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Herbst 2015

Foto: Adobe Stock

Foto: Michael Öttl

7. Jahrgang

Liebe Kolleginnen und Kollegen, dass unsere Dienstleistungen im Fokus stehen und oftmals unfair kritisiert werden, daran sollten wir uns nicht gewöhnen, sondern aktiv mit belegbaren Fakten dagegen argumentieren. So stehen Leistungszusagen gegenüber unseren Auftraggebern und Leistungsforderungen gegenüber unseren Mitarbeitern in einem faktischen Zusammenhang. Aber wir verlangen nichts von unseren Leuten, was nicht leistbar wäre. Schon gar nicht ein angebliches „Turbo-Putzen“. Unsere Unternehmensziele müssen lauten: „Leistungswillige Mitarbeiter garantieren zufriedene Auftraggeber!“ Daran möchten unsere Innungsbetriebe fair beurteilt werden.

Michael Öttl Obermeister

Robotergestützte Reinigung Wenn Vision auf Praxis trifft Wolf-Rüdiger Schwarz

Der Sage nach verrichteten Kölner Hausgeister nachts, wenn die Bürger schliefen, deren Arbeit. „Da kamen bei Nacht, ehe man´s gedacht, die Männlein und schwärmten und klappten und lärmten und rupften und zupften und hüpften und trabten und putzten und schabten...“. 1826 nannte man diese Wichte Heinzelmännchen, in unserer modernen Zeit Roboter. Welche Zukunft diese in der professionellen GebäudereinigerBranche haben werden, kann aktuell noch nicht endgültig beantwortet werden. Von den Kölner Wichten weiß man jedenfalls, dass sie von einer neugierigen Ehefrau vertrieben und von da an nicht mehr gesehen wurden. Ob dieses Schicksal auch die modernen Reinigungsroboter erleiden werden? Roboter für die gewerbliche Gebäudereinigung sind in der Vergangenheit schon von einigen Reinigungsmaschinen Herstellern entwickelt

worden. Grund dafür waren vorrangig der demografische Wandel und dass es immer weniger qualifiziertes Reinigungspersonal gibt. Aber auch unattraktive Arbeitszeiten zu späten Abendstunden. Dieser Schutz der Dunkelheit war den Kölner Wichten zwar äußerst angenehm, den potenziellen neuen Mitarbeitern deutscher Gebäudereinigungsunternehmen aber eher nicht. Bei der professionellen Gebäudereinigung entfallen circa 70 Prozent der Arbeit darauf, Böden sauber zu reinigen und Abfälle zu entsorgen. Wissenschaftler am Frauenhofer IPA entwickelten dafür im Verbundprojekt „Plug&Play für Automatisierungssysteme“ (AutoPnP) die notwendigen Softwarekomponenten. Die einzelnen Module sind dabei flexibel einsetzbar – zum Beispiel um Schmutz zu erkennen und zu beseitigen sowie um Papierkörbe zu leeren.

Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg


Wissen gungsdienstleister hegen animiert die Hoffnung, durch diese Tests das Potenzial dieser Technologie mit entsprechend zugeschnittenen Robotersystemen in einigen Jahren wirtschaftlich nutzen zu können, um den wachsenden Fachkräftemangel zu kompensieren.

Softwarestruktur ist es problemlos möglich, die konzipierte Lösung auch auf eine speziell für dieses Einsatzfeld angepasste und damit entsprechend kostengünstige Roboterplattform zu übertragen“, so Bormann.

Foto: Dussmann Group/Ecke

Fußböden reinigen und Papierkörbe leeren Bei der täglichen Fußbodenreinigung sucht ein Roboter Büroräume nach eventuellen Verschmutzungen ab, die mit einem Reinigungsgerät entfernt werden. Dabei fährt er zunächst autonom durch offenstehende Büros und inspiziert die Fußbodenflächen.

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Der Reinigungsroboter erkennt volle Papierkörbe und kann sie selbstständig entleeren.

