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ISSN 2512-7519

1/2021

Blütenpresse Schutzgebühr 2 €

Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.


Alle Öffnungszeiten unter Corona-Vorbehalt!

Blütenpresse

Inhalt Heft 1-2021 Impressum 2 Editorial 3 Aus der Stiftung kurz berichtet 4 Umbau der Gewächshäuser 1, 2 und 6 – Teil 2 6 Die NRW-Stiftung 8 Fotografische Fantasien 11 Onlineausstellung Malkurs des Botanischen Gartens Solingen 12 Spende zur Sanierung des Tropenhauses 14 Die Rosenbeete im Botanischen Garten 15 Die größte deutsche Biene 18 Nisthilfen für Bienen – selbst gebaut 19 Plan des Botanischen Gartens 20/21 Schon beginnt der April 24 Werkbänke gesucht 26 Skulpturenausstellung „Raumgreifen“ von Berthold Welter 26 Das Aquarium im Umbau 30 Das zweite Aquarium 31 Lesestoff für Gartenfreunde 33 Die neue Ordnung 35 Helfer gesucht – Mitmachen erwünscht! 36 Mitgliedsantrag 38 Bienenfeind! 39 Veranstaltungskalender 40 Das Titelfoto zeigt einen Ausschnitt des Tulpenbeets von 2020. Foto: H. Hieronimus

Impressum Redaktion: Harro Hieronimus (v.i.S.d.P.) Matthias Nitsche Zuschriften an: H. Hieronimus Dompfaffweg 53 42659 Solingen Tel.: 0212-819878 redaktion@bluetenpresse.de Die Blütenpresse ist eine Zeitschrift für die Mitglieder der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. sowie die Besucher des Botanischen Gartens. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Abonnementsmöglichkeiten bitte bei der Redaktion erfragen. Veröffentlichte und namentlich gekennzeichnete Manuskripte stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar. Für den Inhalt sind die Autoren selbst verantwortlich. Jegliche Gewährleistung für

beschriebene Verfahren oder Geräte wird nicht von der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. oder der Redaktion übernommen. Für unverlangt eingesandte Artikel wird keine Gewährleistung übernommen. Jeder Einsender erklärt sich mit der redaktionellen Bearbeitung seiner Artikel einverstanden. Eine Rücksendung von Manuskripten oder Bildvorlagen findet nur nach besonderer Absprache statt. Angenommen werden auch Artikel, die bereits in einer anderen Zeitschrift abgedruckt wurden, wenn das Einverständnis der erstveröffentlichenden Zeitschrift beigefügt ist bzw. ein Abdruck in einer Zeitschrift erfolgte, die den Nachdruck ausdrücklich genehmigte. Alle Anfragen und Einsendungen sind möglichst direkt an die Redaktion zu richten.

www.botanischer-garten-solingen.de


Blütenpresse Foto: Privat

Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde des Botanischen Gartens Solingen, Auch wenn man es sich anders wünscht – Corona begleitet uns immer noch. Während ich diese Zeilen schreibe, kam die Meldung, dass der Garten- und Blumentag am ersten Maiwochenende im Botanischen Garten Solingen leider nicht stattfinden kann. Wann es wieder normal sein wird, mit Freunden in Cafés, Restaurants, zum Sportereignis oder natürlich in alle öffentlichen Teile des Botanischen Gartens zu gehen, wissen wir heute noch nicht. Durch die Fahrt aufnehmende Impfkam­ pagne besteht aber Hoffnung auf Änderung noch in diesem Jahr. Bis dahin bietet der Botanische Garten aber weiterhin einen Ort zur Erholung, zum Flanieren (vorläufig auch mit Abständen und in Gruppen mit Abständen) oder zum Fotografieren der schönen Pflanzen, Blüten und Insekten, was man in den letzten Tagen auch häufiger gesehen hat. In diesem Heft können Sie nachlesen, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Botanischen Gartens in dieser Zeit aber nicht untätig gewesen sind. Zahlreiche Maßnahmen, oft schon seit Jahren geplant, wurden angegangen und zum Teil schon durchgeführt. Von einigen Maßnahmen lesen Sie in diesem Heft. Und denken Sie daran, Mitarbeiter in allen Bereichen des Botanischen Gartens werden immer gesucht und Sie sind herzlich eingeladen, einmal bei den Arbeiten bei einem der Teams vorbeizuschauen und hereinzuschnuppern. Eine der nächsten Maßnahmen wird sein, Haus 6, das frühere Mutterpflanzenhaus, weitgehend zu räumen und als Veranstaltungsraum vorzubereiten. Hier soll auch einmal ein „Grünes Klassenzimmer“ entstehen, in dem Veranstaltungen stattfinden können, um den Teilnehmern von Schulklassen bis zur Erwachsenenbildung die Natur näherzubringen. Und mehrere Vereine sind auch auf der Suche nach einem Veranstaltungsort, um ihre Treffen (meist monatlich) abzuhalten. Das kann auch dazu beitragen, dass sich die finanzielle Situation der Stiftung etwas bessert. Durch die zahlreich ausgefallenen Veranstaltungen in diesem und im letzten Jahr sind viele Einnahmen weggefallen, die durch Spenden (mehr dazu im Heft) nur teilweise aufgefangen werden konnten. Trotzdem gibt es im Botanischen Garten immer etwas zu sehen. In diesem Heft erfahren Sie etwas über die Skulpturenausstellung, die im Bereich des Alten Friedhofs besichtigt werden kann. Schauen Sie doch einfach mal vorbei. Wir hoffen, dass der Kiosk auch bald wieder sonntags geöffnet werden kann. Das Wichtigste aber: Bleiben Sie gesund! Ihr Harro Hieronimus 3


Aus der Stiftung kurz berichtet Liebe Mitglieder,

Gewächshäuser bleiben während der Pandemie geschlossen

es gibt wieder einiges aus der Stiftung und dem Botanischen Garten zu berichten. Wir haben eine Während die Freianlage des Botanischen Gartens traurige Nachricht und einige Informationen für geöffnet ist, bleiben die Gewächshäuser weiter coroSie kurz zusammengefasst. nabedingt geschlossen. Aufgrund der Auflagen der Stadt und des Landes ist es uns leider zurzeit nicht Wir trauern um Renate Krasuski möglich, die Gewächshäuser wieder für Besucher zu öffnen. Für später im Jahr 2021 hoffen wir aber, Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass unser lang- dass die Häuser wieder geöffnet werden können. jähriges Stiftungsmitglied Frau Renate Krasuski am 31. Dezember verstorben ist. Frau Krasuski enga- Weihnachtskegeln gierte sich über viele Jahre für unseren Botanischen Garten und war immer da, wenn Hilfe gebraucht Wie Sie sicher bemerkt haben, mussten wir unwurde. Im Namen der Stiftung möchten wir der ser traditionelles Weihnachtskegeln im Dezember Familie Krasuski unser tiefstes Mitgefühl ausdrü- ausfallen lassen. Das Gleiche galt auch für unser cken. Wir werden Frau Krasuski immer in bester Helferessen. Wir hoffen, beides in diesem Jahr Erinnerung behalten. wieder veranstalten zu können. Stiftungsfahrt erst wieder 2022 Für dieses Jahr hatten wir erstmals eine Stiftungsfahrt mit zwei Übernachtungen zum Botanischen Garten Berlin geplant. Da wir zur Planung eine Vorbereitungszeit benötigen und wir zurzeit nicht abschätzen können, wann wir was wieder dürfen, wird die Stiftungsfahrt auf 2022 verschoben.

