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ZISSKA & LACHER B U C H -

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K U N S T A U K T I O N S H A U S

Auktion 66 11. - 13. Mai 2016


ZISSKA & LACHER

B U C H -

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Auktion 66 Freiwillige Versteigerung 11. - 13. Mai 2016 Auktionatoren: Wolfgang Lacher, Friedrich Zisska

Besichtigung:

Versteigerung:

Montag, 2.5. – Mittwoch, 4.5. Freitag, 6.5. Montag, 9.5. – Dienstag, 10.5. jeweils von 9.00 – 13.00 Uhr und 14.00 - 18.00 Uhr

Mittwoch, 11. Mai

11.00 Uhr Nr. 1 – 365 14.30 Uhr Nr. 366 – 713

Donnerstag, 12. Mai

11.00 Uhr Nr. 714 – 1073 14.30 Uhr Nr. 1074 – 1520

Ausnahmslos für auswärtige Kunden Sonntag, 8.5., von 12.00 – 18.00 Uhr

Freitag, 13. Mai

11.00 Uhr Nr. 2000 – 2439


Katalog 66 Katalogpreis: 25 € Wir bitten um Überweisung des Betrages an Zisska & Lacher GmbH & Co. KG Bankhaus Max Flessa KG, München, IBAN: DE72 7933 0111 0000 7704 44 BIC: FLESDEMM Für Aufträge, die später als einen Tag vor oder erst während der Versteigerung eingehen, übernehmen wir keine Haftung. Gebote, die unter der Hälfte des Schätzpreises liegen, können nicht berücksichtigt werden.

Payments for auction goods can be made in cash or wire-transfer. We accept Visa or Diners Club International credit cards for catalogue payment only. The prices stated in the catalogue are estimates (not reserves). We do not accept bids of less than 50 per cent of the estimate. Please visit www.zisska.de for full bidder information.

Umschlag Titelseite: Sattler, Ruinen von Erment, um 1845 (Nr. 1359) Titelseite: Vivien, Barney und Palmer, Album Secret, 1984 (Nr. 1067) Umschlag Rückseite: Schwitters, Steinitz und van Doesburg, Die Scheuche, 1925 (Nr. 765)

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K U N S T A U K T I O N S H A U S

Zisska & Lacher GmbH & Co KG Unterer Anger 15 · 80331 München Telefon 089/26 3855 · Fax 089/2690 88 auctions@zisska.de · www.zisska.de Katalogbearbeitung: Klaus Bayer, Dr. Maria Glaser, Monika Ostrowska Jasmin Panagl, Frank Purrmann, Hilmar Schmuck Sekretariat: Ursula Hahn, Ursula Roitzsch, Dorothea Schmuck Fotos: Adrian Zarcos


Inhalt Handschriften und Bücher

1 Handschriften................................................................. Urkunden und Autographen .............................................. 17 Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren.......................... 102 Einblattdrucke und Buchholzschnitte .................................. 171 Naturwissenschaften........................................................ 209 – Varia ....................................................................... 209 – Alchemie – Chemie..................................................... 222 – Astrologie – Astronomie .............................................. 238 – Botanik.................................................................... 244 – Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau ............................ 259 – Mathematik – Physik .................................................. 269 – Medizin ................................................................... 279 – Zoologie................................................................... 302 Technik und Handwerk .................................................... 312 Bibliographie .................................................................. 366 Kunstgeschichte.............................................................. 414 Literatur und illustrierte Bücher ........................................ 446 – Barock- und Emblembücher ......................................... 446 – Literatur bis 1900 ...................................................... 492 – Kinderbücher – Pädagogik ........................................... 645 – Philosophie – Nationalökonomie – Politik ....................... 671 – Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts ....................... 714 Kulturgeschichte ............................................................. 893 – Varia ....................................................................... 893 – Gastronomie ............................................................. 923 – Judaica .................................................................... 949 – Kostüme – Mode – Uniformen ..................................... 957 – Linguistik – Lexika ..................................................... 969 – Militaria .................................................................. 991 – Musik – Tanz – Theater – Film .......................................1003 – Okkultismus – Freimaurerei ..........................................1012 – Recht ...................................................................... 1025 – Sittengeschichte – Erotik ............................................. 1038 – Sport – Spiele............................................................1068 Atlanten ........................................................................1074 Geographie – Geschichte ..................................................1090 Orientalia.......................................................................1227 – Handschriften ...............................................................1227 – Drucke ........................................................................1247 – Graphik und Gemälde .....................................................1325 – Photographie ................................................................1419

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16 101 170 208 311 221 237 243 258 268 278 301 311 365 413 445 892 491 644 670 713 892 1073 922 948 956 968 990 1002 1011 1024 1037 1067 1073 1089 1226 1423 1246 1324 1418 1423

Graphik und Photographie

Deutschland ...................................................................2000 Ausland ........................................................................2052 – Welt- und Spezialkarten .............................................. 2052 – Übersee.................................................................... 2058 – Europa..................................................................... 2064 Handzeichnungen aus der Sammlung W. Denzel ...................2127 Dekorative Graphik – Künstlergraphik .................................2182 Photographie ..................................................................2391

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2051 2126 2057 2063 2126 2181 2390 2439


Versteigerungsbedingungen 1.

Das Auktionshaus handelt als Kommissionär im eigenen Namen und für Rechnung seiner Auftraggeber (Kommittenten), die unbenannt bleiben. Zugrunde liegen die Aufträge der Einlieferer. Die Auftragsverhältnisse ergeben sich durch Angabe einer Kennzahl (Einlieferer-Nummer), die in Klammern der Katalogaufnahme jeweils angefügt ist. Eigenware ist gesondert gekennzeichnet (1). Die Versteigerung ist freiwillig.

2.

Die angegebenen Preise sind Schätzpreise, keine Limite.

3.

Der Versteigerer behält sich das Recht vor, Nummern des Kataloges zu vereinen, zu trennen, außerhalb der Reihenfolge anzubieten und zurückzuziehen. Er ist berechtigt, Gebote zurückzuweisen, wenn nicht vor der Versteigerung geeignete Sicherheiten geleistet oder Referenzen angegeben wurden.

4.

Sämtliche zur Versteigerung gelangenden Gegenstände können vor der Versteigerung besichtigt und geprüft werden. Die Sachen sind gebraucht und haben einen ihrem Alter, ihrem Gebrauch und ihrer Provenienz entsprechenden Erhaltungszustand. Dieser wird im Katalog nicht durchgängig erwähnt. Die Katalogbeschreibungen sind keine Garantien im Rechtssinne. Der Versteigerer übernimmt keine Haftung für Mängel, soweit er die ihm obliegenden Sorgfaltspflichten erfüllt hat. Er verpflichtet sich jedoch, wegen rechtzeitig vorgetragener, begründeter Mängelrügen innerhalb der Verjährungsfrist von zwölf Monaten seine Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Einlieferer gerichtlich geltend zu machen. Der Erwerber soll Beanstandungen unverzüglich, spätestens aber innerhalb von drei Wochen nach der Auktion, dem Versteigerer anzeigen. Im Falle erfolgreicher Inanspruchnahme des Einlieferers erstattet der Versteigerer dem Erwerber den gezahlten Kaufpreis (einschließlich Aufgeld) zurück; ein darüber hinausgehender Anspruch ist ausgeschlossen. Einzelstücke aus Konvoluten, größere Zeitschriftenreihen, Serienwerke, mehrbändige Gesamtausgaben und Objekte, die den Vermerk „nicht kollationiert“ oder „ohne Rückgaberecht“ tragen, sind vom Reklamationsrecht ausgeschlossen.

5.

Hinweis im Sinne der §§ 86, 184b StGB. Das Auktionshaus bietet Gegenstände, die zur Verbreitung nazistischen oder kinderpornographischen Gedankenguts mißbraucht werden könnten, nur unter der Bedingung an, daß sich Bieter auf diese Gegenstände mit ihrer Gebotsabgabe automatisch verpflichten, diese Gegenstände im Falle des Ersteigerns ausschließlich für strafrechtlich unbedenkliche wissenschaftliche Zwecke zu erwerben.

6.

Der Ausruf erfolgt in Euro und beginnt in der Regel mit der Hälfte des Schätzpreises. Gesteigert wird jeweils um ca. 5 – 10 %. Der Zuschlag erfolgt nach dreimaligem Aufruf an den Höchstbietenden. Der Versteigerer kann den Zuschlag verweigern oder unter Vorbehalt erteilen. Wenn mehrere Personen das gleiche Gebot abgeben und nach dreimaligem Aufruf kein höheres Gebot erfolgt, entscheidet das Los. Der Versteigerer kann den Zuschlag zurücknehmen und die Sachen erneut anbieten, wenn irrtümlich ein rechtzeitig abgegebenes höheres Gebot übersehen worden ist, oder wenn der Höchstbietende sein Gebot nicht gelten lasen will oder sonst Zweifel über den Zuschlag bestehen.

7.

8.

Kommissionäre haften für ihre Auftraggeber. Aufträge per Telefon oder E-Mail bedürfen der schriftlichen Bestätigung spätestens 48 Stunden vor Beginn der Auktion. Bestehen bei Abgabe eines Gebotes Differenzen zwischen der Katalognummer und dem Kennwort, so ist das Kennwort maßgebend. Folgen aus einer unrichtigen Übermittlung gehen zu Lasten des Auftraggebers. Bei Nichterteilung des Zuschlags trotz Gebots haftet der Versteigerer dem Bieter nur bis zur Höhe des Schätzpreises, wenn ihm Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit angelastet werden kann. Aufträge, die später als einen Tag vor oder erst während der Versteigerung eingehen, sind von jeder Haftung ausgeschlossen. Die in den Verträgen genannten Preise gelten als Zuschlagspreise, das Aufgeld und die Mehrwertsteuer werden zusätzlich erhoben. Mit der Erteilung des Zuschlags geht die Gefahr für nicht zu vertretende Verluste und Beschädigungen auf den Ersteigerer über. Das Eigentum an den ersteigerten Sachen erwirbt der Ersteigerer

erst mit dem vollständigen Zahlungseingang beim Auktionshaus. 9.

Auf den Zuschlag wird ein Aufgeld von 25 % berechnet, in dem die Umsatzsteuer enthalten ist und nicht separat ausgewiesen wird (Differenzbesteuerung). Für Katalognummern, vor deren Schätzpreisen der Vermerk *R steht, ist auf den Zuschlag ein Aufgeld von 20 % und auf die Summe von Zuschlag und Aufgeld die ermäßigte Mehrwertsteuer von 7 % zu entrichten. Bei Katalognummern, deren Schätzpreisen der Vermerk ** vorangestellt steht, gilt der volle Mehrwertsteuersatz von 19 %. Für steuerinländische Unternehmer, die zum Vorsteuerabzug bei dem Katalogangebot berechtigt sind, kann die Gesamtrechnung über die von einem solchen ersteigerten Positionen auf Wunsch wie bisher nach der Regelbesteuerung ausgestellt werden. Die Mehrwertsteuer entfällt für Kunden aus Nicht-EU-Ländern, wenn der Versand der ersteigerten Ware durch uns in das Nicht-EU-Land erfolgt, oder der amtliche Nachweis der Ausfuhr innerhalb von vier Wochen erbracht wird. Händlern aus EU-Ländern kann die Mehrwertsteuer nur dann erstattet werden, wenn sie ihre europäische USt-IdNr. bei Auftragserteilung bekanntgeben. Bei Auszahlungen erfolgt die Umrechnung des Rechnungsbetrages zum am Tag der Auszahlung geltenden Devisenkurs. Die Kosten für Porto, Verpackung, Versicherung und Bankspesen gehen zu Lasten des Käufers.

10. Auf alle Originalwerke der Bildenden Kunst seit Entstehungszeit 1900 leistet das Auktionshaus eine Abgabe an die Ausgleichsvereinigung Kunst, die damit die gesetzlichen Ansprüche des Folgerechts aus § 26 UrhG ausgleicht. Der Ersteigerer trägt von dieser Abgabe einen Anteil in Höhe eines Drittels (z.Zt. 1 % des Zuschlagspreises). 11. Der Gesamtbetrag ist mit dem Zuschlag fällig und zahlbar in bar oder durch bankbestätigten Scheck. Zahlungen auswärtiger Ersteigerer, die schriftlich oder telefonisch geboten haben, sind binnen vierzehn Tagen nach Rechnungsstellung fällig. 12. Bei Zahlungsverzug werden Verzugszinsen in Höhe von 1 % per Monat berechnet. Im übrigen kann das Auktionshaus bei Zahlungsverzug wahlweise Erfüllung des Kaufvertrages oder nach Fristsetzung Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen; der Schadensersatz kann in diesem Falle auch so berechnet werden, daß die Sache in einer neuen Auktion nochmals versteigert wird und der säumige Käufer für einen Mindererlös gegenüber der vorangegangenen Versteigerung und für die Kosten der wiederholten Versteigerung einschließlich der Gebühren des Auktionshauses aufzukommen hat. 13. Der Erwerber ist verpflichtet, die Gegenstände sofort nach der Auktion in Empfang zu nehmen. Falls er Versendung wünscht, erfolgt diese auf eigene Gefahr. Bei Versand von Graphiken werden vorhandene Passepartouts und Rahmen entfernt, es sei denn, das Haus wurde vom Erwerber bei Abgabe seines Gebots ausdrücklich zur Mitlieferung desselben im Ersteigerungsfall beauftragt. 14. Mit Erteilung eines schriftlichen Auftrages oder Abgabe eines Gebotes erkennt der Ersteigerer diese Bedingungen ausdrücklich an. Dies gilt auch für Verkäufe aus den Rückgängen. 15. Erfüllungsort und Gerichtsstand für den vollkaufmännischen Verkehr ist München. Es gilt ausschließlich deutsches Recht. Das UN-Abkommen über Verträge des internationalen Warenkaufs (CISG) findet keine Anwendung. 16. Sollte eine der vorstehenden Bestimmungen ganz oder teilweise unwirksam sein, so bleibt die Gültigkeit der übrigen davon unberührt (Salvatorische Klausel). 17. Die Versteigerungsbedingungen haben eine deutsche und eine englische Version. In allen Streit- und Zweifelsfällen ist die deutsche Fassung maßgebend; das gilt insbesondere für die Auslegung von Rechtsbegriffen und Katalogangaben. Zisska & Lacher GmbH & Co. KG


Conditions of Sale 1.

Zisska & Lacher GmbH & Co. KG (hereinafter referred to as ‘the Auctioneer’) acts as commission agent, in its own name and for the account of its clients (sellers), whose identity is not disclosed. The instructions of consignors, who are numbered in brackets (consignor number) at the end of each catalogue description, form the basis of sales. The Auctioneer’s property is indicated separately (1). The sale is voluntary.

2.

The prices given after each lot are estimates, not reserves.

3.

The Auctioneer reserves the right to combine any two or more lots, to divide any lot, to offer any lot for sale in an order different from that given in the catalogue or to withdraw any lot or lots from the sale. The Auctioneer shall be entitled to refuse bids unless suitable proof of identity, security or references shall have been provided by the bidder prior to the auction.

4.

All lots put up for sale may be viewed and inspected prior to the auction. Lots auctioned are used goods and their condition is commensurate with their age, usage and provenance although this condition is not always mentioned in the catalogue. The descriptions in the catalogue, which are given to the best of The Auctioneer’s knowledge and belief, do not constitute guarantees in the legal sense. The Auctioneer assumes no liability for faults or defects, in so far as he has fulfilled his duty of care, but will undertake to make judicial claim on behalf of the Buyer in respect of justified complaints within the statutory warranty period of twelve months against the seller who consigned the respective item or items for sale. The Buyer is required to give the Auctioneer written notice of all complaints without delay; at the latest, however, within three weeks of the date of the auction. Should the demands be successful, the Auctioneer will reimburse the Buyer with the full purchase price (including buyer’s premium); all further claims are excluded. There is no right of complaint in the case of individual items from combined or mixed lots [Konvolute], periodicals, serial publications, complete editions in several volumes and any lots with the indication nicht kollationiert [not collated] or ohne Rückgaberecht [not subject to return].

5.

6.

7.

Legal note within the meaning of Sections 86 and 184 of the German Criminal Code/StGB: Where the Auctioneer offers goods for sale that are liable to be abused for the dissemination of National Socialist-related ideology and/or material relating to child pornography, such goods are offered on the absolute condition that each and every bidder undertakes, on submitting a bid or bids for any such goods, to acquire and/or employ these goods purely and solely for purposes of an unobjectionable scientific and/or research nature within the terms of the German Criminal Code, should a bid be successful. Bids are executed in Euros and bidding generally starts at 50% of the estimate unless competing bids have been received. Bids are raised by increments of 5 % to 10 %. A lot will be knocked down to the highest bidder after three calls. The Auctioneer may refuse any bids, or knock down a lot subject to reservation. If two or more persons bid the same amount simultaneously and no overbid has been made after three calls, the successful bidder shall be drawn by lot. The Auctioneer may rescind a decision and put the lot up again for sale if a higher bid made in time has been inadvertently overlooked, or if the highest bidder wishes to revoke his bid, or if the decision is open to other doubt. Agents acting on behalf of a third party assume full liability for the fulfilment of contract on behalf of their principals. All absentee bids submitted by email or telephone are to be confirmed in writing not less than 48 hours before the auction opens. If the catalogue number and the author/short title or reference for identification differ, the short title will stand for the bid. All damages and losses incurred by unclear bidding instructions are the bidder’s responsibility. For bids duly received and not executed due to obvious negligence on the Auctioneer’s part, the Auctioneer’s liability is limited to the estimate amount. The Auctioneer accepts no liability for the execution of absentee bids sent in less than 24 hours before the auction opens or during the auction itself. All

bids are regarded as the maximum hammer price. The buyer’s premium and statutory VAT are added to these prices separately. 8.

From the fall of the hammer, every lot shall become the full responsibility of and be at the sole risk of the Buyer, while ownership of the lot or lots shall not pass to the Buyer until full payment has been received by the Auctioneer.

9.

A buyer’s premium of 25 % including statutory VAT is levied on the hammer price (margin scheme), without separate indication of the VAT amount. Where estimates of lots are preceded by *R, a premium of 20 % is levied on the hammer price, plus statutory VAT on the sum of the hammer price and the buyer’s premium at the lower rate of 7 %. Where estimates are marked ** the statutory VAT is at the current rate of 19 %. Dealers tax-resident in Germany who are entitled to deduct VAT on lots offered in the catalogue may request that standard taxation is applied to their auction purchases. Buyers resident in third (i.e. non-European Union) countries are exempted from VAT if purchases are dispatched by the auction house to their registered address or if official proof of export is received by the Auctioneer within a period of four weeks. Dealers whose businesses are registered in the EU are exempted from VAT provided that they quote their verifiable VAT Registration Number (BTW, IVA; TVA) when submitting absentee or online bids, or when registering to bid. Payments in foreign currency will be converted at the rate of exchange prevailing on the day of payment. Costs of shipping, packing, insurance and bank charges are at the Buyer’s expense.

10. In order to satisfy all Droit de Suite [Artists’ Resale Right] claims (Article 26, German Copyright Law/UrhG), the Auctioneer shall pay a resale royalty to the Ausgleichsvereinigung Kunst, the copyright collecting society, on all original works of art created after 1 January 1900. This is based on a percentage of the hammer price. The Buyer shall bear one third of this payment which currently amounts to 1% of the hammer price. 11. Immediately upon purchase the Buyer shall pay the final price in cash or by authorized bank cheque. Payments by Buyers who have submitted absentee bids or who have bid by telephone shall be due within 14 days of the date of the invoice. 12. In default of payment, the Auctioneer will charge interest on the outstanding amount at the rate of 1% per month or part month. Furthermore, if the Buyer defaults in payment, the Auctioneer may, at his discretion, insist on performance of the contract or, if the Buyer has not paid by the date set, claim damages for nonperformance; in the latter case, the Auctioneer may claim the damages by putting the lot or lots up again for auction and charging the defaulting Buyer with the difference between the price bid by him/her and the price realized on the resale, if this is lower, plus the cost of the resale, including the Auctioneer’s costs. 13. Buyers shall take charge of their lots immediately after the auction. Shipping instructions shall be given in writing. Shipping, if required, will be effected at the sole expense and risk of the Buyer. Prints will be shipped unmatted and unframed, unless specifically requested by the Buyer when submitting his/her bid. 14. By placing a bid either in writing or in person, the Buyer agrees to be bound by these Conditions of Sale. This shall also apply to after-auction purchases. 15. Place of performance and jurisdiction for registered trade dealings is Munich. German law applies exclusively; the UN-Treaty (CISG) is explicitly excluded. 16. Should any provision herein be wholly or partly ineffective, this shall not affect the validity of the remaining provisions. 17. These Conditions of Sale are available in both German and English. The German-language version shall without exception be the authoritative version, in particular with regard to the interpretation of statutory terms and catalogue descriptions. Zisska & Lacher GmbH & Co. KG


Abkürzungen – Abbrevations Abb. . . . . . . . . . . . Abbildung(en) - illustration(s) Abt. . . . . . . . . . . . . Abteilung - section Anm. . . . . . . . . . . . Anmerkung(en) - note(s) Aufl. . . . . . . . . . . . Auflage - edition Ausg. . . . . . . . . . . Ausgabe - edition, issue Bd(e). . . . . . . . . . . Band (Bände) - volume(s) bearb. . . . . . . . . . . bearbeitet - compiled beigeb. . . . . . . . . . beigebunden - bound with beschäd. . . . . . . . beschädigt - damaged Bibl. . . . . . . . . . . . Bibliothek - library Bl. . . . . . . . . . . . . . Blatt (Blätter) - leaf(-ves) blattgr. . . . . . . . . . blattgroß - full-page blindgepr. . . . . . . blindgeprägt - blind-tooled Blindpr. . . . . . . . . Blindprägung - blind-tooling Brosch. . . . . . . . . . Broschur - wrappers Dass. . . . . . . . . . . . Dasselbe - the same Ders. . . . . . . . . . . . Derselbe - the same Dies. . . . . . . . . . . . Dieselbe - the same Dr. . . . . . . . . . . . . . Drucker - printer dreiseit. . . . . . . . . dreiseitig - (three) edges, margins d. Zt. . . . . . . . . . . . der Zeit - contemporary e. . . . . . . . . . . . . . . eigenhändig - autograph EA . . . . . . . . . . . . . erste Ausgabe - first edition Ebda. . . . . . . . . . . Ebenda - same place eingeb. . . . . . . . . . eingebunden - bound-in etw. . . . . . . . . . . . etwas - somewhat, slightly Ex. . . . . . . . . . . . . . Exemplar - copy Faks. . . . . . . . . . . . Faksimile(s) - facsimile farb. . . . . . . . . . . . farbig - in colours fl. . . . . . . . . . . . . . fleckig - spotted, (water-)stained, foxed . . . . . . . . . . . . . . . (fingerfl., braunfl., wasserfl. etc) flex. . . . . . . . . . . . flexibel - limp Frontisp. . . . . . . . . Frontispiz - frontispiece ganzseit. . . . . . . . ganzseitig - full-page geb. . . . . . . . . . . . . gebunden - bound gefalt. . . . . . . . . . . gefaltet - folded gestoch. . . . . . . . . gestochen - engraved goldgepr. . . . . . . . goldgeprägt - gilt-stamped Goldpr. . . . . . . . . . Goldprägung - gilt-stamped Hrsg. . . . . . . . . . . Herausgeber - editor hrsg. . . . . . . . . . . . herausgegeben - edited Hldr. . . . . . . . . . . Halbleder - half leather Hlwd. . . . . . . . . . Halbleinen - half cloth Hmaroquin . . . . . Halbmaroquin - half morocco Hpgt. . . . . . . . . . . Halbpergament - half vellum hs. . . . . . . . . . . . . . handschriftlich - manuscript Illustr. . . . . . . . . . . Illustration(en) - illustration(s) illustr. . . . . . . . . . . illustriert - illustrated Imp.-Fol. . . . . . . . Imperial-Folio - imperial folio Jg(e). . . . . . . . . . . . Jahrgang (-gänge) - volume(s) Jhdt. . . . . . . . . . . . Jahrhundert - century Kart. . . . . . . . . . . . Kartonage - boards Kat. . . . . . . . . . . . . Katalog - catalogue kl. . . . . . . . . . . . . . klein - small kolor. . . . . . . . . . . koloriert - (hand-)coloured kplt. . . . . . . . . . . . komplett - complete läd. . . . . . . . . . . . . lädiert - damaged Ldr. . . . . . . . . . . . . Leder - leather Lief. . . . . . . . . . . . . Lieferung(en) - (serial) part(s) Lithogr. . . . . . . . . Lithographie(n) - lithograph(s)

Lwd. . . . . . . . . . . Leinen (Leinwand) - cloth mehrf. . . . . . . . . . mehrfach - several times mod. . . . . . . . . . . . modern Monogr. . . . . . . . . Monogramm - monogram monogr. . . . . . . . . monogrammiert - with monogram mont. . . . . . . . . . . montiert - pastet, mounted Ms. . . . . . . . . . . . . Manuskript - manuscript nachgeb. . . . . . . . nachgebunden - bound with nn. . . . . . . . . . . . . nicht numeriert - unnumbered Nr(n). . . . . . . . . . . Nummer(n) - number(s) num. . . . . . . . . . . . numeriert - numbered o. Dr. . . . . . . . . . . ohne Drucker - no printer OHldr. . . . . . . . . . Original-Halbleder - original half leather OHlwd. . . . . . . . . Original-Halbleinen - original half cloth OHpgt. . . . . . . . . . Original-Halbpergament . . . . . . . . . . . . . . . original half vellum OKart. . . . . . . . . . Original-Kartonage - original boards OLdr. . . . . . . . . . . Original-Leder - original leather OLwd. . . . . . . . . . Original-Leinen (Leinwand) - original cloth O. O. . . . . . . . . . . ohne Ort - no place O. O. u. J. . . . . . . . ohne Ort und Jahr - no place, no date OPgt. . . . . . . . . . . Original-Pergament - original vellum OPp. . . . . . . . . . . . Original-Pappe - original boards orig. . . . . . . . . . . . original Orig.-Brosch. . . . Originalbroschur - original wrappers Orig.-Umschl. . . . Originalumschlag - original cover Pag. . . . . . . . . . . . Paginierung - pagination pag. . . . . . . . . . . . paginiert - paginated Pgt. . . . . . . . . . . . . Pergament - vellum Portr(s). . . . . . . . . Porträt(s) - portrait(s) Pp. . . . . . . . . . . . . Pappband - boards Rsch. . . . . . . . . . . Rückenschild - lettering-piece on spine Rtit. . . . . . . . . . . . Rückentitel - title on spine Rvg. . . . . . . . . . . . Rückenvergoldung - gilt spine(s) S. . . . . . . . . . . . . . . Seite(n) - page(s) sign. . . . . . . . . . . . signiert - signed Slg. . . . . . . . . . . . . Sammlung - collection Sp. . . . . . . . . . . . . Spalte(n) - column(s) spät. . . . . . . . . . . . später(er) - late(r) stellenw. . . . . . . . stellenweise – partly stockfl. . . . . . . . . . stockfleckig - foxed teilw. . . . . . . . . . . . teilweise - partly Tl(e). . . . . . . . . . . . Teil(e) - part(s), section(s) tls. . . . . . . . . . . . . . teils - partly Tsd. . . . . . . . . . . . . Tausend - thousand U. . . . . . . . . . . . . . Unterschrift - signature übers. . . . . . . . . . . übersetzt - translated Umschl. . . . . . . . . Umschlag - cover verb. . . . . . . . . . . . verbessert - improved verm. . . . . . . . . . . vermehrt - enlarged verschied. . . . . . . verschieden(e) - various Vg. . . . . . . . . . . . . Vergoldung - gilt vgl. . . . . . . . . . . . . vergleiche - see, compare Vign. . . . . . . . . . . . Vignette - vignette Vlg. . . . . . . . . . . . . Verlag - publisher vorgeb. . . . . . . . . . vorgebunden - bound-in wdh. . . . . . . . . . . . wiederholt - repeated zahlr. . . . . . . . . . . zahlreich(e) - numerous Zl. . . . . . . . . . . . . . Zeile(n) - line(s) zus. . . . . . . . . . . . . zusammen - together


Nr. 1


1

Handschriften

Nr. 8

1

BREVIER – Fragment eines lateinischen Breviariums. Lateinische Handschrift auf Pergament. Mitteleuropa, Mitte 14. Jhdt. Blattgr.: 33,7 x 23,4 cm, Schriftspiegel: 22,8 x 16,5 cm. Mit zahlr. zweizeiligen Initialen in Rot und Blau mit Federwerk und einigen roten und blauen Lombarden. Hervorhebungen in Rot. 10 Bl. 2 Sp. 29 Zl. In feiner brauner Tinte regliert. (108) ** 1.000,-

2

Fragment von Aufzeichnungen eines Notarius publicus Johannes Brandt, diverse Angelegenheiten einer Familie Vosberg aus Chinow im Kreis Lauenburg in Hinterpommern betreffend. Mehrfach erwähnt wird dabei auch ein Otto Flemming, dessen Familie die Herrschaft über das nördlich von Stettin in Hinterpommern gelegene Dorf Trebenow ausübte. – Makulaturblätter aus dem Einband eines nicht näher benannten alten Buches in der New York Academy of Medicine (dazu beiliegend der Durchschlag eines Schreibens aus dem Jahr 1938). – Tls. bis an den Text beschnitten, einige Wurmspuren in den Rändern, etw. fleckig und gebräunt.

Aus einem Brevier im Folio-Format, wohl einer klösterlichen Handschrift, mit vielen federwerkverzierten Initialen und abgefaßt in Textualis formata. – Stellenw. etw. Textabrieb, tls. stärker gebräunt, stellenw. auch wasserrandig und fleckig. – Siehe Abbildung. Fragment of a Latin breviary. – From a breviary in folio format, probably a monastic manuscript, with many penwork initials and written in textualis format. – Here and there some text abrasion, partly stronger browned, here and there also waterstained and soiled. – See illustration.

POMMERN – KANZLEIAUFZEICHNUNGEN eines Notars namens Johannes Brandt. Deutsche Handschrift auf Papier. Stettin, um 1565/70. Fol. 36 nn. Bl. Lose Bl., ohne Einband. (92) ** 200,-

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„KOCH BUCH“. Deutsche Handschrift auf Papier. Wohl Österreich, um 1700. Fol. 114 num., 12 nn. Bl. (Register). Läd. Hldr. d. Zt. (70) 600,-


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Sehr umfangreiche Kochbuchhandschrift in gut lesbarer Kurrentschrift mit kalligraphierten Überschriften und einzelnen schreibmeisterlichen Zierstücken. – Wohl von einer Hand sind nahezu 500 Rezepte geordnet in 14 Abteilungen eingetragen: 1. Fleisch- und Fastensuppen, 2. Einmach-Suppen, warmes Fleisch und Fleisch-Speisen, 3. Große und kleine Fleisch- und Fisch-Pasteten, 4. Torten, 5. Soßen („Koch“), 6. Krapfen und „Pfannen-Sachl“, 7. Kerben-Gebäck, 8. Sülzen, 9. „Allerley Milch“, 10. Konfekt und Mandelgebäck, 11. „Eingemachte Sachen“, 12. Säfte, 13. Salsen, 14. „Latwerge, doplete Pagaten P(l)atzln und Lebzelteln“. – Sprachfärbung und Wasserzeichen deuten auf den süddeutschen oder österreichischen Raum; die Fülle der teils ausgefallenen Rezepte mit erlesenen Zutaten belegen die Herkunft aus einem hochherrschaftlichen Haushalt. So findet sich nach der Zubereitung von Hecht, Karpfen, Aal, Hausen, Scheiden, Huchen, Ferchen und Saibling auch eine Anleitung „Die Schildkrotten gar guet zu kochen“. – Nur einzelne Blätter sind nicht gefüllt, am Ende wurden einige entfernt, und das Titelblatt zum Register mit einem Tagesdatum (23. 4.) und begonnenen Chronogramm blieb wohl unvollendet und ist daher rätselhaft. – Block gebrochen, gering fleckig, leicht gebräunt.

Wohl von mehreren Schreibern in gut lesbarer Kurrentschrift angefertigte Abschrift eines Teils des „Codex Ferdinandeo-Leopoldino-Josephino-Carolinus“, einer von dem Kaiserlichen Sekretär Johann Jacob von Weingarten angefertigten Zusammenstellung der landesfürstlichen Verordnungen, Reskripte, Dekrete usw., die in Prag erstmals 1701 und dann in einer bis 1719 erweiterten Fassung gedruckt worden sind. – Unser Manuskript enthält ein Titelblatt mit kalligraphierter Überschrift und Inhaltsangabe sowie den Vermerk „Wienn und Brünn verlegts Georg Lehmann Buchhändler Anno 1716“, dann ein chronologisch von 1347 bis 1. Juli 1715 geordnetes Verzeichnis „Elenchus“ mit Regesten, bis 1710 mit einer Numerierung von 1-632 versehen, danach sind ca. 150 weiße Blätter eingebunden; schließlich folgen Abschriften der Verordungen von 1347 bis 1652. – Unsere umfangreiche Teilabschrift diente wohl als Vorlage für einen von uns bibliographisch und in öffentlichen Bibliotheken nicht nachweisbaren Druck der Sammlung bei dem Verleger Georg Lehmann (gest. 1735; vgl. Paisey 153). Darauf läßt zum einen der erwähnte Vermerk auf dem Titel schließen, zum anderen sind die Regesten am Ende zum großen Teil entweder als „geschrieben“ oder als „gedruckt“ gekennzeichnet. – Titel mit rasiertem Besitzvermerk, Vorsätze mit Federproben, gering fleckig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

Vorlage eines unbekannten Drucks 4

„CODEX FERDINANDEI-LEOPOLD-JOSEPHCAROLI VI, in Regno Bohemiae, et Ducatu Silesiae“. Deutsche Handschrift auf Papier. Österreich?, um 1715. Fol. Ca. 770 Bl. (davon ca. 70 weiß). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (unterer Rücken läd., einzelne Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (74) 1.500,-

Transcript of part of the „Codex Ferdinandeo-LeopoldinoJosephino-Carolinus“ made probably by several scribes in well legible cursive, a compilation drawn up by the imperial secretary Johann Jacob von Weingarten of the princely decrees, regulations etc. which had been printed at Prague for the first time in 1701 and then in an entended version up to 1719. – Our comprehensive partial transcript served probably as pattern for an issue of the collection by the publisher Georg Lehmann (deceased 1735; compare Paisey 153), this edition however cannot be traced by us bibliographically or in public libraries. – Title with erased ownership entry, endpapers with ink probes,


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minor soiling, slight browning. – Contemporary calf with spine label and gilt back (lower back damaged, isolated worming, scratched and scuffed). – See illustration.

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GEBETBUCH – „Gebett-Buch, darinen Morgen, Abends, Mees, Beicht, und Com(m)union Gebetter auch noch andere schöne gebetter und Littaneye(n) darinen zu finden, wie auch der Heil-lige Creuzweeg darinen seye“. Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland, 1781. 1 Bl., 136 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und floralen Deckelbordüren (Gebrauchsspuren). (134) ** 300,Hübsches Gebetbuch in ordentlicher Kurrentschrift mit ornamentalem Buchschmuck und kalligraphierten Überschriften in Gold, Rot, Blau, Grün und Gelb. – Jede Seite gerahmt und mit Kolumnentitel versehen, die Litanei und einige andere Gebete in roter Tinte. – Respektblatt mit Exlibris-Stempel, gering fleckig. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildung.

