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Das Bundesfestival Schultheater der Länder 2016 und sein Thüringer Begleitprogramm

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Partner und Sponsoren

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Impressum Herausgeber: LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V. Unter der Linde 7 99974 Mühlhausen Projektleitung SDL*16: Uta Homberg, Björn Schorr, Leona Söhnholz Redaktion: Björn Schorr Leona Söhnholz Uta Homberg Ulrich Mittelstädt / ThILLM Redaktionsschluss: 31.12.2016 Gestaltung: Felix Schwager / KRID Designbüro Schrift: Moskau Grotesk Druck: Fehldruck GmbH Schlachthofstraße 82 99085 Erfurt Auflage: 1.000 Exemplare Weitere Informationen unter: www.lag-thueringen.de www.sdl2016.de www.angesagt-thueringen.de

Editorischer Hinweis: In der Publikation werden bei Personenbezeichnungen die männliche Form bzw. ein geschlechtsneutraler Überbegriff verwendet. Gemeint sind immer ausdrücklich alle Geschlechter. 4


Inhaltsverzeichnis 1 2

Vorwort | S.4–5 Einleitung | S.6–7

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Bedeutung kultureller Bildung | S.8–10 Prof. Max Fuchs Bedeutung von Mikroprojekten in der jugendkulturellen Bildung | S.11–12 M.A. Steffen Präger

4a Organisationsstruktur des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 und seines Thüringer Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« | S.13–17 4b Arbeitsorganisation des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 S.14–17 4c Arbeitsorganisation des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« S.17 4d Organisationsverlauf des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt und des Thüringer Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« S.18–19 5a 5b 5c 5d 5e 5f 5g 5h 5i

»Schultheater der Länder« 2016 | S.20 Beteiligungsprojekte | S.20 Formate | S.20–23 Netzwerk und Partner | S.23–24 Festivalorte | S.24–27 Teilnehmergruppen | S.28–43 Fortbildung | S.44–46 Medien | S.47–48 Termine & Fristen | S.49

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Das Thüringer Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« | S.50–51 Medien, Materialien & Gestaltung | S.52 Format 1: Mikroprojekt | S.53–55 Format 2: Projekttag der Kinderuniversität | S.56–57 Planungsfristen | S.58

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Übersicht, Evaluationsergebnisse & Dokumentation »angesagt! KULTUR.SPRACHE« | S.59 Evaluationsergebnisse | S.60–65 Dokumentation »angesagt! KULTUR.SPRACHE« | S.66–89

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Fazit & Ausblick | S.90–93

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Anhang | S.94–123

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VO RW ORT

Dr. Birgit Klaubert,

Ministerin für Bildung, Jugend und Sport des Freistaates Thüringen

Drei Fragen an:

Frau Dr. Klaubert: Welche Erwartungen und Wünsche haben Sie mit dem Bundesfestival und dem Thüringer Begleitprogramm verbunden? Das Bundesfestival »Schultheater der Länder« 2016 ist bereits Geschichte. Erlebnisreiche Tage für alle Beteiligten liegen hinter uns. Der Freistaat Thüringen hat sich als guter Gastgeber gezeigt, wie unsere Gäste vielfach signalisiert haben. Ohne zu übertreiben können wir sagen, dass uns die Ausrichtung des Festivals eine Herzensangelegenheit gewesen ist. Langfristige Planung, großzügige Förderung und ein enormes Engagement vieler Beteiligter über Wochen, Monate und Jahre hinweg bildeten die Grundlage für den Erfolg des Festivals. Darüber hinaus war uns aber auch wichtig über den Veranstaltungsort hinaus die Grundidee des Bundesfestivals mit einem Begleitprogramm im gesamten Freistaat bekannt zu machen. In großer thematischer und regionaler Weite beteiligten sich über 2.000 Kinder und Jugendliche aus allen Schularten in Mikroprojekten unter der Überschrift »angesagt! KULTUR.SPRACHE«. Ein besonderer Erfolg war die Kinderuniversität für Grundschulen »Vom Märchenbuch auf die Theaterbühne«. So gelang es in Verbindung mit dem Bundesfestival starke Impulse für die schulkulturelle Arbeit zu setzen. Für mich steht fest, dass durch Projekte und Veranstaltungen, wie wir sie im Rahmen des Bundesfestivals und seines Begleitprogrammes ermöglicht haben, Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig gestärkt werden können. Kulturelle Bildung ist in einer immer komplexer werdenden Welt wichtig und bildet die Voraussetzung für das Funktionieren und Gelingen von Demokratie. Dies bezeugte auch das Motto »KULTUR.SPRACHE«, welches anregte, über Wertvorstellungen nachzudenken und entsprechende Haltungen herauszubilden. 6


1 Dr. Andreas Jantowski,

Uta Homberg

Herr Dr. Jantowski: Warum ist Ihnen die Spielleiter-Weiterbildung an Ihrem Institut so wichtig?

Welche Möglichkeiten bot das Thema Theater.Sprache des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 für die Stärkung der schulkulturellen Arbeit und des Schultheaters im Freistaat Thüringen?

Direktor des Thüringer Institutes für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien

Spielfreude, Gestaltungslust und Entdeckerfreude – das charakterisiert erfolgreiche Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen. Dafür braucht es professionelle Begleitung. Das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien bildet seit über 20 Jahren kontinuierlich Lehrkräfte berufsbegleitend zu Spielleiterinnen und Spielleitern auf dem Gebiet des Darstellenden Spieles weiter. Dabei geht es zunächst um die Entwicklung einer lebendigen Thüringer SchultheaterSzene und des Unterrichtsfaches »Darstellen und Gestalten«. Hier kooperieren wir von Beginn an mit der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Thüringen e. V. Dozentinnen und Dozenten, vorrangig aus Thüringen und begleitet von unseren Fachberaterinnen und Fachberatern, gestalten ein weit gefächertes Ausbildungsprogramm. Ich sehe aber auch die allgemeine pädagogische Kompetenz, die die teilnehmenden Lehrkräfte in der Weiterbildung hinzugewinnen. Sie übernehmen selbst veränderte Rollen in ihren Lerngruppen und erproben neue Wege für die Gestaltung lernförderlicher Beziehungen. Das Darstellende Spiel bietet eine besonders intensive Form von Probehandeln. Dort können Kinder und Jugendliche im Vertrauen zu sich und ihren Mitspielern eine zunehmend komplexere Welt erkunden und befragen. Sie sehen sich in gemeinsam bestandenen Herausforderungen über sich hinauswachsen. Weil wir selbstverständlich auch den anstehenden Generationswechsel in unseren Schulen im Auge haben, freuen wir uns gegenwärtig über den Zuspruch vieler junger Lehrerinnen und Lehrer für diese attraktive Qualifizierung.

Geschäftsführerin, LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V.

Sprache ist Verständigungsmittel, Medium der Kommunikation und des Austausches und damit die Grundlage für Diskussionen und Aushandlungsprozesse. Für die ästhetische Auseinandersetzung bot das Rahmenthema »Theater.Sprache« des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt damit vielfältige Ausgestaltungsmöglichkeiten. Das SDL*16 eröffnete damit nicht nur die Möglichkeit, die Schultheaterarbeit in Thüringen weiter zu stärken, sondern auch gleichzeitig das Rahmenthema Sprache als Anknüpfungspunkt für die schulkulturelle Arbeit zu nutzen. Als Impulsgeber sollte das SDL*16 über den Festivalrahmen hinauswirken. So wurde neben zahlreichen Beteiligungsmöglichkeiten am Bundesfestival das Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« ins Leben gerufen. Rund um das Bundesfestival wurden damit vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen. In 69 Mikroprojekten und sieben Kinderuniversitäten setzten sich über 2.000 Thüringer Schülerinnen und Schüler auf vielfältige Weise mit den unterschiedlichen Aspekten von Sprache und Kultur in unterrichtsbegleitenden und außerunterrichtlichen Projekten auseinander. Schultheater und das Fach »Darstellen und Gestalten« bieten sich in diesem Kontext als besonders geeignetes Experimentierfeld an, auf dem sich Kinder und Jugendliche ausprobieren können und auf verschiedenste Weise Kommunikation erleben und gestalten. Auf der großen Bühne des Erfurter Theaters setzten sich die eingeladenen Spielgruppen mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und 7

Themen auseinander. Dies zeigte u. a. die Thüringer Spielgruppe, deren Inszenierung im Rahmen einer Konzeptausschreibung unterstützt wurde und die mit ihrer Aufführung das Bundesfestival eröffnete. Bei ihrer Arbeit an einem gemeinsamen Ziel zeigten die Spielgruppen aus den Bundesländern durch den Einsatz verschiedenster ästhetischer Mittel, dass Kommunikation und Sprache nicht auf die verbale Ebene beschränkt ist, sondern viele Formen kennt.


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Einleitung

Schultheater der Länder Das Festival »Schultheater der Länder« (SDL) ist europaweit eines der größten für den Bereich Schultheater. Es ist ein Arbeitstreffen für und mit Schultheatergruppen aus ganz Deutschland, das im jährlichen Wechsel in einem anderen Bundesland stattfindet und sich in jedem Jahr einem anderen Themenschwerpunkt widmet. Begleitet wird das SDL stets von einem auf das jeweilige Thema bezogenen Rahmenprogramm mit Aufführungsgesprächen, Werkstätten und Festivalberichten. Im Mittelpunkt des SDL steht traditionell eine Fachtagung, deren Ergebnisse in Form von theaterwissenschaftlichen, didaktischen und methodischen Beiträgen neben exemplarischen Stückbesprechungen und praktischen Spielvorlagen Eingang in die ausführliche, schriftliche Dokumentation des Festivals finden. Ziel des SDL ist die differenzierte Weiterentwicklung des Faches Theater in Theorie und Praxis sowie dessen Verankerung in den allgemeinbildenden Schulen der Bundesländer. Damit unterstreicht das SDL nicht nur die Bedeutung des Theaters für die kulturelle Bildung, sondern setzt auch entscheidende Impulse zur Stärkung der Position und Qualität der ästhetisch-kreativen Fächer im Allgemeinen und des Schultheaters im Speziellen.

SCHULTHEATER DER LÄNDER 2016

Vom 18. bis 24. September fand das 32. Bundesfestival »Schultheater der Länder« 2016 (SDL*16) mit dem Rahmenthema »Theater.Sprache« in Erfurt statt. Das SDL*16 sollte als besonderes kulturelles Ereignis Impulse für die Schultheaterszene und die allgemeine Förderung der schulkulturellen Bildung in Thüringen geben. Hierfür wurde ein Begleitprogramm initiiert.

BEGLEITPROGRAMM »angesagt! KULTUR.SPRACHE«

Das Begleitprogramm bot Thüringer Schülern und Lehrern unter dem Motto »angesagt! KULTUR.SPRACHE« die Möglichkeit der Durchführung vielfältiger Projekte im Bereich der schulkulturellen Bildung, die über eine vereinfachte Antragstellung finanziell unterstützt wurden. Die Kinder und Jugendlichen sollten hierbei mit ihren besonderen Interessen im Mittelpunkt stehen und bei der inhaltlichen und organisatorischen Projektentwicklung und deren Umsetzung aktiv beteiligt werden. Dies stärkt unter anderem die Eigeninitiative, kommunikative Fähigkeiten, das Erschließen neuer Themen und Erfahrungsbereiche, das Erkennen und Bewältigen von Problemen sowie den Umgang mit persönlicher Verantwortung. Angestrebt wurde eine große thematische und regionale Breite.

ZIELE

Bei der Planung und Umsetzung des SDL*16 und des Begleitprogrammes wurden verschiedene Ziele verfolgt: 1. Förderung der schulkulturellen Bildung im Freistaat Thüringen 2. Gestaltung des SDL*16 als Höhepunkt und Auseinandersetzung mit dem Rahmenthema »Sprache« 3. Stärkung des Schultheaters und des Unterrichtsfaches »Darstellen und Gestalten« im Freistaat Thüringen In der vorliegenden Publikation werden das SDL*16 und sein Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« als exemplarische Projekte im Bereich der schulkulturellen Bildung vorgestellt. Welche Möglichkeiten sich aus der Einbindung kultureller Bildung in den Schulunterricht ergeben, stellt Max Fuchs in seinem Beitrag »Kultur öffnet Welten« dar. Eine spezifische Beteiligungsform sind Mikroprojekte, deren Potential für die kulturelle Bildung Steffen Präger verdeutlicht. Anschließend werden das SDL*16 und sein Begleitprogramm mit ihrer Organisationsstruktur vorgestellt und die angewandten Formate Mikroprojekt und Kinderuniversität näher beschrieben. Der Ablauf und die Durchführung des Begleitprogrammes werden jeweils an einem charakteristischen Beispiel veranschaulicht. Die Sicht der Teilnehmer auf das Begleitprogramm zeigt sich in der Auswertung der Rückmeldungen, die im Rahmen des Begleitprogrammes der Mikroprojekte und der Kinder8


universität systematisch erhoben wurden. Abschließend wird ein Resümee gezogen und Empfehlungen für die kulturelle Bildungsarbeit in der Schule gegeben. Die Publikation soll Möglichkeiten aufzeigen, wie das SDL aktiv mit dem Bereich der schulkulturellen Bildung eines Bundeslandes verknüpft werden kann und soll interessierten Akteuren einen Einblick in den konkreten Verlauf eines solch großen Vorhabens geben. Gerne darf sie als Anregung für die Gestaltung zukünftiger Bundesfestivals und für die Durchführung von Begleitprogrammen verstanden werden.

↓ Theatraler Auftakt | Erstes Treffen der Spielgruppen auf dem Theaterplatz Erfurt Foto: Jacob Schröter

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Prof. Max Fuchs

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↑ Foto: www.maxfuchs.eu

Bedeutung kultureller Bildung Wie kann Kultur definiert werden und welche Perspektiven und Chancen eröffnet kulturelle Bildung im Schulunterricht? Hierzu hielt der Erziehungswissenschaftler und langjährige Vorsitzende des Deutschen Kulturrates Prof. Max Fuchs einen Vortrag mit dem Titel »Kultur öffnet Welten«. Anlass war ein zentraler Fachtag »Kultur. Schlüssel zur Welt« am 15. März 2016 in Bad Berka, der gemeinsam vom Kulturrat Thüringen e. V. und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) veranstaltet wurde.

»KULTUR ÖFFNET WELTEN« 1. Vorbemerkung   Zurzeit läuft unter dem Titel »Kultur macht stark« ein mit 230 Millionen Euro ausgestattetes Förderprogramm des Bundesbildungsministeriums. Ebenso wie die Überschrift meines Beitrages hat der Slogan dieses Programmes den Vorteil, dass er ausgesprochen gut kommunizierbar ist, dass unterschiedliche Adressatengruppen positiv auf ihn reagieren und dass man bei einer kritischen Nachfrage belegen kann, dass er eine empirische Relevanz hat: Er trifft in der Realität zu, auch wenn man überlegen muss, was es bedeutet, stark zu sein (Fuchs 2016a). Man braucht solche starken Begriffe in der fachlichen, öffentlichen und politischen Kommunikation. In einer früheren Publikation habe ich solche Begriffe Leitformeln genannt (Fuchs 2011) und untersucht, unter welchen Bedingungen sie ihren Zweck als Mittel der Überzeugung erfüllen. Ein Aspekt besteht dabei genau darin, dass sie einer kritischen Überprüfung standhalten können. Allerdings haben beide Slogans das Problem, dass sie den Kulturbegriff verwenden. Dies ist deshalb ein Problem, weil der Kulturbegriff zu den komplexesten und facettenreichsten Begriffen in der deutschen Sprache gehört. Er wird in sehr verschiedenen Kontexten mit einem sehr verschiedenen Bedeutungsgehalt angewandt. Man tut dies, weil es sich um einen sympathischen Begriff handelt, der offenbar das eigene Anliegen gut vertritt.

2. Zwischenbilanz    Nachdem man in den 1950er Jahren bereits über 100 Kulturbegriffe gesammelt hat, wird man heute sicherlich mehr als 1.000 Kulturbegriffe identifizieren können. In einer Durchsicht durch unterschiedliche Kulturdiskurse habe ich eine Typologie entwickelt, die folgende Kategorien enthält: 1. der philosophische und anthropologische Kulturbegriff: Kultur ist die Art und Weise, wie der Mensch die Welt zu seiner Welt macht, 2. der ethnologische Kulturbegriff: Kultur ist, wie der Mensch lebt und arbeitet. Dieser Kulturbegriff ist nicht normativ, sondern beschreibt die Lebensweisen der Menschen, so wie man sie vorfindet, 10

Max Fuchs prägte als Kulturwissenschaftler mit zahlreichen Publikationen zu Bildungstheorie, Kulturtheorie und -politik den Begriff der Kulturschule. Seine Arbeitsschwerpunkte sind die kulturelle Schulentwicklung und die Fragen der Entwicklung starker Subjekte. Max Fuchs unterrichtete selbst am Gymnasium und an der Volkshochschule, nachdem er im Anschluss an seine Lehre als Fernmeldehandwerker das Abitur nachgeholt und ein Studium der Mathematik, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Erziehungswissenschaften abgeschlossen hatte. Neben zahlreichen Lehraufträgen im Bereich Kulturpädagogik, Allgemeine Erziehungswissenschaften und Kulturpolitik an verschiedenen Hochschulen, übernahm er bis 2013 den Vorsitz des Institutes für Bildung und Kultur.


3. 4. 5.

der soziologische Kulturbegriff erfasst unter anderem die Werte und den Wertewandel in der Gesellschaft, der normative Kulturbegriff ist der Kernbegriff des Humanismus: Es geht um eine positive Entwicklung der Menschen und der Menschheit, der enge Kulturbegriff setzt Kultur mit Kunst gleich.

Das vielleicht paradox erscheinende Ergebnis dieser Überlegungen besteht darin, dass wir in einem pädagogischen Umgang mit Kultur – etwa im Kontext einer kulturellen Schulentwicklung und einer kulturellen Profilierung von Schule hin zu einer Kulturschule – alle genannten Kulturbegriffe gleichzeitig brauchen (s. u.).

3. Bedeutung der fünf Typen von Kulturbegriffen für die Pädagogik und speziell für die Schule    In den letzten Abschnitten wurde erläutert, dass Kultur im Sinne der Summe der symbolischen Formen, also als Komplex der verschiedensten Weltzugangsweisen, im Lehrplan der Schule gefunden werden muss. Dieser Kulturbegriff ist ein philosophisch-anthropologischer Kulturbegriff, dessen Relevanz für die Pädagogik somit gezeigt ist. Ein fast schon klassisches Bild von Schule versteht diese als Haus des Lernens. Man kann dies – gerade in Zeiten der Durchsetzung der Ganztagsschule – erweitern zu dem Bild einer Schule als Haus des Lebens und des Lernens. Die Schule ist eine Lebenswelt eigener Art, ist ein Kulturraum, den man daher ebenso untersuchen kann, wie es Ethnologen mit fremden Kulturen tun. Dies zeigt die Relevanz des ethnologischen Kulturbegriffs. Die Schule hat die Aufgabe, bestimmte Bildungs- und Erziehungsziele zu realisieren. Diese werden am Anfang eines jeden Schulgesetzes der Bundesländer aufgelistet. Die Schule ist also gerade kein wert- und normfreier Raum. Dies zeigt die Relevanz eines normativen Kulturbegriffes für die Schule. In den letzten Jahren gibt es vor diesem Hintergrund Versuche, auch den Begriff des Glücks wieder in den schulpädagogischen Diskurs hineinzubringen (Burow 2011). Auch wenn das zunächst einmal eigenartig klingen mag, so muss man nur daran denken, dass Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler den größten Teil ihres Tages in der Schule verbringen, so dass die Schule ein bedeutender Ort ist, an dem die jeweilige Vision eines guten Lebens realisiert werden muss. Auch der enge Kulturbegriff, der Kultur mit Kunst gleichsetzt, spielt im Kontext einer kulturellen Profilierung von Schule eine wichtige Rolle.

4. »Kultur öffnet Welten« – auch in der Schule    Ich will an dieser Stelle nur wenige Erinnerungen daran formulieren, dass der Gedanke der Öffnung von Schule inzwischen in allen Schulgesetzen Eingang gefunden hat. In jeder Schule findet man heute Exkursionen, Theater oder Museumsbesuche. Man spricht von einem »dritten Ort«: Schule muss nicht immer im Schulgebäude stattfinden. Die Öffnung von Schule zeigt sich auch daran, dass immer mehr Schulen nicht bloß punktuelle, sondern regelmäßige Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen oder Personen eingehen. Dies kann bedeuten, dass die Schule sich öffnet, damit Lehrerinnen und Lehrer und Schülerinnen und Schüler nach draußen gehen. Es kann aber auch bedeuten, dass die Außenwelt in die Schule in Form von Expertinnen und Experten hineinkommt. Dies betrifft im Kontext einer Kulturschule insbesondere Künstlerinnen und Künstler. Umgesetzt wird dieser Öffnungsaspekt durch das immer aktueller werdende Konzept einer kommunalen Bildungslandschaft, was heißt, dass auf kommunaler Ebene alle Einrichtungen und Orte systematisch miteinander vernetzt werden und gemeinsam die Verantwortung für die Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen übernehmen.

5. Die Kulturschule    Unter einer Kulturschule versteht man eine Schule, in der alle Beteiligten, also die Schülerinnen und Schüler und die Lehrerinnen und Lehrer, die Möglichkeit haben, umfassend ästhetische Erfahrungen zu machen. Rein technisch kann man dies so beschreiben, dass die ästhetische Dimension in allen Qualitätsbereichen, die in dem jeweiligen »Referenzrahmen Schulqualität« festgelegt sind, eine wichtige Rolle spielt. Dies ist kompatibel mit den jeweiligen Schulgesetzen. So ist im Paragraf 2 (1) des Thüringer Schulgesetzes von einem ganzheitlichen Bildungsbegriff die Rede, es ist davon die Rede, dass die Schule neben Bildungs- auch Erziehungsaufgaben erfüllen muss. Es ist von Werten die Rede, die in der Schule eine Rolle spielen. Weitere Stichworte sind etwa Offenheit gegenüber Kulturen, Aufgeschlossenheit für Kultur und Wissenschaften, Selbstständigkeit. Es ist davon die Rede, dass die Schule sich ein Leitbild geben soll, sich ein Profil erarbeiten soll, was schließlich in einem Schulprogramm konkretisiert wird. Man kann nun die verschiedenen Elemente des Referenzrahmens Schulqualität im Ein11


zelnen durchgehen. Das soll an dieser Stelle nicht geschehen, es sollen lediglich einige Hinweise gegeben werden. In dem Qualitätssegment Kontext ist die Schule als Gebäude erwähnt. In der Tat spielt in den letzten Jahren die Rolle der Schule als Gebäude im Kontext der Relevanz der Architektur eine wichtige Rolle: »Schule soll schön sein!« Eigentlich weiß man schon immer, dass die gegenständliche Umgebung einen wichtigen Einfluss auf die Menschen ausübt. Dass es hier um eine ästhetische Gestaltung geht, liegt auf der Hand. Kultur im Sinne einer Lebensweise, die sich an bestimmten humanen Zielen orientiert, spielt eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Schulklimas und der Schulkultur. Ebenso gilt dies für die Gestaltung von Kooperationen innerhalb der Schule als auch bei der Kooperation mit außerschulischen Partnern. Es geht darum, mit ästhetischen Praktiken und Initiativen das Schulleben auf eine angenehme Weise zu gestalten. Das Kerngeschäft von Schule ist der Unterricht. Daher ist es wichtig, auch in den nichtkünstlerischen Fächern die Möglichkeiten einer ästhetischen Praxis zu erproben. Inzwischen liegen vielfältige Erfahrungen national und international vor, wie dies gelingen kann. So gibt es eine internationale Bewegung LTTA (learning through the arts), die an der Universität in Würzburg einen deutschen Ableger hat. Im Rahmen dieser Initiative kommen Künstler in den Unterricht unterschiedlichster Fächer und zeigen, wie man mit Hilfe künstlerischer Methoden Unterrichtsinhalte in Mathematik, Naturwissenschaften oder Gesellschaftswissenschaften vermitteln kann. Dass diese Form einer ästhetisch-kulturellen Unterrichtsentwicklung verbunden ist mit einer entsprechenden Personalentwicklung, also einer Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern, liegt auf der Hand und ist inzwischen von vielen Schulen erprobt worden. Begründet wird dieser Ansatz durch eine neue Entdeckung in den Erziehungswissenschaften, wo man zunehmend thematisiert, dass Lernen kein Prozess ist, der sich bloß auf die kognitiven Bereiche des Gehirns konzentriert: Man lernt viel mehr mit dem gesamten Körper. Konsequenterweise spricht man inzwischen von leiblichem und mimetischem Lernen. Man kann nur fragen, ob die hier vorgestellte und skizzierte Vision einer verstärkten ästhetischen Praxis in der Schule überhaupt funktionieren kann.

