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ISSN 2512-7519

2/2019

Blütenpresse

Schutzgebühr 2 €

Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.


Blütenpresse Inhalt Heft 2-2019 Impressum 42 Editorial 43 Neues aus dem Botanischen Garten 44 Der lange Tag der StadtNatur 2019 47 Open-Air-Kino im Botanischen Garten 49 Open-Air-Tanztee im Botanischen Garten 50 NABU Solingen trifft Botanischen Garten 52 Bonsai im Botanischen Garten 53 Ehrenamtliche Dienste im Botanischen Garten 56 Tour de France im Botanischen Garten 58 Plan des Botanischen Gartens 60/61 Unser Gartenkiosk ist geöffnet! 63 Unsere Kuchenbäckerinnen und Kuchenbäcker stellen sich vor 65 Das Lindenblatt weist den Weg! 66 Historische Rosen im Botanischen Garten 68 Amaryllis-Gewächse im Botanischen Garten 71 Helfer gesucht – Mitmachen erwünscht! 75 Mitglieder werben Mitglieder 77 Mitgliedsantrag 78 Der Glockenbaum 79 Veranstaltungsprogramm bis Jahresende 80

Impressum Redaktion: Harro Hieronimus (v.i.S.d.P.) Matthias Nitsche Zuschriften an: H. Hieronimus Dompfaffweg 53 42659 Solingen Tel.: 0212-819878 redaktion@bluetenpresse.de Die Blütenpresse ist eine Zeitschrift für die Mitglieder der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. sowie die Besucher des Botanischen Gartens. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Abonnementsmöglichkeiten bitte bei der Redaktion erfragen. Veröffentlichte und namentlich gekennzeichnete Manuskripte stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar. Für den Inhalt sind die Autoren selbst verantwortlich. Jegliche Gewährleistung für

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www.botanischer-garten-solingen.de


Blütenpresse Foto: Privat

Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V.

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde des Botanischen Gartens Solingen, in diesem Heft berichten wir über einige der zahlreichen Aktivitäten, die dieses Jahr wieder im Botanischen Garten stattgefunden haben. Nicht nur bei der Stadt, auch bei vielen Besuchern wird der Botanische Garten wertgeschätzt und als „Grüne Lunge“ Solingens gesehen. Dass diese Veranstaltungen und Veränderungen stattfinden können, liegt zum größten Teil am ehrenamtlichen Engagement der Mitarbeiter, die sich in der Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. zusammengefunden haben. Keine Veranstaltung könnte stattfinden, wenn es nicht Mitglieder (diese Form ist zwar maskulin, aber natürlich sind darunter nicht nur Männer, sondern auch die vielen Frauen zu verstehen, die sich für den Botanischen Garten einsetzen) gäbe, die sich an den Vorbereitungen und an der Durchführung beteiligen. Dabei muss es gar nicht viel sein. In diesem Heft berichten wir über einige dieser Aktivitäten etwas ausführlicher. Zwei Stunden an einem Sonntag in den Gewächshäusern anwesend sein und aufpassen, dass alles seinen geordneten Gang geht (und vielleicht auch noch die eine oder andere Pflanze gegen Spende vermitteln), wäre eine der einfachsten Möglichkeiten. Eine weitere wäre es, einen Kuchen für die sonntägliche Kiosköffnung zu backen. In diesem Heft berichten wir nicht nur darüber, sondern zeigen auch mit zwei Rezepten eines Hobby-Bäckers und einer Hobby-Bäckerin, wie einfach es eigentlich ist. Und natürlich braucht auch der Kiosk vor, während und nach den Öffnungszeiten Helfer(innen). Und selbst wenn es nur ein- oder zweimal im Jahr ist, jede Mitarbeit hilft. Zum einen geht es darum, die Arbeit der Stiftung zu finanzieren, zum anderen aber – und das ist die vielleicht sogar wichtigere Aufgabe – geht es um den Erhalt des Botanischen Gartens und die Verbesserung dort, wo es nötig ist. Die Stadt unterstützt den Garten zwar, aber auch deren Mittel sind begrenzt, wie man in der Tagespresse nachlesen kann. Wie immer zuletzt meine Bitte: Wir können immer Artikel brauchen. In diesem Heft haben sich dankenswerter Weise zahlreiche Schreiber eingefunden, die etwas über den Botanischen Garten geschrieben haben. Aber es dürfen auch Berichte sein, die nur indirekt mit diesem zu tun haben. Schreiben Sie einfach etwas und schicken es an redaktion@bluetenpresse.de oder matthias.nitsche@t-online.de. Ich bin sicher, auch die Mitarbeiter dieses Hefts werden sich weiterhin beteiligen, aber es dürfen ruhig noch mehr Artikel kommen (übrigens auch handschriftlich, bitte an die Redaktionsadresse schicken, gerne auch mit Fotos). Thema Fotos: Denken Sie bitte daran, dass die Fotos mindestens 300 dpi in Druckgröße haben müssen; was auf dem Bildschirm gut aussieht, tut dies im Druck leider noch lange nicht. So verbleibe ich mit herzlichen Grüßen Ihr Harro Hieronimus 43


Neues aus dem Botanischen Garten Neuer Boden für den Festplatz Am Sonntag, den 16. Juni um 15.00 Uhr, pünktlich zum Start unseres zweiten Tanztees, war es soweit. Der Festplatz im Botanischen Garten Solingen wurde neu eröffnet. Den schon bekannten roten Teppich – genauer den roten Tanzboden, die schwarzen Antirutschmatten und die damit verbundene Schufterei beim Auf- und Abbau – gehören jetzt der Vergangenheit an. Der Festplatz wurde durch die Firma Joachim Steen Garten- und Landschaftsbau umgestaltet. Bis zum 14. Juni wurde der Boden des Festplatzes auf eine gleichmäßig ebene Fläche gebracht, mit einer Dränage versehen und mit einem witterungsfesten Mehrzweckboden versehen. Der Boden besteht aus Bohlen aus einem Holz-Kunststoffgemisch und wurde in einem Grauton gefärbt, der von der Unteren Denkmalbehörde vorgegeben wurde. Der Rasenrahmen um den Festplatz herum wurde je nach Lage angeschüttet bzw. abgeflacht und mit neuem Rollrasen versehen. Der Rasen musste auf Grund der Witterung drei Wochen lang jeden Tag gegossen werden, an dieser Stelle „Danke“ für die fleißigen „Rasen-

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gießer“. Beim neuen Festplatz wird es zukünftig keine „Schräglagen“ beim Tanzen mehr geben, zumindest nicht mehr solche, die der Topografie geschuldet sind. Auch bei Konzerten muss dann nicht mehr „bergauf“ gespielt werden. Ermöglicht hat den Umbau eine großzügige Spende der Stadtsparkasse Solingen. Die Stiftung freut sich sehr, dass dieses Projekt durch die Mithilfe der Stadtsparkasse dieses Jahr schon umgesetzt werden konnte. Text und Fotos: Matthias Nitsche


Eröffnung der E-Bike-Tankstelle Am Samstag, den 18. Mai, wurde um 12 Uhr die E-Bike-Tankstelle am Eingang des Botanischen Gartens u.a. durch Oberbürgermeister Tim Kurzbach, Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter eröffnet. Aufgrund des immer umfangreicher werdenden Fahrradtourismus im Bergischen Land und des geplanten Lückenschlusses des Radwegenetzes zwischen dem Rheinland und dem Ruhrgebiet wollte auch der Botanische Garten Solingen, der an der Korkenziehertrasse liegt und ein Teil des Bergischen Panoramaradwegs ist, sein Angebot für den Fahrradtourismus ausbauen. Neben weiteren Fahrradständern am Eingang Frankfurter Damm und am neuen Eingang am Klinikum gibt es jetzt am Haupteingang rechts neben der neuen Toilettenanlage eine E-BikeTankstelle. Die neue E-Bike-Tankstelle besteht aus einem ca. 2 m hohen, rechteckigen Turm, der wie im Schwimmband drei Schließfächer hat. In jedem Schließfach kann an einer Steckdose je ein Akku Oberbürgermeister Tim Kurzbach (links: Matthias Nitsche) würdigaufgeladen werden. Links neben dem Ladeturm te die Bedeutung der neuen E-Bike-Tankstelle. sind fünf grüne Fahrradständer entstanden, die beidseitig genutzt werden können und so Platz für zehn Fahrräder bieten. Für den Ladeturm wurde ein Leerrohr verlegt, um den Ladeturm vom Technikraum der Toilettenanlage aus mit Strom zu versorgen. Die Pflaster- und Einbauarbeiten wurden von der Ausbildungskolonne der Technischen Betriebe (TBS) übernommen. Die Wartung und Pflege der Anlage übernimmt die Stiftung. Wir erhoffen uns mit der E-BikeTankstelle, den Botanischen Garten auch für weitere Zielgruppen interessanter und attraktiver zu Zahlreiche Projektbeteiligte eröffneten dann offiziell mit einem synchronen Scherenschnitt die Tankstelle. Launig wurde angemerkt, dass es ja gar keine Solinger Scheren gewesen seien. Die Begründung wurde aber auch gleich geliefert: Bei der letzten Eröffnungszeremonie waren die dabei verwendeten Solingen Scheren im Anschluss daran sämtlich verschwunden. Dieses Mal blieben sie da.

