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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

PLATTDÜTSCH BLAUMEN Bauk XI Herausgegeben vom

Bund Niederdeutscher Autoren e. V.

Schibri-Verlag

Strasburg • Milow


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet und über http://dnb.de abrufbar © 2014 by Schibri-Verlag • Milow 60 • 17337 Uckerland Tel.: 039753/22757, Fax 039753/22583 E-Mail: info@schibri.de http://www.schibri.de Alle Rechte vorbehalten. Dieses Buch darf nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Verlages vollständig oder teilweise vervielfältigt werden. Das gilt auch für die Speicherung in einem Datenerfassungssystem und die Weiterverarbeitung mit elektronischen oder mechanischen Hilfsmitteln, wie Fotokopierer und andere Aufzeichnungsgeräte. Insbesondere die Übersetzung und Verwendung in Schulungsunterlagen bedürfen der Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten Printed in Germany ISBN 978-3-86863-133-3


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

WAT IN DIT BAUK STEIHT ’n Wurt vörweg Wolfgang Mahnke Helmut Hillmann Heideline Wulff Siegmund Olm Helmut Hillmann Dieter Lockenvitz Edeltraud Richter Helmut Hillmann Ilse Frentz Wolfgang Mahnke

Ilse Frentz Jens Völter Siegmund Olm Uwe Snopkowski Günter Schmedemann Günter Schmedemann Günter Schmedemann Günter Schmedemann Dieter Lockenvitz Bernd Lubs Siegmund Olm Bernd Lubs Günter Schmedemann Dieter Lockenvitz

9 Tau’n 200. Geburtstag von John Brinckman Ein Wurd an uns’ jungen Lüd! Gravensteiner Blief bi mi Täuben up denn’ Frühling Dat Verspräken in de Buddel Giffst du mi, denn gäw ick di Dat Mudder sich woll wunnert! Spatzen ünner sik Twüschen Krieg un Fräden Dei „Flucht“ Tuschhannel orer Zigaretten för Holt ut ein Panzersperr Befähl is Befähl Dat Pingstbier (ut olle Tieden) Öllern Dusend … Dei hüren tau uns För de lütten Schöler Plattdütsche Riemels för Kinner Riemels för de Lütten Schlopenstiet Rådels Angst Dröch orrer natt? Nägenklauk Spälen Undœg wier ’t nich

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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Dei Poggenstauhl So künn dat losgahn Oll Schwafelmann lött ’t sachten angahn! (2011) Horst Gädert Ok uns Kinnings möten sick ehre Tiet all indeilen Helmut Hillmann Plattdütsch, wat ward ut di? Helmut Hillmann … dat hei nahst orrig räken kann! Horst Gädert Afscheed vun ’t Öllernhus Dieter Lockenvitz Åhn Fliet kümmt een in ’t Läben nich wiet Dieter Lockenvitz Een’ Flunner wunnert sik Uwe Snopkowski Kein Tauhus mihr Heideline Wulff Sommerabend Wolfgang Mahnke Nixenblaumen? Edeltraud Richter De Drak Uwe Snopkowski Tautrugen Wolfgang Mahnke Truerseeschwoelken Heinrich Roß Von denn’ Sprotschen Barch Ilse Frentz Dat is ein Kamen un ein Gahn Bernd Lubs De Ackerinspektion Dieter Lockenvitz De Såk is glitschig Uwe Snopkowski In Schwaan up’n Markt Heideline Wulff Kurerfolg Günter Schmedemann De Kater Horst Gädert De Buddelbreif Helmut Hillmann So kann ’t ein’n gahn! Siegmund Olm Wenn einer fröcht … Helmut Hillmann So sünd s’ mitunner Uwe Snopkowski Schnatermann blifft Schnatermann Günter Schmedemann Singen Helmut Hillmann Legg di nich mit Frugenslüd an Bernd Lubs Tapetenwessel Siegmund Olm Edeltraud Richter Helmut Hillmann