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„VOLLSTÄNDIGES RECHEN BUCH zum höchst nöthigen Gebrauch in allen Fällen der Handlung eingerichtet und Verfertiget für Heinrichs“. Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. Mannheim, 23. 12. 1798. 1 weißes Bl., 192 S., 34 weiße Bl. Pp. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen, braun- und wasserfleckig). (23) 600,In gut lesbarer Kurrentschrift niedergelegtes Rechenbuch mit Erklärungen zum „Nummeriren oder Zahlen aussprechen“ (ein kulturhistorisch bemerkenswerter Beleg für einen vom heutigen zum Teil etwas abweichenden Usus, wie Zahlen seinerzeit gesprochen wurden), zu den vier Grundrechenarten mit zahlreichen praktischen Beispielen für die Addition, die Subtraktion, die Multiplikation und die Division, sodann mit vielen Tabellen für die Umrechnung und den Vergleich von Münzen, Maßen und Gewichten, endlich mit zwei kleineren Kapiteln zur Interessen- und zur Gesellschaftsrechnung (wie man im 18. Jahrhundert die Zins- und die Verhältnisrechnung üblicherweise bezeichnete). Erwachsen entweder aus dem Unterricht an einer Kaufmannsschule oder aus den Unterweisungen eines gewerbetreibenden Lehrherrn an seinen Gehilfen, der durch ihn in die elementaren Erfordernisse des kaufmännischen Rechnens eingeführt wurde, gibt das sauber geführte Buch einen guten, lebendigen Einblick in die Rechenkenntnisse, die für das Handelsleben am Ende des achtzehnten Jahrhunderts im südwestdeutschen Raum nötig waren. – Gering gebräunt, vereinzelt leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

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GRIECHISCH-LATEINISCHES WÖRTERBUCH. Zweisprachige Handschrift auf Papier. Wohl Deutschland, um 1800. 4°. 50 nn. Bl. Hldr. d. Zt. (leicht beschabt und bestoßen). (71) 150,Zweispaltig in sehr sauberer Handschrift angelegtes alphabetisches Wörterverzeichnis eines Gelehrten, ohne Titel. Den altgriechischen Wörtern sind meist mehrere lateinische Wörter zugeordnet, um den Bedeutungsumfang der griechischen Lemmata deutlich zu machen, vereinzelt sind auch knappe Annotationen grammatikalischer, idiomatischer und syntaktischer Art beigefügt. Umfaßt neben dem Grundwortschatz auch eine ganze

Nr. 6 Reihe selten vorkommender Wörter. – Durchgehend mit senkrechtem Knick (Blätter waren vor der Bindung gefaltet), wenig fleckig.

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„DER CHRIST IM GEISTE. ANNO 1801.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Nordböhmen, dat. 1801. 17,3 x 11 cm. Mit Frontisp. und Titel in Deckfarben sowie einigen gemalten Bordüren und aquarellierten floralen Federzeichnungen. 2 Bl., 258 S., 2 Bl. Text durchgehend von roten Rahmenleisten eingefaßt, Hervorhebungen in Rot. 15 Zln. Schwarzes Maroquin d. Zt. mit reicher Goldpr. auf Deckeln und Rücken, kleinem goldgepr. Agnus-Dei-Medaillon als Supralibros auf beiden Deckeln sowie Goldpr. „M A D. 1801“ auf dem Vorderdeckel, dreiseit. punziertem Schnitt und Buntpapiervorsätzen (etw. beschabt) in Ldr.-Schuber d. Zt. mit Goldpr. und Rsch. (Vergoldung fast abgerieben, beschabt und bestoßen). (71) 500,Im Geist des aufgeklärten Katholizismus abgefaßtes, prachtvoll gebundenes und anmutig illustriertes persönliches Gebetbuch aus dem nördlichen Böhmen. Laut Beischrift auf dem Titel hieß der Besitzer Anton Prautsch. Dieser ist als Lehrer in Vesnice Príbram (Biebersdorf) im Sudetenland nachweisbar. Sein Todesjahr wird mit 1815 angegeben. In der 1906 in Wien und Leipzig erschienenen „Geschichte der Theresianischen Schulreform in Böhmen“ von Anton Weiß (Bd. I, S. 110) wird er als Lehrer in Biebersdorf geführt, unter jenen „fleißigen und bedürftigen Lehrern ... welche Zulagen zu ihrem geringen Gehalte erhielten.“ Prautsch war demnach ein erklärter Anhänger der Schulreform. Die Handschrift könnte von ihm persönlich stammen, vielleicht sogar die Illustrationen, die trotz gewisser Naivität von nicht geringer Qualität sind. Ikonographisch interessant das Frontispiz mit


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der „Erhebung des Geistes“ (menschliche Gestalt, von einem Engel in den Himmel geführt) sowie die Vignette auf dem Titel, die zwei Familien mit ihren Kindern zeigt, darüber das Symbol Gottes. Frontispiz und Titel sollen demnach wohl den Gedanken der heilbringenden Wirkung einer richtigen (aufgeklärten) christlichen Erziehung versinnbildlichen. – Stellenw. etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung Seite 1.

der Druckfassung fort (diese endet mit S. 70, dazu ein Erratablatt). – „Köhnes's Zeitschrift für Münz-, Siegelund Wappenkunde“ (1841, S. 176) erwähnt eine Abschrift der „Nachrichten von den Münzen und Medaillen des teutschen Ordens“ (hier S. 118-172) nach einem eigenhändigen Manuskript von Bachem, das einem Geschenkexemplar seiner „Chronologie“ beigegeben wurde. – Titel mit Stempel eines Jesuitenkollegs, leicht gebräunt und fleckig.

DEUTSCHER ORDEN – BACHEM – „NACHTRAG ZUR CHRONOLOGIE der Hochmeister des teutschen Ordens vom J. 1190 bis 1804. März 1806.“ Deutsche Handschrift auf Papier, wohl von K. J. von Bachem. Düsseldorf 1806-09. 4°. S. 73-172 (Nachtrag so vollständig). Stark beschäd. Pp. d. Zt. (100) ** 200,Saubere Reinschrift einer unveröffentlichten Fortsetzung des 1802 in Münster erschienenen Hauptwerks des Deutschordensrats und Historikers Konrad Joseph von Bachem (1755 bis nach 1829), „Versuch einer Chronologie der Hochmeister des Deutschen Ordens vom Jahre 1190-1801“. Laut „Vorerinnerung“ (S. 74) handelt es sich um eigenhändige Aufzeichnungen des Verfassers, der nach den Ereignissen des Jahres 1805, in dem der Deutsche Orden dem Haus Habsburg übertragen worden ist, „glaubt, der Vollständigkeit wegen folgende Stücken seiner Chronologie noch beifügen zu müßen“. Auf dem Titel steht nach der Datierung „März 1806“ ein Zusatz in etwas hellerer Tinte: „nunmehro fortgesetzt bis zum J. 1809., oder bis zum Wiener Frieden“; auch dies deutet darauf hin, daß es sich um ein eigenhändiges Manuskript, nicht um eine Abschrift von fremder Hand handelt. – Die Paginierung der Handschrift setzt diejenige

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ECKARTSHAUSEN – GEBETBUCH – „Gott ist die reinste Liebe. Von Herrn Hofrath v(on) Eckartshausen. Zweyte vermehrte Auflage. Ofenn.“ Deutsche Handschrift auf Papier. Dat. 22. 6. 1812. Mit 2 mont. Kupfertafeln (davon eine koloriert). 1 Bl., 248 S., 2 Bl. Dunkelgrünes Ldr. d. Zt. mit Rvg. sowie ornamentalen Deckelbordüren, monogr. „T. S.“ (Gebrauchsspuren). (86) 200,Hübsche Abschrift der seit 1790 in zahlreichen Ausgaben verbreiteten Schrift des Theosophen Karl von Eckartshausen (1752-1803). – Laut der Titelseite „Geschrieben von mir Franz Schirulzky“ in sauberer Kurrentschrift, die Kapitelüberschriften kalligraphiert, die Initialen mit Punkten geziert, jede Seite in Rot mit feinen Doppellinien umrahmt. – Montiert sind als Frontispiz das in mehreren Ausgaben verwendete Kupfer „Samuel“ (bis zum Rand beschnitten) und als Kopfvignette am Beginn ein Kupfer in Punktiermanier, laut Beischrift eine Allegorie der Zufriedenheit. – Eine Ausgabe in Ofen ist weder bei Faivre verzeichnet noch über den Karlsruher Virtuellen Katalog nachweisbar. – Vorsatz mit hs. Eintrag zu einem Todesfall 1848, etw. fleckig. – Dekorativ.


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„DAS VATER UNSER oder das Gebet des Herrn. Dargestellt in Scenen aus dem Leben eines Deutschen der neuesten Zeit“. Deutsche Handschrift auf Papier. Deutschland, um 1814. 4°. Mit kalligraphiertem Titel mit Rahmung in gouachierter Federzeichnung und 7 ganzseit. Gouachen. 8 einseitig beschriebene Bl. Flex. Kart. d. Zt. (leichte Altersspuren). (134) ** 300,-

Deckfarben. Hervorhebungen in Rot. 183 nn. Bl. 12 Zl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit zwei intakten Messingschließen und dreiseit. punzierten Goldschnitt (Kapitale unauffällig restauriert, Gelenke leicht brüchig, wenig beschabt und bestoßen). (152) *R 2.000,Reizvolles, reich illuminiertes liturgisches Buch im Taschenformat. Der Titel bedeutet: „Folge kirchlicher Gesänge und Sammlung für das ganze Jahr“ (das orthodoxe Kirchenjahr von September bis August). Die Anordnung der „Posledovanie“, die zu den „Akoluthia“ (d. i. officia), also den einzelnen Stücken des orthodoxen Gottesdienstes gehören, folgt dem Jahreskreis, der mit September eröffnet wird. Der Schrift nach zu urteilen ist die Handschrift wohl im ostslawischen Raum (Rußland) entstanden. – Stellenw. etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

Wohl die Vorlage für das 1814 in Stuttgart bei Ebner unter dem gleichen Titel erschienene Kinderbuch (Düsterdick 7971), dessen Verfasser im Druck mit den Initialen „C. H.“ erscheint. – Im Geist pietistischer Exempelliteratur wird eine vorgeblich wahre Geschichte über die Familie des „Landmannes Moritz Walter“ erzählt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig fliehen Vater und Sohn nach der Ermordung der Mutter aus ihrem nahe Leipzig gelegenen Heimatort Borsdorf, sind Hungersqualen, aber auch der Versuchung der Beraubung eines Juden ausgesetzt und kehren schließlich in ihre Heimat zurück, wo sie einen vergrabenen Schatz finden. – Der kalligraphierte Beginn des Titels ist von einem in Feder gezeichneten, teils farbig gouachiertem Rahmen mit Blütenzweigen und betenden Händen umgeben, sieben detailreich und naiv gezeichnete Gouachen illustrieren die Geschichte und sind zugleich durch die Beischrift jeweils auf eine Bitte des Vatersunsers bezogen. Der Text ist in sehr sauberer Kurrentschrift ohne jegliche Korrekturen abgefaßt. – Das letzte Blatt seitlich knapp beschnitten (kleiner Textverlust an den Zeilenenden), fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

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APHORISMEN – AUSZUG aus Zimmermanns Einsamkeit. – Auszug aus Campe's Rathgeber. – Merkwürdige Lebensregeln aus Chesterfields Briefen an seinen Sohn. Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. Um 1820. Ca. 21 x 16,5 cm. 34 Bl. Hlwd. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (16) 60,-

Charming, richly illuminated liturgical book in pocket format. The title means: „Series of church carols and collection for the whole year“ (the orthodox church year from September to August). The arrangement of the „Posledovanie“ belonging to the „Akoluthia“ ( i. e. officia), that means the various pieces of the orthodox service, follows the liturgical year starting in September. After the handwriting the manuscript originates probably from the East Slavic region (Russia). – A little browned and soiled here and there. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards with 2 intact metal clasps and three-sided punched gilt edge (turn-ins restored in a skilful way, joints slightly cracked, hardly scratched and scuffed) in modern calf case (slightly rubbed). – See illustration.

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„SCHREIBE-BUCH für Wilhelmine Drom(m)sdorfin“. Deutsche Handschrift auf Papier. Darmststädt 1823-24. 4°. 80 Bl. Beschäd. Hldr. d. Zt. (97) 150,Rechtschreibübungen einer höheren Tochter in Kurrentschrift und dem „lateinischen Alphabet“; neben der Aufzeichnung wichtiger Rechtschreibregeln bestand die Übung hauptsächlich in der wiederholten Niederschrift von Sprichwörtern und Sinnsprüchen und Erklärungen dazu; schließlich gehörte dazu noch das Schreiben einer „Quittung über bezahlte Schuld“ und einer „Obligation“. – Das letzte Blatt zur Hälfte abgeschnitten, gering fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegend ein „Zinßbüchlein für Konrad Schäfer zu der Hausverwaltung zu Uttrichshausen“.

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„POSLEDOVANIE cerkovnago penija i vseletnago sobranija.“ Kirchenslawische Handschrift auf Papier. Rußland? dat. 1834. 16° (8 x 5,3 cm). Mit Titelseite in Deckfarben vor Goldgrund und Goldschrift, gemaltem Exlibris mit Datum „1834“ in Rocaillekartusche und zahlr. Kopfstücken, Vign. und Initialen in goldgehöhten

STEIERMARK – ADELSBEWEIS – Deutsche Handschrift auf Papier. Graz, um 1840-60. 4°. Mit gefalt. doppelblattgr. gestoch. Stammbaum mit hs. Eintragungen. 129 num. Bl. (davon ca. 30 weiß), ca. 40 weiße Bl. am Ende eingebunden. Leicht läd. Hldr. d. Zt. (100) ** 100,Genealogische Belege ab der Mitte des 17. Jahrhunderts als Nachweis der adeligen Abstammung der steiermärkischen Familie Groß, von verschiedenen Händen auf verschiedenen Papieren zusammengetragen und nachträglich in dem Band vereint. – Enthalten sind Auszüge von Dokumenten aus Limberg, Ortenhofen, Lanzenburg, Graz, einer Meßstiftung an das Kapuzinerkloster Schwamberg usw., einschließlich der Bestätigung des Wappenbriefs von 1562 für Hans Ernst von Ortenhofen. Die Dringlichkeit des Anliegens geht aus zwei in Abschrift enthaltenen Briefen der Schwestern Groß hervor, die darüber berichten, daß ihr Großvater durch die Heirat mit einer Schäferstochter das vom Vater in französischen Diensten erworbene Adelsprivileg verloren habe und nun den Nachkommen die Offizierslaufbahn verwehrt sei. – Der Stammbaum unten eingefaltet und mit Einriß am Falz, leicht fleckig.

Eindrucksvolle Zusammenstellung aus drei klassischen Werken der Aufklärung, in sauberer Kurrentschrift geschrieben. Zimmermann ist mit 92, Campe mit 60 und Chesterfield mit 80 Auszügen vertreten. – Tls. fleckig.

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SCHULZEIT – BÜCHLEIN mit Aufsätzen über Ausflüge und kleine Reisen. Deutsche Handschrift auf Papier. 1890-97. 8°. Ca. 80 einseitig beschriebene Bl. (am Ende einige weiße). Hldr. d. Zt. mit mod. Titelschildchen (etw. beschabt und bestoßen). (22) 80,In sauberer Kurrentschrift aufgeschriebene kindliche Erzählungen über kleine Reisen (Regensburg, Thüringen, Tirol, Achensee, Schweiz), jeweils zum Geburtstag oder zu Weihnachten dem „lieben Vater“ verehrt. – Sauber. – Beiliegend ein sauber geführtes „Reinheft“ in Kurrentschrift aus den Jahren 1873/74.


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Urkunden und Autographen

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ADELSPROBE – ENZENBERG – „KURZER BEWEISS“. Adelsprobe für die Aufnahme von Julius Caesar, Freiherrn von Enzensberg, in den Deutschen Orden. Deutsche und lateinische Handschrift auf Papier. Tirol, kurz vor 1778. Fol. Mit einigen Wappen in Federzeichnung (davon eines ganzseitig). 57 Bl. (2 weiße Bl. zwischengebunden). Leicht läd. Pp. d. Zt. (74) 600,Saubere Abschriften von Belegen für die 16 ritterlichen Ahnen von Julius Caesar, Freiherrn von Enzenberg zum Freien- und Jöchelsthurn, als Antragsgesuch für die Auf-

nahme in den Deutschen Orden. Eingebunden ist am Ende die Bestätigung der Übersendung an die Deutschordensregierung in Mergentheim durch den Sekretär der Kanzlei in Meggenstein bei Bozen, datiert 7. 4. 1778, mit Siegel. – Enthalten sind u. a. Auszüge aus Taufbüchern und Abschriften eines Stammbaums sowie des Wappenbriefs anläßlich der Erhebung in den Freiherrenstand von 1671 mit ganzseitiger Federzeichnung des Wappens. – Vorderes Gelenk gebrochen, minimal fleckig. – Beiliegend eine Pergamenteinbanddecke mit montiertem Deckelschild aus Papier, dessen barocke Beschriftung sich auf eine Erbteilung des Geschlechts der Freiherrn von Enzenberg bezieht. – Siehe Abbildung.


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Urkunden und Autographen

Mit Eintrag von Johann Gottlieb Fichte 19

ALBUM AMICORUM – FREUNDSCHAFTSALBUM des Pfarrers Johann Christian Nippold mit 34 Einträgen aus Liebenstein, Salzungen, Meiningen, Altenstein, Langula, Schweina u. a., 1790-98. Qu.-8°. Mit kleiner aquarellierter Zeichnung und 3 kleinen Porträt-Silhouetten. 31 Bl. (und zahlr. weiße). – Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Vg. (etw. lädiert). (86) 1.500,Thüringisches Gelehrtenstammbuch, dessen Besitzer, Johann Christian Nippold (1766-1829), Pfarrer in Langula war. Nippold hielt Predigten, die große Beachtung fanden und daher auch im Druck erschienen sind. Offenbar pflegte er einige Kontakte zu Gelehrten und Dichtern seiner Zeit. Mit Friedrich Mosengeil, durch dessen Eintrag sich die Identität des Stammbucheigners aufklären läßt, muß er in recht engem Freundschaftsverhältnis gestanden haben, und sogar den großen Philosophen Johann Gottlieb Fichte konnte er für einen Eintrag gewinnen. Dieser schrieb sich unter dem Motto „Liebe zu den Wißenschaften läßt in der tiefsten Einsamkeit uns nicht einsam“ am 28. Mai 1793 im Kurort Liebenstein in das Stammbuch ein. Direkt gegenüber der Beitrag von Friedrich Gottlieb von Busse (1756-1835), dem großen Mathematiker und Professor am Philanthrophin in Dessau.

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ADELSPROBE – REDING VON BIBEREGG – Zwei gemalte Stammbäume der Freiherrn Reding von Biberegg. Deckfarben auf Pergament. Einer am unteren Rand bezeichnet „F. H. Stoll pict. genealog. jurale. pinx.“, nicht dat. (Bamberg, um 1790). Je ca. 40 x 63 cm. (100) ** 200,Die Stammbäume zweier Geschwister aus dem Haus Reding von (zu) Biberegg, Werke des Bamberger Malers Franz Stoll (ca. 1739-1813), eines Spezialisten für Stammbäume. Beide Kinder waren Kinder des fürstlich-bambergischen Kämmerers Arnold Michael Freiherr Reding zu Biberegg (gestorben 1795), Adam Friedrich (geboren nach 1760), der Nachfolger im Amt seines Vaters, und Franziska Wallburgis, verheiratete Freifrau von Künsberg. In beiden Fällen reicht die Adelsprobe bis in die vierte Generation zurück bis zu den Ururgroßeltern, ist also eine Sechzehnerprobe, wie sie im späten 18. Jahrhundert für Adelsproben gewöhnlich verpflichtend gewesen ist. – Unter Glas gerahmt. – Faltspuren, geringe Farbabplatzungen, stellenw. etw. gebräunt und fleckig.

Mit seinem über zwei Seiten reichenden „Quodlibet zum freundschaftlichen Andenken“ hat der Schriftsteller, Dichter und Kurzschrift-Erfinder Friedrich Mosengeil (1773-1839) einen der umfangreichsten Beiträge zu diesem Stammbuch verfaßt. Aus diesen Zeilen geht hervor, daß ihn und den Eigner die Liebe zur Dichtung, Philologie und Philosophie verband. Hierin wird auch Fichte erwähnt: „Wenn, wie ein Fichte klug, der Meister mit der Nadel / von der Kritik der Offenbarung redet ...“ Mosengeil hielt sich immer wieder in Bad Liebenstein auf, er hat 1815 sogar einen Führer des Kurorts veröffentlicht. Möglicherweise hat er Nippold die Bekanntschaft mit Fichte vermittelt. Ein Eintrag des Jahres 1795 aus Barchfeld, signiert „Heusinger“, stammt wohl von dem bedeutenden Philosophen Johann Heinrich Gottlieb Heusinger (1766-1837), der sich in diesem Jahr als Dozent in Jena habilitiert hatte. Ferner sind zu erwähnen Johann Christian Hoerning (1725-1802), Pfarrer zu Schweina bei Liebenstein und Verfasser mehrerer Werke (darunter „Nichts von ohngefähr“), Philipp Friedrich Welker, herzoglich SachsenGothaischer Archivar, der sich 1791, ein Jahr vor seinem Tod, eingetragen hat, Johann Heinrich Gottlieb Hermann, Verfasser der 1797 erschienenen Abhandlung „Ueber Holzgerechtigkeiten“, Johann Heinrich Gottlieb Gerlach, Rat und Regierungssekretär zu Gotha, sowie der Regierungssekretär Heinrich Molwitz. Mit Widmungen sind auch einige Berufskolllegen des Eigners vertreten, darunter mit einem Gedicht von Gellert der Pfarrer Georg Wilhelm Mosengeil, wohl ein naher Verwandter Friedrich Mosengeils, dann Georg Christoph Heim, Pfarrer in Gumpelstadt, Johann Georg Sachs, Superintendent von Wasungen, sowie einige „Kandidaten der Gottesgelehrtheit“. Die drei kleinen Porträt-Silhouetten stammen von einer der Familie der Herren von Liebenstein angehörenden Dame I. W. A. von Fischern. – Innengelenke gebrochen, späterer Besitzvermerk auf dem vorderen Vorsatz, etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.


Urkunden und Autographen

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Nr. 19

Thuringian scholar album whose owner, Johann Christian Nippold (1766-1829) was pastor at Langula. Nippold held sermons that attracted a lot of attention and were therefore also published. He obviously cultivated contacts with scholars and poets of his time. He had a close relation of friendship with Friedrich Mosengeil whose entry in the album of the owner reveals the identity of the latter. Even the great philosopher Johann Gottlieb Fichte signed in the album on May 28, 1793 at the health resort of Liebenstein under the motto: „Affection for the sciences helps us not to be lonely in the deepest solitude“. Right opposite the contribution by Friedrich Gottlieb von Busse (1756-1835), the great mathematician and professor at the Philanthropin at Dessau. – Inner joints broken, later ownership entry on upper endpaper, a little soiled and browned. – With small watercoloured drawing and 3 small portrait silhouettes. 31 leaves (and numerous blank ones). – Contemporary marbled calf with gilt (somewhat damaged). – See illustration.

Mit Zeichnung von Caspar David Friedrich 20

– „DER FREUNDSCHAFT GEWEIHT“. Stammbuch des Pastors Adolph Wilhelm Picht aus Gingst auf Rügen mit ca. 180 Einträgen aus Jena, Erlangen, Greifswald, Berlin, Gingst, Mönchgut u. a., dat. 1792-1806. Qu.-8°. Mit 5 Miniaturen in Deck- und Aquarellfarben, 6 Federzeichnungen, 3 Stickbildern, 25 Portr.-Silhouetten und einer Seite Notentext. 166 Bl. (tls. paginiert). Marmoriertes Kalbsldr. d. Zt. mit reicher Deckel- und Rückenvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (etw. beschabt und bestoßen). (86) 12.000,-

Kultur- und kunsthistorisch hochbedeutendes Freundschaftsalbum aus den Studienjahren von Adolph Wilhelm Picht (geboren in Gingst auf Rügen am 13. April 1773, gestorben 1857), der in Greifswald und Jena Theologie studiert hat und ab 1809 Pastor in Gingst gewesen ist. Das Album hat er 1792 am Anfang seiner Studien in Greifswald begonnen. Aus dieser Zeit stammt ein kleinerer Teil der Einträge, hauptsächlich aus dem familiären Umkreis, dazu Bekannte, Freunde und Kommilitonen an der Greifswalder Universität – unter ihnen Ernst Moritz Arndt, aber auch der Maler Caspar David Friedrich, der zu dieser Zeit Schüler an der dortigen Akademie gewesen ist. Picht hatte neben seinem Theologiestudium ebenfalls Zeichenunterricht bei Johann Gottfried Quistorp, Friedrichs erstem Zeichenlehrer, genommen. In Jena hielt sich Picht ab 1793 auf und studierte an der dortigen Universität Theologie, vielleicht auch andere Disziplinen. Von dort stammen die meisten Einträge des Albums – etwa 120 –, darunter nicht wenige von bekannten oder später berühmt gewordenen Persönlichkeiten neben Theologen auch Mediziner, Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Philosophen. Im Jahr 1797 ist Picht an die Ostsee zurückgekehrt und wirkte in Gingst als Diakon. Das Album hat er noch bis 1806 weitergeführt, wohl dem Jahr seiner Heirat. Im Folgejahr kam sein Sohn zur Welt, Ferdinand Picht, ein bedeutender Mediziner und erster Leiter der Stralsunder Irrenanstalt. Die Picht gehörten über mehrere Generationen zu den bedeutendsten Familien von Gingst auf Rügen. Mehrere Mitglieder bekleideten das dortige Pfarramt. Ein vielfältiges Interesse an der Naturwissenschaft, Philosophie und Kunst scheint in der Familie gelegen zu haben. Pichts Vater war der Präpositus von Gingst, Johann Gottlieb Picht (1736-1810), eine der bedeutendsten Rügener Persönlichkeiten dieser Zeit (vergl. dazu: Sandra Pixberg, Das Gute eifrig lieben. Johann Gottlieb Picht – Eine Biographie, Bergen auf Rügen 2007; zum Sohn Adolph Wilhelm siehe Seite 101f.).


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Der prominenteste Beitrag in diesem Album stammt von Caspar David Friedrich, bestehend aus einer kurzen Widmung „Andenken von Caspar Friederich. /aus Greifswald. 1793“ sowie einer eingeklebten Landschaftsminiatur (8,2 x 11,1 cm) mit der eigenhändigen Überschrift: „Ein vom Wasser zu einer Brücke unterhölter Fels, unweit Rüti. Cant: Zürich.“ Diese Miniatur ist eines der äußerst seltenen künstlerischen Zeugnisse aus der frühesten Lehrzeit, als Friedrich sich bei Johann Gottfried Quistorp (1755-1835) an der Greifswalder Akademie in Ausbildung befand. Quistorp, der eine Kunstsammlung besaß, pflegte seinen Schülern Kupferstiche und Radierungen zum Abzeichnen vorzulegen. Vielleicht stammte auch die Vorlage für Friedrichs kleine Gouache aus der Quistorpschen Sammlung. Es handelt sich dabei um eine Radierung von Salomon Gessner nach Johann Heinrich Wüest (1741-1821). Bei der Übersetzung der Radierung in eine Farbkomposition folgte Friedrich der Vorlage mit kleinen Freiheiten weitgehend getreu (nur zwei statt drei Tiere auf der Brücke, eine etwas andere Felsformation in den Stromschnellen und Änderungen am Geäst von Sträuchern und Bäumen); auch die Betitelung hat er nur leicht verändert übernommen. In der Ausführung zeigen sich handwerkliches Geschick und künstlerische Begabung, allerdings im Rahmen dessen, was man von besseren Stammbuchminiaturen dieser Zeit gemeinhin erwarten kann – eine Gefälligkeitsarbeit für einen Freund, in der sich das spätere Malergenie noch kaum verrät. Andererseits ist dieses kleine Bild ein sehr rares Zeugnis im Frühwerk Friedrichs, als dieser noch unter der Ägide seines Zeichenlehrers stand und sich eng an Vorbildern zu orientieren hatte, die ihm vorgegeben wurden. Die der Miniatur zugrundeliegende Radierung verweist indessen schon auf Friedrichs späteres Metier, die romantische Landschaft, und selbst das künftige Leitmotiv des einsamen, verloren wirkenden Menschen (hier ein Hirte auf der vom Wasser geschaffenen „Naturbrücke“) inmitten der Naturgewalten klingt bereits an. Der Inventor der Vorlage, Johann Heinrich Wüest, zählt zum Kreis jener Schweizer Maler, die als Protoromantiker die Landschaftsauffassung der deutschen Frühromantik mit vorbereitet haben. Die vorliegende Miniatur ist mithin ein konkretes Zeugnis für die Rezeption dieser Schweizer Protoromantiker durch die nachfolgende Künstlergeneration, was nicht zuletzt über druckgraphische Blätter erfolgte. Sicherlich hatte Friedrich zumindest das Vorbild für seine Miniatur selbst unter den möglichen Vorlagen ausgewählt. Die Auswahl ist bezeichnend, in ihr liegt die eigentliche Bedeutung der Darstellung. Als Stammbucheinträger hat Friedrich gelegentlich Miniaturen in mehr oder weniger konventioneller Art gemalt, so etwa eine kleine Rose auf einem einzelnen Blatt in der Sammlung Levien in Greifswald. Interessanterweise findet sich in unserem Stammbuch noch eine weitere Arbeit nach Gessner, eine Federzeichnung (junger Satyr mit Vase, eine Nachahmung einer Radierung einschließlich des Plattenrands), die Picht ein Studienkollege aus Jena mit Namen Fabricius 1795 in das Stammbuch eingeklebt hat. Friedrich und der Stammbucheigner sind zur selben Zeit Schüler von Johann Gottfried Quistorp gewesen. Dies erweist der hier gleichfalls vorhandene Eintrag Quistorps mit der Widmung: „erinnern Sie sich zuweilen an Ihren ergebensten Freund und Lehrer ... der zeichnenden Künste auf der Acad. zu Greifswald“, datiert 20. 2. 1793. Was schon marginal in der Forschung vermutet wurde, daß Friedrich zur Familie Picht in Kontakt stand, kann hiermit bestätigt werden (vergleiche Klaus Jan Philipp, Um 1800, Stuttgart und London 1997, S. 166f., und Anmerkung 1391, über Architekturentwürfe des Predigers Johann Gottlieb Picht und Caspar David Fried-

richs). Neben dem Beitrag von Friedrich findet sich noch eine zweite Deckfarbenminiatur eines bekannten Malers dieser Zeit in diesem Stammbuch, die Darstellung eines Waldes mit Bach von Jakob Wilhelm Roux (1771-1830), datiert 1795. Eine weitere Miniatur, die den Fuchsturm bei Jena zeigt, ahmt durch fingierte Stechersignaturen eine Graphikvorlage nach. Die Titelminiatur zeugt indessen von der künstlerischen Begabung des Stammbucheigners selbst. Es handelt sich um eine Ruine mit Inschrift, datiert 1792. In seiner Greifswalder Studienzeit hat Picht noch eine andere Persönlichkeit von herausragender Prominenz kennengelernt: Ernst Moritz Arndt, der wie er von Rügen stammte und zunächst in Greifswald, dann in Jena Theologie studierte. Arndts Eintrag, mit einem Schattenriß versehen, trägt das Datum Jena, 29. April 1793. In Jena kommen zahlreiche weitere Bekanntschaften mit prominenten bzw. später Prominenz erlangten Persönlichkeiten hinzu, darunter: Heinrich Eberhard Gottlob Paulus (1761-1851), evangelischer Theologe, Professor in Jena, mit zwei Einträgen – Samuel Gottlieb Lange (1767-1825), Philosoph und Theologe, mit zwei Einträgen – Karl Asmund Rudolphi (1771-1832), Naturforscher, Botaniker und Zoologe – Johann Ernst Parow (1771-1836), Theologe und Hochschullehrer, später Rektor der Universität in Greifswald – Justus Sprenger (1771-1826), Apotheker in Jever, bekannt durch seine 1801/02 durchgeführten Versuche zur elektrischen Heilbehandlung von Gehörlosen; ein Eintrag mit eingeklebten und beschrifteten Pflanzenteilen, gesammelt auf einer Fußreise von Erlangen nach Jena – Gerhard Anton Gramberg (1744-1818), Mediziner aus Oldenburg – Leonhard Wächter (unter Pseudonym Veit Weber, 1762-1837), Schriftsteller und Historiker – Ludwig Heinrich Scholtz (1774-1854), Schriftsteller – Johann Hagemeister (1762-1806), Dichter, Publizist und Lehrer – Heinrich Andreas Poersch (1768-1829), Hofbaumeister in Gotha – Verleger Steiner aus Winterthur (Berlin 1793) – Samuel Gottfried Borsche (1767-1821), preußischer Staatsrat – Hans Detlef von Hammerstein (1768-1826), oldenburgischer Regierungspräsident – Adam Gerhard Johann Conradi (1768-1830), Geistlicher und Ornithologe (Jena 1795) – Christian Joachim Hoffmann (1773-1848), Pastor in Burow; ferner der Stadt- und Landphysikus Welge in Goslar, die Theologen Christian August Valentiner, Lorenz Stenzler, Pastor in Garz auf Rügen, der Gingster Pastor Göbel, Friedrich Hermann Trittelwitz, Pastor in Schlatkow, Pommern, Ernst Gruner, Rechtshistoriker aus Coburg, der Jenaer Medizinstudent Georg Friedrich Hallungius, ein Verfechter der Ideale der Französischen Revolution, der später auf französischer Seite gefallen ist, sowie einige Mitglieder der Familie Blessingh aus Mönchgut (Rügen), darunter einer mit einer dekorativen Darstellung Rügener Fischer mit ihren Netzen. Aus der Familie des Eigners haben sich sein Vater Johann Gottlieb Picht (mit laviertem Porträt eines jungen Mannes, vielleicht des Stammbucheigners, im Oval, spiegelverkehrt signiert „Picht“) und seine Schwester Charlotte Picht verewigt. Am Anfang des Stammbuchs hat der Eigner selbst einen Eintrag mit dem Schattenriß seines Freundes Carl Ludwig Pistorius, sein „Stubengenosse, 3 1/2 Jahre in Greifswald und Jena“, angefertigt. Diesen habe ihm ein „ungünstiges Schicksal in der Mitte des letzten Halbjahres von der Seite gerissen“, doch hoffe er auf ein Wiedersehen „am Ufer der Ostsee“. Pistorius war nach Studentenunruhen im Juli 1795 von der Universität Jena verwiesen worden (vgl. die in Jena 1795 erschienene Publikation „Wahrhafte und Actenmäßige Geschichts-Erzählung der von den Studenten zu Jena am 27. May, auch 19. und 20. Julii 1795 ausgeübten Unfertigkeiten deren Untersuchung und


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Bestrafung“, mit Nennung von Pistorius unter den „mit Relegation belegten“ Studenten auf Seite 18. Auch weitere der Stammbucheinträger waren damals von der Universität verwiesenen worden. Viele der Einträge sind im Geschmack der Zeit mit montierten Schattenriß-Porträts in schwarzem Papier versehen. Die Miniaturen scheinen wie diejenige von Friedrich meist nach druckgraphischen Vorlagen eingemalt zu sein oder ahmen solche nach, eine davon wohl nach einem Stich von Chodowiecki. Ein Rundbild zeigt Benjamin Franklin. Bemerkenswert auch eine Landschaft mit Burg in Grisaille. Die dekorativen Stickbilder stammen von Frauen, ebenso eine sechszehntaktige Liedkomposition unter dem Titel "Trennung". Zur Pagination: Eine alte Seitenzählung reicht von 3 (1 und 2 = Vorsatz) bis 343, in der Folge fehlen die Seiten 96 und 97 und 163-66 (hier wohl Blätter entfernt). Die letzten Blätter, unter anderem mit einem nicht alle Einträger erfassenden Register am Ende, sind nicht gezählt. – Auf Papier der Mühle “Wunnerlich“, das auch Hegel in seiner Jenaer Zeit verwendet hat. – Innengelenke ein wenig brüchig; leicht gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden. – Siehe Abbildungen Seite 7 und 11. Family album of pastor Adolph Wilhelm Picht from Gingst on Rügen with ca. 180 entries from Jena, Erlangen, Greifswald, Berlin, Gingst, Mönchgut etc. dated 1792-1806. With 5 miniatures in gouache and water colours, 6 pen and ink drawings, 3 embroidery pictures, 25 portrait silhouettes and one page musical text. 166 leaves (partly paginated). Contemporary marbled calf richly gilt on sides and gilt back as well as threesided gilt edge (a little scratched and scuffed). Friendship album of Adolph Wilhelm Picht (born at Gingst on Rügen on 13th of April 1773, deceased 1857) from his academic years, highly important with regard to art and cultural his-

tory. Adolph Wilhelm Picht studied theology at Greifswald and Jena and became pastor at Gingst in 1809. He started the album in 1792 at the beginning of his studies at Greifswald. A small part of the entries goes back to this period, among them Ernst Moritz Arndt, but also the painter Caspar David Friedrich who at that time was a student at the local academy. Picht resided at Jena as from 1793 and studied theology at the university there, perhaps also other disciplines. Most of the album entries are from there, among them many of known personalities – apart from theologians also physicians, natural scientists, writers and philosophers. In the year 1797 Picht returned to the Baltic Sea and worked as deacon at Gingst. He continued the album up to 1806, probably the year of his marriage. The most prominent contribution in this album is by Caspar David Friedrich, with dedication and a glued-in landscape miniature. This picture is one of extremely rare artistic testimonies from the earliest apprenticeship during Friedrich’s academic education with Johann Gottfried Quistorp (1755-1835) at the Greifswald university. Friedrich and the owner of the family album were students of Quistorp at the same time. This fact is confirmed by Quistorp’s dedicatory entry in the album. Besides Friedrich’s contribution we have in this family album a second gouache miniature made by a familiar painter of this time, the illustration of a forest with a creek by Jakob Wilhelm Roux (1771-1830), dated 1795. During his Greifswald years of study Picht has met another prominent personality: Ernst Moritz Arndt, like himself from Rügen, studying first at Greifswald and then theology at Jena. Arndt’s entry, with a silhouette, bears the date Jena, April 29, 1793. Many of these entries are made in the taste of the time with mounted silhouette portrait in black paper. Among the miniatures also a round picture with the portrait of Benjamin Franklin. Re. pagination: An old page counting goes from 3 (1 and 2 = endpaper) to 343, pages 96, 97 and 163-66 are missing (here probably leaves removed). The last leaves, a. o. with a


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wöhnlich begabten Dilettanten schließen, der die Stilrichtungen der Zeit, Klassizismus, Frühromantik und Biedermeier, im Repertoire hatte. Eine der Miniaturen ist von Lang signiert, ebenso die gedruckte Widmung am Anfang. Das Stammbuch war lediglich zu Beginn des Jahres 1823 in Gebrauch. Der eine der beiden eingetragenen Freunde, ein Joseph Schmid aus Wien, muß ein Philologe gewesen sein, denn sein doppelseitiger Beitrag enthält Sinnsprüche in italienischer, griechischer, französischer, lateinischer, spanischer und deutscher Sprache. Der zweite der Beiträger, ein Franz Preslich, gibt sich wesentlich bescheidener. Daß der Eigner das aufwendig angelegte Stammbuch nicht weitergeführt hat, erscheint rätselhaft. Vielleicht ist er im Frühjahr 1823 verstorben. – Leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

register at the end not including all contributors, are not counted. – On paper of the “Wunnerlich” mill, also used by Hegel at his time at Jena. – Inner joints a little brittle; slightly browned and soiled. – Decorative binding. – See illustrations on page 7 and 11.