Eingangstore werden neu gestrichen Wir berichteten in einer der letzten Ausgaben, dass die Tore sowohl am Betriebshof als auch am Tropenhaus erneuert wurden und noch der Anstrich fehlt. Die Grundierung wurde schon aufgetragen, wir gehen davon aus, dass der Anstrich dieses Jahr erfolgen wird. 4


Kuratorium Auf der JHV 2020 wurde die Satzung um ein weiteres Vereinsorgan, das „Kuratorium“, ergänzt. Das Kuratorium soll die Arbeit der Stiftung unterstützen und neue Kontakte und Verbindungen knüpfen. Das Kuratorium besteht aus mindestens drei, maximal aber 15 Personen aus den Bereichen Politik, Kultur und Wirtschaft. Aufgrund der Pandemie konnten wir das Kuratorium noch nicht einberufen. Sobald die aktuelle Lage es wieder zulässt, werden wir das nachholen. Die Sanierung des Tropenhauses ist fast abgeschlossen

werden, da dafür trockenes Wetter und konstant Temperaturen von über 6 °C benötigt werden. Auch stand ein undichtes Fenster zum Austausch Im August fiel der Startschuss und wir hatten an und am Aquariumhaus gibt es noch einige Stelgeplant, dass die Arbeiten Ende Oktober fer- len, an denen die Verkleidung nicht ganz dicht ist. tig sein sollten. Manchmal kommt es anders als Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten wie auch man denkt. Die Arbeiten wurden Ende Januar zu einige Schönheitsreparaturen in den nächsten Mo95 % abgeschlossen. Der Klimacomputer ist ein- naten abgeschlossen sein werden. gebaut und arbeitet und die Scheiben im Tropen- In der nächsten Blütenpresse lesen Sie dann einen haus wurden getauscht. Es fehlen jetzt noch einige ausführlichen Bericht zur Sanierung. Kleinigkeiten. An einigen Stellen muss noch die Versiegelung der Fenster durchgeführt werden. Neue Unterverteilung in der Orchideenhalle Das konnte aber im Winter nicht abgeschlossen In Rahmen der Sanierung im Tropenhaus wurden einige Sicherungskästen und die Unterverteilung für Strom aus dem Aquariumhaus in die Orchideenhalle umgesetzt. Da diese jetzt in einem für Besucher zugänglichen Bereich liegen, wurde von der Stadt Solingen eine grauer Schutzschrank vor die Sicherungskästen und die Unterverteilung an der Wand der Orchideenhalle montiert.

Text und Fotos: Matthias Nitsche 5


Umbau der Gewächshäuser 1, 2 und 6 Teil 2 Die Coronapandemie hat uns weiter fest im Griff. Trotzdem waren wir in den Wintermonaten nicht untätig. Ein Projekt, das weiter auf unserem Zettel steht, ist der Umbau der Gewächshäuser 1, 2 und 6. Wir berichteten ja schon in der letzten Ausgabe ausführlich darüber.

Vielen Dank an alle Helfer, die sich über Monate an den Arbeiten beteiligt haben, das war eine riesige Leistung!

In den nächsten Monaten wollen wir weiter an der Umsetzung dieses riesigen Projekts weitermachen. Wir werden in der nächsten Ausgabe der BlütenWas ist bis jetzt weiter passiert: In Haus 1 stehen presse darüber berichten, wie weit wir gekommen schon auf der neu gepflasterten Fläche unsere Au- sind. ßenpflanzen zur Überwinterung. In Haus 2 haben Text und Fotos: Matthias Nitsche wir den Raumteiler, eine Mauer aus Ytongsteinen, der den Anzuchtbereich und das Lager/Werkstatt trennen soll, hochgezogen. Dazu wurden auf dem Streifenfundament aus Beton eine Dämmmatte aufgetragen und im Anschluss die Steine mit speziellem Ytong-Kleber hochgemauert und verklebt. Damit die Mauer stabil bleibt, hat diese rechts und links sowie an der Rückseite Stützmauern. Zusätzlich wurde die Mauer mit sieben Mauerankern im Betonfundament verankert. Die Mauer wuchs so auf eine Höhe von 2,5 Meter und eine Länge Abb. 1: Das Fundament für die von mehr als 6 Metern. Mauer ist als Vorbereitung fertig. Im Anschluss wurde die Mauer verputzt und mit einer weißen Schutzfarbe gestrichen. Damit keine Feuchtigkeit von unten aufsteigt, wurde noch eine Isolierschicht zwischen Fundament und Putzschicht eingearbeitet. Als Abschluss hat die Mauer auf ihrer Krone noch eine Alublechverkleidung bekommen, die diese vor Regen und Nässe schützen soll. Zukünftig soll auf der Lagerseite der Mauer eine Werkstattzeile eingerichtet werden. Auf der An­ zuchtseite sind Regale und Schränke geplant. Vielleicht verschönert unser Malkurs noch die beiden Wandseiten mit einem schönen Gartengemälde. Lassen wir uns überraschen. Als nächster Schritt ist geplant, im Bereich des Lagers drei Plattenregale aufzustellen, damit wir so unsere Veranstaltungstechnik und Kioskausrüstung an einem Ort zusammenfassen können. So könnte dann die Gartenausrüstung im Bereich hinter dem Kiosk konzentriert werden und Haus 6 würde frei werden für unser Zukunftsprojekt „Grünes Klassenzimmer“. 6

Abb. 2: Der Rohbau steht. Die Stützen sorgen für Stabilität.


Abb. 5: Der letzte Anstrich – vielleicht demnächst verschönert.

Abb. 3: Die Mauer wurde dann erst einmal sorgfältig verputzt.

Abb. 6: Manchmal war es schon recht mühsam bei der Arbeit.

Abb. 4: Viele Mitglieder waren an den Arbeiten beteiligt.

Abb. 7: Hier wird die Werkstattzeile ihren Platz finden.

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Die NRW-Stiftung Engagiert für Natur, Heimat und Kultur in NRW nisch und kulturgeschichtlich eine Seltenheit dar. Gute Gründe für die NRW-Stiftung, den unermüdlichen Einsatz der Gartenfreunde aus Solingen finanziell zu fördern. In die Vergangenheit eintauchen

Foto: Frank Vincentz, CC-SA BY 3.0

In der Klingenstadt hilft die NRW-Stiftung auch anderen Initiativen, geschichtsträchtige Orte zu bewahren. Damit sorgt sie dafür, dass Menschen heute und in Zukunft in die Vergangenheit ihrer Heimat eintauchen können. So wie im Balkhauser Kotten am Ufer der Wupper etwa. Dort half die NRW-Stiftung dabei, das Schleiferei-Museum zu modernisieren und das Mühlrad zu erneuern. Heimat bewahren Der idyllisch gelegene Kotten ist eine der wenigen Jährlich unterstützt die Nordrhein-Westfalen- Produktionsstätten, die von den einst rund 100 Stiftung bis zu 120 Projekte im ganzen Land. Schleifereien in Solingen erhalten geblieben sind. Zu diesen Initiativen zählt die Stiftung Botanischer Garten Solingen. Mit finanzieller Hilfe der NRW-Stiftung konnten die ehrenamtlich engagierten Solinger 2020 das marode Wahrzeichen des Gartens sanieren. Das unter Denkmalschutz stehende Tropenhaus verfügt heute über moderne Doppelglasscheiben und einen Klimacomputer zur Steuerung von Heizung, Bewässerung und Belüftung. Auf diese Weise bleibt der markante Glasbau erhalten und lässt sich nachhaltig bewirtschaften. Für die Stiftungsmitglieder und viele Solinger ist der Botanische Garten ein außergewöhnlich schönes Stück Heimat. In der Re- Abb. 1: Der Balkhauser Kotten an der Wupper ist weitgehend original erhalten und ein wichtiges Denkmal der Technik- und Wirtgion stellt die gesamte Anlage gartenarchitekto- schaftsgeschichte Solingens.