Umfangreiche Erdarbeiten standen am Anfang des Projekts.

machen. Die Natur aus aller Welt kennenlernen und dabei umweltfreundlich anreisen, ist nachhaltig und zukunftsweisend. Das ist auch der Ansatz, den die Stadtwerke Solingen haben und deswegen die E-Mobilität in Solingen unterstützen und fördern. Wir freuen uns sehr, dass die Stadtwerke Solingen uns bei diesem Projekt mit 4.000 Euro unterstützten. Ebenso bedanken wir uns bei der Bezirksvertretung Gräfrath über einen Zuschuss 45


Die Zuschauer verfolgten gespannt die Eröffnungszeremonie. Einige waren bereits mit dem E-Bike angereist.

In drei Schließfächern können die Akkus der E-Bikes in Zukunft aufgeladen werden.

Das defekte Tor Wie sie vielleicht bemerkt haben, fehlte seit April am Hauteingang des Botanischen Gartens Solingen ein Flügel des Tors. Dieses wurde von den Technischen Betrieben Solingen (TBS) herausgenommen, weil der Stein, in dem der Torflügel verankert war, gebrochen war und die Gefahr bestand, dass das Tor herausfällt. Da das Tor wie der ganze Botanische Garten unter Denkmalschutz steht, musste hier ein spezieller Ersatzstein beschafft werden. Der TBS konnte nun, nach Lieferung des besonderen Steins für das Tor, die Baustelle zum Abschluss bringen. Die Mauer und die Anker für das Tor wurden am 1. Juli wieder aufgebaut und das Tor eingehängt. Dazu war es notwendig, nach Beendigung dieser Einbaumaßnahme das Tor für drei Tage geschlossen zu halten, damit die ganze Torbefestigung aus46

trocknen und sich festigen konnte. Daher kam es für drei Tage zu Einschränkungen am Haupteingang. Die Besucher des Gartens wurden gebeten, das Fußgängertor links neben dem Haupttor zu benutzen. Das Einfahren in den Garten war dann bis einschließlich Mittwoch nicht möglich. Die TBS hatten es natürlich so geplant, dass am Wochenende das Tor wieder geöffnet werden konnte. Text: Matthias Nitsche

Foto: Redaktion

von 1.500 Euro. So konnte der Kauf der Ladesäule Die Stadtwerke Solingen, die Bezirksvertretung Solingen sowie die finanziert werden. Die Stiftung bedankt sich recht Ausbildungskolonne der TSB sind wichtige Sponsoren der E-Bike- herzlich bei allen Unterstützern. Tankstelle. Ihre Leistung wird durch eine Tafel an der Tankstelle geText: Matthias Nitsche würdigt. Fotos: Matthias Nitsche und Harro Hieronimus


Der lange Tag der StadtNatur 2019 Am 18. Mai fand in Solingen der lange Tag der Stadtnatur statt – zeitgleich mit der Eröffnung der E-Bike-Tankstelle. An verschiedenen Stellen der Stadt wurden Projekte zum Erhalt der Natur sowie zum Artenschutz vorgestellt. Die Auftaktveranstaltung begann um 11 Uhr im Botanischen Garten. An zahlreichen Ständen wurde teilweise bis 18.00 Uhr über verschiedene Projekte informiert. Die Eröffnung wurde vom Symphonischen Blas­ orchester untermalt. Das JugendUmweltMobil der Naturschutzjugend NRW forderte vor allem die jüngeren Besucher zum Mitmachen auf.

In ähnliche Richtung geht ein Projekt, für das sich die Technischen Betriebe Solingen mit „Gemeinsam gegen das Insektensterben – Gemeinsam für Insektenvielfalt“ in Zusammenarbeit mit dem Bereich „Nachhaltige Entwicklung“ aus dem Büro des Oberbürgermeisters einsetzen. Am Infostand der Technischen Betriebe konnte man sich dann auch über die Planungen zur speziellen Bepflanzung von Grünstreifen informieren, das dieses Jahr an etlichen Stellen in der Stadt umgesetzt wurde, so etwa am Frankfurter Damm sowie vor dem Konzerthaus.

Der Imkerverein Solingen verkaufte nicht nur Honig an seinem Stand, sondern informierte auch COMAPCA ist die Genossenschaft, die in Jinetoüber die Möglichkeiten, selbst als Hobbyimker tä- ga, der nicaraguanischen Partnerstadt von Solingen tig zu werden. ihren Sitz hat. Von dort kommt auch demnächst zertifizierter Biokaffee, der das Siegel „Jinosol“ tragen wird. Die Waldschule Solingen ließ Interessenten einige Geheimnisse rund um die Bäume lüften, in letzter Zeit ist der Wald ja ein aktuelles Thema.

Jeder Gartenbesitzer kann etwas dazu beitragen, dass es unserer Insektenwelt besser geht. Am Stand der Gartenschule Solingen wurden nicht nur insektenfreundliche Pflanzen angeboten, sondern es wurde auch die passende Information dazu gegeben. An einem weiteren Stand wurden schmetterlings- und insektenfreundliche Pflanzen aufge- Die musikalische Untermalung am Nachmittag baut, dazu gab es Wildsamen und Staudenableger begann mit einem Konzert des Shanty-Chors für den eigenen Garten zum Mitnehmen. Solingen. Danach übernahm Heiko Fänger mit 47


Songs aus „Inas Garten“, beides fand auf dem Festplatz statt. Den Abschluss gestaltete das Duo Saitenwind mit Oldies, Folk und Popsongs. Auch die Schülerinnen und Schüler der Sekundarschule setzten sich mit dem Thema „Natur“ auseinander und zeigten ihre Gemälde vor der Pergola.

Schließlich wurde auch über die Möglichkeiten informiert, ein Ehrenamt zu übernehmen. Die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter des Botanischen Gartens wissen, dass es manchmal anstrengend, aber auch sehr erfüllend sein kann, sich hierbei zu engagieren. Den Abschluss bildete dann um 20.00 Uhr das Open-Air-Kino mit dem Film „Die Wupper – Amazonas im Bergischen Land“ des Solinger Filmemachers Sigurd Tesche sowie zwei Filme des Laurel-und Hardy-Museums mit dem Komikerpaar Stan Laurel und Oliver Hardy, bei uns besser bekannt als „Dick und Doof“. Dazu mehr im Anschluss. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass zu diesem Anlass auch der Abschlusstag des Katazome-Workshops zum Einfärben von Textilien stattfand. Zur Gesundheit gehört nicht nur eine funktioNatürlich hat sich der Botanische Garten nicht nur nierende Natur, sondern auch etwas körperliche als Gastgeber mit den vorhandenen Ständen in Sze- Fitness. Und auch hier war das Angebot groß. ne gesetzt, sondern sich auch selbst mit Führungen Ein Schnupperkurs zum Thema Tango Argentiim Sukkulentenhaus, im Heilpflanzengarten, im no machte den Anfang, am Großen Teich konnte Bibelgarten, der Rosen- und der Zitruspflanzen- dann bis in den Abend getanzt und der Musik geführung sowie bei der Baumführung präsentiert. lauscht werden. Ganzkörpertraining und Tai-Chi Auch über die Geschichte des Botanischen Gar- wurden vom Wald-Merscheider-Turnverein 1861 tens sowie die Gartengestaltung der 1950er- und e.V. vorgestellt. Der Merscheider Turnverein 1878 1960er-Jahre konnte man sich informieren lassen. e.V. präsentierte Functional Training und animierNicht nur den Insekten war der Tag gewidmet, te mit einem Zirkusprogramm zu unterhaltsamem sondern natürlich auch anderen Bereichen. So Sport. Der Solinger Leichtatlethik Club schließstellte der Stadtdienst Natur und Umwelt Nist- lich informierte über eine neue Trendsportart, das hilfen für Schwalben, Mauersegler, Fledermäuse Plogging. Dabei wird das Joggen mit dem Aufheund Co. vor, die direkt am Haus angebracht wer- ben von Müll verbunden. Diese Bewegung stammt den können und selbst in eine moderne Siedlung aus Schweden, worauf auch der Name deutet, passen. denn es ist eine Zusammenziehung von Jogging mit dem schwedischen „plocka“, was „aufheben, pflücken“ bedeutet und so zur Reinhaltung der Natur auf sportliche Art beitragen soll. Das waren nur die Veranstaltungen im Botanischen Garten, auch mehrere andere Punkte in der Stadt waren Treffpunkt für weitere Aktionen. Text & Fotos: Harro Hieronimus