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– „STAMMBUCH. Erinnerung an edle Freunde.“ Stammbuch eines Karl (Charles) Lang aus Wien mit 2 Einträgen aus Wien. Dat. Wien, Januar und Februar 1823. Qu.-8°. Mit 14 (10 ganzseit.) Deckfarbenminiaturen und 6 gedruckten Stammbuchsprüchen. 17 Bl. (und zahlr. weiße). Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (56) 400,So edel die Freunde, so rar und erlesen waren sie offenbar: Ein Stammbuch mit reicher, beachtlich qualitätvoller Miniaturenausstattung und, als besonders seltenem Luxus, typographisch gesetzten Sinnsprüchen – doch fast ohne Einträge. Der Eigner selbst hat es im Januar 1823 begonnen, und von seiner Hand dürften auch die meisten Miniaturen stammen, insbesondere die ganzseitigen, mit reizvollen Ansichten von Landschaften, Städten, Denkmälern, Grabmälern und antiken Ruinen, dazu einem gedruckten Titel, der von Genien im Himmelsgewölk eingefaßt wird. Die Gouachen lassen auf einen ausgebildeten Maler, zumindest aber einen außerge-

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AUGSBURG – SAMMLUNG – 23 Urkunden, Briefe und Rechnungen. 1667-1934. Verschied. Formate. – Gebrauchsspuren. (83) *R 200,U. a. ein Abtsbrief von 1667 mit papiergedecktem Siegel, eine Stiftungs-und Testamentsurkunde des Augsburger Bürgers und Kaufmanns Wolfgang Ludwig Kramer (deutsche Handschrift auf Pergament mit angehängtem Wachssiegel in Hartholzkapsel) und amtliche Schreiben, Ernennungsurkunden und Rechnungen neuerer Zeit mit tls. historisch bemerkenswert illustrierten Briefköpfen.


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AURIAC, E., Schriftsteller (1815-1891). E. Brief und e. Postkarte, jeweils mit U. Dat. Paris, 21. 10. 1874 und 23. 7. 1873. 2 1/2 und 1 S. Doppelbl. (Brief), Postkarte e. adressiert. (92) ** 80,An den Bibliographen Afred Dantès (1829-1891), den Verfasser des „Dictionnaire biographique et bibliographique“, der 1875 in Paris erschienen ist. Die Karte mit einer Terminvereinbarung. Der Brief berichtet ausführlich vom Tod des mit beiden befreundeten Schriftstellers und Altphilologen Théophile Baudement (1808-1874) sowie der vorangegangen Krankheit. Baudement ist demnach am 17. Oktober des Jahres an Magenkrebs verstorben. In beiden Schreiben wird auch der mit allen dreien befreundete Dichter, Kritiker, Bibliothekar und Theaterdirektor Éduard Thierry (1813-1894) erwähnt. – Leichte Faltspuren, gering gebräunt und fleckig.

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An einen befreundeten Redakteur des „Écho de Paris“, dem er die Fortsetzung seines „cours“ (wohl eine öffentliche Vortragsreihe) zum Thema „Structures des atomes, radioactivité, transmutations“ zwecks Ankündigung in der Zeitung mitteilt. – Papier mit gedrucktem Briefkopf des „Laboratoire de Physique“ am „Muséum National d'Histoire naturelle“, 57, Rue Cuvier, in Paris. – Geringe Knickspuren, kaum gebräunt, Verso vereinzelt fleckig.

„Ich war immer ein labiler, seelisch dyspeptischer Typ“ 29

AUTOGRAMMKARTEN – ALBUM mit 48 Autogrammkarten von Filmstars. Ca. 1950-60. Kunstldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (16) 80,-

BECQUEREL, A. C., Physiker (1788-1878). E. Brief mit U. Nicht dat. 3/4 S. – Doppelblatt. (108) ** 300,An einen Monsieur, dem er in Einhaltung eines Versprechens „quelques fruits du cru“ übersendet, damit dieser sich selbst ein Urteil von ihrer Qualität machen könne. Er solle allerdings nachsichtig sein, da man 30 Meilen von Paris nicht so leicht Früchte der Tropen und der „Zones intertropicales“ bekäme. – Geringe Knickspuren, etw. fleckig und gebräunt.

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BECQUEREL, A. E., Physiker (1820-1891). E. Brief mit U. Dat. (Paris), 18. 8. 1855. Eine Seite. – Doppelblatt mit blindgeprägtem Monogramm links oben. (108) ** 300,An einen Monsieur, den um den Gefallen bittet, einen Assistenten (Préparateur) namens Monsieur Charnoux am Muséum National d'Histoire Naturelle bei der Beschaffung benötigter Gegenstände zu unterstützen. – Geringe Knickspuren, etw. fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– E. Brief mit U. Dat. Paris 11. 6. 1859. 1/2 S. – Doppelblatt. (108) ** 300,An einen nicht genannten „Monsieur“ als Antwort auf eine Anfrage nach einer bestimmten Ausgabe des „Bulletin de la Société française de Photographie“. Er habe die „Indication des numéros“ des Bulletins vergessen und verweist deshalb auf Monsieur (Martin) Laulerie von der „Société française de Photographie“ in der Rue Drouot Nr. 11. – Rückseitig geringe Siegelreste und kleiner Siegelausriß, minimal gebräunt.

BENN, G., Schriftsteller (1886-1956). E. Brief mit U. Dat. Berlin, 8. 4. 1956. 17,8 x 14 cm. 2 S. (86) 1.500,Wenige Monate vor seinem Tod (7. 7. 1956), als Benn infolge einer Knochenkrebserkrankung bereits an heftigen Schmerzen litt, bedankt er sich bei der befreundeten Berliner Ärztin Magdalene Krause (1904-1990): „Hochverehrte Kollegin, es war sehr gütig von Ihnen, mir ein schönes Pulver zu senden, ich nehme es eifrig ein, besonders, weil es auch gegen Depressionen helfen soll, die immer da sind und denen man schwer aus dem Wege gehn kann. Das Ekzem scheint etwas besser zu werden, aber heil ist es noch nicht. Der ganze Körper ist irritiert und aus der Ordnung, aber ich war immer ein labiler, seelisch dyspeptischer Typ. (Ohne innere Belastung macht man wohl auch keine Kunst, jedenfalls keine Lyrik). Meine Frau lässt Sie und Herrn K grüssen. Mit nochmaligem Dank, Ihr sehr ergebener Gottfried Benn“. – Auf dunkelblauem Papier. – Mit Adreßstempel. – Horizontale Faltspur. – Beiliegend der eigenhändig adressierte Briefumschlag (mit mont. Sondermarke der Deutschen Bundespost Berlin zur hundertsten Wiederkehr von Benns Geburtstag 1986).

Enthalten sind u. a. Photographien mit Autogrammen von Marianne Koch, Beppo Brem, Caterina Valente, Nadja Tiller, Walter Giller, Fred Bertelmann und Oskar Sima. – Block gebrochen. – Beilage.

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BECQUEREL, J., Physiker (1878-1953). E. Brief mit U. Dat. Paris, 11. 12. 1939. 1 S. (108) ** 200,-

Weltpolitische Lagebeurteilung 30

BÜLOW, B. VON, deutscher Reichskanzler (1849-1929). Masch. Brief mit e. U. Dat. Norderney, „Villa Edda“, 24. 8. 1912. 22,1 x 14,2 cm. 2 3/4 S. – Doppelblatt. (108) ** 300,Inhaltsreiches Schreiben aus seiner Zeit nach dem Rücktritt als Reichskanzler (1909) und vor dem Dienstantritt als Sonderbotschafter in Rom (1914), im Brief bereits indirekt erwähnt als Einladung in die Villa Malta. Nach belanglosen Plaudereien über das Wetter, Kuren in Marienbad und Bülows Aufenthalt auf Norderney wechselt der Brief auf der zweiten Seite abrupt zur Einschätzung der politischen Lage: „Es wäre sehr erfreulich, wenn wir mit England zu einer Verständigung gelangen würden, die unseren berechtigten Ansprüchen in der Welt und dem nationalen Empfinden des deutschen Volkes entspräche. Zweifellos wird eine solche Wendung durch das Ausscheiden des Königs Eduard, die friedlichen Gesinnungen der englischen Liberalen und last but not least den im ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts ohne vorzeitigen Zusammenstoss mit England durchgeführten Ausbau unserer Flotte wesentlich erleichtert. Der Friedensschluss zwischen Italien und der Türkei scheint in der Tat bevorzustehen. Es muss sich zeigen, wie weit für Italien der Besitz von Tripolis die gemachten Anstrengungen


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und Aufwendungen lohnt.“ – Gerichtet an einen „verehrten Herrn Fleischer“, wohl den Wiesbadener Verleger und Herausgeber der „Deutschen Revue“, Richard Fleischer (1849-1937), der sich „in seiner politischen Wirksamkeit im Hintergrund hielt und versuchte, durch enge Beziehungen zu wichtigen deutschen und ausländischen Persönlichkeiten, die Außenpolitik des Reiches, besonders im Sinne einer deutsch-englischen Zusammenarbeit, zu beeinflussen. Frühzeitig erkannte er die Gefahr der Isolierung Deutschlands, eines Mehrfrontenkrieges“ (NDB V, 234). – Ränder mit Knickspuren; gering gebräunt.

in das sog. 'Freizeithaus' und schneide Linoleum. Da sitzen sie dann, Männlein und Weiblein. Malen auf und hinter Glas, machen Brandmalerei auf Holz, sind vergnügte eifrige Selbstversorger in Kitsch und Kümmel.“ – Daß Busch auch mit der Frau des Verlagsdirektors, Sieglinde Leonhardt, freundschaftlich verbunden war, zeigt ein Brief, der den ca. 130 Tuscheskizzen beiliegt, die er als Illustrationsvorlagen zu den „Tolldreisten Geschichten“ von Balzac schuf: „Liebe Sigi, nun wird es endlich Zeit, dass Du Dein Geburtstagsgeschenk bekommst. Es kommt zu spät, aber dafür ist es auch ein ganz schöner Brocken.“ – Enthalten sind weitere Graphiken, darunter nahezu 50 Entwürfe für Buchillustrationen, meist in Tusche, u. a. für „Appelschnut“ und wohl „Bel Ami“, 34 Radierungen (davon sieben mit Nachlaßstempel) und zahlreiche teils kolorierte Zeichnungen und signierte Skizzen. – Tls. gering gebräunt und stellenw. etw. knittrig. – Beiliegend „Die tolldreisten Geschichten“ von Balzac (München 1983) und „Die schöne Imperia und andere tolldrastische Geschichten“ (Heidenheim 1959), beide Werke mit einer Handzeichnung von Busch auf den Vorsätzen. – Vgl. auch in diesem Katalog die Nummern 648, 649, 738-47 und 1042-45. – Siehe Abbildungen Seite 6 und 14.

BUSCH – TEILNACHLASS des Illustrators Wilhelm M(artin) Busch (1908-1987). Ca. 200 Skizzen, Zeichnungen und graphische Blätter in verschied. Techniken, über 100 Seiten Korrespondenz sowie eine beschichtete Radierplatte. Ca. 1963-83. (69) 1.500,Reiche Korrespondenz mit Verlagen und zahlreiche, meist illustrierte Glückwunschkarten. Die Schreiben an den Direktor des Bertelsmann-Verlags und Chef des Leseringprogramms, Karl Ludwig Leonhardt (19222007), darunter ein elfseitiger illustrierter Brief, zeugen von einem freundschaftlichen Verhältnis zwischen Verleger und Künstler. So kann man in einem Brief lesen: „Lieber Karl-Ludwig, nun habe ich sie bald hinter mir, die Kur in Bad Wildungen, und freue mich schon auf meinen Arbeitsplatz in Blankenese. Ich habe mich hier nicht eine Sekunde gelangweilt. Ich gehe immer abends

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CHARLOTTE ELISABETH, genannt „LISELOTTE VON DER PFALZ“, Herzogin von Orléans (1652-1722). Französische Urkunde auf Pgt. mit e. U. Dat. Versailles, 15. 10. 1709. 34,8 x 50,6 cm. (92) ** 150,-


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Ernennung eines Salomon Le Clerc zum „Huissier de la chambre“. Am linken Rand ein Vermerk des Sekretärs Pertuis, datiert Versailles, 25. Juni 1710, über den Treueeid Le Clercs, den dieser „entre les mains de Madame la Duchesse de Brancas“ abgelegt hat (mit kleinem, teils abgeplatzten Wachssiegel). Liselotte von der Pfalz war die Schwägerin König Ludwigs XIV. Von kulturhistorischer Bedeutung ist vor allem ihr umfassender Briefwechsel, in dem sie das Leben am Versailler Hof detailreich und unverblümt schildert. – Mehrere Einrisse, kleine Wurmspuren im Rand, Ausriß an der rechten unteren Ecke, leicht fleckig.

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CUVIER, G. DE, Zoologe (1769-1832). Brief mit e. U. Dat. Paris, 2. 5. 1825. 4°. 1 S. – Doppelbl. mit rückseitiger Adresse und Siegel. (108) ** 150,Im Namen der Académie Royale des Sciences an Jean Girard (1770-1852), den Direktor der École Royale Vétérinaire von Alfort, als Dank für die Zusendung seines Werks „Notice sur la maladie qui règne épizootiquement sur les chevaux“, erschienen 1825 in Paris. – Auf Bütten „J Kool & Comp“ mit gedrucktem Briefkopf mit Personifikation der Gallia (weiblicher Kopf mit Helm im Profil). – Siegelausrisse, mehrere kleine Randeinrisse, leicht faltig, kaum gebräunt.

„Dachau bedeutet Saukälte“ 34

DILL, L., Maler (1848-1940). E. Postkarte mit U. Dat. Dachau, 10. 6. (19)33. 1 S. (62) 120,Scherzhafte Dankes- und Einladungskarte an den befreundeten Maler Hermann Groeber – offenbar war das Wetter im Juni des Jahres 1933 wenig sommerlich: „Das Wort 'Dachau' sei keltischen Ursprungs u. bedeutet 'Sau Kälte' ... Wenn durch Zufall einmal die Sonne scheinen sollte, so kommen Sie doch auf 1 Stündchen heraus – wir haben viel zu besprechen! Ich freue mich darauf, wieder in München ein Stück Ihrer großen Kunst zu finden!“ – Seitlich die Adresse: „Holzgartenstr. 3, nächst d. Moorbad“ (heute Ludwig-Dill-Straße). – Leichte Knickspuren, etw. farbfl. und gebräunt.

Vorbereitung des Anschlusses 35

EICHMANN, A., Obersturmbannführer (19061962). Masch. Aktenvermerk mit e. U. Dat. (Berlin), 15. 2. 1938. Fol. 1 1/4 S. (102) 1.800,Brisanter Aktenvermerk über eine Konferenz der für die Juden zuständigen Abteilung II/112 des SD-Hauptamtes, betreffend „Arbeitserweiterung“ (Vorgang: „Abteilungsleiterbesprechung bei II ll und Befehl II 112“). Der Vermerk umfaßt die Auflistung von fünf Punkten mit Vorschlägen „bezüglich der Durchführungsmöglichkeiten der neuen Aufgaben“, das sind die wichtigsten anstehenden Maßnahmen, die nach dem bevorstehenden Anschluß Österreichs durchzuführen seien, an erster Stelle das Sammeln von Informationen über die jüdische Bevölkerung und ihre Organisationen. Dazu sollten in Österreich erscheinende jüdische Zeitungen seit 1932 beschafft, Österreich betreffende Sachakten ausgegliedert, Angaben über „reichsdeutsche Emigranten“ in Österreich gesammelt und V-Männer bezüglich der „Beschaffung von Unterlagen über die jüdisch-politischen Organisationen in Österreich“ unterrichtet werden.

Nr. 36 Alles natürlich unter strengster Geheimhaltung: „Hier können auch die jüdisch-politischen Spitzenorganisationen in Berlin angehalten werden, Material zu liefern, jedoch muß dies in äußerst vorsichtiger Weise erfolgen. In diesem Falle müßten aus Tarnungsgründen von den jüdischen Organisationen in Berlin nicht nur Angaben über Österreich sondern auch darüber hinaus noch von ein bis zwei anderen Ländern verlangt werden.“ Natürlich sollte nach außen hin der Eindruck vermieden werden, man habe Österreich im Visier. Der letzte Punkt drängt zur Eile: man möge denjenigen benennen, der „künftig diese Arbeiten zu erledigen“ habe, „damit mit der direkten Bearbeitung sofort angefangen werden kann.“ – Ausgestellt drei Tage nach dem Berchtesgadener Abkommen vom 12. Februar 1938, mit dem der Anschluß Österreichs de facto besiegelt worden ist; er erfolgte dann bekanntlich am 12. März. Das Dokument erweist, wie Eichmann und die für das Vorgehen gegen die Juden zuständige SD-Abteilung unmittelbar nach der Unterzeichnung des Abkommens durch Österreichs Bundeskanzler Schuschnigg tätig geworden sind, während dieser noch hoffte, damit die Unabhängigkeit seines Landes wahren zu können. – Gestempelt und mit Registraturvermerken, Ränder etw. gebräunt, gelocht. Controversial memo on a conference of the division II/112 of the SD-Hauptamt resonsible for the Jews regarding „job enlargement“ (dossier: „department head meeting with II 11 and order II 112“). The note comprises the listing of five points with proposals „regarding the implementation possibilities of the new tasks“, these are the most important pending measures to be accomplished after the imminent Anschluss of Austria. – Stamped and with registry notes, margins a little browned, perforated.


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rierung von sämtlichem Schrifttum des verbotenen jüdischen Bnai-Brith-Ordens (UOBB) aus dessen ehemaligen Räumlichkeiten verfügt. – Eichmann hat zusammen mit seinem Vorgesetzten Hagen seinen Wirkungsort bald nach dem Anschluß Österreichs von Berlin nach Wien verlegt. In Wien wurde eine Zweigstelle der Berliner SDAbteilung eingerichtet, aus der im Herbst die Zentralstelle für jüdische Auswanderung hervorging. Die in dem vorliegenden Aktenvermerk aufgeführten sieben Maßnahmen waren zuvor mit Franz Alfred Six (1909-1975) vom Berliner SD-Hauptamt abgesprochen worden. Six hatte die Funktion eines Inlands-Chefs des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS. – Die zweite Unterschrift mit Stempel anläßlich der Kenntnisnahme des Schreibens durch Herbert Hagen (1913-1999), den Vorgesetzten von Eichmann in der SD-Hauptamtsabteilung II/112 (Juden). – Gelocht, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung. Historically important document under the reference „Consultation with SS-Obersturmbannführer Six regarding SD-O.A. Österreich“. Issued just five weeks after Austria's Anschluss, Eichmann shows here how to deal with the Jewish population, in particular regarding the issue of intended emigration and the political and cultural organizations of the Jews. – Perforated, slightly browned. – See illustration.

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Dankschreiben an den Luftschiffer Gaston Tissandrier (1843-1899). Dem beiliegenden, von Eiffels Assistenten Jean Baptist Gobert unterzeichneten Schreiben, datiert 7. 11. 1887, ist der Anlaß zu entnehmen, nämlich die Rücksendung von Druckfahnen eines 1887 in der von Tissandrier begründeten Zeitschrift „La nature“ erschienenen Artikels über eine Eisenbrücke in Montélimar („pont du Fust“). Eiffel bedankt sich für „éloges que vous alloudez à la tour et à son auteur“, und an den Dank für eine interessante Notiz über den Ballon von Henri Giffard schließt er die Bemerkung an: „je rève de faire quelque chose de semblable pour le tour“. – Einzelne Wörter etw. verwischt. – Beiliegend der möglicherweise eigenhändig adressierte Umschlag und ein teils vorgedrucktes und von Jean Baptist Gobert handschriftlich ausgefülltes und unterzeichnetes Schreiben.

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EICHMANN, A. – Masch. Aktenvermerk mit e. U. Dat. (Wien), 19. 4. 1938 (Stempel). Fol. 1 1/2 S. – 2 Bl., alt geheftet. (102) 2.000,Historisch hochbedeutendes Dokument unter dem Betreff „Rücksprache mit SS-Obersturmbannführer Six in der Angelegenheit SD-O.A. Österreich“. Gerade fünf Wochen nach dem Anschluß Österreichs ausgestellt, legt Eichmann hier dar, wie mit der jüdischen Bevölkerung zu verfahren sei, insbesondere hinsichtlich der für die Frage der angestrebten Auswanderung wichtigen politischen und kulturellen Organisationen der Juden. Festgelegt wird, daß „als Träger des jüdisch-politischen Lebens in Österreich“ nur noch „drei jüdische Spitzenorganisationen bestehen bleiben sollen“, die Jüdische Kultusgemeinde, der Zionistische Landesverband und der orthodoxe Verband Agudas Jisroel. Diese sollten die Juden für die Auswanderung erfassen. Eine vierte Organisation sei für jene Juden einzurichten, die weder zionistisch noch jüdisch-orthodox orientiert sind. Außerdem fordert Eichmann, den Kontakt dieser Verbände zu ausländischen jüdischen Organisationen allein über die Reichsvertretung der Juden in Deutschland herzustellen, allerdings ohne direkte Unterstellung, „da eine zu starke Blockbildung des Judentums im Deutschen Reich unbedingt vermieden werden“ müsse. Dem Zionistischen Landesverband für Österreich werde aber gestattet, die Zeitung „Zionistische Rundschau“ zu gründen, mit Vorgaben für deren ersten Leitartikel. Im letzten Punkt wird die Requi-

EIFFEL, G., Ingenieur (1832-1923). E. Brief mit U. Dat. (Paris, 7. 11. 1887). Blattgr.: 13,5 x 19,5 cm. 1 1/2 S. – Doppelblatt. (112) *R 800,-

Letter of thanks to the aeronaut Gaston Tissandrier (18431899). The present letter signed by Eiffel's assistant Jean Baptist Gobert, dated November 7, 1887, deals with the return consignment of galley proofs of an article published in the magazine „La nature“ established by Tissandrier regarding an iron bridge at Montélimar („pont du Fust“). – Enclosed the envelope probably personally addressed by Jean Baptist Gobert and a partly preprinted letter filled in by hand and signed by Gobert.

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ELISABETH II., Königin von Großbritannien (geb. 1926). Masch. Brief mit e. U. „Elisabeth R“ und geprägtem Siegel von König Georg VI. Dat. London, 26. 3. 1952. Fol. 2 S. (112) *R 500,Beförderung von John William Taylor, außerordentlichem und bevollmächtigtem Botschafter in Mexico City, zum „Commissioner, Procurator and Plenipotentiary“ für Großbritannien und Nordirland. – Leicht fleckig, in der Mitte mit horizontaler Faltspur.


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FERDINAND I., König von Bulgarien (18611948). Masch. Brief mit e. Gruß und U. Dat. (Coburg), 2. 1. 1923. 21,9 x 13,9 cm. 1 1/2 S. – Doppelblatt. (108) ** 150,Aus dem Bürglaß-Schlößchen in Coburg, im Volksmund „Bulgaren-Schlößchen“ genannt, der Exil-Residenz des bulgarischen Zaren Ferdinand seit 1918. – An den befreundeten Oberst Ernst Gruson (1869-1962) in Quedlinburg mit Dank für dessen Neujahrsgrüße. – Auf Briefpapier „Extra Superfein“ mit geprägtem Siegel am Kopf. – Beiliegend das gesiegelte und adressierte Kuvert sowie vier weitere Schreiben des Hofmarschallamtes des Königs an Gruson, datiert Coburg 1933-40, dazu zwei adressierte Umschläge.

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FERDINAND MARIA, Kurfürst von Bayern (1636-1679). Brief mit e. U. Dat. München, 28. 6. 1655. Fol. 3/4 S. – Doppelbl. mit rückseit. Adresse und papiergedecktem Siegel. (147) 250,Antwort auf ein Ansuchen der Ständevertreter des Erzherzogtums Österreich ob der Enns vom 15. des Monats, worin diese um „Freypassirung“ von Gütern gebeten hatten, was der Kurfürst den Ständen hiermit bewilligt. – Einige Kanzleivermerke, mehrere kleine Löcher, tls. an den Falzen, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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Nr. 45 Inhaltsreiches Dankschreiben für Geburtstagsgrüße, gerichtet an einen von uns nicht identifizierbaren Kommerzienrat. – Die Veröffentlichung ihrer Romane in der Gartenlaube unter dem Pseudonym Marlitt hatte den Erfolg von Eugenie John als Schriftstellerin begründet. Sie beklagt sich mit „Ingrimm“ über die Entwicklung der Zeitschrift unter dem „verständnis- und gewissenlosen 'Miethling'“ Ernst Ziel, dem Nachfolger des Gründers Ernst Keil. Dagegen sieht sie unter dem neuen Herausgeber Adolf Kröner, der die Redaktion des Blattes 1883 übernommen hatte, „die halbentschlafene Seele der Keil'schen Schöpfung neu aufleben“. – Faltspuren, einzelne Randläsuren.

FIDUS (d. i. H. HÖPPENER), Maler (18681948). Bildpostkarte mit e. Notiz und Unterschrift. Dat. „Neujahr 1925“. (86) 60,Lichtdruck-Postkarte („Lieber Löwe lauf nicht davon – hab keine Angst vor Klein-Marion“, 1892 entstanden [Frecot u. a., Fidus, 5.1: 1892.7]), rückseitig hier von Fidus als „vorauseilender 'Rührungskitsch'!“ bezeichnet. – Mit Knickspuren an den oberen Ecken.

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FÖRSTER, A., Schauspieler (1828-1889). E. Brief mit U. Dat. Berchtesgaden, 26. 7. 1887. 2 S. – Doppelblatt mit vorgedruckter Adresse (Berlin, Schiffbauerdamm, gestrichen und korrigiert). (96) *R 150,Aus seinem Berchtesgadener Feriendomizil an den Bühnenautor und Dramaturgen des Deutschen Landestheaters in Prag, Heinrich Teweles (1856-1927; Empfänger nicht genannt, inhaltlich erschlossen). Dieser hatte Förster, dem damaligen Regisseur und Dramaturgen an dem von ihm mitgegründeten Deutschen Theater in Berlin, sein 1887 entstandenes Theaterstück „Schule der Frauen“ zur Prüfung zugesandt. Försters vernichtendes Urteil lautete: „Wie das Stück jetzt vorliegt, kann es meines Erachtens vor dem kritischen Publikum eines ersten Theaters nicht bestehn“. – Leichte Falze, wenig fleckig und gebräunt.

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GARTENLAUBE – MARLITT, EUGENIE, Schriftstellerin (1825-1887). E. Brief mit U. Dat. Arnstadt, 6. 12. 1884. 1 S. – Doppelbl. mit rückseitiger Adresse und blindgepr. Stempel „Bath“ oben links. (16) 80,-

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GOTTINGER, H., Opernsänger (1860-1929). Bildpostkarte (Gottinger in der Rolle des Hans Sachs) mit e. Beschriftung und Unterschrift. Dat. München, 21. 1. 1920 (Poststempel). (86) 60,An Hofrat Franz Josef Bracke: „Wie können Sie glauben, daß ich so unbekleidet bei Ihnen vorzusprechen mir erlauben würde“, für die Weiterleitung eines Bildes dankend. – Gering fleckig, leicht gebräunt.

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GROEBER – TEILNACHLASS des Malers Hermann Groeber (1865-1935) mit 20 Skizzenbüchern mit mehreren Hundert Zeichnungen, zahlr. Skizzenblättern von Groeber und seinem engen Schülerkreis, einigen Autographen, persönlichen Dokumenten, Photographien etc. München u. a., ca. 1885-1935. (62) 800,Umfangreicher Teil des persönlichen wie künstlerischen Nachlasses von Hermann Groeber, dem oberbayerischen Maler und Münchener Akademieprofessor, der nicht zuletzt für das berühmte Zitat „Kunst kommt von Kön-


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nen“ bekannt ist. Die Werke Groebers, in der Tradition von Realismus und Impressionismus sowie unter dem Eindruck seines großen Vorbilds Wilhelm Leibl stehend, sind in der Tat von großem handwerklichen Können und der zeichnerischen Souveränität bei der Erfassung des Gegenstands geprägt. Am Gegenständlichen hat Groeber immer erbittert festgehalten – in einem der hier enthaltenen Skizzenbücher notiert er um 1910 sinngemäß, daß der Gegenstand für den Künstler das Wesentliche sei, also in der Zeit des Aufkommens der von ihm strikt abgelehnten Abstraktion. Als Lehrer war Groeber trotz seines derben urbayerischen Wesens („der ist nicht grob, sondern Groeber“) bei seinen zahlreichen Schülern sehr beliebt. Davon zeugen die zahlreichen an ihn gerichteten Grußkärtchen und Karikaturen aus seiner Schülerschaft. Der hier vorliegende Teilnachlaß dokumentiert durch die vielen Skizzenbücher und Einzelblätter einerseits den Entwurfsprozeß eines unermüdlich mit dem Zeichnen beschäftigten Künstlers, andererseits seine persönlichen Beziehungen durch zahlreiche Familienphotographien, private Briefe und Aufzeichnungen sowie geschäftliche Korrespondenz. Die Zeichnungen aus seinem Atelier und in den Skizzenbüchern zeigen ganz unterschiedliche Grade der Ausarbeitung. Viele Photographien, Photoab-

züge und Bildpostkarten dokumentieren Werke des Künstlers, die meisten wohl Ölbilder, die verkauft worden sind – eine Fundgrube für die Abfassung einer Monographie. Einige Aufnahmen zeigen den Meister selbst, teils sogar bei der Arbeit, andere seinen familiären Umkreis. Enthalten sind ca. 30 Einzelblätter mit Originalzeichnungen, die teils von der Hand Groebers stammen, teils aus seinem Schüler- und Freundeskreis; darüber hinaus einige druckgraphische Blätter, unter anderem signierte Radierungen von Groeber. Sodann folgende Skizzenbücher: 1.) Kleinquart, Nr. 12, 1885 (Bleistiftskizzen vom Chiemsee: Boote, Bauern, Enten etc.) – 2.) Kleinquart, Nr. 45, 1886 (Bleistift- und Federskizzen auf Bütten) – 3.) Kleinquart, 1894/95, Vorsatz signiert (Porträts, Tiere, Landschaft) – 4.) Einige Folioblätter ohne Einband, ca. 1896 (Porträts, teils mit Adressen) – 5.) Großquart „1896, frühe Zeichnungen“, Nr. 33 (Studien von Personen, darunter die Professoren von Stubenrauch und Wopfner) – 6.) Fragment ohne Einband, Großfolio, 1897/98 (Tiere und Pflanzen). – 7.) Duodez, 1899 (Skizzen, Adressen, Notizen) – 8.) Oktav, ca. 1907-17 (mit Notizen über Verkäufe von Werken) – 9.) Quart, Nr. 46, 1908, Vorsatz mit Nachlaßstempel (diverse Skizzen, meist Bleistift) –


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10.) Folio, ca. 1909 (Skizzen in Kohle und Kreide) – 11.) Duodez, Nr. 53, ca. 1911 (Notizen mit kunsttheoretischen Ausführungen und Skizzen, viele auf losen Blättern) – 12.) Quart, Nr. 66, um 1914, Adresse und Nachlaßstempel auf dem Vorsatz (Skizzen in Bleistift und Tinte, Landschaft, Tiere, Menschen) – 13.) Großquart „Entwurf-Zeichenblock“ „Reine Skizzen“, 1918/19 (Diverse Skizzen, darunter der wohl einzige Versuch eines abstrakten Bildes von Groeber!) – 14.) Kleinoktav, kariertes Papier, Adresse auf dem Vorsatz, ca. 1920 (einige Skizzen von Menschen und Tieren) – 15.) Kleinquart, „Brisgo“-Block, Nr. 91, 1927 (Skizzen, mit Nachlaßstempel) – 16.) Großquart, „Weingarten“, Fragment, 1929/30 (Personen, Tiere, Landschaft) – 17.) Quart, „Dury-Skizzenbuch“, Nr. 100, 1930/31 (Skizzen: Personen, Landschaft) – 18.) Oktav, Nr. 61, ca. 1930-35 (Skizzen, wenige Notizen) – 19.) Großquart, Nr. 113, 1932 (Fragment, Diverses in Bleistift und Tinte) – – 20.) Großquart, „DurySkizzenbuch“, „Skizzen teils gut“, Nr. 104, 1933 (Skizzen: Personen, Landschaft). Unter den Autographen Briefe der Malerkollegen Ernst Betz und Theodor Hummel, des Schriftstellers Ernst Fritz Katz, der Verlegerfamilie Krawehl und einigen seiner Schüler, der Leitung der Neuen Pinakothek in München und des Dermatologen Wilhelm Heuck. Außerdem persönliche Dokumente und Urkunden, darunter die Urkunde zur Ernennung zum königlichen Professor mit Unterschrift des Prinzregenten (datiert München, 22. 12. 1909) und zum Professor an der Kunstakademie in München (30. 3. 1914) sowie Auszeichnungen für sein Werk „Die Malschüler“. Schließlich Listen von eigenen Werken, Matrikellisten seiner Schüler, einige Bände Sekundärliteratur und zwei besondere persönliche Objekte, die Malerpalette und ein Reisekoffer. – Unterschiedliche, meist nur mäßige Gebrauchsspuren. – Zu weiteren Arbeiten Groebers siehe in diesem Katalog die Nummern 2136, 2137 und 2237-47. – Siehe Abbildung. Partial estate of the painter Hermann Groeber (1865-1935) with 20 sketchbooks with several hundred drawings, numerous drawing sheets by Groeber and his close circle of students, some autographs, personal documents, photographs etc. Munich a. o., ca. 1885-1935. – Variable, mostly only slight signs of wear. – See illustration.

den kann. Datierung an der unteren Kante, dazu zwei sich gegenüberstehende Winkel (Signatur?). – Wenige Stellen mit etw. Abrieb der Patina. – Unterseite des Sockels mit Nachlaßstempel Groeber. – Siehe Abbildung.

