Halbjahresbericht 2022

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2022


GRUPPENBERICHT

Deutlich besseres Betriebsergebnis im ersten Halbjahr 2022 Die Metall Zug Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2022 einen Nettoerlös von CHF 324.4 Mio. (Vorjahr: CHF 302.8 Mio.). Dies entspricht einer Steigerung von 7.1 %. Das Betriebsergebnis (EBIT) des ersten Halbjahres 2022 lag bei CHF 23.5 Mio. (Vorjahr: CHF 16.9 Mio.). Das Finanzergebnis belief sich auf CHF 2.2 Mio. (Vorjahr: CHF 12.9 Mio.) und das Konzernergebnis auf CHF 19.1 Mio. (Vorjahr: CHF 26.4 Mio.).

Sehr geehrte Aktionärin Sehr geehrter Aktionär Im ersten Halbjahr 2022 erzielte die Metall Zug Gruppe einen Nettoerlös von CHF 324.4 Mio. (Vorjahr: CHF 302.8 Mio.). Unter Berücksichtigung der Devestitions- und Akquisitionseffekte von CHF – 2.9 Mio. (– 1.0 %) sowie des Währungseffektes von CHF – 0.7 Mio. (– 0.2 %) entspricht dies einem organischen Wachstum von 8.3 %. Ein hoher Auftragsbestand per 31. Dezember 2021 sowie der anhaltend starke Auftragseingang im ersten Halbjahr 2022 führten zu diesem Wachstum. Die Herausforderungen auf der Beschaffungsseite mit teilweise nicht verfügbaren Komponenten, verbunden mit steigenden Rohmaterial-, Energie- und Frachtpreisen sowie knappen Frachtkapazitäten, blieben jedoch bestehen. Politische Verwerfungen, die hohe Inflation und teilweise Verzögerungen bei der Wirkung von verkaufsseitigen Preiserhöhungen prägten das wirtschaftliche Umfeld der Metall Zug Gruppe. Der EBIT betrug in der Berichtsperiode CHF 23.5 Mio. und liegt damit deutlich über dem Vorjahr (Vorjahr: CHF 16.9 Mio.). Der EBIT wurde vor allem durch eine im Vergleich zum Vorjahr markante Steigerung in den Geschäftsbereichen Wire Processing (um CHF 7.0 Mio.) und Medical Devices (um CHF 4.7 Mio.) positiv beeinflusst. Der operative Cashflow fiel im ersten Halbjahr 2022 mit CHF – 13.4 Mio. (Vorjahr: CHF 33.3 Mio.) trotz des verbesserten EBIT negativ aus. Dies ist hauptsächlich auf die höheren Lagerbestände, insbesondere Waren in Arbeit und Material zur Sicherstellung der Produktion, zurückzuführen.

Das Finanzergebnis betrug CHF 2.2 Mio. (Vorjahr: CHF 12.9 Mio.) und enthält das anteilige Konzernergebnis der V-ZUG Gruppe, an welcher Metall Zug eine Beteiligung von rund 30 % hält. Das Konzernergebnis sank auf CHF 19.1 Mio. (Vorjahr: CHF 26.4 Mio.). Die Nettoliquidität (Flüssige Mittel und Wertschriften abzüglich kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten) betrug per 30. Juni 2022 CHF 26.4 Mio. Sie lag damit nach der Ausschüttung der Bardividenden von insgesamt CHF 17.2 Mio. um CHF 51.3 Mio. tiefer als am 31. Dezember 2021 (CHF 77.7 Mio.). Die Abnahme resultierte vor allem aus höheren Investitionen in Bauprojekte, dem bereits erwähnten Aufbau des Nettoumlaufvermögens sowie der Akquisition der restlichen Minderheitsanteile der adaptronic Prüftechnik GmbH. Die Metall Zug Gruppe verfügt über eine solide Bilanz mit einem Eigenkapital von CHF 506.2 Mio. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 67.6 %. Infection Control: Auslieferungsschwierigkeiten im Equipment-Geschäft belasten Nettoerlös und EBIT Der Geschäftsbereich Infection Control (Belimed Gruppe) erreichte einen Nettoerlös von CHF 73.1 Mio., der 6.7 % unter dem Vorjahresniveau (CHF 78.3 Mio.) liegt. Der positive Fremdwährungseinfluss betrug insgesamt CHF 0.4 Mio. Der Vorjahresumsatz enthielt das Servicegeschäft für Belimed Life Science Kunden (CHF 6.0 Mio.). Anfang dieses Jahres wurde dieses Servicegeschäft an Belimed Life Science (Berichtssegment Andere) übertragen. Bereinigt um diese Effekte hat sich der Umsatz stabil zum Vorjahr entwickelt.