Die Firma Optigrün präsentierte Projekte zur Dachbegrünung, mit denen das Kleinklima verbessert, Regenwasser sinnvoll genutzt und mit denen ein weiterer Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen werden kann. 48


Open-Air-Kino im Botanischen Garten Um 20 Uhr schließt der Botanische Garten normalerweise seine Pforten. Nicht so am 18. Mai, da war der Haupteingang (Vogelsang 2a) für den ersten Open-Air-Kinoabend um 20 Uhr wieder geöffnet. Auf dem Festplatz des Botanischen Gartens lockte ab 20.15 Uhr ein besonderes filmisches Abendprogramm zum Bleiben, das zwischen Humor und Natur alles bot. Wolfgang Günther vom Laurel-und-Hardy-Museum im Walder Kotten zeigte zwei der schönsten Kurzfilme des genialen Duos Stan und Ollie alias „Dick & Doof“. Anschließend lief der Film „Die Wupper, Amazonas des Bergischen Landes“ von Sigurd Tesche über die große Leinwand. Da wir nicht abschätzen konnten, ob und wie viele Besucher den Weg abends in den Garten finden würden, hatten wir 30 Plätze unter dem Sonnensegel vorbereitet. Doch der Strom an Besuchern wurde größer und größer und es wurde ein Stuhl nach dem anderen zum Festplatz gebracht. Um 20.15 Uhr warteten über 100 Gäste auf den Start des ersten Open-Air-Kinoabends. Auch der Regenschauer, der zum Ende des Hauptfilms aufzog, vertrieb die Besucher nicht. Im Gegenteil, es wur-

2 Fotos: Public Domain

de enger unter dem Sonnensegel zusammengerückt. In der Pause verwöhnte das Kioskteam unsere Gäste mit heißen Bockwürstchen, Eis und Frikadellen. Allen Helfern vielen Dank für ihren Einsatz. Text und Fotos Matthias Nitsche

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Der Open-Air-Tanztee im Botanischen Garten Seit dem Jahr 2016 heißt es in den Sommermonaten von Mai bis September, einmal im Monat sonntags, jeweils von 15.00-17.00 Uhr: „Wer nicht tanzt, der klatscht.“ Mit dem Einstieg des TanzZentrums Kai Koch in die Durchführung der Traditionsveranstaltung im Botanischen Garten änderte sich das Konzept der Open-Air-Tanztees grundlegend. Sonntagnachmittägliche aktive Freizeitgestaltung bzw. zwanglos entspanntes Ausklingenlassen des Wochenendes bei Kaffee, Kuchen oder Eiscreme heißt jetzt das Motto. Selbst das Tanzbein schwingen, ein paar Freunde und Bekannte treffen und ein Schwätzchen halten oder auch nur der Musik zuzuhören und zu relaxen ist jetzt angesagt. Im Vordergrund der Open-Air-Tanztees steht natürlich fürs Publikum der Tanz. Mit einem bunten Mix bester Tanz- und Unterhaltungsmusik gelingt es den DJs des TanzZentrums Kai Koch immer, die rund 70 m² große Tanzfläche im Botanischen Garten zu füllen und sollte diese

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– wie es häufig vorkommt – überfüllt sein, werden auch schon mal die Wege im Botanischen Garten zu Ersatztanzflächen umfunktioniert. Abwechslung vom allgemeinen Publikumstanz bieten hochwertige Tanzshows sowie ein darauf abgestimmter kurzer Tanzunterricht für das Publikum im Rahmen eines „Schnupperkurses“.


Geleitet werden die Unterrichtseinheiten von Tanzlehrern des TanzZentrums Kai Koch, die die jeweiligen Unterrichtsinhalte derart gestalten, dass sowohl der „klassische Tanzanfänger“ als auch der tanzbegeisterte „rüstige Senior“ mithalten können. In den Publikums-Tanzrunden sind alle Tanzstile, vom reinen Hobbytänzer bis hin zum „Profi“, sowie alle Altersklassen auf der Tanzfläche vertreten. Es wird geschwooft und gerockt, „was das Zeug hält“. Im Vordergrund steht die Freude an der Bewegung mit Musik. Da wird auch schon mal ein Jive zu einem Cha-Cha-Cha-Rhythmus getanzt... terungsfesten Mehrzweckboden aus Kunststoff versehen. So wird es zukünftig keine „Schräglagen“ beim Tanzen mehr geben, zumindest nicht mehr solche, die der Topografie geschuldet sind. Auch bei Konzerten muss dann nicht mehr „bergauf“ gespielt werden. Ermöglicht hat den Umbau eine großzügige Spende der Stadtsparkasse Solingen.

Das Einzige, was die in den Sommermonaten regelmäßig stattfindende größte Open-Air-Tanzveranstaltung im Bergischen Land „ausbremsen“ kann, ist das Wetter. Bei Sturm und Dauerregen findet die Veranstaltung nicht statt. Seit dem 16. Juni 2019 gibt es den schon bekannten roten Teppich, genauer den roten Tanzboden, nicht mehr. Der Festplatz wurde durch die Firma Joachim Steen Garten- und Landschaftsbau umgestaltet. Der Boden des Festplatzes in eine gleichmäßig ebene Fläche gebracht und mit einem witStärkung und Erfrischung erhalten die Gäste der Open-Air-Tanztees am Kiosk des Botanischen Gartens, so dass auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. Mit anderen Worten, ein Besuch des Open-Air-Tanztees ist wie ein kleiner Urlaub zwischendurch. Um die Veranstaltungsreihe durchführen zu können, sind im Schnitt 30 ehrenamtliche Helfer mit dem Auf- und Abbau, der Durchführung der Veranstaltung oder im Kiosk im Einsatz. Ohne diese würde es nicht gehen, vielen Dank an alle Helfer. Text Olaf Büchner und Matthias Nitsche Fotos Matthias Nitsche 51


NABU Solingen trifft Botanischen Garten Der Naturschutzbund (NABU) Solingen ist ein Wasser, Kunst und Infotafeln: All das findet sich in gemeinnütziger und öffentlicher Verein. Wir set- beiden Vereinen wieder. zen uns ein und fördern gemeinschaftliches Verhalten in der Natur. Im Naturschutz sind wir mit aktiven und passiven Mitgliedern tätig. Vieles finden wir im Botanischen Garten wieder, so aktive und passive Mitglieder. Für beide Vereine sind beide Gruppen wichtig, da ein gesunder Verein nur mit guter finanzieller Basis funktioniert. Der Botanische Garten Solingen ist ein wunderschöner Park für die Öffentlichkeit, ein Schutzraum für Pflanzen und Tiere, fast jeder Solinger kennt ihn in all seiner Vielfalt. Beide Vereine haben einen Auftrag für die Öffentlichkeit, für Familien und Kinder. Es gibt Exkursionen. Landschaftspflege und der Erhalt der Vielfalt der Lebensräume werden gefördert. Der NABU Solingen ist bei der Veranstaltung „Garten- und Blumentag“ mit einem Infostand vertreten. Wir wollen häufiger und auf mehr Gebieten kooperieren. Daher entstand die Idee: „Es gibt doch viel mehr Möglichkeiten der Zusammenarbeit.“ Die Vereine haben Schnittpunkte zum Thema Natur, zum Thema Nachhaltigkeit. Bäume, exotische und einheimische Pflanzen,

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Der NABU Solingen hat in Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten mit seinen Kindergruppen schon tolle Aktionen durchgeführt. Es gab eine Rallye zum Bestimmen der Bäume im Park, einheimische und exotische Arten. Es war eine Freude, die Kinder in diesem Umfeld zu beobachten, welcher Elan an den Tag gelegt wurde, um alles herauszufinden. Das erfolgte mt Unterstützung von Herrn Dr. Richter, der sehr viele wichtige Informationen an die Kinder weitergegeben hat. Und auch die Erwachsenen haben einiges dazu beitragen können. Für die Kleinen gab es die Möglichkeit, einen Weihnachtsgruß mit selbst und nachhaltig gebastelten Dekogegenständen im Park in die Bäume zu hängen, was bei den Besuchern mit Freude zur Kenntnis genommen worden ist. Es macht Spaß, sich mit den Experten und Mitarbeitern dieses tollen Parks auszutauschen und neue Ideen zu entwickeln. Am Haupteingang des Parks gibt es die Biologische Station, mit NABU und den aktiven Menschen im Botanischen Garten hat Solingen ein wertvolles Juwel. Die sich dort engagierenden Menschen

setzen sich vielfältig ein für Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit und die Vielfalt an Lebensräumen, sie unterstützen hier vorbildlich. Es gibt noch so viel zu erzählen und so viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Lassen Sie uns diese gemeinsam entdecken und entwickeln. Mit naturverbundenen Grüßen Edeltraut Krüger NABU Solingen

Bonsai im Botanischen Garten Bereits zum 6. Mal war der Bonsaistammtisch Solingen an den Pfingstfeiertagen zu Gast im Botanischen Garten Solingen. In den Schauhäusern konnten sich Besucher an den kleinen Naturkunstwerken erfreuen und Fragen zur Pflege und Gestaltung stellen. Das sonnige, warme Wetter lockte an den beiden Tagen viele Besucher in die Ausstellung. Fast 40 kleine Bäumchen konnten dieses Jahr bewundert werden. Leise japanische Musik schwebte durch die Schauhäuser und verlieh dem Raum etwas Ruhiges und Entspannendes. Das Interesse der Besucher an Pflege und Entwicklung der kleinen Bäume war groß und äußerte sich in vielen Fragen. Die Mitglieder des Arbeitskreises waren in z.T. intensiven Gespräche bemüht, über dieses faszinierende Hobby zu informieren. Fragen nach dem Alter und dem Wert der Bäume lassen sich allerdings schlecht beantworten. Meist kann das Alter nur geschätzt werden und der Wert eines Bonsai liegt neben einigen sicheren Kriterien meist auch im Auge des Betrachters. Ein sicheres Kriterium, um einen guten Baum zu bestimmen, ist, auf die Ausgewogenheit und

Abb. 1: Kleine Beistellpflanze (Kusamono).

