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Wohnmagazin | www.domizil.at | Preis: € 4,-

Wohnen. Design. Style. Genuss. Das Beste für die Zeit nach Feierabend | Nr. 2, Juni 2013

Interieurs von morgen

KÜCHE SPEZIAL VIEL DESIGNVERSTAND BEIM INNENLEBEN VON KÜCHEN | S 34

Plus

Erscheinungsort Eisenstadt, Verlagspostamt 7000 Eisenstadt, P.b.b., Zulassungsnr. GZ05Z036139

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Wohnen. Design. Style. Genuss. Das Beste für die Zeit nach Feierabend | Juni 2013

DER SALONE IN MAILAND IST DAS TRENDBAROMETER FÜR MÖBELDESIGN | S 24

CHARME UND ELEGANZ | S 18 DESIGNSTAR PATRICIA URQUIOLA IM PORTRÄT TAPETEN UND TEPPICHE IM TREND | S 48 MODERNE WOHNTEXTILIEN VERWANDELN KUNST IN DEKOR

GEWINNSPIEL | DESIGN-NEWS | HOMESTORY | GOOGLE-OFFICE TEL AVIV | TRENDIGE LEUCHTEN | BETON & GARTEN K I T Z B Ü HE L C O UN TRY CLUB | VI TR A O UTDOOR- MÖBE L | DAC HGÄRTE N | WE L L NE S S | 190 J A H R E LO B MEY R


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INHALT

HOMESTORY Wo einst der bayrische Robin Hood auf sein Urteil wartete, befindet sich heute eine gemütliche Dachwohnung mit Designermöbeln.

PORTRÄT Sie ist einer der Stars der zeitgenössischen Möbel-DesignSzene. Die Arbeiten von Patricia Urquiola sind elegant, freundlich und strahlen einen unvergleichlichen Charme aus.

TRENDSETTER Alljährlich blickt die Möbelwelt nach Mailand, wo beim Salone Internazionale del Mobile die Trends der Zeit bestimmt werden.

KÜCHENDESIGN HEUTE Die Entwicklung hin zu immer offeneren Raumlösungen verlangt von Küchendesignern schon seit geraumer Zeit ein Umdenken.

Editorial

Zum Coverfoto: Claro von Fabio Calvi und Paolo Brambilla ist ein Tisch mit besonders klarer Glas­oberfläche, die auf einer Flügelstruktur ruht, die von den formalen Ideen Jean Prouvés inspiriert ist. Aus der aktuellen Kollektion von Tonelli Design. www.tonellidesign.it

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Internationalität und Globalisierung sind Schlagworte, die auch immer mehr auf die Möbelbranche zutreffen und hier vor allem die Konsumentenseite kennzeichnen. Die Produzenten hingegen werben in großen Lettern mit Made in Italy, Made in Germany oder Made in Austria – zumindest am quali­tativen und hochpreisigen Ende der Palette. Das zeigte sich in besonderem Maße beim diesjährigen Salone del Mobile in Mailand, wo die Hersteller viel Wert auf ihren Messeauftritt legten, um sich den neuen Interessentenschichten aus Russland, Ostasien und den Vereinigten Staaten von ihrer besten Seite zu zeigen. Von Krise keine augenscheinliche Spur, nicht hier in der norditalienischen Metropole. Wir werfen einen ausführlichen Rückblick auf die Mailänder Messe, die sich endgültig zu einem globalen Player entwickelt hat, gleichzeitig aber vor allem eines ist: eine Präsentation und ein Herausstreichen der ungeschlagenen Qualitäten von italienischem Spitzendesign. In diesem Zentrum des weltbesten

Möbeldesigns hat sich auch Patricia Urquiola nieder­gelassen. Von Mailand aus erfreut die Designerin mit ihren freundlichen, sehr charmanten Kreationen das Auge des Design-interessierten Betrachters. Die Spanierin gehört ohne Frage zu den erfolgreichsten und herausragenden zeitgenössischen GestalterInnen. Unser Küchenschwerpunkt nimmt sich zum einen dem Innenleben moderner Kücheneinrichtungen an, denn auch hier ist neben fortschrittlicher Technik viel Designverstand gefragt, zum anderen haben wir uns auf die Suche nach neuen Materialien begeben, die auch in diesem Wohnbereich Anwendung finden, und wie so oft bieten neue Grundstoffe auch neue Gestaltungsmöglichkeiten. Am besten zu sehen bei einem Entwurf von Tausendsassa Karim Rashid für Aran Cucine. Viel Vergnügen beim Lesen wünscht Ihnen Markus Schraml, Chefredakteur

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Fotos: Hersteller

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser!


INHALT

GEWINNSPIEL KURZ UND KOMPAKT HOMESTORY DESIGN

03

DOMIZIL VERLOST

06

AKTUELL Design-News

12

RÄUBERNEST Dachwohnung mit Geschichte

18

PORTRÄT Charme und Eleganz – Patricia Urquiola

24

MAILAND Rückblick auf den Salone del Mobile

KÜCHE

34

KÜCHENDESIGN Offenere Räume, schönere Küchen

40

HIGHTECH Neue Materialien auch bei Küchen

LICHT TEXTIL BÜRO GARTEN

44

ZAUBERHAFT Aktuelle Leuchten-Kreationen

48

HEIMTEXTILIEN Tapeten und Teppiche im Trend

52

ARBEITSWELT Google-Office in Tel Aviv

56

PFLEGELEICHT Beton & Garten

58

STILVOLL Möbel für draußen von Vitra

62

DACHGARTEN Oase im Stadtdschungel

REISEN & LIFESTYLE

68

AUSSICHT Luxus am Fuße der Zugspitze

78

STUBEN-DESIGN Kitzbühel Country Club

ACCESSOIRES INFOS

80

GLASKULTUR 190 Jahre Lobmeyr

82

ABO-AKTION und Impressum

DESIGN-KUNST Vom Tafelbild bis zur Tapete oder zum modernen Teppich ist es kein allzu langer Weg: zeitgeistige Varianten aktueller Kunststile als Dekor.

ARBEITSUMFELD In aktuellen Bürokonzepten wird viel über die Verbindung von Arbeits- und Lebenswelten geredet. Das Google-Office in Tel Aviv zeigt vor, wie es geht.

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AUSSICHT Dachgärten bieten nicht nur viel Ausblick, sie sind auch wahre Oasen in den großstädtischen Häuserwüsten.

ELEGANZ & ANMUT Die Glas- und Luster-Manufaktur J. & L. Lobmeyr feiert heuer ihr 190-Jahre-Jubiläum und wird bereits in sechster Generation von den gleichen Inhabern geführt.

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News bUCHTIPP

Ironie und Design

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Trendthema skandinavisches Design Thomas und Jon Steinfeld stellen klassische und neue skandinavische Designobjekte vor – in hervorragenden Bildern, technischen Er­ läuterungen und in ihrer Geschichte. Sie betten die Gegenstände – ganz gleich, ob Leuchte, Tisch oder Farbmuster – in einen räumlichen Zusammenhang. „Ein Haus im Norden“ ist dadurch viel mehr als ein Buch zum Blättern und Bewundern. Es beschäftigt sich nicht nur mit dem Design besonderer Gegenstände, sondern betrachtet sie im Zusammenspiel mit der Architektur. „Ein Haus im Norden – Skandinavisches Design/Raumkonzepte/Architektur. 144 S. Mit 140 Abbildungen und 40 Plänen. DVA Architektur.

„Wenn ich Stücke für Adele-C kreiere, erlaube ich mir die Freiheit für ein Spiel mit extremer Ironie und ungewöhnlichen Maßstäben. Die Balance zwischen Zweckmäßigkeit und Abstraktion halte ich dabei aber aufrecht; ich bewege mich bis zum Rand der Klippe, ohne jedoch hinunterzuspringen,“ beschreibt Ron Gilad seine Arbeit für Adele-C, das Unternehmen von Adele Cassina. Die Tochter von Cesare Cassina gibt in ihrer Sign-Kollektion Designern sehr viel mehr Spielraum, als bei angewandter Gestaltung sonst üblich ist. Mit den Designs zu 14 Cupboard und 28 Cupboard überträgt Ron Gilad sein „56“-Design auf diese ganz besonderen Küchenschränke. „Mit diesen beiden Projekten führe ich meine persönliche Suche nach Gestaltungsmöglichkeiten durch Ironie fort“, sagt Gilad. Das Objekt Stuhl (genauer gesagt, ein ThonetStuhl Nr. 14) ist aus seinem gewöhnlichen Kontext herausgenommen und miniaturisiert worden. Der Mini-Stuhl wird so zu einem unterstützenden Teil des Möbels. Während die kleinen Stühle im „56“-Design die gesamten Möbel trugen (ein Tagesbett bzw. einen Schrank), werden sie bei den Cupboard-Modellen zum integralen Teil der gesamten Komposition. www.adele-c.it

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Fotos: Hersteller

Cupboard von Ron Gilad


designnews Leben ohne unnötigen Ballast Die Low Collection von Viteo steht für die Reduktion auf das Wesentliche. Auf dem Boden sitzen, aber mit allen Annehmlichkeiten eines Stuhls, das kennzeichnet Low. Dabei ist die Kollektion ideal für Kommunikation – eine bequeme, aufrechte Haltung schafft die Basis für gute Gespräche. Der Stuhl verbindet legere und haptische Qualitäten von Sitzkissen und das beliebte Sitzen auf dem Boden mit einer ergonomischen Rückenlehne. Die Kollektion besteht zu 100 Prozent aus dem Werkstoff Corian® und ist somit bestens für den Einsatz im Freien geeignet. Das Design stammt von 13&9, einem neuen Design-Label in Graz mit starkem internationalem Fokus. www.viteo.com

Visionäre Neuinterpretation – Tischleuchte Demetra Artemide hat die wohl bekannteste Schreibtischleuchte aller Zeiten ent­ wickelt: die Tolomeo von Michele de Lucchi. Nun präsentiert Artemide die LED-Schreibtischleuchte Demetra von Naoto Fukasawa, um erneut die Inno­ vationskraft des Unternehmens unter Beweis zu stellen. Die Demetra vereint

Trend-Kollektion Wolle von Wittek Die Wittek-Design-Weberei GmbH hat eine hochwertige Polster- und Möbelstoff-Kollektion in flammfesten Wollqualitäten für das Objektgeschäft entwickelt. Die neue Objekt-Kollektion zeichnet sich durch ansprechende Glencheck oder auch Esterhazy-Check Muster in warmen, aufeinander abgestimmten Farbtönen aus. Die Farbwelten können den Kundenwünschen und Designkonzepten entsprechend angepasst werden. In den Vorlagen dominieren raffinierte Hellgrün-, Lila-, Purpur- und Braunvarianten. Auf der MOOD vom 10. bis 12. September 2013 in Brüssel werden die neuen Stoffvorlagen den internationalen Kunden vorgestellt. www.wittek-design.com

dafür alle Vorteile der neuartigen LEDTechnologie in einer modernen Schreibtischleuchte. Ihre justierbaren Arme garantieren ein besonders hohes Maß an Flexibilität, bei einem gleichzeitig minimalistischen Design. In Kombination mit einem Touch-Dimmer am Leuchtenkopf und wahlweise mit einem Anwesenheitssensor ist diese Schreibtischleuchte zudem hocheffizient. www.artemide.at

Klassiker neu aufgelegt – Sesselprogramm 620

Fotos: Hersteller

Nachdem Dieter Rams der britischen Firma Vitsoe die weltweite Exklusivlizenz zur Herstellung seiner Möbelentwürfe erteilt hat, stellt das Unternehmen nun eine grundlegende Überarbeitung seines Sesselprogramms 620 vor. Dabei konnten sowohl die Qualität als auch der Preis des Produktes verbessert werden. Jede Einzelheit der Konstruktion wurde auf den neuesten Stand der Technik gebracht, bis hin zu eigens angefertigten Spezialschrauben. Das Sesselprogramm 620, das im letzten Jahr 50 Jahre alt wurde, ist jetzt wieder erhältlich. www.vitsoe.com

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ACCessoires MÖBEL DESIGN KUNST

Raffiniert und elegant Filigree ist eine neue Tisch-Serie von Rodolfo Dordoni in fester oder ausziehbarer Größe, die der Designer für Molteni&C kreiert hat. Ein rigoroses Design und ein harmonischer Materialmix zeichnen dieses Projekt aus. Gestelle aus hochglänzendem und mattem Aluminiumdruckguss werden durch Platten in verschiedenen Ausführungen ergänzt. Es gibt zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten, um die Tische mit exklusiven Merkmalen auszustatten. Die Größenveränderung wird durch ein Teleskop-Ausziehsystem bewerkstelligt. Es gibt viereckige und rechteckige Varianten, fix oder veränderbar. www.molteni.it

Ein weißes Blumenfeld mit Witz Der CAMPODIFIORI-Beistelltisch von Capo d’Opera ist ein Stück mit ganz besonderem Witz und einem Hauch Ironie. Designer Alessio Bassan komponierte 16 Metallstäbe eng nebeneinander mit runden Scheibchen am oberen Ende, die so eine feste, stabile Oberfläche bilden, auf der einige Kleinigkeiten, wie auf einem Kaffeetischchen, Platz finden. Das Ganze wirkt ein bisschen wie ein Pflanzbeet mit stilisierten weißen Blumen. Campo di fiori heißt denn auch Blumenfeld. www.capodopera.it

red dot award: Butterfly TWIN CHAIR In der Tradition von Patricia Urquiola und Eduardo Chillida hat Bárbara Giménez Weinbaum als ehemalige Studentin der Madrider Hochschule für Architektur die skulpturale Formensprache des Hardoy Butterfly Chair erweitert und diesen um eine Sitzfläche ergänzt. Basierend auf dem Entwurf von Bonet, Kurchan und Ferrari-Hardoy schreibt der entstandene Zweisitzer die harmonische Geometrie des Sessels fort und konnte damit auch die 37-köpfige Jury des red dot award überzeugen. Er ist zeitloser Blickfang und ästhetisches Sitzmöbel in einem. www.weinbaum.eu

Nicht nur ihr zeitloses Design und ihre Funktionalität, die sie seit den 70erJahren bei Familien beliebt machen, vor allem die Vielzahl an Farben, mit denen der Tripp Trapp® jeder Wohnung Akzente verleiht, zeugen von der einfühlsamen Kreativität des norwegischen Traditionsherstellers. Passend zu Trends und Mode frischt Stokke® die Farbpalette regelmäßig auf. Zum bevorstehenden Sommer kommt nun eine klare Farbansage: knalliges Lava Orange und cooles Aqua Blue, inspiriert von der extravaganten Farbpalette der 70er-Jahre. Mit jeder Menge Retro-Charme bringen die Kinderstühle frischen, topmodischen Wind in Kinderzimmer, Esszimmer und Co. www.stokke.com

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Stil-Objekt oder Kinderstuhl? Tripp Trapp® in neuen Trendfarben


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Swiss made ...

Variabler Tageslicht­ durchlass als Sonnen­schutz Ohne Verschattung erhitzen Räume bei starker Sonneneinstrahlung schnell – vor allem hinter großflächiger Verglasung. Für Liebhaber lichtdurchfluteter Räume, die auf Jalousien verzichten möchten, gibt es jetzt eine Lösung: dimmbares Sonnenschutzglas. Mit ECONTROL-Verglasungen lässt sich der Licht- und Wärme­ eintrag individuell regeln. So bleibt das Raumklima zu jeder Jahreszeit und Wetter­ lage angenehm. Besonders natürliche Lichtverhältnisse werden mit dem neuen ECONTROL 55/12 erzielt: Im hell geschalteten Zustand gelangen 55 Prozent des Tageslichts in den Raum. Mit dem Touch-Panel „EC Comfort“ lässt sich die Dimmung per Fingerstreich stufenlos justieren oder an einen Lichtsensor koppeln, der die Einfärbung automatisch an die Wetterlage anpasst. www.econtrol-glas.de

Die Kollektionen im neuen Rexa-Katalog greifen allesamt zeitgenössische Stimmungen auf, die zu einem LebenstilSystem verknüpft werden, das das Bad als zentralen Lebensraum begreift. Neben Updates zu den Serien Fonte, Warp und Ergo-Nomic zeigt vor allem die Kollektion HOLE von Susanna Mandelli, wie wichtig einfache Inspirationen für stimmige Ideen und schließlich ebensolche Produkte sind. In diesem Fall ist es das Bild des archaischen Brunnens, der als Wasserspender die Menschen mit dem lebenswichtigen Element versorgte. Vor allem die frei stehenden Waschbecken-Versionen zeugen von ihrer Inspirationsquelle, während die Badewannen formal an alte Waschzuber aus Holz erinnern. www.rexadesign.it

Fotos: Hersteller

Glasmöbel – 25 Jahre Tonelli Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens wirft der italienische Spezialist für Möbel aus Glas Tonelli einen Blick zurück auf seine erfolgreiche Geschichte. Eine JubiläumsPublikation, herausgegeben von Leonardo Sonnoli und Irene Bacchi, zeichnet den Weg von den ersten Experimenten, die zur Gründung des Unternehmens führten, bis zur heutigen Serien-Produktion nach. Diese Box mit acht Broschüren ist aber nicht nur eine Möbel-Geschichte, sondern vielmehr eine Reflexion über die visuellen, grafischen und konzeptionellen Qualitäten von Glas. www.tonelli.it

www.straessle-switzerland.com

Rexa Design-Bade­ zimmer – neuer Katalog

22.02.