6. Klappt das Ganze?    Es gibt sowohl theoretische als auch empirische Gründe dafür, die in der Überschrift gestellte Frage mit einem eindeutigen JA zu beantworten. So werden etwa im Bereich der Persönlichkeitspsychologie im Moment Konzepte wie Selbstwirksamkeit und Selbstbestimmung zentral diskutiert. Man kann zeigen, dass in einer ästhetischen Praxis genau diese Prinzipien einer positiven Persönlichkeitsentwicklung sehr gut realisiert werden können. Diese Prinzipien sind aufs engste verbunden mit kulturpädagogischen Prinzipien wie Stärkenorientierung, Anerkennung und Wertschätzung. Denn es liegt auf der Hand, dass im Rahmen einer ästhetischen Praxis Dinge oder Prozesse hergestellt werden, in denen sich die Beteiligten wiederfinden und diese mit Stolz anderen zeigen können. Inzwischen gibt es auch ganz handfeste Evaluationen. So war ein wichtiger Partner bei der Entwicklung unserer Konzepte der Kulturschule und der kulturellen Schulentwicklung die englische Initiative Creative Partnerships. Im Laufe vieler Jahre wurden dort viele Schulen in einen Prozess kultureller Schulentwicklung eingebunden, der von der zentralen englischen Evaluationsagentur OFSTED sehr genau beobachtet und evaluiert worden ist. Die Ergebnisse waren überzeugend: Die Lehrerinnen und Lehrer hatten einen nachweisbaren Nutzen einer solchen kulturellen Profilierung, wie man an den deutlich abgenommenen Krankheitsmeldungen ablesen konnte. Auch die Schülerinnen und Schüler fühlten sich offensichtlich in diesen Schulen wohler als außerhalb, denn die Schwänzerquote, die in England deutlich höher als bei uns ist, nahm signifikant ab. Auch das Problem einer ungenügenden Elternbeteiligung am Schulleben konnte zumindest gemindert werden, denn man konnte zeigen, dass die Beteiligung der Eltern deutlich zugenommen hat. Nicht zuletzt gab es eine überzeugende Verbesserung der PISA-Ergebnisse. Abschließend kann ich nur feststellen: Es lohnt sich!

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Literatur Bachmann-Medick, Doris (2006): Cultural Turn. Reinbek: Rowohlt. Bollenbeck, Georg (1994): Bildung und Kultur. Glanz und Elend eines deutschen Deutungsmusters. München: Insel. Bollenbeck, Georg (2007): Eine Geschichte der Kulturkritik. München: Beck. Burow, Olaf-Axel (2011): Positive Pädagogik. Weinheim/Basel: Beltz. Cassirer, Ernst (1990): Versuch über den Menschen. Frankfurt/M.: Fischer. Fuchs, Max (2008): Kultur macht Sinn. Wiesbaden: VS. Fuchs, Max (2010): Leitformeln und Slogans in der Kulturpolitik. Wiesbaden: VS. Fuchs, Max (2011): Kunst als kulturelle Praxis. München: Kopaed. Fuchs, Max (2016a): Das starke Subjekt. München: Kopaed. Fuchs, Max (2016b): Kulturelle Schulentwicklung. Eine Einführung. Weinheim/Basel: Beltz-Juventa (i. E.). Glase, Herrmann (1983): Bürgerrecht Kultur. Frankfurt/M.: Fischer. Nipperdey, Thomas (1990): Deutsche Geschichte. 3 Bde. München: Beck.


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M.A. Steffen Präger

Steffen Präger studierte an der Universität Erfurt Kommunikationswissenschaft. Aufgewachsen mit außerschulischem, ehrenamtlichem Engagement in verschiedenen Jugendinitiativen organisierte er eine Vielzahl von Projekten in den Themenbereichen politische Bildung, Partizipation, Kultur, Medien, interkulturelles Lernen, Streetwork, Jugendberufshilfe, Stadtteilmanagement und Gemeinwesenarbeit. 2006 gründete er als Freiberufler ein Beratungsunternehmen für Sozialmanagement und Sozialmarketing in Erfurt und begleitete Projektvorhaben unterschiedlichster Organisationsformen, von der Initiative über den Verein bis zum Verband, von der kommunalen Verwaltung bis zur Stiftung. Im Jahr 2008 folgte mit Gleichgesinnten und Mitstreitern in Erfurt die Gründung des gemeinnützigen Vereins Plattform e. V., einer Werkstatt mit innovativen Lösungsansätzen für gesellschaftliche Problemfelder, dem er heute als geschäftsführender Vorstand vorsteht. Daneben vermittelt er als Referent non-formaler Seminare und Dozent mit Lehraufträgen an Universität und Fachhochschule Erfurt Grundlagen des Projektmanagements.

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↑ Foto: Karina Halbauer

Seine fachlichen Themenschwerpunkte sind Partizipation, non-formale Bildung und Social Entrepreneurship. Plattform e. V. realisierte zwischen 2009 und 2014 mit wechselnden Finanzierungspartnern einen Jugendfonds zur Förderung jugendlicher Mikroprojekte. In 5 Jahren haben so mehr als 1.000 junge Erfurter in 75 Mikroprojekten an der Ausgestaltung ihrer Stadt mitgewirkt.

Bedeutung von Mikroprojekten in der jugendkulturellen Bildung Beteiligen heißt informieren, qualifizieren, begleiten und Ressourcen bieten. Es gehört zu meiner grundsätzlichen Auffassung die Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht als Instrument, sondern vielmehr als lernintensiven und zu begleitenden Prozess der Bürgerwerdung zu begreifen. Als solcher lautet die zentrale Frage nicht »Woran können wir Jugendliche beteiligen?« sondern »Wie können wir sie zur selbstbestimmten und möglichst auch selbstorganisierten Beteiligung befähigen?« Zu den grundsätzlichsten Bedingungen, unter denen sich junge Menschen aktiv einbringen, zählt für mich die persönliche Betroffenheit (im Sinne des englischen Begriffs »involvement«). Dies impliziert zum einen, dass das konkrete Handlungsthema, wofür oder wogegen sie sich engagieren, erst einmal von Jugendlichen selbst gewählt wird. Zum anderen wird persönliche Betroffenheit am ehesten auf der am wenigsten abstrakten, der gefühlt »realsten« Ebene erlebt: im Dorf, dem Stadtteil, dem Viertel, der Nachbarschaft, der Schule – ein mikrolokaler Raum. Um sich nun genau hier engagieren zu können, müssen betroffene Jugendliche aber überhaupt erst einmal um die eigenen Handlungsmöglichkeiten wissen. Es gilt sie also so (zielgruppengerecht) zu informieren, dass sie in der Lage sind, sich im vollen Bewusstsein zu entscheiden, ob sie sich in die Gestaltung ihrer eigenen Umgebung einbringen wollen (oder eben nicht). Grundlagen hierfür können bereits in der schulkulturellen Arbeit, im Rahmen von unterrichtsbegleitenden bzw. unterrichtsergänzenden Projekten, gelegt werden. Natürlich bedeutet diese Entscheidung noch lange nicht, auch zu wissen wie dieser konkrete Beteiligungswunsch auch umzusetzen ist. Hier gilt es entsprechendes »Know-how« zu vermitteln und das konkrete Vorhaben als Ratgeber und Unterstützer zu begleiten. Letzt13


lich sind es die zur Verfügung stehenden und gestellten Ressourcen, welche den Handlungsrahmen aktiver Jugendlicher definieren. Lediglich auf die Verfügbarkeit finanzieller Mittel abzustellen, wäre jedoch zu kurz gedacht. Viele Vorhaben lassen sich auch durch materielle und ideelle Ressourcen realisieren, manchmal fehlt es einfach am Raum. Freiräume sind für Jugendliche sehr wichtig. Hier kommen sie zusammen und probieren sich aus, hier testen sie ihre Grenzen und stellen sich dar, hier übernehmen sie aber auch selbst Verantwortung. Freiräume müssen sich daher auch tatsächlich räumlich niederschlagen und bestenfalls nicht vordefinierte Möglichkeiten anbieten, die Jugendliche dann aufgreifen. Leider bieten moderne Städte immer weniger Räume an, die nicht durch ihren kommerziellen Charakter bestimmt werden. Und auch Schulen und klassische Einrichtungen der offenen Jugendarbeit lassen nur eine bedingte Gestaltungsfreiheit zu. Ganz besonders Schulen zeichnen sich durch ihre stringente zeitliche und auch räumliche Ordnung aus. Ihre Struktur bietet erst einmal wenig Freiraum, um sich als junger Mensch auszuprobieren und die eigene Wirksamkeit zu testen. Natürlich kann sich Schule nicht von heute auf morgen ändern und tradierte wie bewährte Abläufe negieren. Ich plädiere daher für die Integration kleiner Experimentalräume, die neue, andere Lernerfahrungen ermöglichen: Mikroprojekte.

Mikroprojekte als Beteiligungslabore Mikroprojekte bieten die Möglichkeit innerhalb eines festgesteckten Rahmens eine konkrete Idee zu entwickeln, gemeinsam auf deren Umsetzung hinzuarbeiten und mit den zum Einsatz gebrachten Instrumenten und Mitteln zu experimentieren. In sich geschlossen bieten sie Engagierten die Möglichkeit sich in einem überschaubaren Rahmen aktiv einzubringen, ohne erst Strukturen gründen oder sich durch Mitgliedschaft auf viele Jahre verpflichten zu müssen. Ihnen liegt ein definierbares Ergebnis, eine konkrete Wirkung, ein deutlicher Output inne. Gruppen bewältigen hier eine gemeinsame Herausforderung auf Zeit. Dies bietet an sich einen großen Freiraum um neue Wege zu gehen, alternative Vorgehensweisen auszuprobieren und nicht zuletzt sich selbst zu beweisen. Und natürlich können solche Projekte und Prozesse scheitern. Aber im Scheitern steckt auch ein erhebliches Lernpotential, wenn es denn durch eine adäquate Begleitung auch genutzt wird. Der Schlüssel liegt also in der praktischen Selbstwirksamkeitserfahrung, die diesen Kleinstprojekten zu Grunde liegt. Aus dem überschaubaren Rahmen resultiert in aller Regel ein eindeutiges Ergebnis. Hier lässt sich ganz praktisch und völlig unkompliziert in Erfahrung bringen, dass ich – vor allem eben auch als junger Mensch – etwas in meinem Umfeld bewegen und verändern kann. Der Lohn für die aufgebrachte Eigeninitiative stellt sich zudem unmittelbar und direkt ein. Dazu kommen die Erfahrungen im Prozess. Die gemeinsame Arbeit an den Projektzielen stärkt soziale Kompetenzen, Kreativität und nicht zuletzt auch Leistungsbereitschaft. Und gerade das gemeinsame Tun macht deutlich, dass erfolgreiche Arbeit im Team auf den ganz verschiedenen Fähigkeiten und Kenntnissen beruht, die jeder in die Gruppe mit einbringt. Die Beteiligten üben damit ganz praktisch gegenseitigen Respekt, Anerkennung und so nicht zuletzt eine inklusive Haltung. Engagement muss man aber auch als einen wichtigen Moment in der zivilgesellschaftlichen Bildung begreifen, man könnte auch von Bürgerwerdung sprechen. Jugendliche übernehmen hier gezielt Verantwortung für einen Teil ihrer Lebenswelt und machen sich damit schon früh bewusst: Wer sollte es auch sonst tun? Dieses Engagement stellt den Nukleus wirklich bürgerlichen Handelns dar. Nicht die Schulleitung, die Stadtverwaltung oder allgemeiner »die da oben sollte(n) da mal was machen«, sondern ich, weil ich Betroffener bin, Bürger und Anteilseigner an diesem eigenen Umfeld. Wer das bereits in der Schule erfährt, wendet dies in Zukunft auch bei Vorhaben in der eigenen Straße, im Viertel, im Dorf oder der Stadt an. Damit leistet die Förderung kultureller Bildung in Schule auch einen wichtigen Beitrag zur zivilgesellschaftlichen Bildung.

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Organisationsstruktur des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 und seines Thüringer Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« Das Konzept des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt (SDL*16) sowie des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« strebte eine Vernetzung und Beteiligung unterschiedlicher Ebenen an. Zur Planung und Umsetzung der in Kapitel 2 genannten Ziele wurde dafür eine professionelle Organisationsstruktur geschaffen.

1. Hauptverantwortliche    Ausgerichtet bzw. begleitet wurden das SDL*16 und sein Thüringer Begleitprogramm von der Landesarbeitsgemeinschaft »Spiel und Theater in Thüringen e. V.« (LAG), in direkter Zusammenarbeit mit der Thüringer Staatskanzlei (TSK), dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) und dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM). Durch die frühzeitige Zustimmung des zuständigen Ministeriums wurde das Projekt sowohl inhaltlich als auch finanziell umfassend getragen. Die ausrichtende LAG hat als Landesfachverband eine besondere Vernetzungsstruktur, da sie sowohl im schulischen als auch außerschulischen Bereich aktiv ist. Damit bestand ein etabliertes Netzwerk, mit Verbandsmitgliedern und Kooperationspartnern aus unterschiedlichen Bereichen, auf das für die Organisation von Personal und Ressourcen zurückgegriffen werden konnte.

2. Lokale Kooperationspartner    Zudem konnten verlässliche Partner gewonnen werden, die die benötigte Infrastruktur, Fachwissen und Personal einbrachten.    -----------

  PARTNER Theater Erfurt Theater »die SCHOTTE« e. V. Theater Waidspeicher Universität Erfurt Fachhochschule Erfurt Landesfilmdienst Thüringen e. V. Studierendenwerk Thüringen Radio F.R.E.I. Freie Theaterpädagogen EVAG Erfurter Verkehrsbetriebe AG

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  FÖRDERER Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Stiftung Mercator Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Sparkasse Mittelthüringen

3. Beteiligte Institutionen    Für den zielgerichteten Umgang mit den finanziellen, personellen und strukturellen Rahmenbedingungen war eine Zusammenarbeit mit den Partnern auf mehreren Ebenen notwendig. Der Veranstalter, der Bundesverband Theater in Schulen e. V. (BV.TS), verfügt über eine bundesweite Vernetzung und stellt mit dem Bundesfestival »Schultheater der Länder« (SDL) eine langjährig etablierte Struktur in der bundesweiten Schultheaterszene bereit. Hierbei bietet das Konzept des SDL eine solide inhaltliche Basis für die Ausgestaltung eines Festivals. Durch die Einbindung Thüringer Schultheater-Akteure ergab sich ein etabliertes Gerüst aus Personal, Fachwissen und Ressourcen zur Durchführung des SDL*16. 15


Die Kooperation setze sich aus folgenden Partnern zusammen: -Bundesverband Theater in Schulen e. V. -Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Thüringen e. V. -Ministerien (Thüringer Staatskanzlei, Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport) -Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien -Lokale Kooperationspartner Förderer -Thüringer Ministerium für Jugend, Bildung und Sport -Stiftung Mercator -Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen -Sparkasse Mittelthüringen

ARBEITSORGANISATION DES »BUNDESFESTIVALS SCHULTHEATER DER LÄNDER« 2016

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4. Geschäftsstelle

   14 Monate vor Ausrichtung des Bundesfestivals wurde eine Geschäftsstelle zur organisatorischen Leitung des SDL*16 und der Koordination des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE«. eingerichtet. Die Arbeit erfolgte in direkter Zusammenarbeit mit der LAG. Ein hauptamtlicher Projektleiter koordinierte die SDL*16-Geschäftsstelle. Ein halbes Jahr vor Festivalbeginn wurde zur personellen Unterstützung eine Projektassistentin in Vollzeit eingestellt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde ein Büro in Erfurt eingerichtet, so dass die Projektleitung ihre Arbeit direkt am Ausrichtungsort ausüben konnte. Zuvor war die SDL*16-Geschäftsstelle in der Geschäftsstelle der ausrichtenden LAG in Mühlhausen untergebracht.

5. Steuergruppe    Unter Leitung des TMBJS wurde 2014 eine Steuergruppe eingerichtet, in der die hauptverantwortlichen Vertreter des TMBJS, der LAG und des ThILLM die Aufgaben inhaltlich und organisatorisch koordinierten. Die Beratungen fanden zunächst vierteljährlich und ab Herbst 2015, unter Einbeziehung der Projektleitung, monatlich statt.

6. Arbeitsgruppen    Einzelne Projektbereiche wurden externen Kooperationspartnern zugeordnet, die z. T. auf Honorarbasis tätig waren. Zur Planungskoordination des SDL*16 wurden Arbeitsgruppen für folgende Bereiche eingerichtet: -Atmosphärefilm -Eröffnungsveranstaltung/Abschlussveranstaltung und theatraler Auftakt -Fachtagung -Festivalzeitung -offenes Nachgesprächsformat »Basislager« -Schülernachgespräche -Scouts (für die Betreuung der teilnehmenden Gruppen) -Social Media

7. Einbindung der Thüringer Schultheatertage 2016    Anlässlich des SDL*16 wurden auch die Thüringer Schultheatertage (TSTT) unter das Rahmenthema »Theater.Sprache« gestellt. Dazu wurden im Vorfeld über eine Konzeptausschreibung1 Thüringer Schultheatergruppen aufgefordert, sich mit einer Inszenierungsidee zum Thema zu bewerben. Den ausgewählten Spielgruppen und ihren Spielleitern wurde für die Realisierung ihrer Idee professionelle Begleitung durch externe Fachleute ab Januar 2016 angeboten. Die fachliche Begleitung der ausgewählten Inszenierungskonzepte wurde mit bis zu 1.000 € aus Projektmitteln gefördert. Ziel war es die Bewerberlage für das SDL*16 zu verbessern und die Bekanntheit des SDL*16 im Freistaat zu erhöhen.

8. Beteiligungsprojekte   Im Rahmen des SDL*16 wurden verschiedene Beteiligungsprojekte geschaffen, die Thüringer Schülern aller Schularten einen niedrigschwelligen Zugang zum SDL*16 und aktive Mitgestaltung ermöglichen sollten. Für die Organisation wurden lokale Akteure einbezogen, die über das fachliche Wissen, z. B. für die Konzeption der Festivalzeitung, verfügten. Das bestehende Netzwerk des Fachverbandes LAG erleichterte die Koordination.2

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¹ Die Konzeptausschreibung ist im Anhang auf S. 122-123 einsehbar. ² Weitere Informationen unter: www.lag-thueringen.de

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9. Begleitprogramm    Das TMBJS förderte zusätzlich zum SDL*16 kulturelle Projekte an Schulen in Form von Mikroprojekten und Projekttagen Kinderuniversität, die sich mit dem Thema Sprache in vielfältiger Weise auseinandersetzten. So konnte auf das SDL*16 als Höhepunkt der schulkulturellen Aktivitäten im Veranstaltungsjahr landesweit aufmerksam gemacht werden. Auf das Begleitprogramm wird in Kapitel 6 näher eingegangen.

10. Kick.Off      Als Auftakt des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« und zur Ankündigung des SDL*16 wurden in einer Kick.Off-Woche vom 18. bis 27. November 2015 ein Projekttag der Kinderuniversität und vier Mikroprojekte in verschiedenen Schulamtsbereichen rund um das Festivalthema »Theater.Sprache« durchgeführt.

11. Medien      Zur Bewerbung des SDL*16 und der begleitenden Aktivitäten wurden verschiedene Medien genutzt. Zum einen wurde jeweils eine Website für das SDL*16 und das Begleitprogramm3 erstellt. Zum anderen wurde ein Trailer als Ankündigung des Bundesfestivals produziert, der auf der Homepage des SDL*16 veröffentlicht wurde.

12. SDL*16 Infrastruktur      Zur Durchführung des SDL*16 musste die Infrastruktur bestimmte Voraussetzungen aufweisen. Für die Organisation, die Aufführung und Nachbereitung der Inszenierungen, die Fachtagung und die Schülerwerkstätten sowie die Versorgung der Teilnehmer wurden benötigt: -Organisationsbüro -Spielstätte -Unterkunft -Verpflegung -Beförderung -Veranstaltungsorte für weitere Programmpunkte (Fachtagung, Fachforen, Schülerwerkstätten, Abendveranstaltungen)

13. Personal      Die verschiedenen Ressorts des Festivals wurden durch entsprechend qualifiziertes Personal betreut, das über Fachwissen und Kompetenzen in den folgenden Bereichen verfügte: -Betreuung der Webinhalte -Evaluation und Qualitätssicherung -Fachliche Begleitung -Finanzcontrolling -Künstlerische Begleitung -Öffentlichkeitsarbeit -Organisatorische Durchführung -Verwaltung

14. Finanzierung      Die Finanzierung des SDL wird durch die Förderung unterschiedlicher Partner gesichert. Langjährige Förderer sind die Stiftung Mercator und das jeweilige verantwortliche Ministerium auf Landesebene. Die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Mittelthüringen konnten als Förderer für das SDL*16 hinzu gewonnen werden. Die Planung, Koordination und Kontrolle der Ausgaben erfordert ein begleitendes Controlling, welches durch die Geschäftsstelle der LAG verantwortet wurde.

15. Überbau ³ Weitere Informationen unter: www.angesagt-thueringen.de

4 Vgl. Hübner, Kerstin: Geschichte und Struktur des Schultheaters der Länder. Online verfügbar: http://bvts.org/ beta/wp-content/uploads/2016/10/ SdL_Geschichte-und-Struktur.pdf [Stand: 21.Dezember 2016]

     Das SDL findet bereits seit über 30 Jahren statt, daher bietet das Festival eine gestandene Struktur und bewährte Festivalinhalte. Die Struktur ist durch neun Säulen4 definiert. -thematische Schwerpunktsetzung -Aufführungen -Begegnung und Austausch -Fachdiskurs -Einbindung der Bundesländer -Kooperation und Förderung -Außenblick -Dokumentation und Publikation 17


↑ Die SDL*16-Geschäftsstelle in Erfurt | 5 Tage vor Beginn des Festivals.

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Foto: Frank Röhrer


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-Kontinuität und Flexibilität Das Bundesfestival »Schultheater der Länder« (SDL) wird von den Kultusministerien der Länder gefördert und ist durch einen Beschluss der Kultusministerkonferenz als Veranstaltung der Jugendförderung anerkannt. Die bundesweite Vernetzung wird durch den Bundesverband Theater in Schulen e. V. (BV.TS) gewährleistet. Der BV.TS ist als Dachverband die Interessenvertretung der Landesarbeitsgemeinschaften und Landesfachverbände Theater/Darstellendes Spiel in der Schule. Das SDL findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. Im Festivalprogramm sind in der Regel alle Bundesländer mit jeweils einer Inszenierung beteiligt. Dabei wird angestrebt, eine Vielfalt von Schularten und Jahrgangsstufen einzubeziehen.

ARBEITSORGANISATION DES BEGLEITPROGRAMMES »angesagt! KULTUR.SPRACHE« 16. Infrastruktur

     Die Planung und Koordinierung des Begleitprogrammes erforderte ein eigenes Organisationsbüro. Die Aufgaben wurden von der SDL*16-Geschäftsstelle übernommen, dabei wurden zusätzliche Honorarkräfte eingesetzt.

17. Personal      Personell mussten die folgenden Ressorts besetzt werden: -Entwicklung, Planung und Durchführung des Begleitprogrammes -Fachliche Begleitung der Formate -Operative Umsetzung -Controlling -Evaluation und Qualitätssicherung -Öffentlichkeitsarbeit -Betreuung Webinhalte Die theaterpädagogische Expertise wurde bei der Organisation der Kinderuniversität durch das Theater Waidspeicher und das Institut für Grundschulpädagogik der Universität Erfurt geleistet. Im Falle der Mikroprojekte suchten sich die jeweiligen Schulen eigenständig Projektpartner zur künstlerischen Begleitung. Die Organisation des Begleitprogrammes wurde zusätzlich von einer Honorarkraft unterstützt.

18. Fachbeirat      Zur Bewilligung der Anträge für die Mikroprojekte und Projekttage Kinderuniversität wurde ein Fachbeirat berufen, der aus Vertretern der Projektleitung des SDL*16, der LAG, des ThILLM und der LAG Soziokultur bestand. Die Aufgabe des Beirates war es, die Projektanträge zu begutachten und dem TMBJS eine Empfehlung für die Bewilligung der Anträge auszusprechen.

