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HERITAGE Ausgabe 3/2013 · € 9 (D, A, I, LUX, NL) 14 SFR (CH)

Magazin für Historische Häuser und Gärten, Interiors, Antiquitäten und Restaurierung

Eine PErle des Historismus

schloss Ramholz in Hessen

Potsdam – Die Wiedergeburt der Stadt Jinny Blom – Gartendesign aus england Fritz München – Maler der Maharajas


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Editorial Heritage – Ausgabe 3 / 2013

© Portrait: Heritage Media / Carl Gros

Liebe Leserinnen, liebe Leser, kennen Sie Potsdam? Wenn Sie zu denen gehören, die für sich diese Frage mit einem klaren „Ja“ beantworten können, sollten Sie den Bericht über den Wiederaufbau des historischen Ensembles in Potsdam lesen. Denn schon in wenigen Jahren werden Sie das „neue“ historische Zentrum von Potsdam nicht wiedererkennen. Neben Stadtschloss und Garnisonskirche werden die historischen Fassaden der Häuser am Alten Markt wiederhergestellt und die Narben, die Krieg und ein brutales Architekturverständnis der Nachkriegszeit ins Zentrum von Potsdam gerissen haben, wieder verheilt sein. Die breite Bürgerbewegung, die sich in Potsdam für die Wiederherstellung des historisch gewachsenen Stadtbildes engagiert, ist kein Einzelfall. Überall in Deutschland haben sich inzwischen Initiativen gebildet, die sich dafür einsetzen, die Schönheit und Harmonie ihrer Städte wiederherzustellen. Der Neumarkt in Dresden oder der Römer in Frankfurt sind nur einige prominente Beispiele für den Wunsch der Menschen nach einer Stadt, die ihren Bewohnern Identität und Heimat bietet. Die hohe Kultur, die nicht nur in der Architektur, sondern auch im Handwerk, noch am Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet war, zeigt Schloss Ramholz in Hessen, das wir Ihnen auf Seite 22 vorstellen. Erbaut von den Architektenbrüdern Seidl ist es ein eindrucksvolles Denkmal des Historismus und zugleich einer Epoche, die vor wirtschaftlicher Kraft und Selbstbewusstsein nur so strotzte. Die Verbindung von Tradition und Moderne, die dem Baustil des Historismus vielleicht nicht immer in Perfektion gelingt, ist die zugrundeliegende Philosophie der Garten- und Landschaftsarchitektin Jinny Blom. Mit Erfolg, so meine ich. Aber überzeugen Sie sich selbst in unserem Portrait über die Lieblingsgärtnerin des englischen Thronfolgers auf Seite 34. Für alle, die Harmonie und Schönheit in einer perfekten Symbiose aus Tradition und Fortschritt suchen, ist die Festspielstadt Salzburg, die wir Ihnen auf Seite 40 vorstellen in jedem Fall die richtige Adresse. Viel Freude beim Lesen! Ihr Christoph Schenck zu Schweinsberg Herausgeber und Chefredakteur

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Inhalt

HERITAGE AUSGABE 3/2013  € 9 D, A, I, LUX, NL 14 SFR CH

MAGAZIN FÜR HISTORISCHE HÄUSER UND GÄRTEN, INTERIORS, ANTIQUITÄTEN UND RESTAURIERUNG

EINE PERLE DES HISTORISMUS

SCHLOSS RAMHOLZ IN HESSEN

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Editorial

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Agenda

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Bücher

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Die wiedergeburt der Stadt

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„Man weiSS nie was kommt...“ Im Gespräch mit Dr. Thomas Kamm, Senior Representative Germany des Auktionshauses Bonhams

POTSDAM  DIE WIEDERGEBURT DER STADT JINNY BLOM  GARTENDESIGN AUS ENGLAND FRITZ MÜNCHEN  MALER DER MAHARAJAS

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Schloss Teisbach steht zur Entdeckung bereit Die Sonderauktion des Auktionshauses Neumeister

Die Rekonstruktion der repräsentativsten

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Potsdamer Stadtpalais

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Heritage Directory

Eine Perle des Historismus

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ege Exquisit

Schloss Ramholz in Hessen

34

Natürliche Schönheiten

Feinste Materialien und erstklassige Verarbeitung

74

Jinny Blom – Gartendesign aus England

Mayer’sche Hofkunstanstalt in München Künstlerische Glasgestaltung und Mosaik

40

Salzburger Sommerfrische Im Sommer findet sich alle Welt an der Salzach ein

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Möbelhandwerk in Tradition Die Restaurierungswerkstatt Martina Schulz aus Hamburg

46

Der Maler der Maharajas Die Geschichte des unvergessenen Malers

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Design und Exklusivität KELLER AG – First Class Wintergardens & Windows

Fritz München

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Heritage Fine Art

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Heritage Real Estate

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Kunstmarkt

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Nachruf / Impressum

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Heritage Guide

Auktionen, Handel, Messen

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Termine

Nützliche Adressen zu u.a. Denkmalpflege, Restaurieren, Antiquitäten, Interiors, Garten…

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Im Dienste der Fugger

Festspielstadt Salzburg (S.40) © Salzburg Tourismus

Die Herbstauktionen für Alte Kunst bei Koller Zürich

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Heritage

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Vorschau


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Agenda © Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum/BILDSCHÖN

Bauarbeiten am Berliner Schloss – Humboldtforum in vollem Gange Am 12. Juni 2013 legte Bundespräsident Joachim Gauck den Grundstein für die Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Humboldtforum. Das berühmte und bedeutende Bauvorhaben in der Berliner Innenstadt soll mit dem Humboldtforum nach der geplanten Fertigstellung Anfang 2018 Deutschlands Schaufenster für die Kulturen der Welt werden. So sollen beispielsweise bis Mitte 2019 die großen außereuropäischen Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz dort einziehen, die sich momentan noch in Berlin Dahlem befinden. Stilistisch wird das Forum von außen an Bautradition und Geschichte erinnern, wobei es innen zu einem zeitgenössischen und modernen Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Kulturort wird.

Die atemberaubende Kunstsammlung des ersten Premierministers von Großbritannien, Sir Robert Walpole (16761745), die an Katharina die Große verkauft wurde, um die Eremitage in St. Petersburg zu schmücken, findet nach über 200 Jahren den Weg zurück nach Houghton Hall. Die begleitende Ausstellung Houghton Revisted läuft bis zum 29. September 2013 und ist eine einmalige Gelegenheit eine der berühmtesten europäischen Kunstsammlungen des 18. Jahrhunderts zu bewundern. Die Ausstellung zeigt Malereien der englischen, französischen, italienischen, flämischen und spanischen Schule, mit Meisterwerken von Van Dyck, Poussin, Albani, Rubens, Rembrandt, Velazquez und Murillo. Die 7. Marquise von Cholmondeley, die direkte Nachfahrin Walpoles, hat noch heute ihren Familiensitz in Houghton Hall, das als eines der schönsten palladianischen Häuser des Landes gilt.

Neues Lenbachhaus eröffnet

© Städtische Galerie im Lenbachhaus München

Die städtische Galerie des Lenbachhauses, die ihren Sitz im ehemaligen Ateliertrakt des Künstlers Franz von Lenbach (1836-1904) hat, öffnet 2013 die Tore des Neubaus. Bauliche Missstände und neue technische und museale Notwendigkeiten erforderten die baulichen Maßnahmen. Die nach dem 2. Weltkrieg nur notdürftig behobenen Schäden sollten gänzlich behoben werden und darüber hinaus eine Zugänglichkeit des Hauses gewährleistet werden, die am heutigen Publikumsbedürfnis ausgerichtet ist. 2006 beschloss der Stadtrat der Landeshauptstadt eine „Generalisierung mit teilweisem Neubau“, für die 59,4 Millionen Euro bereitgestellt wurden und die nach einem erweiterten Entwurf von Foster+Partners durchgeführt wurde. Dank der Fördermittel von 2,5 Millionen Euro, die der Förderverein Lenbachhaus e.V. für dieses Projekt aufbringen konnte, konnte unter anderem eine Skulptur des Künstlers Olafur Eliasson erworben werden, die nun das neue Atrium schmückt.

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Heritage

© The State Hermitage Museum

Sir Robert Walpoles Sammlung kehrt nach Houghton Hall zurück


Agenda Der Mannheimer Unternehmer unterstützt die Stiftung Kunsthalle Mannheim mit einer großzügigen Spende. Als langjähriger Mäzen der Kunsthalle und Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung spielt er eine herausragend aktive Rolle im bürgerschaftlichen Engagement der Stadt Mannheim; nicht nur mit Zuwendungen, sondern auch mit der Übernahme von Ehrenämtern für die Bereiche Wissenschaft, Universität, Kunst, Theater und Musik. Darüber hinaus haben Manfred Fuchs und seine Frau im Zusammenhang mit dem Neubau der Kunsthalle beschlossen, ihre bedeutende Sammlung expressionistischer Kunst und internationaler Moderne als Dauerleihgabe dem Museum zugänglich zu machen, darunter Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und Alexej von Jawlensky.

© Fotograf Norbert Weidemann

Alexander Otto spendet der Hamburger Kunsthalle 15 Millionen Euro

Auf der Treppe im Gründungsbau der Hamburger Kunsthalle am 6. August 2013 (v. l. n. r.): Dr. Stefan Brandt, Geschäftsführer der Hamburger Kunsthalle, Kultursenatorin Prof. Barbara Kisseler, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, Alexander Otto, Prof. Dr. Hubertus Gaßner, Direktor der Hamburger Kunsthalle

Der Hamburger Unternehmer und Mäzen der Hamburger Kunsthalle Alexander Otto ermöglicht durch seine Zuwendung über die Dorit und Alexander Otto-Stiftung eine umfangreiche Modernisierung und Optimierung der Kunsthalle. Ein attraktiveres Umfeld für die Besucher sowie eine Neupräsentation der international bedeutenden Sammlungen stehen dabei im Fokus, wie auch eine Sanierung des Depots der Kunsthalle, die parallel über Mittel der Stadt möglich gemacht werden soll. Im Herbst 2014 sollen die Maßnahmen in Angriff genommen werden und Ende des Jahres 2015 fertiggestellt sein. Während der Umbaumaßnahmen wird die Kunsthalle trotzdem für Besucher geöffnet sein und allein einige Gebäudebereiche werden temporär geschlossen. Die Firma des Unternehmers Alexander Otto ECE wird die Planung und Bauleitung übernehmen.

Prince Charles empfängt Förderer und Freunde von INTBAU S.K.H. der Prince of Wales, Gründer und Schirmherr von INTBAU (International Network for Traditional Buildung and Architecture), empfing anlässlich seines Aufenthaltes in Siebenbürgen (Rumänien) Ende Mai ehrenamtliche Mitarbeiter und Freunde seiner Stiftung in seinem Haus in Deutsch-Weisskirch. Anlass war der Abschluss eines Weiterbildungsprogrammes für lokale Handwerker in dem Dorf Arkeden, das durch Unterstützung der nationalen INTBAU Chapters aus England, Deutschland und Rumänien ermöglicht wurde. Prince Charles engagiert sich bereits seit 1996 für den Erhalt der Siebenbürger Sachsen Dörfer.

V.l.n.r.: The Rt Hon Lord Lamont of Lerwick, S.E. Martin Harris, S.K.H. The Prince of Wales, Mina Bonakdar-Sagharchi, Aura Woodward, Dr. Jürgen Leibfried, Alireza Sagharchi, John O‘Brien, Christoph Frhr. Schenck zu Schweinsberg

Heritage

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© Cem Yücetas / Kunsthalle Mannheim

Dr. Manfred Fuchs spendet Mannheimer Kunsthalle eine Million Euro


Die Befreiungshalle Kelheim

Kaiser – Reich – Stadt. Die Kaiserburg Nürnberg Die Ausstellung der Bayerischen Schlösserverwaltung, die in Zusammenarbeit mit den Museen der Stadt Nürnberg und dem Germanischen Nationalmuseum ermöglicht wurde, gibt einen spannenden Überblick über Kaiser, Reich und Stadt von Nürnberg. Das Nürnberg des Spätmittelalters zählte zu den größten und bestorganisiertesten Gemeinwesen Europas. Somit bot es einen idealen Schauplatz für die Selbstdarstellung des Reichs und seiner Herrscher im Kontext seines zeitweiligen Status als Reichshauptstadt. Die Ausstellung gibt ein wunderbares Abbild des von Privilegien und Verpflichtungen geprägten Zusammenspiels von Herrscher und Stadt, das neben gesonderten Vorrechten auch kostspielige Verpflichtungen mit sich brachte. Kaiser – Reich – Stadt. Die Kaiserburg Nürnberg, 13. Juli - 10. September 2013; www.kaiserburg-nuernberg.de

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The Art of Bulgari Das deyoung Museum in San Francisco zeigt ca. 150 ausgewählte Stücke des renommierten italienischen Juweliers aus insgesamt vier Jahrzehnten. Viele der gezeigten Stücke stammen aus der privaten Kollektion Elisabeth Taylors. Hervorgehoben werden soll insbesondere die prägende Stellung des Hauses, das eine entscheidende Periode für das italienische Design einnimmt. In den 1960er Jahren wurde das SchmuckLabel von Bulgari gegründet. Die Anfänge lagen in der Fassung gewagt kolorierter Kombinationen von Edelsteinen, der Verwendung von Grobgold und Formen, die vom griechisch-römischen Klassizismus, der italienischen Renaissance und der römischen Schule der Goldschmiedekunst des 19. Jahrhunderts abgeleitet sind. Mithilfe dieser Gegebenheiten wurde ein Look von weitreichender Phantasie und Kreativität entwickelt, der zur „italienischen Schule des Schmuckdesigns“ avancierte. The Art of Bulgari: La Dolce Vita & Beyond, 1950– 1990, 21. September 2013 – 17. Februar 2014; www.deyoungmuseum.org

© Necklace, 1962, with pendant/brooch, 1958, Bulgari Heritage Collection © “Tremblant” brooch, 1962, Bulgari Heritage Collection

Eigentümer: Wittelsbacher Ausgleichsfonds © BSV/Maria Scherf & Rainer Hermann

Anlässlich des Sieges über Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig ließ der bayerische König Ludwig I. die Befreiungshalle in Kelheim errichten, die am 50. Jahrestag der Schlacht, am 18.10.1863, eingeweiht wurde. Die Befreiungshalle ist neben Walhalla und der Ruhmeshalle eines der großen drei Nationaldenkmäler, mit denen Ludwig ein Zeichen für die Befreiung von napoleonischer Herrschaft und die nationale Größe der Deutschen setzte. Friedrich von Gärtner erhielt 1836 den Auftrag und begann den Bau bis zum dreistufigen Sockel. Nach dessen Tod übernahm der Architekt Leo von Klenze die Planung, veränderte sie schrittweise und verewigte sich schließlich über der Innenseite der Eingangstür. Erstmals werden zum 150. Jahrestag der Eröffnung Originalzeichnungen der Planungs- und Baugeschichte gezeigt und die Arbeit zweier Architekten für eines der bedeutendsten Denkmäler des Jahrhunderts dokumentiert. Die Befreiungshalle Kelheim, 09. August – 27. Oktober 2013; www.archaeologisches-museum-kelheim.de

Leo von Klenze, Befreiungshalle in Kelheim © Staatliche Graphische Sammlung München

Agenda


Friedrich-Ebert-Straße 11 + 12 | 40210 Düsseldorf | Germany Tel. +49 (0) 211 302 001 -0 | Fax +49 (0) 211 302 001 -19 info@kunstauktionen-duesseldorf.de www.kunstauktionen-duesseldorf.de 1.

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EINLADUNG ZU UNSEREN KOMMENDEN AUKTIONEN...

KUNST & ANTIQUITÄTEN

AM 21. SEPTEMBER 2013 | 11.30 UHR

SAMMLUNG DR. DORFF, BONN

AM 21. SEPTEMBER 2013 | 10.00 UHR

DEKORATIVE KUNST

AM 20. SEPTEMBER 2013 | 10.00 UHR

VORBESICHTIGUNG

VOM 12. – 19. SEPTEMBER 2013 | MO. – FR. | SA. – SO.