Foto: NRW-Stiftung/Lars Langemeier

Ein Land wie kein anderes, wunderschön und unverwechselbar. Vom Hohen Venn im Südwesten bis hin zum Weserbergland im Nordosten ist NRW ein Land voller Kultur- und Naturschätze. Diesen Reichtum zu schützen und zu bewahren, hat sich die Nordrhein-Westfalen-Stiftung zur Aufgabe gemacht. Ihr Engagement macht die NRW-Stiftung in Deutschland heute so einmalig wie das Land selbst. Seit 35 Jahren setzt sie sich für Natur, Heimat und Kultur ein. Sie fördert Vereine, Verbände und Initiativen, die sich mit Herz und Sachverstand für das stark machen, was auch morgen noch wichtig ist.

Abb. 2: Das Klingenmuseum.

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Foto: NRW-Stiftung/Archiv

Einen Teil der Industriegeschichte Solingens erzählt auch das Deutsche Klingenmuseum. Deshalb unterstützte die NRW-Stiftung das Museum unter anderem beim Erwerb eines beidhändigen Trabantenschwerts, das der Solinger Schmiedemeister Johann Allich um 1580 anfertigte.

die sich dem Erhalt der Artenvielfalt in der Region verschrieben haben. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge aus Königswinter. Von der Arbeit der Initiative auf alten Streuobstwiesen und Weinbergbrachen profitieren viele bedrohte Insektenarten. Für ihr Engagement erhielten die ehrenamtlichen Naturschützer 2019 sogar eine Auszeichnung der UNDekade „Biologische Vielfalt“.

Foto: Steffen Steenken/Biologische Station im Rhein-Sieg-Kreis e. V.

Ebenfalls im Rhein-Sieg-Kreis und im benachbarten Kreis Euskirchen fördert die NRW-Stiftung ein Artenschutzprogramm der dortigen Biologischen Stationen. Sie haben sich den Schutz des Wiesenknopf-Ameisenbläulings auf die Fahnen geschrieben. Diese seltene Schmetterlingsart ist in ihrem Bestand stark gefährdet. Mithilfe der Naturschutzexperten werden die Lebensräume optimiert, wovon natürlich auch andere Arten profitieren.

Abb. 3: Detail des Schwerts.

Lebensräume schützen

Foto: Mathias Kolta

Nicht nur die Kulturschätze des Landes liegen der Stiftung am Herzen, auch die einzigartigen Landschaften, die Wälder, Wiesen, Moore und Flussauen. Deshalb erwirbt sie landesweit schützenswerte Flächen, um sie als Lebens- und Rückzugsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. So unterstützt die NRW-Stiftung Naturschützer,

Abb. 5: Der Große Wiesenknopf ist die Blume des Jahres 2021. Er ist Lebensgrundlage für den Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling, einen besonders seltenen Schmetterling.

Engagement würdigen Heimat in NRW wird geprägt von diesen charakteristischen Orten und unverwechselbaren Baudenkmälern wie Schloss Drachenburg hoch über Abb. 4: Die Mitglieder der Bürgerinitiative Naturschutz Siebengebirge leisten unzählige Stunden ehrenamtlichen Einsatz auf ihren dem Rhein oder den Denkmälern der Industriegeschichte im Ruhrgebiet. Flächen in Königswinter. 9


Foto: NRW-Stiftung/Hans Glader

Foto: Tourismus NRW e.V.

Abb. 8: Haus Rüschhaus bei Münster gehört seit 2014 der NRWStiftung. Hier lebte die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und hat unter anderem ihr berühmtestes Werk „Die Judenbuche“ geschrieben.

Dazu gehören auch solche Kleinode wie der Garten Dingerkus in Essen-Werden mit seinem spätbarocken Gartenhaus. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz und der Unterstützung der NRW-Stiftung restaurierte der Freundeskreis Gartenhaus Dingerkus das historische Gebäude und weckte den Garten aus dem Dornröschenschlaf. Für ihr Engagement wurden die Mitglieder 2020 genau zehn Jahre nach der Vereinsgründung mit dem ersten Platz des Essener Heimat-Preises belohnt.

Zur Heimat NRW gehört auch das Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen in RemscheidLennep. Mit Hilfe der NRW-Stiftung wurde das Gebäude renoviert und ist heute ein sehenswertes Museum zur Erinnerung an den ersten Nobelpreisträger für Physik.

Foto: Peter Bankmann/Förderverein Gartenhaus Dingerkus e. V.

Abb. 6: Schloss Drachenburg in Königswinter ist das Neuschwanstein am Rhein. Das Baudenkmal des Historismus ist ein Besuchermagnet im Siebengebirge und gehört der NRW-Stiftung.

Abb. 7: Das Gartenhaus Dingerkus in Essen-Werden ist ein barockes Kleinod, für dessen Erhalt sich ein ehrenamtlicher Förderverein einsetzt.

Ein wertvolles Stück Heimat ist auch das Rüschhaus, ein Landsitz im westfälischen Münster. Die NRW-Stiftung erwarb Gebäude und Grundstück, um sie für die Öffentlichkeit zu erhalten. Denn das historische Haus war Wohnsitz der Dichterin und Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff. Hier widmete sie sich literarisch besonders ihrer Heimat, die Natur wurde dabei zu ihrer Hauptinspiration. 10

Heimat in Nordrhein-Westfalen hat viele Gesichter. Ihre Einzigartigkeit, ihren Charakter und ihre biologische Vielfalt zu erhalten, ist Auftrag der NRWStiftung. Seit 1986 geht sie Jahr für Jahr gemeinsam mit engagierten Vereinen, Initiativen und Verbänden kontinuierlich kleine und große Schritte, um dieses Ziel zu erreichen – in Solingen, im Bergischen Land und in ganz Nordrhein-Westfalen. Text: Hannah Blazejewski

Insgesamt konnte die NRW-Stiftung seit ihrer Gründung 1986 rund 3.400 Projekte im Naturschutz und Heimat- und Kulturprojekte fördern. Die Zuwendungen des Landes sind dabei das wichtigste Standbein der Stiftung. Sie stammen aus Erträgen von Lotterien, die Westlotto im Auftrag des Landes veranstaltet. Hinzu kommen Spenden und Mitgliedsbeiträge des Fördervereins der NRW-Stiftung mit mehr als 8.500 Mitgliedern.


Fotografische Fantasien: Frost, Anni und die Seifenblasen

Foto: Redaktion

In der zweiten Februarwoche 2021 hatte ich in aller Frühe an drei Tagen hintereinander ausprobiert, draußen in der eisigen Kälte Seifenblasen einfrieren zu lassen. Meine Lehrerin Kate aus dem Online-Fotografie-Kurs versprach: „Es funktioniert bei minus zehn Grad.“ Diese ungewöhnliche Chance, Eiskristalle besonderer Art zu fotografieren, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Mit einer speziell angerührten Lösung aus Wasser, Spülmittel und Invertzucker nach Kates Rezeptur gelangen mir dann zwar schöne Seifenblasen. Diese wollten aber nicht erstarren. Als letzte Chance, das Projekt zu realisieren, fiel mir die Farnmauer im botanischen Garten ein. Sie hat mir schon oft zu gelungenen Fotos verholfen.

Abb. 2: Anni.

Abb. 1: Doppelseifenblase.

