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WInTER 2012

SICHER

mit meiner

Krankenkasse

Liebe Kundin Lieber Kunde Seit Anfang dieses Jahres rechnen Spitäler nach dem neuen Fallpauschalen-System SwissDRG ab. Effizienz und Transparenz der Spitäler sollen dadurch zunehmen und längerfristig prämiendämpfend wirken. Damit verbunden sind Ängste – zum Beispiel vor vorzeitiger Entlassung aus dem Spital –, die von unterschiedlichen Interessengruppen geschürt werden. Warum diese Ängste unbegründet sind, erfahren Sie auf Seite 2. ADHS in Zusammenhang mit dem Medikament Ritalin ist ein häufiges Thema in den Medien. Die Diskussionen darüber sind kontrovers. Doch was steckt eigentlich hinter diesen vier Buchstaben? Ursula Ammann von der Schweizerischen Fachgesellschaft ADHS erklärt auf Seite 4, wie sich diese neurobiologische Störung auswirkt und wie eine geeignete Behandlung aussehen sollte. Ob Joghurt, Käse oder Wurst: Probiotische Lebensmittel sind bei Konsumentinnen und Konsumenten beliebt. Immer mehr Produkte sind mit Milchsäurebakterien angereichert, um einen gesundheitlichen Zusatznutzen zu erzielen. Doch halten die Produkte, was die Werbung verspricht? Über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Studien informiert die Ernährungsberaterin Steffi Schlüchter auf Seite 6. Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre.

Interview mit Bernhard Russi

«Der beste Trainingsort? Die Berge.»

Herzlich,

RDB / Sven Thomann

Daniel Herzog Direktor RVK


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I n terview

Mit eineinhalb Jahren stand Bernhard Russi das erste Mal auf Skiern. Auch heute noch ist der Wintersport die grosse Leidenschaft des 63-Jährigen. Der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger hat sein Leben ganz dem Skisport verschrieben – und ist glücklich, als Fernsehkommentator seinem Lieblingssport auch nach seiner Karriere als Skirennfahrer ganz nahe zu sein. Bernhard Russi, Ihr Leben dreht sich um den Skisport. Warum? In Andermatt fährt jedes Kind Ski. Der Winter ist lang und andere Freizeitmöglichkeiten gibt es keine. Mein Vater war ebenfalls ein Leistungssportler. Das Feuer hat mich relativ schnell gepackt. Ihre Paradedisziplin war die Abfahrt. Warum? Ich bin über den Slalom gross geworden, habe dort auch erste internationale Siege gefeiert. Dann ging bei mir in der Abfahrt der Knopf auf – ich wurde überraschend Weltmeister. Dies musste ich natürlich bestätigen. Seit Ihrem Rücktritt als Rennfahrer sind mehr als 30 Jahre vergangen. Was hat sich im Skisport seitdem verändert? Etwas hat sich nicht verändert: der Siegeswille, alles zu geben und eben auch Risiken einzugehen. Das Restrisiko war immer da und wird auch immer bleiben. Die Sicherheitsvorkehrungen sind zwar besser geworden, oft sind sie

aber verführerisch. Die Athleten wähnen sich in falscher Sicherheit. Ein Hochsicherheitsnetz, montiert nach den neusten Kenntnissen, ist kein Garant, dass nichts passiert. Sie haben Ihre Karriere mit 30 Jahren beendet. War es – rückblickend gesehen – der richtige Zeitpunkt? Genau richtig. Ich habe keine Sekunde gezögert und es nie bereut. Als Co-Kommentator und Rennanalyst beim Schweizer Fernsehen verfolgen Sie die Rennen immer noch aus nächster Nähe. Was gefällt Ihnen an dieser Arbeit? Ich bin ganz nahe an meinem Lieblingssport. Im Moment dürfen wir immer um den Sieg mitfiebern. Das macht Spass. Dazu kommt, dass links, manchmal auch rechts, von mir Matthias Hüppi sitzt – der wohl kompetenteste Kommentator im Ski alpin. Das macht ebenfalls Spass und gibt Sicherheit. Was raten Sie Nachwuchstalenten, die eine Karriere als Profisportler starten möchten? Die Basis ist das Bekenntnis zum Leistungssport. Egal, wohin es einmal führen wird. Wenn jemand nur Leistungssport betreibt, um Olympiasieger zu werden, dann geht’s schief. Welche Pläne haben Sie für Ihre Zukunft? So lange wie möglich fit und gesund zu bleiben, um einige meiner Träume zu realisieren: Hima-