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10.00 – 19.00 UHR 10.00 – 17.00 UHR

1. Friedrich Loos, Kolosseum 2. Famille rose Vase, China 18 .Jh. 3. Drachenkanne, China, 19. Jh. 4. Alexander der Grosse zu Pferde, um 1780 5. Hermann Emil Pohle, Es lebe das Leben 6. Siebenbürgen, Kronstadt, um 1650 7. Luca Cambiaso, Tondo, Puttenreigen 8. China, 17. Jh. 9. Circa 100 Positionen Wiener Keramiken 10. Circa 150 barocke Milchglasobjekte 11. Hans Deiters, Wind und Welle 12. Bedeutende Kommode

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Agenda Charakterköpfe Unter den Büsten der Sonderausstellung des Germanischen Nationalmuseums befinden sich rund 140 „Charakterköpfe“ von Dichtern und Denkern, Regenten und Künstlern. Eines der spannendsten und ausdrucksstärksten Themen der Bildhauerei wird damit für die Epoche der Aufklärung beleuchtet. Die Bildnisbüste war ein beliebtes Instrument namhafter Geistesgrößen, um das eigene Abbild für die Nachwelt festzuhalten. Johann Wolfgang von Goethe, Immanuel Kant, Johann Gottfried Herder, Johann Joachim Winckelmann oder auch politische Größen, wie Friedrich der Große, Napoléon Bonaparte, Franz II., letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, sind darunter. In der Zeit der Aufklärung begann dann auch das aufstrebende Bürgertum Gefallen an dieser Darstellungsform zu finden. Insbesondere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erlebte die Portraitbüste ihre Blütezeit aber auch die unterschiedlichsten Stile kamen auf. Wachsportraits, Bildnisse mit Antikenorientierung oder aber Bildnisse von einem ungeschönten Realismus entstanden. Auch Ende des 18. Jahrhunderts erfreute es sich mit der Beliebtheit der Physiognomik an ungebrochenem Interesse. Charakterköpfe. Die Bildnisbüste in der Epoche der Aufklärung, 06. Juni – 06. Oktober 2013; www.gnm.de

Ein Expressionistischer Sommer – Bonn 1913 Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums eröffnet das Kunstmuseum Bonn die Ausstellung zu den „rheinischen Expressionisten“. Eine facettenreiche Auswahl kommt dort zusammen - darunter auch zahlreiche Leihgaben - die im Zusammenhang mit der Ausstellung von 1913 standen. August Macke war es, der dieses Zusammenkommen initiierte und der für die Ausstellung zwei Künstlerinnen und vierzehn Künstler auswählte, mit denen er mehr oder weniger stetig in Kontakt stand, darunter unter anderem Heinrich Campendonk, Ernst Moritz Engert und Max Ernst. Ein Expressionistischer Sommer – Bonn 1913, 27. Juni – 29. September 2013; www.kunstmuseum-bonn.de

Helmuth Macke, Stillleben mit Zinnerarie u. Buch, 1913 © Kaiser Wilhelm Museum, Krefeld

Roman Anton Boos, Büste des Kurfürsten Maximilian III. Joseph von Bayern, um 1777 © Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Unter vier Augen

© Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe zeigt ca. 50 Werke aus der eigenen Sammlung, die einen Streifzug durch 500 Jahre (1480-1980) Entwicklung deutscher, niederländischer und französischer Portraitmalerei ermöglichen. Das Besondere der Ausstellung ist die Erweiterung der Bilder mit Texten renommierter deutschsprachiger Schriftsteller/-innen, Intellektueller, Kunst- und Kulturwissenschaftler/-innen, die sich jeweils mit einem der Werke beschäftigt und es textlich untermalt haben. Mit dieser Ausstellung können Bild und Sprache gleichberechtigt nebeneinander wahrgenommen werden. Anhand eines Katalogbuches oder Audioguides sind die Texte direkt vor den Bildern erfahrbar. Die Charakterstudien, Impressionen, Gedichte, Briefe, Gespräche, Tagebuchaufzeichnungen, autonome Geschichten und Essays schaffen und ermöglichen dem Besucher einen neuen, geschärften und teilweise auch amüsanten Blick auf die Arbeiten. Unter vier Augen. Porträts sehen, lesen, hören, 13. Juli – 20. Oktober 2013; www.kunsthalle-karlsruhe.de

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Heritage


Mit Stift und Feder. Zeichnungen vom Klassizismus bis zum Jugendstil In der Graphischen Sammlung des Augustinermuseums zeigt die Sonderausstellung zu „Mit Stift und Feder. Zeichnungen vom Klassizismus bis zum Jugendstil“ ein ausgesuchtes Repertoire von ca. 150 Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts, die teilweise erstmals ausgestellt sind. Hinweg durch die Epochen des Klassizismus, der Romantik, des Biedermeier, des Realismus und Jugendstils sind die unterschiedlichsten Werke von u. a. Joseph Anton Koch, Carl Spitzweg, Anselm Feuerbach und Hans Thoma zu bewundern. Mit Stift und Feder. Zeichnungen vom Klassizismus bis zum Jugendstil, 15. Juni – 15. September 2013; www.freiburg.de

Leo Rosenthal, ein Chronist der Weimarer Republik Das Reichskammergerichtsmuseums widmet Leo Rosenthal eine Sonderausstellung. Leo Rosenthal (1884-1969) stammte aus Riga, war Jurist und arbeitete zunächst in Moskau, von wo aus er 1920 nach Berlin ging. Nach kurzer Tätigkeit als Gerichtsreporter für links stehende Zeitungen, arbeitete er dann ab 1926 hinter der Kamera und fertigte atmosphärisch dichte Aufnahmen von den Aufsehen erregenden Prozessen der Weimarer Republik an. In der Ausstellung zu sehen sind unter anderem Fotografien von legendären Prozessen, z. B. des sagenhaften Fälscherprozesses von Bildern Vincent van Goghs, berühmte Zeugen wie z. B. Albert Einstein vor Gericht und Einblicke in die Arbeit des Gerichts hinter den Kulissen. Leo Rosenthal, ein Chronist der Weimarer Republik, Fotografien 1926-1933, 06. Juni – 29. September 2013; www.reichskammergericht.de/museum.htm © Landesarchiv Berlin / Foto Leo Rosenthal

© Augustinermuseum - Städtische Museen Freiburg, Johann Bleuler d.J., Die Insel im Boden-See, 1816. Foto: Hans-Peter Vieser

Agenda

Queen Victoria, The childen at Osborne, 1850. EMBARGOED UNTIL 00:01, 29 March 2013. Royal Collection Trust © 2013, Her Majesty Queen Elizabeth II.

Royal Paintbox: Royal Artists Past and Present Über Generationen hinweg fanden britische Könige, Königinnen und ihre Familien Gefallen am Malen, Zeichnen und Modellieren. Begleitend mit dem ITV Programm Royal Paintbox zeigt eine gleichnamige Ausstellung auf Windsor Castle die Geschichte königlicher Künstler vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Neben Arbeiten George III. und seiner Kinder finden sich welche von Königin Victoria, Prinz Albert und deren Kindern, König Edward VII. und Königin Alexandra sowie Ihrer Majestät der Queen. Ebenfalls zu sehen ist eine Gruppe von Aquarellen, die von Ihrer Königlichen Hoheit des Prinzen von Wales stammen. Die vornehmlich aus den letzten drei Jahrzehnten stammenden Arbeiten schließen vorerst die Geschichte der königlichen Künstler. Royal Paintbox, 22. Juni – 26. Januar 2013; www.royalcollection.org.uk

Heritage

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Agenda © Ackland Art Museum, The University of North Carolina at Chapel Hill

Kleopatra. Die ewige Diva Die letzte Herrscherin Ägyptens ist eine sagenumwobene Persönlichkeit, die noch heute einen regelrechten Hype um sich zieht. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet Kleopatra VII. (69-30 v. Chr.) eine Ausstellung. Ihre Schönheit ist legendär; sie galt als hochgebildet und als Meisterin der Verführung. Aber auch als durchtrieben und nach Macht strebend, unberechenbar und mutig. Das bewegte und glanzvolle Leben, wie auch die sagenumwobenen Umstände ihres Todes bezaubern und inspirieren auch heute noch Schriftsteller, Maler und Musiker. Die vielen Gesichter der Kleopatra und ein sich wandelndes Weiblichkeitsmodell durch die Epochen werden von der Antike bis in die aktuelle Popkultur beleuchtet, unter Berücksichtigung kultureller, politischer und gesellschaftlicher Anliegen während der jeweiligen Entstehungszeiten und präsentiert in Skulptur, Malerei, Fotografie, Film- und Videokunst. Kleopatra. Die ewige Diva, 28. Juni – 06. Oktober 2013; www.bundeskunsthalle.de

Die Sommerausstellung des Berliner Brücke Museums präsentiert eine besondere Auswahl der Neuerwerbungen der letzten Jahre. Neben den Kunstwerken kann der Besucher einen Einblick „hinter die Kulissen“ erhalten, in die Erwerbungsstrategien eines Museums. Eine Sammlung, ob privat oder öffentlich, ist permanenten Veränderungen unterworfen und niemals abgeschlossen. Jede Einzelne wird geprägt durch rationale Entscheidungen aber auch individuelle Vorlieben und subjektive Präferenzen, die ausschlaggebend sind für die besonderen Akzente jeder einzelnen Sammlung. Meisterstücke – Die schönsten Erwerbungen des BrückeMuseums, 21. Juni – 06. Oktober 2013; www.bruecke-museum.de

Karl Schmidt-Rottluff, Gärtnerei, 1906 © VG Bild-Kunst, Bonn

Meisterstücke des Brücke Museums

Edvard Munch. Vom ersten Kuss bis in den Tod © The Munch Museum /The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2012

Erstmals seit 50 Jahren zeigt die Staatsgalerie anlässlich des 150. Geburtstages von Edvard Munch ihren kompletten Bestand an kostbaren Werken des norwegischen Malers und Graphikers. Kürzlich entdeckte Briefe belegen, dass Edvard Munch schon im August 1923 das Stuttgarter Museum besuchte und darüber hinaus Kontakt zu Otto Fischer, dem damaligen Direktor der Staatsgalerie, unterhielt. Nun geben rund 60 Werke einen Überblick über Munchs typische Arbeitsweise und Themenvielfalt. Unter ihnen befindet sich der weltweit einzige Abzug des weltbekannten Werkes „Der Schrei“. Das Oeuvre Edvard Munchs zieht nach wie vor die Zuschauer in seinen Bann. Gefühle und Seelenzustände beherrschten seine Bildthemen und er verstand es wie kein Zweiter die Abgründe des menschlichen Seins darzustellen; Krankheit, Angst, Tod, Liebe, Eifersucht und Verzweiflung sind immer wiederkehrend in seinen Werken anzutreffen; in Malerei und Graphik und dabei in den unterschiedlichsten Varianten umgesetzt. Ganz besonders in der Graphik experimentierte Munch mit den unterschiedlichsten Bildträgern, ob Platten, Steinen oder Holzstöcken. Edvard Munch. Vom ersten Kuss bis in den Tod, 05. Juli – 06. Oktober 2013; www.staatsgalerie.de

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Bücher Impressionists on the water von Phillip Dennis Cate, Daniel Charles und Christopher Lloyd Im Juni 2013 ist bei Rizzoli in Zusammenarbeit mit dem Museum of Fine Art San Francisco und im Zusammenhang mit einer großen Ausstellung dieser Band erschienen, der für das späte 19. Jahrhundert eine Sammlung von Werken präsentiert, die thematisch ihren Fokus auf dem Rudern, Segeln und Seefahren auf Flüssen und hoher See haben. Für die Impressionisten stellten Wasser, Schiffe und alle Dinge mit maritimem Bezug natürliche Inspirationen für ihre Arbeiten dar. Viele von ihnen waren selbst Segler – Pissaro beispielsweise besegelte etliche Male den Atlantik oder aber Bazille, der genauso Ruderer war wie Maler. Eine hervorragende Synthese von Schifffahrt und Ästhetik, die besonders von Liebhabern der Küste und Kennern einer der beliebtesten Perioden der Kunstgeschichte geschätzt werden wird. 224 Seiten, $50.00, ISBN: 978-0-8478-4025-0 Portraits and Caftans of the Ottoman Sultans (Special Edition) von Nurhan Atasoy mit der Unterstützung von Irem Kinay (Englisch) Seit Gründung des Osmanischen Reiches bis hin zu seinen sagenumwobenen Eroberungen hat das Vermächtnis der 36 osmanischen Sultane unbestrittene Spuren in der Geschichte hinterlassen. Zusammen mit ihrer Tapferkeit, Könnerschaft und ihrer politischen Führungsgewalt repräsentierte auch ihre Kleidung das Ultimative an Status und Macht; Goldfäden, Fellunterfütterungen und Diamantenbesätze in brillierender Farbenpracht. Neben exquisiten Portraits und verschwenderisch ausgestatteten Kaftanen zeigt dieser großzügig gestaltete Band Bilder, die zumindest eine Vorstellung von der Pracht des Osmanischen Reiches und seiner legendären Sultane vermitteln. 128 Seiten, $695.00, ISBN: 978-1-6142-8110-8 Die Gärten von Marrakesch von Angelica Grey Der Bildband präsentiert die 20 schönsten Gärten der marokkanischen Stadt Marrakesch und bringt den Orient mit seinen exotischen Düften, seinen faszinierenden Farben und einer ganz eigenen Musik- und Gärtenpracht in die eigenen vier Wände. Die magischen Gärten von Marrakesch, angelegt von Sultanen, zu Museen, Hotels oder öffentlichen Anlagen gehörend, eröffnen inmitten einer lauten und aktiven Handelsstadt stille Rückzugsorte. Grüne Oasen mit Wasserbecken, in denen sich der blaue Himmel spiegelt, Feigen- und Granatapfelbäume, Dattelpalmen und Weinstöcke, Rosen, Jasmin und Myrte und plätscherndes Wasser liegen verborgen hinter großen hölzernen Toren, fern vom Alltagstrubel. 128 Seiten, € 24.95, ISBN 978-3-8369-2761-1

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Bücher

Châteaux, Castles, Mansions Finest Real Estate Worldwide Die zweite Ausgabe der Engel & Völkers Publikation präsentiert in einem mit prächtigen Farbfotografien ausgestatteten Band die erlesensten Burgen, Schlösser und Herrenhäuser des internationalen Portfolios der Engels & Völkers AG. Diese ganz besondere Immobiliensparte stellt außergewöhnlichste Anwesen vor, die mit ihrem Zauber immer schon für eine ganz besondere Lebensart stehen, die ein Leben voller Kulturgeschichte und Raffinesse verspricht. Neben Interessenten, die auf der Suche nach einem ganz besonderen und individuellen Wohnraum sind, sind dazu Investoren angesprochen, die eine Örtlichkeit für die Nutzung kommerzieller Zwecke suchen und in diese Welt des ganz Besonderen eintauchen möchten. In den reizvollsten Regionen aus insgesamt zwölf Ländern werden die für gewöhnlich etwas abgelegen erbauten Anwesen in ihrer ganzen Pracht und Originalität vorgestellt und wesentliche Hinweise gegeben, die für die Entscheidungsfindung bei dem Erwerb einer solchen Immobilie zu beachten sind. www.engelvoelkers.com

Before They Pass Away von Jimmy Nelson Jimmy Nelson fängt auf atemberaubende Art und Weise die letzten lebenden Völker in seinen Aufnahmen ein und würdigt diese Erben jahrhundertealter Traditionen, die in der Gegenwart einer globalisierten Welt ihre Bräuche aufrechterhalten und leben. Daneben bilden die Fotografien ein bedeutendes historisches Dokument der Stammeskulturen dieser Welt. Im Rahmen der noch unberührtesten Landschaften unseres Planeten zeigen diese spektakulären Bilder neben Bräuchen und Artefakten einfühlsame Portraits regelrechter Weltkulturhüter in ihrem stolzen Geist und in all ihrer Pracht. 424 Seiten, € 128,95, ISBN 978-3-8327-9759-1 Orden auf königlichem Porzellan Anlässlich des 250-jährigen Bestehens der KPM Berlin und der Sonderausstellung der Kulturstiftung des Hauses Hessen gibt die Kulturstiftung des Hauses Hessen Museum Schloss Fasanerie diesen Katalog heraus, der außergewöhnliche und in ihrer Bestimmung einzigartige Porzellane zeigt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 beschenkte der König von Preußen ausgewählte Heerführer mit prächtigen Tafelservicen, die er bei der Berliner Manufaktur KPM in Auftrag gegeben hatte. Sechs Service tragen das Eiserne Kreuz als Dekor, den Orden für höchste Tapferkeit im Krieg. Sie sind in Teilen erhalten und werden im Katalog detailliert in Wort und Bild vorgestellt. Daneben auch das repräsentative Speise- und Dessertservice, das der spätere Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel 1818 für seinen Hof bestellte. Es ist das umfangreichste Service, das die KPM je hergestellt hat. Es zeigt als Dekor, den hessischen Tapferkeitsorden vom Eisernen Helm, in Anlehnung an die königlichen Geschenke. 240 Seiten, € 29,95, ISBN 978-3-86568-977-1

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Alle Bilder Š Prinz von Preussen Grundbesitz AG


Die Wiedergeburt der Stadt Die historische Mitte von Potsdam ersteht wieder. Neben Stadtschloss und Garnisonskirche werden die historischen Fassaden der Palais am Alten Markt durch die Prinz von Preussen AG rekonstruiert und damit das gewachsene Stadtbild von Potsdam wiederhergestellt.

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Vorherige Doppelseite: Potsdam Mitte: Wiederaufbau des historischen Gebäudeensembles am Alten Markt. Diese Seite: Oben: Palazzo Chiericati und Palazzo Pompei aus der Vogelperspektive. Am oberen Bildrand lassen sich Havel und Freundschaftsinsel erahnen. Gegenüberliegende Seite: Die Tambourkuppel der Nikolaikirche thront majestätisch über dem Alten Markt in Potsdam.

