATER Froggy 20.00 THALHAUS Kabbaratz: Klassenkampf LITERATUR 12.15 MUSEUM WIESBADEN Naturpause: Leben im Korallenriff

SONSTIGES 14.00 SCHLOSS FREUDENBERG Erfahrungsfeld Winter -22°C

27 ))) Montag

FAMILIE 10.00 RONCALLI-HAUS Musikgarten 18.00 MOJA-LADEN JugendTreff

28 ))) Dienstag 19.00 SCHLACHTHOF Morbid Angel BÜHNE 19.30 KUNSTHAUS Improvisohrium LITERATUR 19.30 LIT.HAUS VILLA CLEMENTINE Pablo Neruda: Lesung mit Musik

29 ))) Mittwoch FETEN

KONZERTE 19.30 SCHLACHTHOF Martha High & Osaka Monaurail

18.00 KREATIVFABRIK Suzi’s Diner: EvilMrSod

BÜHNE 20.00 GALLI THEATER Illusio

LITERATUR

FAMILIE

18.00 BOOTSHAUS-GASTSTÄTTE Vom Rheingold und seinen Göttern

15.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Schreibwerkstatt

FETEN

18.00 AKZENT THEATER Venus im Pelz

18.00 JUGENDZENTRUM AKK REDUIT Breakdance- und Hip Hop-Tanzkurs

19.30 WAKKER Mixtape #7 – A Lot Of Sorrow

18.00 VELVETS THEATER Grenzen-Los

SONSTIGES

21.00 SCHEUER, IDSTEIN Clubing Deluxe

19.00 KUENSTLERHAUS43 Mord in Aussicht

FAMILIE

22.00 SCHLACHTHOF Kack Kommerz Party

19.00 KURFÜRSTLICHE BURG Stringeling...!

10.30 MAURITIUS-MEDIATHEK Bücher - Kinder - Fantasien

22.00 DAS WOHNZIMMER 7 Senses: Balance

LITERATUR

SONSTIGES

22.00 KONTEXT E-Tanz

20.00 VELVETS THEATER Theater, Theater, Komödie LITERATUR 20.00 KULTURPALAST Alexander Pfeiffer: Leuchtfeuer

19.00 CALIGARI FILMBÜHNE Weinpräsentation

22.00 PARK CAFÉ Party Hard 23.00 NEW BASEMENT Adana Twins 23.00 KREATIVFABRIK Discolution

11.00 SAM - STADTMUSEUM AM MARKT Bürger, schreib’ Geschichte! 17.00 LOGE PLATO Der Dichterfürst am Rhein 18.30 SCHLOSS FREUDENBERG Dreigliederung als Gestaltungsprinzip in Natur- und Kulturevolution

Tausende Lichter tanzen im Takt der Musik: Die Taschenlampenkonzerte der Band Rumpelstil sind ein magisches Spektakel, eine Mischung aus Familienkonzert und Abenteuer. Nach ausverkauften Shows in ganz Deutschland nun wieder in der Mainzer Halle 45.

20.00 THALHAUS Weihnachten fällt aus! Josef gesteht alles!

18.00 SCHLACHTHOF Sehnsucht Torre - mit Thomas Huber

25 ))) Samstag

25.

20.00 PARK CAFÉ Salsa Party

21.00 HOTEL MOTEL ONE Die Bibel - Das Hörspiel deines Lebens

20.00 THALHAUS Martin Herrmann

Bei der Biennale für Moderne Musik, kurz: „cresc...“, bündeln hochklassige Kulturinstitutionen ihre Kräfte. „cresc...“ versteht sich als maßgebliches Forum für Moderne Musik. Von Schlüsselwerken aus dem 20. und 21. Jahrhundert bis hin zu Uraufführungen junger Komponisten stellt es alle zwei Jahre ein breites Spektrum vor. Mit den profilierten Klangkörpern „Ensemble Modern“, dem „hr-Sinfonieorchester“ und der „hr-Bigband“ reiht es sich dabei fraglos in die Riege internationaler Festivals ein. Schauplätze in Wiesbaden sind am 3. Festivaltag – Samstag, 25. November – das Staatstheater und der Nassauische Kunstverein. www.cresc-biennale.de

19.00 WEINVERITAS After Works

15.00 BÜRGERHAUS TAUNUS Die Schneekönigin

20.00 KUENSTLERHAUS43 Poetry Slam

22.26.

KONZERTE

19.00 HAUS DER VEREINE Kochbücher

BÜHNE

„Mitte bei Nacht“. Das heißt: pulsierendes Wiesbadener Kiezleben zu später Stunde, das heißt: alternative Shoppingfreude in entspannter Atmosphäre, das heißt auch: spannende neue Orte entdecken – rund um Luxemburgplatz, Karl-, Adelheid- und Herderstraße bis zum Kaiser-Friedrich-Ring – und das heißt: Angebote, Aktionen, Vorführungen, Tastings, Gewinnspiele und Genüssliches! Wer im Vorjahr schon dabei war, weiß Bescheid. Für alle anderen: Je nach Wetter warm einpacken und ab in die Mitte der Stadt – von 17.30 bis 22 Uhr. Zum Flanieren und Probieren. Alle Infos, (Mit-)Macher etc. unter www.facebook.com/MitteBeiNacht/

19.00 FRAGMENTE Ivan Illich

20.00 FESTHALLE FRANKFURT Yellol

BÜHNE

17.

16.00 GALLI THEATER Der Teufel mit den 3 goldenen Haaren

18.00 THALHAUS Ein Engel steigt hernieder

19.30 ALTE SCHMELZE, WIESBADEN Neue Heimatklänge - Eröffnungskonzert: “Weltmusik in Hessen” (bis 23. Juni 2018)

Termine November

19.30 LITERATURHAUS VILLA CLEMENT. Jan Wagner

26.

09.30 SCHLOSS FREUDENBERG Die Weisheit schläft in der Natur?

30 ))) Donnerstag KONZERTE 18.30 SCHLACHTHOF The Amity Affliction 19.30 SALON-THEATER Folk-Club: Zydeco Annie & Swamp Cats 20.00 THALHAUS Jean-Claude Séférian: Souvenirs de Noël

„Was ist der Soundtrack unserer Zeit?“: Um das zu beantworten, wird das Ohr an den Puls der Klangwellen dieser Welt gelegt. Das Projekt „Weltmusik in Hessen“ vom 26. November bis zum 23. Juni im folgenden Jahr steht unter dem Dach des aktuellen Kulturfonds-Schwerpunktthemas „Transit“ und bringt Weltmusik-Konzerte in kleinere Orte in Frankfurt Rhein-Main. Die Konzerte sollen eine weltoffene Region präsentieren und zeigen eindrucksvoll den musikalischen Reichtum der Welt und gelebte Werte wie Achtung der kulturellen Identität, Freiheit des Wortes und der Stimme sowie Solidarität in Zeiten von Krieg, Terrorismus und Exil. Das Auftaktkonzert findet Wiesbaden statt, in der Alten Schmelze mit „Neuen Heimatklängen“ beim Gipfeltreffen mit Musikern im Exil: Aramesk und das Refugees for Refugees Quintett bestreiten den Abend. http://ftp.kulturfonds-frm.de/

Termine an wiesbaden-lokales@vrm.de und termine@sensor-wiesbaden.de

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sensor 11/17

2x5 Isabelle Acker, Sinnstifterin und YouTuberin, 22 Jahre Interview Dirk Fellinghauer