Also standen mein Mann und ich am klirrend kalten, sonnigen Morgen sprachlos am Eingang West des Botanischen Gartens: Vor uns erstreckte sich eine Winterwunderwelt. Die weiße Schneedecke glitzerte auf Wiesen, Wegen, Beeten und Bäumen. So kunstvoll verhüllt hatte sich der Garten uns noch nie gezeigt. Zielstrebig wanderten wir vorsichtig auf dem knirschenden Schnee erst einmal zu unserer Lieblingsstatue Anni. Fürsorgliche Parkfreunde hatten die Kleine mit warmer Kleidung gut eingepackt. Mein Mann produzierte eifrig Seifenblasen, die auf der Statue einfrieren sollten. Einige konnte er geschickt auf Annis Hand platzieren. Der Wind trug die fragilen Gebilde aber doch schnell davon.

Abb. 3: Gelungene Seifenblase.

Das Mäuerchen mit seiner dicken Schneeschicht erwies sich als geschützterer Ort. Hier stellte sich endlich auch der gewünschte Erfolg mit filigranen Spiegelungen und Kristallen ein . In den Kommentaren meiner internationalen Mitstreiter aus Kates Kurs steht unter anderem Folgendes: „Ihr habt eine tolle Foto-Location in 11


Abb. 4: Seifenblase mit Spiegelung, auf der Mauer.

Solingen mit diesem Botanischen Garten, wie geschaffen für einen Fotoworkshop, an dem ich gerne teilnehmen würde“. Uns hat die kleine Fotosession jedenfalls sehr beglückt. Text und Fotos: Susanne und Josef Schlüter

Abb. 5: Angefrostete Seifenblase auf der Mauer. Abb. 6: Zwei Stühle im winterlichen Botanischen Garten.

Onlineausstellung Malkurs des Botanischen Gartens Solingen Die Malgruppe des Botanischen Gartens Solingen lädt wie bereits seit vielen Jahren zur Ausstellung der Kursergebnisse von Herbst 2019 bis Herbst 2020 ein. 12

Bequem von zu Hause aus können Sie die Bilder dieses Jahr auf der Internetseite des Botanischen Gartens t1p.de/malkurs anschauen. Da eine LiveAusstellung in den Schauhäusern des Botanischen


Gartens momentan leider nicht möglich ist, haben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entschlossen, die Bilder online zu präsentieren. Informationen zum Malkurs finden Sie ebenfalls auf der Internetseite sowie die E-Mailadressen der Künstler und Künstlerinnen.

von den Teilnehmenden motiviert bearbeitet wurden. Schwerpunkt waren überwiegend Themen, die mit Botanik zu tun haben, um den Bezug zum Botanischen Garten beizubehalten. Die Ergebnisse wurden als Fotos geteilt und in der Gruppe fröhlich und konstruktiv diskutiert.

Einige Werke sind entstanden, als der Kurs noch ganz normal jeden Dienstag im Botanischen Garten stattfinden konnte. Während der Kontaktbeschränkungen durch die Pandemie hat die Malgruppe weitergemacht, jede/r für sich, zu Hause. Angeregter Kontakt wurde über die Whatsapp-Gruppe gehalten. Kursleiterin Sabine Schulz-Wolff hat dienstags Themenvorschläge in die Gruppe gepostet, die

Doch echten Kontakt und das gemeinsame kreative Erlebnis unter freiem Himmel können soziale Medien nicht ersetzen. Die Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen hoffen deshalb, bald wieder gemeinsam malen zu dürfen und würden sich freuen, dann auch ein paar neue Kunstinteressierte begrüßen zu können! Text: Matthias Nitsche

Kleiner Einblick in die Website. Dort kann man sich noch zahlreiche andere Bilder anschauen. Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist und sich anmelden möchte, findet mehr Informationen und alles zur Anmeldung unter t1p.de/kursanmeldung. 13


Fotos: Elisabeth Birkohfen Stiftung

Spende zur Sanierung des Tropenhauses Ende vergangenen Jahres hat die Elisabeth Birkhofen Stiftung aus Solingen den Botanischen Garten mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro für die denkmalgerechte Sanierung des Tropenhauses unterstützt. Wir möchten als Vorstand der Stiftung nun gerne die Gelegenheit nutzen, uns den Freunden des Botanischen Gartens und Lesern der Blütenpresse einmal kurz vorzustellen. Die Elisabeth Birkhofen Stiftung wurde im Jahr 1999 gegründet. Das Ziel der im Jahr 2017 verstorbenen Stifterin war es, gemeinnützig Gutes zu fördern, um das zu unterstützen, was ihr wichtig war. Da ihre Persönlichkeit aus dem Glauben heraus geprägt war, galt ihr Anliegen insbesondere der Katholischen Kirche und ihren Einrichtungen. Dank ihrer Offenheit ist aber auch die Vergabe von Mitteln an andere Organisationen, die die Zwecke der Stiftung verfolgen, möglich. Elisabeth Birkhofen.

Uns ist es ein besonderes Anliegen, Projekte und Einrichtungen hier vor Ort zu unterstützen. Elisabeth Birkhofen war eine Solingerin, mit dem Wunsch, in ihrer Heimatstadt etwas zu bewirken. Wir freuen uns daher ganz besonders, den Botanischen Garten zu fördern. Er ist mit den schönen Gartenanlagen und Schauhäusern ein Kleinod für die Naherholung in der Stadt. Das ist gerade in der aktuellen Pandemie für viele Menschen ein wirklicher Gewinn! Wir freuen uns, dass es im Verein so viele engagierte Helfer gibt, Die Autorinnen und ein weiterer Vertreter der Stiftung bei der Bedie ihre Freizeit investieren, um den Botanischen sichtigung des sanierten Tropenhauses. sanierten Tropenhauses gefeiert werden kann und Garten zu pflegen und zu unterhalten. auch die vielfältigen Veranstaltungen wieder wie Wir wünschen allen viel Erfolg für die Zukunft gewohnt stattfinden können! Text: Uta Kühne und Anja Klöfkorn und hoffen, dass in Kürze die Neueröffnung des 14

Foto: Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.

Die Stiftung unterstützt vielfältige Zwecke, so z.B. die Förderung der Religion, der Erziehung und Bildung, der Studenten-, Jugend- und Altenhilfe, des Wohlfahrtswesens, des Gesundheitswesens, Kunst und Kultur sowie des Denkmalschutzes. Ein besonderer Schwerpunkt liegt für uns im Bereich Bildung. Besuchen Sie gerne unsere Homepage www.Elisabeth-BirkhofenStiftung.de. Dort informieren wir über die Projekte, die uns am Herzen liegen und die wir fördern.


Die Rosenbeete im Botanischen Garten Solingen Die Rosenbeete im Botanischen Garten Solingen wurden im Herbst 1997 von den Rosenfreunden angelegt. Sie werden auch von ihnen ehrenamtlich bepflanzt und gepflegt. Wir bieten, wenn die Forsythien blühen, in jedem Jahr Rosenschnittkurse an. Für Rosenliebhaber haben wir eine Rosenliste für das Bergische Land zusammengestellt, in der Rosen aufgeführt sind, die ohne Einsatz von Spritzmitteln gesund gedeihen. Wir düngen unsere Rosen im Februar-März mit Hornspänen (100 g pro Qua­ dratmeter), Anfang bis Mitte April ca. 20-30 g pro Quadratmeter Kalimagnesia, Mitte Mai 50 g pro Quadratmeter Hornspäne oder organischen Dünger (Oscorna) bzw. Rosendünger, Ende August 30-40 g pro Quadratmeter Kalimagnesia-Kalk nur nach pH-Wert-Messung.

verschiedener Kriterien wie Gesundheit, Blüte und Wuchs beurteilt. Auf unseren Beeten werden Sorten gepflanzt, die sich speziell im bergischen Klima bewährt haben. Sie werden nicht gegen Krankheiten und Schädlinge behandelt, sodass auf diese Weise die für das bergische Klima besten Sorten jährlich gesichtet und gegebenenfalls durch Neuzüchtungen ersetzt werden können. Auf diesem Beet haben wir Rosen in den Farben Rot-Rosa und Weiß gepflanzt. An dem Rosenobelisken haben wir die Kletterrose Rotfassade gepflanzt, am Wegrand überhängend die Kletterrose Super Exelsa.