KUNST aUSSTELLUNG eVENTS

João Silva / Paola de Francesco „MAK-Table“, 2009 Ausführung: Recession Design © MAK/Georg Mayer

Matali Crasset „Pop space: La vie en haut, la vie en bas“, 2010 Raummodul für Kinder und Jugendliche Ausführung: Espace Loggia © Espace Loggia

„Jerszy Seymour – amateur workshop“, 2010 Centre Georges Pompidou, Paris © Jerszy Seymour

Neues befreites Wohnen – Nomadic Furniture 3.0 Die Kultur des Selbermachens erlebt derzeit einen Aufschwung: Ob Mode, Kulinarik, Kommunikation oder Möbel – es gibt kaum einen Bereich des alltäglichen, vor allem materiellen Lebens, der von der „Do-it-yourself“ (DIY)-Revolution nicht erfasst worden wäre. Der Fokus der Ausstellung Nomadic Furnature 3.0. Neues befreites Wohnen liegt allerdings im Möbeldesign. Es geht um den historischen Kontext einer Bewegung, die von einer Subkultur immer mehr zum Mainstream wird. Dabei galt der Möbelselbstbau bereits in der ers­ ten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Lösungsansatz für eine sozial engagierte, seit Ende der 1960er-Jahre auch ökologisch nachhaltige Gestaltungsalternative. Diese semiprofessionelle Involvierung des Endverbrauchers in das Gestalten und Produzieren beinhaltet weitreichende gesellschaftliche Problemfelder, wie etwa die Kritik am Massenkonsum und an der drohenden Ressourcenknappheit sowie die Befreiung vom Konsumzwang und von Gestaltungsnormen. Die Ausstellung im Wiener MAK bietet einen umfassenden Überblick

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über die zeitgenössische DIY-Möbelkultur und macht mit zahlreichen historischen Bezügen und Beispielen die Entwicklungsgeschichte der DIY-Bewegung von ersten Ansätzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Web-2.0-Kultur deutlich. Neben zahlreichen Entwürfen, die mit einfachen Werkzeugen aus Holz hergestellt werden können – etwa der MAK-Table der italienischen Gruppe Recession Design –, machen Objekte aus seriellen Halbfertigteilen aus dem Baumarkt einen gewichtigen Teil der jungen flexiblen Wohnkultur aus, die im vergangenen Jahrzehnt einen neuen Hype erfahren hat. Das Spektrum reicht von betont funktionalen Möbeln bis zu den feinteiligen Leuchtobjekten, wie sie die New Yorker Designerin Lindsey Adelman fabriziert. Auch DesignerInnen wie Jerszy Seymour oder Matali Crasset beschäftigen sich immer wieder mit den vielfältigen Möglichkeiten, Möbel zum Selberbauen zu entwickeln. 12. Juni bis 6. Oktober 2013. MAK-Ausstellungshalle. www.mak.at

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Revolution der Fotografie Alexander Rodtschenko (1891–1956), eine treibende Kraft der russi­ schen Avantgarde, zählt zu den großen Erneuerern der Fotografie in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. Die zahlreichen Facetten seiner Fotografie beleuchtet diese Ausstellung mit rund 200 Arbeiten Rodtschenkos, dessen Bildkonzeptionen und Manifeste bahnbrechend waren für die Entwicklung der modernen Fotografie. Neben weltberühmten Aufnahmen wie Porträt der Mutter (1924) oder Mädchen mit Leica (1934) zeigt das Fotomuseum WestLicht ein weites Spektrum seines dynamischen Blicks, darunter viele Vintage-Prints, ergänzt durch Rodtschenkos typografisches Schaffen, seine Plakate und Publikationen. www.westlicht.com

Alexander Rodtschenko, Mädchen mit Leica. 1934 Vintage-Print auf Silbergela­ tinepapier. Sammlung Museum Moskauer Haus der Fotografie / Multimedia Art Museum Moskau. © A. Rodtschenko – W. Stepanova Archiv. © Museum Moskauer Haus der Fotografie.

Linda McCartney, Fotografin In der weltweit ersten umfassenden Retrospektive würdigt das KUNST HAUS WIEN das Lebenswerk von Linda McCartney, einer der interessantesten Fotografinnen des 20. Jhdts. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl ihrer ikonischen Porträts des Rock ’n’ Roll der 1960er, ihres Familienlebens und der Natur. Paul McCartney: „Von Anfang an bewunderte ich ihre Fotografie und dass ich ihre Arbeit persönlich erleben durfte, verstärkte diese Bewunderung noch. […] Von ihr fotografiert zu werden, fühlte sich locker und angenehm an, und in ihren Arbeiten kommt deutlich zum Vorschein, wie entspannt ihre Modelle sind.“ Noch bis zum 6. Oktober 2013. www.kunsthauswien.com

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Johnny Depp und Kate Moss. London. © 1995 Paul McCartney. Foto: Linda McCartney.

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PRAXIS WOHNEN

Zugegeben, alte Mauern versprühen jede Menge Charme. Aber sich deshalb gleich in einem ehemaligen Gefängnis ein­nisten? Ein 35-jähriger Bayer nahm die Herausforderung an und schuf sich unter alten Dachbalken in einer bayrischen Kleinstadt ein modernes und doch altehrwürdiges Refugium. Text: Brigitte Krizsanits

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iese Räume haben wirklich Geschichte. Wo sich heute Designermöbel und ausgewählte Stücke wie selbstverständlich unter alte Dachbalken fügen, wo durch schräge Fenster das Licht ins Innere dringt und hier ein eigenartiges Licht-Schatten-Spiel veranstaltet, saßen vor 150 Jahren Gefangene ihre Strafe ab und warteten Häftlinge auf ihr Urteil. Einer davon ging sogar als so etwas wie der bayrische Robin Hood in die Geschichte ein: Räuber Heigl bestahl hauptsächlich reiche Bauern und Geistliche, was ihm wiederum Sympathie und Unterstützung bei der Bevölkerung einbrachte. Nachdem ein Komplize sein Versteck, eine sprichwörtliche Räuberhöhle, verraten hatte, wurde er verhaftet und hierher gebracht. Da, wo heute die Küche ist, empfing er sein Todesurteil. Hingerichtet wurde er daraufhin aber nicht. Er wurde von Kaiser Max II. begnadigt und sollte lebenslange Kettenhaft erhalten. Was ihm aber auch nichts nützte. Drei Jahre nach seiner Verhaftung wurde er 1857 in einem anderen Gefängnis von einem Mithäftling erschlagen.

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PRAXIS WOHNEN Geschichtsträchtiges Gemäuer

So weit das Leben des wohl berühmtesten Insassen der Zelle. Aber auch das Bauwerk selbst hat seine Geschichte, und die reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Früher befanden sich hier ein Gefängnis, eine Folterkammer und ein Verhörzimmer. Irgendwann waren dann Polizeisoldaten und ihre Angehörigen unter­gebracht, ehe das Gebäude in den letzten Jahren dem Verfall preisgegeben war. Eine Investorengruppe nahm sich schließlich dessen an und engagierte mit dem Architekten Franz Bast gleich jemanden dazu, der es versteht, sich in alte Gemäuer hineinzuversetzen und diese mit Liebe zum Detail neu zu inszenieren. Altes gekonnt bewahrt

Der Dachstuhl des denkmalgeschützten Gebäudes wurde schonend saniert, möglichst viele Originalbestandteile wurden erhalten. Nur kranke und schadhafte Stellen des Holzes wurden entfernt und querschnittsgleich ergänzt. Stück für Stück entstand so ein Refu­ gium, in dem Altes sorgfältig bewahrt und gekonnt mit Neuem kombiniert wurde. Langsam und nicht auf einmal. So ein Projekt braucht Zeit. Schließlich hat es auch lange genug darauf gewartet, wachgeküsst zu werden. An der Decke ist noch der originale Putz erhalten, er wurde lediglich gereinigt, getüncht und gekalkt. Der Boden wurde stilecht ersetzt, mit Eichenholzdielen aus dem Hause Admonter, unterschiedlich breit und bis zu fünf Meter lang, wie gemacht für dieses Ambiente. Sie umrahmen das Bad, das als Kubus in die Einheit gestellt wurde, in hellen Tönen und Holz gehalten, mit einer Glaswand vom Wohnbereich getrennt.

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Nass-Zelle und Verhörbank

Von der Badewanne aus blickt man in das alte Holzgewölbe, durch eine Fensterleiste sieht man von hier aber auch in den Himmel. Wo einst der Räuber Heigl ein­ gesperrt war, ist heute die Küche untergebracht. Klein war sie, die Verhörzelle, und klein ist auch die Küche. Interessantes Detail ist hier die alte Verhörbank, sie wurde kurzerhand in die Küchenzeile integriert und dient gleichzeitig als Sitzbank. Ein Mühlespielfeld ist darin eingeritzt, so hat sich jemand hier wohl die Zeit vertrieben. Weiße Küchenschränke aus massiver Fichte mit Schleiflack überzogen; die weiße Arbeitsplatte ist aus Mineralwerkstoff und fügt sich an die weiß gekalkte Wand. Das verleiht dem einst so tristen Raum eine freundliche Helligkeit. Alles ist gut durchkomponiert, stilsicher und harmonisch. Die Abzugshaube ist mit Holz verkleidet. Darunter ein winziges, vergittertes Fensterchen. Es erinnert an die frühere Verwendung des Raumes und gibt gleichzeitig Einblick in die Dimen­

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sion der alten Mauern. Der Tisch sieht aus, als ob er ebenfalls aus Heigls Zeiten stammte. Tut er aber nicht. Er wurde aus wurmstichigem Holz eigens gefertigt und ist so ein passender Teil der Gesamtkonzeption. Design-Kontrapunkt aus den 50ern

Um Gäste zu bewirten, ist die Küche eindeutig zu klein. Genügend Platz finden diese daher im Wohnraum rund um den Esstisch, ein Stück mit Patina, versteht sich, aus einem Münchner Café, das neben Getränken auch noch Möbel verkauft. Moderner Kontrapunkt dazu sind die sechs Plastic Chairs von Vitra. Jeder anders in seiner Farbe, was dem Ganzen einen unkonventionellen Touch verleiht. Von der Decke hängen zwei Metallleuchten, die zusätzliches Licht zu den Fenstern in der Dachschräge spenden. Das kommt auch von gekonnt im Raum platzierten Lichtquellen: von einer Stehleuchte als Farbtupfer in Gelb, von in die Dachbalken eingebauten Spots und einer

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PRAXIS WOHNEN Lichtleiste hinter den spiralförmigen Industrieheizkörpern, die wiederum in der Schräge angebracht sind. Der Bauherr hat sie in einem Café gesehen und gewusst: „Die sind wie für mich geschaffen.“ Mußestunden am offenen Feuer

Information www.admonter.at

Neben den Heizkörpern in der Schräge spendet an kalten Tagen auch offenes Feuer Wärme. Und auch hier ist wieder alles anders herum. Nicht auf festem Boden steht der Kamin, sondern er hängt von der sechs Meter hohen Decke. Eine imprägnierte Wasserbüffelhaut darunter verhindert, dass Funken den Natureichenboden beschädigen. Vor dem Kamin steht eine Ledergarnitur, dahinter fügen sich Schallplatten und jede Menge CDs, fein säuberlich in kubische Regale geschlichtet, zu einem dekorativen Wandelement. Am liebsten möchte man sich hier einfach auf die Couch plumpsen und das

Ganze auf sich wirken lassen: die schweren Dach­ balken, die Dachschräge und alles, was wie perfekt in diese schiefe Wand hineinkonzipiert wurde. Unweigerlich denkt man dabei dann auch an Michael Heigl und seine Räuberhöhle ... Maßarbeit

Mit der hat dieses Refugium heute natürlich nichts gemein. Kommoden, Hängeschränke und jenes Medienregal, das an der Rückseite des Bad-Komplexes angebracht ist, stammen, so wie auch die Küche, alle aus der Hand eines Fachmanns für Innenausbau. Die glatten Strukturen der einfarbig, in Grau oder dunklem Grün gehaltenen Möbelstücke bilden den modernen Kontrast zu den weißen Wänden, den Ziegelmauern und zu der alten Holztüre, die mit schweren, eisernen Scharnieren an dem alten Rahmen befestigt ist. Sie führt in die Küche und zwingt mit nur 1,70 Metern Höhe unweigerlich dazu, sich hier zu bücken. Der Hausherr nimmt’s gelassen, er hat sich schon längst daran gewöhnt – und wird dafür tagein, tagaus mit einem wunderbaren Wohngefühl belohnt. Ob die „weiße Frau“, die angeblich häufig durch den Innenhof spukt, auch schon einmal hier oben war? Wer weiß. Wenn ja, dann sicher auf ganz leisen Sohlen, damit sie niemand bemerkt. Denn es wäre doch jammerschade, wenn sie aufflöge und diese Räumlichkeiten für alle Zeit verlassen müsste.

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DESIGN-PortrÄt

Fantasievoll aus Prinzip

Das Restaurant „Blanc“ im Hotel Mandarin Oriental in Barcelona.

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DESIGN-portrÄt

Originelle Ideen sind für Menschen in kreativen Berufen wie das Mehl für den Bäcker. Eine Bedingung, die ganz am Anfang steht. Daraus dann ein funktionierendes, verkäufliches Produkt zu machen, ist die wahre Herausforderung. Patricia Urquiola zeigt seit Jahren vor, wie das geht. Text: Markus Schraml

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ie schafft es immer wieder, sie lenkt ihre Fantasie in pragmatische Bahnen, die zu Möbel führen, die leicht, freundlich, elegant und praktikabel sind. Patricia Urquiola, Spanierin in Mailand, gehört unzweifelhaft in die Riege der herausragenden zeitgenössischen DesignerInnen. Dennoch ist sie geografisch gesehen nicht ganz so umtriebig wie manche Kollegen, sondern arbeitet hauptsächlich in ihrer Wahlheimat Italien. Hierher war sie gekommen, nachdem sie ihr Architekturstudium an der Facultad de Arquitectura de Madrid absolviert hatte, und leitete ab 1991 das Produktionsentwicklungsteam bei De Padova. In dieser Zeit entwarf sie gemeinsam mit Vico Magistretti ihre ersten Möbelstücke. Zehn Jahre später gründete Urquiola ihre eigene Firma für Produktdesign, Ausstellungen und Architektur. Im Lauf der Jahre hat sie mit vielen bekannten Möbelhäusern und -herstellern zusammengearbeitet. Unter anderem mit Moroso, Agape, B&B Italia, Alessi, Driade, Foscarini, Kartell, Flos, Molteni, Paola Lenti und Artelano. Auch diverse Designpreise blieben nicht aus: So wurde sie von einigen Zeitschriften als Designerin des Jahres hervorgehoben, sie erhielt den Kölner Design Preis, Elle Deco International Design Award, Good Design Award, red dot award und den iF product design award.

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Links: „The Revolving Room“ auf dem Salone del Mobile 2013. Rechts oben und unten: Relaxen und arbeiten muss kein Widerspruch sein – red dot award 2013 für Hosu von Coalesse.

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DESIGN-PortrÄt

Ein Bad der Sinne. Axor Urquiola.

Urquiola für B&B Italia: Canasta, das Bend-Sofa und Husk.

Einer der wichtigsten Partner und Auftraggeber war und ist Moroso. Für das italienische Unternehmen designte Urquiola eine ganze Reihe von Sesseln, Sofas und Sofalandschaften. Die jüngsten Kreationen, die in diesem Jahr auf dem Salone Internazionale del Mobile in Mailand präsentiert wurden, zeichnen sich durch viel Witz und Leichtigkeit in der Form aus. Clarissa Hood, Mafalda und Mathilda lauten die Namen der launigen Stücke. Viel Aufsehen erregte auch die Installation „The Revolving Room“, die Patricia Urquiola für Moroso und Kvadrat erarbeitet hat und auf der Mailänder Möbelmesse gezeigt wurde. Die Designerin dazu: „The Revolving Room basiert auf konstanten Kreisen. Die übergroßen, bestickten Textilien verstärken den Eindruck eines hypnotisch zirkularen und sich wiederholenden Rhythmus.“ Diese interaktive Installation beinhaltete vor allem die erste Textilkollektion, die Urquiola für Kvadrat gestaltet hat, zeigte aber auch Produkte von Moroso sowie Philips-LeuchttextilPaneele und Kvadrat Soft Cells. „The Revolving Room“

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erhielt den Milano Design Award 2013 als bestes ausgestelltes Projekt. Die Kvadrat-Kollektion besteht aus Vorhängen und Bezugsstoffen, deren abstrakte Muster wie zufällig wirken. Diese Muster werden mit eleganten Farben kombiniert, sodass ein intensives Gefühl von Tiefe und Volumen entsteht. Die sechs unterschiedlichen Textilien eignen sich aufgrund ihrer individuellen und dynamischen Optik sowohl für den Einsatz in der Gastronomie als auch im Privatbereich. Erfrischende Freundlichkeit

Eine Besonderheit im Œuvre Patricia Urquiolas ist ihre Badkollektion für Hansgrohe. Ausgehend vom AxorWaterDream-Projekt des deutschen Bad-Spezialisten entwickelte die Spanierin gemeinsam mit den Fachleuten von Hansgrohe die Axor-Urquiola-Serie, eine feminine Variante des modernen Bades. Fließende Übergänge, weiche Formen und sanfte Kurven charakterisieren die gesamte Kollektion. Bei der Produktgestaltung ließ sich die Designerin von Archetypen wie der

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DESIGN-PortrÄt

Die neuesten Entwürfe für Moroso: Clarissa Hood, Mathilda und Mafalda.

klassischen Zweigriff-Armatur, dem Waschzuber oder dem asiatischen Paravent inspirieren und interpretierte diese neu. Produkte wie der Axor-Urquiola-Einhebelmischer oder der frei stehende Wannenthermostat sind anschauliche Beispiele für Patricia Urquiolas Handschrift, die von unterschiedlichen Stilen, von Vitalität und Leidenschaft geprägt ist. Das Bad ist für die Spanierin ein Ort der Intimität, der sehr persönlich gestaltet sein sollte. Als eine der umfangreichsten Axor-Badkollektionen, die von Armaturen über Wannen und Waschschüsseln bis hin zu Heizkörpern reicht, erlaubt die Produktpalette von Axor Urquiola vielfältigste und eben auch ganz individuelle Gestaltungsmöglichkeiten.

oder Sofas, sei es für drinnen oder draußen, hier zeigt sich die größte Stärke von Urquiolas Stil – sein Charme. Die Kreationen für B&B Italia etwa haben die Eigenschaft, ihre Betrachter vom ersten Moment an für sich einzunehmen, Sympathie ist ihnen sicher. Die Outdoor-Kollektion Canasta verströmt durch seine Flechtstruktur koloniales Flair, verwehrt sich aber gleichzeitig jeglicher Nostalgie. Der Sessel Husk ist das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses, in dem es darum ging, ein Sitzmöbel zu schaffen, das sowohl sehr eigenständig ist als auch zu klassischen Sofas passt. Die beiden Grundelemente sind eine harte Schale und eine Reihe von weichen Kissen; die Ausführungen und

Stilvolle Kreationen aus Kunststoff für Kartell: Usame und Frilly.