Foto Arne Landwehr

Beruf Für deine jungen Jahre hast du schon einen beachtlichen Lebenslauf – wie schaut der aus im Schnelldurchlauf? Nach meinem Abitur 2013 wusste ich überhaupt nicht, was ich machen soll. Ich habe dann erst mal ein Designpraktikum gemacht für drei Monate. Eigentlich wollte ich immer als Au-pair in die USA. Dann bin ich aber zum Freiwilligen Sozialen Jahr beim „People´s Theater“ in Offenbach gekommen. Das war das beste Jahr meines Lebens. Wir sind mit dem Projekt „Mentoren für eine friedlichere Gesellschaft“ jeden Tag in Schulklassen gegangen und haben über interaktives Theater soziale Kompetenzen vermittelt. Anschließend war ich drei Monate bei dem Fernsehsender Hamburg 1, dann drei Monate in Asien und drei Monate in München bei „Galileo“, das war auch richtig cool. Im Oktober 2015 habe ich schließlich ange­ fangen, Film zu studieren. Neben deinem Studium bist du vielfältig für eine bessere Welt unterwegs. Mir ist es immer wichtig, etwas zu machen, was sinnstiftend ist, also positiv zur Gesellschaft beiträgt – auch über meinen YouTubeKanal. Die Idee kam durch mein Soziales Jahr. Ich habe gemerkt: Wow, ich habe ein Jahr lang aktiv etwas bewegen können in der ­Gesellschaft. Aber ich war einfach erst 19 – das fand ich so krass. Weil jeder erzählt, du musst erst mal was werden, um etwas zu be­ wegen. Und ich habe das schon in diesem Jahr irgendwie geschafft. Da habe ich gedacht, okay, wenn ich diese Fähigkeit habe, möchte ich das weiter auch tun und zu etwas nutzen, was die Menschen bewegt. Was genau willst du erreichen mit deinem YouTube-Kanal „Isy´s Kopfparty“? Ganz viel liegt in diesen kleinen Momenten, die ganz viel ver­ ändern. Wenn an der Supermarktkasse eine Kassiererin sitzt und mir einfach nett Hallo sagt, das erleuchtet schon meinen Tag. Das Gleiche kann ich bei anderen auch bewirken. Ich starte kleine „Acts of Kindness“. Es geht aber auch um philosophische Fragen, dass ich Leute aus aller Welt frage, was ist Glück, was ist Liebe, wie kann man die Welt verändern? Jetzt möchte ich zunehmend Porträts von inspirierenden Menschen und Vorbildern dazu nehmen. Und selber noch ein paar Erfahrungen teilen. Also sehr vielfältig, deshalb heißt der Kanal auch „Kopfparty“, weil man nie weiß, was passiert. Ich selber weiß das nie. Machst du das alles als One-Woman-Show? Ich würde mir voll wünschen, dass ich noch ein Team hätte. Aber es ist ultraschwer, Leute dazu zu bewegen, ihre Zeit für eine Vision zu teilen. Ich finde es selber total schwierig, passende Praktika oder Jobs zu finden, weil ich Ansprüche habe an sinnvollen Content. Hier in Wiesbaden kenne ich keine Produktionsfirma, die gute Inhalte macht. Die paar Firmen, die das machen, sind dann eher in L.A., zum Beispiel „Soul Pancake“. Da bewerbe ich mich auch stän­ dig. Mal schauen, ob irgendwann eine Antwort kommt. Verdienst du auch Geld mit deiner Filmarbeit? Ich könnte mich als Videographer anbieten. Das machen viele Kom­ militonen für irgendwelche Firmen und Werbeproduktionen. So etwas möchte ich aber nicht machen. Manchmal habe ich Assistentenjobs zum Beispiel für den WDR oder HR oder beim Film. Mein Traum ist es, als Redakteurin unterwegs zu sein. Deshalb überlege ich, eine Produktionsfirma aufzubauen so wie eben „Soul Pancake“, die einfach coole Themen haben und das machen, was der Welt etwas bringt.

2x5 Interview

Mensch Warst du schon immer so wiss- und inspirationsbegierig? Tatsächlich war es nicht immer so. Als ich 15 war, hat mir meine damalige beste Freundin erzählt, dass sie in Afrika ganz viele arme Menschen gesehen hat. Dadurch, dass sie es erlebt hat, war es viel näher und unmittelbarer als in den Nachrichten. Das fand ich voll schockierend. Ich lese seitdem sehr viele Bücher. Am Anfang über die Wirtschaft – ich habe mich mit dem Kapitalismus beschäftigt und sehe den recht kritisch –, jetzt mehr über ganz unterschiedliche Themen, sehr viel über Schulen, Philosophie, Astronauten ... Du kommst gerade aus Kolumbien zurück. Was hast du dort gemacht? Ich war in Bogotá auf dem „One Young World Summit“, einem globalen Zukunftsforum mit jungen Menschen aus aller Welt. Ich habe backstage unglaubliche Leute getroffen wie den früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan, Cher, Bruce Dickinson von Iron Maiden, Bob Geldof. Auch Jérôme Jarre. Das ist auch so ein krasser Typ, der durch Videos die Welt verändern möchte. Er hatte damals 8 Millionen Follower auf der Plattform „Vine“. Er ist ein Vorbild für mich. Ich wollte ihn filmen, von ihm lernen, Energie mitnehmen – das konnte ich. Außerdem habe ich mir alle Reden angehört. Teil­ weise habe ich geweint, es war sehr emotional. Das Tolle dort ist, dass man sich die Probleme der Welt vergegenwärtigt, gleichzeitig werden aber auch Lösungen präsentiert. Das war wunderschön. Du bist jetzt „One Young World Ambassador“. In welche Richtungen gehen die Lösungen für die Probleme der Welt? Die Hauptaussage war ganz oft: „Just do it“. Wenn du eine Idee für eine Lösung hast: Mach´ es einfach. Jeder ist motiviert, etwas zu machen. Das können auch Kleinigkeiten sein. Die wichtigste Fähig­ keit eines Menschen ist es, offen zu sein, lernbereit und bereit, den anderen zu verstehen. Dadurch kann ganz viel vermieden werden. Wenn Kofi Annan uns jungen Leuten sagt „You lead the change in the world“ – dann hat man Gefühl, man muss dem gerecht werden. Blickst du optimistisch in die Zukunft? In meinem persönlichen Umfeld sind nur Leute, die irgendwas be­ wegen. Wir müssten viel mehr zurückschrauben in kleinen Dingen. Zum Beispiel Film ist eine so krass große Industrie, wo auch so viel verschwendet wird. Allein die Plastikcups an den Sets. Es wurde noch nie gesagt, Filme sind umweltschädlich. Es gibt so viele Filme, die anderthalb Stunden laufen, die hat man sofort danach komplett vergessen. Und trotzdem wird da so viel Zeit und Geld reingepumpt und Energie verschwendet. Deshalb will ich nur Filme machen, die etwas Sinnvolles verbreiten. Ich reise nur für Events, wo ich auch aktiv etwas produziere, also zum Beispiel Filme, die bereichernd sind – persönlich versuche ich nicht in den Urlaub zu fliegen, weniger Fleisch zu essen, auch so eines der krassen Umweltdinger. Diese Kleinigkeiten … wenn man weiß, wie wichtig das ist und weiß, es gibt schon Leute, die das machen, dann wird es irgendwann zur Norm. Das wäre halt cool. Deshalb bin ich auch optimistisch. Du hast eine ansteckend fröhliche Ausstrahlung. Bist du auch mal schlecht gelaunt? Mir fällt es sehr leicht, wenn ich gut gelaunt bin, andere zum Lachen zu bringen. Ich würde es Energie im Alltag nennen. Das kann man mit jedem herstellen. Wenn ich aber zum Beispiel in der Uni bin, geht es mir nicht so gut. Ich drehe gerade eine Bildungsdoku. Damit will ich zeigen, dass jeder die Freiheit haben sollte, zu lernen, das zu machen, was er will. Ich bin deswegen auch ein Fan vom glo­ba­len Grundeinkommen. Es gibt so viele Menschen wie mich, die in­trin­ sisch motiviert sind und so viele Dinge machen wollen und für die Uni eher Zeitverschwendung ist. Ich liebe es ja zu lernen. Aber in der Uni lerne ich leider nicht so viel. Aber ohne Bachelor kein Job. Das ist so schade. Deshalb mache ich die Doku, um hoffentlich zu zeigen: Es ist okay, wenn man nicht studiert.

