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JeKits an Förderschulen Mit dem Schuljahr 2008/09 startete JeKi an Förderschulen in NordrheinWestfalen – zunächst an drei Förderschulen als Pilotprojekt. Nach Einbezug fehlender Förderschwerpunkte und vor allem einer wissenschaftlichen Begleitung durch die Universität Dortmund konnten Rahmenbedingungen formuliert werden, die eine chancengleiche Teilhabe von SchülerInnen mit Behinderungen möglich machte. Im Unterschied zu JeKi an Grundschulen wurden unter anderem ein späterer Start (nicht schon in der ersten Klasse), 60 Minuten pro Woche im ersten JeKi-Jahr mit kleineren Gruppen von acht bis zehn SchülerInnen sowie Gruppen von maximal drei SchülerInnen im anschließenden Instrumentalunterricht als wichtige Voraussetzungen erachtet. Nach erfolgreicher Implementierung und der Teilnahme von 25 Förderschulen im Schuljahr 2014/15 verlieren die Förderschulen den Status als Pilotprojekt im neuen JeKits-Programm und werden den Grundschulen gleichgestellt. Das ist erfreulich, da die Teilnahme von Förderschulen nun nicht mehr in Frage steht. Doch auch die Rahmenbedingungen sollten nun die gleichen sein. Ist kulturelle Teilhabegerechtigkeit ein zentrales JeKits-Ziel, also „möglichst vielen Kindern in Nordrhein-Westfalen, unabhängig von ihren persönlichen und sozioökonomischen Voraussetzungen, den Zugang zu musikalischer bzw. tänzerischer Bildung [zu] eröffnen“ (zu lesen auf der Website), und versteht man „gleich“ richtig im Sinne von chancengleich, so müssen die Ergebnisse der JeKi-Begleitforschung auch in JeKits Verwendung finden. Nach Vereinbarung eines Moratoriums und einer Übergangslösung im Schuljahr 2016/17 starteten die Förderschulen erst in diesem Schuljahr mit JeKits, sodass erneut ausgiebig über geeignete Rahmenbedingungen diskutiert werden konnte und wurde. Teilweise analog zum Grundschulprogramm wurden Flexibilisierungen in mehrfacher Hinsicht vorgenommen: Unter anderem wird die Klasse einer Förderschule unabhängig von ihrer Größe gefördert, die Mindestteilnehmerzahl im zweiten JeKits-Jahr kann unter bestimmten Voraussetzungen auf sechs SchülerInnen herabgesetzt werden, die zweite Orchesterstunde wird bereits ab zehn Kindern gefördert, die zusätzlichen Orchesterstunden können zur Verkleinerung der Gruppen im Instrumentalunterricht flexibel eingesetzt und JeKitsOrchester auch in einem dritten Jahr durchgeführt werden. Mit diesen angepassten Rahmenbedingungen ist eine chancengleiche Teilnahme der Förderschulen an JeKits denkbar. Inwiefern diese ausreichend sind, werden die Erfahrungen der nächsten Jahre zeigen. Eine Begleitforschung, die nicht zuletzt Überlegungen zur Chancengerechtigkeit bei JeKits im gemeinsamen Unterricht anstellt, ist auch hier ratsam. Sebastian Herbst

Inhalt 2 Der Chef ist nicht immer schuld Musikschulleitung und Betriebsklima

4 Klimafragen Wetterbeobachtung in Musikschulen

6 Aufnahme zum Play-along „Ableton Live“ im Instrumentalunterricht (Teil 2)

8 Ganz unverstaubt Musikschule Dortmund gründet Barockakademie

Sie haben Fragen, Anregungen, Tipps oder Hinweise für die Redaktion? info@musikschule-direkt.de


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Welchen Beitrag kann die Führung einer Musikschule zu einem guten Betriebsklima leisten?

Der Chef ist nicht immer schuld

Friedrich-Koh Dolge

Ein gutes Betriebsklima ist für einen lebendigen Bildungsorganismus, also auch für eine Musikschule, überlebenswichtig. Vor allem in Zeiten großer Umwälzungen – etwa der globalen Digitalisierung unserer Gesellschaft oder den Veränderungen in der Bildung hin zu Ganztagsschulen und -betreuung – ist ein gutes Betriebsklima unersetzlich, um sich diesen Herausforderungen gemeinsam als Team zu stellen.

)) Doch was genau ist eigentlich ein gutes Betriebsklima und wovon hängt es maßgeblich ab? Zunächst einmal beschreibt ein Betriebsklima die Qualität des langfristigen Zusammenwirkens und -arbeitens einer Belegschaft. Die Wahrnehmung und das Erleben eines Betriebsklimas sind natürlich subjektiv und beeinflussen wesentlich sowohl die Motivation der MitarbeiterInnen als auch die der Führung. Arbeitsfreude, Identifikation, Loyalität, Vertrauen sowie die Innovations- und Veränderungsbereitschaft hängen maßgeblich von einem guten Betriebsklima ab. Veränderungen führen jedoch – das liegt am Selbstschutzmechanismus des Menschen – immer zu emotionalen Reaktionen. Verlustängste, Ärger, Trauer, aber auch Neugier und Aufbruchstimmung können ausgelöst werden. Umso größer ist die Verantwortung der Musikschulführung, für ein gutes Betriebsklima Sorge zu tragen und damit letztlich die Fürsorgepflicht für ihre MitarbeiterInnen zu erfüllen. Die Musikschulführung hat gleichermaßen die Aufgabe, den Betrieb einer Musikschu-