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otsdam zählte mit seinen historischen Gebäuden und Plätzen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zu den wohl schönsten Städten Europas. Die königliche Residenzstadt trug die unverkennbare Handschrift Friedrich des Großen, der mit detailgetreuer Planung das Stadtbild zu einem Gesamtkunstwerk aus Renaissance-, Barockund Rokoko-Bauten prägte. Schwer beschädigt durch das Bombardement von 1945 und die folgenden gnadenlosen Abrisse sowie moderne Überbauten fristete das historische Stadtzentrum später ein jahrzehntelanges, trostloses Schattendasein. Nun baut die Prinz von Preussen Grundbesitz AG wieder auf, was der Preußenkönig vor zweieinhalb Jahrhunderten liebevoll geschaffen hatte. Leitbautenkonzept zum Aufbau des historischen Kerns Seit sich der Neubau des brandenburgischen Landtags auf dem Areal und mit der Fassade des ehemaligen Stadtschlosses der Vollendung nähert, rückt der Alte Markt wieder in den Fokus der Stadtväter. Man besinnt sich des Glanzes vergangener Tage und treibt fortan auch den Wiederaufbau rund um Potsdams einstige architektonisch pracht-

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volle Mitte voran. Das integrierte Leitbautenkonzept der Stadt legt dabei den Rahmen und die Vorgaben fest: Die Rekonstruierung der historischen Fassaden der Stadtpalais am Alten Markt soll nach über einem halben Jahrhundert Potsdams Herz wieder in herrschaftlichem Licht erstrahlen lassen. Prinz von Preussen Grundbesitz AG rekonstruiert historische Bauten Was der „Alte Fritz“ mit absoluter Perfektion errichtet hat, wird nun durch die Prinz von Preussen Grundbesitz AG rekonstruiert. Das Bonner Bauträgerunternehmen gewann den Bieterwettbewerb zum Wiederaufbau des zum Leitbau erklärten Renaissance-Palasts Chiericati. Die Nachbildungen der historischen Fassaden des Palazzo Chiericati und des Palazzo Pompei werden bald das Areal um das ehemalige Stadtschloss zu neuem Leben erwecken und ihm wieder den Ruf eines der schönsten und attraktivsten Stadtzentren Europas verleihen. Nomen est omen: Vorsitzender des Aufsichtsrats der Prinz von Preussen Grundbesitz AG ist der Urenkel des letzten deutschen Kaisers, Franz-Friedrich Prinz von Preussen.


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Herr Tantzen, was hat es auf sich mit diesen beiden Stadthäusern mit den klangvollen italienischen Namen? Was ist das Besondere an Palazzo Chiericati und Palazzo Pompei? TJT: Die italienischen Originale sind einzigartige Renaissance-Paläste, die durch ihren außergewöhnlichen Baustil architektonische Geschichte geschrieben haben. Der ChiericatiPalast in Vicenca von Palladio mit seinen Stilelementen aus der klassischen Antike und der Fassadengliederung ist imposant. Dies gilt auch für den Palazzo Pompei in Verona vom berühmten Architekten Sanmicheli. Diese beeindruckenden Paläste dienten Friedrich II. als Vorbild für die prächtigen und gleichnamigen Nachbauten in Potsdam.

Oben: Theodor J. Tantzen, Mitgründer, Aktionär und Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG

Mitverantwortlich für die Geschicke des Unternehmens ist Theodor J. Tantzen, Mitgründer, Aktionär und Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG, der auch für den Vertrieb federführend verantwortlich zeichnet. Das Unternehmen hat sich bereits bundesweit einen Namen gemacht. Allein in Potsdam kaufte und sanierte es beispielsweise die alte Speicherstadt an der Havel, das historische AEG-Kraftwerk am Persiusufer, eine Reihe von Kasernengeländen aus der Kaiserzeit sowie das Kaiserin-Augusta-Stift, um nur einige zu nennen. Insgesamt schuf das Unternehmen dort über 1000 Wohnungen. Interview mit Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG, zum Wiederaufbau des Stadtschloss-Ensembles Potsdam mit den Palazzi Chiericati und Pompei.

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Wie kam es zum Nachbau der italienischen Renaissance-Paläste in Potsdam? TJT: Alles fing an mit der Verschönerung des Stadtschlosses durch Friedrich II. Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit kam ein junger, gebildeter Italiener namens Francesco Algarotti an den Hof, zu dem der Preußenkönig eine tiefe Freundschaft aufbaute. Algarotti war ein Bewunderer der italienischen Baumeister. Er war es, der Friedrich II. die italienische Baukunst näherbrachte und ihn bei den ambitionierten Umbauplänen Potsdams zur repräsentativen Residenzstadt beriet. Auf seinen Reisen durch Italien besichtigte er unter anderem den Palazzo Chiericati in Vicenza und berichtete davon dem König, der seine Bewunderung teilte und mit dem Nachbau der Paläste am Fuße des Stadtschlosses begann. Wie kann man sich die Neugestaltung des Potsdamer Alten Marktes vorstellen? TJT: In dieser wirklich einzigartigen Lage, zwischen Stadtschloss und Havelufer, prägten zur Zeit Friedrich des Großen die Bürgerpaläste Barberini, Chiericati und Pompei das Stadtbild am Alten Markt. Wir werden einen Teil dieses Stadtbildes rekonstruieren, wiederbeleben. Hinter den Nachbauten der historischen Fassaden werden auf den ausgedehnten Wassergrundstücken moderne Stadthäuser entstehen. Das Gebiet am Stadtschloss wird zu den begehrtesten und attraktivsten Immobilienlagen in


Deutschland per se avancieren. Einzigartige „Ausblicke in die Geschichte“ machen den Reiz der Wohnlage aus: Nikolaikirche, Altes Rathaus und Knobelsdorffhaus sowie das ehemalige Stadtschloss prägen die historische Aussicht zum Alten Markt, nach hinten erstreckt sich der Ausblick auf das romantische Ufer entlang der Havel – die Alte Fahrt – sowie die grüne Freundschaftsinsel mit ihren historischen Schauund Lehrgärten. Über die Prinz von Preussen Grundbesitz AG Die Kompetenz des Unternehmens liegt in der Entwicklung, Umsetzung und Vermarktung sowohl historischer, denkmalgeschützter und restaurierter Bauwerke als auch ausgewählter Neubauprojekte deutscher Metropolen. „The Metropolitan Gardens“, das ehemalige US-Hauptquartier in Berlin-Dahlem, „Am Ritterholz – Wannsee Sports & Country Club“, das denkmalgeschützte ehemalige Offizierskasino in Berlin-Kladow oder das „Kaiserin-AugustaStift“, ehemaliges KGB-Hauptquartier Europa

sind nur einige der Projekte, die die Prinz von Preussen Grundbesitz AG in der Bundes- und Landeshauptstadt umgesetzt hat. Mit dem Stadtschloss-Ensemble weitet sie jetzt ihr Engagement in Potsdam aus.

Oben: (v.l.) Palast Barberini, Palazzo Chiericati und Palazzo Pompei Unten: So könnte das edle Interieur der beiden Palazzi in Zukunft aussehen.

www.prinzvonpreussen.eu

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PERLE DES HISTORISMUS Die Stahlbarone von Stumm ließen das historische Huttenschloss im hessischen Ramholz zu ihrem gastfreundlichen Familiensitz erweitern. Hinter den ehrwürdigen Mauern finden sich kostbare Schätze versammelt in einem erstaunlich wohnlichen Ambiente, das zum Bleiben einlädt Fotos: Andreas von Einsiedel, Text: Ute Laatz


Vorherige Doppelseite: Freiherr Hugo Rudolf von Stumm beauftragte 1893 die Architektenbrüder Seidl mit dem spektakulären Anbau an das alte Schloss. Der in die hessische Landschaft eingebettete Park ist bis heute eine der bedeutendsten Anlagen im Stil des Historismus. Diese Doppelseite: Links: In der opulenten Eingangshalle empfängt der große Renaissancekamin die Besucher. Das angrenzende Speisezimmer beherbergt die lange ritterliche Tafel für festliche Anlässe im großen Kreis. Oben: Der Treppenaufgang stellt mit seinem originalen schmiedeeisernen Geländer im ornamentalen Jugendstil ein zeitloses Kunstwerk dar.

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Diese Doppelseite: Die Wände des Gobelinsaals schmücken historische Gobelins mit prachtvollen Szenenbildern. Die Familie hat die ursprüngliche Gestaltung der Räume bewahrt, gepflegt und ergänzt, um den einzigartigen Charme der außergewöhnlichen Immobilie zu erhalten.


Diese Doppelseite: Oben: Der Bauherr hat Wert auf Details gelegt – davon profitieren die Bewohner bis heute. Zahlreiche kunsthandwerkliche Elemente, wir die ornamental gestaltete Außenlaterne und das in Bleiverglasung verewigte Familienwappen legen Zeugnis über die repräsentative Bedeutung des Anwesens ab. Rechts: Überall im Schloss finden sich kleine Fluchten und verwinkelte Ecken, die dem großen Gebäude seine häusliche Gemütlichkeit verleihen. Auf der sich an die Bibliothek angrenzenden Loggia bittet der Hausherr zur Teestunde – natürlich mit Meißner Porzellan.

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Diese Seite: Im ersten Stock befinden sich die privaten Räume, die Schlaf- und Gästezimmer sowie verschiedene Bäder. Imposante Kamine und Öfen beheizen noch heute wohlig die Räume und die detailfreudige Ausstattung bezeugt die Individualität der Besitzer. Rechts: Das Schlafgemach der Hausherrin. Das historische Himmelbett thront in sonnigem Gelb, flankiert von hübsch bestückten Beistelltischen mit liebgewonnenen Erinnerungen und Fotos der Familie. Für romantische Beleuchtung sorgt der mit Kerzen bestückte Deckenleuchter.

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Diese Seite: Der kleine private Salon im ersten Stock mit Verbindung zur privaten Bibliothek des Hausherrn. Die geschmackvolle Farbigkeit verleiht dem historischen Zimmer seine verspielte, zeitlose Eleganz. Rechts: Eine der K端chen im Schloss. Im traditionellen Landhausstil verweist die Einrichtung auf die Bedeutung der Schlossanlage als ehemaliger Mustergutshof. Leuchtend gelbe Farbakzente geben dem Raum sonnige Frische.


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ls im 19. Jahrhundert die industrielle Revolution ihren Anfang nahm, waren es Menschen wie Carl Friedrich Stumm, die die Zeichen der Zeiten erkannten und nutzten. Seine Familie hielt in der Saarregion die stählernen Fäden in der Hand und die Stumms gehörten schon bald zu den reichsten Industriellen Deutschlands. Um ihre Macht zu symbolisieren, ließen sie sich repräsentative Schlösser erbauen – Schloss Ramholz ist eine von drei architektonischen Perlen ihrer Zeit und als einziges bis heute im Besitz der Familie. Im Stil des Historismus wurde das 1501 von der Familie Hutten erbaute Schloss im hessischen Landschaftspark Ramholz von den Münchner Stararchitekten Emanuel und Gabriel von Seidl um einen großzügigen Neubau erweitert. Dieser für das ausgehende 19. Jahrhundert weit verbreitete Baustil vereint barocke, Tudor- wie auch Renaissance-Elemente, wie sie im Schloss bis heute unverändert zu finden sind. Unter Einbeziehung von älteren Gebäuden entstand rund um Schloss Ramholz ein Mustergutshof auf der Höhe seiner Zeit. Den riesigen, ursprünglich 80 Hektar großen Park ließ Hugo Rudolf von Stumm vom schwedischen Landschaftsgärtner Jens Person Lindahl entwerfen. Inzwischen ist ein großer Teil der Anlage öffentlich zugänglich, einzig die Gärten rund um das Schloss werden ausschließlich privat genutzt. Im Inneren des Neubaus empfängt den Besucher die große repräsentative Halle mit ihrem großen Renaissancekamin und dem marmorverzierten Treppenaufgang. In der Beletage befinden sich die verschiedenen Salons, in denen Gäste empfangen und Feste gefeiert wurden. So ist der Gobelinsaal mit originalen, wertvol-

len Gobelins geschmückt, ergänzt von aufwändigen Deckenund Türverzierungen sowie den passenden Möbeln. Im Erdgeschoss reihen sich Marmorsaal, der von einer muschelverzierten Decke gekrönt wird, weißer und roter Saal aneinander, die von der einladenden Bibliothek sowie dem Billardzimmer kongenial ergänzt werden. Dass die Räumlichkeiten in den rund 130 Jahren nichts von ihrem Charme und ihrer Stilsicherheit verloren haben, liegt sicher auch daran, dass sich der Bauherr damals von den besten Kunsthandwerkern beraten und beliefern ließ. Das Schloss erscheint wie eine Wunderkammer an Raritäten aus unterschiedlichsten Epochen. In den unzählig vielen Zimmern und Kammern finden sich historische Kamine, Kachelöfen neben kostbaren Antiquitäten, Möbeln und Gemälden. Und es scheint, dass selbst der Hausherr immer neue Entdeckungen macht oder sich an Vergessenes erinnert, wenn er Gäste durchs Haus führt und versonnen ein Porzellanobjekt aus der Meißner Manufaktur oder eine kristallene Karaffe in die Hand nimmt und dazu unterhaltsame Anekdoten zum Besten geben kann. Im ersten Obergeschoss befinden sich neben den wohnlichen Schlafräumen auch die Bäder und private Salons sowie die vom früheren Hausherrn eingerichtete private Bibliothek mit kostbaren literarischen Schätzen.

Schloss Ramholz steht derzeit zum Verkauf. Weitere Auskünfte und Informationen über: Engel & Völkers Geschäftsbereich Schlösser & Herrenhäuser, Tel. +49 (0) 40 411 257 257, www.engelvoelkers.com

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NATÜRLICHE SCHÖNHEITEN Die bekannte britische Landschaftsarchitektin Jinny Blom setzt auf individuelle Lösungen und hält die Natur selbst für die genialste Designerin – Gärten sollen eine Bereicherung für den Menschen, die Häuser und die umgebende Landschaft sein Fotos: Charlie Hopkinson, 2010, Text: Ute Laatz

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Vorherige Doppelseite: Jinny Blom plant immer auch den Blick in die Umgebung mit ein – sie öffnet die von ihr gestalteten grünen Räume und macht so die Landschaft zum Teil ihrer Gartenkreation. Diese Doppelseite: Links: Neben dem Haupthaus ließ die Gestalterin Mauern entfernen und veredelte Bäume pflanzen, die ein langes schmales Wasserbecken umsäumen. Oben: Die Britin Jinny Blom, die seit über 13 Jahren weltweit Gartenbesitzer bei der Gestaltung unterstützt.

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© Nathalie Jouan

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ie englische Gartenarchitektin Jinny Blom hat sich seit Beginn ihrer Berufskarriere im Jahr 2000 einen Namen als einfühlsame und sensible Gestalterin gemacht, der längst weit über die Grenzen Großbritanniens bekannt geworden ist – nicht zuletzt übrigens durch ihr Engagement für den Lady-Diana-Gedächtnisgarten auf der Chelsea Flower Show, für den die Lieblings-Architektin von Prinz Charles auf Bitten seines Sohnes Harry als Sponsorin und Architektin eingetreten ist. „Die Handschrift, wie man einen Garten anlegt, wächst langsam und beständig, so wie das Team über die Zeit zusammenwächst“, resümiert Jinny Blom über ihre Arbeit. „Wir analysieren zunächst die Umgebung, sprechen mit unseren Kunden über deren Wünsche, Vorstellungen und Lebensweise, prüfen die Bodenbeschaffenheit und die existierenden Pflanzen und Gewächse sowie natürlich die klimatischen Gegebenheiten. Diese Herangehensweise hat sich weltweit bewährt und die Zufriedenheit unserer Kunden liefert den besten Beweis dazu. Einige unserer Projekte wurden mehrfach veröffentlicht und haben somit große Bekanntheit erreicht, andere wiederum sind auf Wunsch ihrer Besitzer ganz private Hideaways geblieben – wir respektieren das.“ Die selbstbewusste Britin kann sich inzwischen über zahlreiche Auszeichnungen und Preise freuen, die ihr viel bedeuten, bezeugen sie doch die Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer sensitiven Herangehensweise. Eine große Herausforderung war der Garten des „Temple Guiting Manor“ in den Cotswolds, der grünen Lunge Englands. Das Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert präsentierte sich in weitestgehend verfallenem und renovierungsbedürftigem Zustand. Aber Jinny Blom wollte die Ursprünglichkeit

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Diese Seite: Das ehemalige Garagenhaus wurde originalgetreu wieder aufgebaut. An seine AuĂ&#x;enmauern schmiegt sich der opulent gestaltete Rosengarten. GegenĂźberliegende Seite: Oben: Jinny Blom lenkt den Blick durch die symmetrisch angeordneten Beete in die Weiten der sanften HĂźgel rund um die historische Chalkland Farm.