Verschmutzungen werden dabei automatisch erkannt, kartiert und dann vom Roboter mit einem Akkustaubsauger gereinigt. Das Reinigungsergebnis wird anschließend überprüft und bei Bedarf dem Bediener mitgeteilt. Auf Basis von Algorithmen zur Klassifizierung von Objekten kann der Roboter zudem Papierkörbe erkennen, die er mit seinem Arm greift und in einen Sammelbehälter entleert. „Im Dezember vergangenen Jahres fanden beim Reinigungsdienstleister Dussmann in Berlin erste Anwendertests statt, die die Umsetzbarkeit solcher Reinigungsanwendungen mit dem heutigen Stand der Technik erfolgreich zeigten“, sagt Richard Bormann, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Roboter- und Assistenzsysteme. Professionelle Reini-

Konfigurierbarkeit und Plug & Play Für die Umsetzung des Anwendungsszenarios wurde der mobile Roboterassistent „Care-O-bot 3“ weiterentwickelt, dessen eigentliches Anwendungsfeld in der häuslichen Unterstützung liegt. Anhand einer ebenfalls im Projekt entwickelten, modularen Softwarearchitektur konnte er jedoch schnell und unkompliziert in einen „Reinigungsexperten“ verwandelt werden. Auch die zur Lösung der Reinigungsaufgabe benötigten Plug & PlayFunktionen wurden mithilfe dieser Softwarearchitektur realisiert. Somit lassen sich zum Beispiel Funktionsaufsätze, wie etwa eine Roboterhand oder ein Akkustaubsauger, am Roboterarm einfach wechseln. Die Steuerungssoftware erkennt automatisch das neue Gerät. „Auf Basis der modularen

Über AutoPnP Standardisierte Softwarearchitektur und modulare Middleware: Das ist notwendig, um unterschiedliche Robotersysteme in einem gemeinsamen System zu vereinen und gleichzeitig schnell für unterschiedliche Anwendungen anpassen zu können. Weitere Anwendungen, in denen die entwickelte Softwarearchitektur neben dem Szenario „Robotergestützte Reinigung“ im Verbundprojekt AutoPnP eingesetzt wird, sind die „Heimautomatisierung“ und die „Wandelbare Fabrik“. Das Verbundprojekt AutoPnP steht für „Plug & Play für Automatisierungssysteme“ und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Theorie und Praxis Von den Kölner Wichteln ist überliefert, dass sie ihre Leistungen zur Freude der Leistungsempfänger kostenlos erbracht haben. Derzeit liegen die Kosten für das Forschungsmodell (siehe www.ipa.fraunhofer.de/autopnp.html) etwa bei 250.000 Euro, wobei der Wert der Software dabei noch nicht mit einberechnet wurde. Selbst bei einer Fertigungsreife werden dann noch immer die Kosten für den „Reinigungsroboter“ zwischen 30.000 und 45.000 Euro prognostiziert. „Bis die ersten Roboter-Putzkolonnen nachts durch Büroflure rollen, werden noch vier bis fünf Jahre vergehen“, meint Sawa Taschakarow von der Schunk GmbH, die den Roboterarm und die Greifhand für die Stuttarter Entwicklung hergestellt hat. „Was derzeit noch fehlt, sind Softwarelösungen.“ n


Meinung

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Markus Asch, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG: „Selbstverständlich kann derzeit ein Roboter in der Reinigungsbranche zum überwiegenden Teil nicht die Arbeit eines Menschen ersetzen. Denken Sie nur an die Reinigung von überstellten Flächen, Büros oder Sanitärräumen. Die Effizienz, die eine Fachkraft dabei an den Tag legt, wird selbst von modernsten Technologien nicht abgebildet. Trotzdem ist die Robotik neben der zunehmenden Vernetzung eines der großen Zukunftsthemen unserer Branche. Angst müssen wir davor nicht haben. Autonome Maschinen werden in den kommenden Jahren die Arbeit der Gebäudereiniger unterstützen und für Synergieeffekte sorgen — jedoch nur in Teilbereichen und für klar definierte Aufgaben. Ein mögliches Anwendungsgebiet ist etwa die Bodenreinigung auf weiten Flächen mit einem einfachen Grundriss und einer geringen Zahl an Hindernissen, wie es in großen Lagerhallen der Fall ist. Es ist wichtig, dass unsere Branche den neuen Technologien positiv begegnet, denn sie bieten insbesondere den Gebäudereinigern viele Chancen: Herausforderungen wie die Personalverknappung können so angegangen und gelöst werden.“