le aufrechtzuerhalten wie die Verantwortung, ihre Belegschaft auf die Reise von Veränderungen und Innovationen mitzunehmen. Einerseits muss sie die Aufgabe wahrnehmen, das gesamte System der musikalischen Bildung im Blick zu haben und mit Weitblick ihre Institution strategisch auszurichten und zu steuern. Gleichzeitig ist es ihre Führungsverantwortung, Visionen aufzuzeigen, Ziele zu definieren, Impulse zu geben, zum richtigen Zeitpunkt entschieden Veränderungen anzustoßen und einzuleiten. Andererseits hat die Führung die Aufgabe, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Orientierung und Halt zu geben. Es ist eine wesentliche Führungsaufgabe, für ein gutes Betriebsklima zu sorgen – als „Hefe“ in der musikalischen Bildung für Innovationen und Weiterentwicklung.

Strukturen sind wichtiger, als man denkt Wichtige Grundvoraussetzungen für einen funktionierenden strukturellen Aufbau ebenso wie für einen reibungsarmen Betrieb einer Musikschule ist eine gelingende Kommunikation seitens der Leitung. Ein Leitungsteam, ob in einer kleinen oder großen Musikschule, bestehend aus Fachbereichsleitungen und/oder Stadtteilmusikschulleitungen, bildet hierbei das Grundfundament. Es ist die Führungsebene, die einen wesentlichen Beitrag in der Gesamtzielsetzung einer Musikschule leistet und für den wechselseitigen Informationsfluss zwischen Kollegium und Führung sorgt. Ein kooperativer oder moderierender Füh-

rungsstil, mit dem die Wertschätzung aller am musikalischen Bildungsprozess beteiligten Kräfte abgebildet wird, ist eine weitere Voraussetzung.

„Sage mir, wie dein Führungsstil ist, und ich sage dir, wie es um dein Betriebsklima steht.“ Die Installation eines Elternbeirats, einer Personalvertretung in Form eines Personalrats oder Betriebsrats, eines Vertrauenslehrers oder einer Musikschul-Schülervertretung tragen ebenfalls zu gelingender Kommunikation und zum effizienten Informationsfluss bei, um eine gute Betriebsatmosphäre aufrechtzuerhalten, sie stetig weiterzuentwickeln und zu verbessern. Eindeutige Aufgaben- und Kompetenzverteilung sowie eine klare Arbeitsplatzbeschreibung unterstützen Führungsprozesse, um damit auch das Ziel einer möglichst flachen Führungshierarchie zu erreichen. Ob diese Führungsprozesse in einer Matrixorganisation oder in einer klassisch-hierarchischen Abbildung umgesetzt werden sollen, muss vor Ort im Kontext des Umfelds bewertet und entschieden werden. Beide Formen können jedoch wesentlich dazu beitragen, die Kommunikation von der Belegschaft in die Führungsebene und umgekehrt zu gewährleisten. Also bottom up und top down! Ob diese strukturellen


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Gilt nicht nur für Kinder: Für ein gutes Betriebsklima müssen alle Akteure in der Musikschule an einem Strang ziehen

Voraussetzungen durchgängig gelebt werden, liegt jedoch in der Hand der Musikschulleitung und bildet damit auch die Führungsverantwortung maßgeblich ab.

Harmonische Atmosphäre ist noch kein gutes Betriebsklima „Sage mir, wie dein Führungsstil ist, und ich sage dir, wie es um dein Betriebsklima steht.“ So oder ähnlich könnte man den Einfluss des Führungsverhaltens auf ein Betriebsklima beschreiben. Führung bedeutet daher auch, für eine gute „Unternehmenskultur“ zu sorgen und vor allem den Menschen im Blick zu haben. Im Gegensatz zum Management, das eher vom Pragmatismus geleitet ist, ist Führung durchaus auch informell und emotional.

„Ich kann ja nichts dafür. Der Impuls muss doch von oben kommen.“ Unerheblich, ob moderierender oder kooperativer Führungsstil: Ein roter Faden in der Entscheidung ist das „A und O“ in der Führung. Es gibt fast nichts Demotivierenderes als nicht nachvollziehbare, intransparente, unfaire und ungerechte Entscheidungen. Mangelnde persönliche Anerkennung und Wertschätzung, Angst- und Misstrauenskultur, Unberechenbarkeit und mangelnde Führung sowie fehlende Visionen und Missionen sind der gemeinsamen

Identifikation mit der Musikschule und der Loyalität zu ihr nicht dienlich. Dort, wo es angebracht ist, demokratische Prozesse einzuleiten, um einen partizipativen Ansatz in der Entscheidungsfindung zu verfolgen, und ebenso dort, wo die Sachlage es erfordert, eine klare Haltung einzunehmen, mit Mut zu handeln und Entscheidungen zu treffen, handelt es sich immer um große Herausforderungen an die Führung.

