nobilis - Ausgabe 04 2023

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Ahoi!

Vater und Tochter Slomka brechen auf zu neuen Ufern

Frisch in den Frühling: Mode, die Spaß macht

Ab ins Beet: Neue Trends für Garten und Balkon

nobilis.de 45.Jahrgang · 6,00 € · April 2023

Wir schaffen Erinnerungen

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ndlich Frühling! Richtig hartgesottene Surfer haben in ihren schwarzen Neoprenanzügen zwar schon seit einiger Zeit die neue Leinewelle ausprobiert. Aber um ehrlich zu sein: Bislang war es doch nicht wirklich so warm, als dass man sich von den dicken Winterjacken verabschieden konnte. Das ändert sich jetzt hoffentlich. Denn die neue Mode macht richtig Lust aufs schöne Wetter: Orange, Pink, Weiß Blau – allein schon die Farbpalette erinnert an einen sonnigen Nachmittag mit Aperol Spritz plus Himbeerkuchen. Herrlich!

Um mit Ihnen diese Freude auf den Sommer zu teilen, haben wir der Mode in diesem Heft besonders viel Platz eingeräumt – wobei wir für die eine Modestrecke ein ganz besonderes Model hatten: Lilith Slomka, die Tochter von Mirko Slomka, hat für die Nobilis Oberteile, Hosen, Jacken oder auch Schuhe, Taschen und sogar Bademode von unseren Partnern Standart, I.G. von der Linde und Horstmann & Sander probiert. Wir waren begeistert! Zumal auch ihr Vater vorbeikam und wir in einem Gespräch erfahren haben: Nicht nur die Tochter hat viel Neues vor, auch ihr Vater setzt im Juni die Segel neu. Wie passend, dass wir unser Modeshooting im Hannoverschen Yacht-Club machen durften. Ein besonderer Dank gilt dabei meinem Ex-Kollegen Thomas Oberdorfer, der dort Liegenschaftswart ist und der sein Boot eigens für uns ausgepackt hat.

Einen großen Rummel rund ums Wasser wird es wahrscheinlich auch am 28. April geben, wenn die neue Leinewelle offiziell eröffnet wird. Vor zehn Jahren gab es erste Überlegungen dazu, nach Vorbild der Eisbachwelle in München auch in Hannover hinterm Leineschloss eine solche Welle für Surfer zu etablieren. Jetzt ist es endlich so weit. Wir schauen nochmals zurück und nach vorn und wünschen jetzt schon viel Spaß!

Doch vorher gibt es noch ein ganz besonderes Fest: Ostern! Die Nobilis weiß nicht nur, wo es in der Region glückliche Hühner gibt, sondern auch, wie man leckeren Eierlikör selbst herstellt. Wir verraten außerdem in unserer Reihe Nobilis kocht, warum heimische Enten und Rote Bete eine durchaus feurige Beziehung eingehen können. Dazu waren wir im Kokenhof bei Finn Tagawa Wiegand. Wenn Sie dann noch Lust auf einen längeren Osterspaziergang oder sogar eine kleine Wanderung haben: Auch hier haben wir ein paar Tipps für Sie.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen, Blättern und Entdecken und ein fröhliches Osterfest!

Ihre

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Bleiben Sie über unsere Social-Media-Kanäle mit uns in Kontakt. Foto: Lorena Kirste
Editorial Illustrationen: de.freepik.com/coolvector 3 nobilis 4/2023
Dr. Heike Schmidt Chefredakteurin

Inhalt

56

GUT ZU FUSS: Heimische Wanderwege neu entdecken

people society

6 OPERNBALL: Glitzernd in den Frühling

Schwerpunkt

10 DESIGN ZUM ANZIEHEN: Fahmoda zeigt neue Mode

14 NEUE MODE: Outfits, die Lust auf Meer machen

life style

22 AB INS BEET: Was jetzt im Garten Trend ist

28 NICHT NUR AN OSTERN GUT: Wo glückliche Hühner Eier legen

52

SURFEN IN DER CITY: Die neue Leinewelle zieht Wassersportler an

food friends

sport nature

52 DIE NEUE LEINEWELLE: Surfen hinterm Leineschloss

56 GUT ZU FUSS:

Die Titelthemen sind farbig gekennzeichnet.

advertorial

26 MÖBEL HESSE: Ab nach draußen!

4 nobilis 4/2023
Foto: Scheffen
Ausgabe 4/2023
Foto: Christian Wyrwa
SCHMECKT IMMER: Selbst gemachter Eierlikör 32 EINE FEURIGE BEZIEHUNG: Nobilis kocht im Kokenhof 37 FOODNEWS: Das ist neu in Hannover culture art 38 GÜNTER MATTEI: Karikatur hoch 2 42 GLENN BROWN: Wirklich unwirklich 46 LIEBLINGSBILD: Gisela Sperling und David Hockney 48 SCHAUSPIEL: Klug und gut: Yaras Hochzeit 50 BALLETT: Jenseits von Popcorn
31
Wandern
SCHÖNES SPIEL: Golfen
Celia Paulina 64 EVENTS 66 VORSCHAU/IMPRESSUM Illustrationen: de.freepik.com/coolvector Titelfoto: Lorena Kirste
durch die Region 60
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Mit Pastell-Pailletten in den Frühling glitzern

Die schönsten Kleider des Opernballs machen schon jetzt Freude auf die wärmere Jahreszeit.

Es funkelte und glitzerte: Beim diesjährigen Opernball holten die Damen die ganz großen Roben heraus. Es war ein wenig so, als wollten sie ein Statement setzen und sagen: Endlich ist die Zeit der Ball-Abstinenz vorbei! Die langen Roben glitzerten dank tausender Pailletten, die das Licht funkelnd reflektierten.

Eines der schönsten Kleider trug die Chefin des Klavierhauses Döll, Ariane Jablonka: Während sie am Freitag in einem weißen Abendkleid à la Marilyn Monroe im Seitenrang links den selbstspielenden Steinway-Flügel Spirio präsentierte, kam sie am Sonnabend in einer roségoldfarbenen Variante mit langen Ärmeln. Mit der Farbwahl lag sie im Trend: Fast schien es, als hätten sich die Besucherinnen am Sonnabend abgesprochen: Roségold war nahezu überall zu sehen.

Fotografin Iris Klöpper gemeinsam mit der Geschäftsführerin vom Sofa Loft Sylvia Sobbek
TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: THOMAS SCHIRMACHER
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Wie eine Märchenprinzessin in Pastell: Derya Onay mit ihrem Mann, Oberbürgermeister Belit Onay

Dem modischen Ball-Barometer nach zu urteilen, sind ebenso Pastelltöne im Trend. Derya Onay, die Frau von Oberbürgermeister Belit Onay, wählte ein langes, puderfarbenes Abendkleid mit weit schwingendem Rock, Korsagenoberteil und kleinen, angedeuteten Ärmeln, die die Schultern frei ließen. Ein mädchen- und märchenhafter Auftritt.

Dass Pastell auch durchaus einen sportlichen Schnitt verträgt, zeigte die „Stimme Hannovers“, die ehemalige Moderatorin von Radio Hannover, Laura Zacharias. Sie wählte eine schmal geschnittene, lachsfarbene Variante mit seitlichen Rüschen am Oberteil und brachte ein wenig Frühling mit ins Opernhaus. Elegant in pudrigem Greige und fließendem Satin sah das Kleid von Fotografin Iris Klöpper aus – wie gemacht für eine Diva. Der in kleine Falten gelegte V-Ausschnitt

unterstrich den eleganten Auftritt. Gerade die Kleider in den pastelligen Pudertönen sind wie geschaffen, sie zu einer eleganten Sommerparty einfach noch einmal herauszuholen. Sportlich mit weißen Sneakern und einem Hoodie kombiniert, könnte man sie auch zu weniger festlichen Auftritten tragen.

Einen Ton dunkler auf der PaillettenPalette war das Kleid von Meike Heise, Ehefrau des Gesellschafters der Schlüterschen Mediengruppe Ansgar Heise: Die Grundfarbe des Kleides war ein kühles Schokoladenbraun – eher Zartbitter als Vollmilch. Während der Rock weitgehend aus dunkelbraunen Pailletten bestand, zogen sich von etwas unterhalb der Taille florale, cremefarbene Elemente bis ins Oberteil.

Natürlich gab es passend zum Motto noch einen komplett gegensätzlichen Trend: Viele der Damen des Balls trugen die Farbe, die immer mit Leidenschaft und Liebe verbunden wird – Rot! Auch Birte Staude, Frau von Hanns-Werner Staude, hatte diese Farbe gewählt. Ihr Abendkleid hatte einen zarten, fließenden Chiffonrock und war im Oberteil mit Spitze besetzt. Sie war nicht die Einzige: Es gab nicht nur Abendkleider, sondern auch edle Jumpsuits zu sehen. Sie bewiesen, dass Einteiler nicht nur praktisch sein können. W

Die ehemalige „Stimme der Stadt“, Laura Zacharias, mit ihrem Mann Sebastian Meike und Ansgar Heise, Gesellschafter der Schlüterschen Mediengruppe, beim Flanieren durchs Foyer Hanns-Werner und Birte Staude erinnerten sich an die Zeit, als Hanns-Werner beim Opernball noch als DJ auflegte.
7 nobilis 4/2023
Ashkan Entezami und seine Partnerin Birte Faure Immer wieder ein schönes Bild: die Debütanten bei der Eröffnung Der ehemalige Regionspräsident Hauke Jagau mit Friederike Schumann
8 nobilis 4/2023 people & society
Natürlich mit Herri: Anneke und Christian Schulz-Hausbrandt Ganz in Glitzer: Ariane Jablonka vom Klavierhaus Döll mit Marc Masconi Alles Liebe: Caroline Prenzler von der Parfümerie Liebe Kay-Henryk Herter mit Nobilis-Chefredakteurin Heike Schmidt
I N N E N A R C H I T E K T U R BODENBELÄGE WANDGESTALTUNGEN TEXTILIEN LICHT & MÖBEL Hans G. Bock GmbH Friesenstraße 17+19 30161 Hannover www.hansgbock.de
Michael Lohmann und Susanne Bothe

Grenzenlosgut

Fahmoda-Show zeigt „New Perspectives“.

Wie sähe es wohl aus, wenn Kim Kardashian mit Liz Hurley feiern ginge? Wahrscheinlich so, wie es sich Ioanna Karagiannidou vorstellt. Fast 30 Jahre nach dem ikonischen „That Dress“ von Gianni Versace, mit dem Liz Hurley über Nacht berühmt wurde, haben wieder Sicherheitsnadeln eine zentrale Rolle. Sie hal-

ten vorn den Ausschnitt des schwarzen Jumpsuits zusammen, den das Model während der „New Perspectives“-Show der Fahmoda zeigte.

Für einen Abend gehörte den Absolventinnen und Absolventen sowie den Studierenden der Laufsteg in der Orangerie in Herrenhausen. Sie bewiesen, dass manch ikonischer Klassiker durch-

aus weiterentwickelt werden kann –und das mit Spaß und Augenzwinkern. So war beispielsweise im Bereich „Tradition never dies“ ein Oberteil zu sehen, das rückwärtig wie ein Rucksack zum Anziehen war: Wasserflasche, Blumenstrauß und Brotbox – alles wird praktisch in Fächern auf dem Rücken untergebracht.

10 nobilis 4/2023 Schwerpunkt
TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: THOMAS SCHIRMACHER

Versailles, mon amour: Henrike Zawallich hat sich für ihre Kollektion „le grand corps“ von der Zeit des Barock inspirieren lassen. Ihr Markenzeichen sind hinten geschnürte Corsagen.

Die ikonischen Sicherheitsnadeln mal nicht an der Seite, sondern mittig: „Baddie“ heißt die Kollektion.

Auf nach Lissabon! Paula Sawatzki hat die farbenfrohen portugiesischen Kacheln als Vorbild für ihre Stoffmuster genommen.

Antonia Pilar Mai hat sich für ihre Kollektion Meraki von den Bildern Gustav Klimts inspirieren lassen. Ihre Kollektion ist in Gold-, Bronze- und Nude tönen gehalten. Aufgesetzte Blumen verdecken auf durchsichtigen Spitzenoveralls entscheidende Stellen und lassen ihre Trägerin als erotischbedrohliche Verführerin erscheinen. Für ihre wunderbare Verarbeitung erhielt sie den Preis der Jury.

Kommt Ihnen der Mantel bekannt vor? Er könnte von einem Klimt-Gemälde stammen. Diese hat Antonia Pilar Mai als Inspiration für ihre Kollektion „Meraki“ verwendet.

Vom Lebensstil in Versailles ließ sich Henrike Zawallich zu ihrer Kollektion „le grand corps“ inspirieren. Klar, dass da Corsagen eine große Rolle spielen. In Vivienne-Westwood-Manier werden

sie hinten geschnürt. Dazu ein wenig Gothic-Flair, üppige Perlenreihen à la Chanel – fertig ist der Abend-Look für Dark Ladys. Sie gewann den Jury-Preis für das beste Design.

„Love Affair –gefährliche Versuchung“ hat Marie Baustian ihre Kollektion überschrieben. Inspiriert von Aphrodite, der Göttin der Schönheit, setzt sie auf die Farben Rot, Weiß und Schwarz. Paula Sawatzki hat sich von den bunten Kacheln Lissabons, den „Azulejos“, zu ihrer fröhlich-sportlichen und sehr tragbaren Kollektion inspirieren lassen.

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Katharina Welz setzt bei ihrer „Transformation“-Kollektion auf Veränderung: Das, was im Bereich der Trekkingmode durchaus gängig ist, überträgt sie auf eine Business-Kollektion. Ärmel von Sakkos wie von Blusen sind abtrennbar, Hosenlängen per Reißverschluss einfach kürzbar.

Funktional und besonders schön sind auch die Dinge, die Ann-Sophie Schälicke erdacht hat. Sie denkt vor allem auch an Rollstuhlfahrer. Gerade sie haben oftmals mit längeren Mänteln ein Problem, da die starren, langen Kleidungsstücke sie in der Bewegungsfreiheit einschränken. Ann-Sophie Schälicke, die selbst im Rollstuhl sitzt, hat einen cremefarbenen Mantel hinten so geschlitzt, dass die Trägerin bequem im Rolli sitzen kann und der Mantel die Beine trotzdem wunderbar umfließt.

Mode ohne Grenzen: Der Mantel, den Ann-Sophie Schälicke entworfen hat, umschmeichelt im Sitzen die Trägerin. Die Kollektion der jungen Designerin setzt auf spaciges Silber und praktische Verschlüsse.

Die junge Designerin setzt zudem auf einfache Verschlüsse, sodass das Anziehen auch im Sitzen sehr gut möglich ist. Diese Kollektion ist nicht nur sehr durchdacht, sondern auch ein Beispiel für gelebte Inklusion – denn selbstverständlich sind ihre Stücke auch von Menschen ohne Behinderung zu tragen. Für die Performance ihrer barrierefreien Kollektion erhielt sie gemeinsam mit Ioanna Karagiannidou, die ein eigenes DJ-Pult mit auf den Laufsteg brachte, den Preis der Jury für Performance und Darstellung.

Elegant in sanften Tönen, Spitze, Satin und mit Stickereien: die Kollektion von Antonia Pilar Mai Ob kurz oder lang: Die einzelnen Teile der „Transformation“-Kollektion von Katharina Welz sind einfach wandelbar. Die Jury: Ronald Clark, Franziska Stünkel und Gert Leissing
12 nobilis 4/2023
Schwerpunkt

Max Kopp setzt ganz auf sportlich-inspirierte Kleidung: Sein Tennis-Dress, Pullunder und Hemden in Creme machen sich auch im Büro gut. Die kurzen Jacken mit bauschige Tüll-Ärmeln zu schwarzen Satin-Shorts kommen auch im Club gut. Sporty Spice der 90er würde sich freuen.

Regisseurin Franziska Stünkel, der ehemalige Direktor der Herrenhäuser Gärten, Ronald Clark, und der Präsident des Landesamtes für Bau und Liegenschaften, Gert Leissing, waren genauso begeistert von der Show wie Fahmoda- Chef Thorsten Max Volmary. Es gab durchaus „New Perspectives“ zu sehen –auch wenn manche Standpunkte schon dreißig Jahre zurückliegen. Die Absolventinnen und Absolventen zeigten grenzenlose Mode –barriere frei und über Generationen hinweg tragbar.

