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THEATERZEITUNG

AUSGABE III 2013/2014

DIE VIER HAUSREGISSEURE Angela Richter, Rafael Sanchez, Moritz Sostmann und Stefan Bachmann im Gespräch über ihre erste gemeinsame Spielzeit, das Gefühl zu Köln, ihre Zusammenarbeit im Team und die Pläne für die kommende Saison 2014/15. SEITE 03 bis 04

VORSCHAU 2014/15 Neben den vier Hausregisseuren werden natürlich weitere spannende Regisseure teils zum ersten Mal in Köln inszenieren: Bastian Kraft, Roger Vontobel und Sebastian Baumgarten sind hier zu nennen. Zusammen mit Chilly Gonzales erarbeitet Adam Traynor ein musikalisches Schattenspiel. Auch Karin Neuhäuser, die weiterhin in Werner Schwabs DIE PRÄSIDENTINNEN zu sehen sein wird, inszeniert erstmals in Köln. Christina Paulhofer, Simon Solberg, Jan Neumann und Robert Borgmann führen erneut Regie. Das Schauspiel Köln präsentiert damit wieder eine große Bandbreite an Stoffen und Erzählweisen. Eine Titelübersicht über die zwölf Premieren und fünf Uraufführungen finden Sie in dieser Beilage. SEITE 02 und 05

TANZGASTSPIELE Auch für die­nächste Spielzeit ist es unserer Tanzkuratorin Hanna Koller gelungen, zeitgenössischen Tanz in seiner Vielfalt an die Kölner Bühnen zu holen. Freuen Sie sich auf fünf Tanzgastpiele im Schauspiel Köln. SEITE 04

MEIN ABO IM SCHAUSPIEL KÖLN Sie haben die Wahl: Fester Wochentag oder flexibel bleiben, fester Platz oder die Perspektive ändern – auf Seite 6 finden Sie alle Informationen zu unseren Abonnements 2014/15 auf einen Blick. Darunter auch zwei neue Abo-Reihen: Vier außergewöhnliche Theaterabende verspricht das Klassiker-Abo den Liebhabern des klassischen Repertoires. Mit dem Abo Uraufführungen sehen Sie hingegen vier Inszenierungen, die erstmalig auf eine Bühne gebracht werden. Unter allen Coupon-Einsendungen verlosen wir ein 4er-Wahlabo. SEITE 06

FOTO SANDRA THEN

Ausführlichere Informationen zu dem Programm und den Abos können Sie im neuen Spielzeitheft nachlesen, das ab sofort zum Mitnehmen an den Spielstätten des Schauspiel Köln und an der Vorverkaufskasse in den Opernpassagen ausliegt. Selbstverständlich finden Sie die Informationen auch auf unserer Webseite: www.schauspielkoeln.de