ppa. Dipl. Ing. Roland Mimmler, Technischer Leiter der IP Gansow GmbH: „Die heutige Technik, insbesondere die Antriebstechnik, Elektronik gesteuert durch intelligente Sensorik, ist mit Sicherheit so weit, dass autonom fahrende Reinigungsmaschinen einfache Reinigungsarbeiten durchführen können. Beispiele findet man schon jetzt im Consumer Bereich bei Haushaltstaubsaugern oder Rasenmähern. Diese Anwendungen sind aber bei weitem nicht mit den Anforderungen der gewerblichen Reinigung zu vergleichen. Das Abfahren einer zu reinigenden Fläche nach dem Zufallsprinzip reicht sicher nicht aus, um den zu Recht hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Autonome Reinigungsmaschinen müssen mit hoch intelligenter Sensorik ausgerüstet sein, um Verkehrs-, Produktions- und Verkaufsflächen in ihrer Gänze, das heißt mit allen Ecken und Kanten abzufahren (Selbstlerneffekt). Eine solche Scheuersaugmaschine müsste heute zirka 30.000 bis 45.000 Euro kosten. Was bietet sie für das Geld? Sie kann sicher eine Fläche abfahren, schrubben und absaugen. Kann sie aber auch erkennen, ob die Reinigungsleistung gut genug war, weil an diesem Tag der Grad der Verschmutzung höher war als sonst? Ob während der Reinigung nicht doch ein Stück Grobschmutz unter die Sauglippe gelangt ist und hässliche Streifen auf dem Fußboden hinterlassen hat? Wer befüllt den Frischwassertank neu und entleert den Schmutzwassertank? Wer reinigt die Sauglippen, die Bürsten oder Pads? Wer führt die Reinigung manuell zu Ende, falls die Maschine wegen eines technischen Defekts die Arbeit einstellt? Wie lang ist die Amortisationszeit, wenn die Maschine trotzdem auch noch manuellen Service benötigt? All diese Fragen und noch viele mehr müssen in diesem Zusammenhang noch beantwortet werden. Selbstverständlich müssen wir als Hersteller die Thematik ‚Robotic‘ im Auge behalten. In nicht allzu langer Zeit, in fünf bis sieben Jahren, werden sich Technik und Sensorik so weit entwickelt haben, dass wir den berechtigten Wunsch, speziell der Dienstleister, nach autonom fahrenden Reinigungsmaschinen erfüllen können.“

Rainer Kenter, Geschäftsführer Kenter Vertriebs- und Service GmbH: „Die Robotik in der professionellen Reinigung wird kommen. Die Frage ist nur wann und wie genau die Umsetzung sein wird. Derjenige der den Nerv der Kunden trifft, wird möglicherweise einen Paradigmenwechsel in der Art wie gereinigt wird einleiten können. Im Schnitt sind 85% der Kosten beim Gebäudereiniger Personalkosten. Genau dieses – möglichst noch qualifiziertes – Personal fehlt aber in Ballungsgebieten seit vielen Jahren. Der demographische Wandel verschlimmert die Situation nachhaltig, deshalb ist es seit einigen Jahren ein Top Thema in unserer Branche, wie gute Mitarbeiter gefunden werden, und wie man sie ans Unternehmen bindet. Die Flüchtlingskrise wird dieses Problem sehr wahrscheinlich mittelfristig ein wenig lindern, an der schrittweisen Roboterisierung diverser Reinigungsaufgaben wird kein Weg vorbeiführen, sobald die Technik zuverlässig und leicht verständlich ist, die Wartungskosten überschaubar sind, und die unwegsamen Kleinigkeiten die eben bei der Reinigung auftreten können im Griff sind. Kenter ist in zwei Projekte involviert mit sehr unterschiedlichen Zielsetzungen, einmal für die Flächenreinigung, einmal für die Büroreinigung.“