Liz Hurley würde sich wahrscheinlich wirklich sehr gut in dem Sicherheitsnadel-Jumpsuit machen und sich freuen, wenn sie mit dem dicken BaddiePlüschmantel im Divenlook über den roten Teppich zum Techno-Revival mit den Kardashians stolzieren könnte. Mode, die Generationen verbindet, hätten sie ja schon. W

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Eher Zebra oder Maus? Beides, wenn Schnitt und Styling so gut zusammenpassen.

Titelgeschichte

Du willst mehr Meer? Bitte sehr! Der Maschsee bietet mehr als Meer. Denn er ist Heimat. Über das blaue Maxikleid von Polo Ralph Lauren (I.G. von der Linde) wird lässig eine bunte Bluse (Standart) geknotet. Die Farben der Bluse setzen sich in den stylischen Plateau-Bast-Clogs von Paloma Barceló (Horstmann + Sander) fort und schaffen optisch einen Rahmen. Die Tasche von Kenzo (Horstmann + Sander) ist ebenfalls natürlich von der Baststruktur geprägt.

Der Frühling hat offiziell begonnen und in wenigen Wochen heißt es: Hallo Sommer! Das bedeutet, es ist Zeit, dass die dicken Pullover und Wintermäntel aussortiert und durch leichte und lockere Kleidungsstücke ausgetauscht werden. Zusammen mit den hannoverschen Läden Horstmann + Sander, I.G. von der Linde und Standart hat die Nobilis ein paar Outfits herausgesucht. Lassen Sie sich inspirieren.

TEXT: HEIKE SCHMIDT, FENJA BASEN

FOTOS: LORENA KIRSTE

MODEL: LILITH SLOMKA

LOCATION: YACHTCLUB HANNOVER (ein spezieller Dank an Thomas Oberdorfer, dessen Boot wir nutzen durften)

uf zu neuen Ufern! Sowohl für Ex-96-Trainer Mirko Slomka als auch für seine Tochter Lilith ist dieses Jahr ein ganz besonderes: Während Mirko Slomka im Juni noch einmal studieren wird, ist Lilith gerade dabei, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen: „Stay on track“ ist nicht nur Name, sondern auch Programm. Klar geht es um Sport, ums fit sein, fit werden und um mentale Gesundheit. Ihre familiären Wurzeln kann Lilith dabei nicht verleugnen. Übrigens auch nicht die zu ihrer Heimat Hannover. Auch wenn die staatlich geprüfte Sport- und Gymnastiklehrerin inzwischen zwar das Wohnen in Griechenland bevorzugt, betont sie, dass die Landeshauptstadt für sie die Definition von Heimat sei.

Hannover ist die Herzensstadt der Familie Slomka. Ganz wegzuziehen kam für Gunda und Mirko Slomka nie infrage. Auch als Mirko Slomka Trainer bei Schalke 04 war und die Pendelei nicht immer leicht für die Familie war. „Das war für die Familie keine so tolle Zeit“, sagt der ehemalige Trainer von Hannover 96, der in diesem Sommer viel vorhat: Mirko Slomka beginnt eine Weiterbildung zum Sportmanager an der Universität St. Gallen. „Im Juni fange ich an“, sagt er voller Vorfreude. Bis November dauere die Weiterbildung,

Du bist Teamplayer?

Klar! Ein perfektes Match sind der gestreifte Badeanzug und die Schwimmweste. Der Badeanzug ist von Polo Ralph Lauren (I.G. von der Linde) und macht sich auch als Kombipartner mit Hose und Hemd gut.

Zwei, die sich verstehen: Vater Mirko mit seiner Tochter Lilith Slomka.

Lässig, sportlich und elegant zugleich: Dieses Kleid von Aubade (I.G. von der Linde), das Lilith Slomka trägt, ist ein Alleskönner.

Super-Sohlen: Die creme-weißen Plateau-Sandalen von Chloé (Horstmann + Sander) garantieren auch im Sand oder auf dem Steg einen guten Stand. Das Update der guten alten Trekkingsandale kann sich auch an der Bar beim Cocktail sehen lassen.

15 nobilis 4/2023

Titelgeschichte

Der Job war anstrengend? Jetzt aber schnell und ohne Umziehen raus! Superfrisch, fröhlich sind die Farben, classy und casual die Schnitte: Weste und Hose von TELA (Standart) machen sich zugeknöpft im Job gut. Mit den Plateaus von Paloma Barceló, der Sonnenbrille von Céline und der kleinen, pinkfarbenen Tasche von Valentino (Horstmann + Sander) ist der After-Work-Look perfekt. Der schwarze Bikini von Watercult (I.G. von der Linde) darf dann durchaus hervorblitzen.

Ich mag Himbeeren! Nicht nur zum Essen! Die Valentino-Tasche und die Bast-Sandalen von Paloma Barceló (Horstmann + Sander) sind pretty in Pink.

die in verschiedene Blöcke aufgeteilt ist. Es geht um einen Blick auf den Sport, der weit über die Trainerbank hinausgeht. „Ich möchte gerne mein Spektrum erweitern“, erklärt Slomka. In vielen Bereichen eines Vereins habe er schon Erfahrungen sammeln dürfen: „Das ist auch eine Möglichkeit, dieses Wissen und die Erfahrungen in anderen Bereichen anzuwenden.“

Zur Weiterbildung als Sportmanager gehört auch der Bereich des Verbands- und Vereinsmanagements. „Es ist vieles, was ich schon kenne – aber eben aus einer anderen Perspektive“, sagt Slomka. So wird ihn ein Block auch zum FC Bayern München führen – aber eben nicht an den Spielfeldrand, sondern in die Managementetagen.

Spannend! Obwohl Slomka auch offen sagt: „Es gibt nichts Schöneres, als am Platz zu stehen.“ Denn genauso wie die Maxime „einmal Fußball, immer Fußball“ gilt, steht für ihn fest: „Einmal Trainer, immer Trainer. Das kann man nicht so einfach abstreifen.“

Seinem Verständnis nach ist ein Trainer immer mehr als ein Mensch, der das Team

zu sportlichen Höchstleistungen antreibt. „Er ist auch immer Begleiter und Berater“, betont Slomka. Vielleicht habe das in den vergangenen Jahren auch noch ein wenig zugenommen. „Es geht weniger um die reine sportliche Leistung, vielmehr darum, zu begeistern, zu unterstützen – auch in einem Leben, das als Spitzenfußballer allzu oft in der Öffentlichkeit geführt wird.“

Manuel Neuer sei beispielsweise jemand, zu dem er immer Kontakt gehalten habe. Ihn habe er auch in Situationen unterstützt, in denen es nicht in erster Linie um Fußball und „auf‘m Platz“ gegangen sei. „Da ist eine gewisse Nähe entstanden“, erklärt er. Wenn man da frage, wie es ginge, „dann kann man davon ausgehen, dass es eben nicht am nächsten Tag in der Presse steht“.

In diesem Zusammenhang ist Hannover als Lebensmittelpunkt wichtiger Ruhepol und Rückzugsort zugleich. Hier fühlt sich die Familie wohl. Hier ist sie zu Hause. „Hier kennen wir Orte, Plätze, Restaurants, hier habe ich meine Frau während

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Magst Du auch so gern Blau-Weiß? Ich mag mehr Meer! Maritime Klassiker gehen immer. Hier bekommen sie einen Twist: Über einem Bikini von Polo Ralph Lauren (I.G. von der Linde) trägt Lilith eine weiße Bluse von TELA (Standart), die einen Tunnelzug hat und kürzer geschnitten ist, was die Sportlichkeit unterstreicht. Dazu ein blauer Rock (TELA, Standart) und Jeanssneaker von Nubikk (Horstmann + Sander). Fertig ist der Maritim-Look für den Sommer 2023.

Outfit rechts: Wenn es trotz der ersten Sonnenstrahlen doch etwas kälter werden sollte, ist ein Cardigan immer richtig. Sonnenbrille von Dior (Horstmann + Sander), Bikini von Polo (I.G. von der Linde), Cardigan von ANYYU (Standart), blaue Hose von TELA (Standart).

Sitzen wie auf Wolken.

Hallo Chef, ich bin dann mal segeln! Westen sind die neuen Trendteile: Zugeknöpft sind sie im Job die Chefs unter den Anzugträgern, offen getragen lässige Begleiter in der Freizeit. Outfit: Bikini-Oberteil von Watercult (I.G. von der Linde), Hose von TELA (Standart) und Schuhe von Castañer (Horstmann + Sander)

des Studiums kennengelernt“, sagt Slomka lächelnd. Freunde seien wie auch die Familie – seine Eltern wohnen im Raum Hildesheim – in erreichbarer Nähe. „Hier fühlen wir uns wohl.“ Hier engagiert sich Mirko Slomka – auch für Menschen mit Behinderung.

Inklusion ist Mirko Slomka wichtig. Aus diesem Grund war er auch beim Promi-Talk mit Nerissa Rothhardt im Café Anna Leine. Das Café ist ein wichtiges InklusionsProjekt der Hannoverschen Werkstätten, die in der Region etwa 1.000 Menschen mit Behinderung sowie 230 Fachkräfte für Betreuung und Assistenz der Werkstattmitarbeitenden beschäftigen. Spätestens seitdem er in einem Flight mit behinderten Spielern Golf gespielt hat, ist er begeistert vom Inklusionsgedanken:

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Sonne? Die bringe ich mir selbst mit! Wie ein Aquarellgemälde sind die Farben auf dem Stoff der lässigen Bluse von Polo Ralph Lauren gesetzt (I.G. von der Linde); die blaue Hose von TELA (Standart) beruhigt das Outfit.

Hast Du Platz in Deiner Tasche? Natürlich!

In die Handtasche von Kenzo (Horstmann + Sander) passt mehr als ein Portemonnaie. Wie wäre es mit Sonnencreme, Lippenbalsam ...

Es wird etwas kühler? Kein Problem! Die gute Laune lassen wir uns nicht durch ein Regenwölkchen verderben!

Die orangefarbene Steppjacke von Bugatti (Standart) wärmt und ist schnell über den gestreiften Badeanzug und die bunten Shorts, beides von Polo Ralph Lauren (I.G. von der Linde), gezogen. Und wenn es wieder wärmer ist, findet alles schnell zusammengerollt in der Netz-Tasche von Longchamp mit Farbverlauf (Horstmann + Sander) seinen Platz.

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Strand oder Shopping? Beides!

Die große Tasche von Tommy Hilfiger (Horstmann + Sander) macht sich beim Relaxen auf dem Steg genauso gut wie beim Shopping in der City. Dazu die bunten Plateau-Clogs von Paloma Barceló (Horstmann + Sander) und einen Sonnenhut (I.G. von der Linde) und das Outfit ist komplett.

„Das war herausragend! Die Freude, die Begeisterung – das hat mich schon während der Special Olympics beim Fußball sehr beeindruckt.“

Hannover ist und bleibt auch für Lilith, die es jetzt dauerhaft in die Sonne zieht, Heimat. Und das nicht nur, aber auch, weil ihre Familie hier wohne. Der konstante Kontakt zu ihrer Familie sei ihr sehr wichtig. Die Beziehung zu ihrem Vater beschreibt sie als „sehr freundschaftlich”. Und auch zu ihrer Mutter Gunda Slomka und ihrem kleinen Bruder pflegt die 25-Jährige ein enges Verhältnis. So verreist Familie Slomka sehr gerne zusammen und das würde sich auch nicht ändern, meint Lilith Slomka – genauso wenig, wie Hannover ihr Heimathafen ist. W

Es ist noch zu kalt zu Baden? Mag sein, aber der Bikini ist so schön!

Der zartblaue Bikini von Watercult passt auch gut, wenn die Haut noch etwas frühlingsblass ist. Dazu passt der Sonnenhut (beides I.G. von der Linde).

Hey Fischer, bekomme ich Deinen Hut? Der Bucket Hat von Kenzo (Horstmann + Sander) passt perfekt zur Bluse von Polo Ralph Lauren (I.G. von der Linde).
20 nobilis 4/2023 Titelgeschichte

Sommer in Sicht! Das Hemd von TELA (Standart) trägt Lilith Slomka locker über dem Zebrakleid von Aubade (I.G. von der Linde). Die Sonnenbrille von Prada (Horstmann + Sander) schützt und ist schick.

Auf nach Spanien? Wieso? Espadrilles gibt es auch hier! Espadrilles mal anders: Die Sandalen von Castañer (Horstmann + Sander) lassen sich nicht nur gut kombinieren, man hat auch dank des WedgeAbsatzes einen sicheren Stand.

Welche Tasche soll ich nur nehmen? Einfach eine! Dank der bunten Ziernähte passt die Handtasche von Chloé (Horstmann + Sander) zu vielen Outfits.

Noch im Warmen und mit Pulli: Mirko Slomka im Interview mit Nobilis-Chefredakteurin Heike Schmidt

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SCHÖNE PFLANZEN UND SCHICKE DEKO MACHEN

gute Laune

Blumenpracht auf Balkon und Terrasse und blühende Sträucher im Garten: Tipps für die Vorbereitungen, damit im Sommer alles grünt und gedeiht.

TEXT: MARTINA STEFFEN FOTOS: FRANK WILDE
Foto: Stock.Adobe.com/iMarzi 22 nobilis 4/2023 life & style

Der Blick schweift ins Grüne –schöne Pflanzen auf dem Balkon und im Garten sorgen für ein Wohlfühlambiente. Mit schicken und komfortablen Sitzmöbeln sowie schöner Deko steht der Entspannung im eigenen Zuhause nichts mehr im Weg. Damit es im Sommer schön blüht, werden im April Balkonkästen und Pflanzkübel vorbereitet. Zuerst wird die alte Blumenerde entsorgt. „Dann braucht man qualitativ gute Blumenerde, die gedüngt und keimfrei ist“, sagt Yvonne Glende vom Pflanzenparadies Glende in Hemmingen. Die Gärtnerin empfiehlt, zusätzlich Langzeitdünger in die Blumenerde einzubringen, den die Pflanzen nach und nach aufnehmen. Bei der Auswahl der Blumen ist es wichtig, auf den Standort zu achten: Stehen die Pflanzen in der Sonne, im Schatten oder im Halbschatten?

Die klassischen Pflanzen für den Balkon sind hängende oder stehende Geranien und Petunien. Diese können ab Mitte April eingepflanzt werden, sind aber frostempfindlich. Das birgt ein kleines Risiko, falls die Temperaturen doch noch einmal unter null Grad sinken. „Sicherer ist es, zunächst Frühblüher wie Primeln, Hornveilchen, Narzissen oder Osterglocken zu setzen, die halten Nachtfrost aus“, erklärt Yvonne Glende.

Ab Mitte Mai können Hobbygärtner dann mit der Sommerbepflanzung starten. Dafür eignen sich alle Sommerblumen wie Margeriten, Lobelien, Zauberschnee, Begonien, Fuchsien, Geranien und Petunien. Die Pflanzen gibt es in vielen Farben, sie lassen sich je nach persönlichem Geschmack zusammenstellen. Dazu passen rankende Grünpflanzen wie Weihrauch oder Efeu. „Die Blumen sollten wöchentlich gedüngt werden. Je mehr Nahrung sie erhalten, desto kräftiger werden sie“, erklärt Frank Glende. Außerdem werden die Pflanzen dann nicht so schnell von Schädlingen befallen, betont der Inhaber des Garten­Fachgeschäfts.

Im Trend: hochwertige Edelstahlmöbel. Sie sind wetterbeständig, funktional und schlicht. Die Kombination aus langlebigen Teakholztischen und Edelstahlstühlen wird immer beliebter. Er fertigt die Gartenmöbel selbst: Rene Böhm, Inhaber von RB Edelstahl Design.
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Sie sind bunt und schaffen eine gemütliche Atmosphäre: die wetterfesten Lampions „Barlooons“.

Im Garten können ab April die Beete gesäubert und der Rasen aufgeharkt und gedüngt werden. Sinnvoll ist es, organischen Dünger zu verwenden und einen Bodenaktivator einzubringen, um die Mikroorganismen zu aktivieren. Das ist auch Nahrung für Regenwürmer, die wichtig für den Boden sind. Dann können Büsche, Sträucher und Bäume gepflanzt werden. Auch hier gilt es, den Standort zu beachten. Im April blühen zum Beispiel Rhododendron und Azalee. Zur Auswahl stehen mehr als 900 Sorten Stauden. Die verschiedenen Sorten blühen meist vier bis sechs Wochen zu unterschiedlichen Zeiten. Wer geschickt pflanzt, hat bis zum Herbst dauerhaft Freude an den Blüten. Es gibt auch Gehölze, die im Winter blühen wie Zaubernuss, Ilex oder Winterschneeball.