Besonders hervorheben möchte ich unsere Strauchrosen. Diese haben einen unterschiedlich vielgestalIn der vorletzten Ausgabe der Blütenpresse haben tigen, straff aufrechten, sparrigen, eleganten, überwir das Beet 2 der historischen Rosen vorgestellt. hängenden Wuchs von ca. 100 bis 300 cm. In dieser Ausgabe stellen wir unser Beet 1 vor. Gepflanzt haben wir: Auf diesem Beet haben wir nur ADR Rosen ge- Saremo – rosa pflanzt. In der ADR-Prüfung (Allgemeine Deut- Triade – rot sche Neuheitenprüfung) werden neue Sorten an Famosa – rot elf Standorten innerhalb Deutschlands hinsichtlich Dortmunder Kaiserhain – rosa

Abb. 1: Burghausen

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Abb. 2: Roter Korsar

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Richard Strauß – rosa-weiß Roter Korsar – rot (Foto Seite 16) Tascaria – rot Burghausen – hellrot (Foto Seite 15) Beetrosen: Bad Wörishofen – kaminrosa Elbflorenz – rosa Garden of Roses – creme-pastellrot (Foto unten) Kronjuwel – dunkelrot Leona – rosa Pink-Swany – kräftig rosa Unicef-Rose – lachsrosa Vicky – orangerot Edelrosen: Focus – lachsrosa Grand Amore – romantisches Rot Piano – mittelrot Souvenir de Baden-Baden – cremerosa (Foto rechts) Kleinstrauchrosen: Heidetraum – kaminrosarot Knirps – kräftig rosa Larissa – rosa Matador – hellrot Medusa – lavendelrosa Nemo – weiß Palmengarten Frankfurt – kräftig rosa Schneeflocke – leuchtend weiß Damit wir auch zukünftig die Rosenbeete erhalten können, suchen wir Rosenliebhaber, die uns bei

Abb. 4: Souvenir de Baden Baden

der Pflege unterstützen. Bitte melden Sie sich unter info@rosenfreundesolingen.de oder telefonisch unter 0202-2955534 bei Maike Wand, 1. Vorsitzende.

Text: Meike Wand Fotos: Kordes Rosen

Abb. 3: Garden of Roses

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Die größte deutsche Biene Bald auch bei uns? Wildbienen sind im Botanischen Garten ein alltäglicher Anblick. Allerdings gibt es viel mehr Arten, als wir dort sehen können. Der Klimawandel, nicht mehr zu leugnen, auch wenn man über die Ursachen streiten kann, führt dazu, dass viele Bienenarten ihr Verbreitungsgebiet ausgeweitet haben. Dazu gehört auch die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea). Ursprünglich nur im Süden und Südwesten in warmen Flusstälern verbreitet, wurde sie schon in den Mittelgebirgen und in Norddeutschland beobachtet. Sie überwintert in Verstecken, kann aber selbst an milden und sonnigen Tagen im Winter beobachtet werden. So wäre es nicht verwunderlich, wenn sie auch im Botanischen Garten in Zukunft zu finden wäre.

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Die größte unserer einheimischen Bienen ist unverkennbar. Sie wird nicht nur bis zu 28 mm lang, sondern der Körper ist auch komplett schwarz. Nur die Flügel schimmern bläulich. Die Männchen haben am Ende s-förmig gekrümmte und orange geringelte Fühler und wirken durch einige graue Haare am Thorax etwas heller, die Weibchen (Foto) sind dunkler und können an den Hinterbeinen Pollen transportieren. Genistet wird in Totholz aller Art, dort oder in Mauerlöchern können diese Bienen auch überwintern. Durch Größe und Farbe sind diese Bienen jedenfalls unübersehbar und wären sicherlich eine Bereicherung der Bienenfauna des Botanischen Gartens. Text & Foto: Harro Hieronimus


Nisthilfen für Bienen – selbst gebaut

Foto: Neudorff

Aus Bambusröhrchen und einer Hülle – das kann auch eine leere Konservendose sein – kann ein Bienenhotel gebaut werden.

Foto: Harro Hieronimus

Dabei haben die Insekten, allen voran die Bienen, eine ungeheuer wichtige Funktion, etwa bei der Bestäubung. Ohne Bienen würden uns viele Lebensmittel fehlen, etwa viele Obstsorten. Um den Bienen zu helfen, ist es sinnvoll, ihnen geeignete Nist- und Überwinterungsplätze zur Verfügung zu stellen. Diese können selbst gebastelt werden – einige Bambusröhrchen und eine leere Konservendose reichen – oder für kleines Geld gekauft werden. Natürlich sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und es kann auch etwas größer ausfallen – je nach Geschmack. Text: Harro Hieronimus

Foto: Creative Commons

Dass es immer weniger Insekten gibt, wird jedem klar, der an einem schönen Sommertag eine längere Strecke mit dem Auto fährt. War früher danach die Windschutzscheibe aufgrund der vielen getroffenen Insekten reif für eine Grundreinigung, ist heute kaum etwas darauf zu sehen. Früher gab es an jeder Tankstelle einen Wassereimer mit Insektenschwamm, heute nicht mehr nötig.

Foto: Harro Hieronimus

Ein einfaches Bienenhotel für Mauerbienen zum Kaufen.

Es muss ja nicht gleich so ein Luxushotel sein.

Ein halbiertes Baumstück, mit unterschiedlich großen Bohrlöchern, ist ein einfach anzufertigendes Bienenhotel. Die geschlossenen Löcher zeigen, dass diese besetzt sind.

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Abenteuer Amazonas Wie kleine Fische den grössten Regenwald der Welt retten

Abenteuer Amazonas 92 Seiten Format 21 x 21 cm Hardcover ISBN 978-3-936616-95-8 Verlag Natur & Wissenschaft Solingen 2019 19,80 € (D), 20,40 € (A) versandkostenfrei

Bestellungen an:

Sy Montgomery Keith Ellenbogen Übersetzung Harro hieronimus

Verlag Natur & Wissenschaft Postfach 170209 D-42624 Solingen info@verlagnw.de

Text

Fotografie

Über das Buch: Die Stichworte CO2, Klimaschutz und Klimawandel sind heute nahezu allgegenwärtig. Der Amazonas-Regenwald gilt als der wichtigste landgestützte CO2-Speicher und Sauerstoffproduzent. Gleichzeitig werden aber Tag für Tag riesige Wälder abgeholzt, im Amazonas-Becken sind es etwa 100 km² – pro Tag, Tendenz steigend. In diesem Buch wird gezeigt, wie durch den nachhaltigen Fang von Aquarienfischen ein Gebiet, das fast ein Drittel der Fläche Deutschlands umfasst, vor Holzfällern, Landwirtschaft, Goldsuchern, Palmölplantagen geschützt und der Regenwald in seiner ursprünglichen Form erhalten wird. Ein besonderes Anliegen dieses Buchs ist es, dem Leser zu zeigen, wie wichtig der Zierfischfang für den Erhalt des Regenwalds ist. Das Überleben von mehr als 1.000 Tierarten hängt vom Regenwald ab und dessen Überleben fast nur von einer einzigen Fischart. Und das ist das vielleicht wichtigste Ziel: der Schutz des Regenwalds in einem riesigen Gebiet. So viel Natur kann durch den Kauf von nachhaltig durch den Fang von Aquarienfischen bewirtschaftetem, naturbelassenem Regenwald gerettet werden. In Zusammenarbeit mit europäischen und amerikanischen Wissenschaftlern und Kaufleuten entstand das Projekt Piaba. Das Motto des Projekt Piaba lautet:

Kauf einen Fisch – rette einen Baum! Die Autorin, Sy Montgomery, ist eine amerikanische Naturforscherin, Bestseller- und Drehbuchautorin, die für ihre Bücher schon zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Keith Ellenbogen ist ein bekannter Unterwasserfotograf mit dem Schwerpunkt auf Umweltschutz. Harro Hieronimus ist ein Aquarianer, der schon zahlreiche Bücher und zahllose Artikel zu verschiedensten Themen der Aquaristik veröffentlicht hat.


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Schon beginnt der April... Leider mit Frost! In dieser wirklich verrückten Zeit ist wahrschein- düngt wird. Nach Gefühl klappt das nämlich nie. lich jeder doppelt dankbar für den eigenen Garten Optimal wäre es, jedes Mal beim Umtopfen eioder Balkon… nen größeren Topf zu nehmen. Das geht aber irgendwann verständlicherweise nicht mehr. Dann Wenn Sie im Garten frühe Narzissen haben, die schneiden Sie mit einem alten Messer oder einer schon verblüht sind, sollten Sie die verblühten alten Säge (Betonung liegt auf alt, denn die ist nach Blüten abschneiden oder abknipsen, damit die der Aktion stumpf) rings rum und auch am Boden Kraft zurück in die Zwiebel geht. Sollten Sie ihre eine dicke Scheibe durchwurzelter Erde ab, damit Zwiebelpflanzen immer noch nicht gedüngt ha- im alten Topf wieder Platz für neue Erde geschafben, können Sie auch noch mehrfach mit Flüssig- fen wird. dünger gießen. Flüssigdünger wird nicht im Boden gespeichert, sondern wirkt sofort. Eigentlich Ich habe jetzt auch wieder unter meine ganzen gießt man mit ihm nur die Kübelpflanzen einmal Kübelpflanzen Untersetzer gestellt (okay, eigentin der Woche. Damit können Sie auch schon an- lich waren es meine Kinder), damit ich mir das fangen, jedenfalls mit den alten Kübelpflanzen. Gießen im Sommer erleichtere. Topfpflanzen sollten alle zwei, spätestens drei Jahre umgetopft werden. Achten Sie auf gute, torffreie Blumenerde. Aber auch diese ist nur für ein paar Wochen aufgedüngt und braucht dann durch Flüssigdünger Nachschub. Mein Tipp ist, sich einen Wochentag zu merken, an dem immer ge-

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Ansonsten sollten die Staudenbeete, Gemüsebeete, Obstbäume und Sträucher spätestens jetzt mit einem organischen Universaldünger und/ oder Kompost versorgt werden, damit den Pflanzen die Nährstoffe beim Austrieb auch zur Verfügung stehen.


Meine Söhne haben den Rasen auch schon einmal gemäht und er ist gedüngt. Wenn Sie einen Mulchmäher haben, sollten Sie trotzdem den ersten Schnitt nach dem Winter mit einem Fangkorb mähen, da der Rasen ja auch im Winter wächst und dann zu hoch ist.

gut der Blaustern (Scilla). Dieses Blau ist einfach unbeschreiblich.

Diese kleine robuste Zwiebelpflanze wird nur 15 bis 20 cm hoch und wächst am liebsten im Halbschatten, aber auch im Schatten. Sie blüht im März und April und mit der Zeit verwildert sie im GarIm Garten fängt es nun richtig an zu blühen: späte ten, so dass man irgendwann einen blauen Teppich Narzissen, frühe Tulpen und mir gefälllt besonders hat. Der Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida 'GP Baker') leuchtet auch von weitem. Nach der Blüte zieht er schnell wieder ein und macht den Platz frei für die Stauden. Haben Sie mehrere verschiedene Lerchensporne im Garten, versamen sich diese, aber fallen leider nicht echt. Text & Fotos: Anja Berger

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Werkbänke gesucht! Für den Handwerksbereich bei den Palettenregalen in Haus 2 werden noch Werkbänke gesucht. Diese sollten eine Tiefe von bis etwa 80 cm haben, die Breite ist weniger wichtig, da sie etwas flexibel gehandhabt werden kann. Die Werkbänke sollen das kleinere Werkzeug der Stiftung aufnehmen und den Mitarbeitern vor Ort die Möglichkeit bieten, handwerkliche Arbeiten vorzunehmen. Wer also eine Werkbank mit entsprechender Größe abgeben kann – gut gebraucht wäre ebenfalls geeignet – wendet sich bitte an Matthias Nitsche oder Harro Hieronimus. Der Transport kann organisiert werden.

Skulpturenausstellung „Raumgreifen“ von Berthold Welter Auf dem Gelände des Alten Friedhofs warten elf „Raumgreifen“-Skulpturen von Berthold Welter darauf, von Ihnen entdeckt zu werden.

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Das Aquarium im Umbau Nachdem das Aquarium vor bereits einiger Zeit komplett neu eingerichtet werden musste, weil die Frontscheibe (wahrscheinlich durch Vandalismus) zerstört worden war, war die Bepflanzung inzwischen etwas einseitig geworden. So schön die sehr seltene Seerose Nymphaea minuta auch ist, das ganze Aquarium soll sie nicht besiedeln. Ihre Besonderheit, selbst unter Wasser zu blühen und auch bei nicht vollständig geöffneter Blüte Samen zu bilden, führte zu einer stärkeren Verbreitung (die wir auch aktuell im Auge behalten müssen). So wurde an zwei Wochenenden das Wasser teilweise abgelassen (der Wasserwechsel dabei ist auch gut für die Fische) und Kollege Sebastian stieg ins Aquarium und pflanzte die neu angeschafften und aus selbstgezogenen Beständen beschafften Pflanzen ein.

erfreuen, sondern es soll natürlich auch – wie so mancher Teilbereich des Botanischen Gartens – dazu anregen, das Gesehene nachzubauen, natürlich in einem kleineren Maßstab. Bei den Fischen wird es auch noch Änderungen geben. Momentan ist die Besatzung etwas einseitig, denn 95 % der vorhandenen Fische sind Mollys von goldfarben bis schwarz. Aber es haben sich schon einige Abnehmer gefunden. Es sollen weitgehend wieder die Fische hinein, die auch zu Beginn vorhanden waren und (noch) auf den Tafeln abgebildet sind. Durch eine Schenkung und einen kleinen Zukauf wurden zwei Bestände (Schmerlen und Buntbarsche) wieder aufgebaut, aber es fehlen etwa noch die wunderschönen Kongosalmler und auch einige algenfressende Fische.