RDB / A.Geisser

«Ich bin ein sehr aktiver Mensch.»

Bernhard Russi Geburtsort Andermatt Hobbys Skisport, Klettern Darauf bin ich besonders stolz Stolz ist vielleicht das falsche Wort. Aber wenn meine Kinder sagen «Du bist der beste Vater», dann entsteht schon etwas wie Stolz. Schönstes Erlebnis Die grossen Siege (Weltmeisterschaft und Olympia) stehen ganz oben auf der Liste. Aber zuoberst stehen die beiden Geburten meiner Kinder Ian und Jenny.

laya, Antarktis oder Patagonien. Aber einige Träume dürfen auch Träume bleiben. Und was tun Sie, um möglichst lange fit und gesund zu bleiben? Ich bin ein sehr aktiver Mensch. Ich klettere zum Beispiel viel und gerne. Meistens ein- bis zweimal in der Woche. Wenn ich nicht klettere, finde ich sicher irgendwo einen Kraftraum oder ein Fitnessstudio. Zudem ernähre ich mich ausgewogen. Das habe ich schon als Berufssportler getan, als ich die ganze Zeit unterwegs war. Spezielle Diäten musste ich aber nie einhalten. Und wo erholen Sie sich? Auf einer Bergtour, ganz alleine.

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Neues Abrechnungssystem in Kraft Seit Anfang Januar rechnen die Spitäler nach einem neuen System ab. Effizienz und Transparenz der Spitäler sollen zunehmen und längerfristig prämiendämpfend wirken.

Mit SwissDRG soll die Qualität der Dienstleistungen erhöht werden.

Die neue Spitalfinanzierung SwissDRG (Swiss Diagnosis Related Groups) ist seit 1. Januar 2012 in Kraft. Sie regelt die Entschädigungen für stationäre akutsomatische Spitalleistungen. Wenn also eine stationäre Behandlung erfolgt, rechnet das Spital nicht mehr nach Tagespauschale oder Einzeltarif ab, sondern nach einem schweizweit einheitlichen Fallpauschalensystem, dem Swiss-

DRG. Kurz: Die Spitäler verrechnen alle Behandlungen mit einer Pauschale. Damit lassen sich nun die Leistungen der Spitäler vergleichen. Dies bringt den Patienten einen wesentlichen Nutzen, denn die Spitäler müssen sich vermehrt dem Wettbewerb stellen – Effizienz und Transparenz nehmen zu. Längerfristig erhofft man sich dadurch eine prämiendämpfende Wirkung. Keine Angst vor «blutigen Austritten» Interessengruppen stellen immer wieder Ängste in den Raum – zum Beispiel vor «blutigen Austritten». Darunter versteht man die vorzei-


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MEDIZIn

Vorbeugen ist besser als heilen che Muttermundkrebs kann so frühzeitig erkannt und behandelt werden. Zur Diskussion hingegen steht immer wieder die Zweckmässigkeit von Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammakarzinom). Brustkrebs ist bei Frauen die weitaus häufigste Krebserkrankung – die Zahl steigt weiter an. neben der Selbstuntersuchung, die jede Frau durch regelmässiges Abtasten beider Brüste durchführen kann, stehen die bildgebenden Verfahren – Mammografie und MRI der Mamma – zur Verfügung. Unbestritten ist, dass durch Früherkennung die Prognose der Krankheit wesentlich verbessert werden kann. Unklar ist jedoch, in welchem Alter, in welchen Abständen und mit welcher Methode die Untersuchungen erfolgen sollen. Ab dem 50. Altersjahr übernimmt zurzeit die Grundversicherung alle zwei Jahre die Kosten einer Mammografie.