Südliches Flair auf die Terrasse und in den Garten bringen Zitronen­ und Olivenbäume oder Eukalyptuspflanzen. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Lavendel, Thymian und Lorbeer sind hübsch anzusehen und auch noch nützlich in der Küche. Sämereien wie Blumen und Gemüsepflanzen, die es in kleinen Tüten zu kaufen gibt, werden ebenfalls im April ausgesät.

Deko ­Artikel wie leuchtende Gartenkugeln, schicke Körbe zum Bepflanzen oder Laternen mit Kerzen sorgen zusätzlich für Wohlfühlatmosphäre. Der Trend geht zu Solar­Beleuchtungen und LED ­Lampen, um Energie zu sparen. Ein Klassiker sind Eisenregale: Sie sind wetterfest und bieten Platz für Blumen und Lampen. Obelisken geben Pflanzen eine Hilfe zum Ranken. Schöne italienische Terracotta ­ Gefäße gibt es in vielen Formen und Größen. Angesagt sind Steingefäße aus Naturstein, die mit Blumen oder kleinen Bäumen bepflanzt werden.

Im Trend sind hochwertige Edelstahl­ Gartenmöbel. Diese sind wetterbeständig, funktional, formschön und halten jahrzehntelang im Freien. In Verbindung mit

langlebigem Teakholz sind Tische und Stühle wahre Schmuckstücke. Rene Böhm, Inhaber der Firma RB Edelstahl Design in Isernhagen, produziert die Edelstahlmöbel selbst. „Oft passen Standardtische und Gartenmöbel von den Maßen her nicht auf die Terrasse oder in den Garten, deshalb fertigen wir die Möbel exakt nach Kundenwunsch“, sagt er. In seiner Manufaktur entstehen auch schicke Hollywoodschaukeln und Sitzbänke aus Edelstahl und Teakholz sowie exklusive Gartenliegen.

Polsterboxen sind ein wichtiges Thema, denn die Gartenmöbel werden immer größer und somit auch die Polster. „Wir bauen Polsterboxen individuell für den Kunden in der Größe, die er benötigt“, erklärt Rene Böhm. Bei den Aufträgen gebe es keine langen Lieferzeiten, die Produktion sei vor Ort. In seinem Geschäft bietet er auch Deko an: Wetterfeste stylische Lampions aus Lkw­Planen in vielen Farben sind ein Blickfang in jedem Baum, mit Stromanschluss und Lampe leuchten diese auch. Aus der hauseigenen Manufaktur stammen die großen Gartenkerzen, die auch bei leichtem Regen weiter brennen, ebenso die Feuerschalen aus Edelstahl sowie Edelstahl­ Gefäße für Obst. So kann der Sommer kommen. W

Sie sorgt für kühle Getränke und Unterhaltung: LED-Lampe „The Joouly“.

Ein echter Hingucker auf dem Balkon und im Garten sind Laternen mit Kerzen.
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@stanzegartencenter Sonntag ist Blumentag 13 – 16 Uhr* UVP 14.99 Stanze Gartencenter GmbH Karoline-Herschel-Str. 1 30966 Hemmingen (Hannover) Stanze Gartentechnik Marie-Curie-Straße 10 30966 Hemmingen (Hannover) Kontakt: 0511/420380
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Eleganz trifft auf skandinavischen Chic und Nachhaltigkeit: Die Kollektion von Idyl gehört zu den Neuheiten 2023 bei Möbel Hesse.

Ab nach draußen

Ideen zum Chillen und Grillen: Die Gartenwelt von Möbel Hesse inspiriert auf mehr als 2.000 Quadratmetern – für die schönste Zeit des Jahres.

ie Tage werden länger und wir freuen uns jetzt schon auf lange Abende im Garten, auf Terrasse und Balkon. Und damit wächst auch der Wunsch, das Frühjahr und den Sommer draußen zu genießen – und es sich dort ebenso wohnlich und stylish zu gestalten wie in den eigenen vier Wänden. Unzählige Inspirationen für hochwertige Gartenmöbel und Outdoor-Accessoires gibt es in der Gartenwelt bei Möbel Hesse in Garbsen – in einer Ausstellung auf mehr als 2.000 Quadratmetern. Die Garten -

welt bietet zudem vielfältige Ideen zum idealen Sonnenschutz, rund um den Grill, lässige Tischdeko und zu Licht im Garten: für Raum zum Draußenleben und unbezahlbare Erholungsmomente zu Hause – und sofort verfügbar.

Die außergewöhnlich gestaltete Ausstellung zeigt die aktuellen Möbelkollektionen aller namhaften Hersteller und Wohn-Accessoires für Garten, Terrasse und Balkon – und zwar von Rolf Benz und Stern über Musterring und Kettler bis zu Home Islands und Zebra.

Zu den Neuheiten 2023 in der Gartenwelt gehören die Outdoor-Möbel von EMU und Idyl sowie die Marke Höfats, zu deren Sortiment etwa Feuerschalen, Grills, Windlichter und Fackeln zählen.

In- und Outdoor verschwimmen immer mehr

„Gartenmöbel vereinen heute zunehmend modernes Design sowie hochwertige Materialien und wirken immer wohnlicher“, sagt Roland Wagner, Einkaufsleiter der Gartenwelt bei Möbel Hesse. „Damit lassen sie die Grenzen zwischen Out- und Indoor zunehmend verschwimmen.“ So wie beim Hersteller Idyl, dessen aktuelle Kollektion Möbel Hesse exklusiv präsentiert in der Region Hannover. Die modernen Gartenmöbel punkten mit Eleganz und skandinavischem Chic – sie könnten sogar im Innenbereich aufgestellt werden. Die komfortablen Loungemöbel, bequemen und handgeflochtenen Sessel und

26 nobilis 4/2023 Advertorial
FOTOS: MÖBEL HESSE

großzügigen Gartentische machen Balkon, Garten und Terrasse zum zweiten Wohnzimmer – für die Gartenparty mit Familie und Freunden.

Ebenso schlicht wie raffiniert sind die Gartenmöbel des weltweit bekannten Unternehmens EMU aus Italien, exklusiv in der Region Hannover und ebenfalls ganz neu bei Möbel Hesse. Ob in Weiß, zarten Pastelltönen oder frischen Farben wie Grün, Blau und Gelb – das Outdoor-Design von EMU peppt Terrasse und Balkon kräftig auf. Das Unternehmen aus dem umbrischen Marsciano arbeitet mit international renommierten Designern zusammen, darunter Paola Navone und Patricia Urquiola. Die Möbel aus Stahl und Aluminium sind langlebig und trotzen jedem Wetter. Bei Sonnenschein indes ermög-

licht das Design schöne Schattenspiele –für ein Dolce-Vita-Gefühl in Ihrem ganz persönlichen Freiluft-Wohnzimmer.

Für anspruchsvolles und gleichzeitig lässig-unkompliziertes Wohnen unter freiem Himmel steht auch der Outdoor-Möbel-Hersteller Stern. Das Traditionsunternehmen präsentiert in der Gartenwelt leichte Aluminiummöbel, Edelstahl in puristischen Formen bis hin zu klassischem Geflecht und Teak. Eine Symbiose aus moderner Formensprache und Wandlungsfähigkeit ist etwa die Serie New Holly – in der Dining-Version oder als kleine und auch großzügige Loungegruppe. Besonders vielseitig ist das Stern-Tischsystem – es ermöglicht aus unterschiedlichen Gestellen und Platten mehr als 750 Kombinationsmöglichkeiten.

Faszination Feuer und stimmungsvolle Lichtideen

Ob als Bank, Loungegruppe oder sogar als Daybed: Die Outdoor-Kollektion von Stern punktet mit großer Wandlungsfähigkeit und moderner Formensprache.

Und was ist ein Garten ohne schönes Licht für draußen? Mit Feuerschalen oder -körben und Lichtobjekten lässt sich nicht nur wohlige Wärme zaubern, sondern auch eine stimmungsvolle Atmosphäre auf Terrasse und Balkon. „Mit Feuer und Leidenschaft schafft etwa das junge deutsche Industriedesign von Höfats faszinierende Produkte, die puristische Form und begeisternde Funktionalität verbinden“, sagt Roland Wagner von Möbel Hesse. So wie der Spin, ein rotierender Flammenwirbel, der scheinbar magisch ist: zum Anschauen auf dem Tisch, Tischdeko, als Gartenfackel oder als Windlicht hängend am Baum.

Für Lieblingsplätze, die mit der Tageszeit und dem Stand der Sonne wechseln: Die Möbel von EMU peppen Balkon und Terrasse kräftig auf.

Und Gartenzeit ist auch Grillzeit: Möbel Hesse zeigt die neuesten Trends für Gourmets, darunter die Gasgrills der weltbekannten Marke Napoleon, Kamado-Grills aus Keramik von Monolith sowie die außergewöhnlich gestalteten Kochstellen und Grills aus Cortenstahl von OFYR. Geöffnet ist die Gartenwelt bis Oktober 2023. W

Möbel

Illustrationen: Dung Tranpixabay.com
| Robert-Hesse-Straße 3 | 30827 Garbsen | Tel. 0511/279780 | info@moebel-hesse.de | www.moebel-hesse.de
Hesse GmbH
Faszination Feuer: Der Spin von Höfats zaubert ein magisches Flammenspiel –geeignet für drinnen und draußen.
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Fotos: Möbel Hesse
Wie glückliche Hühner leben und gute Eier legen.
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TEXT: BEATE ROSSBACH FOTOS: GOSCH/HENNING SCHEFFEN

reda (4) und Alva (2) sind startklar. Ihre Körbchen und Kuschelhasen fest im Griff, sind die beiden auf dem Weg in den Hühnerstall, um Eier zu sammeln. Ostern kann kommen. Ihr Vater Gorden Gosch ist Herr über 9.000 Legehennen. Gemeinsam mit seiner Frau Meike leitet er das Familienunternehmen „Eierhof Isernhagen“ in Kirchhorst. Bis 2015 wuchsen auf den Feldern des Hofs leckere Erdbeeren. Gorden, der in Göttingen Landwirtschaft studierte, hat auf Neues gesetzt – mit Erfolg. In modernen Stallgebäuden, umgeben von insgesamt 7,5 Hektar Freilandflächen, werden nun Bio ­ Hühner und „normale“ Freiland ­ Hühner gehalten, die Eier für qualitätsbewusste Osterhasen bzw. Verbraucher legen.

Hühner, die sich wohlfühlen, legen leckere Eier. Dass das stimmt, kann man schmecken. Was seine „Mädels“ alles brauchen, um gut und glücklich zu leben, berichtet Gorden Gosch gern und ausführlich. Er setzt in seinem Betrieb auf artgerechte Tierhaltung und optimale Fütterung, ganz ohne Gentechnik. Transparenz ist ihm wichtig und Besucher sind auf dem Eierhof Isernhagen gern gesehen. Er weiß auch, dass große Geflügelställe mit hunderten von Tieren oft kritisch betrachtet werden. Daher begrüßt es der Fachmann, auf alle Fragen ausführliche Antworten zu geben und vor allem Irrtümer und Vorurteile aufzuklären.

„Wir bieten dem Huhn alles, was es braucht, denn wir wollen ja eine Gegenleistung – viele gute Eier. Und das funktioniert nur, wenn es dem Huhn super geht.“ Ein ganz großes Vorurteil ist: Freiland ­ Hühner leben nur im Freien und lieben es, bei schönstem

Sonnenschein individuell im Gras zu entspannen. Leider falsch. So denken Menschen. Hühner entspannen im Freien unter offenem Himmel keineswegs, denn von oben könnte jederzeit der Habicht kommen. Helligkeit ist ihnen suspekt, sie lieben es dunkler. Dämmerung und schummriges Licht bedeuten Sicherheit. Daher haben es die Hühner bei Familie Gosch auf ihren Wiesen besonders gut, denn Gor­

den hat dort einen schattigen „Hühnerwald“ aus mehreren tausend Pappeln gepflanzt. Neben scharren und picken im Freien ist es das Höchste für eine Legehenne, genüsslich im Sand zu baden. „Das ist Gefiederpflege durch die Sanddusche“, erklärt Gorden Gosch. Auf den Freiflächen rund um den Stall sind überall die runden Kuhlen vom Sandbaden zu sehen. Danach ordentlich schütteln und dann fliegen

Hühner sind keine Einzelgänger, sondern Herdentiere. Die Haltung ist wichtig, damit die Qualität der gelegten Eier stimmt.

Foto: Henning Scheffen Foto: Henning Scheffen Gorden Gosch legt Wert auf artgerechte Hühnerhaltung und optimale Fütterung.
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Foto: Henning Scheffen

Staub und Federchen. Daher muss ein Hühnerstall immer groß genug und gut belüftet sein. Für den Flächenbedarf pro Huhn gibt es Vorschriften, die bei Gosch großzügig erweitert wurden. Vorschriften, die auch für das Freiland gelten. Hier sind vier Quadratmeter pro Huhn vorgeschrieben. In Isernhagen gibt es fünf Quadratmeter, also 20 Prozent mehr.

Der Stall ist wichtig, denn nachts gehen Freiland ­ Hühner sehr gern nach Hause. Draußen käme, so wissen sie instinktiv, der gefährliche Fuchs. Lieber in Sicherheit zusammenbleiben – und wieder ist ein Vorurteil ausgeräumt: Hühner sind keine Einzelgänger,

sondern Herdentiere. Im Stall, der wie erwähnt nicht zu hell, sondern eher schummrig sein sollte, sitzen sie gern dicht nebeneinander auf der Stange und schauen neugierig auf die zweibeinigen Besucher hinunter. Körnerfutter und Wassernapf sind in Reichweite. Am Boden sind Heunetze aufgestellt und überall stehen Näpfe mit Kalksteinen zum Picken und Schnabelwetzen. „Unsere

Hühner erhalten je nach Alter das optimale Futter. Ältere Legehennen brauchen zum Beispiel mehr Calcium“, erklärt Gorden Gosch und kommt zu einem anderen wichtigen Punkt, der den Osterhasen interessieren wird: „Viele Verbraucher bevorzugen große Eier. Besonders zu Ostern sollen sie groß und weiß sein. Natürlich wird es das dann auch bei uns im Hofladen geben. Aber man sollte wissen, dass größere Eier eher von älteren Hühnern gelegt werden. Und die Hühnerrassen, die wir halten, weil sie einfach gut sind, legen nun mal braune Eier. Die Rassen mit den weißen Eiern sind nicht so gefragt.“

Beim Fototermin in Isernhagen gab es noch eine Besonderheit, die der Tiergesundheit geschuldet war. Im zeitigen Frühjahr durften die Hühner noch nicht auf ihre Wiesen, denn im Bereich des Kirchhorster Sees befinden sich die Einflugschneisen der Zugvögel. Die wiederum haben möglicherweise die Vogelgrippe im Gepäck, sodass der Gesetzgeber für einen begrenzten Zeitraum in diesem Gebiet die Stallpflicht angeordnet hat. Die gackernden Mädels bei Gosch mussten unter ihrem kurzzeitigen „Homeoffice“ jedoch nicht leiden, denn sie können vom Stall in ihren luftigen „Wintergarten“ wechseln. Er ist überdacht, sodass keine Virenpäckchen vom Himmel fallen können. Inzwischen ist alles wieder gut, alle sind gesund geblieben und Ostern kann kommen. Es sind genügend Eier da. W

Eierhof Isernhagen/Familie Gosch | Großhorst 22 30916 Isernhagen | Tel. 0173/2693511 www.eierhof-isernhagen.de

Traditionell zu Ostern können die Eier auch für verschiedene Dekozwecke genutzt werden.

Endlich wieder Wiese: Seit Kurzem dürfen Goschs Mädels wieder ins Grüne, da die Zugvögel weitergezogen sind. Foto: Gosch Foto: Henning Scheffen
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Jörg Lange kennt sich bestens mit dem cremig­süßen Likör

Eierlikör überzeugt durch seine Gradlinigkeit. Davon ist Jörg Lange überzeugt: „Eierlikör lebt zum Teil von der Einfachheit.“ Die Zutaten sind Alkohol, Zucker, Eier und Sahne. „Diese Dinge müssen stimmen“, betont er. Soll heißen: Je besser diese Produkte sind, desto leckerer schmeckt das Endergebnis.