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GRUPPENBERICHT

Das Equipment-Geschäft ist weiterhin von den Lieferengpässen wichtiger Komponenten sowie fehlenden Transportkapazitäten betroffen. Dies resultierte sowohl bei Belimed als auch bei den Kunden in Projektverzögerungen und somit zu einer Verschiebung geplanter Umsätze, was zu einem Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr führte. Unter Berücksichtigung des weggefallenen Umsatzes des Servicegeschäftes für Belimed Life Science Kunden entwickelte sich der Umsatz im Segment Service positiv, trotz der problematischen Ersatzteilsituation und der Corona-Restriktionen in China. Der Umsatz aus «Belimed Prevent»-Serviceverträgen, welche dem Kunden langfristige Servicesicherheit und tiefere Total Cost of Ownership (TCO) ermöglichen, konnte um 18 % gesteigert werden. Das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien zeigte einen positiven Trend, vor allem in den Distributorenmärkten und in China. Um den Bereich Consumables weiter zu stärken und strategisch zu erweitern, hat Belimed im Juli das Unternehmen Amity (Barnsley, UK) übernommen. Amity ist ein Anbieter von enzymatischen und chemischen Reinigungsmitteln primär im Segment Medizinprodukte. Die Produkte von Amity ergänzen das Angebot von Belimed ideal und eröffnen neue, stabile Absatzkanäle mit starkem Margenpotential. Ebenfalls erfreulich entwickelte sich der Auftragseingang im noch kleinen Segment Digitalisierung. Bei der Umsetzung besteht jedoch die Herausforderung, dass Spitäler die erforderliche IT-Infrastruktur für die Cloud-Integration nur langsam zur Verfügung stellen können. Belimed entwickelt ihre im Vorjahr eingeführten digitalen Lösungen (SmartHub Orbit und SmartHub 2.0 Connect) kontinuierlich weiter. Der EBIT liegt mit CHF – 4.6 Mio. im 1. Halbjahr 2022 unter Vorjahresniveau (Vorjahr: CHF – 2.1 Mio.) und enthält den positiven Einmaleffekt aus der Auflösung einer nicht mehr benötigten Rückstellung für einen Rechtsfall im Umfang von CHF 1.6 Mio. Verantwortlich für den EBIT-Rückgang sind vor allem die im Vergleich zum 1. Halbjahr 2021 niedrigeren ­Nettoerlöse als Folge des Wegfalls des Umsatzanteils des Servicegeschäfts für Belimed Life Science Kunden. Der dazugehörige EBIT-Beitrag des Vorjahres lag bei CHF 2.4 Mio. Höhere Material- sowie Frachtkosten führten zu geringeren Bruttogewinnmargen. Preiserhö-

hungen bei den Produkten und Dienstleistungen von Belimed und Kosteneinsparungen in dem Bereich Sales & Marketing konnten die Mehrkosten nur teilweise kompensieren. Im Equipment-Geschäft zeigen Preiserhöhungen aufgrund der langen Durchlaufzeiten der Projekte erst zeitverzögert Wirkung. Massnahmen zur Optimierung der Lieferkette wurden umgesetzt und beginnen Wirkung zu zeigen. Medical Devices: Steigerung des Nettoerlöses und kräftige EBIT-Zunahme Der Geschäftsbereich Medical Devices (Haag-Streit-Gruppe) erzielte im 1. Halbjahr 2022 einen im Vorjahresvergleich höheren Nettoerlös von CHF 105.9 Mio. (Vorjahr: CHF 101.5 Mio.). Bereinigt um den Einfluss von Währungseffekten von – 0.2 % und dem Effekt aus der Veräusserung von IPRO von – 3.7 % betrug das organische Umsatzwachstum 8.1 %. Momentan präsentiert sich die Situation auf den Absatzmärkten Europa und USA erfreulich. Dies spiegelt sich nicht nur in einem stark gestiegenen Auftragseingang, sondern vor allem auch in einem höheren Umsatz wider. Grösster Wachstums­ treiber im Vergleich zum Vorjahr war der Bereich Diagnostics und dabei insbesondere der Markt USA. In Kombination mit Geräten für die Diagnostik konnte auch der Verkauf von Untersuchungseinheiten (Instrumententische und Stühle) von Haag-Streit USA deutlich gesteigert werden. Der weltweite Fachkräftemangel stellt derzeit eine Herausforderung dar. Offene Positionen führen zu Projektverzögerungen im Bereich R&D und zu Kapazitätsengpässen in der Produktion. Als Folge kommt es teilweise zu längeren Lieferfristen für die Kunden. Der EBIT betrug im ersten Halbjahr CHF 18.4 Mio. (Vorjahr: CHF 13.7 Mio.). Neben der nach wie vor positiven Entwicklung von Auftragseingang und Umsatz gelang es Haag-Streit auch, die Bruttogewinnmarge im ersten Halbjahr 2022 zu steigern. Zudem enthält der EBIT einen ausserordentlichen ­Beitrag aus der Teilauflösung einer Rückstellung für Vorsorgeverpflichtungen bei einer Tochtergesellschaft in Gross­britannien in der Höhe von CHF 2.5 Mio. In der Berichtsperiode des Vorjahres enthielt der EBIT in diesem Zusammenhang ebenfalls einen Ertrag in der Höhe von CHF 3.7 Mio., sodass die um diese Effekte bereinigte Steigerung des EBIT 60.0 % beträgt.