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Na wird´s bald? Langsam, aber sicher: Die Wiesbadener Ausgehszene entdeckt die Studenten – und umgekehrt? Der AStA hilft nach.

Es ist immer wieder die gleiche Leier, aber es ist halt auch immer was dran. Noch zumindest. Wiesbaden und Studentenstadt, das passt nicht so recht zusammen. Oder vielleicht doch? Wir sind losgezogen und ha­ ben zarte Pflänzchen im Wiesbadener Nachtleben entdeckt, die nun wach­ sen könnten. Auch mit Unterstützung des AStA. Sascha Lenz spricht zwar Studenten nicht gezielt an, heißt sie aber gerne in seiner Cocktailbar mitten in der Altstadt willkommen – zum Beispiel mit „humanen“ Preisen für Qualitäts­ drinks. Und: Jeden Mittwoch kostet

der Gin-Hausdrink „Der Lenzinger“ den ganzen Abend nur 6 Euro. „Zu­ dem sind alle unsere Veranstaltungen mit DJs, 80er oder 90er Partys oder Livemusik ohne Eintritt“, betont Lenz und schiebt nach: „Immer!“ Der Bar­ profi hat das Gefühl, dass die Studis in seinem Laden „in den letzten Mo­ naten immer mehr werden“ und hat auch eine Erklärung: „Ich glaube, dass auch der Student gute Qualität anstatt Quantität à la Happy Hour für 3 bis 4 Euro in der Kette vorzieht.“ Am Rande der Stadt bei der Kreativfa­ brik freut man sich, „seit ein paar Se­ mestern Anlaufpunkt für diverse Er­

stikneipentouren zu sein“, oder auch für die Semesterabschlussparty der Kommunikationsdesigner. „Klar, da gibt es immer ein paar Getränkespe­ cials und Studis haben freien Ein­ tritt“, berichtet Cornelius Koog. Der „Krea“-Mann sieht Luft nach oben: „Für die Zukunft denke ich, dass da noch einiges mehr gehen kann, da Wiesbaden im Vergleich zu Mainz als ‚Studistadt‘ noch hinterher hinkt. Aber es wird. Und wir sind gerne da­ bei.“ Das gilt auch für den Kulturpa­ last. Hier gibt es laut Auskunft von Britta Schuster ermäßigten Eintritt für Studis etwas beim Theater oder bei Partys wie Extraordinary oder der Neontanzattacke, außerdem den AStA-Kneipenabend „Gedankengut“ mit „Studi-Gedeck“ und immer wie­ der gerne Kooperationen, sei es mit der Wiesbaden Business School, dem AStA der Hochschule RheinMain oder der „Studentenfutter“-Reihe. Rund um den Sedanplatz ballt sich das studentische Ausgehgeschehen, sei es bei Alteingesessenen wie „Lo­ kal“ und „tante simone“ oder bei den neueren Szenespots wie „Schoppen­

hof“ und „Heaven“. Dort werden die „Getränkepreise generell günstig ge­ halten“, erklärt Betreiberin Linda Zimmermann und berichtet: „Un­ sere Veranstaltungen im ‚Schwarzen Salon‘ werden gerne von Studenten besucht.“ Absolutes Highlight sei die monatliche Ping Pong-Night. Aber auch Konzerte, Clubabende und an­ dere Veranstaltungen würden sehr gerne von Studenten besucht.

und wieder schmeißen wir auch mal eine Studi-Party mit speziellen Ange­ boten“, erzählt die für PR, Marketing und Booking verantwortliche Sophia Seitz. Außerdem gebe es individu­ elle Getränkespecials nach Abspra­ che, etwa bei Semestertreffen oder Ersti-Partys: „Wir machen das dann individuell abhängig von den TrinkVorlieben.“ Mit Blick in die Studen­ tenstadt Mainz haben die Wohnzim­ mer-Macher die Idee, „auch gerne an einem Mittwoch die Stadt zu bele­ ben“. Einmal im Monat gibt es die „Bergfest-Party“ mit wechselnden Elektronik-DJs, freiem Eintritt und Longdrink- und Shot-Specials: „Los geht es schon um 20 Uhr – damit man es am nächsten Tag auch eventuell in die Uni schafft“, sagt Seitz lachend. Wenn es um das Grundsätzliche geht, wird sie schlagartig ernst: „Wir möchten, gemeinsam mit den ande­ ren Gastronomen, versuchen, gegen das Club- und Barsterben in Wies­ baden anzukämpfen. Wenn man sich mal zurückerinnert, was das Nacht­ leben der Landeshauptstadt noch vor ein paar Jahren alles zu bieten hatte, dann macht einen das wirk­

Das New Basement in der Schwal­ bacher Straße setzt ebenfalls ver­ stärkt auf akademisches Partyvolk: „Wir wünschen uns, dass die Stu­ denten wieder mehr im Wiesbade­ ner Nachtleben unterwegs sind. Des­ halb bieten wir ihnen ab dem 3. No­ vember einen ermäßigten Eintritt vor Mitternacht an“, kündigt Vincenzo Giocchino an: „Wir sehen das Poten­ zial als sehr groß an und sind gerade dabei, unseren Fokus auch mehr in diese Richtung zu bewegen.“ Studifreundlich zeigt sich auch „Das Wohnzimmer“ ein paar Häuser weiter oben auf der Schwalbacher. Hier gibt es keine festen Angebote, aber: „Hin

Sie machen den Wiesbadener Studis Beine. Alina Schmidt (links) und Tanja Vitucci vom AStA-Kulturreferat legen sich ins Zeug für eine studentische Ausgeh- und Kulturszene in der Stadt.

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lich traurig.“ Es gelte, nun den „Puls der Stadt“ aufzugreifen und „auch der jüngeren Generation die Mög­ lichkeit zu bieten – auch ohne Zug­ fahrten in andere Großstädte – aus­ gehen zu können.“ Als tapfere Kämpfer an ihrer Seite haben die Gastronomen den studen­ tischen AStA (www.asta-hsrm.de), allen voran das Kulturreferat. „Unser oberstes Ziel ist es, die studentische Kultur im oft als langweilig und öde verspotteten Wiesbaden zu erhöhen. Dafür suchen wir neben unseren bestehenden Kooperationen immer nach neuen Kooperationspartnern, die das Studi-Leben mit uns auffri­ schen und neue Angebote schaffen wollen“, erklären Tanja Vitucci und Alina Schmidt. Welche das, auch im Kulturleben, genau sind und was es mit dem geplanten „Studi-KneipenDonnerstag“ für Wiesbaden auf sich hat, steht ab 2. November auf www. sensor-wiesbaden.de Dirk Fellinghauer Foto AStA Hochschule RheinMain

Die Cocktailbar inmitten der Wiesbadener Altstadt.