Luxushotel in der Heimat

Eine ganz spezielle Herausforderung war der Auftrag zur Gestaltung des gesamten Interieurs des Hotels Mandarin Oriental in Barcelona. Patricia Urquiola gelang es dabei, den offenen, kosmopolitischen Charakter der spanischen Metropole in den Innenräumen des Luxushotels widerzuspiegeln. In den 98 Zimmern und Suiten gibt es viel Weiß, viel Cremefarbenes, avantgardistische Sitzmöbel und orientalische Details. Helle Eichenböden, darüber maßgefertigte beige Teppiche, schaffen eine einladende Atmosphäre. Die Bäder stattete die Designerin mit ihrer eigenen Axor-Kollektion aus, inklusive übergroßer Duschen mit Mosaiken von Mutina und Bisazza. Auffälliger, einprägsamer Höhepunkt ist jedoch das Restaurant „Blanc“, das wahrlich keinen anderen Namen tragen könnte. Mit Tageslicht durchflutet, spannt sich über den Köpfen der Gäste ein metallenes, weißes Gitternetz rund um den Raum, der mit einem „hängenden Garten“ überrascht. Das Grün der Pflanzen setzt erfrischende Akzente in diesem Meer von Weiß. Made in Italy

Die Kernkompetenz der in Oviedo geborenen Designe­ rin ist die Gestaltung von Sitzmöbeln. Seien es Sessel

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DESIGN-PortrÄt

„Ich lasse mich einfach treiben und versuche, ehrliche Produkte zu entwickeln, die für jeden verständlich sind.“ Patricia Urquiola

Mehr als ein Hauch von Glamour. Caboche von Foscarini.

Patricia Urquiola bei der Arbeit.

Patricia Urquiola verleiht auch Leuchten ein verführerisches Aussehen. Hier das stimmungsvollste Gürteltier der Welt. Tatou von Flos.

INFORMATION www.axor-design.com www.bebitalia.it www.coalesse.de www.flos.com www.foscarini.com www.kartell.it www.kvadrat.dk www.mandarinoriental.com/ barcelona www.moroso.it www.patriciaurquiola.com

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Farben sind sehr variabel. Ein gutes Beispiel für die Fähigkeit der Designerin, klassische Formen so zu verändern, dass sie gleichzeitig topmodern und zeitlos erscheinen, ist das Bend-Sofa. Der monolithische Körper hat einige eigenwillige Kurven, die ein asymmetrisches, organisches Bild ergeben. Aber sie kann auch anders. Für Kartell hat sich Patricia Urquiola in Sachen Kunststoff ausgelebt. Beim Stuhl Frilly aus transparentem Polycarbonat diente eine Industrieskulptur als Vorbild, die in eine ergonomische Form verwandelt wurde. Die wellige Wirkung, die den gesamten Körper und das Gestell durchzieht, verleiht diesem Stuhl ein leichtes, weiches Aussehen. Ein kom-

plexes und wendiges Objekt, das als Beistelltisch, aber auch als Zeitungsständer dienen kann, ist Usame. Es besteht aus farbigem PMMA und wird durch Blumenmotive, genauer gesagt Ginkgoblätter, verziert. Die jüngste Auszeichnung, den red dot design award 2013, erhielt Patricia Urquiola wieder für einen Sessel, nämlich den Lounge-Chair Hosu, den sie für Coalesse entworfen hatte. Für den Spezialisten von „Crossover“Möbeln hat die Spanierin ein Sitzmöbel kreiert, das sowohl Behaglichkeit und Entspannung als auch konzentriertes Arbeiten ermöglicht. „Hosu ist eine Insel zum Relaxen, Arbeiten, Denken und Lesen“, beschreibt die Designerin ihre preisgekrönte Arbeit. •

Fotos: Hersteller

Patricia Urquiolas Vorhangund BezugsstoffKollektion für Kvadrat zeigt eine Palette von dekorativen Stoffen.

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Grand Repos Developed by Vitra in Switzerland, Design: Antonio Citterio

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Salone del Mobile

Interieurs von morgen Der Salone Internazionale del Mobile hat seine Stellung als wichtigster internationaler Branchenevent einmal mehr best채tigt. Der vermehrte Zustrom von Besuchern aus Asien, den U.S.A. und Russland steigerte die Bedeutung dieser Messe endg체ltig auf ein globales Niveau. Text: Cordula Kohlberg

Salone Internazionale del Mobile 2013, Foto: Saverio Lombardi Vallauri.

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Salone del Mobile

Ryosuke Fukusada designte den Garderobenständer Kadou und den Beistelltisch bzw. Hocker Muffin für Bonaldo.

Orion von Jarrod Lim für Bonaldo.

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ilan: interiors of tomorrow“ lautete der Wahlspruch der 52. Ausgabe der Mailänder Möbelmesse, die auch im Jahr 2013 die Trends vorgab. Insgesamt 324.093 Interessierte aus 160 verschiedenen Ländern besuchten die norditalienische Metropole und informierten sich bei den mehr als 2.500 Ausstellern über Neuheiten aus allen Teilbereichen der Branche. Der Fokus des Interesses galt in besonderem Maße Stücken und Konzepten mit hohem Designcharakter und traf damit genau auf die Stärken vor allem der italienischen Hersteller. Und diese waren trotz oder gerade wegen der Krise bemüht, ihre Unternehmen in einem besonders guten Licht darzustellen, und betrieben einen hohen Aufwand bei der Gestaltung der Messestände und -präsentationen. Dies gilt aber genauso für Aussteller aus anderen Ländern. Erstaunlich ist der Umfang des Spektakels, das neben der Sonderschau Euroluce und dem SaloneUfficio mit zahlreichen Nebenevents zu Design, Kunst und Kultur sowohl auf dem Messegelände als auch in der Stadt selbst aufwartete.

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Vielfältige neuheiten trotz Krise 100 % made in Italy bietet Bonaldo. Alle Produkte werden in Italien erzeugt und hinsichtlich ihrer Authentizität und Qualität zertifiziert. Die zahlreichen Neuheiten, die das Unternehmen auf dem diesjährigen Salone del Mobile präsentierte, zeigten den vielseitigen Ansatz, den Bonaldo mit seinem breiten Produktangebot verfolgt. Der von Architekt Mauro Lipparini entworfene Stand präsentierte in vier Bereichen vier unterschiedliche Wohnstile – jeweils mit verschiedenen Farben, Materialien, Formen und Stimmungen. Diese vier Bereiche wurden von über zwanzig Neuheiten gefüllt, die einerseits von renommierten Designern stammten, wie etwa das Contrast Bed von Alain Gilles, das sich durch die Möglichkeit auszeichnet, sein großes Kopfende individuell anzupassen, andererseits setzte Bonaldo auf die Ideen zweier junger internationaler Talente: Der Japaner Ryosuke Fukusada hat den Garderobenständer Kadou, der an die Formen von traditionellen japanischen Blumenvasen erinnert, und den Beistelltisch/Pouf Muffin, der von der einfachen geo-

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Mit dem red dot design award 2013 prämierte Stühle: Structure von Mac Stopa und Pit von Maly Hoffmann Kahleyss. Beide für Tonon.

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Ro bedeutet Ruhe auf Dänisch. Dieses Wort beschreibt mit nur zwei Buchstaben den Charakter dieses Sessel, den Jaime Hayon für Republic of Fritz Hansen™ geschaffen hat.

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Der Sessel Membrane besteht aus einem technischen Strickgewebe, das auf eine CNC-gefertigte Rahmenstruktur gespannt ist. Design: Benjamin Hubert für ClassiCon.

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Neueste LoungeKreation von Rolf Benz: Bacio im Design von Cuno Frommherz.

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Salone del Mobile

1 Die Sitzserie THIS THAT OTHER basiert auf einer effizienten Konstruktion, die auch in ökonomischer Hinsicht interessant ist. Design: Stefan Diez für e15.

2 Limitierte Auflage des

Stuhlklassikers MORPH von ZEITRAUM. Mit einem speziellen Druckverfahren werden die Motive auf das Furnier aufgebracht.

3 Outdoor-Stuhl Banjooli von Sebastian Herkner für die Kollektion M‘Afrique von Moroso.

4 Dressed First von Stefano Giovannoni für Magis.

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metrischen Form der amerikanischen Süßspeise inspiriert ist, entworfen. Der in Singapur lebende Australier Jarrod Lim zeichnet für den Entwurf des Beistelltischs Orion verantwortlich, der von der gleichnamigen Sternenkonstellation beeinflusst ist und aus einem Gestell aus lackierten Stahlstäben besteht. Sehr bezeichnend ist auch der Name eines Sessels, den Benjamin Hubert für ClassiCon kreiert hat. Membrane ist aufgrund seines Materials leicht und transparent und beweist, dass ein komfortabler Sessel nicht unbedingt voluminös und dick gepolstert sein muss. In dieser Hinsicht eher traditionell kommt das Sitzmöbel Ro™, das der Spanier Jaime Hayon für Republic of Fritz Hansen™ entworfen hat, daher. Das Design der Schale ist schlicht, elegant und angenehm für Auge und Körper. In seinem visuellen Ausdruck und seinem hohen Komfort ist der Ro ein Garant für Ruhe und Entspannung. Viel Bequemlichkeit verspricht auch das neue Sofa Bacio von Rolf Benz. Das Design von Cuno Frommherz lädt ganz klar zum Relaxen ein und dennoch ist das Erscheinungsbild eher leicht, ein bisschen wie ein Gartenmöbel. Stühle, Stühle, Stühle Was auf dem diesjährigen Salone del Mobile in Mailand besonders auffiel, war die große Anzahl an

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neuen, innovativen Stühlen. Gleich eine ganze Reihe von kreativen Sitzmöbeln zeigte Tonon. Die Designs sind so erfolgreich, dass sie zum Teil bereits mit dem red dot award 2013 ausgezeichnet wurden. Darunter auch das Modell Structure des polnischen Architekten Mac Stopa. Eine gelungene Kombination aus innovativem Material und 3D-Design. Sowie der Stuhl Pit des deutschen Designerteams Maly Hoffmann Kahleyss. Mit ganz eigener Haptik präsentiert sich Dressed First von Stefano Giovannoni für Magis. Der Stuhl aus Polyurethanschaum mit Stoffbezug wirkt wie aus einem Guss. Ganz auf Holz setzt hingegen ZEITRAUM. Den Holz-Look erweitern die Wolfrats­ hausener nun aber mit Modellen in gebeizten Farb­ varianten. Das erweitert natürlich das Programm um ein Vielfaches. Dennoch waren die beeindruckendsten Stücke wiederum aus farblosem Holz. Vor allem die ZEITRAUM-Edition des Stuhles MORPH, die in Zusammenarbeit mit Innenarchitektin Friederike Klesper entstand. Dabei werden drei unterschiedliche Motive auf das Holz gedruckt, ohne dabei die natürliche Struktur abzudecken. Die Motive stammen von chinesischen Plakaten aus den 1920er-Jahren und wirken wie Tattoos auf der Haut. Design: Formstelle, München. Holz spielt auch bei e15 die Hauptrolle. Mit dem scheinbar simplen Stuhl THIS wird einmal mehr der Grundsatz des Unternehmens veranschaulicht, die für die Konstruktion eines Produktes essenziellen Elemente freizulegen und sogar zu betonen. Designer Stefan Diez verwendet dafür robustes, geformtes, mit Eiche furniertes Schichtholz und kreiert mit nur einer speziellen Rundung ein Möbelstück, das modernen Zeitgeist atmet. Einen für zeitgenössische, westliche Designvor­ stellungen sehr ungewöhnlichen Stuhl hat Sebastian Herkner für die Afrika-Kollektion von Moroso er­ dacht. Dieses Stück für den Außenbereich fällt durch seine fröhlich-frischen Farben und die Kombination seiner Rundungen auf. Angeblich wurde der Jung­ designer vom Flügelschlag ostafrikanischer Vögel inspiriert. Der Stuhl wird in Senegal handgemacht und jedes Stück ist ein Unikat.

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Regal Liber von Luca Papini für den Glasspezialisten Tonelli. www.tonellidesign.com

Original oder Retro ist hier die Frage. Der Kaffeetisch Fifties trägt seine Inspirationsquelle schon im Namen. Design: Studio GR für Gallotti&Radice. www.gallottiradice.it

Neuartiger Abstelltisch von Molteni. Teso – erdacht von Foster+Partners. www.molteni.it Air Storage von Lago ist ein zusammensetzbares Einrichtungssystem mit breiten Regalbrettern und Flächen, die von Glaselementen getragen werden. Design: Daniele Lago. www.lago.it

Schrille Farben auch bei Kleiderständern. Bamboo von Archirivolto für Green. www.greensrl.it

KFF zeigte in Mailand zum dritten Mal eine Tischstudie. Diesmal eine fast vier Meter lange Tischplatte von ARTUS aus uralten Spiegelbohlen. www.kff.de

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Links: Den erfolgreichen Up chair von Tonon (Design: Martin Ballendat) gibt es jetzt auch in einer Luxusledervariante. Rechts: Coat von Sebastian Herkner ebenfalls f端r Moroso.

Stuhl Hip von Colico Design. Gestaltung: F. Di Martino. www.colicodesign.com

Eine Hommage an skandinavische Klassiker. Pelle von Lorenz*Kaz f端r ZEITRAUM.

Organisch verdreht. Bank Folly von Ron Arad f端r magis.

Talma von Benjamin Hubert f端r Moroso.

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InforMatIon www.bonaldo.it www.classicon.com www.cosmit.it www.e15.com www.fritzhansen.com www.magisdesign.com www.moroso.it www.rolf-benz.com www.tononitalia.com www.zeitraum-moebel.de

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Die Österreich-Schau Austrian Design Details im Salone dei Tessuti. Photo: Laura Fantacuzzi.

Österreich in Mailand Parallel zum Salone Internazionale del Mobile prä­ sentierten sich österreichische DesignerInnen, Produ­ zentInnen und Traditionsbetriebe im Rahmen der Leis­tungsschau Austrian Design Details als gemeinsame Trademark. Die Ausstellung, die bereits zum vierten Mal stattfand, wird von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA organisiert und von go interna­ tional – einer Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend und der Wirtschaftskammer Österreich – sowie der Österreichischen Möbelindustrie unterstützt. Mit dem Konzept für die Österreich-Präsentation in Mailand wurde das Linzer Designstudio March Gut beauftragt. Die Gestaltung des Ausstellungsraumes und die Präsentation der

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Produkte basieren auf dem Spiel mit der Zwei- und Dreidimensionalität. In Anlehnung an den Designprozess, der meist als zweidimensionaler Entwurf beginnt und erst durch die Umsetzung zu einem dreidimensionalen, haptischen Produkt wird. Hohe Qualität, coole Designs Aus dem gemeinsamen Interesse für handwerkliche Perfektion und ökologische Nachhaltigkeit in Verbindung mit zeitgenössischem Design entstand die Zusammenarbeit zwischen Anrei und Thomas Feichtner. Mit der Fino-Kollektion wollte Feichtner dem Massivholz-Möbel die sonst typische Schwere und Wuchtigkeit nehmen. Bei dem in Mailand präsentierten Hocker war dieses Vorhaben augenscheinlich

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von Erfolg gekrönt. Feldkircher möbel.handwerk entwirft und fertigt funktional durchdachte Möbel nach ökologischen Kriterien aus Massivholz. Die Oberflächen werden ausschließlich mit natürlichen Wachsen und Ölen aus nachwachsenden Rohstoffen behandelt. Seit mehr als 80 Jahren pflegt FORCHER aus Osttirol das Tischlerhandwerk in Kombination mit modernsten Technologien. Die Kommode und das Nachtkästchen aus der Kollektion auí des Designtrios Pudelskern bestechen durch Zeitlosigkeit. Mit einem neuen alpenländischen Designstil positioniert sich das 1910 gegründete und auf handwerklich hochwertige Funktions-Polstermöbel spezialisierte Tiroler Unternehmen Haapo 1910. Für die Gestaltung der Möbelserie Malaun wurde die Architektin und Designerin Gab­

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riela Raible beauftragt. Die Produkte der NEUEN WIENER WERKSTAETTE werden mit bekannten Designern und Architekten entwickelt und in den traditionsreichen Produktionsstätten in Österreich hergestellt. 2012 initiierte das steirische Unternehmen erstmals den NWW Design Award, einen neuen Award für kreatives Interieurdesign, und präsentierte die drei Gewinner in Mailand: Mobile Gastfreundschaft von Maciej Chmara und Ania Rosinke, DONALD von Philipp Hermes und Dustin Jessen und Hockerbank von Johanna Dehio. Mit durchdachten Innenarchitektur- und Möblierungskonzepten behält Wiesner-Hager den Blick auf das Ganze und sorgt mit individuellen Lösungen für mehr Effizienz und Wohlbefinden bei der Möblierung und der Gestaltung von Arbeits-, Kommunikations- und Regenerationsbereichen. In Mailand war der Macao Barstool von neunzig° design zu sehen. Thomas Feichtner trat in der Österreich-Schau auch im Bereich der unabhängigen Designer auf und präsentierte seinen Tram Chair, einen Entwurf, der vom tschechischen Unternehmen TON produziert wird, das am Standort des ehemals größten Produktionsstandortes für ThonetMöbel sitzt, der noch von Michael Thonet selbst gegründet wurde. Feichtners Konzept ist stark von den Produktionsprozessen des Unternehmens inspiriert. Zum einen vom TON-eigenen Werk zur Herstellung von Sitzschalen aus Formholz und zum anderen vom traditionsreichen Werk zur Herstellung von klassi­ schem Bugholz. Beide Verformungsmethoden wollte Feichtner erstmals in einem Produkt verbinden und dabei eine Brücke vom traditionellen zu einem zeitgenössischen Möbel schlagen. •

1 Hocker Fino von Thomas Feichtner für Anrei.

2 Pina von Feldkircher

möbel.handwerk. Design: kaschkasch.