← Kick.Off im Theater Erfurt | Das Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport lud in das Theater Erfurt ein. Im Pressegespräch erteilten (v.l.) Frau Ministerin Dr. Klaubert, der Generalintendant vom Theater Erfurt Herr Montavon, der Direktor vom ThILLM Herr Dr. Jantowski, die Vorstände des BV.TS Herr Mieruch und Herr Assies, der Vorstandvorsitzende der LAG Herr Brunngräber und die stellv. Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Frau Schlabach Auskunft zum Schultheater in Thüringen und dem SDL*16. Foto: Boris Hajdukovic 19


Sep.15 Okt.15 Nov.15 Dez.15 Jan.16 Feb.16 Mrz.16 Apr.16 

Projektausschreibung für die 24. Thüringer Schultheatertage 2016 zum Thema THEATER.SPRACHE

Beteilig

Clowns / Eröf Festivalzeitun Publikumserf Landesweites Begleitprogramm

01.0331.12.2016

18.11.15

KICK.OFF-Woche im Theater Erfurt

PRESSEGESPRÄCH: Frau Ministerin Dr. Birgit Klaubert (TMBJS) zum Bundesfestival »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt FACHTAG: »Darstellen und Gestalten«, erste Mikroprojekte und Kinderuniversitäten

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Organisationsverlauf des Bundesfestivals »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt und des Thüringer Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE«

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Mai.16 Jun.16 Jul.16 Aug.16 Sep.16 Okt.16  Nov.16 Dez.16

Auswertung, Evaluation & Dokumentation

gungsprojekte SDL*16

ffnungsveranstaltung; Moderatoren / Scouts / ng / Social Media/ Schüler-Nachgespräche / fahrung

KINDERUNIVERSITÄTEN Vom Märchenbuch auf die Theaterbühne (Format 1)

Mikroprojekte KULTUR.SPRACHE

zu frei gewählten kulturellen Schwerpunkten z. B. Tanz.Sprache, Museum.Sprache, Bilder. Sprache, Heimat.Sprache… (Format 2)

08.-11.06.2016 18.-24.09.16 24. Thüringer Schultheatertage THEATER. SPRACHE

SDL*16 Bundesfestival Schultheater der Länder THEATER. SPRACHE in Erfurt/Thüringen FACHTAGUNG 19.09.2016 THEATER.SPRACHE

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Schultheater der Länder 2016

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Das SDL ist als überregionales Begegnungs- und Fachforum für Schultheater konzipiert. Es trägt maßgeblich dazu bei, das Schultheater bundesweit zu entwickeln und zu vernetzen. Ein besonderes Anliegen ist die Verankerung eines entsprechenden Unterrichtsfaches in möglichst vielen Schularten. Das SDL bietet eine intensive Form der Begegnung und des Austausches sowohl für die Theater spielenden Kinder und Jugendlichen als auch für die Unterstützer und Experten. Darüber hinaus sollte das SDL*16 nachhaltige Impulse für die Weiterentwicklung der Schultheaterszene in Thüringen auslösen.

BETEILIGUNGSPROJEKTE

Um den Bekanntheitsgrad des SDL in der Thüringer Schultheaterlandschaft nachhaltig zu erhöhen, wurden im Rahmen des Festivals verschiedene Beteiligungsprojekte durchgeführt, an denen Thüringer Schüler, freie Theaterpädagogen und Spielleiter aktiv mitwirkten. Dabei ging es darum, das SDL*16 als Höhepunkt der schulkulturellen Aktivitäten im Veranstaltungsjahr zu gestalten und die Struktur und den Ablauf des Festivals transparent zu machen. Dafür wurde ermöglicht, einzelne Festivalformate und Programmpunkte aktiv mitzugestalten sowie Publikumserfahrung zu gewinnen.

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Zielgruppe der Beteiligungsprojekte waren Schüler unter Berücksichtigung vieler Schularten und Jahrgangsstufen sowie Studierende und Kulturschaffende. Durch ihre aktive Beteiligung und Einbindung konnten sie die SDL-Strukturen näher kennenlernen. Darüber hinaus sollten die Kompetenzen der Beteiligten in folgenden Bereichen erweitert werden: -Fachkenntnisse erweitern -soziale Kompetenzen im Arbeitsprozess zielgerichtet anwenden -Spielpraxis fortbilden und entwickeln -Gelerntes auf neue Arbeitsfelder übertragen

FORMATE

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Beteiligungsprojekte vorgestellt, die auf die Erreichung der vorab genannten Ziele ausgerichtet waren.

1. Theatraler Auftakt und Rahmenprogramm    Mit dem Kooperationspartner Theater »die SCHOTTE« e. V. Erfurt wurden Workshops für Jugendliche zum Thema Clownsinterpretation angeboten. Die Ausschreibung war offen gestaltet und ermöglichte einen niedrigschwelligen Zugang für alle interessierten Jugendlichen. Insgesamt wurden 25 Schüler über einen Zeitraum von acht Monaten durch zwei Theaterpädagogen fortgebildet. In ihrer Rolle als Clowns begrüßten und animierten sie die eintreffenden Spielgruppen und Gäste beim theatralen Auftakt des SDL*16. Beteiligte Erfurter Schulen: Staatliches Gymnasium »Johann Gutenberg«; Staatliches Gymnasium »Albert Schweitzer«; Edith-Stein-Schule – Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium; Walter-Gropius-Schule – Staatliche berufsbildende Schule 7; Königin-LuiseGymnasium – Staatliches Gymnasium; Marie-Elise-Kayser-Schule – Staatliche Berufsbildende Schule für Gesundheit und Soziales

2. Schüler-Moderatorenausbildung    Für die Gestaltung der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung sowie die Anmoderation der Inszenierungen wurden 15 Erfurter Schüler als Moderatoren ausgebildet. Zudem nahmen sie an den Schülerwerkstätten im Rahmen des Festivals teil, wodurch sie ihre Spielpraxis weiterentwickeln konnten. Schüler verschiedener Schularten wurden im Rahmen dieses Angebotes eingebunden, so dass unter Berücksichtigung von Inklusion eine heterogene Gruppe agierte. 22


Beteiligte Erfurter Schulen: Staatliches Gymnasium »Johann Gutenberg«; Schule am Zoopark – Staatliches regionales Förderzentrum, Förderschwerpunkt geistige Entwicklung; Ernst-Benary-Schule – Staatliche Berufsbildende Schule 5, Schule für Agrarwirtschaft, Ernährung/Hauswirtschaft, Körperpflege; Staatliches regionales Förderzentrum ErfurtNord; Evangelisches Ratsgymnasium – Staatlich anerkanntes Gymnasium in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland; Gemeinschaftsschule am Nordpark – Staatliche Gemeinschaftsschule

3. Schülerredakteure Social Media    Die mediale Begleitung des Festivals im Onlinebereich und in den sozialen Netzwerken Facebook, Instagram und Twitter betreuten vier Schülerredakteure. Sie trugen zum Transfer der Festivaleindrücke unter den Teilnehmern bei und sorgten für deren Dokumentation. Zudem begleiteten sie die Aufführungen vor und hinter der Bühne medial.

4. Schülerredakteure Festivalzeitung    Eine journalistische Begleitung in Form einer täglich erscheinenden Festivalzeitung wurde von sechs Schülern und Studierenden in Zusammenarbeit mit einer freien Redakteurin und einem Grafiker gewährleistet. Sie arbeiteten die Festivalinhalte redaktionell auf, interviewten die Spielgruppen und entwickelten eigene Kolumnen und Inhalte. Damit unterstützte die Festivalzeitung den Austausch und die Kommunikation zwischen den Teilnehmern.

5. Schülernachgesprächsleiter    Im Rahmen des Festivals wurde das »Basislager« als freie Begegnungsplattform für alle Festivalgäste von Hildesheimer Studierenden eingerichtet, die sich als »Geheime Dramaturgische Gesellschaft« bezeichnen. Weitere sieben Schüler beteiligten sich an der Arbeit des Basislagers. Mitglieder aus dieser Gruppe übernahmen die Leitung der offenen Nachgesprächsformate und kamen mit den Teilnehmern zu den Stücken ins Gespräch. Zudem initiierten sie nonverbale Feedbackmethoden und traten als Ansprechpartner für Anregungen und Kritik auf. Darüber hinaus verstanden sie sich als Vermittler zwischen den Teilnehmern verschiedener Generationen. Beteiligte Erfurter Schulen: Evangelisches Ratsgymnasium – Staatlich anerkanntes Gymnasium in Trägerschaft der Evangelischen Schulstiftung in Mitteldeutschland; Staatliches Gymnasium »Johann Gutenberg«

6. Publikumserfahrung    Das Theater Erfurt bot ausreichend Raumkapazitäten für externe Gäste. So konnte auch interessierten Tagesgästen und Gruppen der Besuch von Inszenierungen ermöglicht werden. Insbesondere Thüringer Schulklassen verschiedener Schularten, Schultheatergruppen, Spielleiter und Studierende aus dem gesamten Freistaat konnten Publikumserfahrung sammeln. Dadurch lernten sie die Strukturen des SDL kennen und setzten sich mit den SDL*16-Aufführungen auseinander. Insgesamt nahmen über 1.000 Tagesgäste als Zuschauer am SDL*16 teil. Beteiligte Thüringer Schulen: Staatliche Regelschule Wiebeckschule Bad Langensalza; Edith-Stein-Schule Erfurt – staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium; Staatliches Gymnasium »Johann Gutenberg« Erfurt; Philipp-Melanchthon-Gymnasium Gerstungen – Staatliches Gymnasium Gerstungen; Reformschule »Franz von Assisi« Ilmenau, Gymnasiale Oberstufe; Lobdeburgschule Jena – Staatliche Gemeinschaftsschule; Otto-SchottGymnasium Jena – Staatliches Gymnasium; Staatliches Gymnasium »Albert Schweitzer« Sömmerda; Staatliches Gymnasium »Johann Wolfgang v. Goethe« Weimar; Staatliche Regelschule »Hainleite« Wolkramshausen und zusätzlich aus Sachsen-Anhalt die Montessorischule Naumburg

7. Scoutsystem    Zur Betreuung der Spielgruppen wurde das beim SDL*15 in Dresden geschaffene Patensystem weiterentwickelt. Insgesamt 19 Studierende mit pädagogischer und künstlerischer Studienausrichtung verschiedener Bildungseinrichtungen waren als Scouts über den gesamten Festivalzeitraum feste Partner der Spielgruppen. Koordiniert wurden die Scouts von einer Studentin, die bereits beim SDL*15 in Dresden Erfahrungen als Gruppenpatin gesammelt hatte. Die Studierenden hatten durch ihre Tätigkeit die Möglichkeit, die theaterpädagogische Arbeit und damit ein studienbezogenes Berufsfeld näher kennenzulernen. Teilweise war die Integration in bestehende Studiengänge als anerkannte Praktika oder Projekte möglich. Die Mitwirkung der Scouts beim SDL bildet eine gute 23


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Grundlage für eine mögliche spätere Tätigkeit als Spielleiter von Schultheatergruppen und Teilnahme am SDL. Die Scouts waren verantwortlich für folgende Aufgaben: -Betreuung der Teilnehmergruppen für den gesamten Festivalzeitraum -Kommunikation zwischen Gruppen und Festivalorganisation -Unterstützung bei Proben und Inszenierungsvorbereitung -Begleitung der Gruppen an und zwischen den Festivalorten -Unterstützung der Vorbereitung der Schülerwerkstätten -Ausgestaltung kreativer Nachmittagsangebote für die Teilnehmergruppen Involvierte Studiengänge: Primare und elementare Bildung, Lehramt für Grund- und Regelschule und Förderpädagogik, Architektur, Kunst und Design, Kulturmanagement

8. Thüringer Spielleiter als Helfer    Über den ausrichtenden Landesverband konnten Mitglieder der LAG als Helfer für die Vorbereitung und Umsetzung des Festivals gewonnen werden. So wurden auch Thüringer Spielleiter in das SDL*16 aktiv eingebunden.

9. Fachberater    Seit 2002 besteht in Thüringen ein Fachberatersystem für das Fach »Darstellen und Gestalten«. Seit 2016 arbeiten die Fachberater im Unterstützersystem unter der Fachaufsicht des ThILLM. Die Fachberater sind regional und überregional tätig. Sie übernehmen beratende Aufgaben an Schulen, bieten Fachfortbildungen an und begleiten zentrale Veranstaltungen des ThILLM und der LAG. Bei der Vorbereitung und Durchführung des SDL*16 waren sechs Fachberater an verantwortlicher Stelle tätig, z. B. als Ansprechpartner und Begleiter der Fachtagungsworkshops und Fachforen.

10. ThILLM –Spielleiterweiterbildung ← Social Media | Das Social-Media-Team des SDL*16 gemeinsam mit dem Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow. Foto: Jacob Schröter

     Das ThILLM bietet seit 1995 eine weiterbildende Zusatzqualifikation zum Spielleiter auf dem Gebiet des Darstellenden Spieles an. Die Ausschreibung richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, ohne Eingrenzung auf bestimmte Unterrichtsfächer. Das SDL*16 wurde als inhaltlicher Bestandteil in die Spielleiter-Weiterbildung integriert. Die künftigen Spielleiter besuchten die Fachtagung und die Inszenierungen und Fachforen am Folgetag.

← Theatraler Auftakt | Die Clowns begrüßen die ankommenden Spielgruppen. Foto: Jacob Schröter

11. Thüringer Schultheatertage 2016

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     Als vorbereitende Maßnahme wurden die Thüringer Schultheatertage (TSTT) mit dem SDL*16 verknüpft. Hierzu wurden im Rahmen einer Konzeptausschreibung Thüringer Spielgruppen aufgefordert sich statt wie üblich mit fertigen Inszenierungen mit Inszenierungsideen zu bewerben. Die ausgewählten Gruppen erhielten eine theaterpädagogische Begleitung zur Umsetzung ihrer Konzeptidee. Insgesamt konnten von den 22 Bewerbern zehn Inszenierungskonzepte mit jeweils bis zu 1.000 € gefördert werden. Ziel war es, Schultheatergruppen zu ermutigen und zu befähigen, sich mit dem Thema des SDL*16 »Theater.Sprache« produktiv auseinanderzusetzen und das prozessorientierte Arbeiten der ausgewählten Gruppen zu fördern. Zudem sollte die Qualität und Vielfalt des Thüringer Schultheaters anhand von zehn ausgewählten Inszenierungen sichtbar gemacht und die Thüringer Bewerberzahl für das SDL*16 erhöht werden. Von den neun Thüringer Bewerbungen für das SDL*16 wurden sieben im Rahmen der Konzeptausschreibung gefördert. Im Rahmen der TSTT hatte die bereits für das SDL*16 ausgewählte Spielgruppe die Möglichkeit, ihre Inszenierung vor Festival- und Fachpublikum aufzuführen und eine Reflexion zu erfahren. Zudem erhielten sie während der TSTT eine weitere Beratung.

NETZWERK UND PARTNER 12. Veranstalter: ---

Bundesverband Theater in Schulen e. V. LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V.

13. Förderer: -----

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Stiftung Mercator Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Sparkasse Mittelthüringen

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14. Partner: -Theater Erfurt -Thüringer Staatskanzlei -Stadt Erfurt -Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien -Universität Erfurt -Fachhochschule Erfurt sowie -3K – Kunst, Kultur, Kommunikation e. V., Mühlhausen -art der stadt e. V., Gotha -Bachmann Hotels -Café Hilgenfeld, Erfurt -Deutsches Nationaltheater und Staatskapelle Weimar -Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Erfurt e. V. -Fehldruck GmbH, Erfurt -Geheime Dramaturgische Gesellschaft -Herrschmidt-Architektur, Erfurt -IC-Hotel Erfurt -Jugendherberge Erfurt -KRID Designbüro, Erfurt -LAG Soziokultur Thüringen e. V. -Landesfilmdienst Thüringen e. V. -Landsiedel | Müller | Flagmeyer, Nordhausen -Maik Heyer – Brandschutzplanung, Erfurt -OPERA Hostel, Erfurt -Radio F.R.E.I. -re4Hostel, Erfurt -Schola Cantorum Weimar e. V. -Stadtwerke Erfurt -Studierendenwerk Thüringen -Theater »die SCHOTTE« e. V., Erfurt -Theater Waidspeicher e. V., Erfurt

FESTIVALORTE

15. Fachhochschule Erfurt

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     Die Fachhochschule Erfurt zählt zu den großen und leistungsstarken Lehr- und Forschungseinrichtungen Thüringens. Sie wurde 1991 gegründet und steht in der Tradition der Ingenieurschulen für Bauwesen und Gartenbau in Erfurt. In Fachrichtungen aus den Bereichen Mensch, Natur, Raum und Technik sind rund 4.300 Studierende eingeschrieben, die an derzeit noch vier Standorten eine praxisbezogene Hochschulausbildung erhalten.5 Die Fachhochschule Erfurt öffnete am Montag, dem 19. September 2016 ganztägig ihre Türen für die SDL*16-Fachtagung und die Schülerwerkstätten.

16. Universität Erfurt      Die Universität Erfurt wurde 1994 wiedergegründet, nachdem sie bereits von 1392 bis 1802 mehrere Jahrhunderte existiert hatte. Mit ihren schwerpunktmäßigen Arbeitsfeldern in den Bereichen Religion, Geistes- und Kulturwissenschaften, Gesellschaft sowie Lehrerbildung unterscheidet sich die Universität Erfurt heute von anderen Hochschulen durch ein attraktives und zum Teil ungewöhnliches Lehr- und Forschungsprofil.6 Der Campus der Universität Erfurt bietet gute Begegnungsmöglichkeiten. Mit der Mensa des Studierendenwerkes Thüringen und einer Vielzahl von Seminarräumen bildete sie den Treffpunkt für den Festivalmittag und -nachmittag. Hier fanden Mittagspause, Fachforen und Schülernachgespräche des SDL*16 statt.

17. Theater Erfurt      Der Neubau des Theaters Erfurt wurde im Jahr 2003 eröffnet und zählt mit seinen 800 Plätzen zu den modernsten Spielstätten in Europa. Das Theater der Thüringischen Landeshauptstadt liegt in Blickweite des mittelalterlichen Ensembles von Dom und Severi-Kirche und der ehemaligen barocken Festungsanlage Petersberg. Die ca. 480 Veranstaltungen im Jahr – Musik- und Tanztheater, Konzerte, Schauspielproduktionen – besuchen Kulturliebhaber aus nah und fern. Sehenswert ist auch die Architektur des Theater-Neubaus. Seine äußeren orthogonalen Strukturen umfangen eine voluminöse freistehende Rundskulptur im Inneren, die vom Foyer aus über Brücken zu erreichen ist.7 26

5 Vgl.

Fachhochschule Erfurt: Wissenschaft und Praxis modern und flexibel verbinden. https://www.fh-erfurt.de/ fhe/fachhochschule/portrait/ [Stand: 21.Dezember 2016]

6 Universität Erfurt: Forschungsprofil. https://www.uni-erfurt.de/de/uni/ [Stand: 21.Dezember 2016] 7 Theater Erfurt: Geschichte. http:// www.theater-erfurt.de/Ueber-Uns/ Geschichte.html [Stand: 21.Dezember 2016]


SDL *16

18. Festivalzentrum ehem. Heizwerk »Im Brühl«      Die Einrichtung des Festivalzentrums im ehemaligen Heizwerk »Im Brühl« eröffnete die Möglichkeit einen Ort zu schaffen, an dem ein aktiver Austausch, Unterhaltung und Verpflegung möglich wurden. Dabei war die direkte Nähe zum Aufführungsort, dem Theater Erfurt, ein ausgewiesener Standortvorteil des Heizwerkes. Alle Veranstaltungen im Heizwerk waren geschlossene Veranstaltungen, die nur von den Festivalteilnehmern besucht wurden. Das Festivalzentrum im Heizwerk war Anlaufpunkt und Austragungsort für viele begleitende kulturelle Angebote des Festivals. Die Besucherkernzeiten von 18 bis 20 Uhr bildete den Übergang vom Nachmittag über die Abendspeisung im Kesselhaus zur letzten Inszenierung des Tages. Nach der letzten Inszenierung begann im Foyer des Heizwerkes der Ausklang eines jeden Festivaltages. Hierbei gab es zwischen 21 und 23 Uhr vor allem Unterhaltungs- und Mitmachangebote für die Teilnehmer, wie einen Spieleabend, Improvisationstheater, alternative Teilnehmerpreisverleihung und musikalische Begleitungen der Abende.

→ Festivalzentrum | Eingangsportal Foto: Social-Media-Team SDL*16 27


↑ Theater Erfurt

Foto: Björn Schorr

↑ Eröffnungsveranstaltung | Über 800 Gäste nahmen teil.

Foto: Jacob Schröter 28


↓ Ehem. Heizwerk „Im Brühl“ | Festivalzentrum Foto: Björn Schorr

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TEILNEHMERGRUPPEN 5

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arbeitet, ein Drittel verschläft und vorher und nachher eine Ewigkeit tot ist. Von nun an versuchen alle Pierre Anton praktisch klarzumachen, dass es doch Bedeutung im Leben gibt. Doch was hat Bedeutung? Der Brautstrauß einer Braut, deren Ehe schon wieder geschieden ist? Ein vergilbtes Foto der Familie? Der erste Computer? Oder kann man die Bedeutung einer Sache daran messen, wie sehr erst deren Verlust schmerzt? Mehr und mehr steigert sich die Gruppe in ihre Versuche hinein, Bedeutung in ihrem Leben nachzuweisen. Immer mehr eskalieren die Versuche Pierre Anton davon zu überzeugen, dass das Leben eben nicht sinnlos ist. Bedeutung wird zur neuen Religion, der man sich unterordnen muss, koste es, was es wolle. Die Figur des Pierre Anton entwickelt sich allmählich zu einer fixen Idee, bis man sie kaum noch loswerden kann, da sie Teil der Persönlichkeit geworden ist.

BADEN-WÜRTTEMBERG »Nichts, was im Leben wichtig ist« Frei nach Janne Teller Romanadaption/Tragödie Theater-AG des Spohn-Gymnasiums, Ravensburg 14 Schüler im Alter von 13 – 18 Jahren Spielleitung: Oliver Villa Spieldauer: 60 Minuten

←↓ Spielgruppe Baden-Württemberg Foto: Christof Heinz

Plötzlich steht einer in der Klasse auf und behauptet: »Nichts bedeutet irgendetwas. Deshalb lohnt es sich auch nicht irgendetwas zu tun!«, und verlässt die Schule. Pierre Anton verwirrt und verstört seine Freunde mit seiner Ankündigung, sich jetzt dem Nichts hinzugeben und nur noch in einem Pflaumenbaum zu sitzen. Mit Argumenten kann man ihn nicht vom Gegenteil überzeugen, da der Mensch tatsächlich nur 80 Jahre lebt und davon ein Drittel ver30


BAYERN

»Effi Briest« Romanbearbeitung Oberstufentheatergruppe des Ernst-Mach-Gymnasiums, Haar 24 Schüler im Alter von 16-19 Jahren & 14 Schüler im Alter von 11 – 12 Jahren Spielleitung: Thomas Ritter, Felix Erbersdobler Spieldauer: 60 Minuten »Wenn man zwei Stunden verlobt ist, ist man immer ganz glücklich. Wenigstens denk ich es mir so.« antwortet die naive Effi zunächst auf die Frage nach dem Glück ihrer noch jungen Vernunftehe mit dem zwanzig Jahre älteren Baron von Innstetten. Effi ist siebzehn und ihrem Wesen nach noch ein Kind, das die größte Freude im Spiel mit ihren Freundinnen erlebt. Was sie nicht ausstehen kann, ist Langeweile, sagt sie selbst. Doch nun erwartet sie genau das in dem spießigen Städtchen Kessin: Quälende Einsamkeit, nahezu keine Gesprächspartner und die Ferne der Heimat. »Man muss doch immer dahin passen, wohin man gestellt ist.« Diese Einstellung versucht Effi sich vorzuhalten, doch es will nicht recht funktionieren, bis sie schließlich einen folgenreichen Fehler begeht und sich dem Major Crampas, einem Lebemann und Bekannten ihres Mannes, nähert… Das Oberstufentheater des Ernst-MachGymnasiums nähert sich diesem Klassiker des deutschen Realismus in einer verkürzten Version. Die tiefe Kluft zwischen Mann und Frau sowie dem Individuum und der Gesellschaft wird hier thematisiert. Es entbrennt ein sprachlicher und körperlicher Wettkampf zwischen beiden Geschlechtern, in welchem die Frauen darum kämpfen, überhaupt gehört zu werden, die Männer hingegen um den Erhalt von Macht und Kontrolle. Aus der Rolle kann hier niemand fallen, denn Entscheidungen und Handlungsmuster sind vorgegeben – damals. Und heute?