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Dei Sinn von dat Läben 106 Wi gratulieren 107 Wo de Hund begraben liggt 108 Einen sien Rügg’ – annern sien’ Brügg’110 Sciencefiktionsfrühstück 112 Hurrah, ick ward managed! 114 Minka – mien Katt 116 De Ümweltschützer 118 All ’n lütt Anstot bringt ofteins wat in ’t Rullen 120 Ilse Frentz Impressionen 121 Wolfgang Mahnke Hett funktjoniert! 122 Wolfgang Mahnke Denn möt dei Chef hen 123 Edeltraud Richter Dei Noors blifft ümmer achtern 124 Heideline Wulff Wer schriwt, de bliwt 126 Wolfgang Mahnke Wenn’n steinolt ward 128 Uwe Snopkowski Ein gaudes Wuurt 133 Edeltraud Richter Ok ein Projekt! 134 Günter Schmedemann Blomen 135 Hans Wilken Ahn Globen 136 Uwe Snopkowski Wenn nich WI 137 Jens Völter Täuben 138 Ilse Frentz Ies äten 139 Ilse Frentz Dei farbenprächtige Harwst 140 Edeltraud Richter Saken tau ’n Behelpen 141 Edeltraud Richter Ein Weg vuller Dürn von dei Räuw tau ’n Zucker 142 Helmut Hillmann „Mien Oma ‚Metzer‘ dortau seggt!“ 144 Helmut Hillmann Werrer dor … 146 Siegmund Olm Harfstlied 147 Uwe Snopkowski Dei schieten uns an 148 Edeltraud Richter Rentier müsst man sin 150 Uwe Snopkowski Einsamkeit 151 Ilse Frentz Siegmund Olm Heideline Wulff Edeltraud Richter Edeltraud Richter Edeltraud Richter Edeltraud Richter Helmut Hillmann Edeltraud Richter


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Helmut Hillmann Heidelinde Wulff Günter Schmedemann Günter Schmedemann Siegmund Olm Jürgen Rogge Hans Wilken Siegmund Olm Jürgen Rogge Siegmund Olm Helmut Hillmann Ilse Frentz Jürgen Rogge Autorenverzeichnis

Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Künn sei dat woll sien? De ierste Hülp Hannschen Schnei In’t Kattenriek De Reis’ nah Indien – nich blot ein Drom Wo ik tau Hus bün Mohrrieden Ahn Sherry slap ick nu mal slecht Jammern? Oskar kümmt in ’n Häben Dat is doch allens half so slimm Wihnachten

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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

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’N WURT VÖRWEG Leiw Läser denn’ 200. Geburtsdag von Fritz Reuter hebben wi 2010 fiert un dei „Bund Niederdeutscher Autoren“ e. V. för Mäkelborg-Vörpommern un dei Uckermark (BNA) hett ut sien Anthologie „Plattdütsch Blaumen“ dat Bauk X up dat Reuterjohr tauschnäden. Dat wi för dit Bauk denn’ Fritz-Reuter-Literaturpries 2011 krägen hebben, makt uns BNA-Autoren stolt. Nu, 2014, steiht John Brinckmans Jubiläum vör dei Dör un dei Schriewerslüd von’n BNA gäben wedder „Plattdütsch Blaumen“ rut, dit Mal Bauk XI, tau Brinckmans 200. Geburtsdag, üm so mit Hochachtung un Freud an denn’ groten Rostocker, Güstrowschen un Mäkelborger Schaulmeister un Plattschriewer tau erinnern.


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

15 Autoren von unsen Schriewerbund stellen sick in Bauk XI mit ehr Bidräg vör. Ok för Bauk XI heit dat wedder: So as dei Autoren schriewen, ward dat druckt. Uns’ Lektoren Fru Anna-Margarete Zdrenka un Herr Joachim Meier hebben all vierteigen Johr lang („Plattdütsch Blaumen“ Bauk VI bet XI) ehr Mäuh un Daun mit uns’ Riemels un Vertellers un Herr Uwe Gloede hett bether vier Bäuker von uns’ Anthologie grotorrig illustriert. Wi bedanken uns hartlich bi dei Lektoren un denn’ Illustrator! Dei Verantwurtlichen för Kultur in uns’ Bundesland, mihrst dat Kultusministerium in Schwerin, oewer ok Institutionen, as dei Stiftung Mäkelborg, Schwerin un ok dei ein orer anner Sponsor, hebben uns bether bi dei Rutgaw von „Plattdütsch Blaumen“ finanziell unner dei Arm gräpen. Ok för Bauk XI hebben wi wedder Fördermittel krägen. So sünd wi in dei Lag dit Bauk pünktlich tau John Brinckmans Jubiläum up’n Weg tau bringen un bedanken uns dorför bi dat Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern! Rostock, Januar 2014 Wolfgang Mahnke Ehrenvörsitter BNA


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Helmut Hillmann

EIN WURD AN UNS’ JUNGEN LÜD! Hür tau, mien Jung, ok du mien Diern … Lihrt ji man plattdütsch schnacken! – Ik hew dees Sprak von Harten giern – Mi stäkt sei in de Knaken! All Vadder, Mudder un Großoll’n, Plächten plattdütsch Sprak un Oort Un deeden sei in Ihren holl’n --So würd sei uns bet hüt bewohrt! Diss’ Sprak is groff un fien taugliek, Du fäuhlst ehr Seel, wenn s’ tau di spräkt. Sei makt nich arm di, orrer riek, – Holl s’ liekers wiss, dat s’ mit di treckt. – Wur du ok büst – sei in di bliwt, – Egal, wur di dat Läben spält Un ’n Stück Tauhus sei denn di giwt, Wenn in de Frömd di eins wat fählt! – Drüm, giw di Mäuh, krieg sei tau faten – Ein plattdütsch Karn liggt in di brak – Denn’ sast du plägen, wassen laten, Dat lang’n noch bläuht uns Heimatsprak!