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GRUPPENBERICHT

Haag-Streit richtet sich im Bereich Surgical strategisch neu aus und konzentriert sich zukünftig vollständig auf ihr Kerngeschäft, die Ophthalmologie. Die damit verbundene ­Reorganisation der Haag-Streit Surgical GmbH & Co. KG in Wedel, Deutschland, welche auch Operationsmikroskope für andere Bereiche herstellte, verläuft nach Plan. Die Weiterentwicklung des heutigen «Flagship» in der Mikroskopie, des Hi-R NEO 900, sowie die Entwicklung des digitalen Mikro­ skops schreiten ebenfalls planmässig voran. Mit dem Eyestar 900 hat Haag-Streit ein neues Kapitel in der Messung, Bildgebung und Diagnose des menschlichen Auges aufgeschlagen. Das erste spezifische Software-Modul zum Eyestar 900, die «Anterior Chamber Suite», konnte erfolgreich im Markt platziert werden. Die neu eingeführte Organisationsstruktur zeigt erste Erfolge in der gruppenübergreifenden Zusammenarbeit. Wire Processing: Markanter Anstieg des Nettoerlöses und des EBIT Der Nettoerlös des Geschäftsbereichs Wire Processing (Schleuniger Gruppe) lag nach den ersten sechs Monaten 2022 bei CHF 117.0 Mio. (Vorjahr: CHF 98.8 Mio.), was einen Anstieg gegenüber der Vorjahresperiode von 18.4 % darstellt. Bereinigt um den Einfluss von Währungseffekten von – 1.0 % und Akquisitionseffekten von 0.8 % betrug das organische Umsatzwachstum 18.6 %. Der deutliche Anstieg des Auftragseingangs war weiterhin getrieben von den beiden Megatrends E-Mobilität (Hochvoltkabel) und autonomes Fahren (Datenkabel). Diese führen zu einem zunehmenden Bedarf nach qualitativ anspruchsvolleren Kabeln in Bezug auf Sicherheit bei Hoch­volt­anwen­ dungen, höhere Übertragungsraten mit kleineren Toleranzen bei Datenkabeln sowie Miniaturisierung. Verstärkend wirkten sich die stark steigenden Stückzahlen dieser Kabel und somit der Anspruch nach einem höheren Automatisierungsgrad der Produktionsprozesse bei den Kunden aus. Aber auch die Standardmaschinen, das Kerngeschäft von Schleuniger, wurden vermehrt nachgefragt. Zudem mussten Kunden innerhalb kürzester Zeit Produktionskapazitäten in anderen Ländern aufbauen, um jene in der Ukraine zu ersetzen, was bei Schleuniger zu einem erhöhten Auftragseingang führte.

Herausfordernd bei der Abarbeitung des hohen Auftragsbestandes zeigt sich auch bei Schleuniger die angespannte Lieferketten-Situation auf der Produktionsseite. Schleuniger hat stark in das Nettoumlaufvermögen investiert, besonders im Bereich des Lagers, um die Verfügbarkeit von Elektronik- und anderen strategischen Komponenten zu erhöhen und so den Kundenbedürfnissen besser gerecht zu werden. Mit CHF 13.7 Mio. stieg der EBIT im Vergleich zur Vorjahresperiode (CHF 6.7 Mio.) markant. Grund hierfür sind nicht nur der höhere Nettoerlös, sondern auch der günstige Produktmix, der dank einem überdurchschnittlichen Anteil an Umsätzen mit Standardmaschinen und im Bereich Testing zu attraktiveren Bruttogewinnmargen führte. Tiefere funktionale Kosten in den Bereichen Marketing und Administration wirkten sich zusätzlich positiv auf das Ergebnis aus. Produktseitig hat Schleuniger mit ihrer Transfer Line Family S50 den diesjährigen iF Design Award, einen der renommiertesten Designpreise der Welt, in der Kategorie «Industry / Tools» gewonnen. Die modulare und skalierbare Anlage bietet zahlreiche Innovationen: Verbesserungen der Ergonomie der Montage, der Zugänglichkeit zur Maschine, des Werkzeugträgerkonzepts mit Einschub- und Entnahmemechanismus sowie der Bedienoberfläche sind nur einige davon. Im Zusammenhang mit der Quasi-Fusion zwischen der Schleuniger Gruppe und der Komax Gruppe hat die Generalversammlung der Komax Holding AG am 13. April 2022 der Kapitalerhöhung zugestimmt, um 1 283 333 neue Aktien für die Metall Zug AG zu schaffen. Künftig wird die Metall Zug AG einen Anteil von 25 % an der Komax Holding AG halten. Die Freigaben der zuständigen Wettbewerbsbehörden wurden erteilt, sodass der Vollzug des Zusammenschlusses für den 30. August 2022 geplant ist. Technologiecluster & Infra: Entwicklung des Tech Clusters Zug nimmt Fahrt auf Der EBIT des Geschäftsbereichs Technologiecluster & Infra für das erste Halbjahr 2022 betrug CHF 1.0 Mio. und liegt damit über dem Vorjahreswert (CHF 0.4 Mio.). Grund hierfür sind hauptsächlich tiefere Kosten für Gebäudeschadstoff- und Bodensanierungen.