�→ Spielgruppe Bayern Foto: Christof Heinz 31


Das zeitgenössische Theaterstück wurde 2003 uraufgeführt, der Inhalt ist – auch 13 Jahre später – aktueller denn je: Tom ist Manager und jettet von Meeting zu Meeting, Joy ist Standby-Kraft und wird weltweit vermittelt, falls irgendwo jemand ausfällt. Beider Leben gleichen einer Reihe von endlosen Aneinanderreihungen von Hotelfluren oder Supermarktketten, alles rauscht an ihnen vorbei wie ein nicht enden wollender Datenstrom, dessen Teil sie sind. Sie suchen die Liebe, versuchen ihre Dienstpläne aufeinander abzustimmen, um sich für einige Minuten an irgendeinem Gate zu finden – haben aber längst die Orientierung verloren. Oder möchte hier nur ein Filmteam eine moderne Liebesgeschichte drehen? Der postdramatische Text und die Handlung enthalten verschiedene Kontexte und Ebenen und spiegeln somit die innere und äußere Welt der Protagonisten. Wir versuchen mit unserer Interpretation die Geschwindigkeit, den Druck, die Atemlosigkeit der modernen Welt fühlbar zu machen. Die Sprache entsteht dabei akustisch, visuell, in Ton, Bild und Körper, sie ist in einer ständigen Metamorphose mit allen Geschehnissen verbunden.

BERLIN

↑→ Spielgruppe Berlin Foto: Christof Heinz

»Electronic City« nach Falk Richter Zeitgenössisches Theater Kurs Darstellendes Spiel des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums, Berlin – Pankow 18 Schüler im Alter von 16 – 18 Jahren Spielleitung: Sabine Kündiger Spieldauer: 60 Minuten

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ziehen, wer heiratet schon gerne jemanden, den man nicht liebt. Beide begegnen sich, allerdings ohne zu wissen, wer der andere ist. Es ist Liebe auf das erste Wort. König Peter will die Hochzeitsfeier abhalten und erfährt, dass Braut und Bräutigam verschwunden sind. Warum aber deshalb auf eine Hochzeit verzichten, wenn es da gerade zwei Automaten gibt, die aussehen wie Menschen? Ergo vivamus!

← Spielgruppe Brandenburg Foto: Christof Heinz

BRANDENBURG

»ergo vivamus – verstehst'e« Eigenproduktion / Komödie Theaterkurs DS G2 der Voltaireschule, Potsdam 15 Schüler im Alter von 17 – 18 Jahren Spielleitung: Astrid Lehmann Spieldauer: 60 Minuten

Eigentlich möchte jeder Darsteller Leonce, jede Darstellerin Lena sein, wenn da nicht diese Uneinigkeit über den Nutzen der wortspielreichen Ironie und sprachlichen Absurditäten Büchners wäre. Versteht doch keiner. Oder kommt es nur darauf an, wie man sie verkörpert? Vielleicht wäre es auch besser, man übersetzt sie in unsere heutige Sprache? Die Story kommt recht simpel daher: Prinz Leonce vom Reiche Popo soll die ihm unbekannte Prinzessin Lena vom Reiche Pipi heiraten. Er hat jedoch überhaupt kein Interesse daran zu heiraten, und das Leben als Prinz langweilt ihn. Seine Geliebte Rosetta beginnt von Liebe zu reden und Leonce beschließt, mit seinem Diener Valerio nach Italien zu fliehen. Auch Lena will sich der Hochzeit ent-

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↑ Spielgruppe Brandenburg Foto: Christof Heinz

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BREMEN

»ODYSSEUS: HELD!?« Eigenproduktion mit chorischen Elementen Theater-AG 6. – 10. Klasse der Oberschule am Leibnizplatz, Bremen 13 Schüler im Alter von 12 – 16 Jahren Spielleitung: Nadia Makhali, Johanna Gragert Spieldauer: ca. 45 Minuten

↑ Spielgruppe Hamburg Foto: Christof Heinz

Odysseus, der Krieger, Seefahrer und Abenteurer, kehrt nach Jahren der Irrfahrt zurück nach Hause. Dort warten seine Frau Penelope und sein Sohn Telemach auf ihn. Doch wie begeistert kann ein Kind sein, das seinen Vater noch nie gesehen hat? Wie glücklich eine Frau, die verlassen wurde und sich und ihren Sohn so lange allein beschützen musste? Und wie heldenhaft ist ein Mann wirklich, der in den Krieg zieht? Im Prozess der Annäherung schwankt die Familie zwischen Wiedersehensfreude, Bewunderung und Zweifel. Zeus, der Göttervater, greift hier und da helfend ein.

↑ Spielgruppe Bremen Foto: Christof Heinz

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HAMBURG

»So ein Theater« Musiktheater Theater-AG des Gymnasiums Hochrad, Hamburg 11 Schülerinnen im Alter von 11 – 15 Jahren Spielleitung: Carola Wulfsen, Markus Altenkamp Spieldauer: 45 Minuten

Eine Regisseurin versucht mit einer Gruppe von Schauspielern das Theaterstück »Rotkäppchen« zu inszenieren, doch die Schauspieler genügen ihrem Anspruch nicht, und das macht sie sehr deutlich. Die Schauspieler sind zunehmend frustriert, bis es zum Eklat kommt, worauf eine neue Regisseurin ihr Glück versucht, die einen ganz anderen Ansatz hat und einen lockereren Umgang mit den Schauspielern pflegt. Die alte Regisseurin aber kämpft um ihre Gruppe und ihr Theaterstück. Deshalb schlägt sie einen Wettbewerb vor, der zeigen soll, wer erfolgreicher ist mit seiner Vorgehensweise. Wer spricht die bessere Theatersprache? Das Stück wird in seiner musikalisch-dramaturgischen Entwicklung getragen von live gespielter Bühnenmusik des Pianisten Markus Altenkamp. 35

�↑ Spielgruppe Hamburg Foto: Christof Heinz


HESSEN

»Raus mit der Sprache« Collage Klasse 5b der Otto-Ubbelohde-Schule, Marburg 23 Schüler im Alter von 10 – 12 Jahren Spielleitung: Ulrike Gernandt-Reuß Spieldauer: 50 Minuten

Er ist allein, in seinem Mund ein Korken: unaussprechlich – unansprechbar – sprachlos. Einer kommt hinzu: Plopp! Entkorkt! Man könnte nun sprechen, Kontakt aufnehmen – aber es kommt nur eine Blase aus dem ungeübten Mund… Kinder der Otto-Ubbelohde-Schule fragen ein absurdes Wissenschaftler-Team, wie Sprache funktioniert und probieren sie gleich selbst aus: singend, fremdsprachelnd, lautierend, deklamierend – oft mit selbstironischem Blick. In einer »Fallstudie« schließlich wird das Aufeinandertreffen eines fremdsprachigen Mädchens mit der deutschen Umgebung ansprech-

bar. Die Gruppe ist mit verschiedensten Recherchen der Frage nachgegangen, wie Verständigung entsteht, und landete bei den Ursprüngen des Seins und dem, was man schließlich seine Heimat nennt. Ihre Ansprache an das Publikum ist direkt – oder vermittelt durch die Komik der Wissenschaftssprache, die uns oft glauben machen will, alles sei beschreibbar.

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↑↓ Spielgruppe Hessen Foto: Christof Heinz


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Millionen Menschen auf der Flucht vor Terror und Bürgerkriegen, Montagsdemonstrationen besorgter Bürger, Gleichgültigkeit der westlichen Bevölkerung gegenüber Armut und Ausbeutung, gepaart mit Konsumsucht und Egoismus. Wir schreiben das Jahr 2016. Was gerade passiert, wird in ein paar Jahren in den Geschichtsbüchern dieser Welt stehen. Als der Anfang von etwas Gewaltigem. Irgendetwas wird passieren. Zwangsläufig. Immer. Oder etwa doch nicht? Können wir uns nicht auf das Problemelösen konzentrieren, an Kommunikation und Konsens arbeiten – Energie investieren, um Weiterentwicklung in puncto Menschlichkeit zu schaffen? Wir unterliegen dem Zwang, die Welt in »wir und die anderen« zu unterteilen. Dagegen positionieren sich die 14 Schüler des Oberstufen-Grundlagenkurses, die TaGGS Krieger, unter der Leitung von Gunnar Möhring. Dennoch liefern sie keine Lösungen – müssen, können und wollen sie auch gar nicht! Lediglich eine Idee davon, wie es sein könnte, wenn man sich manchmal anders entscheidet, greift nach Raum.

MECKLENBURGVORPOMMERN

»WIR KRIEGEN.ALLES HIN« Szenische Collage mit Verwendung von Fremdtexten TaGGS-AG – OberstufenGrundkurs des Goethe-Gymnasiums Schwerin 14 Schüler im Alter von 15 – 18 Jahren Spielleitung: Gunnar Möhring Spieldauer: 55 Minuten

↑→ Spielgruppe Mecklenburg-Vorpommern Foto: Christof Heinz 37


↑ Spielgruppe Niedersachsen Foto: Christof Heinz

NIEDERSACHSEN

Wasser rauscht – 500 Menschen kauern in einem Holzboot – Am Strand. Koffer – Wie Zement füllt das Gepäck die wenigen Lücken – Grenzzaun – vor uns, dem Barbarenschwarm, weichen sie alle zurück – Einheimische – Refugees are welcome, Asyl ist kein Freibrief – Regeln – Liebe fremde Frau, lieber fremder Mann, willkommen in Deutschland, willkommen in Hardheim. Inspiriert vom Kanzlerinnenwort – Wir schaffen das – haben wir, 18 Schüler des 11. und 12. Jahrgangs – In unserer Stimme wird nichts Freches sein – eine szenische Collage entwickelt – 21 Szenen – in der das Schicksal von Flüchtlingen – Wir leben, wir leben, Hauptsache wir leben – ihre Verzweiflung – Wir werden wieder weggeschickt – ihre Hoffnungen und Wünsche – Deine Liebe, von der man wünschte, sie bliebe – ihre Ängste – Wer hat Angst vorm schwarzen Mann – konfrontiert werden mit der deutschen Bürokratie – Auch für Fahrradfahrer gibt es Regeln – dem verängstigten Deutschbürgertum – Die Situation überrollt uns – Kommentaren in den sozialen Medien – Der Asylant muss weg – Pegida-Sprüchen – Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen. Uns geht es dabei nicht um die Verkündung einer einzigen, richtigen Wahrheit – Deutschland kann nicht die ganze Welt retten – vielmehr möchten wir mit unserer Inszenierung Gedankenanstöße geben – Wir schwinden, werden aber mehr – und zur Stellungnahme provozieren – Ihre Augen sind ja gar nicht anspruchslos.

»Wir schaffen das« Szenische Collage Kurs Darstellendes Spiel des Theodor-HeussGymnasiums, Wolfenbüttel 18 Schüler im Alter von 16 – 18 Jahren Spielleitung: Margrit Lang, Thomas Sander Spieldauer: ca. 40 Minuten

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NORDRHEINWESTFALEN

»Fa(u)st. Fast nach Goethe« Tramödie Theater-AG »poco*mania« der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule, Grevenbroich 14 Schüler im Alter von 16 – 21 Jahren Spielleitung: Axel Mertens Spieldauer: 60 Minuten

»Wir haben extra für Sie die schönsten Zitate alle mit drin. Ich meine deswegen guckt man den ja auch, den Faust, wegen der Zitate, so bildungskanonmäßig… Man weiß ja eh, wie’s ausgeht, oder?« Goethes »Faust« – wer kennt den nicht? Zumindest durch ein paar Zitate? Und wer ist noch nie an einem Plakat vorbeigelaufen, mit dem für eine »Faust«-Aufführung geworben worden ist? Da fragt man sich schon, warum jetzt noch ein Plakat mehr dahängen soll und wenn schon, warum ausgerechnet »Faust« mit Jugendlichen inszeniert wird. Vielleicht, weil der »Faust« im Abi kommt. Oder weil man später so schön mit »Faust«-Zitaten um sich werfen kann. Oder gar weil der »Faust« einfach zu Deutschland gehört wie Elvis zu Amerika. Sicher von allem etwas. Für das poco*manische Ensemble liegt der Grund aber auch woanders. Für Jugendliche heute ist der »Faust« nämlich nur eins: ganz weit weg. Die Sprache, die Figur Faust selbst, sein »faustischer« Drang und vor allem seine Welt, in der man danach strebt, alles zu wissen: wahnsinnig weit weg von dem, was man heute ist. Und diese Distanz will fa(u)st zeigen. Die poco*manische Eigenproduktion zeigt die Jugendlichen bei ihrer mühsamen Begegnung mit diesem Klassiker, setzt dem alten Gelehrten Faust einen jungen Faust entgegen, der es auch seinem Vater recht machen will.

�↑ Spielgruppe Nordrhein-Westfalen Foto: Christof Heinz

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←↓ Spielgruppe Rheinland-Pfalz Foto: Christof Heinz

Das Theaterstück »Yvonne, die Burgunderprinzessin« von Witold Gombrowicz wurde von den Schülern ausgewählt. Der Wunsch der Gruppe war, sich in diesem Schuljahr an einen modernen Klassiker zu wagen. Es ist vor allem die Aktualität des Themas, die die Schüler begeistert hat. Ausgangspunkt des Stückes ist der Gedanke, dass Prinz Philipp an seinem zu satten, reibungslosen Leben leidet. Obwohl in einer beneidenswerten Situation, von gutmeinenden Eltern behütet und gefördert, ohne ökonomische Probleme, spürt er im Unterbewusstsein eine Leere: Er hat keine Gefühle. Dieser Überdruss bringt ihn dazu, etwas zu tun, was gegen alle Konventionen verstößt: die hässlichste Frau zu heiraten. Unsere heutige Gesellschaft ist dem Schönheitswahn verfallen und die Jugendlichen dem Druck ausgesetzt, sich immer mehr stylen und selbst inszenieren zu müssen. So ist das Stück gerade heute sehr provokant! Die Sprache von Gombrowicz benötigt keine Modernisierung, sondern ist in ihrer

grotesken Zuspitzung zeitlos. Sie findet in der bizarren Körperlichkeit der Figuren, dem explosiven Lachen und dem Nebeneinander von Komödie und Tragödie ihren adäquaten Ausdruck.

RHEINLAND-PFALZ

»Yvonne, die Burgunderprinzessin« Groteske AG »Theater Szenario« der Kooperativen Gesamtschule Pamina Schulzentrum, Herxheim 10 Schüler im Alter von 16 – 18 Jahren Spielleitung: Ben Hergl Spieldauer: 60 Minuten

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SACHSEN

»Utopia!« Schauspiel/Puppenspiel Theater-AG »Die Tollkühnen 10« des MartinLuther-Gymnasiums, Frankenberg 10 Schüler im Alter von 10 – 14 Jahren Spielleitung: Lysann Schläfke Spieldauer: 40 Minuten

←↑ Spielgruppe Sachsen Foto: Christof Heinz

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In unserer Fiktion Utopia stellen wir uns die Frage: Was wäre wenn…? Was wäre, wenn wir unsere Welt selbst gestalten, wir Hunger und Leid einfach durch kindlichen Tatendrang und kuriose Ideen besiegen könnten? Was würden wir uns und unseren liebsten Menschen wünschen? Lasst euch verzaubern, berühren und retten von den tollkühnen 10, den Superhelden unserer Gegenwart. Wir benutzen die Mittel des chorischen Sprechens, der amerikanischen Gebärdensprache, außerdem gibt es Szenen, die ausschließlich über ca. 1m große Puppen gespielt werden, ohne Sprache.


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SACHSEN-ANHALT

»Ramayana. Ein Heldenversuch« Schauspiel Theater-AG »Rahmenlos« des Hegel-Gymnasiums, Magdeburg 16 Schüler im Alter von 12 – 18 Jahren Spielleitung: Karin Walter Spieldauer: 60 Minuten

↑� Spielgruppe Sachsen-Anhalt Foto: Christof Heinz

Zwischen dem 2. und 4. Jh. v. Chr. entsteht das berühmte indische Heldenepos Ramayana: Der reckenhafte Dämon Ravana peinigt aus Übermut die Götter und alle Großen, und da Brahma Ravana leichtsinnig versprochen hatte, dass dieser nie von einem Gott besiegt werden könne, schickt Vishnu den Helden Rama auf die Welt, der 42

zwar die siebente Inkarnation des Gottes Vishnu, aber kein Gott, sondern ein Mensch ist, denn nur ein Mensch könnte Ravana besiegen. Rama und Ravana treffen als Kontrahenten aufeinander, als beide um die schöne Prinzessin Sita freien, und da Rama im Zweikampf Ravana schlägt, erwächst in diesem ein unbändiger Hass auf das Paar.


Nun entspannt sich der Kampf zwischen Dämonen, Affen und Menschen, ein Kampf auf Leben und Tod. Dieser Mythos wird von einer Schülertheatergruppe mit unterschiedlichsten Erzählformen dargeboten. Diese ist auf Heldensuche und hinterfragt den alten Stoff immer wieder. Die Spieler bewegen sich in einer Art fröhlicher Schizophrenie durch die unterschiedlichen Welten des Mythos und des Heute, was den besonderen Reiz des Stückes ausmacht.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

»Bleicher Bruder« Eigenproduktion (Text-Performance) Theater-AG des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums, Halstenbek 20 Schüler im Alter von 13 – 20 Jahren Spielleitung: Andreas Kroder Spieldauer: 60 Minuten

Wisst ihr eigentlich, wer Wolfgang Borchert (der Namensgeber unserer Schule) war? Ja, unsere Schule heißt so! Wollt ihr ihn näher kennen lernen? Nein, nicht noch so ein Schriftsteller – der interessiert uns nicht! In diesem Jahr schon! Wir müssen uns mit ihm beschäftigen! Genau das war die Ausgangslage, als wir im November 2015 mit der Produktion starteten. Die Idee unserer Schule war es, sich im Sinne einer Schul-Identifikation näher mit unserem Namensgeber zu beschäftigen. Die Motivation in der Theater-AG (Klasse 9-Q4) war zunächst gedämpft, so nahmen wir die vorherrschende Grundstimmung der Ablehnung zum Anlass, sich den eher unbekannten Texten des Autors anders als gewohnt zu nähern. Weg von dem Mythos Borchert (»unbedingter Pazifismus, Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Kriegstrauma und Kriegserinnerung, Nachkriegsliteratur, …«) und hin zu einem Verständnis für einen jungen Mann, der so schreiben musste. Wir fragen, wie da nur so unverständliche Worte in seinen Kopf kommen. Warum ein so junger Mann mit Mitte 20 so bedrückend und lautmalerisch schrieb. Wir nehmen die Texte auseinander, kürzen, experimentieren und verorten sie an seiner biographischen Lebenslinie und erleben die Veränderung. Wir lassen uns durch seine Worte lenken und orientieren uns an seiner biographischen Linie als Halteanker, um das, was die Texte in uns ausgelöst haben, auf der Bühne zu erleben. Wolfgang Borcherts Sprache, mit der er das Lebensgefühl seiner jungen Generation ausdrücken wollte, beeindruckt noch heute durch ihre Experimentierfreude und immanente Musikalität, die vom damals beliebten »Jazz«, dem Swing angeregt wurde. Zugleich trieb Borcherts Schreiben ein Hunger nach Leben an, dessen Sogwirkung sich der Zuhörer kaum entziehen kann. Seine Worte sind klingend, analysierend, situativ, genau beobachtend und entwickeln damit für jeden eine eigene Erfahrungswelt. Er wird zu unserem Bleichen Bruder mit dem wir uns beschäftigen müssen – vertraut und doch fremd. Wir spielen Borcherts Texte auf vielfältige Art und Weise, um das Gefühl eines Mannes nachzuempfinden, dem die Zukunft geraubt wurde.

← Spielgruppe Schleswig-Holstein Foto: Christof Heinz 43


←↓ Spielgruppe Thüringen Foto: Christof Heinz

THÜRINGEN

»o_die_see« Eigenproduktion Theater-AG »Anonyme Exzentriker« des Staatl. Osterlandgymnasiums, Gera 16 Schüler im Alter von 11 – 19 Jahren Spielleitung: Katrin Zabel Spieldauer: 60 Minuten

Dem Odysseus in unserer Inszenierung geht es wie uns in der heutigen Zeit: Er hat eigentlich schon genug damit zu tun, seine anstehenden Aufgaben zu meistern. So muss er nach dem Sieg über die Stadt Troja seine ihm Anvertrauten unter großen Strapazen nach Hause bringen. Er hat den Naturgewalten auf dem Meer zu trotzen, den Kikonen zu entkommen, dem Kyklopen Polyphem das Auge auszustechen, den Verlockungen der tödlichen Sirenen zu widerstehen, … Und dann auch noch das! Das Schicksal stellt ihn vor die wohl größte Herausforderung seines Lebens. Denn er muss eine Entscheidung treffen. Diese wird seinen weiteren Lebensweg verändern und auch den einer ganzen Gesellschaft.

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Fortbildung

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Eine Zielsetzung des SDL ist es, bundesweit Impulse für die Entwicklung der Schultheaterszene zu geben. Das Bundesfestival richtet sich daher mit verschiedenen Fortbildungsangeboten zum einen an ein theaterpädagogisches Fachpublikum. Zum anderen sind Schülerwerkstätten ein fester Bestandteil des Festivalprogrammes. Sie sollen zum Ausbau und zur Erweiterung der spielpraktischen Fähigkeiten der teilnehmenden Schüler beitragen. Insgesamt nahmen 165 erwachsene Teilnehmer und 296 Schüler am SDL*16 teil.

19. Fachtagung SDL*16      Das SDL*16 in Erfurt wurde begleitet von einer eintägigen Fachtagung, die sich mit dem Rahmenthema »Theater.Sprache« und mit den Fragen der Dramaturgie und Sprache im Schultheater auseinandersetzte. Den Auftakt der Veranstaltung bildeten Impulsvorträge des Dramaturgen John von Düffel und des freien Regisseurs Jasper Brandis. Die Referenten setzen mit zwei Vorträgen zu den Themen »Theater und Sprache« und »Die Sprache selber« fachliche Impulse für die Fachtagungsteilnehmer zu Aspekten der Textgestaltung, dem Entstehen einer verdichteten Theatersprache und Darbietungsformen von Sprache. Im Anschluss fanden zeitgleich sieben Workshops statt, die sich mit unterschiedlichen Aspekten des Rahmenthemas auseinandersetzten und den Teilnehmern, neben dem Erfahrungsaustausch untereinander, die praktische Anwendung und Erprobung von Methoden und Übungen ermöglichten. Hiermit sollten den Fachtagungsteilnehmern v. a. Anregungen und Instrumente für die praktische Anwendung und Umsetzung in ihrer Arbeit im Schultheaterbereich mitgegeben werden. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Angewandte Theatersprache (John v. Düffel) Sprache verkörpern (Jasper Brandis) Textproduktion in der Schule (Michael Müller) Sprachförderung mit theatralen Mitteln (Mi­riam Lieb­ner und Ma­rie Kris­tin Grun­waldt) Spiel_Sprache (Jens Jacob de Place) Sprechchöre im Schultheater (Joanna Merete Scharrel) Spielend Sprechend Handeln (Annekathrin Koch)

20. Fachforen      In sechs moderierten Fachforen, die zeitgleich an vier Festivaltagen stattfanden, wurden alle Produktionen unter dem Gesichtspunkt des Festivalthemas »Theater.Sprache« diskutiert und gewürdigt. Die Fachforen bezogen sich immer auf alle Produktionen des Festivals. Je nach Diskussionsbedarf konnten aber Schwerpunkte gesetzt werden. Hauptfunktion der Foren war der Austausch innerhalb des Fachpublikums, zu dem auch die Spielleiter der ausgewählten Inszenierungen zählten, über die konkreten ästhetischen Erfahrungen bei den Aufführungen. Die Fachforen waren keine reinen Feedbackrunden und Nachbesprechungen, sondern dienten dem fachlichen Austausch insbesondere zum Festivalthema »Theater.Sprache«. Begleitet wurden die Diskussionen in den Fachforen von vier Essayisten, die durch Fokussierung oder Hinterfragen den Austausch anregen sollten. Diese externen Fachleute aus dem universitären oder professionellen Theater-Kontext nahmen am gesamten Festival teil. Die Expertise der Essayisten und ihr Blick von außen sollten die Diskussionen auf dem Festival besonders anregen und flossen nach dem Festival in Form eines Essays in der Publikation »Fokus Schultheater« in den Fachdiskurs ein.