Bei den Pflanzen wurde darauf geachtet, dass es Wir hoffen, dass das Aquarium sich zur Wiedersich zwar um attraktive, aber einfach zu beschaf- eröffnung der Schauhäuser dann wieder in altem fende und leicht zu pflegende Pflanzen handelt. Glanz zeigt und die Besucher erfreuen kann. Text & Fotos: Harro Hieronimus Denn das Aquarium soll den Besucher nicht nur

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Das zweite Aquarium – mit einer Ausnahme – nur Fischarten aus dem Tanganjikasee einziehen. Dabei handelt es sich um Buntbarsche und eine Welsart. Diese Fische werden, wenn sie denn im Aquarium sind, noch ausführlicher vorgestellt. Nur so viel schon vorab: Es handelt sich um Fische mit einem ganz besonderen Fortpflanzungsverhalten. Da gibt es Familien, bei denen die Halbwüchsigen sich um ihre jungen Geschwister kümmern müssen, Buntbarsche, die in Schneckenhäusern leben, solche, die ihre Jungen im Maul ausbrüten, normale Höhlenbrüter und als Besonderheit eine Welsart, die ihre Eier den Buntbarschen unterschiebt und in deren Maul ausbrüten lässt. Nicht umsonst heißen diese Fische Kuckuckswelse. So wird dieses Aquarium Als die neuen Scheiben im Tropen- und Aquari- also vielfältig und auch sehr lehrreich für die Beenhaus eingebaut waren, stellte sich heraus, dass sucher sein. die Scheiben deutlich mehr Licht durchließen und für Orchideen zu hell geworden waren. Außerdem Allerdings hat, wie man so sagt, der liebe Gott den war die personelle Kapazität für die Orchideen- Schweiß vor den Erfolg gesetzt. Wir haben zwar pflege durch den Tod von Baldur Bert kleiner ge- die Angebote für Scheibe und Rahmen eingeholt worden. So waren die Orchideenpfleger ganz froh, und Lieferanten gefunden, aber bevor die starten als die Aquarienleute anboten, das ursprüngliche können, gibt es noch viel Arbeit. Denn die Einrichtung des Aquariums hat nicht nur unter der Aquarium dort wiederherzustellen. ständigen Beregnung der Orchideen gelitten, sie Dieses Aquarium soll einen besonderen Aus- ist auch mehr als unpraktisch. Da wurden Mauschnitt aus der Natur darstellen. Es sollen nämlich ern gezogen, riesige Hohlräume gelassen und sehr, Als das Tropenhaus gebaut wurde, hat man damals zwei Aquarien eingebaut. Das erste Aquarium ist im Durchgang zum Tropenhaus und im vorgehenden Artikel abgebildet. Im Tropenhaus ist aber ein zweites Aquarium gewesen, dass seinerzeit auch betrieben wurde und mit Diskusfischen (eine attraktive Buntbarschart aus Südamerika, die aber viel Pflege braucht) besetzt war. Als vor über 20 Jahren die Scheibe platzte, wurde beschlossen, das Aquarium nicht weiterzubetreiben (es war wohl auch niemand da, der sich darum kümmern wollte). Stattdessen wurde dort eine Orchideenvitrine eingerichtet, die auch bis zur Tropenhaussanierung betrieben wurde.

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4 Fotos: Matthias Nitsche

sehr viel Mörtel verwendet, um die Konstruktion aufzubauen. Da die Schieferplatten zum großen Teil lose oder zumindest nicht mehr fest genug waren, konnten sie nicht mehr so gelassen werden. Nach ausführlichen Diskussionen wurde beschlossen, das Aquarium komplett zu entkernen. Mithilfe eines Bohrhammers wurde der Einrichtung zu Leibe gerückt – und das war tatsächlich schweißtreibend. Obwohl wir zum Zeitpunkt des Abfassens dieses Artikels erst gut die Hälfte des Aquariums vom Ballast befreit haben, waren es geschätzt 300-400 kg, die in den Big Bag kamen. Der noch verwendbare Schiefer wurde separat gesammelt, er wird in der einen oder Sebastian bei der Arbeit mit dem Bohrhammer. anderen Form wiederverwendet werden.

2 Fotos: Harro Hieronimus

Wann das Aquarium fertig wird, steht noch nicht ganz fest, weil es auch davon abhängt, wie es mit der Finanzierung klappt (Spenden sind jederzeit willkommen!). Momentan planen wir für Ende Mai, sodass Fische im Juli einziehen könnten. Text: Harro Hieronimus

Auch der Autor arbeitete mit – und nicht etwa nur fürs Foto.

So sah das Aquarium zu Beginn der Arbeiten aus, nachdem die Orchideen umgesiedelt worden waren. Der Schuttberg wurde immer größer.

Von oben sieht man die vielen Baustellen besser, auch etwa den verrosteten Eisenrahmen.

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Das ist in etwa der Stand nach dem ersten Tag gewesen.


Lesestoff fur Gartenfreunde oo

Hannes Petrischak Welche Wildbiene ist das? Einfach erkennen und bestimmen 144 S., 130 Farbfotos, 180 x 108 mm Klappenbroschur, Kosmos, Stuttgart 2021 ISBN 978-3-440-16893-6, 15 €

Mark Bachofer & Joachim Mayer Der Kosmos Baumführer 370 Bäume und Sträucher Mitteleuropas 288 S., 290 Farbfotos, 370 Farbzeichnungen, 195 x 135 mm, Klappenbroschur, Kosmos, 4. Aufl. Stuttgart 2021, ISBN 978-3-440-17013-7, 20 €

Die Honigbiene ist eine der unscheinbareren Bienen. Unter den Wildbienen gibt es aber etliche auffällige und kräftig gefärbte Exemplare. Am bekanntesten ist sicher die Hummel, aber die fällt schon durch ihre Größe auf. Schaut man aber genauer auf die honigbienengroßen Exemplare, fällt schnell auf, dass es sehr viele unterschiedliche Exemplare gibt, die sich in Details und je nach Jahreszeit unterscheiden. Dieses Buch ist eine gute Hilfe zur Bestimmung unserer Wildbienen.

Bäume begegnen uns auf Schritt und Tritt und im Botanischen Garten kann man sogar Patenschaften dafür übernehmen. Aber welche Baumart ist es denn, vor der wir gerade stehen? Dieses Buch gibt Antwort auf diese Frage. Beginnend mit der Blattform, führt das Buch zum richtigen Baum, mit Fotos des Baums und Zeichnungen von Blättern, Blüten und Samen, wo möglich. Damit lassen sich nahezu alle Bäume und Sträucher Deutschlands recht einfach bestimmen. 33


Sebastian Hopfenmüller & Eva Stangler Bienen retten Wildbienenfreundliche Projekte für Balkon, Terrasse und Garten 128 S., 123 Farbfotos, 210 x 149 mm Klappenbroschur, Stuttgart 2021 ISBN 978-3-8186-1227-6, 14 € Auch bei diesem Buch geht es darum, den Bienen, die für unsere Umwelt so wichtig sind und die es in den letzten Jahren immer schwieriger hatten, eine passende Umwelt zu bieten. Und dafür reicht schon ein Balkon! Dieses Buch zeigt im ersten Teil vor allem, welche Pflanzen sich für welchen Bereich besonders gut eignen. Im zweiten Teil wird dann ausführlich dargestellt, durch welche Maßnahmen wir unseren Wildbienen besonders gut helfen können. Das fängt beim Totholz an (kein Garten sollte im Interesse fast aller Gartentiere zu aufgeräumt sein) und beschreibt die verschiedensten Möglichkeiten. Auch die wichtigsten Gegenspieler der Bienen werden kurz behandelt. Dann werden noch die bedeutendsten Wildbienenarten vorgestellt sowie die weiteren Bewohner dieser Biotope, wie einige nützliche Wespenarten. Das Buch ist eine gute praktische Anleitung, wenn man mit geringem Aufwand dazu beitragen will, die Wildbienenvielfalt zu verbessern. 34

