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DAS SCHNALSTAL MAGAZIN LA RIVISTA PER LA VAL SENALES THE SCHNALSTAL MAGAZINE


INHALTSVERZEICHNIS

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GEHEIMNISVOLLES KATHARINABERG I MISTERI DI MONTE SANTA CATERINA

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DER STEINZEIT AUF DER SPUR SULLE ORME DELLA PREISTORIA

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HISTORY

WINTER IN THE VALLEY

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19991

KUNST IN DER KARTAUSE ARTE NELLA CERTOSA ART AT THE MONASTERY

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67% INCLINATION

EUROPAS WANDERDÖRFER PAESI ESCURSIONISTICI EUROPEI

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TRANSHUMANZ

SCHÖNE AUSSICHTEN UNA BELLA VISTA PIĘKNY! JEST WIDOK

TAL DER FILME LA VALLE DEI FILM


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DAS PFOSSENTAL LA VAL DI FOSSE

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MANASLU FILM

DER APFEL NEU INTERPRETIERT LA MELA REINTERPRETATA

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GLACIER WINE RALLYE

LOOK THE BOOK

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EIN STEIN IM BRETT

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REINHOLD MESSNER

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ÖTZI GLACIER TOUR

SILENTIUM

IT'S COPPER & STONEAGE TIME

WIR WÜNSCHEN IHNEN EINE GUTE LEKTÜRE VI AUGURIAMO UNA BUONA LETTURA WE WISH YOU A GOOD READ ZYCZYMY DOBREJ LEKTURY

PRESIDENT

BEHIND THE SCENES

BENJAMIN RAFFEINER DIRECTOR

MANFRED WALDNER


GEHEIMNISVOLLES KATHARINABERG AUF ZEITREISE MIT UN VIAGGIO INDIETRO NEL TEMPO CON MARGIT GAMPER

I MISTERI DI MONTE SANTA CATERINA

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Kraft der Symbolik Wer sich ins Schnalstal begibt, der kommt nicht umhin, eine stolze Kirche zu bemerken, prangt sie doch so wagemutig hoch oberhalb der Schnalstaler Talstraße an einem senkrecht abfallenden Felsen. Das rote Dach der Kirche Katharinaberg leuchtet weithin in der Sonne und ihre prominente Position verspricht weite Tal- und Bergblicke. Schon ertappt sich der Autofahrer dabei, wie er den Blinker setzt und auf die kurvige Straße biegt, um dem Schild „Katharinaberg“ zu folgen. Der Ort präsentiert sich äußerst überschaubar, wie zu Tal bereits vermutet. Ein paar Höfe, teils eindeutig stattlichen Alters, drängen sich an die Kirche mit den dicken Mauern, die auf ihrem kleinen Hügel das Dorf überragt. Die Kirche Katharinaberg hält ihr Versprechen: Wer vom Friedhof oder dem Kirchplatz aus hinab und hinaus blickt, der sieht bergeweise Gipfelspitzen, sogar den Gletscher in der Ferne. Dem Besucher aber, der nicht nur in die Weite schaut, bieten sich noch zahlreiche weitere Ein-Blicke. Jene in eine bewegte Geschichte. Und wessen Neugier von den vielen Details geweckt wurde, die es überall im Dorfe zu entdecken gibt, dem sei eine Dorfrunde in Begleitung von Margit Gamper wärmstens empfohlen. 6

Den Dingen auf den Grund gehen. Wenn Margit erzählt Keiner kennt die Ortschaft so wie sie. Margit Gamper führt Besucher, Gäste, Neugierige und Historiker gerne durch den Ort. Sie kenne jeden Pflasterstein, jeden Balken des Ortes, munkelt man. Und tatsächlich beginnt sie ihre Dorfrunde mit den Worten: „Alles hier erzählt Geschichten. Man muss nur gut beobachten und den Dingen zuhören lernen. Dann raunt und flüstert’s hier in Katharinaberg aus allen Ecken.“

Bewegte Kirchengeschichte(n) Ursprünglich bestand der Kern des Ortes Katharinaberg aus der Schnalsburg und den zwei Schlosshöfen „Untermair“ und „Obermair“, die noch heute das Zentrum des Dorfes bilden. Auch der zu den Höfen gehörende „Stodl“ (Stall & Schober) steht nach wie vor mitten im Ort, direkt neben der Kirche. 1958 gesellte sich zu den Höfen noch ein Schulgebäude hinzu – weitere Wohnhäuser und Betriebe wurden erst ab 1970 mit dem Bau der Straße errichtet. Wer ganz weit in die Vergangenheit zurückreist, genauer gesagt ins 13. Jahrhundert, erfährt, dass die Kirche Katharinaberg nicht immer an ihrem heutigen


Platz am Fels gestanden hat. Einst prangte an ihrer Stelle gar eine mächtige Burg: die Schnalsburg, der das Schnalstal seinen Namen verdankt. Diese ging auf die Grafen der Montalbaner aus dem Schwabenland zurück, welche sich hier niedergelassen hatten und sich schließlich „Herren von Vallis Senalis“ nannten (Name abgeleitet von der Bezeichnung für „kleine Sennhütten“ also „Casinales“). Als das Geschlecht der Herren von Schnals ausstarb, kaufte Meinhard II, Herzog von Tyrol und Kärnten, die Schnalsburg. Ein strategischer Kauf, mit dem er sich Übergänge nach Nordtirol sicherte. Die zum Schloss gehörenden Höfe verpachtete er – daher auch die Namen „Obermair“ und „Untermair“, wobei „Mair“ anno dazumal die Bezeichnung für solche Pächter war. Der Sohn Meinhard des II, Heinrich von Tyrol und Kärnten – seines Zeichens Vater von Margarete von Tirol, besser bekannt als Margarete Maultasch – verbrachte seine Sommer auf der Schnalsburg. Da er keinen männlichen Nachfolger hatte, sollte sein Besitz nach seinem Tode an die Tochter Margarete übergehen – dies war das erste Mal, dass eine Frau die Erbschaft ihres Vaters antreten durfte. Doch es sollte anders kommen. Heinrich verschenkte die Schnalsburg samt allen dazu gehörenden Besitztümern noch Zeit seines Lebens (um

1326) dem Kartäuserorden von Wien. So konnte ein Orden im Schnalstal Fuß fassen, der für ihn und seine Familie beten sollte. Da die Mönche des Ordens den landwirtschaftlichen Grund nicht selbst bearbeitet haben, verpachteten sie diesen mitsamt den Schnalshöfen an die Bauern des Ortes. Und anstatt aus der Schnalsburg ein Kloster zu erbauen, ließ der Kartäuserorden die Burg um 1350 Stein für Stein abtragen. Gründe dafür waren die ausgesetzte Position und das lästerliche Treiben, das gewiss auf der Burg vor sich gegangen war. Auf der gegenüberliegenden Talseite entstand zeitgleich das Kloster Allerengelberg. Was letzten Endes von der Schnalsburg noch erhalten blieb, war die Kapelle der heiligen Katharina von Alexandrien, die das Fundament für die heutige Kirche bildete und ihr auch den Namen Katharinaberg gab. Der heutige Kirchturm war vermutlich einst Burgturm der alten Schnalsburg. Die Entstehung der Kirche Katharinaberg in ihrem aktuellen Ausmaß hat man dem Bauern des Schlosshofes Untermair zu verdanken. Denn als seine Tochter 1498 kurz vor der Geburt ihres Kindes schwer erkrankte, schwor er, an der Stelle der damaligen Kapelle eine Kirche zur hl. Katharina aufzubauen, sofern seine Tochter wieder gesund würde. Als dies eintraf und auch 7


die Enkeltochter des Bauern sich bester Gesundheit erfreute, ließ der Bauer vom Untermairhof auf den Grundmauern des abgetragenen Schlosses eine Kirche erbauen – von Christian Weithaler vom Prettrach-Hof in Vernagt. So entstand die heutige Kirche zur hl. Katharina, die im Jahre 1748 schließlich zu ihrer aktuellen Größe erweitert wurde.

3 Wunder von Vielen … Margit Gamper weiß weit mehr als die Entstehungsgeschichte der Kirche zu erzählen. Eine Dorfführung mit ihr ist auf jeden Fall empfehlenswert, soviel sei gesagt. Um an dieser Stelle nicht zu viel im Vorab zu verraten, trotzdem aber etwas von der Mystik und Magie zu vermitteln, die an diesem Ort Besitz von einem zu ergreifen scheint, seien hier einige geheimnisvolle und magische Details genannt, die es im Bergbauerndorf Katharinaberg zu entdecken gibt. Begeben Sie sich auf Streifzug zwischen christlicher Symbolik und bäuerlicher Zeitgeschichte! Finden Sie nachstehende 3 Besonderheiten im Ort und bei der Kirche Katharinaberg? Am Dorfplatz steht ein ganz besonderer Brunnen, in dem vom Frühjahr bis in den Spätherbst das Wasser von vier Seiten (den vier Himmelsrichtungen) hinab rinnt. Das Wasser 8

ist auch Kernthema der Texelgruppe, deren Berggipfel sich im Hintergrund nach den Wolken recken und die unzählige Bäche und Seen aufweist. Die Bronzesäule des Brunnens mit den dargestellten Wildtieren der Texelgruppe ist ein Kunstwerk des bekannten Bildhauers Friedrich Gurschler. Das kleine dreieckige „Dachl“ am Eingang zu Friedhof und Kirche steht auf drei Säulen und symbolisiert die Dreifaltigkeit. Die heilige Zahl 3 kommt in der Bibel immer wieder vor: Das Dreieck steht auch für „ohne Anfang, ohne Ende“ und damit für das Ewige. Im Dreieck findet der Besucher eine goldene Kugel - das Dreieck mit dem Kreis im Inneren steht in der Kunst für „Das Auge Gottes“. Und zu guter Letzt, gilt es die „schwarze Hand“ zu finden! Die schwarze Hand streckt Daumen-, Zeige- und Mittelfinger aus – ein Ausdruck des Glaubens an die Trinität. Die beiden anderen, geschlossenen Finger deuten auf die göttliche und menschliche Natur in Christus hin. Die Haltung der Hand ist aber auch Friedens- und Siegeszeichen, der Sieg des Lebens über den Tod. Wo mag sich diese geheimnisvolle Hand nur befinden?


La potenza del simbolismo

Sulle tracce della storia con Margit

Chiunque abbia visitato la Val Senales non può non aver notato un’imponente chiesa che, arroccata su una rupe a strapiombo, svetta sull’intera valle. La posizione invidiabile della chiesa di Monte Santa Caterina, con il suo inconfondibile tetto rosso che splende al sole, regala un incantevole panorama sulle montagne. Gli automobilisti rimangono a bocca aperta dal momento in cui mettono la freccia e svoltano seguendo il cartello “Monte Santa Caterina”. Il paese appare alquanto raccolto, come già si intuiva a valle. Una manciata di masi, alcuni dei quali antichissimi, costella la chiesa dalle mura spesse, adagiata su una collinetta da cui domina il paese. Una volta in cima, le aspettative non vengono certo deluse: in lontananza, guardando dal cimitero o dal sagrato, si vedono le vette delle montagne e perfino il ghiacciaio. Ma Monte Santa Caterina riserva la stessa meraviglia anche a guardarla da vicino, svelando storie avventurose e avvincenti. Se questo paese dai mille misteri vi incuriosisce, non possiamo che consigliarvi una visita in compagnia di Margit Gamper.

Nessuno conosce questa località come lei. Margit Gamper accompagna visitatori, ospiti, curiosi e storici alla scoperta del paese. Non c’è selce o trave che abbia segreti per lei; non a caso Margit inizia la visita con queste parole: “Qui ogni cosa racconta una storia, bisogna solo osservare attentamente e imparare ad ascoltare. Perché qui a Monte Santa Caterina tutto ci bisbiglia all’orecchio”.

Una chiesa, tante storie travagliate In origine il nucleo di Monte Santa Caterina era formato dal castello di Senales e dalle due corti Untermair e Obermair, che ancora oggi costituiscono il centro del paese. Anche lo “Stodl” (scuderia e fienile) annesso alle corti si trova tuttora nel cuore del paese, accanto alla chiesa. Nel 1958 si aggiunge alle corti un edificio scolastico; solo a partire dal 1970, con la costruzione della strada, furono erette altre abitazioni e attività. Volgendo lo sguardo indietro nel tempo, per la precisione al XIII secolo, si scopre che la chiesa di Monte Santa Caterina non era situata sulla rupe come lo è oggi. Un tempo al suo 9


posto sorgeva una maestosa fortezza: il castello di Senales, a cui la valle deve il suo nome. Il castello apparteneva ai conti di Montalbano originari della Svevia che, stabilitisi in questa zona, avevano deciso di chiamarsi “signori della Vallis Senalis” (da “casinales”, che indica piccoli casearie). Quando la stirpe dei signori di Senales si estinse, il castello fu comprato da Mainardo II di Tirolo e di Carinzia. Si trattava di un acquisto strategico, grazie al quale il conte si assicurava l’accesso al Tirolo settentrionale. Mainardo II concesse quindi in locazione le corti annesse al castello; all’epoca il termine “Mair” contenuto nei nomi Obermair e Untermair indicava proprio gli affittuari. Enrico di Carinzia e Tirolo, figlio di Mainardo II nonché padre di Margherita di Tirolo, più nota come Margherita Boccagrande, trascorreva le estati nel castello di Senales. Non avendo eredi maschi, alla sua morte avrebbe dovuto lasciare il castello alla figlia Margherita: il primo caso in cui una donna avrebbe acquisito l’eredità del padre. Ma le cose andarono diversamente, perché intorno al 1326 Enrico, ben prima di morire, donò il castello e tutte le proprietà annesse ai monaci certosini di Vienna. Così in Val Senales mise radici un ordine monastico che doveva pregare per lui e per la sua famiglia. 10

Poiché i certosini non lavoravano personalmente il terreno, questo fu dato in gestione ai contadini del paese insieme alle due corti. E anziché convertire il castello in un monastero, nel 1350 circa i monaci dell’ordine fecero demolire il castello mattone dopo mattone per via della sua posizione esposta alle intemperie e della condotta immorale che si era perpetrata al suo interno. Sul lato opposto della valle sorgeva il monastero Monte degli Angeli. Del castello di Senales rimase la cappella di Santa Caterina d’Alessandria, che costituiva le fondamenta dell’attuale chiesa, alla quale fu dato il nome di Monte Santa Caterina. È probabile che l’attuale campanile fosse la torre dell’antico castello di Senales. La nascita della chiesa di Monte Santa Caterina nella sua veste attuale si deve al contadino della corte Untermair. Quando nel 1498 sua figlia si ammalò gravemente poco prima di partorire, giurò che se fosse guarita avrebbe eretto una chiesa dedicata a Santa Caterina al posto dell’antica cappella. La figlia si ristabilì e diede alla luce una bambina forte e sana, così il contadino della corte Untermair incaricò Christian Weithaler del maso Prettrach di Vernago di erigere una chiesa sulle fondamenta del castello abbattuto. Fu l’origine dell’attuale chiesa di Santa Caterina, che nel 1748 fu ampliata alle attuali dimensioni.


Tre di tante meraviglie Margit Gamper non si limita certo a raccontarci la storia della chiesa: è risaputo che una visita del paese in sua compagnia vale la pena. Senza rovinarvi la sorpresa, ma al contrario per trasmettere un po’ del misticismo e della magia che sembrano pervadere questo luogo, vi presentiamo alcuni dettagli misteriosi che il borgo di Monte Santa Caterina ha in serbo per voi. Vi attende un viaggio tra simbolismo cristiano e storia contadina. Provate a individuare questi tre elementi caratteristici presenti nel paese e nella chiesa di Monte Santa Caterina! La piazza del paese ospita una fontana molto particolare: dalla primavera fino all’autunno inoltrato, l’acqua scorre da quattro parti, che simboleggiano i quattro punti cardinali. L’acqua è anche un elemento importante del Gruppo di Tessa: questo gruppo di montagne che si stagliano oltre le nuvole conta una miriade di ruscelli e laghetti. La colonna di bronzo della fontana, che rappresenta gli animali selvatici del Gruppo di Tessa, è un’opera del noto scultore Friedrich Gurschler.

Il “tettuccio” triangolare posto all’ingresso del cimitero e della chiesa poggia su tre colonne a indicare la Trinità. Il numero tre ricorre numerose volte nel corso della Bibbia, e il triangolo simboleggia anche l’essenza del “senza principio e senza fine”, ovvero l’eternità. Nel triangolo i visitatori troveranno una sfera dorata: nell’iconografia cristiana il triangolo con un cerchio all’interno rappresenta “l’occhio di Dio”. Infine, per concludere in bellezza, c’è anche una “mano nera”! La mano nera ha pollice, indice e medio distesi, raffigurazione della fede nella Trinità, mentre le altre due dita piegate suggeriscono la natura divina e umana che convive in Cristo. La posizione della mano è anche un gesto di pace e di vittoria: la vittoria della vita sulla morte. Dove si troverà questa mano dai mille segreti?

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History


JOY

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IN SOLCH BEEINDRUCKENDEN HÖHEN BEGINNT DAS GANZ BESONDERE SKI-ERLEBNIS AM SCHNALSTALER GLETSCHER. ES IST SKIFAHREN IN EINER ANDEREN DIMENSION. NORMALERWEISE BLICKT MAN ZU DREITAUSENDERN AUF. SKIFAHREN AM UND UM DEN GLETSCHER FÜHLT SICH HINGEGEN AN ALS SURFE MAN GERADEZU INMITTEN DER BERGRIESEN. DIE SKISAISON DAUERT HIER VON SEPTEMBER BIS MAI. AM HOCHJOCHFERNER HOLEN SICH UNTER ANDEREM DIE ASSE DES ITALIENISCHEN UND ÖSTERREICHISCHEN SKITEAMS DEN FEINSCHLIFF FÜR DEN ALPINEN SKI WELTCUP. IN DEN ÜBRIGEN MONATEN HABEN SKIFAHRER VOR ALLEM VIEL PLATZ, DENN DIE FLÄCHEN AM GLETSCHER SIND ENORM; DIE PISTEN SIND SCHÖN BREIT, BESTENS PRÄPARIERT UND SICHER. SCHNALSTAL IST ZUDEM, OBWOHL DIE SCHNEEKANONEN BEREIT STEHEN, VORWIEGEND EIN ECHTES NATURSCHNEE-GEBIET!

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FUN


QUESTE LE ALTEZZE VERTIGINOSE DI UN’ESPERIENZA UNICA SUL GHIACCIAIO DELLA VAL SENALES. LO SCI ENTRA IN UN’ALTRA DIMENSIONE: NORMALMENTE I TREMILA SI GUARDANO DAL BASSO, INVECE SCIARE SUL GHIACCIAIO È COME FARE SURF TRA LE MONTAGNE. LA STAGIONE SCIISTICA DURA DA SETTEMBRE A MAGGIO. SUL GHIACCIAIO DEL GIOGO ALTO, TRA L’ALTRO, LE STELLE DELLA NAZIONALE ITALIANA ED AUSTRIACA SI ALLENANO PER LA COPPA DEL MONDO DI SCI ALPINO. NEGLI ALTRI MESI GLI SCIATORI HANNO TANTO SPAZIO, PERCHÉ LE SUPERFICI SUL GHIACCIAIO SONO ENORMI; LE PISTE SONO PRONTE, BEN PREPARATE E SICURE. INOLTRE LA VAL SENALES, PUR DISPONENDO DI INNEVATORI, È FONDAMENTALMENTE UN PARADISO DI NEVE NATURALE.


POWER

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WYSOKO W GÓRZE, NA STOKACH LODOWCA VAL SENALES, ROZPOCZYNA SIĘ SZCZEGÓLNA PRZYGODA DLA NARCIARZY. TO ZUPEŁNIE INNY WYMIAR NARCIARSTWA. NORMALNIE, ABY MÓC PODZIWIAĆ TRZYTYSIĘCZNIKI, NALEŻY UNIEŚĆ WZROK. SZUSUJĄC NA I WOKÓŁ LODOWCA ODNOSI SIĘ JEDNAK WRAŻENIE SERFOWANIA W SAMYM SERCU WYSOKICH GÓR. SEZON NARCIARSKI TRWA TU OD WRZEŚNIA DO MAJA. W HOCHJOCHFERNER SWOJE UMIEJĘTNOŚCI NA PUCHAR ŚWIATA W NARCIARSTWIE ALPEJSKIM SZLIFUJĄ MIĘDZY INNYMI MISTRZOWIE WŁOSKICH I AUSTRIACKICH REPREZENTACJI NARCIARSKICH. W POZOSTAŁYCH MIESIĄCACH ROKU NARCIARZE MAJĄ DUŻO MIEJSCA, PONIEWAŻ POWIERZCHNIA LODOWCA JEST OGROMNA; STOKI SĄ SZEROKIE, DOBRZE PRZYGOTOWANE I BEZPIECZNE. PONADTO VAL SENALES JEST OBSZAREM, NA KTÓRYM WYSTĘPUJE GŁÓWNIE NATURALNY ŚNIEG, POMIMO, ŻE ARMATKI ŚNIEŻNE SĄ GOTOWE DO DZIAŁANIA!

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DER STEINZEIT AUF DER SPUR Museumsleiterin Johanna Niederkofler über Fragen, die tief bis in die Steinzeit schürfen. Im Jahr 2001, 10 Jahre nach dem Fund einer nahezu vollständig konservierten Mumie, öffnet der archeoParc in Unser Frau seine Tore. Ein archäologisches Freilichtmuseum rund um das Leben eines Mannes, der viele Namen trägt und noch mehr Spekulationen anregt.

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SULLE ORME DELLA PREISTORIA La direttrice del museo Johanna Niederkofler scava nell’età della pietra. Nel 2001, dieci anni dopo il ritrovamento di una mummia in perfetto stato di conservazione, apre i battenti a Madonna di Senales l’archeoParc. Un museo archeologico all’aria aperta, completamente incentrato su un uomo dai tanti nomi e dai mille misteri.