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(Nicht nur)

Studis willkommen!

Studentenfutter ist ein Programm des Netzwerkes der Wissenschaft c/o Hochschulbeauftrage, Wilhelmstraße 32, 65183 Wiesbaden Facebook.com/studentenfutter.wiesbaden

c/o* - food | bar | lounge - Moritzstraße 52 - 65185 Wiesbaden Täglich ab 18 Uhr - Tel. 0611 / 3 60 29 12 - www.co-wiesbaden.de

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Sehnsucht, Sex, Obsessionen B3: Aufregender Hotspot für Kreative

Mit Lust und Farbengewalt demontiert Federico Solmi die Diktatoren unsere Zeit. Bei der B3 wird er seine gigantische Video-Außeninstallation „The Great Farce“ als Weltpremiere präsentieren.

entdeckt das Begehren

Am Tag verbringen die Menschen im Schnitt fast fünf Stunden mit bewegten Bildern, sagen aktuelle Studien. Zunehmend erobern diese auch den öffentlichen Raum und die Kunst. Diesen Entwicklungen wid­ met sich seit 2013 alle zwei Jahre die B3 Biennale des Bewegten Bil­ des – längst ein zentraler internati­ onaler Hotspot für Kreative aller Dis­ ziplinen mit Kunst, Konferenz-Pro­ gramm, Film und Ausstellungen. Das üppige Angebot der B 3 hat allein in den Jahren 2015/2016 rund 370.000 Besucher erreicht. Liebe, Gier, Lust, Sehnsucht, Angst, Verlangen – das menschliche Begeh­ ren in all seinen Ausprägungen steht im Mittelpunkt der diesjährigen B3. In

der zentralen Leitaustellung verarbei­ ten 80 Künstler aus 20 Ländern in Vi­ deoinstallationen, Filmen, aber auch per Computerspiel sowie in Virtual und Augmented Reality-Projekten unter dem Leitthema „ON DESIRE“ Themen wie Identität, Macht, Reli­ gion, Heimat, Flucht, Sexualität. „Die hohe Zahl der Welt- und Deutschland-Premieren und die vie­ len eigens für die B3 produzierten Werke zeigen: Wir haben mit unse­ rem Leitthema einen Nerv getroffen“, sagt Prof. Bernd Kracke, Künstleri­ scher Leiter der B3: „Angesichts der vielen politischen und ökonomischen Verwerfungen in der Welt fühlen sich viele Künstler aufgerufen, klare Po­ sitionen zu beziehen.“

So wird die B3 Schauplatz einer Welt­ premiere des italienisch-amerikani­ schen Künstlers Federico Solmi, der auch eine Master Class halten wird. Mit seinem Bilder-Mix aus Games, Pop-Kultur und Zeichnungen begeis­ tert Solmi die internationale Kunst­ welt. Auf der B3 2017 wird der New Yorker mit „The Great Farce“ sein bis­ her größtes Animationsprojekt im öf­ fentlichen Raum vorstellen. Die 9-Ka­ nal-Video-Installation wird die Fas­ sade des Schauspiels Frankfurt mit einem Gesamtpanorama bespielen. Spektakulär wird auch der zentrale Ort des Geschehens. Das B3 Festival­ zentrum wird mitten in der Frankfur­ ter Innenstadt, auf dem Gelände des einstigen Deutsche Bank-Areals und

künftigen Hochhausquartiers FOUR Frankfurt, eingerichtet. Im Film­ programm reicht das Themenspekt­ rum von poetischen Liebesgeschich­ ten, Sehnsucht nach Erlösung, Uto­ pien bis zur Pornoproduktion 2.0. Mit dem B3-Parcours wirkt B3 ins RheinMain-Gebiet hinein, so auch zum Nassauischen Kunstverein in Wies­ baden (siehe „Perlen des Monats“). B3 Biennale, 29. November bis 3. Dezember. Das volle Programm: www. b3biennale.com – sensor verlost 10 x 2 Tagestickets: Mail an losi@ sensor-wiesbaden.de

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Guten Hunger!

Provokante Thesen bringt Wolfgang Gründinger mit zu „Studentenfutter“. Die stehen auch in seinem Buch „Alte Säcke Politik“. Wir verlosen 3 Exemplare. Mail bis 10. November an losi@sensorwiesbaden.de

Die Stadt verabreicht wieder „Studentenfutter“

Genug im WG-Kühlschrank und trotzdem hungrig? Da hilft „Stu­ dentenfutter“. Dieses verabreicht das von der Stadt initiierte und koordi­ nierte „Netzwerk der Wissenschaft“ erneut mit der gleichnamigen Ver­ anstaltungsreihe zum Semesterstart. Frisch gebackene Studenten, ältere Semester und die ganz alten Hasen werden animiert, die Bücher zuzu­ klappen und Ausgehluft zu schnup­ pern. Oder auch, sich zu politischem Engagement anstiften zu lassen.

Endlich Schluss mit der „Alte-SäckePolitik“, denn „der Jugend gehört die Zukunft, den Alten alles andere“ – mit dieser provokanten These eröff­ net „Zukunftslobbyist und Generati­ onen-Erklärer“ Wolfgang Gründin­ ger, Jahrgang 1984, eine spannende Diskussion. Er kritisiert die Neigung, sich in Politik und Gesellschaft nur am aktuellen Bedarf und nicht an den Zukunftsfragen zu orientieren und fordert „radikales Umsteuern“ Mit seinem Buch „Alte Säcke Politik

– Wie wir unsere Zukunft verspielen“ kommt Wolfgang Gründinger am 16. November in den heimathafen.

Gerich, temporär zum Ehrenprof er­ nannt, eröffnet den Partyabend mit eigener Auswahl an tanzbarer Mucke.

Im Hirn spielt die Musik Entspannt, unterhaltsam und er­ kenntnisreich wird es am 17. Novem­ ber im 60/40, wenn sich der „Science Pub“ zum dritten Mal Wissenschaft­ ler in die Kneipe holt. „Im Hirn spielt die Musik“ widmet sich ganz locker der Frage „Wie Musik und Akustik die Wissenschaft beschäftigen“. Pro­ fessoren der unterschiedlichen Fach­ richtungen rücken am 18. November mit dem, was die heimische Platten­ kiste zu bieten hat, im Kulturpalast an. Bei „My Prof is my DJ“ zeigen die Profs der Wiesbadener Hochschulen motiviert, was sie außer Lehre und Forschung so drauf haben. OB Sven

Die besten Science-Slammerinnen und -Slammer Deutschlands kom­ men am 23. November in die Halle 45 nach Mainz. Spritzig präsentierte In­ halte der Crème de la Crème der Sci­ ence-Slam-Szene holen die Wissen­ schaft aus den Laboren und Biblio­ theken heraus ins wahre Leben. Mit dem „Grand Science Slam“ startet zugleich die „Road to Mainz / Wies­ baden“: der Weg zur deutschen Sci­ ence-Slam-Meisterschaft, die 2018 in Mainz und Wiesbaden ausgetra­ gen wird. Laura Ehlenberger Foto Axel Schmidt