Zunächst trennt man Eigelb und Eiklar voneinander. Nachdem die Eigelbe aufgeschlagen wurden, fügt man nach und nach den Zucker hinzu. Dabei sollte eine schaumige Masse entstehen. Sind etwa fünf Minuten vergangen, kommen Aromen wie beispielsweise Vanille oder Orangenabrieb hinzu. Währenddessen muss beständig weitergerührt werden. Die Sahne kann sowohl kalt als auch warm hinzugegeben werden. Warme Sahne eignet sich besonders gut für die „kräftigere Variante”, da sie zusammen mit erhitzten Kaffeebohnen im Prozess deren Geschmack annimmt. Zum Schluss fügen Sie die Spirituose Ihrer Wahl hinzu. Das Gemisch anschließend durch ein Sieb abseihen und fertig ist der Eierlikör.

So gelingt selbst gemachter Eierlikör

SÜNDE

Udo Lindenberg liebt ihn – und das nicht nur zu Ostern: Eierlikör! Europäische Eroberer entdeckten das Getränk im 17. Jahrhundert. Damals stellten die Ureinwohner des Amazonas ein Getränk aus Avocados her, das mit Rohrzucker und Rum vermischt wurde. Es gilt als Vorläufer des heutigen Eierlikörs. Einer, der sich mit dem sahnig­gelben Likör besonders gut auskennt, ist Jörg Lange. Der Koch verrät der Nobilis das Rezept, mit dem schon seine Großmutter auf Familienfesten alle Eingeladenen überzeugte. Zudem gibt er Tipps für verfeinerte Varianten. Hier sind sie.

Wer den Oster­Klassiker geschmacklich neu erleben möchte, der kann auf viele verschiedene Variationen zurückgreifen. Zutaten und Aromen wie Bergamotte oder Tonkabohne sorgen für das gewisse Extra.

Wer es kräftiger mag, kann einen rauchigen Whiskey nehmen. Das Ergebnis schmeckt dann ähnlich wie bei einem Irish Coffee. Zum Verfeinern eignen sich Kakao, Kardamom, Zimt, Muskatnuss oder Tonkabohne.

Wer es doch gern frischer möchte, für den bietet sich „die Frühlingshafte“ an. Hier kommen Orangen sowie deren Abrieb zum Einsatz. Zudem wird die Sahne dabei durch Kokosmilch ersetzt. Das verleiht dem Getränk „Frische und Leichtigkeit“, erklärt Jörg Lange.

Luxuriös wird es bei unserer dritten Variante. Wichtig hierfür ist ein hochwertiger Alkohol nach Wahl, zum Beispiel Rum. Dieser sorgt für eine gewisse Seidigkeit. Eine edle Note erhält diese Variante außerdem durch den Zusatz von Aromen wie Bergamotte, Safran oder Kurkuma.

Die Schüssel der Oma existiert immer noch. Auf Tradition in der Küche legt Jörg Lange auch jetzt noch großen Wert. Seinen Fokus richtet er nun jedoch darauf, dass diese Tradition mit immer neuen kreativen Ideen ergänzt wird – wie bei seinen Eierlikör­Variationen. W

aus. TEXT: VERONIKA LOOF FOTOS: FRANK WILDE
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EINE BEZIEHUNG

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– eine einmalig gute Kombination.

enn feine, asiatische Küche auf norddeutsche Bodenständigkeit trifft, dann ist das ungewöhnlich. Ungewöhnlich großartig. Das erwartet man nicht unbedingt in einem Tagungshotel. Und als der Direktor des Kokenhofs, Alexander Schenk, im Vorfeld angekündigt hatte, Finn Tagawa Wiegand werde ein Geflügelgericht mit der Nobilis kochen, da dachte man eher an irgendetwas Traditionelles. Ente, Rotkohl, Kartoffelknödel. So etwas in der Art. Doch es kam anders. Ente stimmt. Rot wird es auch. Knödel fallen weg. Lecker wird es.

Der Grill steht schon auf der Edelstahl­Arbeitsplatte bereit. Es ist ein Keramikgrill, der ganz traditionell mit Holzkohle befeuert wird. „Wir haben

einen großen Abzug hier“, erklärt Finn Tagawa Wiegand, Küchenchef im Kokenhof. Wir müssten uns also keine Sorgen machen, dass es zu einer Kohlenmonoxid ­Vergiftung kommen könne. Ansonsten gelte natürlich für alle ohne leistungsstarken Abzug: lieber draußen grillen.

Zuerst wird die Entenbrust vorbereitet. Die restlichen Kiele werden herausgezupft, Schrotkörner entfernt. Der Vogel stammt aus der Region. Ein Jäger hat ihn geschossen. „Wir legen sehr viel Wert auf Regionalität“, sagt der Küchenchef. Rote Beete ist derzeit gut erhältlich. Daher spielt sie auch in unserem Gericht genauso eine Rolle wie Miso. Miso? Eigentlich ist es ja nicht unbedingt eine niedersächsische Spezi­

Sie hat eine nicht zu unterschätzende Hauptrolle: die heimische Rote Bete.

alität. „Das habe ich aber auch selbst gemacht“, betont Finn Tagawa Wiegand. Sein ungewöhnlicher Mittelname lässt schon vermuten: Der Mann ist mit einer Japanerin verheiratet und kennt sich bestens mit der asiatischen Küche aus. Vier Jahre lang hat er in Thailand in einem Sternehotel gekocht.

Schmeckt und ist unglaublich schön anzusehen: Die fertig angerichtete Ente mit Roter Bete.

Nobilis kocht dieses Mal im Kokenhof. Es wird norddeutschasiatisch
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So behält Rote Bete ihre Farbe Doch zunächst zu dem, was der Niedersachse kennt: Rote Bete. Die wird zunächst geschält, gewürfelt, in reichlich Butter angeschwitzt und mit einem Schuss Weißwein köchelnd gegart. „Wenn man Rote Bete in Butter anbrät, behält sie ihre Farbe“, verrät Finn Tagawa Wiegand. Und ja, auch die Sauerrahmbutter ist selbst gemacht.

Die Rote Bete braucht etwa eine halbe Stunde, bis sie weich ist. Da sie nur ab und zu etwas umgerührt werden möchte, bleibt Zeit, den aus Eiweiß, Zucker, Mehl, Butter und etwas Rote­BeteSaft vorbereiteten Hippenteig auf eine Backmatte zu gießen und wie bei einem Crêpe ganz dünn auszustreichen. Profis machen das, indem sie das Blech einfach sanft wiegen. Dann ab in den Ofen mit dem Teig. In der Zwischenzeit aus den Blättern vom roten Radicchio mit einem Ausstecher Kreise ausstechen.

Die kleinen Scheiben der Ringelbete hat der Küchenchef schon vorbereitet.

Jetzt geht es der Ente an die Brust. Nachdem der Koch das Brustbein mit einem Druck gebrochen hat – die Ente soll möglichst flach sein –, schiebt er zwei Spieße entlang des Knochens

durch das Fleisch. Dieses ist übrigens etwas dunkler als gewohnt. Warum?

„Wir haben es vorab etwa eine Stunde in Heu geräuchert“, verrät der Küchenchef. Das mache das Fleisch nicht nur haltbarer, sondern verleihe auch zusätzlich Geschmack. „Vieles, was wir hier machen, wussten unsere Urgroßeltern schon“, sagt er. Auf diesen Erfahrungsschatz greift er heute zurück –auch, um nachhaltig zu kochen.

Die klein geschnittene Rote Beete wird in Sauerrahmbutter angedünstet. Die heimische Knolle sieht schon beim Kochen toll aus. Mit einem Ausstecher geht es dem Radicchio ans Blatt. So sieht er nachher beim Anrichten fein aus. Bitte mit Handschuhen schälen: Rote Bete färbt nicht nur Ostereier gut.
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Mit das Schönste am Kochen: zwischendurch übers Kochen philosophieren. Die Rote Bete köchelt derweil vor sich hin.

Ran an den Grill, aber nur kurz! Der Grill ist heiß. Die Entenbrust wird jetzt einfach an den Stäben über die Glut gehalten. Erst einmal passiert nichts, bis etwas von ihrem Fett in die Glut fällt. Dann steigen zischend Flammen auf. „Nicht schlimm!“, beruhigt der Koch. Nur kurz wird das Fleisch gegrillt. Danach darf es sich unter einer Wärmelampe ausruhen.

Inzwischen hat sich der Ofen gemeldet. Der Teig ist bei 160 Grad Celsius fertig gebacken. Jetzt sticht Finn Tagawa Wiegand auch hier Kreise aus, die er über ein rundes Holz legt, damit sie

zu Körbchen werden. Die weich gekochte Rote Bete kommt in der Zwischenzeit in den Mixer und wird zu Püree. Dann erhält die Ente nochmals richtig Feuer, sodass ihre Haut schön knusprig wird. Fertig. Jetzt wird angerichtet: ein Klecks Rote­Bete­Püree, die Hippe, Radicchio und Ringelbete mit einem kleinen Klecks scharfem Miso versehen und zum Schluss die aufgeschnittene Entenbrust mit etwas vorbereitetem Jus auf den Teller geben. Und dann kommt noch etwas ganz Besonderes hinzu: ein Blatt Shiso oder auch Perilla. „Das gibt es in Asia­Läden“, erklärt der Küchenchef lä­

chelnd. Fertig ist die Norddeutsch­AsiaKombi auf dem Teller.

Man schmeckt das Heu, den Rauch, gleichzeitig die Schärfe des Miso und das Sanfte des Rote­Bete­Pürees. Sensationell. Und farblich ist das Gericht ein echter Hingucker. Die Farbtöne reichen von zartem Rosé, kräftigem Pink bis sattem Braunrot. Es bewahrheitet sich die Aussage, die Finn Tagawa Wiegand ganz zu Beginn des Kochens gemacht hat: „Ich weiß nicht warum, aber meiner Erfahrung nach passen auf dem Teller immer die Dinge zusammen, die aus einer Farbgruppe kommen.“ W

Damit der Hippenteig rosa wird, bekommt auch er etwas Rote-Bete-Saft. Alles im Fluss: Der Hippenteig wird aufs Backblech gegossen. Auf zwei Spieße gesteckt lässt sich die Entenbrust besser über dem Feuer wenden. Der fertig gebackene Teig wird ebenfalls ausgestochen und in Form gebracht.
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Das Fleisch erhält nur etwas Salz. Durch das Räuchern im Heu hat es schon viel Geschmack.

Durchmischen, aufschneiden, an richten: Finn Tagawa Wiegand ist konzentriert bei der Sache.

Gereifte, gegrillte Entenbrust aus der Burgwedeler Jagd mit Roter Bete und Shiso

Für die Entenbrust

• 1 Jagdentenbrust am Knochen

• Salz

Rote-Bete-Sriracha

• 100 g rote Chili

• 200 g Rote Bete

• 20 g Ingwer

• 5 Zehen Knoblauch

• 50 g heller Essig

• 100 ml Wasser

• 18 g Meersalz

Zubereiten: Rote Bete, Ingwer und Knoblauchzehen schälen, in kleine Stücke schneiden und in ein sau- beres Einmachglas geben. Chili halbieren und das Kerngehäuse entfernen, mit den restlichen Zutaten ins Einmachglas geben und gut vermischen. Die ganze Mischung ca. 7–14 Tage an einen warmen Ort stehen lassen zum Fermentieren. Wenn das Fer- mentiergut leicht säuerlich schmeckt, alles glatt mi- xen mithilfe eines Standmixers.

Marinierte Beten

• 1 Shoga Bete (Ringelbete)

• 1 kleine Rote Bete

• 1 kleiner Radicchio

• Salz

• Zucker

• gutes Rapsöl

Zubereiten: Beten schälen und dünn aufschneiden mithilfe einer Mandoline. Scheiben übereinanderlegen und mit einen Ausste- cher rund ausstechen (Abschnitte aufbewahren). Radicchio Blatt für Blatt pellen (die äußeren Blät- ter nicht verwenden, weil diese zu bitter sind). Ra- dicchio auch mithilfe eines Ausstechers ausstechen. Die Beten mit Salz ,Zucker und Öl marinieren und zehn Minuten stehen lassen, damit sie an Span - nung verlieren.

Rote-Bete-Püree

• 2 große Rote Beten

• 100 g Sauerrahmbutter

• Salz

• 50 ml Weißwein

Rote-Bete-Hippe

• 50 g Eiweiß

• 50 g Mehl

• 50 g Butter

• 50 g Zucker

• 2 El Rote-Bete-Pulver

Zubereiten: Alles vermischen und auf einer Back- matte ausgießen. Bei 160 Grad Celsius ca. fünf bis sieben Minuten backen. Ausstechen, Formen abkühlen lassen.

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Foto: Nadzeya Pakhomavastock.adobe.com

genießen im EssKultur

„Einfach das machen, was lecker ist.“ So lautet das Credo vom Inhaber und Küchenchef des EssKultur, Sascha Werhahn. Er möchte das „Fine Dining zu fairen Konditionen“ anbieten. Das Zehn-Gänge-Menü etwa wird von den Köchen persönlich serviert und zusammen mit Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Gerichten und Kochprozessen zum Gast getragen und bleibt dennoch bezahlbar. Geschmacklich führt die Karte dabei auf eine Reise um die Welt: Die Fusionsküche interpretiert marokkanische, mediterrane oder auch japanische Küche auf kreative Weise. Aber auch die hausgemachte Kohlroulade, handgedreht und befüllt mit regionalem Fleisch, ergänzt mit saisonal wechselnden Beilagen, erfreut sich bei den Gästen großer Beliebtheit.

EssKultur | Aegidientorplatz 3 | 30159 Hannover | Tel. 0176/22086107 www.esskultur-hannover.de

Hier finde ich mein neues Bad

Süßen, selbst gebackenen Kuchen können die Gäste im Café GlüxxEck genießen.

HAUSMANNSKOST im GlüxxEck

Seit wenigen Wochen hat die Südstadt einen Wohlfühl-Ort mehr. Inhaberin Alina Romahn eröffnete das Café GlüxxEck unter dem Motto „Ankommen und eine Auszeit genießen“. Denn: „Im GlüxxEck ist jeder willkommen“, so Romahn. So gibt es beispielsweise für die kleinen Gäste eine liebevoll eingerichtete Spielecke. Romahns Philosophie spiegelt sich auch auf der Menükarte des Cafés wider: Neben einem klassischen Kaffee- und Teeangebot mit hauseigener Röstung aus Italien werden auch selbst gebackene Kuchen und rustikale Snacks angeboten. Laut Romahn sind die Verkaufsschlager bei den Gästen der hauseigene Käse- oder Karottenkuchen sowie die herzhaften Bauernbrote. Letztere werden mit selbst gemachtem Avocado-Mousse und verschiedenen Toppings wie zum Beispiel Tomate und Fetakäse serviert.

GlüxxEck Café | Orli-Wald-Allee 3 | 30173 Hannover | Tel. 0179/1451488 www.gluexxeck-cafe.de

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Fotos: EssKultur
Das EssKultur bietet ein facettenreiches Menü.
Foto: GlüxxEck Café
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eine Werke kennt jeder. Ihn hingegen kaum jemand. Günter Mattei ist scheu. Er mag es nicht, im Vordergrund zu stehen. Daher hat er zwar zahlreiche Pseudonyme, mit denen er seine Arbeiten auch signiert, aber sein eigener Name ist nie dabei. Das ist jetzt

anders: Nicht nur das Plakat, mit dem das Museum Wilhelm Busch für seine neueste Ausstellung wirbt, ist eine der berühmtesten Arbeiten von Günter Mattei, es steht auch in fetten Lettern darauf geschrieben: „Kommst Du? Bilder von Günter Mattei“.