„Bringschuld“ und „Holschuld“ „Der Chef ist schuld, ich kann ja nichts dafür. Ich kann eh nichts ändern. Und der Impuls muss doch von oben kommen.“ Jeder und jede Vorgesetzte kennt diese unangenehmen und meist diffusen Aussagen. Es sind nicht allein die Führenden, die für ein gutes Betriebsklima Verantwortung tragen. Die Führung ist dabei wesentlich auf die Mitwirkung der Belegschaft angewiesen, auch wenn es an ihr liegt, die Mitverantwortung und -gestaltung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Musikschule einzufordern. Und das ist gar nicht so einfach! Genauso wie von Führungskräften erwartet wird, dass sie hinter den MitarbeiterInnen stehen und ihnen den Rücken stärken, muss die Führung das Gefühl zurückgespiegelt bekommen, vom Kollegium „getragen“ zu werden. Das bedeutet nicht, dass konstruktive Kritik – in beide Richtungen – nicht angebracht ist. Ganz im Gegenteil: Eine gute Feedbackkultur gehört in einer Musikschule zu den wesentlichen Grundbedingungen eines guten Betriebsklimas.

Hierzu gehören regelmäßige Mitarbeiterumfragen, aber auch regelmäßige Mitarbeitergespräche, um gemeinsam sowohl die beruflichen Situationen und Herausforderungen zu besprechen als auch individuelle Stärken, Wünsche und Vorstellungen zu erörtern.

Nobody is perfect – eine gesunde Fehlerkultur Fehler passieren immer wieder und es gilt natürlich, sie möglichst zu vermeiden. Das Wichtigste ist jedoch, daraus zu lernen! Fehler einzugestehen, sie zu korrigieren und zu beheben, aber auch zuzulassen und konstruktiv damit umzugehen, ist eine weitere Gelingensbedingung. Ein gutes Betriebsklima, eine gute Unternehmenskultur, lässt Fehler zu. Das Zulassen von Fehlern gehört zum Teamgeist, um gemeinsam die Institution zukunftsgewandt weiterzuentwickeln. Letztlich sind alle Akteure in der Musikschule für ein gutes Betriebsklima verantwortlich: der Träger, die Führung, die Verwaltung, das Kollegium, die SchülerInnen und auch die Eltern. Das vertrauensvolle Zusammenwirken aller ist es, was Musikschule ausmacht und sie für Beschäftigte wie für Lernende zu einem motivierenden und erfüllenden Arbeitsplatz ebenso wie zu einem spannenden und attraktiven Bildungsort macht! ((

Friedrich-Koh Dolge ist Direktor der Stuttgarter Musikschule.


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Klimafragen

Bernd Dahlhaus

Eine Checkliste zur Wetterbeobachtung in Musikschulen

1. Wie würden Sie das Betriebsklima in Ihrer Musikschule oder Institution mit einer Metapher beschreiben – ein Sumpf, eine Pizza Diavolo, ein gefüllter oder leerer Kühlschrank, ein klappriger Reisebus aus den 80er Jahren…? 2. Welche Ideen kommen Ihnen, wenn Sie mit der Metapher spielen, wenn Gegenstände wie der Kühlschrank oder der Reisebus sprechen und handeln könnten, wenn sie Teil einer erfundenen Geschichte sind? 3. Warum sind Sie neugierig und lesen zunächst weiter, statt die ersten beiden Fragen wirklich zu beantworten?

8. Wie würden Sie das Gefühl oder das Gemisch aus Gefühlen benennen, das das Thema Betriebsklima in Ihnen auslöst? 9. Halten Sie es grundsätzlich für möglich, das Betriebsklima im Sinne einer Verbesserung zu verändern? Warum? 10. Welche Stufe würden Sie sich idealerweise wünschen? (Vorsicht: 10 wäre das Paradies, das bekanntermaßen gefährliche Äpfel bereithält!) Welche Stufe halten Sie für realistisch erreichbar? Warum? 11. Was müsste konkret geschehen, um die Qualität des Betriebsklimas auf der Skala nur um eine Stufe zu verbessern?

4. Was gehört für Sie konkret alles zum Betriebsklima einer Musikschule? Können Sie aus dem Stand fünf Aspekte nennen?

12. Wofür spielt das Betriebsklima keine Rolle?

5. Wie würden Sie die Qualität des Betriebsklimas in Ihrer Musikschule oder Institution einstufen auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (hervorragend)?

13. Wer von allen Beteiligten würde welchen Preis dafür zahlen, wenn er oder sie eine Initiative zur Veränderung des Betriebsklimas unternähme?

6. Sind Sie mit dieser Qualitätsstufe zufrieden oder haben Sie sich damit arrangiert? Warum?

14. Und wer würde langfristig welchen Preis zahlen, wenn das Betriebsklima so bliebe, wie es ist?

7. Wie sehr wünschen Sie sich eine Veränderung des Betriebsklimas von 0 (ist mir gleich) bis 10 (liegt mir sehr am Herzen)?