Information www.anrei.at www.forcher-tirol.at www.haapo.at www.hubert-feldkircher.at www.nww.co.at www.thomasfeichtner.com www.wiesner-hager.com

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Salone del Mobile

Kommode aus der Serie auí von Forcher. Design: Pudelskern.

Von provisorischen Sitzgelegenheiten inspiriert: Hockerbank von Johanna Dehio für NWW.

Sessel Malaun von Gabriela Raible für Haapo 1910.

Thomas Feichtner kreierte den Tram Chair für TON.

Donald von Philipp Hermes und Dustin Jessen. Hersteller: Neue Wiener Werkstätte.

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Salone del Mobile

Mobile Gastfreundschaft von Maciej Chmara und Ania Rosinke. Gewinner des NWW Design Awards. Macao-Barstuhl von neunzigº design für Wiesner-Hager.

Der Atelier Chair von EOOS für Walter Knoll.

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K체chendesign

Das Innenleben z채hlt

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Küchendesign

Das Aussehen zeitgemäßer Küchen hat sich in den letzten Jahren zusehends verändert. Dabei kam der Nebenrolle Design eine Haupt­rolle zu, denn moderne Küchendesigns müssen nicht nur praktikabel und zuverlässig sein, sondern auch schön. Offene Raumlösungen verlangen nach mehr Wohnlichkeit auch im Gestaltungsstil von Küchen. Text: Rafael Donnersbach

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n puncto Küchen liegt der Schwerpunkt auf Qualität und Langlebigkeit. Deshalb denken die Hersteller auch in längeren Zyklen und planen, gestalten und erneuern in eher größeren Abständen. Lieber wird ergänzt, verfeinert und auf bestehende Serien und Kollektionen gesetzt. In Diskussionsrunden wird zwar von neuen Lebensstilen gesprochen, denen sich auch die Küche anpassen müsse, de facto ist es aber so, dass auch in bereits bestehenden Küchenlinien enorm viel Platz für Anpassungen, Verbesserungen und Erweiterungen steckt. So lässt sich eine ursprünglich als ganz gewöhnliche Einbauküche geplante Serie ohne allzu viel Aufwand in offene Raumkonzepte einpassen. Die tatsächlichen Innovationen im Küchenbereich liegen eher im Innenleben und in der Technik. Durchdachte Systeme steigern hier den Bedienkomfort. Abfallsystem der neuen Generation: Blancoselect.

Offene Küchen sind der Trend der Zeit. Hier: Lux in Sand Hochglanz von nobilia.

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Küchendesign Das Baukastensystem SieMatic SF10 lässt sich individuell zusammenstellen und jederzeit nachträglich ergänzen.

Innere Werte

Innovative Systeme für das Innere von Küchenladen und -kästen schaffen Ordnung und Übersicht. Der ungewöhnliche Material-Mix und der besondere Blick für Details des intelligenten Innenausstattungssystems SF10 von SieMatic verschaffte ihm eine „Special Mention“ beim German Design Award 2013. Tatsächlich bietet dieses System optisch wie funktional ein hohes Differenzierungspotenzial von der Präzision der Verarbeitung bis zum verwendeten Material, urteilte der Rat für Formgebung. Die Kombination aus hell lasierter Eiche, beschreibbarem Porzellan und hochwertigem Aluminium bildet eine elegante, filigrane Anmutung in zarten Grautönen. Das Baukastensystem lässt sich individuell zusammenstellen und jederzeit nachträglich ergänzen. GripDeck-Einlegeplatten mit Anti-Rutschstreifen sorgen in den Auszügen dafür, dass alles sicher steht und nichts verrutschen kann. Ordnen, Positionieren und Stauen lauten die Schlagworte, mit denen bulthaup seine neuen funktionalen

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e-Touch für Kühlschrank und Vollauszugshochschrank bulthaup bietet jetzt einen elektronischen Öffnungsmechanismus für Kühlschränke und den Vollauszugshochschrank an. Einmal kurz drücken und die Tür öffnet sich einen Spaltbreit – man kann sie dann ganz öffnen oder sie schließt nach drei Sekunden wieder automatisch. So verschwindet auch noch der letzte Griff aus der bulthaup b3.

Lösungen für Wandpaneel und Stauraum für das Küchensystem b3 bewirbt. Dabei wird das Wandpaneel geöffnet und zum ersten Mal auch der Raum dahinter genutzt. Dafür wurden die Paneele in vier Lamellen unterteilt, die man je nach Bedarf einzeln nach innen drücken kann. So entstehen zusätzliche Fächer, die beim Vor- und Zubereiten die Organisation von Schneidbrettern, Kochbüchern, Küchentüchern und Werkzeugen unterstützen. Und damit steht die

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KÜCHENDESIGN

Ob PureLine oder ContourLine – eine der größten Stärken der neuen Gerätegeneration von Miele ist ihre Designhomogenität.

Steinhart im Nehmen. Farbige Spülen aus SILGRANIT® PuraDur® II.

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Was Substanz hat, überdauert die Zeit. Spülen und Becken aus SILGRANIT® PuraDur® II bestechen durch ihre steinig-seidene Oberfläche, Beständigkeit und unübertroffenen Gebrauchseigenschaften. Sie sind pflegeleicht, widerstandsfähig und hygienisch. Mit „felsgrau“ wird die BLANCO CombiColours-Palette nun um einen attraktiven Farbton erweitert. Spülen und Armaturen in 10 SILGRANIT®-Farben sowie noch mehr neue Gestaltungsmöglichkeiten rund um das Spülcenter finden Sie auch im Internet. www.blanco.at

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Küchendesign

Das Thema Ordnung steht bei der bulthaup b3 ganz weit oben auf der Prioritäten­liste. Geöffnete Wandpaneele, praktische Vorratsbehälter oder Folienrollenhalter erleichtern die Küchenarbeit.

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Arbeits­fläche selbst in voller Tiefe zum eigentlichen Arbeiten zur Verfügung, was vor allem bei kleinen Küchen von Vorteil ist. Für sein neues Innenausstat­ tungssystem hat bulthaup mehrere neue Accessoires entwickelt. Jedes von ihnen lässt sich innerhalb der Prismenstruktur individuell positionieren. Die drei neuen Vorratsbehälter (0,8, 1,2 und 2,8 Liter) stehen mit ihrem asymmetrischen Boden fest in den Prismen. Aber auch auf Arbeitsplatte und Tisch haben sie einen festen Stand und neigen sich dem Nutzer zu. Auch der formschöne zylindrische Folienrollenhalter aus Alu­ minium liegt stabil in der Prismenstruktur und ist gleichzeitig mobil. Der Nutzer kann ihn herausheben und dahin mitnehmen, wo er gerade gebraucht wird. Ein wichtiges Thema in jeder Küche ist die Beseitigung der Abfälle. Für die Trennung von recycelbaren Wert­ stoffen und Restmüll ist ein System notwendig. Blanco­ select bietet ein Abfallsystem für Unterschränke, das mit durchdachten Details den Küchenalltag spürbar komfortabler macht. Die neue Generation dieses Sys­ tems sorgt mit erweiterten Funktionen für einen rund­ um aufgeräumten Abfallbereich. Mit zeitgemäßer Farb- und Formgebung sowie harmonisch aufeinander abgestimmten Funktionsbereichen integriert es sich perfekt in jedes zeitgenössische Küchen-Ambiente. Dank schmaler Rahmenteile und des Verzichts auf Trennstege verfügt das System in jeder Ausführung

über ein besonders großes Gesamtvolumen der Eimer – bis zu stattlichen 49 Litern. Die abgeschrägten Griffe überzeugen mit angenehmer Haptik. Sie inte­ grieren sich in den Eimerrand, der zudem bündig mit dem Rahmen abschließt. Lästige Zwischenräume sind somit passé – und Krümel & Co. haben keine Chance, sich festzusetzen. Form und Funktion

Auf dem Gerätesektor präsentiert Miele in diesem Jahr zwei neue Designlinien, die das Bild der neuen Einbaugeräte-Generation 6000 prägen. PureLine und ContourLine zeigen eine eigenständige Formen­ sprache, die mit unterschiedlichen Küchenstilen har­ moniert. Ein wesentliches Merkmal von PureLine ist der hohe Glasanteil bei den Gerätefronten, der die Ge­ räte dieser Designlinie optisch leichter erscheinen lässt. Bedienelemente und Displays sind in die Glas­ blende integriert. Die Designlinie ContourLine grenzt sich deutlich davon ab. Zwar setzt auch hier die Glas­ blende mit integrierten Bedienelementen einen neuen Akzent, differenzierend wirkt hier allerdings der hohe Edelstahl-Anteil, der beispielsweise die Backofentür umlaufend als Rahmen einfasst. Eine einfache Bedienung ist in jeder Küche eine Grundbedingung. Neue Maßstäbe setzt in dieser Hin­ sicht der TwistPad® von Neff, eine völlig neuartige

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Küchendesign

Links: Skulpturales Design trifft auf Purismus. Die BackofenSerie 400 von Gaggenau. Rechts: Die magnetische EinknopfBedienung für Kochfelder von Neff: TwistPad®.

Einknopf-Bedienung. Die Technik hinter der Idee: Bei Neff-Kochfeldern liegt ein flacher, formschöner Edel­ stahl-Bedienknebel neben der Digitalanzeige auf der Glaskeramikoberfläche auf. Er wird durch Perma­ nent-Magnete unter der Oberfläche in Position gehal­ ten und lässt sich sowohl kippen als auch drehen. Durch ein sanftes Antippen in der gewünschten Rich­ tung können alle Kochzonen einzeln angesteuert wer­ den – die gewünschte Leistung wird mithilfe des Drehmechanismus festgelegt. Auch das neue Bedien­ konzept bei Gaggenau stellt eine einfache und intui­ tive Handhabung sicher. Besonders zum Tragen kommt dies bei den neuen Backofen-Serien 400 und 200. Während die Serie 400 durch ihre skulpturale Wirkung im Raum besticht, überzeugt die BackofenSerie 200 mit dezenter Zurückhaltung und gerad­ liniger Formensprache. Die Geräte der Serie 400 wer­ den mit leichtem Frontüberstand, die der Serie 200 flächenbündig eingebaut. Beide Serien umfassen Back­ öfen, Dampfbacköfen, Mikrowellen, EspressoVollautoma­ ten und Wärmeschubladen mit hoher Funktionalität. •

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Der Spülstein ist wieder da Als Inbegriff von Solidität und Tradition ist der Spülstein ein Sinnbild für die sogenannte gute alte Zeit. Mit seiner denkbar einfachen, aber präg­ nanten Form diente er schon zu Großmutters Zeiten als Anlaufstelle in der Küche. Heute haben ihn vor allem die Individualisten unter den Kücheneinrichtern wieder für sich entdeckt. So hat ihn Villeroy & Boch mit seinen hausinternen De­signern an die modernen Küchenmaße ange­passt und ihn mit neuen, funktionalen Elementen ausgestattet. Gleichwohl hat er nichts von seinem ursprünglichen Charme eingebüßt. Kompaktheit und solide Verarbeitung verströmen in dieser modernen Version erstaunlicherweise eine gewisse Leichtigkeit. Er fügt sich harmonisch in romantische Küchen, etwa im Landhausstil, ein oder setzt in einem modernen Umfeld einen auffälligen Kontrapunkt. Als Einzelbecken oder funktional ausgestattetes Doppelbecken verleiht er jeder Küche eine ganz eigene Identität.

Information www.blanco-germany.com/de www.bulthaup.com www.gaggenau.com www.miele.at www.neff.de www.nobilia.de www.siematic.de www.villeroy-boch.com

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Material und K端che

Auf den Schwingen der Fantasie

Eine Fusion aus Handwerkskunst und modernem Material. Das Ergebnis: Retro-Design erster G端te. Air Kitchen von deVOL.

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Material und Küche

Die Suche nach neuen Designlösungen führt oft zur Entdeckung innovativer Materialien, die für diesen bestimmten Zweck oder in dieser Weise zuvor noch nicht eingesetzt wurden. Bei zwei außergewöhnlichen, ganz unterschiedlichen Küchen wurde das Solid-Surface-Material HI-MACS® verwendet, das ganz neue Gestaltungen erlaubt. Text: Cordula Kohlberg

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ie Designer des britischen Küchenherstellers deVOL haben sich für die Air Kitchen von Ikonen des 20. Jahrhunderts inspirieren lassen, die an Innovation kaum zu übertreffen sind. Sie kombinierten klassische Werkstoffe mit handwerklich verarbeitetem HI-MACS® und schufen ein Küchenprogramm, das eine Designära widerspiegelt, die durch einen neuen Abenteuergeist geprägt war. Typisch für die Air-Küche ist der Vintage-Stil mit seinen klaren Linien und abgerundeten Kanten – nostalgische Design-Merkmale finden hier ganz deutlich ihren Niederschlag. Etwa in der gebogenen Holzbauweise und den mit Aluminium laminierten Paneelen, die den Eindruck erwecken, als würde die Kücheninsel im Raum schweben. Hinzu kommen Schränke, die den Stil der abgerundeten Konturen weiterführen. Sie stehen auf Edelstahlfüßen und erinnern an gerade gelandete Raumkapseln. Um die Linien noch makelloser erscheinen zu lassen, wurden Türen und Schubladen so gestaltet, dass sie mit einem sanften Druck leicht und bequem zu öffnen sind – deVOL-Firmengründer Paul O’Leary beschreibt, welche Herausforderung es bei diesem Designprojekt zu meistern galt: „Ich wollte, dass die Air kurvenreich und retro wird, elegant und fließend, und an die begehrenswertesten Dinge erinnert, die ich wirklich emotional berührend finde, Dinge, die mein Herz begehrt, bei denen mir mein Verstand aber sagt, dass ich sie nicht haben kann.“ Die Küche schafft eine minimalistische und zugleich elegante Atmosphäre. Sie bezaubert durch ihre anmutigen, geschwungenen Formen, die den Betrachter an die berühmtesten Retro-Ikonen des vergangenen Jahrhunderts denken lässt.

Futuristisch kochen

Die durch ihre Originalität bestechenden Küchen Kook und Karan von Aran Cucine entsprangen der Verbindung aus einer Vision von Designstar Karim Rashid und den außergewöhnlichen Eigenschaften des Acrylsteins von HI-MACS®. Wie die Air Kitchen zeichnen sich auch diese Küchen durch geschwungene

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Die Verkleidungen der Schranktüren und der Schubladen bestehen aus HI-MACS®.

Linien aus, die Ergebnisse jedoch könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Kook zeichnet sich durch sein innovatives ergonomisches Konzept aus, das nur dank der Vielseitigkeit von HI-MACS® umgesetzt werden konnte. Die über 90 Zentimeter breite Arbeitsfläche erlaubt eine optimale Anordnung der Kochund Spülbeckenelemente sowie eine funktionellere Verwendbarkeit. Neben der Verwendung von Acrylstein zeichnet sich dieses ehrgeizige Projekt von Karim Rashid durch die Beleuchtung aus. LED-Leuchten, die unter einer Abdeckung angebracht sind, betonen die magentafarbene Aluminiumleiste. Weitere LEDLeuchten im Inneren des Hängeschranks beleuchten die Glasregale und bringen die Küche so im wahrsten Sinne des Wortes zum Strahlen. Das Design von Karan basiert auf einer konischen Kücheninsel, die zu gemeinsamen Stunden einlädt. Wenn Wasserhahn und LED-Leuchte nicht benötigt werden, können sie

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Material und Küche Fortschrittliches Material, neueste Verarbeitungstechnik HI-MACS® ist ein Solid-Surface-Material der neu­esten Generation. Der Mineralwerkstoff besteht aus ungefähr einem Drittel Acrylharz (Polymethylmethacrylat bzw. PMMA) und zu fünf Prozent aus natürlichen Pigmenten. Der Hauptbestandteil ist mit 70 Prozent das natürliche Mineral Aluminiumhydroxid (ATH), das aus Bauxit (Aluminiumerz) gewonnen wird. In einem modernen Fertigungsprozess unter Einhaltung hoher Sicherheitsanforderungen wird HI-MACS® auf einem Stahlfließband in Form von Platten oder als Formteil herge­stellt. Dabei wird das Material mithilfe des TempernVerfahrens in zwei Phasen auf hohe Temperaturen erhitzt. Diese zweite Stufe des thermischen Verfahrens zeichnet HI-MACS® gegenüber anderen Mineralwerkstoffen aus und lässt eine neue, festere Verbindung entstehen, in der etwaige Struktur­ defekte ausge­glichen werden. HI-MACS® ist dank seiner glatten, porenfreien Oberfläche leicht zu reinigen und weist eine hohe Beständigkeit gegen Wärmequellen und den regelmäßigen Gebrauch haushaltsüblicher Desinfektionsmittel auf. Dieses Material ist dadurch besonders für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet.

Die abgerundete Kante ist das auffälligste Merkmal der Air Kitchen.

Information www.aranworld.it www.devolkitchens.co.uk www.himacs.eu

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in der Arbeitsplatte versenkt werden. Zusammen mit einem über dem Spülbecken eingefügten MehrzweckSchneidbrett entsteht so ein kompakter und geräumiger Essbereich. Die weichen Kurven setzen sich an den Küchenwandschränken fort. Der Koch- und Zubereitungsbereich ist in einen Ausschnitt mit abgerundeten Kanten im Wandschrank eingelassen, der mit einem LED-Leuchtband hervorgehoben wird. Durch die ausgezeichnete Thermoformbarkeit von HI-MACS® sind dem Spektrum der möglichen Formen und Varianten und somit den Ideen der Designer nahezu keine Grenzen gesetzt. Aran Cucine konnte daher auch die visionären Gedanken von Karim Rashid umsetzen und zwei exklusive Konzepte mit fließendem, weichem und außergewöhnlich schönem Design entwickeln, ohne dabei hygienische und technische Aspekte zu vernachlässigen. •

Karan von Aran Cucine. Design: Karim Rashid.

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Fotos: Hersteller

Spezielle Anforderungen an Form und Funktion. Kook von Karim Rashid für Aran Cucine.