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Ötzi, Iceman oder der Mann vom Hauslabjoch heißt er: jener Mann aus der Steinzeit, der dank optimaler Umweltbedingungen perfekt konserviert aufgefunden wurde. In einer Felsmulde ruhend, war „Ötzi“ weder starkem Schneegewicht noch den Bewegungen des Gletschers ausgesetzt. Bei Kälte und Wind trocknete sein Körper unter der Schneedecke aus, und so blieben nahezu alle organischen und anorganischen Materialien erhalten – die perfekte Mumie. Dieser Fund und das Mysterium rund um seinen Tod hat nicht nur die Wissenschaft beflügelt, sondern auch die Phantasie vieler Geschichtsinteressierter. 1992, ein Jahr nach der Entdeckung, gab es bereits die erste spekulative Ausstellung zum Leben und Sterben dieses Mannes: eine Zusammenarbeit zwischen dem Ötztal, dem österreichischen Vent und dem Schnalstal. Sieben Jahre nach dem Fund wird das Archäologiemuseum in Bozen eröffnet, kurz darauf der archeoParc im Schnalstal. Seit 2007 leitet Johanna Niederkofler nun das Freilichtmuseum samt Besucherzentrum und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit ihrem Vermittlungsteam. Mit den Händen denken. Wie funktionierte die Kommunikation in der Steinzeit und wie kann steinzeitliches Wissen in der Gegenwart erfahrbar gemacht werden? Damit beschäftigt sich das gesamte Aktivmuseum, vom Ausstellungsdesign bis hin zu den unzähligen Erlebnisstationen. „Es ist gut, mit den Händen zu denken“, sinniert Johanna Niederkofler. „Dabei finden andere, profundere Lernprozesse im Gehirn statt.“ Im gesamten Ausstellungsgebäude des archeoParc und in den Workshop-Stationen im Außenbereich, den nachgebauten Steinzeithütten, dem Wasserkanal zum Einbaumkanufahren, den Feuerstellen und Brotbacköfen wird dieser Vision nachgegangen. „Wir möchten unsere Besucher selbst befähigen, die Überlebenstechniken der Steinzeit zu erproben, sie sozusagen in einen neolithischen Modus versetzen. Materialien, Techniken, Herausforderungen be-greifen und mit den eigenen Händen und dem eigenen Denken das Leben der Steinzeit tiefer verstehen lernen“, so die passionierte Wissensvermittlerin. Geschichte anders denken – auch die Leerstellen. Das ist Johanna Niederkofler ein besonderes Anliegen: „Wir sollten damit aufhören, uns einen primitiven Menschen vorzustellen! Denn trotz der vielen neuen Erkenntnisse, die Ötzi uns verschafft hat, bleiben uns immer noch mehr Fragen als Antworten an die Vergangenheit.“ Haben die Steinzeitmenschen gesprochen? Falls ja, wie? Ötzi trug Feuersteine aus der Veroneser Gegend bei sich. Wie kamen diese zu ihm? Gab es also bereits ein Handelssystem, mithilfe dessen so wertvolle Rohstoffe über große Strecken transportiert werden konnten? Wie fand der zwischenmenschliche Austausch statt, wie weit ging Ötzis Kontaktradius und welche Währung wurde verwendet? „Wir sollten akzeptieren, dass wir mit sehr vielen Wissenslücken leben, um die wir Geschichte schreiben und zum Teil erfinden!“, so die Museumsleiterin, die selbst klassische Archäologie und Kunstgeschichte studiert hat. Vermitteln und Lernen – im Team und allein. Information, Spekulation, Erlebnis. Im archeoParc finden sich unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit und dadurch auch zur Gegenwart. Für die Kleinen und die Erwachsenen, für Kurzbesucher und für die Steinzeithungrigen, die noch mehr lernen, wissen, verstehen möchten. Mit spannender Information werden die Besucher ganz entspannt abgeholt und können sich in rund zwei Stunden einen ersten Überblick verschaffen. Wenn sie dabei jedoch neugierig werden, laden die Mitmach- und Erlebnisstationen ein, die eigenen motorischen und handwerklichen Fertigkeiten auf die Probe zu stellen: eine Herausforderung für Hand und Kopf. „Wenn von den kleinen und großen Besuchern dann in die Tiefe gehende Fragen kommen, merken wir, dass ein persönlicher Denkprozess begonnen hat und dass sie beginnen, sich wirklich mit der Materie auseinanderzusetzen!“, strahlt die Museumsleiterin. Wer sich auf die drei Parcours mit den vielen Besucherwerkstätten und Erlebnisstationen mit echter Passion einlässt, füllt damit locker einen ganzen Tag aus. Ein Talisman als Erinnerung. Selbst gemachte Tonflöten, Ledertäschchen oder Specksteinschnitzereien. Was die Besucher in den Werkstätten bauen, schnitzen oder nähen, können sie natürlich stolz mit nach Hause nehmen. Auch im liebevoll sortierten Besuchershop finden sich kleine Steinzeitaccessoires und Glücksbringer. Aber als wertvollstes Geschenk nimmt man sich die ganz persönlichen Fragen und Erkenntnisse mit – als ein Geschenk fürs Leben.


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È conosciuto come Ötzi, Iceman o l’uomo del Giogo Tisa: un uomo dell’età della pietra il cui corpo si è conservato perfettamente grazie alle condizioni ambientali favorevoli. Rinvenuto in una conca rocciosa, “Ötzi” infatti non ha subito né il grande peso della neve, né i movimenti del ghiacciaio: il freddo e il vento hanno asciugato il corpo sotto la coltre di neve e così quasi tutti i materiali organici e inorganici sono rimasti intatti. Una mummia da manuale, insomma. Il ritrovamento del corpo e il mistero intorno alla morte di Ötzi non hanno incuriosito solo la comunità scientifica, ma anche molti appassionati di storia. Già nel 1992, a un anno di distanza dal suo recupero, fu allestita la prima mostra – realizzata in collaborazione tra la Ötztal, la località austriaca di Vent e la Val Senales – che presentava alcune ipotesi sulla vita e sulla morte dell’uomo. Sette anni dopo il ritrovamento fu inaugurato il Museo archeologico di Bolzano, e poco dopo è stata la volta dell’archeoParc in Val Senales. Dal 2007 a dirigere il parco-museo didattico è Johanna Niederkofler, che lavora in stretta collaborazione con il suo gruppo di esperti. Pensare con le proprie mani. Com’era la comunicazione all’età della pietra e come possiamo apprendere le conoscenze raggiunte all’epoca? Il museo interattivo si occupa proprio di questo, dal design delle esposizioni ai numerosi laboratori. “È bello pensare con le mani”, afferma Johanna Niederkofler. “In questo modo nel cervello si attivano altri processi di apprendimento più profondi”. Questa filosofia si concretizza in un complesso che, oltre allo spazio espositivo dell’archeoParc, conta anche un’area laboratori all’esterno, la ricostruzione delle capanne neolitiche, un canale da percorrere con la piroga monossile e ancora focolari e forni per il pane. “Vogliamo che i visitatori sperimentino le tecniche di sopravvivenza dell’età della pietra, immergendosi completamente nel neolitico. L’obiettivo è scoprire i materiali, le tecniche e le difficoltà e, usando le proprie mani e la propria testa, comprendere meglio come si viveva all’età della pietra”, spiega entusiasta la direttrice. Ripensare la storia, lacune comprese. Johanna Niederkofler ci tiene a sottolinearlo: “Dobbiamo smettere di immaginarci un cavernicolo. Sebbene Ötzi ci abbia permesso di acquisire numerose conoscenze, il passato presenta più domande che risposte”. Gli uomini dell’età della pietra parlavano? Se sì, come? Ötzi portava con sé delle pietre focaie provenienti dal veronese: come avrà fatto a entrarne in possesso? Esisteva già un sistema commerciale per il trasporto di materiali di valore su lunghe distanze? Come avvenivano i contatti tra le persone, fino a dove arrivava la rete sociale di Ötzi e quale merce di scambio utilizzava? “Dobbiamo accettare il fatto che le nostre conoscenze presentano delle lacune intorno alle quali scriviamo – e in parte inventiamo – la storia”, spiega la direttrice del museo, laureata in Archeologia classica e in Storia dell’arte. Alla scoperta della storia, da soli e in compagnia. Informazioni, ipotesi, esperienze: queste le parole chiave dell’archeoParc, dove è possibile accedere al passato – e quindi anche al presente – in varie modalità. Grandi e piccini, visitatori di passaggio e appassionati di preistoria che desiderano saperne di più troveranno tante interessanti informazioni che forniscono una prima panoramica in circa due ore. Durante la visita, però, la curiosità potrebbe crescere: l’area laboratori e le dimostrazioni daranno l’opportunità di toccare con mano la preistoria, mettendo alla prova le proprie abilità motorie e manuali in una sfida per il corpo e per la mente. “Quando adulti e bambini ci pongono domande approfondite, ci rendiamo conto che si è innescato un processo mentale individuale e che iniziano a confrontarsi davvero con la materia”, racconta con soddisfazione la direttrice del museo. Chi segue i tre percorsi con laboratori e dimostrazioni, finisce per trascorre all’archeoParc una giornata intera. Molto più che semplici souvenir. Dalle ocarine alle borsette in pelle, fino agli intagli su pietra ollare, tutto ciò che i visitatori creano, incidono o cuciono nell’area laboratori può essere portato a casa in ricordo della visita. Anche il shop è ben fornito: qui si potranno trovare piccoli accessori e portafortuna “preistorici”. I doni più preziosi, però, sono le conoscenze acquisite e gli interrogativi che ognuno si porta dietro. Un dono per la vita.


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Kunst in der Kartause Seit 1987 wird das ehemalige Kartäuserkloster „Allerengelberg“ in

Karthaus im Schnalstal von Mitte Juli bis Ende August zur Galerie, in der die Auseinandersetzung mit Kunst in ihren vielfältigsten Ausdrucksformen erlebbar wird. Kunst in der Kartause versteht sich als AusstellungsPlattform Südtiroler Künstler, wobei ein Schwerpunkt auf Kunst aus dem Vinschgau gelegt wird. Neben der Ausstellung bereits renommierter Südtiroler Kunstschaffender legt der Kulturverein Schnals seinen Fokus auch auf das Schaffen junger Kreativer, die in der Kartause die Möglichkeit erhalten, ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit aus Nah und Fern zugänglich zu machen.

Ein wichtiges Anliegen des Kulturvereines Schnals, welcher für die Organisation dieser inzwischen auch über die Grenzen Südtirols hinaus bekannten Ausstellung verantwortlich zeichnet, ist die Auseinandersetzung mit dem unverwechselbaren Ort und seiner Geschichte. So wird das Dorf, das 450 Jahre lang ein Kloster der Kartäuser war, jedes Jahr zum Ort der künstlerischen Auseinandersetzung im Zeichen der Stille.

Arte nella Certosa

Dall’anno 1987, da metà luglio a fine agosto, il antico ex convento certosino Monte degli Angeli a Certosa in Val Senales, si trasforma in una galleria in cui è possibile accostarsi all’arte nelle sue molteplici forme espressive. Arte nella Certosa vuole essere intesa come piattaforma espositiva per artisti sudtirolesi, con particolare attenzione all’arte in Val Venosta. Oltre ad allestire esposizioni con rinomati artisti della provincia, l’Associazione Culturale Senales vuole anche richiamare l’attenzione sul lavoro dei giovani creativi ai quali viene così offerta l’opportunità di presentare le proprie opere a un pubblico più vasto, proveniente da ogni dove. Tema rilevante per l’Associazione Culturale Senales, responsabile dell’organizzazione di questa manifestazione, conosciuta anche oltre i confini della nostra terra, è l’incontro con questo luogo singolare e la sua storia. Così il paese che per 450 anni è stato un convento certosino, diventa ogni anno luogo di confronto con l’arte all’insegna del silenzio.

Art at the monastery The cloister at the monastery of “Allerengelberg” in the village of Karthaus

in Senales Valley becomes an exhibition gallery from mid July to the end of August every year. Since 1987, visitors to the gallery have experienced a discourse with art in its most diverse forms of expression. [Art at the Abbey] [Art at the Monastery] is an exhibition platform for South Tyrolean artists, however, the emphasis is on art from the Vinschgau region. In addition to exhibiting famous South Tyrolean artists, the Senales Cultural Association (Kulturverein) focuses on the work of emerging artists who have the opportunity at the Carthusian monastery to make their work accessible to a broader public from far and near. One important issue for the Senales Cultural Association, the organisers of this exhibition that is now known far beyond the borders of South Tyrol, is the engagement with its unique location and history. The village, for 450 years a monastery belonging to the Carthusian order, becomes a place of artistic engagement once a year, against a backdrop of silence.


19991 Wildspitze 3770 m

Finailspitze 3514 m Hauslabkogel 3402 m

Saykogel 3355 m

Ă–tzi the Iceman Fundstelle Punto di ritrovamento Place of discovery 3210 m

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Ötztaler Alpen

Alpe venostane Ötztal Alps

Hintere Schwärze 3628 m Similaun 3603 m Marzellspitze 3555 m

Similaunhütte Rifugio Similaun Mountainhut Similaun 3019 m

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67 % INCLINATION


BEI 20 GRAD MINUS IN DER

GLETSCHER-PRÄRIE EIN SCHNEEKATZENFAHRER IM TAG- UND NACHTPORTRAIT

WIE VERWAIST DIE SKIPISTEN NACH 16.00 UHR DOCH RUHEN. DIE SESSEL- UND GONDELLIFTE ZIEHEN IHRE LETZTE RUNDE, DER LETZTE SKIFAHRER IST BALD IM TAL, DIE MEISTEN SKIER SIND BEREITS ZUM TROCKNEN AUFGESTELLT. DER PISTENALLTAG GEHT JETZT ABER ERST RICHTIG WEITER.

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Acht lange Winter zählt der 27-jährige Roland Nischler schon zu den Schneekatzenfahrern des Schnalstals. Er hat die landwirtschaftliche Fachschule abgeschlossen und wird, das weiß er bereits, in ein bis zwei Jahren die elterliche Landwirtschaft übernehmen. Auf dem Hof verbringt er auch die 5-6 Monate der Sommersaison. „Ich arbeite mit meinen Händen und mache gern handwerkliche Dinge“, meint er, „und ich will unbedingt in Kontakt mit der freien Natur sein“. Auf dem Bauernhof groß geworden, habe er als Jugendlicher schon hie und da mit dem Traktor fahren dürfen. Der Sprung zur Schneekatze sei da nicht weit, will er damit sagen. „Mit Maschinen arbeiten, das hat mir immer schon getaugt!“

Man merkt ihm die Faszination an, wenn er von den über 60 Funktionen am Joystick im Schneekatzencockpit zu erzählen beginnt. Ein Schneekatzen-Führerschein wird in Italien nicht verlangt, hier entscheiden der Pistenbesitzer oder die Besitzervereinigung über die Fahrkompetenz der Schneekatzenfahrer. In berufsbegleitender Schulung wird das Personal dann hinsichtlich Arbeitssicherheit und rechtlichen Rahmenbedingungen weitergebildet. Sprich: Wer sich wo zu welcher Zeit aufhalten dürfe, wie mit dem Transport im Skibetrieb umgegangen wird und was Pistensicherheit in der ganz alltäglichen Praxis bedeutet.


Ein Saisonsjob. Für einen kleinen Teil des EIN LEBEN IM TAKT VON Teams ist das Schneekatzenfahren jedoch SOMMER- UND WINTERSAISON ein Ganzjahresberuf. Die Sommerrevisionen der Planiermaschinen stehen natürlich in den heißen Monaten an. Außerdem werden Teile des Gletschers mit Planen abgedeckt, um der Gletscherschmelze etwas entgegenzuwirken, und zu Beginn der Wintersaison sind diese dann auch wieder zu entfernen. PISTENWÄCHTER SEIN: Ein Beruf, der aus Nischlers Mund mehr SO SCHÖN WIE SCHIACH nach einer Berufung klingt. Die Arbeitszeiten sind herausfordernd, für Roland Nischler, der selbst stolzer Papa ist, genau richtig. Denn „manchmal sind wir schon um 21.00 Uhr fertig“ meint er, „das ist ein guter Tag.“ Die Kehrseite? „Es kann aber auch passieren, dass man um 3.00 Uhr morgens bei minus 23 Grad aussteigen und hinaus in den Wind stapfen muss, weil etwas kaputt gegangen ist.“ Schäden reparieren gehört nämlich ebenso zum Everyday-Business eines Schneekatzenfahrers. Da müsse man immer ordentlich angezogen sein und festes Schuhwerk dabeihaben, Überzugshosen für den Notfall und einen Skianzug. Er selbst habe immer eine große Teekanne mit und eine kleine Jause, denn Abendessen heißt hier „Dinner-in-der-Schneekatze“. „Manchmal sind wir 7-8 Stunden in der Maschine“, so Roland. „Ein bisschen wahnsinnig muss man dafür schon sein. Denn wir gehen dahin, wo keine Menschen mehr sind. Nachts, hinauf bis auf über 3000 Meter Meereshöhe.“ DAS GEFÜHL Die Schneemaschinen sind vollhydraulisch, FÜR DIE MASCHINE UND FÜR sprich: sie werden durch Öldruck angeDEN SCHNEE trieben. Geht der Fuß vom Gaspedal, dann bremst die Maschine ab. Auf Pedal zieht sie an und kann eine Zugkraft von sage und schreibe 400-530 Pferdestärken erreichen. Hat die Schneekatze zusätzlich eine Seilwinde an Bord, transportiert sie bis zu 1200 Meter Stahlseil mit sich. Statt Rädern gibt es Raupen. Bordeigene Schaufeln und eine Fräse ziehen die frischen Rillen in die Piste und arbeiten Schneebrocken zu Pulver auf. “Die Skifahrer arbeiten den Schnee talwärts, wir arbeiten ihn wieder aufwärts”, grinst Roland. Roland erzählt von maschinellen Verschubarbeiten und von Löchern, die sich nicht in einem Arbeitsgang schließen lassen. Er spricht auch von Schnee, richtig viel Schnee, der nicht immer kompakt ist und neben den Skiern auch vom Wind verblasen wird. Jeder Pistenpräparateur müsse selbst einschätzen, ob er sich in einem Gebiet aufhalten kann oder ob ein Schneebrett auch einmal abgesprengt werden muss, zur Sicherheit.

UNSICHTBAR IST DIE GEFAHR “Wenn es besonders steil ist, dann sichern wir unsere Maschinen mit den Seilwinden. Denn wenn man die Kontrolle über das Fahrzeug verliert, kann es passieren, dass aus der 12.000 kg schweren Schneekatze ein richtig schwerer Schlitten wird”, erklärt Roland. Das 11-Millimeter-Stahlseil, mit dem die Schneekatzen sich auch im großen Hanggefälle bewegen, sei meist ganz nahe am Boden. “Das mit dem Stahlseil, das wissen die Skifahrer oft gar nicht. Die sehen uns noch in 100 Meter Entfernung und merken gar nicht, dass das Seil direkt neben ihnen gespannt ist und ausschlagen kann. So können Unfälle passieren, wenn sich jemand nach den Schließungszeiten noch auf die Piste begibt”, warnt der Schneekatzenfahrer. EIN DURCHWACHSENER BERUF Jeder Fahrer sei in der Lage, jedwede Piste zu präparieren. Doch man habe so seine Lieblings-Teilabschnitte, die man besonders gut kennt. Da wisse man dann ungefähr, wohin der Schnee wandert und wo am Vortag die Verschubarbeiten passiert sind. “Über Funk ist das ganze Team miteinander verbunden. So weiß man zu jeder Zeit, wer wo steckt oder Hilfe braucht. Und die Abschlussrunde am Abend machen wir alle gemeinsam, bevor wir mit den Skiern runterfahren“, so Roland. DIE REITER DER NACHT – MIT UNZÄHLIGEN STERNSCHNUPPEN IM GELEIT Ob es nicht einsam sei, dort auf den Pisten in der Nacht? “Im Gegenteil”, meint Roland. Jeder Raupenfahrer habe ein Radio an Bord und seine ganz persönliche Playlist. “Die kennt man zu Saisonsende auswendig”, grinst er. Wer so viele Nächte abseits von Lichtersmog und Taltrubel erlebt, hat schon die spektakulärsten Lichterspiele am Himmel gesehen. Besonders schön seien die Momente, wenn dann jeder Pistenabschnitt makellos präpariert ist. Dann strahlt eine Ruhe in die Nacht. Ja, dann ist man der Perfektion sehr nah.

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SUI PENDII DEL GHIACCIAIO A -20° PROFESSIONE “GATTISTA”: UN IMPEGNO GIORNO E NOTTE

DOPO LE 16.00 LE PISTE DA SCI SI SPOPOLANO. QUANDO SEGGIOVIE E FUNIVIE TERMINANO L’ULTIMA CORSA, ANCHE L’ULTIMO PASSEGGERO È GIÀ SCESO A VALLE E QUASI TUTTI GLI SCIATORI SI SONO MESSI ALL’ASCIUTTO. SULLE PISTE, PERÒ, NON FINISCE QUI.

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Da otto anni il 27enne Roland Nischler è uno dei conducenti di gatto delle nevi della Val Senales. Ha frequentato l’Istituto tecnico agrario e sa già che tra uno o due anni prenderà in gestione il maso dei genitori, in cui trascorre i 5-6 mesi della stagione estiva. “Mi piacciono i lavori manuali e mi diletto con il bricolage”, spiega, “ci tengo molto a stare in contatto con la natura”. Cresciuto nel maso, il ‘gattista’ racconta che già da ragazzo guidava di tanto in tanto il trattore, come a dire che da lì al battipista il passo è breve. “Lavorare con le macchine è sempre stata la mia passione!”. Quando inizia a parlare delle oltre 50 funzioni della cloche nel cockpit del battipista, il suo entusiasmo è contagioso. In Italia non esiste una patente per il gatto delle nevi, ma sono i gestori delle piste o la loro associazione di categoria a stabilire chi ha le competenze necessarie per svolgere il lavoro. Una volta assunto, il personale segue una formazione sulla sicurezza sul lavoro e sul quadro normativo: chi può sostare dove e per quanto tempo, come ci si sposta nel comprensorio o come garantire la sicurezza sulle piste nella pratica quotidiana.

UNA VITA SCANDITA DALLE STAGIONI Un lavoro stagionale, certo. Per una piccola parte del team, però, è un’attività che impegna tutto l'anno: d’estate vanno eseguite le revisioni delle livellatrici, mentre all’inizio della stagione invernale bisogna rimuovere i teloni con cui vengono coperte alcune parti del ghiacciaio per impedirne lo scioglimento. IL GUARDIANO DELLE PISTE: BELLO E BRUTTO DEL MESTIERE Più che un lavoro, una vera e propria vocazione: gli orari sono impegnativi ma per Roland Nischler, padre di famiglia, vanno benissimo. Perché “a volte alle 21.00 abbiamo già finito”, dice, “e quando è così ci va di lusso”. Ma c’è il rovescio della medaglia: “A volte dobbiamo alzarci alle 3 del mattino con -23° e camminare nel vento gelido perché si è rotto qualcosa”. Anche riparare i guasti è pane quotidiano per un “gattista”, per questo bisogna essere sempre vestiti adeguatamente e avere con sé scarpe robuste, copripantaloni per le emergenze e


A TU PER TU CON LE STELLE CADENTI NON CI SI SENTE UN PO’ SOLI A STARE SULLE PISTE DA SCI NEL CUORE DELLA NOTTE? “AL CONTRARIO”, DICE ROLAND. A BORDO OGNI ‘GATTISTA’ HA UNA RADIO E LA PROPRIA PLAYLIST. “A FINE STAGIONE LA CONOSCIAMO A MEMORIA”, RIDE. CHI TRASCORRE MOLTE NOTTI LONTANO DALL’INQUINAMENTO LUMINOSO E DALLA CONFUSIONE DELLA VALLE HA IL PRIVILEGIO DI AMMIRARE LO SPETTACOLARE GIOCO DI LUCI NEL CIELO. QUANDO OGNI TRATTO DELLA PISTA È BEN PREPARATO, LA NOTTE SI ILLUMINA DI SILENZIO. IN QUEI MOMENTI LA PERFEZIONE È PIÙ VICINA CHE MAI.

una tuta da sci. Roland porta sempre anche una grossa teiera e qualcosa da mangiare, perché lassù la cena “è servita” a bordo del gatto delle nevi. “A volte rimaniamo nel veicolo anche per 7-8 ore”, racconta. “Bisogna essere un po’ pazzi, perché dove andiamo non si vede più anima viva: è notte e siamo a oltre 3.000 metri di altitudine”. IL SENSO DI ROLAND PER LA NEVE (E PER IL BATTIPISTA) I veicoli da neve sono completamente idraulici, ovvero azionati dalla pressione dell’olio, e non appena si toglie il piede dall’acceleratore, il veicolo rallenta. Premendo di nuovo sull’acceleratore, la forza di trazione può arrivare a 400-530 cavalli. Se il gatto delle nevi è dotato di verricello, è in grado di trasportare fino a 1.200 metri di cavo d’acciaio. Le pale e la fresatrice del mezzo cingolato conferiscono alla pista le classiche scanalature, polverizzando i pezzi di neve. “Gli sciatori solcano la neve portandola a valle, noi la riportiamo su”, scherza Roland. Il “gattista” ci racconta delle manovre di spostamento e delle buche che non si riescono a chiudere in un’unica operazione. Ci parla anche di neve, tantissima neve, che non sempre è compatta e che viene danneggiata anche dal vento, oltre che dagli sciatori. Chi prepara le piste deve essere in grado di capire se fermarsi in un comprensorio a lavorarlo o se, per sicurezza, è il caso di far saltare un banco di neve.