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AUSGABE III 2013 / 2014

SPIELZEIT 2014 /15

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ROUTINE IST GEISTIGER TOD Ein aufregender Start am Schauspiel Köln liegt hinter den vier Hausregisseuren Stefan Bachmann, Angela Richter, Moritz Sostmann und Rafael Sanchez. Im Gespräch mit den Dramaturgen Sibylle Dudek und Jens Groß reden sie über ihre ersten Eindrücke in Köln, ihre Zusammenarbeit als Team und geben darüber hinaus einen Ausblick auf ihre Produktionen in der neuen Spielzeit 2014/15. Unser Start in Köln liegt nun fast ein Jahr zurück. Wie sieht euer Fazit aus? Rafael Sanchez (RS): Worauf man sich gefreut hat, hat sich mehr als erfüllt. Wir haben ein super Ensemble. Von den künstlerischen Ergebnissen her, ist da noch Luft nach oben. Also bei mir, bei Moritz nicht mehr so viel. Moritz Sostmann (MS): Gestern Abend bin ich aus Magdeburg zurück nach Köln gekommen. Ich saß auf meinem Balkon und hatte zum ersten Mal das Gefühl, hier zu Hause zu sein und auch eine Vergangenheit hier zu haben. Ja, ich kenne das Gefühl noch, wie es vor einem Jahr war, und jetzt ist es ein anderes. Ich fühle mich wohl hier. Angela Richter (AR): Ich fühle mich ebenfalls sehr wohl hier. Die Arbeitsbedingungen sind gut. Neulich hat mich ein Journalist gefragt, ob ich mich eingeschränkter fühlen würde, weil ich nicht mehr in der freien Szene bin. Da habe ich ihn ausgelacht. Was war die Grundidee dahinter, vier Hausregisseure ans Schauspiel Köln zu binden? Stefan Bachmann (SB): Stichwort: Verbindlichkeit. Das Stadttheater in seinem Kerngedanken ernst nehmen als einen Ort, an dem Menschen kontinuierlich zusammenarbeiten. Ich glaube daran, dass man der allgemeinen Schnelllebigkeit und Unverbindlichkeit wieder Verbindlichkeit, Kontinuität und Beharrlichkeit entgegensetzen muss, dass man versuchen muss, eine wiedererkennbare Identität zu schaffen, an der sich die Stadt messen oder reiben kann. Diesen Gedanken haben wir über das feste Ensemble hinaus auch auf die Regisseure ausgedehnt. Dadurch ist es uns schon nach kurzer Zeit gelungen, eine Unverwechselbarkeit und so etwas wie einen Teamgeist herzustellen: Vier feste Hausregisseure – das gibt es so nur in Köln. Ihr verfolgt ja auch gegenseitig die Produktionen der anderen. Gibt es da die Möglichkeit, voneinander zu lernen? Oder etwas aufzugreifen, was man gesehen hat? MS: Über die Arbeitsweisen und die tatsächlich sehr unterschiedlichen Ästhetiken könnten wir noch mehr im Gespräch sein. Ich glaube, das bringt viel Energie und die Möglichkeit, zu wachsen. Wenn man an einem Theater nur eine Arbeit macht und danach abreist, fängt man bei der nächsten, die dann vielleicht zwei Jahre später ist, wieder von vorne an. Durch die Kontinuität hier ist eine andere Auseinandersetzung möglich und auch eine Art produktive Konkurrenz. Lässt sich für euch – trotz der Unterschiedlichkeit – ein ästhetisches Kraftfeld feststellen? Auch Antipoden können ja eine Kraft erzeugen. AR: Schwierig zu sagen. So bewusst

habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Ich bin sicher, dass man automatisch die Arbeiten der anderen aufnimmt. Ich gucke eure Sachen anders an als die der Gastregisseure – mit einer anderen Haltung. Wir sind ein Team.

»WIR SIND EIN TEAM« SB: Man kennt ja noch von früher diese Theater mit den festen Regisseuren, die sich sehr gegnerisch gegenüberstanden. Diese großen Feindschaften beispielsweise zwischen Zadek und Fassbinder in Bremen. Oder Peymann, der aus der Schaubühne rausgeflogen ist. Da wurden Cliquen um Regisseure gebildet und verschiedene Lager aufgebaut. Das kam mir immer ein bisschen lächerlich vor. Ich bin kreativer in einer Konstellation, in der ich mich aufgehoben fühle. Wenn die Atmosphäre freundschaftlich grundiert ist, neugierig, nicht feindselig. AR: Das führt auch nur zu Ergebnissen, die man zu Recht gestrig findet. SB: Die Mythologie des genialen Einzelregisseurs, der brutal und autoritär alles aus den Schauspielern herausholt und das Stück genialisch gegen den Strich bürstet, hat ausgedient. Mit Sicherheit kann man auch mit einer anderen Sanftheit arbeiten. Die Fantasie ist am Ende dann das Ergebnis vieler unterschiedlicher Fantasien. Und mir zumindest geht es ja darum, nicht meine eigene subjektive Weltsicht immer wieder neu zu formulieren, sondern mich mit meinen Mitarbeitern darauf zu einigen, was wir als Gruppe für relevant halten und vertreten können. RS: Man selber entwickelt sich ja auch als Regisseur alleine kaum weiter. Wir Regisseure bleiben eigentlich ewig mit dem gleichen schwarzen Kaffee auf der gleichen Probebühne stecken, im selben Weltbild. Wenn man aber wie hier inspirierende Kollegen um sich hat, wird man eher herausgefordert, sich zu bewegen, etwas Neues auszuprobieren. Eine der großen Aufgabenstellungen der letzten Monate war, den Ort, unsere Interimsspielstätte, für Theater zu erschließen. Also: Raus aus der Komfortzone Stadttheater. Wie habt ihr das erlebt? RS: Wir haben das unterschätzt. Inhaltlich wurde sehr viel überlegt, was für ein Programm wir für die Stadt machen. Aber wie schwierig die Hallen – vor allem das DEPOT 1 – zu bespielen sind, das war uns nicht ganz klar. Für die zweite Spielzeit ist man nun besser gewappnet und kann damit umgehen. Im Spielplan für die nächste Spielzeit stößt man auf ein verbindendes Thema: Aufbruch, neue Welten entdecken, raus aus dem Bekannten, im Provisorischen