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die Glaubwürdigkeit der Gestaltung zu achten. Auch unschöne Schnittstellen stören das Erscheinungsbild. Das würde den Wert mindern. Ein guter Baum sollte eine Ausstrahlung haben und dem Betrachter eine Geschichte erzählen.

die durch bestimmte Kultivierungstechniken in eine Form gebracht werden. Dazu gehören, wie bereits erwähnt, der Schnitt, die Wurzelbearbeitung, allerdings auch das Drahten oder Verspannen von Ästen, um sie in eine gewünschte Position zu bekommen. Das sollte allerdings so geschehen, dass man den Baum nicht „vergewaltigt“, sondern schaut, was die Pflanze an Möglichkeiten von sich aus „anbietet“. Feldulmen beispielsweise findet man in unserer Gegend als ausgewachsene Bäume. Wenn man die richtigen Techniken anwendet, lassen sie sich aber auch als Bonsai gestalten.

Abb. 2: Blick in die Ausstellung.

Jedem Baum waren auch kleine Pflänzchen zugeordnet, die die Gestaltung und Präsentation abrunden sollen. Solche Pflanzen werden in der Umgangssprache einfach als „Beistellpflanzen“ bezeichnet, im Fachjargon benennt man sie als „Kusamono“ (Grasstück) oder „Shitakusa“ (kleines Ding). Diese Pflanzen sind dazu gedacht die Wirkung des Baums zu erhöhen. Ein beliebter und stark nachgefragter Anlaufpunkt war, wie jedes Jahr, der von Michela Schmitz eingerichtete Bonsaibasar. Hier konnte man vom Steckling bis zum „Rohling“ verschiedene Pflanzen käuflich erwerben. Fachkundige Beratung zur Pflege der jeweiligen Pflanzenart war inklusive.

Abb. 4: Feldulme als Bonsai auf einer Ausstellung (ca. 60 cm hoch, Alter 30 Jahre und seit 16 Jahren als Bonsai gestaltet).

Aber was ist Bonsai eigentlich? Wenn man das Wort „Bonsai“ wörtlich übersetzt, bedeutet es so viel wie „Baum in der Schale“. Eine Pflanze in der Schale ist allerdings noch lange kein Bonsai, sonst wäre ja jeder Ficus, der im Büro sein kärgliches Dasein fristet, ein Bonsai. Manch einer mag denken, dass Bonsai eine spezielle Pflanzenart ist, die von sich aus klein bleibt und dass man Bonsai züchtet. Das Gegenteil ist richtig: Bonsai werden aus normalen Pflanzen gestaltet, 54

Abb. 5: Eine Feldulme in „freier Wildbahn“.

Foto: Frank Schwichtenberg, CC BY-SA 3.0

Abb. 3: Der Bonsai-Basar von Michaela Schmitz.


Um ein Bonsai zu werden, bedarf es einer gezielten Gestaltung, die zum Ziel hat, eine Pflanze so zu bearbeiten, dass sie wirkt wie ein alter, ehrwürdiger bzw. wie ein natürlich wirkender Baum. Darüber hinaus sollte das Ganze eine harmonische Ausstrahlung besitzt. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht nur der Baum alleine, sondern das Zusammenspiel zwischen Baum und Schale wirkt. Es ist also nicht egal, in welcher Schale ein Baum steht, wenn man die Kunst auf die Spitze treibt. Schalenfarbe und -größe sind dann auschlaggebend. Die wichtigste Technik dabei ist der Schnitt. Jeder Gärtner weiß, dass Hecken umso dichter werden, je öfter man sie schneidet. Nicht anders verhält es sich bei einem Bonsai. Mit dem Unterschied, dass der Schnitt hier zielgerichtet an jedem Ast vorgenommen wird. Man muss also wissen, wie sich eine Pflanze nach dem Schnitt verhält. Das hat auch zur Folge, dass man viel über die Bedürfnisse und Reaktionen seiner Pflanzen lernt.

Wasser aufnehmen kann. Der gestalterische Sinn der Wurzelbearbeitung besteht darin, einen glaubwürdigen Wurzelansatz (Nebari) zu kreieren, der dem Betrachter den Eindruck vermittelt, dass der Baum sich stabil in der Erde verankert. Bonsai – ein teures Hobby? Ja und nein ist hier die Antwort. Wer nicht direkt einen fertigen Bonsai ersteht – und hier sind nicht die bemitleidenswerten Geschöpfe gemeint, die als koreanische Massenware im Baumarkt verhökert werden, sondern die aus Japan importierten, fertigen Bäume –, der kann einfach mit einheimischen Gehölzen beginnen, die entweder in seinem Garten zu finden oder in einer Baumschule als Rohling zu erstehen sind. Man sollte sich allerdings schon ein wenig darauf einlassen und entweder einschlägige Literatur, die es zuhauf zu kaufen gibt, lesen oder sich im Internet in entsprechenden Foren anmelden, in denen es Hilfe zu Pflege und Gestaltung gibt. Auch die Werkzeuge müssen nicht unbedingt aus Fernost sein, sondern es leisten auch hier z. B. eine Rebschere oder eine Nagelzange gute Dienste.

Bonsai in Solingen In Solingen gibt es seit 1984 den „Bonsai-Stammtisch Solingen“, in dem sich Bonsailiebhaber zusammengefunden haben, um gemeinsam ihrer Leidenschaft zu „frönen“ und Erfahrungen und Tipps auszutauschen. Regelmäßig finden die Treffen an jedem 2. Montag im Monat in den Räumen der AWO, Georg-Herwegh-Straße 27, statt. Chinesische Ulme vor dem ersten Derselbe Baum nach dem Schnitt. Seit Jahren veranstaltet der Arbeitskreis jeweils Sommerschnitt. Es fällt jede Menge Grünzeug an. im Frühjahr eine Ausstellung mit Bäumen seiner Mitglieder, seit einigen Jahren in den SchauhäuJe nach Wüchsigkeit der Pflanzen muss man jedes sern des Botanischen Gartens Solingen. Exemplar einmal im Jahr oder alle paar Jahre um- Vielleicht haben Sie Lust bekommen, sich mit dietopfen. Auch das ist nicht anders, als wenn man sem schönen Hobby zu beschäftigen und sind der seine Topfpflanzen umtopft. Der Unterschied liegt Faszination der kleinen Bäume erlegen? Dann sind hier in der Wurzelbearbeitung. Durch einen ge- Sie herzlich eingeladen, hier teilzunehmen oder zielten Wurzelschnitt wird die Feinverzweigung einfach an einem Montag vorbeizukommen. der Wurzeln angeregt, so dass der Baum in dem Text & Fotos: Michael Luther relativ kleinen Erdvolumen gut Nährstoffe und Abb. 8: Das Nebari vermittelt einen Eindruck von Stabilität bei Bonsaibäumen.

Abb. 9: Die Mitglieder des BonsaiStamm­tischs Solingen.