IL PERICOLO C’È MA NON SI VEDE “Quando la pendenza è particolarmente elevata, ancoriamo i veicoli al verricello. Se si perde il controllo del mezzo, un battipista di 12.000 kg può infatti trasformarsi in un pesantissimo slittino”, spiega Roland. Di solito il cavo d’acciaio spesso 11 millimetri, grazie al quale i gatti delle nevi si muovono anche in caso di elevata pendenza, è molto vicino al suolo. “Spesso gli sciatori non sanno del verricello. Ci vedono a 100 metri di distanza e non si accorgono che c’è un cavo teso proprio accanto a loro e che potrebbe spostarsi. Per questo spesso si verificano incidenti quando qualcuno si trattiene sulle piste dopo gli orari di chiusura”, commenta il “gattista”. A OGNUNO LA SUA PISTA Sebbene tutti i conducenti siano in grado di battere qualsiasi pista, ciascuno ha il proprio tratto di valle preferito, che conosce come le sue tasche. Quindi sa più o meno in che direzione si sposta la neve e dove il giorno prima sono state effettuate le manovre di spostamento. “Tutti i componenti del team sono collegati via radio, così sappiamo in qualsiasi momento chi è in difficoltà e dove si trova. E la sera il giro finale lo facciamo tutti insieme, prima di scendere con gli sci”, spiega Roland.

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PRZY TEMPERATURZE -20 STOPNI NA PRERII LODOWCA OBRAZ OPERATORA RATRAKA ZA DNIA I W NOCY JAKŻE SPOKOJNE STAJĄ SIĘ OPUSTOSZAŁE STOKI NARCIARSKIE PO GODZINIE 16.00. KOLEJ KRZESEŁKOWA I GONDOLOWA ODBYWAJĄ SWOJĄ OSTATNIĄ RUNDĘ, OSTATNI NARCIARZ ZARAZ BĘDZIE W DOLINIE I WIĘKSZOŚĆ NART USTAWIONO JUŻ DO WYSCHNIĘCIA. LECZ TAK NAPRAWDĘ ŻYCIE NA STOKU ZACZYNA SIĘ DOPIERO TERAZ.

Minęło już osiem długich zim odkąd 27-letni Roland Nischler został jednym z operatorów ratraka w Val Senales. Ukończył szkołę rolniczą i już teraz wie, że w ciągu roku lub dwóch lat przejmie gospodarstwo rodziców. W gospodarstwie spędza również 5-6 miesięcy sezonu letniego. „Lubię pracować własnymi rękami i zajmować się rzemiosłem”, powiedział, „i koniecznie chcę mieć kontakt z przyrodą”. Wspomina, że już jako nastolatek, wychowywany w gospodarstwie rolnym, mógł od czasu do czasu prowadzić traktor. Tym samym daje do zrozumienia, że przestawienie się na ratrak nie było dla niego dużym przeskokiem. „Od zawsze miałem talent do pracy z maszynami!”. Z widoczną fascynacją opowiada o ponad 60 funkcjach joysticka w kokpicie ratraka. Prawo jazdy na ratrak nie jest wymagane we Włoszech, tutaj właściciel stoku lub stowarzyszenie właścicieli oceniają, czy kierowca ratraka posiada odpowiednie kompetencje. Na szkoleniu zawodowym personel zdobywa dodatkową wiedzę na temat bezpieczeństwa pracy i prawnych warunków ramowych. Czyli kto, gdzie i kiedy może się zatrzymać, jak funkcjonuje transport podczas godzin otwarcia stoku i co oznacza bezpieczeństwo na stoku w codziennej praktyce.

ŻYCIE W TAKT SEZONU ZIMOWEGO I LETNIEGO Praca sezonowa. Dla niewielkiej części zespołu obsługa ratraka jest jednak całorocznym zajęciem. Letnie przeglądy spychaczy odbywają się oczywiście w gorących miesiącach. Poza tym części lodowca są przykrywane plandekami, aby choć trochę przeciwdziałać ich topnieniu, a na początku sezonu zimowego należy je znowu usunąć.

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ROLA STRAŻNIKA STOKU: RÓWNIE PIĘKNA, CO TRUDNA Zawód, który w ustach Nischlera brzmi raczej jak powołanie. Godziny pracy są wyzwaniem, jednak w sam raz odpowiadają Rolandowi Nischlerowi, który jest dumnym tatą. „Czasami kończymy już o godzinie 21.00”, mówi, „i jest dobry dzień”. Druga strona medalu? „Może się jednak też zdarzyć, że o godzinie 3 rano przy minus 23 stopniach trzeba wysiąść i przedzierać się przez wiatr, bo coś się zepsuło”. Naprawianie szkód również należy do codziennego dnia operatora ratraka. Trzeba zawsze być porządnie ubranym i mieć ze sobą mocne obuwie, spodnie zewnętrzne na wszelki wypadek i kombinezon narciarski. On sam ma przy sobie również duży termos z herbatą i małą przekąskę, bo kolacja oznacza tutaj „posiłek w ratraku”. „Czasami spędzamy w maszynie 7-8 godzin”, mówi Roland. „Trzeba być trochę szalonym, żeby to robić, ponieważ udajemy się tam, gdzie nie ma już żadnych ludzi. Nocą, na wysokość do ponad 3000 metrów nad poziomem morza”. WYCZUCIE MASZYNY I ŚNIEGU Maszyny śnieżne są w pełni hydrauliczne, to znaczy napędzane ciśnieniem olejowym. Gdy stopa puszcza pedał gazu, maszyna hamuje. Przy nacisku na pedał przyspiesza i może osiągnąć siłę pociągową równą 400-530 koni mechanicznych. Jeżeli ratrak ma dodatkowo wciągarkę linową na pokładzie, to transportuje ze sobą do 1200 metrów stalowej liny. Zamiast kół posiada gąsienice. Własny lemiesz i multifrez robią świeże żłobienia w stoku i zamieniają bryły śnieżne w puch. „Narciarze spychają śnieg w dół doliny, my wciągamy go z powrotem do góry”, śmieje się Roland. Roland opowiada o pracach maszynowych związanych z przesuwaniem śniegu i o dziurach, których nie można wyrównać za jednym podejściem. Opowiada też o śniegu, w naprawdę dużej ilości, który nie zawsze jest


pokładzie i swoją osobistą playlistę. „Na koniec sezonu zna się ją już na pamięć”, śmieje się. Kto przeżył tak wiele nocy z dala od zanieczyszczeń świetlnych i zgiełku doliny, ten widział już najbardziej spektakularne gry świateł na niebie. Szczególnie piękne NIEBEZPIECZEŃSTWO JEST są momenty, gdy każdy odcinek stoku jest NIEWIDOCZNE idealnie przygotowany. Wtedy spokój promienieje w noc. Tak, wtedy jest się bardzo „Gdy jest szczególnie stromo, zabezpiecz- blisko perfekcji. amy nasze maszyny wciągarką linową. Ponieważ kiedy traci się kontrolę nad pojazdem, może się zdarzyć, że ważący 12.000 kg ratrak zamieni się w naprawdę ciężkie sanki”, wyjaśnia Roland. Jedenastomilimetrowa stalowa lina, za pomocą której ratraki poruszają się także przy dużym nachyleniu, znajduje się zwykle całkiem przy ziemi. „Narciarze często w ogóle nie wiedzą o stalowej linie. Widzą nas z odległości 100 metrów i nie zauważają, że lina jest rozpięta bezpośrednio obok nich i może odskoczyć. Często zdarzają się wypadki, gdy ktoś udaje się na stok już po godzinach zamknięcia”, ostrzega operator ratraka. zbity i poza nartami rozwiewa go również wiatr. Każdy, kto przygotowuje stok, musi sam ocenić, czy może się zatrzymać na danym terenie lub czy dla bezpieczeństwa należy wysadzić deskę śnieżną.

ZAWÓD NA MIARĘ Każdy operator jest w stanie przygotować każdy stok. Jednak kierowcy mają swoje ulubione odcinki, które znają szczególnie dobrze. Wiedzą mniej więcej, jak przemieszcza się tam śnieg i gdzie poprzedniego dnia wykonano prace związane z przesuwaniem śniegu. „Cały zespół kontaktuje się ze sobą przez radio. Dzięki temu w każdej chwili wiadomo, gdzie się wszyscy znajdują lub czy ktoś potrzebuje pomocy. Wieczorną rundę końcową robimy wszyscy razem, zanim zjedziemy na dół na nartach”, mówi Roland. JEŹDŹCY NOCY – W TOWARZYSTWIE NIEZLICZONYCH SPADAJĄCYCH GWIAZD Czy na stokach w nocy nie odczuwa się samotności? „Wprost przeciwnie”, stwierdza Roland. Każdy operator ratraka ma radio na

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ranshumanz

Die Transhumanz - ein fremd anmutendes Wort. Es schwebt wie ein leises Wispern über dem Schnalstal. Es erzählt von quirligen Schafherden, von Sesshaftigkeit und hoch gelegenen, sehr hohen Weideflächen zwischen den Ötztaler Alpen. Von 2-Tages-Märschen über 44 Kilometer. Und von einer Tradition, die tief in die Urgeschichte des Tales weist. La transumanza: una parola di grande effetto e di origine straniera. Una parola che aleggia come un bisbiglio soffuso sopra la Val Senales. Una parola che racconta di vivaci greggi di pecore, di stanzialità e di pascoli ad alta quota tra le Alpi Venoste. Di marce di due giorni per percorrere 44 chilometri. E di una tradizione che trova le sue radici nella storia più antica della valle. T R ANSHUM ANZ

T R ANSUM ANZ A

Transhumanz – “auf die Gebirgsweide führen”. Der Ursprung dieses Wortes liegt im Französischen “transhumere” oder “transhumar” und bedeutet so viel wie “wandern” bzw. “wandern von Herden”. In anderer Deutung geht es auf das lateinische „trans” und „humus” -„jenseits der bebauten Erde“ zurück. Im Schnalstal wie auch im Vinschgau, bleiben die Schafe während der drei kühleren Jahreszeiten auf den steilen und kargen Winterweideflächen der Talsohlen, in der Obhut ihrer Besitzer. Doch in den Sommermonaten werden sie hochgeführt, über das VentJoch, und nähren sich an den üppigen Gräsern und Blumen der Ötztaler Hochwiesen. Ein nicht ungefährlicher Aufstieg über Eisfelder, Wasserrinnen und Gletscherspalten, der auch schon manches Leben (heraus)gefordert hat – und gleichzeitig ein grandioses, von zahlreichen Schaulustigen begleitetes Schauspiel.

T R ANSHUM ANCE

Transumanza, ovvero “condurre al pascolo di montagna”. Questa parola deriva dal francese “transhumere”, oppure “transhumar”, che significa “passeggiare in montagna” o meglio “il passeggiare in montagna del gregge”. Una seconda interpretazione la riconduce al latino “trans” e “humus” che significa “al di là del terreno edificato”. In Val Senales, come anche in Val Venosta, durante le tre stagioni più fresche dell’anno le pecore rimangono sui ripidi e austeri pascoli invernali del fondovalle sotto la custodia del loro proprietario. Durante i mesi estivi, invece, gli ovini vengono portati in alta quota oltre il valico verso l’austriaca Vent per cibarsi della rigogliosa erbetta e dei fiori dei pascoli di alta montagna delle Alpi Venoste. Una salita non priva di pericoli attraverso campi ghiacciati, canali d’acqua e crepacci del ghiacciaio lungo i quali più di qualche scalatore ha perso la vita. Eppure questa scalata resta sempre uno spettacolo grandioso che attira numerosi curiosi.

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Europas Wanderdörfer „

Alles hat hier schon mehr Kraft und Leben.

Johann Wolfgang von Goethe Zitat, als er in Südtirol ankam

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Wandern verwandelt. Geschichten ebenso. Mit diesem Wissen führt die Initiative „Europas Wanderdörfer“ zaubervolle Ortschaften, außergewöhnliche Wanderwege und ganz besondere Landschaften unter einem Dachportal zusammen und erzählt deren Entstehungsgeschichten und Verbindungen zur Vergangenheit – achtsam und umsichtig für den Wanderer aufbereitet. Ziel der Initiative ist es, ein neues Geschichts-, Wander- und ReiseBewusstsein zu schaffen und die vielen verborgenen Schätze ausgewählter europäischer Wanderdörfer zum Sprechen zu bringen. Ihre Geburtsstunde hatten „Europas Wanderdörfer“ 2013 in La Val, Alta Badia und seit Juni 2018 gehört nun auch das Schnalstal offiziell dazu. Patrizia Götsch vom Hotel Tonzhaus und Dietmar Weithaler vom Berghotel Tyrol und Firn haben die geschichtenreichen Schätze des Schnalstals mit einer begeisterten Kerngruppe aufgespürt und aufbereitet und möchten diese die Besucher und Bewohner des Tales nun – Stück für Stück oder besser Schritt für Schritt – entdecken lassen.

Mystische Landschaft – besondere Begegnungen Ein alter Gerichtssitz mitten in der Jahrhunderte alten Hofansammlung, von Lawinen gegrabene Bergrinnen ringsum, der Blick gen Schloss Juval oder hin zu uralten Hirtenwegen: Das Schnalstal öffnet sich Wanderers' Seele und schlägt Brücken zwischen einer geschichtenreichen Vergangenheit und einer geschichtenliebenden Gegenwart. Ganz bewusst möchte das „Tal in Bewegung“ sich hinter die Kulissen blicken lassen und tiefe Begegnungen

zwischen Land und Leuten herstellen. Von Kurzras bis zum Meraner Höhenweg führt der bereits bestehende Leitweg, hin zum einst höchsten Kornhof Europas und vorbei am azurblauen Vernagter Stausee. In ein bis zwei Tagen kann über diesen Leitweg das gesamte Schnalstal erwandert werden, wobei der Weg auch in kleinen Teilwegen begangen werden kann, die mit so klingenden Wegenamen getauft wurden, wie beispielsweise „der stille Weg“, der durch die Lärchenwäldchen hin nach Karthaus führt. Jeder Wegabschnitt ist präzise beschildert und immer wieder laden Rast- und vor allem liebevoll gestaltete Ausblicksstationen samt Informationstafeln dazu ein, sich mit besonderer Sorgfalt auf die Umgebung einzulassen. An jeder Station ist auch ein Fernrohr angebracht und mit kleinen Gucklöchern werden die Blicke gezielt gelenkt. Zusätzlich zu den Informationstafeln entlang der Wege und einem Leitsystem als Orientierungshilfe werden künftig auch geführte Wanderungen angeboten, so Patrizia, selbst ausgebildete Kräuterpädagogin und Waldbad-Coach. Mit gezielten Wahrnehmungsschulungen wird die mythenreiche Umgebung erkundet und eingeladen zum Zuhören und Betrachten. Bewegung in jeder Hinsicht – so erklärt Projektleiter Dietmar nicht nur das Logo der Initiative im Schnalstal, sondern auch die visionäre Eigendefinition der Schnalstaler. Selbst die Gestaltung spricht symbolisch von den kleinsten Partikeln, die der Schnalser Wind verträgt. Von der Wanderweidewirtschaft, den Hirtengeschichten des Schnalstals und den unzähligen Wander- und Gletscherwegen: Im Schnalstal war schon immer alles in Bewegung. Das Schnalstal IST Bewegung. Das Schnalstal bewegt. 52


Im September 2018 wird nun der erste Wanderstartplatz in Unser Frau eröffnet und weitere gestaltete Weg-Stationen folgen – Schritt für Schritt.

Einander begegnen beim Wandersymposium Zweimal pro Jahr treffen sich auch die Mitgliedsdörfer der Initiative Europas Wanderdörfer zu einem Wandersymposium, denn auch die Begegnung untereinander und das Kennenlernen der zurzeit fünf ausgewählten Partnerdörfer bereichern, in jeder Hinsicht. Ganz besonders, da allen Wanderdörfern das European Hiking Quality-Zertifikat gemein ist und sie somit ganz gewiss zu den besonders schönen Orten Europas gehören. Diese Aufnahmekriterien garantieren eine enge Zusammenarbeit zwischen Dorfstrukturen und Informationsstrukturen, lokalen Gastgebern, den WegLeitsystemen und dem einhergehenden Geschichtsbewusstsein eines echten Europäischen Wanderdorfes bzw. Wandertales. Zu den Europäischen Partnerdörfern gehören Truden und La Val in Südtirol, Lech am Arlberg in Österreich und Pfronten im Allgäu, Deutschland. Weitere Informationen sind unter www.europas-wanderdoerfer.com oder im Tourismusverein Schnalstal/ Karthaus verfügbar.

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Nel settembre 2018 verrà inaugurato il primo punto di partenza per escursioni a Madonna di Senales e successivamente verranno allestite altre stazioni. Passo dopo passo.

Simposio escursionistico: il bello di incontrarsi Due volte l’anno gli attuali cinque paesi escursionistici europei partecipano a un simposio in cui incontrarsi e conoscersi da vicino. Una grande fonte di arricchimento in tutti i sensi, perché i paesi escursionistici hanno conseguito la certificazione European Hiking Quality, che li qualifica come alcune tra le più belle località d’Europa. I rigorosi criteri di ammissione garantiscono una stretta interazione tra strutture dei paesi e strutture informative, albergatori locali e segnaletica escursionistica, con la conseguente consapevolezza storica di valle o paese escursionistico europeo. Tra i paesi partner europei Trodena e La Val in Alto Adige, Lech am Arlberg in Austria e Pfronten in Germania. Per ulteriori informazioni, vi invitiamo a visitare il sito www.europas-wanderdoerfer.com oppure a rivolgervi all’Associazione Turistica Val Senales a Certosa. 54


Paesi escursionistici europei Muoversi, incontrarsi, ascoltarsi

L’escursionismo può cambiare le persone, e le storie sanno fare altrettanto. Muovendo da questo presupposto, l’iniziativa ”Paesi escursionistici europei” raggruppa in un unico portale località incantevoli, paesaggi indimenticabili e sentieri inconsueti, e ne racconta la storia tra passato e presente. Il tutto preparato appositamente per gli escursionisti con la massima cura e attenzione. L’obiettivo è creare una nuova consapevolezza storica, escursionistica e turistica, per dare voce ai tanti tesori custoditi in selezionati paesi europei ideali per trekking e camminate. I “Paesi escursionistici europei” sono nati nel 2013 a La Val, in Alta Badia, e dal 2018 ne fa ufficialmente parte anche la Val Senales. Insieme a un gruppo di appassionati, Patrizia Götsch dell’Hotel Tonzhaus e Dietmar Weithaler del Berghotel Tyrol & Firn hanno individuato e preparato i tesori più ricchi di storia dell’intera valle. E ora vogliono farli scoprire poco a poco – o forse è il caso di dire passo dopo passo – tanto ai visitatori quanto agli abitanti locali.

Paesaggio mistico e incontri speciali Un vecchio tribunale nel cuore di un villaggio centenario, circondato da canaloni scavati dalle valanghe, ma anche la vista verso il Castel Juval e gli antichissimi sentieri dei pastori. La Val Senales si dispiega dinanzi all’escursionista gettando un ponte tra un passato denso di storia e un presente in cui la storia continua a vivere. Per questo la “valle in continuo movimento” vuole farsi conoscere in modo non 55

convenzionale e stabilire un contatto profondo tra la terra e le persone. Da Maso Corto all’Alta Via di Merano, l’antico sentiero conduce a uno dei granai più ad alta quota d’Europa e alle acque cristalline del lago di Vernago. Seguendo questo itinerario è possibile scoprire l’intera Val Senales in uno o due giorni, anche percorrendone alcuni tratti come “il sentiero del silenzio”, percorso dal nome evocativo che conduce a Certosa passando per graziosi boschetti di larice. Immergersi nella natura non è mai stato così piacevole e istruttivo: ogni tratto è perfettamente segnalato e presenta numerose tavole informative, punti di sosta e belvedere ben allestiti con tanto di cannocchiale panoramico, per ammirare la splendida cornice montana in tutta la sua bellezza. In aggiunta a un sistema di orientamento e ai pannelli informativi posti lungo i sentieri, in futuro saranno proposte anche escursioni guidate, spiega Patrizia, esperta di erbe officinali e coach di immersioni boschive. Attraverso percorsi sensoriali specifici sarà possibile scoprire un luogo ricco di storia e leggende: un mondo che aspetta solo di essere ascoltato e contemplato. Movimento sotto ogni punto di vista. Così Dietmar, responsabile del progetto, spiega non solo il logo dell’iniziativa della Val Senales, ma anche la visione a essa sottesa. La grafica stessa allude simbolicamente alle più piccole particelle portate dal vento della Val Senales. Dalla transumanza ai racconti dei pastori senalesi, fino alla miriade di sentieri escursionistici e glaciologici, in Val Senales tutto è sempre stato in movimento. La Val Senales È movimento. La Val Senales mette in movimento.


Schöne Aussichten Von der Schutzhütte und dem Weitblick


Una bella vista Il rifugio che ci vede lungo


Der Hüttenwirt Paul Grüner ist Besitzer der Schutzhütte Schöne Aussicht in 2845 Metern Höhe. Außerdem ist er Gastgeber aus tiefster Seele.

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ls Paul Grüner Anfang 20 war, stand eine Hütte frei zum Verkauf. Die steinerne Schutzhütte Schöne Aussicht, 1886 errichtet von Serafin Gurschler aus Kurzras. Gekauft wurde sie seinerzeit als Gemeinschaftsprojekt von gleich 25 Aktionären, allesamt Freunde aus Bozen und dem Schnalstal. Pauls Mutter hat dabei, in weiser Voraussicht, für ihre zwei Söhne einen kleinen Aktienanteil erworben. Nach einigen Arbeitsjahren im elterlichen Betrieb beschloss der junge Paul Grüner seinen eigenen Weg zu beschreiten. Der führte ihn hoch hinauf, auf den Gletscher. Anfänglich verdingte er sich auf der Schönen Aussicht - als Pächter und Geschäftsführer. Schließlich stellte er sich jedoch der ganzen Herausforderung und erwarb das Schutzhaus. Die Besitzverhältnisse änderten sich, die Freundschaft zu den ehemaligen Aktionären tat es nicht. “Auf Lebenszeit können sie oben gratis essen und trinken und es finden sich immer wieder Anlässe, um ein Fest zu organisieren“, lächelt Paul.

HÜTTENWIRT MIT LEIB' UND SEELE Ausgebildet als Rundum-Gastronom, beherrscht Paul Grüner von der adäquaten Begrüßung an der Rezeption bis hin zum Kochen alle Kunstgriffe, die zum Dasein eines Gastgebers gehören. Seine Ausbildung kam und kommt ihm noch immer zugute. Denn Hüttenwirt zu sein, weit abseits von den funktionierenden Infrastrukturen des Tals, erfordert vielseitige Fähigkeiten, Ausdauer, Willensstärke und Kreativität. “Vom Kochen bis zum Pumpe reparieren. Da muss ich oft improvisieren”, so Paul. Auch sei das Hüttenleben ein feines Gefüge, meint Paul. Ständig werden die sozialen Kompetenzen auf die Probe gestellt. Man müsse auf die Mitarbeiter achten, denn es gibt kaum Freizeit auf einer Schutzhütte und nur wenige Rückzugsorte. „Als Hüttenwirt ist man manchmal Psychologe, manchmal Geschichtenerzähler, manchmal Manager“, schmunzelt Paul. Einsamkeit plage einen dort oben nie, denn kein Tag vergeht ohne Besuch aus Kurzras.

Oder aus dem österreichischen Vent, denn die Hütte liegt nicht mehr als 800 Luftlinienmeter von der österreichischen Grenze entfernt.