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Text: Günter Schmedemann Melodie: Rosel Pantzier

SCHLOPENSTIET


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Plattdütsch Blaumen – Bauk XI

Horst Gädert

DE BUDDELBREIF Lat in’n Heumand kort vör’n Sünnenunnergang sitt de Jung an’n Äuwer vun’n Kliff up’n Stein. Jens-Uwe, dörteihn Johr old, lett sick nah’n Baden vun’n Wind afdrögen. Denn’ Strand un de Wiek hett hei nu allein för sick. Seeschwalken faudern noch iewerig ehren Nahwuss in de babelsten Nester an’n Kliffrand. Klötern in de Näg: Kling-Kling, ümmer in’n Takt vun’n Wellenschlag. Glas up Stein – orrer Stein up Glas? – Funnen un ruthalt: De gries-gräune Buddel, schliemövertreckt, baben an’n wullstigen Rann’ gadlich tauproppt, keine gängige Wienbuddel, schlanker, längern Hals, kein Üpkläwer butenwarts, binnen villicht ’ne Poppierrull? – In’n Hus achter’n Diek wahnt sien Grotunkel, dreiunachtig Johr old, ihrdem Kaptein „Auf Großer Fahrt“, vun sienen Grotneffen blot „Käppten-Unkel“ näumt. „Kiek mal, wat ick unnen an’n Strand ut’n Water fischt heff“, seggt de Jung, „ick glöw dat is ’ne Buddelpost!“ „Oh“, antert de Kaptein, „dat kann woll angahn, vun de Form her möt se all ’n bäten oller sien. Na, wi wöllen mal seihn, Dschenz!“ – De Kaptein is ’nen Plattschnacker un hett sienen Neffen de nedderdüütsche Sprak bibögt; „Jens“ würd bi em „Dschenz“ utspraken, „DschenzUuwe“ blot, wenn de Jung nich hüren wull. – Unnern Waterhahn würd de Schliem aflöst, vörsichtig de Proppen ut’n Buddelhals ruthalt, de Poppierrull rutpölkt, sachten denn’ Breif up ’ne dröge Unnerlag leggt, un unner ’ne Lamp mit ’ne Luup kann de Kaptein de Nahricht nah un nah Wuurd för Wuurd utklamüsern:


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„Leiw Finner! Woans ok ümmer düsse Breiw anlannt, un weekerein düsse Buddel hir in de Neg ore widerweg finnen deiht, sall weiten, dat ick dat, wat ick nu tau Poppir bring, blot düsse Buddel anvertrugen dau. Denn’ Finner sall dat äwerlaten sin, dit Schriwen an dat Grotherrtögliche Contur tau gewen, ore allens för sick tau behollen, wegtauschmiten ore tau verbrennen.“ – Wat för ’ne Schriewoort? Wat för’n Plattdüütsch? In schwart Dint up Pergament. Baukstawen in Düütsch-Sütterlin, nich in latinsch’ Schrift? – Sütterlin-Schrift hett de Kaptein noch in de Schaul lihrt, dat wier kein Problem nich; aver düsse Oort Plattdüütsch? – Nahkieken in väle Würbäuker. In ein nedderdüütsches Lexikon ut’n Johr 1904: „Der plattdeutsche Sprachschatz in Fritz Reuters Schriften“ is de Kaptein fünnig worden. Dat wier nipp de Schriewwies vun denn’ Buddelbreifafsenner; un de Tiet kunn ok woll passen. – „Aver Dschenz, wi läsen ierstmal wieder.“: „Dat, wat ick hir in minen Breiw rinnschriw, hew ick in min heil Lewen verdull mit mi rümschlöppt; keinein nett dorvun wat wüsst, nichmal min Fru, selig, künn ick dat vertellen. Un, wil ick je ’nen Evangelschen un keinen Katholschen nich bün, kunn ick dat, wat mi so kloeterich up ’e Seel drücken deit, ok bi unsen Paster in de Kirch nich loswarden. Nu, wo’t mit mi up’t End taugeiht, hew ick mi äwerleggt, dat mal uptauschriwen, um mi dormit vun allens frietaumaken. Sall de Finner dormit maken wat hei will. Kümmt disse Buddelbreiw villicht in kort Tiet in amtliche Hänn’ rin, un krigen sei mit mi denn’ rechten Afsenner rut, is mi dat ok glik. Denn sall dat eben allens sinen Lop nemen.“ – Vörwech hebben se denn’ Breif up neger Henwiese ünnersöcht: Nam, Urt un Tiet hett de Schriewer nich angäben. –


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