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Ehrenamtliche Dienste im Botanischen Garten Am 1. August 2005, nach Absprache mit Frau Hannelore N., war ich zum ersten Mal im Bereich Bauerngarten eineinhalb Stunde ehrenamtlich tätig, um Unkraut zu jäten. Meine Erinnerung daran: Es war ein gutes, freundliches und kooperatives Arbeitsteam und deswegen wollte ich ab sofort zum ehrenamtlichen Helfer (Mitmacher) werden. Im Laufe der Zeit wurde ich mehrere Male von Hans M. und Matthias N. angesprochen und mir wurden weitere Ehrendienste angeboten, z.B. Pflanzen in den Schauhäusern zu gießen, Aufsichtsdienst in den Schauhäusern zu übernehmen oder den Rasen im Umkreis des Bauerngartens zu mähen. Beim Rasenmähen war ein Problem zu lösen: Die Stiftung hatte damals keinen eigenen Rasenmäher. Also kam ich zum Garten mit meinem privaten – mit Elektroantrieb – Rasenmäher, in regelmäßigen Abständen schleppte ich dazu mein langes, privates Elektrokabel. Seit Jahren lautet mein Mäh-Prinzip: Rasenmähen ohne Abfall. Die Mulch-Technologie erlaubt es, über 50 % Arbeitszeit einzusparen, deutlich die Wurzelstruktur zu verbessern und auf natürliche Weise mit abgeschnittenen Halmen zu düngen. Heutzutage hat die Stiftung einen funkelnagelneuen Rasenmäher mit Batterieantrieb und daher läuft alles reibungs- und problemlos. Die zwei wiederaufladbaren Batterien ermöglichen es mir, die ganze Rasenfläche innerhalb einer Stunde und 20 Minuten zu mähen. Die Kapazität einer Batterie reicht für eine Stunde Einsatz aus. Mit Zustimmung von Matthias N. habe ich in meiner Garage eine Ladestation eingerichtet. Das ist sehr praktisch, denn in dem Kiosk ist es kaum möglich sowas einzubauen und danach zu pflegen, zu kontrollieren, dort zu laden usw. Am 13. Dezember 2005 habe ich von Matthias N. einen nummerierten Schlüssel [26] für den Schlüsselkasten von Horst F. gegen Unterschrift bekommen. Am 01. Januar 2006 wurde mir von Frau Ingeborg M.-R. der Dienstausweis Nr. 25 mit der Aufschrift übergeben: „LK ist mit dem Schließ- und Aufsichtsdienst im BG SG beauftragt. Wir bitten, den Vorgaben und Anweisungen Folge zu leisten.“ Seitdem bin ich auch im ehrenamtlichen Schließdienst aktiv geworden. Im Frühjahr 2009 ist mein Vorgänger im Bereich Planung Aufsichts- und Schließdienste, Hans Eberhard S., unerwartet verstorben. Kurz danach 56

kamen Hans M. und Eugen S. zu Besuch, um sich mit der (verbindlichen und ernsthaften) Frage an mich zu wenden: Ob ich in der Lage sei, diese freie Stelle zu übernehmen. Es wurde auf meine sofortige Antwort gewartet. Damals sagte ich zwar nicht nein, aber ... unter bestimmten Bedingungen. Nachdem alles im Detail abgesprochen und beschlossen worden war, habe ich eindeutig Ja gesagt. Daher habe ich sofort folgende Maßnahmen in Gang gesetzt: A) Bei der Dienstplanung wird das Kalenderjahr in drei Perioden zerlegt: Sommerperiode Nr. 1 von der 10. Kalenderwoche bis einschließlich zur 25. KW; Sommerperiode Nr. 2 von der 26. KW bis einschließlich der 43. KW; Winterperiode von der 44. Kalenderwoche bis einschließlich der 9. KW des nächsten Jahres. Dazu wird die 52. KW (Weihnachtszeit) extra erwähnt. Aktuell beginnt die Vorbereitungsphase Anfang Oktober mit einem Standardtext (dabei sind Änderungen vorbehalten), dauert ca. drei Wochen und endet mit einem per E-Mails mit dem Planversand. Anmerkung: Außerhalb der Vorbereitungsphasen bleibe ich in der Regel passiv, aber jeder ist berechtigt, mich anzusprechen bzw. anzurufen. B) Ich habe mich bei allen Mitwirkenden vorgestellt und um eine weitere gute Zusammenarbeit gebeten. C) Bald stellte sich heraus, dass die beiden Dienstordnungen nicht mehr aktuell sind. Unverzüglich habe ich sowohl Parkschließdienstordnung als auch Schauhäuserdienstordnung bearbeitet, aktualisiert und an die Mitwirkenden verschickt. D) Ich habe eine Dienstliste von Ingeborg M.-R. besorgt, gleich danach aktualisiert und auf meine Weise umstrukturiert. Damals habe ich mich entschieden, meine eigene Ordnung bei Planung und Durchführung zu schaffen. Um aufrichtig zu sein – nicht alle von meinen „Mitmachern“ waren mit meinen Veränderungen von Anfang an einverstanden, aber heutzutage läuft alles reibungs- und problemlos. Gott sei Dank – wir, als Team, verstehen uns gut, ohne lange Erklärungen durchführen zu müssen; als Team sind wir kooperativ und zuverlässig! Auf der Liste gibt es 59 Einträge – Personen, die berechtigt sind, einen Dienstausweis zu erhalten. Der letzte Eintrag datiert vom 18. Januar 2018. Davon


sind seit einiger Zeit sowohl in den Schauhäusern als auch im Freiland nur sieben Helfer aktiv. Der Ehrendienstmangel ist deutlich spürbar geworden. Diese Information ist von mir schriftlich dem Stiftungsvorstand schon 2015 bekanntgegeben worden. Mit anderen Worten: Dienste in jeder Periode in den Schauhäusern verlangen genau 38 Einsätze, dabei dauert ein Einsatz genau zwei Stunden. Wegen Personalmangel sind 26 % der Einsätze nicht belegt. Es ist aber nicht zu tragisch, weil man die Einsatzzeit flexibel – nach Absprache mit dem anderen Diensthabenden – regulieren kann. Ernst wären fehlende Einsätze im Freiland. Öffnung und Schließung verlangen 36 Einheiten, davon sind 14 (39 %) von Wolfgang S. [zwangsweise] belegt. Daher – das ist nicht nur meine Meinung – ist er überfordert und an die Grenzen seiner Möglichkeiten gestoßen. Eine ganz trockene Frage an den Stiftungsvorstand: Was wird die Stiftung machen, wenn Wolfgang S. uns eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegt? Ich habe nichts mehr anzubieten. Ab und zu werde ich angesprochen, bei anderen Veranstaltungen behilflich zu werden. Grundsätzlich spricht nichts dagegen; aber von meiner Seite gibt es auch eine bestimmte Erwartung. Ich arbeite gerne, wenn ein gutes Arbeitsklima herrscht, wenn eine Arbeit rechtzeitig vorher gut geplant, vorbereitet und organisiert wird. Ein Beispiel ist die Tombola, einmal im Jahr, aber sehr intensiv. Hiermit nutze ich diese Angelegenheit und melde mich bei Bärbel M. schon jetzt im Voraus für eine

gemeinsame Dienstleistung im Jahr 2020 an und freue mich darauf schon heute. Lech Krasuski Wer sich also an der Ehrenarbeit beteiligen möchte und ein- oder zweimal (oder natürlich häufiger) im Jahr in den Schauhäusern oder im Freiland an der Aufsicht beteiligen möchte, kann sich bei Lech Krasuski oder Matthias Nitsche melden. Das Ganze verläuft sehr angenehm, Herr Krasuski vereinbart die Termine (die man selbst vorschlägt) und es ist auch kein Beinbruch, wenn man dann doch nicht kann (aber bitte dann Bescheid geben). Der Dienst besteht in den Schauhäusern darin, ein Auge darauf zu werfen, dass alles seine Ordnung hat (z. B. Hunde draußen bleiben), und ab und an Fragen zu beantworten, wenn man Bescheid weiß, und die eine oder andere Pflanze aus dem Abgabebereich im Mutterpflanzenhaus an den Mann oder die Frau zu bringen – gegen eine kleine Spende. Dazu muss der Werbeaufsteller entweder hineinoder hinausgestellt und die Türautomatik betätigt werden – je nachdem, ob man den ersten oder letzten Dienst hat. Im Freiland geht es auch nur darum, ein Auge darauf zu haben, dass keine Blumen gepflückt oder beschädigt werden, Radfahrer absteigen und Hundehinterlassenschaften entfernt werden. Der Dienstausweis ist so groß, dass er für entsprechenden Respekt sorgt. Und natürlich werden Leute gesucht, die die Tore am Morgen öffnen und am Abend abschließen. Redaktion

Der zu betreuende Bereich der Schauhäuser ist sehr übersichtlich. Foto: Redaktion

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Tour de France im Botanischen Garten – ja spinnen die denn? So ist es, denn im Botanischen Garten wird tatsächlich einmal im Monat gesponnen. Nämlich dann, wenn auf Einladung der Initiatorin, Sabine Schulz-Wolff, Wollverliebte zum Spinntreffen zusammenkommen. Dann werden vorgefertigte Spinnfasern oder Rohwolle in schöne Garne verwandelt. Dies geschieht wahlweise mit Handspindeln oder am Spinnrad. Manchmal bringt eine der Teilnehmerinnen ihren Bandwebstuhl mit und stellt wunderschöne Bänder her oder es gesellt sich jemand mit Strickoder Häkelzeug dazu. Ein buntes Trüppchen halt, das Spaß hat an der Wollverarbeitung in jedweder Form. Und das in dieser wunderschönen Umgebung – was kann es Schöneres geben? Das merken scheinbar auch die Besucher des Botanischen Gartens, denn immer wieder bleiben Leute stehen und schauen interessiert zu. Besonders wissbegierig sind oft die Kinder, die dann genau wissen wollen, was wir da machen.