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GRUPPENBERICHT

Die laufenden Projekte auf dem Tech Cluster Zug entwickeln sich weiterhin sehr dynamisch. So haben die Bauabnahmen des Mobility Hub Zug Nord mit 595 Parkplätzen und Gewerbeflächen im Erdgeschoss stattgefunden und die Übergaben an die Mieter sind erfolgt. Im Juni fand im Rahmen eines Quartierfestes die Eröffnung statt. Die Gewerbeflächen sind voll vermietet und bezogen. Auch die lebende, 25 Meter hohe Skulptur Semiramis, bestehend aus fünf bepflanzten Holzschalen, die an der ETH Zürich per Roboter gefertigt wurden, ist vollendet und wurde im Juli im Rahmen einer Vernissage präsentiert. Die Innenausbauarbeiten für Westhive, einen Anbieter flexibler Workspaces, im ehemaligen Ersatzteillager von V-ZUG sind abgeschlossen. Anfang August wurden die Räumlichkeiten im Grund- und Mieterausbau an die Mieterin Westhive übergeben. Die offizielle Eröffnung der über 2 000 Quadratmeter grossen Bürofläche soll schliesslich am 1. September 2022 erfolgen. Der Multi Energy Hub soll im Herbst in Betrieb genommen werden. Als Energiequellen werden Sonnenenergie, Abwärme, Grundwasser und Seewasser genutzt. Damit kann das gesamte Areal des Tech Cluster Zug, inklusive weiterer bis dahin angeschlossener Drittkunden, auf die Heizperiode 2022 / 2023 CO 2 -neutral mit Wärme, Kälte, Strom, Kommunikation und Infrastruktur für Elektromobilität versorgt werden. Der CreaTower I auf dem Areal des Tech Cluster Zug soll als Hauptsitz für die VZ Depotbank dienen. Diese beabsichtigt, das Gebäude nach der Fertigstellung im Edelrohbau oder Vollausbau zu erwerben. Das Konkurrenzverfahren wurde durchgeführt und das Projekt von Gigon Guyer ausgewählt. Mit einer speziell gewölbten Deckentechnik soll der Betonbedarf um einen Drittel reduziert werden. Das Gebäude wird voraussichtlich 2026 fertiggestellt werden. Ab Ende 2025 / Anfang 2026 soll das Gebäude SHL-Südtor als neuer Hauptsitz der SHL Medical AG bezogen und die Produktion durch SHL Medical aufgenommen werden. Die ursprünglich vorgeschlagene reine Holzbauweise wurde an die verän-

derten Anforderungen angepasst und durch einen hybriden Holz-Beton-Bau ersetzt. Um die ambitionierten Terminziele zu erfüllen, sollen erste Vorbereitungsarbeiten für Bauplatzinstallationen, Rückbau und Altlastensanierung ab November 2022 beginnen. Der Baustart ist für September 2023 geplant. H2@MZ Mit dem neu gegründeten «Verein zur Dekarbonisierung der Industrie» wird ein innovatives Wasserstoff-Projekt auf dem Areal Tech Cluster Zug vorangetrieben werden. Mitglieder des Vereins sind, neben der Metall Zug AG und der Tech Cluster Zug AG, auch die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) sowie namhafte Unternehmen, wie AMAG, AVAG, Holcim, Partners Group, Siemens, Sika, VZ Depotbank und V-ZUG. Die Vereinsmitglieder haben mehr als CHF 8 Mio. in Geld- und Eigenleistungen für das Forschungsprojekt in Aussicht gestellt, um neuartige Ansätze zur industriellen Herstellung von Wasserstoff entwickeln zu können. Dabei soll in dem Verfahren der Pyrolyse Methan (aus Bio- oder Erdgas) in einem Reaktor stark erhitzt und in Wasserstoff und Kohlenstoff aufgespalten werden. Im Gegensatz zur bisherigen industriellen Wasserstofferzeugung entsteht dabei kein CO 2 als Nebenprodukt, sondern fester (pulverförmiger) Kohlenstoff, der als Ressource potentiell in der Bau- und Landwirtschaft weiterverwendet werden soll. Das Verfahren befindet sich aktuell noch im Prototyp-Status und soll mit dem vorliegenden Projekt als Demonstrator einen Schub hin zu einer Standardisierung erfahren. Damit wird ein konsequenter Schritt gemacht, um industrielle Hochtemperaturprozesse als drittgrössten Energieverbraucher bei einer Vielzahl von Industrieunternehmen zu dekarbonisieren. Nebst der Verwendung von pyrolytisch erzeugtem Wasserstoff als Brennstoff für die nahen industriellen Hochtemperaturprozesse soll in einem separaten Projekt auf dem Areal des Tech Clusters Zug ebenfalls der Antrieb von Transportfahrzeugen dekarbonisiert werden. Dazu ist hochreiner Wasserstoff notwendig, der mit dem Elektrolyse-Verfahren aus erneuerbarem Strom produziert werden soll. Beide Anlagen sollen 2024 den Betrieb aufnehmen.