Das Plakat kennt jeder. Einst warb es für den Tierpark Hellabrunn in München. Zu sehen ist ein Affe, der eine Banane wie ein Telefon ans Ohr hält. 1994 ist das Bild entstanden. Der Hintergrund war, dass Mattei gerade in seiner Münchner Lieblingsbar, dem Schumann’s, saß und einen Mann beim Telefonieren beobachtete. „Damals kamen die ersten Handys auf“, erinnert er sich: „Der Mann saß da und hielt sich einen Klotz ans Ohr.“ Der Mann sprach laut. So laut, dass Günter Mattei ihn nicht ignorieren konnte. Ja, vielleicht fühlte er sich auch ein wenig gestört. So gestört, dass er nachts noch das Bild von dem Affen mit der Banane zeichnete und seinem Freund, dem Direktor des Tierparks Hellabrunn, faxte. „Der war begeistert.“ Und so kam es, dass der telefonierende Affe für Hellabrunn Werbung machte.

MEHRFACH

Ausstellungen sollen Spaß machen: Chefredakteurin Heike Schmidt mit Fotograf Michael Wallmüller. Dies ist eines seiner bekanntesten Werke: der Affe, der mit der Banane telefoniert. Das Bild wurde zum Werbeplakat für den Zoo Hellabrunn.
TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: TOBI WÖLKI
Das Museum Wilhelm Busch zeigt Bilder von Günter Mattei sowie von Achim Greser und Heribert Lenz.
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DOPPELDEUTIG UND IMMER MIT FEINEM WITZ
39 nobilis 4/2023

Das Original ist jetzt in der Ausstellung zu sehen – genauso wie die Zootiere, die versuchen, sich unter goldenen Schokohasen einer bekannten Marke zu verstecken, oder das Bild von einem Hasen, der neben einem großen Korb riesiger bunter Eier sitzt und fragend zu einem Strauß aufschaut. Man sieht sich diese Bilder gerne an, lächelt über den feinen Witz und bewundert die genau gesetzten Striche, aus denen Günter Mattei seine Bildgeschichten zusammensetzt. Besonders die Augen der Tiere faszinieren, spricht aus ihnen doch manchmal mehr Klugheit als aus denen in einem Menschengesicht. Fast ist es so, als wollten sich die Tiere ein wenig über den Betrachter amüsieren.

Mops mit doppeltem Hintergrund

Mehrfach doppeldeutig ist der auf den ersten Blick harmlos ­traurig erscheinende Mops, der in Loriot­Manier auf einem Sessel platziert ist. Hinter ihm sind Bilder von Wilhelm Busch an der Wand zu sehen. Auf ihnen liebkost eine Frau ihren Hund und füttert ihn, während er auf dem Tisch sitzt. Da stellt

man sich doch die Frage: Ist der Mops im Vordergrund traurig, dass er nicht so liebkost wird und auf dem Tisch sitzen darf? Würde er gerne seinen Plüschsessel gegen einen harten Tisch eintauschen wollen? Seine Stirnfalten, die ja mopsgegeben sind, unterstreichen das Unausgesprochene. Könnte

sein. Könnte auch nicht sein. Und genau diese feinen Zwischentöne sind es, die die Bilder von Günter Mattei zur Kunst und muse(h)enswert machen. „Wenn Hunde sprechen könnten“, lautet der Titel des 2012 entstandenen Mops­Bildes. Manch einem sagt dieses Bild schon so

sehr viel. Achim Greser und Heribert Lenz sind politischer unterwegs. Im Erdgeschoss sind ihre Zeichnungen zu sehen. Fröhliche Ostern! Der Osterhase staunt nicht schlecht über die dicken Eier. Zootiere verkleiden sich als Goldhasen. Günter Mattei hat einen feinen Sinn für Humor.
40 nobilis 4/2023 culture & art
Ein Bild vorm Bild: Wer genau hinsieht, erkennt die beiden Hundeszenen hinter dem gezeichneten Mops.

Viel zu sagen haben auch Achim Greser und Heribert Lenz. Gemeinsam zeichnen sie seit 1996 politische Karikaturen für große deutsche Zeitungen, allen voran die FAZ. Jeden Morgen treffen sie sich in ihrem gemeinsamen Atelier. „Dann besprechen wir, welches Thema länger als 24 oder 48 Stunden hält“, sagt Achim Greser. Natürlich wird dann auch gestritten. „Unsere Körper sind voller Narben“, erklärt Heribert Lenz. Nein, man sei sich nicht immer einig, finde aber meistens eine Lösung – allein schon, weil die Zeitungsredaktionen nicht unendlich warten könnten. „Vorauseilende Rücksichtnahmen“ gibt es bei beiden nicht.

Alles erlaubt – aber sicher! Politik, Sport, Religion – alles kann ein Thema sein. Auch Mohammed. Auch

als der Staatsschutz ihr Atelier genauer unter die Lupe nahm, um im Falle einer Geiselnahme mögliche Fluchtwege auszuloten, hielt das die beiden Karikaturisten nicht davon ab, mit spitzer Feder das Zeitgeschehen zu kommentieren. Denn auch das gehört für beide zu etwas ganz Existenziellem: Die Meinungsfreiheit, die fernab ist von „angefristeten Korrektheitswahrnehmungen“, wie Heribert Lenz es formuliert. Nicht zuletzt heißt der Titel ihres Ausstellungsparts auch „Alles erlaubt. Politische Karikaturen von Greser & Lenz“. Es passt hervorragend ins Konzept der neuen Direktorin Eva Jandl­Jörg. Sie hatte bei ihrer Antrittsrede gesagt, sie wolle zu Diskussionen anregen – auch über das, was Satire und natürlich auch die Karikatur darf. Und so hat sie auch mit ihrem Team einen kleinen Stammtisch einer Aschaffenburger Kneipe nachge­

baut. An dem Tischchen können die Besucher Kommentare und Ansichten zur Ausstellung und zur Meinungsfreiheit auf Bierdeckeln hinterlassen, auf deren Rückseite Max und Moritz prangen.

Eine sehr schöne Idee, die hoffen lässt, dass viele Kommentare dort entstehen mögen. Und wer vielleicht noch ein paar Inspirationen braucht: Leserbriefe, die Achim Greser und Heribert Lenz erhalten haben, sind auch in der Ausstellung zu sehen. Denn auch das ist Meinungsfreiheit: Jeder darf mitteilen, was er dazu denkt. Nur einen Kommentar möchten die Zeichner nicht hören: „Das geht gar nicht.“ „Das tötet einfach jeden Witz“, sagt Achim Greser. „Das ist, wie wenn der Witz ein zarter Schmetterling ist, der dann einfach mit einem Schlag totgehauen wird“, pflichtet Heribert Lenz bei. Da sind sich beide einig. W

Nobilis

Affen im Zoo oder Batida de Coco: Wer mehr über Günter Mattei erfahren möchte, der kann ihn im Gespräch in unserem Podcast hören. Es geht um den Vorteil, scheu zu sein. Darum, was Werbung mit Kunst zu tun hat, und warum sie eigentlich (in Deutschland) keine Karikatur sein darf. Wer mehr wissen möchte, scannt diesen QR­ Code.

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Wirklich unwirklich

42 nobilis 4/2023 culture & art
TEXT: JÖRG WORAT FOTOS: TOBI WÖLKI/LANDESMUSEUM/SPRENGEL MUSEUM

Künstler und Kurator: Glenn Brown mischt mit seiner Ausstellung „The Real Thing“ in Sprengel Museum und Landesmuseum die Kunstgeschichte auf.

Sind das zwei Figuren oder drei?“„Müssten zwei sein, da sind doch nur vier Beine.“ – „Im Hintergrund sehe ich Fische.“ – „Und so was wie Schlangen.“ Schauplatz der angeregten Diskussion ist der Themenraum „Farbe“ im Sprengel Museum, der Zuwachs bekommen hat: Die ständige Präsentation mit Arbeiten etwa von Emil Nolde, Yves Klein oder Gerhard Richter ist durch ein großformatiges Öl- und Acrylgemälde bereichert worden, das ineinander verschlungene Gestalten zeigt, hauptsächlich in Grüntönen gehalten und offenbar sehr vieldeutig. Die Titelangabe auf dem Schild hilft einer klaren Interpretation nicht wirklich auf die Sprünge: „Bring On The Headless Horses“ heißt die Arbeit, auf der man zwar alles Mögliche, aber keine kopflosen Pferde erkennen kann – die Zeile stammt aus einem Song von „Echo & the Bunnymen“.

Glenn Brown wiederum heißt der Mann, der das sonderbare Werk geschaffen hat. Wenn der Brite, Jahrgang 1966, selbst davor steht, sagt er Sätze wie: „Kämpfen die Figuren miteinander? Oder ist es ein Liebesakt? Ich mag es, wenn meine Bilder ganz unterschiedlich gesehen werden.“ Bilder, die

grundsätzlich auf Vor-Bildern beruhen, denn Brown ist ein überzeugter Vertreter der „Appropriation Art“, der Aneignung von bereits bestehender Kunst: „Man bezieht sich immer auf etwas, das es schon gibt“, sagt er. „Ich tue es ganz bewusst.“ Für die „Headless Horses“ etwa hat Brown zwei Motive kombiniert, verfremdet und mit seinem typisch wirbligen Pinselstrich versehen: eine „Neptun“-Darstellung des Franzosen François Lemoyne (1688–1737) und einen weiblichen Akt von Jan van Noordt, einem niederländischen Künstler des Goldenen Zeitalters im 17. Jahrhundert.

Dies ist das Bild von Glenn Brown, das die Ausstellungsplakate ziert. In der Mitte: Reinhard Spieler (Sprengel Museum) und Katja Lembke (Landesmuseum) zusammen mit Glenn Brown
43 nobilis 4/2023

Quer durch die Jahrhunderte Anregungen nimmt Brown aus allen Epochen, und insofern war es für ihn ein gefundenes Fressen, dass für das laufende Ausstellungsprojekt „The Real Thing“ zwei der bedeutendsten hannoverschen Häuser zusammenarbeiten: das Sprengel Museum und das Landesmuseum. Erstmals in dieser Form, denn zwar hat es schon den Austausch von Leihgaben für die eine oder andere Sonderausstellung gegeben, bislang aber noch kein gemeinsames Projekt.

Der Ursprung für die Doppelschau liegt eine Weile zurück. Zu seinem Einstand als Sprengel-Chef zeigte Dr. Reinhard Spieler 2014 eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Michael Raedecker: „Der ist ein Freund von Glenn Brown“, erläutert Spieler, „und so gab es immer mal die Idee, etwas mit ihm zu machen. Erst sollte das nur ein Raum bei uns sein, aber dann wurde das Projekt immer größer und umfasste nachher zwei Häuser.“ Sehr zur Freude der

Kollegin Dr. Katja Lembke, die das Landesmuseum leitet, wo die ältere Kunst im Mittelpunkt steht: „Glenn Brown hat einen völlig neuen Blick auf unsere Sammlung ermöglicht.“

Und war dabei nicht zimperlich: Seine dortige Präsentation füllt drei Räume in Petersburger Hängung bis unter die Decke. Da die Landesgalerie nach längerer Schließung jetzt neu eröffnet wurde, musste Brown sich auch nicht wie im Sprengel Museum einem bereits bestehenden Ausstellungskonzept anschließen, sondern konnte frei loslegen. Beim Rundgang durch die Lager bediente er sich nach einem schlichten Motto: „Ich habe ausgewählt, was mir gefiel.“ Da Brown außerdem Werke aus dem Sprengel Museum überführen konnte, ist nun eine erstaunliche Kollektion zusammengekommen: Cranach, Picasso, Monet, Rubens, Modersohn-Becker, van Dyck … Und dazwischen natürlich immer wieder Arbeiten von Glenn Brown selbst.

Auf den ersten Blick mag das vielleicht etwas verwirrend wirken, auf den zweiten und dritten erschließen sich immer mehr Zusammenhänge. Da zeigt Brown zum Beispiel eine eigene Komposition in Form einer kopflosen

Glenn Brown mag große Formate: Im Sprengel Museum ist dieser wunderbare Akt zu sehen.
44 nobilis 4/2023 culture & art
Ein Blumenbouquet, das ewig hält. Gemalt hat es der Künstler und Kurator.

und gestauchten Gestalt, deren grellgrün-gelbliche Haut von Wunden bedeckt scheint: „Das Motiv habe ich von einer ,Susanna‘-Skizze von Rembrandt genommen, die Farbe von Ernst Ludwig Kirchner, und die Verletzungen tauchen bei vielen Bildern von Märtyrern auf.“ Also hängen in direkter Nachbarschaft Lovis Corinths impressionistisches „Susanna“-Bild und Jacopo da Pontormos Darstellung des Heiligen Hieronymus als Büßer aus dem 16. Jahrhundert – hier gibt es zudem in der Rückenlinie eine formale Entsprechung zu Browns Bild.

Leben und Tod

Die Kombinationen können äußerst gewagt sein, wenn etwa Frans Snyders‘ um 1630 entstandenes „Stillleben beim Wildhändler“ neben einer rein abstrakten Arbeit von Florentina Pakostas aus dem Jahr 2014 hängt. Und doch: Sind nicht Parallelen in der unteren Bogenform zu erkennen, sind nicht die Betonungen der roten Farbe ähnlich eingesetzt?

Browns Arbeiten können einen morbiden Einschlag haben: „Ich mag es, wenn meine Gemälde mit einem Fuß im Grab stehen“, hat er einst verlauten lassen. Doch wirken sie dadurch nicht zwingend deprimierend. So hat der Künstler für eine Darstellung in einem eigens erworbenen antiken Rahmen zwei Motive des Barock-Malers Murillo ineinander verwoben: Das klassische Mutter-Kind-Motiv und der das Kreuz tragende Christus werden eine Einheit – „Anfang und Ende gehören zusammen“, sagt Brown.

Unter dem Strich ist sein Gesamtwerk derart schräg, dass es nicht verwundert, wenn ein Museumsbesucher sich laut Gedanken über Browns Erscheinungsbild macht: „Ich stelle mir da einen punkigen Typen mit abgerockter Lederjacke vor.“ Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Vom Scheitel bis zur Sohle gibt der Künstler den britischen Gentleman mit Krawatte und Einstecktuch, und er spricht höchst distinguiert, dabei freundlich und mit unterschwelligem Humor – höchst amüsant etwa, wenn er in etwas raubauzigem Tonfall Georg Baselitz imitiert, dessen Kopfüber-Motive er gerne

einbindet: „Der sagt dann: Ich brauche zehn Minuten für ein Bild, und du sitzt ein paar Monate daran.“

Im Sprengel Museum bespielt Brown zusätzlich zu den Eingriffen in die bestehende Hängung einen eigenen Raum, in dem man ihn auch pur erleben kann. Welche Einflüsse zeichnen ihn denn nun aus? Unter anderem das Licht des Barock, die Deformationen des Manierismus, expressionistische Wucht und surrealistische Rätsel, auch schon mal der Reiz von ScienceFiction-Plakaten. Aber letztlich bleibt Brown immer Brown, und man sollte es mit der Quellenforschung auch nicht übertreiben. Zumal der Künstler sagt: „Manchmal weiß ich selbst nicht mehr, was die ursprüngliche Inspiration gewesen ist ...“ W

Wer

Darin gibt der Künstler sehr persönliche Einblicke in seine Arbeit.

Einfach den QRCode scannen.

Nobilis mehr über Glenn Brown und die Ausstellung „The Real Thing“ erfahren möchte, sollte sich den Podcast anhören.
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Auch dieses Bildnis hängt im Sprengel Museum – zwischen Stücken, die dort zu Hause sind. Foto: Tobi Wölki

Erschwinglicher Superstar

Ein David Hockney in der Galerie „kunstraum friesenstrasse“

TEXT: JÖRG WORAT FOTO: BIRGIT STREICHER

Die Seitenansicht eines Mannes, der auf einem Stuhl sitzt: Das ist das aktuelle Lieblingsbild von Dr. Gisela Sperling, die den „kunstraum friesenstrasse“ betreibt. Natürlich ist es nicht irgendein Mann und nicht irgendein Künstler: David Hockney hat 1969 das Porträt von Felix Mann geschaffen, einem deutschen Fotografen und Journalisten, der zudem leidenschaftlich Druckgrafik gesammelt hat – da passt es bestens, dass Hockneys Blatt „The Print Collector“ seinerseits eine Lithographie ist. „Mich fasziniert schon der Kontrast zwischen dem Hintergrund mit den streng geordneten Li-

nien der Jalousie und dem vielfältigen Strich in der Körperzeichnung“, sagt Sperling. „Die ist mal sehr dicht und mal offener. Und die Figur selbst hat natürlich eine starke Ausstrahlung: Dargestellt ist offenbar ein Intellektueller, der ein auffälliges Lorgnon trägt. Sein Blick ist mehrdeutig – fixiert er etwas außerhalb des Bildes oder nicht?