leben ... Es ist auffällig, dass sich das durch die meisten der Stoffe und Stücke zieht. SB: Im Interim haben wir es jeden Tag mit einem Provisorium zu tun, was uns täglich auf eine Weise fordert, stresst, unsere Geduld auf die Probe stellt und uns auch ästhetisch provoziert. Das finde ich schon eine besondere Situation. Man reflektiert das Theater anders. Übrigens auch, weil es nicht im Stadtkern, sondern ausgelagert ist. Das schweißt auf eine andere Art und Weise zusammen. Ich mache mir auch viel mehr Gedanken um die Zuschauer: Ist das zu weit für sie? Wie fühlen sie sich hier? Wenn der Winter kalt und nass ist und die Gäste übers Gelände stolpern ... Haben wir ausreichend Licht? Ist es in den Sälen warm genug? Man ist viel mehr gefordert als Gastgeber. Man denkt mehr über den Tellerrand hinaus. Man ist demütiger. Nichts ist hier selbstverständlich.

Rafael Sanchez

»NICHTS IST HIER SELBSTVERSTÄNDLICH« RS: Das gilt auch für die Schauspieler: Es gibt keine Einzelgarderoben. Die Frauen sind in einer Garderobe, die Männer in der anderen. Das sind auch Sachen, die fürs Kennenlernen im Ensemble gut sind.

Stefan Bachmann

SB: Aber auch eine harte Probe darstellen. RS: Aber man lernt sich anders kennen. AR: Das Provisorische hat auch etwas von Abenteuerspielplatz. Dass sich keine Routinen einstellen, ist auch etwas sehr Positives. Abrieb, Routine ... Das ist der spirituelle Tod, um es mal ein bisschen dramatisch auszudrücken. Routine ist geistiger Tod. Sich nicht so bequem in seiner Komfortzone einzurichten, ist für Künstler wichtig. Der Produktionsstätte und ihrer Realität stehen in der nächsten Spielzeit viele Stoffe gegenüber, in denen es um Träume, Utopien, Märchen geht. Wovon wird da geträumt? Welche Sehnsüchte habt ihr in Bezug auf die kontinuierliche Arbeit hier?

Moritz Sostmann

RS: Man möchte natürlich Erfolg haben, die Zuschauer anlocken, die Hütte voll sehen. Natürlich macht es auch einen Unterschied, dass man nach der Premiere nicht abreist, sondern hier in der Stadt bleibt. Die Reaktionen mitbekommt und auch, wie die Vorstellungen laufen. MS: Was mir auffällt – dass die meisten Inszenierungen hier etwas Lebensbejahendes, eine Art Aufbauarbeit hatten. In vielen Stadttheatern passiert ja eher eine Dekonstruktion, aber in diesen Fabrikhallen hier will man eher Welt schaffen, als Welt zerschlagen. Oder andersrum: In so

Angela Richter

FOTOS SANDRA THEN

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ein gediegenes Stadttheater versucht man, das richtige Leben reinzubringen. Und hier versuchst du, eine poetische Realität zu erschaffen, die eine gewisse Strahlkraft entwickelt. SB: Ich kann dir da nur beipflichten, ich habe auch das Gefühl, dass wir versuchen, ein gewisses Ganzes zu schaffen. Aber es geht eben nicht um Dekonstruktion oder um einen ausgestellten Weltekel oder Weltschmerz. Eher geht es um die Suche nach den Überlebensstrategien. In der Geborgenheit eines klassizistischen Theaterbaus kann man sich den lustvollen Untergang wünschen, hier aber versucht man das Überleben zu sichern. RS: Es ist vielleicht einfacher, sich gegen irgendetwas zu stellen, statt konstruktiv zu schauen, wie man überleben kann. Heißt das, dass Ideologien ausgedient haben? AR: Ich glaube schon, dass die noch vorhanden sind. Das bestimmte Sachen komplett abgelehnt werden, das gibt es schon. Eigentlich würde ich mir unter uns am Theater mehr öffentlichen Diskurs wünschen, jenseits des gegenseitigen Respekts, auch offene Konfrontation! Um der Erkenntnis und der Verbindlichkeit willen! Ich bin zwar keine Ideologin, aber neben meiner Regiearbeit, bin ich nolens volens auch zur Wikileaks-Aktivistin geworden. Ich plädiere also auch für uns als öffentlichen Kunstort für Total Transparency! Macht natürlich sofort Angst, aber die richtige Angst hält die Sinne wach! SB: Und dennoch, Ideologie ist kein Motor mehr für eine Aufführung oder für eine Inszenierung. Überhaupt »Botschaft« und »Agitation«, das ist etwas, was für mich nicht so eine große Rolle spielt. Ich bin nicht nach