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– – Bronzeporträt des Malers Hermann Groeber aus dessen Nachlaß. Wohl ein Werk des Münchener Bildhauers und Akademieprofessors Hermann Hahn (1868-1945). Nicht sign., dat. (19)32. Ca. 29,5 x 22 x 24 cm. Mont. auf Nagelfluhsockel. (62) 600,Im charakteristischen Stil von Hermann Hahn im Wachsausschmelzverfahren angefertigter lebensgroßer Bronzekopf, den Hahn wohl von seinem Akademiekollegen Groeber geschaffen hat, offenbar bestimmt zur Aufstellung in dessen neuem Wohnhaus in Gstadt am Chiemsee. Dieses Haus ist 1932 von German Bestelmeyer entworfen worden. – Eindrucksvolle Wiedergabe der etwas derben Physiognomie, gemildert durch ein leichtes Lächeln in den Mundwinkeln und treffend charakterisiert. Hahn, stark vom Naturalismus, dem Schaffen Adolf von Hildebrands und dem Neuklassizismus beeinflußt, zählt zu den „Münchner Archaikern“. Er arbeitete öfter mit German Bestelmeyer zusammen, so daß unsere Zuschreibung auch von dieser Seite her untermauert wer-

GUMBERT, F., Komponist (1818-1896). E. Musikmanuskript mit Widmung und U. Nicht dat. (um 1845). Qu.-4°. 3 Bl. (5 Seiten). (112) *R 200,Reinschrift seines um 1845 entstandenen Liedes „Das bettelnde Kind“, Opus 8, für Sopran (oder Tenor) und Klavier nach einem Text von Leopold Laßar. Der Titel mit Widmung an die Sopranistin Bertha Waltz. – Ferdinand Gumpert war in seiner Zeit einer der beliebtesten Liedkomponisten. – Spätere Vortragszeichen in Bunt- und Bleistift; senkrechter Falz, einige kleine Randläsuren, etw. gebräunt und leicht fleckig. – Beiliegend ein Blatt mit zwei kurzen handschriftlichen Chorälen des englischen Komponisten Vincent Novello (1781-1861 in Nizza), die dieser zu Gebeten anläßlich eines Festivals im Jahr 1842 verfaßt hatte (verso montierte hs. Erklärung).

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HAGER, FRANZISKA, Schriftstellerin (18741960). Gedichttyposkript mit e. Widmung und U. Nicht dat. (um 1930?). 4°. Eine S. (62) 80,Ein offenbar unveröffentlichtes Gelegenheitsgedicht in fünf Strophen in bayerischer Mundart: „Lasst's ös pulvern, lasst's ös kracha ...“; mit eigenhändiger Widmung: „der lieben 'Doktorsfrau' aus glücklichen Kindertagen zugeeignet“. – Mehrere Korrekturen von eigener Hand. – Auf Papier mit Wasserzeichen „Manila Schreibmaschinen“. – Aus dem Nachlaß des Malers Hermann Groeber. – Gefalt., kleine Randläsuren.

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HEIRATSKONTRAKT – Englische Urkunde auf Pergament. Dat. London, 16. 10. 1817. 19 Bl. Blattgr.: jeweils ca. 58 x 67 cm, Plica (ca. 5,5 cm) mit 7 Lacksiegeln. Jeweils regliert und mit kalligraphiertem Anfangswort. – Zus. gefaltet. (100) ** 300,Außergewöhnlich großformatiger und umfangreicher Heiratsvertrag „indenture“ zwischen William Cordell of Islington, Middlesex, und Mary Scott of York, ausgefertigt von T. Crispe, Lawstationer, 53 Chancery Lane. – Jedes Blatt mit Steuermarke, fleckig, verso angeschmutzt.

Hermann Hahn zugeschrieben 46

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HESSE, H., Schriftsteller (1877-1962). E. Bildpostkarte mit U. Dat. Zürich, 28. 3. 1951. – Dank für einen Gruß an Herrn A. Schuppisser, Zürich. – Leicht fleckig. (86) 100,-

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HEYDRICH, R., NS-Politiker (1904-1942). E. Unterschrift auf einem vorgedruckten Fragebogen der SS, masch. von Heydrich ausgefüllt. Dat. Berlin, 18. 4. 1939. Fol. 2 S. (102) 1.000,Ein „Fragebogen zur Ergänzung bzw. Berichtigung der Führerkartei/Dienstaltersliste“ der SS-Personalkanzlei. Einzutragen waren grundlegende Auskünfte zur Biographie, darunter natürlich zur Abstammung (bei Heydrich bekanntlich umstritten), zu Ausbildung, zum Familien-


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Urkunden und Autographen

mit dem Führer zu besprechen“. – Darunter Aktenvermerk zum Vorgehen in der Terminangelegenheit mit der eigenhändigen Unterschrift von Bormann. – Auf Papier der Fabrik J. P. Sonntag in Emmendingen mit Wasserzeichen „4a Normal 4a“ (Standardpapier vieler Behörden). – Gedruckter Briefkopf „Der Reichsarbeitsführer“ mit Adresse. – Gelocht, obere rechte Ecke etw. läd., Ränder leicht gebräunt. – Beiliegend das originale Kuvert mit gedrucktem Absender verso und maschinenschriftlicher Adresse (Führerhauptquartier) sowie Eingangsvermerk mit Signatur von Borman und Datum „23. 8.“ (ebenfalls gelocht).

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Vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Ernst Kaltenbrunner (1903-1946), ausgestelltes und zweifach signiertes Dokument mit dem Vorschlag, das Deutsche Kreuz in Silber an den SS-Oberführer Friedrich Panzinger (1903-1959) zu verleihen. Anlaß war dessen entschiedenes Vorgehen gegen die Widerstandskämpfer vom 20. Juli 1944, wie Kaltenbrunner in der halbseitigen Begründung ausführt: „Er war während der kritischen Stunden des 20. Juli im Reichssicherheitshauptamt anwesend und von Beginn an bei der Einleitung und Durchführung der Gegenmaßnahmen in entscheidender Weise tätig“ und habe wesentlich zur „schnellen Niederschlagung der Revolte“ beigetragen. Dies und andere Verdienste rechtfertigten die Verleihung des Ordens. – Rückseitig von Himmler mit einer befürwortenden Anmerkung und Unterschrift versehen, datiert „Feld-Kommandostelle, den 6. Okt. 1944“. Die „Feldkommandostelle Hochwald“ (auch „Schwarzschanze“ genannt) war der Deckname des Hauptquartiers von Himmler in Possessern (polnisch Pozezdrze), Ostpreußen. – Gelocht, mit Eingangsstempel und Registraturvermerken (darunter „Verliehen: 24. 11. 44“), leicht knittrig, wenig gebräunt.

Nr. 54 stand und zu Kindern. Als erlernten Beruf gibt Heydrich die Ausbildung zum Seekadetten an. Ferner eingetragen sind die Eintrittsdaten in die NSDAP und die SS sowie die Mitgliedsnummern, die Zugehörigkeit zur politischen Polizei (Angabe: „März 1933“), der Dienstrang in der SS, Mitgliedschaften in Verbänden, Angaben zum Dienst in der Wehrmacht, Sportabzeichen sowie Kfz- und Flugzeugführerscheine. Wahrheitsgemäß nennt er zur Frage nach Strafprozessen das Verfahren vor dem Ehrenrat der Marine, das 1930/31 auf Grund eines gebrochenen Heiratsversprechens zu seiner Entlassung geführt hatte. – Gelocht, etw. knittrig und mit einzelnen Randeinrissen (einer ca. 5 cm), leicht gebräunt und fleckig.

Mit Unterschriften von Bormann 52

HIERL, K., Reichsarbeitsführer und NS-Reichsminister (1875-1955). Masch. Brief mit e. U. Dat. Berlin-Grunewald, 21. 8. 1943. Fol. 3/4 S. (102) 800,An den Sekretär des Führers, Martin Bormann, über seine Ernennung zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich (noch vor Beginn der Amtszeit am 25. August 1943), die er als „Bestätigung und Anerkennung“ seiner Tätigkeit als Reichsarbeitsführer wertet. Bittet Bormann „in altbewährter Kameradschaft“, sich bei Hitler für ihn wegen eines Termins einzusetzen, „um sachbezogene Fragen

HIMMLER, H., Reichsführer-SS (1900-1945). Masch. Notiz und e. U. auf einer Vorschlagsliste für die Verleihung des Deutschen Kreuzes in Silber an Friedrich Panzinger (diese mit zwei e. U. von E. Kaltenbrunner). Dat. Berlin, 1. 10. 1944, Zusatz Himmler dat. Possessern, 6. 10. 1944. Fol. 3 1/2 S. – Doppelblatt. (102) 1.000,-

Letztes Zeugnis 54

HITLER, A., deutscher Reichskanzler (18891945). Widmung mit e. U. auf einer Urkunde des Reichsarbeitsdienstes. Dat. „Führerbunker“, 29. 4. 1945. Fol. 1/2 S. – Urkunde mit Vordruck und hs. Eintragungen. – Doppelblatt. (116) 20.000,Eines der spätesten eigenhändigen Schriftzeugnisse Hitlers, vielleicht das letzte erhaltene überhaupt, wahrscheinlich noch nach seinem Testament entstanden, dessen maschinenschriftlichen Text er um vier Uhr morgens am 29. April 1945 unterzeichnet hat. Bei dem vorliegenden Autographen handelt sich um den Eintrag in die Entlassungsurkunde für die im Rahmen des Reichsarbeitsdienstes in der Abteilung „Putzkolonne“ der „Gruppe


Urkunden und Autographen

Misch“ tätige Putzfrau Marta Machner. Auf der dritten Seite, unter dem Vordruck „Widmungen“, finden sich die Zeilen: „Meine liebe Frau Machner! Ich möchte mich für Ihre geleistete Arbeit recht herzlich bedanken. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles gute Ihr A. Hitler“, darüber das Datum. Die Seite gegenüber ist von anderer Hand ausgefüllt. Hier wird die Dienstzeit vom 1. Januar 1943 bis 29. April 1945 in der Abteilung „Putzkolonne“ der Gruppe Misch im Gau Berlin bestätigt. Der Eintrag im grau unterlegten Textfeld lautet: „Führerbunker 29. 4. 1945. Die Putzfrau Marta Machner wird am heutigen Tage, für die geleistete Arbeit am Führer mit dessen Widmung ausgezeichnet.“ Darunter die Bestätigung der Richtigkeit der Urkunde durch das Führerhauptquartier und der Stempel Hitlers (Reichsadler in der Mitte später ausgekratzt). Machner war demnach Teil der Gruppe von Rochus Misch (1917-2013), dem engsten Mitarbeiter Hitlers im Führerbegleitkommando. Leider erwähnt Misch die Putzfrau nicht in seinen Memoiren. – Der Urkunde liegt die Kennkarte (Ausweis) Machners bei, ausgestellt in Berlin am 9. 10. 1943. Dort wird Marta Marie Machner, Mädchenname Schrape, geboren am 4. 10. 1886 in Dolgelin, Kreis Lebus, als berufslos bezeichnet. Sie war demnach 1943, im Alter von 56 Jahren, in den Reichsarbeitsdienst eingezogen worden. Die Kennkarte enthält einen von Rochus Misch unterzeichneten maschinenschriftliche Eintrag: „Die Putzfrau Machner Marta ist berechtigt, alle Räume der Reichskanzlei zu betreten. Gez. R. Misch“. Sie gehörte also zur Putzkolonne, die zuvor schon in der Reichskanzlei tätig war. – Falz fast durchgerissen, zahlr. Randläsuren und Einrisse, fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

Mit Gedicht von Ludwig Thoma 55

HÖLZEL, A., Maler (1853-1934). E. Schriftblatt mit 2 Rötelzeichnungen und Text, sign. „A. H.“ und bezeichnet „Zur Bismarck-Feier in Dachau“, nicht dat. (wohl Dachau 1896). 42,9 x 35,2 cm. (50) 200,Bemerkenswertes Schriftblatt, das wohl als Entwurf für einen Druck diente. Laut eigenhändiger Vermerke von Hölzel handelt es sich bei dem Text um ein Gedicht von Ludwig Thoma, der Ort ist mit „Dachau bei München“ angegeben. Daß es sich bei dem panegyrisch Geehrten um Bismarck handelt, ist am unteren Rand wohl noch in der Zeit, aber von fremder Hand vermerkt worden: „Zur Bismarck-Feier in Dachau“. Die anmutigen Rötelzeichnungen, die entsprechende Textpassagen illustrieren, zeigen einen Mädchenchor und ein einzelnes Mädchen mit Blumen. Die Dachauer Bismarck-Feier zum einundachtzigsten Geburtstag des ehemaligen Reichskanzlers fand 1896 in Dachau statt. Thoma, ein großer Verehrer Bismarcks, war an den Vorbereitungen beteiligt und verfaßte dazu ein Gedicht, das auf unserem Blatt im vollen Wortlaut wiedergegeben ist (zitiert als Briefinhalt bei Richard Lemp, Ludwig Thoma, Vom Advokaten zum Literaten. Unbekannte Briefe, München und Zürich 1979, S. 111f.; dagegen nicht in den Werkausgaben, auch nicht in Anna Dillers Textedition der Versdichtungen Ludwig Thomas, München 2014). Thoma nannte seine Gelegenheitsdichtung selbstironisch ein „poetisches Verbrechen“. – Auf grobem Zeichenpapier. – Aus der Sammlung W. Denzel.

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JOHANN CASIMIR, Herzog von SachsenCoburg (1564-1633). Gedruckter Brief mit e. Unterschrift. Dat. Coburg, 29. 5. 1596 (gedruckt). Fol. 1 S. – Doppelblatt. (86) 100,Gedrucktes Begleitschreiben zur Sendung von Mandaten (wegen Wuchers, Vorkaufs, Verlöbnissen, Hochzeiten und Kindstaufe) an Amtsträger, die diese Mandate zu verbreiten hatten; von Johann Casimir mit voller eigenhändiger Unterschrift unterzeichnet. – Mit Faltspuren, etw. fleckig, leicht gebräunt.

Niederschlagung des Warschauer Aufstands aus Tätersicht 57

KAINDL – Vier masch. Briefe mit e. Absenderunterschriften an den KZ-Kommandanten von Sachsenhausen, Anton Kaindl (1902-1948). Dat. 1943/44. (102) 3.000,I. Schreiben von Rudolf Höß, KZ-Kommandant von Auschwitz (1900-1947). Datiert Auschwitz, 14. 7. 1944. Quer-8°. 1 Seite. – Geburtstagsgrüße. II. Drei Briefe von Oskar Dirlewanger, Kommandeur der SS-Sondereinheit „Dirlewanger“ (1895-1945): a) Datiert Ortsunterkunft, 11. 7. 1943. Fol. 3/4 S. – Geburtstagsgrüße (zum 14. Juli). b) Datiert Ortsunterkunft, 12. 12. 1943. Fol. 1 Seite. – Glückwünsche zur Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold. – Betont die Verbundenheit, „zumal unsere Interessen dabei [im dienstlichen Kontakt] zwangläufig auseinandergehen müssen. Sie wollen nicht das beste Menschenpotential Jhres K.L. abgeben und ich möchte ungern Menschenmaterial aus der Heimat bekommen, das sich an der Front mangels Disziplin und Manneszucht nicht bewähren kann.“ c) Datiert Krakau, 16. 10. 1944. Fol. 1 Seite. – Bedankt sich für Glückwünsche Kaindls anläßlich der Verleihung des Ritterkreuzes an ihn. Dieses hatte er für seinen Einsatz bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes erhalten, bei dem sich gerade die Sondereinheit Dirlewanger durch außerordentliche Grausamkeit und rücksichtsloses Vorgehen ausgezeichnet hat. Dirlewanger stellt in dem Schreiben seine Verbrechen als Heldentat dar: „Allein, Sie können sich nicht vorstellen, mit wieviel Schweiß und Blut dieser Sieg in Warschau erkämpft werden mußte. Meine Einheit ist total ausgebrannt und besteht eigentlich nur noch auf dem Papiere. Die Niederschlagung der Aufstandsbewegung in Warschau kostete mein Regiment wohl ungefähr 1000 Tote und Verletzte. Für die Schließung dieser Lücken meines Regimentes durch Auffüllung z.T. auch aus Jhrem K.L. möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken ...“ – Drei der größten Verbrecher aller Zeiten beglückwünschen sich gegenseitig. Beiliegend eine originale Korrespondenzmappe mit Stempel und Aufschrift „Briefverkehr Kdt. K. L. Sa. (persönlich)“. – Alle Schreiben gelocht und mit Eingangsstempeln der Kommandantur des Konzentrationslagers Sachsenhausen sowie Registraturvermerken, Ecken tls. leicht geknickt, Ränder ein wenig gebräunt und fleckig.


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Urkunden und Autographen

„... gantz innerlich geplagt, beschwert und verderbt ...“ 58

KARL V., deutscher Kaiser (1500-1558). Brief mit e. U. Dat. Saint-Omer, 24. 8. 1554. Fol. 1/2 S. – Doppelbl., rückseit. adressiert. (61) 800,An den Grafen Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg (15141590), dem Karl klagt, „das heilig Reich teutscher Nation“ sei durch Krieg und Empörung „gantz innerlich geplagt, beschwert und verderbt worden“. Er bittet den Grafen um Beistand, bei der Wiederherstellung des Friedens mitzuwirken. Einige Tage vor Abfassung des Briefs, am 12. August 1554, waren die habsburgischen Spanier in der Schlacht von Renty von den Franzosen geschlagen worden. Karl V. benötigte nun den Beistand der deutschen Reichsfürsten, um sich durch die Wiederherstellung des inneren Friedens im Reich den Rücken im Kampf gegen den französischen König freizuhalten. Dazu mußte er auch die protestantischen Fürsten gewinnen, zu denen Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg gehörte. Das Schreiben des Kaisers zeigte offenbar Wirkung, denn der Graf nahm im Folgejahr am Reichstag in Augsburg teil, auf dem der Augsburger Religionsfriede geschlossen worden ist. – Gegengezeichnet vom kaiserlichen Sekretär und Rat Paul Pfinzing von Henffenfeld. – Auf Papier mit Wasserzeichen Buchstabe F im Kreis (Piccard DE2730-PO-27416; Nachweis: Brüssel 1555). – Wasserrandig mit stellenw. stark verlaufener Tinte (einzelne Wörter schwer lesbar bis unleserlich), gebräunt und fleckig.

Buchenwald erhält seinen Namen 59

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KOCH, K. O., KZ-Kommandant (1897-1945). Masch. Brief mit e. U. Dat. Weimar, 29. 7. 1937. Fol. 1 S. (102) 800,Formelle Mitteilung an den Inspekteur der Konzentrationslager, den berüchtigten Theodor Eicke (1892-1943), Führer der SS-Totenkopfverbände, stationiert in Oranienburg. Koch, Lagerkommandant des gerade im Aufbau befindlichen Konzentrationslagers Ettersberg, teilt Eicke mit, daß die Umbenennung des Lagers in „Konzentrationslager Buchenwald, Post Weimar“ vom Reichsführer SS genehmigt worden sei, er übersende das Schreiben in der Anlage. – Die Namensgebung des auf dem Ettersberg errichteten Lagers, in unmittelbarer Nähe zu Schloß und Park Ettersburg gelegen, hatte den Nationalsozialisten von Anfang an durch die Verbindung des Ortes mit Goethe und der Weimarer Klassik Probleme bereitet. Eicke hatte zunächst „Hochwald, Post Weimar“ vorgeschlagen, was Himmler in „Buchenwald, Post Weimar“ geändert hat. Die Verbindung mit Weimar war ein Zugeständnis an die im Lager stationierten SS-Verbände, die dadurch eine höhere Besoldung erhielten. – Koch ist später über die Buchenwalder Korruptionsaffäre gestürzt und wurde 1944 zum Tode verurteilt; dieses Urteil ist eine Woche vor Befreiung des Lagers im April 1945 in Buchenwald vollstreckt worden. – Mit Paraphe von Eicke (datiert 2. 8.), Eingangsstempel und Registraturvermerken. – Gelocht, kleine Eck- und Randläsuren, leicht knittrig.

KÜNSTLER – SAMMLUNG – 5 Autographen (4 Briefe und ein Billet) französischer und belgischer Künstler des 19. und frühen 20. Jhdts., alle e. und mit U. Dat. 1848-1922. Verschied. Formate. (108) ** 200,1.) Alexandre Abel de Pujol, Historienmaler (1785-1861), Brief an einen Bürgermeister, datiert 6. 8. 1848, eine Seite. – 2.) Henri Cassiers, Illustrator (1858-1944), Brief, datiert Brüssel 27. 9. 1922, halbe Seite. – 3.) Georges Goursat, genannt „Sem“, Karikaturist (1863-1934), Brief, signiert „Sem“, nicht datiert, eine Seite. – 4.) Alphonse de Neuville, Schlachtenmaler (1836-1885), Brief, datiert Paris, 6. 1. 1876, anderthalb Seiten. – 5.) Oscar Roty, Bildhauer (1846-1911), Billet (Visitenkarte mit Zusätzen), nicht datiert. – Mäßige Gebrauchsspuren.

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LAGERLÖF, SELMA, Schriftstellerin (18581940). E. Schriftstück mit U. Dat. Stockholm, 12. 12. 1925. 18 x 14,1 cm. 1 S. – Doppelblatt. (147) 150,An den Reichsausschuß für die Zeppelin-EckenerSpende zugunsten des Baues des Luftschiffs LZ 127 „Graf Zeppelin“: „Ich finde kein besseres Wort für die Zeppelin-Eckener-Spende des deutschen Volkes als: Excelsior.“ – Kopf mit Eingangsstempel (blaß), gelocht, einige feine Stichlöcher.

Konflikte mit Bormann 62

LEY, R., Reichsorganisationsleiter der NSDAP (1890-1945). Masch. Brief mit e. U. Dat. Berlin, 1. 6. 1943. Fol. 1 S. (102) 1.200,An den Sekretär des Führers, Martin Bormann. Beklagt sich über ihm zugetragene Gerüchte, nach denen sich Bormann immer wieder negativ über seine Arbeit als „Reichswohnungskommissar“ geäußert habe. Er habe dem zunächst nicht viel Beachtung geschenkt. „Nun häufen sich aber die Vorfälle in einem Maße, sodaß ich nicht länger gewillt bin, Ihr Treiben in der Nähe des Führers hinzunehmen.“ Sollte Bormann dies nicht unterlassen, werde er Hitler selbst darüber informieren. – Ley, einer der unangenehmsten Charaktere des Dritten Reichs, von Ehrgeiz zerfressen und zur Alkoholsucht neigend (Spitznamen: „Reichstrunkenbold“ und „Immerblau“), verlor als Reichsorganisationsleiter ab etwa 1939 stark an Macht und Einfluß, konnte jedoch seine Position im Bereich der Organisation des NS-Wohnungsbaus behaupten (1940 Ernennung zum „Reichskommissar für den sozialen Wohnungsbau“, später Leiter des „Deutschen Wohnungshilfswerks“ zugunsten von Bombenkriegsopfern). Dagegen hat Bormann wohl verdeckt intrigiert, was dieser, wie die Rückseite unseres Briefs erweist, allerdings auch Hitler gegenüber nicht zugeben wollte. – Rückseitig maschinenschriftlicher Aktenvermerk von Bormann mit dessen eigenhändiger Signatur: Hitler solle informiert werden, und in Absprache mit ihm solle ein Antwortschreiben verfaßt und ein persönliches Gespräch mit Ley geführt werden; es lägen keinerlei Bedenken vor, Ley mit der Organisation des „Deutschen Wohnungshilfswerks“ zu betrauen. – Auf Papier der Firma Poensgen & HeyerRömerturm mit Wasserzeichen „Colambo“. – Gedruckter Briefkopf „Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP“ mit geprägtem Reichsadler. – Leichte senkrechte Falte am rechten Rand.


Urkunden und Autographen

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LOUIS-ALEXANDRE DE BOURBON, COMTE DE TOULOUSE, Admiral (1678-1737). E. Notiz mit e. U. Dat. (1708). Blattgr.: ca. 11 x 29 cm. 3 Zeilen. (112) *R 100,Louis-Alexandre de Bourbon war ein natürlicher legitimierter Sohn Ludwigs XIV. – „Pour servir de quittance de la somme de trois mil livres pour la distribution de l'ordre de l'année mil sept cent huit.“ – Auf Pergament. – Mit Abriß links oben, mit vertikaler Faltspur in der Mitte, einzelne Worte verwischt.

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LUDWIG II., König von Bayern (1845-1886). Zwei Urkunden mit e. U. Dat. I. Hohenschwangau, 12. 9. 1867. – II. Linderhof, 24. 10. 1884. Fol. – Zweite Urkunde Doppelbl. mit blindgepr. Siegel. (61) 300,I. Einberufung zum Landtag für den Reichsrat und Rechtswissenschaftler Hieronymus von Bayer (17921876). – II. Ernennungsurkunde (Beförderung) für Maximilian Hellmuth zum „Premier-Lieutenant“ (Oberleutnant). – Leichte Gebrauchsspuren. – Beiliegend eine weitere Urkunde für Maximilan Hellmuth (Ernennung zum „Charakterisierten Intendantur-Rat“), ausgestellt München, 21. 11. 1890, mit der Unterschrift des Prinzregenten Luitpold, sowie ein Schreiben der „Administration des Vermögens S. K. H. des Prinzen Otto von Bayern“, datiert München, 19. 5. 1880, mit der Unterschrift des Vormunds des Prinzen, Ludwig Freiherrn von Malsen von Tilborch (1828-1895), in einer Terminangelegenheit. Nr. 67

Orientalische Quelle für Neuschwanstein? 65

An den Hofrat und königlichen Kabinettssekretär Lorenz von Düfflipp (1820-1886), als Anweisung ohne Anrede formuliert. Der Adressat ist am unteren Rand von fremder Hand vermerkt, derselben Hand, die auch das Datum hinzugefügt hat. „Im vorigen Jahre sandte Riedl ein Buch über Constantinopel, bieten Sie alles auf um mir wenn irgend möglich, dasselbe heute noch zu verschaffen. (im Concert wird R. schwerlich sein.)“ – Geschrieben im Jahr der Grundsteinlegung von Neuschwanstein, dessen Planung und Bauleitung Hofbauinspektor Eduard von Riedel (Riedl; 1813-1885) zu dieser Zeit ausübte. Riedel hatte schon 1842 die Residenz für König Otto von Griechenland in Athen errichtet. – Ränder gering fleckig.

Zeppelin-Spende 66

den er empfand, als er zum ersten Male das ZeppelinLuftschiff silberglänzend, riesig und sicher über die Dächer seiner Stadt dahingleiten sah? Gedenkt jenes Tages und tragt, so reichlich ihr könnt, zu der Spende bei, deren Ergebnis den Bau eines neuen, zu kühnen menschlichen Unternehmungen bestimmten deutschen Luftfahrzeuges ermöglichen soll.“ – Mit gedrucktem Briefkopf und Adresse (Poschingerstr. 1). – Falz brüchig und mit Einriß, linker Rand mit kleinen Läsuren und etw. Rostfraß durch Metallklammer, untere Hälfte mit dunklen Wasserrändern, obere etw. gebräunt und fleckig, gelocht.

– E. Brief mit U. Von anderer Hand dat. „praes. 21. März 1869“. 21,9 x 14,1 cm. 1/3 S. – Blindgepr. Siegel mit Königswappen links oben. (61) 800,-

MANN, TH., Schriftsteller (1875-1955). E. Brief mit U. Dat. München, 23. 10. 1925. 17,2 x 21,1 cm. 1 S. (147) 500,Schreiben anläßlich seiner Teilnahme an der „ZeppelinEckener-Spende“, als deren Resultat das Luftschiff LZ 127 „Graf Zeppelin“ gebaut werden konnte. Mann gibt sich als begeisterter Anhänger der Zeppelin-Luftschiffahrt zu erkennen: „Welcher Deutsche vergäße den Schauer von Menschenstolz und traumhafter Phantastik,

Ärger über Karg von Bebenburg 67

MAX EMANUEL, Kurfürst von Bayern (16621726). Brief mit e. sechszeiligem Zusatz und e. U. Dat. Brüssel, 27. 2. 1693. 6 S. auf 4 Bl. – Mit rückseitiger Adresse und papiergedecktem Siegel. (61) 600,Inhaltsreicher, langer Kanzleibrief mit eigenhändigem Zusatz des Kurfürsten, gerichtet an den kurbayerischen Geheimen Rat, Gesandten am Wiener Kaiserhof und Rechtsgelehrten, Johann Ferdinand Freiherr von Stoiberer (in den Quellen in verschiedenen Varianten: Stoiber, Stoibern und, wie in unserem Brief, Steybern). Stoiberer hatte das Amt eines kurbayerischen Gesandten am Wiener Hof schon unter Kurfürst Ferdinand Maria bekleidet und stand, laut Adresse des Briefes, auch in Diensten von Max Emanuels Bruder, dem Kölner Erzbischof, Kurfürst


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Urkunden und Autographen

Joseph Clemens von Bayern. Stoiberer war offenkundig ein langjähriger getreuer Diplomat, Berater und Vertrauter der Wittelsbacher Kurfürsten, was die Offenheit erklärt, mit der in unserem Brief mehrere heikle Angelegenheiten zur Sprache kommen. Zunächst geht es um die Frage des „Neunten Electorats“, also das neue, 1692 erhobene neunte Kurfürstentum im Reich, das protestantische Braunschweig-Lüneburg bzw. Hannover, und die Haltung der päpstlichen, katholischen Seite zu dieser Frage. Erwähnt wird in diesem Zusammenhang Sebastiano Antonio Tanara (1650-1724), der von 1692-96 päpstlicher Nuntius am kaiserlichen Hof in Wien gewesen ist. Stoiberer hatte am 11. Februar darüber berichtet, daß Tanara „durch seinen Auditor“ das Mißfallen des Heiligen Stuhls am Verhalten des Kurfürsten von Köln auf dem Reichstag zu Regensburg hatte verlauten lassen. Diese Anschuldigungen weist Max Emanuel in diplomatischer Weise zurück. Die Frage des „Neunten Electorats“ war bis zur Zustimmung des Reichstags im Jahr 1708 nicht endgültig geklärt. In einem zweiten Abschnitt beklagt sich Max Emanuel über diverse Aktivitäten seines Geheimrats Johann Friedrich Ignaz Karg, Freiherr von Bebenburg (1648-1719), der zu dieser Zeit kurkölnischer Staatsminister war und von Max Emanuel 1690 nach München berufen worden ist. Dieser habe unter anderem keine Scheu, „in seinen zu Rom in offenen Druckh gegebenen Schrifften, unser Churhauß und unsere in Gott ruhende Vorfahren“ anzugreifen, obgleich ihm der Kurfürst Gnade und Protektion entgegengebracht und ihm wegen der bisher geleisteten guten Dienste den Titel eines Geheimen Rats verliehen habe. Da sich Karg bald in Wien einfinden werde, befiehlt Max Emanuel Stoiberer, auf Karg einzuwirken, daß dieser keine weitere Ursache gebe, ihm die kürfürstliche Gnaden entziehen zu müssen. Der Brief schließt mit dem eigenhändigen Zusatz des Kurfürsten, in dem er nochmals seine Entschlossenheit ausdrückt, daß Karg sein Verhalten ändern müsse, andernfalls werde er ihm zeigen, „mit wem er zu tun hat“, und als bekräftigendes Postskriptum: „Ihr khönt ihn dies lesen lassen“. Laut Ludwig Hüttl, dem Max-Emanuel-Biographen, dürfte der Brief seinen Adressaten kaum mehr erreicht haben, ist dieser doch am 3. März 1693 in Wien verstorben (L. Hüttl, Max Emanuel, 2. Auflage, München 1976, S. 722, die einzige für uns nachweisbare Nennung des Todesdatums, offenbar aus Schriftquellen im Geheimen Staatsarchiv in München erhoben). – Falze tls. brüchig und mit einigen Einrissen, kleinere Randläsuren und Löcher, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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MAXIMILIAN I., Kurfürst von Bayern (15731651). Brief mit e. U. Dat. München, 1. 8. 1602. Fol. 1/2 S. – Doppelbl. mit rückseitiger Adresse. (61) 300,Diplomatisches Schreiben an den Grafen Fortunato Bertoldo de Pazzi in Innsbruck in italienischer Sprache, dem er in einer nicht näher bezeichneten, den Cavaliere Leoncelli betreffenden Angelegenheit seine Verbundenheit ausdrückt. Bei dem Cavaliere Astor Leoncelli (1535-1603) handelt es sich um Maximilians ehemaligen Sprachlehrer und bayerischen Hofrat, der ein halbes Jahr nach unserem Brief, am 28. 3. 1603, wegen der Verführung zweier Pagen hingerichtet worden ist. – Kleiner Wasserfleck in der Unterschrift Maximilians, papiergedecktes Siegel entfernt, mittlerer Querfalz alt hinterlegt, Falze mit kleinen Löchern und Rissen, leicht gebräunt, wenig fleckig.

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– Brief mit e. U. Dat. München, 4. 1. 1646. Fol. 2/3 S. – Doppelbl. mit rückseitiger Adresse und papiergedecktem Siegel. (61) 250,Neujahrsgrüße an den Fürstbischof Johann von Brixen (Johann Platzgummer, 1565-1647, Amtszeit 1641-1647) mit Dank für dessen Neujahrsgrüße vom Dezember vergangenen Jahres und dem Wunsch, der Bischof möge das neue Jahr „durch die göttliche Güte mit gesundt und gedeidlichem Wolleben vollenden“. – Feines Bütten mit Wasserzeichen eines Wappenschilds. – Verso mit einzelnen kleinen Tintenfraßausbrüchen im Bereich der Adresse, obere Ecken mit geringen Läsuren.