Medizinische Vorsorgeuntersuchungen sollen helfen Krankheiten vorzubeugen.

Unter «Prävention» versteht man vorbeugende Massnahmen, um eine unerwünschte Entwicklung zu vermeiden. In der Krankenleistungsverordnung (KLV) sind die Leistungen aufgeführt, die helfen, unerwünschte Probleme zu vermeiden, und die von der Krankenkasse übernommen werden. Der wachsende Gesundheitsmarkt schafft jedoch Angebote und Bedürfnisse, die nicht alle durch die Grundversicherung abgedeckt werden können. So können zum Beispiel Check-up-Untersuchungen, um den Gesundheitszustand zu prüfen,

tige Entlassung aus dem Spital. Verschiedene Studien aus Deutschland, wo das DRG-System seit Jahren angewendet wird, belegen, dass dem nicht so ist. Denn die Spitäler müssen einen Abschlag in Kauf nehmen, falls der Patient früher als vorgesehen aus dem Spital austritt. Ausserdem erhalten sie keine zusätzliche Fallpauschale, wenn der Patient wegen des gleichen Leidens wieder spitalbedürftig wird. Spitalzusatzversicherung weiterhin sinnvoll Die Einführung der neuen Spitalfinanzierung und der SwissDRG hat von allen Parteien ei-

nicht aus der Grundversicherung bezahlt werden. Eine Ausnahme davon bilden die regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern im Vorschulalter. Ärztinnen und Ärzte kontrollieren, ob sich das Kind normal entwickelt. Insgesamt werden acht Untersuchungen aus der Grundversicherung finanziert. Früherkennung wichtig In der Prävention weit verbreitet ist der gynäkologische Vorsorgeuntersuch inklusive Krebsabstrich. Spezialisierte Labors untersuchen dabei Zellen aus dem Muttermund. Der sehr gefährli-

nen gewissen Aufwand gefordert: Die Kantone mussten neue Spitallisten definieren. So sind beispielsweise einige Spitäler aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr aufgeführt. Aber auch die Spitäler selbst sowie die Krankenversicherer mussten sich neu orientieren. Die Spitalversorgung ist jedoch nicht gefährdet, denn es stehen immer noch genügend Spitäler zur Verfügung. Auch die neue Regelung, dass die Grundversicherung nun schweizweit zahlt, trägt zur Sicherstellung der Spitalversorgung bei. Aber: Eine Spitalzusatzversicherung «allgemeine Abteilung ganze Schweiz» ist wei-

Männer benachteiligt In der KLV nicht aufgeführt sind die Vorsorgeuntersuchungen bei Männern. Im Zentrum stehen die Veränderungen der Prostata, die bereits ab 45 oder 50 Jahren einsetzen können. Was zunächst als altersbedingte und gutartige Vergrösserung dieser Drüse leichte Beschwerden beim Wasserlösen verursachen kann, entpuppt sich nicht selten als bösartige Veränderung (Prostatakarzinom). Der Prostatakrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Zur regelmässigen Untersuchung durch den Hausarzt gehört daher die rektale Abtastung der Prostata; bei unklarem Befund braucht es weiterführende Abklärungen beim Urologen. Dr. med. Ruedi Häuptle, Vertrauensarzt

terhin sinnvoll, da sie die allenfalls höheren Kosten im anderen Kanton ausgleicht und die Kosten von Spitälern, die nicht mehr auf der Spitalliste stehen, übernehmen kann.

Weblink 

www.swissdrg.ch


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Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung können Kindern und Erwachsenen, die an ADHS leiden, helfen.