Material und K端che

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Leuchten-Design

Magische Lichter

Eine Fusion aus Handwerkskunst und modernem Material. Das Ergebnis: Le Pietre Luminose von LithosRetro-Design Design bringterster acht Güte. Air Kitchen von deVOL. außerordentliche, hinterleuchtete 3D-Verkleidungs­ module aus Marmor. Design: Raffaello Galiotto.

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Leuchten-Design

Von organisch-rund bis technisch-eckig ist bei heutigem Leuchten­design alles möglich. Sparsame Leuchtmittel sind dabei selbstverständlich, egal, wie der jeweilige Lichtspender letztendlich gestaltet ist. Die Herausforderung für die Designer liegt darin, die Leuchte sowohl aus- als auch eingeschaltet herausragend aussehen zu lassen. Text: Ada-Maria Hengsberg

Synthese aus Glasbläsertradition und Artemide-LED-Technologie. Empatia – hier in der Tischleuchten-Version.

Neu bei der Euroluce 2013 vorgestellt: Florensis von Ross Lovegrove für Artemide. Der indirekte Lichtaustritt und die stilisierten Blütenlamellen bilden ein eigenartiges Artefakt.

Just-dressed nennt Produktdesignerin Hedwig Rotter diese Kreation, die sie unter dem eigenen Label mano design herausbringt.

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Leuchten-Design 1

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1 Die Designer von March Gut haben für Molto Luce eine Hängeleuchte mit Lamellenstruktur entworfen. Naheliegender Name: Lamella.

2 Framework von Axo Light aus der Linie

Light­ecture ist ein eckiger Rahmen, dessen unterschiedliche Höhen und Größen es möglich machen, verschiedenste Strukturen zu kompo­ nieren. Design: Manuel Vivian.

3 Die Bell Lights von Sebastian Herkner erinnern an Studioleuchten und übertragen die Idee der wandelbaren Leuchte in den Wohnraum. Hersteller: ClassiCon.

4 Die Wandleuchte Flip von Foscarini erlaubt 6

den Diffusor in fünf unterschiedliche Positionen auszurichten. Design: Simon Pengelly.

5 Arik Levy hat für Vibia die Hängeleuchte

Wireflow entworfen, eine wahre Lichtskulptur in jedem Raum.

6 Die Tischleuchte Yoko von Anderssen & Voll wirkt wie eine zarte, flüchtige Seifenblase. Hersteller: Foscarini.

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Fotos: Hersteller

Information www.artemide.at www.axolight.it www.classicon.com www.foscarini.com www.lithosdesign.com www.manodesign.at www.moltoluce.com www.vibia.com

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Leuchten-Design

Tisch

LIVINGSTONE

Design // Giulio Mancini

Tischplatte in transparent Glas, weiß oder schwarz lackiert Abklappbare Verlängerung beidseitig möglich Tischbeine Chrom glänzend, weiß oder schwarz lackiert oder in Leder überzogen

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www.tonelli.design.it Österreichvertretung: Agentur Pototschnik E-Mail: poto.agentur@aon.at

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Tapeten und Teppiche

Zeitgeist im Bild

PIXA mit Frosch. Das Dessin dieses gewebten Teppichbodens von ANKER nutzt den Goldenen Schnitt.

D Information www.anker-teppichboden.de www.arte-international.com www.as-creation.de www.jan-kath.de www.kymo.de www.marburg.com

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ie Stil- und Motivpalette von modernen Tapeten und Teppichen reicht von sehr zurückhaltend bis aufdringlich schrill. Und da sich über Geschmack bekanntlich nicht gut streiten lässt, ist für jede derartige Verirrung auch das passende Heimtextil-Dekor dabei. Aber genug davon – denn es geht auch stilvoll und schön. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue Kollektion von A. S. Création, die urbanen Lifestyle in unterschiedlichsten Facetten zeigt. Gedämpfte Farben und klassische Ton-in-Ton-Dessins könnten langweilig sein, sind es aber bei Elegance 2 nicht, denn breite Blockstreifen und großformatige Karos setzen moderne Akzente. Die Farbgestaltung in lichten Grau-,

Chamois- und Cappuccino-Tönen sowie Anthrazit, Indigo, Ziegelrot und Mauve unterstreicht die namen­ gebende Eleganz. Die junge, frische Kollektion Felicia kommt hingegen in ihrer modern-mediterranen Spielart in zarter Feinputz-Optik und fröhlichen Farben daher: Zartgelb, Latte- und Mocca-Töne, kräftiges Rot, Violett und Lila. Einen schönen Selfmade-Akzent setzen verwaschene, wie von Hand gedruckte Streifen, Kreise und Karos. Wiederum sehr elegant gibt sich die Linen Collection von ARTE. Die Kombination Leinen und Eleganz scheint nicht gerade naheliegend, funktioniert aber doch, denn der Stoff wurde mit einer speziellen Tech-

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Tapeten und Teppiche

Der jeweilige Zeitgeist manifestiert sich nirgendwo stärker als im Design. Bei zweidimensionalen Varianten der angewandten Gestaltung finden zeitgenössische Kunststile ihren dekorativen Niederschlag. Vom Tafelbild bis zum Teppich oder zur Tapete ist es dabei nur ein ganz kurzer Weg. Text: Markus Schraml

La Veneziana 2 ist eine Kollektion aus feinen Vliestapeten mit zarter Haptik. Hersteller: Marburg.

nik gefaltet, geprägt und schließlich mit einem Metallglanz versehen. So bleibt nicht nur der Charakter des Stoffes erhalten, sondern das Leinen kommt durch das tastbare Relief besonders gut zur Geltung. Auf den Spuren des venezianischen Tapetenhandwerks bewegen sich die Designer der Marburger Tapeten­ fabrik unter der Leitung von Dieter Langer. Nach der erfolgreichen, 2008 vorgestellten Serie La Veneziana folgt nun La Veneziana 2, eine Kollektion, die klassi­ sche Arabesken, großflächige Ornamentik, aber auch ein modernes Damastmotiv beinhaltet. Dieter Langer arbeitet mit Matt-Metallic-Kontrasten und PatinaOptik, spielt mit der Leichtigkeit der Farben: Gold­

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variationen, Platin- und Silbertöne, Kupfernuancen. Die Dessins sind durch eine matte, grafische Rasterung im Hintergrund hochaktuell. Teppiche am Puls der Zeit Jan Kath gehört zu den international erfolgreichsten Teppich-Designern. Ob in arabischen Königshäusern, in der Villa von Rockstar Anthony Kiedis auf Hawaii (Red Hot Chili Peppers) oder den privaten Suiten des Four Seasons in Kairo, überall sind seine Arbeiten zu finden. Während die Entwürfe am Computer in Bochum entstehen und online in die Manufakturen in Nepal, Thailand, Indien oder Marokko übermittelt

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Tapeten und Teppiche Die Linen Collection von ARTE ist tatsächlich zu 100 Prozent aus reinem Leinen hergestellt.

63 Farben kombiniert mit 3 klassischen Dessins (Plain, Point, Line). Hier die Variante Plain von ANKER Teppichboden.

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werden, setzt Jan Kath bei der Fertigung seiner modernen Dessins auf alte Produktionsmethoden. In den oft noch familiengeführten Werkstätten im Himalaja, in Agra, der alten Mogul-Hauptstadt Indiens, oder im Atlasgebirge Marokkos wird nach jahrhundertealten Traditionen mit der Hand geknüpft. Mehr als 2.500 Knüpfer arbeiten weltweit für „JK“. Das Geheimnis des Erfolgs liegt aber nicht nur in der Geschäftstüchtigkeit, sondern auch im kreativen Potenzial Jan Kaths. Dessins wie „From Russia With Love“, das aus roten Rosen und üppigen Blumenkränzen besteht und an die Kopf­ tücher von alten russischen Bäuerinnen denken lässt, zeigen die innovative Energie des Designers. In diesem Fall dürfen auch die typischen Verfremdungseffekte

nicht fehlen: Mal wirkt das Dekor wie mit einem Fechtdegen zerschnitten, mal wie von Farbkleksen verunstaltet. In eine ganz neue Dimension dringt Jan Kath mit der Tokio-Kollektion vor. Hier werden die Bilder des Fotokünstlers Stefan Emmelmann textil umgesetzt. Die Millionen von Pixel der digitalen Vorlage werden Knoten für Knoten in Seide und Wolle übertragen. Und die Lichter der Großstadt bieten ein nahezu un­ überschaubares Farbspiel. Die von kymo Creative Director Eva Langhans gemeinsam mit Thomas Follner entwickelte TeppichKollektion THE MASHUP ist mehrfach ausgezeichnet worden. Während des Entstehungsprozesses werden handgeknüpfte Orientteppiche zuerst einer vollständigen Demontage unterzogen. Dann durchlaufen sie in aufwendiger Handarbeit unterschiedliche Veredelungsprozesse und werden nach einem präzise ausgeklügelten Patchwork-Muster neu konfektioniert. So gelangt THE MASHUP zu einer neuen Wertigkeit und generiert nebenbei noch einen ansprechenden UsedLook. Das neueste Design-Highlight von kymo heißt 2TONE FX Wild Style: plakative Farbkombinationen, robust und outdoor-tauglich aus einem bunten Geflecht von breiten, belastbaren Sicherheitsgurten. Ebenfalls herausragend und ebenfalls preisgekrönt sind die Teppichboden-Kollektionen PERLON RIPS LCS und PIXA von ANKER Teppichboden. In der Kate­ gorie product design 2013 wurden sie mit dem red dot design award ausgezeichnet. Die Neuauflage von PERLON RIPS LCS macht erstmals die Farbklaviatur von Le Corbusier mit ihren 63 Farben der textilen Bodengestaltung zugänglich. PIXA hingegen ist ein gewebter Teppichboden mit eigenständigem KompaktstrukturLook und völlig neuartiger, puristisch farbiger Optik. •

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Fotos: Hersteller

Drei Teppiche von Jan Kath: Scarlenka Splashed aus der Serie From Russia With Love, Bidjar Waterloo Peace und Tokio.


TapeTen und Teppiche

Der Name ist Programm. Felicia bringt Glück ins Haus. Hersteller: A. S. Création.

Mit ihren Bouclé- und Textilstrukturen verströmt Elegance 2 von A. S. Création Wärme und Wohnlichkeit.

Schrill und funktional. 2TONE FX Wild Style, der neueste Hit von kymo. Design: Eva Langhans.

THE MASHUP in der Concept Edition ist ein Vertreter des aktuellen Vintage-Trends.

taPEtEn fÜr PrInZESSInnEn Harald Glööckler, Deutschlands exzentrischster Modeschöpfer und Selbstdarsteller hat ein Credo: „Jede Frau ist eine Prinzessin!“ Eine Anschauung, die den extravaganten Designer auch bei der Gestaltung der Kollektion für die Marburger Tapetenfabrik beflügelte. „Wir wollten die außergewöhnlichsten und pompösesten Tapeten aller Zeiten realisieren. Tapeten, die eine kleine PlattenbauWohnung genauso erstrahlen lassen wie ein russisches Schloss“, schreibt Glööckler ganz unbescheiden. Entstanden ist eine vor allem in der Herstellung aufwendige Kollektion, die die hohe Qualität in Druck und Technik von Marburg bezeugt. Ein Beispiel sind die unzähligen präzisen Haschuren – das sind feine Oberflächenstrukturen, die durch eine handgearbeitete Gravur- und Ätztechnik auf der Druckwalze entstehen und der Tapete eine hochwertige Reliefhaptik geben. Im Zusammenwirken mit einer raffinierten Farbgebung und irisierenden Pigmenten entstehen Dessins, die an schwere Moirévorhänge oder an ein dichtes Federkleid erinnern. Die Kollektion Glööckler by marburg umfasst 66 schwere Vliestapeten.

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GooGle-office Tel Aviv Bunt und abwechslungsreich. Das ist die Arbeitswelt, wie sie von Internet­Giganten wie Google inszeniert wird.

Schöne neue Arbeitswelt In aktuellen Bürokonzepten wird viel über die Verbindung von Arbeits­ und Lebenswelten geredet. Amerikanische IT­ und Internet­Firmen haben in dieser Beziehung die Nase vorn. Was in Europa noch hauptsächlich Idee ist, ist dort Praxis. Das aktuell beste Beispiel dafür stellt das neue Google­Office in Tel Aviv dar. Text: Sebastian Zerlach

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Google-Office Tel Aviv

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ährend in modernen Wohnungen ein sehr puris­ tischer Designstil Einzug gehalten hat, werden zeitgenössische Büros immer gemütlicher und bunter. Und das ist nur folgerichtig, denn die Menschen sol­ len sich schließlich dort am wohlsten fühlen, wo sie die meiste Zeit verbringen. So lassen die neuen Büros des Internet-Konzerns Google in Tel Aviv den Angestellten keine Wünsche offen. Auf 8.000 Quadratmetern und acht Etagen finden die ständig wachsenden Teams von Technikern, Verkäufern und Marketingleuten nicht nur Platz zum konzentrierten Arbeiten, sondern auch zum Relaxen und für Sport und Freizeitspaß. Die Ge­

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samtgröße der Google-Niederlassung im Electra Tower im Zentrum Tel Avivs, mit Blick auf die Stadt und das Meer, widerspricht dem inneren Eindruck, also der Raumaufteilung und dem Interieur. Denn das ist vor allem eines – urgemütlich. Das betrifft in erster Linie die Orte, die der „kreativen Kommunikation“ gewid­ met sind. Knapp 50 Prozent der Fläche wendet der Arbeitgeber für diese innovativen Arbeitsumfelder auf, um die unterschiedlichsten Anforderungen und Be­ dürfnisse der Angestellten zu bedienen. Nichts soll sie vom Arbeiten abhalten. Oder anders gesagt, alles dient der Arbeit, aber wenig sieht danach aus.

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Google-Office Tel Aviv

Facts Google Israel Office Tel Aviv Electra Tower, 89 Yigal Alon Tel Aviv – Israel Gesamtgröße: 8.000 m² Fertigstellung: Ende Dezember 2012 Anzahl der Arbeitsplätze: 490 Information www.camenzindevolution.com www.google.com

Es gibt klare Trennungen zwischen den Zonen mit tra­ ditionellen Schreibtischarbeitsplätzen und jenen, die der Kommunikation gewidmet sind. Die zahlreichen, zum Teil auch kleinen Räume erleichtern das individuelle konzentrierte Arbeiten, während die Orte für den krea­ tiven Austausch auch dementsprechend gestaltet sind. Dabei wurde in jedem Stockwerk ein Thema mit lokaler Identität gewählt, das sich im Design widerspiegelt und das die Vielfältigkeit Israels illustrieren soll. Diese unter­ schiedlichen Aspekte wurden von den Mitarbeitern vor Ort ausgewählt, die sich auch an der Interpretation dieser Ideen zumindest unterstützend beteiligten. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die kulinarische Versorgung. Die Mitarbeiter können zwischen drei

Res­tau­rants wählen: nicht koscher, koscher mit Milch und koscher mit Fleisch. Die Restaurants sind in unter­ schiedlichen Stilen und nach verschiedenen Themen gestaltet. Allen gemeinsam ist aber auch hier ein ge­ wisser Hang zur – Gemütlichkeit. Die Google-Büros im Electra Tower nehmen nur sieben der acht gemieteten Etagen ein. Das freie Stock­ werk bietet dem neuen „Campus“ Raum, der ebenfalls im Dezember 2012 vom israelischen Premierminister eröffnet wurde. Dieser „Campus Tel Aviv“ wird von Google unterstützt und ist ein neues Zentrum für Unternehmer und Entwickler, der auch als Basis für Start-up-Unternehmen dienen soll. Diese Einrichtung ist erst der zweite Google-„Campus“ weltweit. •

Oben links: Also, wer sich hier nicht wohlfühlt, dem ist nicht zu helfen. Oben rechts: Der Strand von Tel Aviv lässt grüßen. Ein Be­ sprechungs­ort mit dem richtigen Lebensgefühl.

Die einzelnen Zonen sind zwar abgegrenzt, liegen aber unmittelbar nebeneinander. Besprechungsraum neben Relaxzone. Damit kann der Austausch auf einer anderen Ebene gleich weitergehen.

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Fotos: Itay Sikolski

Unten: Viele der unter­schied­ lichen Räume erinnern an private Wohn­zimmer. Auch Brettspiele stehen bereit. Die Grenze zwischen Freizeit und Arbeit wird verwischt.


Google-Office Tel Aviv Workingplace Design Das Design der neuen Google-Büros in Tel Aviv stammt vom Design-Team Camenzind Evolution. Dieses Schweizer Unternehmen ist auf innovative Arbeitsplatzgestaltungen spezialisiert und kann Kunden wie Credit Suisse und Unilever in seiner Referenzliste aufweisen. Neben Google Tel Aviv zeichnet Camenzind Evolution auch für die Büros des Internet-Giganten in Moskau, Stockholm, Dublin und Zürich verantwortlich. Beim Begriff Arbeitsplatz-Design geht es laut Camenzind nicht so sehr um Design, sondern vielmehr um die Frage, wie Arbeit heute und in Zukunft aussehen kann und soll. Schlagworte wie Zusammenarbeit, Wissen, Kreativität, Identität und Unternehmens­ kultur spielen eine Rolle. Für das Projekt in Tel Aviv haben die Schweizer mit den israelischen Design-Teams Setter Architects und Studio Yaron Tal zusammengearbeitet.

Ja, doch, auch bei Google wird im ganz traditionellen Sinne gearbeitet.

Oben: Dem gemeinsamen Arbeiten folgt das gemeinsame Spielen. Für die ent­spre­­ chen­den Voraus­setzungen sorgt der Arbeitgeber. Links: In diesem Restaurant herrscht Urigkeit. Allerdings – wie im Einkaufszentrum. Unten links: Orte, die der Kommunikation dienen, strahlen in vielen Fällen eine enorme Gemüt­­ lichkeit aus. Sind also das genaue Gegenteil von bürotypisch. Unten rechts: Nur ein gesunder und fitter Mensch ist auch ein guter Mitarbeiter.