Und was hat das Ganze jetzt mit der Tour de France zu tun? Es gibt im Internet eine Plattform (Ravelry), auf der sich Wollverrückte austauschen können. Diese Seite beinhaltet auch Foren speziell für Handspinner. Und hier wird dann gemeinsam jede Etappe der Tour „mitgeradelt“. Die Sportler auf ihren Rennmaschinen, wir mit unseren Spinnrädern. Am Abend eines jeden Tages zeigen die Teilnehmer der Gruppen dann, was sie an diesem Tag gesponnen haben. Besonders schön war es, dass dieses Jahr unser Spinntreffen im Juli zeitgleich mit dem Tourstart war. So konnte ich meine erste Etappe in dieser wunderbaren Gruppe radeln. Somit ist klar, die spinnen wirklich ;-) Und Jede oder Jeder, die oder der mag, darf sich gern dazu gesellen und ist herzlich willkommen. Text & Fotos: Mein Tourstart. Ute „Coco“ Wagner

Unsere Spinngruppe bei der „Arbeit“.

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Unser Gartenkiosk ist geöffnet! Zum Glück habe ich in der Nähe des Botanischen Gartens einen Parkplatz gefunden, so dass ich das Blech mit meinem Kuchen nicht so weit zu tragen brauche. Als ich ein paar Minuten nach 13 Uhr am Kiosk ankomme, werde ich schon von einem Paar angesprochen: „Machen Sie schon auf?“ Ich erkläre, dass wir immer ab 14 Uhr öffnen und bei einigen Veranstaltungen auch ab 11 Uhr und gebe den beiden das Jahresprogramm von 2019, in dem alle „Events“ vermerkt sind.

Heute habe ich Küchendienst und muss die Torten und Kuchen schneiden, die von unseren Kuchenspendern liebevoll hergestellt werden. Der Ku­ chenteiler hilft mir dabei, denn die Stücke müssen ja gleich groß sein, damit unsere Kunden zufrieden sind. Die Sahnetorten kommen in den Kühlturm, den übrigen Kuchen stelle ich in die Verkaufstheke. Kurz vor 14 Uhr kommen die Damen, die heute Dienst haben: Zwei arbeiten im Verkauf, eine an der Eistheke und drei im Küchenbereich.

Schon vor der Kiosköffnung um 14 Uhr bilden sich bei gutem Wetter lange Schlangen.

Doch bevor die Gartenbesucher warme und kalte Getränke, Kuchen und Eis – und manchmal auch Beim Kuchenschneiden – hier die Autorin Waffeln mit Sahne, Eis und heißen Kirschen – be– muss genau gearbeitet werden. kommen können, bedarf es einiger Vorbereitungen: Die Verkaufstheke und der Eisstand müssen Und dann geht es los! Pünktlich um 14 Uhr stevorbereitet werden; in der Küche werden die Ku- hen die Gartenbesucher vor der Verkaufstheke chen geschnitten und der Kaffee wird gekocht. und begutachten die Kuchen. Wenn schönes Wetter ist, wird die Schlange der Wartenden immer länger und die Damen vom Verkauf fordern immer mehr Kuchen aus der Küche an. Ich komme mit dem Kuchenschneiden kaum nach und bemühe mich, die Anfragen wie „Haben

Wenn es Waffeln gibt, reißen die Bestellungen fast nicht ab.

Der Kaffee fließt oft in Strömen.

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Sie noch Apfelkuchen?“ oder „Ist noch Sahnekuchen da?“ zu befriedigen. Auch die Kaffeekocherin hat gut zu tun! Die Wanne mit dem benutzten Geschirr füllt sich an solchen Tagen schnell. Glücklicherweise haben wir eine Maschine, die mit ihrem raschen Durchlauf hilft, das Geschirr schnell wieder zum Einsatz bringen zu können. Im Sommer ist der Eisverkauf besonders wichtig – und jeder hilft dort mal mit.

Das schmutzige Geschirr muss durch die Schauhäuser zur Spülmaschine transportiert werden...

...wo fleißige Hände dafür sorgen, dass am Ende alles sauber an seinem Platz steht.

Weil an der Verkaufstheke die Tassen knapp werden, laufe ich zwischendurch durch die Gewächshäuser nach hinten, um das gespülte Geschirr wieder nach vorn zu bringen.

Auch der Spaß an der Tätigkeit darf natürlich nicht zu kurz kommen!

Eine Kundin aus der Nachbarschaft kommt um kurz vor 18 Uhr und ist enttäuscht, dass ihr Lieblingskuchen nicht mehr da ist. „Tut mir leid“, sage ich, „nehmen Sie doch heute mal einen anderen. Die Kuchen sind alle selbst gebacken und sehr lecker!“ Um 18 Uhr schließt der Gartenkiosk. Die Damen an der Verkaufstheke freuen sich, dass sie heute viel verkauft haben. Zum Schluss räumen wir auf, machen sauber und stellen fest, dass alles gut gelaufen ist. Die Zusammenarbeit in einem gut funktionierenden Team macht großen Spaß! 64

Ehe ich nach Hause gehe, bespreche ich mit unserer Koordinatorin noch den Einsatzplan für die nächste Woche. Können wir alle Dienste besetzen? Haben wir genug Kuchen? Viele Ehrenamtliche helfen und unterstützen uns, aber es sind nicht genug! Deshalb bitte ich Sie herzlich: Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Kuchen backen wollen oder im Verkaufs- und Küchenbereich helfen wollen. Kommen Sie sonntags einfach mal vorbei. Wir freuen uns, wenn Sie unser Team ergänzen! Ruth Karschewsky-Klingenberg Nach getaner Arbeit schmeckt die Tasse Kaffee besonders gut. Fotos: Stiftung BGS


Unsere Kuchenbäckerinnen und Kuchenbäcker stellen sich vor In unserem Kiosk können Sie sich während der Gartensaison Woche für Woche jeden Sonntag über selbstgebackenen Kuchen freuen. Wir stellen gerne auch Ihr Rezept vor. Melden Sie sich bei unserem Kiosk-Team, wenn Sie Interesse haben, uns mit Kuchenspende zu unterstützen! Wir freuen uns auf Sie! Erika Manert unterstützt uns seit vielen Jahren im Kiosk, beim Kaffeekochen, Eisverkauf und Spülmaschinendienst – sie hilft und backt für unsere Besucher jeden Sonntag Kuchen. Zuletzt hat sie Johannisbeer-Kokos-Schnitten für den Verkauf im Kiosk gespendet. Siehe Foto! Zutaten für den Teig: 200 ml Sahne 300 Gramm Zucker 1 Päckchen VanilleZucker 3 Eier 250 Gramm Mehl 1 Päckchen Backpulver 1 Prise Salz Die Zutaten werden zu einem Tag verarbeitet, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech glattgestrichen und bei 160 Grad ca. 12 Minuten vorgebacken. 500 Gramm frische Johannisbeeren werden auf dem vorgebackenem Teig verteilt. Zutaten für das Topping: 100 Gramm Butter 1 Päckchen Vanille-Zucker 200 Gramm Kokos-Raspeln Die Zutaten werden zum Kokos-Streusel verarbeitet und auf dem Kuchen verteilt. Der Kuchen wird weitere 15 Minuten gebacken. P.S: Herzlichen Dank an Frau Manert und Herrn Hammen für die Rezepte!

Und noch ein Rezept, von Hans-Werner Hammen (Junior). Er kümmert sich seit Jahren um die Bromelien. Aber auch um Kuchennachschub. Kochen und Backen in einem etwas größeren Maßstab erfahre ich als eine spezielle schöpferische Aktion. Ich habe seit jeher sehr großen Spass dran gehabt, Kuchen und Salate für meinen Club vorzubereiten, das war über ganz viele Jahre der Kirchenchor. Mein Rezept für einen großen gedeckten Apfelkuchen, 7 kg, aus Streuselteig (Mürbeteig ohne Ei) mit einer weihnachtlichen Pfefferkuchen-Note: 6 kg Äpfel, z.B. Jona Gold, vorbereiten: 3 kg schälen, vierteln, Blüte/Kerngehäuse sorgfältig entfernen, würfeln, 9 min in die Mikrowelle, wenden, weitere 9 min in die Mikrowelle. Die Zwischenzeit wird für die Vorbereitung der anderen 3 kg genutzt, die genauso vorbereitet werden. Die Apfelmassen kurz abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen. 900 g Dinkelmehl, 450 g Zucker, 24 g Vanillezucker, 2 TL Lebkuchengewürz, 1 EL Zimt, 2 TL Backpulver, eine große Prise Pfeffer, etwas Salz von Hand gut verrühren. Dann 500 g halbflüssige Butter zugeben, verrühren und mit dem Mixer mit Rührhaken Streusel herstellen. Auf den Boden einer Rechteck-Springform, mindestens 40 x 25 x 7,5 cm, das sind 7,5 Liter, so viel einmal gefaltetes Backpapier auslegen, dass es übersteht und mit dem Oberteil der Springform eingespannt werden kann. Ca. 800 g Streusel auf dem Boden verteilen und festdrücken. Im vorgeheizten Backofen auf der mittleren Schiene bei 170 Grad 20 min vorbacken, dann rausnehmen und abkühlen lassen. Weitere 300 g Streusel an die Innenwände der Backform andrücken. 65


Zu jeder der beiden Apfelportionen 200 g Sultaninen sowie den Saft sowie die abgeriebene Schale von einer Bio-Zitrone, 16 g Vanillezucker, 1 Fläschchen Rum-Aroma, 3 Tropfen Bittermandel-Aroma, 2 TL Zimt, 50 g Zucker, 125 g Speisestärke zugeben und vorsichtig, aber sorgfältig mischen. Eine Apfelmasse in die Form einfüllen, gut andrücken, das Gleiche mit der zweiten Apfelmasse. Dann mit dem Rest der Streusel überschichten. Eine Stunde backen, dann umschalten auf Grill, 200 Grad, und unter Beobachtung bräunen lassen. Dann abschalten, den Kuchen nach 15 Minuten aus dem Backofen nehmen und über Nacht abkühlen lassen.