Wissen

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Reinraumreinigung – die Königsdisziplin? Ein eigenes Berufsfeld fordert Höchstmaß an Fachwissen und Sachkenntnis Frank Schermer

klassischer Gebäudereinigung zu tun. Reinraumreinigung und Gebäudereinigung haben ungefähr so viel gemeinsam wie das Annähen eines Knopfes

Foto: Dussmann

Ein Rein- oder Reinstraum ist ein Raum, in dem die Konzentration luftgetragener Teilchen so gering wie möglich gehalten wird. Rein- und Reinsträume werden für

Reinraumreinigung ist nicht nur die Königsdisziplin – sie stellt mittlerweile ein eigenes Berufsfeld dar.

Fertigungsverfahren benötigt, bei denen in gewöhnlicher Umgebungsluft befindliche Partikel die Prozesse stören würden. Während Stadtluft bis 100 Millionen Partikel aufweist, sind es im Reinraum lediglich 10 bis 100 Partikel pro Kubikmeter Luft. Gemessene Partikel sind kleiner als Bakterien, ein Partikel >0,5 mμ/m³ ist beispielsweise ungefähr so groß wie ein Baseball in der AllianzArena. Reinräume finden sich in der Optik- und Lasertechnologie, der Luft- und Raumfahrttechnik, den Biowissenschaften, der medizinischen Forschung und Behandlung, der keimfreien Produktion von Lebens- und Arzneimitteln sowie in der Nanotechnologie. Anforderungen Einen Reinraum von Keimen und Partikeln zu befreien, hat fast nichts mit

mit der Mikrochirurgie. Wo Mikrochips oder Optiken entstehen, sind ganz andere Reinigungsprozesse und die Kenntnis vieler Regularien nötig. Dussmann Service beherrscht diese Disziplin und sorgt bei vielen Auftraggebern verschiedenster Branchen für eine reine und sichere Umgebung in allen Bereichen der partikelreduzierten Produktion und in sterilen Reinraumanlagen. Dazu gehören auch die Bekleidungsverwaltung, die Reinraumwäscherei und die Schulung von Eigenund Fremdpersonal nach der Richtlinie VDI 2083. Dabei ist es wichtig, dass alle Mitarbeiter die dafür notwendigen fachlichen und gesundheitlichen Voraussetzungen für diese anspruchsvolle Dienstleistung erfüllen. Die strengen Anforderungen aller Reinraumklassen ISO 1 bis ISO 9 nach DIN ISO 14644,

VDI 2083 sowie der GMP (Good Manufacturing Practice) werden erfüllt. Dazu kommen individuelle Standortbedingungen der Kunden. Die Anforderungen an das Personal sind extrem hoch. Die SOPs (Standard Operating Procedure) müssen befolgt, der Schleusenprozess in den Reinraum beherrscht werden. Eine korrekte Arbeitsweise mit vollständiger und konstanter Leistung ist Grundvoraussetzung. Die strengen Hygiene- und Arbeitssicherheitsvorschriften untersagen das Tragen von Schmuck oder Parfum. Internationale Qualitätsstandards, eine umfassende Qualitätssicherung und eine detaillierte Dokumentationspflicht kennzeichnen darüber hinaus die Reinraumreinigung. Auch an das Reinigungsmaterial stellt diese Disziplin hohe Ansprüche. Eigenes Schulungssystem Der Erfolg im Reinraum wird wesentlich vom Personal bestimmt, das ein Höchstmaß an Fachwissen und Sachkenntnis mitbringen muss. Nur Unternehmen, die ein firmeneigenes Schulungssystem dafür vorhalten können, werden erfolgreich sein. Reinraumreinigung ist nicht nur die Königsdisziplin – sie stellt mittlerweile ein eigenes Berufsfeld dar. Erschwerend kommt hinzu, dass immer kleiner werdende Strukturen bis hin zum Nanobereich zukünftig neue Normen und damit zusätzliches Know-how des Dienstleisters verlangen. Aus diesen Parametern ergibt sich, dass Gebäudereinigungsunternehmen ohne dieses grundlegende Know-how und ohne eigene Trainingsund Schulungszentren für Aufgaben der Reinraumreinigung nicht die erste Wahl sein können. n