15. War das Betriebsklima schon einmal offizielles Diskussionsthema in Ihrer Institution?

16. Welchen Anlass gab es dafür? 17. Wie verhalten Sie sich in solchen Diskussionen? 18. Gibt es in Ihrer Institution unausgesprochene Regeln, welche klimarelevanten Aspekte und Themen angesprochen werden dürfen und welche nicht? 19. Werden üblicherweise in Ihrer Institution ausschließlich die Schäden eines Unwetters behoben, nämlich dann, wenn es geschehen ist, oder gibt es eine offizielle kontinuierliche Wetterbeobachtung? 20. Welche klimatischen Verbesserungen wünschen Sie sich konkret? 21. Und welche Verbesserung wünschen Sie sich auf keinen Fall? Warum? 22. Welche Maßnahmen haben Sie und/ oder andere in der Vergangenheit bereits initiiert oder angestoßen, um das Klima zu verändern? 23. Was vermuten Sie, ist die Ursache dafür, dass eine frühere Maßnahme nicht die gewünschte Wirkung gezeigt hat? Was spricht dafür, dass Ihre Vermutung zutrifft, was spricht dagegen?


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24. Was haben Sie noch nicht ausprobiert? 25. Welche bereits vorhandenen oder funktionierenden Ideen oder Ansätze für ein gutes Betriebsklima könnten Sie verstärken? 26. Wie könnten Sie in Ihrer Institution das Betriebsklima auf eine gute Art zum Thema machen, sodass es Aufmerksamkeit und Zeit sowie Veränderungslust und -willen der anderen Beteiligten bekommt? 27. Mit wem könnten Sie sich dazu zusammentun? 28. Was müssten Sie tun, damit das Betriebsklima ihrer Institution zuverlässig schlechter oder zumindest auf keinen Fall besser wird?

32. Welche Rückmeldungen von außen bekommen Sie zum Betriebsklima Ihrer Musikschule? Wie erleben wohl Ihrer Vermutung nach Schüler, Eltern, Interessenten und Gäste wie beispielsweise Kulturpolitiker und Sponsoren bewusst oder unbewusst, direkt oder indirekt das Klima in Ihrer Musikschule? 33. Wie schätzen Sie das Klima in Ihrem (Gruppen-)Unterricht ein? Wie würden Ihre Schüler es vermutlich einschätzen oder beschreiben? 34. Wie, womit und wodurch gestalten Sie das Klima in Ihrem (Gruppen-)Unterricht?

39. Welche Formulierung würde Sie an dieser Stelle veranlassen, Ihre Erfahrungen, Gedanken und Ideen zum Thema „Betriebsklima an Musikschulen“ – mit oder ohne Bezug auf die Fragen – der Redaktion zu mailen? info@musikschule-direkt.de

40. Und was vermuten Sie, wie sehr auf einer Skala von 0 bis 10 wir uns in der Redaktion über Ihre Einsendung freuen – auch, um vielleicht in einem nächsten Artikel über Ihre Einsendungen zu berichten und einen kleinen Überblick über die Klimata in Musikschulen zu geben? ((

35. Und welcher Zusammenhang könnte zwischen den Klimata im Unterricht der Lehrenden und dem gesamten Betriebsklima der Institution bestehen?

29. Haben Sie es schon einmal erlebt, dass das Klima besser geworden ist? Wie konnte das passieren?

36. Welche weitere(n) Frage(n) zum Betriebsklima finden Sie wichtig?

30. Welche Auswirkungen hätte Ihrer Einschätzung nach ein deutlich verbessertes Betriebsklima?

37. Wie ist es für Sie, einen Artikel zu diesem Thema zu lesen, der nur aus Fragen besteht?

31. Welche Folgen vermuten Sie langfristig für die Institution, wenn die Qualität des Betriebsklimas auf dem aktuellen Stand bleibt oder sogar schlechter wird?

38. Wie könnte man diese Fragen für die Gestaltung von Formaten nutzen, die in der Musikschularbeit zur Verbesserung des Betriebsklimas beitragen?

Bernd Dahlhaus ist Musikpädagoge und Coach. Er leitet die Agentur für Musikpädagogik musikbäume. www.musikbaeume.de


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Eigene Aufnahme zum Play-along

Thorsten Drücker

„Ableton Live“ im Instrumentalunterricht (Teil 2) Nachdem im ersten Teil dieses Workshops der Aufbau und einfache Funktionen von „Ableton Live“ sowie die Herstellung eines Play-alongs beschrieben wurden, geht es im zweiten Teil unter anderem darum, eigene Aufnahmen zu erstellen.

)) Ableton Live ist nicht nur stark im Bearbeiten von bereits fertigem Audiomaterial. Das Programm lässt sich auch als vollständige Produktionsstätte für eigene Musikproduktionen verwenden. Wir können es also auch im Instrumentalunterricht dafür nutzen, um eigene Aufnahmen zu erstellen. Diese können gemeinsam mit dem Schüler oder der Schülerin anschließend analysiert und auch weiter bearbeitet werden. Hier lassen sich die Aufnahmen nicht nur in unterschiedlichen Tempi abspielen, um z. B. eingespielte Fehler genauer hören zu können. Aufgrund der grafischen Darstellung der Musik in Wellenform können wir Fehler – wie beispielsweise rhythmische Schwankungen – sogar sehen. Ableton Live bietet zusätzlich die Möglichkeit, diese Fehler zu korrigieren. Die sogenannten Warp-Marker (siehe unten) dienen dazu, Töne beliebig zu verschieben. Doch bevor wir mit der eigentlichen Arbeit beginnen können, sind wieder verschiedene Voreinstellungen nötig: Ausgehend vom ersten Teil des Workshops in der vergangenen Ausgabe benötigen wir nun zusätzlich zur Play-along-Audio-Spur eine weitere Audio-Spur. Diese erzeugen wir, indem wir unter „Erzeugen“ die Funktion „Audio-Spur erzeugen“ auswählen. Alternativ können Sie auch den Tastaturbefehl benutzen (Mac: [CMD][T]; Windows: [STRG][T]). Die neue Audio-Spur soll unsere Aufnahme-Spur werden. Markieren Sie die erzeug-