Außerdem sind die Lichtwirkungen interessant gesetzt.“ Es gibt noch einen anderen Aspekt, weshalb die Lithographie das Interesse der „kunstraum“-Betreiberin geweckt hat. Hockney, Jahrgang 1937, war zwischen 2018 und 2019 der teuerste lebende Künst-

ler: Sein Gemälde „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“, eines der typischen farbstarken Swimmingpool-Bilder, wurde für gut 90 Millionen US-Dollar versteigert. Nun sind Druckgrafiken wegen der größeren Stückzahl zwar grundsätzlich erheblich billiger, aber so hoch ist die Auflage von Sperlings Blatt nicht – es gibt 65 Exemplare davon. „Da war ich doch überrascht, dass ich es für einen vierstelligen Betrag ersteigern konnte“, sagt die stolze Besitzerin. „Das zeigt, dass man nicht immer superreich sein muss, um an hervorragende Arbeiten von hoch gehandelten Künstlern zu kommen.“

46 nobilis 4/2023 culture & art
Betreiberin des „kunstraum friesenstrasse“: Dr. Gisela Sperling

Zusammenhänge

Der 2019 eröffnete „kunstraum friesenstrasse“ hat in Hannover ein gewisses Alleinstellungsmerkmal, denn er ist keine Galerie im klassischen Sinn. Gisela Sperling, einst Inhaberin der Marien-Apotheke, zeigt hier in unterschiedlichen Konstellationen Stücke aus ihrer Sammlung, die ständig erweitert wird, bietet jedoch nichts davon zum Verkauf an. Regelmäßig holt sie externe Künstler mit an Bord, damit diese Arbeiten aus der Kollektion wählen und sie in Interaktion mit eigenen Werken treten lassen. Der Hockney ist dabei besonders begehrt: Schon viermal

wurde das Blatt auserkoren, und auch in der „Intervention VI“, die am 4. April eröffnet wird, soll es eine Rolle spielen: Künstlerin Gabriele Regiert will die Lithographie in ihre Ausstellung einbinden.

Sperling freut sich schon darauf: „Die Arbeiten wirken je nach Zusammenhang ganz unterschiedlich. Es ist schon vorgekommen, dass ich ein Kunstwerk erst bei der vierten Hängung richtig zu würdigen wusste.“ Ihre Kollektion hat zwar einen Schwerpunkt in Richtung Abstraktion – insofern stellt der Hockney einen kleinen Ausreißer dar –, ist aber schon in Hinblick auf die Medien breit

gefächert: Sie enthält beispielsweise Zeichnungen und Objekte ebenso wie Malerei und Fotografie. Also gibt es hier regelmäßig entweder ganz Neues zu entdecken – oder eben Bekanntes in neuen Zusammenhängen Und die Kommunikationsfreude der Sammlerin setzt immer wieder eins drauf: „Es ist doch das Schönste, wenn man sich über die Kunst austauschen kann.“ W

kunstraum friesenstrasse

Friesenstraße 15 | 30161 Hannover Tel. 0511/60499923

www.kunstraum-friesenstrasse.com

Außenansicht des „kunstraum friesenstrasse“ Foto: Sebastian Moock Barbara Helmrich Dipl.-Restauratorin für Kunst- und Kulturgut Einige Möbel des Hofarchitekten
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G. L. F. Laves wurden für die Ausstellung im Museum August Kestner bei uns restauriert.

Klug und gut: Yaras Hochzeit

Wo fängt eigentlich Rassismus an? Das Schauspielhaus Hannover zeigt in Kooperation mit NITE Groningen eine sehr sehenswerte Inszenierung.

Es ist eine Geschichte von Freundschaft. Eine Geschichte von einem Moment der Feigheit, der scheinbar alles zerstört. Aber es ist auch die Geschichte eines stillen Mädchens, das als Frau zwar nicht viel sagt, aber umso mehr bewirkt: Es ist Yaras Hochzeit. Im Schauspielhaus Hannover feierte das Stück von

Antigone Akgün, Rasit Elibol, Mohamedou Ould Slahi Houbeini und Rik van den Bos Uraufführung – in deutscher, niederländischer und englischer Sprache. Es ist in einer Koproduktion mit NITE Groningen entstanden, und es ist ein Beweis dafür, zu welchen wunderbaren Ergebnissen ein Blick über den eigenen Tel­

lerrand führen kann. Dieses Stück ist mehr als ein einfaches Theaterspiel: Es ist auch Musical und Tanztheater. Und gerade diese Kombination macht es nicht nur spannend, sondern auch für jüngere Besucher interessant. Die Thematik werden viele kennen: Es geht um eine Gruppe Jugendlicher, die sich selbst die Sonne in einen verregneten Sommer bringen, die in einem verwilderten Garten nebst Herrenhaus nachts die Sterne betrachten und die Einlassungen der Erwachsenen mit höflichem Augenrollen weitgehend ignorieren. Ja,

Freunde, die feiern. So weit, so normal. Erst einmal. Bis ein Haus brennt und das Drama seinen Lauf nimmt. Schwarz? Weiß? Immer wieder kommen alte Bedenken hoch. Anja Herden als Tante ist die Mahnerin im Stück.
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TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: KATRIN RIBBE

sie sind zum Teil schwarz. Ja, man müsse als Schwarze immer mehr als andere leisten. Ja, ja, ja. Innerhalb ihrer Gruppe spielt es schließlich keine Rolle, wer welche Hautfarbe hat oder wer welcher Kultur angehört. Bis, ja bis das alte Herrenhaus abbrennt.

Mutlos ins Verderben

Es war keine Absicht. Sicher. Tony, der „Ur ­Holländer“ und Verursacher des Brandes, flieht, wie es wohl jeder Jugendliche tun würde. Stattdessen wird der Vater von Sebastian – ein Schwarzer – zu Unrecht zur Polizei gebracht. Und Tony? Der sagt nichts. Ihn verlässt der Mut. Als Tony sieht, dass Sebastians Vater von der Polizei freigelassen wird, besteht für ihn kein Grund mehr, die Schuld einzugestehen. Es ist ja alles gut. Oder? Nicht jeder in der Gruppe sieht das so. Aufbrechen werden diese Konflikte aber erst später, bei Sebastians und Yaras Hochzeit. Yara hat zum Fest alle eingeladen. Ganz zum Schluss wird man auch erfahren, warum. So lange sitzt die Namensgeberin des Stückes aber im zweiten Teil weitgehend stumm auf ihrem Hochzeitsthron und beobachtet das Spiel zu ihren Füßen, das immer wieder auch der Frage nachgeht: Was macht rassistische Gewalt mit einer solchen Gruppe, die eigent­

lich gar nichts mit Rassismus am Hut hat? Das Thema ist gut, die Umsetzung klug. Indem die Handelnden in den unterschiedlichen Sprachen und Ausdrucksformen agieren, das Thema aber immer dasselbe ist, wird die Einheit in Vielfalt spürbar. Man nimmt den Jugendlichen und dann jungen Erwachsenen den Willen zur Verständigung genauso wie das Scheitern daran ab. Das kann durchaus komische Züge haben, wenn Sebastians weiße, politisch­überkorrekte Mutter Sally mal wieder eine schwarze Hochzeits ­Besucherin fragt, woher sie denn eigentlich käme, und von den glücklich­naiven Bewohnern in südlichen Ländern schwärmt.

Alles perfekt, oder doch nicht?

Diese Inszenierung unter der Regie von Guy Weizman ist zwar nicht bierernst, aber trotzdem schockierend realitätsnah. Das in sich strahlende Yves ­Klein­Blau, in dem die ganze Bühne (Ascon de Nijs) und auch die Kostüme (bis auf Yaras silberfarbenes Hochzeitskleid) gehalten sind, signalisiert zudem: Auch wenn die Menschen in diesem von Yves Klein ausgerufenen „perfekten“ Blau, also

Die Besetzung

Yara: Karima El Fillali

Sebastian: Nicolas Matthews

Tony: Sanne den Hartogh

Monica: Sarah Janneh

Miranda: Anja Herden

Beau: Igor Podsialsky

Greta: Katharina Sattler

Penny: Jésula Tousaint Visser

Sally: Bien de Moor

einer offenbar perfekten Welt, ohne Unterschiede agieren wollen, bleiben diese Verschiedenheiten doch bestehen. Die Differenzierungen machen die Menschen selbst, tragen sie vielleicht auch immer in sich. Die Welt drumherum mag monochrom und äußerlich politisch­perfekt sein. Die Welt der Menschen bleibt verschieden – auch wenn es auf den ersten Blick anders aussehen mag.

Die Livemusik dazu (Jochem Braat, Oriola Marès und Niels Meliefste) hat von allem etwas: Soul, Hip ­Hop. Sie unterstreicht die Vielfältigkeit und den Pulsschlag der jüngeren Gesellschaft. Dass es zum Schluss doch irgendwie ein Happy End gibt, liegt an Yara selbst. Sie stellt eine einfache

Frage: „Was hindert uns daran, wieder zusammenzukommen?“

Fazit: Jeder Jugendliche in Hannover sollte dieses Stück gesehen haben. W

Nobilis

Yara im silberfarbenen Brautkleid sticht aus der Gruppe der Gäste heraus. Sie feiern, während Yara – von oben herab –dem Spiel zusieht.
Anja Herden spielt im Stück „Yaras Hochzeit“ mit. Im Nobilis-Podcast berichtet die Schauspielerin, was sie an dem Stück fasziniert 49 nobilis 4/2023

Wenn Tanzen Ausdruck ohne Sprache ist, dann ist die Choreographie von Medhi Walerski Poesie. Sie berührt mehr als tausend Worte. „Sway“ (Schwanken) heißt sein Teil des Ballettabends „Glaube – Liebe – Hoffnung“, der für den ruhigen, aber umso kraftvolleren „Glauben“ steht. Kaum zu glauben sind die Momente, in denen die Bewegungen der Tänzerinnen und Tänzer so gespannt-langsam sind, dass die Kraft und der Wille zur Leichtigkeit der Umsetzung spürbar werden. Die Compagnie in schlichten schwarzen Anzughosen schafft magische Augenblicke im Halbdunkel der Bühne, indem sie Bilder kraftvoller Hoffnung in den Raum malt. Lizette van der Linden hat dafür ein wunderbares Lichtkonzept geschaffen. Die Musik dazu stammt von Adrien Cronet, der das Stück nach der Musik von Johann Sebastian Bach geschrieben hat.

„Sway“ ist der ruhigste Teil des Abends, für den die drei Choreographen

Guillaume Hulot, Medhi Walerski und Marco Goecke recht unterschiedliche Teile zusammengefügt haben. Der Abend beginnt mit „Milk“, einer Uraufführung von Guillaume Hulot. Sie steht für die Liebe, die Mutterliebe, wobei dabei keineswegs eine Mutter mit einer Frau gleichzusetzen ist. Zwar sind die Kostüme (Marvin M’toumo) von den sekundären Geschlechtsmerkmalen einer Frau geprägt – die Corsagen tragen mannigfache Brüste, die ausladenden rokoko-inspirierten Röcke betonen die Hüften –, doch sie werden von einer Tänzerin ebenso wie von einem männlichen Kollegen getragen. Mutterliebe ist in dieser Inszenierung an kein Geschlecht gebunden.

Musik von Mozart bis The Police

Die Musik dazu ist so unterschiedlich wie der Teil des Abends an sich: Sie reicht von Tanya Tagaq über Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu The Police. Die Aufführung beginnt mit einem

Wunderschöne Bilder schaffen die Tänzer in „Sway“. In „MILK“ geht es um die Liebe. Die Mutterliebe, die aber keineswegs nur an ein Geschlecht gebunden ist.
„Glaube – Liebe – Hoffnung“ ist ein ungewöhnlicher, sehr sehenswerter Ballett
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TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: CARLOS QUEZADA

Schrei von von Tanya Tagaq. Es ist die Empörung, der nahezu jeder Säugling nach seiner Geburt Ausdruck verleiht. Es kann auch ein Schrei nach der (Mutter-)Liebe sein, ein Schrei nach Versorgung. Während Mozart für das süße, leichte (auch auf Mütter) projizierte, ja, auch sentimentale Glück steht, wird dies immer wieder durch die eher harschen Stücke der Kehlkopfsängerin Tanya Tagaq relativiert.

„Love is an action, never a simple feeling“ – Liebe ist eine Handlung, niemals nur ein Gefühl. Dieses Zitat der Autorin Bell Hooks verleiht Guillaume Hulot Ausdruck. Dabei wird beispielsweise auch thematisiert, wie man es schafft, liebevoll auf den Trotz des Nachwuchses beim Erwachsenwerden zu reagieren. Es geht um das Spiel zwischen Nähe und Distanz, zwischen unbedingter Liebe auch in Zeiten der Abnabelung vom Elternhaus.

„Hallo Erde“ von Marco Goecke

Zum Ende des Ballettabends gibt es die Inszenierung „Hello Earth“ von Marco Goecke zu sehen, die 2014 in Den Haag uraufgeführt wurde. Goecke nimmt sich den Blick von außen auf die Welt vor. Er nähert sich vom Urknall, von der Geburt bis zum Tod. Die Bewegungen sind manchmal zur Gespanntheit flirrend, dann wieder spielerisch, wenn die Tänzerinnen und Tänzer durchs Popcorn wie Kinder durch frisch gefallenen Schnee streifen und springen. Während das Popcorn auf der Bühne zu Anfang in Form eines riesigen Herzens erscheint, verliert es an Form – je weiter das Spiel voranschreitet und je mehr die aufgeplatzten Maiskörner zum Bewegungsbooster geworden sind.

Das fliegende Popcorn verlängert die Bewegungen. Während es wie in Zeitlupe die Bewegung der Tänzer nachmalt, sind diese schon bei der nächsten. Sie sind immer voraus, während die Zuschauer oftmals noch an die schwebenden Popcorn-Bilder denken. Es ist manchmal wie im Kino: Das frische

Popcorn ist im Zuschauerraum zu riechen. Es riecht nach Kino. Die Musik von Benjamin Britten ist bombastisch wie bei einem Blockbuster.

Untergang in flockigem Popcorn? Und manchmal überlegt man, was eigentlich wäre, wenn die Tänzer auf Miniaturformat schrumpften. Würden sie im leichten und flockigen Popcorn untergehen? Würde es über ihnen zusammenwogen? Würde dieses Symbol der leichten Unterhaltung am Ende einfach die Tänzerinnen und Tänzer verschlucken? Sie unsichtbar machen? Ihre Kunst unter der profanen Popcorn-Leichtigkeit verschwinden lassen? Doch auch dafür findet Marco Goecke eine Antwort. Im Programmheft des Abends wird sie zitiert: „You must not lose faith in humanity“, hat Mahatma Gandhi einmal gesagt: „Du darfst den Glauben an die Menschlichkeit nicht verlieren.“

„Glaube – Liebe – Hoffnung“ ist das, was für Hannovers Universalgelehrten

Gottfried Wilhelm Leibniz eine Maxime war: Die Einheit in Vielfalt. Er schrieb: „Die Menschen sind verschieden, doch die Wahrheit ist eine; und alle, die sie suchen, auf welchem Gebiet es sei, helfen einander.“ W

„Glaube – Liebe – Hoffnung“ ist noch bis Ende der Spielzeit zu sehen. In unserem Podcast haben wir mit Dramaturgin Marie Leese über das Ballett gesprochen.

Tanz in einem großen Popcorn-Herz: „Hello Earth“ heißt der Teil, den Marco Goecke beigesteuert hat.
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Endlich: SURFEN IN DER CITY

Ende April wird die Anlage zum Surfen auf der Leine in der Altstadt offiziell eröffnet.

TEXT: TORSTEN LIPPELT

FOTOS: HENNING SCHEFFEN

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Außer Atem, aber glücklich: Das Surfen auf der Leinewelle ist sehr anstrengend, aber macht vor allem eins –Spaß!

Surfen in der City: Endlich ist es so weit! Die Leinewelle wird Ende April offiziell in Betrieb genommen –zehn Jahre nach der ersten Idee.