HÜTTENZAUBER MIT VIEL CHARME UND EINEM AUGENZWINKERN Mehr als fünf Jahre hat Paul Grüner ausschließlich in der Höhe gelebt und gearbeitet. Die Heizung hat nicht immer funktioniert, im Winter fror das Wasser in den Leitungen ein. “Da muss man erfinderisch werden, wenn 50 Leute auf die Toilette gehen wollen und die Spülung bei -20° nicht funktioniert”, grinst Paul Grüner, “oder wenn die Gäste bei Überbuchung im Flur auf dem Boden schlafen mussten.“ Neuigkeiten aus dem Tal seien via Kurbeltelefon oder Telex, also per Lochtelegramm angekommen. So habe der Postbeamte die Post schon mal übers Telefon vermittelt. Auch Bestellungen im nahegelegenen Karthauser Dorfladen wurden so abgewickelt.

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BODENSTÄNDIG ESSEN IN LUFTIGER HÖH' Die Speisekarte ist über die Jahre unverändert geblieben. Spiegelei, Speck und Röster, Schöpsernes vom Schnalser Schaf, Apfelstrudel und hausgemachte Mehlspeisen. Der Enzianwurzschnaps wird selbst angesetzt. Der hilft beim Verdauen und auch der Wein schmeckt in der Höhe besonders gut.

SCHUTZ IN DER HÜTTE IM WANDEL DER ZEIT Umgeben von Dreitausendern, bietet die lawinensichere Schutzhütte Zuflucht bei schlechter Witterung und in der Nacht. Diese Aufgaben nimmt die Schöne Aussicht ernst. Die Übernachtungsgäste hinterlassen Toureninfos und Telefonnummern, bevor sie zu ihren Bergtouren aufbrechen. „Natürlich kommt es vor, dass sich jemand die Zeit nicht richtig einteilt, sich verläuft oder von einem Wetterumschwung überrascht wird“, so Paul Grüner. Dennoch hat sich die Definition von

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Schutz in den Augen des Hüttenwirts über die Jahrzehnte verändert. Anstatt rein Unterschlupf vor den Launen der Natur zu finden, sucht der Stadtmensch zunehmend ein Refugium abseits von Stress und digitaler Geschwindigkeit. Die Schöne Aussicht bietet Ruhe und Abgeschiedenheit für alle, die ihre Zeit nicht im Trubel verbringen möchten – auch wenn es dort oben inzwischen Internet und Telefonanschluss gibt. Der „Typus“ Skitourengeher und Bergsteiger hat sich ebenso verändert. Aus den Zweitagestouren von früher wurden zunehmend Eintages- oder Halbtagestouren. “Andere Maßstäbe und Ziele werden gesetzt”, sinniert Paul Grüner, “und auch die Ansprüche an eine Schutzhütte haben sich geändert”. Mit dem ersten großen Umbau 1995 kamen technische Verbesserungen und Komfort. Es gibt nun kleine Saunawelten, Zweibett- und Mehrbettzimmer mit handgemalten Betten. Doch mit rot-weiß karierter Bettwäsche, Vorhängen und Fensterläden bleibt die Schöne Aussicht der alpinen Ästhetik und Tradition treu.

GRÜNER‘SCHE PHILOSOPHIE Ja, da oben - entrückt von den kleinen und größeren Sorgen - konzentriert sich alles aufs Wesentliche. „Man muss die Abgeschiedenheit mögen, sich an den Rhythmus der Umgebung, an die Einfachheit des Hüttenlebens gewöhnen, dann wird man genügsamer und zufriedener“, lächelt Paul. Wenn er wieder unten ist, dann gehe ihm alles zu schnell, ist ihm alles zu grün, zu bunt und zu aufgeregt. Auch heute noch ist Paul Grüner, stolzer Familienvater und inzwischen auch Inhaber des Hotels Zur Goldenen Rose, fast täglich oben und sieht nach seinem Team. Und manchmal, wenn er einen besonders schönen Ausblick sucht, steigt er zu einer nahen Felswand ab und schaut in die Ferne. Schaut in die Weite. Denn weit zu blicken – das öffnet den Geist und macht ihn frei.


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uando Paul Grüner aveva appena 20 anni, venne messo in vendita un rifugio: era il Bella Vista, costruzione in pietra eretta nel 1886 da Serafin Gurschler di Maso Corto. La struttura fu acquistata da un gruppo di 25 soci di Bolzano e della Val Senales, tutti amici tra loro. La madre di Paul ci vide lungo e rilevò una piccola quota per i suoi due figli. Dopo alcuni anni di lavoro nell’azienda di famiglia, il giovane Paul decise di intraprendere la propria strada, che lo portò ancora più in alto, fino al ghiacciaio. Dapprima Paul iniziò a lavorare al Rifugio Bella Vista come gestore, poi decise di cimentarsi nell’impresa da solo, rilevando l’intera attività. A cambiare fu solo l’assetto proprietario, non certo l’amicizia che legava tra loro gli ex soci: “Possono venire a mangiare e bere gratis ogni volta che vogliono. E poi c’è sempre un motivo per fare festa”, sorride Paul.

GESTORE DEL RIFUGIO PER VOCAZIONE Formatosi nel campo della ristorazione, Paul Grüner possiede le conoscenze proprie di ogni albergatore che si rispetti, dall’accoglienza degli ospiti alla preparazione delle portate. E i suoi studi continuano a tornargli utili, perché gestire un rifugio lontano dalle infrastrutture della valle richiede un mix di capacità come tenacia, determinazione e inventiva. “Passo dal cucinare al riparare la pompa dell’acqua, e spesso mi trovo a dover improvvisare”, ci racconta Paul. Il rifugio è anche un affascinante microcosmo in cui le competenze sociali vengono costantemente messe alla prova, spiega. Bisogna avere cura dei dipendenti, perché in un rifugio il tempo libero quasi non esiste e ci sono pochi posti in cui prendersi un momento per sé. “Gestire un rifugio significa essere un po’ psicologo, un po’ cantastorie e un po’ manager”, commenta

Paul divertito. Lassù non si soffre mai di solitudine, perché non passa giorno senza che arrivi qualcuno da Maso Corto o dalla località austriaca di Vent; il rifugio si trova infatti a soli 800 metri in linea d’aria dal confine.

LA MAGIA DEL RIFUGIO Paul Grüner ha vissuto e lavorato esclusivamente ad alta quota per più di cinque anni. In inverno il riscaldamento non sempre funziona, poiché può capitare che si geli l’acqua nei tubi. “Quando hai 50 persone che vogliono usare la toilette ma ci sono -20° e lo scarico non funziona, bisogna tirare fuori un po’ di creatività”, sorride Paul. “Per non parlare di quando gli ospiti, per via delle troppe prenotazioni, hanno dovuto dormire per terra in corridoio”. È già capitato che le notizie dalla valle siano arrivate al rifugio tramite telefono a manovella o telex, o che il postino abbia dovuto leggere la corrispondenza per telefono. An-

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Paul Grüner, proprietario e gestore del Rifugio Bella Vista (2.845 m), è albergatore nell’animo.

che nel vicino negozio di Certosa gli ordini venivano gestiti in questo modo.

TRADIZIONE IN CUCINA, OGGI COME IERI Nel corso degli anni il menù del rifugio è rimasto immutato: uova all’occhio di bue con speck e patate arrosto, castrato di pecora senalese, strudel di mele e dolci di produzione propria, oltre alla grappa di genziana fatta in casa, apprezzata per le sue proprietà digestive. Quassù anche il vino ha un sapore unico.

RIFUGIARSI NEL RIFUGIO Circondato dai Tremila ma situato in una posizione al riparo dalle valanghe, il Bella Vista offre rifugio durante la notte o in caso di cattivo tempo. E prende molto sul serio questa missione: prima di partire per le escursioni, gli ospiti sono tenuti a comunicare gli itinerari e a lasciare i numeri di telefono. “Può sempre succedere che qualcuno ge-

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stisca male i tempi, si perda o venga sorpreso da un temporale”, spiega Paul Grüner. Tuttavia il concetto di rifugio, a suo avviso, è cambiato nel corso dei decenni: da mero riparo dagli scherzi della natura, oggi è diventato rifugio dallo stress e dalla frenesia della vita digitale. Pur disponendo di linea telefonica e connessione a Internet, il Bella Vista offre silenzio e isolamento a tutti coloro che desiderano trascorrere del tempo lontano dal caos. Anche lo sciatore e l’alpinista tipo sono cambiati: le escursioni di due giorni che si facevano un tempo ora si sono ridotte a una giornata sola, se non addirittura mezza. “Oggi gli escursionisti seguono criteri e obiettivi diversi”, commenta Paul Grüner, “e sono cambiate anche le aspettative nei confronti di un rifugio”. La prima importante ristrutturazione del 1995 portò migliorie tecniche e maggiore comfort, e ora il Bella Vista offre anche piccole oasi benessere con sauna e camere per due o più persone con letti dipinti a mano. Tuttavia con le sue lenzuola, le tende e le im-

poste a quadretti bianchi e rossi, il rifugio continua a rimanere fedele alla tradizione e all’estetica alpina.

IL GRÜNER-PENSIERO Lassù, lontano da piccole e grandi preoccupazioni, tutto riconduce all’essenziale. “Bisogna saper apprezzare l’isolamento, abituarsi ai ritmi della natura, alla semplicità della vita nel rifugio. In questo modo si impara ad avere poche pretese e ad accontentarsi”, sorride Paul. Quando scende a valle gli sembra che tutto vada troppo veloce. Tutto è troppo verde, troppo colorato, troppo agitato. Ancora oggi Paul Grüner, padre di famiglia e anche proprietario dell’Hotel Rosa D’Oro, è nel rifugio quasi tutti i giorni per seguire il suo team. E a volte, quando cerca un panorama particolarmente bello, sale su una delle pareti rocciose vicine e guarda lontano. Molto lontano. Perché guardare lontano ritempra lo spirito e lo fa sentire libero.


Gospodarz schroniska Paul Grüner jest właścicielem schroniska Schöne Aussicht (Piękny Widok), położonego na wysokości 2845 metrów. Poza tym jest gospodarzem z całego serca.

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dy Paul Grüner miał około 20 lat, chata była na sprzedaż. Kamienne schronisko Schöne Aussicht, utworzone w roku 1886 przez Serafina Gurschlera z Kurzras. Swego czasu zostało kupione jako projekt wspólnotowy przez 25 akcjonariuszy - przyjaciół z Bolzano i Val Senales. Matka Paula z przezorności nabyła wtedy dla swoich dwóch synów niewielki udział w akcjach. Po kilku latach pracy w gospodarstwie rodziców młody Paul Grüner zdecydował się pójść własną drogą. Ta poprowadziła go wysoko w górę, na lodowiec. Na początku wynajmował on Schöne Aussicht – jako dzierżawca i zarządca. Ostatecznie jednak stawił czoła wyzwaniu i nabył schronisko. Relacje właścicielskie zmieniły się, jednak przyjaźń z dawnymi akcjonariuszami trwała dalej. „Do końca życia mogą jeść i pić za darmo na górze, często też znajdujemy okazje, aby zorganizować przyjęcie”, uśmiecha się Paul.

GOSPODARZ CHATY DUSZĄ I CIAŁEM Wykształcony jako wszechstronny gastronom, Paul Grüner opanował wszystkie sztuczki, które należą do obowiązków gospodarza – od adekwatnego pozdrowienia przy recepcji, aż do gotowania. Pomogło mu jego wykształcenie, które w dalszym ciągu przynosi korzyści. Bo aby być gospodarzem schroniska, daleko od funkcjonującej infrastruktury doliny, trzeba posiadać wszechstronne zdolności, wytrwałość, siłę woli i kreatywność. „Od gotowania, aż do naprawiania pompy. Często muszę improwizować”, stwierdza Paul. Życie w schronisku wymaga wprowadzenia doskonałej struktury, stwierdza Paul. Kompetencje społeczne są ciągle wystawiane na próbę. Trzeba pamiętać o pracownikach, ponieważ w schronisku praktycznie nie ma czasu wolnego i do dyspozycji jest zaledwie kilka miejsc odosobnienia. „Jako gospodarz schroniska czasami jest się psychologiem, cza-

sami gawędziarzem, czasami menadżerem”, uśmiecha się Paul. Samotność nigdy ci nie dokucza, bo nie ma dnia bez odwiedzin z Kurzras. Lub z austriackiego Vent, ponieważ schronisko leży nie więcej niż 800 metrów w linii prostej od granicy austriackiej.

CZAR SCHRONISKA – Z DUŻYM WDZIĘKIEM I PRZYMRUŻENIEM OKA Ponad pięć lat Paul Grüner żył i pracował wyłącznie na górze. Ogrzewanie nie zawsze funkcjonowało, zimą woda zamarzała w rurach. „Trzeba wykazać się pomysłowością, gdy 50 osób chce pójść do toalety, a spłuczka nie działa przy -20°C”, śmieje się Paul Grüner, „albo kiedy goście musieli spać na korytarzu na podłodze, ponieważ schronisko było przepełnione”. Nowiny z doliny dochodziły poprzez telefon na korbę lub teleks, czyli dziurkowany telegram. Zdarzało się, że urzędnik pocztowy przekazywał pocztę przez telefon. Także zamówienia

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w sklepie wiejskim w pobliskim Karthauser były realizowane tą drogą.

RODZIME JEDZENIE – NA ZWIEWNEJ WYSOKOŚCI Karta dań pozostała niezmienna przez lata. Jajko sadzone, słonina i palona kawa, baranina z owiec ze Val Senales, strudel z jabłkami i domowe leguminy. Sznapsa z goryczki przygotowuje się samemu. Pomaga na trawienie. Także wino smakuje na górze szczególnie dobrze.

OPIEKA W SCHRONISKU – W ZMIENIAJĄCYCH SIĘ CZASACH Schronisko, otoczone przez trzytysięczniki, zabezpieczone przed lawinami, oferuje schronienie przy złej pogodzie i w nocy. Zadania te Schöne Aussicht traktuje poważnie. Nocujący tu goście pozostawiają informacje o trasach i numery telefonów, zanim wyruszą na górskie wyprawy. „Oczywiście zdarza się, że ktoś źle zaplanuje czas, zgubi się

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lub zostanie zaskoczony przez zmianę pogody”, stwierdza Paul Grüner. Jednak przez dziesięciolecia zmieniła się definicja ochrony w oczach gospodarza schroniska. Teraz zamiast samego schronienia przed humorami przyrody, ludzie z miast coraz częściej szukają azylu z dala od stresu i prędkości cyfrowej. Schöne Aussicht oferuje spokój i odosobnienie dla wszystkich, którzy nie chcą spędzać czasu w zgiełku – mimo że w międzyczasie na górze pojawił się Internet i telefon. „Typ” wędrowca po trasach narciarskich i alpinisty również się zmienił. Wcześniejsze trasy dwudniowe zastępują coraz częściej jedno- lub półdniowe. „Stosowane są inne kryteria i stawiane są inne cele”, zamyśla się Paul Grüner, „a także oczekiwania względem schroniska uległy zmianie”. Wraz z pierwszą dużą przebudową w roku 1995 przyszły ulepszenia techniczne i komfort. Są tu teraz małe sauny, pokoje dwu- i kilkuosobowe z ręcznie malowanymi łóżkami. Jednak z pościelą w biało-czerwoną kratę, zasłonami i okienni-

cami Schöne Aussicht pozostaje wierny estetyce Alp i tradycji.

FILOZOFIA GRÜNERA Tak, tam na górze – z dala od małych i dużych trosk – wszystko koncentruje się na tym, co istotne. „Trzeba lubić odosobnienie, przyzwyczaić się do rytmu otoczenia, do prostoty życia schroniska, wtedy człowiek staje się mniej wymagający i bardziej zadowolony”, uśmiecha się Paul. Gdy jest z powrotem na dole, wtedy wszystko dzieje się dla niego za szybko, wszystko jest dla niego zbyt zielone, zbyt kolorowe i zbyt nerwowe. Po dzień dzisiejszy Paul Grüner, dumny ojciec rodziny, który w międzyczasie został również właścicielem hotelu Zur Goldenen Rose (Pod Złotą Różą), jest prawie codziennie na górze i dogląda swój zespół. I czasami, gdy szuka szczególnie pięknego widoku, wspina się na pobliską ścianę skalną i spogląda w dal. Patrzy w bezkres. Gdyż spoglądanie w dal otwiera umysł i daje poczucie wolności.


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Die kreativen Schnalstaler Küchenchefs interpretieren und kreieren fantasievolle Gerichte rund um das Schnalser Schaf. Mindestens eine “schöpserne” Vor- oder Hauptspeise steht auf der Speisekarte der Betriebe, welche ihre Gaststuben mit der ureigenen Schnalstaler Herzlichkeit öffnen. Die Spezialitätenwochen finden im September statt. I cuochi della Val Senales si sono fatti ispirare da questo patrimonio e creano piatti ricchi di fantasia con la carne di pecora della Val Senales. Nel menù dei locali che aprono le loro Stuben agli ospiti, accogliendoli con l’ospitalità caratteristica della gente di questa valle, non manca mai l’arrosto di castrato, come antipasto o come portata principale. Le settimane gastronomiche si svolgono nel mese di Settembre.

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SCHNALS UND DIE BEWEGTEN BILDER

AL DER FILME

Wolken streifen die Berggipfel, tauchen Hofansammlungen und Almwiesen in ein Mosaik aus Licht und Schatten. In der Ferne ragt das majestätische Weiß des Gletschers in den Himmel. Die Natur führt hier im Schnalstal Regie, pausenlos. Sie ist aber auch Kulisse, Protagonist und - launische Wettermaschine. Sie schlägt herbe und milde Töne an, sie fordert den Bewohnern und Besuchern viel ab und gibt selbst alles. Das Schnalstal ist seit 2007 Schauplatz für zahlreiche große Filmproduktionen. Denn die Kontraste zwischen dem ewigen Eis, den urigen Höfen mit ihren tiefbraunen Holzkonstruktionen, dieser einzigartigen wilden Natur und die charmanten Übernachtungsund Catering-Dienstleistungen bieten beste Voraussetzungen für Filmproduktionen jeglicher Art - ob Werbespot oder Hollywoodepos. Hier einige der letzten Großproduktionen im Blitzportrait.

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estern oder Heimatfilm? “Das Finstere Tal” vereint beides! Der Film erzählt die dunkle Geschichte eines Dorfes, das unter dem Bann der machtbesessenen Brenner-Familie steht. Mit Greider taucht ein Amerikaner auf, ein Außenseiter, der, wie sich herausstellt, in tiefer Verbindung mit den Brenners und ihren Verbrechen steht. Der österreichisch-deutsche Spielfilm nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann wurde bei den uralten Marcheggund Kofelhöfen in Kurzras gedreht, die als eindrucksvolle ehemalige Filmkulissen nach wie vor besichtigt werden können. Der Regisseur Andreas Prochaska verstand es, Leute aus dem Ort und Umgebung als Laienschauspieler mitten ins Filmgeschehen zu holen. Ein Gemeinschaftsvorhaben, welches bei vielen in sehr lebendiger Erinnerung geblieben ist. Auch nach außen hin war der

“Dank zwei Paar Socken und gutem Schnaps überstanden” Josh Brolin

Film ein Erfolgsprojekt, das neben zahlreichen Auszeichnungen auch den deutschen, bayerischen und österreichischen Filmpreis erhielt. Die Regie führte Andreas Prochaska, in den Hauptrollen spielen Sam Riley, Tobias Moretti und die Crème de la Crème der österreichischen und deutschen Schauspielerei, wie Paula Beer, Thomas Schubert, Carmen Gratl, Clemens Schick, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Johann Nikolussi, Florian Brückner, Hans-Michael Rehberg, Erwin Steinhauer, Xenia Assenza, Franz Xaver Brückner, Beatrix Brunschko, Gerhard Liebmann, Heinz Ollesch, Josef Griesser und Johanna Bittenbinder.

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eine geringeren als die Universal Studios aus Los Angeles haben mit

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“Everest” eine britisch-US-amerikanisch-isländischen Spielfilmproduktion ins Schnalstal gebracht. “Everest” ist ein Bergsteigerdrama, das sich auf ein Unglück am Mount Everest aus dem Jahr 1996 bezieht. Die Dreharbeiten im Schnalstal bei Januar-Tieftemperaturen von -22° ließen sich “dank zwei Paar Socken und gutem Schnaps überstehen”, so erzählte der amerikanische Schauspieler Josh Brolin nicht ganz im Scherz. Aber Hollywood und Schnalstal, oder Schnalsywood, wie es seitdem mit einem Augenzwickern genannt wird, ergänzen sich in ihren Gegensätzen. Denn Schnalsywood ist bestens gerüstet - auch bei Minustemperaturen. Die Regie führte Baltasar Kormákur, in den Hauptrollen spielen hochrangige Schauspieler wie Oskargewinner Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Jason Clarke, John Hawkes, Robin Wright, Emily Watson, Keira Knightley, Sam Worthington und Michael Kelly.


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ls zwei Wanderer aus Nürnberg 1991 eine Steinzeitmumie fanden, ging ein Rumoren durch die Wissenschaft, begleitet von einem Mediensturm, der auch Schnalstals Bevölkerung nicht unberührt ließ. Ötzi, dieser Mann vom Hauslabjoch, um den ein Museum errichtet wurde, der zu zahlreichen archäologischen und medizinischen Erkenntnissen führte und ein ganzes Gespinst an Geschichten gebildet hat. Ein vollständig konservierter Körper, in voller Kleidung und Montur. Eine Sensation nach wie vor! Nach 25 Jahren wurde eine mögliche Lebensgeschichte von Ötzi nun als Spielfilm wiederbelebt. Die Legende von Ötzi ist ein bildstarkes Drama, das in die Tiefen des Mensch-Seins taucht: in Familie und Verbundenheit, Hass, Gier, Verzweiflung. Die Sprache großer Gefühle sprechen auch die beeindruckenden Bilderwelten, denn schroffe Naturpanoramen und archaische Momente führen den Zuschauer direkt hin, in eine mögliche Steinzeit. Die Regie führte Felix Randau, in den Hauptrollen spielen Jürgen Vogel, Andrè M. Hennicke und Sabin Tambrea. Des Weiteren zu sehen sind namhafte Schauspieler wie Susanne Wuest, Violetta Schurawlow, Franco Nero, Anna F., sowie die jungen talentierten Südtiroler Schauspieler Martin Augustin Schneider und Paula Renzler.

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SENALES E LA SETTIMA ARTE

A VALLE DEI FILM

Le nuvole sfiorano le cime delle montagne. Pascoli rigogliosi e gruppi di masi creano un incantevole mosaico di luci e ombre. In lontananza il bianco del ghiacciaio si staglia maestoso nel cielo. Qui in Val Senales la cabina di regia è affidata alla natura. Che però è anche scenografia, protagonista e dispettosa macchina per il vento. Emette suoni aspri e delicati, pretende molto da abitanti e visitatori e dà tutta se stessa. Dal 2007 la Val Senales è set di numerosi film. Il gioco di contrasti tra i ghiacci perenni, i caratteristici masi con le strutture in legno marrone scuro, la natura incontaminata, le eccellenti strutture ricettive e i servizi di catering offrono le premesse migliori per produzioni di ogni tipo, dagli spot pubblicitari ai film epici in stile hollywoodiano. Di seguito una panoramica delle ultime produzioni.