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der Anlage wieder herstellen und nahm sich die alten Pläne als Leitfaden für ihr neues, zeitgemäßes Gartendesign. Sie rettete alte Gewächse, wie den großen Efeu, der sich über die zerstörte ehemalige Scheunenwand ergoss, um ihn später auf der neu erbauten Mauer wieder seine natürliche Schönheit entfalten zu lassen. Das fast sechs Hektar große Grundstück unterteilte sie in 18 grüne Räume, jeden mit individuellem Charme und seiner eigenen Geschichte. Der ehemalige Gemüsegarten des Anwesens wurde unter Bloms Regie in eine Terrassenlandschaft verwandelt, die den Blick auf das spektakuläre Umland Gloucestershires mit seinen satten Weiden als auch den nachbarschaftlichen Häusern und Höfen freigibt. Der heutige Pfauengarten ist auf dem Grund einer ehemaligen Rinderweide erstanden. Seine farbenfrohe Blütenpracht durchbricht die Symmetrie der angrenzenden Gärten. Mit einer neuen Mauer und entsprechender Bepflanzung wurde der „Granary Walk“, der gewissermaßen die Wirbelsäule der Parkanlage darstellt, geschaffen. Ein langes Wasserbecken, gezäumt von Hecken aus Weißbuchen, lenkt den Blick im Hauptgarten auf den Taubenschlag des Anwesens. In diesem Garten wird die Philosophie der Gartenarchitektin auf einen Blick deutlich: sie hat Großzügigkeit und Weite geschaffen, ohne den Charakter und die Ursprünglichkeit zu verändern. Ein weiteres Projekt, die Chalkland Farm nahe London,

stellte Blom vor neue Aufgaben. Das imposante Haupthaus befindet sich genau auf dem Gipfel eines Hügels, umgeben von mehreren unterhalb angesiedelten Nebengebäuden und einem verwahrlosten Garten. Bloms Ziel war, den Blick in die Landschaft Südenglands zu öffnen. Eine viel zu groß gewachsene Buche nahm die Sicht und das angrenzte Waldgebiet war von Rehen zerstört. Blom und ihr Team strukturierten das Land neu, pflanzten Eibenhecken, legten neue Wiesen an und schufen durch Formschnitthecken einen attraktiven Blickfang rings um den historischen Taubenschlag aus dem 17. Jahrhundert. Große asphaltierte Flächen rings um das Cottage wurden durch satte Rasenflächen ersetzt und ummauert. Sie bilden heute den Hausgarten mit angrenzender Loggia. Hinter dem renovierten Garagengebäude findet sich ein prachtvoller Rosengarten, der sich sanft an den Hügel schmiegt und den Ausblick auf wieder gedeihende Wälder freigibt. Gemeinsam mit dem britischen Architekten Ptolemy Dean, der den Umbau des Cottage verantwortete, hat Jinny Blom dem herrschaftlichen Anwesen zu neuem, strahlendem Glanz verholfen, ohne die historische Kernaussage zu verändern. Ihr Respekt vor der Natur und der Individualität jedes einzelnen Objekts ist der Schlüssel ihres Erfolgs. „Die Gärten, die ich gestalte, sind so vielfältig wie ihre Besitzer und die Orte, an denen sie entstehen“, fasst Jinny Blom ihre Handschrift in Worte.

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Š Tourismus Salzburg


Salzburger Sommerfrische Immer im Sommer schaut die kulturelle Welt auf Salzburg, wenn sich die künstlerische Elite ein Stelldichein gibt. Und nicht nur Musikliebhaber lockt es in die Festspielstadt – hochkarätige Kunst- und Kulturevents bieten dem anspruchsvollen Publikum beste Unterhaltung

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mernachtstraum, die Wiener Philharmoniker und den Beethovenzyklus. Salzburg blickt als Festspielstadt auf eine lange Tradition zurück, deren Grundstein am 22. August 1920 gelegt wurde, als unter der Regie von Max Reinhardt die erste Aufführung auf dem Salzburger Domplatz stattfand. Die Festspiele wurden von Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und Richard Strauss gegründet und avancierten zum bis heute bedeutendsten Festival für Oper, Schauspiel und Konzert. Eine größere Bandbreite an Künstlern und ein größeres Spektrum an Werken und Interpretationen sind anderswo kaum zu finden, wobei nur die Besten der Besten ihres Fachs aus aller Welt geladen sind.

© Fritz Haseke

Begleitet von einer langen Geschichte, ist die Idee der Festspiele durch ein langes historisches Kulturgut der Stadt begründet. Denn nicht zuletzt als Geburtsstadt Wolfgang Amadeus Mozarts besitzt Salzburg seit jeher eine tiefe Verbindung zur Musik. „Künstlerische Ereignisse von höchstem Niveau in Bezug auf die kulturelle Tradition des Landes, den Genius Loci und die barocke Szenerie der Stadt“ liegen der FestspielIdee zugrunde.

Oben: Blick auf die Hofstallgasse während der Festspiele Unten: Kunst & Antiquitäten Moskat, Aussteller der Art Salzburg: Hausuhr, datiert 1563, einzeigrig mit zwei Glocken für 4/4 Schlag und volle Stunde, Technik: Radunrast mit Spindel Gegenüberliegende Seite: Oben: Festspielleitung (v.l.n.r.) Helga RablStadler, Sven-Eric Bechtolf, Alexander Pereira Mitte links: Simón Bolívar Symphony Orchestra Unten: Hofstallgasse während der Festspiele

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m Juli und August heißt es bei den alljährigen Salzburger Festspielen wieder ‚Vorhang auf ’ und alles, was in der Musik-, Theater- und Filmbranche Rang und Namen hat, zieht es in großer Robe wie selbstverständlich an die Salzach. Kulturliebhaber kommen aber auch jenseits der Festspiele auf ihre Kosten. Mit der Art Salzburg und der Sonderausstellung der Residenzgalerie Salzburg präsentiert die von den Seen des Salzkammerguts eingebettete Stadt ein glanzvolles Programm auf höchstem Niveau. Die Festspiele bieten ein Kultur-Event, das weltweit seinesgleichen sucht; Mozart, Verdi, Wagner und Bellini treffen unter anderem auf Hugo von Hofmannsthals Jedermann, Schillers Jungfrau von Orleans, Shakespeares Ein Som-

Seit dem 05. Juni und noch bis zum 09. Februar 2014 zeigt die Residenzgalerie Salzburg anlässlich Ihres 90-jährigen Bestehens die Ausstellung Neues sehen – not “business as usual”. Eine Standortbestimmung zum 90-jährigen Bestehen. Die Ausstellung präsentiert in den neu gestalteten Räumen ca. 133 Gemälde, Skulpturen und Grafiken des hauseigenen Bestands im Kontext der Geschichte des Hauses und des Sammlungsbestands. Der Fokus liegt auf neuen Zugangsmethoden zur Kunst. So sollen die Objekte selbst im Zentrum der Betrachtung stehen und aus ihrer historischen Verflechtung enthoben werden, was ganz der neuen Museumsidee entspricht. Epochenunabhängige


Salzburg Tipps Residenzgalerie 05. Juni 2013 – 09. Februar 2014 Neues sehen - not „business as usual“ Residenzplatz 1, 5020 Salzburg Telefon: +43 662 8404510 www.residenzgalerie.at

© Luigi Caputo

Salzburger Festspiele 19. Juli – 01. September 2013 www.salzburgerfestspiele.at Hofstallgasse 1, 5020 Salzburg Tel.: +43(0)662-8045-0 E-Mail: info@salzburgfestival.at Lange Nacht der Museen 05. Oktober 2013 Jazz & The City 09. – 13. Oktober 2013 Salzburger Kulturtage 16. – 27. Oktober 2013 Salzburger Jazz-Herbst 23. Oktober – 03. November 2013 ARS SACRA Kunstschätze des Mittelalters aus dem Salzburg Museum, bis 26. Januar 2014

Festung Hohensalzburg Mozart Geburtshaus Mozart-Wohnhaus Dom zu Salzburg Schloss Hellbrunn & Wasserspiele

© SF: Kolarik

© Nohely Oliveros

Top 5 Sehenswürdigkeiten

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© Markus Huber

Oben: Blick in die Ausstellungsräume von neues sehen. not “business as usual.”, Raum 7 Unten links: Anton Maulbertsch (1724 – 1796), Das letzte Abendmahl, Öl/Leinwand, 134,5 x 222,5 cm, Inv. Nr. 233, Aufnahme: Ulrich Ghezzi, Oberalm Unten rechts: Rembrandt Harmensz. van Rijn Betende alte Frau (bekannt als „Rembrandts Mutter betend“) um 1629/30 Öl/Kupfer, 15,5 x 12,2 cm Residenzgalerie Salzburg, Inv. Nr. 549 Aufnahme: Ulrich Ghezzi, Oberalm Gegenüberliegende Seite: Blick auf Salzburg bei Nacht

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Fragestellungen, die auch heute noch im Fokus des künstlerischen Schaffens stehen, sprechen den Betrachter an. Leihgaben aus dem Museum der Moderne setzen innerhalb dieser Ausstellung ganz besondere Akzente. Mit Fertigstellung der Umbauarbeiten nimmt die Residenzgalerie mit der Neueröffnung des ersten Salzburger Kunstlabors außerdem einen essentiellen Standpunkt als Kunstvermittler ein. Eingebunden in die Festspiele fand die Kunstmesse Art Salzburg vom 10. bis zum 18. August statt. Die Fürsterzbischöfliche Residenz bot in den Prunkräumen rund 36 Ausstellern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeit, ihre Kunstwerke zu präsentieren. Der Innenhof der Residenz war erstmals 2012 Spielstätte. In diesem Jahr wurde an fünf Messetagen in der Residenz Bartholdys Sommernachts-

traum von Henry Manson Felix Mendelssohn inszeniert. Im Christian Brandstätter Verlag ist dazu passend im Juli der große Salzburg Band erschienen, der unter anderem den jahrhundertelang unabhängigen Staat Salzburg genauso beleuchtet wie eineinhalb Jahrtausende Kunstgeschichte und auch die Geschichte der Salzburger Festspiele. Buchinformation: SALZBURG von Johannes Neuhardt und Wolfgang Straub 282 Seiten, ca. 512 Abbildungen Hardcover € 49,90, sfr 66,90 Mit Fotografien von Gerhard Trumler u.a. ISBN 978-3-85033-557-7


Š Tourismus Salzburg


Der Maler der Maharajas Der Maler Fritz München aus Bayern avancierte in den 30iger Jahren zum Lieblingsportraitisten der indischen Maharajas. Sein Werk gibt einen einzigartigen Einblick in die untergegangene Welt des kolonialen Indien. Fotos: Fritz-München / Karam, Text: Cathérine Seibold

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s liest sich wie ein Abenteuer-Roman, die Geschichte des Pfälzer Malers Hannes Fritz (1896-1981), genannt Fritz München. Eine unbeschreibliche Faszination geht von den virtuosen Bildern des Malers aus. Sie lassen uns eintauchen in die Welt einer fremden Kultur. Diese Bilder sind Zeugnisse einer Geschichte, die einem, zusammen mit den Schriftzeugnissen, einen Film vor Augen abspielen lässt, eine Dokumentation, einen Abenteuerfilm, einen Roman. Die Liebe ist es, die den Deutschen Hannes Fritz 1932 nach Indien führt, als er mit seiner frisch angetrauten Ehefrau, der Tänzerin Editha Fritz-Wölfl zu einer Hochzeitsreise dorthin aufbricht, ausgestattet mit einer Empfehlung des Kronprinzen Rupprecht von Bayern und nicht ahnend, dass diese Empfehlung nicht unbedingt notwendig sein wird. Alles beginnt auf dem Luxusdampfer „Strathnaver“ während der Überfahrt nach Bombay. Auf dem Dampfer befinden sich viele bedeutende Personen an Bord. Während eines Maskenballs kurz vor der Ankunft in Indien, skizziert der Maler den anwesenden Maharaja von Burdwan auf dem Teppich. Das in wenigen Minuten entstandene Bild, das den Herrscher auf den Punkt

charakterisiert, sorgt für helle Aufruhr. Den Maharaja und Fritz München soll noch Jahre später eine enge Freundschaft verbinden und er ist es auch, der dem Deutschen Kontakte zu vielen Fürstenhöfen Indiens vermittelt, wodurch München bald zum einzigen deutschen Hofmaler der Maharajas aufsteigt und zum Pionier der indischen Portraitmalerei wird. Fast 40 indische Adlige und 25 hohe britische Beamte malt Hannes Fritz zwischen 1932 und 1937. Neben weiteren Gemälden einfacher Leute dokumentiert München seine Erlebnisse und Werke mit der Foto- und Filmkamera, wobei ihm unter anderem die Ehre zuteil wird, Mahatma Ghandi abzulichten - Dokumente eines kolonialen Indien von unschätzbarem Wert.

Gegenüberliegende Seite: Hannes Fritz-München vor seinem Porträt des Maharajas von Morvi, 1936 Diese Seite: Unten: Maharana von Udaipur, Fritz-München 1932

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sind Fritz Munich, wie ihn die Inder nennen, und seine Frau gezwungen ihrem geliebten Indien den Rücken zuzuwenden und sie ziehen sich

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Oben links: Tempeltänzer von Ceylon, Fritz-München 1937 Oben rechts: Maharaja von Suket, Fritz-München 1934 Mitte rechts: Maharani von Mandi, Fritz-München 1934 Unten rechts: Das Festboot des Maharana von Udaipur auf dem Lake Pichola, Fritz-München 1932 Unten Mitte: Kronprinz (Juvraj) von Patiala, Fritz-München 1933 Unten links: Falkner, Fritz-München 1936

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nach Seeshaupt, an den Starnberger See zurück in das neu erworbene Familienanwesen, das auch bis heute noch Sitz der Familie ist. Dank ausführlicher Reiseberichte, die die Verwandtschaft Zuhause in Landshut erreichen oder aber die Landshuter Zeitung, die auch liebevoll einige Berichte der Tänzerin abdruckt sowie fotografischer Dokumentation, ist bis heute auf das Genaueste nachzuvollziehen, wie es dem Ehepaar in Indien erging, welche Abenteuer aber auch Hindernisse ihnen wiederfuhren. Neben der Bildpracht, die der Künstler hinterlässt, schreibt Fritz München ein Stück Kulturgeschichte und eröffnet uns ein unverfälschtes Bild vom Indien der 1930er Jahre. Fasziniert und beeindruckt von dem Weg des Vaters und Großvaters bewahren der Sohn Dr. Wolf Dieter Fritz und Enkelsohn Konstantin Fritz das Erbe des berühmten Ahnen. 2011/2012 begibt sich Konstantin Fritz zusammen mit dem Filmemacher Walter Steffen auf die Spuren seines berühmten Großvaters. Im Gespräch Konstantin Fritz, Enkel des Künstlers Hannes Fritz München. Der als Kulturmanager im Film- und PR-Bereich Schaffende erzählt über die Erlebnisse und Arbeiten zu „München in Indien“. HERITAGE: Hauptberuflich gehen Sie anderen Tätigkeiten nach. Ist die Arbeit zum Leben und Wirken Ihres Großvaters Fritz München nur ein Hobby? Konstantin Fritz: Ja, der Blog ist mehr oder weniger ein Hobby, wenn aber auch eine Herzensangelegenheit. Die Website zum Film über meinen Großvater habe ich auch gestaltet. Eine Publikation war auch schon in der Überlegung aber die Zeit ließ es bis jetzt noch nicht zu. HERITAGE: Die Geschichte Ihres Großvaters ist sehr beeindruckend. Sie sind mit seinen Arbeiten in ihrem Familiensitz in Seeshaupt aufgewachsen. Wie war das für Sie? KF: Auf der einen Seite war es ganz normal von all’ diesen Schätzen tagtäglich umgeben zu sein, andererseits wusste man insgeheim, dass es auch etwas Besonderes war, wenn die Schulfreunde zu Besuch kamen und voller Staunen

einen ausgestopften Elefantenfuß oder Leoparden begutachteten. Viele Geschichten und Informationen über meinen berühmten Großvater bekam ich über meinen Vater und natürlich über meine Großmutter. Irgendwann fand ich auf dem Dachboden Tagebücher und Briefe und im Alter von 16 Jahren begann ich diese zu transkribieren und abends saß ich mit meiner Großmutter zusammen und tippte und archivierte Briefe. Mein Großvater hat neben seinen Bildern großartiges Foto- und Filmmaterial hinterlassen und ich überredete einige Jahre später meinen Vater dieses Material digitalisieren zu lassen. HERITAGE: Kam es dann auf diese Weise zu der Idee einen Film zu drehen? KF: Der Filmemacher Walter Steffen, der auch in Seeshaupt ansässig ist, erfuhr von der Geschichte meines Großvaters und trat an

Oben: Mann mit Turban, Fritz-München 1934 Unten: Zeremonienmeister des Maharanas von Udaipur, Fritz-München 1932

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meinen Vater heran mit der Idee zu einem Film, in dem er mich als Protagonisten vorschlug. HERITAGE: Wie sahen die Vorbereitungen aus? KF: Insgesamt dauerten die Vorbereitungen ungefähr drei Jahre. Ich begann anfangs damit das Material zu katalogisieren, auch um Walter Steffen etwas die Arbeit zu erleichtern. So kam es auch zu der Idee parallel den Blog einzurichten. Insgesamt stand ich Walter Steffen auch einfach mit viel Feedback und Rat zur Seite. Ein wichtiger Schritt war auch, das Bayerische Fernsehen als Co-Produzenten zu gewinnen.

entstanden sind. Es war eine schwierige Aufgabe, da sich die Nachfahren der gemalten Maharajas nicht ohne weiteres ausfindig machen lassen konnten. 2010 aber fand in der Hypo Kunsthalle in München eine Maharaja Ausstellung statt – die bisher erfolgreichste Münchner Ausstellung – diese besuchte auch der Maharana von Udaipur. Über meinen Onkel nahm ich Kontakt zu seiner Sekretärin auf und übersandte ihr auch Abbildungen der Bilder, die mein Großvater von seinem Großvater gemalt hat. Danach kam es auch zu einem Treffen und der Maharana sicherte uns seine Hilfe, ein Interview und die Herstellung von Kontakten zu und zeigte sich begeistert von diesem Projekt.