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MOMMSEN, TH., Historiker (1817-1903). E. Brief mit e. U. Dat. B(erlin), 15. 9. 1900. Kl.-8°. 3 S. – Doppelblatt mit Adreßstempel oben links. (112) *R 150,In italienischer Sprache an einen nicht bestimmbaren Professor gerichtete ergebene Entschuldigung für eine versäumte Frist und Dank für Photographien, die die Arbeit, wohl eine Transkription, erheblich erleichterten „potendovi per ogni passo dubbioso ricorrere alle fotografie“. Am Ende Erwähnung der Tochter Adelheid, die sich gerade im Engadin aufhält, und Erinnerung an gemeinsam verbrachte Stunden. – Auf Bütten „Superfein Billetpapier“. – Vertikale Faltspur. – Beiliegend eine Hotelrechnung mit eigenhändigem Vermerk „München, Hotel Marienbad, Barerstraße“.

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MRACZEK, J. G., Violonist, Komponist und Dirigent (1878-1944). E. Einladungskarte mit U. Dat. Brünn, 24. 10. 1915. 1 S. (96) *R 150,An einen „hochverehrten Herrn Direktor“, den er zur Uraufführung seiner Oper „Die Insel Aebelö“ am 13. November 1915 im Stadttheater von Breslau einlädt. – Adresse gestempelt.

Sonderkommission 20. Juli 72

MÜLLER, H., Gestapo-Chef (1900-1945?). Masch. Aktenvermerk mit e. U. auf einem masch. Schreiben eines Polizei-Obersekretärs namens Rosen, gerichtet an Müller. Dat. Berlin, 29./30. 11. 1944. Fol. 1 S. (102) 600,Mitteilung eines Gestapo-Mitarbeiters an den Behördenchef „Gestapo-Müller“, den berüchtigten Leiter des Amtes IV im Reichssicherheitshauptamt, ausdrücklich als „Chefsache“ rot gestempelt. Mitgeteilt wird das Ermittlungsergebnis in Sachen Graf von der Recke, der verdächtigt worden war, zum Kreis der Verschwörer vom 20. Juli zu gehören. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: „Auch Befragungen des Umfeldes lassen keinerlei derartige Schlüsse zu, daß R. gesinnungsmäßig diesem ehrlosen Haufen zugerechnet werden kann. Weitere Ermittlungsarbeiten hält die Dienststelle für unangebracht.“ Müller ordnet die Einstellung der Ermittlungstätigkeiten daraufhin an (unterzeichnete Aktennotiz). Warum der 1889 geborene, zum Zeitpunkt der Ermittlungen in Berlin wohnende Graf von der Recke ins Visier der „Sonderkommission 20. Juli“ geraten ist, konnte von uns nicht ermittelt werden. – Gedruckter Briefkopf „Geheime Staatspolizei. Staatspolizeileitstelle Berlin“. – Eingangsstempel (30. 11. 1944) und Registraturvermerke. – Gelocht, minimale Randläsuren, leicht gebräunt.


Urkunden und Autographen

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NABOKOV, N., Komponist (1903-1978). Masch. Brief mit e. U. Dat. Baltimore, (um 1950). Fol. 1 S. (112) *R 150,An den Rektor und den Stiftungsrat der Universidad Nacional in Bogotá gerichtetes Empfehlungsschreiben für seinen Studenten Luis Escobar (1925-1993), den späteren Mitbegründer des Orquesta Filarmónica de Bogotá. – „He spent several months in conditions of such distress and financial uncertainty that it created in him a state of profound anxiety and depression in which it was impossible for him to concentrate upon his work.“ – Oben mit gedruckter Adresse „Peabody Conservatory of Music, Baltimore“. – Faltspuren, etw. knittrig und leicht fleckig. – Beiliegend eine Karte mit e. Unterschrift.

Mützenstreit 74

NAPOLEON I., französischer Kaiser (17691821). E. Paraphe („Np“) unter einer Randnotiz auf einem an Napoleon gerichteten Brief des Majors Deleune vom 26. Linienregiment der Infanterie. Dat. „Camp de L'Isle Daix“, 31. 5. 1806, die Randnotiz dat. St. Cloud, 8. 6. 1806. Fol. 2 S. (Brief, Randnotiz 3 Zeilen). – Doppelblatt. (61) 800,Ein an Napoleon gerichtetes Schreiben bezüglich einer Streitfrage, die Uniformierung des 26. Linienregiments der Infanterie betreffend. Zur Zeit des Aufbruchs des ersten und zweiten Bataillons des Regiments in die Kolonien, im Januar 1805 von der westfranzösischen Festungsinsel Île d'Aix ausgehend, nach Guadeloupe und Martinique, hatte der Befehlshaber die Kompanien der Grenadiere auf den Kriegszustand hin vervollständigt und ihnen dabei ihre „Bonnets d'Oursin“ weggenommen, so daß in der weiterhin in Aix stationierten dritten Kompanie nur noch einzelnen der Offiziere derartige Kopfbedeckungen verblieben waren. Bei den „Bonnets d'Oursin“ handelt es sich um hohe Fellmützen, die als Auszeichnung für Elitekompanien galten. Der erzwungene Verzicht wurde demnach als Demütigung und Benachteiligung gegenüber anderen gleichrangigen Einheiten empfunden. Das dritte Bataillon habe ihn, Major Deleune, daher veranlaßt, eine neue Kompanie von Grenadieren zu formieren, die, um anderen nicht nachzustehen, „Bonnets à Poil“ (Fellmützen) bräuchten. Dies möge Napoleon ihnen genehmigen. Napoleon entsprach der Bitte, genehmigte 60 Mützen und leitete das Schreiben zur Ausführung an seinen Minister der Kriegsverwaltung weiter, Jean-François-Aimé Comte Dejean (17491824). – Beiliegend ein kurzes Echtheitsgutachten der Autographenhandlung Stargardt in Berlin. – Ränder etw. beschnitten (am rechten Rand der Vorderseite geringer Buchstabenverlust) und mit geringen Läsuren, leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. Autograph signature („Np“) below a marginal note in three lines on a letter addressed to Napoleon by major Deleune of the 26th infantry line regiment. Dated „Camp de L'Isle Daix“, May 31, 1806, marginal note dated St. Cloud, June 8th, 1806. – Enclosed short proof of authenticity by Stargardt at Berlin. – Margins a little cropped (minor loss of letters on recto at right margin) and with minor damages, slightly browned and soiled. – See illustration.

Nr. 74

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NOTARIATSURKUNDEN – SAMMLUNG – 7 lateinische Urkunden auf Pergament. Dat. (Italien?), 1349-1628. Verschied. Formate. Jeweils mit federgezeichnetem Notariatszeichen. (74) 800,Im ältesten Dokument, am 21. 3. 1349 datiert (ca. 37,5 x 26 cm, 40 Zeilen), wird der Verkauf von mobilen und immobilen Gütern in der Region von Florenz beurkundet. Genannt sind lokale Patrizier und Adelige sowie Personen mit dem Namen Spangenberg (Spengimberg, Sporgimberg), wohl Angehörige der Kärntner Adelsfamilie, die im 14. Jahrhundert in Friaul begütert war. – Schrift tls. verblaßt, einzelne Anstreichungen mit Bleistift, kleiner Randausriß, Knickspuren, fleckig. Ferner enthalten sind zwei Urkunden, datiert 29. 1. 1398, mit nahezu identischem Inhalt und gleichem Notariatszeichen, verfaßt von Jacobus, Sohn des Petrus de Forniciis de Campa, für den Notar Nicolaus, Sohn des Lodovicus de Mamaco (ca. 33,5 x 15,5 cm, 58 Zeilen, und ca. 25 x 13,5 cm, 43 Zeilen). – Tls. mit kleinen Fraßspuren (kein Textverlust), fleckig. Außerdem Urkunden, datiert am 3. 9. 1370 (ca. 54 x 13 cm, mit zwei Textblöcken von 30 und 19 Zeilen, am Beginn jeweils das gleiche Notariatszeichen, verfaßt von einem Lancellotus), am 25. 6. 1374 (ca. 41 x 15,5 cm, 61 Zeilen), am 6. 4. 1390 (ca. 27,5 x 25,5 cm, 44 Zeilen) und am 5. 4. 1392 (ca. 47 x 14,5 cm, 67 Zeilen). – Jeweils mäßige Altersspuren. – Dazu eine Urkunde in lateinischer Kursive, datiert 19. 10. 1628 (ca. 20 x 15,5 cm, 20 Zeilen). Collection of notary documents: 7 Latin documents on vellum. Dated (Italy?), 1349-1628. Various formats. Each with notary's sign by pen.


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Urkunden und Autographen

OTTO, KÖNIG VON GRIECHENLAND – ALBUM mit ca. 300 Visitenkarten. Um 1830-60. Mont. auf ca. 70 Blättern. Ca. 22 x 20 cm. Ohne Einband. (16) 300,Umfangreiche zeitgenössische Sammlung von lithographierten und handschriftlichen Visitenkarten bedeutender Diplomaten, Militärs, Adeliger, Gelehrter und Künstler, wohl im Umfeld des bayerischen Königs Otto von Griechenland (1832-1862) entstanden. – Meist sind acht Karten auf der Rectoseite eines Blattes montiert (einige lose), darunter Otto von Bismarck (als „Königl. Preuss. Bundestags-Gesandter“), Generalmajor Karl Wilhelm von Heideck, Admiral Karl Rudolf Brommy, der Flottenkapitän Andreas Miaules, der Orientalist Jakob Philipp Fallmerayer, der Verleger Heinrich Brockhaus, die Violinistin Hortensia Zirges und der maßgeblich für die Umgestaltung Athens verantwortliche Architekt Friedrich Schaubert. Ferner enthalten sind sechs handschriftliche Notizen in griechischer und französischer Sprache, darunter die Annonce eines Besuchs des Königs, geschrieben vom Seeadjutanten Georg Sahinis, datiert 7. 11. 1844. – Ausgebunden, einige Bl. abgeschnitten, Gebrauchsspuren.

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PILAR – TEILNACHLASS der Maria del Pilar, Prinzessin von Bayern (1891-1987), mit 2 Reiseausweisen, Korrespondenz, Glacéhandschuhen, einigen Photographien, Telegrammen usw. Um 1900-70. (106) 200,Sammlung von zusammen ca. 60 Schriftstücken und Drucksachen aus dem Besitz der Prinzessin, ihrer Eltern Ludwig Ferdinand, Prinz von Bayern (1859-1949), und María de la Paz, Infantin von Spanien (1862-1946), von König Alfonso XIII. von Spanien (1886-1941) und Clara, Prinzessin von Bayern (1874-1941), sowie anderer Familienmitglieder. Bemerkenswert sind u. a. ein maschinenschriftliches Schreiben von König Ludwig III., mit Stempel und e. Unterschrift, dat. 22. 9. 1914, drei gedruckte Reise-Ausweise mit hs. Eintragungen und Stempel „Amtliches Bayerisches Reisebureau“ für die Prinzessin, inkognito unter dem Namen „Pilar Badenburg“ sowie ihre Gesellschaftsdame „Katharina Bauer“, dat. 10. 6. 1919 und 17. 7. 1919, eine Einladung zum Diner von Italo Balbo, „Maresciallo dell'Aria Governatore Generale della Libia“, um 1935. Ferner die langen weißen Glacéhandschuhe mit dem Nachlaßstempel der Prinzessin und eine Karte mit der Speisenfolge eines Soupers bei Prinz Ludwig Ferdinand (um 1900), rückseitig mit kindlichen Zeichenversuchen wohl der Prinzessin Pilar; außerdem Erinnerungsstücke an Eltern und Familienangehörige, darunter sieben Photographien, sechs Telegramme sowie zwölf teils von Hand illustrierte Postkarten und Briefe, darunter eine farb. Postkarte mit Unterschrift des Schweizer Malers Alfred Pellegrini, datiert 15. 4. 1918. – Leichte Gebrauchsspuren.

Elvis in Bad Nauheim 78

PRESLEY, E., Rocksänger (1935-1977). 6 e. Sign., tls. auf und neben Portr.-Photographien (5 Originale), in einem Teenager-Album. Dat. (Bad Nauheim) 1959. 21 x 14,8 cm (Album). 9 Bl. 12.000,Leicht läd. Broschur d. Zt. (95) Ein umfunktioniertes Schulheft, das einem zwölfjährigen Mädchen als Elvis-Album diente, der Deckel beschriftet „Elvis Fotos – Renate Klinkerfuß“. Mit den Autogrammen und Originalphotos des „King of Rock 'n' Roll“, darunter zwei Aufnahmen zusammen mit der Eignerin, ist das Album ein in dieser Art sehr seltenes, authentisches und unmittelbares Zeugnis des in Deutschland in den späten fünfziger Jahren grassierenden „Elvis-Fiebers“, das seinen Höhepunkt erreichte, als Elvis von 1958-60 in Bad Nauheim seinen Militärdienst ableistete. Seine Domizile, zuerst das Hotel Grunewald, dann eine Villa in der Goethestraße 14, waren fast rund um die Uhr von überwiegend weiblichen Fans im Teenageralter belagert, denen der Star von Zeit zu Zeit Autogrammstunden gewährte. Unter ihnen war auch die 1947 in Bad Nauheim geborene Renate Klinkerfuß, der Elvis das Privileg einräumte, sich mit ihm zusammen photographieren zu lassen; zudem signierte er einige jener Bilder, die sie bereits in ihr Album eingeklebt hatte. Enthalten sind, in der Folge der Einträge: 1.) Farbiges Porträt von Elvis in Uniform, überschrieben von der Eignerin „Sweet Sugar“, Umrißausschnitt aus einer Illustrierten, von Elvis voll signiert. – 2.) Zwei Umrißausschnitte aus farbigen Illustrierten, Elvis mit Gitarre tanzend und Porträt im Profil, daneben die volle Signatur. – 3.) Kopfprofil von Elvis in gezeichneten Umrißlinien, gedruckter Name eingeklebt. – 4.) Zeitungsausschnitt in Schwarzweiß, Elvis hinter dem Steuer eines Wagens (wohl Filmszene), zwei volle Signaturen von Elvis (in Bleistift und Kugelschreiber). – 5.) Zeitungsausschnitt (Elvis am Heldendenkmal) und Liedtext von „All Shook up“, dazu gedruckter Name. – 6.) Zeitungsausschnitt, Elvis singend mit Gitarre. – 7.) Originalphoto, Elvis mit Renate Klinkerfuß vor der Wohnung Goethestraße 14, Beischrift: „Elvis und ich 1959“, dazu Signatur von Elvis auf dem Albumblatt. – 8.) Bildpostkarte: Elvis sitzend Gitarre spielend (wohl Filmszene). – 9.) Gedrucktes Bildkärtchen (Elvis, Gitarre spielend) und kleiner Illustriertenausschnitt (in Uniform), dazu Songtitel von der Hand der Eignerin – 10.) Gedruckter Name Elvis und RCA-Label (ausgeschnitten). – 11.) Doppelseite: Zeitungsausschnitte mit Porträt und Text. – 12.) Zeitungsausschnitte mit kleinem Porträt und Songtiteln. – 13.) Originalphoto, Elvis am Gartentor der Goethestraße 14 beim Signieren (Schnappschuß), Beischrift der Eignerin: „Elvis beim Autogrammgeben vor seinem Haus 1959“. – 14.) Originalphoto mit Beischrift „Elvis beim Autogramm geben“, dazu Bildausschnitt in Uniform aus einer Illustrierten. – 15.) Porträtpostkarte mit zwei vollen Signaturen von Elvis und seinem Vater Vernon Elvis Presley. – 16.) Originales Porträtphoto. – 17.) Lose beiliegend ein kleines Photo, das Elvis mit der Eignerin zeigt, um die er den Arm gelegt hat. Die Knickspuren sind hier ebenfalls ein Zeugnis der Zeit – hatte die Mutter, der die Schwärmerei ihrer Tochter mißfiel, das Bild doch bereits zerknüllt, um es wegzuwerfen. – Aus dem unmittelbaren Familienbesitz der Eignerin. – Beiliegend eine Mappe mit Echtheitsbestätigung und Familienbuchauszug. – Eingeklebte Photographien gut erhalten mit meist nur leichten Gebrauchsspuren, Album im Bug, tls. auch im Rand mit Klebestreifen; einige Bl. mit Knickspuren, einzelnen Läsuren und Flecken. – Siehe Abbildungen.


Urkunden und Autographen

Nr. 78

Nr. 78

A converted exercise book used by a twelve years old girl as Elvis album, the cover labelled „Elvis photos – Renate Klinkerfuß“. With autographs and original photographs of the „King of Rock 'n' Roll“, among them two shots together with the owner, this album is a very rare, authentic and immediate testimony of the „Elvis fever“ rampant in Germany in the late fifties, reaching its culmination when Elvis served in the armed forces in Bad Nauheim from 1958-60. His domicile, first the hotel Grunewald, then a villa in Goethestrasse 14, were beleagered almost round the clock by mainly teenage female fans, for whom the star signed autographs from time to time. Among them was also Renate Klinkerfuß born at Bad Nauheim in 1947, Elvis even granted her the privilege to be photographed with him; he signed also some of the pictures which she had already pasted in her album. – From the direct family property of the owner. – Enclosed portfolio with authentication and family register extract. – Glued-in photographs well preserved with only slight signs of wear in most cases, album at joint, partly also at margin with adhesive strips; some leaves with cracking marks, isolated damages and stains. – Contemporary slightly damaged wrappers. – See illustrations.

Bad Endorf schrieb, hat er auf der Rückseite mit einer Zeichnung versehen, die einen Bauern zeigt, der für einen Maler die im Herbst abgefallenen Blätter wieder an den Baum hängt (monogrammiert „LP“). In seinem Gruß nennt Putz sich einen „ausgespotteten aber strebsamen Plaineristen“ (Verballhornung von „Pleinairist“). Die zweite Karte ist nicht gelaufen (wohl im Kuvert verschickt) und hätte Lauer kaum unter dieser Adresse erreicht: „Schloßgeist auf Neuberghausen“, bezugnehmend auf die 1913 errichtete Lauer-Villa in MünchenBogenhausen, einem Künstlertreffpunkt nahe dem Ausflugslokal Neuberghausen. Die Zeichnung mit einem nackten Putto, der vom bayrischen Löwen und dem deutschen Reichsadler aus einer Kanone geschossen wird, ist bezeichnet, datiert und signiert. – Schriftseiten mit Klebe- und Montagespuren. – Aus der Sammlung W. Denzel.

Mit Zeichnungen 79

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PUTZ, L., Maler (1869-1940). 2 e. Postkarten mit U. und je einer ganzseit. Buntstift-Zeichnung auf dem Verso. Dat. Bad Endorf, 29. 11. 1911 (Poststempel) und „Neujahr 1915“. (50) 200,Zwei launige Postkartengrüße an seinen Malerkollegen und Freund Friedrich Karl Ludwig Lauer (1874-1935), genannt Fridol(in). Die frühere Karte, die Putz von seinem Atelier in Schloß Hartmannsberg in der Nähe von

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– 2 e. Postkarten mit U. und je einer ganzseit. Buntstift-Zeichnung auf dem Verso. Dat. 1913. (50) 250,Postkartengrüße des Jahres 1913 an seinen Malerkollegen und Freund Friedrich Karl Ludwig Lauer (1874-1935). Die eine Karte zu Neujahr (Zeichnung: Putti, die üppige Essensplatten heranschleppen), die andere, nicht gelaufene (wohl im Umschlag verschickt) nur mit Adresse (Schloßgut Urfahrn am Chiemsee). Rückseitig eine sehr originelle Zeichnung eines aus Gemüse und Obst geformten Phantasietieres, das seinen „Senf“ dazugibt (signiert und datiert). – Schriftseiten mit Klebe- und Montagespuren, kleiner Sammlerstempel. – Aus der Sammlung W. Denzel. – Siehe Abbildung.


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Urkunden und Autographen

Nr. 80

3.) Marco Bordogni, Sänger (1789-1856), Brief, datiert 7. 12. 1854, eine Seite. – 4.) Albert Grisar, Komponist (1808-1869), Brief, datiert 1. 8. 1853, eine Seite. – 5.) Auguste Mathieu Panseron, Komponist (1795-1859), Billet, nicht datiert, halbe Seite. – 6.) Camille Périer (Pseudonym: Kam-Hill), Kabarettist und Sänger (1856-1935), Billet, nicht datiert, eine Seite, mit kleiner gedruckter, kolorierter Darstellung des Verfassers. – 7.) Marie Sax (Sasse), Sängerin (1834-1907), Brief, nicht datiert, zwei Seiten. – 8.) Rosine Stoltz, Sängerin (1815-1903), Brief, datiert 14. 7. (ohne Jahr), eine Seite. – Leichte Gebrauchsspuren.

Empfehlungen für Aktiengeschäfte 81

ROTHSCHILD, J. DE, Bankier (1792-1868). E. Brief mit U. Dat. Paris, 22. 3. 1843. 21 x 13,5 cm. 2 1/2 S. – Doppelblatt. (108) ** 500,An eine „Madame la Baronne“, Witwe eines in großen finanziellen Schwierigkeiten verstorbenen Barons Lecordier, der er seine Hilfe und Unterstützung zusichert. Rothschild empfiehlt ihr, in den Handel mit „Fonds Belges“ einzusteigen, da diese sicher seien und zugleich gute Renditen erwarten ließen. – Interessante Ausführungen zum Aktienhandel durch den großen Bankier, den Begründer der französischen Rothschild-Linie. – Kopf mit Namenszug von fremder Hand; leicht knittrig, Ränder minimal gebräunt.

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RUBINSTEIN, A., Klaviervirtuose (1886-1982). Porträtpostkarte mit e. Widmung und U. Dat. Bukarest, 10. 4. 1927. (112) *R 400,Widmung auf der Vorderseite: „A Madame Mendl, ému de sa haute culture comme de sa grande bonté“. – Mit leichter Knickspur, rückseitig etw. fleckig.

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SÄNGER UND KOMPONISTEN – SAMMLUNG – 8 kleinere Autographen französischer, belgischer und italienischer Sänger und Komponisten, fast alle e. und mit U. Ca. 1840-80. Verschied. kleine Formate. (108) ** 300,1.) Marie Battu, Sängerin (1838-1919), Brief, nicht datiert, zwei Seiten. – 2.) François Bazin, Komponist und Pädagoge (1816-1878), Notiz, datiert 21. 7. 1866, halbe Seite. –

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SANIN – EHRENURKUNDE zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Aleksandr Sanin (Alessandro Sanine) mit über 200 Autogrammen, sign. „C. Parravicini e Rondelli E. inv. e dip.“ Italienische Urkunde auf Pergament. Mailand 1950. Ca. 93 x 66 cm. Mit breiter ornamentaler Rahmenbordüre, 3 Miniaturen in Medaillonrahmen, 2 Initialen und mehrfarbiger Auszeichnungsschrift, alles in Deckfarben mit Gold. (93) ** 300,Aleksandr Akimovic Sanin (Alessandro Sanine; Geburtsname Sënberg; 1869-1956) gab sein Regiedebüt im Jahr 1900 am Moskauer Tschechow-Kunsttheater, 1908 begann seine Zusammenarbeit mit Djagilew, 1926 wurde er von Toscanini an die Mailänder Scala berufen, 1929 debütierte er am Teatro Reale di Roma, schließlich wirkte er auch an der New Yorker Metropolitan Opera und kehrte 1942 an das Teatro alla scala zurück. – Die prunkvolle Ehrenurkunde, von üppigen Blütenranken im Stil der italienischen Renaissance gerahmt, zeigt in drei Medaillons die wichtigsten Wirkungsstätten seiner Karriere in Moskau,


Urkunden und Autographen

Nr. 84

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Urkunden und Autographen

Nr. 85

Mailand und Rom. Die große Verehrung für den Maestro manifestiert sich in den zahlreichen Unterschriften von Mailänder Künstlern und wohl auch anderen Weggefährten, darunter Teofilo de Angelis (1866-1954). – Gerollt. – Siehe Abbildung.

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Schreiben gelang es der Gestapo, einen Funkspruch des sowjetischen Militärgeheimdienstes vom 26. August 1942 von Moskau nach Brüssel, in dem neben Schulze-Boysens Name auch seine Adresse stand, zu dechiffrieren. Schulze-Boysen und einige Mitglieder der als „SchulzeBoysen/Harnack-Gruppe“ in die Geschichte eingegangenen Widerstandsgruppe wurden daraufhin verhaftet und hingerichtet; Schulze-Boysen und Schumacher wurden beide am 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee gehängt. – Brief vom 16. Februar mit Eingangsstempel, Registraturvermerken und gelocht, beide gering gebräunt. – Autographen von Harro Schulze Boysen sind überaus selten. – Siehe Abbildung.

SCHULZE-BOYSEN, H., deutscher Offizier und Widerstandskämpfer der „Roten Kapelle“ (1909-1942). Zwei masch. Briefe mit e. U. Dat. Berlin, 16. 2. 1942, und Berlin-Charlottenburg, 1. 7. 1942. Qu.-8°. Je 1 S. (102) 2.000,I. (16. 2. 1942): Eingabe an das Luftwaffenpersonalamt beim Reichsminister der Luftfahrt (H. Göring) mit dem Ansuchen um eine „dienstliche Bescheinigung aller von mir abgelegten Lehrgänge, Ausbildungen sowie einer Auflistung der Daten meiner dienstlichen Verwendungen in der Luftwaffe“. II. (1. 7. 1942): An den Bildhauer und befreundeten Widerstandskämpfer Kurt Schumacher (1905-1942), dessen Atelier in Berlin-Tempelhof (die hier genannte Adresse) als konspirativer Treffpunkt von Widerstandskämpfern diente. Schumacher stand seit 1932 in Kontakt zu Harro Schulze Boysen. Bei dem vorliegenden Schreiben handelt es sich vorgeblich um die Gratulation zu „einem Großauftrag“, tatsächlich aber um eine verschlüsselte Kontaktaufnahme und um Informationsaustausch. Darauf lassen vor allem die letzten Zeilen schließen, in denen Schulze-Boysen Schumacher um einen Telefonanruf bittet, da er „noch einige Informationen“ benötige. Auch die rhetorische Frage: „Womit ja dann auch der nächste Winterurlaub in Garmisch eine sichere Angelegenheit sein dürfte?“ enthält wohl verschlüsselte Informationen. – Wenige Tage nach dem vorliegenden

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SKIZZENBUCH – „Album de dessins, par A. Walter, graveur. 1853“ (Deckeltitel). Ca. 30 (4 mont.) Federzeichnungen auf 15 Bl., 3 mont. Bleistiftzeichungen (davon eine farbig laviert) und einige weiße Bl. Wohl Frankreich, Mitte 19. Jhdt. Ca. 25,8 x 34,8 cm. Mod. Hldr. mit altem goldgepr. Leder-Titelschild. (54) 300,Qualitätvolles Skizzenbuch, vorwiegend mit Pflanzen in Federzeichnung. Enthalten sind auf den ersten zwölf Blättern jeweils zwei oder mehrere lebendig bewegte und zugleich botanisch getreue Abbildungen von Blüten und Pflanzenteilen sowie eine ganzseitige, nicht in allen Partien ausgeführte Weinrebe; die feine Strichtechnik der Schraffuren deutet darauf hin, daß es sich um Vorlagen wohl für Kupferstiche handelt. Es schließen sich einige Blätter mit Bleistiftvorzeichnungen von Pflanzen an, dann folgen sieben Blätter mit montierten Feder- und Bleistiftzeichnungen mit verschiedenen Motiven, davon einige mit „A. W.“ signiert, den Initialen des auf dem


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Urkunden und Autographen

Nr. 86

Titelschild genannten Stechers (über den wir nichts Biographisches ermitteln konnten). – Leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

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SKORZENY, O., SS-Obersturmbannführer (1908-1975). Zwei masch. Briefe mit e. U. Dat. O. U. (Ortsunterkunft), 28. 11. 1944 und 5. 1. 1945. Qu.-8°. Je 1 S. (102) 500,Zwei Exemplare eines hektographierten Formulars, ausgefüllt mit der Schreibmaschine und unterzeichnet von Skorzeny, betreffend die Rehabilitierung der „in der beigefügten Anlage aufgeführten Unterführer und Männer“ gemäß laufender Verfügungen des Reichsführers SS. – Otto Skorzeny ist vor allem durch seine Beteiligung an der Befreiung Mussolinis 1943 („Unternehmen Eiche“) und die Verhaftung der Widerstandskämpfer des 20. Juli bekannt geworden. – Mit Eingangsstempel und Ablagevermerken, gelocht, leicht gebräunt.

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stellt wurde und bis auf weiteres auch durch den BdE. etatisiert wird.“ Diese Änderung der Kommandogewalt erfordere gewisse Absprachen und Regelungsmaßnahmen. – Stauffenberg war seit dem 1. Januar 1943 Oberstleutant i.G.; am 20. Juni 1944 wurde er Chef des Stabes bei Generaloberst Friedrich Fromm, am 1. Juli 1944 schließlich zum Oberst i.G. befördert. – Auf Papier mit gedrucktem Briefkopf „Oberkommando des Heeres (Befehlshaber des Ersatzheeres)“. – Gelocht, eine rote Markierung (Fernverkehrsnummer), leicht gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

STAUFFENBERG, C. SCHENK GRAF VON, deutscher Offizier und Widerstandskämpfer des 20. Juli (1907-1944). Masch. Brief mit e. U. Dat. Berlin, 16. 6. 1944. Fol. 3/4 S. (102) 5.000,Als Oberstleutnant im Generalstab an Generalmajor Bodo von Wartenberg (1890-1954), der eine Woche zuvor, am 8. Juni 1944, zum Kommandeur der Freiwilligenverbände beim Befehlshaber des Ersatzheeres berufen worden war. Stauffenberg bittet ihn, sich mit Generaloberst Fromm, dem Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres, persönlich in Verbindung zu setzen, da Wartenbergs Dienststelle „durch die Umgruppierung beim Oberbefehlshaber West dem O.K.H./BdE. unter-

Prager Theaterquerelen 89

TEWELES, H., Bühnendichter und Theaterleiter (1856-1927). E. Briefentwurf mit Monogramm „H. T.“. Dat. (Prag), 2. 4. 1887. Fol. 1 S. (96) *R 200,Ohne Anrede an einen Freund und Kollegen, wahrscheinlich den Literaturkritiker Alfred Klaar (1848-1927), in Angelegenheit eines Konflikts zwischen beiden, wohl betreffend die Gründung des neuen Königlichen Deutschen Landestheaters in Prag, der späteren Prager Staatsoper. Dafür hatten sich beide in einem Theaterverein engagiert, der Konflikt betraf die Wahl eines Ausschusses. – Heinrich Teweles, der zu dieser Zeit noch als Kritiker und Journalist arbeitete, wurde wenig später von Angelo Neumann, dem Gründer und Intendanten des Theaters, zu dessen erstem Dramaturgen berufen. – Gefaltet, mit kleinen Falzeinrissen und Randläsuren, etw. fleckig und gebräunt. – Beiliegend ein inkompletter vierseitiger Brief des Prager Rechtsanwalts Ludwig Kahn (datiert Prag, 31. 3. 1887), Beschwerden zum „Wahlausgang der letzten Volksversammlung“ betreffend.


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Urkunden und Autographen

Neun Sonette und ein Epilog im Sapphischen. 1909-1912. (Leipzig, Poeschel & Trepte, [1912]). 14 S., 1 Bl. – Eines von 25 Exemplaren. – Widmung datiert St. Petersburg, 24. 12. 1912. – Zwei Verszeilen mit handschriftlichen Korrekturen. Gedichte. Berlin, Verlag „Skythen“, 1922. 15 S. – Nr. 54 von 200 Exemplaren. – Widmung an Karl Wolfskehl, datiert Berlin, 22. 5. 1923. Der Totengräber. Fragment. Berlin, Verlag Skythen, 1923. 23 S. – Widmung an Karl Wolfskehl „in aufrichtig dankbarem Erinnern an viele anregende Stunden in München 1907-1909, Berlin-Lichterfelde, 22. Mai 1923“. – Fleckig.

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WANDERPASS für den Strumpfwirkergesellen Anton Schubert. Vorgedruckte und handschriftlich ausgefüllte Urkunde auf Papier. Dat. Böhmisch Kamnitz (Ceská Kamenice), 14. 7. 1812. Blattgr.: 34,5 x 20 cm. Mit 2 papiergedeckten Siegeln und Stempeln. (68) ** 80,Der in Böhmen gebürtige Strumpfwirkergeselle Anton Schubert, 18 Jahre alt, wandert von seinem „damaligen Arbeitsorte, der Stadt Steyer in Oberösterreich, ferner in denen k. k. conscribierten Erbstaaten, um sich in der erlernten Strumpfwirkerprofession mehr zu vervollkommnen“. – Rückseitig mit Vidit-Vermerken, Faltspuren, gering fleckig.

Verlorenengeglaubte Klosterarchivalien

Nr. 88

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THOMA, L., Schriftsteller (1867-1921). E. Brief mit U. Dat. München, 7. 11. (19)03. 19,8 x 13,8 cm. 1 3/4 S. (62) 150,An einen „lieben Herrn Förster“, den Thoma bittet, dem mit ihm befreundeten Maler Hermann Groeber (18651935) ein Fischwasser zu zeigen und ihn beim Fischen zu begleiten. Groeber, am Chiemsee aufgewachsen, hatte in seiner Jugend das Fischerhandwerk erlernt und hegte zeitlebens eine Angelleidenschaft. Thoma selbst und „Herr Langen“, wohl sein Verleger Albert Langen, hätten Groeber das Fischrecht erteilt. – Gelocht, gefalt., mehrere tiefe Randeinrisse, leicht gebräunt.

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– E. Widmung mit U. Dat. „München, Weihnachten 1907“. – Auf dem Vortitel von: DERS., Kleinstadtgeschichten. 11.-15. Tausend. München, Langen, 1908. 195 S., 6 Bl. (Anzeigen). OLwd. (Rücken etw. gebleicht, leicht berieben und bestoßen). (62) 200,Weihnachtsgruß an den zeitlebens eng befreundeten Maler Hermann Groeber (1865-1935), „zur freundlichen Erinnerung an Neuburg a/D. und Burghausen“, wo beide ihre Gymnasialzeit verbracht hatten. – Leicht gebräunt und fleckig.

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WALTER – WOLFSKEHL – 3 WIDMUNGSEXEMPLARE mit Werken von Reinhold von Walter, darunter 2 mit Widmung an Karl Wolfskehl. 1912-23. 4°. Jeweils mod. Hmaroquin mit Rtit. (frisch). (18) 250,-

WIBLINGEN – BRIEFE UND URKUNDEN, das Benediktinerkloster Wiblingen betreffend, aus dem 16. Jahrhundert. 25 Dokumente, darunter Schreiben an Wiblinger Äbte aus Dillingen, Elchingen, Ottobeuren, Ulm und Weingarten sowie Urkunden, Abrechnungen, Protokolle etc., ausgestellt in und für Wiblingen. Dat. um 1530-1603. Meist Folio-Doppelblätter. – Viele rückseitig adressiert, einige mit papiergedeckten Siegeln. (81) ** 600,Die Archivbestände der bis 1806 bestehenden vorderösterreichischen Benediktinerabtei Wiblingen bei Ulm sind zu großen Teilen verloren. Vieles kam wohl bald nach Auflösung des Klosters abhanden; die bei der Überführung in staatliche Archive als historisch nicht bedeutsam eingestuften Dokumente wurden von den damaligen Behörden teils an Antiquitätenhändler verkauft. Um eine solche Tranche dürfte es sich bei den hier zur Versteigerung stehenden vier Losen handeln. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Briefwechsel mehrerer Wiblinger Äbte des 16. und 17. Jahrhunderts. Diese Briefe sind gewöhnlich an die Äbte adressiert, bei den wenigen Schreiben von Wiblinger Äbten handelt es sich wohl um Zweitschriften. Die in dieser Nummer vorliegenden Briefe sind an die Äbte Heinrich Claus (Amtszeit 1527-1550), Jodoc Todt (1572-1589) und Urban Hafner (1589-1606) adressiert; enthalten sind zwei Schreiben des Abtes Leonhard Wiedemann von Ottobeuren (23. Mai und 2. Oktober 1542), jeweils ein Brief des Abtes Andreas Dierlin von Elchingen (20. Dezember 1544) und je zwei Schreiben des Bürgermeisters und Rats der Reichsstadt Ulm (24. Juli 1579 und 8. Januar 1597) sowie des Abtes Georg Wegelin von Weingarten (18. Mai 1597 und 2. November 1602).