te Spur und benennen Sie diese um. Unter „Bearbeiten“ „Spur umbenennen“ auswählen oder den entsprechenden Kurzbefehl verwenden (Mac [CMD][R]; Windows: [STRG][R]). Die SchülerInnen freuen sich bestimmt, wenn hier der eigene Name auftaucht. Außerdem dient das Umbenennen der besseren Übersicht. Mit der neuen Spur werden wir zum bereits erstellten Play-along Aufnahmen der Schülerin oder des Schülers erstellen. Die Aufnahme-Spur muss allerdings vorher aktiviert werden.

Aktivieren der Aufnahme-Spur 1. Schließen Sie am Laptop einen Kopfhörer an. 2. Unter „Voreinstellungen“ den Folder „Audio“ anklicken (siehe Teil 1). 3. Wählen Sie unter „Audio-Eingabegerät“ das integrierte Mikrofon aus. Falls Ihr Laptop nicht über ein internes Mikrofon verfügt, benötigen Sie eine externe Soundkarte. Sie können dann leider nicht wie hier beschrieben weiterarbeiten. 4. Wählen Sie unter „Audio-Ausgabegerät“ Ihren integrierten Ausgang (siehe Teil 1). 5. Unter der Rubrik „Latenz“ („Voreinstellungen“ > „Audio, Mitte“) wählen Sie einen möglichst niedrigen Wert, z. B. 32 Samples. Sollte es zu sogenannten Dropouts, also Aussetzern beim Abspielen der Aufnahmen kommen, erhöhen Sie den Wert. 6. Gehen Sie nun in die Session-Ansicht und wählen Sie in der sich in der Mitte befindenden weißen Leiste „Audio from“ die Auswahl „Ext. In“. Damit ist das Signal Ihres Laptop-Mikrofons dieser Spur zugeteilt. Hier kommt also das an, was am Mikrofon eingespielt wird. Den hier beschriebenen Vorgang nennt man übrigens Routing. 7. In der sich darunter befindenden Rubrik „Monitor“ wählen Sie den Button „Auto“

aus. So hören Sie das Signal, das Sie gerade aufnehmen. 8. In der zweiten weißen Leiste darunter wählen Sie als nächstes den Kanal 1 aus. Hier sollten Sie bereits links neben der Ziffer einen rechteckigen Balken sehen, der grün blinkt, sobald Sie ein Signal abgeben. 9. Sollte der erwähnte Balken rot werden, bedeutet das, dass Ihr Signal übersteuert ist. Nun sollten Sie sich mit Ihrem Instrument weiter vom Laptop weg bewegen. Sie können auch den Eingangspegel am Laptop verringern. Dazu gehen Sie in die Systemeinstellungen Ihres Laptops. Dort suchen Sie z. B. (Mac) unter „Ton“ die Rubrik „Eingabe“. Mit Hilfe des mittleren Schiebereglers (Eingangslautstärke) verringern Sie den Eingabepegel. Halten Sie hier ruhig eine Art Sicherheitsabstand. Das Eingangssignal sollte auf keinen Fall übersteuert (rot) sein. 10. Drücken Sie nun den Record-Button in der Audio-Spur unten (rechteckig mit dickem Punkt in der Mitte). Dieser wird anschließend rot leuchten. 11. Setzen Sie nun den Kopfhörer auf. Vorsicht mit der Lautstärke des Kopfhörers. Regeln Sie diese am besten zunächst ganz runter und schieben Sie sie anschließend langsam herauf, um Ihr Gehör nicht zu schädigen. 12. Das Instrument Ihrer Schülerin oder Ihres Schülers sollte nun im Kopfhörer gut zu hören sein. Starten Sie als nächstes das Play-along. Sollte das Verhältnis zwischen der Lautstärke des Instruments und der des Play-alongs nicht gut zueinander passen, optimieren Sie dies über die LautstärkeRegler der einzelnen Spuren. Am besten Sie verringern zunächst die Lautstärke des Play-alongs. 13. Beachten Sie, dass die Laustärke der beiden Spuren nie oberhalb der Grenze von 0.0 dB liegt. Überprüfen Sie dies mit-


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Pseudo-Warp-Marker, dargestellt als kleine senkrechte Linien

Durch Doppelklick auf einen Pseudo-Warp-Marker entstehen echte WarpMarker, mit denen man die Aufnahme korrigieren kann

Aus Pseudo-Warp-Markern können echte Warp-Marker erstellt werden. Mit diesen lassen sich Tondauern korrigieren.