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Der Name Whisky leitet sich von der schottischen Bezeichnung „Uisge Be­ atha“ („Wasser des Lebens“) ab. „Aus der Idee heraus, mit netten Men­ schen, die ein gleiches Interesse ha­ ben, gemeinsam zu genießen“, grün­ dete Birgit Cäsar-Preller vor zwei Jahren den „Whisky Club-RheinMain“. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder in ihrer „Villa Justi­ tia“ in der Uhlandstraße zum Cluba­ bend, einmal im Jahr veranstaltet der Club den „Wiesbadener Whisky-Tag“. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr zieht die Veranstaltung diesmal, mit doppelt so vielen Aus­ stellern, in den „Nassauer Hof“ um. Wer sind Ihre Mitglieder? Wir haben Mitglieder aus Wiesba­ den und dem Rhein-Main-Gebiet, aber auch aus dem Sauerland. Man­ che Mitglieder reisen extra für einen Clubabend an und übernachten dann im Hotel. Wie sieht ein typischer Clubabend aus? Zuerst werden verschiedene Whiskys zusammen getestet, dazu gibt es Brot, Wasser und Butter und Schmalz. Ge­ testet werden manchmal Neuerschei­ nungen, manchmal themenbezogene Whiskys, wie zum Beispiel mal nur japanische oder nur irische. Wir stel­ len den entsprechenden Whisky vor, geben Informationen über die Des­ tillerie oder das Brennverfahren und geben dann unsere Meinungen ab. Danach öffnen wir die Bar, und je­ der kann noch weitere Whiskys er­ werben. Es wird über Whisky, aber auch über alles andere geredet. Der Abend ist stets sehr gesellig, ohne aber „auszuarten“. Welches sind die wichtigsten Regeln für „richtigen“ Whiskygenuss? Wir trinken Whisky aus speziellen, clubeigenen Whisky-Nosing-Glä­ sern, damit sich das Aroma besonders gut fängt. Wir trinken Whisky nicht auf Eis, da das schmelzende Eiswas­ ser den Geschmack verwässert. Muss guter Whisky teuer sein? Nicht zwingend, aber meist ist es schon so, dass ein guter Tropfen sei­ nen Preis hat. Ich sage immer, dass es wenig wirklich schlechten Whisky gibt, aber eine Menge schlechter Ge­ legenheiten. So würde ich selbst ei­ nen torfrauchigen Whisky nicht im

Gesellig und gut gelaunt, auch wenn es nicht ausartet. Clubmeisterin Birgit Cäsar-Preller und ihr Mann Joachim Cäsar-Preller beim Whisky-Club-Abend an der Hausbar ihrer Villa Justitia.

Niemals auf Eis Die Gründerin und Clubmeisterin des Whisky-Club-Rhein-Main weiht in die Geheimnisse des „Wassers des Lebens“ ein.

Hochsommer bei 30 Grad trinken, sondern dafür einen Kaminabend mit Regen und Nebel dafür wählen.

Männer. Es geht nicht darum, sich zu betrinken, worin Männer vermutlich etwas besser sind.

Gibt es aktuelle Trends und Geheimtipps? Aktuell ist der irische Whisky stark im Kommen. Nachdem in den 1980erJahren Jahren fast keine noch ver­ bliebene irische Destillerie in irischen Händen war, hat sich erfreulicher­ weise der irische Markt erholt. Nach und nach machen wieder Destillerien auf. Ungebrochen ist natürlich die Liebe zum Schotten, aber auch die japanischen Whiskys gewinnen in­ ternationale Preise. Geheimtipps gibt es vor allem im Bereich Whiskysam­ meln. Dabei geht es aber vor allem um Whisky als Kapitalanlage.

Welche Aufgaben haben Sie als Clubmeisterin? Zunächst einmal war meine Auf­ gabe die Gründung des Clubs, da es schließlich auch meine Idee war. Jetzt organisiere ich die Clubabende, führe die Tastings durch und „pflege“ die Mitglieder. Und natürlich organisiere ich den Whisky-Tag.

Whisky ist in erster Linie Männersache, oder? Bei unseren Tastings und auch im Club beträgt der Frauenanteil etwa 35 Prozent. Da es beim Whiskytrin­ ken aber um Genuss und Stil geht, sind Frauen hier genauso richtig wie

Was erwartet die Besucher beim 2. Whisky-Tag, was ist anders im Vergleich zur Premiere? Der 1. Whisky-Tag war sensationell. Wir hatten einen enormen Zulauf, so dass wir schnell entschieden haben, die nächste Ausgabe nicht mehr in unserer Villa Justitia stattfinden zu lassen. Der 2. Wiesbadener WhiskyTag bringt eine interessante Mischung von sowohl den weltgrößten Spiritu­ osenkonzernen als auch ganz kleinen, privaten Destillerien mit besonderen Abfüllungen abseits der Supermarkt­

ware. Hier steht auch der Brennmeis­ ter selbst noch am Stand und weiß auf alle Fragen eine Antwort. Natür­ lich bietet auch der Nassauer Hof als Top-Location eine passende gedie­ gene und elegante Atmosphäre. Wir haben auch die Bar des Nassauer Hofs mit gemietet. Hier kann Whisky ge­ trunken und geraucht werden, ein Zi­ garrenanbieter wird mit einer Zigar­ renrollerin vor Ort sein. Und natürlich gibt es den ganzen Tag Master-Clas­ ses, in denen man ausgewählte Ab­ füllungen probieren kann und von „Ambassadoren“ geschult wird. Welche Ziele hat der Verein für die Zukunft? Der Whisky-Club Rhein Main soll weiter wachsen und zur Anlaufstelle für Whisky-Begeisterte im RheinMain-Gebiet werden. Wir wollen im nächsten Jahr auch Whisky-Reisen anbieten und natürlich ganz viele spannende Tastings.

„Gerade bei einem modernen, sach­ lichen Wohnstil mit viel Schwarz, Weiß und Chrom ist ein farbiger Orient­teppich ja ein echter Hingu­ cker“, meint Thomas Michel auf die Frage, ob so ein Teppich nicht am besten in eine mit Stilmöbeln ein­ gerichtete Villa passt. Michel muss es wissen: Er ist Inhaber des ältes­ ten Wiesbadener Teppichhauses. Und überzeugt, dass ein Orientteppich zu jeder Einrichtung passen kann. In seinem Geschäft in der Wilhelm­ straße präsentiert Michel mit sei­ nem Team Hunderte von Teppichen in allen Größen, Formen und Far­ ben – neben traditionellen Mustern auch moderne Designerstücke. Drei Etagen gilt es zu besichtigen. „Wie viele es sind, das kann ich selbst gar nicht einschätzen“, sagt der weit ge­ reiste Teppichexperte, der auch ein gefragter Gutachter ist. Teppiche als Wertanlage? Das sei heute nicht mehr der Grund, aus dem man tief in die Tasche greift, um sich einen echten handgeknüpften Woll- oder Seidenteppich zu kaufen. Es sei ein­ fach die Freude am schönen Textil, an der wertvollen Handarbeit, an den exotischen Motiven. Teppiche aus sieben SeidenstraßenLändern Ein Schnäppchen lässt sich hier kaum erwerben, vierstellige Beträge sind die Regel für einen Teppich aus dem Hause Michel. Dafür bekommt man aber auch das gute Gefühl, ein authentisches Stück mit nachgewie­ sener Herkunft zu erhalten. Augen auf beim Teppichkauf – das gilt be­ sonders für Urlaubsangebote, meint Thomas Michel: „Was Sie auf Reisen bekommen, ist meist das Geld nicht wert.“ Und dann komme auch im­