Das Lindenblatt weist den Weg! Klinikum und Botanischer Garten – das ist seit Langem eine Partnerschaft. Viele Klinikbesucher benutzen in der Rekonvaleszenzphase den Garten für Spaziergänge. Die zahlreichen Bänke bieten Ruheplätze und bei schönem Wetter sind sie gut gefüllt. Damit noch mehr Patienten den Weg in den Botanischen Garten finden, wurde am 20. Mai dieses Jahres ein Weg eingeweiht, der vom Klinikum zum Garten führt. Wegweiser sind Lindenblätter. Dabei handelt es sich um von der JugendhilfeWerkstatt angefertigte Blätter, die auf alten, ausgemusterten Lampenmasten aufgesetzt wurden, auf denen auch bezeichnet wird, dass es sich um den Fußweg vom Klinikum zum Botanischen Garten handelt. Für den Weg mussten einige alte Grabsteine und Bäume weichen, denn er führt durch den alten, längst nicht mehr für neue Gräber genutzten Friedhof. Quasi als Ersatz wurden dort drei Skulpturen aufgestellt, die aus einer Schenkung von Prof. Körber stammen. Über diesen Weg gelangt man auch zum Hospiz, das einen Zugang zum Botanischen Garten etwa in der Mitte des Lindenblattwegs erhalten hat. Das Einzige, was nun noch fehlt, ist ein Hinweisschild neben dem Klinikum. Dort ist zwar der Fußweg zum Hospiz ausgeschildert, dass man dort aber auch direkt zum Botanischen Garten kommt, erfährt man (noch) nicht. Text & Foto: Harro Hieronimus 66


Historische Rosen im Botanischen Garten

Foto: Maike Wand

Der Verein zur Förderung der Rosenkultur des Bergischen Landes, mit Sitz in Solingen, wurde 1877 von Carl Hesselmann aus Witzhelden gegründet. Die Zielsetzung unseres Vereins ist es, unseren Mitgliedern und interessierten Rosenfreunden gesunde Rosen nahezubringen und zur Verwendung in ihren Gärten zu empfehlen. Wir stehen allen interessierten Rosenfreunden mit Rat und Tat zur Seite und vermitteln ihnen Wissenswertes über Gärten, Rosen und alles, was damit zusammenhängt, wie Planen, Gestalten und Kombinieren der Rosen mit Stauden, Pflanzen, Pflegen, Düngen, Schneiden und Winterschutz. Am 30.10.1997 wurden durch unseren Verein 164 ADR-Rosen in 28 Sorten (Kletterrosen, Strauchrosen, Beetrosen) auf fünf Sichtungsbeeten im Botanischen Garten Solingen gepflanzt.

land auf Wirkung der Blüte, Duft, Wuchsform, Reichblütigkeit, Winterhärte und Widerstandsfähigkeit gegenüber Blattkrankheiten getestet. Diese Rosen werden ohne jegliche Behandlung von Pflanzenschutzmitteln kultiviert. Nach drei Jahren Bewertungszeit entscheidet die Prüfungskommission, ob die Rose das Prädikt ADR bekommt. Wir testen diese ADR-Rosen weiter auf ihre Verträglichkeit im Bergischen Land (häufiger Regen und Spätfröste) und geben unsere Bewertungen (die wir im Herbst durchführen) an die Züchter weiter. Stanwell Perpetual

Seit 1993 haben wir eine Rosenliste für das Bergische Land herausgegeben, in der wir die widerstandsfähigen Rosen zusammengestellt haben. Diese Liste wird jährlich aktualisiert. Die Rosenliste finden sie auch in unserer Broschüre bzw. auf unADR bedeutet „Allgemeine Deutsche Neuhei- serer Homepage (www.rosenfreundesolingen.de). tenprüfung“. Die Rosenneuheiten werden in elf In dieser und den nächsten Ausgaben der Blütenverschiedenen Sichtungsgärten in ganz Deutsch- presse stellen wir unsere Sichtungsbeete vor. Wir

Mousseaux de Japon

Commandant Beaurepaire. Alle Rosenfotos stammen von Wikimedia Commons und stehen unter Creative-Commons-Lizenz.

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beginnen mit dem Beet der historischen Rosen im Botanischen Garten in Solingen. Die offizielle Definition versteht darunter nur jene Rosensorten, deren Rosenklassen bereits vor 1867 in Kultur waren. Die verschiedenen Sorten der historischen Rosen stammen von Gallica-, Damaszener-, Albaund Centifolia-Rosen ab. So unterschiedlich die Abstammung, so verschieden ist auch der Wuchs. Sorten der Gallica-Rose bleiben meist niedrig und die Triebe tragen wenige Stacheln,

Pierette Leda

Jacques Cartier

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Dainty Bess

die Sorten der Damaszener-Rosen werden dagegen etwas größer. Sie sind vor allem für ihren starken Duft bekannt. Noch größer, bis zu zwei Meter, werden die Alba- und Centifolia-Rosen. Das Erscheinungsbild der historischen Rosen unterscheidet sich deutlich von dem der modernen Rosen. Das liegt an ihrem ausladenden Wuchs und den kürzeren Stielen, die meist dicht Rose de Resht

an den langen Trieben sitzen. Der Großteil der historischen Rosen blüht nur einmal, dafür aber ausdauernd und nahezu verschwenderich über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen. Außerdem verströmen viele einen süßlichen, starken Duft. Jacques Cartier, Rose de Resht und Stanwell Perpetual bilden eine Ausnahme und blühen mehrfach. Auf unserem historischen Beet pflanzten wir die Rosen: Prince Camille de Rohan Commandant Beaurepaire Cristata Marie Dermar Jacques Cartier Great Western Mousseaux du Japon Leda Little White Pet Pierette Dainty Bess Belle Isis William Lobb Text: Maike Wand

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Amaryllis-Gewächse im Botanischen Garten Wir stellen in den Schauhäusern einige der tropischen Verwandten unserer einheimischen, winterharten Vertreter dieser Pflanzenfamilie, das sind Osterglocken (Narcissus spec.) Schneeglöckchen (Galanthus spec.) und Märzenbecher (Leucojum spec.), aus. Im Tropenhaus wächst seit vielen Jahren ein umfangreicher Horst der Busch-Hakenlilie, Crinum moorei, sowie, etwas versteckter, eine Blutblume, Scadoxus multiflorus ssp. katharinae. Beide stammen aus Südafrika. Busch-Hakenlilie,Crinum moorei

Sumpf-Hakenlilie, Crinum pedunculatum

Regenlilie, Habranthus robustus

Blutblume, Scadoxus multiflorus ssp. katharinae

Im Bromelienhaus haben wir dieses Jahr unser größtes Amaryllisgewächs ausgepflanzt, eine Sumpf-Hakenlilie, Crinum pedunculatum, aus Australien, mit stammförmiger Zwiebel. An verschiedenen Stellen findet sich dort auch eine Regenlilie, Habranthus robustus, aus Brasilien, unser kleinstes Amaryllisgewächs, welches sich durch Selbstaussaat allmählich verbreitet. Daneben ziehen wir seit zwei Jahren einige Ritterstern-Arten, Hippeastrum, welche wir während der Blüte ausstellen. Es handelt sich um H. au-

Hippeastrum aulicum

licum mit sehr schön aufrechten, roten, geaderten sowie H. papilio („Schmetterling“) mit ungewöhnlich geformten und braunrot gestreiften Blüten. Beide treiben erst im Sommer neue Blätter und blühen normalerweise im Herbst. Während H. aulicum ein uralter Bekannter am europäischen Fensterbrett ist, wurden H. papilio und 71