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o straniero della valle oscura fonde due generi cinematografici: il western e l’Heimatfilm, le pellicole ambientate tra le montagne girate tra gli anni ‘40 e ‘70. Il film racconta la cupa storia di un paese tenuto in scacco dai Brenner, una famiglia assetata di potere. L’americano Greider è un forestiero che, come ben presto si scopre, è strettamente connesso con i Brenner e le loro malefatte. La pellicola austriaco-tedesca tratta dall’omonimo romanzo di Thomas Willmann è stata girata presso il Maso Marchegg e i Masi del Covolo a Maso Corto, che oggi meritano di essere visitati quali affascinanti ex set cinematografici. Il regista Andreas Prochaska ha voluto coinvolgere nel film diversi abitanti del posto e dei dintorni come comparse. Un impegno del l'intera comunità che molti ricordano ancora con grande piacere. Ma il film è stato un successo anche presso il pubblico esterno: tra i vari riconoscimenti, ha ottenuto anche il premio cinematografico tedesco, bavarese e austriaco. Diretto da Andreas Prochaska, il film vede protagonisti Sam Riley, Tobias Moretti e i più affermati attori austriaci e tedeschi come Paula Beer, Thomas Schubert, Carmen Gratl, Clemens Schick, Helmuth A. Häusler, Martin Leutgeb, Johann Nikolussi, Florian Brückner, Hans-Michael Rehberg, Erwin Steinhauer, Xenia Assenza, Franz Xaver Brückner, Beatrix Brunschko, Gerhard Liebmann, Heinz Ollesch, Josef Griesser e Johanna Bittenbinder.

“grazie a due paia di calzini e a una buona grappa” Josh Brolin

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on Everest gli Universal Studios di Los Angeles hanno portato in Val Senales una produzione cinematografica anglo-americano-islandese. Questo film drammatico racconta un incidente avvenuto sul Monte Everest nel 1996. Se è stato possibile sopportare le riprese, svoltesi in Val Senales nel mese di gennaio a temperature di -22°, è stato solo “grazie a due paia di calzini e a una buona grappa”, racconta l’attore americano Josh Brolin tra il serio e il faceto. Ma sono proprio i loro contrasti a far sì che Hollywood e la Val Senales – scherzosamente chiamata Schnalsywood – si completino: infatti Schnalsywood è attrezzata al meglio, anche quando le temperature scendono sotto lo zero. Diretto da Baltasar Kormákur, il film è interpretato da attori di prim’ordine come il premio Oscar Jake Gyllenhaal, Josh Brolin, Jason Clarke, John Hawkes, Robin Wright, Emily Watson, Keira Knightley, Sam Worthington e Michael Kelly.

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uando nel 1991 due escursionisti di Norimberga ritrovarono una mummia risalente all’età della pietra, il clamore che scoppiò nella comunità scientifica, accompagnato da una fortissima eco mediatica, fu tale da non lasciare indifferenti gli abitanti della Val Senales. Ötzi è l’uomo del Giogo Tisa attorno alla cui figura fu poi costruito un museo, che consentì numerose scoperte in campo medico e archeologico e diede vita a una tela di racconti. Un corpo in perfetto stato di conservazione, con tanto di vestiti e faretra. Un ritrovamento a dir poco sensazionale. 25 anni dopo approda sul grande schermo una ricostruzione romanzata della vita di Ötzi. Un film drammatico dal grande impatto visivo, che scava nel profondo dell’essere umano, tra famiglia e affetti, odio, furia e disperazione. Anche le immagini mozzafiato parlano la lingua delle grandi emozioni, perché la natura incontaminata e le scene di vita primordiale catapultano lo spettatore in un neolitico verosimile e realistico. Diretto da Felix Randau, il film vede protagonisti Jürgen Vogel, Andrè M. Hennicke e Sabin Tambrea. Del cast fanno parte anche numerosi attori noti al grande pubblico come Susanne Wuest, Violetta Schurawlow, Franco Nero e Anna F., oltre ai giovani talenti altoatesini Martin Augustin Schneider e Paula Renzler.


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DEN SEELEN EIN BERG

Vom Ende der Welt und Hans Kammerlander

In der Ferne brennen Ölfelder, Schmutz und Rauch liegen in der Luft – der Golfkrieg in Kuwait. Ein Sturm zieht auf und über die Berge. Zeitgleich in Nepal: Am Achttausender MANASLU sterben zwei Menschen, ihr Kamerad überlebt. Es ist Extrembergsteiger Hans Kammerlander, der gerade zwei seiner besten Freunde verloren hat.

Auf einem ärmlichen Bergbauernhof in Ahornach wächst er auf, ein Junge, der später zum professionellen Bergführer wird, zum Extrembergsteiger, zum Draufgänger. So schnell wie möglich will er nach oben, so wenig Gepäck wie nötig will er dabeihaben. Sein Heimatdorf liegt tief im Tauferer Ahrntal, einem Tal, das sich so weit in die Südtiroler Berge eingräbt, dass es sich für manchen wie ein Endpunkt anfühlt. So vermutet Hans bereits als Kind hinter dem nahen Dolomitenriesen Peitlerkofel das Ende der Welt. Dort am MANASLU, als aus einer Bergbesteigung eine Tragödie wurde, muss es sich ähnlich angefühlt haben. 1991 starten Kammerlander und seine zwei Freunde den Versuch, den MANASLU mit seinen 8163 Höhenmetern zu besteigen. Die Wetterbedingungen sind schlecht, die Tour wird beinahe abgebrochen. Am letzten Tag jedoch dreht der Wind und die drei Tourengeher wagen den Aufstieg. Seine beiden Bergkameraden kehren jedoch bald darauf um, Kammerlander geht alleine weiter. Als er zum Basislager zurückkehrt, ist ein Freund bereits abgestürzt, der Zweite wird kurz darauf in einem Gewitter vom Blitz getötet. Ein Gewitter, das es in dieser Höhe nicht hätte geben dürfen. Kammerlander hadert mit seinem Schicksal, er drückt es

in den Schatten und holt die Erinnerungen wieder hervor. Hält sie aus. „Warum lebe ich noch und warum sind so viele meiner Freunde tot?“, diese Frage hält ihn gefangen. Kammerlanders Person polarisiert, seine Dia-Vorträge sind ausverkauft. Im Herbst 2017 will sich Kammerlander den Verlusten am schicksalhaften MANASLU nochmals stellen und der Vergangenheit ins Auge blicken. Begleitet von Stephan Keck, seinem Freund und selbst Extrembergsteiger, steigt er nochmals hinauf - auf den Berg der Seelen. Mit Archivbildern, Interviews und nachgestellten Szenen vom Berg und am Hof erzählt dieser Expeditionsfilm von einem, der aufbrach, wegging und wieder zurückkehrte. Viele Male. Ein Film mit Hans Kammerlander, Stephan Keck, Werner Herzog, Markus Pucher und Kurt Moser. Der junge Kammerlander wird von Südtiroler Schauspielern und Bergsteigern dargestellt. Talentiert spielt Leo Seppi den 8-jährigen Hans, Patrick Tirler den 15-Jährigen Abenteurer und der bekannte Extrembergsteiger Simon Gietl verkörpert den jungen Bergführer Hans Kammerlander. Die Drehorte des Bergdramas liegen im Ahrntal, im Schnalstal und in Sulden.


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LA MONTAGNA DELLE ANIME Ai confini del mondo con Hans Kammerlander

I campi petroliferi bruciano lontani, l’aria si riempie di fumo e fuliggine: in Kuwait divampa la guerra del Golfo. Sulle montagne sta arrivando un temporale. Nel frattempo sul Manaslu nepalese, a oltre 8.000 metri di altitudine, muoiono due uomini. Un terzo però sopravvive. Si tratta di Hans Kammerlander, alpinista estremo che ha appena perso due dei suoi migliori amici.


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Il ragazzo cresciuto in un modesto maso ad Acereto sarebbe diventato guida alpina, scalatore estremo e avventuriere. Vuole scalare le montagne il più velocemente possibile, portando con sé solo lo stretto necessario. Il suo paese d’origine si trova nelle Valli di Tures e Aurina, così nascoste tra le montagne dell’Alto Adige che molti le considerano ai confini del mondo. Da bambino Hans stesso pensava che il vicino Sass de Putia, una delle cime delle Dolomiti, costituisse la fine del mondo. Sul Manaslu, quando la scalata finì in tragedia, la sensazione deve essere stata molto simile. Nel 1991 Kammerlander e due amici tentano di scalare la vetta di 8.163 metri. Le condizioni meteo sono avverse e la salita rischia di saltare, ma l’ultimo giorno il vento cambia e i tre decidono di proseguire nell’impresa. Ben presto però i suoi compagni tornano indietro, mentre Kammerlander continua da solo. Quando arriva al campo base, scopre che uno dei suoi amici ha perso la vita cadendo. Di lì a poco il secondo sarà colpito da un fulmine di un temporale che, a questa altitudine, non avrebbe mai potuto verificarsi. Kammerlander non si dà pace, si adombra e continua a richiamare alla memoria la tragedia. Non regge più il peso

dei ricordi. “Perché io sono vivo e tanti dei miei amici invece sono morti?”, questa è la domanda che lo tormenta. Kammerlander è un personaggio che polarizza l’attenzione; non a caso le sue conferenze registrano sempre il tutto esaurito. Nell’autunno del 2017 vuole guardare in faccia il passato e affrontare il trauma proprio sul Manaslu. Accompagnato dall’amico Stephan Keck, alpinista estremo come lui, sale nuovamente sulla montagna delle anime. Attraverso immagini di repertorio, interviste e ricostruzioni di scene in montagna e nel maso, il film Manaslu racconta la storia di un uomo che si è messo in cammino, ha interrotto il suo viaggio e poi è tornato sui suoi passi. Tante volte. Un film con Hans Kammerlander, Stephan Keck, Werner Herzog, Markus Pucher e Kurt Moser. Il giovane Kammerlander è interpretato da attori e alpinisti altoatesini: Leo Seppi veste i panni del piccolo Hans a 8 anni e Patrick Tirler è l’avventuroso Kammerlander 15enne, mentre il noto alpinista estremo Simon Gietl interpreta la giovane guida alpina Hans Kammerlander. La pellicola è stata girata, tra le altre location, in Valle Aurina, a Solda e in Val Senales.


Ötzi the Iceman Comic ISBN 978-88-6839-235-2


Mit Wanderführerin Johanna im Pfossental

Ein ganz wundervoller Ort, um sich zu sammeln, im zweifachen Sinne. Bei der Jausenstation „Vorderkaser“ kommt alles zusammen, was Bergschuh' und Rucksack hat, hier ist Treff- und Ausgangspunkt. Mit dem Zufallen der Autotüren fällt auch der Alltag ins Schloss, so macht es den Anschein, wenn man Menschen nach der kurvenreichen Fahrt sich recken und strecken sieht. Wie sie da diese würzige Luft in die Lungen ziehen, mit erwartungsvollem Blick Richtung Berg! Einer bestellt noch einen Cappuccino. Ein paar Süßspeisen wandern über die Theke zu den Tischen, herzrot leuchtet der selbst gemachte Johannisbeersaft.

gehörte damals fünf Bauern aus Unser Frau. Johannas Familie kümmerte sich jedes Jahr ums Vieh und bewirtschaftete die Wanderer. „Heute lässt es sich hier sogar mit dem Kinderwagen wandern! Der Weg war vor 50 Jahren zwar auch schon recht gut gewartet und genauso breit wie heute, er war aber vor allem in den kalten Monaten recht gefährlich, wegen der vielen Lawinenabgänge. „Immer gut hinhören“ - das hat man uns als Kinder beigebracht. Wenn etwas grollt, sofort nach oben schauen und dann blitzschnell loslaufen, so weit laufen, wie man Puste hat.“ Sie habe häufig einen Schutzengel gehabt, erzählt sie. „Das war immerhin ein einstündiger Fußmarsch, bis zur Schule, draußen am Gasthof Jägerrast bei der VorderkaserAlm. Aber da lernt man das Gehen. In einer halben Stunde habe ich den Weg meist zurückgelegt. Aber mein Bruder, der hatte es noch viel weiter. Der musste noch bis nach Nassereid zu Fuß gehen, zur Schule, das war ein zweistündiger Marsch. Und dann fuhr er mit dem Bus bis Naturns und nach Schulschluss musste er die ganze Strecke wieder zurück. Es war nicht immer einfach, aber wir waren trotzdem gerne hier. Das Pfossental war unsere Heimat.“ Und nach einer kurzen Pause, in der sie ihren Blick über die Hänge schweifen lässt, fügt sie hinzu: „Das ist es noch immer.“

Johannas Gesicht ist sonnengebräunt, ihre Hände auch. Sie sieht auf keinen Fall aus wie 58 - das machen die Augen, nein, ihr Blick, den nur Leute haben, die viel in wilder Natur unterwegs sind. Eine Art zu schauen, irgendwie keck und doch weise, abenteuerlustig und erfahren. Sie schaut in den leicht bewölkten Himmel hinauf, bevor sie sich zu uns setzt. „Es wird auf jeden Fall regnen heute“, meint sie, und dann: „Fein! Dann sind nur wenige Leute unterwegs, im Pfossental, und die Stimmung nach einem Regenschauer ist einfach magisch.“ Mein Begleiter ist mit seiner Kamera und mehreren Objektiven gut ausgerüstet für seine Bilder-Jagd. Wir suchen heute nach besonderen Stimmungen, Perspektiven und Motiven.

Das Pfossental, das größte Seitental des Schnalstals, sei heute nicht viel anders als damals, einfach nur als Ausflugs- und Wanderziel bekannter und deswegen besser besucht, erzählt Johanna. „Die Menschen sehnen sich nach dem Urtümlichen, immer mehr. Und wer Ursprünglichkeit sucht, ist hier, inmitten des Naturparks Texelgruppe, ganz richtig. Der Pfossentaler Bach zum Beispiel ist vollkommen unverbaut.“ Sie zeigt auf den Bach, dem Abertausende von Steinen aller Größen und Formen das Bett bereiten. „Und – das Pfossental gilt als das wildreichste Tal Südtirols.“ Man bekomme hier bei fast jeder Wanderung Gämsen, Steinböcke, Rehe oder Adler zu Gesicht. Die Kamera unseres Fotografen-Begleiters macht bei solchen Aussagen regelrechte Freudensprünge.

Der Heimatweg Die Ausbildung zur Wanderführerin hat Johanna 2005 gemacht. Sie wünschte sich eine Arbeit in freier Natur. Das rühre von der Kindheit her, sagt sie, sie sei eben draußen aufgewachsen und könne sich nicht vorstellen drinnen zu arbeiten, in einem Büro oder dergleichen. Heute begleitet sie Menschen, Familien, Gruppen durch die Natur des Schnalstals, häufig und gerne durch das Pfossental. „Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Weg gegangen bin“, sagt sie, während unsere Wanderschuhe den ersten kleinen Aufstieg des Weges hinauf knirschen. Johanna war als Kind jedes Jahr von April bis November auf der Mitterkaser-Alm im Pfossental zuhause, bis sie 25 Jahre alt war. Die Alm

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Im Pfossental La Val di Fosse


Wilder als man denkt nach den Eishöfen, „die Gruabn“ genannt. Von dort aus betrüge die Gehzeit bis zur Stettiner Hütte zwar nur noch eine Stunde, aber der Aufstieg sei recht steil.

Erste dicke Tropfen verdampfen in der Frühlingswärme auf den Kieselsteinen. Noch bevor ich warnen kann, bricht ein Schauer über uns herein und wir flüchten in die nur zwei Wegkurven entfernte Mitterkaser Alm – und direkt in die Kindheitserinnerungen von Johanna. „Es hat sich auch hier nicht viel verändert.“ Hinter den rotweiß karierten Vorhängen sitzend betrachten wir den Vorhang aus Regen.

Die Spitze der Hohen Wilden leuchtet im Talschluss. „Die gibt heute ihr Bestes.“ Doch auch die Flora zeigt sich im über Jahrtausende von Eis und Wasser ausgegrabenen Tal, an den steilen Flanken von ihrer besten Seite. Lichte Lärchenwälder versuchen an den Hängen zu bestehen, weiter oben wuchern die Alpenrosen, jetzt im Mai noch nicht in Blüte. Auf den Wiesen versuchen Arnika, Schafgarbe und Augentrost sich im farbigen Leuchten zu überbieten. Johanna tippt die Kräuter eins nach dem anderen mit dem Finger an, nennt sie beim Namen. Weiter oben magerer Rasen, dann Fels, Eis, Reste vom Schnee. Während mein Begleiter Nebelschwaden mit der Kamera einfängt, versuche ich es mit ein paar Ziegen, die genüsslich regennasse Grashalme aus dem Boden ziehen.

„Bei einem richtigen Sommergewitter schwillt der Bach schon mal auf das Dreifache seiner Größe an und schwemmt ganze Baumstämme mit. Die Naturgewalt dieses Tals zeigt sich dann in vollem Ausmaß. Mit Muren-Abgängen ist hier nicht zu spaßen.“ Unglücke hat es hier immer wieder mal gegeben. Früher natürlich weitaus mehr als heute. Im Winter 1877 kam hier ein Bub beim Kühehüten ums Leben. Er geriet unter eine „Lahn“, eine Lawine, erzählt sie. „Man hat ihn erst sieben Wochen später gefunden, so weit hat ihn das Schneebrett mitgerissen.“ – sie zeigt auf eine noch gut erkennbare Schneise am Wiesenhang. Auch bei den Eishöfen sei im selben Jahr ein Unglück passiert, bei dem einer ums Leben kam. „Ein besonders harter Winter musste das gewesen sein.“

Der größte Schatz Der Weg zieht sich nun, nach einem kurzen Anstieg, gemächlich dahin. Plötzlich, ein kleines Lärchenwäldchen durchschritten, tut sich eine Ebene auf, eine weite Almfläche breitet sich vor uns aus. Die Eishöfe!

Wo Mutter Erde ihr Bestes gibt Als wir uns weiter wagen, begleiten uns zwei Steinadler hoch am Himmel kreisend ein Stück unseres Weges. „Steinböcke!“ Johanna zieht mich am Ärmel und deutet in eine Felswand. Ich muss meine Augen zusammenkneifen und mich recht konzentrieren, so gut getarnt sind die Tiere in den Wänden. „Ja, das geht nur mit geschultem Auge. Und das ist gut so. Immer wieder mal, vor allem im Winter, klettern Foto-Jäger den Böcken hinterher. Das ist für Mensch und Tier gleichermaßen gefährlich - da können Muttertiere von ihren Jungen getrennt werden. Und im Winter ist das Davonhuschen für die Tiere ein enormer Energieaufwand, das ist oft tödlich für sie.“

Die dicken Wolken malen ein Mosaik aus Licht und Schatten auf das Weiß der Berge im Talschluss. „Eine weitere Einkehr vor der Rückkehr“, zwinkert Johanna. Den letzten Teil des Weges heben wir uns bis zum nächsten Mal auf, wetterbedingt. Aber der Fotografen-Begleiter sieht sichtlich erleichtert aus, dass wir nicht aufs Ganze gehen, wir sind doch immerhin schon zwei Stunden unterwegs, die Fotografenausrüstung immer auf seinem Rücken. Johanna legt uns den Aufstieg aber nahe. „Wenn du da auf dem Eisjöchl stehst, auf 2.887 Metern Höhe und die Hohe Wilde dir ganz nahe ist, dann siehst du das ganze Pfossental und in östlicher Richtung bis zur Stettiner Hütte und dem kleinen Bergsee. Steinreich fühlt man sich da – einmal, weil es da so viele Gesteinsarten gibt, Kalkgestein, Gneis & Glimmerschiefer, aber auch, weil man jedes Mal aufs Neue erfährt, dass die Natur unser größter Schatz ist und man sich inmitten einer so eindrucksvollen Landschaft einfach rundum glücklich schätzen muss.“

Wir kommen immer wieder an großen Schautafeln vorbei. „Der Alm-Erlebnisweg Pfossental wurde 2004 ins Leben gerufen.“ 18 Schwerpunkte, von der Geschichte des Tals bis zur Käseherstellung, werden in Bildern und Beschreibungen dem Wanderer näher gebracht. Der Erlebnisweg endet bei den Eishöfen. Weiter bis zur Stettiner Hütte, die auf 2.895 Metern Höhe liegt, gehe sie heute nur noch sehr selten. Ihre Führungen enden fast immer am Hochplateau

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Fare tesoro dei tesori naturali In Val di Fosse con la guida escursionistica Johanna

Un luogo straordinario in cui trovarsi e ritrovare sé stessi. La Malga Casera di Fuori è punto di incontro e di partenza per chiunque indossi zaino e scarponi. Chiudendo la portiera dell’auto, ci si lascia alle spalle lo stress della vita quotidiana: è questa l’impressione che si ha vedendo le persone stiracchiarsi dopo il tortuoso tragitto in macchina. Come respirano a pieni polmoni l’aria frizzante, guardando le montagne con trepidazione! Qualcuno ordina un altro cappuccino, mentre alcuni dessert passano dal bancone ai tavoli. Il succo di ribes fatto in casa brilla di un rosso acceso. Johanna ha mani e viso abbronzati. Certo non dimostra 58 anni: merito degli occhi, anzi, di quello sguardo che ha solo chi trascorre molto tempo nella natura. Un modo di guardare sfrontato eppure saggio, avventuroso ed esperto. Johanna guarda il cielo leggermente nuvoloso prima di prendere posto vicino a noi. “Oggi piove di sicuro”, esclama, e aggiunge: “Che bello! Quando piove in Val di Fosse c’è poca gente in giro e dopo un acquazzone l’atmosfera è semplicemente magica”. Il mio accompagnatore ha portato con sé la macchina fotografica e svariati obiettivi per andare a caccia di scatti. Oggi siamo alla ricerca di atmosfere particolari, prospettive e soggetti da immortalare.

di cinque contadini di Madonna di Senales e ogni anno la famiglia di Johanna si occupava degli animali e offriva ristoro agli escursionisti. “Oggi qui le escursioni si fanno anche con il passeggino! Già 50 anni fa il sentiero era largo come oggi e molto ben tenuto, tuttavia era piuttosto pericoloso per via delle valanghe, soprattutto nei mesi freddi. ‘Tenete sempre le orecchie aperte’, ci insegnavano da bambini. Se si sente un boato, bisogna subito guardare in alto e darsela a gambe”. In più di un’occasione il suo angelo custode ci ha messo lo zampino, racconta. “Per raggiungere la scuola, oltre l’Albergo Jägerrast situato presso la Malga Casera di Fuori, ci voleva un’ora a piedi. Ma è così che si impara a camminare: in mezz’ora ero già arrivata. Mio fratello invece non era altrettanto fortunato: doveva andare a piedi fino a Nassereid, dove si trovava la scuola, ed erano due ore di cammino. Poi prendeva l’autobus per Naturno e alla fine delle lezioni doveva ripercorrere tutto il tragitto. Non era sempre facile, ma ci piaceva stare qui. In Val di Fosse ci sentivamo a casa”. E dopo una breve pausa in cui il suo sguardo indugia sui pendii, aggiunge: “Per me è ancora così”. Per Johanna la Val di Fosse, la più grande valle laterale della Val Senales, non è cambiata granché. È solo diventata una meta escursionistica più conosciuta e, di conseguenza, è più visitata rispetto un tempo, spiega. “La gente ha sempre più voglia di luoghi incontaminati. E chi cerca il fascino primordiale lo troverà qui, nel cuore del Parco Naturale Gruppo di Tessa. Il ruscello della Val di Fosse, ad esempio, non è mai stato deturpato dalle costruzioni”, racconta indicando il ruscello e la miriade di pietre di tutte le forme e dimensioni che ne formano il letto. “Inoltre la Val di Fosse è considerata una delle valli più ricche di fauna di tutto l’Alto Adige”. Durante ogni escursione o quasi si possono avvistare camosci, stambecchi, caprioli e aquile. All’udire queste parole, il fotografo che ci accompagna ha un fremito di gioia.