HERITAGE: Der Film „München in Indien“ dokumentiert Ihre Reise nach Indien und die Suche nach sieben Bildern Ihres Großvaters im Original, die stellvertretend für sein Werk stehen. – Wie haben Sie Kontakt aufgenommen und wie ist man Ihnen gegenüber begegnet? KF: Da mein Großvater seine Werke immer fotografisch dokumentiert hat und auch sonst sehr viel schriftlich und bildlich festgehalten hat, orientierten wir uns an einigen Städten, in die wir reisen und uns nach den dortigen Palästen erkundigen wollten. Man wusste ja, wo die Portraits

HERITAGE: Wie sah dann die Reise aus? KF: Der Kontakt zum Maharana äußerte sich als langwierig und teilweise beschwerlich. In Indien dann ergab sich Vieles von selbst. Wir trafen außerdem den Maharaja von Kapurthala und die Maharani von Patiala. Von den sieben Bildern konnten wir fünf wieder ausfindig machen. Das allein war schon ein Erfolg. Aber der absolute Höhepunkt war der grandiose Zufall, der sich im Heritage Hotel in Patiala ereignete. Ich blätterte in einem Katalog und meinte in einer Fotografie einer Lobby in Morvi ein München-Portrait zu erkennen. Wir bekamen dann heraus, dass das

Gegenüberliegende Seite: Konstantin Fritz vor dem Porträt seines Großvaters vom Maharaja von Morvi, Palast von Morvi, 2012 Diese Seite: Oben: Der Goldene Tempel in Amritsar mit dem „Nektarteich“ im Morgenlicht, 2012

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Oben: Konstantin Fritz und der jetzige Maharana von Udaipur, 2012, mit dem Porträt des Maharanas von Udaipur, Großvater des jetzigen, Fritz-München, 1932 Rechts unten: Filmplakat zu MÜNCHEN IN INDIEN von Walter Steffen

Original in Morvi in einem Palast hänge und brachen dorthin auf, durften schließlich dort auch einige Filmszenen drehen. Das war wirklich ein unglaubliches Ereignis. HERITAGE: Also ist man Ihnen gegenüber wohlgesonnen begegnet? KF: Ja, man war sehr offen. Grundsätzlich sind die Maharajas sehr zurückhaltend. Aber die Verbindung der Familiengeschichten verband einen und der Maharaja von Kapurthala beispielsweise empfing uns für zwei Tage und war überaus freundlich. HERITAGE: Was glauben Sie machte Ihren Großvater zu einem so beliebten Künstler in Indien? KF: Er war ein Abenteurer und Weltenbummler. Er wollte nach Indien, um die prächtigen Farben dort zu sehen und zu malen. Die Inder auf der anderen Seite kannten diese Malerei nicht, diesen Naturalismus und zeigten sich von höchster Stelle begeistert. Nicht zuletzt war der Maharana von Udaipur die beste Referenz für meinen Großvater der aber auch in eigener Sache PR machte und Bilder an die Times of India schickte.

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HERITAGE: Was sind jetzt Ihre nächsten Pläne? KF: Nachdem im Januar diesen Jahres der Film in den Kinos anlief, gibt es Pläne den Film auch für das Ausland attraktiv zu machen. Und in diesem Herbst wird in Deutschland die DVD zum Film erscheinen. Ganz besonders freut mich, dass am Dienstag, den 15. Oktober 2013 um 22:45 Uhr, der Film im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wird.


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Messe für Denkmalpflege, Architektur, Interior- und Gartendesign

Schloss Biebrich Wiesbaden / Deutschland 07. – 09. November 2013 Mit freundlicher Unterstützung von:

Medienpartner:

Veranstalter: HMM Heritage Media & Marketing GmbH, Schauenburgerstrasse 55-57, D-20095 Hamburg, Tel.: +49 40 411257-0, Fax: +49 40 411257-10, E-Mail: info@euhef.eu


Impression aus dem Kunsthandel Christian Eduard Franke © Aust / Bamberg

Heritage Fine Art Novitäten, Wissenswertes und Aktuelles Beiträge zu Geschehnissen auf dem Kunstmarkt und sehenswerten Ausstellungen Heritage

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18. Bamberger Kunst- und Antiquitätenwochen 2013

Exterior of Masterpiece London 2013, © Rory Lindsay

Vom 23. Juli bis zum 18. August 2013 finden die diesjährigen Kunst- und Antiquitätenwochen in der mittelalterlichen Domstadt Bamberg statt und ziehen nationales wie internationales Publikum an. Veranstaltet werden die Wochen von den Kunstund Antiquitätenhändlern und dem Internationalen Künst-

lerhaus Villa Concordia. Das Bamberger Antiquitätenviertel liegt unterhalb des Domberges und bietet mit seinen denkmalgeschützten Häusern den Schauplatz des Ereignisses; auf insgesamt 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird ein breites Spektrum von nationaler Kunst und internationalem Handwerk aus sieben Jahrhunderten angeboten. Ein Rahmenprogramm bietet Begleitveranstaltungen, zu denen Vorträge und Führungen gehören. Die 12 Galeristen bieten Arbeiten aus Mittelalter, Barock, Biedermeier und der Moderne. Das wohl kostbarste Exponat werden die vier Tafelbilder des Marienzyklus sein, die aus der Werkstatt Lucas Cranachs stammen (1.600.000,00 €). Als Erweiterung in der Zeitgenössischen Kunst werden aktuelle und ehemalige Stipendiaten des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia jeweils ein Werk in einer Galerie ausstellen.

Leder Koffer mit Reiseservice Erst Hälfte 18. Jahrhundert, aus dem Besitz der Markgrafen von Baden © Aust / Bamberg

Objektarrangement Kunsthandlung Christian Eduard Franke – © Aust / Bamberg

Kunsthandel

Glänzendes Fazit der Masterpiece London 2013 Die Masterpiece 2013 schloss nach erfolgreichen acht Tagen ihre Tore. Knapp 34.000 Besucher kamen, um atemberaubende Kunst, Antiquitäten und einzigartige Sammlerobjekte zu bewundern. Sammler und Aussteller wie auch Museumsdirektoren reisten von weit her an, um an dieser hochkarätigen Messe teilzunehmen. Auf Seiten der Aussteller

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konnten großartige Verkäufe verzeichnet werden. Darunter beispielsweise eine Skulptur der Künstlerin Emily Young, die für ca. £120.000 (The Fine Art Society) veräußert wurde, eine ägyptische Kalksteinmaske einer spätdynastischen Periode für £180.000 (Rupert Wace Ancient Art) sowie ein bedeutendes Set zwölf chinesischer Stühle (Mallett). Diese Objekte wechselten alle einige Minuten nach der Eröffnung ihre Besitzer.


Kunsthandel Art Salzburg 2013 – International Fine Art Fair

© Art Salzburg

Die diesjährige Art Salzburg fand vom 10.-18. August statt und lockt von Jahr zu Jahr mehr Aussteller aus dem In- und Ausland an die Salzach, um ihre ausgewählten Kunstwerke zu präsentieren. Im erlesenen Ambiente der Salzburger Residenz wird die Kunst von höchster Qualität präsentiert. Auf ca. 2000 Quadratmetern präsentieren sich die 36 Galeristen und Kunsthändler. Das kundige Fachpublikum wird mit inspirierenden Raumkonzepten geleitet, die eingebunden in die prunkvolle Architektur eingearbeitet wurden. Die Art Salzburg steht für ein Zusammentreffen verschiedener Kunstepochen, die im Gefüge dem einzelnen Kunstwerk Schärfe und Kontur verleihen, indem Gegensätze und Parallelen, Tradiertes und radikale Brüche aufgezeigt werden. © Städel Museum, FFM, Erworben 2013 als Schenkung von Annette u. Rudolf Kicken

Städel über 1100 Fotografien reicher Dem Frankfurter Städel gelingt der Ankauf von 524 Werken aus der Sammlung des Ehepaares Kicken. Der Städelsche Museums-Verein und das Städel Museum konnten mit der Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie der Hessischen Kulturstiftung die Fotosammlung um ein umfassendes Konvolut des Ehepaares Anette und Rudolf Kicken erweitern. Die Werke gehören zur Neuen Sachlichkeit, der Bauhausfotografie und der sogenannten „Subjektiven Fotografie“. Darüber hinaus gingen dank der großzügigen Schenkung des Ehepaares weitere 649 Fotografien in die Sammlung des Städels über. Neben den wichtigsten Tendenzen der europäischen Fotokunst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehören diesen Arbeiten Ikonen der Fotografiegeschichte an, darunter Werke von Leopold Ahrendts, Gertrud Arndt, Hugo Erfurth, Rudolf Koppitz, Heinrich Kühn, Man Ray, Albert Renger-Patzsch, Franz Roh, Werner Rohde, August Sander und Otto Steinert. Die insgesamt 1173 Werke schließen eine signifikante Lücke der Städelschen Sammlung; fortan kann das Frankfurter Museum die Geschichte der Fotografie von den Anfängen bis in die Gegenwart zeigen.

© Berenberg

Berenberg-Kunstfonds kommt nicht – Kunstberatung wird an Bank angegliedert Nach einer jüngsten Gesetzesänderung, die den regulatorischen Aufwand und damit einhergehend die vom Fonds zu tragenden Kosten erhöht hätte und einem weniger großen Interesse an einem Kunstfonds selbst, stellt die Berenberg Bank die Vermarktung des Fonds ein sowie die seit 2011 bestehende Berenberg Art Advice GmbH. Ein grundsätzliches und großes Interesse an Investitionen im Kunstbereich ist jedoch nach wie vor gegeben, wobei der Ankauf einzelner Werke sowie der Aufbau von Sammlungen nun im Vordergrund stehen soll. Das Thema Kunstberatung wird mit der Berenberg Art Consult weitergeführt. Diese soll künftig mehr an die Aktivitäten des Mutterhauses angebunden werden und wurde aus diesem Grund an den Hauptsitz nach Hamburg verlegt, um auch im internationalen Bereich ein qualitativ hochwertiges Beratungs- und Serviceangebot gewährleisten zu können, das eng mit den anderen Dienstleistungen verknüpft ist.

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© Klassik Stiftung Weimar, Museen, Dauerleihgabe S.K.H. Prinz Michael von Sachsen-Weimar-Eisenach

Auktionen Portrait der Herzogin Anna Amalia von Angelika Kauffmann kehrt nach Weimar zurück Mit dem Portrait der Herzogin Anna Amalia (1739-1807) kehrt ein bemerkenswertes Gemälde zurück nach Weimar, das 1797 zur ersten Ausstattung des Römischen Hauses im Park an der Ilm gehörte. Das Bildnis von 1788/89 galt jahrzehntelang als verschollen und konnte dank dem Engagement von S.K.H. Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach, dem Entgegenkommen von Dr. Piotr Büchner und der Mithilfe des Auktionshauses Sothebys in London zurückgewonnen werden. Somit konnte erstmals ein durch Kriegsfolgen in Polen befindliches Gemälde wieder an seinen Ursprungsort zurückkehren. Die Klassik Stiftung Weimar kann nun ein viertes Gemälde von Angelika Kauffmann (1741-1807) in Weimar zeigen. Die Künstlerin zählte zu dem Künstlerkreis, der die Herzogin in Rom umgab.

Präraphaelitisches Meisterwerk bei Sotheby’s Sotheby’s London wird am 19. November 2013 ein Werk der prärafaelitischen Kunstbewegung anbieten, das international zu den bekanntesten Bildern des 19. Jahrhunderts einer Londoner Auktion für englische und irische Kunst gehört. Die Persephone von Dante Gabriel Rossetti (1828-1882) präsentiert den Künstler in seiner vollsten und finalsten Identität. Themen der klassischen Mythologie gehörten zu den stimulierendsten für Rossetti. Er plünderte die Welt der Mythologie, um seine eigenen Interpretationen zu schaffen. Dabei gilt die Persephone als ein bahnbrechendes Werk innerhalb von Rossettis künstlerischem Oeuvre. Seine verschiedenen Versionen dieses Bildthemas sind ausschlaggebend für das Verständnis seiner Kunst. Das Werk, das ehemals Teil der Sammlung von William Graham war, wird – erstmals nach über 40 Jahren – mit einer Schätzung von £ 1.2 – 1.8 Millionen auf den Markt gehen.

© Dorotheum Wien, Auktion 16. Oktober 2013

größten Auktionshauses im deutschsprachigen Raum, ist zweifellos die Auktionswoche im Oktober. Vom 14. bis 16. Oktober 2013 werden im prachtvollen Haupthaus, dem Palais Dorotheum in Wien, qualitätvolle Kunstwerke und Antiquitäten versteigert. Italienische und flämische Gemälde Alter Meister wechseln dort ihre Besitzer, genauso wie österreichische Werke. Einer der Höhepunkte dabei ist zweifellos das Kabinettbild „Eine musizierende elegante Gesellschaft“ von Johann Georg Platzer, das aus einer Prager Freiherrlichen Sammlung in Wiener Privatbesitz kam. Bei den Gemälden des 19. Jahrhunderts ist es vor allem das Porträt einer „Dame mit Hund“, welches vom berühmten italienischen Salonmaler Vittorio Corcos gemalt wurde (siehe links). Die Auktionswoche mit Moderner und Zeitgenössischer Kunst, Jugendstil und Design folgt im November. Auf jeden Fall hält das Dorotheum mit seinen über 40 Kunstund Sammelsparten für jeden Kunstgeschmack und jede Geldbörse etwas bereit.

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© Sotheby‘s

Der groSSe internationale Herbst-Auftakt des Dorotheum, des


Auktionen Das Buch datiert vom 01. Juli 1884 in Weimar bis zum 03. April 1886 in London. Es verzeichnet für die letzten Monate vor seinem Tod die alltäglichen Ausgaben, auch auf seinen späten Reisen. Ein Geschenk für die Forschung konnte somit auch dank der großzügigen Unterstützung der Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs und der Deutschen Liszt-Gesellschaft für den Weimarer LisztBestand erworben werden. Das Schreibheft von 91 Blatt enthält auf 160 Seiten detaillierte Beschreibungen und einige Belege. Anhand der Eintragungen des Ausgabenbuches lassen sich Liszts Reisewege der Jahre 1884–86 weitaus detaillierter rekonstruieren als dies bislang möglich war. Der Wissenschaft ist es nun möglich, weitere biographische Details zu erschließen und Liszts Korrespondenz mit Verlegern und Briefpartnern zu datieren.

In die Glasstadt Zwiesel lud das Heilbronner Auktionshaus Dr. Fischer am 29. Juni zu seiner alljährlichen Glasauktion. Unter den insgesamt 750 zum Aufruf gekommenen Positionen verschiedenster Glasarten ist im Bereich des Schnittglases eine seltene Flasche aus dem zweiten Drittel des 17. Jahrhunderts mit Vermeil-Schraubverschluss (Lot 57) hervorzuheben, die den Zuschlag bei 9.500 € erhielt. Für Jugendstil und Art Déco konnten 300 Positionen angeboten werden, unter denen eine Vase von Burgun, Schverer & Cie (Lot 300) zu bemerken ist und die einen Erlös von 19.000 € erzielte. Auch die Sparte der Stängelgläser war mit über 100 Positionen sehr gut bestückt und lockte viele Sammler an. Im Bereich des Modernen Glases durften sich Fans des Glaskünstlers Stanislav Libenský über Lot 723, eine seltene Vase „Homage to the Bayeux Tapestry“ (s. Abb. rechts) freuen. Um das Vierfache überstieg das farblose Glas mit mehrfarbiger Transparentemailmalerei seinen Schätzpreis von 3.000 – 4.000 € und brachte einen Erlös von 16.500 €.