tels der länglich-ovalen Anzeige links neben den Spur-Laustärke-Reglern. Ein Überschreiten der 0.0 dB-Grenze führt zu Übersteuerungen und somit zu unangenehmer Klangqualität. Auch die mit „Master“ gekennzeichnete Spur ganz rechts bleibt bitte immer unter 0.0 dB. Passen Sie die beiden Audio-Spuren entsprechend an. 14. Nun kann die Aufnahme beginnen. Der Schüler oder die Schülerin setzt den Kopfhörer auf und spielt die zuvor erarbeitete Stimme selbstständig ein. Dazu wechseln Sie nun in das ArrangementFenster, drücken zunächst die Stop-Taste in der Mitte der oberen Bedienleiste und betätigen anschließend die ArrangementAufnahme-Taste rechts daneben. Wenn Sie alle aufgezählten Punkte genau befolgt haben, zeichnet das Programm nun die Stimme auf. Eine Wellenformdarstellung des Gespielten erscheint bestätigend in der entsprechenden Spur. Sollten Sie parallel zur Aufnahme des Schülers oder der Schülerin mithören wollen, benötigen Sie einen sogenannten YAdapter, um am Kopfhörerausgang zwei Kopfhörer anschließen zu können. Noch sinnvoller ist in diesem Fall die Anschaffung eines kleinen Kopfhörerverstärkers. Diese gibt es meistens mit vier Ausgängen. Das heißt Sie schließen den Kopfhörerausgang des Laptops am Kopfhörerverstärker an und können dann Ihre Kopfhörer dort anschließen und außerdem die gewünschte Lautstärke des Signals individuell einstellen. Der Anschaffungspreis eines solchen Geräts liegt unter 40 Euro. Bitte verwenden Sie zur Aufnahme immer Kopfhörer, um Rückkopplungen zu verhindern.

Weiterarbeit Für die SchülerInnen stellt die Aufnahmeprozedur selbst bereits eine große Erfahrungsbereicherung dar: Zum ersten Mal das eigene Instrument oder die eigene Stimme über einen Kopfhörer zu hören; noch dazu eingebettet in ein selbst erstelltes Playalong. Doch ist die Aufnahme erst einmal im Kasten, beginnt die eigentlich spannendste Phase der Übung. Es lassen sich nun gemeinsam eine ganze Reihe von Analyseaspekten bearbeiten bzw. auftretende Fragen beantworten, von denen hier drei genauer betrachtet werden sollen: 1. Reflexion des eigenen Spiels: „Inwiefern warst du mit der Aufnahme zufrieden?“, „Welche Probleme oder neuen Erfahrungen hast du kennengelernt?“, „Was lässt sich aus der Aufnahmesituation lernen, um es im zweiten Durchlauf besser zu machen?“ 2. Einfache Klanganalyse: „Ist das eigene Instrument laut genug zum Aufnehmen oder muss es lauter eingestellt werden?“ „Bettet sich der Klang des eigenen Instruments gut in das Gesamtbild des Play-alongs ein oder ist es zu laut?“ Die beiden hier formulierten Fragen beschreiben bereits, dass es zum Aufnehmen sinnvoll ist, sich deutlich zu hören, während für einen ausgewogenen Klang das aufgenommene Instrument eher wieder leiser gestellt werden sollte. 3. Timing-Analyse: „An welchen Stellen bist du nicht so genau mit dem Play-along zusammen gewesen?“ Um diesen Sachverhalt genauer – im wahrsten Sinne des Wortes – unter die Lupe zu nehmen, können

Sie nun in das Projekt hineinzoomen, sodass Sie innerhalb des Taktschemas genau überprüfen und sogar korrigieren können. Dazu gibt es bei Ableton Live die oben bereits erwähnten Warp-Marker.

Korrekturen mithilfe von Warp-Markern Ableton Live erzeugt bei jeder Audio-Aufnahme sogenannte Pseudo-Warp-Marker: kleine senkrechte Linien oberhalb der Wellenform-Darstellung (siehe Abbildung). Das Programm erzeugt diese auf Grundlage des Einschwingvorgangs eines Tons. Das heißt, sobald ein Ton beginnt, wird ein solcher Marker gesetzt. Aus jedem PseudoWarp-Marker können Sie durch Doppelklicken einen richtigen Warp-Marker erstellen, dargestellt durch gelbe Pfeile. Durch Verschieben eines Warp-Markers verändern bzw. korrigieren Sie eingespielte Töne (siehe Abbildung). Sie können auf diese Weise gemeinsam mit den SchülerInnen den Rhythmus korrigieren. Anschließend dient die gesäuberte Aufnahme als Muster und Übehilfe. Denn letztendlich soll es ja darum gehen, dass die eigene Aufnahme nach einiger Übung nicht mehr manipuliert werden muss. – Viel Spaß! ((

Thorsten Drücker ist freiberuflicher Musiker, Gitarrist, Komponist und Produzent sowie Dozent für Musikproduktion und Gitarre an der Universität Paderborn. www.thorstendruecker.com


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Die Musikschule Dortmund gründete eine Barockakademie

Ganz unverstaubt

Denkt man an Dortmund, so denkt man an Fußball und den BVB, an den größten Weihnachtsbaum Europas und vielleicht noch an das Konzerthaus. Neu hingegen ist eine Barockakademie, die es seit Mai 2017 an der Musikschule Dortmund – mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen – gibt. Ein ambitioniertes Projekt, das neue Wege geht. Initiatorin ist die Dozentin und Blockflötistin Barbara Bielefeld-Rikus.