La via di casa Johanna è guida escursionistica dal 2005. Fin da quando era piccola ha sempre desiderato un lavoro a stretto contatto con la natura, spiega. Essendo cresciuta all’aperto, non riusciva proprio a immaginarsi di lavorare al chiuso, come ad esempio in ufficio. Oggi accompagna singoli visitatori, famiglie e gruppi alla scoperta della natura della Val Senales, spesso e volentieri attraversando la Val di Fosse. “Non so quante volte ho percorso questo sentiero”, ci rivela mentre i nostri scarponi iniziano a scricchiolare con la prima salita. Ogni anno, da aprile a novembre, la Malga Casera di Mezzo è stata la sua casa da quando era bambina fino ai 25 anni. All’epoca la malga era di proprietà

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più raramente fino al Rifugio Francesco Petrarca (2.895 metri); le sue visite guidate finiscono quasi sempre al “Gruabn”, l’altopiano dopo il Maso Gelato. Da lì al Rifugio Francesco Petrarca ci vorrebbe circa un’altra ora di cammino, ma la salita è molto ripida.

Più selvaggia che mai Con il tepore primaverile, le prime gocce evaporano sulla ghiaia e, prima ancora che io possa fiatare, un acquazzone si abbatte su di noi. Ci rifugiamo allora nella Malga Casera di Mezzo, che si trova a sole due curve da noi, e ci rimmergiamo nei ricordi di infanzia di Johanna. “Neanche qui è cambiato molto”. Seduti dietro alle tende a quadretti bianchi e rossi, osserviamo la cortina di pioggia.

Sulla testata della valle risplende la cima dell’Altissima. “Oggi dà il meglio di sé”. Ma anche la flora, sulle ripide fiancate di una valle scavata dal ghiaccio e dall’acqua nel corso dei millenni, sembra mostrare il suo lato migliore. Lariceti radi cercano di sopravvivere sui pendii, e più su crescono i rododendri, non ancora sbocciati a maggio. Sui verdi pascoli piante come arnica, achillea ed eufrasia fanno a gara a chi sfoggia i colori più belli. Johanna tocca le piante con il dito una dopo l’altra, chiamandole per nome. Ancora più su ci sono prati meno folti, poi roccia, ghiaccio e resti di neve. Mentre il mio accompagnatore immortala un cielo nebbioso, tento di fare amicizia con alcune caprette che brucano con appetito i fili d’erba bagnati.

“Quando scoppia un acquazzone estivo il ruscello si ingrossa fino al triplo della sua portata, trascinando con sé interi tronchi. La violenza della natura in questa valle si dispiega imponente. Con i cedimenti morenici c’è poco da scherzare”. Di tanto in tanto c’è stato qualche incidente, un tempo molti più di oggi. Nell’inverno del 1877 morì un giovane che accudiva le mucche. Rimase sepolto sotto una valanga, racconta Johanna. “Fu ritrovato solo sette settimane dopo, il banco di neve l’aveva spinto molto lontano”, racconta mostrandoci una zona disboscata ancora ben visibile sul pendio. Anche al Maso Gelato, nello stesso anno, si verificò un incidente mortale: “Deve essere stato un inverno particolarmente rigido”.

Il tesoro più grande Dopo una breve salita, il sentiero prosegue tranquillo. Improvvisamente, attraversato un piccolo lariceto, una distesa: davanti a noi si estende un’ampia pianura. È il Maso Gelato!

Dove Madre Natura dà il meglio di sé Mentre proseguiamo la nostra escursione, due aquile reali volteggiano nel cielo accompagnandoci per una parte del cammino. “Stambecchi!” Johanna mi tira per la manica e indica una parete rocciosa. Devo strizzare gli occhi e concentrarmi per bene, perché gli animali si mimetizzano tra le pareti: “Sì, serve un occhio allenato. Ed è giusto che sia così. Di tanto in tanto, soprattutto in inverno, i ‘cacciatori di scatti’ si arrampicano per seguire i caprioli, ed è pericoloso tanto per noi quanto per loro, poiché le madri potrebbero essere separate dai propri piccoli. Inoltre mettersi in fuga in inverno richiede all’animale un enorme dispendio di energia che spesso risulta fatale”.

Le fitte nuvole creano un mosaico di luce e ombre sul bianco delle montagne. “Facciamo una piccola sosta prima di tornare indietro”, ammicca Johanna. Per via del brutto tempo dobbiamo rimandare l’ultima parte del sentiero alla prossima volta. Ma il fotografo che ci accompagna sembra molto sollevato di non dover arrivare fino alla fine. Dopotutto siamo in giro da due ore e lui ha sempre la sua attrezzatura sulle spalle. Johanna però ci suggerisce di salire. “Se sali al Passo Gelato (2.887 metri) e ti avvicini all’Altissima, puoi ammirare tutta la Val di Fosse e, guardando a est, arrivi a vedere il Rifugio Francesco Petrarca con il laghetto. Lì si rimane davvero di sasso: non solo per le tantissime varietà di rocce tra cui calcare, gneiss e scisto, ma soprattutto perché a ogni visita riaffiora in noi la consapevolezza che la natura è il nostro più grande tesoro. Dobbiamo ritenerci fortunati di essere immersi in un paesaggio così suggestivo”.

Passiamo continuamente davanti a grandi pannelli informativi. “Nel 2004 è nato il percorso naturalistico ‘Vivere le malghe’ in Val di Fosse”. Attraverso immagini e descrizioni vengono presentati agli escursionisti 18 punti chiave, dalla storia della valle alla produzione del formaggio. Il percorso si conclude al Maso Gelato. Oggi come oggi Johanna prosegue sempre

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WIE EINST ADAM: VERFÃœHRT VON EINER IDEE

P A FEL R E D NEU INTERPRETIERT


Die Einfahrt zum Nischlhof selbst wird – ich hätte es mir nicht anders erwartet – von Apfelbäumen gesäumt, dabei bin ich schon seit der Abzweigung von der Vinschgauer Straße ins Schnalstal keinem Obstbaum mehr begegnet. „Wer hier Apfelbäume pflanzt, der muss schon Courage haben“, denke ich mir, als es mich beim Aussteigen aus dem Auto erstmal so richtig fröstelt. Das Klima im Schnalstal ist nun mal etwas rauer als draus‘ am Lande, wird das Tal doch zu allen Seiten hin von hohen Bergen und im Talschluss vom Gletscher abgegrenzt. Doch auch das neu gebaute Wohnhaus „Nischlhof“ zeugt auf Anhieb von Courage, vom Mut zur Individualität. Ausdrucksstark anders – das Gebäude bringt einen ordentlichen Touch moderne Architektur in Schnalstals ansonsten so urtypisches Dörfchen Katharinaberg.

NATÜRLICH UNKONVENTIONELL Walter Nischlers herzliche Art wirkt absolut natürlich, das „Willkommen!“ meint er auch so. Er führt mich, die ich heute mehr über seine Vision, sein Projekt und vor allem seine Äpfel und seinen „Schnalstaler Apfelsaft“ erfahren möchte, direkt an den Ort des Geschehens: in den Lagerraum und die Saftproduktionshalle im Parterre des Nischlhofs. Es wirkt alles hell und neu. Und das ist es auch! Erst vor etwas über einem Jahr hat Walter beschlossen, sich all die Maschinen, die er zur Apfelsaftproduktion benötigt, anzuschaffen – und hat dafür ein „hübsches Sümmchen“ investiert. Aber da könne er eben nicht anders. „Ganz oder gar nicht“, lautet sein Lebensmotto. Und in punkto Apfelanbau habe er sich längst schon für ein „Ganz“ entschieden. Wenn auch für „ganz unkonventionell“.

DER APFEL FÄLLT NICHT WEIT… „Ich habe die landwirtschaftliche Oberschule in Auer besucht und dort meine Begeisterung für den Obstanbau schnell entdeckt. Mein Heimathof lag jedoch auf über 1.500 Metern Höhe – keine gute Voraussetzung fürs Obst – egal welcher Art.“ Die Liebe war’s, die ihn dann 500 Meter tiefer geführt hat, an einen Hof nahe der Talstraße. Dort hat Walter Nischler im Jahr 2007 die ersten Apfelbäume gepflanzt. „Wenn die Voraussetzungen auch in dieser Lage noch herausfordernd waren – ich wollte das unbedingt ausprobieren.“ Mit einem halben Hektar Grund begann Walter seine Apfelwirtschaft. Heute gedeiht sein Obst auf einer Fläche von über einem Hektar. Sein Antrieb: Eine neue Herangehensweise an die in Südtirol so stark verwurzelte Apfelanbau-Tradition zu wagen. Walter wusste, dass es damit notwendig sein würde, eigene, neue Verfahren, Ideen und Strategien im Apfelanbau zu entwickeln und – allem voran - besondere Sorten zu pflanzen. So wollte er beweisen: Individualität im Apfelanbau ist möglich.

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BIO BEGINNT IM HERZEN „Ich habe nie intensiv Düngung oder Pflanzenschutz betrieben – mir ist es ein Anliegen, auszuprobieren, was auf natürlichem Wege erreicht werden kann. Zwar arbeite ich noch nicht rein biologisch, gemäß aller Kriterien und mit Bio-Gütesiegel, aber bis dorthin dürfte es kein allzu weiter Weg mehr sein.“ Das Thema „konventioneller oder biologischer Anbau“ werde seines Erachtens derzeit jedoch etwas zu hitzig debattiert. „Bio-Anbau bzw. natürliche Landwirtschaft beginnen im Herzen. Die eigene Landwirtschafsweise nur aus Marketing-Gründen auf Bio umzusatteln, ist meiner Meinung nach der falsche Weg."

„Bio beginnt im Herzen und sollte sich nicht nach einem Kriterienkatalog richten, vielmehr nach eigenem Wissenseifer, nach Eigeninitiative, nach gesammelter Erfahrung und Überzeugung.“ Walter verzichtet seit sechs Jahren auf Herbizide und pflegt die Gras-Streifen unter den Bäumen stattdessen mit einem Fadenmäher, obwohl die sogenannten Beikräuter, die zwischen den Obstbäumen gedeihen, einem Maximalertrag der Obstbäume im Wege stehen: „Es geht mir nicht darum, bis auf den letzten Zweig Menge und Marge herauszuschlagen. Mir ist nachhaltige Landwirtschaft viel wichtiger.“

ALLES IN DER NATUR HAT SEINE BERECHTIGUNG Mit Juni und mit der ersten Heuernte, kommen auch die Gartenlaubkäfer ins Land, erzählt Walter. „Diese Käfer fressen die Blätter und die noch jungen Äpfelchen an, sodass kleine, Verletzungen entstehen.“ Es gäbe schon Mittel, die man gegen diese Insekten spritzen könne, aber für Walter ist das keine Option. Er hat stattdessen nach Alternativen gesucht und ist auf Duftkapseln gestoßen, die einfliegende, männliche Insekten verwirren und so die Populationsdichte niedrig halten. Diese Methode bedeutet zwar einen Mehraufwand an Arbeitseinsatz und auch finanziell, dafür könne Walter aber auf Chemie verzichten. Walter lächelt und erzählt auch von den Siebenschläfern, die im Herbst so manchen Apfelbaum für sich einzunehmen versuchen. Auch damit kann Walter gut leben „denn, wenn ein paar Äpfel angefressen werden, ist das kein großes Problem. Der Mensch soll und muss nicht alles haben, etwas soll der Natur bleiben“.

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DER VOLLE GESCHMACK IN EINER FLASCHE So manche kleine Wunde an den Früchten könne Walter auch deshalb besser verkraften, da er sich ja auf die Produktion von Apfelsaft konzentriere. Würde er die gesamte Ernte in die Genossenschaft bringen, wären kleine braune Fleckchen auf den Äpfeln ein gravierender Makel und würden den Wert der Früchte schnell mal halbieren. Walter habe der Gedanke immer gestört, die Natur anhand künstlicher Maßnahmen perfektionieren zu wollen. Dass ein Apfel kein Pünktchen aufweisen darf, damit er attraktiv ist – obwohl er sehr natürlich auch mit braunem Pünktchen hervorragend schmeckt – sei absurd. „Bei der Saftverarbeitung gibt es kein ‚zu klein‘ oder ‚zu groß‘ – beim Apfelsaft Pressen dreht sich alles um den Geschmack. Und diesen kann ich dank größter Sorgfalt im Anbau, bei der Ernte, bei der Auslese und der Produktionsweise auf jeden Fall garantieren.“

APFEL GUT, ALLES GUT Und nun darf ich endlich vom Schnalstaler Apfelsaft Marke „Nischlhof“ kosten. Ich nehme einen Schluck: Eine weiche Süße überrascht mich, birnengleich samtig, dann fruchtig. Im Abgang ist der Saft leicht säuerlich, spritzig, erfrischend. Dieser Apfelsaft ist so nuancenreich, wie die Natur selbst! „Kein Wunder“, denk ich mir, „da ist ja auch nichts Anderes drin.“ „Na, sag‘ grad‘ heraus - wie schmeckt der dir?“ Walter sieht mich voller Erwartung an. „Nach ganz oder gar nicht!“ antworte ich.

FRUCHTIGE ZUSATZINFO Walters Schnalstaler Apfelsaft besteht zu einem Drittel aus dem lieblichfeinen Golden Delicious und zu zwei Dritteln aus dem spritzigen und leicht säuerlichen Pinova-Apfel. Zwei Sorten – ein Saft!

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PROPRIO COME ADAMO ED EVA: LA SEDUZIONE DEL FRUTTO PROIBITO

LA MELA REINTERPRETATA


L’ingresso del Nischlhof, proprio come mi aspettavo, è fiancheggiato da meli. Da quando la Via Venosta si biforca per la Val Senales non ho visto altro che albero da frutto. “Certo che ci vuole coraggio a piantare meli qui”, dico tra me e me rabbrividendo di freddo mentre esco dalla macchina. La Val Senales presenta un clima un po’ più rigido rispetto alla pianura, perché è delimitata su tutti i lati da alte montagne e, sulla testata, dal ghiacciaio. Di primo acchito, però, anche il Nischlhof appena ristrutturato rivela un certo coraggio. Il coraggio di avere uno stile individuale, diverso dagli altri. L’edificio porta infatti un tocco di architettura moderna nel borgo senalese di Monte Santa Caterina, che altrimenti avrebbe un aspetto decisamente caratteristico.

NATURALMENTE FUORI DAGLI SCHEMI Walter Nischler è cordiale di natura e quando esclama “Benvenuti!” lo pensa veramente. Voglio conoscere meglio il suo approccio, il suo progetto e soprattutto le sue mele e il “succo di mela della Val Senales”. Così mi conduce proprio dove il succo prende forma: nel magazzino e nello stabilimento di produzione che si trovano nel seminterrato del Nischlhof. Tutto sembra nuovo di zecca. E lo è davvero! Appena poco più di un anno fa Walter ha deciso di acquistare tutti i macchinari necessari per la produzione del succo di mela, investendo una “discreta sommetta”. Ma non avrebbe potuto fare altrimenti: “tutto o niente”, questa è la sua filosofia di vita. E quanto alla melicoltura, da tempo aveva già optato per il “tutto”. Seppure “del tutto fuori dagli schemi”.

LA MELA NON CADE MAI TROPPO LONTANO “Ho frequentato l’Istituto tecnico agrario di Ora, dove ben presto mi sono appassionato alla frutticoltura. Il maso in cui sono cresciuto, però, si trovava a oltre 1.500 metri sul livello del mare: non erano di certo le condizioni ideali per coltivare frutta, di nessun tipo.” È stato poi l’amore a portarlo 500 metri più in basso, in un maso vicino alla strada della valle. Lì nel 2007 Walter Nischler ha piantato i primi meli: “Volevo assolutamente vedere se le premesse erano ardue anche qui”. Walter ha avviato l’attività con mezzo ettaro di terreno e oggi la sua frutta cresce su una superficie ampia più del doppio. Era determinato a tentare un nuovo approccio alla tradizione melicola, profondamente radicata in Alto Adige: sapeva che per farlo sarebbe stato necessario mettere a punto processi, idee e strategie di coltivazione delle mele nuovi e originali, ma soprattutto avrebbe dovuto seminare varietà particolari. In questo modo avrebbe dimostrato che reinterpretare la melicoltura era possibile.

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IL BIO CHE VIENE DAL CUORE “Non ho mai fatto uso massiccio di concimi o insetticidi, ci tenevo a vedere cosa si poteva ottenere in modo naturale. Anche se non opero ancora completamente secondo i criteri dell’agricoltura biologica con relativa certificazione, non dovrei essere troppo lontano”. A suo avviso, però, la questione “convenzionale vs biologico” è dibattuta in modo fin troppo acceso. “Il bio viene dal cuore. Credo che convertirsi al biologico puramente per ragioni di marketing sia l’approccio sbagliato.

“Il bio parte dal cuore e non dovrebbe essere determinato da un elenco di criteri, quanto piuttosto dalla propria sete di conoscenza, dal proprio spirito d’iniziativa, dall’esperienza maturata e dalle convinzioni personali.” Da sei anni Walter non fa più uso di erbicidi e cura le zolle d’erba sotto gli alberi con un tosaerba, sebbene le cosiddette “erbe spontanee” che crescono tra gli alberi da frutto possano limitarne il raccolto. “Non ci tengo a spremere gli alberi fino all’ultimo ramo. Per me viene prima la sostenibilità”.

IN NATURA C’È POSTO PER TUTTI A giugno, quando si inizia a raccogliere il fieno, ritornano le carrughe, racconta Walter. “Questi insetti si nutrono delle foglie e delle mele novelle, rovinandone la superficie”. Ovviamente esistono sostanze chimiche da spruzzare sugli insetti, ma questa per Walter non è una strada praticabile. Cercando un’alternativa, ha scoperto delle capsule profumate che frastornano gli insetti maschi in volo, così da ridurre la densità della popolazione. Questo metodo implica maggiori costi nonché una maggiore mole di lavoro, ma ha permesso a Walter di rinunciare ai prodotti chimici. Sorridendo, racconta anche dei ghiri che in autunno tentano di occupare i suoi meli. Anche in questo caso Walter non si scompone, “perché se anche mangiano qualche mela, non è poi un grosso problema. Non spetta tutto all’uomo, deve pur rimanere qualcosa per la natura”.

BONTÀ DA BERE Walter può tollerare più facilmente qualche piccolo danno ai frutti anche perché si occupa della produzione di succo di mela. Se dovesse portare il raccolto in cooperativa, le macchiette marroni sulla superficie sarebbero un grosso difetto che ne dimezzerebbe il valore. Walter ha sempre detestato l’idea di voler rendere perfetta la natura con metodi artificiali e gli sembra assurdo che una mela, pur avendo un ottimo sapore nonostante qualche segnettino marrone, debba essere perfetta per risultare appetibile. “Quando si produce il succo non c’è mela troppo piccola o troppo grande. L’unica cosa che conta, quando si pressano le mele, è il loro sapore. E quello lo posso garantire grazie alla cura che metto nella coltivazione, nel raccolto, nella cernita e nel metodo di produzione”.

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UNA MELA AL GIORNO... Finalmente posso assaggiare il succo di mela a marchio Nischlhof. Ne bevo un sorso: mi sorprende subito per la sua dolcezza morbida, vellutata come la pera, intensamente fruttata. Il finale è amarognolo, frizzante e rinfrescante. Questo succo di mela è ricco di sfumature, proprio come la natura. “C’è poco da sorprendersi”, penso, “dentro questo succo non c’è nient’altro che natura allo stato puro”. “Allora dimmi, ti piace?”, Walter mi guarda impaziente. “Avevi proprio ragione, tutto o niente!”, gli rispondo.

IL “SUCCO” DEL DISCORSO Il succo di mela della Val Senales prodotto da Walter è ricavato per un terzo dalle Golden Delicious, dal caratteristico gusto amabile, e per due terzi dalle Pinova, frizzanti e leggermente amare. Due varietà di mele per un succo unico.

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LOOK THE BOOK

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GLA CIER WINE RAL LYE 100


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GLETSCHERWEIN AUF GENUSSTOUR AM SCHNALSTALER GLETSCHER

Von der Milch bis zu den Trauben, vom Käse bis zu edlen Tropfen, das Schnalstal gehört zu einer Region, die dem Schlaraffenland sehr nahe kommt: zu Südtirol, in Italiens Norden, wo ganz hervorragende Weine produziert werden. Und wer sich auf die Glacier Wine Rallye begibt, hat sich bereits für den wortwörtlich allerhöchsten Weingenuss am Schnalstaler Gletscher entschieden. Von Skihütte zu Skihütte ziehen die Skifahrer und Winterwanderer und dürfen sich über die Lichterperlen freuen, die sich mit der Bergsonne im Rotoder Weißweinglas spiegeln. Bei jeder Einkehr servieren die acht Gastwirte ausgewählte Südtiroler DOC Spitzenweine und kleine Gourmethäppchen regionaler und vor allem Schnalstaler Qualitätsprodukte. Eine richtige Wein-Genussverkostung in der Höh', bei der nicht nur der Glasinhalt dafür verantwortlich ist, wenn so manch' einer ins Schwärmen gerät.

IL VINO DEL GHIACCIAIO TOUR ENOGASTRONOMICO SUL GHIACCIAIO DELL A VAL SENALES

WINO LODOWCOWE PODCZAS WYCIECZKI Z DEGUSTACJAMI NA LODOWCU W VAL SENALES

Dal latte all’uva, fino ai formaggi e a vini d’eccellenza: la Val Senales si trova in Alto Adige, regione di autentiche prelibatezze dove si producono pregiati nettari. E chi partecipa al Glacier Wine Rallye ha scelto di assaporarne l’unicità sul ghiacciaio della Val Senales. Spostandosi di rifugio in rifugio, sciatori ed escursionisti potranno godersi lo scintillio del sole riflesso in un buon bicchiere di vino rosso o bianco. Gli otto ristoratori partner propongono i migliori vini DOC dell’Alto Adige selezionati per l’occasione e stuzzichini gourmet a base di deliziosi prodotti regionali e, soprattutto, senalesi. Un’autentica degustazione in alta quota, in cui il contenuto dei calici è solo uno degli elementi che la rende straordinaria.

Od mleka do winogron, od sera do szlachetnych kropli, Val Senales należy do regionu przypominającego krainę mlekiem i miodem płynącą: Tyrolu Południowego, na północy Włoch, gdzie produkowane są doskonałe wina. A kto udaje się na Glacier Wine Rallye, decyduje się na największą przyjemność degustacji wina na lodowcu w Val Senales. Narciarze i zimowi wędrowcy udają się od schroniska do schroniska i mogą cieszyć się iskrami światła odbijającymi się wraz z górskim słońcem w kieliszkach czerwonego i białego wina. Przy każdych odwiedzinach ośmiu gospodarzy serwuje wybrane najlepsze wina z Tyrolu Południowego i niewielkie przekąski z produktów regionalnych o najwyższej jakości - przede wszystkim tych z regionu Val Senales. Prawdziwa przyjemność z degustacji wina na wysokości, przy której nie tylko zawartość kieliszka wywołuje zachwyt u wielu uczestników.

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DER STILLE EIN DORF GEHEIMNISVOLLES KARTHAUS Im heutigen Hauptort der Gemeinde Schnals, in Karthaus, stand bis 1782 das Kloster eines Kartäuserordens mit dem außergewöhnlichen Namen „Allerengelberg“. Eingewoben zwischen den rund 40 Gebäuden des Dorfes, ruhen auch heute noch die ehemaligen Gemäuer des Ordensgebäudes. SICH EINKAUFEN INS PARADIES: EIN LEBEMANN ALS INVESTOR? Das Wohlwollen im Jenseits wollte Graf Heinrich von Tirol sich und den Seinen bestimmt erkaufen, als er 1326 den heimatsuchenden Mönchen einen Grund samt 10 Höfen schenkte. Als Ort der Kontemplation sollte die Kartause hier im Schnalstal, in kargster Abgeschiedenheit, errichtet werden. In weiße Kutten gekleidet lebten die Mönche schweigend und streng zurückgezogen, im vierstündigen Takt der Gebete.