mer noch die Einfuhr-Umsatzsteuer hinzu, die den Preis noch einmal um ein Fünftel ansteigen lässt. Das ist beim Kauf im Fachgeschäft natürlich nicht der Fall. Thomas Michel hat die sieben Länder, aus denen seine schö­ nen Teppiche kommen, dutzendfach bereist und kennt sich aus wie kein Zweiter. Die Länder liegen an der al­ ten Seidenstraße, auf der im Mittel­ alter über mehrere tausend Kilome­ ter Waren transportiert wurden. Aber nicht nur Greifbares wie Stoffe und Gewürze, sondern auch Ideen, Erfah­ rungen und handwerkliches Know­ how verbreitete sich über die Sei­ denstraße, wie in der ausführlichen Chronik des 1899 gegründeten Hau­ ses Michel zum 100. Geschäftsjubi­ läum nachzulesen ist. Kultureller Austausch, Offenheit für Exotik, eine regelrechte Faszination für das Fremde, Andersartige und ein Faible für Orientalisches waren einst­ mals weit verbreitet – welch Gegen­ satz zu den heutigen Abschottungsund Nationalismustendenzen! „In Wiesbaden gab es ja auch mal das Café Orient“, erinnert Thomas Mi­ chel an diesen Trend, dem auch seine Vorfahren folgten und ihre opulenten Teppiche teilweise in bis zu fünf Ge­ schäften in der reichen Kurstadt an­ boten. Im Hotel Nassauer Hof, so die Chronik, hatte man zeitweise ein le­ bendes Kamel als werblichen Blick­ fang. Die Herkunftsländer der Teppi­ che sind auch heute noch die Türkei, die Kaukasusländer, Turkmenistan und Usbekistan, Indien, China, Tibet und Persien. Es gibt die unterschied­ lichsten Motive: Tiere und Pflanzen, Schriftzeichen, ganze Panoramen von Gebirgen im Mondlicht oder re­ ligiösen Szenerien.

Der 2. Wiesbadener Whisky-Tag findet am Sonntag, 5. November, von 10 bis 18 Uhr im Hotel Nassauer Hof statt. Wir verlosen 2 x 2 Freikarten: losi@sensor-wiesbaden.de – Infos: www.whisky-tag.de. Die nächsten Tasting-Abende in der Villa Justitia sind am 18. November und am 2. Dezember. Infos und Anmeldung: www.villa-justitia.de Dirk Fellinghauer Foto Tim Voigt

Die sieben Länder an der Seidenstraße, aus denen seine Teppiche stammen, hat Thomas Michel dutzendfach bereist.

Geschäft des Monats

Teppiche, wohin man schaut, aber immer wieder in anderer Umgebung. Noch hängen nepalesische Gebetsfahnen im Raum, aber bald gibt es eine Ausstellung zu Aserbaidschan und Armenien zu sehen.

Teppich Michel Wilhelmstraße 12

Faszinierende Bodenkunstwerke Aber auch neutrale Ornamente, mo­ nochrome Farbflächen, geometri­ sche oder florale Muster sind ver­ treten. Tiefe Rot- und Blautöne, die durch die Art der Wolle oder Seide manchmal fast dreidimensional wir­ ken, machen jeden Teppich zu ei­ nem faszinierenden „Bodenkunst­ werk“. Thomas Michel bietet auch Service rund um den Teppich. Repa­ raturen oder Reinigungen zum Bei­ spiel. Und oft dekoriert er thema­ tisch um, präsentiert Teppiche ein­ zelner Regionen. Kleine Möbel und Deko-Objekte bringt er von seinen Reisen ebenfalls mit und verkauft sie. Bei unserem Besuch ist das Schau­ fenster mit nepalesischen Gebetsfah­ nen-Girlanden behängt, doch schon bereitet Michel eine Ausstellung zu den Ländern Aserbaidschan und Ar­ menien vor. Übrigens ist der tief in der Stadtge­ sellschaft verwurzelte Teppichhänd­ ler in Wiesbaden auch noch in einer ganz anderen Funktion bekannt: Er hat die Wiesbaden-Stiftung mitbe­

Auch der Service rund um den Teppich gehört dazu.

gründet, die mit vielfältigen Projek­ ten zum Wohl der Stadt beiträgt. Der Leonardo-Award zum Beispiel, das aktuelle Projekt „Stadtteilhistoriker“, „Zoom“, ein Fotowettbewerb für Ju­ gendliche, das Bürgerkolleg, das Inte­ ressenten am Ehrenamt mit Wissens­ vermittlung weiterhilft, und noch vieles mehr kommt aus der Ideen­ schmiede der aktiven Bürger-Stif­ tung. Anja Baumgart-Pietsch Fotos Kai Pelka

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STEINBOCK 22. Dezember - 20. Januar

STIER 21. April - 20. Mai

JUNGFRAU 24. August - 23. September

Lilith betritt das Zeichen Steinbock und kann in Ihrem Leben jetzt einiges durcheinanderbringen. Wenn Sie sich in eine zu starre Ordnung hineingezwängt und Ihre vitalen Bedürfnisse vernachlässigt haben, sorgt Lilith jetzt dafür, dass Sie dies hinterfragen und wenn nötig, auch verändern.

Liebe, Leidenschaft und intensives Begehren sind für die Liebesgöttin Venus im Zeichen Skorpion ein Muss. Jetzt wird es prickelnd erotisch, aber auch heftig und bisweilen dramatisch. Finden Sie die Balance zwischen Genuss und Drama. Tiefgang erwünscht!

Der November ist der Monat der Skorpione. Ein deutlicher Stim­ mungswechsel wird damit spürbar. Sie können die Qualität dieser Zeit wunderbar nutzen, wenn Sie Ihre Aufmerksamkeit nach innen lenken, sich mit psychologischen Themen beschäftigen, Yoga machen oder meditieren. Love yourself!

Veränderungen lassen sich unter Uranus-Saturn-Einfluss angenehm harmonisch und sehr nachhaltig herbeiführen. Nutzen Sie dieses überaus positive Zeitfenster, um sich mit viel Power für Ihre Wünsche einzusetzen. Bringen Sie Ihre Ideen und Konzepte vom Kopf ins Leben.

ZWILLING 21. Mai - 21. Juni Merkur im Schützen unterstützt Sie hervorragend darin, das zu tun, was Zwillinge sowieso so gerne tun: Lernen und studieren, sich Wissen aneignen und kommunizieren. Wenn Sie ohnehin studieren, super! An­ sonsten: Kaufen Sie sich wieder mal ein tolles Sachbuch und lesen Sie.

KREBS 22. Juni - 22. Juli FISCHE 20. Februar - 20. März Venus im leidenschaftlichen Zeichen Skorpion liebt intensiv, besitzergrei­ fend, heftig. Da kann es schon mal ein Eifersuchtsdrama und heftige Diskussionen geben. Fische, die es lieber ruhiger mögen, sind da manchmal etwas überfordert. Dennoch: Genießen Sie die schönen Facetten dieser Energie. WIDDER 21. März - 20. April Die Sterne stehen günstig, um Ideen und Konzepte zu realisieren und umzusetzen. Lassen Sie Ihren Ideen Taten folgen. Insbesondere um den 11. November ist ein guter Zeitpunkt, um innovative Projekte zu konkre­ tisieren. Visualisieren Sie Ihre Ziele und gehen Sie mutig darauf zu.