)) Alte Musik ist nicht mehr wegzudenken aus den Programmen der großen Konzerthäuser. Seit Nikolaus Harnoncourt ist viel geschehen in Sachen Aufführungspraxis und Interpretation von Alter Musik: Man denke etwa an die Bezeichnung „historisch informierte Aufführungspraxis“, die sich mittlerweile nicht mehr nur auf barocke oder frühbarocke Musik bezieht. Musikschullehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler sollten sich auch in diesem Bereich auf den aktuellen Stand bringen, um mitreden und mitmusizieren zu können. Dies ist einer der Gründe für das neue Format „Barockakademie“. Darüber hinaus spielt fast jeder Instrumentalschüler barocke Literatur, weil sie scheinbar leicht zu gestalten ist und oftmals erste Erfahrungen im Zusammenspiel bietet. Die Ausführungen der vielfältigen Verzierungen, der besonderen Artikulation und Agogik oder gar Fragen nach der Stimmung der Instrumente scheinen dabei nicht so wichtig zu sein. Doch erst die intensive Beschäftigung mit der Stilistik und Stimmung gibt Antworten, die die Musik

Barbara Bielefeld-Rikus

der Barockzeit in ihrer eigentlichen Sprache verständlich werden lassen. Seit einigen Jahren gibt es bei „Jugend musiziert“ die Sonderkategorie Alte Musik. Dort nehmen Solisten und Ensembles teil, die auf sehr hohem Niveau musizieren und schon sehr spezialisiert im Bereich dieser besonderen Stilistik sind. Sie können sich durch die Angebote der Barockakademie weiter fortbilden.

Was bietet die neue Barockakademie? ) Cembalounterricht, insbesondere für PianistInnen, ) Unterricht in Generalbass, besonders für Absolventinnen und Absolventen der Studienvorbereitung, ) Erwachsenen-Ensembles, ) Unterstützung bei der Vorbereitung auf den Wettbewerb „Jugend musiziert“, im Besonderen auf die Kategorie Alte Musik und auf die Solowertung Cembalo (2018 neue Kategorie im Wettbewerb), ) Barocktage mit verschiedenen Schwerpunkten. Über die rein musikalische Dimension hinaus ist es ein Anliegen der Akademie, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeden Alters möglichst stark alle Ausprägungen des Projekts mitgestalten zu lassen. Die Ensembles sollen zum selbstverantworteten Proben geführt werden, die DozentInnen sind eher ExpertInnen als Motoren. Die ersten Erfahrungen haben gezeigt, dass dies ein Weg vieler kleiner Schritte ist. Doch das Beispiel mancher Ensembles, die sich für „Jugend musiziert“ gegründet

haben, um danach in großer Autonomie weiterzumusizieren, macht Mut und zeigt, dass hier große Energie freigesetzt werden kann.

Besondere Anforderungen an die Musikschule Die Musikschule Dortmund unterstützt das Projekt unter anderem dadurch, dass vier Cembali für Proben, Unterricht und Üben genutzt werden können. Darüber hinaus haben die Musikschule und deren Förderverein einige Barockbögen gekauft, die den Streichern in diesem Projekt zur Verfügung gestellt werden. Um sich mit der barocken Spielweise, Artikulation und Interpretation vertraut machen zu können, ist der Einsatz von Barockbögen ein erster Schritt. An der Dortmunder Musikschule gibt es eine große Fachgruppe Blockflöte, die viele tiefe Blockflöten besitzt – ideal für das gemeinsame Spiel mit SängerInnen oder StreicherInnen. Generell sind alle Veranstaltungen der Barockakademie offen für Interessierte jeden Alters. Ein erfahrener Umgang mit dem eigenen Instrument sollte dabei selbstverständlich sein. Nicht nur die Lehrkräfte und SchülerInnen aus Dortmund sind herzlich willkommen. Die Barockakademie möchte Interessierten aus dem Umfeld der Einrichtung die Gelegenheit geben, sich intensiv mit Alter Musik beschäftigen zu können, Gleichgesinnte zu finden und sich mit ihnen auszutauschen, um die Entwicklung der Barockakademie mitzugestalten.


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Die DozentInnen der Barockakademie Dortmund Sylvie Kraus (Violine) Stellvertretende Konzertmeisterin von Concerto Köln, Gründerin und Leiterin des Jugendbarockorchesters Rheinland, seit 2011 Lehrauftrag für Historische Instrumentalmusik an der Musikakademie der Stadt Kassel

Danylo Gertsev (Violine) Masterstudium bei Mayumi Hirasaki (Konzertmeisterin von Concerto Köln) an der Folkwang Universität

© Marco Borggreve

„Hier kommen hochprofessionelle Vollblutmusiker und bieten ihr Können einer Zielgruppe an, die alles andere als homogen ist und wo teilweise richtige Basisarbeit geleistet werden muss – wie an jeder Musikschule eben.“ *

Susanne Wahmhoff (Violoncello) Stellvertretende Solocellistin der Neuen Philharmonie Westfalen und Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik in Münster

Winfried Michel (Blockflöte) Solistenexamen bei Frans Brüggen, Dozent an der Hochschule für Musik Münster und an der Musikakademie der Stadt Kassel, Kompositionen bei verschiedenen Verlagen