Wissen

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Solarreinigung Bedarf sucht Dienstleistung Wolf-Rüdiger Schwarz

Was man wissen sollte Bislang ist der Begriff der Solarreinigung kein geschützter Begriff, eine standardisierte Ausbildung oder einen Berufsverband gibt es nicht. Der „Solaranlagenreiniger“ muss sich strikt an die Herstellervorgaben der Modulproduzenten zum Beispiel bezüglich Reinigungsmitteln, zu verwendende Bürsten oder Temperaturunterschied zwischen Modul und Wasser halten. Bei Nichteinhaltung der Herstellervorgaben droht der Verlust der Garantie. Im Regelfall muss kein Reinigungsmittel verwandt werden. Sollten diese aber in Ausnahmefällen eingesetzt werden, müssen die Reinigungsmittel tensidfrei und biologisch abbaubar sein. Die chemische Verwendung kann zum Beispiel notwendig sein, wenn die Anlage von Flechten und Moosen befallen ist. Die Reinigung ASL Cleanenergy reinigt mit einer Bürste, die nicht rotiert, da die Rotationen laut einer Studie zu Mikrorissen führen können. Besonderer Augenmerk sollte auch auf das Wasser gelegt werden. Es muss deionisiert sein, damit weder Kalk noch andere ionische Bestandteile des Wassers beim Trocknen Spuren hinterlassen. Bei großen Anlagen muss eine große

Wassermenge zur Verfügung stehen, was oftmals der Auftraggeber in den notwendigen Volumen nicht zur Verfügung stellen kann. Deshalb hat der

gabe ohne Garantieverlust des Herstellers oder eine Freigabe durch den Auftraggeber zu erhalten, um von der Haftung entbunden zu werden.

Foto: Marcel Kennel

„Tagtäglich erhalten wir Anfragen für die Reinigung von Solaranlagen. Es sind so viele, dass wir sie gar nicht mehr beantworten, geschweige denn abarbeiten können“, berichtet Marcel Kennel. Die Reinigung von Solaranlagen, gerade im sonnigen Bayern, ist ein lohnendes Dienstleistungsgeschäft.

Die Reinigung von Solaranlagen stellt für Gebäudereinigungsunternehmen ein lohnendes Geschäfts dar.

Reinigungsexperte eine mobile Wasseraufbereitungsanlage entwickelt, die Reinwasser herstellt. Bei dem Einsatz von deionisiertem Wasser muss aber darauf geachtet werden, dass dadurch selbst Pumpen aus Edelstahl „relativ schnell kaputt gehen“. Das Wasserhandling wird somit zu einer technisch anspruchsvollen Aufgabe. Wenn es vor Ort keine geeignete Wasserquelle gibt, muss es per Tankwagen herangeschafft werden. Oftmals ist es auch so, dass Mudulhersteller in ihren Anleitungen Forderungen vorausetzen, denen man bei der Reinigung nicht entsprechen kann. In diesem Falle muss dann Gegenüber dem Hersteller und dem Auftraggeber das vorgeschlagene Reinigungskonzept dargestellt werden, um somit entweder eine entsprechende Leistungsfrei-

Kosten/Nutzen Die Kosten für die Solarreinigung sind differenziert zu kalkulieren, weil sie in Abängigkeit mit den Anfoderungen der Anlage stehen. So sind große Freiflächenanlagen pro Quadratmeter günstiger zu reinigen, als Dachanlagen für die eventuell eine Hubarbeitsbühne eingesetzt werden muss. Die aktuelle Preisspanne bewegt sich zwischen 55 Cent und 3,20 Euro pro Quadratmeter Modulfläche. Dem gegenüber ist eine Leistungssteigerung durch Reinigung der Anlage bis zu 25 Prozent möglich. In der Nachbarschaft von Industrieanlagen oder landwirtschftlichen Mastbetrieben kann sie dann durchaus noch darüber liegen. In diesem Fall ist eine zweimalige Reinigung pro Jahr sinnvoll, normalerweise reicht ein zweijähriger Intervall aus. n