Die „kühne Idee eines Traumes vom Wellenreiten auf der Leine“ und „Surfer-Romantik hinter dem Landtag“, so hatte im Jahr 2013 die hannoversche Tagespresse noch Heiko Heybeys Ambitionen für seine Leinewelle bezeichnet. Zehn Jahre später wird sie nun Realität. Aus – nach hannoverschen Maßstäben – wagemutigen Wünschen ist eine perfekte Welle geworden. Der bislang kaum beachtete Fließbereich der Leine zwischen Landtag und Historischem Museum ist dank der installierten, stehenden Welle zum Fluss-Surfen – Leinewelle genannt – nun eine TouristenAttraktion in der Altstadt geworden, für Surfliebhaber und Zuschauer mit und ohne Kamera. Diese bestaunen bereits

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seit dem Beginn der Testphase im Oktober 2022, was man und frau nun mit einem Surfbrett hier auf der bislang jahrzehntelang grün-braun und träge vor sich hin fließenden Leine so alles zwischen Wellenkamm und weißer Gischt dahinter machen kann.

Dafür sorgt seit August 2022 eine im Flussbett der Leine installierte technische Anlage. Mithilfe von drei stufenlos hydraulisch regulierbaren Wellenkörpern aus Stahl – jeder drei Meter breit und fünf Meter lang – erzeugt diese nach Wunsch hier eine steilere oder flachere stehende Welle, um auf dieser Wellenreiten zu können. „Es ist die erste Anlage dieser Art in einem Fluss in Norddeutschland“, so der Leinewellen-Initiator Heiko Heybey. Vorbild für seinen Traum vom Fluss-Surfen in einer Großstadt war die berühmte Eisbachwelle in München. Doch es dauerte vom Planungsbeginn 2013 acht Jahre bis zum Spatenstich im Juni 2021.

Begründet liegt dies in der Kostenstruktur für den Bau. Das Geld dafür sammelte ein eigens gegründeter Trägerverein. Er sammelte über die Jahre hinweg rund 1,4 Millionen Euro an Spenden für den Bau der Welle,

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Wildes Gewässer: Die Leinewelle steht ihrem Vorbild in München, dem „Eisbach“, in nichts nach. Ein Traum wird wahr: Die Leinewelle ist die erste Anlage ihrer Art in Norddeutschland.
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die ohne öffentliche Zuschüsse gebaut wurde. Dass es so lange dauerte, bis die Welle fertig wurde, lag an juristischen Einwänden gegen den Bau. Beispielsweise protestierte der Fischereiverein. Er sah den Fischbestand in Gefahr. Man legte den Streit bei, indem ein sogenannter „Fischpass“ in die Anlage integriert wurde, damit die Flussbewohner weiterhin die Leine hinauf- und hinunterkommen. Für weitere ungeplante Verzögerungen von mehreren Wochen sorgte nach Baubeginn dann der unerwartet stabile Lehmuntergrund unter dem LeineFlussbett, der das Einbringen der erforderlichen Spundwände zunächst verhinderte.

Zwar fehlen immer noch rund 500.000 Euro zur endgültigen Finanzierung des Projektes. Doch ungeachtet dessen nimmt der Trägerverein Leinewelle nun den Betrieb auf. Und das gleich mit einer großen Welle: Zur Eröffnungsfeier am 28. April (11 Uhr) kommen Bürgermeister Belit Onay oder auch Regionspräsident Steffen Krach. Danach folgt gleich das nächste Highlight: Am Wochenende 29. und 30. April kommen die Stars der Surferszene nach Hannover, um sich bei den deutschen Meisterschaften im Rapid Surfen des Deutschen Wellenreitverbandes e.V. (DWV) zu messen. Hannover ist die erst vierte Gastgeberstadt dafür, nach Nürnberg, Berlin und München.

Damit Hannover überhaupt Gastgeber werden konnte, ist der aktuell rund 190 Mitglieder zählende Verein Leinewelle Mitglied im Landessportbund Niedersachsen (LSB) geworden. „Seit 2020 ist Wellenreiten eine olympische Disziplin. Eine deutsche RapidSurf-Meisterschaft in der Landeshauptstadt Hannover, auf der Trainingsstätte des Leinewelle-Vereins, ist eine tolle Werbung für den jungen Sport in Niedersachsen“, lobte der Landessportbund-Vorstandsvorsitzende Reinhard Rawe Ende Januar 2023 bei der Übergabe der Aufnahmeurkunde. Und auch der Vereinsvorsitzende Heiko Heybey freut sich „riesig, die enercity Leinewelle endlich mit allen Menschen zu

Ein langer Prozess: Von der Planung bis zum Baubeginn sind acht lange Jahre vergangen.
54 nobilis 4/2023 sport & nature
Für den Surfspaß in der Leine sorgen drei hydraulisch regulierbare Wellenkörper aus Stahl. Diese sind jeweils drei Meter breit und fünf Meter lang.

teilen. Die Welle, die das Unternehmen Dreamwave uns hier in Hannover konstruiert hat, ist wirklich eine wahr gewordene Traumwelle. Bei der deutschen Meisterschaft wird die Surfelite Deutschlands zeigen, was auf ihr möglich ist.“ Bis zu 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Klassen U16, Open und Ü35 sollen zeigen, dass die Welle auch für Profis und hochklassige Wettbewerbe geeignet ist.

Damit aus der Vision des studierten Architekten und – mit dem Lokal Spandau – aktiven Gastronomen aus „ein Traum, zehn Surfbegeisterte, 100 Freunde & Helfer sowie 1.000 gute Gründe“ ab dem 1. Mai eine Bereicherung für die Stadt und Region Hannover wird, setzt der Verein auf Testsurfer und „Wavemaster“. Rund 90 Mitglieder haben sich bis zur offiziellen Eröffnung dazu schulen lassen. Jeweils zu zweit

sollen zukünftig auf der Anlage bis zu zehn Gäste pro Stunde betreut werden. „Hier kann jeder surfen. Das ist auch was für Anfänger“, so Lasse Bauer von der Firma Dreamwave, die die Leinewelle konzipiert hat.

Ein ausgebildetes Mitglied bedient dann die Surfanlage nach Wunsch, das andere führt Aufsicht direkt am Wasser. Für Kinder und Jugendliche auf der Welle soll es ein speziell ausgearbeitetes Konzept geben.

Aber auch Testsurfer waren gefragt, um im Probebetrieb vor Ort Erfahrungen auf der Welle bei den verschiedenen Einstellungen zu sammeln und die Nutzung zu optimieren. So übten seit Oktober 2022 sowohl Vereinsmitglieder als auch professionelle Surfer aus anderen Städten mit Fluss-SurfAnlagen auf der Leine – mit positivem Fazit. Unter ihnen Anika Weizel, Pro Surferin und Leiterin der Hasewelle in Osnabrück: „Was für eine tolle Welle, was für ein Ambiente mitten in der Stadt! Man sieht Hannover mit ganz anderen Augen!“ Auch wenn sich der eine oder andere Wellenreitprofi bei eisigen Luft- und Wassertemperaturen zwischendurch schon mal gern die Hände an Flaschen mit heißem Wasser aufwärmte.

Wer ab dem 1. Mai die Leinewelle selbst ausprobieren möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten: Mit dem dann laufenden Buchungssystem können als regelmäßige Nutzer Vereinsmitglieder (Jahresbeitrag für Erwachsene 240 Euro) Termine zum Leinesurfen bei Tageslicht buchen. Dafür gibt es 24 Freistunden im Jahr. Für zehn Euro pro Stunde soll später dann auch Nichtvereinsmitgliedern die perfekte Welle ermöglicht werden.

„Wir wollen so vielen Menschen wie möglich das Surfen so günstig wie möglich zugänglich machen“, erläutert Heiko Heybey das Konzept. Dazu gehört auch, die Mitgliederzahl möglichst auf 350 zu steigern, um künftige Wartungskosten abdecken zu können. Schließlich möchte man mit der Leinewelle auch dauerhaft und bundesweit die perfekte Welle machen zur Steigerung der touristischen Attraktivität Hannovers. W

Das Warten auf die perfekte Welle hat sich gelohnt. Fortan gibt es für Freunde des Surfsports in Hannover eine Attraktion mehr. Das Projekt „Leinewelle“ muss gut durchdacht sein, damit später im laufenden Betrieb alles funktioniert.

Im Südwesten der Region Hannover thront das Schloss Marienburg. Erbaut wurde es auf Wunsch von König Georg V.

Berge und Meer

Die schönsten Wanderungen in und um Hannover: Insider empfehlen lauschige Pfade und verraten ihre Lieblingsrastplätze.

n Bäumen und Sträuchern sprießt frisches Grün, im Wald duftet es würzig nach Bärlauch, die Vögel singen und die Frühlingssonne hat schon wärmende Kraft. Jetzt ist die schönste Zeit für Ausflüge und Wandertouren durch die erwachende Natur. In Hannover liegen Berge und Meer, Wälder und Moor direkt vor der Tür – und in jeder Himmelsrichtung gibt es Rundwege, die noch nicht überlaufen sind.

Wilderer und Wasserräder

Hannovers Hausberg, der Deister, ist am Wochenende bei schönem Wetter

immer gut besucht. Aber abseits der Hauptwege gibt es auch weniger ausgetrampelte Pfade. „Der Eltenweg ab Wennigsen ist landschaftlich besonders hübsch“, empfiehlt Amirah Adam, die den örtlichen Tourismus-Service leitet. Der Rundweg folgt den Spuren des königlichen Jägers Eduard Elten, der hier im Jahre 1835 den Wilddieb Friedrich Meyer aus Münder zur Strecke gebracht haben soll, dabei aber selbst erschossen wurde und auf dem Friedhof in Wennigsen ein heroisches Grabmal bekam.

Die Wanderung zu seinen Ehren startet am Waldkater bei der 500-jäh-

Auch die Kleinen können im Deister auf große Erkundungstour gehen.
TEXT: KAREN ROSKE
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Foto: Christian Wyrwa

rigen Ziegeneiche, an der sich zu Eltens Zeiten die Ziegenhirten trafen. Dann geht es hinauf zum Sandkopf, wo am historischen Tatort der EltenGedenkstein steht. Der Rundweg folgt der sogenannten Tellerkurve, führt wieder bergab zu den Wennigser Wasserrädern, vorbei am Stauteich des Dorotheen-Schachts, wo bis 1895 Kohle gefördert wurde, zur ForstmeisterBank-Grotte und wieder zurück.

„Der Weg ist in weiten Teilen ein Naturpfad und zur Bärlauchblüte im Frühling besonders schön“, erzählt Amirah Adam. „Für Kinder sind neben den Wasserrädern auch der Walderlebnispfad und der Natur-Rätsel-Pfad interessant.“ Der Eltenweg lässt sich abkürzen oder auch verlängern: Oben an der Tellerkurve sind es noch gut zwei

Malerisch schlängelt sich der Wanderweg durch den Deister. Besonders schön ist es hier zur Bärlauchblüte im Frühling.

Kilometer zum Annaturm, der am höchsten Punkt auf dem Kammweg über die Wipfel guckt und eine Waldgaststätte bietet. Auf dem Kammweg liegt auch einer von Amirah Adams Lieblingsplätzen: „An der Schutzhütte

Laube haben Sie zu jeder Tageszeit und zu jeder Jahreszeit schöne Ausblicke zu beiden Seiten.“ Im Norden liegt dem Deister das Calenberger Land zu Füßen, im Süden schweift der Blick ins Weserbergland.

Foto: Michael Abid Sommer Foto: Christian Wyrwa
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Im Westen der Region Hannover liegt das Meer: „Die Faszination dieser großen Wasserfläche ist einmalig“, schwärmt Nina Vanessa Bergmann vom Steinhuder Meer Tourismus, die den größten See Nordwestdeutschlands jeden Tag vor Augen hat. „Und die Landschaften sind so verschieden: im Nordosten das Moor und gegenüber die Meerbruchswiesen, dazu Dünen und Strände, Erlenbruchwald und die Rehburger Berge.“ Der gut beschilderte Steinhuder Meer Rundweg ist mit seinen 32 Kilometern eine schöne Radtour. Zum Wandern sind ruhigere Wege aber besser geeignet.

Schmale Pfade schlängeln sich durch das geheimnisvolle Tote Moor, das größte Hochmoor in der Region Hannover. Am Moor-Erlebnisweg kann man seine Geschichte auf sieben Kilometern erwandern. Los geht es am Großenheidorner Turm mit Panoramablick übers Ostufer, das ganz langsam versandet. An ehemaligen Torfstichen erklären Infotafeln, wie hart das Leben der Torfbauern früher war. Ein Holzsteg führt sicher über sumpfiges Gelände, zum Seerosensee mit Moorfröschen und weiteren Aussichtstürmen. Wie hier werden vielerorts Moore wieder vernässt, denn

sie speichern tonnenweise Kohlenstoff und sind deshalb wichtig für den Klimaschutz. Außerdem sind sie Rückzugsräume für seltene Tiere und Pflanzen. Von Mai bis Oktober bietet der Naturpark auch Moorführungen an.

Gegenüber erheben sich die Rehburger Berge, ein kleines, kaum bekanntes Wanderparadies mit großer Geschichte: Im 18. Jahrhundert galt Bad Rehburg als „Madeira des Nordens“, weil das Hannoversche Königshaus den Kurort in Mode brachte. Davon zeugen die „Historischen Promenaden Romantik Bad Rehburg“

mit geschwungenen Pfaden, plätschernden Wasserläufen und künstlichen Felsen. Nach einem Dornröschenschlaf wurden vier Kilometer der Promenaden mit Ruheplätzen, Sichtachsen und herrlichen Ausblicken aufs Steinhuder Meer wiederhergestellt.

Am einstigen Kurpark in Rehburg beginnt der Brüder Grimm Märchenweg, ein schöner Rundweg für Familien mit Kindern: Hölzerne Figuren erzählen von Froschkönig und Sterntaler, vom Rehburger Brunnen oder vom Hühnchen, das nach Loccum wollte.

Die Räumlichkeiten von Schloss Marienburg beeindrucken mit märchenhafter Architektur. Foto: Christian Wyrwa Foto: Hans Zaglitsch
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Das Steinhuder Meer gilt als eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Norddeutschlands.

Die Eilenriede von oben Um durch dichte Wälder zu wandern, müssen Hannoveraner die Stadtgrenzen gar nicht verlassen. Sie haben ja die Eilenriede, einen der größten Stadtwälder Europas. Ausgewiesene Rundwege gibt es nicht, aber Übersichtskarten an den Eingängen und Wegweiser an den Kreuzungen helfen bei der Orientierung. Johannes Drechsel, Forstwissenschaftler im städtischen Fachbereich Umwelt und Stadtgrün, empfiehlt einen Besuch in der Waldstation Eilenriede. Für einen Euro Eintrittsgebühr gibt es auf dem weitläufigen Gelände 27 Erlebnis-Stationen, Teiche, Tiergehege und nicht zuletzt das Wald-Hochhaus. „Der Ausblick ist faszinierend, auch Förster sehen Baumkronen selten von oben“, sagt Johannes Drechsel. „Im Überblick wird auch deutlich, wie die Stadt um den Wald herumgewachsen ist.“

Calenberger Schlossrundgänge

Schloss Marienburg ist in jeder Hinsicht der Höhepunkt im Südwesten der Region Hannover. Bei Nordstemmen an der Leine startet ein schöner Rundweg, der zuerst am Waldrand entlang um den Marienberg herum und dann zur Burg hinaufführt. Zum Finale erreichen die Wanderer das märchenhafte Schloss, das König Georg V. im 19. Jahrhundert als Geburtstagsgeschenk für seine Gattin Königin Marie bauen ließ. Oben belohnen eine sagenhafte Aussicht und ein Café für den Aufstieg.

Der „Calenberger Landsommer“ lädt zwischen Barsinghausen, Pattensen und Schulenburg zu Rundgängen mit ortskundigen Gästeführern ein. Auf dem Programm stehen Burgen, Schlösser, Klöster, Steinbrüche oder Wildkräuter.

Eiszeit in der Wedemark

Die ländliche Wedemark im Norden der Landeshauptstadt ist nicht umsonst ein bevorzugter Wohnort prominenter Hannoveraner. Wie die schöne Landschaft entstand, wird auf dem Geo-Erlebnispfad „Bewegte Steine“ am Brelinger Berg anschaulich. Der eiszeit-

liche Erlebnispfad erklärt und veranschaulicht an elf künstlerisch gestalteten Stationen, wie skandinavische Gletscher das Gelände einst geformt haben. Von März bis Oktober werden auch Führungen angeboten.