Stein um Stein wurde die Klosteranlage in das heutige Dorf verwandelt und die quadratischen Zellen der Mönche wurden zu mehrstöckigen Wohnhäusern umgebaut. Das Kirchenschiff der ehemaligen Klosterkirche ist nun als Gaststube für gesellige Momente geöffnet, eine von vielen charmanten Umwidmungen. Bei Umbauarbeiten wurden erst jüngst menschliche Gebeine samt kostbarer Knöpfe und einiger anderer Schätze entdeckt. Die Überreste eines Priors? Eines weiteren stillen Paradiesinvestors? Unbeantwortete Fragen und ein leiser Wind locken hin zum Kreuzgang. Die Schritte verhallen im Echo, kleine Steinfenster geben den Blick auf eine sanft gewellte Wiese und steile Kargheit ringsum frei. Säuseln, Singen, Schweigen – die vielen Klänge der Karthäuser-Stille.

Die vollkommene Abkehr von der äußeren Welt ließ keinen Dienst an der Bevölkerung zu, während die Mönche zeitgleich von den Bauern der Umgebung in Abhängigkeit lebten. Ein Dilemma, welches in den 450 Ordensjahren für Unmut sorgte. So ging Allerengelberg, heute Karthaus, 1782 an 24 Familien des Dorfes über und die Mönche verstreuten sich mit dem Wind.

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UN PAESE VOTATO AL SILENZIO CERTOSA E I SUOI SEGRETI Fino al 1782 a Certosa, la principale località del comune di Senales, sorgeva un monastero dell’ordine certosino dal curioso nome di “Monte degli Angeli”, le cui mura si trovano oggi racchiuse tra i circa 40 edifici del paese. QUANDO UN VIVEUR SI COMPRA UN POSTO IN PARADISO Nel 1326 Enrico conte del Tirolo, nel tentativo di assicurare a sé e ai suoi cari un posto nell’aldilà, regalò un terreno con 10 masi ai monaci in cerca di un tetto. La certosa, luogo di preghiera e contemplazione, fu eretta proprio qui in Val Senales, nel più stretto isolamento. Vestiti con una lunga tunica bianca, i monaci vivevano nel silenzio conducendo una vita ritirata, scandita dalle orazioni recitate ogni quattro ore. Il distacco completo dal mondo esterno impediva agli abitanti locali di ricevere alcun servizio dai monaci, che invece si trovavano a dover dipendere dai contadini. Uno squilibrio che nei 450 anni di vita dell’ordine creò un certo malcontento: così nel 1782 il monastero Monte degli Angeli, oggi Certosa di Senales, passò a 24 famiglie del paese e i monaci si dispersero. Mattone dopo mattone, il complesso monastico fu trasformato nell’attuale paese e le celle quadrate in cui vivevano i monaci furono convertite in abitazioni a più piani. Una delle tante affascinanti riconversioni è la navata del l’ex chiesa, diventata una Gaststube, una sala in cui intrattenersi con gli altri ospiti. Durante i lavori di ristrutturazione sono stati rinvenuti resti umani, preziosi bottoni e altri tesori. I resti di un priore? O forse di qualcun altro che volle comprarsi un posto in paradiso? Questi misteri e un leggero vento rendono il chiostro ancora più evocativo, complici anche il rumore dei passi che si perde nell’eco, le piccole finestre in pietra che danno su un prato leggermente ondulato e una cornice arida e spoglia. Sussurri, canti, silenzi: i tanti suoni della quiete certosina.

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Ein Stein im Brett

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Holz, mein ganzer Stolz Aus dem Alltag des Tischlermeisters Tobias… und nicht ganz alltäglichen Lieblingsstücken

Holz – herzlich gern

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wischen den Häusern von Unser Frau riecht es nach Holz und nach nasser Erde. Der Blütenstaub oder ist es Holzstaub? - tanzt in den Sonnenstrahlen und kitzelt in der Nase, das Schmelzwasser gurgelt in der Erde. Hinter den Glastüren der Werkstatt wird gewerkelt, aber plötzlich ist es mucksmäuschenstill ringsum, kein Maschinenlärm, keine Kreissäge, keine aufjaulenden Fräsen mehr. Dafür kommt ein junger Mann auf mich zu. Es ist Tobias Oberhofer, dreiundzwanzig Jahre alt und bereits Juniorchef der Tischlerei Oberhofer. Vor der Werkstatt steht ein Stuhl aus Urgroßvaters Zeiten - Design von vor über 150 Jahren - und daneben haargenau derselbe Stuhl: unverkennbar nagelneu, aus hellem Holz. Rechts daneben ist eine Kartonbox platziert und darin, wie in einer Schatulle, zwei Handtaschen und zwei Handyhüllen. Erst auf den zweiten Blick wird klar: die beiden fragil anmutenden Accessoires sind ebenso ganz aus Holz!

„Ja, Ideen haben wir viele,“ lacht Tobias, „und Holz ist ein unglaublich wandelbarer Rohstoff.“ In ruhigem Ton erzählt er, warum er sich kein anderes Material in seinen Händen vorstellen kann. „Holz ist lebendig, es atmet und verändert sich mit der Zeit“, meint Tobias, „es vermittelt Ruhe, gibt Halt und wärmt.“ Besonders gern möge er Lärchenholz, sagt Tobias und wenn man sich vor der Werkstatt so umschaut, dann weiß man augenblicklich warum: Lärchenwälder ziehen sich über die steil aufsteigenden Hänge ringsum. Noch sind sie winterkarg und hoch, die Tausenden von Lärchen, doch sehr bald werden sie in einem sanften hellen Grün aufglimmen. „Das Lärchenholz ist sehr witterungsbeständig und harzhaltig, das heißt, es riecht nach Wald und bringt Naturduft in die Lebensräume der Menschen“, so Tobias. Außerdem habe es den besonderen Rot-Ton, den man im Schnalstal unzählige Male zu sehen kriegt, denn die meisten Höfe sind darin gekleidet. Sonne, Wind und die Schnalstaler Witterungen trügen an den Außentäfelungen das ihre dazu bei und gerben die rötlichen Holzverkleidungen fast bis ins Schwarz. Rings um die Werkstatt liegen Holzbretter in Schichten aufgestapelt, zwischen dem jungen Gras und entlang der Werkstattwand. Sorgsam abgedeckt werden hier die verschiedensten Holzarten gelagert, welche der Juniorchef zum Teil von der ortsnahen Säge bezieht. Ja, hier

warten heimische Lärchen, Zirben, Fichten, europäische Eichen, Kirsch-, Nussund Buchenhölzer darauf, ihrer Form und Bestimmung näher gebracht zu werden. Sie sind unbearbeitet, leicht abgewittert und grau, da sie im Freien gelagert werden. Doch wenn sie dann unter die Hobel kommen, zeigen sich oft erst ihre wunderbare Leuchtkraft und manche verspielt-schöne Maserung. Innewohnende Holzqualitäten, die dann in Stiegen, Möbel, Theken, Stühle oder eben Accessoires einfließen und sie zu Einzelstücken machen. Manchmal werden auch Althölzer, zum Beispiel dicke Tragebalken aus abgerissenen Heuschobern erneut verarbeitet. Denn bei Oberhofers wird Altes mit Neuem verbunden, dafür sprechen auch die zwei Zwillingsstühle am Eingangsbereich. Das gute Ursprungsstück wurde jahrzehntelang als „Stuhl für Alles“ gebraucht, davon zeugen die unzähligen Kerben, Leim- und Farbspritzer. „Wir haben sein Design übernommen und es als Teil eines Stuhlensembles auf einer Almhütte verwendet“, so Tobias.

Die Kräfte der Natur nutzen und ihnen trotzen - ein Familienbetrieb mit Charakter Über der Werkstatt wohnen sie, die Oberhofers, und genau so stellt man sich einen Familienbetrieb von Tischlern mit Leib und Seele auch vor. Juniorchef Tobias führt den Betrieb bereits in der sechsten Generation, doch die Liebe zum Holz hat ihm sein Vater weitergegeben, und so 112


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kann ihre Handtasche in jedem Detail mitgestalten.“ Ähnlich verhält es sich mit den Handyhüllen und Geldbörsen. In der CNC-Fräse werden sie passgenau ausgeschnitten, denn hier erledigt die computergesteuerte Fräse mit filigranen Bohrköpfen die Feinarbeit. Gravuren, Logos, Widmungen werden so in die edlen Smartphone-Schutzhüllen und Portemonnaies eingearbeitet. Besonders bei den Handtaschen habe er ursprünglich noch eigene Sondereditionsnummern beigefügt, doch irgendwann nach der Hundertsten habe er das aufgegeben, grinst Tobias verschmitzt. Verkauft werden sie allerdings nur in ausgewählten Geschäften und hinbringen tut er sie selbst. Das gehört dazu, zum Gesamtqualitätspaket.

Dieser Werkstatt liegt ein Zauber inne muss der Funke in der Familie Oberhofer wohl von Generation zu Generation übergesprungen sein, seit Johann Oberhofer, der Ur-Tischler der Familie, 1827 sein Unternehmen gegründet hat. Doch keine Lebens- und Unternehmensgeschichte ohne Stolpersteine. Die Natur selbst ist hier die größte Rohstoffspenderin, doch manchmal wird sie auch zur größten Bedrohung. Mehr als einmal gingen die Lawinen bis zur Werkstatt hinab, erzählt Tobias. Einmal war sogar der gesamte Werkstattraum voller Schnee. Was sie dann gemacht hätten? „Den Schnee rausgeräumt und weitergemacht.“ Man merkt einen gewissen Stolz, wenn er von der Oberhofer'schen Widerstandskraft spricht.

Vom innovativen Geschenk zum Accessoire mit Profil Alles begann mit einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk von Tobias an seine Schwester. Die allererste Handtasche aus Holzfurnier. Der Prototyp sozusagen, die erste Tasche ihrer Art. Da es im Hause Oberhofer zwei Schwestern gibt, Anna und Petra, musste auch flugs eine zweite Tasche her, und so begann ein Entwicklungsprozess, an dem die Schwestern von Anfang an als Mitgestalterinnen beteiligt waren. Ich darf mir eine der kostbaren

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Handtaschen auch gleich umhängen und es erstaunt nicht nur, dass dieses holzige Accessoire federleicht ist, sondern – und hier packt einen die schiere Entzückung – sich an meinen Oberkörper schmiegt, als wäre sie eigens für mich gemacht. Ja, meint Tobias, das ist kein Zufall. Auch an der ergonomischen Form wurde so lange getüftelt, bis sie sich perfekt und sanft gerundet unter jeden Arm hängen lässt. Alles an dieser Tasche lässt darauf schließen, dass Holz auch sehr weich sein kann. Vollholzfurniere, also millimeterdünne Holzplättchen werden in vier Schichten verleimt und in eigens entwickelten Formpressen ausgehärtet. Stolz holt Tobias die Pressformen hervor. Hier sind viele Stunden an feinster Schleifund Modellierarbeit hineingeflossen, das sieht man auf den ersten Blick. Die Seitenteile der Handtaschen sind aus passgenau geschnittenem Massivholz, Holzfarbton und Maserungen variieren natürlich und genau das macht diese Handtaschen so einzigartig. Um die Einzelanfertigungen zu veredeln, werden sie durch Loden- oder Filzeinlagen ergänzt und auch in diesen Details können nochmal ganz besondere Farb- und Materialakzente gesetzt werden. „Hier arbeiten wir mit einer Schneiderin aus dem Dorf zusammen“, meint Tobias, „die Kundin

Wir gehen noch eine kleine Runde durch das gesamte Werkstattgebäude. Im Untergeschoss sind die Furniere gelagert. Meterweise hauchdünne Holzplättchen für große Möbelanfertigungen und natürlich für die handgefertigten Accessoires. Im Hauptraum der Werkstatt, genau da, wo in den 1980ern im Winter alles voller Schnee war, ist der Boden in massiven Brettern gehalten. Man sieht ihnen die Kerben der Zeit an, die sich - im wahrsten Sinne - eingemeißelt haben, und fast fühle ich mich wie in einem Zauberkabinett aus Holz. Kleine Holzhände liegen auf den Arbeitsplatten, Prototypen einer Museumsarchitektur, ein hölzernes Wildschwein hängt an der Wand, verschnörkelte Holzschablonen zu traditionellen Sessellehnen hin und hin. Aus dem hinteren Schrank holt Tobias ein Set mit alten – sehr alten Holzbearbeitungsgeräten. Schnitzwerkzeug mit fein gedrechselten Griffen, das wohl einem seiner Tischler-Ahnen gehört haben muss. Bevor wir uns verabschieden, noch eine letzte Frage an Herrn Oberhofer Junior: „Wofür stehst du mit deiner Arbeit und deinen Kreationen?“ Tobias Oberhofer antwortet ohne Zögern und mit funkelnden Augen: „Für Achtsamkeit, Genauigkeit und für Einzigartigkeit.“ Ich glaube ihm aufs Wort.


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Legno, che passione!

La vita di un falegname tra quotidianità e creazioni fuori dall’ordinario

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ra le case di Madonna di Senales si respira odore di legno e di terra umida. Il polline – o forse polvere di legno? – fluttua tra i raggi del sole solleticando il naso, mentre la neve diventata acqua gorgoglia nel suolo. Dietro le vetrate del laboratorio si sgobba, ma tutto a un tratto torna il silenzio assoluto: niente più rumori di macchine, sega circolare o fresatrice assordante. Mi viene incontro un giovane. È il 23enne Tobias Oberhofer, figlio del proprietario della Falegnameria Oberhofer. Davanti al laboratorio troneggia una sedia antica, dal design di oltre 150 anni fa, con a fianco la sua versione nuova di zecca, in legno chiaro. A destra c'è una scatola di cartone che, come un cofanetto, contiene due borsette e due portacellulari. Ma solo a un’occhiata più attenta si nota che i due accessori dall’aspetto così delicato sono in realtà di legno!

Legno è bello “Sì, le idee non ci mancano”, scherza Tobias, “e il legno è un materiale estremamente versatile”. Con fare tranquillo mi racconta perché non riesce a pensare a nessun altro materiale con cui lavorare. “Il legno vive, respira e si modifica nel tempo”, spiega Tobias. “Trasmette pace, dà sostegno e riscalda”. Il giovane artigiano ama soprattutto lavorare il larice, e guardandosi intorno fuori dal laboratorio è facile capire il perché: i ripidi pendii sono infatti costellati di lariceti. Adesso

che è inverno gli alberi sono alquanto spogli, ma ben presto torneranno a essere rigogliosi e a tingersi di un bel verde chiaro. “Il legno di larice resiste molto bene alle intemperie ed è resinoso: ha un intenso odore di bosco e porta negli spazi domestici l’inebriante profumo della natura”, spiega Tobias. Inoltre si distingue per il tipico colore rosso, che spesso in Val Senales si vede nei tetti dei masi, realizzati proprio con questo materiale. Il sole, il vento e le intemperie della Val Senales influiscono sull’aspetto delle pannellature, conferendo ai rivestimenti rossicci un colore quasi nero. Intorno al laboratorio, tra l’erba e lungo le pareti, si notano pile di assi accatastate. Qui tante varietà di legno, che Tobias acquista in parte dalla vicina segheria, vengono coperte con cura e tenute a magazzino. Il legno di larice senalese, di cembro, abete, quercia europea, ciliegio, noce e faggio aspetta solo di trovare una nuova forma e un nuovo impiego. È legno grezzo, leggermente logorato e grigio perché stoccato all’aria aperta. Quando però finisce sotto la pialla, spesso rivela una meravigliosa lucentezza e qualche splendida venatura irregolare: caratteristiche che poi confluiscono in scale, mobili, banconi, sedie o accessori, rendendoli pezzi unici. A volte si riutilizza anche legno vecchio, ad esempio grossi travi di fienili diroccati. Già, perché nella Falegnameria Oberhofer vecchio e nuovo si intrecciano continuamente, come stanno a indicare le due sedie poste all’ingresso

del laboratorio. Per secoli la sedia vecchia è stata utilizzata come “sedia per tutto”, come dimostrano le numerose tacche e le macchie di colla e vernice. “Abbiamo preso il suo design originario e l’abbiamo parzialmente utilizzato per creare un set di sedie per una malga”, racconta Tobias.

Sfidare e sfruttare la forza della natura: un’azienda familiare con grande personalità Gli Oberhofer vivono sopra il laboratorio, ed è proprio così che ci si immagina una famiglia dedita anima e corpo alla propria attività. L’azienda a conduzione familiare giunta alla sesta generazione è diretta da Tobias, figlio del proprietario. L’amore per il legno glielo ha trasmesso il padre, e quella scintilla deve essere stata tramandata a sua volta di generazione in generazione da quando Johann Oberhofer, il primo falegname della famiglia, fondò l’azienda nel 1827. Tuttavia non esiste storia personale o aziendale priva di ostacoli. Se da un lato è la natura a rifornire della materia prima, dall’altro può talvolta diventare la principale minaccia all’attività. In più di un’occasione la falegnameria è stata raggiunta da una valanga, racconto Tobias. Una volta il laboratorio era completamente sepolto di neve. Cosa hanno fatto? “L’abbiamo spazzata e siamo andati avanti a lavorare”. E mentre Tobias parla della resilienza degli Oberhofer si percepisce distintamente un certo orgoglio.

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Dal regalo innovativo all’accessorio di carattere Tutto ha avuto inizio con un regalo di Natale molto particolare che Tobias ha voluto fare alla sorella: la primissima versione della borsetta in impiallacciatura. Una specie di prototipo, la prima nel suo genere. Poiché Tobias ha due sorelle, Anna e Petra, si è affrettato a realizzare una seconda borsetta, dando vita a un processo di sviluppo al quale entrambe hanno partecipato fin dall’inizio. Indossando una delle esclusive borsette, mi stupisco non solo che questo accessorio in legno sia leggerissimo, ma – e questa sì è che è una rivelazione – che aderisca al busto come se fosse stata creata apposta per me. Sì, dice Tobias, non è certo un caso. Grazie a un’accurata rifinitura della forma ergonomica, la borsetta sta a pennello sotto ogni braccio. Tutto di questa borsa fa pensare che il legno può anche essere molto morbido. Le impiallacciature, cioè fogli di legno sottili qualche millimetro, vengono incollate in quattro strati e indurite in presse sviluppate appositamente. Con grande orgoglio Tobias tira fuori le presse. Ci sarà voluto un lungo e attento lavoro di levigatura e modellazione, lo si nota fin dal primo sguardo.

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Le parti laterali delle borse sono in legno massello tagliato con grande precisione. Ovviamente il colore e le venature variano, ed è proprio questo a rendere le borsette così speciali. Per impreziosire le produzioni su misura vengono impiegati degli inserti in loden o in feltro, a volte giocando anche per questi dettagli con colori e materiali particolari. “Collaboriamo con una sarta del paese”, spiega Tobias, “in questo modo la cliente può personalizzare la sua borsetta in ogni dettaglio”. Lo stesso discorso vale per le custodie dei cellulari e i portafogli. La fresatrice CNC ne ritaglia la forma con precisione, poi la fresatrice computerizzata con punte in filigrana esegue il ritocco finale. Le pregiate custodie per cellulari e i portafogli possono essere decorate con incisioni, loghi e dediche. All’inizio sulle borsette venivano incisi i numeri dell’edizione speciale, ma dopo il centesimo esemplare ha lasciato perdere, ride Tobias. I prodotti, disponibili esclusivamente in negozi selezionati, vengono consegnati da Tobias in persona. Anche questo fa parte del pacchetto qualità.

Un laboratorio in cui la magia regna sovrana Facciamo un altro giretto del laboratorio. Nel piano interrato vengono stoccate le impiallacciature, insieme a metri e metri di sottili fogli di legno destinati a mobili e accessori realizzati a mano. Nel locale principale del laboratorio, quello che in un inverno degli anni ‘80 fu sepolto dalla neve, il pavimento è formato da grandi assi. Hanno i segni del tempo scolpiti addosso, letteralmente, e io mi sento parte di un incantesimo fatto di legno. Piccole mani in legno fanno bella mostra di sé sui piani di lavoro, e ancora prototipi della struttura di un museo, un cinghiale in legno appeso alla parete, elaborate sagome e i tradizionali braccioli delle poltrone. Tobias apre un armadio ed estrae un set di antichi – anzi, antichissimi – attrezzi per lavorare il legno. Lo scalpello dall’impugnatura finemente tornita deve essere appartenuto a uno dei suoi avi. Prima di salutarci, ancora un’ultima domanda a Oberhofer Junior: “Cosa vuoi esprimere con il tuo lavoro e le tue creazioni?”. Senza esitare, Tobias Oberhofer mi risponde con occhi che brillano: “Cura, precisione, unicità”. Gli credo sulla parola.


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on Karthaus kommend an Unser Frau vorbei, geht es Richtung Vernagt nach rechts. Das Haus mit dem schmucken Namen „Waldheim“ macht seinem Namen alle Ehre – es schmiegt sich an einen Waldhang, der sich mit aufblühenden Lärchen und charakterstarken Felsnasen zeigt. Auf einer simplen Tischkonstruktion unterhalb der Garage stehen allerlei Werkzeuge: Meißel, Stockhammer und Hohlbohrkronen aus Hartmetall. Ein langer schwarzer Staubsaugerschlauch liegt bereit, damit der Steinstaub, der bei der Steinbearbeitung entsteht, gleich abgesaugt werden kann. Links dahinter ein kleines Häuflein aus runden Steinen von „zwei Handteller groß“ bis „den kann man aber nicht mehr einfach so tragen“. Harald Rainer in Arbeitsschutzhosen, Steinmetz und Fliesenleger von Beruf, legt sein Werkzeug aus der Hand, zieht seine Handschuhe aus und empfängt uns mit einem verschmitzten Lächeln. Sogleich beginnt er, von „seinen“ Stei-

Im Steinreich!

Das Leben tief in den Dingen – Steinmetz Harald auf der Suche nach der richtigen Form

nen zu sprechen. Er weist dabei auf die Schnalstaler Gebirgswelt ringsum. „Mit dem Schnalser Gneis habe ich wohl am meisten zu tun. Das ist eine Gesteinsart, die unter hohem Druck oder hoher Temperatur entsteht“, meint Harald. Aus den vielfarbigen Schichten kann man die verschiedensten Mineralablagerungen ablesen und wenn Harald sie bearbeitet, kommen dekorative Maserungen und Linienspiele zum Vorschein. „Ich arbeite fast ausschließlich mit Gesteinen aus dem Schnalstal“, so Harald. „Jeder Steinmetz hat seinen Lieblingsstein, der Schnalser Gneis ist der meine“.

Ein steinerner Garten Vor dem Waldheim öffnet sich ein kleiner Garten, der an asiatische Landschaftsminiaturen erinnert. Darin ruht ein Steinbrunnen in Hinkelstein-Ästhetik, aus einer Steinmulde wachsen Blumen, ein sanft gewellter Steinhocker aus Gneis gleicht einem – dem menschlichen Körper perfekt angepassten – Plüschsessel oder einem Königsthron, wie aus einer Dolomiten-Sage. „Meine Mutter fühlt sich auf dem hier besonders wohl“, lächelt Harald, „wenn die Sonne den Gneis aufwärmt, sitzt sie oft hier und schaut in die Welt.“

Steine suchen ist (auch) Teamwork Steine finde er überall und es komme schon mal vor, dass sich die gesamte Fa-

milie in den Schnalstaler Bergen auf die Suche begibt, nach passenden Exemplaren für Kerzenhalter oder andere, tragbare Schiefersteine, die zu Accessoires geformt werden wollen. In der freien Natur lässt sich oft das eine Gestein vom anderen nicht ganz unterscheiden. Da ist‘s auch schon mal vorgekommen, dass der Jüngste, damals zarte zwei Jahre alt, ganz begeistert mit einem verwitterten und ausgehärteten „Kuhtoast“ (Kuhfladen) daherkam. Eine kleine Anekdote, die Harald heute noch lachen lässt.