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Beton und Garten

Den Garten genießen – ohne viel Arbeit So verschiedenartig moderne Gärten gestaltet werden können, eines haben alle gemeinsam: Sie sollen pflegeleicht sein und der Entspannung dienen. Pflastersteine und Platten aus Beton liefern diesbezüglich attraktive und vielfältige Möglichkeiten für die Gestaltung von Freiflächen.

Fotos: Semmelrock Stein + Design

Text: Monica Rabenwälder

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Beton und Garten

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s gilt das Prinzip: „Weniger ist mehr.“ Statt Unkraut zupfen lieber die Terrasse genießen, lautet das Motto. Betonsteinpflaster und -platten ent­ sprechen diesen Anforderungen, da mit den vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten des Baustoffes das Aussehen der Elemente auf die gartenbaulichen Ideen abgestimmt werden kann – von modern bis klassisch, vom klaren, geradlinigen Pflaster bis zu antik gerumpelten Steinen, von hellen, glänzenden Oberflächen bis zu den Schattierungen der Natur. Je nach geplanter Nutzung und Beanspruchung können sie auch hinsichtlich Steindicke, Format und Verlegemuster optimal für die jeweilige Anwendung ausgewählt werden. Beton kann durch die Beimischung von Zusatzstoffen, Farbpigmenten und Naturstein-Edelsplittern nahezu in allen Farben und Strukturen hergestellt werden. Ist der Farbton einmal genau definiert, bleibt er aufgrund der durchgängigen Mischung für alle Zeit unverändert. Ebenso flexibel ist das Herstellungsverfahren bei der Gestaltung der Oberfläche, die beispielsweise gleichmäßig glatt oder jede Art von Relief darstellen kann. „Auf diese Weise sind den Möglichkeiten des Designs kaum Grenzen gesetzt. Sie können hochmoderne Muster annehmen, historischen Vorlagen nachempfunden werden oder die charakteristische Optik von mediterranen oder natürlich verwitterten Oberflächen annehmen“, erklärt Robert F. Holzer, CEO von Semmelrock Stein+Design. Einfache Herstellung, lange Lebensdauer

„Die Herstellung von Betonplatten erfolgt unter optimal eingestellten Bedingungen im Betonwerk. Die maßgenaue und qualitativ optimierte Produktion heimischer Betonpflastersysteme ermöglicht preiswerte Produkte von sehr hoher und vor allem dauerhaft gesicherter Qualität. Die Elemente werden hochwertig

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gefertigt geliefert und können ohne weitere Bearbeitung sofort verlegt werden“, so Holzer. Auch in puncto Langlebigkeit ist Beton auf der Terrasse und im Garten anderen Lösungen überlegen. Sie bedürfen keiner wartungstechnischen Maßnahmen und sind in Aus­ sehen und Funktion dauerhaft. Betonpflastersteine mit spezieller Oberflächenbeschichtung sind einfach zu reinigen, ohne dass sie optisch an Qualität verlieren. Sie können dadurch sogar noch widerstandsfähiger gegen Witterungseinflüsse und Verschmutzungen gemacht werden. So bleiben Terrasse und Wege im Garten und rund um das Haus dauerhaft schön. Durch verbesserte Produktionsverfahren und neue Technologien sowie durch seine nahezu unschlagbare Lebensdauer ist Beton eine optimale Alternative zu anderen Befestigungslösun­ gen im Garten. •

Information www.betonmarketing.at www.semmelrock.com

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Vitra für DrauSSen

Designklassiker als Outdoor-Blickfänge

Produkte für den Außenbereich von Vitra. © Vitra.

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Vitra für DrauSSen

Wenn klassische Designs für den Garten aufbereitet werden sollen, geht es vor allem darum, das Material wetterfest zu machen. Ganz in diesem Sinne hat Vitra einige seiner bekannten Klassiker für den Einsatz im Freien angepasst, etwa mit besonderen Additiven, die das Ausbleichen der Farben durch die Sonne verlangsamen. Text: Ada-Maria Hengsberg

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erschiedene Entwürfe der Vitra Home Collection wurden speziell für den Outdoor-Bereich entwickelt, andere hat der Hersteller dahingehend aufgerüstet. Gemeinsam ist allen die hohe Qualität und ein Design, das sich von der gängigen Gartenmöbelästhetik abhebt. In Zusammenarbeit mit Designern wie Jasper Morrison, den Brüdern Bouroullec oder Konstantin Grcic gelang es, den Klassikern des Programms für draußen, dem Eames Plastic Side Chair von Charles und Ray Eames oder dem Panton Chair von Verner Panton neue Outdoor-Produkte zur Seite zu stellen. Für den leichten, komfortablen und universell einsetzbaren Sessel Waver von Konstantin Grcic standen Extremsportarten Pate, denn der Entwurf greift Konstruktionsprinzipien von Sportgeräten auf und überträgt sie in ein avantgardistisches Design, das ohne Hightech auskommt und dennoch komplex ist. Wie ein Gleitschirmsegler in seinem Gurtzeug schwebt der Nutzer des Waver in einer Art Hängematte, die an den Sesselrahmen aus gebogenen und verschweißten Stahlrohren eingehängt ist. Dank seiner wetterfesten Materialien bietet sich der Waver zum Einsatz im Garten oder auf der Terrasse geradezu an. Die Mitglieder der HAL-Familie von Jasper Morrison sind intelligente Allround-Stühle. Die Variante HAL Tube ist mit dem

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Waver von Konstantin Grcic, Farbe: Lemon, Foto: Marc Eggimann. © Vitra.

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Vitra für DrauSSen

INFORMATION www.vitra.com

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Panton Chair, Design: Verner Panton. Foto: Marc Eggimann. © Vitra.

in den Farben Elfenbein oder Basic Dark pulverbeschichteten Vierbein-Untergestell wetterbeständig. Im Vitra Test Center wird jedes Vitra-Produkt Prüfungen unterzogen, die seine 15-jährige Nutzung simulieren. So sind auch die Oberflächen und alle Einzelteile von HAL besonders widerstandsfähig. Die Gestelle und Schalen haben keine sogenannten Schmutzfallen und sind leicht zu reinigen. Ronan und Erwan Bouroullec haben gemeinsam mit Vitra einen universellen Stuhl in sechs Farben für drinnen und draußen entwickelt, dessen Formen der Natur entlehnt scheinen. Der stapelbare Vegetal bildet flache Aststrukturen, die in drei Ebenen zu einer runden, leicht unregelmäßigen Sitzschale verwoben sind. Aus den stützenden Beinen wachsen auf der Unterseite Rippen, die dem Stuhl Stabilität geben. Der witterungsbeständige Stuhl kann dank seiner Optik sowohl im Innenraum als auch draußen eingesetzt werden. Ebenfalls von den Bouroullecs stammt der Metal Side Table. Mit seinen stimmigen Proportionen und dem formalen Kontrast zwischen dünnen Tischblättern und sockelartig voluminösen Untergestellen macht dieser Tisch an vielen Orten und zu vielen Zwecken eine gute Figur. In der pulverbeschichteten Variante mit Feinstruktur eignen sich die Metal Side Tables als Beistelltische für die Loggia oder den Garten. In neuen Farben lassen sie sich gut mit dem Sessel Waver kombinieren, dessen Untergestell in denselben Farben erhältlich ist.

Die MVS Chaise von Maarten Van Severen erscheint zunächst als skulpturales Objekt, ihr Komfort erschließt sich aber, sobald man sie benutzt. Das elastisch nachgebende Material passt sich der Körperform an und bietet hohe Bequemlichkeit. Die Konstruktion des Untergestells ermöglicht es, problemlos von der sitzenden in die liegende Haltung zu wechseln. Die Klassiker

Seit seiner Einführung 1967 hat der legendäre Panton Chair, bedingt durch die technischen Fortschritte in der Kunststoffverarbeitung, mehrere Produktionsphasen durchlaufen. Ende der 90er-Jahre entstand in Zusammenarbeit mit Verner Panton die letzte von ihm autorisierte Version des Stuhles. Aufgrund spezieller Behandlung eignet sich der Kunststoffstuhl gerade für den Einsatz im Outdoor-Bereich. Dank ihrer zahlreichen Varianten sind sie praktisch überall einsetzbar und gehören zu den am weitest verbreiteten Entwürfen von Charles und Ray Eames: die Plastic Chairs. Vitra hatte die Produktion der ursprünglich aus glasfaserverstärktem Polyesterharz gefertigten Schalenstühle 1993 aus ökologischen Gründen eingestellt. Seit 1999 bzw. 2004 sind die Eames-Kunststoffschalen nun aus dem recycelbaren Material Polypropylen hergestellt. Das Vierbeinuntergestell von DSX und das Drahtuntergestell von DSR gibt es in einer dunkelgrauen oder basic dark pulverbeschichteten Variante. •

Fotos: bei den jeweiligen Fotos

Vegetal von Ronan & Erwan Bouroullec. Foto: Paul Tahon u. R. & E. Bouroullec. © Vitra.

Der Eames Plastic Chair von Charles & Ray Eames. © Vitra.

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Vitra für DrauSSen

Kaindl BOARDS collection. So vielfältig wie Ihre Ideen. Über 240 Dekore und Holzfurniere, fast 20 verschiedene Oberflächenstrukturen und null Kompromisse: Vielfalt und Qualität sind die Markenzeichen der Kaindl BOARDS collection. Warum unsere Platten auch in puncto Langlebigkeit und Ökologie überzeugen, lesen Sie auf www.kaindl.com

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dachgarten

Garten mit Aussicht

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dachgarten

Es ist schier unglaublich, wie grün die Dächer in den Städten in den letzten Jahren geworden sind. Da sprießen Bäume und Gräser, da blühen Blumen und Stauden und sogar Obst und Gemüse wird gezogen. Was bei uns jedoch erst seit Kurzem ein Trend ist, hat eigentlich eine jahrtausendealte Geschichte. Text: Rita Elek

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s war um 600 vor Christus, als man in Babylon begann, Dächer zu bepflanzen und mittels eines ausgeklügelten Systems zu bewässern. 25 bis 30 Meter waren die Mauern hoch, Gewölbe trugen die Last der Pflanzen, die Menschen genossen die Nähe zum Himmel und ihr angenehmes Klima an heißen Tagen. Die Hängenden Gärten der Semiramis gingen in die Geschichte als eines der sieben Weltwunder ein. Ihr Mythos reicht bis in die heutige Zeit, in der der Dach­ garten eine komplett neue Dimension bekommen hat. In New York wurde eine ehemalige Hochbahnstraße zu einem 2,33 Kilometer langen Park umgebaut, nun wachsen auf der „High Line“, wo einst Güterzüge rollten, Bäume und Gräser über Schienenstränge. In Mailand wartet das Hotel Milano Scala mit seinem Brera Garden Floor mit Grünraum in luftiger Höhe auf und in Wien trifft man sich auf dem „Dachboden“ im 25hours Hotel zum Frühstück oder Cocktail über den Dächern der Hauptstadt mit Blick auf die Museen und Stephansdom. Nützliches vorweg

So kann der Tag beginnen! Die pflegeleichte Holzterrasse erhält durch Bambus, Ahorn und exotische Accessoires japanisches Flair. Die Gartenlinie „Pan“ von Garpa strahlt Leichtigkeit und Gemütlichkeit aus.

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Aber auch immer mehr Privatdächer werden zu Gär­ ten umfunktioniert – wovon nicht nur ihre glücklichen Besitzer profitieren. Die Pflanzen auf dem Dach wir­ ken sich nämlich auch positiv auf das Mikroklima aus. Bevor es aber ans Bepflanzen geht, sind einige Dinge vorweg zu klären: Ist der Vermieter einverstanden? Weist das Dach die statischen Voraussetzungen auf – etwa für große Pflanzkübel? Lässt sich das Projekt auch baurechtlich umsetzen? Denn was nützen die schöns­ ten Pläne, wenn sie bei der Umsetzung an Formalitäten scheitern. Alsdann kann mit der Planung begonnen werden, bei der am besten gleich die Möglichkeit von Strom- und Wasseranschlüssen mit einbezogen wird – bei großen Dachgärten lohnt auch die Überlegung, einen Anschluss für einen Wassertank und automatische Bewässerung mit einzuplanen. Auch die Beschattung sollte von Beginn an bedacht werden, wenn schon einmal gewerkt wird.

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dachgarten

Olivenbaum und Kräuter wie Basilikum bringen südländisches Flair in die Großstadt. Die Linie „Desco“ von Zanotta unterstreicht die mediterrane Leichtigkeit.

Gut belegt

Bei der Anlegung der Terrasse fließen nun verschie­ dene Punkte ein: Bestehen die Möglichkeit und der Wunsch zu einem Erdaufbau, dann können Blumen­ beete oder vielleicht sogar Rasen angelegt werden. Da­ für ist es notwendig, über der Dachkonstruktion und -ab­dich­tung verschiedene Schichten aufzuziehen. Eine andere Möglichkeit ist die Verlegung von Steinplatten oder Holz, die anschließend durch Blumentöpfe und -tröge zum Grünraum verwandelt werden. Holz hat dabei vor allem auf dem Dach den Vorteil, dass es sich nicht so schnell aufheizt wie Stein. Das we­ gen seiner Eigenschaften bestens geeignete Teakholz ist in letzter Zeit wegen Abholzung von Tropenwäl­ dern und langen Transportwegen in Verruf geraten, was wiederum heimische Hölzer – Lärche, Esche oder Robinie – ins Spiel bringt. Durch eine neu entwickelte, eigentlich aber schon sehr alte Methode können diese auch härter und haltbarer gemacht werden. Die Eigen­ schaften dieses sogenannten Thermoholzes sind mit

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jenem der Tropenhölzer vergleichbar, großes Plus ist, dass es chemisch unbehandelt ist und aus unseren Wäldern stammt. Eine weitere interessante Alternative sind WPC-Dielen. Die Kombination aus Holz und Kunststoff kommt in Form, Farbe und Haptik nahe an Holzdielen heran. Sie punktet vor allem durch Splitterfreiheit und ist pflegeleicht. Wer hingegen auf Stein setzt, der kann sich vor allem an seiner Langlebigkeit erfreuen. Während das Holz nach 20, 25 Jahren erneuert werden muss, hält der Stein viele Jahre darüber hinaus. Allerdings ist hier die Verlegung aufwendiger als beim Holz, welches einfach über bestehende Beläge gelegt werden kann. Gute Aussichten ohne Einsichten

Oft ist der Raum auf dem Dach begrenzt, jeder Zenti­ meter soll bestens ausgenützt werden und schließlich soll die grüne Oase auch nicht zu öffentlich sein. Hohe, rechteckige Pflanztröge erfüllen hier gleich mehrere Funktionen: Zum einen dienen sie als Sichtschutz und

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dachgarten

Holzterrasse kombiniert mit schlichten Trögen – hier kommen die Ahornbäume gut zur Geltung.

Der Sichtschutz „sticks“ von extremis aus Fiberglas bietet transparente Privat­­s­phäre, ohne dabei einzuengen. Die Terrassenlösungen wurden von ARGEGarten geplant.

Absturzsicherung, andererseits hebt die Bepflanzung ihre starre, massive Erscheinung auf und gibt Luft nach oben. Und mit Gräsern, Bambus oder blühenden Pflanzen gibt es Möglichkeiten für jede Wuchshöhe. Beim Aufstellen von Pflanztrögen ist jedoch wieder auf die Statik zu achten. Schnell wiegt so ein mit Erde be­ füllter Trog mehrere hundert Kilo. Auch Holzwände, die wie ein nach oben gezogener Boden wirken, erzielen tollte Effekte. Sie können auch zu einer Laube erweitert werden, die dann zusätzlich Schatten spendet und bepflanzt werden kann. Grün – aber wie?

Üppige Tröge wollen auch richtig bepflanzt werden. Verzichten Sie hier auf Kleinformate. Bestimmte Ahornoder Bambussorten gedeihen auch in Kübeln, Ziergrä­ ser wirken filigran und großzügig zugleich. Schaffen Sie mit der Bepflanzung Räume, indem Sie durch geschick­ tes Positionieren die einzelnen Bereiche abteilen. Auch auf den Gemüsegarten müssen Sie nicht zwingend ver­

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zichten. Kräuter, Tomaten oder Paprika im Kübel finden schnell einmal Platz, auch Erdbeeren oder Obstbäume gibt es mittlerweile für die Terrasse – was Ihrem Grün­ raum zusätzlich eine nützliche Komponente verleiht. Aufgemöbelt

Von der Größe der Terrasse und von Ihren Bedürfnis­ sen hängt es ab, welche Möbel Sie unterbringen kön­ nen oder wollen. Beim Kauf sollten Sie auf jeden Fall auf Witterungsbeständigkeit und Qualität Wert legen. Die Pölster sollten nicht gleich beim ersten Lüftchen abheben und sie sollten auch Regengüsse unbeschadet überstehen. Lounge-Garnituren, Daybeds und Out­ door-Sofas verleihen der Terrasse weitläufigen Charak­ ter, ein Outdoor-Teppich gibt zusätzliche Wohnlich­ keit. Bei der Platzierung gilt es einmal mehr, die Gege­ benheiten zu beachten: Terrassen sind ob ihrer expo­ nierten Lage meist Sonne und Wind gnadenlos ausge­ setzt. Entsprechende Vorrichtungen wie ein Sonnensegel oder Windschutz bieten hier Abhilfe.

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dachgarten Hohe, geradlinige Pflanztröge dienen als Sichtschutz, die Bepflanzung lockert die strenge Form nach oben hin auf.

Viel Effekt auf kleinstem Raum: Die Viteo Urban Garden Wall zieht eine bepflanzte Wand auf – was Sie daraus machen, bleibt ganz Ihnen überlassen.

Luxus – ja bitte!