Digitale Arbeitswelt

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Eine Frage der Sicherheit Branchensoftware für Gebäudedienstleister Dr. Daniel Reinke

beitsmöglichkeiten. Sie ermöglicht es, umfangreiche Auswertungen, Fristenkontrollen, Qualitätskontrollen und Arbeitsscheinverwaltung per Knopfdruck

Foto: Adobe Stock

In vielen Unternehmen der Gebäudedienstleistungsbranche setzt man häufig noch auf altbewährte Verwaltungssysteme: Karteikarten, Aktenord-

Die Vorteile einer Branchensoftware sind sehr vielfältig. Jedoch sollte auch der Service des Anbieters stimmen.

ner und Excel-Tabellen. Warum auch nicht? Sie haben sich schließlich bewährt. Aber nur scheinbar. Denn die Verwaltung, Planung und Organisation einer Gebäudereinigung wird immer komplexer, je größer das Unternehmen wird. Dabei den Überblick zu behalten ist nicht immer einfach. Daher setzen viele Gebäudedienstleister auf branchenspezifische Softwarelösungen, um den administrativen Bereich zu vereinfachen und somit kosteneffizienter zu arbeiten. Denn obwohl die verwaltenden Aufgaben nicht das Kerngeschäft eines Gebäudedienstleisters darstellen, beanspruchen sie erheblich viel Arbeitszeit und Aufwand. Sie verursachen somit hohe Kosten, die es zu reduzieren gilt. Die speziell auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnittene Software erweitert sogar noch die Ar-

durchzuführen. Der Kopf bleibt also frei für das Kerngeschäft. Wenn ein Gebäudedienstleister sich für den Einsatz einer Branchensoftware entschieden hat, steht er vor der Herausforderung der technischen Umsetzung. Aber auch hier unterscheiden sich Softwareanbieter in ihrer Qualität. Die technische Betreuung sollte Bestandteil des Services sein. Da für den effizienten Einsatz einer professionellen Software ein Server erforderlich ist, an den alle PC-Arbeitsplätze angeschlossen werden, um gemeinsam mit den vorhandenen Daten arbeiten zu können, sollte hier das professionelle Fachwissen des Softwareanbieters genutzt werden. Da aber die technische Betreuung eines solchen Systems ein erhebliches Fachwissen benötigt, ist das sogenannte Server-Hosting eine ideale

Lösung. Das Server-Hosting erspart dem Anwender die technische Betreuung komplexer EDV-Systeme, da dies in die fachlichen Hände des Softwareanbieters übergeben wird. Der erhebliche Vorteil dabei ist die Datensicherheit. Denn Hackerangriffe oder Computerviren haben in den Hochsicherheitsräumen deutscher Rechenzentren keine Chance auf „Zutritt“. Die Daten und Programme sind bestens geschützt. Wartung und Instandhaltung geschehen dabei, ohne dass der Anwender etwas mitbekommt – und trotzdem ist die Software immer auf dem neuesten Stand. Der Einsatz spezieller Software erspart dem Unternehmen also Zeit und Geld und schafft Freiraum für das Kerngeschäft. Zudem bietet eine Branchensoftware zusätzliche Sicherheit: Sie haben immer alle Daten für Ihre Verwaltung, Planung und Organisation gesichert und verlieren somit nicht den Überblick. Ihr Unternehmen wird modernisiert und es eröffnen sich neue Möglichkeiten zur betrieblichen Weiterentwicklung. Der Einsatz von Branchensoftware transportiert zu dem nach außen eine gewisse Professionalität und Seriosität – sowohl für Kunden als auch für die eigenen Mitarbeiter. Daten sind stets verfügbar und Details können nicht mehr vergessen werden. Der Kunde freut sich über einen modernen und zuverlässigen Partner und der Gebäudedienstleister kann sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren: Das Reinigen. Zwar entstehen bei der Umstellung zunächst Kosten, jedoch helfen diese schon bald dabei, viel höhere Kosten einzusparen. Der Einsatz von professioneller Software ist also eine sichere und saubere Sache! n