Hippeastrum papilio

Hippeastrum cybister ‚Reggae‘

Kulturformen ‚Chico‘ und ‚Reggae‘ und haben durch unsere eigenen Kreuzungen mit der gelegentlich ebenfalls im Frühjahr blühenden H. papilio Sämlinge herangezogen, welche zu jeder Jahreszeit blühen können und bei dieser Gelegenheit ausgestellt werden. Die Sämlinge erreichen nach ca. drei Jahren Blühreife, und mit herausragenden Exemplaren wird weitergezüchtet. Hippeastrum-Sämling aus unserer Zucht. Hippeastrum papilio

eine weitere, allerdings frühjahrsblühende Art, H. cybister, erst im letzten Jahrhundert bei uns bekannt. Mit der Einführung dieser beiden letztgenannten Arten hat die Züchtung des Rittersterns um das Jahr 2000 herum einen zweiten, ganz bedeutenden Aufschwung erfahren und dies hat das erhältliche Sortiment, welches bis dahin im Wesentlichen aus wuchtigen Hybriden mit recht einheitlich tellerförmigen Riesenblüten bestand, um eine Vielfalt ganz neuer Sorten mit kleineren Da diese selbststeril sind, werden Geschwister Blüten in ganz unterschiedlichen Formen erwei- kreuzbestäubt. Von diesen Rittersternen ist auf Antert. Wir pflegen H. cybister in deren erhältlichen frage auch authentisches, frisches Saatgut erhältlich.

Hippeastrum cybister ‚Chico‘

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Hippeastrum ‚Estrella‘


Hippeastrum-Sämling aus unserer Zucht.

Sämlinge einiger Sorten können abgegeben werden.

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Hippeastrum ‚Striped Panther‘

Zur Hauptblütezeit der Rittersterne im Frühjahr werden wir auch einige andere moderne, amerikanische und holländische Züchtungen mit trichterförmigen und duftenden Blüten wie ‚Estella‘ und ‚Striped Panther‘ ausstellen, daneben aber auch wieder einige der altbekannte Hybriden aus den 1960erJahren, wie ‚Picotee‘, sowie moderne Hybriden mit der gleichen, konventionellen Blütenform, aber ganz ungewöhnlichen Farben, wie ‚Flamenco Queen‘ und ‚Stardust‘. Eine besondere Rarität sind unsere eigenen Kreuzungen großblumiger Hybriden mit H. papilio als Mutterpflanze, weil hierbei immer nur einzelne der reichlich produzierten Samen lebensfähig sind. Umso schöner sind die Sämlinge. Hans-Werner Hammen

Ungewöhnliche Farben zeigen ‚Flamenco Queen‘ (links) und ‚Stardust‘.

Eine unserer Kreuzungen mit H. papilio als Mutterpflanze.

Eine unserer Kreuzungen mit H. papilio als Mutterpflanze.

Eine unserer Kreuzungen mit H. papilio als Mutterpflanze.

Wildbiene, aufgenommen Ende Mai im Botanischen Garten. Es könnte sich um eine Rotpelzige Sandbiene, Andrena fulva, handeln, die als Solitärbiene lebt und ihre Eier in Sandröhren von 15-20 cm Tiefe legt. Die Flugzeit liegt zwischen März und Mai. Foto: Redaktion

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Helfer gesucht – Mitmachen erwünscht Die Stiftung Botanischer Garten Solingen e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, Solingens grüne Lunge, den Botanischen Garten, zu erhalten und zu attraktivieren. Unter unserem Wahlspruch „Gemeinsam für ein schönes Stück Solingen“ suchen wir Gleichgesinnte, die Lust haben, unsere einzelnen Arbeitsteams zu unterstützen. Ihre Hilfe wird dringend benötigt, vielleicht schnuppern Sie einfach bei einem unserer Teams rein. Unser Freilandpflegeteam Die Stiftung pflegt einige Beete im Freigelände, u.a. den Bauerngarten, den Heilpflanzengarten, den Bibelgarten oder die Wechselbepflanzungsfläche. Die Teams treffen sich mittwochs und samstags oder nach Absprache und jäten Unkraut, mähen den Rasen, schneiden den Ilex, pflanzen Blumen u.v.m. Unser Schauhauspflegeteam Die Stiftung hat die Pflege des Sukkulentenhauses, des Bromelienhauses und der Orchideenhalle übernommen. Auch hier sind weitere Mitstreiter jederzeit herzlich willkommen. Auch für die Anzuchtarbeiten im „Mutterpflanzenhaus“ wird immer Verstärkung gebraucht.

Kiosk und Küchenteam Seit 2008 bietet die Stiftung in ihrem Kiosk Kaffee, Kuchen, Eis und Erfrischungsgetränke an. Von Ostersonntag bis Ende Oktober wird dieser ehrenamtliche Service für die Besucher an jedem Sonn- und Feiertag von 14-18 Uhr angeboten. Vielleicht haben Sie Spaß dabei, uns im Verkauf, in der Küche, beim Kaffeekochen und Spülen oder oder beim Backen von Kuchen- und Tortenspenden zu unterstützen. Ohne Kuchen gibt es natürlich auch keinen Verkauf, daher freuen wir uns immer über Kuchen- und Tortenspenden. 75


Reparaturtungsteam

und

Instandhal-

Dazu werden Bastler und Tüftler gesucht. In einem Botanischen Garten mit über sechs Hektar Fläche gibt es viel instandzusetzen und zu reparieren. Sie haben Spaß am Schrauben, Malern, Mauern, Schreinern usw.? Dann ist dieses Team vielleicht etwas für Sie. Mitglieder verschiedenster Gewerke arbeiten hier ehrenamtlich Hand in Hand für den Botanischen Garten. Veranstaltungsteam Der Botanische Garten ist bekannt für seine vielen abwechslungsreichen Veranstaltungen, von Konzerten über Tanztees bis hin zu Vorträgen und Führungen. Auch für den Auf-, Abbau und die Durchführung dieser Veranstaltungen werden wieder viele fleißige Hände benötigt. Bei einigen Veranstaltungen werden auch ein Grill und ein Getränkestand aufgebaut, deren Betreuer sich über weitere Verstärkung freuen würden.

Schließ- und Aufsichtsdienst Dieses Team ist unsere dienstälteste Gruppe. Seit 2004 schließt die Stiftung jeden Tag den Botanischen Garten ab und an Wochenenden und Feiertagen auch auf. Auch die Aufsicht in den Gewächshäusern an Sonn- und Feiertagen hat die Stiftung übernommen, damit die Häuser für die Besucher weiter offenbleiben können. Auch hier suchen wir zuverlässige Verstärkungen. Sie haben Interesse, Lust und Spaß, uns in einer der verschiedenen Gruppen zu unterstützen, möchten mehr erfahren oder einfach mal bei uns reinschnuppern, dann nehmen Sie doch einfach Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns auf Sie: info@botanischer-garten-solingen.de 76


Mitglieder werben Mitglieder – und fleißige Hände Ein Wettbewerb für Gartenfreunde Name: ______________________________________________ Straße: ______________________________________________ PLZ, Wohnort: _______________________________________ Saison 2019 Liebe Freunde des Botanischen Gartens, die neue Saison steht vor der Tür und wie in jedem Jahr bedeutet das für uns personell eine große Herausforderung. Damit alle Veranstaltungen reibungslos funktionieren, benötigen wir viele fleißige Hände. Altersbedingt und durch Krankheiten stehen Helfer, die uns jahrelang die Treue gehalten haben, nicht mehr zur Verfügung. Wir bitten Sie, in Ihrer Umgebung, Familie, bei Freunden, Nachbarn usw. einmal Ausschau nach neuen Helfern zu halten. Gute Geister werden beim Aufbau, im Kiosk, in der Küche, am Grillstand, am Getränkestand, in den Schauhäusern, für Reparaturen, beim Schließdienst und im Freiland gebraucht. Um Sie ein klein wenig anzuspornen, haben wir uns überlegt, Ihre Bemühungen zu belohnen. Für den 1. Platz gibt es eine 2-jährige Baumpatenschaft im Wert von € 100,00. Für den 2. Platz gibt es ein Polo-Shirt mit unserem Logo im Wert von € 40,00 Für den 3. Platz gibt es ein Buch und eine Flasche Stiftungs-Sekt im Wert von € 25,00 Die Aktion startet im März 2019 und endet im Februar 2020. Wir freuen uns, viele neue Helfer willkommen zu heißen. Der Vorstand Umseitig finden Sie eine Mitgliedserklärung. Wenn Ihre Werbung Erfolg hatte, vermerken Sie bitte Ihren Namen oben oder auf dem Anmeldeformular auf der Umseite (Stelle beliebig).

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BlĂźtenstand des Glockenbaums, Paulownia tomentosa aus China, aufgenommen am 24.05.2019. Foto: Redaktion

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Profile for Schulenberg & Werbung

Blütenpresse 02/2019  

Blütenpresse 02/2019  

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