Köln-Mülheim gezogen, um hier große Botschaften zu verkünden, sondern eher, um die Leute einzuladen zu diskutieren, debatieren oder zu fantasieren. Was ich ja auch mittlerweile schon eine große Leistung finde, dass man sich gemeinsam konzentriert. Konzentration ist ja nicht gerade ein Gegenwartsmerkmal. Ich finde, das ist etwas sehr Schönes.

»ES GEHT NICHT UM EINE VORGEFERTIGTE POSITIONIERUNG« AR: Ja, das stimmt. Trotzdem, ich muss noch mal auf die »Message« zurückkommen. Ich mache ja Inszenierungen, die ich nicht als Agitation, aber doch als Aktivieren beschreiben würde. Mit dem ASSANGE-Abend habe ich eindeutig Stellung bezogen. Es geht darum, die Leute zum Denken zu animieren. Wir brauchen gar nicht mehr so viele Märchen und Dramen von früher. Was wir alle gerade erleben, ist der Übergang in ein neues Zeitalter, ein Drama von noch nicht zu überblickendem Ausmaß! In einer irren Geschwindigkeit, die mich manchmal völlig überwältigt, aber hey, das ist doch irre spannend! Wir als Künstler müssen unsere Mission in dieser relativen Wirrnis finden, den Leuten klarmachen, dass sie bereits in der Matrix leben, das sie aufwachen müssen, und erkennen, dass wir gerade in eine neue Form technologisch gesteuerten, transnationalen Totalitarismus abgleiten, mit von Rammstein aus gesteuerten Todesdrohnen, wie aus »Terminator«. SB: Der Unterschied zur Ideologie ist, dass es auch dir nicht um eindeutige, absolute Aussagen geht. An deiner KIPPENBERGER!-Inszenierung kann ich das total festmachen:

Es geht nicht um eine vorgefertigte Positionierung. Der Zuschauer muss sich selber sein Kippenberger-Bild zusammensetzen. AR: Ja, stimmt. Und doch muss ich an dieser Stelle nochmal auf das von Dir vorhin angesprochene Thema »Fantasieren« zurückkommen. Da regt sich bei mir nun doch Widerstand, weil ich es auch als Eskapismusangebot verstehe. SB: Ich finde es nicht eskapistisch, gute Geschichten zu erzählen, wenn man nicht vor der Realität zu fliehen versucht, sondern ihr mittels der Poesie beizukommen. AR: Wir als Theater sollten nicht einlullen, sondern aktivieren! Ich bin da, glaube ich, schon eine Gegenwartsextremistin. Ich finde ja, dass das Theater die einzige Kunst ist, die das Privileg hat, vollkommen im Jetzt aufzugehen. Und ich meine damit nicht die historische Gegenwart, sondern ganz direkt, den Jetzt-Moment mit dem Publikum, für jene magischen Momente im Theater, wenn alle Anwesenden, Publikum, Schauspieler auch Techniker etc., plötzlich merken, dass sie zusammen einen Moment wahrnehmen, einen Moment der extremen Wachheit im Jetzt, wo man einmal rauskommt aus der inneren Kopfwelt, die wir für Denken halten. Denken ist auch Erleben. Und dieses Erleben hat dann eben viel mit Gesellschaft zu tun. Das Rückwärtsschauen im Theater macht mich wahnsinnig. Wer immer in die Vergangenheit guckt, wird depressiv. RS: Bei mir ist es genau umgekehrt. Ich werde depressiv, wenn ich in die Zukunft blicke. Aber es gibt ganz verschiedene Wege auf das Jetzt zu schauen und der Blick in die Vergangenheit kann durchaus ein Schlüssel sein, die Gegenwart besser zu verstehen. Unsere Taten heute