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GRUPPENBERICHT

Berichtssegment Andere Im Berichtssegment Andere sind Belimed Life Science, die Gehrig Group AG und Corporate (die Metall Zug AG) zusammengefasst. Das Berichtssegment erzielte im ersten Halbjahr 2022 einen Nettoerlös von CHF 33.8 Mio. (Vorjahr: CHF 27.9 Mio.) und einen EBIT von CHF – 5.0 Mio. (Vorjahr: CHF –1.8 Mio.). Belimed Life Science erzielte im 1. Halbjahr 2022 einen deutlich höheren Auftragseingang. Trotz dieses erfreulichen Auftragseingangs und des zusätzlichen Umsatzes aus der Übernahme des Servicegeschäfts für Life Science Kunden liegt der Nettoerlös im 1. Halbjahr 2022 unter den Erwartungen, jedoch über dem Vorjahr. Die schlechte Verfügbarkeit von mechanischen und elektronischen Komponenten sowie von Rohmaterialien hatte auch bei Belimed Life Science einen negativen Einfluss auf die Fertigstellung der Anlagen. Ressourcenengpässe im Engineering führten zusätzlich zu verspäteten Freigaben, welche sich in der aktuellen Beschaffungssituation verstärkt negativ auswirkten. Hinzu kamen aber auch kundenseitige Verschiebungen. Ein Grossteil der Projekte kann somit erst im zweiten Halbjahr 2022 ausgeliefert und fakturiert werden. Auch das margenträchtige Retrofit-Geschäft ist von den gegebenen Rahmenbedingungen negativ beeinflusst. Aufgrund des niedrigen Umsatzniveaus, der gestiegenen Kosten im Zusammenhang mit dem Aufbau der Service-Organisation und der erwähnten Beschaffungsproblematik liegt der EBIT in der ersten Jahreshälfte trotz des erstmaligen Beitrags aus dem Servicegeschäft im negativen Bereich. Personelle Massnahmen wurden getroffen, um die Arbeitsspitzen im zweiten Halbjahr 2022 aufzufangen und den Output zu erhöhen. Auf die gestiegenen Kosten musste Belimed Life Science mit Preiserhöhungen reagieren. Bei der Gehrig Group AG, die professionelle Küchenlösungen für die Gastronomie und Spitäler anbietet, waren die ersten beiden Monate des Jahres 2022 noch geprägt von den restriktiven Massnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 in der Schweiz. Nach der Aufhebung jeglicher Restriktionen war ab März eine gestiegene Kundenfrequenz in Hotels und Restaurants feststellbar. Dies resultierte in einem im Vergleich zur Vorjahresperiode höheren Nettoerlös. Es gelang Gehrig zudem, den Umsatz im Kerngeschäft «Spülen» nahezu zu verdoppeln und das Geschäft mit Chemikalien auszubauen. Trotz einer günstigeren Umsatzentwicklung erreichte der EBIT die Gewinnzone nicht. Gründe hierfür waren unter anderem hohe

Kosten für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Einkaufspreiserhöhungen wurden, soweit möglich, an die Kunden weitergegeben. Starke Industriegruppe mit führenden Positionen in attraktiven Märkten Metall Zug hält ein interessantes Portfolio von technologisch starken Unternehmen mit überdurchschnittlichem Wachstums- und Wertschöpfungspotenzial und wird nach dem Vollzug der Quasi-Fusion von Schleuniger und Komax im Wesentlichen im Markt Medizinaltechnik tätig sein. Mit Haag-Streit, Belimed Infection Control und Belimed Life Science ist Metall Zug in den entsprechenden Marktsegmenten durch starke Marken, führende Produkte und Dienstleistungen, starke Kundenbeziehungen sowie Möglichkeiten in Bezug auf digitale Geschäfte und Prozesse gut positioniert. Mit dem Tech Cluster Zug verfügt Metall Zug zudem über ein Areal von knapp 60 000 m2 als starkes Standbein in der Stadt Zug. Metall Zug will dieses Entwicklungspotential über die nächsten Jahre mit innovativen und nachhaltigen Immobilienund Infrastrukturprojekten erschliessen. Durch die strategische Beteiligung in Höhe von rund 30 % an der V-ZUG Holding AG profitiert die Metall Zug zusätzlich vom Potenzial von V-ZUG. Mit dem am 9. Februar 2022 kommunizierten Zusammenschluss von Schleuniger und Komax wurde ein weiterer Meilenstein der Strategieumsetzung eingeleitet. Metall Zug plant auch hier, als Ankeraktionär langfristig eine Beteiligung von 25 % zu halten und an der weiteren Wertentwicklung des zusammengeführten Unternehmens zu partizipieren. Aufgrund der Ergebnisse im ersten Halbjahr 2022 und des hohen Auftragsbestands gehen wir von einer erfreulichen Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr aus, vorausgesetzt, dass sich das für die Metall Zug Gruppe relevante wirtschaftliche und politische Umfeld nicht verschlechtert. Zu berücksichtigen ist, dass die Schleuniger Gruppe voraussichtlich bis am 31. August 2022 in der Konzernrechnung der Metall Zug Gruppe vollkonsolidiert wird. Ab dem 1. September 2022 wird der Anteil der Metall Zug AG am Konzernergebnis der Komax Gruppe im Finanzergebnis ausgewiesen. Martin Wipfli Präsident des Verwaltungsrates

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FINANZBERICHT

Konzernerfolgsrechnung

in 1 000 CHF Nettoerlös Kosten der verkauften Produkte und Dienstleistungen Bruttogewinn in % des Nettoerlöses

1. HJ 2022

1. HJ 2021

324 445

302 833

– 203 845

– 189 364

120 600

113 469

37.2 %

37.5 %

Marketing- und Vertriebsaufwand

– 39 916

– 38 820

Forschungs- und Entwicklungsaufwand

– 30 085

– 28 654

Administrationsaufwand

– 34 647

– 35 226

Andere betriebliche Erträge

7 897

6 267

Andere betriebliche Aufwände

– 348

– 117

23 501

16 919

7.2 %

5.6 %

Betriebsergebnis (EBIT) in % des Nettoerlöses Finanzertrag Finanzaufwand Ergebnis assoziierte Gesellschaften Finanzergebnis