Innung Inside

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Einigung bei Tarifverhandlungen Neuer Lohntarifvertrag ab 01.01.2016 BIV

erzielten Kompromiss sind wir exakt an die Grenze der Belastbarkeit für unsere Unternehmen gegangen. Unser Ziel war es, sowohl eine tarifvertragslose Zeit als

Der BIV vertritt als Arbeitgeber- und Dachverband die Interessen seiner rund 2.500 Mitgliedsbetriebe.

Jubiläen

Termine

Wir danken folgenden Dienstleistungs-Unternehmen für ihr langjähriges Engagement und Mitgliedschaft in der Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg:

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Blitz-Blank Gebäudereinigungs GmbH 86153 Augsburg

auch einen Streik zu vermeiden. (...) Die Einigung gibt allen 600.000 Beschäftigten unserer Branche, den Unternehmen und Kunden Rechtssicherheit.“ n

Foto: BIV

Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) einigte sich mit der IG BAU am 30.10.2015 auf einen neuen Lohntarifvertrag. Er tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft und gilt zwei Jahre. Die Lohnerhöhung in Lohngruppe 1 erfolgt in diesem Zeitraum in zwei Stufen i.H.v. 2,6 und 2,0 Prozent im Tarifgebiet West und 2,4 und 4,0 Prozent im Tarifgebiet Ost. Die Beschäftigten in den alten Bundesländern erhalten ab der zweiten Stufe damit 10 Euro je Stunde und damit 1,50 Euro mehr als der gesetzliche Mindestlohn. Die Beschäftigten in Ostdeutschland erhalten mit der zweiten Stufe 9,05 Euro pro Stunde. Der Vorsitzende der Tarifkommission des BIV, Thomas Conrady, erklärt zu dem Tarifabschluss: „Wir Arbeitgeber haben von Beginn an gesagt: Wir möchten eine Einigung, die zur allgemeinen Wirtschaftsentwicklung passt. Mit dem jetzt

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GEBRA Gebäudereinigungs GmbH 87662 Helmishofen

CLARUS Gebäudereinigung und Dienstleistungs GmbH 81375 München

Flink Gebäudereinigung & Bodenverlegservice 82140 Olching

Grittner Gebäudereinigung 84518 Garching/Alz

W. Wimmer Gebäudereinigung GmbH 85551 Kirchheim b. München

Gebäudeservice Thomas Kendlinger 87435 Kempten

Franz Lindinger Dienstleistungen 81477 München

Berufsinformationsmesse „Handwerk erleben“ Freitag, 20. November 2015, 08:00 bis 14:00 Uhr Samstag, 21. November 2015, 09:00 bis 13:00 Uhr Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit München (BIZ), Kapuzinerstr. 30, 80337 München Forum zur Nachwuchsgewinnung und zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Koop. mit der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Mitgliederversammlung Dienstag, 01. Dezember 2015, 10:00 – 15:00 Uhr Augustiner-Keller München Arnulfstr. 52, 80335 München Wir bitten jetzt schon um Terminvormerkung. Einladung mit Tagesordnung erhalten Sie per Post und können diese auf unserer Webseite einsehen.


-8Wir danken den Inserenten für die Unterstützung und bitten um Beachtung der Angebote:

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Impressum

+++ Herausgeber: Gebäudereiniger-Innung Südbayern +++ Dessauerstraße 7 +++ 80992 München +++

Fon: 089/14303876 +++ Fax: 089/14303956 +++ info@gebaeudereiniger-suedbayern.de +++ www.gebäudereiniger-südbayern.de +++ Verantwortlich für den Inhalt: Michael Öttl, Felix Schmidt, Michael Zwisler ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

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GebäudeDienstleister Herbst 2015  

Innungszeitschrift der Gebäudereiniger-Innung Südbayern und Stadtkreis Regensburg. Titelthema: Robotergestützte Reinigung

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