JUNG UND ALT

Herausforderung ADHS ADHS ist eine ernst zu nehmende neurobiologische Störung. Vier bis acht Prozent aller Menschen weltweit sind davon betroffen. Doch was steckt dahinter? Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, wie ADHS ausgeschrieben heisst, ist keine Erfindung neuerer Zeit. Bereits 1844 beschrieb der Frankfurter Arzt Heinrich Hoffmann in seinem bekannten Kinderbuch «Der Struwwelpeter» die typischen Erscheinungsformen von ADHS. Individuelle Behandlungskonzepte Kinder und Erwachsene, die unter dieser genetisch bedingten Störung leiden, sehen sich im Alltag einigen Herausforderungen gegenüber: schlechteren Schulabschlüssen, Schuldenfallen, Beziehungsproblemen oder dem Verlust der Arbeitsstelle. Impulsivität, Aufmerksamkeit und Hyperaktivität lassen sich kaum kontrollieren, wobei nicht alle Bereiche gleich betroffen sein müssen. Erziehungsunsicherheit, Druck und Unverständnis können die Symptome verstärken, sie aber nicht auslösen. Wenn die Diagnose durch den Facharzt gestellt wurde, muss

ein geeignetes Behandlungskonzept erarbeitet werden. Heute umfasst dieses in der Regel drei Bereiche: erstens die medizinische Seite, zu der die Diagnose und eine mögliche Medikation gehören; zweitens kann eine psychotherapeutische Begleitung dazukommen; das dritte Standbein ist die so genannte «Psychoedukation», zum Beispiel ein Coaching. Die Frage nach Medikamenten stellt sich, wenn die Störung einen gewissen Schweregrad überschreitet, der Betroffene oder sein nächstes Umfeld stark leiden oder Beschulung, Ausbildung oder Arbeitsplatz gefährdet sind. Gerade die zunehmende Verschreibung des Medikaments Ritalin ist immer wieder Grund für Medienberichte. Der Fachverband geht jedoch davon aus, dass die Menge der benötigten Medikamente noch viel höher sein müsste, wenn alle Betroffenen adäquat behandelt würden. Korrekte Behandlung wichtig Wenn ADHS-Betroffene nicht richtig behandelt werden, drohen ungünstige Konsequenzen: Kinder schaffen häufig nur einen tieferen Schulabschluss, als aufgrund ihrer Intelligenz eigentlich möglich wäre. Es gibt Probleme bei der Ausbil-

dung und später im Beruf. Ein tiefes Selbstwertgefühl zieht sich leider oft wie ein roter Faden durch das Leben von ADHS-betroffenen Menschen. Manche suchen einen «Kick» durch Alkohol oder Drogen oder in kleinkriminellen Aktivitäten. Einige verbringen ihre Zeit nur noch am Computer in ihrer eigenen virtuellen Welt. Bei den Erwachsenen können aufgrund fehlender Behandlung Depressionen und weitere Erkrankungen auftreten. Eine frühe Diagnose und eine gute Behandlung – zu der unter Umständen auch Medikamente gehören – lohnen sich also auf jeden Fall. Denn: ADHS-Betroffene am richtigen Ort sind mehr als Gold wert. Ursula Ammann, Praxis Amteam in Laufen, Vorstand Schweizerische Fachgesellschaft ADHS

Weblinks Schweizerische Fachgesellschaft ADHS:  www.sfg-adhs.ch Elternverein betroffener Kinder:  www.elpos.ch


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F I T n E S S F Ü R D E n K O P F, T E I L 4 :