Touren planen, Wege finden Wanderkarten und Broschüren gibt es kostenlos bei der Hannover Marketing & Tourismus Gesellschaft, gedruckt zum Beispiel in der Tourist-Info am Hauptbahnhof oder digital unter visithannover.com. Lokale Wandertipps finden sich auch unter deister.de, steinhuder-meer.de oder auf den Internetseiten der einzelnen Gemeinden in der Region Hannover. Sowohl für die Vorbereitung als auch zur Orientierung unter wegs sind die Routenplaner komoot.de und outdooractive.com nützlich. W

In der Eilenriede können Wanderer nach Herzenslust durch das üppige Grün schlendern. Lernen, wie die Landschaft der Wedemark entstand, kann man auf dem Geo­Erlebnispfad. Sich für einen Pfad zu entscheiden, fällt schwer. Jeder führt zu einem interessanten Ort in der Umgebung. Vom Wald­Hochaus lassen sich Flora und Fauna gut beobachten. Foto: Christian Wyrwa Foto: Lars Gerhardts Foto: Christian Wyrwa
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Foto: Christian Wyrwa

Warum „Anka“ den Burgdorfer Golfclub liebt

Im zweiten Teil unserer Serie geht Celia Paulina Strauch mit Ann-Kathrin Lindner über das Burgdorfer Green.

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TEXT: HEIKE SCHMIDT FOTOS: LORENA KIRSTE

Knapp 30 Kilometer nördlich von Hannover entfernt, in der Ortschaft Ehlershausen bei Burgdorf, liegt der Burgdorfer Golfclub. Eingebettet in eine herrliche Waldlandschaft erstrecken sich ein 18-Loch-Platz und seit ein paar Jahren auch ein wunderschöner 6-Loch-Platz. Ein großes Schild zeigt die Richtung und nach einer kurzen gepflasterten Straße taucht bereits das Clubhaus auf. Es gibt einiges Neues zu entdecken. Der Golfclub hat rund 200.000 Euro in die Sanierung der Sanitärbereiche investiert.

Neben dem renovierten Bereich im Clubhaus ist seit Oktober 2022 ein neuer Gastronom eingezogen. Das Steakhouse Apache bietet eine Schnittstelle zwischen Restaurant, Lounge und Bar. Die Gastronomen-Familie kann bereits auf eine 20 Jahre lange Erfahrung mit ihrem Restaurant in Celle zurückblicken und hat nun im Burgdorfer Golfclub ihr zweites Restaurant eröffnet. Neben einer großen Auswahl diverser Steaks vom Lavagrill dürfen sich die Gäste auch über vielfältige Vorspeisen, diverse Flammkuchenvariationen, Bowls, Salate und Kleinigkeiten vor oder nach der Golfrunde freuen. Sie bewirten dort nicht nur Vereinsmitglieder oder Gastspieler, sondern heißen auch auswärtige Gäste willkommen.

Gegenüber vom Clubhaus, in der Nähe der Driving Range, entsteht gerade eine Indoor-Putting-Area. Diese kann ab Mai 2023 ganzjährig genutzt werden. Celia Paulina trifft hier ein besonderes Mitglied. Seit Beginn ihrer Karriere ist sie im Burgdorfer Golfclub aktiv – und das ist nun bereits 20 Jahre her. Von wem ist die Rede? Von Ann-Kathrin Lindner, einem Golf-Star aus dem Norden! Nicht vielleicht für jeden, aber in der Szene kommt man an ihr nicht vorbei. Sie feierte unzählige Erfolge im Amateurund Profisport. Sie war im deutschen Damennationalkader und Spielerin auf der European Ladies Tour.

Spaß beim gemeinsamen Spiel: Celia Paulina mit „Anka“ in Burgdorf Schöner Schlag! Ann-Kathrin Lindner ist ein Profi in Sachen Golf. Erste Schläge machte sie im Burgdorfer Golfclub. Die Strecken zwischen den Greens führen durch Wäldchen mit Nadelbäumen.
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Ann-Kathrin Lindner liebt den Burgdorfer Golfclub. In diesem Club begann ihre großartige Karriere, hier sind ihre Förderer. Es ist ihr absoluter Lieblingsort, um immer wieder mit Freude die Eisen auszupacken und den kleinen weißen Ball ins Rollen zu bringen. Aufgewachsen ist sie gerade einmal zwei Kilometer vom Golfclub entfernt. Inzwischen wohnt sie beinahe in der Nachbarschaft: Sie lebt nur noch 650 Meter entfernt. Eigentlich könnte sie auch im Golfclub frühstücken. So nah wohnt sie am Platz.

Ihre Karriere begann 2003. AnnKathrin Lindner war 16 Jahre alt, als sie mit einer Freundin der Eltern das erste Mal auf dem Platz stand. Einige hätten bestimmt gesagt: „Zu alt, um eine Golfkarriere anzustreben!“ Aber keine fünf Jahre später zählte die damals 21-Jährige zu Deutschlands Elite. Zum einen war es Talent, zum anderen aber auch Ehrgeiz und Ausdauer. Ann-Kathrin Lindner trainierte viel, hart und intensiv. Doch es lohnte sich: 2010 folgte die Nominierung in den Nationalkader. 2013 wechselte sie vom Amateursport in den Profibereich und schon beim siebten Start auf der Ladies European Tour feierte sie ihren ersten Sieg.

So manch einer wird sie vielleicht auch aus dem Fernsehen kennen. Denn sie war 2011 bei „Wetten dass…???“ mit Thomas Gottschalk als Wettkandidatin dabei. Damals chippte sie Golfbälle in einen Basketballkorb und gewann spektakulär in der letzten Sekunde natürlich auch diesen Wettkampf. Nach einer sehr erfolgreichen Profikarriere kehrte sie als fertig ausgebildete Golftrainerin nach Burgdorf zurück, um ihr Wissen und ihre Leidenschaft mit anderen zu teilen. Von 2020 bis 2022 war sie Trainerin und Jugendkoordinatorin im Burgdorfer Golfclub und seit

2023 ist sie Landestrainerin des GolfVerbands Niedersachsen-Bremen e. V.

Auch der Burgdorfer Golfclub profitiert von seinem tollen Mitglied. Die Jugendarbeit lässt sich absolut sehen. Die vielen Gruppen sind sehr gut gefüllt und auch die umliegenden Grundschulen werden immer wieder integriert und abgeholt. Die total Burgdorf-verbundene „Anka“, wie Ann-Kathrin Lindner von vielen nur liebevoll genannt wird, dreht auch heute noch gerne ihre Runden über den Platz. Sie genießt immer mehr, dass es nur noch um den großen Spaß am Sport geht.

Konzentration beim Einputten. Dann verstummen auch zeitweise Gespräche.
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Probeschläge: Celia Paulina und Ann-Kathrin Lindner auf der Driving-Range

Am aufregendsten ist ihrer Meinung nach dabei das Dogleg der Bahn 11. Ein Dogleg bezeichnet eine Golfbahn, deren Fairway nach rechts oder links gebogen oder abgeknickt ist. Der Richtungswechsel ist normalerweise etwa an der Stelle, an der ein guter Abschlag landen sollte.

Tückisch ist da schon eher die Bahn 14, ein Par 3. Beim Golf ist Par die vorgegebene Anzahl von Schlägen, die ein Golfspieler benötigen sollte, um eine Bahn zu beenden. Neben dem normalen

18-Loch-Platz spielt sie auch wahnsinnig gerne den Kurzplatz mit sechs Löchern. Den würde sie auch jedem empfehlen!

Zwei Runden auf dem Kurzplatz kosten 20 Euro; einen Schnupperkursus bietet der Club für 19 Euro an – und vielleicht ist ja auch „Anka“ gerade dort. W

Burgdorfer Golfclub e.V. |

Waldstraße 27 |

31303 Ehlershausen/Burgdorf | Tel. 0508/5 7628 | www.burgdorfergolfclub.de

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Telefon 0511 4381 – 600

Ein Star, der selbst schleppt: Ann-Kathrin Lindner schultert ihr Golfbag.
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Nobilis

SCHÖN GEHÖRT?

Unser Podcast zu Kunst und Kultur

Schauspielerin Franziska Traub war ebenso schon mit uns im Gespräch wie die Direktorin des Wilhelm Busch Museums, Dr. Eva Jandl-Jörg. In der neuen Folge hat sich Chefredakteurin Heike Schmidt mit Schauspielerin und Regisseurin Anja Herden über das Stück „Yaras Hochzeit“ unterhalten. Sie sind nicht dabei gewesen? Macht nichts! Auch diese Folgen unseres neu aufgelegten Podcasts können Sie selbstverständlich noch hören. Wann Sie das tun? Egal. Ob an einem verregneten Nachmittag, bei einer entspannten Tasse Tee oder beim Autofahren, wenn Sie den Podcast heruntergeladen haben, ist er jederzeit abruf- und hörbar. Alle Gesprächspartner sind „Kultur“-Menschen, sie arbeiten am Theater, in Museen oder an der Oper. Denn unser Podcast möchte Lust aufs schöne Leben, auf Kunst und Kultur machen.

Die Kulturszene in Hannover ist so vielfältig und spannend, so interessant und informativ – dem wollen wir mit unserem Podcast Gehör verschaffen. Gleichzeitig möchte unser Podcast interessante Hintergrundinformationen bieten: Warum hat ein Regisseur ein Theaterstück so und nicht anders inszeniert? Welches sind die Lieblingsbilder unserer Museumsdirektoren und Galeristen? Und vor allen Dingen, warum?

Wir möchten unseren Zuhörerinnen und Zuhörern die Bereiche Theater, Kunst, Tanz oder auch Oper näherbringen. Das alles ohne erhobenen Zeigefinger, sondern lockerleicht im Gespräch mit denen, die sich wirklich damit auskennen. Jede Woche montags wird es eine neue Folge geben. Sie dauert immer etwa 15 Minuten. Kurz, kompakt, exklusiv.

Franziska Traub, die in der Komödie „Ich hasse Dich – heirate mich!“ zu sehen ist (Veröffentlichung: 7. Februar 23)

Dr. Eva Jandl-Jörg, die neue Direktorin des Wilhelm Busch Museums (Veröffentlichung: 10. Februar 23)

Amelle Schwerk, die in dem Stück „Das Fest“ mitspielt (Veröffentlichung: 27. Februar 23)

Glenn Brown, Künstler und Kurator der Doppel-Ausstellung „The real thing“ (Veröffentlichung: 6. März 23)

Hajo Tuschy, der im Stück „Der nackte Wahnsinn“ im Schauspielhaus mitspielt. (Veröffentlichung: 13. März 23)

Anja Herden, die im Stück „Yaras Hochzeit“ zu sehen ist (Veröffentlichung: 20. März 23) W

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Foto: Lorena Kirste Foto: Tobi Wölki
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Anja Herden (links) im Gespräch mit Heike Schmidt
TEXT: HEIKE SCHMIDT
MIT DABEI WAREN SCHON: Heike Schmidt mit Hajo Tuschy auf dem Sofa ... ... und mit Glenn Brown im Sprengel Museum ... mit Amelle Schwerk vor Lametta ...

BIS 15.4.2023

FOLLOW THE LINE

GALERIE

Bis zum 15. April können Sie in der Galerie der Linie folgen – FOLLOW THE LINE. Der Bildhauer Pieter Obels „zeichnet“ seine Linien, die wie eingefrorene Bewegungen eines geschwungenen Bandes aussehen, in rostigem Corten-Stahl nach. Die Linien des Malers Benjamin Rubloff scheinen flüchtig auf die Leinwand gebannt –Ausschnitte von Graffitis sind seine Inspiration. Maribel Mas fasziniert mit präzise ausgeführten, an selbstgeschaffenen Schablonen gezeichneten, feinen Tuschelinien auf Papier aus Japan. Am 22. April wird unsere Frühjahrs-Ausstellung eröffnet – DIE WAT SPAART, DIE WAT HET. Wir haben acht internationale Künstler eingeladen, die sich mit dem Thema der Material-Wiederverwendung auseinandersetzen.

THEATER

KONZERT

21.4.2023 Preisträgerkonzert

Öffnungszeiten: Mi–Fr von 10–18:30 Uhr, Sa von 11–14 Uhr und nach Vereinbarung

Galerie Robert Drees | Weidendamm 15 | 30167 Hannover Tel. 0511/9805828 | www.galerie-robert-drees.de

13.4.2023

Brodowy & Momsen:

Watt Nu?

Theater-Premiere auf Norddeutsch: Werner Momsen hat schon lange die Herzen der Zuschauer erobert. Im neuesten Stück des Komikers pflegt Herr Momsen den Leuchtturm einer Hallig. So entspannt, wie das klingt, bleibt es allerdings nicht. Denn als ein tüchtiger Geschäftsmann auf dem Eiland strandet, steht eine große Sturmflut bevor. Das Problem: Der Manager muss unbedingt zurück an Land, um einen wichtigen Deal taufest zu machen. Nach dem Unwetter und ohne Schiff oder Handy- Empfang gestaltet sich das jedoch schwierig. Für die frische und unterhaltsame Premiere gibt es Karten unter www.spezialcub.de und an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Apollokino.

Brodowy & Momsen | Theater am Aegi | Aegidientorplatz 2

30159 Hannover | Tel. 0511/989330

www.theater-am-aegi.de

Nach dem vergangenen 18. Klavierwettbewerb veranstaltet die Chopin-Gesellschaft Hannover e.V. ein Preisträgerkonzert. Zu hören und sehen bekommen die Gäste feinste Klaviermusik, vorgetragen von den drei Erstplatzierten des vergangenen Wettbewerbs: Seungeun Seo, Seung Yeop Sim und Marcin Wieczorek. Die jungen Künstler haben hier die Möglichkeit, ihr Geschick mit den Tasten darzubieten. Besucher kommen nicht nur in

KABARETT

15.4.2023

den Genuss der klassischen Musik, sondern werden gleichzeitig Zeugen einer Grundsteinlegung für die weitere Zukunft einer neuen Generation erstklassiger Klavierstars. Tickets gibt es auf der Webseite der Chopin-Gesellschaft unter www.chopin-hannover.de

Preisträgerkonzert | VHV Versicherung AG | VHV Platz 1 | 30177 Hannover | Tel. 0511/550778 | www.chopin-hannover.de

Liese-Lotte Lübke – Und wenn schon ...

Es wird abenteuerlich. Aber nicht nur das: Im Auftritt von Liese-Lotte Lübkes Kabarett thematisiert sie mutig Themen, denen für gewöhnlich ein gesellschaftliches Tabu nachhängt.

So versteht Lübke, auf einfühlsame Weise eine Geschichte zu erzählen, die sich Leben nennt. Dabei sind es jene Herausforderungen des alltäglichen Daseins, welche die Künstlerin ihrem Publikum nahebringt. Das Gesamtwerk trägt Liese-Lotte Lübke ihren Gästen in Form von selbst geschriebenen und -komponierten Liedern vor. Tickets für das Abenteuerkabarett der Hannoveranerin gibt es ab ca. 27 Euro online auf www.tak.hannover.de.

Liese-Lotte Lübke | Theater am Küchengarten | Am Küchengarten 3–5 30449 Hannover | Tel. 0511/13229041 | www.tak-hannover.de

Foto: Jens Rühmann Foto: Galerie Robert Drees
Foto: Dirk Bahl
Fotos: Christian Kellner
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Das neue Heft erscheint am 2. Mai 2023

MEER WÄRME:

Warum man die Oper Rusalka unbedingt sehen und den Podcast mit der Regisseurin Tamara Gürbaca hören sollte.

RICHTIG HEISS:

Was können die neuen Grills und welchen nutzt man am besten für was? Nobilis hat sich umgeschaut.

Herausgeber und Verlag:

Schlütersche Verlagsgesellschaft

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Postanschrift:

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ISSN 1437-6237

Druck:

Grafisches Centrum Cuno GmbH & Co. KG

Gewerbering West 27 39240 Calbe

Gleichbehandlung

MEHR SONNE:

Die Ausstellung „Nach Italien“ ist im Landesmuseum verlängert worden. Wir haben die Ausstellung besucht und dazu eine Podcast-Folge mit Katja Lembke.

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Impressum
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