21. Schülerwerkstätten      Parallel zu den Workshops für das erwachsene Fachpublikum fanden 19 Schülerwerkstätten statt. Die Spieler der beteiligten Gruppen und die Schüler-Moderatoren aus Erfurt konnten sich mit verschiedenen Aspekten des Rahmenthemas »Theater.Sprache« auseinandersetzen, ihre spielpraktischen Fähigkeiten erweitern und sich gegenseitig besser 46


kennenlernen. Nach dem ganztägigen Angebot präsentierten die Schüler den Festivalteilnehmern ihre Ergebnisse in Form einer Werkschau. SCHÜLERWERKSTÄTTEN 1. Körper erzählen lassen: Die Viewpoint-Methode (Philipp Boos) 2. Site-specific Performances - Feiert den Ort! (Romi Domkowsky) 3. DADA (Michael von Hintzenstern) 4. Film vertonen (Stefan König) 5. Klangkolorit (Norma Schroeter) 6. Zeichen der Zeit (Felix Schwager) 7. Ich will das, was du nicht willst (Kerstin Dathe) 8. Sprechgesang als Sprachrohr der Jugend (Maximilan Debuch) 9. Poetry Slam (Andreas in der Au) 10. FÜNF FÜR EINE! Bau und Animation von Großpuppen (Patrick Jech) 11. Ein Körper. Eine Stimme. Eine Sprache? Chorisches Theater (Antje Klahn) 12. Die Sprache der Komik (Anke Klöpsch) 13. RAISE YOUR VOICE! (Jana Kühn) 14. Film. Sprache (Eric Müller) 15. Planspiel Tanztheater (Tanja Matjas) 16. Variationen einer Sprache der Zeit / eine Werkstatt zum Spiel mit (Schrift-)Sprache, Projektionen und Raum (Lucian Patermann) 17. Forumtheater (Lutz Pickardt) 18. Feel the Beat – Bodypercussion-Werkstatt (Andreas Schulze) 19. „oder, warum wir anfingen sprachlos zu werden.“ (Marcel Sparmann)

22. Schülernachgespräche      In den Schülernachgesprächen diskutierten und reflektierten die Schüler die Inszenierungen, die im Rahmen des SDL*16 gezeigt wurden. Die Nachbesprechung der Inszenierungen erfolgte im Patensystem, wobei zwei Bundesländer ein Tandem bildeten und gegenseitig ihre Stücke besprachen. Erfahrene Spielleiter und Theaterpädagogen moderierten die Nachgespräche, in denen die Schüler ihre Beobachtungs-, Reflexionsund Feedbackfähigkeiten entwickeln konnten. Zudem boten die Nachgespräche einen geschützten Raum, in dem die Spieler ihre Kritikfähigkeit sowie die Kompetenz erweitern konnten, ihre Arbeitsergebnisse zu beschreiben und zu erklären. THÜRINGEN VS. BERLIN / 20.09.16 & 22.09.16 // 14.00–15.30 Uhr BAYERN VS. SACHSEN / 20.09.16 & 22.09.16 // 14.00–15.30 Uhr HESSEN VS. HAMBURG / 20.09.16 & 22.09.16 // 14.00–15.30 Uhr BREMEN VS. BRANDENBURG / 21.09.16 & 23.09.16 // 14.00–15.30 Uhr NIEDERSACHSEN VS. MECKLENBURG-VORPOMMERN / 21.09.16 & 23.09.16 //

SDL *16

14.00–15.30 Uhr RHEINLAND-PFALZ VS. NORDRHEIN-WESTFALEN / 21.09.16 & 23.09.16 // 14.00–15.30 Uhr BADEN WÜRTTEMBERG VS. SACHSEN-ANHALT / 21.09.16 & 23.09.16 // 14.00–15.30 Uhr SCHLESWIG-HOLSTEIN VS. SAARLAND / 22.09.16 // 14.00–15.30 Uhr

23. Offenes Nachgesprächsforum im Basislager      Während des gesamten Festivals hatten die Festivalteilnehmer die Möglichkeit sich im Basislager im Theaterfoyer über die Inszenierungen auszutauschen. Auch in der Universität und Fachhochschule war das Basislager präsent und ergänzte als offenes Nachgesprächsforum das Angebot der Fachforen und Schülernachgespräche. Betreut von Studierenden und Schülern, die sich als permanente Gesprächspartner anboten, war das Basislager eine ganztägige Anlaufstelle für Begegnungen und Gespräche mit dem Ziel, den offenen Austausch über Aufführungs- und Festivalerlebnisse zwischen allen Teilnehmern anzuregen und zu fördern. Die Anwendung verschiedener Feedback- und Dokumentationsmethoden führte die Angebote der Fachforen und Schülernachgespräche in einer geeigneten Form fort.

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↑Schülerwerkstätten | Präsentation der Poetry-Slam-Werkstatt Foto: Uta Homberg

←Schülerwerkstätten | Die Scouts bei der Vorbereitung der Schülerwerkstätten. Foto: Uta Homberg 48


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Medien

Das SDL*16 und die Festivalinhalte wurden in verschiedenen Medien verbreitet.

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24. Pressespiegel      Regionale und überregionale Tageszeitungen und Magazine thematisierten das SDL*16 in ihrer Berichterstattung. Zur Information der Presse lud das TMBJS gemeinsam mit den Veranstaltern am 14. September 2016 Medienvertreter zu einem Pressegespräch ein. Zum einen wurde in den Thüringer Zeitungen »Thüringer Allgemeine« und »Thüringer Landeszeitung« über das Festival berichtet. Zum anderen veröffentlichten regionale Zeitungen aus den Bundesländern der Spielgruppen Artikel über das SDL*16, wobei diese speziell auf den Auftritt der jeweiligen Gruppe eingingen. Als überregionales Medium veröffentlichte das Bildungsmagazin »News4teachers« einen ausführlichen Programmhinweis zum Festival.

14.09.2016_News4teachers – Das Bildungsmagazin, Europas größtes Schultheater-Festival in Erfurt 16 Gruppen aus ganz Deutschland präsentieren ihre Inszenierungen 15.09.2016_Thüringer Allgemeine, Wie einst Nora Tschirner in Mühlhausen 15.09.2016_ Oberhessische Presse, Marburger vertreten Hessen beim »Schultheater der Länder« 18.09.2016_Focus Local, Große Bühne für Schultheater: Bundesfestival in Erfurt 19.09.2016_Thüringer Allgemeine, Bundesfestival »Schultheater der Länder« 2016 in Erfurt 20.09.2016_Thüringer Allgemeine, Theater in der Schule: Ein Fach, in dem es keinen Punktabzug gibt 20.09.2016_Hamburger Klönschnack, Gymnasium Hochrad beim »Schultheater der Länder« 29.09.2016_Life PR, Bundesfestival Schultheater der Länder erfolgreich abgeschlossen 04.10.2016_Schwäbische, Ravensburger Beitrag löst heftige Diskussionen aus

25. Radio      Der unabhängige Erfurter Radiosender Radio F.R.E.I. berichtete täglich über das SDL*16. In fünf Interviews befragten die Moderatoren Festivalteilnehmer zum allgemeinen Programm und ihren Eindrücken. Die zehn- bis elfminütigen Beiträge wurden während der Festivalwoche gesendet und sind auch online in der Mediathek von Radio F.R.E.I. abrufbar.8

26. Fernsehen      Der regionale Fernsehsender MDR berichtete im Regionalmagazin »Thüringen Journal« über die Eröffnung des SDL*16. Der Beitrag wurde in der Sendung vom 18. September 2016 ausgestrahlt. Neben einem Interview mit der Festivalleitung, in dem die Struktur des SDL*16 vorgestellt wurde, zeigte der etwa dreiminütige Beitrag Eindrücke von der Festivaleröffnung.

27. Website      Zur Ankündigung des SDL*16 und zur Information über das Festivalprogramm sowie die Festivalorte wurde ein Internetauftritt eingerichtet. Bestandteil der Internetseite war auch ein Blog, auf dem Einblicke in den Planungsstand des Festivals gegeben und die einzelnen Spielgruppen vorgestellt wurden. Insgesamt verzeichnete die Website über 18.000 Besucher.

28. Trailer      Zur Ankündigung des SDL*16 wurde auf der Festivalhomepage ein knapp sechsminütiger Trailer (Produzent: Patrick Richter von der Filmproduktion »Mauerfuchs Film«) veröffentlicht, in dem der Festivalort Erfurt im Rahmen einer fiktiven Erzählung vorgestellt wurde. In dem Trailer wurden die beiden Charaktere Rosi und Klaus als Maskottchen etabliert, die während des ganzen SDL*16 sowohl in Filmbeiträgen als auch im Rahmenprogramm vertreten waren.

8 Interviews in der Mediathek von

30. Festivalzeitung SDL*16

Radio F.R.E.I: http://www.radio-frei. de/index.php?iid=podcast&ksubmit_ show=Artikel&kartikel_id=6002 [Stand: 21.Dezember 2016]

     Die Festivalzeitung begleitete das Festival, stellte die Festivalorte vor, besprach die Teilnehmeraufführungen, gab Einblicke in den Festivalalltag, berichtete über vergangene Programmpunkte und gab einen Ausblich auf das weitere Festivalgeschehen. Rezensionen und Texte der Teilnehmer, Hintergrundberichte und Interviews mit den Spielgruppen boten direkte Beteiligungsmöglichkeiten an den Inhalten der Festivalzeitung 49


und rundeten die vielen weiteren redaktionellen Berichte und Kolumnen ab. Insgesamt erschienen sechs Ausgaben (Sonntag, Dienstag bis Samstag). AUFLAGE -1. Ausgabe, 1.000 Exemplare -2. – 5. Ausgabe, 450 Exemplare -6. Ausgabe, 400 Exemplare

31. Social Media      Die Social-Media-Redaktion postete Berichte und Fotos rund um die Vorbereitung auf das SDL*16 sowie das Tagesgeschehen während des Festivals in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und Instagram. Damit konnte insbesondere für die jugendlichen Teilnehmer des Festivals ein interaktives Angebot zum Austausch über das Festival geschaffen werden, das die Möglichkeit der Beteiligung bot. FACEBOOK -52 Posts, davon 8 Links, 45 Fotos, 2 Videos und 5 reine Textbeiträge -Diese wurden insgesamt 10.678-mal angezeigt, 18-mal kommentiert, 392-mal gelikt und 20-mal geteilt. TWITTER: -85 Tweets, diese wurden 18.278-mal angezeigt, 139-mal gelikt, 26-mal retweetet und 6-mal gab es direkte Antworten

32. Atmosphärefilm      Ein Kameramann begleitete das Festival und führte Interviews mit den Teilnehmern. Als Ergebnis entstand ein Film, der die Festivaleindrücke auf unterhaltsame Art zusammenfasste (Kamera und Produktion: Simon Schneider). Als Moderatoren traten im Atmosphärefilm die Festivalmaskottchen Rosi und Klaus auf. -Dauer: 27 Minuten

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Termine & Fristen

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Mind. 24 Monate vor Start des Festivals ---

Organisation der Spielstätten Organisation der Unterkünfte

4 Monate vor Start des Festivals --

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14 Monate vor Start des Festivals -------

Organisation der Verpflegung Einstellung eines hauptamtlichen Projektleiters Entwurf des Spiel- und Probenplanes Einrichtung der Arbeitsgruppen für das Rahmenprogramm Festlegung Fachtagungsort Organisation der Räumlichkeiten für Fachforen und Nachgespräche

18. November 2015 PRESSEGESPRÄCH Vorstellung des SDL*16 in Thüringen

10 Monate vor Start des Festivals ------

Ausschreibung der Leitung der Schülerwerkstätten Besichtigung der Spielstätte Ankündigung des Festivals (Pressegespräch) Veröffentlichung der Website Ausschreibung der Projektassistenz

6 Monate vor Start des Festivals -----

Festlegung der Fachforenleiter Auswahl und vertragliche Bindung der Workshopleiter (Fachtagung) Auswahl und vertragliche Bindung der Schülerwerkstättenleiter Organisation der Ersthelferbegleitung

30. April 2016 Ausschreibungsende Spielgruppenbewerbung

28. – 29. Mai 2016

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Veröffentlichung Fachtagungsangebote für Teilnehmer und Fachpublikum auf der Website Veröffentlichung Unterkünfte für Teilnehmer und Fachpublikum auf der Website Vorstellung der Teilnehmergruppen auf der Website Erstellung Programmheft Erstellung Fachtagungsmappen Beginn Anmeldung Fachpublikum

1 Monat vor Start des Festivals ------

13. Juni 2016

Kontrolle Teilnehmerbeiträge Fachpublikum Ggf. Anmeldungsschluss für das Fachpublikum Lieferung Programmheft Erstellen personalisierter Teilnehmerunterlagen Zusammenstellung Festivalmappen und Festivalrucksäcke Treffen der Arbeitsgruppen für finale Absprachen

SPIELLEITER-TREFFEN Allgemeine Absprachen und Besichtigung der Spielstätte

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SCOUT-TREFFEN Allgemeine Absprachen, Kennenlernen der Spielleiter

12. September 2016

3 Monate vor Start des Festivals ---

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Beginn Koordination Technik / Proben / Bühne mit Theater und Spielgruppen Abstimmung Sicherheitskonzept mit den örtlichen Partnern von Zivilschutz, Veranstaltungsorten und Stadtverwaltung Belegungsplan Teilnehmer Unterkünfte Abforderung Formulare und Zuarbeiten Teilnehmergruppen Beginn Proben Eröffnungsveranstaltung Erstellung weiterer Druckerzeugnisse, (Festivalausweis, Festivalfaltplan, etc.) Beginn Organisation Material Fachtagungsworkshops

Koordinierungstreffen mit den Arbeitsgruppen -Social Media -Festivalzeitung

JURYSITZUNG Auswahl der Teilnehmergruppen

SCOUT-TREFFEN Finale Absprachen, Vorbereitung der Spielgruppenunterlagen

16. September 2016 AUFBAU FACHTAGUNG UND SCHÜLERWERKSTÄTTEN

14. September 2016 PRESSEGESPRÄCH

18. – 24.09.2016 FESTIVAL

18. September 2016 ERÖFFNUNGSVERANSTALTUNG

19. September 2016 FACHTAGUNG & SCHÜLERWERKSTÄTTEN

23. September 2016 ABSCHLUSSVERANSTALTUNG

24. September 2016 ABREISE DER TEILNEHMER UND RÜCKBAU DER FESTIVALORTE

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a Das Thüringer Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE«

EINFÜHRUNG

In Anknüpfung an das Rahmenthema des SDL*16 wurde das Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« initiiert. Der Schwerpunkt Sprache ermöglichte die Auseinandersetzung mit vielfältigen Themen und Inhalten auch im Sinne der interkulturellen Verständigung. Das TMBJS förderte in diesem Kontext landesweit Mikroprojekte sowie das Format der Kinderuniversität, das sich speziell an Grundschulen richtete.9

MIKROPROJEKTE »KULTUR.SPRACHE«

Für unterrichtsbegleitende und außerunterrichtliche Projekte mit einem kulturellen Schwerpunkt zum Thema »KULTUR.SPRACHE« konnten Thüringer Schulen unabhängig von der Schulart Landesmittel in Höhe bis zu 500 € beantragen. Das Antragsverfahren wurde für einen niedrigschwelligen Zugang vereinfacht. Zudem mussten keine Eigenmittel eingebracht werden. Antragsteller konnten Thüringer Schulen in staatlicher und freier Trägerschaft über deren Schulträger in Kooperation mit einem Projektpartner sein. Externe Projektpartner konnten dabei natürliche wie juristische Personen aus Verbänden, Institutionen, Kommunen, freier Kultur usw. sein. Angestrebt wurde mit der Ausschreibung eine große thematische Vielfalt und regionale Weite. In der Ausschreibung wurde auf die wünschenswerte Mitwirkung von Schülern bei der inhaltlichen und organisatorischen Planung und Umsetzung des Projektes hingewiesen. Die Projekte wurden von einem Beirat begutachtet und dem TMBJS zur Bescheidung vorgelegt. Die Kostenerstattung erfolgte über das TMBJS und die zuständigen Schulträger. Die systematische Evaluation wurde in Zusammenarbeit von SDL*16-Projektleitung und ThILLM vorbereitet und vom Büro des Begleitprogrammes, vertreten durch die Projektleitung des SDL*16 und Honorarkräfte durchgeführt. Die Auswertung erfolgte wieder in Zusammenarbeit mit dem ThILLM.

Förderfähige Kosten: -------

Honorare für externe Projektbeteiligte (entsprechend Honorarordnung, Thüringer Amtsblatt des TMBWK 29.04.2014) Fahrtkosten für Schüler und externe Projektbeteiligte (gültiges Thüringer Reisekostengesetz) Sachkosten Mietkosten (für benötigte Räume und Technik) Druckkosten Kosten der Öffentlichkeitsarbeit

Bewerbungsfristen: Bis 01. März 2016 / 01. Mai 2016 / 01. September 2016

KINDERUNIVERSITÄT

Thüringer Grundschulen konnten sich auf die Förderung der Durchführung des Unterrichtsangebotes Projekttag der Kinderuniversität »Vom Märchenbuch auf die Theaterbühne« bewerben. Während einer altersgerecht gestalteten 90-minütigen Einführung in die Welt des Theaters veranschaulichten die Dozentinnen, wie ein Theaterstück entsteht und zeigten, mit welch einfachen Mitteln Geschichten spielerisch umgesetzt werden können. Daran schlossen sich spielpraktische Übungen an, in denen die Kinder unter Anleitung kurze Spielszenen selbst entwickeln konnten. Das Angebot umfasste einen Unterrichtstag und wurde schulintern durchgeführt. An der Veranstaltung konnten max. 80 Schüler der Jahrgangsstufen 3 und 4 teilnehmen. Die Schulen wurden von der LAG ausgewählt und die Projektdurchführung von der SDL*16Geschäftsstelle koordiniert. Die Realisierung des Projekttages wurde zu 100% gefördert. Pro Schulamtsbereich konnten bis zu zwei Grundschulen berücksichtigt werden.

9 Die Format-Ausschreibungen sind auf den Seiten 103-105 einsehbar.

Projektzeitraum 01.03. – 30.11.2016 52


Veranstalter --

Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Partner ---

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Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Thüringen e. V. Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien Universität Erfurt, Fachbereich Grundschulpädagogik Theater Waidspeicher e. V., Erfurt zusätzliche Honorarkraft zur Projektbegleitung

↑ Projekttag der Kinderuniversität In Weißensee | In der Vorlesung wurde gespannt den Märchenerzählungen gefolgt. Foto: Björn Schorr ← Seminar der Kinderuniversität in Weißensee | Schattentheater und griechische Mythen Foto: Björn Schorr

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6

Medien, Materialien & Gestaltung

b

Zur Ankündigung der beiden Formate Mikroprojekte und Kinderuniversität wurden verschiedene Medien verwendet, deren Gestaltung durch die Verwendung klarer Formen und ansprechender Farben altersgerecht war.

1. Printprodukte    Zur Bewerbung wurde eine Postkarte mit dem Slogan »Achte auf deinen Wortwal« und einem Hinweis auf das Begleitprogramm auf der Rückseite produziert. Als weiteres Printprodukt wurden Sticker gestaltet, die u. a. bei der Kinderuniversität an die teilnehmenden Schüler ausgegeben wurden.

2. Werbematerialien    Die Teilnehmer der Kinderuniversität erhielten darüber hinaus einen Jutebeutel mit dem Logoaufdruck des Begleitprogrammes. Als weiteres Werbemittel wurden Bleistifte ausgegeben.

3. Website    Zudem wurde eine Homepage zum Begleitprogramm »angesagt! KULTUR. SPRACHE« angelegt, auf der die wichtigsten Informationen sowie Dokumente wie das Antragsformular und Fragebögen abrufbar waren. Auf dem dazugehörigen Blog wurden Projektberichte und Fotos von bereits abgeschlossenen Mikroprojekten und Kinderuniversitäten veröffentlicht.

4. Newsletter    Über den Newsletter des ausrichtenden TMBJS wurde auf das Begleitprogramm hingewiesen und zur Bewerbung aufgerufen.

↑ Werbematerial | Jutebeutel

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c

Format 1: Mikroprojekt

»Prosodie.Sprache Worte sind nicht alles« Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach 27.04.-08.06.2016 Klassensstufe: 5 Teilnehmeranzahl: 20 Projektleitung: Jan Rauschenberg

Projektbeschreibung

↑ Mikroprojekt: Prosodie.Sprache Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach Foto: Jan Rauschenberg

Vom 27. April bis 8. Juni 2016 wurde am Staatlichen Gymnasium »Ernst Abbe« in Eisenach unter der Leitung von Jan Rauschenberg das Mikroprojekt »Prosodie. Sprache - Worte sind nicht alles« durchgeführt. Als Kooperationspartner konnte das Theater am Markt Eisenach (TAM) gewonnen werden. Theaterpädagogen des TAM erarbeiteten zusammen mit 20 Schülern der 5. Jahrgangsstufe ein Theaterstück, das zum Projektabschluss aufgeführt wurde. Der Projektleiter dokumentierte und analysierte den Projektverlauf im Rahmen seines zweiten Staatsexamens. Hierfür führte er eine Umfrage im Projektteam und unter den teilnehmenden Schülern durch und wertete diese aus. Nachfolgend finden sich die Projektbeschreibung von Jan Rauschenberg sowie eine Zusammenfassung seiner wissenschaftlichen Arbeit.

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Miau, woof, rrrr: »Ein Mensch vor dem Gericht der Tiere« Was passiert, wenn der Mensch von den Tieren seiner Taten angeklagt wird? Basierend auf dem Originaltheaterstück stellte sich eine fünfte Klasse des Ernst-AbbeGymnasiums Eisenach genau diese Frage und erarbeitete unter der Überschrift »Ein Mensch vor dem Gericht der Tiere« ein eigenes Theaterstück. In Kooperation mit Theatermitarbeitern des Theaters am Markt Eisenach beschäftigten wir uns dabei insbesondere mit den lautlichen Eigenschaften der Sprache, die nicht an den Laut bzw. an das Phonem als minimales Segment gebunden sind. Über Prosodie (Intonation, Pausen, Rhythmus, Akzente) und Körpersprache werden vielfältige Informationen übermittelt, die beispielsweise auf Verhalten und Emotionen des Kommunikationspartners schließen lassen, selbst wenn ich dessen (wörtliche) Sprache nicht verstehe. Dabei wurden wir durch die auftretenden Tiere mit verschiedenen Formen und Eigenheiten dieser Kommunikationsaspekte konfrontiert und mussten sie in eine Rolle einarbeiten (z.B. der stolzierende und gackernde Hahn- Wie wirkt das? Wie deuten ich und andere das? Wie kann ich das für mich selbst nutzen?). Zudem erstellten wir für unsere Figuren eigene Masken. Das alles und viel mehr, schafften wir durch ein kleines zehnminütiges Theaterstück auf die Bühne zu bringen und zum Theatertag unserer Schule sowie der Schultheatertage des Landestheaters Eisenach aufzuführen – mit riesigem Erfolg. Autor: Jan Rauschenberg


Projektziele und Auswertung Die Konzeption des Projektes »Prosodie. Sprache« orientierte sich am Schulentwicklungsplan des Staatlichen Gymnasiums »Ernst Abbe« Eisenach sowie an den Vorgaben des Rahmenprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE«. Schwerpunktmäßig sollten durch das Projekt drei Entwicklungskernfelder10 gefördert werden: »Öffnung von Schule und Kooperation mit gesellschaftlichen Partnern«, »Lebensraum Schule« und der Bereich »Beteiligung der Schüler und Eltern«. Die Durchführung des Mikroprojektes versteht Rauschenberg als einen Bestandteil der Schulentwicklung, die eine Anpassung und Reaktion des Systems Schule auf die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen bedeuten. Für das Entwicklungsfeld »Öffnung von Schulen und Kooperationen mit gesellschaftlichen Partnern« konstatiert Rauschenberg einen positiven Einfluss des Projektes. Im Rahmen des Mikroprojektes bestand eine enge Kooperation mit dem TAM. Die Zusammenarbeit innerhalb der Planungsgruppe wurde von den Beteiligten als äußerst positiv bewertet. Daraus könnte sich eine nachhaltige Kooperation entwickeln, so Rauschenberg. Dies zeige sich bereits in der Durchführung eines weiteren gemeinsamen Mikroprojektes. Die Einschätzung der Schüler bestätigt die gute Kooperation der Schule mit dem Projektpartner TAM. So verband ein Großteil der Schüler das Projekt und die Zusammenarbeit mit Spaß. Daher würde die Mehrheit der Schüler wieder an einem Theaterprojekt teilnehmen. Auch der Bereich »Lebensraum Schule« konnte durch das Mikroprojekt gestärkt werden. So wurde im Rahmen des Projektes eine Inszenierung für den Theatertag am Ernst-Abbe-Gymnasium erarbeitet, welcher sich als »Höhepunkt des Schullebens«11 an die gesamte Schülerschaft und das gesamte Kollegium richtete. Damit konnte auch das Entwicklungsfeld »Beteiligung der Schüler und Eltern« gefördert werden. Zum einen gestalteten die Schüler durch die Erarbeitung des Theaterstückes aktiv den Theatertag mit. Mehr als die Hälfte der Beteiligten gab an, dass sie das Gefühl hatten mitbestimmen zu können. Zum anderen wurden die Eltern durch die Einbeziehung in die Planungsprozesse des Mikroprojektes und ihren Besuch des Theatertages eingebunden. Insgesamt bewertet Jan Rauschenberg das Mikroprojekt »Prosodie.Sprache« als lohnendes schulkulturelles Arbeitsformat für alle Schulakteure. Dies zeigte sich u. a. an der Aussage der Schüler, die überwiegend zustimmten: »Schule könnte öfter so ablaufen«.12

↑→� Mikroprojekt: Prosodie.Sprache Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach Foto: Jan Rauschenberg

QUELLEN Kempfert, Guy/Rolff, Hans-Günter: Qualität und Evaluation. Ein Leitfaden für pädagogisches Qualitätsmanagement. Weinheim/ Basel: Beltz (2005). Kulturrat (2016): Thüringen startet das Programm »angesagt!Kultur. Sprache« zur Stärkung der kulturellen Bildung in Schulen, in: Kultur bildet. Das Portal für kulturelle Bildung (10.02.2016), abrufbar auf: http:// www.kultur-bildet.de/artikel/thueringen-startet-das-programm-angesagt-kultursprache-zur-staerkungder-kulturellen-bildung [Stand: 01. Juni 2016]. Mattes, Wolfgang: Methoden für den Unterricht. 75 kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Braunschweig, Paderborn, Darmstadt: Schöningh (2010).