Bewegung fördert geistige Fähigkeiten Bewegter Körper – bewegter Geist. Lernen im frühen Kindesalter setzt Bewegung voraus. Die Gehirnforschung zeigt, dass dies vor allem für die ersten Lebensjahre gilt. Regelmässige Bewegung verbessert die geistigen Fähigkeiten. Warum? Forschungsergebnisse zeigen, dass körperliche Aktivität die neubildung von nervenzellen, die so genannte «neurogenese», erhöht. Zudem fördert sie die Bildung neuer Blutgefässe im Gehirn. Durch die Bewegung wird das Gehirn mehr durchblutet und die Stoffwechselaktivität gesteigert. Gewisse Gehirnareale sind sowohl für die Bewegung als auch für kognitive (geistige) Leistungen verantwortlich. Werden diese Areale im Rahmen von Bewegung und Sport «trainiert», verbessern sich Konzentrationsfähigkeit, Denkprozesse und Gedächtnisleistungen deutlich. Welche Bewegung soll es sein? Hinweise deuten darauf hin, dass Ausdauertrainings einen besonders hohen nutzen bringen. Ebenfalls geeignet sind Balance-Übungen und Übungen, welche die Auge-Hand-Koordination verbessern. Dazu gehört zum Beispiel das Jonglieren. Solche Formen eignen sich gut für den Schulalltag, aber auch für bewegte Hausaufgaben zuhause. neurowissenschaftler sind sich heute einig, dass bewegtes Lernen die Verarbeitungstiefe verbessert – das Gelernte bleibt also tiefer im Gehirn verankert.

Kindern, die sich regelmässig bewegen, fällt es leichter, sich zu konzentrieren.

Kein grosser Aufwand nötig Bewegtes Lernen kann ohne Probleme im Kinderzimmer durchgeführt werden. Jonglierend oder balancierend können Rechenaufgaben gelöst oder Vokabeln auswendig gelernt werden. Solche Doppelaufgaben machen nicht nur Spass, sondern sind auch sehr effizient. Ohne grossen Materialaufwand lassen sich interessante neue Lernformen erleben. Es genügen einige (Jonglier-)Bälle, Jonglier-Tücher oder etwas Schaumgummi unter den Füssen und der Lernspass kann beginnen.

Probieren geht über Studieren! Ich wünsche Ihnen und Ihrem Kind viel Erfolg dabei!

Ihr Lukas Zahner PD Dr. phil., Mitglied Institutsleitung am Institut für Sport und Sportwissenschaften der Uni Basel

PRÄVEnTIOn

Mundgeruch – unangenehmes Tabuthema Fast jede oder jeder Vierte leidet darunter – trotzdem handelt es sich um ein Tabuthema: Mundgeruch. Die Ursache ist meistens mangelnde Mundhygiene.

Jede vierte Person leidet in Westeuropa gelegentlich an schlechtem Atem.

Wissenschaftler vermuten, dass rund 25 Prozent der Bevölkerung in Westeuropa gelegentlich Mundgeruch haben. Wer glaubt, einen schlechten Atem zu haben, schämt sich. In neun von zehn Fällen können Betroffene das Übel mit einfachen Mitteln bekämpfen: täglich mehrmals Zähne putzen und Zunge reinigen. Denn auf der Zunge lassen sich die meisten Bakterien nieder. Diese haben wichtige Aufgaben, können jedoch auch zu unangenehmem Atem führen.

nicht immer ist ungenügende Mundhygiene schuld am Mundgeruch: Auch Rauchen, gewisse nahrungsmittel wie Knoblauch oder Zwiebeln, Alkohol und Kaffee fördern einen schlechten Atem. Einseitige Diäten ebenfalls. Zudem kennen die meisten den unangenehmen Geruch am Morgen. Dieser entsteht, da in der nacht weniger Speichel produziert wird und der Mund austrocknet. In den meisten Fällen riecht der Atem aber nach der ersten Mahlzeit und dem Zähneputzen wieder frisch. Wer an Mundgeruch leidet, sollte die tägliche Mundhygiene gewissenhaft durchführen und sich beim Zahnarzt anmelden. Zähne flicken und Dentalhygiene reduzieren die Anzahl Bakterien.