5 104

4 495

– 4 574

– 4 427

1 677

12 862

2 207

12 930

Ergebnis vor Steuern

25 708

29 849

Steuern

– 6 628

– 3 447

Konzernergebnis1)

19 080

26 402

5.9 %

8.7 %

14 719

22 292

4 361

4 110

in % des Nettoerlöses Konzernergebnis zurechenbar an: – Aktionäre der Metall Zug AG – Minderheiten Konzernergebnis pro Namenaktie Serie A (in CHF)

3.28

4.97

Konzernergebnis pro Namenaktie Serie B (in CHF)

32.84

49.73

Mitarbeitende (FTE)

3 410

3 248 2)

1)

I m Unterschied zum Bericht der Vorjahresperiode wird das Konzernergebnis inklusive Minderheitsanteile ausgewiesen. Das den Minderheiten und den Aktionären der Metall Zug AG zurechenbare Konzernergebnis wird neu als zusätzliche Information aufgeführt.

2)

emporäre Einflüsse durch Kurzarbeit und weitere Personalmassnahmen aufgrund von COVID-19 sind in der vollzeitäquivalenten Anzahl Mitarbeitende (FTE) T berücksichtigt.

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FINANZBERICHT

Konzernbilanz Aktiven in 1 000 CHF Flüssige Mittel Wertschriften Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Andere Forderungen Warenvorräte

30.06.2022

31.12.2021

49 398

81 548

852

295

106 435

111 072

21 100

16 339

204 459

152 771

Zur Veräusserung erstellte Anlagen im Bau

13 959

9 977

Aktive Rechnungsabgrenzungen

12 260

6 857

408 463

378 859

Umlaufvermögen Unbebaute Grundstücke

2 463

2 348

Grundstücke und Bauten

143 582

122 759

Technische Anlagen und Maschinen Anzahlungen und Anlagen im Bau Übriges Sachanlagevermögen

14 449

15 051

9 872

27 127

8 047

8 065

Sachanlagen

178 413

175 350

Assoziierte Gesellschaften

137 467

135 820

Aktiven aus Arbeitgeberbeitragsreserven Übrige Finanzanlagen Finanzanlagen Software Übrige Immaterielle Anlagen Immaterielle Anlagen

9

0

12 207

11 610

149 683

147 430

12 451

13 979

10

10

12 461

13 989

Anlagevermögen

340 557

336 769

Total Aktiven

749 020

715 628

30.06.2022

31.12.2021

Passiven in 1 000 CHF Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

20 495

363

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

27 519

29 176

Andere kurzfristige Verbindlichkeiten

78 568

57 377

Passive Rechnungsabgrenzungen

66 292

53 438

Kurzfristige Rückstellungen Kurzfristiges Fremdkapital Langfristige Finanzverbindlichkeiten Andere langfristige Verbindlichkeiten Langfristige Rückstellungen Langfristiges Fremdkapital Fremdkapital Aktienkapital Kapitalreserven

17 290

21 136

210 164

161 490

3 383

3 804

7 470

7 714

21 779

26 430

32 632

37 948

242 796

199 438

11 250

11 250

349 003

349 003

Eigene Aktien

– 6 027

– 6 027

Gewinnreserven

89 567

96 718

Minderheiten

62 431

65 246

Eigenkapital

506 224

516 190

in % der Bilanzsumme (Eigenkapitalquote) Total Passiven

67.6 %

72.1 %

749 020

715 628

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FINANZBERICHT

Konzerngeldflussrechnung

in 1 000 CHF Konzernergebnis Nettofinanzergebnis (ohne Ergebnis assoziierte Gesellschaften) Ergebnis assoziierte Gesellschaften Verlust/Gewinn aus Veräusserung von Anlagevermögen Abschreibungen Veränderungen Rückstellungen netto

1. HJ 2022

1. HJ 2021

19 080

26 402

– 530

– 68

– 1 677

– 12 862

88

– 38

8 497

8 607

– 7 483

– 5 235

Ertragssteuern

6 628

3 447

Übrige nicht liquiditätswirksame Positionen1)

2 134

– 1 479

Veränderung Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Veränderung Andere Forderungen und Aktive Rechnungsabgrenzungen Veränderung Warenvorräte

6 145

3 121

– 9 906

– 3 436

– 54 876

– 21 894

Veränderung Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

– 2 162

5 681

Veränderung Andere kurzfristige Verbindlichkeiten und Passive Rechnungsabgrenzungen

26 123

33 150

Bezahlte Zinsen Bezahlte Steuern

– 41

– 58

– 5 445

– 2 079

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

– 13 425

33 259

Investitionen in Sachanlagen2)

– 12 885

– 10 880

Investitionen in Finanzanlagen

– 109

– 50

Investitionen in Immaterielle Anlagen

– 887

– 910

– 7 740

0

Devestitionen von Sachanlagen

165

1 565

Devestitionen von Finanzanlagen

470

450

Investitionen in Gruppengesellschaften, abzüglich erworbener flüssiger Mittel3)

Devestitionen von Immateriellen Anlagen

0

1

Erhaltene Zinsen

13

17

Erhaltene Dividenden

36

0

– 20 937

– 9 807

Geldfluss aus Investitionstätigkeit Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten Dividende an Aktionäre der Metall Zug AG Dividenden an Minderheiten Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Umrechnungsdifferenzen Veränderung Fonds «Netto-Flüssige Mittel»

– 376

– 140

– 13 448

– 7 621

– 3 787

– 216

– 17 611

– 7 977

– 309

2 659

– 52 282

18 134

1)

ie Übrigen nicht liquiditätswirksamen Positionen stehen wie im Vorjahr im Wesentlichen im Zusammenhang mit der Veränderung der Lager- und DebitorenD wertberichtigung.