10 Die Entwicklungsfelder basieren auf dem Qualitätstableau des Kultusministeriums Niedersachsens. Dieses Tableau ist in sechs Qualitätsbereiche sowie 32 Qualitätsfelder untergliedert und eröffnet mögliche Handlungsfelder zur Schulentwicklung.

11 Vgl. Schulentwicklungsplan: Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach https://www.schulportal-thueringen.de/web/guest/schools/school_ evolution?tspi=959 [Stand: 21. Dezember 2016].

12 78% stimmten voll zu, 17% stimmten zu. Ergebnisse siehe Anhang S.106

TMBJS: Gymnasium - Häufig gestellte Fragen (FAQ), abrufbar auf: http:// www.schulportal- thueringen.de/ schulentwicklung/gymnasium [Stand: 01. Juni 2016]. Schulentwicklungsplan des Staatlichen Gymnasiums »Ernst Abbe« Eisenach. Stand Mai 2016, abrufbar auf: https://www.schulportalthueringen.de/schools/school_ evolution?tspi-=959 [Stand: 01. Juni 2016].

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6

c


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d

Format 2: Projekttag der Kinderuniversität

Insgesamt gastierte die Kinderuniversität an sieben Thüringer Grundschulen in allen Schulamtsbereichen. In einer Vorlesung und anschließenden Seminaren zum Thema »Vom Märchenbuch auf die Theaterbühne« lernten die Schüler, wie ein Theaterstück entsteht. Das Angebot sollte neben der Wissensvermittlung vor allem die Lust am Theater wecken. Insgesamt vier Dozentinnen vom Theater Waidspeicher und vom Fachbereich Grundschulpädagogik der Universität Erfurt arbeiteten die Thematik altersgerecht

auf und ermöglichten in einer 90-minütigen Vorlesung eine anschauliche Einführung in die Welt des Theaters. Am Beispiel des Märchens »Dornröschen« zeigten sie, welche Darstellungsformen das Theater bietet. Die Dozentinnen veranschaulichten, wie auch mit reduzierten Spielmitteln ein Theaterstück ungewöhnlich erzählt werden kann. So wurden die beiden Charaktere Prinzessin und Küchenjunge zunächst mit klassischen Handpuppen dargestellt und anschließend im Spiel durch Alltagsgegenstände abgelöst. So wurde der Dialog zwischen Prinzessin und Küchenjunge von einer Rose und einem Kochlöffel zu Ende geführt. Nachdem es in der Vorlesung zunächst auf das genaue Zuhören, Zuschauen und Mitschreiben ankam, waren die Gruppenseminare praktisch ausgerichtet. In vier Seminaren zu verschiedenen Schwerpunkten, konnten die Schüler im gewohnten Klassenverband das neue Wissen in spielpraktischen Übungen anwenden. Auf diese Weise lernten die Schüler das Schattentheater anhand eines griechischen Mythos kennen und erprobten szenische Spielformen am Beispiel des Märchens »Vom falschen Prinzen«. Sie übten das freie Sprechen und Argumentieren, indem sie eine Rolle in der Erzählung »Kongress der Tiere« übernahmen und entwarfen im Bewegungsworkshop eigene Gruppenchoreographien. Der Erfolg des Projekttages lässt sich am durchweg positiven Feedback der Schüler erkennen. Die Schüler lobten die interessante Vorlesung und hatten vor allem Spaß daran, die unterschiedlichen Puppen selber auszuprobieren.

←�→ Projekttag der Kinderuniversität in Weißensee | In der Vorlesung sowie den anschließenden spielpraktischen Seminaren wurde gespannt den Märchenerzählungen gefolgt und selbst gespielt. Foto: Björn Schorr 58


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6

Planungsfristen

e

VORBEREITUNG Start des Begleitprogrammes Beginn der Bewerbungsphase 08. Februar 2016

Ende des Begleitprogrammes und Abgabe aller Projektunterlagen 30. November 2016

Fristen für die Antragsstellung für die Förderung von Mikroprojekten 1. März 2016 1. Mai 2016 1. Juni 2016 1. September 2016 Im Anschluss an die Fristen Empfehlung des Beirates und Prüfung der Anträge durch das TMBJS.

Bewerbungsfrist für die Kinderuniversität

4 Monate vor Start des Begleitprogrammes ----

Entwürfe Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung Beschluss und Prüfung der Ausschreibungs-/Formularinhalte Beschluss und Prüfung der Evaluationsinhalte

3 Monate vor Start des Begleitprogrammes -----

Beschluss Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung Umsetzung Öffentlichkeitsarbeit und Außendarstellung Vorbereitung und Erstellen der Evaluationsinhalte Vorbereitung und Erstellen der Ausschreibungs- /Formularinhalte

1. April 2016

2 Monate vor Start des Begleitprogrammes

VORLAUF IM IDEALFALL

--

Mind. 8 Monate vor Start des Begleitprogrammes

--

---------

Ausrichtung der Förderung Abstimmung Formulare/ Vergabeverfahren Abstimmung förderfähige Kosten Abstimmung Förderumfang/ Zielgruppe Abstimmung Teilnahmebedingungen/ Nachweise Einverständniserklärungen Berichtsformen Finanzielle Nachweisführung

6 Monate vor Start des Begleitprogrammes Abstimmung Öffentlichkeitsarbeit und Auftritt ----

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Veröffentlichung der ersten Informationen über das geplante Programm Direkte Kontaktaufnahme von Multiplikatoren Start der Öffentlichkeitsarbeit Initiierung des Webauftrittes (ggf. nur Landingpage)

1 Monat vor Start des Programms --

Schaltung der Website mit allen notwendigen Informationen

NACHBEREITUNG 1 Monat nach Ende des Begleitprogrammes ---

Abschluss und Auswertung Erstellung der Abschlusspublikation

Druckmittel Webauftritt Werbung

Abstimmung Evaluationsinhalte ----

Fragebögen Fotodokumentation Auswertungsbogen

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7

Übersicht, Evaluationsergebnisse & Dokumentation »angesagt! KULTUR. SPRACHE« a Das Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« wurde nicht nur organisatorisch vorbereitet und durchgeführt, sondern auch durch eine Teilnehmerbefragung systematisch begleitet. Auf diese Weise wurden die Projektergebnisse für eine Auswertung gesammelt, dokumentiert und mit Unterstützung des ThILLM ausgewertet. Die angewandten Verfahren dienten der Erfolgskontrolle der Zielstellungen, die mit den Formaten Mikroprojekt und Kinderuniversität verfolgt wurden.

Ziele 1. 2. 3.

Förderung der schulkulturellen Bildung im Freistaat Thüringen Gestaltung des SDL*16 als Höhepunkt und Auseinandersetzung mit dem Rahmenthema Sprache Stärkung des Schultheaters und des Unterrichtsfaches »Darstellen und Gestalten« im Freistaat Thüringen

Fragebögen

Es wurden für folgende Teilnehmergruppen Fragebögen erstellt:12 -Teilnehmer Klassenstufe 1 – 4 -Teilnehmer Klassenstufe 5 – 12 -Teilnehmer der Kinderuniversität -Lehrer und Projektbegleiter Der Umfang der gestellten Fragen sowie deren Formulierung wurden altersspezifisch an die jeweiligen Befragten angepasst.

Design der Fragebögen

12 Die Fragebögen sind auf Seite 9598 einsehbar.

13 Porst, Rolf (2011). Fragebogen. Ein Arbeitsbuch. Springer VS (4. Aufl.). S.83ff.

Zur Erfassung und Auswertung der Teilnehmermeinung wurde eine quantitative Befragung durchgeführt. Diese Methode ermöglicht die Datenerhebung einer relativ großen Zielgruppe. Hierfür wurden Fragebögen mit mehrstufigen verbalisierten Skalen konzipiert. Die Fragebögen basierten dabei auf geschlossenen Fragen mit vier verbalisierten Skalen. Dieses vereinfachte Design wurde angelegt, da der Auswertungszeitraum auf vier Wochen begrenzt war und eine hohe Teilnehmerzahl (N>1000) erwartet wurde. Auf eine legitime Fluchtkategorie (keine Angabe, o. ä.) wurde in den Skalen verzichtet. Nicht beantwortete Fragen wurden jedoch als solche gewertet. Vorteile der mehrstufigen verbalisierten Skalen bestanden darin, dass den Befragten Antwortkategorien vorgegeben wurden und ihnen der Zugang zu den Fragen damit erleichtert wurde. Trotzdem konnten sie ihre Meinung differenziert darstellen, da die Fragen auf unterschiedliche Aspekte des Projektverlaufes abzielten. Die Fragebögen waren dadurch so konzipiert13, dass sie von der jeweiligen Teilnehmergruppe problemlos und mit geringem Zeitaufwand zu beantworten waren. Ergänzend zur quantitativen Befragung wurden folgende Dokumentationsformen durch die Mikroprojekte erstellt: -Projektauswertungsbogen -Fotografische Dokumentation Ein exemplarischer Einblick in die Mikroprojekte ist in der Dokumentation zu den einzelnen Staatlichen Schulamtsbereichen ab Seite 66 zu finden.

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b Evaluationsergebnisse

PROJEKTE UND TEILNEHMER Insgesamt wurden 67 Mikroprojekte und sieben Projekttage der Kinderuniversität im Zeitraum vom 1. April bis 30. November 2016 durchgeführt.

Die Zahl aller Beteiligten an »angesagt! KULTUR.SPRACHE« setzen sich wie folgt zusammen:

TEILNEHMERZAHLEN SCHULAMT NORDTHÜRINGEN

TEILNEHMERZAHLEN SCHULAMT OSTTHÜRINGEN

TEILNEHMERZAHLEN SCHULAMT SÜDTHÜRINGEN

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 5 – 12

Klassenstufe 5 – 12

Klassenstufe 5 – 12

Kinderuniversität

Kinderuniversität

Kinderuniversität

Lehrer

Lehrer

Lehrer

Begleitung

Begleitung

Begleitung

Gesamtsumme

Gesamtsumme

Gesamtsumme

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

35

223 120

10

223 133

13

10

→401

339 =85%

8 7

→381

211 =55% 62

0

97

53 4 4

→158

69 =44%


TEILNEHMERZAHLEN SCHULAMT WESTTHÜRINGEN

TEILNEHMERZAHLEN SCHULAMT MITTELTHÜRINGEN

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 1 – 4

Klassenstufe 5 – 12

Klassenstufe 5 – 12

Klassenstufe 5 – 12

Kinderuniversität

Kinderuniversität

Kinderuniversität

Lehrer

Lehrer

Lehrer

35

302 50

89

520

67

TEILNEHMERZAHLEN THÜRINGEN (GESAMT)

169

1.365 423

12

29

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Begleitung

Begleitung

Begleitung

Gesamtsumme

Gesamtsumme

Gesamtsumme

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

RÜCKLAUF FRAGEBÖGEN

14

→413

300 =73%

30

65

→735 →2.088 371 =50% 63

1.291 =62%


7

b

GRUNDSCHÜLER

Klassen 1–4 Der überwiegende Anteil der Grundschüler in den Jahrgangsstufen 1 – 4 stimmte den gestellten Fragen in vollem Umfang zu. Lediglich bei der Einbeziehung des Themas Sprache gab es eine geringe Abweichung, da ein geringer Anteil der Befragten dem Bezug des Projektes zum Rahmenthema eher nicht zustimmte. Diese relativ einheitlichen Ergebnisse lassen sich auf das junge Alter der Befragten zurückführen, weshalb die Fragen altersspezifisch vereinfacht wurden. Dennoch war es der Projektleitung wichtig auch diese in die Evaluation einzubeziehen, um ihnen das Gefühl zu vermitteln an einem besonderen Projekt teilgenommen zu haben. Die hohen Zustimmungswerte sprechen dafür, dass die Zielstellungen für diese Altersgruppe erfüllt wurden.

»Es hat mir Spaß gemacht, etwas Neues auszuprobieren.«

»Ich würde gern an einem ähnlichen Projekt wieder teilnehmen.«

↑ 79% � 20% � 1% ↓ 0% {} 0%

↑ 81% � 18% � 1% ↓ 0% {} 0%

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

Weitere Fragen und die genauen Zahlen der Befragung finden sie im Anhang: S.95–98

64


SCHÜLER

Klassen 5 – 12 SCHWIERIGKEITSGRAD Die Teilnehmer schätzen ebenso wie die Projektbegleiter ein, dass die im Projekt gestellten Aufgaben gut zu bewältigen waren. Im Unterschied dazu stuften sie den Bedarf an Unterstützung und Hilfestellung höher ein. Das gilt auch für die Anknüpfungsmöglichkeiten an vorhandene Kennt-

»Das Projekt hat mir neue Erkenntnisse und Fähigkeiten vermittelt.«

»Ich hätte mir mehr Freiraum in der Projektgestaltung gewünscht.«

↑ 41% � 37% � 14% ↓ 7% {} 1%

↑ 14% � 14% � 32% ↓ 39% {} 1%

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

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nisse und Fähigkeiten. Dagegen wurde in einem noch geringeren Ausmaß als durch die Projektbegleiter eine Überforderung eingeräumt.

BETEILIGUNG Die Teilnehmer schätzen in nur wenig geringerem Maße als die Projektbegleiter ein, dass sie ihre eigenen Ideen einbringen und zeitweise selbstständig arbeiten konnten. Der Wunsch nach mehr Freiraum in der Projektgestaltung ist dagegen gering ausgeprägt.

KOOPERATION Die Teilnehmer schätzen die Formen und den Grad der Kooperation ähnlich wie die Projektbegleiter als überwiegend positiv ein. Im Unterschied dazu stimmte nur etwa die Hälfte der Teilnehmer der Aussage zu, dass die Beteiligung im Projekt gleichmäßig aktiv war.

KOMPETENZERWERB Die Vermittlung von neuen Erkenntnissen, Fähigkeiten und Kompetenzen wird von den Teilnehmern überwiegend bejaht, wenngleich in nicht so hohem Maße wie durch die Projektbegleiter eingeschätzt. Eine auffällige Diskrepanz zu den Projektbegleitern ergibt sich hinsichtlich der Einschätzung des Anforderungsgrades: Hier fühlten sich die Teilnehmer zu einem größerem Teil nicht genügend herausgefordert, wobei dieser Wert in den einzelnen Schulamtsbereichen etwas schwankt.

GESAMTEINSCHÄTZUNG Ähnlich wie die Projektbegleiter schätzen die Teilnehmer den Erfolg des Projektes als sehr hoch ein: Sie hatten größtenteils Spaß etwas Neues auszuprobieren, waren mit den Resultaten zufrieden und würden gerne an einem ähnlichen Projekt wieder teilnehmen. Auch bei den Teilnehmern zeigt sich, dass der Übertrag der Informationen zum Bundesfestival »Schultheater der Länder« in die Mikroprojekte nur teilweise gelang.


KINDERUNIVERSITÄT

Klassen 3–4 Die Befragung der Grundschüler in den Jahrgangsstufen 3 – 4 wurde in Hinblick auf das besondere Format des Projekttages Kinderuniversität angelegt. Die positiven Rückmeldungen der Grundschüler entsprechen der Beurteilung durch die Projektbegleiter. Diese beobachteten eine durchgängigeAufmerksamkeit der bis zu 82 Grundschüler während der 90-minütigen Vorlesung. Auf die Vorlesung folgten unter Berücksichtigung der Altersspezifik spielpraktische Seminare. In bis zu drei kleineren Gruppen konnten die Schüler das Gelernte in bewegter Form anwenden und vertiefen. Die hohen Zustimmungswerte in der Befragung gehen augenscheinlich sowohl auf das ungewöhnliche Format einer altersgerecht gestalteten Vorlesung als auch auf die abwechslungsreichen Seminare zurück. Die Kinderuniversität wurde bewusst an Orten außerhalb des Einzugsbereiches größerer Theaterspielstätten durchgeführt. Die Aufgeschlossenheit der Grundschüler für das Thema und die gewählten Formate waren ausgesprochen bemerkenswert. Dies wurde auch von den anwesenden Lehrkräften ausdrücklich bestätigt.

»Ich habe durch die Kinder-Uni Lust auf Theaterspielen bekommen.«

»Ich würde gern an einem ähnlichen Projekt wieder teilnehmen.«

↑ 65% ↓ 32% {} 3%

↑ 84% ↓ 10% {} 6%

↑ Stimme voll zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

↑ Stimme voll zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

»Ich würde gern das Gelernte auch im Fach Deutsch anwenden.«

↑ 84% ↓ 14% {} 2% ↑ Stimme voll zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

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7

LEHRER & PROJEKTBEGLEITER SCHWIERIGKEITSGRAD Die Aufgabenstellung führte aus der Sicht der Projektbegleiter nur selten zu einer Überforderung der Teilnehmer. In den Projekten konnte an vorhandenes Wissen und Fähigkeiten angeknüpft werden. Des Weiteren herrschte größtenteils Einigkeit darüber, dass die Teilnehmer die gestellten Aufgaben gut bewältigen konnten. Unterschiedliche Urteile gab es bei der Einschätzung des Bedarfes an Hilfestellung bei der Erfüllung der Aufgaben. Die meisten Projektbegleiter sehen hier eine Notwendigkeit die Schüler zu unterstützen. Abweichend davon sprechen die Projektbegleiter im Schulamt Nordthüringen in dieser Frage den Teilnehmern eine höhere Selbstständigkeit zu.

BETEILIGUNG Aus Sicht der Projektbegleiter konnten die Teilnehmer in einem hohen Umfang ihre Ideen einbringen und zeitweise selbstständig arbeiten. Aus diesem Umstand ergibt sich, dass sich die Teilnehmer kaum mehr Freiräume gewünscht haben.

KOOPERATION Die Lehrer schätzen die Formen und den Grad der Kooperation und gegenseitigen Unterstützung als überwiegend hoch ein.

KOMPETENZERWERB Die Projektbegleiter bestätigen vollständig die Vermittlung neuer Erkenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen. Dies betrifft auch das Thema Sprache und den Transfer in andere Anwendungsgebiete.

GESAMTEINSCHÄTZUNG Aus Sicht der Projektbegleiter wird nahezu vollständig bestätigt, dass die Teilnehmer Spaß daran hatten, Neues auszuprobieren, das Projekt persönlich bedeutsam fanden und mit den Ergebnissen zufrieden waren. Die Einbindung der Informationen zum Bundesfestival »Schultheater der Länder« in die Mikroprojekte gelang lediglich teilweise.

SELBSTWAHRNEHMUNG Die Projektbegleiter stimmen darin überein, dass sich der hohe organisatorische und zeitliche Aufwand gelohnt hat. Die Projekte verliefen größtenteils nach den erwarteten Vorstellungen, auch bezogen auf das Aufgreifen von Ideen und Anregun-

gen der Teilnehmer. Die Projektbegleiter zeigen sich in hohem Maße interessiert, weitere Projekte dieser Art zu initiieren bzw. zu begleiten. Etwa die Hälfte der Projektbegleiter schätzt allerdings den Aufwand der Projektbeantragung und -durchführung als zu hoch ein.

»Die Schülerinnen und Schüler hätten sich mehr Freiraum in der Projektgestaltung gewünscht.«

»Ich griff Anregungen und Vorschläge der Schülerinnen und Schüler auf.«

↑ 1% � 20% � 48% ↓ 30% {} 1%

↑ 45% � 46% � 6% ↓ 0% {} 3%

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

↑ Stimme voll zu � Stimme eher zu � Stimme eher nicht zu ↓ Stimme nicht zu {} Keine Angabe

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b


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Dokumentation »angesagt! KULTUR.SPRACHE« c

Schulamt Nordthüringen Im Schulamtsbereich Nordthüringen wurden 14 Mikroprojekte durchgeführt. Insgesamt nahmen 258 Schüler an den Projekten teil. Es wurden zwei Projekttage Kinderuniversität an der Staatlichen Grundschule Katharinenberg und an der Staatlichen Grundschule Bottendorf durchgeführt. MIKROPROJEKTE IM SCHULAMTSBEREICH NORDTHÜRINGEN: 1. Margaretenschule Mühlhausen, Staatliche Grundschule Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 2. Staatliche Regelschule Menteroda Schwerpunkt: BILD.SPRACHE 3. Staatliche Regelschule Menteroda Schwerpunkt: WORT.SPRACHE 4. Staatliche Regelschule »Hainleite« Wolkramshausen Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 5. Staatliche Regelschule »Hainleite« Wolkramshausen

Schwerpunkt: STREETART.SPRACHE 6. Staatliche Regelschule Greußen Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 7. Staatliche Regelschule »Wiebeckschule« Bad Langensalza Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 8. Thüringer Gemeinschaftsschule Herbsleben Schwerpunkt: KULTUR.SPRACHE 9. Staatliche Regelschule Menteroda Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 10. Staatliche Regelschule Menteroda Schwerpunkt: FORM.SPRACHE 68

11. Staatliche Regelschule Menteroda Schwerpunkt: HEIMAT.SPRACHE 12. Staatliche Regelschule »Wiebeckschule« Bad Langensalza Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 13. Friedrich-Ludwig-JahnGymnasium Großengottern Staatliches Gymnasium Schwerpunkt: PUPPENTHEATER.SPRACHE 14. Staatliche Regelschule »Gerhart Hauptmann« Roßleben Schwerpunkt: FILM.SPRACHE


REFERENZPROJEKTE

Mikroprojekt: Form.Sprache

Staatliche Regelschule Menteroda 21. – 22.11.2016 Klassenstufe: 9 – 10 Teilnehmeranzahl: 35

Bericht über das Kalligrafie-Projekt Da es an unserer Schule Tradition ist, dass Schüler ihre Klassenräume gestalten und die Abgänger der 9./10. Klasse Kacheln mit Namenszügen für die Schulfassade, entwerfen, wollten wir dazu ebenfalls ein Projekt durchführen. Erste Erfahrungen mit Kalligrafie konnten wir bereits auf unserer »Romantischen Zeitreise« im Jahr 2014 mit der Grafikerin Sandra Bach sammeln. In Vorbereitung auf die praktische Gestaltung beschäftigten wir uns im Kunsterziehungsunterricht mit verschiedenen Schriftarten und unserer eigenen Handschrift. Wir erfanden Fantasie-Schriften und gestal-

↑ Mikroprojekt: Form.Sprache Staatliche Regelschule Menteroda Foto: Paul-Ruben Mundthal

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← Mikroprojekt: Form.Sprache Staatliche Regelschule Menteroda Foto: Paul-Ruben Mundthal

teten diese anschließend. Parallel dazu beschäftigten wir uns im Deutschunterricht mit verschiedenen Zitaten zum Thema »Kunst«. So schrieben wir Erörterungen, um uns für ein Zitat zu entscheiden, welches im Schulgebäude angebracht werden soll. Später entwarfen wir Skizzen zu den Aphorismen und unseren Namen sowie Dingen, welche uns definieren. Am 22.11.2016 konnten wir im Kunsthof Friedrichsrode die Kacheln für die Außenwand gestalten. Dazu bemalten oder betupften wir die dafür vorgesehenen Fliesen mehrmals mit spezieller Farbe und trockneten diese. Als nächstes konnten wir unsere Namen oder Initialen in diese Farbschicht hineinritzen oder mit einem Pinsel auftragen und ausgestalten. Da einige von uns sehr aufwendige Verzierungen

vorhatten, wurden sie leider nicht mit der Gestaltung ihrer Kachel fertig. Autorin: Kim Carolin Gries & Laura Chantal Hornung

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c


Mikroprojekt: Schulhof.Sprache

Staatliche Regelschule in Greußen 20. – 24.06.2016 Klassenstufe: 5 – 8 Teilnehmeranzahl: 20

Bericht zur Schulhofgestaltung Das Projekt Schulhof.Sprache fand in dem Zeitraum vom 20. bis 24. Juni 2016 an der Staatlichen Regelschule in Greußen statt. Insgesamt 18 Schüler verschiedener Jahrgangsstufen entschieden sich, an diesem Projekt freiwillig teil zu nehmen. Ziel des Projektes war es, nach einer Ideenwerkstatt, Spielfelder auf den Schulhof zu zeichnen. Diese Ideenwerkstatt fand am ersten Tag statt. Die Schüler zeigten großes Interesse und brachten viele eigene Ideen ein. Im Anschluss daran, wurden die Felder und Spielideen besprochen, aufgezeichnet und Maße genommen.