Mit kleinen Dingen können Sie schon große Effekte er­ zielen: Eine Dusche beispielsweise gibt Abkühlung an heißen Tagen. Ganzjährig nutzbar – aber schon in der Oberklasse bei Kosten und Luxus angesiedelt – ist ein Jacuzzi, der Ihre Dachterrasse gleichzeitig zu einem Wellnesstempel macht. Dusche und Jacuzzi sind nicht möglich? Dann greifen Sie zur erfrischenden Schmal­ spurvariante: Auch eine Gießkanne erfüllt – wenn auch nicht ganz so trendig – den Zweck der Abkühlung. Zuletzt: Stimmungsmacher

Feuer, Wasser, Erde und Luft nach oben – die Elemente machen Ihre Dachterrasse zu einem Erlebnis. In der Erde wachsen üppige Pflanzen. Achten Sie hier auf

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spezielles Balkon- und Terrassensubstrat, welches Ihre Pflanzen optimal mit Nährstoffen versorgt und gleich­ zeitig auch Wasser speichert. Womit wir auch schon beim Wasser wären. Dieses schafft Atmosphäre und zaubert Stimmung auf die Terrasse. Ein plätschernder Brunnen, eine Schale mit Seerosen oder ein kleines Bio­top – in die Terrasse eingelassen oder in Pflanz­ trögen untergebracht – vermitteln den Eindruck von Ruhe und Stille und vermögen es auch, das Gehör von anderen Geräuschen abzulenken. Und dann noch: das Feuer. Kerzenlicht und ein Kaminfeuer tauchen die Terrasse nach Sonnenuntergang in warmes Licht. Gut positionierte Lichtquellen helfen dann noch ein wenig nach und machen Ihre Dachterrasse zu einer Oase inmitten der Häuserwüste. •

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Fotos: Garpa, Viteo, ARGE Garten, Zanotta

Stimmiger Materialmix: Aus den Edelstahlpyramiden ranken Pflanzen hoch, die durch die Bodenbeleuchtung zusätzlich inszeniert werden.


Italian different concept

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REISE

Luxus am FuĂ&#x;e der Zugspitze

Die Stille des Gartens und die markante Zugspitze bieten reizvolle Momente im Freien.

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REISE

Ein herrlicher Garten mit Blick auf die Weite des Tals. In der Ferne der Berg. Nicht irgendein Berg, versteht sich. Es ist der höchste Berg Deutschlands, der aber auch zu Österreich gehört. Beim Gipfel verläuft irgendwo die Grenze, aber das ist herunten nicht so wichtig. Da zählt das Hier und Jetzt. Da lässt man sich verwöhnen. Wohlfühltourismus nennt man das – und den kann man im Mohr life resort im Tiroler Lermoos von Kopf bis Fuß auskosten. Text: Brigitte Krizsanits

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oderne Architektur und Tiroler Tradition, die atemberaubende Kulisse dazu liefert die Welt der Alpen. Das Mohr life resort scheint wie geschaffen als Drehort für den perfekten Urlaub. Das Drehbuch dazu schreiben Sie selbst. Ob Wellness und Beauty oder Aktivurlaub mit dem Pferd, dem Bike, auf dem Green oder in Wanderschuhen. Auch die Spuren der Geschichte lassen sich hier verfolgen. Nicht weit ist es zur Burgenwelt Ehrenberg – hier findet jährlich mit der „Zeitreise“ das größte Ritterspektakel Europas statt. Oder aber Sie lassen sich einfach in den Tag hinein treiben, lassen die Seele baumeln, ohne viel zu unternehmen. Auch gut. Haus mit Geschichte Was sich heute als modernes Resort präsentiert, blickt auf eine bereits 200-jährige Beherbergungstradition zurück. 1806 wurde hier das „Hotel Drei Mohren“ eingerichtet, in dem sogar der Bayernkönig Ludwig abgestiegen ist. 1959 kaufte Familie Künstner den Besitz und begann das Anwesen in einen modernen Hotelbetrieb umzuwandeln. Mit der letzten Modernisierung und der Erweiterung um 17 Suiten präsentiert sich das Haus heute als Vier-Sterne-Superior-Resort, ohne dabei die Geschichte ganz zu vergessen: Ein kleines Tourismusmuseum gibt Einblicke in die Historie und zeigt so einmal mehr die Liebe zum Detail.

Zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter genießt man beim Schwimmen den Blick auf die Bergwelt.

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REISE

Holz, Stein und viel Glas charakter­i­ sieren das Resort – diese Materialien setzen sich im Inneren fort.

MOHR 007 ist die Suite für Auto-Aficionados. Von der Lounge aus blickt man auf sein wertvolles Gefährt.

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Gast, Holz und Stein ummanteln das Gebäude. Kaum im Inneren, ist sie schon wieder da – die Zugspitze. Man erblickt sie durch die großen Panoramafenster und ist beeindruckt von ihrer mächtigen Präsenz. Stellen Sie sich vor: Da sitzen Sie dann bei einem Glas Champagner oder einer Tasse Tee und schauen hinaus, im Sommer auf das weite, grüne Tal, im Winter auf eine verschneite Zauberlandschaft. Und dieser Blick hinaus ist von fast allen Orten des Hotels möglich. Von den Suiten aus, vom Spa und natürlich auch vom Wellness-Garten oder von der Panorama-Terrasse, wo man eigentlich ja schon mitten drin ist, im Naturerlebnis Zugspitz Arena. Individuelle Suiten mit höchstem Komfort Gediegenes Holzambiente trifft auf hochwertige Mate­ rialien, ein Zimmerbrunnen und große Panoramafenster sind Standard in jeder der neu gestalteten 17 Suiten. Und jede davon wartet zusätzlich noch mit etwas Besonderem auf: Sechs Suiten verfügen über direkten Gartenzugang, eine hat sogar eine eigene

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Fotos: Lorenzoni-PR

Ausblick als großzügiges Detail Dass sich Details auch durch Großzügigkeit äußern können, wird schon beim Betreten des Resorts augenscheinlich. Ein offener Zugangsbereich empfängt den


REISE

1 Eintreten, ankommen und den Alltag abstreifen.

2 Orientalische Sinnlichkeit

inmitten der Tiroler Alpen. Das Spa des Mohr life resorts bietet vielfältige Rückzugs­ möglichkeiten in sinnlichem Ambiente.

3 Stilsichere Kombinationen, ein

Feuer im Kamin und ein Hauch von Luxus im Wohnraum der Suite MOHR 007.

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Garage dabei, in anderen wiederum finden sich Wellness und Entspannung in Form von Infrarot- oder Außensaunen bzw. einer großen Panorama-Bade­ wanne. Alles ist stilvoll komponiert, auch hier zeigen sich Holz und Stein in klarer, geschmackvoller Symbiose. Gerne wird auch auf Natürliches zurückgegriffen: Ein Birkenstamm dient als Bein für eine Bar, ein Teppich aus Kuhfell-Quadraten erinnert an die Tiere der Alpen. Stilvoll entspannen Auch im 2.500 Quadratmeter großen Beauty- und Spa-Bereich sind es wieder Holz und Stein, die hier urige und doch stilvolle Gemütlichkeit versprühen. Alte Dachbalken überspannen den türkis leuchtenden Indoor-Pool, Relaxliegen dienen dem absolut entspannten Blick nach draußen. Hier ist es angenehm wohlig, egal, welches Wetter gerade herrscht. Für den privaten Rückzug stehen VIP-Buchten bereit, auch individuell buchbar, sowie spezielle Bereiche nur für Damen. Verschiedene, traditionelle wie moderne Behandlungen bringen Schönheit und Wohlbefinden in Einklang. Bärenhöhle für kleine Bären Damit auch die Kleinsten voll auf ihr Vergnügen kommen und auf die Großen nicht allzu viel Rücksicht nehmen müssen, gibt es für sie ein eigenes Hallenbad mit „Bärenhöhle“. Wenn es schön ist, tummeln sie sich auch gerne draußen im Sole-Gartenpool – oder sie machen sich ihr eigenes Wellness-Programm in der freien Natur. Sei es beim Staudammbauen oder beim Kneippen in einem der Bäche. Privatvergnügen Neben den Annehmlichkeiten im Resort haben die Gäste aber noch weitere Möglichkeiten, ihren Urlaub zur schönsten Zeit im Jahr zu machen: Baden, Fischen

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oder Tauchen in den herrlichen Mohr-life-Privatseen steht ausschließlich den Gästen zur Verfügung. Und so wird ein sonniger Tag am einsamen See zu einem unvergesslichen Erlebnis. Oder aber Sie schwingen sich auf den Rücken eines Pferdes und erkunden das zum Teil unter Naturschutz stehende „Moos“ aus einer neuen Perspektive. Direkt an das Hotel grenzt Jacpoint Quarters, einer der europaweit größten Westernreitund Zuchtbetriebe – eine Leidenschaft der Familie Künstner-Mantl, die übrigens auch im Hotel selbst durch ausgewählte Sammlerstücke Anspielung findet. Essen mit Ausblick Aktivität macht hungrig – und das Nichtstun erst recht. Mit dem letzten Ausbau wurde das Haus um ein zusätzliches Restaurant erweitert. Serviert wird, was gesund ist und schmeckt, da kommen Tiroler Spezialitäten genauso auf den Teller wie mediterrane Gerichte. Die wunderbare Kulisse zu einem gelungenen Abend liefert natürlich die Zugspitze, die wieder einmal durch das große Fenster hereinschaut. •

In der Garten-Suite genießen Sie schlichtes Design kombiniert mit orientalischen Elementen – ein direkter Zugang zum Garten ist ebenso vorhanden.

Information Hotel MOHR life resort Innsbrucker Straße 40 A-6631 Lermoos / Tirol Tel. +43(0)5673 2362 www.mohr-life-resort.at

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Entgeltliche Einschaltung

Geförderte Wohnungen in Liesing

Eine zentrale, verkehrsgünstige Lage muss nicht auf Kosten der Wohnqualität gehen. Das beweist die neue Anlage in der Draschestraße im 23. Wiener Gemeindebezirk sehr eindrucksvoll. Entsteht der Neubau doch in besonders begehrter Stadtrandlage nächst dem beliebten Draschepark. Der 23. Gemeindebezirk punktet aber darüber hinaus noch mit einer Vielzahl an weiteren infrastrukturellen Vorteilen.

kOStEN Für die 213 geförderten Mietwohnungen betragen die Eigenmittel durchschnittlich € 487,23/m², die monatlichen Kosten beginnen bei € 7,17/m². Die monatlichen Kosten für einen Garagenplatz belaufen sich voraussichtlich auf € 85,06.

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alt und Neu Die Bauträger GEWOG und Eisenhof errichten auf dem Gelände der ehemaligen Inzersdorfer Konservenfabrik insgesamt 213 geförderte Mietwohnungen mit Eigentumsoption. Neben dem Neubau gehört auch der Altbautrakt zur Wohnhausanlage: Der „Meierhof“ liegt beim Inzersdorfer Pfarrplatz und beeindruckt mit seiner denkmalgeschützten Fassade und einem imposanten Arkadengang und wird den Neubautrakt um 21 Wohnungen erweitern. Hier befindet sich auch ein viergruppiger Kindergarten. Der südlich gelegene Neubau umschließt einen parkähnlichen Innenhof und verfügt über ein Erdgeschoss und vier Obergeschosse in den beiden Bauteilen Ost und West. Erschlossen wird der Altbautrakt über das ehemalige Haupttor, die Wohnungen erreicht man über beeindruckende Laubengänge.

Selbstverständlich erfüllt die neue Anlage alle Anforderungen an einen modernen, zeitgemäßen Wohnbau und entspricht den IBO-Ökopass- und BauXundKriterien. Die Ausrichtung der Wohnhausanlage berücksichtigt auch einen optimalen Lichteinfall und knapp zwei Drittel der Wohnungen können querbelüftet werden. Das Wohnungsangebot umfasst Zwei- bis VierZimmer-Wohnungen in durchschnittlichen Größen von ca. 67 bis 116 Quadratmetern. Erhältlich sind neben Geschosswohnungen auch Maisonetten. Private Freiräume werden in Form von Nutzergärten im Erdgeschoss, Loggien (teilweise verglast) und Balkonen angeboten. Rundum gut versorgt Ein Hausbetreuungsstützpunkt mit Dienstleistungen (Volkshilfe Wien) und Lokalfläche im Erdgeschoss befindet sich im Bauteil West. Weiters stehen den zukünftigen Bewohnern auch allgemeine Freiflächen zur Verfügung, wie etwa ein Gemeinschaftsraum mit Kleinküche und teilbaren Raumeinheiten im Erdgeschoss des Altbaus mit zugeordneter Freifläche. Eine Indoor-Spielstraße im dritten Obergeschoss, ein zentraler parkähnlicher Innenhof mit geschwungenen Wegen sowie ein terrassierter Platz auf zwei Ebenen

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Fotos: SchreinerKastler, Helmut Wimmer, Eisenhof, Wohnfonds Wien, Imagination

Viel Grün, gute Infrastruktur und kurze Wege: Das steht bei den Wohnwünschen von Frau und Herrn Österreicher ganz oben auf der Liste. Nicht gerade bescheiden, aber auch nicht unmöglich. In Wien – eine der grünsten Hauptstädte Europas – werden kontinuierlich geförderte Wohnanlagen realisiert, die den Bedürfnissen von Wohnungssuchenden entsprechen. Wie jene in der Draschestraße 107, wo die Bauträger Eisenhof und Gewog eine Wohnanlage mit 213 geförderten Wohnungen errichten.


und Liegedecks im halböffentlichen Bereich zwischen Alt- und Neubau runden das umfangreiche Angebot ab. Spielplätze für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche sind ebenfalls vorhanden. Diverse Fahrrad- und Kinderwagenabstellräume befinden sich im Erdgeschoss des Neubaus. 176 Pkw-Stellplätze stehen den Automobilisten in der hauseigenen Tiefgarage mit Einund Ausfahrt im Bauteil West zur Verfügung. Eltern werden sich über einen viergruppigen Kindergarten direkt in der neuen Wohnhausanlage freuen. Für kurze Einkaufswege sorgt ein Supermarkt, der unmittelbar neben dem Neubau seine Pforten öffnen wird. Gut gelegen, viel Natur Die Wohnanlage liegt nahe der Laxenburger Straße, Sterngasse Ecke Pfarrgasse, der Verkehrsknoten Inzersdorf mit Anbindung an die A23 ist schnell und gut erreichbar. Die Autobuslinie 66A (zur U1/Reumannplatz bzw. U6/Alterlaa und Badner Bahn/Bahnhof Inzersdorf) sowie die ÖBB (Bahnhof Inzersdorf nach Wien-Meidling und Wien-Süd) sorgen für eine gute öffentliche Verkehrsanbindung. Im Nahbereich befinden sich Lebensmittelmärkte und Geschäfte des täglichen Bedarfs – ein Supermarkt ist sogar direkt neben der Wohnhausanlage geplant. Auch mehrere Schulen wie etwa die Volksschule Inzersdorf

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in der Draschestraße 96 oder das Gymnasium und Realgymnasium Draschestraße 90-92 liegen ganz in der Nähe. Die Kleinsten sind – wenn sie nicht im viergruppigen Kindergarten direkt in der Anlage untergebracht werden – beispielsweise im nahen Kindergarten der Stadt Wien (Ewald-Basler-Gasse 1), der Wiener Kinderfreunde (Fürstenhoferstraße 4) oder im Pfarrkindertagesheim Inzersdorf gut aufgehoben. Vielfältige Freizeitmöglichkeiten bietet nicht nur der nahe gelegene Draschepark, sondern auch die Rad- und Wanderwege in Liesingbach, die Erholungs­ gebiete Wienerberg und Laaer Wald sowie die Therme und Kurpark Oberlaa. Gesellige Abende versprechen außerdem zahlreiche Heurige im nahen Oberlaa.

Eckdaten - Neubau - 213 geförderte Mietwohnungen - Bauträger: EISENHOF Gemeinnützige Wohnungs­ gesellschaft mit beschränkter Haftung und GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H. - Planung: Helmut Wimmer & Partner - Baubeginn: Frühjahr 2013 - Bezugstermin: Sommer 2015

Informationen für Wohnungssuchende

Wohnservice Wien 1020 Wien, Taborstraße 1–3 Tel. 01/24 503-25800 www.wohnservice-wien.at EISENHOF Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft m.b.H. 1150 Wien, Tannengasse 20 office@heimbau.at www.heimbau.at GEWOG Gemeinnützige Wohnungsbau Ges.m.b.H. 1080 Wien, Bennoplatz 3 vergabe@nh-gewog.at www.gewog-wohnen.at

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Moderne Klassiker Handgewebte Baumwolle in der außergewöhnlichen Kombination mit Papiergarn bilden die Basis der Teppich-Kreationen von Hanna Korvela. Ihre Teppiche gelten als moderne Klassiker und werden alle in Finnland von Hand gefertigt.

19 Farben stehen bei Encore4 zur Auswahl.

Die Teppiche von Hanna Korvela bilden Webkunst in ihrer feinsten Form ab: natürlich, weich und von hoher Qualität.

Die Frische der nordischen Wälder, das helle Licht des Schnees und die Tiefe des sternklaren Himmels. Sie alle finden sich in den Teppichkreationen von Hanna Korvela, einer finnischen Designerin, die Mitte der 90er-Jahre ihren ersten gewebten Teppich aus Baumwolle und Papiergarn entwarf. „Duetto“ sollte er heißen, und er findet sich immer noch in der Kollektion des Unternehmens, das heute zu einem der größten und anerkanntesten Teppichherstellern Finnlands zählt. Gewebte Kunst Mittlerweile hat „Duetto“ – er wurde 1997 mit dem „red dot: best of the best award“ ausgezeichnet – viele Variationen erfahren und auch noch Zuwachs bekommen: „Encore“, „Polka“ oder „Minore“ sind ebenfalls gewebte Teppiche, die, je nach Modell, aus gewebter Baumwolle zum Teil in Verbindung mit Papiergarn bestehen. Bis zu 19 Farben werden kombiniert und die Maße reichen wahlweise bis zu

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einer Breite von 350 Zentimetern. Auch das Modell „Aqua“ ist handgewebt, allerdings aus synthetischen Materialien, was es zum Teppich in allen Lebenslagen macht, der keine Nässe scheut, ob im Badezimmer, in der Küche, beim Pool oder auf dem Balkon. „Aqua“ erhielt 2007 den „red dot design award“, er ist in sieben Farben und bis zu 195 Zentimeter erhältlich. Zwei Neuheiten hat das Unternehmen 2013 wieder auf den Markt gebracht: „DuettoStripe“ und „Encore4“, die beide wiederum Hanna Korvelas bevorzugte Materialien Papiergarn und Baumwolle zu einem Teppichunikat vereinen. „DuettoStripe“ spiegelt mit Baumwolle in zwei Farben die zeitlose Webtradition Skandinaviens wider und bringt eine lebendige und doch zurückhaltende Gestaltung der Räume mit sich. Bei „Encore4“, dem vierten und neuesten Mitglied der „Encore“Familie, dominiert das ruhige Grau des Papiergarns die glatte Oberfläche. Charakter und Individualität verleiht die Baumwolle zwischen der Bindung, die aus einem Spektrum von 19 Farben gewählt wird.