Glücksplanet Jupiter befindet sich jetzt im Wasserzeichen Skorpion und wird sich dort ein ganzes Jahr auf­ halten. Somit steht er auch für das Wasserzeichen Krebs in hervorra­ gender Position. Jupiter fördert jetzt Ihren Optimismus und Ihr Selbstver­ trauen und die Lust neue Wege zu gehen.

LÖWE 23. Juli - 23. August Mit dem Mondknoten im Zeichen Löwe spüren Sie jetzt vielleicht noch deutlicher als sonst Ihr Bedürfnis für andere von Bedeutung zu sein und einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Entfalten Sie Ihre kreative Kraft und zeigen Sie der Welt was Sie können.

WAAGE 24. September - 23. Oktober Mars ist im November Ihr Verbün­ deter und unterstützt Sie darin, sich für Ihre vitalen Interessen einzuset­ zen, Forderungen zu stellen und in Konflikten sich für die eigene Position stark zu machen. Weichen Sie in Konfliktsituationen nicht aus und kämpfen Sie für Ihre Rechte.

SKORPION 24. Oktober - 22. November

Katharina Dubno

WASSERMANN 21. Januar - 19. Februar

Dieses Horoskop wird von der Mainzer Astrologin Dorothea Rector erstellt. Wenn Sie Interesse an einer ausführlichen, persönlichen Beratung haben, freue ich mich über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail: dorothea.rector@googlemail.com www.astrologie-mainz.de www.astrologie-wiesbaden.de

Im Monat November werden Sie in diesem Jahr gleich dreifach verwöhnt. Sonne, Venus und Jupiter befinden sich im Zeichen Skorpion und schen­ ken Ihnen jede Menge Power und Zuversicht pur. In Sachen Liebe sorgt die Liebesgöttin Venus für Leiden­ schaft und knisternde Erotik. Enjoy!

SCHÜTZE 23. November - 21. Dezember

Ein persisches Essen könnte stilech­ ter nicht beginnen als mit schwarzem Tee. Im Samowar gekocht, dampfend im Glas und natürlich mit Goldlöffel serviert. Wie ein Märchen aus 1001 Nacht? Könnte man fast so sagen. Denn Familie Solimany verwöhnt im „Sufi“ seit 2010 ihre Gäste mit persi­ schen Spezialitäten. Die Solimanys, das sind Mehran Sheikh Solimany, seine Frau Azadeh und sein Bruder Mehrzad. Die Brüder sind vor knapp 30 Jahren nach Deutschland gekom­ men und haben hier lange in der Gastronomie gearbeitet, ehe sie die Weinstube „Zum alten Römer“ über­ nahmen und liebevoll umbauten. Persisches Flair in früherer Weinstube Einige Elemente, wie die kunstvol­ len alten Fenster, sind erhalten ge­ blieben, aber insgesamt herrscht im „Sufi“ nun persisches Flair. Sehr stil­ voll, ohne dass man das Fernöstli­ che pompös aufgedrückt bekommen würde. Viel eher geben gekonntes Understatement und die Liebe zum Detail den Ton an: Kristallvasen, eine persische Axt, wie sie Derwi­ sche tragen (die auch Sufi genannt werden, daher der Name), eine Setar (ein Langhalsinstrument), Gemälde und große Spiegel schmücken den Raum. Das optische Highlight sind die kunstvollen Lampen an der De­ cke, die Mehrans Frau extra im Iran gekauft hat. Apropos: Gewürze schaffen authentischen Geschmack Auch die speziellen Gewürze, die für die persische Küche benötigt werden, kommen größtenteils direkt aus dem Iran. „Nur so kommt der authenti­ sche Geschmack zustande“, erklärt Mehran. Das Ergebnis spricht für sich, denn das Essen ist klasse. Angefangen

Mit der Uranus-Saturn-Verbindung im November können Sie jetzt so richtig durchstarten. Wenn Sie schon eine Weile mit einer Sache beschäftigt waren, aber nicht so richtig damit rauskamen: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Projekte zu realisieren. Setzen Sie den kos­ mischen Input in Taten um.

bei den Vorspeisen, an denen man sich im Prinzip schon satt essen könnte – was man de facto auch macht, wenn man sich alle auf einer Platte zu­ sammenstellen lässt. Neben gefüllten Weinblättern, Minzjoghurt und Hu­ mus gibt es weitere kleine Köstlich­ keiten wie Kaschk-E-Bademjan (ge­ bratene Auberginen mit Kurkuma, Zwiebeln, Molke und Minze), sowie Shirazi-Salat, für den kleingeschnit­ tene Tomaten und Gurke mit Kräutern und Minze gemischt und mit Zitrone abgeschmeckt werden. Für den großen Hunger gibt es dann verschiedene gegrillte Kabab-Ge­ richte, bei denen Lamm und Hühn­ chen, fein mariniert, im Mittelpunkt stehen. „Aber auch unsere Soßenge­ richte, zum Beispiel Fesenjan aus ge­ mahlenen Walnüssen und Granat­ apfelmark, sind sehr beliebt“, erklärt Mehran. Dazu gibt es köstlich duften­ den Reis mit Safran und Berberitzen. Hierzulande weniger bekannt, haben die kleinen, cranberryartigen Früchte einen festen Platz in der persischen Küche und geben dem Reis eine fruch­ tige Note. Mit ein klein wenig Glück kommt man nach dem Essen an man­ chen Tagen sogar in den Genuss ei­ ner Bauchtanzdarbietung und kann den kulinarischen Abend auch kultu­ rell stimmungsvoll ausklingen lassen.

Mehran Sheikh Solimany verwöhnt die Gäste mit seiner Frau und mit seinem Bruder, mit dem er vor knapp dreißig Jahren nach Deutschland kam, seit 2010 in seinem persischen Restaurant.

Essen & Trinken

Restaurant des Monats

Sufi Dotzheimer Straße 22

Text Jan Gorbauch Fotos Frank Meißner

Schon an der Vorspeisenplatte könnte man sich satt essen.

Die frühere Weinstube „Zum alten Römer“ wurde liebevoll umgestaltet.

Rezept für Kaschk-E-Bademjan

www.brunocomic.de

Horoskop November

DER BRUNO DES MONATS

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2 Auberginen, 3-4 EL Sauerrahm/ Molke/Joghurt, 2 Zwiebeln, Butter­ schmalz/Öl, getrocknete Minze, Kur­ kuma, Salz, Pfeffer.

Viel Liebe zum Detail in den Räumen – und manchmal auch Bauchtanzvorführungen.