© VAN HAM Kunstauktionen / Saša Fuis

GroSSe Glasauktion bei Dr. Fischer

Halbzeit bei Van Ham

© Auktionshaus Dr. Fischer

© Klassik Stiftung Weimar

Goethe- und Schiller-Archiv erwirbt Haushaltsbuch aus den letzten Lebensmonaten von Franz Liszt (1811–1886)

Die aufwendige Herausarbeitung und Präsentation privater Kunstsammlungen haben besonders zu dem Erfolg der Frühjahrsauktionen beigetragen, mit dem ein Gesamtergebnis von 12 Mio. Euro verzeichnet werden konnte und das die Position Van Hams als eines der führenden Auktionshäuser Deutschlands bestätigt. Eine rheinische Privatsammlung mit Werken des Dresdener Impressionisten Robert Sterl wurde in einem Sonderkatalog präsentiert und führte im Bereich der Alten Kunst zu einem viel besuchten und beachteten Abend mit der Werkverzeichnisverfasserin. Die 21 Arbeiten Alfred Loos stammen aus dem Besitz des Museumsdirektors Prof. Dr. Alois Schardt. Die Eat Art Sammlung von Carlo Schröter führte im Bereich der Zeitgenössischen Kunst für große Aufmerksamkeit, der darüber hinaus bei der Van Ham-Reihe „Zeitzeugen“ zu erleben war. Für den Bereich Schmuck ist bei Van Ham schon seit Jahren ein großes Wachstum zu verzeichnen und in dem das Kölner Haus unangefochtener Marktführer ist. Mit der Gründung von Van Ham Art Estate widmet sich Van Ham als Vorreiter unter den deutschen Auktionshäusern außerdem den speziellen Anforderungen von Künstlernachlässen.

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Termine Messen & Veranstaltungen Antik-Uhrenbörse Furtwangen 23. – 25. August 2013

BAAF – Brussels Accessible Art Fair 10. – 13. Oktober 2013

Nostalga Kunst- und Antiquitätenmesse 20. – 22. September 2013 | Oldenburg

Kunstmesse München 18. – 27. Oktober 2013 | München

Paris Biennale des Antiquaires 14. – 23. September 2013 | Paris

Kunst- und Antiquitäten München 19. – 27. Oktober 2013 | München

EUHEF – European Heritage Fair 07. – 09. November 2013 | Wiesbaden

denkmal Moskau 03. – 05. Oktober 2013 | Moskau

Highlights München 08. – 13. November 2013 | München

© Sothebys

Salzburger Festspiele 19. Juli – 01. September 2013 | Salzburg

Auktionen August 20. – 21. August 2013 | Edinburgh Bonhams – The Scottish Sale - Antiques and Interiors 21. August 2013 | Hamburg Mette – Antiquitäten, Schmuck 21. August 2013 | Hongkong Spink – Tibetische Münzen 22. August 2013 | Hongkong Baldwin’s – asiatische Münzen 22. August 2013 | New York Swan Galleries – Bücher 22. – 24. August 2013 | Plauen Mehlis, Jugendstil, Art Déco, Bauhaus 23. – 24. August 2013 | Koblenz Auktionshaus Lux – Antiquitäten, Kunst

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24. August 2013 | Mannheim Schwab – Antiquitäten, Kunst 25. August 2013 | San Francisco Bonhams – Period Art & Design 31. August 2013 | Wiesbaden Jäger – Antiquitäten, Kunst

September 03. September 2013 | Edinburgh Bonhams – Jewellery and Silver 03. September 2013 | London Bonhams –Watches and Wristwatches CHRISTIE‘S – Interiors 04. September 2013 | London CHRISTIE‘S – Jewellery 04. – 11. September 2013 | London Sothebys – The New Situation – Art in London in the Sixties


Termine 18. September 2013 | London CHRISTIE‘S – Modern and Contemporary Prints 18. September 2013 | New York Sothebys – Modern & Contemporary South Asian Art 19. und 20. September 2013 | München Hampel – Möbel, Skulpturen & Kunsthandwerk, Gemälde 16. - 18. Jhd, Russische Kunst, Moderne Kunst, Hampel Living, Bibliotheken, Gemälde 19./ 20. Jahrhundert, Asiatika... 19. September 2013 | Zürich Koller – Möbel und Einrichtungsgegenstände & Teppiche 19. September 2013 | New York Sothebys – Fine Classical Chinese Paintings 20. September 2013 | Zürich Koller – Alte Graphik & Zeichnungen und Gemälde Alter Meister Koller – Gemälde des 19. Jh. 21. September 2013 | Prag Dorotheum – Bildene Kunst – Prag 21. September 2013 | Zürich Koller – Bücher und Autographien 23. September 2013 | Los Angeles Bonhams – Coins and Medals 23. September 2013 | Wien Dorotheum – Jugendstil und angewandte Kunst des 20. Jhd. 24. September 2013 | Wien Dorotheum – Orientteppiche, Textilien und Tapisserien 24. September 2013 | New York Sothebys – Important Jewels 25. September 2013 | London CHRISTIE‘S – Kate Moss - The Collection - curated by Gert Elfering 25. September 2013 | Wien Dorotheum – Stammeskunst/Tribal-Art; Afrika

Oktober 03. Oktober 2013 | New York Sothebys – American Paintings, Drawings & Sculpture 09. Oktober 2013 | London Sothebys – Arts of the Islamic World Sothebys – Art of Imperial India 09. – 10. Oktober 2013 | Stuttgart Nagel – Kunst & Antiquitäten

© Koller Auktionen

07. September 2013 | Beaulieu Bonhams – Collectors‘ Motor Cars, Motorcycles & Automobilia 07. September 2013 | Wien Dorotheum – Jagd-, Sport- und Sammlerwaffen 07. September 2013 | Hongkong Sothebys – Finest and Rarest Wines Sothebys – A Private Cellar of Domaine de la Romanee-Conti 09. September – 27. Oktober 2013 | London Sothebys – Beyond Limits-Sotheby’s at Chatsworth: A Selling Exhibition 10. September 2013 | Oxford Bonhams – Books 10. September 2013 | London CHRISTIE‘S – The Opulent Eye - 500 Years: Decorative Arts Europe 10. September 2013 | Stuttgart Nagel – Sammlerteppiche und Ethnologica 10. & 11. September 2013 | Wien Dorotheum – Briefmarken 12. September 2013 | Edinburgh Bonhams – The Scottish Sale: Pictures 12. September 2013 | London CHRISTIE‘S – 19th Century European Art 12. September 2013 | Wien Dorotheum – Aus aristkokratischem Besitz & bedeutender Provenienz 13. September 2013 | Wien Dorotheum – Historische Waffen, Uniformen, Militaria 16. September 2013 | New York Bonhams – Chinese Snuff Bottles 16. September 2013 | Wien Dorotheum – Plakate, Reklame, Comics, Film- und Fotohistorika 16. September 2013 | Zürich Koller – Silber, Objets d‘Art & Porzellan und Fayence 17. September 2013 | Wien Dorotheum – Ölgemälde und Aquarelle des 19. Jahrhunderts 17. September 2013 | Zürich Koller – Schmuck und Armbanduhren 17. September 2013 | New York Sothebys – Fine Chinese Ceramics & Works of Art Sothebys – Magnificent Ritual Bronzes 18. September 2013 | Oxford Bonhams – Art & Antiques

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Im Dienste der Fugger

HERITAGE PR

Die Herbstauktionen für Alte Kunst bei Koller Zürich beeindrucken mit exquisiten Werken von Cranach und Fiammingo Oben: PAOLO FIAMMINGO (Antwerpen 15401596 Venedig) Götterversammlung: Die Liebe der Götter. Ca. 1585. Öl auf Leinwand. 119,6x166,7 cm. CHF 200 000 / 300 000

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ach der erfolgreichen Versteigerung von Altmeistergemälden aus der Sammlung Wolfgang Joop im März diesen Jahres, kann das Auktionshaus Koller in seiner zweiten Auktionsserie für Alte Kunst vom 16. bis zum 21. September erneut ein exzellentes Angebot vorweisen. Ein seltenes Gemälde musealer Qualität von Lucas Cranach d. Ä. und eine Wiederentdeckung von Paolo Fiammingo stehen dabei im Vordergrund. 2001 in einer Schweizer Privatsammlung entdeckt und bisher unveröffentlicht, bietet Koller am 20. September das um 1585 geschaffene, museale

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Gemälde «Die Liebe der Götter» des Niederländers Pauwels Franck an. Der 1540 in Antwerpen geborene Maler erlangte 1561 in der Malergilde St. Lucas seine Meisterwürde. 1573 ließ er sich in Venedig nieder, wo er in Anlehnung an seine flämische Herkunft den Namen Paolo Fiammingo annahm und zu Beginn ein Schüler von Jacopo Tintoretto war. Sein eigener Stil verband später flämische Elemente mit der italienischen Schule und verlieh ihm Bekanntheit über Venedig hinaus bis in den Deutschen Sprachraum. Der Augsburger Reichsbankier Hans Fugger (1531-1598) gehörte sodann zu seinen größten Auftraggebern. In dessen Schloss in Kirchheim/Schwaben schuf Fiammingo


den Fünf-Sinne-Zyklus. Dr. Andrew John Martin, welcher das Gemälde 2001 entdeckte, hebt in seinem Gutachten die Parallelen jenes Zyklus zu dem nun bei Koller angebotenen Bild hervor. Dargestellt ist eine Götterversammlung mit Jupiter, Vulkan, Neptun, Amor und Venus vor einer Flusslandschaft und einer weiteren Figurengruppe im Hintergrund, die bei Renovationsarbeiten zum Vorschein kam. Typisch für die Arbeiten Fiammingos sind insbesondere die Figur der Venus und des Amors. Die ausgezeichnete Qualität des in Öl auf Leinwand gemalten, rund 120x167 cm grossen Werkes lässt eine Schätzung von CHF 250 000 bis 350 000 zu. Weitere Highlights der Auktion für Alte Meister sind das nicht weniger museale Gemälde «Die Anbetung Christi» von Lucas Cranach d. Ä. für CHF 400 000 bis 600 000 und mehrere herausragende niederländische Stillleben des 17. Jahrhunderts, u. a. von Jan Davidsz. De Heem oder Osias Beert. Im Bereich der Malerei des 19. Jahrhunderts finden sich schöne Arbeiten von Carl Spitzweg wie «Auf der Bastei» für CHF 250 000 bis 350 000. Die Auktion für Möbel und Dekoration besticht unter anderem durch das fürstliche Empire- «Bureau Mecanique», um 1801/02 aus einer Pariser Meisterwerkstatt für CHF 280 000 bis 480 000.

gesamte Auktionsangebot in der Hauptniederlassung vom 7. bis zum 15. September 2013 besichtigt werden, nehmen Sie dafür Ihr persönliches Heritage-Exemplar zur Besichtigung mit.

Das Auktionshaus Koller freut sich, Leserinnen und Leser von HERITAGE mit einem Glas Champagner an seinen Auktions-Vorbesichtigungen empfangen zu dürfen. Die Vorbesichtigung der Highlights findet in Deutschland am Mittwoch, 28. und Donnerstag, 29. August in der Münchner Niederlassung am Maximilianplatz 20 statt. In Zürich kann das

Kontakt: Koller Auktionen Hardturmstrasse 102 8005 Zürich Tel.: 0041 (0)44 445 63 63 Fax: 0041 (0)44 273 19 66 office@kollerauktionen.ch www.kollerauktionen.ch

Oben: CARL SPITZWEG (1808 München 1885) Auf der Bastei. Öl auf Leinwand. Signiert mit S in Rhombus. 21x49 cm. CHF 250 000.- / 350 000.Mitte: LUCAS CRANACH d. Ä. (Kronach 1472-1553 Weimar) Anbetung Christi. Öl auf Holz. Signiert mit Schlangeninsignum. 14,5x20 cm. CHF 400 000.- / 600 000.Unten: JAN DAVIDSZ. DE HEEM (Utrecht 1606-1683 Antwerpen) Stillleben mit Silberschale, Hummer, Obst und Austern. Öl auf Holz. 54,8x79,5 cm. CHF 600 000.- / 900 000.-

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„Man weiSS nie, was kommt...“ Bonhams, 1793 in London gegründet, zählt zu bedeutendsten Auktionshäusern für Kunst, Antiquitäten und Classic Cars 64

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it 700 Versteigerungen jährlich führt das international am schnellsten wachsende Kunstauktionshaus deutlich mehr Sales durch als die gesamte Konkurrenz, rund 60 Departments beschäftigen weltweit etwa 1000 Mitarbeiter. Die Zentrale in der feinen New Bond Street wird gegenwärtig zum modernsten Flagship Saleroom der Welt umgebaut, im Oktober findet die festliche Eröffnung statt, unter anderem mit Ausstellungen der Highlights aus diversen Departments und anschließenden Auktionen auf höchstem Niveau. Bonhams hat gerade in letzter Zeit durch einige spektakuläre Rekorde für Aufsehen gesorgt. So wurde im Juli beim Goodwood Festival of Speed Sale der legendäre „Silberpfeil“ (1954) des fünfmaligen Formel-1-Weltmeisters Juan Manuel Fangio für knapp 20 Millionen £ versteigert. Im Juni konnte das Hauptwerk des russischen Malers Nikolai Roerich (1874– 1947), die jahrzehntelang verschollene und von Bonhams-Experten in einer amerikanischen Privatsammlung aufgespürte „Madonna Laboris“, einem Telefonbieter für sagenhafte 7,9 Millionen £ zugeschlagen werden. Im April sorgte ein um 1965 bei Bulgari gefertigter blauer „Trombino“-Diamantring (5,3 Karat) nach dem 6,2-Millionen-Pfund-Zuschlag für standing ovations im Saal. Seit zwei Jahren verantwortet der Kunsthistoriker Dr. Thomas Kamm als Senior Representative Germany von München aus das Deutschlandgeschäft des auf starkem Expansionskurs befindlichen Londoner Traditionshauses, von Köln aus kümmert sich Amelie von Bülow um die nördliche Hälfte Deutschlands. Im Sommer 2012 sprachen wir erstmals mit Thomas Kamm, nun wollen wir mal nachhaken. Heritage: Was hat sich so getan in den vergangenen zwölf Monaten? TK: Sehr viel, in der Tat. Bonhams ist nun endlich auch in Deutschland angekommen, und ich freue ich mich sehr darüber, dass unser Einsatz – in München und Köln – Früchte trägt, die bereits geerntet wurden oder aber schon sehr bald gepflückt werden dürfen.

Heritage: Sie meinen sicher die von Ihnen akquirierten und nach London gesandten Kunstwerke. Was wurde denn beispielsweise schon geerntet, und worauf darf man in nächster Zeit gespannt sein? TK: Wo fange ich da am besten an? Wir durften die interessante Erfahrung machen, dass so gut wie jedes Sammelgebiet angeboten wird und „belieferten“ schon nahezu alle unserer 60 Departments: von Antiken über Waffen und Rüstungen, asiatische Kunst in jeglicher Form, Bücher und Manuskripte, Uhren und Schmuck, Teppiche und Musikinstrumente, Keramik, Glas und Silber, ethnographische und islamische Kunst, Möbel und Einrichtungsobjekte, natürlich „Fine Art“ in allen Varianten – Gemälde von überallher und aus allen Epochen, aus Europa und den USA, aus Afrika oder Australien, Drucke und Fotografien – bis hin zum Thema „Motoring“, also Vintage Cars, sprich Old- und Youngtimer, Motorräder, Automobilia... Nicht zu vergessen typisch Bonhams’sche Spezialauktionen wie „Dogs in Show and Field“, „Maritime“ und „Marine Art“, „Sporting Art“ und „Travel Pictures“, „Oak Furniture“ und „Period Design“, „National History“, „Space“, „Wine and Whisky“...

Gegenüberliegende Seite: Salvador Dalí (1904–1989), Monsieur / Prunier Hatif (Hasty Plum), Aquarell, Gouache auf einer botanischen Lithographie des 19. Jahrhunderts, 1969, 48 x 34,3 cm. Das Blatt stammt, wie 13 weitere, die gleichfalls am 18. Juni 2013 bei Bonhams New Bond Street versteigert wurden, aus der kompletten und nur einmal existierenden „FruitDalí“-Serie (erzielter Gesamtpreis 727.000 £) Diese Seite: Unten: Geige, mit Klebezettel „Dominicus Montagnana Sub Signum Venetiis 1729“, am 31. August 2012 bei Bonhams Knightsbridge versteigert (erzielter Preis 290.000 £)

Heritage: Eine wahrlich beeindruckende Aufzählung ... TK: ... die noch lange nicht zu Ende wäre, aber Sie wollten wissen, was wir schon so eingeliefert haben. Da fällt mir spontan ein Auto ein, das ich selbst gern hätte: Ein traumhaft schönes Facel Vega II Coupé von 1962 (verkauft für 253.000 €). Zu den Herbst-Highlights im letzten Jahr zählte die Versteigerung einer Geige mit Klebezettel „Dominicus Montagnana Sub Signum Venetiis 1729“, die – nach höchst spannendem Bietgefecht zwischen zwei Geigenbauern aus Frankreich und St. Petersburg – für 290.000 £ den Besitzer wechselte (Abb. rechts). Der vorherige Eigentümer las unser Inserat in einer Regionalzeitung, kam zum Expertentag und fährt jetzt Porsche ...