↑ Mikroprojekt: Schulhof.Sprache Staatliche Regelschule in Greußen Foto: Annegret Schäfer

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In den darauffolgenden Tagen wurden die verschiedenen Ideen in die Tat umgesetzt. Die Kinder und Jugendlichen zeigten großes Engagement und viel Eigeninitiative. Ältere Schüler leiteten hierbei die jüngeren Schüler völlig ungezwungen an und arbeiteten miteinander. Auch die syrischen Flüchtlingskinder wurden in die verschiedenen Arbeiten eingebunden und anfängliche Sprachbarrieren waren schnell überwunden. Schlussendlich konnten die allgemeinen Ziele wie die Übernahme von Verantwortung, die klassenübergreifende Kommunikation, die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls, die Partizipation der Schüler im Schulalltag, die Integration sowie die aktive Beteiligung der Schüler im vollen Umfang umgesetzt werden. Am letzten Tag des Projektes fand eine Präsentation der Ergebnisse statt und die anderen Schüler weihten die bunten Spielfelder mit viel Freude am letzten Schultag ein. Autorin: Annegret Schäfer

↑ Mikroprojekt: Schulhof.Sprache Staatliche Regelschule in Greußen Foto: Annegret Schäfer

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Schulamt Ostthüringen Im Schulamtsbereich Ostthüringen wurden acht Mikroprojekte durchgeführt. Insgesamt nahmen 233 Schüler an den Projekten teil. Zudem fanden zwei Projekttage Kinderuniversität an der Staatlichen Grundschule »Am Rosenhügel« in Pößneck und der Staatlichen Grundschule Brahmenau statt.

MIKROPROJEKTE IM SCHULAMTSBEREICH OSTTHÜRINGEN: 1. Osterlandgymnasium,   Staatliches Gymnasium Gera Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 2. Pestalozzischule Staatliches   regionales Förderzentrum  Zeulenroda Schwerpunkt: TANZ.SPRACHE

7. Bildungszentrum für medizinische   Heilhilfsberufe GmbH Gera Schwerpunkt: KULTUR.SPRACHE 8. Staatliches Gymnasium »Christian Gottlieb Reichard« Bad Lobenstein Schwerpunkt: JAZZ.SPRACHE

3. UniverSaale Jena –   Freie Gesamtschule Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 4. Carl-Zeiss-Gymnasium Jena Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 5. Staatliche Grundschule  Langenorla Schwerpunkt: WORT.SPRACHE 6. Staatliche Regelschule   »Gotthold Ephraim Lessing« Greiz Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE

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REFERENZPROJEKTE

Mikroprojekt: Theater.Sprache

UniverSaale Jena Freie Gesamtschule Jena 06.– 10.06.2016 Klassenstufe: 5 – 6 Teilnehmeranzahl: 17

In der Klangfarben-Projektwoche, die die Fächer Kunst und Musik vereinte, haben sich Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe kreativ mit dem Thema Asyl auseinandergesetzt. Sie erarbeiteten ein Stück, das sich um die Frage dreht: Wie reagieren wir auf den Zustrom hunderttausender geflüchteter Menschen? Zudem bauten sie in dieser Woche jede Menge Requisiten, die u. a. inspiriert wurden durch die Kunstform des Triadischen Ballettes. Der Höhepunkt der Woche war die öffentliche Vorführung am Freitagabend. Der Spielort des Stückes »Der Mensch lebt nicht vom Boot allein« war eine schwimmende Plattform auf der Saale. Das Stück begann, als auf der schwimmenden Plattform immer mehr Asylsuchende auf der Flucht ankommen. Schnell stellt sich heraus, dass die Plattform zu klein ist und die Menschen geraten in ein Dilemma: Wer darf rein? Zwei biblische Motive spielten bei der Performance eine zentrale Rolle: die Rettung vor der Sintflut durch die Arche Noah, symbolisiert durch die schwimmende Plattform, sowie die babylonische Sprachverwirrung, ein Motiv, das z. B. durch Wortfetzen, die über Beamer gezeigt wurden, dargestellt wurde. Am Ende des Stückes entließen die Schüler selbst gebaute Laternen als Friedenstauben in die Luft. Bei der Performance spielten neben der Sprache auch Klänge eine wichtige Rolle. Selbstgebaute Cachons, Pfeifen und Klatschen unterstrichen die Worte und Handlungen. Autorin: Kristina Bennewitz

Bildunterschrift

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←�↑ Mikroprojekt: Theater.Sprache UniverSaale Jena - Freie Gesamtschule Jena Foto: Projektgruppe

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Mikroprojekt: Theater.Sprache

Staatliches Förderzentrum Zeulenroda 25.– 29.04.2016 Klassenstufe: 1 – 4 Teilnehmeranzahl: 50

Gedicht, Bilder und Videos sprechen für sich. Unsere Projektwoche, in der wir jeden Schüler erreichen, fördern und begeistern konnten trug dazu bei, das Gemeinschaftsgefühl an unserer Schule zu stärken, enger zusammen zu wachsen und unser Können zu beweisen. Alle Bereiche der Hip-Hop Kultur wurden mit viel Freude, Engagement und Begeisterung bearbeitet. Neben dem Tanzen wurden Ketten gebastelt, Kulissen gestaltet, Graffiti-Schriften geübt und viel über die Geschichte dieser Kultur gelesen, recherchiert und in einer Power-Point-Präsentation dem Publikum vorgestellt. Während der gesamten Woche waren Schulreporter unserer Schülerzeitung »Fratz« im Einsatz, um die Ergebnisse für ihre neue Ausgabe festzuhalten. Wir danken dem Projekt »angesagt! KULTUR.SPRACHE« für die finanzielle Unterstützung, ohne die diese für uns unvergesslichen Tage nicht in dieser Perfektion hätten durchgeführt werden können. Mit dem Strahlen in den Augen unserer Schüler, der Begeisterung und dem Stolz über den Erfolg wollen wir Ihnen ein herzliches DANKESCHÖN senden und hoffen, dass Sie noch viele Projekte unterstützen können. Autorin: Grit Melle ↑ Mikroprojekt: Theater.Sprache Pestalozzischule Staatliches regionales Förderzentrum Zeulenroda Foto: Projektgruppe

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Hip-Hop zum Thema gemacht, eine Woche viel gelacht, getanzt, gemalt, gesungen, mit allen Kindern im Kreis gesprungen. Ein tolles Programm aufgeführt, viel Begeisterung gespürt. Erinnerungen für immer, die Zeit vergessen wir nimmer. Wir hoffen auf`s nächste Jahr auf`s Wiedersehen mit unserem »Star«. Dankeschön– ein Gedicht nach Projektabschluss der Klasse 7

↓� Mikroprojekt: Theater.Sprache Pestalozzischule Staatliches regionales Förderzentrum Zeulenroda Foto: Projektgruppe

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→� Mikroprojekt: Schreibwerkstatt.Sprache Staatliches Gymnasium Georgianum Hildburghausen Foto: Projektgruppe

Schulamt Südthüringen Im Schulamtsbereich Südthüringen wurden vier Mikroprojekte durchgeführt. Insgesamt nahmen 97 Schüler an den Projekten teil. Es wurde ein Projekttag Kinderuniversität an der Staatlichen Grundschule Neuhaus-Schierschnitz durchgeführt. REFERENZPROJEKTE MIKROPROJEKTE IM SCHULAMTSBEREICH SÜDTHÜRINGEN: 1. Staatliche Gemeinschaftsschule  Sonneberg-Köppelsdorf Schwerpunkt: IMPROVISATIONSTHEATER. SPRACHE 2. Staatliches Gymnasium   Georgianum Hildburghausen Schwerpunkt: SCHREIBWERKSTATT. SPRACHE 3. Staatliche Geschwister-Scholl  Regelsc​hule Bad Blankenburg Schwerpunkt: SPIEL.SPRACHE 4. Staatliche Regelschule   »Friedrich Schiller« Rudolstadt Schwerpunkt: SPIEL.SPRACHE

Mikroprojekt: Schreibwerkstatt. Sprache

Staatliches Gymnasium Georgianum Hildburghausen 13.– 15.06.2016 Klassenstufe: 9 – 10 Teilnehmeranzahl: 10

Auswertung der Schreibwerkstatt Im Zeitraum vom 13.06.2016 bis zum 15.06.2016 fand die kreative Schreibwerkstatt im Rathaussaal der Stadt- und Kreisbibliothek Hildburghausen statt. Die Aufgaben bestanden darin, nach den Vorgaben von Andreas Budzier verschiedene Texte zu schreiben, unter anderem Gedichte, Elfchen, Reden oder Geschichten. Auch das richtige Vortragen der Texte haben wir geübt und Herr Budzier hat uns nützliche Tipps für das Vortragen von Texten vor einem Publikum gezeigt. So haben wir gelernt, wie man beim Vortragen richtig steht und wie man die Stimmlage verändern kann bzw. sollte, damit der Vortrag spannend bleibt. Diese Tipps und Tricks waren sehr hilfreich, vor allem, weil sie für die Zukunft, zum Beispiel im Studium oder 78

auch für das Kolloquium, sehr hilfreich sind. Die kreative Schreibwerkstatt war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht. Dieses Projekt sollte unbedingt weitergeführt werden. »Ich finde, dass die Schreibwerkstatt insgesamt ein sehr interessantes Erlebnis war. Mir hat es großen Spaß gemacht, die Aufgaben, welche kreativ und abwechslungsreich waren, zu lösen. Es war, aufgrund der Vielfältigkeit der Aufgaben, immer wieder eine Herausforderung, neue Ideen für Kurzgeschichten zu finden. Deswegen wurde es auch nie langweilig. Besonders das Schreiben von Gedichten zeigte mir meine Grenzen auf, doch es machte deshalb umso mehr Spaß, zu versuchen, diese in der Gruppe zu überwinden. Auch die Auswahl der Räumlichkeiten für die Schreibwerkstatt gefiel mir sehr, besonders der direkte Anschluss zur Bibliothek, was es erlaubte, auch mal einen Szenenwechsel durchzuführen.« »Das einzige, was mich an der Schreibwerkstatt störte, war, dass uns eigentlich nie gesagt wurde, was wir noch verbessern können. Als Feedback bei unseren Geschichten erhielten wir meist nur einen kurzen Kommentar, welcher jedoch keine Kritik enthielt. Ich finde, dass wir dadurch von unserem Schreibstil her gleich geblieben sind, was schade ist, da ich gerade diesen verbessern wollte.« Autor: Projektgruppe


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Mikroprojekt: Spiel.Sprache

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Staatliche GeschwisterScholl-Regelsc​hule Bad Blankenburg 01.09. – 30.11.2016 Klassenstufe: 5 – 8 Teilnehmeranzahl: 20

Von den 10 geflüchteten Kindern waren wöchentlich 4 - 7 Kinder regelmäßig da, der Rest der Gruppe... eher sporadisch. Immer, wenn in der Schule die 5. oder/und die 6. Unterrichtsstunde ausfiel, waren zur 7. und 8. Stunde des Projektes sehr wenige da. Deshalb ist es besser so ein Projekt zeitlich anders zu legen, z. B. 1. und 2. oder 3. und 4. Stunde. Es gab Spannungen zwischen Jungen und Mädchen, die ich nur durch nach Hause schicken eines der Jungen lösen konnte. Auch hier ist ein großes Problem, dass die lateinischen Buchstaben nicht beherrscht werden und eigentlich eine Alphabetisierung anstünde. Malen und Basteln brachten Spaß... brachte Spaß und das Ergebnis machte die Kinder stolz. Lieder werden gern gesungen und sind auch nach einigen Wochen noch präsent. Autorin: Ulrike Lenz

�→ Mikroprojekt: Spiel.Sprache Staatliche Geschwister-SchollRegelschule Bad Blankenburg Foto: Paul-Ruben Mundthal 80


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Schulamt Westthüringen Im Schulamtsbereich Westthüringen wurden 14 Mikroprojekte durchgeführt. Insgesamt nahmen 337 Schüler an den Projekten teil. An der Staatlichen Grundschule Hörselgau wurde ein Projekttag Kinderuniversität durchgeführt.

MIKROPROJEKTE IM SCHULAMTSBEREICH WESTTHÜRINGEN: 1. Staatliche Grundschule   »Dr. Harald Bielfeld« Arnstadt Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 2. Staatliches Berufsschulzentrum   »Ludwig Erhard« Eisenach Schwerpunkt: SCHREIBEN.SPRACHE 3. Nessetalschule Warza   Staatliche Regelschule Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 4. Staatliche Regelschule   »Heinrich Hertz« Ilmenau Schwerpunkt: BILD.SPRACHE 5. Staatliches Gymnasium   »Ernst Abbe« Eisenach Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 6. Staatliche Grundschule  Großfahner Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 7. Freie Reformschule »Franz von   Assisi« Staatlich anerkannte  Grundschule Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 82

8. Staatliche Regelschule   »Geschwister Scholl« Ilmenau Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 9. Staatliches Gymnasium   »MELISSANTES« Arnstadt Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 10. Staatliche Grundschule    »Dr. Harald Bielfeld« Arnstadt Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 11. Evangelische Regelschule Gotha Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 12. Staatliches Gymnasium    »MELISSANTES« Arnstadt Schwerpunkt: MUSIK.SPRACHE 13. Staatliches Gymnasium    »Ernst Abbe« Eisenach Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 14. Staatliches Gymnasium    »Ernst Abbe« Eisenach Schwerpunkt: POETRY.SPRACHE


REFERENZPROJEKTE

Mikroprojekt: »Poetry Slam – Jugendliche entdecken eine moderne Form der Lyrik« Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe«, Eisenach 01.– 18.11.2016 Klassenstufe: 9 Teilnehmeranzahl: 44

Bericht zu »Poetry Slam – Jugendliche entdecken eine moderne Form der Lyrik« Im November 2016 wurde in zwei neunten Klassen des Elisabeth- und Ernst-AbbeGymnasiums in Eisenach das fächerübergreifende Projekt »Poetry Slam – Jugendliche entdecken eine moderne Form der Lyrik« durchgeführt, das von zwei Lehramtsanwärterinnen ins Leben gerufen wurde. Poetry Slams sind in der kulturellen Szene etablierte, moderne Dichterwettstreite, bei denen zumeist junge Menschen selbstgeschriebene Texte einem Publikum ausdrucksstark präsentieren. Die Schüler der beiden neunten Klassen verfassten in Kleingruppen persönliche und gesellschaftskritische Texte unter dem Thema »Jugend« in den Sprachen Deutsch und Englisch. Dabei wurden sie in einem ganztägigen Workshop von Friedrich Herrmann, dem ehemaligen Thüringenmeister im Poetry Slam, unterstützt. Er gab nicht nur hilfreiche Tipps für die Textproduktion, sondern führte mit den Lernenden auch ein Performance-Training durch. Den Höhepunkt des Projektes stellte schließlich der Poetry Slam im Kunstpavillon Eisenach dar, bei dem die acht besten Poeten-Gruppen der beiden Klassen gegeneinander antraten. Unterstützt und angefeuert wurden sie durch ein großes Publikum aus Mitschülern, Freunden, Lehrern und Eltern. Alles in allem war es ein sehr gelungenes Projekt, bei dem die Schüler nicht nur zahlreiche Fähigkeiten ausbauten, sondern auch auf handlungsorientierte, kooperative Weise eine neue Textsorte kennenlernten, um Gefühle und Gedanken auszudrücken und dazu angeregt wurden, selbstbewusster aufzutreten. ←� Mikroprojekt: Poetryslam.Sprache | Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach Foto: Paul-Ruben Mundthal 83


↑ Mikroprojekt: Poetryslam.Sprache | Staatliches Gymnasium »Ernst Abbe« Eisenach Foto: Paul-Ruben Mundthal 84


Mikroprojekt: Theater.Sprache

Staatliche Grundschule »Dr. Harald Bielfeld« Arnstadt 01.04. – 01.08.2016 Klassenstufe: 2 – 4 Teilnehmeranzahl: 19

Unsere Theatergruppe wird seit 2013 von der freien Künstlerin Evelyn Günther angeleitet. Bisher schrieb sie für die Kinder der Klassen 1 bis 4 Stücke, die die Geschichte der Stadt Arnstadt beinhalteten - angefangen bei Bielfeld bis hin zu Bach. Die Kinder lernten sehr viel über ihre Heimatstadt, besuchten viele Schauplätze, setzten sich bildkünstlerisch mit den Themen auseinander und knüpften viele Kontakte zu Personen der Stadt. Natürlich gewannen die Kinder an Selbstvertrauen und entwickelten sich im Bereich der deutschen Sprache weiter. Der Erfolg prägte ihre persönliche Entwicklung. Das Theaterstück »Der Drache Emil« lehnt sich an die Kinderbücher des Arnstädter Autors Michael Kirchschlager (www.beiemil.de) an. Wieder entstand ein Stück, bei dem Evelyn Günther zusammen mit den Kindern Inhalte aus den Kinderbüchern künstlerisch und darstellerisch aufarbeitete. Michael Kirschschlager selbst brachte sich als böser Ritter in die Geschichte mit ein. Das Stück wurde am 9. Juni 2016 in der Turnhalle zweimal aufgeführt. Zu den Aufführungen kamen insgesamt ca. 300 Kinder (aus anderen Grundschulen/Kindergärten) und ca. 150 erwachsene Personen. Das Publikum war sowohl begeistert von der Geschichte als auch von der darstellerischen Leistung der Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren. Jeder Gast erhielt einen Flyer, auf dem sowohl die Rollen und ihre Darsteller als auch die Unterstützer und Helfer aufgeführt waren. Im Rahmen des Projektes entstanden durch Eltern und Kinder neue Kulissen. Autorin: Gudula Gresser

←� Mikroprojekt: Theater.Sprache Staatliche Grundschule »Dr. Harald Bielfeld« Arnstadt Foto: Projektgruppe 85


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Schulamt Mittelthüringen Im Schulamtsbereich Mittelthüringen wurden 29 Mikroprojekte durchgeführt. Insgesamt nahmen 609 Schüler an den Projekten teil. Es wurde ein Projekttag Kinderuniversität an der Staatlichen Grundschule Grammetal in Isseroda durchgeführt.

7. Friedrich-Schiller-Schule Erfurt,   Staatliche Gemeinschaftsschule Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 8. Friedrich-Schiller-Schule Erfurt,   Staatliche Gemeinschaftsschule Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 9. Parkschule Weimar   Staatliche Grundschule Schwerpunkt: MUSIK.SPRACHE 10. Staatliche Regelschule   »Geschwister Scholl« Weißensee Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE

MIKROPROJEKTE IM SCHULAMTSBEREICH MITTELTHÜRINGEN: 1. Staatliche Regelschule   »Friedrich Ludwig Jahn« Kölleda Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 2. Puschkinschule Erfurt   Staatliche Grundschule Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 3. Staatliche Regelschule   »Friedrich Ludwig Jahn« Kölleda Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 4. Puschkinschule Erfurt   Staatliche Grundschule Schwerpunkt: SPRACHE.SPRACHE 5. Kolping-Schule Erfurt   Staatliche Regelschule Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 6. Grundschule Roter Berg Erfurt Schwerpunkt: GRAFIK.SPRACHE 86

11. Friedrich-Ebert-Schule Erfurt   Staatliche Regelschule Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 12. Walter-Gropius-Schule Erfurt,   Staatliche Berufsbildende   Schule 7 Schwerpunkt: ARCHITEKTUR.SPRACHE 13. Wartenbergschule Niederzim  mern, Staatliche Regelschule Schwerpunkt: FILM.SPRACHE 14. Gisperslebener Schule   Staatliche Grundschule Schwerpunkt: KUNST.SPRACHE 15. Gemeinschaftsschule am Roten    Berg Erfurt, Staatliche Gemein  schaftsschule Schwerpunkt: DRUCK.SRPACHE 16. Staatliches regionales    Förderzentrum Erfurt-Nord Schwerpunkt: MUSIK.THEATER.SPRACHE


17. Staatliche Regelschule   Wormstedt Schwerpunkt: OBJEKTTHEATER.SPRACHE

27. Puschkinschule Erfurt    Staatliche Grundschule Schwerpunkt: BILD.SPRACHE

18. Oskar-Gründler-Gymnasium    Staatliches Gymnasium,   Gebesee Schwerpunkt: POETRY.SPRACHE 19. Staatliche Gemeinschaftsschule    »Albert Einstein« Sömmerda Schwerpunkt: FILM.SPRACHE

28. Staatliche Regelschule Wormstedt Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 29. Edith-Stein-Schule Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium Erfurt Schwerpunkt: TANZ.SPRACHE

20. Staatliche Gemeinschaftsschule    »Albert Einstein« Sömmerda Schwerpunkt: PODCAST.SPRACHE 21. Wartenbergschule Niederzim   mern Staatliche Regelschule Schwerpunkt: MEDIEN.SPRACHE 22. Toskana-Schule Bad Sulza    Staatliche Regelschule Schwerpunkt: LIEBE.SPRACHE 23. Staatliches Gymnasium Erfurt,    Gymnasium 10 Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 24. Oskar-Gründler-Gymnasium    Staatliches Gymnasium    Gebesee Schwerpunkt: FOTOGRAFIE.SPRACHE 25. Evangelische Gemeinschafts   schule Erfurt Schwerpunkt: THEATER.SPRACHE 26. Staatliches Gymnasium    »Albert Schweitzer« Sömmerda Schwerpunkt: MUSIKTHEATER.SPRACHE

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REFERENZPROJEKTE

Mikroprojekt: LIEBE.Sprache

Toskana Schule Bad Sulza Staatliche Regelschule 12. – 16.09.2016 Klassenstufe: 8 Teilnehmeranzahl: 41