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PROBIOTISCHE LEBEnSMITTEL

Wirkung immer noch fraglich Probiotika zählen zum so genannten «Functional Food». Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) definiert «Functional Food» als «Lebensmittel mit einem spezifischen Zusatznutzen, der über den ernährungsphysiologischen nutzen der darin enthaltenen nährstoffe hinausgeht». Anders gesagt enthalten probiotische Erzeugnisse Bakterienstämme oder Hefen, die zum grössten Teil lebend in den Darm gelangen und dort das Gleichgewicht der Darmflora positiv beeinflussen sollen. So schön der gesundheitliche nutzen auch tönt, was davon wirklich stimmt, muss in wissenschaftlichen Studien noch belegt beziehungsweise bestätigt werden. Breiter Einsatz Am bekanntesten ist der Einsatz von Probiotika in Milchprodukten, allen voran dem probiotischen Joghurt. Es werden gezielt Milchsäurebakterien hinzugefügt, die potenziell krankheitserregende Bakterien im Darm verdrängen sollen. Milchsäurebakterien spalten den in der Milch enthaltenen Zucker (Laktose) auf und wandeln

… bei Heiserkeit und belegter Stimme

ihn in Säuren um. Der pH-Wert im Darm wird dadurch gesenkt und es entsteht ein optimales Milieu für die Darmflora. Die Bakterien sollen ausserdem die Gesundheit der Darmflora fördern und dadurch die Durchlässigkeit der Darmwand für nahrungsmittelallergene vermindern. nicht nur bei Milchprodukten werden Milchsäurebakterien eingesetzt, auch bei der Produktion von Sauerkraut, Sauerteigbroten und Wurstwaren wird dieses Verfahren angewendet. Trotz all dieser Eigenschaften: Die Antworten auf die Fragen bezüglich der tatsächlichen Wirksamkeit bleiben offen. Deshalb ist der Einsatz von Probiotika in der Forschung weiterhin aktuell und es braucht zusätzliche Studien, um diese Fragen zu klären. Ausgewogene Ernährung weiterhin wichtig Grundsätzlich ist eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizer Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE gesundheitsför-

dernd. «Functional Food» kann eine solche Ernährung bestenfalls ergänzen, Ernährungsfehler können dadurch aber nicht behoben werden. Steffi Schlüchter, dipl. Ernährungsberaterin HF, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung SGE

Weblink 

www.sge-ssn.ch

Was Grossmutter noch wusste...!

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BEWEGUnG

Im Gleichgewicht mit Yoga Yoga ist eine alte indische Lehre, die Körper und Geist gleichzeitig beansprucht, trainiert und fördert. Yoga – das Wort bedeutet «Vereinigung» – lehrt ein harmonisches Zusammenspiel von Körper und Geist in allen Aspekten des Lebens. Yoga stammt ursprünglich aus Indien – die Wurzeln seiner Philosophie liegen daher im Hinduismus und in Teilen des Buddhismus.

Streckung aus der Grätsche

… n e h e t s t ex T r h I e t n Hier kön

Beinstreckung aus dem Vierfüsslerstand

Nach unten schauende Hundhaltung

Variante Schulterbrücke Mit Yoga gelangen Körper und Seele in Einklang.

Yoga wird im Zusammenhang mit Ayurveda in fast 5000 Jahre alten Büchern zum ersten Mal erwähnt. Es wurde entwickelt, um die Gesundheit zu fördern und die mentale Disziplin zu schulen. Yoga-Übungen existieren für alle Altersgruppen und für jedes körperliche niveau. Sie wirken präventiv gegen Krankheiten und Beschwerden und verbessern die Gesundheit. Yoga ist eine Methode, die die Freude an der Bewegung mit der Möglichkeit des Aufbaus von Lebenskraft und Körperbewusstsein verbindet. Es ist eine Ergänzung oder Alternative zur herkömmlichen sportlichen Betätigung. Ideal ist das Training vor dem Frühstück am