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Thomas Kamm war über 20 Jahre lang als Redakteur und Stv. Chefredakteur der zwei wichtigsten deutschsprachigen KunsthandelsPublikationen WELTKUNST sowie KUNST UND AUKTIONEN tätig. Kontakt Dr. Thomas Kamm Senior Representative Germany Maximilianstraße 52 80538 München Telefon 089/2420 5812 Mobil 0171/6209930 munich@bonhams.com www.bonhams.com/munich

Amelie von Bülow stieß im April 2012 zum deutschen Bonhams-Team, nachdem sie zwei Jahre lang als Expertin für zeitgenössische Kunst beim Kölner Auktionshaus Lempertz gearbeitet hatte. Kontakt Amelie von Bülow Representative Germany Albertusstraße 26 50667 Köln Telefon 0221/2779 9650 Mobil 0176/70718950 cologne@bonhams.com www.bonhams.com/cologne Gegenüberliegende Seite: Oben: Zansai-ire, signiert Shibata Zeshin (1807–1891), Japan, Meiji-Periode, Bambus, lackiert, Höhe 5,2 cm, am 16. Mai 2013 bei Bonhams New Bond Street versteigert (Zuschlag 30.000 £)

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Heritage: So schnell kann’s gehen. Würden Sie sagen „Unverhofft kommt oft“? TK: Hm, eine gute Frage. Ich würde zumindest mal sagen, dass die Zahl derer, die anfangs in mein Büro kamen und, sinngemäß, meinten: „Grüß Gott, Herr Bohnhamms, ich hätt’ hier mal was anzubieten“, gegen Null tendiert. Die meisten Neukunden gewinnen wir durch unsere Inserate und durch Mundpropaganda. Es hat sich – wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf – wohl herumgesprochen, dass Bonhams etwas anders tickt. Dass wir in aller Regel turboschnell reagieren, uns aber dennoch Zeit nehmen. Vielleicht spüren die Kunden, dass wir uns jeden Abend schon wieder auf den nächsten Arbeitstag freuen, weil unser Alltag einfach unglaublich spannend ist. Man weiß nie, was kommt, im wahrsten Wortsinn ... und so geht es manchmal eben auch den Einlieferern. Da gibt es die Vollprofis wie der einstige Besitzer einer blauweißen chinesischen Roleauvase aus der Mitte des 17. Jahrhunderts (Zuschlag 40.000 £), ein Herr, der jahrzehntelang im internationalen Kunsthandel tätig war und der ganz genau über Wertentwicklungen im Bilde ist, aber auch „Exoten“ wie Frau B. aus B.-B., eine weitgereiste Dame mit vielen Wohnsitzen an den schönsten Plätzen dieser Erde. Sie zählt zu unseren absoluten Lieblingen und überrascht uns jedes Mal aufs Neue mit ihren „Mitbringseln“, etwa ein traumhaftes Aquamarin- und Diamanthalsband mit passenden Ohrringen von Cartier, um 1950 (80.500 £). Ein noch sehr junger Mann, der japanisches Kunsthandwerk sammelt und sich auf diesem Gebiet ganz hervorragend auszukennen scheint, brachte uns rund zwei Dutzend Objekte, unter anderem einen lackierten Bambus-zansai-ire (Abfallbehälter) samt Abdeckung, signiert von Shibata Zeshin (1807–1891), einem Künstler aus der Meiji-Periode. Das nur fünf Zentimeter hohe „Mülleimerchen“ verdreifachte seinen Schätzpreis und wurde bei 30.000 £ zugeschlagen (Abb. oben rechts). Am meisten freue ich mich für jene unserer Kunden, die keine Ahnung vom Marktwert ihrer Schätze haben und uns beispielsweise einen Karton voller Scherben und Fragmente hölzerner Skulpturen in die Hand drücken, der jahrzehntelang unbeachtet in der Garage stand.

Der eigentlich für den Wertstoffhof bereitgestellte Unrat entpuppte sich als „a collection of Egyptian Antiquities, Late Period, circa 664-30 B.C.“ und beinhaltete eine Mumienhand, einen mumifizierten Falken, eine hölzerne SarkophagMaske sowie mehrere Tonfragmente und erzielte immerhin 2500 £. Heritage: Und man sparte sich die Wertstoffhofgebühr ... Köstlich. TK: Deutlich älter, etwa 200 Millionen Jahre alt, ist ein Steneosaurus bollensis, den wir im Frühjahr von München auf den Weg nach Los Angeles brachten. Der versteinerte Krokodilsaurier wurde auf der fossilreichen Schwäbischen Alb gefunden, die Schieferplatte (158 x 55 cm) war verdammt schwer. „Schnappi, das Krokodil“ bekam eine schöne Kiste für den Flug gezimmert und erzielte im fernen Kalifornien beim National History Sale 84.000 $. Sehr glücklich bin ich darüber, dass uns nun auch hochpreisige Werke der Klassischen Moderne angeboten werden. Zu den Höhepunkten des letzten Impressionist and Modern Art Sale zählten 14 hochbedeutende Dalí-Aquarelle, die über 40 Jahre lang in einer Münchner Privatsammlung schlummerten und zusammen 727.000 £ brachten (Abb. vorherige Doppelseite). Amelie von Bülow, die zuvor bei Lempertz im Moderne-Bereich tätig war und gleichfalls bestens vernetzt ist, präsentierte im Frühjahr die viel beachtete Ausstellung „Gerhard Richter. Künstlerbücher 1966–2013“ in ihrer Kölner Repräsentanz; so etwas bringt uns weiter und macht Bonhams noch bekannter. Heritage: Und wie war das mit den noch zu pflückenden Früchten, was kommt als Nächstes unter den Hammer? TK: Da muss ich freilich Diskretion walten lassen. Aber verraten kann ich beispielsweise, dass wir am 11. Oktober beim Le Zoute Sale im belgischen Knokke ein aufregendes Rennboot von 1950 mit BMW-328-Motor am Start haben werden (Schätzpreis 180.000–260.000 €). Es kommen immer mehr Großsammler und Adelshäuser auf uns zu. Hilfreich war natürlich die Entscheidung von UNICEF, Bonhams (neben Sotheby’s und Lempertz) mit der Versteigerung der Sammlung Dr. Rau zu beauftragen. Von den


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Mayer'sche

hofkunstanstalt

533 Gemälden, Skulpturen und kunsthandwerklichen Objekten der ersten Tranche wurden uns mit die aufregendsten anvertraut, darunter Jean-Honoré Fragonards berühmtes „Porträt des François, duc d’Harcourt“, bis vor kurzem noch als Leihgabe im Getty Museum. Es wird im September, gemeinsam mit acht weiteren hochkarätigen Gemälden der Sammlung, nicht nur in New York, Paris und Genf, sondern auch in unseren Repräsentanzen in Köln und München gezeigt werden, die Auktion findet dann am 5. Dezember in London statt und wird ganz sicher Furore machen. Heritage: Was würden Sie den Unentschlossenen, Unerfahrenen raten, denen, die vielleicht auch Wertvolles im Keller liegen haben und es nur noch nicht wissen? TK: Ganz einfach: keine Angst zu haben, weder vor (fiktiven) Schwellen noch vor (noch fiktiverer) Blamage; einfach mal ein Auktionshaus oder dessen Repräsentanzen aufzusuchen – ich wüsste da zwei ganz gute Adressen in München und Köln – und die Objekte vorzuzeigen. Wir führen ständig kostenlose Expertentage durch, auch in anderen deutschen Städten, zu denen unsere Spezialisten aus London angereist kommen. In ungezwungener, doch diskreter Atmosphäre wird geprüft, verglichen und taxiert. Und niemand wird gezwungen, uns seine Geige zu geben, es sein denn, er braucht ganz dringend einen neuen Porsche.

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Schloss Teisbach steht bei NEUMEISTER zur entdeckung bereit! Das Inventar von Schloss Teisbach bei Dingolfing wird am 16. Oktober 2013 durch das Kunstauktionshaus NEUMEISTER veräußert. Diese Seite: Oben: Zwei Messbuchkassetten, 15./16. Jh. Gegenüberliegende Seite: Links: Ansicht Schloss Teisbach von Osten Rechts: Impression eines Salons

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EUMEISTER Auktionen konnte bereits in der Vergangenheit mehrere Schlossauflösungen und große Sammlungsnachlässe erfolgreich versteigern. Individuell für jede Sparte kann das Haus auf geschulte Experten zurückgreifen und so die Bewertungen der Inhalte großer Auflösungen komplett abdecken. Der ehemalige Besitzer von Schloss Teisbach, ein Unternehmer, stellte sorgfältig und

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Neben der Restaurierung von mobilen Objekten in unserer Werkstatt ist die Restaurierung ortsfester Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände wie Treppenhäuser, Wandelemente und Bauelemente ein weiterer Schwerpunkt. Für uns ist es ethische Pflicht, historische Kunst- und Kulturgüter durch sachgemäße Restaurierungsmaßnahmen für unsere Nachwelt zu erhalten. Eine wissenschaftliche Herangehensweise unter Berücksichtigung des aktuellen Kenntnisstandes ist daher selbstverständlich. Ein wesentliches Aufgabenfeld neben der Arbeit mit dem Werkstoff Holz, ist der Erhalt historischer Oberflächen, und damit der Umgang mit entsprechenden Materialien und Techniken wie Firnisse, Schellackhandpolituren, polychrome Anstrichfassungen, Vergoldungen, ... .

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Restaurierung und Konservierung von Möbeln, Holzobjekten und Intérieurs Martina Schulz Diplomrestauratorin VDR Poppenbütteler Chaussee 110 - 22397 Hamburg - 040 6072641 www.martinaschulz.de

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Ege Exquisit Feinste Materialien und erstklassige Verarbeitung begr체ndet auf Tradition und Best채ndigkeit 72

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Gegenüberliegende Seite: Die anthrazitfarbene reinleinene Tischdecke ziert die für uns in St. Gallen gefertigte weiße Stegspitze „Nizza“ und ein 10 cm breiter Schmucksaum.

S

eit über 80 Jahren stellt die Manufaktur Ege exquisit aus Ulm ihr Können in den Dienst ihrer anspruchsvollen Kunden. Entstanden aus der Tradition der Leinenweberei auf der Schwäbischen Alb, steht das Unternehmen heute für höchste Handwerkskunst, für Beständigkeit und Diskretion. Ermöglicht wird dies durch das außerordentliche Können der über 50 Mitarbeiterinnen, die ausschließlich in den Ateliers in Ulm feinste Materialien zu Tisch- und Bettwäsche verarbeiten. Jedes einzelne Produkt wird individuell nach Maß zugeschnitten, genäht, bestickt, appliziert. Verarbeitet werden nur edle und langlebige, oft ausschließlich für Ege exquisit gewobene Stoffe und Spitzen, damit eine dauerhafte Freude an den schönen Stücken gewährleistet werden kann. Doch in den Ateliers wird nicht nur neu angefertigt. Oft werden besonders wertge-

schätzte Tischdecken oder Servietten von langjährigen Kunden zur Ausbesserung oder teilweisen Erneuerung eingesandt. Das von Beginn an geführte Archiv macht es möglich, die einst verwendeten Stoffe, Spitzen, Perlen, oder den ursprünglichen Farbton des Stickgarns exakt zu identifizieren. Sehr geschätzt wird auch der hauseigene Wasch- und Bügelservice. So kann die Wäsche zur Pflege eingesandt werden und wird frisch gewaschen und perfekt von Hand gebügelt wieder feinst verpackt nach Hause geliefert. Vertrieben wird Ege exquisit ausschließlich über speziell ausgebildete Kundenberater. Und so können die passenden Stücke fernab jeglicher Einkaufshektik zuhause ausgewählt werden.

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Mayer’sche Hofkunstanstalt in München

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Künstlerische Glasgestaltung und Mosaik Oben: „Hl. Cäcilia mit Engeln und Orgel (Detail)“ William Francis Dixon (Mayer 1905) St. Rochus-Kapelle, Bingen am Rhein

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ie Mayer’sche Hofkunstanstalt in München ist eine einzigartige Kunstwerkstatt. Seit rund 166 Jahren werden hier die ungewöhnlichsten und innovativsten Techniken der Glas- und Steinbearbeitung zur Umsetzung künstlerischer Ideen entwickelt und als Werke von Weltrang realisiert. Das Unternehmen mit Sitz am Münchner Stiglmaierplatz wurde bereits 1847 gegründet mit der

Intention nach dem Vorbild mittelalterlicher Bauhütten die bildenden Künste, Architektur, Bildhauerei und Malerei unter einem Dach zu vereinen. Von einer anfänglichen Spezialisierung auf Skulptur und Kirchenaltäre kam man zur Glasmalerei, 1925 folgte die Abteilung für Mosaike, 1865 entsteht die erste Auslandsvertretung in London und 1882 wurde schließlich eine Niederlassung in New York gegründet, die bis heute


Diese Seite: Blick in die Werkstatt der Mayer’schen Hofkunstanstalt

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Krankenhaus in Berlin. Mit dem 1905 neu gestalteten Fenster im Dom von St. Peter in Rom gelangte die Werkstätte zu Weltruhm und der „Munich Style“ ist in der katholischen Kirche von Bombay bis nach Südamerika ein Begriff. Neben erstklassig ausgebildeten Mitarbeitern, die über tradierte Kenntnisse in der Restaurierung, Sanierung und Rekonstruktion verfügen, können die Werkstätten auf ein umfassendes Materiallager zurückgreifen. Die Auswahl an handgefertigten Materialien, darunter Glassmalten, Glaskuchen, Natursteine, mundgeblasene Echtantik- und Überfanggläser, ist ebenso groß wie die der maschinell und industriell gefertigten Materialien, die allesamt mit den unterschiedlichsten Techniken bearbeitet werden. Aufträge und Einlieferungen aus der ganzen Welt treffen in der Seidlstraße ein: die Anfertigungen der Mayer’schen Hofkunstanstalt sind Unikate und Sonderanfertigungen.

Oben: Work-in-Progress: Detail aus der Glas- und Steinmosaikarbeit „THESAMEWAYBETTER / READER“ des kanadischen Künstlers Ron Moppett aus dem Jahr 2012

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besteht. In fünfter Generation lenkt die Familie Mayer die Geschicke der Werkstätten und wird heute von Michael C. Mayer geführt. Die zu den ersten Adressen weltweit gehörende Werkstätte für Glaskunst und Mosaik ist insbesondere für Künstler und Architekten eine Anlaufstelle, um die detailgetreue Umsetzung ihrer Entwürfe zu besprechen, darunter internationale Größen wie Georg Baselitz und Allmann Sattler Wappner. Floatglasmalerei, digital bedrucktes Schmelzglas, handbemalte Kirchenfenster – die Münchener Werkstätte bietet die volle Bandbreite an Techniken. Die Referenzen sind dementsprechend zahllos und vielfältig, so finden sich die Arbeiten der Mayer’schen Hofkunstanstalt in der Norman Foster-Pyramide im kasachischen Astana, in den Hallen des Miami International Airport und im St. Hedwig

Gastkünstler finden inmitten des Münchner Museumsviertels mit über 3000qm Werkstatt-, Atelier- und Ausstellungsräumen nicht nur hervorragende Arbeitsbedingungen für künstlerische Experimente vor, sondern genießen neben exquisit gestalteten Künstlerappartements auch die ausgesprochen fundierte Künstler- und Technikberatung. Vor kurzem ist im Münchner Hirmer-Verlag die große Monografie “Architektur | Glas | Kunst - Mayer’sche Hofkunstanstalt“ (Hrsg. Gabriel Mayer) erschienen, die neben Beiträgen von Brian Clarke, Bernhard Graf, Martin Harrison und Gottfried Knapp sehr anschaulich dokumentiert wie facettenreich und inspirierend die zeitgemäße Umsetzung von Glaskunst und Mosaik sein kann.

Kontakt: Mayer’sche Hofkunstanstalt GmbH Seidlstraße 25 D-80335 München Tel: 089-54 59 62 – 0 Fax: 089-54 59 62 – 46 E-Mail: info@mayersche-hofkunst.de www.mayersche-hofkunst.de


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Mรถbelhandwerk in Tradition Die Restaurierungswerkstatt Martina Schulz aus Hamburg 78

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n dritter Generation hat sich die Hamburger Restaurierungswerkstatt Martina Schulz der Möbelkunst verpflichtet. Vom Großvater, über den Vater und letztlich zur Tochter über ging die Leidenschaft für wertvolle Möbel. Mit der besonderen Hingabe für historische Einbauten machte sich schon Martina Schulz Vater einen Namen über die Grenzen Hamburgs hinaus, in erster Linie mit der Restaurierung, Konservierung und Rekonstruktion von wandfesten Einbauten, wie historischen Wandvertäfelungen, Decken, Treppenhäusern, Fenstern und Türen. Martina Schulz selbst lernte wie ihre Vorgänger das Handwerk von der Pike auf und hat nicht nur einen Meistertitel inne, sondern darüber hinaus trägt sie den Titel „Restaurator im Handwerk“, ist „staatlich geprüfte Restauratorin“ sowie studierte Diplomrestauratorin. Neben der immer währenden Fortbildung eines Restaurators, um die größtmögliche Kompetenz zu gewährleisten und neueste Erkenntnisse auf dem Gebiet der Wissenschaft in die Arbeit mit einbeziehen zu können, gehören alte

Familienrezepte und traditionelles Handwerk zur charakteristischen Arbeitsweise im Hause Martina Schulz. Seit 1987 ist das Werkstatt-Atelier in Hamburg etabliert und steht vor Allem für den Erhalt von historischen Möbeln und Holzobjekten. In Tradition lebt in der Arbeit von Martina Schulz sowohl die Leidenschaft ihres Großvaters für Möbel, als auch die Leidenschaft ihres Vaters für Ensembles und Einbauten weiter. Vor großen Projekten wird nicht zurückgescheut und jede Herausforderung wird von einem hervorragend ausgebildeten Team in Angriff genommen. Neben der eigentlichen Restaurierungsarbeit ist es eine Herzensangelegenheit jedes Objekt wertewachsend und werterhaltend zu restaurieren. „Kultur-gut-erhalten“ ist das Motto und das mit „so wenig wie möglich und so viel wie nötig“ Eingriffen in die originale Substanz.