Das fächerübergreifende Projekt LIEBE. Sprache kam super bei unseren Achtklässlern an. Die Schüler holten sich nach einer Einführung zum Thema Pubertät fachkundigen Rat in den verschiedenen Bereichen. Die Experten der Pro Familia vermittelten nicht nur theoretisches Wissen zu Verhütung, Sexualität und übertragbaren Krankheiten. An einem weiteren Projekttag standen Workshops auf dem Programm. Dabei hörten die Schüler einen Fachvortrag der Apoldaer Hebamme Nicole Wäldchen, die nicht nur trockene Theorie vermittelte, sondern auch mit Modellen und verschiedenen Obstsorten viel Wissenswertes zum Thema Schwangerschaft und Geburt vermittelte. Parallel dazu arbeitete die freie Künstlerin Anne Schwing mit Schülern daran, Gefühle kreativ auszudrücken. Sie unterwies sie im Umgang mit dem Material Ton und dem Thema selbst. Es entstanden viele tolle Arbeiten. Alles in allem war es eine gelungene Projektwoche, in der unsere Jugendlichen erfahren konnten, wie weit die Themen Liebe, Partnerschaft, Sexualität gefächert sein können. In einer Feedbackrunde wurde die Woche noch einmal ausgewertet, positive als auch negative Kritiken besprochen und Vorschläge zur weiteren Verwendung auch für kommende Jahrgänge - gemacht. Autor: H. Kampf ↑ Mikroprojekt: LIEBE.Sprache Toskana Schule Bad Sulza Foto: Projektgruppe

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Mikroprojekt: Bild.Sprache

Puschkinschule Erfurt Staatliche Grundschule 14. – 18.11.2016 Klassenstufe: 1 – 4 Teilnehmeranzahl: 20

Bericht zum Druckprojekt Unter dem Titel »Bild.Schrift.Sprache« fand in der Zeit vom 14. bis 18. November 2016 im Rahmen der Projektwoche an der Puschkinschule in Erfurt ein Projekt rund um das Thema Drucktechnik statt. Beteiligt waren 12 Grundschüler im Alter von 7 bis 10 Jahren. Das professionelle Know-how steuerte Thomas Offhaus, freischaffender Künstler aus Gotha, bei. Unter dem Motto »Lasst uns zu den Sternen fliegen« wurden am Montag erste Ideen in Form von Skizzen zu Papier gebracht. Es dauerte nicht lange, da waren auch schon die ersten experimentellen Erfahrungen zum Drucken gesammelt. Der Dienstag war für den Benary-Speicher reserviert. Hier verschaffte die Erfurter Museumspädagogin Karin Breitkreuz den jungen Teilnehmern einen Einblick über die Entwicklung der Schreibgründe vom Pergament bis zum Papier. Anschließend wurde an historischen Druckmaschinen gedruckt. Am Mittwoch gab es gleich den nächsten Höhepunkt. Nachdem die jungen Künstler sich erst einmal praktisch austoben konnten, stand der Besuch des Planetariums an. Eigens dafür organisierte die Schule im Rahmen der Projektwoche eine mobile Version. Unter der blauen Kuppel wurde in der Turnhalle der Film »Polaris« gezeigt. Alle lernten viel über die Erde, das Sonnensystem und waren einfach nur begeistert. Nachdem die Tage zuvor viel Abwechslung boten, konnten sich am Donnerstag und Freitag alle voll auf das Drucken konzentrieren. Es wurde mit Strukturen experimentiert und unzählige Druckstöcke aus unterschiedlichen Materialien angefertigt. Es entstanden so viele Bilder, dass der Platz zum Trocknen eng wurde. Am Freitag war in unserer Schule der Tag der offenen Tür. Hier konnten wir unsere Arbeiten präsentieren und viel Lob ernten. Wie das Feedback der Schüler zeigt: alles in allem ein gelungenes Projekt. Autor: David Scheitz �← Mikroprojekt: Bild.Sprache Puschkinschule Erfurt Staatliche Grundschule Foto: Paul-Ruben Mundthal 89


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� Mikroprojekt: Bild.Sprache Puschkinschule Erfurt Staatliche Grundschule Foto: David Scheitz �Mikroprojekt: Bild.Sprache Puschkinschule Erfurt Staatliche Grundschule Foto: Paul-Ruben Mundthal 91

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FAZIT & AUSBLICK BUNDESFESTIVAL »SCHULTHEATER DER LÄNDER« 2016

Vom 18. bis 24. September 2016 fand in Erfurt das 32. Bundesfestival »Schultheater der Länder« statt. Zum zweiten Mal nach 1999 gastierten Schultheatergruppen aus allen 16 Bundesländern und ein interessiertes Fachpublikum im Freistaat Thüringen. Das SDL*16 stand unter dem herausfordernden Rahmenthema »Theater.Sprache«. Die Projektleitung und die an der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung beteiligten Akteure hatten den Anspruch, den Teilnehmern anregende und erlebnisreiche Tage in der Landeshauptstadt Thüringens zu ermöglichen. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen zeigen, dass dieses Vorhaben zu einem großen Teil gelungen ist. Das ist einer langfristigen Vorbereitungsphase mit Beteiligung vieler Partner, einer durchdachten Organisationsstruktur und der langfristigen Bereitstellung der erforderlichen Mittel durch das zuständige Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zu verdanken. Weitere Mittel wurden durch die Stiftung Mercator, die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und die Sparkasse Mittelthüringen zur Verfügung gestellt. Der Bundesverband Theater in Schulen e. V. begleitete vertrauensvoll und kollegial die Vorbereitung und Durchführung des Bundesfestivals und war für die Auswahl der Inszenierungen und die inhaltliche Gestaltung der Fachtagung verantwortlich. Vertreter des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater in Thüringen e. V. und des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien arbeiteten in der ab 2014 tätigen Steuergruppe ständig mit der Projektleitung zusammen. Hier entstand auch die Idee, zusätzlich zum eigentlichen Bundesfestival ein Thüringer Begleitprogramm vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten. Zum Begleitprogramm gehörten auch Beteiligungsprojekte, die das SDL*16 als Höhepunkt des Veranstaltungsjahres vorbereiteten und in seine Durchführung integriert waren. Die Einbeziehung der Beteiligungsprojekte war ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Bundesfestivals. Als positives Beispiel kann der Einsatz von Scouts für die Teilnehmergruppen aus den 16 Bundesländern hervorgehoben werden. Dieser ist unbedingt weiter zu empfehlen. Eine herausragende Rolle spielte das Theater Erfurt als Gastgeber für das SDL*16. Bühne, Zuschauerraum und Nebenräume wurden den Teilnehmern großzügig und ohne Einschränkung zur Verfügung gestellt, alle Aufführungen mit professioneller technischer Unterstützung eingerichtet und betreut. Das benachbarte ehemalige Heizwerk »Im Brühl« wurde von der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen temporär zur Nutzung überlassen und von den Teilnehmern als Festivalzentrum sehr gut angenommen. Die Fachhochschule Erfurt und die Universität Erfurt waren verlässliche Partner bei der Bereitstellung von Räumen für die Fachtagung, Schülerwerkstätten, Fachforen und Nachgespräche. Das Studierendenwerk Thüringen übernahm freundlich und zuverlässig die Verpflegungsleistungen. Der Landesfilmdienst Thüringen e. V. stellte der Projektleitung in räumlicher Nähe zum Veranstaltungsort Arbeits- und Seminarräume zur Verfügung und produzierte die Aufführungsmitschnitte. Das Theater »die SCHOTTE« e. V. war maßgeblich bei der Gestaltung des theatralen Auftaktes beteiligt und sorgte so für eine besondere Festivalatmosphäre. Bei aller Zufriedenheit mit dem Verlauf und den Ergebnissen des Bundesfestivals und des 92

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Begleitprogrammes wurden einige wichtige Erfahrungen für Verbesserungen der Projektdurchführung gewonnen. Während des Bundesfestivals und insbesondere der Fachtagung war die Projektleitung zu stark in operative Abläufe eingebunden. Zusätzliche organisatorische und technische Helfer insbesondere für die Durchführung der 19 Schülerwerkstätten sind unbedingt einzuplanen. Die schon erwarteten Probleme bei der Rücksendung von Teilnehmerinformationen und -materialien sind u. a. der versetzten Schulferienregelung in den Bundesländern geschuldet, die in der Planung noch mehr Beachtung finden sollte.

↓ Abschlussveranstaltung | Verabschiedung der Teilnehmer sowie Ehrung aller Beteiligten Foto: Christof Heinz

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BEGLEITPROGRAMM »ANGESAGT! KULTUR.SPRACHE«

Das Begleitprogramm sollte unter dem Motto »angesagt! KULTUR.SPRACHE« zur Verbreitung des Rahmenthemas im gesamten Freistaat beitragen. Im Rahmen einer Kick.OffWoche wurde bereits vom 18. bis 25. November 2015 ein vielversprechender Auftakt mit ersten Mikroprojekten und einem ersten Projekttag Kinderuniversität gestaltet. Aus organisatorischen Gründen konnten die nächsten Mikroprojekte nach der Kick.OffWoche erst ab Frühjahr 2016 beantragt und begonnen werden. Somit verkürzten sich die Zeiträume für die Vor- und Nachbereitung spürbar, so dass die Projektleitung des SDL*16 über weite Strecken das Bundesfestival und das Begleitprogramm parallel betreute. Weiterhin wurden folgende Erfahrungen zur Verbesserungen der Projektdurchführung im Begleitprogramm gewonnen: Trotz vereinfachter Antragstellung gab es zahlreiche Rückfragen, die auch wegen erschwerter Erreichbarkeit der Antragssteller in den Schulen einen erheblichen Zeitaufwand verlangten. Klärungsbedarf gab es neben inhaltlichen Fragen vor allem bei der Mittelverwendung und Kostenerstattung, die über die zuständigen Schulträger im Übrigen nahezu reibungslos funktionierte. Für eine weitere erfolgreiche Umsetzung von Mikroprojekten besteht Fortbildungsbedarf bei Projektbegleitern, insbesondere hinsichtlich Antragstellung, Dokumentation und Abrechnung. Lehrer mit Erfahrungen im Bereich kultureller Bildung konnten das Programm intensiver nutzen, ihre vorhandenen Kompetenzen waren schon bei der Antragstellung von Vorteil. Die vermittelnde Tätigkeit eines fachlichen Beirates, der die eingegangenen Projektanträge sichtete und entsprechende Hinweise gab, war also nicht nur für die notwendigen Geschäftsabläufe zur Bewilligung der Mikroprojekte sinnvoll. In der Vorbereitungsphase ist für die Erstellung fachlich präziser Fragebögen zur Evaluation noch mehr zeitlicher Vorlauf einzuplanen. Die Nutzung geeigneter Computertechnik für die Beantwortung entsprechender Online-Fragebögen ist in den Schulen nicht generell vorauszusetzen. Die starke Nachfrage nach dem Projekttag Kinderuniversität für Grundschulen konnte aufgrund der eingeschränkten zeitlichen Verfügbarkeit der Dozentinnen nur teilweise bedient werden. Eine Fortführung als eigenständiges schulkulturelles Projekt wäre wünschenswert. Abschließend ist in Hinblick auf die gestellten Ziele einzuschätzen: 1. Die schulkulturelle Bildung wurde 2016 im Freistaat Thüringen durch die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des SDL*16 und seines Begleitprogrammes in besonderer Weise gefördert. Zum Ende des Projektzeitraumes waren im Begleitprogramm über 2.000 Kinder und Jugendliche in 69 Mikroprojekten und sieben Projekttagen Kinderuniversität beteiligt. So konnten im Rahmen einer vereinfachten Antragstellungsstellung Formate genutzt werden, die sich im Besonderen für Lernprozesse im Bereich der kulturellen Bildung empfehlen. 2. Die Ausrichtung des SDL*16 war der Höhepunkt des Veranstaltungsjahres und Anlass für eine vielfältige Auseinandersetzung mit dem Rahmenthema Sprache. Dabei wurden alle Schularten, Altersgruppen und Schulamtsbereiche einbezogen. Beteiligt waren sowohl viele Staatliche Schulen als auch Schulen in freier Trägerschaft. Zahlreiche Projekte fanden in Kooperation mit externen Partnern statt. Die Wirkung schulkultureller Bildungsprozesse wurde über eine systematische Evaluation erfasst und nachgewiesen. Sowohl aus der Sicht der Projektbegleiter als auch der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen gab es in hohem Maße positive Rückmeldungen. 3. Die Schultheaterszene in Thüringen und insbesondere das Unterrichtsfach »Darstellen und Gestalten« erhielten starke Impulse aus dem SDL*16 und seinem Begleitprogramm. Allein 24 Mikroprojekte bezogen sich auf diesen Bereich. Die Konzeptausschreibung zu den Thüringer Schultheatertagen sorgte für eine gute Bewerberlage für den Thüringer Beitrag zum SDL*16. Das ThILLM eröffnet im Januar und März 2017 zwei neue Seminargruppen der Spielleiter-Weiterbildung. Das Rahmenthema des SDL*16 wird von den Fachberatern mit der Erstellung von Unterrichtsmaterialien und besonderen Fortbildungsveranstaltungen inhaltlich und methodisch aufbereitet. Insgesamt ist einzuschätzen, dass die Ausrichtung des Bundesfestivals und seines Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« einen neuen Abschnitt für die Entwicklung schulkultureller Arbeit im Freistaat Thüringen markiert: -neue Formate der Partizipation und des Ausprobierens wurden angestoßen und durchgeführt -der Transfer von kulturellen Inhalten in unterrichtliche und außerunterrichtliche Projekte wurde ermöglicht 94

SDL *16


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Kooperationsbeziehungen zwischen Schulen und externen Partnern wurden neu geknüpft bzw. weiter vertieft

AUSBLICK

Die beachtliche Teilnehmerzahl und die Rückmeldungen unterstreichen, dass ein nachweisbarer Bedarf an niedrigschwelligen Unterstützerangeboten im Bereich schulkultureller Bildung in allen Schularten und Jahrgangsstufen besteht. In den Evaluationsfragebögen fand sich häufig der Wunsch der Teilnehmer nach weiteren Angeboten für Mikroprojekte. Mit dem Einsatz der erprobten Partizipationsformate lassen sich Qualität, Selbstorganisation und Anspruchsniveau der schulkulturellen Bildungsprozesse steigern. Die künftige Herausforderung könnte darin bestehen, die positiven Erfahrungen aus dem Begleitprogramm »angesagt! KULTUR.SPRACHE« auf andere Vorhaben zu übertragen. Es gilt Wege zu finden, geeignete Unterstützungsstrukturen und Rahmenbedingungen für kulturelle Mikroprojekte in allen Schularten des Freistaats Thüringen zu etablieren. Eine Weiterführung in zeitlicher Nähe wäre wünschenswert, da dann auf ein bereits bestehendes Netzwerk von Erfahrungen und Arbeitsbeziehungen aufgebaut werden kann. Neben der eigentlichen Projektförderung bedarf es unbedingt auch einer ausreichenden personellen Untersetzung der Koordinierung. In den erprobten Formaten können Kinder und Jugendliche als kulturelle Akteure mit ihren eigenen Beiträgen die Schule zu einem Ort experimentellen Lernens machen. Die schulkulturellen Bildungsprozesse prägen maßgeblich das Demokratieverständnis der Bürger von morgen. In diesem Sinne sei an den Empfang der Thüringer Staatskanzlei zur Eröffnung des Festivals erinnert. Ministerpräsident Bodo Ramelow verwies als Schirmherr des Bundesfestivals anerkennend auf den Thüringer Beitrag »o_die_see«, in dem die Theater-AG des Osterlandgymnasiums Gera den uralten Mythos von den Irrfahrten des Odysseus in eindrucksvoller Weise auf aktuelle Lebensfragen hin befragte.

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Anhang

S.95 S.96–98 S.99 S.100–102 S.103 S.104–105 S.106 S.107–112 S.113–117 S.118–119 S.120–121 S.122–123

Fragebogen Klassen 1–4 Fragebogen Klassen 5–12 Fragebogen Projekttag Kinderuniversität Fragebogen Projektbegleiter Ausschreibung Projekttag Kinderuniversität Ausschreibung Mikroprojekte Evaluationsergebnisse | Prosodie.Sprache Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 Evaluationsergebnisse Klassen 1–4 Evaluationsergebnisse Projekttag Kinderuniversität Konzeptausschreibung

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↓ Fragebogen Klassen 1–4 | S.1–1

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↓ Fragebogen Klassen 5–12 | S.1–3

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↓ Fragebogen Klassen 5–12 | S.2–3

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↓ Fragebogen Klassen 5–12 | S.3–3

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↓ Fragebogen Projekttag Kinderuniversität | S.1–1

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↓ Fragebogen Projektbegleiter | S.1–3

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↓ Fragebogen Projektbegleiter | S.2–3

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↓ Fragebogen Projektbegleiter | S.3-3

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↓ Ausschreibung Projekttag Kinderuniversität | S.1–1

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↓ Ausschreibung Mikroprojekte | S.1–2

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↓ Ausschreibung Mikroprojekte | S.2–2

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↓ Evaluationsergebnisse | Prosodie.Sprache

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | S.1–6

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | S.2–6

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | S.3–6

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | S.4–6

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | S.5–6

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↓ Evaluationsergebnisse Projektbegleitende Thüringen | 6–6

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 | 1–5

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 | 2–5

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 | 3–5

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 | 4–5

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 5–12 | 5–5

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 1–4 | 1–2

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↓ Evaluationsergebnisse Klassen 1–4 | 2–2

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↓ Evaluationsergebnisse Projekttag Kinderuniversität | 1–2

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↓ Evaluationsergebnisse Projekttag Kinderuniversität | 2–2

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↓ Konzeptausschreibung | 1–2

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↓ Konzeptausschreibung | 2–2

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DANKESCHÖN!

Lehrplanentwicklung und Medien Dr. Andreas Jantowski, Martin Seelig, Rigobert Möllers und Ute Schumann Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen Nicole Schlabach

Die Landesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e. V. möchte sich für das besondere Engagement und die Unterstützung im Rahmen der Vorbereitung und Durchführung des »Schultheater der Länder« 2016 und seines Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR. SPRACHE« bedanken bei:

Stiftung Mercator Dr. Tobias Diemer und Viola Hilbing

Der Projektleitung: Uta Homberg, Björn Schorr und Leona Söhnholz

Christof Heinz | ART DES SEINS

Der Steuergruppe des SDL*16 und des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE«: Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport Virginie Klemm, Marcel Langner, Cornelia Nürnberger und Dr. Dr. hc. Christoph Werth, ThILLM Ulrich Mittelstädt, LAG Spiel und Theater in Thüringen e. V. Uta Homberg, Björn Schorr, Leona Söhnholz Allen Schülern, Lehrern, Projektpartnern und Schulen, die im Rahmen des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE« an den Mikroprojekten und dem Projekttag der Kinderuniversität teilgenommen und mitgewirkt haben. Den Projektpartnern des Begleitprogrammes »angesagt! KULTUR.SPRACHE«: Institut für Grundschulpädagogik Universität Erfurt Dr. Leonore Jahn, Antje Klahn und Dr. Monika Plath Theater Waidspeicher Erfurt e.V. Susanne Koschig, Melanie Czarnofske Den Vorsitzenden des BV.TS e.V. Ulrike Mönch-Heinz, Gunter Mieruch (Ansprechpartner während der Vorbereitung des SDL*16) Den Verantwortlichen der SDL*16-Fachtagung Sven Asmus, Max Weig Der Jury des SDL*16: Michael Assies, Susanne Blechschmidt, Stefanie Heiner, Viola Hilbing, Johanna Hitzek, Uta Homberg, Ulrich Mittelstädt, Ulrike Mönch-Heinz (Juryvorsitz), Heike Schade, Angelika Wiechmann, Tilmann Ziemke Den Unterstützern und Mitwirkenden des SDL*16: Den Spielleitern sowie allen Spielern der Teilnehmergruppen des SDL*16 Christian Stark, Rudolf Landsmann und den vielen Kollegen vom Theater Erfurt Thüringer Institut für Lehrerfortbildung,

Katrin Heinke, Felix Schwager und ihrer Festivalredaktion Vincent Kresse und der Social-Media-Gruppe Antje Siekierka und allen Scouts Alexander Schilling | Fehldruck GmbH Frank Röhrer und dem Filmteam, Landesfilmdienst Thüringen e. V. LANDSIEDEL I MÜLLER I FLAGMEYER GmbH 3K-Kunst, Kultur und Kommunikation e. V. Aramark GmbH art der stadt Gotha e. V. Bachmann Hotels Café Hilgenfeld IC-Hotel Erfurt Andreas Barthel und Roman Patuschka und der Jugendredaktion von Radio F.R.E.I Staatliches Schulamt Mittelthüringen Studierendenwerk Thüringen LAG Soziokultur Thüringen e.V. Bettina Rößger Teilnehmergruppen der Thüringer Schultheatertage 2016 Thüringer Staatskanzlei Den Organisatoren und Mitwirkenden der Eröffnungsveranstaltung: Vincent Kresse und Christine Schild für die Leitung der Eröffnungsveranstaltung und die Ausbildung und Begleitung des Schüler- Moderatorenteams

Maria Luisa Leypold und Michael Donth, den Maskottchen Rosi und Klaus Den Schülernachgesprächsleiterinnen Annegret Bauer, Susanne Blechschmidt, Anne Dünger und Stefanie Heiner Den Fachforenleitern Beatrice Baier, Thomas Erdmann, Gudrun Hennig, Eva-Maria Hoffmann, Julian Mende, Monika Molinski, Ede Müller, Susanne Oehmsen, Erik Raab, Ingund Schwarz, Thore Witthöft, Anja Umland Der „»Geheimen Dramaturgischen Gesellschaft« mit dem Basislager Rafael Ecker, Jonas Feller, Constantin Krell, Vincent Kresse, Wilhelm Werner Wittig und den Schüler-Nachgesprächsleitern Den Fachberatern Steffen Adam, Silke Bernhardt, Monika Machoy, Dagmar Nicklich, Heike Scherre, Sabine Steiner Dem Vorstand der LAG Spiel und Theater in Thüringen e.V. Werner Brunngräber, Timo Bamberger, Steffen Adam, Susanne Thiele, Doreen Kneisel Sowie: Steffen Adam, Imke Bachmann, Timo Bamberger, Silke Bernhardt, Peter Blüher und seinem Team vom »1894. Das Restaurant im Theater«, Werner Brunngräber, Dr. Ute Lemm, Iris Eisermann, Diana Floetenmeyer, Antje Gebauer, Carmen Grunwald, Friederike Günther, Jacob Schröter, Boris Hajdukovic, Stefanie Heiner, Benjamin Heinz, Mike Heyer, Andreas Homberg, Andreas Müller, Doreen Kneisel, Clemens Krause, Monika Machoy, Paul-Ruben Mundthal, Dagmar Nicklich, Christiane Pesendorfer, Frieda Pirnbaum, Kathrin Pulow, Patrick Richter, Heike Scherre, Simon Schneider, Thomas Schmidt, Ralf Seifert, Sabine Steiner, Susanne Thiele, Katrin Vogel, Ute Wittig und allen Mitgliedern der LAG Spiel und Theater in Thüringen e.V.

Allen Schüler-Moderatoren des SDL*16 Allen Sängerinnen und Sänger und der Leitung des Jugendchors des Schola Cantorum e. V. Den Mitwirkenden des Rahmenprogramms: Theater »die SCHOTTE e. V.« Uta Wanitschke und Dr. Andreas Ittner und allen »ziemlich besten Freunden« Andreas Schulze Steffi König Angelika Wiechmann und dem Kurs »Darstellen und Gestalten« Kl.12 des GutenbergGymnasiums Erfurt Franziska Schnauß, Robert Kriesche und Michael Ritzmann sowie allen weiteren Helfern im Heizwerk Johannes Geiser Improtheater-Gruppe Teatra Pak, Theater »die SCHOTTE e. V.« Werner Brunngräber 126

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Unter dem Motto »Theater.Sprache« gastierte 2016 das Bundesfestival »Schultheater der Länder« im Freistaat Thüringen. Das Theaterspiel besitzt eine große Bedeutung für die Herausbildung einer positiven Selbstwirksamkeitserwartung von Kindern und Jugendlichen und unterstützt inklusives Handeln und demokratische Aushandlungsprozesse in der Gruppe. Deshalb wurde es zum Ausgangspunkt für ein umfangreiches Begleitprogramm genommen, in dem diese Möglichkeiten unter der Überschrift »angesagt! KULTUR.SPRACHE« thematisch und inhaltlich erweitert wurden. Die vorliegende Publikation gibt einen Überblick über die Planung und Durchführung des SDL*16 und seines Thüringer Begleitprogrammes. Hier wurden niederschwellige kulturelle Vermittlungsformate wie Kinderuniversität und Mikroprojekte in Thüringer Schulen erstmalig in dieser Breite erprobt. Die Durchführung dieser Projekte wurde systematisch evaluiert. Die Ergebnisse werden in dieser Publikation vorgestellt sowie ein Ausblick auf die mögliche Weiterentwicklung schulkultureller Arbeit gegeben.

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Angesagt!  

Das Bundesfestival Schultheater der Länder 2016 und sein Thüringer Begleitprogramm

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