Zusammenarbeit mit der Chorakademie Dortmund

© Ada Tanir

Ada Tanir (Cembalo) Studien in Klavier, Musikwissenschaft und Musiktheorie, Master an der Folkwang Universität bei Christian Rieger

© Christina Förster

Von Anfang an gab es eine gute, freundschaftliche Zusammenarbeit mit der Chorakademie Dortmund. Sie stellte zwei Sängerinnen, die den Gesangspart in der BachArie Komm Trost, mein Jesus kömmt und der Händel-Arie Er weidet seine Herde übernahmen. Vor zwei Jahren gab es ein sehr erfolgreiches Projekt mit einem Doppelquartett (Sänger der Chorakademie und Blockflöten der Musikschule). Darüber hinaus leitete Jens Hamann, Spezialist für Alte Musik und Dozent an der Chorakademie, den Sängertag im Rahmen der Barockakademie. Ein Erfolgsrezept der Dortmunder Barockakademie liegt ohnehin darin, dass die Dozentinnen und Dozenten ausgewiesene SpezialistInnen sind, die nicht nur mit einer fundierten künstlerischen und vermittelnden Kompetenz, sondern auch durch die eigene Begeisterung das Feuer in den Teilnehmenden entzünden können. ➔

Werner Matzke (Violoncello) Solocellist von Concerto Köln und dem Amsterdamer Baroque Orchestra unter der Leitung von Ton Koopman, Barockcelloklasse an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen

Jens Hamann (Gesang) „Bachpreisträger“ Leipzig 2008, rege Konzerttätigkeit unter anderem mit Frieder Bernius und Helmuth Rilling, Dozentur an der Chorakademie in Dortmund


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„Barocke Vokalmusik ist oft sehr filigran und mehrschichtig. Dadurch ist es gar nicht so leicht, sie wirklich schön zu präsentieren. Dank der Barockakademie konnten wir mit einem kleinen Vokalensemble tiefer in die spannende Materie eindringen.“ ** Ausblick ins Jahr 2018 Auch für 2018 ist wieder ein Förderantrag beim Land Nordrhein-Westfalen gestellt worden, der versucht, dem regen Interesse an der Barockakademie gerecht zu werden. Alle Angebote sollen weitergeführt und in zusätzlichen Tagesangeboten vertieft werden. So führen etwa die 2017 entstandenen Ensembles ihre Arbeit weiter und können sie ausbauen. Hier versucht sich die Akademie an neuen Wegen: So können die Ensembles mit verschiedenen DozentInnen zusammenarbeiten. Im Verlauf des Jahres sollen die Ensembles immer mehr ihre Belange und Proben(-zeiten) selbst bestimmen. Braucht das Ensemble Unterstützung, so kann es sich an einen Dozenten wenden. Das selbstständige Arbeiten ist in dieser Weise überhaupt erst durch die zur Verfügung gestellten Landesmittel möglich. Einzelne Werke aus dem Programm des ersten Konzerts der Barockakademie werden in Schulkonzerten vorgestellt. Weitere Kooperationen sind in Planung, etwa mit der TU Dortmund im Bereich der Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Noch befindet sich die Barockakademie am Anfang eines hoffentlich erfolgreichen, langen Weges. Mein Wunsch als Initiatorin ist die Entstehung eines Barockorchesters, das die Region bespielt. In Zusammenarbeit mit der Chorakademie könnte dann sogar eine Opernaufführung stattfinden:

erscheint alle zwei Monate als Supplement zu üben & musizieren

ein wunderbares Ziel einer gelungenen Entwicklung der Dortmunder Barockakademie und eine Belohnung für alle UnterstützerInnen, die Musikschulleitung, den Förderverein der Musikschule und für die vielen Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen für ihre Offenheit und ihr Vertrauen, auf neuen, ganz unverstaubten barocken Wegen zu gehen. ((

* Jutta Bednarz (Viola), Orchestermusikerin und Instrumentalpädagogin. ** Teilnehmer am Chorprojekt der Barockakademie.

Barbara Bielefeld-Rikus ist Initiatorin der Barockakademie, Blockflötistin und Dozentin an der Musikschule und TU Dortmund sowie der Landesakademie Heek. Sie ist Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Nachwuchsförderung im Bereich Alte Musik des Landes Nordrhein-Westfalen.

Projektfinanzierung Die Musikschule Dortmund erhält für das Projekt „Barockakademie“ eine finanzielle Förderung durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Land fördert jedes Jahr herausragende Projekte der öffentlichen Musikschulen, sogenannte „profil- und strukturbildende Musikschulaktivitäten“. Dabei sind zum Teil Themenbereiche vorgegeben, aber auch mit entsprechender Begründung andere Dinge möglich. Die Musikschulen können die Anträge über die zuständigen Bezirksregierungen stellen – die Antragsfrist endet meist im Oktober/November, vorher wird eine Ausschreibung veröffentlicht. Eine Jury entscheidet auf Landesebene über die Förderung. Ein kommunaler Eigenanteil ist erforderlich. Weitere Informationen gibt es auch auf der Website des Landesverbands der Musikschulen NRW. www.lvdm-nrw.de/landesförderung

Redaktion: Sebastian Herbst und Rüdiger Behschnitt Ständige Mitarbeiter: Anja Bossen und Bernd Dahlhaus Layout: Rüdiger Behschnitt Grafik: Nele Engler

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