2)

D ie Investitionen in Sachanlagen des 1. Halbjahres 2022 enthalten Investitionen in Zur Veräusserung erstellte Anlagen im Bau im Umfang von TCHF 1 462.

3)

ie Position Investitionen in Gruppengesellschaften, abzüglich erworbener flüssiger Mittel, des ersten Halbjahres 2022 resultiert aus dem Erwerb der restliD chen Minderheitsanteile von 40% an der adaptronic Prüftechnik GmbH, Wertheim (DE). Per 30. Juni 2022 besteht in diesem Zusammenhang eine noch nicht liquiditätswirksame Kaufpreisverpflichtung im Umfang von TCHF 3 906.

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FINANZBERICHT

Eigenkapitalnachweis

in 1 000 CHF

Aktien-

Kapital-

Eigene

kapital reserven

Aktien

Einbe­ Verrechhaltene

neter

Gewinne

Goodwill1)

Bestand 01.01.2021

11 250

349 004

– 6 027

Bardividende

491 952

– 414 214

– 683

rechnungseffekte Konzernergebnis

Minder-

Eigen­

heits-

kapital

exkl.

anteile

Wäh- reserven

11 250

349 004

– 6 027

diffe-

heits-

renzen

anteile

– 13 719

4 072

Bestand 01.01.2022

11 250

349 003

– 6 027

505 940

– 414 214

– 9 647

525 775

– 416 380

– 12 677

Bardividende

– 13 448

Kauf von Minderheiten

– 7 777

Übriges

Minder-

rungs­

22 292

Bestand 30.06.2021

64 019

418 246

64 648

482 894

– 7 621

– 7 621

– 216

– 7 837

3 389

3 389

578

3 967

22 292

22 292

4 110

26 402

82 079

436 306

69 120

505 426

96 718

450 944

65 246

516 190

– 13 448

– 13 448

– 3 787

– 17 235

– 8 194

– 8 194

– 3 452

– 11 646

11

11

– 239

– 239

– 239

14 719

14 719

4 361

19 080

– 13 333

89 567

443 793

62 431

506 224

– 417

11

Währungsumrechnungseffekte Konzernergebnis

1)

Eigenkapital

– 7 621

Währungsum ­­-

Bestand 30.06.2022

Total

lierte Gewinn-

Kumu­

14 719 11 250

349 003

– 6 027

519 280

– 416 380

11 63

– 176

errechneter Goodwill enthält den den Aktionären der Metall Zug AG zugeteilten Goodwill, welcher direkt mit dem Eigenkapital verrechnet wurde. Der den V Minderheiten zugeteilte Goodwill ist in den Minderheitsanteilen inkludiert und beläuft sich unverändert zum 31. Dezember 2021 auf TCHF 3 678 (30. Juni 2021: TCHF 4 594).

Segmentinformationen Nach Geschäftsbereichen Nettoerlös in 1 000 CHF

Betriebsergebnis

EBIT in %

(EBIT)

des Nettoerlöses

1. HJ 2022

1. HJ 2021

1. HJ 2021

1. HJ 2022

1. HJ 2021

Infection Control

73 094

78 345

– 4 6311)

– 2 110

– 6.3 %

– 2.7 %

Wire Processing

116 973

98 819

13 678

6 707

11.7 %

6.8 %

Medical Devices

105 865

101 481

18 428 2)

13 6822)

17.4 %

13.5 %

1 009

405

N/A

N/A – 6.3 %

Technologiecluster & Infra

1. HJ 2022

Andere

33 778

27 871

– 5 023

– 1 765

– 14.9 %

Consolidation

– 5 265

– 3 683

40

– 0.8 %

N/A

324 445

302 833

23 501

16 919

7.2 %

5.6 %

Total 1)

Enthält im ersten Halbjahr 2022 die Auflösung einer Rückstellung für Rechtskosten von TCHF 1 586. Enthält im ersten Halbjahr 2022 die Teilauflösung einer Rückstellung für Pensionsverbindlichkeiten einer Tochtergesellschaft in Grossbritannien im Umfang von TCHF 2 450 (Vorjahresperiode: Auflösung von TCHF 3 693). Sowohl in der aktuellen Periode als auch in der Vorjahresperiode wurde aufgrund von Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld eine Neueinschätzung der Rückstellung vorgenommen.