Urkunden und Autographen

Die Urkunden wurden unter anderem ausgestellt im Namen (teils mit eigenhändiger Unterschrift) des Wiblinger Abts Augustin Widemann (Amtszeit 1556-1563, datiert 26. Juni 1557), des Konstanzer Bischofs Christoph Metzler von Andelberg (Meersburg, 3. November 1560) sowie der Abteien Ottobeuren (23. Mai 1543) und Roggenburg (27. 11. 1566). – Von besonderer Bedeutung auch die „Rechnung des Gotthaus Wiblingen Anno 1563“, acht ungezählte Blätter mit Auflistung sämtlicher Einnahmen und Ausgaben des Klosters im angegebenen Jahr, sowie das Protokoll (vier ungezählte Blätter) einer Tagung von Äbten unter anderem der Benediktinerklöster Kempten, Weingarten, Wiblingen, Ottobeuren und Zwiefalten über die gemeinsame Akademie, der sich Wiblingen 1542 angeschlossen hat (datiert Ottobeuren? 13. März 1542). – Ferner eine Eingabe aus Ulm an den Ammann und das Gericht zu Wiblingen (27. 6. 1595), ein Schreiben des Bürgermeisters und des Rats der Stadt Biberach an den Vogt von Kirchberg, Kloster Wiblingen betreffend (6. 2. 1582), und fünf Abrechnungen aus dem Kloster bzw. von Wiblinger Konventualen, darunter über Kostgeld (in einer Abrechnung wird ein „Orgelmacher“ erwähnt). Unterschiedliche Gebrauchsspuren, ein Dokument mit größeren Ausbrüchen, sonst nur gelegentliche Randläsuren und Einrisse, etw. wasserrandig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– FUGGER – 4 Briefe von Angehörigen der Kirchheimer Grafenfamilie Fugger, jeweils mit e. U., an die Äbte des Benediktinerklosters Wiblingen, sowie zwei die Wiblinger Schirmvogtei Kirchheim betreffende Dokumente. Dat. Augsburg, Kirchheim und Wiblingen, 1589-1682. Fol. – Die Briefe gesiegelt. (81) ** 300,I. Octavian Secundus Fugger (1549-1600) an Abt Jodoc Todt von Wiblingen (Amtszeit 1572-1589). Datiert Augsburg, 20. 7. 1589. 1 1/3 Seiten. – Betreffend die Alienation und den Verkauf von Gütern. – Octavian Secundus Fugger war Herr von Kirchberg sowie ein bedeutender Augsburger Stadtbaumeister und Stadtpfleger. II. Albrecht Fugger (1624-1692), Herr zu Kirchberg, an Abt Maurus Falkner von Wiblingen (Amtszeit 16661692). Datiert Kirchberg, 29. 2. 1672. Eine Seite – Informiert die Abtei über den Tod seines Schwagers, des Christoph Froben Fugger (1627-1672), Grafen von Kirchberg und Weißenhorn. III. Albrecht Fugger an Abt Maurus Falkner. Datiert Kirchberg, 19. 3. 1682. Eine Seite. – Dankt für die Einladung zur Feier des Benediktsfestes. IV. Albrecht Fugger an Abt Maurus Falkner. Datiert Kirchberg, 22. 6. 1682. Eine Seite. – Bittet darum, ihm mit einem „Benediktspfennig“ behilflich zu sein (eine Medaille mit dem Benediktussegen, von der man sich Schutz- und Heilwirkung erhoffte). V. „Specificatio rurium, so die Herren Graff Fugger dem Gottshaus Wiblingen entzogen haben“. Deutsche Handschrift, nicht datiert (wohl Wiblingen, gegen 1680). FolioDoppelblatt, 2 Seiten. – Wahrscheinlich im Zuge des Separationsprozesses von den Kirchheimer Fugger angefertigte Aufstellung ökonomischer Nachteile durch die Vogtei. Die 29 Punkte umfassende Liste schließt mit den Worten, daß Kirchberg Wiblingen nicht „protegiert, sondern continuierlich persequiert“ habe.

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VI. Verwaltungsprotokoll (Fragment). Deutsche Handschrift, nicht datiert (Wiblingen, ca. 1675). Folio-Doppelblatt, 4 1/2 S. – Teil eines Protokolls mit Aufzeichnungen über die Jahre 1545-1672, das Verhältnis von Kirchheim und Wiblingen betreffend (Verwaltung, Gerichtssachen, Beamte, Handwerk etc., in alphabetischer und chronologischer Anordnung, hier: Buchstabe B). Die gräfliche Familie der Fugger von Kirchberg übte die Kastvogtei (Schirmvogtei) über Kloster Wiblingen seit dem Mittelalter aus. Den gewährten Schutz in weltlichen Angelegenheiten ließen sich die Grafen vom Kloster vergüten, oft zu dessen Nachteil. Erst im ausgehenden 17. Jahrhundert gelang es dem Kloster unter den Äbten Marus Falkner und Modest Huber, sich endgültig von der Vogtei der Fugger zu lösen. Ältester Brief mit tiefen Falzeinrissen, sonst nur gelegentliche kleinere Läsuren, vereinzelt gering wasserrandig, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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– BRIEFE, URKUNDEN und weitere Dokumente des Benediktinerklosters Wiblingen aus dem 17.-19. Jahrhundert. Zusammen 18 Schriftstücke, darunter mehrere Schreiben an Abt Benedikt Rauch. Dat. Dillingen, Reichenbach, Ulm, Weingarten, Wiblingen, Zwiefalten u. a. 1617-1815. Meist Fol. (81) ** 250,Überwiegend Schriftstücke des 17. Jahrhunderts. – Der früheste Brief dieser Sammlung ist ein Schreiben des Augsburger Bischofs Heinrich V. von Knöringen an den Wiblinger Abt Gottfried Munding (Amtszeit 1606-1618) mit der Einladung zur Weihe der gerade vollendeten Jesuitenkirche des Dillinger Kollegs am 11. Juni 1617 (datiert Dillingen, 17. Mai 1617). Unter den Briefen an den auch als Heerführer der bayerischen Armee im Dreißigjährigen Krieg bedeutenden Wiblinger Abt Benedikt Rauch (Amtszeit 1635-1663) ein Schreiben des Zwiefalter Abts Ulrich Gleutz (1657) und die Zweitschrift eines Briefes des Weingartener Abts Dominikus Laymann. Auf das Wiblinger Priorat über Kloster Reichenbach im Schwarzwald, das das Kloster 1629-48 ausübte, beziehen sich weitere Briefe an Benedikt Rauch, der auch Prior von Reichenbach gewesen ist (Schreiben vom 15. Juni 1640 und 11. Februar 1643) sowie ein Schreiben von Rauchs Stellvertreter in Reichenbach, Albert Gebhardt, an den Wiblinger Prior Damian Engel, datiert 11. Juni 1644. – Unter den Wiblinger Urkunden und anderen Klosterdokumenten ein Rechnungsbuch über den Holzverbrauch des Konvents von 1610-29, eine von Abt Bendikt Rauch ausgestellte Quittung über 4000 Gulden, datiert Regensburg, 22. September 1659, sowie ein Auszug aus Wiblinger Verhörprotokollen, datiert 22. Oktober 1672. Von gewisser kulturhistorischer Bedeutung ist eine zweiseitige Erklärung (auf einem Folio-Doppelblatt) „Was under denen Worten Tach undt Fach zue verstehen“, mit Ausführungen über die Pflicht der Untertanen zur Einquartierung von Militär, datiert im November des Jahres 1681. – Das späteste Dokument der gesamten hier angebotenen Schriftstücke ist eine Art kurze Kirchenchronik von der Geburt Christi („im Jahr der Welt 3983“) bis zum Wiener Kongreß 1815 unter dem Titel „Kronologische Uibersicht der merkwürdigsten kirchlichen u. anderen Begebenheiten“ (acht ungezählte Blätter in Quart). Der Verfasser stammte wohl aus Kloster Wiblingen, worauf gelegentliche Eintragungen zur Klostergeschichte hindeuten, so die Erwähnung der Grundsteinlegung zum


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Kirchenneubau am 14. Mai 1772. Vielleicht handelt es sich hierbei um Aufzeichnungen des Klosterchronisten Michael Braig, der seine Geschichte der Abtei Wiblingen 1834 veröffentlich hat. Unsere Archivalien könnten demnach zur Gänze aus seinem Nachlaß stammen.

und 1689), der Klarissen-Äbtissin Agnes von Kaysersberg (1681) sowie des Guardians des Kapuzinerklosters in Weißenhorn (1679), des Landvogts der Markgrafschaft Burgau, des Freiherrn Johann Nikolaus von Welden (1680), des Ulmer Komturs Adam Maximilian von Ow (1682) sowie der Bürgermeister und des Rates von Biberach (1677) und Ulm (1687); ferner Schreiben aus Augsburg, Erbach, Mergentheim, Rottweil, Schorndorf, Ulm, Weißenhorn, Zwiefalten und einigen anderen Orten.

Ferner beiliegend zwei Dokumente zur Geschichte des Klosters Ochsenhausen, eine Lage (sechs Blätter in Quart) mit dem Teil einer handschriftlichen Chronik, überschrieben „Ochsenhausen 1703“, in der für den Zeitraum November 1703 bis März 1704 über die Geschicke des Klosters während des Spanischen Erbfolgekriegs berichtet wird, sowie ein Folio-Doppelblatt, auf dem Erwerbungen des Klosters im Zeitraum von 1510 bis 1729 mit den jeweiligen Kaufpreisen in lateinischer Sprache aufgelistet sind. Tls. stärkere Gebrauchsspuren mit Ein- und Ausrissen, stellenw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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– KORRESPONDENZ des Abtes Maurus Falkner von Wiblingen. Insgesamt 31 Dokumente, darunter Briefe aus Burgau, Einsiedeln, Mergentheim, Obermarchtal, Ulm und Zwiefalten, sowie eine von Falkner ausgestellte Urkunde mit e. U. und 2 Briefe. Dat. um 1670-90. Meist Folio-Doppelblätter. – Viele rückseitig adressiert, einige mit papiergedeckten Siegeln. (81) ** 400,Enthält Briefe der Äbte Augustinus von Einsiedeln (1674), Anselm von Elchingen (1677), Nikolaus Wierth von Obermarchtal (1682), Adalbert Rauscher von Roggenburg (1682), Roman Edel von St. Trudpert (1690), Johann Martin Gluiz von Zwiefalten (1678, 1682, 1687

Die von Abt Maurus verfaßten Briefe sind gerichtet an Herzog Karl V. von Lothringen, datiert 2. 3. 1687, und an den Bischof von Konstanz, Franz Johann Vogt von Altensumerau und Prasberg, datiert 30. Mai 1687 (dieses Schreiben ohne Unterschrift). In beiden Fällen wird es sich um Wiblinger Abschriften handeln. Der Brief an Karl V. von Lothringen bezieht sich auf Streitigkeiten der Abtei mit ihrem Kirchheimer Vogt, Graf Albrecht Fugger. Von Falkner zweifach eigenhändig unterzeichnet ist die einzige, acht Blätter umfassende Urkunde der Sammlung, ein Vergleich zwischen dem Kloster Wiblingen und dem Pfarrer Johann Caspar Laupheimer aus Harthausen bei Ulm, betreffend dessen Pensionsgesuch, datiert 12. März 1682. Unter Maurus Falkner, einem der bedeutendsten Wiblinger Äbte, der von 1666 bis 1692 ganze 26 Jahre dieses Amt ausübte, hat das Benediktinerkloster wirtschaftlichen Aufschwung erfahren und ist in seiner politischen Bedeutung erheblich gewachsen, insbesondere durch den von Falkner eingeleiteten und durch seinen Nachfolger vollendeten Separationsprozeß von der Schutzvogtei der Kirchberger Fugger. Die vorliegenden Briefe, die wohl nur einen Bruchteil derer ausmachen, die der Abt tatsächlich empfangen hat, geben einen interessanten Einblick in Falkners weitverzweigte Korrespondenz im gesamten südwestdeutschen Raum und den intensiven Austausch, in dem gerade die Benediktineräbte der bedeutenderen Klöster miteinander gestanden haben. Auch wenn die Inhalte der Schreiben meist nur von all-


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täglichen Angelegenheiten berichten, ist eine derartige Briefsammlung von nicht unerheblichem Wert für die Kenntnis der im Aufblühen begriffenen süddeutschen Klosterkultur im ausgehenden 17. Jahrhundert. Unterschiedliche Gebrauchsspuren, ein Bl. der Urkunde mit Ausbrüchen, sonst nur gelegentliche Randläsuren und Einrisse, stellenw. wasserrandig und gebräunt.

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ZEPPELIN, F. VON, Luftschiffkonstrukteur (1838-1917). E. Postkarte mit U. Dat. Stuttgart, 21. 1. 1905. 3/4 S. (147) 200,An seinen Sekretär Ernst Uhland in Friedrichshafen: „Beabsichtige morgen, Sonntag, Reise über Konstanz, Marbach, Romanshorn und Eintreffen dort mit Dampfboot 7:13.“ – Registraturvermerke, gelaufen mit Poststempeln, gelocht.

99

ZEPPELIN – EINEM, K. VON, deutscher Offizier und Kriegsminister (1853-1934). Brief mit e. U. an den Grafen Zeppelin. Dat. Berlin, 1. 5. 1906. 4°. 1 S. – Doppelblatt. (147) 250,Bedauert, dem Grafen Zeppelin mitteilen zu müssen, „daß die Gewährung einer Entschädigung von 100.000 M aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds in Anerkennung der durch die Luftschiffversuche geleisteten Dienste nicht hat erfolgen können“, und begründet dies mit „starker anderweitiger Inanspruchnahme“. – Graf Zeppelin hatte in der ersten Jahren seines Luftschiffbaus, vor der Wende von Echterdingen im Jahre 1908, immer wieder vergeblich um staatliche Unterstützung seiner Projekte nachgesucht. – Links unten Adresse mit vollem militärischen Titel Zeppelins. – Stellenw. stärker wasserrandig und fleckig, etw. gebräunt, gelocht.

Nr. 96 ges Anliegen, und das nicht nur aus geschäftlichen Gründen; Zeppelin war derart kriegsbegeistert, daß er sich 1914 sogar anerboten hat, selbst mit einer LuftschiffFlotte nach London zu fliegen und die Stadt zu bombardieren. Er selbst wollte die erste Bombe abwerfen. Dies ging sogar Kaiser Wilhelm II. zu weit, so daß er die Aktion nicht genehmigte. Das Militär machte indessen reichlich von Zeppelins Luftschiffen für Kriegszwecke Gebrauch. – An den unteren Ecken brüchig und mit kleinen Eckfehlstellen, stärker wasserrandig, gebräunt und fleckig.

Vorbereitungen für den Kriegseinsatz 100

– MOLTKE, H. J. L. VON, Chef des Großen Generalstabes der Armee (1848-1916). 2 masch. Briefe mit e. U. an den Grafen Zeppelin. Dat. Berlin, 14. 11. 1912 und 10. 4. 1913. Zus. 2 S. – Einzel- und Doppelblatt. (147) 500,Dokumente aus der Korrespondenz des Grafen Zeppelin mit dem deutschen Kriegsministerium bezüglich der Verwendung von Luftschiffen im Krieg. Zeppelin hatte Moltke seine Schrift „Gedanken über die Verwendung der Z(eppelin-)Luftschiffe“ zu Kriegszwecken zugesandt, worauf Moltke antwortet: „Ich ersehe aus ihnen [den Gedanken], daß unsere Ansichten in dieser Frage fast in allen Punkten vollkommen übereinstimmen“, und der Hoffnung Ausdruck verleiht, daß die Zahl der militärischen Luftschiffe bald „eine erhebliche Erhöhung erfährt“, so daß durch vermehrte „kriegsmäßige Übungsfahrten Erfahrungen für den Ernstfall“ gesammelt werden könnten. Er werde von dem Anerbieten das Grafen, „hierbei mit Rat und Tat mitzuhelfen“, „gern und dankbar Gebrauch machen“. – In dem zweiten Schreiben dankt Moltke Zeppelin für „anregende Mitteilungen über die weitere Vervollkommnung in der Bewaffnung der Z(eppelin-)Schiffe ... durch Anbringung eines Maschinengewehres unterhalb des Schiffes ...“ Diese Anregung habe er an die mit der praktischen Lösung beschäftigten Dienststellen weitergegeben. – Die militärische Nutzung seiner Luftschiffe war dem Grafen Zeppelin ein wichti-

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SAMMLUNG – 22 kleine Autographen, meist aus Deutschland. Briefe und Notizen von Politikern, Wissenschaftlern und Schriftstellern in deutscher, französischer und italienischer Sprache. 1738-1954. Verschied. Formate. (112) *R 800,Breit gefächerte Sammlung mit Schreiben unter anderem von Wladimir Nikolajewitsch Graf Lamsdorff (18451907), Diplomat und Außenminister von Rußland von 1900-1906, von dem Wiener Staatsmann Joachim Eduard Conte di Münch-Bellinghausen (1786-1866), von dem preußischen Staatsminister Graf Anton Stolberg-Wernigerode (1785-1854), dem Botaniker Christian von Steven (1781-1863), dem Zoologen Arnold August Berthold (1803-1861) und dem Mediziner Kurt Sprengel (1766-1833); unter den Schriftstellern Otto Roquette (1824-1896) und Charles Yriarte (1832-1898), ferner der Philologe Anton Westermann (1806-1869) und der Deklamator Christian Gottfried Solbrig (1774-1838). – Leichte Altersspuren. Collection of 22 small authographs, mostly from Germany. Letters and notes of politicians, scientists and writers in German, French and Italian language. – Slight signs of wear.


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Nr. 133


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Nr. 148

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ARNAUD, C., Thesauri sacrorum rituum epitome. Kaschau, Jesuitendruckerei, 1737. 12°. Mit gefalt. Frontisp. in Holzschnitt. 4 Bl., 337 (recte 338) S., 5 Bl. Ldr. d. Zt. (gering beschabt). (9) 150,Petrik I, 116. – Letzte Ausgabe des erstmals 1637 erschienenen, beliebten und daher in zahlr. Auflagen verbreiteten liturgischen Handbüchleins, verfaßt vom Oratorianer Claude Arnaud (1601-1656) auf der Grundlage des rubrizistischen Klassikers „Thesaurus sacrorum rituum“ von Bartolommeo Gavanti. – Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel verso gestempelt; etw. fleckig, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris. – Äußerst selten. – Siehe Abbildung.

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BIBLIA GALLICA – HUGENOTTEN-PSALTER – LES PSEAUMES DE DAVID. En vers. Nouvelle éd. Berlin, Vogel für die Charité, 1762.

Mit gestoch. Frontisp. und typographischem Notendruck im Text. 586, 36, 64 S. Schwarzes Ldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt, silbernen Kantenbeschlägen und zwei silbernen Schließen, sign. „H. Plantier“ und „M. Plantier“ (Silber stärker oxydiert; etw. berieben und bestoßen). (42) 150,VD 18 10420061. – Im Auftrag der „Compagnie du Consistoire et de l'École de Charité“ neu herausgegebenes Psalterium für hugenottische Gottesdienste, das zuerst mit dem vollen Notentext aller 150 Psalmen 1563 in Genf erschienen ist (vergleiche die Nr. 129 in unserer Auktion 57). – Besitzvermerk auf dem vorderen Vorsatz, gering gebräunt und fleckig. NACHGEB.: RECUEIL DE CANTIQUES à l'usage de l'église françoise de Berlin. Berlin, Starcke, 1793. Mit typographischem Notendruck im Text. X, 86 S.


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Nr. 102

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DAZU: (GOTTFRIED, J. L., Historische Chronica. Frankfurt, Merians Erben, um 1690). Fol. Fragment mit zahlr. Textkupfern. – Ohne Einband. – Wüthrich 6. – Die unpaginierten ersten Lagen samt Kupfern fehlen oder sind nur noch fragmentarisch vorhanden. Vom arabisch paginierten Teil sind 1174 (statt 1185) Seiten vorhanden. – Gebräunt und fleckig. – Ohne Rückgaberecht.

BIBLIA GERMANICA – BIBLIA. Das ist: Die gantze heilige Schrifft: Deudsch. Doct. Mart. Luth. 2 Tle. in einem Bd. Mischaufl. Wittenberg, H. Lufft, 1555-64. Fol. Fragment mit ca. 150 Textholzschnitten. 6 nn., 344, 387 num. Bl. Ohne Einband. (90) 600,BSWL E 389 und E 440. Schmidt, Illustration der Lutherbibel, 223. – Die Ausgabe der seit 1550 von Lufft mehrfach gedruckten „Foliobibel mit den Holzschnitten zum Alten Testament von Georg Lemberger, denselben, die Hans Lufft zu seiner Ausgabe von 1540 verwendet, und die Luther für seine Ausgabe letzter Hand von 1545 abgelehnt hatte. Nun hatte Lemberger in der Folge seiner Bibelbilder die Propheten und die Offenbarung Johannes nicht illustriert, wohl aber Hans Brosamer. Dieser hatte sich mit seinen Prophetenbildern ganz an die prächtigen, Luthers Geist entsprechenden Propheten der Ausgaben von 1534 und 1545 angeschlossen ... Brosamers Bilder zur Offenbarung stehen denjenigen der ersten Lutherbibeln kaum nach“ (Schmidt). – Die ersten und letzen Lagen stark beschäd. oder nur noch fragmentarisch vorhanden und tls. lose. Die Holzschnitte im ersten Tl. ab Bl. 25 und im zweiten bis Bl. 383 unbeschädigt vorhanden. – Tls. knapp beschnitten (mit Textverlust), gebräunt, fleckig, mit Randläsuren.

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– BIBLIA: Das ist, Alle bücher des alten und neüwen Testaments: den ursprünglichen spraachen nach auff das treüwlichist verteütschet, und jetz von neüwem wider ubersehen. Zürich, (Bodmer), 1638. Fol. Mit figürlicher Titelbordüre und zahlr. Textillustr. und Schlußvign. (alles in Holzschnitt). 32 Bl., DCCCCXXVI S., 1 weißes Bl., CCXX, CCXCIV S. (ohne S. CCXCV). Läd. blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 5 (statt 8) Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken (Schließen fehlen, Beschläge mit Ausbrüchen). (68) *R 400,BSWL E 769. VD 17 32:668104L. – Es fehlt das letzte Blatt mit dem Text der Seite CCXV des Neuen Testaments. – Bindung in Auflösung, anfangs Wurmfraßspuren, S. CCCXV/CCCVI aus einem anderen Exemplar ersetzt, S. DCXXI/DCXXII mit Durchrissen, stellenw. wasserrandig, fleckig und gebräunt.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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– BIBLIA, Das ist: Die gantze Heilige Schrifft Altes und Neues Testaments. Verteutscht von M. Luther. Nürnberg, Endter, 1700. Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Kopfvign., 33 (4 doppelblattgr.) Kupfertafeln, 15 (11 ganzseit., 4 doppelblattgr.) Textkupfern und doppelblattgr. Tabelle. 22 nn., 11 num., 32 nn. Bl., 686, 950 S. (ohne das zwischengeb. weiße Bl.), 9 nn. Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen, 8 Eckbeschlägen und 2 Mittelstücken (Gelenke und Bünde berieben). (68) *R 400,-

BSWL E 1318. – Nicht bei Darlow-Moule. – Mit Lutherporträt und jeweils zwei Darstellungen auf einer Tafel. – Fliegende Vorsätze entfernt, Titel und letztes Blatt am Bundsteg beschädigt, einzelne kleine Wurmspuren (ohne Textverlust), hinterer Spiegel mit Federproben, fleckig, gebräunt.

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BSWL E 1004. Jahn 75. VD 17 3:300432V. – Neunte Ausgabe der Endterschen Kurfürstenbibel. – Die doppelblattgroßen Kupfer mit Plänen von Jerusalem, mit der Arche Noah und der Confessio Augustana, die Kupfer mit dem Lutherepitaph, Moses, den 12 Propheten, den Evangelisten, der Stiftshütte sowie Titelbildern zu den einzelnen Bibelbüchern. Die doppelblattgroßen Textkupfer mit Karten des „Irdischen Paradieses und des Landes Kanaan“, dem Reiseweg des Volkes Israel in das Gelobte Land und dem Reiseweg der Apostel. – Spiegel mit 2 mont. Kupferstichen, Vordergelenk gebrochen, dadurch die beiden Titel stark gelockert, Plan von Jerusalem mit Durchrissen und größeren Randfehlstellen, einige Bl. mit kleineren Randläsuren, hinterer Vorsatz mit Eintrag von alter Hand, etw. fleckig und gebräunt.

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– SACRA BIBLIA, Das ist die gantze Heilige Schrifft Alten und Neuen Testaments. Nach der letzten römischen Sixtiner Edition mit Fleiß übersetzt durch C. Ulenberg. 3 Tle. in einem Bd. Bamberg, Endter, 1705. Gr.-4°. Mit 2 gestoch. Titeln und zahlr. Textholzschnitten von E. Porzel nach J. J. von Sandrart. 19 Bl., 956, 396, 374 S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (fleckig, beschabt, bestoßen). (39) *R 500,Nicht in der BSWL und bei Darlow-Moule. – Mit den bei Endter für die Luther-Bibeln gefertigten Holzschnitten von Elias Porzel (Schmidt 382; Thieme-B. XXVII, 268). – Eng gebunden, Vorsatz und Frontispiz verso gestempelt, Titel mit Besitzeintrag eines Kapuzinerklosters, anfangs und am Ende mit kleiner Wurmspur (kein Textverlust), fleckig, leicht gebräunt.

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– BIBLIA, Das ist: Die gantze Heilige Schrift Alten und Neuen Testaments. Nach der teutschen Ubersetzung M. Luthers. Nebst einer Vorrede Herrn F. C. Hagens. Hof, Vierling, 1736. 4°. Mit gestoch. Portr. und 15 Kupfertafeln (ohne den gestoch. Titel und die Kupferstichkarte). 6 Bl., 72, 1290 (recte 1296) S., 5 Bl., S. 3-394 (recte 396; ohne S. 1/2), 1 Bl. zwischengeb. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 Eckbeschlägen (von 4) und 2 defekten Schließen, monogr. und dat. „P. F. E. 1736“ (unteres Kapital beschäd., fleckig, beschabt und bestoßen). (79) 500,-

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– BIBLIA. Das ist: Die ganze göttliche Heil. Schrift Alten und Neuen Testaments, nach der Uebersetzung Doct. Martin Luthers. Minden, Enax, 1770. Mit Frontispiz in Holzschnitt. 7 Bl., 944, 284 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. (etw. berieben) mit 2 intakten Schließen und metallgefaßten Kanten in Pp.-Schuber (stark beschabt, die Böden an der Rückenrundung durchgebrochen). (68) *R 400,BSWL E 1571. – Respektblatt mit langem Besitzeintrag vom 18. 7. 1780. Etw. gebräunt, vereinzelt gering fleckig. NACHGEB.: KERN UND MARCK GEISTLICHER LIEDER. Oder: Vollständiges, evangelisch-lutherisches Märckisches Gesang-Buch. Hagen, Voigt, 1768. Mit Frontispiz in Holzschnitt. 7 Bl., 352 S. – DARAN: REDE DES MUNDES und Gespräch des Hertzens mit Gott. Ebda. 1768. 64, 80 S. – Bibliographisch selbständiger Teil mit eigener Titelseite, aber wohl immer mit dem „Kern und Marck“ zusammen ausgegeben. War mit den beiden Teilen das Gesang- und Gebetbuch der Grafschaft Mark und in zahlreichen Drucken von etwa 1720 bis mindestens um 1780 verbreitet. Die meisten Ausgaben sind selten, was bei einem Gebrauchsbuch die Regel ist; die hier vorliegende Ausgabe mit dem Druckjahr 1768 ist von uns in öffentlichem Besitz gar nicht nachweisbar.

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BIBLIA GRAECA – HE PALAIA DIATHEKE kata tus hebdomekonta (Grace). Vetus Testamentum Graecum. Accessit Novum Testamentum juxta Oxoniensem editionem recusum. Leipzig, Fleischer für König, 1697. Mit gestoch. Portr. von M. Bernigeroth, gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Kopfvign. und Holzschnitt-Kopfvign. 6 Bl., 56 S., 1 Bl., 3018 (recte 1218), 186 S., 4 Bl., 447 S. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 defekten Schließen, monogr. und dat. „P. W. W. 1715“ (Altersspuren). (109) *R 300,BSWL C 328. Darlow-M. 4718: „The LXX. was printed from a copy of the London edition of 1653, which followed the Sixtine text. This was collated with the Aldine edition, and variants found in that and in the Frankfort edition of 1597 are noted in an appendix. The N. T. text is printed from Fell's edition 1675, but the variant readings are relegated to an appendix.“ – Das Porträt zeigt Herzog Friedrich II. von Sachsen, das Frontispiz die Inspiration der legendären 72 Urheber der Septuaginta; die gestochenen Kopfvignetten zu Beginn des Alten und Neuen Testaments mit kleinen Ansichten von Friedenstein und Altenburg, die große Holzschnittvignette zu Beginn der Apokryphen zeigt das sächsische Wappen. – Der zwischen S. 752 und 753 einzubindende Titel (Pantes prophetai ...) hier in der Titelei am Anfang belassen. – Gelenke gebrochen, Porträt tls. gelöst, Vorsatz und Titel mit hs. Vermerken, leicht fleckig, gebräunt.


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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BIBLIA LATINA – VETUS TESTAMENTUM – BIBLIA, ad vetustissima exemplaria castigata. (Tl. I [von 7]). Pentateuchus Moysi. Iosue. Liber iudicum. Ruth. Antwerpen, Plantin, 1565 (Kolophon: 1564). 16 nn., 320 num Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (Schließbänder fehlen, berieben, leicht fleckig). (48) 200,BSWL D 720. – Das Exemplar der Bibelsammlung der Württembergischen Landesbibliothek mit drei Paginierfehlern, unser Exemplar mit nur einem (82 statt 98). – Titel mit oberflächlich rasiertem Stempel, gering gebräunt, fleckig.

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BOTERO, G., Della ragion di stato libri dieci, con tre libri delle cause della grandezza, e magnificenza delle città. Venedig, Giolito de' Ferrari, 1589. Mit Druckermarke auf dem Titel und vielen figürlichen Holzschnitt-Initialen. 8 Bl., 367 S. Mod. Pgt. (67) 1.500,Einer von zwei Drucken aus demselben Jahr beim selben Verleger (der andere Druck ohne die bereits 1588 separat herausgebrachte kleine Schrift „Delle cause della grandezza“). – EDIT 16 CNCE 7272. STC 122. Adams B 2548. IA 122.698. Bongi II, 431 ff. Gamba 2171. Goldsmiths 248. Kress 178. – Hauptwerk des Dichters und Diplomaten Giovanni Botero (1540-1617), des Gegenspielers von Macchiavelli und ersten Vorläufers von Malthus. „The 'Malthusian' principle of population sprang fully developed from the brain of Botero in 1589“ (Schumpeter 254). – Titel und letztes Blatt mit Klebespur (winziger Papierdurchbruch), fleckig. One of two issues from the same year by the same publisher (the other issue without the small treatise „Delle cause della grandezza“ published separately already in 1588). – Major work by the poet and diplomat Giovanni Botero (1540-1617), who is considered to be the antagonist of Macchiavelli and the first precursor of Malthus. – Title and last leaf with glue trace (tiny paper perforation), soiled. – Modern vellum.

Nr. 114 Beiliegen drei weitere Ausgaben des griechischen Neuen Testaments (1620, 1624, 1658) und drei Bände mit Werken von Reineccius und von Lang zum Studium der griechischen und hebräischen Bibel.

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BIBLIA HEBRAICA – LEVITICUS – SEFER WAJIKRA. Frankfurt/Oder 524 (= 1764). 4°. Mit figürlicher Titelbordüre in Holzschnitt. 205 hebr. num., 1 nn., 28 hebr. num Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln (Schließen defekt, Gelenke brüchig, etw. bestoßen). (58) 200,Das Buch Leviticus mit den Kommentaren von Raschi und Mose Alschech, am Ende die „Haftarot misefer wajikra“. – Stark gebräunt und fleckig, im ersten Fünftel auch wasserrandig.

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(BOYSS, M.), Tractatus varii atque utiles de monetis earumque mutatione ac falsitate. Köln, D. Baum, 1574. Mit Holzschnitt-Druckermarke. 8, 372 (recte 364) S., 23 Bl. Blindgepr. Ldr. d. Zt. (Rücken fehlt, Bezug an einer Ecke mit kleiner Fehlstelle, bestoßen). (133) *R 800,Erste Ausgabe. – VD 16 B 6870. Goldsmiths 164. Kress 112. Jöcher I, 1319. Lipsius 54. – Nicht im STC, bei Adams und Einaudi. – Über das Leben von Matthäus Boyss (Boys), Professor des kanonischen Rechts in Köln, ist kaum etwas bekannt. – Gebräunt, gering fleckig. – Beide Deckel mit ornamentalem Plattenstempel, gerahmt von Rollenstempel mit Büsten von Aposteln und Propheten. – Selten. – Aus dem Besitz des Wirtschaftswissenschaftlers Edgar Salin (1892-1974) mit seiner 1948 dat. Signatur und einer Bemerkung zum materiellen Wert des Buches auf dem Spiegel. – Siehe Abbildung.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

First edition. – Browned, minimally soiled. – Both covers with ornamental medallion stamp, framed by roll-stamps with busts of apostles and prophets. – Rare. – From the ownership of economist Edgar Salin (1892-1974) with his entry on paste-down dated 1948. – Contemporary blind-pressed calf (spine missing, cover material with small defect at one corner, scuffed). – See illustration.

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CAESAR, C. J., Commentarii ab Aldo Manuccio emendati et scholiis illustrati. Venedig, Aldus (A. Manuzio d. J.), 1588. Mit Druckermarke auf dem Titel, 2 gefalt. Holzschnittkarten und 18 (6 ganzseit.) Textholzschnitten. 70 Bl., 596 S. (ohne S. 239/40), (15 S.), 100 Bl. Maroquin um 1850 mit goldgepr. gekrönten Monogramm „C. M.“ sowie Rtit. und Rvg., dat. Neapel, 1. 1. 1858 (Kanten beschabt und bestoßen). (48) *R 300,STC 135. Adams C 75. EDIT 16 CNCE 8193. Schweiger 44. Renouard I, 415, 4. Naiditch-B. 670. – Diese Ausgabe nicht im Index Aureliensis. – Die Karten von Spanien und Gallien verso mit typographischem Text. – Der Text ist ein Nachdruck der Aldine von 1575. – Block teils vom Einband gelöst, Vorsatz mit Klebespuren, Titel mit Kaufvermerk von alter Hand, einzelne Blätter mit kleinen, tls. alt restaurierten Fehlstellen, knapp beschnitten (Seitenzahlen der Lage aa zur Gänze, die Kolumnentitel teils abgeschnitten), Lage X in sich verbunden, fleckig. – Aus dem Besitz von Maria Karolina Augusta, Prinzessin von Neapel-Sizilien (1822-1869), mit deren Supralibros auf dem Vorderdeckel.

