Über öffentlich unterschiedlich ausgelebte Emotionalität und Statistik
Anmerkungen
1 Datenverarbeitungszentrum 2 Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kreisstellen für Statistik in Thüringen noch ihren alten DDR-Namen. In der folgenden Übergangszeit hießen sie „Statistisches Kreisamt“. Anschließend bis zur endgültigen Auflösung firmierten sie als „Stützpunkt des Landesamtes i. G.“ 3 In der DDR wurde an Stelle des Begriffs „Personalcomputer“ der Begriff „Bürocomputer“ eingeführt – als Gegensatz zum ersten im Handel angebotenen noch sehr primitiven „HC“ = Heimcomputer. 4 Eine Mitarbeiterin der Kreisstelle Stadtroda, Frau Annemarie Stöckel, stellte mir ihr noch wohler-
haltenes Arbeitsbuch für die BC-Schulungen zur Auswertung zur Verfügung. Dafür sage ich herzlichen Dank. Es umfasst den Zeitraum Februar 1989 bis zur Auflösung der Kreisstellen. 5 Ab Kommunalwahl im Mai waren die BC für die Zeit der Wahl an das Telefonnetz angeschlossen, so dass eine Datenweiterleitung unmittelbar an das Bezirksamt / Datenverarbeitungszentrum erfolgen konnte. 6 Alle DDR-insgesamt-Angaben wurden dem letzten Statistischen Jahrbuch der DDR, Jahrgang 1990, Abschnitt XXVI. Wahlen und Volksvertretungen, S. 449 „Wahlen zur Volkskammer der DDR am 18. März 1990 (Stand 31. März 1990) entnommen.
7 Die Angaben für den Wahlkreis Gera einschl. der Gliederung nach Kreisen stellte mir Frau Elke Lemser, Mitarbeiterin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit des Thüringer Landesamtes für Statistik (TLS) zur Verfügung. Dafür herzlichen Dank. 8 Die Wahlplakate stellte Herr Sebastian Holstein aus dem Fundus des Stadtmuseums Göhre in Jena zur Verfügung. Auch dafür herzlichen Dank.
Über öffentlich unterschiedlich ausgelebte Emotionalität und Statistik Martin Schlegel, Hagen
Zuerst hörte ich vom Sitz in der Reihe vor mir lediglich ein leises, aber gut zu vernehmendes „Da ist er!“ Dann schnellten die Hände in die Höhe und es folgte ein Schrei, wie er gellender nicht hätte sein können. So ein Schrei, wie er in den 60ern schon mal zu hören war – für mich nur im Fernsehen –, wenn die Beatles irgendwo in dieser Welt erschienen und verrückte Teenager – damals in meinem Alter – orgiastisch loslegten. Dieses eine Reihe vor mir gellend aufschreiende Mädchen – 16 oder 17 Jahre alt – hatte sich nicht etwa irgendwo gestoßen. Sie hatte Paul entdeckt. Sir Paul McCartney, 67, der sich von der Seite langsam der Bühne näherte, diese über eine kleine Treppe erreichte und dann sein Programm startete.
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Dieses Teenager-Mädchen, auf deren Wangen ein Herzchen und „Paul“ geschminkt war, konnte die nächsten 150 Minuten glücklich sein – und lange davon zehren. Und sie zeigte ihre Begeisterung. Sie hüpfte, tanzte, schrie und sang mit, was das Zeug hielt. Ich fragte mich, wie dieses junge Ding sich für Paul begeistern konnte. Der Kerl ist doch zwei Generationen älter. Und seine Musik war top, als ihre Eltern sich noch fremd waren. Und überhaupt. Darf die das eigentlich? Die Beatles gehören schließlich meiner Generation. Aber Freunde guter Musik – und die gibt es nicht nur in meiner Altersgruppe – sind immer willkommen. Natürlich überwog beim Paul McCartney-
Konzert in der Kölner LanxessArena Ende 2009 das mittlere und höhere Alter, Pauls Preise waren nicht jugendfrei. Direkt vor mir also sicht- und hörbar die pure Paul-Begeisterung. Und neben mir? Bestimmt auch! Denn wer sonst zahlt pro Minute Musik 1 Euro? Aber mehr als klatschende Hände und Aufstehen, wenn es alle taten, kriegte ich von da nicht mit. Jeder mag es anders, reagiert auf seine Art. Und in der Statistik? Da gilt auch: Mal so, mal so. Tabellen, das ist etwas für Profis und andere Zahlenschlucker. Schaubilder sprechen auch Amateure an. Doch leider sind Schaubilder schwerer als Tabellen. Die Mühe lohnt aber. Auch Paul musste lange üben.
Stadtforschung und Statistik 1/ 2010