haben auch wieder Auswirkungen auf die Zukunft. Apropos Zukunft, lasst uns über die kommende Spielzeit sprechen. Was sind die Projekte, Stücke, Themen, die ihr euch vornehmt? RS: Meine erste Inszenierung wird eine Uraufführung von Sibylle Berg sein. Sie schreibt das Stück für uns. Wir sind im Gespräch darüber. Unabhängig voneinander ist uns beiden aufgefallen, dass eine seltsame Rückwärtsbewegung stattfindet, so eine Art »Backlash«. Alles, was man schon als gegeben oder als Fortschritt angesehen hat, wird wieder hinterfragt. Und wenn man den Fernseher anmacht, denkt man, jetzt zeigen sie eine Sendung von 1982, dabei ist die von heute. Davon handelt das Stück. Meine zweite Inszenierung wird HIOB von Joseph Roth sein. Ein Stoff der biblische Mythen radikal ins Heute denkt. AR: Für meine erste Inszenierung in der nächsten Spielzeit habe ich eine Carte blanche bekommen, die ich dann zücken werde. Deswegen kann ich dazu noch nicht viel sagen. Das zweite Projekt DIE AVANTGARDE DER SUPERNERDS beschäftigt sich mit dem Thema, in dem ich bis über beide Ohren drin stecke. Nach dem ASSANGE-Abend will ich es jetzt noch mal auf einem anderen Level aufgreifen. In die Gefängnisse zu gehen und tatsächlich diese westlichen Dissidenten, über die niemand spricht, zu interviewen und denen eine Stimme zu geben, die Teil einer neuen Avantgarde sind, die ihrerseits mit technologischen Mitteln unseren ganzen Alltag durcheinanderbringen und anders prägen. MS: Ich bin wohl eher hier für die Klassiker zuständig, ist mir gerade noch mal klar geworden. Wenn man mit Puppen arbeitet, dann kommt man früher oder später auf DER MENSCHENFEIND.

So sehe ich das Ganze im Moment auch als Überschrift: Wer, wenn nicht die Puppe, ist des Menschen Feind? Das wird auch der Antrieb des Ganzen sein. Das zweite Stück UND PIPPA TANZT! ist unterschrieben mit EIN GLASHÜTTENMÄRCHEN. Lustigerweise wird ja Puppenspiel immer auch mit Märchentheater gleichgesetzt. Letztendlich ist auch UND PIPPA TANZT! ein prädestinierter Titel für eine Inszenierung mit Puppen. Wie oft kommt dieser Satz vor: »Er lässt die Puppen tanzen«. Endlich tanzen also die Puppen oder zumindest die Puppe. In diesem Fall heißt sie Pippa. SB: Ich werde zwei Stoffe inszenieren, die schon lange in der Pipeline liegen. Das eine ist KÄTHCHEN VON HEILBRONN. Das begleitet mich schon sehr lange. Was mich bei dem Stück interessiert, ist diese Besessenheit, die von außen nicht verstehbar, von innen heraus aber komplett plausibel ist. Und dann bei Kleist natürlich immer der komplette Wahn, der sich so durchzieht, das Hybride. Also, hybrid, weil Kleiststücke größenwahnsinnig und ausufernd sind und irgendwie auch die Möglichkeiten des Theaters sprengen – so auch bei KÄTHCHEN. Diese unglaublichen Szenerien. Hybrid aber auch im Sinne von der Mischung unterschiedlicher Genres, irgendwie träumt sich sein KÄTHCHEN als deutsche Klassik in ein fiktionales Mittelalter hinein, was jeder historischen Grundlage entbehrt. Also eine reine Phantasmagorie. Das andere Stück wird PARZIVAL sein. Das entspricht meiner Lust an die Quellen des Erzählens zurückzugehen, wie bei GENESIS. Da geht es um Individuation, um Menschwerdung. Es sind beides märchenhafte Stoffe. Ich finde, das Märchen wird zu Unrecht immer mit etwas Kindlich-Harmlosem konnotiert. Märchen haben eine große archetypische Kraft und sind alles andere als ungefährlich oder harmlos.

FOTO »SUN« GABRIELE ZUCCA

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LARS VON TRIER CHILLY GONZALES HANS CHRISTIAN ANDERSEN HEINRICH VON KLEIST SIBYLLE BERG HENRIK IBSEN MOLIÈRE ANGELA RICHTER JOSEPH ROTH WOLFRAM VON ESCHENBACH MAXIM BILLER JAN NEUMANN GERHART HAUPTMANN DANTE ALIGHIERI WILLIAM SHAKESPEARE KNUT HAMSUN WWW.SCHAUSPIELKOELN.DE

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Theaterzeitung Mai 2014