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CALVIN, J., In omnes Pauli apostoli epistolas, atque etiam in epistolam ad Hebraeos, item in canonicas Petri, Ioannis, Iacobi, et Iudae, quae etiam catholicae vocantur. O. O. (Genf), R. Estienne, 1556. Fol. Mit Druckermarke und einigen Holzschnitt-Initialen. 4 Bl., 775, 179 S. Beschäd. Pgt. d. Zt. (29) 400,-

CARACCIOLO, A., Synopsis veterum religiosorum rituum atque legum. Secunda editio compluribus auctior. Paris, Buon, 1628. 4°. Mit großer gestoch. Titelvign. und ganzseit. Textkupfer. 8 Bl., 208 S., 8 Bl. Hpgt. d. 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (beschabt, bestoßen). (11) 150,Jöcher I, 1655. – Nicht bei Goldsmith. – Erstmals war die Abhandlung über die frühchristliche Kirche aus der Feder des gelehrten Theatiners Antonio Caracciolo (15651642) im Jahr 1610 erschienen. – Einzelne Randnotizen und Unterstreichungen von alter Hand, gering fleckig, gebräunt. – Selten.

CARDANO, G., Opus novum, cunctis de sanitate tuenda, ac vita producenda studiosis apprime necessarium; in quatuor libros digestum. Basel, Henricpetri, 1582. Fol. Mit großer figürlicher Titelvign., Druckermarke am Ende und zahlr. figürlichen Initialen (alles in Holzschnitt) sowie einigen Textholzschnitten. 10 Bl., 383 S. Hldr. des 19. Jhdts. (Kapitale leicht läd., Gelenke beschabt). (131) 500,VD 16 C 915. STC 182. Adams C 667. Durling 859. BayleT. I, 201. Hirsch-H. I, 829. – Vgl. Wellcome I, 1310 (EA 1580). – Der weitgereiste Girolamo Cardano lehrte in Padua, Mailand, Bologna und Rom. „Unter anderem unterschied er zuerst das Petechialfieber von den Masern und gab dem ersteren einen eigenen Namen: Morbus pulicularis; ferner wies er schon damals auf die Transfusion des Blutes hin“ (Hirsch-Hübotter). – Die Titelvignette mit dem Porträt des Verfassers in prächtigem Rollwerkrahmen. – Gelenke brüchig, erstes und letztes Bl. am Innensteg verstärkt, fliegendes Blatt und Titel verso mit Notizen (19. Jhdt. und datiert 1747), hinterer Spiegel mit mont. masch. Händlernotiz, stellenw. wasserrandig, fleckig, gebräunt. – Mod. Exlibris. – Selten.

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CICERO, M. T., Orationum volumen novum. Nürnberg, Endter, (ca. 1655). Mit HolzschnittDruckermarke. 694 S., 1 Bl. (Errata). Leicht läd. blindgepr. Ldr. d. Zt. mit Wappensupralibros auf beiden Deckeln, dat. und lokalisiert „Salisburgi 1762“ (Schließbänder fehlen). (16) 200,VD 17 32:728630R. – Nicht bei Schweiger. – Vorsatz mit Besitzvermerk und kleinem Ausriß oben, fleckig, gebräunt. – Wappensupralibros des Salzburger Erzbischofs Sigismund von Schrattenbach (1698-1771, Amtszeit 1753-1771).

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Moeckli 28. – Diese Ausgabe nicht bei Adams. – Gelenk gebrochen, Titel aufgezogen und mit Besitzvermerk, viele Bl. mit hinterlegten Randläsuren, wasserrandig.

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CICERO – RHETORICORUM AD C. HERENNIUM LIBRI IIII. incerto auctore. Ciceronis De inventione libri II. Topica ad Trebatium, Oratoriae partitiones. Tl. I (von II). Venedig, P. Manuzio, 1554. Mit Druckermarke. 184 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (Altersspuren). (9) 150,STC 176. Adams C 1683. EDIT 16 CNCE 12324. Renouard I, 283, 20. Naiditch-B. 401. Schweiger II, 113. – Vorsatz mit englischen Tagebuchnotizen und Kaufvermerk, datiert 1924, Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, einige Randnotizen in Tinte, anfangs fleckig.

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(CORPUS JURIS CANONICI). Sextus decretalium liber a Bonifacio VIII in concilio Lugdunensi editus. 5 Tle. in einem Bd. Venedig, Giunta, 1514. 4°. Mit ganzseit. Holzschnitt und zahlr. Textholzschnitten. Bl. III-CCLXXXVIII (ohne Bl. I und II), CXX, LXIV, LXIV, XI Bl. Läd. Pgt. d. Zt. (89) 600,-


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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(FAUST, L.), Geschicht und Zeit-Büchlein, der weitberühmeten Churfürstlichen Stadt Meissen. Dresden, M. Stöckel, 1588. 4°. Mit Holzschnittwappen auf dem Titel. 4 Bl., 87 S. Hlwd. um 1900 (beschabt und bestoßen). (140) 200,Erste Ausgabe. – VD 16 F 662. STC 299. – Enthält die Gründungsgeschichte von Stadt und Grafschaft, ferner über Kirchen und andere Gebäude, Unterrichts- und Gesundheitswesen, Belagerungen, Katastrophen etc. – Letztes Blatt aufgezogen, fleckig, gebräunt. – Selten.

Das erste deutsche Buch über Hexen 125

Nr. 125 EDIT 16 CNCE 13404. STC 312 (Gratianus). – Nicht bei Adams, Essling und Sander. – Text vom Kommentar umgeben. – Jeder Teil mit eigenem Titel. – Es fehlen das Frontispiz und der Titel zu Teil I. – Zusätzlich eingebunden sind am Beginn 7 Bl. „Flosculi seu summarii“ (Bogensignatur +2-8) zum Decretum Gratiani mit dem Incipit „Quoniam inter cetera que utilia sunt“. Im Censimento nazionale delle edizioni italiane del XVI secolo ist dieser Teil nicht verzeichnet. – Holzschnitt mit Besitzvermerk, einige alte Anstreichungen und Marginalien, wenige Blätter mit tls. alt hinterlegten Randausrissen, anfangs und am Ende wasserrandig, fleckig.

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DANTE (ALIGHIERI), Dante. Con nuove, et utili ispositioni (di A. Vellutello). Lyon, G. Rouillé, 1575. 16°. Mit Druckermarke, Holzschnitt-Portr. im Text und 3 ganzseit. Textholzschnitten. 627 S., 6 Bl. Pgt. des 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. (minimale Altersspuren). (72) 400,STC 210. Adams D 107. EDIT 16 CNCE 1175. Koch 9. Baudrier IX, 353. – Vgl. Olschki 55. – Nachdruck der Ausgabe von 1551. – Titel mit kleinen Fehlstellen, fleckig. – Mod. Exlibris.

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EPIKTET, Enchiridion, et Cebetis tabula, Graece et Latine, prioribus editionibus emendatiora et auctiora. Wolfenbüttel, Meisner, 1740. 16°. 2 Bl., 378 S. Pp. d. Zt. (Gelenke brüchig, bestoßen). (68) *R 100,Hoffmann II, 139. Schweiger I, 106. – Vorsätze mit Klebespuren, vorderer Vorsatz mit Besitzvermerk, etw. fleckig, gebräunt. – Durchschossenes Exemplar: vorwiegend im ersten Drittel des Bandes im Text Unterstreichungen, auf den Durchschußblättern Bemerkungen zum Wortschatz in Tinte von alter Hand.

GEILER VON KAYSERSBERG, J., Die Emeis ... gibt underweisung vo(n) de(n) unholden und hexen, und von gespenst der geist. 2 Tle. in einem Bd. Straßburg, Grüninger, 1516. Fol. Mit 2 Titel- und 26 Textholzschnitten. XC (recte 88) num. Bl. Eingehängt in Hldr. um 1880 (beschabt und bestoßen). (155) *R 12.000,Erste Ausgabe. – STC 335. VD 16 G 714. Schmidt (Grüninger) 149. Ritter 974. Ritter, Catalogue, 1096. Kristeller 159. Muller 35, 132. Chrisman C.2, 23. Goed. I, 402, 23. Muther 1442. Kat. Hexen im Dt. Südwesten 177. Coumont G20.1. – Vgl. Crowe 228 (2. Auflage 1517). Robbins 26: „The first book on witchcraft printed in the German language.“ – Das „Buch von der Omeissen“ enthält eine Sammlung von 41 Fastenpredigten des Moraltheologen Johann Geiler von Kaysersberg (1445-1510), die er im Straßburger Münster im Jahre 1508 gehalten hat und die nicht zuletzt zu seiner großen Popularität beitrugen. Fußend auf den Schriften des Ordensreformators und Predigers Johannes Nider (1380-1438), besonders auf dessen für die zeitgenössische Sitten- und Moralgeschichte charakteristischem Werk „Formicarius“, lehnt sich Geiler an das Bild der fleißigen wie auch irregehenden Ameisen an, das ihn immer wieder zu drastisch dargestellten, humorvollen wie geistreichen Szenen bis hin zu bissigen Attacken gegen den Klerus anregt, die in Predigtmitschriften von seinem Nachfolger Johannes Pauli gesammelt und ediert wurden. Der zweite Teil enthält zahlreiche, ebenfalls volkstümlich formulierte Texte, „von denen 26 über das Zauber- und Hexenwesen handeln. Zwar erklärt Geiler die Nachtfahrten der Frauen als Illusion, aber gleichzeitig behauptet er, die Hexen könnten mit Hilfe des Teufels fliegen“ (Kat. Hexen). Diese aufschlußreiche Quelle zum Geister- und Hexenglauben im ausgehenden Mittelalter wurde ausgiebig von Jakob Grimm für seine „Deutsche Mythologie“ benutzt. – Die prächtigen Illustrationen von E. Schlitzoc und anderen mit Szenen aus dem Leben Christi, drei großen aus Grüningers Vergil-Ausgabe von 1502 sowie mehreren, die kuriose Darstellungen von Männern zeigen, die von Werwölfen angefallen werden; ferner Zauberer, Ameisen und Unholde sowie mehrere Darstellungen von Hexen, von denen eine Hans Baldung Grien zugeschrieben wird. – Durchgehend mit blasser Rubrizierung und Unterstreichungen in roter Tinte von alter Hand, gelegentlich etw. fleckig, im zweiten Teil mit winziger Wurmspur im Außensteg, leicht gebräunt. – Aus dem Besitz des elsässischen Eisenmagnaten Édouard de Turckheim (18291909) mit dessen 1883 datiertem Wappen-Exlibris. – Siehe Abbildung.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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First edition. – The magnificent illustrations by E. Schlitzoc and others with scenes from the life of Christ, three large scenes from Grüninger's Vergil edition of 1502 as well as several strange illustrations of men being attacked by werevolves, furthermore magicians, ants, fiends and numerous witches at magical acts (detailed description by Muther). – With faint rubrication throughout and underlinings in red ink by contemporary hand, occasionally a little soiled, in the second part with tiny worm trace at outer margin, slightly browned. – From the ownership of the Alsatian iron magnate Édouard de Turckheim (1829-1909) with his armorial bookplate dated 1883. – Mounted in half calf around 1880 (scratched and scuffed). – See illustration.

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GEOMANTIA. Eyn kunst des warsagens. Mainz, P. Jordan, 1532. 4°. Mit 2 Textholzschnitten (davon einer ganzseitig). 20 Bl. Mod. flex. Pgt. (20) *R 1.500,Seltene erste Ausgabe. – VD 16 G 1314. Wellcome I, 2764. – Nicht im STC, bei Adams und in den einschlägigen Bibliographien zum Okkultismus. – Prognostik, verfaßt möglicherweise von dem humanistischen Gelehrten und Rechenmeister Jakob Köbel (1462-1533), der einige seiner Schriften bei Jordan in Mainz drucken ließ. – Der Holzschnitt mit Monogramm „MF“ eines Straßburger Meisters (Nagler, Monogrammisten, IV, 1776). – Titel und letzte Seite mit rasiertem Stempel, einzelne restaurierte Einrisse und Randläsuren, einige Vermerke von zeitgenössischer Hand, fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 126 Ebert 9525, Anm. Hoffmann II, 364. Schweiger I, 137: „Enthält gehaltlose Noten, und die reine Übersetzung des Politianus.“ – Der Index allerdings ist gewaltig, nimmt über die Hälfte des Bandes ein und heißt zu Recht „absolutissimus“. – Fliegender Vorsatz vorne entfernt, Titel gestempelt, fleckig, gebräunt.

Rare first edition. – Prognostics probably written by the humanist scholar and arithmetician Jakob Köbel (1462-1533), whose treatises were partly printed by Jordan at Mainz. – Title and last page with erased stamp, isolated restored tears and marginal damages, some notes by contemporary hand, soiling. – Modern limp vellum. – See illustration.

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GIOVIO, P., Von der Türckischen Keyseren härkommen, aufgang, unnd Regiment. Jetzmalen durch H. Pantaleon auff das treüwlichest verteütschet. Basel, H. Petri und P. Perna, 1564. LXXXII S., 3 Bl. Mod. Hpgt. (16) *R 300,VD 16 G 2052. Göllner 1051. – Nicht im STC und bei Adams. – Enthalten sind außer der Geschichte der osmanischen Sultane ein Bericht über die Einnahme Roms 1527 und eine Geschichte Rußlands. – Titel mit kleinem Eckausriß unten und zur Hälfte hinterlegt, ein Einriß mit Tesafilm geklebt, fleckig. – Auf dem Titel verso und am Ende mehrere alte Besitzvermerke. Ein Eintrag des Basler Stadtrichters und Ratsherrn Hans Heinrich Werenfels (1568-1647) ist 1618 datiert; mehrere längere Randnotizen stammen wohl gleichfalls von seiner Hand. – Beiliegend zwei Einzelblätter (S. 811/12 und 881/82) aus Sebastian Münsters Cosmographey (1567).

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HERODIANUS (HISTORICUS), Historion biblia 8 (Graece). Historiarum libri VIII. cum notis & animadversionibus J. H. Boecleri. Tertia editio. Accessit index Graecus locupletißimus ... autore B. Scheidio. 2 Tle. in einem Bd. Straßburg, Staedel, 1694. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 468 (recte 466) S., 23 Bl. (letztes weiß), 8 Bl., 524 (recte 562) S., 41 Bl. Ldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen, Rücken mit Fehlstellen). (9) 150,-

HISTORIAE AUGUSTAE SCRIPTORES VI. Cum integris notis Isaaci Causaboni, Cl. Salmasii & Jani Gruteri. 2 Bde. Leiden, Hackius, 1671. Mit 2 gestoch. Titeln (davon einer in der Paginierung) und Druckermarke auf dem Titel. 7 Bl., 1049 S., 39 Bl.; 866 S., 37 Bl. Kalbldr. d. 19. Jhdts. mit Rsch. und Rvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (etw. bestoßen, Deckel tls. mit Wasserrand, Kapitale leicht lädiert, Gelenke rissig). (103) 150,Ebert 9831. Brunet III, 226. Schweiger II, 385: „Text nach Salmasius. Causabons, Gruters und Salmasius Noten sind vollständig abgedruckt, die Vorreden derselben aber nicht aufgenommen. Eine der selteneren Ausgaben cum notis variorum.“ – Sammlung von Kaiserbiographien. – Titel jeweils mit Namensstempel verso, leicht gebräunt und wenig fleckig.

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HONTER, J., Rudimentorum cosmographicorum libri III. Zürich, Froschauer, 1552. Mit Druckermarke, 3 Textholzschnitten und 13 (12 doppelblattgr.) Holzschnitt-Karten (in der Lagenzählung). 46 Bl. (Bl. 31 und 32 weiß). Leicht läd. flex. Pgt. d. Zt. (45) 2.000,-


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Nr. 130

VD 16 H 4781. Shirley 86. – Vgl. Sabin 32796. Wolff, Amerika, 92. Alden 549/16. – Fünfte Zürcher Ausgabe mit den Karten der ersten Froschauer-Ausgabe von 1546. – Die „Rudimenta cosmographica“ von Johannes Honter erschienen erstmals 1530 in Krakau. Sie sind ein geographisches Lehrbuch, das auf der „Cosmographiae introductio“ von Waldseemüller aufbaut. Hierin sind enthalten die Weltkarte in zwiebelförmiger Projektion, ebenfalls sehr stark verkleinert und vereinfacht nach Waldseemüller (vgl. Wolff 92 und Borsa, Honterus, S. 35-56), sodann Karten von Spanien (mit Portugal), Frankreich, Deutschland, Rußland, dem Balkan, Griechenland, Italien, Palästina, Kleinasien, Asien, Nordafrika und Sizilien. – Bl. 2a mit restauriertem Einriß, einige tls. hinterlegte Randläsuren, mehrere Randvermerke und Kritzeleien von alter Hand, gering fleckig; drei Blätter mit Notizen von alter Hand vorgebunden. – Siehe Abbildung. Fifth Zurich edition with maps of first edition by Froschauer in 1546. – Geographical textbook which is based on the „Cosmographiae introductio“ by Waldseemüller. It contains the world map, maps of Spain (with Portugal), France, Germany, Russia, the Balkan, Greece, Italy, Palestine, Asia Minor, Asia, North Africa and Sicily. – Leaf 2a with restored tear, some partly backed marginal damages, several marginal notes and scribblings by contemporary hand, minimally soiled; pre-bound three leaves with notes by contemporary hand. – Contemporaray slightly damaged limp vellum. – See illustration.

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HORATIUS FLACCUS, QU., Poëmata. Editio ... a Guilielmo Xylandro. Heidelberg, J. Maier, 1575. Mit Druckermarke. 16 Bl. (letztes weiß), 436 S., 2 Bl., 446 S. – BEIGEB.: DERS., Ars poetica. Ebda. 1576. Mit Druckermarke. 12 Bl., 114 S., 31 Bl. Pgt. d. Zt. mit spät. Rsch. (gering fleckig). (103) 250,I. VD 16 H 4871. Adams H 922. Schweiger II, 397: „Text nach Glareanus. Handschriften sind nicht benutzt.“ – II. VD 16 H 4909. – Vorsätze erneuert, Titel verso mit Namensstempel, teils im Bund schwach wasserrandig.

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INKUNABELN – JODOCUS – VOCABU LARIUS IURIS UTRIUSQUE. Straßburg, (Drucker der Casus breves, d. i. Georg Husner), 1494. Fol. 83 (statt 130) Bl. (das letzte Bl. weiß). Ohne Einband. (2) 200,Goff V-354. BMC I, 160. BSB I-272 (unter Jodocus). – Der häufig aufgelegte „Vocabularius“ ist eine Art juristische Realenzyklopädie, die „den sachlichen Begriff jedes einzelnen Ausdruckes nach der herrschenden Doctrin hervorhebt und daran eine gedrängte Darstellung des dogmatischen Zusammenhangs knüpft“ (Stintzing, Pop.


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Lit., 129). Verfaßt wurde das juristische Nachschlagewerk von einem Manne namens Jodocus, „zur Zeit der Vollendung des Wörterbuches decretorum doctor und Lehrer am Studium zu Erfurt“ (E. Seckel, Beiträge zur Geschichte beider Rechte im Mittelalter, Bd. I, Tübingen 1898, S. 1-69 [Geschichte des Vocabularius iuris utriusque und der verwandten Rechtsencyklopädien des Mittelalters], hier S. 17). – Vorhanden sind der Anfang des Werkes (Lagen a bis m) und der Schluß (das sechste Blattt der Lage v und die Lage x); es fehlen dazwischen die Lagen n bis t und die ersten fünf Blätter der Lage v (= zus. 47 Blätter). – Lagen a bis m zusammenhängend, die letzten Bl. lose; Titel mit altem Besitzvermerk, wenige Unterstreichungen und Marginalien von alter Hand, gebräunt, wasserrandig.

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– MISSALE – MISSALE SPECIALE. O. O. und Dr. (Straßburg, Johann Grüninger), 13. November 1493. Fol. Mit 2 großen goldgehöhten und gepunzten, mehrfarb. eingemalten Zierinitialen mit mehrfarb. eingemaltem Blatt- und Blütenwerk im unteren oder oberen Rand, altkolor. kleinen Textholzschnitt und einigen meist blau eingemalten Initialen, durchgehend gedruckt in Rot und Schwarz. Got. Typ., 2 Sp., 31 Zl. 10 nn., XCIIII num., 7 (statt 8) nn. Bl. (zwischengeb. nach Bl. Nr. LXVII = Canon missae), CXXVI (recte CVI) num. Bl. (= 217 statt 218 Bl.). Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit 6 (von 8) buckligen Eckbeschlägen und 2 buckligen Mittelstücken auf den Deckeln sowie zahlr. mont. Blattweisern (etw. beschabt und bestoßen, Schließen fehlen). (142) 12.000,Hain 11250 = Hain-C. 11251 = Hain 11403. Weale-B. 1468. Pellechet 8048. GKW (Nachtr.) 234 und M 24878. CIBN M-486. BSB M-489 (ohne den Kanonholzschnitt). ISTC im00732800: 2 Ex. in London BL (nicht im BMC) und UL (unvollständig); in Amerika nur ein Fragment und 2(?) Einzelblätter. – Es fehlt das erste Blatt zum Kanonteil mit dem Holzschnitt von Albrecht Dürer. Im 2. Teil Blatt Nr. LXXIV unten mit hinterlegtem Einriß. – Leicht gebräunt, tls. etw. fleckig und leicht wasserrandig, am Anfang und Ende im Rand mit Wurmspuren, wenige Blattweiser ausgebrochen. Unten und außen breitrandig. – Schöner zeitgenössischer Einband. – Vorderer fliegender Vorsatz, Bl. 44v und 45r (in Tl. I), 22v und 23r (in Tl. II), letztes Bl. verso und hinterer fliegender Vorsatz mit teils umfangreichen und sauberen Eintragungen von zeitgenössischer Hand mit roter und brauner Tinte mit Texten verschiedener Offizien (heilige Helena, Corpus Christi und „Officium contra pestilentiam“). – Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerk von alter Hand: „Justius Caspar wiselpurg dehirsaw est liber iste missaru(m)“. – Siehe Abbildungen Seite 36 und 45. Lacks first leaf to canon part with the woodcut by Albrecht Dürer. In the second part leaf no. LXXIV with backed tear at bottom. Slightly browned, partly a little soiled and with light waterstains, at the beginning and the end with worming in margin, some bookmarks broken. Wide-margined outside and at bottom. A beautiful contemporary binding. – Upper fly-leaf, leaves 44v and 45r (in part I), 22v and 23r (in part II), last leaf on verso and lower fly-leaf with mostly extensive and neat

Nr. 133 annotations by contemporary hand in red and brown ink. – Upper inner cover with ownership entry by contemporary hand: „Justius Caspar wiselpurg dehirsaw est liber iste missaru(m)“. – Contemporary blind-pressed calf over wooden boards with 6 (of 8) bossed metal corner fittings and 2 bossed centre pieces on sides as well as numerous mounted bookmarks (some scratching and scuffing, clasps missing). – See illustrations on page 36 and 45.

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ISOKRATES, Hapanta (Graece). Scripta, quae quidem nunc extant, omnia, Graecolatina, postremo recognita: Hieronymo Wolfio interprete. Basel, Oporinus, 1571. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 1121 S. (ohne die S. 923/24), 31 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit intakter Schließe (von 2; Rücken mit Papieretiketten, fleckig, beschabt, bestoßen). (103) 150,STC 432. Adams I 216 (2 inkomplette Exemplare). VD 16 I 404. Schweiger I, 181. Ebert 10590: „Handausgabe ohne Noten.“ Hoffmann II, 618: „In hac editione versio latina est nova, atque ab ea, quae in prioribus Wolfii editionibus legitur, diversa.“ – Vgl. Hieronymus, Griech. Geist, 218. – Mit griechisch-lateinischem Paralleltext. Die Übersetzung Wolffs war erstmals 1548 bei Oporinus erschienen. – Es fehlen die Seiten 923/24 aus dem Aiginetikos. – Titel verso gestempelt, mit einigen Marginalien und Interlinearversionen von alter Hand, am Ende mit kleinem Wasserrand am Seiten- und Fußsteg, etw. fleckig und leicht gebräunt. – Aus dem Besitz von Johann Leonhard Fleiner (1556-1624), Rat und Syndikus in Esslingen, mit 1619 datiertem Vermerk auf dem vorderen Innendeckel.


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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JUVENALIS, D. J., Satyrae sexdecem ab Antonio Mancinello expositae; cum Iodoci Badii Ascensii familiari earundem explanatione. Lyon, J. Clein, 1515. 4°. Mit Titelbordüre und 2 Druckermarken. 6 nn., CXLI num. Bl. Flex. Pgt. d. 17. Jhdts. (leicht berieben und fleckig). (103) 400,Adams J 756. Baudrier XII, 290. Von Gültlingen 66. Renouard II, 540, 9. Schweiger II, 502. – Ohne das weiße Bl. am Ende. – Innengelenke aufgebrochen, Titel gelockert und mit Besitzvermerken (u. a. Jesuitenkolleg in Segovia), verso Namensstempel; etw. gebräunt und fleckig, die untere Ecke tls. wasserrandig, mit zahlr. Eintragungen und Anstreichungen von alter Hand.

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VD 16 C 270. STC 174. Adams C 230. Schweiger I, 75: „Die Scholien sollen neue sein. Herausgeber dieser ziemlich seltenen Ausgabe war Sigmar Gelenius.“ Ebert 3339: „Hier sind einige Lücken ausgefüllt.“ Hieronymus, Griech. Geist, 166: „Mit griechischem Kolophon und einem umfangreicheren Anhang: einer Gnomologie aus verschiedensten griechischen Dichtern und Schriftstellern.“ – Vorsatz mit Buchhändleretikett, Titel mit schmalem Abschnitt oben (kein Textverlust), mit teils getilgten Besitzvermerken auf dem Vorsatz, dem Titel und der letzten Seite, einzelne alte Randvermerke, gering fleckig. – Gestoch. Exlibris (Maurice Noel Ryder Purcell FitzGerald; 1835-1877).

Nr. 135

135

JUSTINUS, (M. J.), In Trogum Pompeium libri quadraginta quatuor. Additus insuper est per Ioannem Camertem ... index copiosissimus. Wien, J. Singriener für Leonhard und Lukas Alantsee, 1517. 4°. Mit Titelbordüre und großer Druckermarke am Ende. 14 nn., 139 (recte 140) num. Bl. Maroquin um 1910, sign. „Ferdinand Bakala, Wien“ (etw. berieben und fleckig). (103) 1.200,VD 16 T 2049. Graesse III, 512. Schweiger II, 486: „Von Ulrich Faber besorgt. Enthält nichts Eigenes.“ – Schöner Wiener Frühdruck. „Nach der Zahl, Mannigfaltigkeit und Ausstattung seiner Werke gehörte Singriener zu den hervorragendsten und thätigsten Meistern der damaligen Zeit“ (Mayer, Wien, I, 37). – Anfangs einige kleine Wurmspuren im unteren Rand (tls. geschlossen), vereinzelte Eintragungen von alter Hand, kleiner Namensstempel auf dem letzten Bl. unterhalb der Druckermarke. Etw. gebräunt, in den Rändern tls. leicht fleckig oder wasserrandig. – Exemplar aus der „Bibliotheca Broxbourniana“ mit deren Exlibris im hinteren Innendeckel und weiterem Wappenexlibris (wohl von Albert Ehrmann) auf dem vorderen Spiegel. – Siehe Abbildung. Beautiful early printing of Vienna. – At the beginning a few small worm traces at lower margin (partly closed), isolated entries by contemporary hand, small name stamp on last leaf below printer's mark. A little browned, partly slightly soiled at margins or waterstained. – Copy from the „Bibliotheca Broxbourniana“ with exlibris at rear inner cover and another armorial bookplate (probably of Albert Ehrmann) on upper pastedown. – Morocco around 1910, signed „Ferdinand Bakala, Wien“ (a little rubbed and soiled). – See illustration.

KALLIMACHOS, Hymnoi, meta ton scholion (Graece). Hymni, cum scholijs nunc primum aeditis. Basel, Froben, 1532. 4°. Mit 2 Druckermarken. 1 Bl., 245 S. Restaurierte Pp. d. 19. Jhdts. (48) *R 400,-

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KOLLUTHOS, Harpage Helenes (Graece). Raptus Helenae. Graece et Latine. Accedit metrica interpretatio Italica A. M. Salvin(ii). Florenz, Stamperia Imperiale, 1765. 108 S. Hpgt. um 1860 (berieben, etw. fleckig). (48) 400,Erste Ausgabe dieser Edition. – Schweiger I, 83. Pökel 12. Hoffmann I, 513: „Omissa praefatione, et excepta Salvini versione italica, mera fere Lennepii editionis [anni 1747] repetitio.“ – Griechisch-lateinische Parallelausgabe mit beigesetzter italienischer Übersetzung von Antonio Maria Salvini (1653-1729) im Erstdruck; herausgegeben von Angelo Maria Bandini (1726-1803), Bibliothekar der Biblioteca Mediceo-Laurenziana. NACHGEB.: TRYPHIODOROS, Iliu halosis (Graece). Excidium Troiae. Ebda. 1765. 104 S. – Schweiger I, 332. Pökel 12. Hoffmann III, 765: „Quamquam Bandinius non multum in emendando textu profecit, attamen protulit novas duorum codicum a se collatorum variantes lectiones, quibus posteriores editores usi sunt.“ – Dreisprachig wie der „Raub Helenas“, Salvinis italienische Übersetzung ebenfalls im Erstdruck. BANDINI, A. M., Epistola de Michaele Acominato eiusque scriptis ad socios clarissimos Regiae Paris(iensis) Academiae. Florenz, Stamperia Reale, 1767. 48 S. – Einzige Ausgabe. – Beschreibung des Inhalts eines Kodexes der Laurenziana mit 34 Schriften des Metropoliten von Athen, Michael Akominatos (gest. 1222). – Tls. mit interlinearen und Randnotizen in Bleistift; leicht gebräunt, etw. fleckig.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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Nr. 144

Nr. 152

KURTZ BEKENTNIS und Artickel vom heiligen Abendmal des Leibs unnd Bluts Christi. Wittenberg, H. Lufft (= Basel, S. Apiarius), 1574. 4°. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel verso. 34 Bl. Mod. Pp. (16) 500,-

Ebert 11937. Graesse IV, 195. Schweiger I, 188. – Erste griechisch-lateinische Gesamtausgabe der Briefe des spätantiken Rhetors, samt den Fälschungen des Zambeccari. – Titelei mit mehreren kleinen Stempeln, etw. gebräunt und stellenw. leicht fleckig.

VD 16 K 2824. – Nicht bei Knaake. – Einer von sechs Drucken aus demselben Jahr. – Abendmahlslehre und Christologie betreffende Bekenntnisschrift, im Auftrag des Kurfürsten von Sachsen hauptsächlich vom Lutheraner Paul Crell (1531-1579) verfaßt; auf der Grundlage dieser „Torgauer Artikel“, so bezeichnet, weil die Bekenntnisformeln von einer Versammlung von Theologen zu Torgau unterzeichnet worden sind, Artikel übrigens, die der Kirchenhistoriker Heinrich Heppe einstuft als „ein charakterloses Machwerk, das weder lutherisch noch philippistisch war“ (ADB V, 589), wurden die Anhänger Melanchthons, die Philippisten, aus Kursachsen vertrieben. – Titel mit kleinem Blattweiserausriß, bis Blatt E II jede Seite von alter Hand mit Tinte durchgestrichen, wasserrandig.

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LIBANIUS, Epistolai (Graece). Epistolae. Quas nunc primum maximam partem e variis codicibus, manu exaratis, edidit, Latine convertit & notis illustravit Joannes Christophorus Wolfius. Accedunt in calce ejusdem Libanii epistolae a Francisco Zambicario olim Latine conversae & Cracoviae primum editae. Amsterdam, Janssonius-Waesberghe, 1738. Fol. Mit gestoch. Titelvign. 10 Bl., 865 S. Pgt. d. Zt. (angestaubt). (103) 300,-

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LIPSIUS, J., De militia Romana libri quinque, commmentarius ad Polybium. 2 Tle. in einem Bd. Antwerpen, Plantin-Moretus, 1596 (Liber Quintus: 1595). 4°. Mit 4 Druckermarken (davon eine gestoch.), 12 (5 ganzseit.) Textkupfern und 10 Textholzschnitten (ohne die Falttafel). 8 Bl., 330 S., 1 weißes Bl., 292 S., 4 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (ohne die Schließen, kleines Bibliotheksschild am Rücken, fleckig). (103) 250,Erste Ausgabe. – STC 119. Adams L 781. Jöcher II, 1465. Jähns 561. – Vgl. Cockle 620. – Die Kupfer zeigen römische Schlachtordnungen, Militärlager, Soldaten, Reiter verschiedener Truppenteile etc. – „Bewunderungswürdig“ (Jähns). – Mehrf. gestempelt, Titel mit getilgtem Besitzvermerk, ein wenig fleckig, gebräunt.

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LUCRETIUS CARUS, T., De rerum natura libri VI. A Dion. Lambino ... emendati. Paris, J. Bienné, 1570. 4°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 22 Bl., 627 S., 68 Bl. Pgt. d. 17. Jhdts. mit hs. Rtit. (leicht fleckig). (103) 400,-


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Adams L 1666. Gordon 102A. Renouard III, 640. Schweiger II, 574: „Beste und vollständigste Ausgabe Lambin's, in welcher der Commentar berichtigt und vielfach vermehrt ist.“ – „Meisterwerk, voll schönster, kraftvoller Latinität“ (Carter-M. 87 zur EA von Lambins Bearbeitung von 1563). – Vorderer Vorsatz fehlt, Titel mit altem Stempel und Besitzvermerk (tls. rasiert), verso Namensstempel, tls. stärker gebräunt und braunfleckig.

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LUTHER, M., Widder den newen Abgot und Allten Teuffel: der zu Meyssen soll erhaben werden. (Erfurt, J. Loersfeld), 1524. 4°. Mit breiter figürlicher Titelbordüre. 7 Bl. Mod. Pp. (16) 500,VD 16 L 7435. Benzing 1922. Luther 14c. – Eine von neun Ausgaben aus demselben Jahr. – Scharfe Streitschrift gegen die Heiligsprechung des Bischofs Benno von Meißen, des späteren Bistumspatrons von München und Freising, und den Heiligenkult allgemein. – Letztes Bl. mit angerändertem Randausriß, leicht fleckig, etw. gebräunt. – Seltener Druck in guter Erhaltung. – Siehe Abbildung Seite 47.

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LUTHER – COTTENIUS, V., Fraus maligna qua Martinus Lutherus sub larva puri & puti verbi divini ... mundo universo obtrusit. Hildesheim, Kramer, 1678. 419 (recte 421) S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (109) *R 300,De Backer-S. IX, 140. VD 17 1:078371K. – Nicht im STC. – Einer von zwei Drucken im selben Jahr. – Scharfe Polemik gegen die lutherische Lehre von Victor Cottenius (Cotenius; 1604-1679), der in Hildesheim lehrte. – Fleckig, gebräunt. – Aus dem Besitz der Hildesheimer Kapuziner mit 1679 datierten Vermerken auf dem Vorsatz und Titel (und dort weiteren Besitzvermerken von Hildesheimer Priestern neuerer Zeit). – Selten.

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LUIS DE GRANADA, Gülden Memorial, Oder Denckbüchlein. Jetzt nach der Dolmetschung Philippi Doberineri mit fleiß corrigirt. 2 Tle. in einem Bd. Mainz, B. Lipp für P. Henning und L. Raßfeld, 1612. Mit Wappenholzschnitt auf dem Titel verso. 4 Bl., 495 (recte 450) S., 1 Bl., 756 S., 4 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln (etw. beschabt, leicht fleckig) mit 2 intakten Schließen. (11) 200,Vgl. VD 17 23:643410Z (dieselbe Kollation und derselbe Paginierfehler, aber die Verlegerangabe im Druckvermerk in anderer Reihenfolge der beiden Namen). – Luis de Granada (1505-1588) war einer der berühmtesten Dominikaner seiner Zeit. – Vorderer Vorsatz entfernt, Titel verso gestempelt, fleckig. – Beiliegen Taulers „Exercitia de vita et passione Iesu Christi“ (1607).