Die Auberginen schälen, in di­ cke Scheiben schneiden, leicht sal­ zen und eine Weile abtropfen lassen. Zwiebeln würfeln und anschließend zusammen mit den Auberginen in der Pfanne mit Öl oder Butterschmalz ca. 10 Minuten anbraten. Mit Kurkuma, Salz und getrockneter Minze wür­

zen und anschließend alles mit ei­ ner Gabel zerdrücken. Auf einem fla­ chen Teller anrichten und mit Molke (Sauerrahm oder Joghurt), getrock­ neter Minze und feinen Zwiebelwür­ feln garnieren. Sufi Restaurant - Persische Spezialitäten, Dotzheimer Straße 22, 65185 Wiesbaden, Tel.: 06 11 / 1 66 69 09, Di-Fr 11.30-15.30 (Mittagsbüffet), 18-23 Uhr, Sa+So 11.30-23.30

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Kleinanzeigen Kleinanzeigen kostenfrei an kleinanzeigen@sensor-wiesbaden.de oder sensor Wiesbaden, Langgasse 21, 65183 Wiesbaden, Tel. 0611-355 5268 / Fax. 0611-355 5243. Chiffre-Antworten unter Vermerk des Chiffre-Wortes an die gleiche Adresse. Wir leiten die Antworten weiter. Übri­gens: Kostenlose Kleinanzeigen auch online – jederzeit auf sensor-wiesbaden.de

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Exground sucht helping hands. Wenn du Festivalluft hinter der Leinwand schnup­ pern möchtest, mindestens 18 Jahre alt bist und von deinen FreundenInnen als zuverlässig und motiviert beschrieben

sensor 11/17

wirst, dann übernimm doch einfach eine der anfallenden Aufgaben während des Festivals (Einlass, Auf- und Abbau, Bar­ dienst...) und genieße freien Eintritt zu al­ len Veranstaltungen. Melde dich unter Te­ lefon 0611 / 4 50 48 87 oder festival@ex­ ground.com. Wir freuen uns auf dich. www.exground.com Wiesbaden ist Refill-Stadt. Die interna­ tionale Bewegung zur Vermeidung von Plastikmüll ist in Wiesbaden angekom­ men. Und immer mehr machen mit. Ge­ schäfte, Ämter, Gastronomie … du? Ein­ fach „Refill“-Aufkleber besorgen und aufkleben als Signal: Hier könnt ihr mit­ gebrachte Getränkeflaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. Ganz sim­ pel. Sehr wirkungsvoll. Alle Infos: https:// refill-deutschland.de/wiesbaden , wiesba­ den@refill-deutschland.de Räume

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Gewerbefläche vermieten möchte? Wir freuen uns auf eure Tipps per Mail an info@kiezkaufhaus.de. Konkret: Idealer Starttermin wäre der 15. November. Wir suchen eine Fläche mit Laufkundschaft und Schaufenster in der Innenstadt oder rund um den Sedanplatz, bis ca. 1.000 EUR/Monat und mit sicherer Abstellmög­ lichkeit für unsere Cargobikes. Den ent­ scheidenden Tipp, der zum Mietvertrag führt, belohnen wir mit einer KiezklubMitgliedschaft für 1 Jahr. Verkauf

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The German-American and Internati­ onal Women´s Club is always looking for new members who are interested in meeting people and taking active part in club events. The Club is extremely active and has a wide range of Interest groups from foreign languages, art, travel, coo­ king, sports and some more. But the most important mission of the Club is raising funds for local charity organisations. Have we caught your interest? You are most welcome to join us at our next Newco­ mer Meeting on November 7 at 11 a.m. The LUMEN coffee bar at the Marktplatz in Wiesbaden.

den Körper wahrnehmen, beobachten, was ist. Ich überprüfe: „Wie geht es mir?“ Zu Beginn benennen die Teilnehmer ihre An­ liegen, Fragen, Sorgen oder Schmerzen. Dann legen sie alles beiseite und widmen sich der Konzentrationsübung Hara. Was dann geschieht, ist offen. Teilnehmer be­ richten, dass Lösungen von selbst entste­ hen, dass das erscheint, was zur Sprache kommen will, dass sich neue Blickwin­ kel öffnen, dass sie sich verwandeln und voller Kraft fühlen, sie vor lauter Bäumen den Wald wieder sehen, der Kopf sich leert und das Herz leicht wird. Es sind keinerlei Vorkenntnisse oder das Erfüllen von Vor­ aussetzungen erforderlich. Seminarleiter: Jürg Montalta, 0157 / 83 68 90 77, Anmel­ dung: seminare@montalta.net Männerchor mit abwechslungsreicher Literatur sucht neue Sänger. Tel.: 0611/ 50 01 81 Zeichenkurs: Wie gehe ich richtig mit dem Bleistift um? Sach- und Naturstu­ dien mit Theo Kemen, Bildhauer und Ma­ ler. Montags von 18 bis 21 Uhr in Wiesba­ den. 4 x je 3 Stunden. Nähere Infos und Anmeldung: Tel. 0160 / 97 95 52 25 oder 0611 / 44 11 15.

Was sagen Sie zu sensor und zu den Themen, die die Stadt bewegen? Lob, Kritik, Anregungen und Meinungen herzlich willkommen: hallo@sensor-wiesbaden.de, Betreff „Leserbrief“.

Junger gemischter Chor sucht junge Leute, die Lust haben, mit uns moderne Songs zu singen. Tel.: 0151 / 64 60 41 67 Seminar: Hara zum Frühstück am Sams­ tag, 25.11., 9.30-17 Uhr, Schloss Freuden­ berg. Die Hara-Übung ist eine Lebens-Vor­ bereitung, die sich von jedem Menschen sofort im Alltag anwenden lässt. Zeitauf­ wand: eine Stunde. Oder auch nur eine Minute. Hara heißt: bei einem Gang durch

Ich sehe was, was du nicht siehst ... Welchen Ort suchen wir? Denk ich an „Campus“, denk ich an junge Menschen, die wissbegierig in der Bibliothek stöbern und nach der Vorlesung zusammen auf der Wiese sitzen. Irgendeiner hat eine Gitarre dabei, und in der Luft liegt vielleicht ein leicht süßlicher Geruch. Ach, bestimmt eine ganz normale Ziga­ rette. So weit, so klischeehaft. Bei unserem gesuchten Ort denkt man wohl weniger an den „klassischen

Campus“, sondern eher an Zucht und Ordnung, deutsche Tugenden usw., aber nur, weil der Bürger hier Uni­ form trägt, muss er ja nicht gleich total verschlossen sein. Im Gegent­ eil, auch hier werfen junge Men­ schen einen Blick über den Teller­ rand, um das erworbene Wissen im späteren Berufsleben dann zum Wohle der Gesellschaft einzusetzen. Seit der Gründung 1980 steht dieser

Ort für den Aufbau von praxisori­ entierten Qualifikationen. Auch hier gibt es eine Bibliothek, verschiedene Studienbereiche, Lehre/Forschung und sogar die allseits ungeliebten Bachelor- und Masterabschlüsse. Man könnte fast vermuten, das „B“ in „ACAB“ steht für Bachelor.

Schreiben Sie uns bis zum 15. November an raetsel@sensor-wiesbaden.de, um welchen Ort es sich handelt. Unter allen, die uns die richtige Antwort schicken, verlosen wir einen kleinen Preis. Die Lösung des letzten Rätsels war die Agentur für Arbeit. Gewonnen hat Stephan Pangsy.

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Der Garten der Avantgarde Heinrich Kirchhoff: Ein Sammler von Jawlensky, Klee, Nolde … 27 Okt 17—25 Feb 18

Museum Wiesbaden

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sensor Wiesbaden #58 November 2017  

Vision Emissionsfreier ÖPNV + Rote Oase: Der Infoladen in der Blücherstraße + Studenten Special + Merhaba in Wiesbaen - Türkei und Türken in...

sensor Wiesbaden #58 November 2017  

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