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Fotos: Hersteller

In einer lebendigen Kombination vereint „DuettoStipe“ Baumwolle in zwei Farben mit grobem Papiergarn und ist dabei gleichermaßen weich wie robust.


Das neue Haus von ELK

ELK Living 157 überzeugt mit tollem Design, durchdachtem Grundriss und allen Vorteilen des Marktführers ELK. Ein Haus fürs Leben, das die hohen Anforderungen von Familien perfekt erfüllt. Da wäre etwa der große Wohnraum mit hellem Erker und offener Wohnküche, das Zimmer im Erdgeschoss, das als Schlafzimmer, Gästezimmer oder Büro genutzt werden kann, das praktische Badezimmer, der Technikraum oder die geräumige Diele. Auch das Obergeschoss lässt keine Wünsche offen. Ans Schlafzimmer der Eltern schließt ein geräumiger Schrankraum an, die beiden gleich großen Kinderzimmer haben Zugang zum Balkon, der bei diesem Haus inkludiert ist. Und das Badezimmer bietet mit Badewanne, Dusche, WC und Waschbecken jeden erdenklichen Komfort. Wie jedes Haus der beliebten Living-Serie wird auch das ELK Living 157 mit fünf verschiedenen Dachformen angeboten und passt sich so den Wünschen der Bewohner oder den Anforderungen des Baugebiets ideal an. Komfortabel ist das 25-Grad-Sattel-

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dach mit 180 Zentimetern Kniestockhöhe, klassische Optik bietet das Satteldach mit 40-Grad-Dachneigung, und viel Platz für alle Einrichtungsideen gibt es auf den zwei Ebenen bei den Ausführungen des Hauses mit Pultdach, Walmdach oder Flachdach. Das Musterhaus im Fertighauszentrum Blaue Lagune präsentiert sich mit 25-Grad-Satteldach und einer eleganten, zweifarbigen Fassade. Auch das ist natürlich nur eine von vielen Möglichkeiten, denn bei Außen- und Innenausstattung kann jeder ELK-Kunde aus einem vielfältigen Programm auswählen und so sein Haus ganz nach seinen individuellen Wünschen gestalten. Freie Wahl lässt ELK seinen Kunden auch bei den Ausbaustufen, denn jedes ELK Living gibt es zum Grundpreis (außen komplett fertig, innen zum weiteren Ausbau), belagsfertig oder schlüsselfertig. Wer sich vom herausragenden Komfort des neuen ELK Living 157 überzeugen möchte, kann das Musterhaus in der Blauen Lagune jederzeit besuchen. Außerdem gibt es zur Eröffnung am 22. Juni von 10 bis 18 Uhr ein großes Fest, inklusive Tombola und Imbiss.

Information

Musterhaus ELK Living 157 Fertighauszentrum Blaue Lagune A-2371 Wiener Neudorf www.elk.at

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design

Urbanes Design mit dänischer Handschrift

Geradliniges Design trifft auf bunte Accessoires: Der BoConcept-Store in Vösendorf zeigt eine große Auswahl an Möbeln und Beiwerk.

Information www.bocencept.at

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oConcept ist eine dänische Erfolgsgeschichte, die in den letzten Jahren endlich auch zu uns ge­funden hat. 1952 von zwei Tischlern gegründet, blickt das Unternehmen heute nicht nur auf 60 Jahre Geschichte zurück, sondern verweist auch auf stolze 260 Stores in rund 60 Ländern. Zu den zwei Österreich-Standorten im Wiener stilwerk und in Innsbruck gesellte sich vor Kurzem nun auch jener im SCS Park Vösendorf, der auf etwa 800 Quadratmetern individuell zusammen­ ge­ stellte, aufeinander abgestimmte Designmöbel zeigt.

Großzügige Designwelt

„Neben unserem Store in der Wiener Innenstadt können wir Interessenten nun den Komfort bieten, uns bequem per Auto zu erreichen. Dank eines großen Lagers werden wir hier zudem viele Produkte und Bestseller vorrätig haben, um unseren Kunden schnelle Lieferung und besten Service anbieten zu können“, erklären Sabrina und Ewald Stückler, Inhaber des neuen Stores in Vösendorf. Große Glasfronten machen von draußen neugierig, gemütliche Sofas und Essplätze

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Fotos: ZVG

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design

„Dänisches Design sollte nicht nur Dänen erfreuen“, so lautet die Überzeugung des dänischen Möbelherstellers BoConcept. Gut für uns, denn vor Kurzem eröffnete der dritte Standort des skandinavischen Designhauses in Österreich und erfreut uns mit „Urban Danish Design“ und einem Gefühl von Luxus zu fairen Preisen. Text: Rita Elek

laden zum Eintreten und auch gleich zum Auspro­ bieren ein. Wohnen, Essen, Schlafen, dazu jede Menge Accessoires, um das Zuhause noch schöner zu gestal­ten, finden sich hier in geschmackvoller Weise arrangiert. Bezahlbares Wohnerlebnis

Nicht überladen, sondern wohl konzipiert, jede Nische, jede Wand zeigt ein neues Wohnerlebnis. Was dabei überrascht, ist der Blick auf den Preis. „Luxus muss nicht unbezahlbar sein“, lautet „Überzeugung Nr. 3“ im aktuellen Designkatalog von BoConcept, und die vielen schönen Stühle, Sofas oder Tische zeigen, dass Qualität und Design durchaus auch leistbar sein können – und dass man damit viel Wohnsinn beweisen kann.

Smart Design – nicht nur fürs Auto

Neben den Klassikern aus dem Hause BoConcept bietet der Store in Vösendorf aber auch eine Neuheit an: Gemeinsam mit dem Automobilhersteller smart brachte der Möbelhersteller kürzlich eine eigene Möbellinie heraus. Was man sich unter „smartville“ vorstellen kann? Eine kraftvolle Kombination aus exklusiven Materialien und Details, eine Linie voll cooler Kontraste, die es versteht, auf kleinstem Raum besonders hohen Komfort unterzubringen. Smart Design eben, nicht nur für die Straße, sondern auch für Zuhause. •

Ganz schön smart: Die Kollektion „smartville“ wurde gemeinsam mit dem Autohersteller smart entworfen und spiegelt moderne Leichtigkeit und urbanen Komfort wider.

Individualität? Ja bitte!

Durch modulare Bauweisen können die meisten Möbel aus dem Programm individuell zusammengestellt werden. Und so kommt etwa der Stuhl Ottawa ganz so daher, wie Sie es wünschen: elegant mit schwarz lackierten Beinen und die Sitzfläche in braunem Leder gehalten, mit Beinen aus Chrom und dunkelgrauem Bezug oder mit grünen Beinen und grauem Stoff – oder vielleicht auch ganz anders. Aus dem Stuhl wird ein Blickfang, dessen Look Sie selbst bestimmen. Um der Vorstellung bezüglich der Materialien noch ein wenig auf die Sprünge zu helfen, liegen bei Bo­ Concept auch Stoffe und Leder in verschiedener Verarbeitung, Farbe und Beschaffenheit auf – denn wer kauft schon gerne, ohne vorher nicht auf Tuchfühlung gegangen zu sein?

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interieur

Luxus trifft auf Stuben-Design

„stuben21.küche“ zeigt sich ohne Schnörkel und Schnickschnack, aber funktionell und formschön. Die Ausführung ist von ewe/Intuo, die Geräte stammen aus der Linie „Pure Line“ von Miele.

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m Zentrum des exklusiven Country Clubs steht die Stube, dieses irgendwie in Vergessenheit geratene, mit einer gewissen Verklärung bedachte, einstige Zentrum früheren Wohnens. Aber ist die Stube denn noch zeitgemäß? Passt sie in unser Wohnen des 21. Jahrhunderts? „Tut sie!“, dachten sich Nicole Horn und Peter Daniel und riefen die Ideenwerkstatt und Möbelmanufaktur „stuben21“ ins Leben. Sie haben in den letzten Jahren eine Reihe von Konzept­arbeiten vorgelegt, die sich vor allem durch einen unkonven­ tionellen Umgang mit Althergebrachtem und noch nicht Gesehenem auszeichnen. Und dann ist da noch die Stube ...

Die Stube – im 21. Jahrhundert angekommen

„Für uns ist die Stube eine architektonische, materielle und gesellschaftliche Idee“, so Horn und Daniel, „zen­ tral dabei ist aus unserer Sicht auch das immaterielle Konzept einer Stube im 21. Jahrhundert, nämlich die Stube als gesellschaftlichen Treffpunkt neu zu inter­ pretieren.“ Womit wir also auch beim Country Club wären, der, so Initiator und Gründer Richard Hauser, ein Ort der Begegnung sein soll, für die Menschen, die immer schon hier waren, und jene, die nach Kitzbühel kommen – also irgendwie so wie bei der guten alten Stube, in der Bewohner und Besucher aufeinander­ treffen und heitere wie ernste Gespräche führen.

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Interieur

Zeit. Raum. Muße. Ein Rückzugsort, an dem die umliegende Bergwelt auch im Inneren Einzug hält, an dem man sich im exklusiven Rahmen trifft. Ein Ort, an dem Design und Tradition gleichermaßen verschmelzen. Der Kitzbühel Country Club in Reith vereint urbane Ansprüche mit alpiner Lebenskultur – und das mit der Möbellinie „stuben21“ auf eine völlig neue Weise. Text: Brigitte Krizsanits Der Kitzbühel Country Club bietet Zeit, Raum und Muße.

Puristisches Konglomerat

Mit „stuben21“ schufen die beiden Designer eine Linie, die sich mit Traditionen auseinandersetzt und in ihrer Funktionalität in der Jetzt-Zeit angekommen ist. Mit heimischen Materialien wie Zirbe und Ahorn, aber auch Nuss, Kirsche, Eiche und Buche wurden Küchenmodelle entworfen, die gemeinsam mit der „Pure Line“ von Miele und ewe/Intuo in der „stuben21.küche“ mit modernsten Geräten, hohem ökologischen Standard und bester Verarbeitung um­ gesetzt wurden. „Pure Line“ von Miele setzt auf redu­ zierte Formensprache und unprätentiöse Integration der Einbaugeräte in die Küchenmöbel der eigenstän­ digen Ewe-Marke „Intuo“. Das „stuben21“-Küchen­ konzept spricht eine neue, gehobene Kundenschicht an, die aus beruflichen Gründen über wenig Zeit ver­ fügt, auf Gemütlichkeit und Atmosphäre aber trotz­ dem nicht verzichten möchte. Worauf durchaus ver­ zichtet wird, sind schmückende Elemente, Überflüs­ siges, Kitsch. Dafür treten traditionelle Materialien und Bauweisen sowie eine hochwertige Ausführung in den Vordergrund.

Stein, Serpentinit, stammt aus einem Steinbruch aus der Region, das Holz aus heimischen Wäldern. Ent­ standen ist ein Bauwerk, das Tradition und Moderne unter einem Dach vereint, das Design und Wohl­ fühlen verbindet und dabei ganz stark auf die Kom­ ponente des Zusammenkommens setzt.

Modernes Wohngefühl

Ort der Zusammenkunft

„Die Stube als Raumprogramm hat bis zum heutigen Tage eine große Bedeutung“, sagt Architekt Hermann Holzknecht. „Die Stube ist, vor allem im alpinen Wohnbereich, der Inbegriff von Wohlfühlen. Sie ist jener Raum, der Privatheit und Öffentlichkeit erlaubt und zulässt.“ Er sieht sie als idealen Rahmen für Beziehung, für Austausch, für Information. Daher wurde auch das Konzept der Stube auf den exklusiven Club übertragen, wo sich nun wieder der Kreis zu „stuben21“ schließt. Für den Initiator des LuxusClubs, Richard Hauser, gelten Holz und Stein als die zwei wichtigsten Bestandteile des Refugiums. Der

38 exklusive Suiten sind mit einer Zirbenholz-Wohn­ stube von „stuben21“ ausgestattet, im Restaurant speisen die Clubmitglieder an weiß lackierten Buchen­ holztischen von „stuben21“, eine Reminis­ zenz an die Tradition der Sommerfrische. Vier ExtraStuben tragen ebenso die Handschrift von Nicole Horn und Peter Daniel, die die Stubenlinie in Kitz­ bühel übrigens auch salonfähig gemacht haben: denn im Salon bildet eine Werkgruppe des Designerduos den Mittelpunkt. Hier findet eine mittlerweile in Kitzbühel etablierte Veranstaltungsreihe statt. Ihr Name: „Stubengespräche“. •

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Heimische Gehölzer in Kombination mit klaren Linien und edlen Designerstücken verleihen dem Kitzbühel Country Club moderne Behaglichkeit.

Information www.intuo-kitchen.com www.kitzbuehel.cc www.miele.at www.stuben21.com

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Tischkultur

Tradition der Sinnlichkeit

Trinkservice No. 238, „Patrician“ von Josef Hoffmann, 1917.

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Kugeldose aus Musselinglas. Oswald Haerdtl, 1925.

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ie Gläser von Lobmeyr üben universelle Faszina­ tion aus, ihre Luster statten den privaten Wohn­ raum aus, aber auch Opernhäuser, Botschaften, Paläste und Moscheen von Mekka bis Medina. Das Unter­ nehmen mit Store in der Wiener Kärntner Straße ist in sechster Generation inhabergeführt. 1823 gegründet, begeht es in diesem Jahr seinen 190. Geburtstag. Bis zum Verkauf durchläuft ein Lobmeyr-Glas mindestens 24 Hände und vier Qualitätskontrollen, die letzte immer durch ein Familienmitglied: Es sind die kleinen, fei­ nen Unterschiede, die Lobmeyr-Gläser ausmachen und Lobmeyr-Fans in aller Welt begeistern. „Glas ist ein faszinierender, anspruchsvoller Werkstoff “, erzählt Leonid Rath. Er leitet das Wiener Unternehmen ge­ meinsam mit seinen Cousins Andreas und Johannes Rath. Die Meisterschaft der Lobmeyr-Glasbläser zeigt sich in der Herstellung von hauchzartem Musselinglas. Mit einer Stärke von weniger als einem Millimeter sorgt es für einen unvergleichlich feinen Kontakt zwischen Mund, Glas und Getränk – eine sinnliche Erfahrung,

die „das eigene Verhalten verändert“, wie es der New Yorker Design-Guru Murray Moss beschreibt. „Man wird eleganter, anmutiger.“ Design und Genuss

Die Gestalter von Lobmeyr-Glas sind Maler, Archi­ tekten oder Designer. Um die vorletzte Jahrhundert­ wende waren es Josef Hoffmann und Adolf Loos, heute sind es Stefan Sagmeister, Helmut Lang, Ted Mueh­ ling, Gregor Eichinger, Michael Anastassiades, Tomàs Alonso, Marco Dessí und andere. „Wir bekommen regel­mäßig Anfragen von Entwerfern aus aller Welt“, erzählt Leonid Rath. „Ebenso von Concept Stores, von Magazinen wie Wallpaper oder Unternehmen wie Vitra.“ Auch ausgewählte Hauben-Gastronomen set­ zen auf den Zauber der Lobmeyr-Gläser. Darunter Altmeister Alain Ducasse oder der katalanische Avantgarde-Koch Ferran Adrià, beide vom Guide Miche­lin mit der Höchstwertung von drei Sternen be­ dacht. „Sie schätzen vor allem die außergewöhnlichen

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Tischkultur

Das MoMA in New York sammelt sie, Alain Ducasse serviert sie, die besten Designer entwerfen sie und Menschen in aller Welt schätzen und benutzen sie täglich: Gläser der Wiener Manufaktur J. & L. Lobmeyr. Der Glas- und Lusterhersteller feiert heuer sein 190-jähriges Bestehen. Text: Lilly Schubert-Breitenfeld

Basket-Luster, designt von Marco Dessí, 2010.

Die Tugenden und die Todsünden von Stefan Sagmeister auf Glas gebannt. Trinkservice No. 248, „Sagmeister on Loos“.

Formen, zum Beispiel unsere Kugeldosen“, so Rath. „Besonders stark sind wir auch in der japanischen Gastronomie. Die Restaurantkultur ist dort allgemein sehr hoch. Es wird aus vielen unterschiedlichen For­ men serviert, die je nach Speise, Getränk und Gast ganz bewusst eingesetzt werden. Das Spielerische und Neugierige, die sinnlich verfeinerte Erfahrung – das kommt unserem eigenen Ansatz sehr entgegen.“ Welt der Luster

1883 entwickelte Lobmeyr mit Thomas Edison die ers­ ten elektrischen Kristallluster für die Wiener Hofburg und sorgte damit für eine Sensation. 1962 wurde mit dem „Starburst“-Luster für die Metropolitan Opera in New York der wohl bekannteste Lusterentwurf des 20. Jahrhunderts geschaffen. Höhepunkt in den siebziger Jahren war die Ausstattung der großen Moscheen in Mekka und Medina und in jüngerer Zeit folgten u. a. Aufträge aus Hotellerie und Gastronomie, etwa für das Wolseley in London. „In Österreich werden Luster bei

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Privatpersonen immer beliebter, da sehen wir ein Re­ vival“, meint Johannes Rath. „Aber auch das Thema Restaurierung spielt wieder eine Rolle.“ Erst im Früh­ jahr 2013 wurde ein Großauftrag für das Wiener Stadt­ palais Liechtenstein abgeschlossen, für das Lobmeyr zwanzig historische Kristallluster restaurierte. • Mit dem Auftrag für die Metropolitan Opera in New York schrieb Lobmeyr Designgeschichte. „Metropolitan“. Entwurf: Hans Harald Rath, 1962.

Information www.lobmeyr.at

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