2)

Metall Zug Gruppe Halbjahresbericht 2022

10


FINANZBERICHT

Anhang Allgemein Der nicht geprüfte Zwischenabschluss der Metall Zug Gruppe per 30. Juni 2022 wurde in Übereinstimmung mit Swiss GAAP FER 31 auf der Basis von historischen Anschaffungs- oder Herstellkosten beziehungsweise aktuellen Werten erstellt. Diese konsolidierte Halbjahresrechnung umfasst nicht alle Angaben, wie sie in der konsolidierten Jahresrechnung enthalten sind, und sollte daher im Zusammenhang mit der Konzernrechnung per 31. Dezember 2021 gelesen werden. Der Zwischenabschluss wurde am 9. August 2022 durch den Verwaltungsrat genehmigt. Für die Bilanzen kommt einheitlich der Devisenkurs per Bilanzstichtag und für die Erfolgsrechnungen der durchschnittliche Devisenkurs der Berichtsperiode zur Anwendung. Die Konsolidierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Vorjahr unverändert. Der Halbjahresbericht erscheint in deutscher und englischer Sprache. Verbindlich ist die deutsche Fassung. Saisonalität Saisonale Einflüsse sind je nach Geschäftsbereich unterschiedlich ausgeprägt. In allen Geschäftsbereichen war das zweite Halbjahr in den vergangenen Jahren bezüglich Nettoumsatz tendenziell stärker, im Geschäftsbereich Infection Control war der Nettoumsatzanteil im zweiten Halbjahr der letzten Jahre teilweise klar höher. Der Nettoumsatzanteil im ersten Halbjahr 2021 betrug im Verhältnis zum Gesamtumsatz 2021 für Infection Control 43 % (2020: 44 %), für Wire Processing 48 % (2020: 44 %) und für Medical Devices 47 % (2020: 45 %). 2021 betrug die Saisonalität des Berichtssegments Andere 41 % (2020: 42 %). In den Jahren 2020 und 2021 war die Saisonalität zusätzlich durch den Effekt der Corona-Krise beeinflusst. Die Saisonalität des Geschäftsbereichs Technologiecluster & Infra kann vernachlässigt werden. Änderungen im Konsolidierungskreis Die Schleuniger GmbH, Radevormwald (DE), hat am 4. Januar 2022 die restlichen Minderheitsanteile von 40 % an der adaptronic Prüftechnik GmbH, Wertheim (DE), zu einem Kaufpreis von TCHF 11 646 erworben, wovon TCHF 3 906 per 30. Juni 2022 unbezahlt sind. Somit hält die Metall Zug Gruppe seit diesem Zeitpunkt 100 % an der adaptronic Prüftechnik GmbH. Erläuterungen zum Finanzbericht Nachfolgend werden Erläuterungen zu wesentlichen Sachverhalten der Berichtsperiode aufgeführt.

Ergebnis assoziierte Gesellschaften

Da zum Zeitpunkt der Erstellung der Konzernrechnung per 31. Dezember 2021 die Finanzdaten der V-ZUG Gruppe für das Gesamtjahr noch nicht vorlagen, wurde für die Konzernrechnung 2021 der Anteil der Metall Zug AG am Reingewinn der V-ZUG Gruppe basierend auf den damalig aktuellen öffentlich verfügbaren Informationen auf TCHF 16 242 geschätzt. Gemäss dem zwischenzeitlich publizierten Geschäftsbericht 2021 der V-ZUG Holding AG belief sich der effektive Anteil der Metall Zug AG am Reingewinn der V-ZUG Gruppe auf TCHF 16 778. Die Differenz von TCHF 536 wurde im ersten Halbjahr 2022 erfolgswirksam erfasst. Weiter wurden anteilige nicht erfolgswirksame Eigenkapitalbuchungen der V-ZUG Holding AG im Umfang von TCHF – 33 als Eigenkapitalveränderungen im Konzernabschluss der Metall Zug AG nachgetragen. Der Ergebnisanteil an der V-ZUG Holding AG für das erste Halbjahr 2022 beläuft sich auf TCHF 1 141 und basiert auf dem am 22. Juli 2022 publizierten Halbjahresabschluss. Die anteiligen nicht erfolgswirksamen Eigenkapitalbuchungen der V-ZUG Holding AG belaufen sich auf TCHF 44. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Die Metall Zug AG und die Komax Holding AG haben am 8. Februar 2022 eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach die Metall Zug Gruppe ihren Geschäftsbereich Wire ­Processing (die Schleuniger Gruppe) in die Komax Gruppe einbringen und im Gegenzug eine Beteiligung von 25 % an der Komax ­Holding AG erhalten wird. Die Transaktion erfolgt mittels einer Quasi-Fusion, bei der die Komax ­Holding AG im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien emittiert und diese der Metall Zug AG im Austausch gegen die Aktien der S ­ chleuniger AG zuteilt. Die Generalversammlung der Komax Holding AG hat am 13. April 2022 den entsprechenden Anträgen zugestimmt. Die Freigaben der zuständigen Wettbewerbsbehörden wurden erteilt, sodass der Vollzug des Zusammenschlusses für den 30. August 2022 geplant ist. Die zur Metall Zug Gruppe gehörende Belimed AG, Zug, hat am 13. Juli 2022 die Amity Ltd., Barnsley (UK), einen Hersteller von Spezialchemikalien und Reinigungsmitteln übernommen. Amity Ltd. erzielte einen Umsatz von TCHF 5 678 im per 30. April 2022 abgeschlossenen Geschäftsjahr. Es sind keine weiteren Ereignisse zwischen dem 30. Juni 2022 und der Publikation des Halbjahresberichtes am 11. August 2022 eingetreten, die an dieser Stelle offengelegt werden müssen.

Metall Zug Gruppe Halbjahresbericht 2022

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Metall Zug AG Industriestrasse 66, 6302 Zug, SCHWEIZ Telefon +41 58 768 60 50, investorrelations@metallzug.ch www.metallzug.ch