Auf den Stein gekommen „Ich erinnere mich gut daran, wie ich selbst als kleiner Bub bei meinem Onkel in Deutschland zu Besuch war. Für einige Stunden habe ich mich davongestohlen und bei seinem Nachbarn, einem Steinmetz, meine ersten Experimente in der Steinbearbeitung gemacht!“, grinst Harald. Während die Familie sich schon sorgte, entflammte in ihm wohl eine Begeisterung, die bis heute seinen beruflichen Werdegang bestimmt. Und viel mehr als ein Beruf, scheint es der pure Gestaltungswille zu sein, der hier aus ihm spricht. Rings um den Heimarbeitsplatz von Harald Rainer finden sich zahllose Steinskulpturen und -objekte. Alle Steine kämen aus dem Schnalser Bachbett. Das Gletscherwasser hat sie beständig geschliffen und abgerundet. Er wählt sie nach Gefühl aus und manchmal, ist er überzeugt, bieten sich die Steine von selber an.

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Schnalser Handwerker

„Oft arbeite ich allerdings direkt mit meinen Kunden zusammen. Wenn sie zum Beispiel bei Umbauarbeiten baggern, kommen nicht selten große Gneise zum Vorschein“, so Harald. Die könne er nicht allein transportieren, da müsse ihm schon mal ein Bauer mit seinem Traktor helfen. Aus dem Fundstück wird dann entweder sofort was gemacht, oder der Stein wartet auf den richtigen Moment und die richtige Idee – und dekoriert inzwischen den Waldheim‘schen Garten.

Steine und Dinge anders denken Seine Ausbildung habe er in Salzburg an der Steinmetzschule Wals-Siezenheim genossen und in Meran bei zwei Steinmetzbetrieben die Praxis erlernt. 2005 gründete Harald Rainer dann seinen eigenen Betrieb. „Das Fliesenlegen ist sicher ein wichtiges Standbein. Oft kommen währenddessen meine Kunden mit ihren Ideen auf mich zu. Gemeinsam setzen wir sie dann um.“ Waren es in seiner Lehrzeit vielmals Grabsteine, die für so manche letzte Ruhestatt aus Stein gemeißelt wurden, so stellen sich im Schnalstal, wo die Friedhofskultur eine völlig andere ist, auch andere Anforderungen an einen Steinmetz. „2016 wurde ich gebeten, einen Gedenk-

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stein in Katharinaberg zu entwickeln, und von dem Moment an haben sich immer neue spannende Projekte ergeben“, berichtet Harald.

In den Steinmetz'schen Händen Neugierig und nicht ganz verstohlen fällt der Blick auf seine Hände. Sie wirken kräftig, aber gleichzeitig wie filigrane Werkzeuge. „Oft habe ich das Gefühl, die Form im Stein bereits zu sehen und je mehr ich sie herausarbeite, desto mehr leitet mich der Stein mit seiner Einzigartigkeit“, so Harald. Er weist auf einen kleinen Schuppen nebenan, ein kleiner Schauraum mit liebevoll arrangierten Steinobjekten made by Rainer. Aus einem Gneis wurde ein Waschbecken mit einem wundervollen Maserungsspiel herausgeschält. Der Wasserhahn fügt sich passgenau ein und die gesamte Wascheinheit verbreitet die luxuriöse Aura von Einzigartigkeit. In verschiedenste flache Schieferplatten wurden kleine Halböffnungen für Teelichter, Essig-, Öl- oder Weinflaschen gebohrt, auf ihnen noch Moos- und Flechtenüberreste. „Meine Objekte bringen die Natur in den Wohnraum zurück“, meint Harald stolz. Abschließend präsentiert Harald noch

seine Wohnung, wo er mit seiner fünfköpfigen Familie wohnt. Hohe, lichtgeflutete Räume. Steinkreationen hin und hin. Der selbstverlegte Fliesenboden aus quadratmetergroßen Natursteinen, die Wand hinter der Couch - ein Mosaik aus sandfarbenen, welligen Steinplaketten. Selbst an den Mörtelwänden hängt ein wunderbares Kunstwerk aus Mineralsand von Hans Luis „Hansi“ Platzgummer. Das Highlight ist allerdings eine Natursteindusche, die jedes Duschen ganz bestimmt zum „direkt unterm Wasserfall stehen“ macht. Ja, das Wesen der Natur sucht Harald Rainer in allen Dingen – auch in seinen Steinen.

Apropos beleuchten: Die nächste Rainer'sche Kreation wird ein Leuchtkörper werden. Ein Spezial-Lampendesign, so ganz aus Stein.


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Un’artista che lascia di sasso Scavando nel profondo della natura: a tu per tu con uno scalpellino

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rovenendo da Certosa, si passa per Madonna di Senales per poi procedere a destra in direzione Vernago. Abbarbicata su un pendio boscoso costellato di larici e spuntoni di roccia, la “Waldheim”, cioè la casa nel bosco, tiene decisamente fede al suo nome. Su un tavolo scarno al piano interrato, sotto il garage, campeggiano attrezzi di ogni genere: scalpello, martello e punte a corona in metallo duro. Non manca un’aspirapolvere con un lungo cavo nero, per far sparire subito i pulviscoli che si vengono a creare durante la lavorazione delle pietre. Dietro l’apparecchio, sulla sinistra, un mucchietto di sassi tondi di varie misure, alcuni grandi due palmi, altri così grossi che trasportarli non dev’essere certo una passeggiata. Harald Rainer, scalpellino e piastrellista, indossa i pantaloni di sicurezza. Appoggia i ferri del mestiere, si toglie i guanti e ci accoglie con un sorriso birichino. Inizia subito a parlarci delle “sue” pietre, indicando le montagne della Val Senales intorno a noi. “Mi capita per le mani soprattutto lo gneiss senalese, un tipo di roccia che si forma in condizioni di alta pressione o a temperature elevate”, spiega Harald. I diversi depositi minerali conferiscono allo gneiss una struttura a strati multicolori da cui Harald, modellandoli, fa emergere venature e linee decorative. “Lavoro quasi esclusivamente con pie-

tre della Val Senales”, prosegue. “Ogni scalpellino ha la sua pietra preferita, e la mia è lo gneiss”.

Il giardino di pietra Davanti alla Waldheim si apre un piccolo giardino che ricorda paesaggi orientali in miniatura. Qui fanno bella mostra di sé una fontana in pietra ispirata ai menhir, una conca di roccia in cui crescono dei fiori e uno sgabello in gneiss dalla forma ondulata, che ricorda una morbida poltrona in velluto – di quelle che avvolgono piacevolmente il corpo – o forse un trono, come in una leggenda delle Dolomiti. “A mia madre quello sgabello piace tantissimo”, sorride Harald, “e quando il sole scalda lo gneiss, spesso si siede qui a osservare il mondo”.

L’unione fa la pietra Le pietre si trovano ovunque, prosegue Harald. Per setacciare i monti della Val Senales alla ricerca delle pietre giuste – destinate a diventare portacandele oppure, nel caso di altre ardesie facili da trasportare, originali accessori – spesso coinvolge tutta la famiglia. Distinguere una roccia dall’altra, tuttavia, non è sempre facile: una volta il figlio più piccolo, che allora aveva due anni, tornò tutto contento di aver trovato ciò che si rivelò essere sterco di mucca indurito e deteriorato. Un piccolo aneddoto che ad Harald strappa una risata ancora oggi.

In principio era la roccia “Ricordo perfettamente quando da piccolo andai a trovare mio zio in Germania. Mi allontanai di soppiatto per qualche ora per andare dallo scalpellino suo vicino di casa. Lì feci i primissimi esperimenti con la lavorazione delle pietre”, sorride Harald. Mentre la famiglia si preoccupava per la sua assenza, in lui nasceva quella passione che lo motiva nel suo lavoro ancora oggi. Più che un mestiere, sembra essere la massima espressione della sua creatività. Il laboratorio casalingo di Harald Rainer è circondato da innumerevoli sculture e oggetti in pietra. Le rocce, tutte provenienti dal letto del Rio Senales, sono state smussate e levigate dall’acqua del ghiacciaio. Harald le sceglie a istinto e a volte è convinto che siano le pietre stesse a proporsi. “Spesso lavoro direttamente con i miei clienti. Scavando il terreno durante i lavori di ristrutturazione, ad esempio, non è raro che rivengano grossi pezzi di gneiss”, racconta Harald. Non riuscendo a trasportarli da solo, deve ricorrere all’aiuto di un contadino con il trattore. La pietra viene lavorata subito oppure diventa un elemento decorativo del giardino della Waldheim, in attesa che arrivi il momento giusto e soprattutto l’idea giusta per utilizzarla.

Nuova vita alla pietra Dopo aver frequentato la scuola per marmisti a Wals-Siezenheim, vicino a Salisburgo, Harald Rainer ha mosso i primi

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passi in due laboratori specializzati a Merano, per poi fondare la propria impresa nel 2005. “La posa delle piastrelle è sicuramente un’importante fonte di reddito. Spesso durante i lavori i clienti mi propongono le loro idee, a cui poi diamo vita insieme”. Quando era ancora un apprendista realizzava diverse lapidi funerarie ma in Val Senales, dove la cultura del cimitero è completamente diversa, ha dovuto affrontare nuove sfide professionali. ”Nel 2016 mi è stata commissionata una lapide commemorativa a Monte Santa Caterina, e da lì in poi si sono susseguiti tanti progetti interessanti”, racconta Harald.

Nelle mani dello scalpellino Irrimediabilmente lo sguardo mi cade sulle sue mani: se da un lato mi sembrano robuste, dall’altro mi ricordano sottili utensili in filigrana. “Spesso ho la sensazione di intravedere già la forma scolpita nella pietra, e più la lavoro, più è la pietra stessa a guidarmi con la sua personalità unica”, dice Harald. Lo scalpellino mi mostra una piccola rimessa lì accanto, una sorta di mini-showroom in cui gli oggetti in pietra “made by Rainer” sono esposti con cura e amore. Uno

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gneiss è stato trasformato in un lavandino dal meraviglioso gioco di venature: questo pezzo esclusivo, in cui il rubinetto si inserisce armoniosamente, emana un’aura di puro lusso. Nelle più disparate lastre di ardesia sono state inserite piccole candele, bottiglie d’aceto, d’olio e di vino, oltre a resti di muschio e licheni. “I miei oggetti vogliono riportare la natura nello spazio domestico”, commenta Harald pieno d’orgoglio. Per concludere, Harald mi mostra la casa in cui vive insieme agli altri quattro componenti della famiglia. È un tripudio di spazi luminosi e soffitti alti, creazioni in pietra e pavimenti con grandi piastrelle in pietra naturale posate dallo stesso Harald, mentre la parete dietro il divano è interamente ricoperta da un mosaico di piastrine ondulate color sabbia. Sull’intonaco delle pareti spicca inoltre una meravigliosa opera in sabbia minerale realizzata da Hans Luis “Hansi” Platzgummer. Il fiore all’occhiello, però, è una doccia in pietra naturale che a ogni utilizzo regala la sensazione di trovarsi “come sotto a una cascata”. Sì, Harald Rainer ricerca l’essenza della natura in tutte le cose, soprattutto nelle sue pietre.

La prossima creazione che ha in cantiere è una lampada dal design molto particolare. Ovviamente in pietra!


Stonehenge 2500 BC Neanderthal 40000 BC Nebra 1600 BC

Venus v. Willendorf 28000 BC

19.9.91 Schnalstal Lascaux 15000 BC

famous discovery places

Val Senales | Ă–tzi the Iceman 3300 BC

The Lovers of Valdaro 3370 BC


Copper & Stone Age It’s

Time


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Am Ende des Schnalstals, auf dem Hauslabjoch, wurde Ötzi, der Mann im Eis, gefunden. Und hier vorne bewacht Castel Juval den Taleingang. Herr Messner, es gibt Gerüchte, dass auch auf dem Juvaler Hügel archäologische Funde entdeckt wurden. Stammen diese vielleicht aus der Kupfersteinzeit? Ötzis Familie? Bereits beim Wegbau vor etwa dreißig Jahren wurden Feuerstellen und Grundgemäuer gefunden. Alles Objekte, die heute in Bozen im Archäologischen Museum ausgestellt sind. Später wurden auch Schlacke und Kupferbrocken entdeckt, die allerdings noch untersucht werden müssen. Die stammen wohl aus einer späteren Zeit. Da wo der Tunnel auf den Sonnenhof übergeht, hatte Ötzi vermutlich seinen Winterplatz. Eine kleine Siedlung, zu der die Halbnomaden zurückkehrten. Auf halber Höhe, denn unten im Tal war es nass und voller Mücken. Wir sprechen hier ja von der Eiszeit. Das Tal selbst bestand aus einem Moränenkegel. Bei uns im Keller auf Schloss Juval findet man den reinen Gletscherschliff. Da kann die Erdgeschichte der letzten 50.000 Jahre abgelesen werden. Sicher ist, dass auf diesem Halbplateau gehaust und mit Kupfer gearbeitet wurde. Ob es sich um Ötzis Gemeinschaft handelt, lässt sich nicht genau sagen. Der Juvaler Hügel - Die Kontrolle am Taleingang?

Es stellen sich dazu viele Fragen. Warum siedelt jemand genau hier? Ein guter Platz ist das nicht. Es gibt nur diese eine ebene Fläche beim Tunnel, auf halber Höhe. In der Longobardenzeit hatte der Juvaler Hügel bestimmt eine Art Kontrollfunktion für das Tal. Da wurden sicher auch Zölle verlangt. Ötzi - Ein früher Vertreter der Transhumanz? Die Wanderwirtschaft war die gängige Wirtschaftsform. Ötzi und seinesgleichen waren sicher Halbnomaden. Es war auch bestimmt nur den geschicktesten Gehern und Wilderern möglich, aus dem Schnalstal Richtung Norden rauszukommen. Die Tiere wurden in die Höhe über die Waldgrenze auf die Weiden geführt. Gerodet wurde in der Kupfersteinzeit aber noch nicht. Denn der Ackerbau und die Domestizierung begannen erst vor 10.000 Jahren. Die Gemüsezucht musste auch erst langsam erlernt werden. Eine neue Wirtschaftsform muss langsam erlernt werden... Sie haben mit Schloss Juval und den Ortl-Höfen ein Rundumkonzept des Selbstversorgertums entwickelt - eine clevere Interpretation von Gesamtversorgung. Wie kann die Bergbewirtschaftung ihrer Meinung nach auch für die Zukunft ein attraktives Modell werden? Der Bauer auf Unterortl hatte die Idee, sich auf Wein zu spezialisieren - ich habe das Projekt

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Reinhold Messner an der Felsmulde, in der Ötzi entdeckt wurde. Reinhold Messner presso la conca nella quale è stato ritrovato Ötzi, l’Uomo venuto dal ghiaccio. Reinhold Messner near the discovery site of Ötzi, the Iceman.

finanziell unterstützt. Oberortl selbst ist ein geschlossener Selbstversorgerhof. Da gehen maximal 5% der Produkte in den Eigenkonsum. Die übrigen Erzeugnisse werden “auf dem Teller und im Glas” verkauft. Somit ist die gesamte Wertschöpfungskette in der Hand des Bauern. Weil er herstellt, veredelt und verkauft. Diese Form wird die Bergbauern erhalten können. Eine starke Vision. Was zeichnet ihrer Meinung nach das Schnalstal und den sanften Tourismus dort aus? Spezialisierung und Rundumversorgung. Die jungen Bauern machen's eh sehr gut. Aber jeder muss seine Nische, seine eigene Form finden. Dann kann die Bergbauernwirtschaft auch als Dienstleistung betrieben werden. Auch im Tourismus muss eine vernünftige Politik betrieben werden. Es braucht ein paar gute 4-5 Sterne-Hotels genauso wie den Urlaub auf dem Bauernhof. Die alten Bauernhöfe müssen unter Ensembleschutz gestellt und erhalten werden. Denn “Architektur genießen” gehört zum Urlaubserleben. Aber ich habe das Gefühl, dass die Schnalstaler im Aufwind sind. Der billige Tourismus ist nicht mehr “südtirollike”, das wurde hier schon länger verstanden. Sie kennen so viele Orte der Welt. Von welchen Plätzen, Steigen oder Aussichtspunkten im Schnalstal können Sie nicht lassen?

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Einer meiner Lieblingsplätze, die schönste Stelle, ist die Moar-Alm, die unbedingt zu erhalten ist. Ein grandioser Ausblick! Die Hütte ist jetzt auch gut erreichbar. Wenn dort etwas in die Gastwirtschaft investiert würde, dann könnte der Hüttenwirt sicher davon leben. Es müsste aber sicher in den nächsten Jahren passieren. Die Hütte stammt aus dem Mittelalter, die darf man nicht kaputtgehen lassen. Das Ensemble schützen, etwas ausschenken… Die Liebe zu einem Menschen, einem Ort geht ja durch den Magen, oder anders: Ein visionärer Geist braucht einen gut genährten Körper! Haben Sie ein Lieblingsgericht, das sie nur im Schnalstal bekommen? Das beste Schöpserne habe ich auf dem Finailhof bei der Bäuerin gegessen. Das wurde im Sud vom Rübenkraut stundenlang, vielleicht sogar über einen Tag lang gekocht. Das Rübenkraut war ganz klein geraspelt und das Fett hat sich darin ganz aufgelöst. Phänomenal! Dafür würde ich immer wieder reinfahren. Herr Messner wir danken für das Interview. Danke, ebenso.


Alla fine della Val Senales, sullo Hauslabjoch, è stato ritrovato Ötzi, l’Uomo venuto dal ghiaccio. E da qui il Castel Juval veglia sull’imbocco della valle. Signor Messner, si dice in giro che siano stati ritrovati reperti archeologici anche qui sulla collina di Juval. Risalgono forse all’Età del rame? Alla famiglia di Ötzi? Già trent’anni fa, mentre si stava costruendo la via che porta al castello, furono scoperti focolai e fondamenta di abitazioni. Tutti i reperti storici ritrovati sono oggi esposti a Bolzano nel Museo Archeologico dell’Alto Adige. Più tardi furono ritrovati anche rosticci e pezzi di rame, che tuttavia devono ancora essere analizzati. E laggiù ai piedi della collina di Juval, dove la piccola galleria oltrepassa il cortile soleggiato e giunge al paesino antistante, ci si poteva rifugiare dalle gelate invernali. Un piccolo villaggio nel quale i seminomadi erano soliti fare ritorno, dove trovavano dimora e lavoravano il rame. Tuttavia non si può dire con certezza che si trattasse proprio della comunità di Ötzi. Il villaggio venne costruito su una collina, perché a valle era umido e pieno di zanzare. La valle stessa è formata da un cono morenico. In fondo stiamo parlando dell’Era glaciale. Da noi, nella cantina del castello, è ben visibile come la roccia sia stata levigata dall’attività del ghiacciaio. E tramite questa roccia è possibile leggere la storia della terra degli ultimi 50.000 anni! Come è riuscita a sopravvivere la comunità di Ötzi? La transumanza era sicuramente la forma di economia di sussistenza più comune. Ötzi e i suoi simili erano seminomadi, questo è assolutamente fuori discussione! E di certo solo per il camminatore e il cacciatore più esperto era possibile lasciare la Val Senales in direzione nord, mentre le famiglie rimanevano a valle ad aspettare. I migratori portavano gli animali al pascolo sui prati ad alta quota, oltre la linea degli alberi. Durante l’Età del rame gli alberi non venivano ancora disboscati. L’agricoltura e l’addomesticamento, infatti, ebbero inizio solo 10.000 anni fa e per capire come funzionasse la coltivazione delle verdure c’era ancora bisogno di tempo. Era necessario creare una nuova forma di economia. Lei stesso con il Castel Juval e i masi Ortl ha sviluppato un concetto a tutto tondo di autosufficienza: un’interpretazione intelligente dell’approvvigionamento completo. Il contadino del maso Unterortl ha avuto un’idea: specializzarsi nella produzione di vino. Io ho finanziato il progetto. Il maso Oberortl, invece, è un maso chiuso

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del tutto autosufficiente. Solo il 5% della produzione serve a soddisfare il fabbisogno proprio, si può dire che questa percentuale massima rappresenti il nostro canone d’affitto. I prodotti restanti vengono venduti “sul piatto e nel bicchiere”, in primis nel negozio biologico ai piedi della collina, ma anche altrove. In questo modo l’intera catena di valore resta nelle mani del contadino: è lui che produce, lavora e vende. E così completa in maniera eccezionale l’offerta del Castel Juval. Questa forma di interazione dei cicli produttivi potrebbe assicurare il futuro dei contadini! Un progetto di spessore. Sono queste idee che contraddistinguono la Val Senales e il suo turismo non invasivo? Sì. La specializzazione e l’autosufficienza dei cicli produttivi locali. I giovani contadini della Val Senales ci sanno davvero fare! Ma ciascuno di loro deve trovare la propria nicchia, la propria dimensione. E allora l’economia rurale di montagna potrà iniziare ad offrire anche dei servizi. Abbiamo bisogno di un paio di buoni hotel a 4-5 stelle, così come della possibilità di trascorrere una vacanza al maso. Come ha influito il ritrovamento di Ötzi su questa ondata di cambiamenti? Ötzi ha sicuramente dato una spinta al turismo in Val Senales e le ha regalato anche una splendida escursione! È possibile salire in scalata fino al luogo del ritrovamento partendo proprio dal ghiacciaio, che si raggiunge facilmente con la funivia. Probabilmente il tracciato sarebbe da risistemare, così da poter raggiungere il punto del ritrovamento anche senza la presenza di una guida alpina e senza funi di sicurezza. Altrimenti il turista rimarrà costretto ad agganciarsi alla fune in due punti. Scendendo si passa davanti al Rifugio Similaun, dove è anche possibile pernottare. Ho ripetuto questa escursione moltissime volte; si può affrontare in un giorno solo. A quel tempo i seminomadi erano certamente degli ottimi scalatori, probabilmente camminavano meglio e più veloce di noi. Ride. Lei conosce così tanti luoghi meravigliosi in tutto mondo. Di quali posti, sentieri o punti panoramici della Val Senales non può fare a meno? Uno dei miei posti preferiti, il luogo più bello di questa valle, è la malga Moar, che bisogna conservare a tutti i costi. Che vista spettacolare! E adesso il rifugio è anche facilmente raggiungibile. Se la ristorazione investisse in questo posto, l’oste della baita riuscirebbe sicuramente a vivere del suo lavoro. Molto probabilmente questo succederà di qui a qualche anno. Il rifugio risale al medioevo, non lo si può lasciare andare in rovina. Tutelare gli insiemi,

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servendo da bere... L’amore per le persone, per un luogo, passa notoriamente attraverso lo stomaco, o con altre parole: uno spirito visionario ha bisogno di un corpo energico! Qual è il suo piatto preferito che può ordinare solo in Val Senales? Il miglior arrosto di castrato l’ho mangiato da una contadina al maso Finail. È stato cotto per ore, forse anche per un giorno intero nel fondo di cottura delle rape. La rapa era stata grattugiata finemente e il grasso si è sciolto al suo interno. Fenomenale! (Un chiarimento: l’arrosto di castrato è una piatto speziato a base di carne ovina e per prepararlo vengono usate tutte le parti della pecora.) Signor Messner, grazie per l‘intervista. Grazie a voi.


behind the scenes


THE GLACIER

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SIMILAUN Magazine III  

The Magazine of Schnalstal Valley - Stories, news, personalities, insider & surprises.

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