Anja Birne & Marion Nickig Gärtnerinnen und Gärtner Das gesammelte Gartenwissen aus 100 interessanten Gärtnereien 256 S., ca. 1300 Fotos, 280 x 250 mm fest gebunden, München 2021 ISBN 978-3-7667-2526-4, 39,95 € Den besten und interessantesten Gärtnereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird erstmalig ein ganzes Buch gewidmet. Die erfolgreiche Gartenbuchautorin Anja Birne und die renommierte Fotografin Marion Nickig stellen Betriebe und ihre Geschichte vor, die sich mit traditioneller Handarbeit der Pflanzenvielfalt und Qualität, dem Naturschutz und Sinn für Schönheit in historischen und modernen Gärten verpflichtet sehen. Dabei ist der Titel etwas irreführend. Natürlich spielen die Inhaberinnen und Inhaber eine wichtige Rolle, aber im Mittelpunkt der Beschreibungen stehen die Gärtnereien und ihre Produkte, darunter auch Gärtnereien in NRW (sogar in Hilden als nächster). Vor allem, wer etwas Spezielles sucht, kommt mit diesem Buch auf seine Kosten und wird fast mit Sicherheit fündig. Ergänzt mit den schönsten Gartenmärkten, Bezugsquellen für Saatgut und Blumenzwiebeln, hochwertiges Gartenzubehör, Gartenschulen und Museen rund um die Gartenkultur lädt dieses Buch zu einer Gartenreise der ganz besonderen Art ein. Alle Rezensionen: Harro Hieronimus


Die neue Ordnung

Das Fundament für diese Regale muss sehr stabil sein und wird hier gerade gebaut.

Um die Ordnung im Bereich hinter dem Kiosk zu erhöhen und die Arbeiten beim Aufbau der Außenanlagen zu erleichtern, wurde der hintere Bereich von Haus 2 umgestaltet (s. S. 6-7 dieses Hefts). Damit wurde Raum für drei große Palettenregale geschaffen. Die Bilder zeigen, wie das Fundament gebaut wird und wo die Paletten stehen werden. Text & Fotos: Harro Hieronimus

Vor dem Durchgang zwischen Haus 1 und 2 steht ein kleineres Palettenregal.

An der Rückwand steht ein großes Regal, in dem Kioskgegenstände gelagert werden. 2 Fotos: Valeria Luhn

Die Coronakrise und die dadurch ausfallenden Veranstaltungen haben nicht nur negative Auswirkungen gehabt. Die Zeit, die sonst für Vorbereitung und Durchführung genutzt werden musste, konnte sinnvoll genutzt werden, um etliche Arbeiten durchzuführen, die teilweise schon seit Jahren geplant waren. In den vergangenen Jahren war wegen der vielen Wochenendveranstaltungen kaum Zeit für größere Maßnahmen.

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Helfer gesucht – Mitmachen erwünscht Die Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, Solingens grüne Lunge, den Botanischen Garten, zu erhalten und zu attraktivieren. Unter unserem Wahlspruch „Gemeinsam für ein schönes Stück Solingen“ suchen wir Gleichgesinnte, die Lust haben, unsere einzelnen Arbeitsteams zu unterstützen. Ihre Hilfe wird dringend benötigt, vielleicht schnuppern Sie einfach bei einem unserer Teams rein. Unser Freilandpflegeteam Die Stiftung pflegt einige Beete im Freigelände, u.a. den Bauerngarten, den Heilpflanzengarten, den Bibelgarten oder die Wechselbepflanzungsfläche. Die Teams treffen sich mittwochs und samstags oder nach Absprache und jäten Unkraut, mähen den Rasen, schneiden den Ilex, pflanzen Blumen u.v.m. Unser Schauhauspflegeteam Die Stiftung hat die Pflege des Sukkulentenhauses, des Bromelienhauses und der Orchideenhalle übernommen. Auch hier sind weitere Mitstreiter jederzeit herzlich willkommen. Auch für die Anzuchtarbeiten im „Mutterpflanzenhaus“ wird immer Verstärkung gebraucht.

Kiosk und Küchenteam Seit 2008 bietet die Stiftung in ihrem Kiosk Kaffee, Kuchen, Eis und Erfrischungsgetränke an. Von Ostersonntag bis Ende Oktober wird dieser ehrenamtliche Service für die Besucher an jedem Sonnund Feiertag von 14-18 Uhr angeboten. Vielleicht haben Sie Spaß dabei, uns im Verkauf, in der Küche, beim Kaffeekochen und Spülen oder beim Backen von Kuchen- und Tortenspenden zu unterstützen. Ohne Kuchen gibt es natürlich auch keinen Verkauf, daher freuen wir uns immer über Kuchen- und Tortenspenden. 36


Reparatur- und Instandhaltungsteam Dazu werden Bastler und Tüftler gesucht. In einem Botanischen Garten mit über sechs Hektar Fläche gibt es viel instandzusetzen und zu reparieren. Sie haben Spaß am Schrauben, Malern, Mauern, Schreinern usw.? Dann ist dieses Team vielleicht etwas für Sie. Mitglieder verschiedenster Gewerke arbeiten hier ehrenamtlich Hand in Hand für den Botanischen Garten. Veranstaltungsteam Der Botanische Garten ist bekannt für seine vielen abwechslungsreichen Veranstaltungen, von Konzerten über Tanztees bis hin zu Vorträgen und Führungen. Auch für den Auf-, Abbau und die Durchführung dieser Veranstaltungen werden wieder viele fleißige Hände benötigt. Bei einigen Veranstaltungen werden auch ein Grill und ein Getränkestand aufgebaut, deren Betreuer sich über weitere Verstärkung freuen würden. Mitmachen! Sie haben Interesse, Lust und Spaß, uns in einer der verschiedenen Gruppen zu unterstützen, möchten mehr erfahren oder einfach mal bei uns reinschnuppern, dann nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Sie: info@botanischer-garten-solingen.de 37


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Bienenfeind! Ein Bienenhotel zu bauen, wie im Botanischen Garten geschehen, und dann noch ausreichend Futterpflanzen anzubauen, reicht noch nicht aus, um den Bestand an Wildbienen zu erhöhen. Wildbienen haben auch natürliche Feinde. Neben Vögeln ist dies zum Beispiel besonders der Trauerschweber (Anthrax anthrax). Die Weibchen dieser Fliege schleudern ein Ei in die Bienenröhre. Die Larve frisst erst den Futterbrei der Bienenlarve, dann diese

selber, bevor sie schlüpft. Dazu hat sie einige Haken auf dem Kopf, um den Lehmdeckel zu zerstören. Das Foto entstand am Wildbienenhaus im Botanischen Garten. Als Gegenmaßnahme könnte man gelb angestrichene Nistattrappen aufstellen, die nur einen halben Millimeter tiefe Löcher haben. Allerdings befallen die Trauerschweber im Durchschnitt in Deutschland nur 2 % der Bienenröhren. Text & Foto: Harro Hieronimus

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Veranstaltungskalender Aktuell können wir leider keine sicheren Termine für die Veranstaltungen im Botanischen Garten nennen – coronabedingt. Auch wann der Kiosk wieder geöffnet werden kann, ist aufgrund der Auflagen des Ordnungsamts unsicher. Bitte informieren Sie sich in den Tageszeitungen oder im Internet unter www.botanischer-garten-solingen.de über aktuelle Termine und Entwicklungen. Folgende Veranstaltungen sind zumindest noch geplant:

Abgesa

gt!

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Blütenpresse 01/2021  

Blütenpresse 01/2021  

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