Gegenüberliegende Seite: Blick in die Restaurierungswerkstatt Diese Seite: Vierländertruhe datiert 1817, (Vorzustand und nach der Restaurierung)

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Diese Seite: Mondsichelmadonna Mitte 17. Jh. und Barockkommode um 1760 (jeweils Vorzustand und nach der Restaurierung)

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Schnell ist ein Objekt „verrestauriert“ und sein Wert unwiederbringlich verloren. „Wer sich mit der Materie nicht auskennt, unterliegt oft der Versuchung, originale Oberflächen mechanisch zu entfernen, um dann stolz ein „wie neu aussehendes Objekt“ zu präsentieren, dem jegliche Gebrauchsspur genommen wurde. Dann kommen vielleicht noch ein paar nicht originale Beschläge dazu und der Schaden ist komplett. Doch genau diese „Patina“ macht den Wert eines jeden historischen Objekts aus. Den materiellen Wert einmal außer Acht gelassen, hat jedes so behandelte Objekt natürlich auch seinen ideellen Wert eingebüßt. Derartig behandelte Objekte haben keine Aura mehr, vermitteln nicht mehr den Glanz der Vergangenheit und seine Geschichten sind unwieder-

bringlich verloren. Leider findet man im Handel viele derart behandelte Möbel. Sie stehen steril, glänzend und leer, ohne Aussage und Charme an ihrem Platz. Prächtig hingegen strahlt ein schön restauriertes Objekt, füllt und ziert den Raum, eine Bereicherung für unser Leben und unseren Lebensraum“, so die Fachfrau selbst.

Kontakt: Restaurierungswerkstatt Martina Schulz Poppenbütteler Chaussee 110 22397 Hamburg - Duvenstedt Telefon: 040 6072641 restauratorin@martinaschulz.de www.martinaschulz.de


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KELLER AG – First Class Wintergardens & Windows Diese Seite oben: Mehr Licht, mehr Luft, mehr Raum: Dieser KELLER IMPERIAL® Wohnwintergarten ist Kunst mit einem Ziel – Qualität, Helligkeit und Komfort. Kreativ, sowohl im Design als auch in der Wirkung auf das Gebäude und den Nutzer. Architektur in vollendeter Transparenz.

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ie Luxemburger KELLER AG ist der führende Systemhersteller für DesignSchiebesysteme. Unter der Bezeichnung KELLER minimal windows® werden diese innovativen, nahezu rahmenlosen Schiebefenster und Schiebetüren speziell im gehobenen Privatund Objektbau eingesetzt. Internationale Anerkennung hat die KELLER AG als Hersteller individuell konzipierter, exklusiver ORANGERIE Elegance®-Wohnwintergärten erlangt. Mit 85 Mitarbeitern auf 7.000 qm Produktionsfläche in Troisvierges, Luxemburg werden auf über 2.000 qm Ausstellungsfläche Träume aus Aluminium und Glas präsentiert und realisiert. Der Self-made-Mann Norbert Keller setzt seit der Gründung des Unternehmens im Jahre 1980 auf individuelle Lösungen. Kontinuierlich werden bestehende Lichtdach- und Fenster-Konstruktionen technisch optimiert und in ästhetischem Design für einen anspruchsvollen Lifestyle geschaffen. Die KELLER AG stellte 2003 als erstes Unternehmen die ORANGERIE Elegance® vor, es folgte der „ORANGERIE Garden Pavillon”, sowie die jüngste Innovation - das GLASS-

HOUSE®. Die ORANGERIE Elegance®, das GLASSHOUSE® und die von KELLER als First Class WINTERGARDENS® bezeichneten klassischen Wintergärten mit kompletten Glasdächern sind immer individuell geplante Einzelobjekte, die es kein zweites Mal in gleicher Ausführung gibt. Individualität ist hier Trumpf. Im Jahr 2008 startete die Entwicklung des Design-Schiebesystemes KELLER minimal windows®. Minimale Ansichten der Profile, pfostenfreie Ecklösungen und große realisierbare Glasflächenanteile der Schiebesysteme entsprechen dem Trend der Architektur zu Transparenz und der Realisation lichtdurchfluteter Räume. Die KELLER AG präsentierte anlässlich der BAU 2013 in München die energieeffiziente Variante KELLER minimal windows®4+. Das ist das System der Superlative mit 3-fach-isolierverglasten Designflügeln im Niedrigenergiestandard, realisierbaren Flügelgewichten bis zu 1.000 kg und bis zu 12 qm großen Schiebeflügeln. Alle Schiebesysteme sind optional mit E-Antrieb ausrüstbar. Alle technisch brillanten Details einer KELLER minimal windows® Anlage sind „Made in Luxembourg“ und begründen das exzellente Image des Produktes.


Diese Seite: Dieses imposante Gebäude wurde nach dem Entwurf von zwei italienischen Architekten errichtet. Es dient als Erholungs- und Begegnungsraum und stellt eine auffällige, strahlend weiße Perle in grüner Umgebung dar. Die Klima- und Heizanlagen garantieren ganzjährig eine angenehme Raumtemperatur. Speziell für diesen eindrucksvollen Wintergarten wurden prächtige dekorative Elemente entworfen. Die Dachkuppel mit Kupferbesatz bildet die Krone und ist gleichzeitig Blickfang dieses einzigartigen Projektes

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©xxx Andreas von Einsiedel

Schloss Ramholz

Heritage Real Estate Schlösser, Burgen, Herrenhäuser, Gutshöfe, Land- und Forstwirtschaftliche Anwesen in Europa

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La Serreta Segovia - Spanien


Etwa 130 km (ca. 80 min mit dem PKW) nordwestlich des Flughafens von Madrid liegt das Anwesen La Serreta. Das Schloss von La Serreta wurde vom ersten Herzog von Alburqueque als Jagdschloss errichtet und wird seither als jagdliches Anwesen genutzt. Neben dem Haupthaus mit 8 Suiten befinden sich ein Gästehaus mit 5 Schlafzimmern, ein Schwimmbad und eine Kapelle auf dem Grundstück. Das Haus wird von 600 ha Grund umgeben, davon 135 bewässerte Ackerflächen und ca. 365 ha Forst. Im Jagdgatter von La Serreta können Rotwild, Rehwild, Schwarzwild sowie Enten, Fasane und Rebhühner bejagt werden. Das Anwesen verfügt über eine eigene Wasserversorgung mit Wasseraufbereitungsanlage. Zusätzliche Jagdflächen können im angrenzenden ca. 37.000 ha großen Staatsforst gepachtet werden. La Serreta bietet in zentraler Lage, nahe der spanischen Hauptstadt, absolute Privatheit in einzigartiger Natur.

Kaufpreis: Auf Anfrage Wohnfläche: CA. 1.300 m2 Grundstücksfläche: CA. 600 HA Kontakt: Geschäftsbereich Schlösser und Herrenhäuser Schauenburgerstr. 55-57 20095 Hamburg Telefon +49 (0)40 411 257 257 E-Mail: schloesser@engelvoelkers.com

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Schloss Mentin Mecklenburg-Vorpommern - Deutschland


© Fotos diese Seite: Engel & Völkers / Arnt Haug

Schloss Mentin wurde in den Jahren 1912-14 unter der Leitung des Architekten Paul Korff für den Zigarettenfabrikanten Alexander Boeck errichtet. Das historistisch-neobarocke Herrenhaus bildet das Zentrum der Gutsanlage von Schloss Mentin, zu der neben dem Haupthaus ein vollständig saniertes und restauriertes Verwalterhaus, ein weiteres Wohnhaus, sowie verschiedene Lager- und Stallgebäude gehören. Das voll arrondierte ca. 18 ha große Grundstück, das man über eine alte Kastanienallee erreicht, bietet eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten. Das Schloss selber wurde in den letzten Jahren umfassend saniert und denkmalgerecht restauriert. Für den Innenausbau besteht eine Planung als Hotel- und Tagungshaus. Durch seine zentrale Lage in unmittelbarer Nähe zu der Autobahn sind die Zentren der Großstädte Berlin und Hamburg in ca. 1 h zu erreichen.

Kaufpreis: Auf Anfrage Wohnfläche: ca. 4.000 m2 Grundstücksfläche: Ca. 18 HA Kontakt: Geschäftsbereich Schlösser und Herrenhäuser Schauenburgerstr. 55-57 20095 Hamburg Telefon +49 (0)40 411 257 257 E-Mail: schloesser@engelvoelkers.com

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Ein Traum im Tegernseer Tal Bayern - Deutschland


Das an traumhaft exponierter Alleinlage gelegene Anwesen befindet sich ca. 5 km von Gmund auf einem sonnigen Hochplateau - „der Eck“- am Tegernsee. Durch die exponierte Höhenlage des Anwesens bieten sich wunderbare weiträumige Panoramablicke auf die umliegenden Wiesen, Felder und Berge. Das Gelände ist mit aufwändig gestalteten Freiflächen, Zierbauten und einem Bauerngarten versehen. Im Inneren des „Kothof“ erwartet Sie im Erdgeschoss ein großzügiger Eingangs- und Empfangsbereich, u. a. eine große Wohnhalle, ein Esszimmer mit Kaminecke, repräsentative Aufenthaltsräume, die Bibliothek und ein Arbeitszimmer. Über die Treppe oder den Lift gelangen Sie in das Obergeschoss, hier finden Sie 10 individuell und sehr hochwertig gestaltete Zimmer sowie 8 Bäder. Jeder Raum lebt von geschmackvollen Details, hohen Decken und edlen Ausstattungselementen. Wirtschaftsund Personalräume, mehrere Küchen sowie eine einliegende Verwalterwohnung runden den Komfort des Kothof ab.

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Traumhaftes Landhaus an der Elbe Schleswig-Holstein - Deutschland Der Sandkrughof wurde um 1920 für den Hamburger Kaufmann Bernhard Bleichröder als Landsitz für seine Familie an der Elbe errichtet. Das Haus liegt in einem ca. 5 ha Parkgrundstück direkt am Elbhang mit einem bezaubernden Blick auf die in Niedersachsen gelegene Elbseite. Der Park ist mit alten Bäumen und Rhododendron bewachsen, die zusammen mit der naturbelassenen Blumenwiese im Frühjahr und Sommer ein herrliches Naturerlebnis bieten. Auf dem Grundstück befinden sich neben dem Haupthaus vier zusätzliche Wohnhäuser. Von der Hamburger Innenstadt ist der Sandkrughof in ca. 30 min mit dem Auto erreichbar. Die Stadt Lüneburg ist ebenfalls rund 30 min entfernt. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das malerische Städtchen Lauenburg sowie Geesthacht.

Kaufpreis: Euro 1,4 MIO Wohnfläche: ca. 1.000 m2 Grundstücksfläche: Ca. 55.353 m2

Niedersachsen - Deutschland

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Elegante Liegenschaft Nordrhein-Westfalen - Deutschland Das Herrenhaus aus dem Jahre 1913 zählt zu den exklusivsten Liegenschaften in einer der besten Lagen Düsseldorfs. Mit hohem Aufwand, viel Liebe zum Detail und in Zusammenarbeit mit einem der bekanntesten deutschen Innenarchitekten haben die Eigentümer das Haus in den vergangenen Jahren kernsaniert und umgestaltet. Es entstand ein Anwesen mit der Ausstrahlung eines Herrenhauses von 1913, ausgestattet mit modernster Technik und zeitgenössischem Luxus. Die Stilelemente des Herrenhauses, die Fassade und der mit altgewachsenen und ausgewählten Pflanzen bestückte Park lassen die Schönheit dieses Anwesens erahnen und versetzen jeden seiner Besucher in eine andere Zeit. Alle Ihre hohen Erwartungen an Schönheit und Luxus, an Privatsphäre und Sicherheit werden sich in dieser Liegenschaft erfüllen. Weitere Details hoher Diskretion auf Anfrage.

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Schloss Ramholz

Hessen - Deutschland

Schloss Ramholz wurde von 1893 bis 1895 von dem Industriellen Hugo Frhr. v. Stumm als Erweiterung des 1501 erbauten Huttenschlosses errichtet. Stumm entwickelte das Anwesen zu einem landwirtschaftlichen Musterbetrieb mit den angrenzenden Gebäuden des Gutshofs, der Orangerie und einer Gärtnerei, die bis heute zum unverändert erhalten gebliebenem Gesamtensemble gehören. Die Architekten und Brüder Gabriel und Emmanuel v. Seidl entwarfen Schloss Ramholz im Stil des Historismus mit Renaissance-, Barock-, und Tudor-Stilelementen. Die repräsentativen Innenräume im ersten Stock sind mit reichen und wertvollem Marmor, Stuck und Holzvertäfelungen sowie Parkettböden ausgestattet. Das Schloss wird von einem ca. 15 ha großen Park umgeben.

Niedersachsen - Deutschland

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Kaufpreis: Euro 10,0 MIO Wohnfläche: 5.500 m2 Grundstücksfläche: Ca. 15 HA Kontakt: Geschäftsbereich Schlösser und Herrenhäuser Schauenburgerstr. 55-57 20095 Hamburg Telefon +49 (0)40 411 257 257 E-Mail: schloesser@engelvoelkers.com


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Niedersachsen - Deutschland

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heritage HMM Heritage Media & Marketing GmbH Schauenburgerstr. 55-57 D-20095 Hamburg Tel. +49 (0)40 411257-0 www.heritagemedia.de Herausgeber: Christoph Frhr. Schenck zu Schweinsberg

† S.K.H. Landgraf Moritz v. Hessen Der Erhalt und die Bewahrung des kulturellen Erbes des Hauses Hessen, sowohl für das Land als auch für seine Familie waren ein zentrales Anliegen seines Wirkens. Landgraf Moritz von Hessen, der zeitlebens nicht viel Aufheben um seine Person machte, wirkte nicht durch große Worte, sondern durch die große Tat. Für seine Verdienste um die Förderung und den Erhalt des kulturellen Erbes in Hessen wurde er 1999 mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen, der GeorgAugust-Zinn-Medaille ausgezeichnet. Nach dem Tod seines Vaters Landgraf Philipp im Jahr 1980 wurde er Chef des Hauses Hessen-Kassel und durch Adoption seines Onkels Ludwig von Hessen und bei Rhein und seiner Frau Margaret auch Erbe der Linie Hessen-Darmstadt. Damit vereinigte er die seit 1567 getrennten Linien wieder in seiner Person. Als Vorsitzender der Hessischen Hausstiftung, zu deren Besitz das Schloss Fasanerie, die 5-Sterne Hotels Hessischer Hof in Frankfurt, das Schlosshotel Kronberg, das Weingut Prinz v. Hessen im Rheingau, der landwirtschaftliche Betrieb und das Gestüt Schloss Panker gehören, lag ihm besonders daran, die Kunstschätze der Familie auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bedeutende Teile der Kunstsammlung des Hauses Hessen, darunter die Antiken- und Porzellansammlung sind im Museum in Schloss Fasanerie bei Fulda zu besichtigen. Unter seiner Federführung wurden regelmäßig Sonderausstellungen initiiert und die Sammlungsbestände sukzessive erweitert. Gemeinsam mit seinem ältesten Sohn, Landgraf Donatus v. Hessen, der ihm nun als Chef des Hauses Hessens gefolgt ist, konnte er noch zu Lebzeiten das Großvorhaben der Sanierung von Schloss Fasanerie initiieren. Die Gartenfeste der Hausstiftung, die jedes Jahr sowohl in Schloss Fasanerie als auch in Schloss Wolfsgarten stattfinden, setzen dank seines Einsatzes bis heute einen über die Landesgrenzen hinaus beachteten Qualitätsstandard für die Gartenkunst. Mit Landgraf Moritz v. Hessen, der am 23. Mai 2013 im Alter von 86 Jahren einem Lungenleiden erlag, verlieren wir einen der wichtigsten Förderer der Denkmalpflege in Deutschland, einen überaus kenntnisreichen Kunst- und Antiquitätensammler sowie einen Liebhaber der Gartenkunst. Landgraf Moritz v. Hessen wurde am 3. Juni in der Kapelle der Burg Kronberg in Hessen beigesetzt. cs

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Vorschau

Die EUHEF findet vom 07. – 09. November 2013 in Wiesbaden statt. Das nächste HERITAGE Magazin erscheint am: 07. Oktober 2013 98

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Heritage Magazin Nr. 03 / 2013  

Magazin für Historische Häuser und Gärten, Interiors, Antiquitäten und Restaurierung

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