frühen Morgen oder nach einem anstrengenden Tag am Abend. Wenn die Ablenkung zu gross ist, sollte das Training auf einen anderen Tag verschoben werden. Rundum positiv Äusserst wichtig im Yoga ist die bewusste Steuerung des Atems: Auch in schwierigen Haltungen sollte die Atmung immer tief, ruhig und gleichmässig sein. Die positiven Auswirkungen eines regelmässigen Trainings auf Körper und Geist sind seit Jahrhunderten bekannt und bewiesen: Yoga fördert die Blutzirkulation und regt den Stoffwechsel an. Es stärkt die Muskulatur, hält das Bindegewebe straff, ver-

bessert Beweglichkeit und Gleichgewicht und trägt zur besseren Körperwahrnehmung bei. Yoga reguliert das Körpergewicht, hilft, Stress abzubauen, verbessert die Haltung, kräftigt den Rücken, stärkt das Immunsystem und die mentale Konzentrationsfähigkeit. Kurz: Yoga hält jung, leistungsfähig und gesund.

Weblinks 

www.yogaartikel.ch

www.yoga-vidva.de


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REISEn

Wenn in den Ferien nicht alles glatt läuft

… n e h e t s t ex T r h I e t n Hier kön

Die Kosten können in solchen Fällen äusserst hoch und für viele nicht tragbar sein. In vielen Ländern wird man sogar von einer Krankenpflege ausgeschlossen, sofern man diese nicht gleich bezahlen kann – obwohl eine Pflege vielleicht dringend notwendig wäre. Deshalb ist es ratsam, im Vorfeld eine sogenannte Reiseversicherung abzuschliessen.

Für wen ist die Reiseversicherung? Eine Reiseversicherung ist vor allem bei Ferien im fernen Ausland oder bei längeren Auslandaufenthalten empfehlenswert. Diese Versicherung muss jedoch noch vor Ferienantritt abgeschlossen werden, damit man im Urlaub von Beginn an versichert ist. In den meisten Fällen sind die im selben Haushalt lebenden Kinder unter 25 Jahren gratis mit den Eltern mitversichert. Der Prämienbeitrag richtet sich nach Reiseziel und Dauer und kann sogar für mehrere Jahre abgeschlossen werden.

6006 Luzern

Die Ferien sind für viele das Highlight des Jahres und werden nach den individuellen Wünschen gestaltet. Die Vorfreude auf die schönsten Tage im Jahr ist gross, obwohl an einige organisatorische Dinge gedacht werden muss. Obwohl das Thema oft nicht gerne angesprochen wird, muss man sich bewusst sein, dass im Urlaub Gefahren lauern können. Was passiert zum Beispiel wenn man einen Unfall erleidet oder aus irgendwelchen Gründen krank wird und dadurch Hilfe von Pflegepersonal benötigt? Oder ins Spital muss?

Effiziente Hilfeleistungen bei Krankheit und Unfall Der Abschluss einer Heilungskosten- und PersonenAssistance-Versicherung deckt sämtliche Kosten ab, die mit Krankheit oder Unfall verbunden und nicht mehr in der Grundversicherung enthalten sind. Eine Heilungskostenversicherung beinhaltet Kosten für Arzt, Medikamente und Spitalaufenthalte: Viele Versicherer bieten ausserdem eine telefonische Auskunft für Kostengutsprachen im notfall an. Die PersonenAssistance ermöglicht eine schnelle Hilfestellung infolge Unfall oder Krankheit, ärztliche Beratung am Telefon, Rettungsaktionen, Rücktransporte und Suchaktionen. Darüber hinaus werden allfällige Reisemehrkosten oder Krankenbesuche durch Angehörige erstattet.

P.P.

Im Sommer in die Ferne fahren, um dem Alltag zu entkommen. Dabei denkt man Sonne, Strand und Erholung – und nicht an allfällige Zwischenfälle, die eintreffen können. Mit einer Reiseversicherung kann der Urlaub unbeschwert genossen werden.

Impressum: Redaktion SICHER, Haldenstrasse 25, 6006 Luzern, Telefon: 041 417 05 00

Unbeschwert die Ferien geniessen: Die Reiseversicherung macht es möglich.


SICHER Winter 2012