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Adams M 57. Schweiger II, 587. Ebert 12718: „Die Noten sind von Werth; auch ist das Buch 'de differentiis gr. et lat. verbi' dabei.“ – Vereinzelt minimaler Feuchtigkeitsrand oben. – Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerk Johann Leonhard Fleiner (1556-1624), Rat und Syndikus in Esslingen, dat. 1599.

MACROBIUS, A. TH., Opera. Ioh. Isacius Pontanus recensuit. Leiden, Plantin, 1596. Mit Druckermarke auf dem Titel. 8 Bl., 697 S., 27 Bl. Manuskriptpgt. d. Zt. (leicht fleckig, Rücken mit Papieretiketten). (103) 250,-

MERCKEL, H., Warhafftiger außfürlicher und gründtlicher Bericht, von der Altenstadt Magdeburgk Belagerung. Magdeburg, Donat, 1587. 4°. 89 Bl. Spät. Ldr. (beschabt, bestoßen). (16) 200,Erste Ausgabe. – VD 16 M 4759. – Nicht im STC und bei Adams. – Als Zeitzeuge liefert der Stadtsekretär Heinrich Merckel einen detaillierten Bericht über die Hintergründe und Umstände der Belagerung Madgeburgs durch Kaiser Karl V. 1550/51. – Vorderer Spiegel unter Verwendung eines barocken Manuskriptblattes, Titel mit getilgtem Stempel, am Beginn und Ende einzelne hinterlegte Randschäden, oben knapprandig, leicht fleckig; der Titel stärker, sonst nur leicht gebräunt. – Beilage.

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MEYER, J., Gründtliche Beschreibung, der freyen Ritterlichen unnd Adelichen kunst des Fechtens. Straßburg, Berger, 1570. Qu.-4°. Mit Titelbordüre, blattgr. Wappenholzschnitt auf der Titelrückseite und 74 (72 blattgr.) Textholzschnitten. 8 nn., 64 num., 1 nn., 107, 47 num. Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (minimal berieben, Bindebänder fehlen). (110) *R 12.000,VD 16 M 5087. Thimm 192. Gelli 266. Cockle 751. Lipperheide Td 9. Andresen III, 198, 165. – Nicht bei Adams und in der BL. – Sehr seltene erste Ausgabe eines der bedeutendsten deutschen Fechtbücher. – Neben dem Fechten mit Schwert, Dolch, Hellebarde und Spieß wird zum ersten Mal in einem deutschen Buch das Rapierfechten vorgestellt. „Joachim Meyers treffliches Fechtbuch handelte schon vor Salvator Fabri's im Jahre 1606 gedrucktem Fechtbuche von dieser neuen Fechtübung“ (Helwig, in: Börsenblatt 55/1966, S. 1409). – Die prachtvollen Holzschnitte zeigen Fechtpositionen mit den verschiedensten Hieb-, Stich- und Stoßwaffen. Sie sind waffen- wie kostümgeschichtlich gleichermaßen interessant. Die Zuschreibung an Stimmer dürfte gesichert sein, auch wenn die Holzschnitte nicht monogrammiert sind, denn es finden sich die Zeichen von Formschneidern, „deren sich Stimmer zur Fertigung seiner übrigen Bücherillustrationen bediente“ (Andresen). – Vorsätze etw. angestaubt, minimal gebräunt, die letzten Bl. in der unteren Ecke mit kleinem Wasserrand. – Exlibris. – Von außergewöhnlich guter Gesamterhaltung. – Siehe Abbildung Seite 37. Very rare first edition of one of the most important German books on fencing. – The magnificent woodcuts show fencing positions with cut, hit and thrust weapons. They are interesting from a historical perspective as regards weapons and costumes. – Endpapers a little dust-soiled, minimally browned, last leaves with small waterstain at lower corner. – Exlibris. – Of extremely well preservation. – Contemporary limp vellum (minor rubbing, clasp ribbons missing). – See illustration on page 37.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

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Nr. 153

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NAUSEA, F., Epitome oder Compendium, das ist, ein außzug oder ein kurtze verfassung der Catholischen unnd Christlichen predig und außlegung auff die Evangelia. Auß lateinischer Sprach in die Teutsche gezogen, durch Ch. Schweher in der künigklichen Statt Böhmischen Budweis. Ingolstadt, A. und S. Weissenhorn, 1554. 4°. Mit Textholzschnitt. 8 nn., CCCLXXI num., 1 nn. Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 defekten Schließen (fleckig, beschabt und bestoßen). (77) 400,-

STC 517 (Kirchenordnung und Catechismus). – VD 16 B 6991. Seebaß 20.14 (jeweils nur die Kirchenordnung). – Neben Osiander wirkten an der Kirchenordnung auch Linck, Schleupner, Rurer, Althamer, Stratner und Brenz mit (vgl. Möller 169). – Nach Seebaß gehören beide Werke zusammen. Grundlagen für diese Schriften bilden die Erstdrucke von 1533. – „Die Predigten bringen die fünf Hauptstücke mit Luthers Erklärungen als Schlußsätze der einzelnen Predigten. Für die Katechismustexte war eine von 1531 datierte Nürnberger Ausgabe offenbar die Vorlage“ (HKJL I, Sp. 234). – Innengelenke gebrochen, Bindung am unteren Rand gelöst, Buchblock gelockert, Titel mit hs. und gelöschtem Besitzvermerk, das seltene, der Kirchenordnung nachgebundene gefalt. Notenblatt nur noch fragmentarisch vorhanden, am Falz wasserrandig, etw. wurmstichig, gebräunt, stellenw. braun- und fingerfleckig. – Titel mit beschäd. Kupferstich-Exlibris.

VD 16 N 208. Stalla 316. – Nicht im STC und bei Adams. – Friedrich Nausea (ursprünglich Grau; 1480-1552), ab 1541 Bischof von Wien, vertrat in seinen Predigten und Schriften im Bemühen um die Einheit der Kirche eine tolerante Haltung gegenüber den Protestanten. – Vorderes Gelenk gebrochen, stellenw. wasserrandig, leicht gebräunt. – Titel mit hs. Besitzvermerk und Stempel der Kartause Buxheim.

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(OSIANDER D. Ä., A.,) Kirchenordnung, wie es inn des durchleuchtigen ... Herrn Albrechts des Jungern Marggraven zu Brandenburgs ... gebiet, mit der lehr und Ceremonien bis auff vernere Christliche vergleichung gehalten werden sol. Leipzig, W. Günt(h)er, 1552. Fol. 2 nn., LVII num., 1 nn. Bl. – BEIGEB.: (DERS.), Catechismus Oder Kinderpredig. (Ebda. 1552). 74 Bl. Läd. blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (86) 800,-

Inner joints broken, binding unstuck at lower margin, bookblock loosened, title with ms. and erased ownership entry, the rare folded sheet of music, bound after the church order, only existing in fragments, waterstains at fold, some worming, browning, here and there brown stains and fingermarks. – Title with damaged engraved exlibris. – Contemporary damaged blind-pressed pigskin.

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OVIDIUS NASO, (P.), Metamorphoseon ... libri XV. Lyon, B. Vincent, 1568. 12°. Mit Druckermarke. 20 Bl., 406 S., 1 Bl. Pgt. unter Verwendung eines Manuskriptes aus dem 13. Jhdt. (leicht fleckig, bestoßen). (105) 500,-


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Vgl. Baudrier V, 268 (Ausg. Lyon, Frellon, 1568). – Nicht im STC, bei Adams und Schweiger. – Nachdruck der zwischen Frellon und Vincent geteilten Ausgaben von 1555 und 1562. – Titel mit kleiner hinterlegter Fehlstelle, Besitzeinträge von alter Hand auf dem Titel, dem letzten Blatt und am Ende der Vita von Ovid, Kolumnentitel tls. abgeschnitten, gering fleckig, leicht gebräunt. – Seltene Ausgabe, die durch die Hände mehrerer Lateinschüler ging; einer verewigte sich mit dem Motto „nunc lege, nunc ora, nunc cum virtute labora, sic erit hora brevis, sic hic liber levis“. – Einband unter Verwendung eines Manuskriptes mit dem Bernardus de Gordonio (gest. um 1318) zugeschriebenen Text „De prognosticis“.

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– La vita et metamorfoseo. Figurato & abbreviato in forma d'epigrammi da Gabriello Symeoni. 3 Tle. in einem Bd. Lyon, J. de Tournes, 1559. Mit Holzschnittportr. auf dem Titel, 188 Textholzschnitten in Bordüren von Bernard Salomon, ganzseit. Textholzschnitt, Titelbordüre, 8 Holzschnitt-Medaillons und Druckermarke. 245 S., 5, 8, 16 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. unter Verwendung einer alten Handschrift (Vorderdeckel mit halbmondförmigem Einschnitt, Kanten stärker berieben und bestoßen, fleckig). (86) 1.800,Erste italienische Ausgabe. – Cartier 446. Fairfax Murray 421. Mortimer 405. Jeudwine 264: „Though the 1557 edition (in French) generally has the better impressions, the 1559 Italian edition is in some ways an improvement ... The book was a success and had imitators in the 16th century, like Plantin with his Hadrianus Junius and Sambuco, but in its way the 'Metamorphose' is pre-eminent.“ – Zweiter Druck der Holzschnitte, mit Ausnahme der 16, die neu hinzukamen. – Ohne vorderen fliegenden Vorsatz, Titel mit rasiertem hs. Besitzvermerk, gebräunt, fast durchgehend wasserrandig und stellenw. stärker fleckig. – Siehe Abbildung Seite 47.

Nr. 157

First Italian edition. – Second printing of the woodcuts, except for the 16 which were newly added. – Without upper fly-leaf, title with erased ms. ownership entry, browned, waterstained nearly throughout, here and there stronger soiled. – Contemporary limp vellum by using an old manuscript (upper board with crescent-shaped incision, edges stronger rubbed and scuffed, soiled). – See illustration on page 47.

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Nr. 159

– Metamorphosis Englished, Mythologiz'd and Represented in Figures. An essay to the translation of Virgil's Aenis by G(eorge) S(andys). Oxford, Lichfield, 1632. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel und 15 Kupferstichtafeln. 9 Bl., 37 S., S. 46-124, 145-487, 491-549 (so komplett). Mod. Hldr. mit Rsch. (tls. etw. gebräunt). (5) *R 500,-


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Zweite Ausgabe (EA 1626), die erste mit den prachtvollen Kupferstichen von Salomon Savery nach Franz Cleyn. – Graesse V, 83. Sabin 57984 (Tafelanzahl irrig). Lowndes 1745. – Reich kommentierte Übersetzung von George Sandys (1577-1644) aus der Zeit, in der er als Schatzmeister der Viginia Company in Virginia tätig war. – Vorsätze mit Besitzvermerk und Literaturzitat von alter Hand, gestoch. Titel mit restauriertem Einriß, Titel mit Besitzvermerk und kleinem Einriß am unteren Rand, gering gebräunt, wenige Seiten minimal fleckig. – Siehe Abbildung Seite 49.

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First edition with Greek-Latin parallel text translated by J. de Serres. – Title of first volume with several ownership entries, one of them erased, erased ownership entry also on title-page of vol. II; all vols. a little soiled and uniformly slightly browned. – Modern vellum with spine label (boards a little bent). – See illustration on page 49.

PORTA, G. B. DELLA, Magiae naturalis, sive De miraculis rerum naturalium libri IIII. Antwerpen, Plantin, 1561. Mit Holzschnitt-Titelbordüre. 8 nn., 135 num., 1 nn. Bl. Ohne Einband. (70) 300,STC 172. Voet 2086. Ruelens-De Backer 28, 10. Sorgeloos 389 Anm. Durling 3725. Riccardi I/2, 306, 1 (3). – Nicht bei Adams, Caillet und Dorbon. – Abweichend von Voet das letzte Blatt mit Kolophon, datiert „XXI. Februarii M.D.LXI“. – „Porta hält Agrippas Theorie noch treulich fest und zitiert dieselben Fabeln, aber ausserdem führt er eine Menge physikalischer Versuche an und zieht aus ihnen ganz richtige Schlüsse“ (Lehmann, Aberglaube und Zauberei, S. 234). – Titel mit Besitzvermerk und kleinen Randläsuren, einzelne Randbemerkungen und -zeichnungen von alter Hand, gering fleckig, gebräunt.

PORZIO (PORTIUS) – SAMMELBAND – 5 Schriften von Simone Porzio. Florenz, Torrentino, 1550-51. 4°. Hldr. d. 19. Jhdts. mit Rsch. (leichte Altersspuren). (67) 500,Zusammenstellung bedeutender Werke des Humanisten Simone Porzio (1497-1554), eines Schülers von Pomponazzi und Lehrers der Philosophie in Pisa und Neapel; meist einzige Ausgaben. – In der Reihenfolge der Bindung: I. De humana mente disputatio. 1551. Mit figürlicher Holzschnitt-Initiale. 98 S., 1 weißes Bl. – Einzige Ausgabe. – EDIT 16 CNCE 34588. STC 537. Adams P 1962. Durling 3745.

PLATON, Hapanta ta sozomena (Graece). Opera quae extant omnia. Ex nova Ioannis Serrani interpretatione. 3 Bde. O. O. (Genf), H. Estienne, 1578. Fol. Mit großer Druckermarke auf dem Titel und einigen Holzschnitt-Initialen und -Vign. im Text. 18 Bl., 542 S.; 4 Bl., 992 S.; 4 Bl., 416, 139 S. Mod. Pgt. mit Rsch. (Deckel etw. aufgebogen). (103) 3.000,Erste von J. de Serres übersetzte Ausgabe mit griechischlateinischem Paralleltext. – STC Suppl. 61. Adams P 1439. Renouard 145, 46. Moeckli 93. Hoffmann III, 280-82. Schreiber 201: „Henri Estienne's monumental edition of Plato, the first complete edition, which for two centuries remained the indispensable instrument of Platonic studies, to this day its pagination is universally accepted as the standard system of reference to the text of Plato ... Of all Henri Estienne's publications the Plato is perhaps the most lavishly decorated: besides numerous woodcut initials, culs-de-lampe, and a striking, elaborate title-device, it is the only publication in which Estienne used his entire series of decorative headpieces. Although this sumptuous Plato further contributed to Estienne's financial ruin, it is also the work which most contributed to his fame.“ – Titel des ersten Bandes mit mehreren Besitzvermerken, davon einer getilgt, getilgter Eignervermerk auch auf der Titelseite von Band II; alle Bde. etw. fleckig und gleichmäßig leicht gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 49.

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II. De dolore. 1551. Mit figürlicher Holzschnitt-Initiale. 66 S., 1 weißes Bl. – Einzige Ausgabe. – EDIT 16 CNCE 34587. STC 537. Adams P 1961. Durling 3744. Wellcome I, 5221. III. De coloribus oculorum. 1550. Mit figürlicher Holzschnitt-Initiale. 57 S. – EDIT 16 CNCE 34577. STC 537. Adams P 1959. Durling 3742. Wellcome I, 5218. IV. An homo bonus vel malus volens fiat, disputatio. 1551. Mit figürlicher Holzschnitt-Initiale. 67 S. – Erste Ausgabe. – EDIT 16 CNCE 34585. STC 537. Adams P 1957. Durling 3741. V. De puella Germanica, quae fere biennium vixerat sine cibo, potuque. 1551. 16 S. – EDIT 16 CNCE 34589. STC 537. Durling 3746. Wellcome I, 5222. – Vgl. Adams P 1963. Fleckig, leicht gebräunt. – Aus der Bibliothek des Medizinhistorikers Walter Pagel (1898-1983) mit dessen hs. Besitzeretikett.

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POSTEL, (G.), Quatuor librorum de orbis terrae concordia primus. (Paris, Gromors, 1543). Mit Titelbordüre und einigen Holzschnitt-Initialen. 8 nn., 143 num., 1 nn. Bl. Hldr. um 1800 (beschabt und bestoßen). (67) 2.500,Erste Ausgabe. – Adams P 2031. Postel II, 31. Caillet 8904. – Nicht im STC. – Das visionäre Hauptwerk des gelehrten Kabbalisten Guillaume Postel, dessen Redaktion er sich nach der Verhaftung von Guillaume Poyet, seinem Protektor am Hof, zurückgezogen widmete. Um die Zensur zu umgehen, entschloß er sich, das erste Buch auf eigene Kosten zu publizieren. „La publication du premier des quatre livres n'est qu'un épisode dans l'histoire agitée de cette oeuvre“ (Postel II, 33). Nachdem die gesamten vier Bücher 1544 in Basel erschienen waren, wurde „das beste Werk Postels“ 1550 indiziert (Reusch I, 122). – Durchgehend wasserrandig, gebräunt. – Aus der Bibliothek des Medizinhistorikers Walter Pagel (1898-1983) mit dessen hs. Besitzeretikett. – Siehe Abbildung. First edition. – The visionary major work by the learned Kabbalist Guillaume Postel who dedicated himself to this work after the arrest of Guillaume Poyet, his protector at court. In order to avoid censorship, he decided to publish the first book at his own expense. – Waterstained throughout, browned. – From the library of the medical historian Walter Pagel (1898-1983) with his ms. ownership label. – Half calf around 1800 (scratched and scuffed). – See illustration.


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Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

VD 16 Q 94. Schweiger II, 843. – Nicht im STC und bei Adams. – Mit einer Vorrede des niederrheinischen Humanisten Gisbert Longolius. – Vorsatz mit Besitzeretikett, Titel mit Vermerk von alter Hand und angerändertem Ausschnitt unten, am Ende einige Blätter mit kleinen angeränderten Randausrissen, einzelne alte Unterstreichungen und Marginalien, fleckig, gebräunt.

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SCHATZGER, K., Fürhalltung XXX. artigkl, so in gegenwürtiger verwerrung auf die pan gepracht, un(d) durch ainen neüwen beschwörer der allten schlange(n) gerechtfertigt werden, gründtlich erclärt. München, H. Schobser, 1525. 4°. Mit figürlicher Titelbordüre und Titelholzschnitt. 57 Bl. – BEIGEB.: DERS., Wider herr Hansen von Schwartzenbergs neülich außgangen püechlin, von der Kirchendiener un(d) gaystlichen personen Ee. Ebda. 1527. Mit Titelbordüre. 44 Bl. Läd. flex. altes Ldr. (Rücken und Ecken in älterer Zeit erneuert). (44) *R 600,Einzige Ausgaben. – I. VD 16 S 2329. Schottenloher, Schobser, 85. Pegg 3596. Ders., Swiss libraries, 4776. Paulus 19. – II. VD 16 S 2355. Schottenloher, Schobser, 89. Pegg 3606. Paulus 25. – Zwei Streitschriften gegen Johann Schwarzenbergs „Beschwörung der alten teufelischen Schlangen“, entgegen den Versprechungen des Vorworts von größter Schärfe und voll unflätiger Ausfälle. Schwarzenberg antwortete wiederum mit der Schrift „Das Büchlein Kuttenschlag“, worauf Schatzger seine hier vorliegende zweite Schrift folgen ließ. Behandelt wird darin unter anderem die Ehelosigkeit der Priester und Ordensleute. – Bordüre (im zweiten Druck wdh.) abgebildet bei Schottenloher, Tafel 26. – Etw. gebräunt und fleckig, tls. wasserrandig und mit Randschäden. Letztes Bl. verso auf den hinteren Innendeckel aufgezogen. – Aus der von Florian Waldauf, Ritter von Waldenstein, begründeten Bibliothek mit dem gestoch. Exlibris „Fundationis Baldauficae“. – Siehe Abbildung.

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(In Suetonium et commentarium index und Summa privilegii, dat. 1591). – Titel beikoloriert (in Gold), mit Besitzvermerk, hs. Jahreszahl („1578“ [das ist das Jahr des Erstdruckes]) und verso gestempelt; Block nach dem Titel gebrochen, etw. fleckig, gebräunt.

QUINTILIANUS, M. F., Oratoriarum institutionum libri XII. Köln, J. Gymnich, 1536. 16 Bl., 783 S. Leicht beschäd. blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen. (48) *R 300,-

SUETONIUS TRANQUILLUS, C., XII Caesares, et in eos Laevini Torrentii commentarius auctior et emendatior. Antwerpen, PlantinMoretus, (1591). 4°. Mit gestoch. Titel und zahlr. Textholzschnitten. 1 Bl., 407 S. (ohne die 12 Bl. am Ende). – Blindgepr. Ldr. d. Zt. (Rücken und Ecken erneuert, Schließen fehlen, etw. berieben und bestoßen). (103) 200,STC 194. Adams S 2052. Ebert 21919. Schweiger II, 976. Lipsius 385. – Zweite Ausgabe des klassischen Textes mit dem Kommentar von Torrentius und dem hübschen, gestochenen Titel mit den Porträts der römischen Kaiser von Caesar bis Domitian. – Ohne die 12 Bl. am Ende

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SULPICIUS SEVERUS, Historia sacra, ubi textus, collatione instituta cum antiquissimis editionibus, accurate recensetur ... atque ad modum J. Minellii substratis, illustratur. Leipzig, Gleditsch, 1711. Mit gestoch. Frontisp. 11 Bl., 575 S. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (fleckig, bestoßen). (9) 150,Späte Ausgabe der Weltgeschichte des Sulpicius Severus (um 363-425). – Frontispiz bis zum Bildrand beschnitten, fleckig, leicht gebräunt.

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TALON, N., L'histoire sainte. 4 Bde. Paris, Cramoisy, 1640-54. 4°. Mit 3 gestoch. Titeln, gestoch. Titelvign., Kupfertafel, 2 gestoch. Kopfvign. und 2 gestoch. Initialen. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (Kapitale tls. läd., einige Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (69) 120,Erste Ausgabe. – De Backer-S. VII, 1821, 1: „Il ne se fait aucun scrupule de paraphraser les discours qui ne sont qu'indiqués dans le texte, et d'y joindre des détails et des réflexions qui lui appartiennent en propre.“ – Fliegende Vorsätze tls. entfernt, anfangs jeweils Spuren der Entfernung eines Besitzvermerks, die Titel mit Besitzeintrag von alter Hand, tls. fleckig, stellenw. etw. knittrig, unterschiedlich gebräunt. – Die Spiegel mit Stempel „Toth Hamburg“.

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TERENTIUS (AFER), P., Comoediae sex. Accurante Corn. Schrevelio. Leiden und Rotterdam, Hackius, 1669. Mit gestoch. Titel. 23 Bl., 864 S., 30 Bl. Pgt. d. Zt. (gering fleckig). (103) 100,Schweiger II, 1066. – Vorsatz mit Eintragungen und Eckabschnitt, der gestoch. Titel mit Randabschnitt unten (außerhalb des Plattenrandes) und Namensstempel verso, gering gebräunt, kaum fleckig.

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(THOMAS VON KEMPEN), Imitation de Jesus Christ. Paris, Gruel und Engelmann, o. J. (um 1880). Traduction de F. de Lamennais. 2 Teile in einem Bd. Fol. Mit CII chromolithogr. Tafelseiten. 128 S. OMaroquin mit reicher Vg., sign. „Gruel“ (Kopfkapital fachmännisch restauriert, Gelenke etw. brüchig, leicht berieben). (68) *R 800,Nr. 183 von 402 Exemplaren, gedruckt für Madame Clémence de Villers. – Vicaire IV, 497. – Der zweite Teil enthält die „Historique de l'ornementation des manuscripts & explication des planches“ von H. Michelant. – Papierbedingt etw. gebräunt, vereinzelt leicht braunfleckig.


Alte Drucke, alte Theologie, antike Autoren

Due to paper quality a little browned, occasionally slightly brown-stained. – Original morocco richly gilt, signed „Gruel“ (top turn-in professionally restored, joints somewhat brittle, slightly rubbed).

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VALERIUS MAXIMUS, De factorum dictorumqu(e) memorabilium exemplis libri novem ... Una cum Henrichi Loriti Glareani in eundem Valerium Max. annotationibus. 2 Tle. in einem Bd. Basel, H. Petri, (1553). 8°. Mit Druckermarke auf dem Titel. 16 (statt 24) Bl., 532 S., 3 Bl., 113 S. (ohne das letzte Blatt). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. auf Holzdeckeln mit Messingschließe (von 2; Rücken etw. wurmstichig, fleckig, beschabt, gering bestoßen). (86) 200,VD 16 ZV 15142. – Diese Ausgabe nicht im STC und nicht bei Adams und Schweiger. – Der Kommentar des Glareanus mit eigenem Titelblatt. – Es fehlen die Lage bb und das letzte Blatt mit dem Druckvermerk und der zweiten Druckermarke. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk und Notizen von alter Hand, Innengelenke gebrochen, Block gelockert, letztes Bl. lose, zahlr. alte Unterstreichungen und Annotationen, gebräunt und stellenw. etw. fleckig.

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Brunet IV, 430. Schweiger II, 1130: „Hat Eigenthümliches.“ – NACHGEB.: Florus, L. A., Epitome rerum Romanarum libri IV. Ebda. 1776. 1 Bl., 192 S. – Schweiger II, 363. – Im selben Jahr erschien eine Ausgabe in Halle. – Vorsatz mit alten Besitzvermerken, anfangs leicht wasserrandig.

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VELLEIUS PATERCULUS, C., Historiae Romanae libri duo. Nova editio ex collatione veterum editorum emendata. Paris, Barbou, 1777. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Kopfvign. 8 S., 2 Bl., 166 S. Läd. Ldr. d. Zt. (Gelenke gebrochen). (9) 150,-

– Abrégé de l'histoire grecque et romaine. Traduit du latin par l'Abbé Paul. Avignon, Niel, 1768. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 503 S., 6 Bl. Geglättetes Maroquin d. Zt. (etw. beschabt). (68) *R 150,Erste Ausgabe dieser Edition. – Vgl. Schweiger II, 1130 und 1132. Brunet IV, 431. Ebert 23487 (alle nur mit späteren Ausgaben). – Hinterer Spiegel mit Buchhändlermärkchen, nur ganz leicht fleckig.

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– Dictorum factorumque memorabilium libri novem. Olim a Stephano Pighio emendati ... Adiectis etiam animadversionibus a Christophoro Colero. Frankfurt, Wechel, 1601. Mit 2 kleinen Druckermarken. 8 Bl., 621 S., 1 weißes Bl., 8 Bl. Pgt. d. Zt. mit punziertem Schnitt (etw. aufgebogen und fleckig, Rücken mit Papieretiketten und hs. Vermerk, Bindebänder defekt). (103) 150,Graesse VII, 245. Schweiger II, 1109. – Titel verso mit Namensstempel, leicht gebräunt, wenig fleckig. – Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerk Johann Leonhard Fleiner (1556-1624), Rat und Syndikus in Esslingen, dat. 1603.

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VERGILIUS MARO, P., Opera. Theodori Pulmanni studio correcta. – Pub. Virgilii appendix. Josephi Scaligeri in eandem appendicem castigationes & commentarii multis in locis aucti curante edenteque Friderico Lindenbruch: cuius et notae additae. 2 Bde. mit 3 Tln. in einem Bd. Leiden, Plantin, 1595. Mit 2 Druckermarken. 8 Bl., 415 S., 12 Bl. (letztes weiß), 4 Bl., 262 S., 1 weißes Bl., 348 S., 10 Bl. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. (gering fleckig, Rücken mit Papieretiketten). (103) 300,STC 206. Adams V 518. Schweiger II, 1166. – Tls. leicht gebräunt, vereinzelte Anstreichungen und Eintragungen von alter Hand. – Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerk Johann Leonhard Fleiner (1556-1624), Rat und Syndikus in Esslingen, dat. 1597. – Schön gebunden.

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ZENO VON VERONA, Sermones ... Augustini Valerij Cardinalis Veronae iussu editi. Verona, H. Discipulus, 1586. 4°. Mit kleinem Titelholzschnitt. 14 Bl., 429 S., 2 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (gering angestaubt). (103) 300,EDIT 16 CNCE 32504. Adams Z 124. Carpané-M. 239. – Gesamtausgabe der Predigten des heiligen Zeno, herausgegeben von seinem Nachfolger Augustinus Valerius (1531-1606). – Titel mit Besitzvermerk der Kapuziner in Innsbruck, verso Namensstempel, kaum gebräunt oder fleckig.


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Nr. 202


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Einzelblätter

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BUCHHOLZSCHNITTE UND INKUNABELBLÄTTER – SAMMLUNG – Ca. 25 Blätter. Verschiedene Stecher und Formate. – Gebrauchsspuren. – Tls. unter Passepartout. (55) 150,-

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Meist Blätter aus Schedel und dem „Kleinen Schedel“ mit Abb. von Personen und kleinen Ansichten, darunter das Blatt „Symon, das sellig kindlein zu Trient“, dazu einige illustrierte Blätter aus späteren Werken.

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EINBLATTDRUCKE – ALEXIUS VON EDESSA – „Cantique spirituel; a la louange de Saint Alexis, sur le chaut (!), Me sentant mal, &c.“ Einblattdruck (altkolor. Holzschnitt mit Bordüre [31 x 24 cm] und einfassendem typographischen Text). Rouen, G. Lynant, o. J. (um 1650). Blattgr.: 38,2 x 33 cm. (91) 200,Überaus seltenes Blatt, das den hl. Alexius im Sterben unter der Treppe des Palastes seiner Eltern zeigt, wie er eine Schriftrolle, in der er sich als Sohn zu erkennen gibt, dem Papst überreicht, daneben kniend Kaiser Honorius, im Hintergrund kirchliche Würdenträger und die Eltern. – Faltspuren und leichte Quetschfalten, verso einige alte Montagespuren und Hinterlegungen (etw. durchscheinend), braunfleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

– AUGSBURGER FRIEDENSGEMÄLDE – „Evangelisches Friedensgemählde; wie solches zum lobenden Gedächtnisse der seit 1648 beschehrten und erhaltenen Wohltat des theuren Religionsfridens ... ausgetheilt worden“. Einblattdruck mit Kupferstich, dreispaltigem typographischen Text und Bordüre, gestoch. von G. Rugendas nach A. Scheller. O. O. (Augsburg) und Dr., 1756. Blattgr.: 50 x 33,5 cm. – Etw. knapprandig, unten angerändert mit geringem Text- und Bordürenverlust. (83) *R 150,Teuscher 705 (mit Abb.): „Blick in die Barfüßerkirche auf die neue Orgel; seitlich vor den Seitenschiffen alttestamentarische Musikanten (Miriam, Moses, David und Salomo) mit ihren Instrumenten.“ – Beiliegt ein weiteres Friedensgemälde (Einblattdruck mit Kupferstich, dreispaltigem typogr. Text und Bordüre), gestoch. von B. F. Leizel 1788 nach einem Originalgemälde in der Barfüßerkirche (starke Gebrauchsspuren).

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– BAMBERG – WREDE – „Abbildung des Kataphalks welcher bei dem von der Garnison Bamberg am 19 Dezember 1838 veranstalteten Trauer Gottes-Dienste für seine Durchlaucht den


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De Vinck 11114. – Der gallische Hahn, auf den gekreuzten französischen Fahnen sitzend, umgeben von zwei Fanfarenbläserinnen mit einem Lorbeerkranz in den ausgestreckten Armen, thront über dem in ornamentaler Umrahmung gefaßten Text. Zwischen Bäumen eine Ansicht von Paris im Hintergrund, im Wurzelwerk zwei Tafeln, die die Zerstörung der Monarchie und des Despotismus symbolisieren. In der Mitte drei Personen als Repräsentanten des Volkes, in einer Hand jeweils Rollen mit den Chansons, in der anderen Fahnenstangen mit Spruchbändern; ein Grenadier mit der Inschrift „Vive la Charte!“, ein Bürger mit „Vive la Liberté!“ und ein Beamter mit „Vive la Patrie!“ – Erschien für Deutschland im Kommisssionsverlag J. G. Cotta in München (nicht bei Fischer). – Zwei Einrisse im weißen Rand, kleine Randläsuren, stärker wasserrandig, fleckig und gebräunt.

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Der Erlös der Tabelle kam den Armen in Rötz und Fronberg in der oberen Pfalz zugute. – Etw. fleckig, kleine Randläsuren. – Selten.

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K. b. Herrn Feldmarschall, Fürsten von Wrede in der St. Martinspfarr-Kirche errichtet war“. Einblattdruck (altkolor. Lithographie). Bamberg, Lachmüller, 1838. Blattgr.: 39,5 x 47 cm. (6) 150,Heller, Verzeichniß, 1177. – Über dem Katafalk die Lebensdaten sowie wichtigsten Ernennungen von Karl Philipp Fürst von Wrede (1767-1838) und sein Wappen, der Katafalk gerahmt von einem Ehrenspalier militärischer Gegenstände und zweier Soldaten, das Ganze eingefaßt von einem Bogen mit kleinen Schildern der wichtigsten Schlachten mit Jahreszahl und Ort. – Wohlerhalten. – Selten.

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– FRANKREICH – JULIREVOLUTION 1830 – „Prise de l'Hotel-de-Ville. Triomphe de la liberté dans les journées des 27, 28, 29 juillet 1830“. Einblattdruck (altkolor. Holzschnitt mit einfacher Einfassungslinie und umgebendem typographischen Text). Paris, Julinne, (1830). Blattgr.: 30,5 x 41,5 cm. (91) 150,Nicht bei Drugulin. – Einfach dargestellte Kampfszene vor dem Rathaus in Paris (18 x 27 cm). – Geglättete Faltspuren, etw. fleckig, braunfleckig und gebräunt. – Unter Passepartout.

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– – – „27, 28, 29 juillet 1830 representés en trois tableaux renfermant trois chansons patriotiques. Paris Dedié a la Nation Française“. Einblattdruck (Lithographie, in zwei Farben gedruckt). Paris, Knecht & Roissy, 1831. Blattgr.: 50,8 x 38,3 cm. (61) 200,-

– KALENDER – „Tabelle, in welcher der Aschermittwoch und Ostersonntag angezeigt wird vom Jahre 1700 bis 2000“. Typographischer Einblattdruck mit Bordüre. München, Hübschmann, 1834. Blattgr.: 45,5 x 38,2 cm. (6) 80,-

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– KAROLINE VON BADEN, KÖNIGIN VON BAYERN – „Drei Momente aus dem segenreichen Leben der verewigten Koenigin Caroline von Bayern.“ Einblattdruck (Farblithogr.) von A. Krämmer. O. O. (München), Dreselly, o. J. (1842). Imp.-Fol. (Blattgr.: 90 x 62 cm). (6) 100,Maillinger II, 500. Katalog der Bibliothek des Magistrates der kgl. Haupt- und Residenzstadt München, München 1866, S. 102, Nr. 24. – Monumentales Blatt, das von einer Bürgerin namens Lina Magdalena Schwab, offenbar einer glühenden Verehrerin der Königin, zu deren erstem Todestag gestiftet worden ist. Wie einer Subskriptionsanzeige in der „Bayerischen Landbötin“ (Nr. 27, 1843, S. 240) zu entnehmen ist, stammen von Schwab auch die in verschiedenen Schriften typographisch aufwendig, teils sogar in Golddruck mit farblicher Hinterlegung gestalteten Texte, die in dick aufgetragenem Pathos und Schwulst schwelgen. Mehrere Engelsfiguren illustrieren die Trauer und Verehrung. Das Ganze wird von einer Rankenbordüre eingefaßt. Laut „Landbötin“ wurde das Blatt „äußerst wohlfeil“ angeboten, „daß nicht nur Bemittelte, sondern auch Unbemittelte dieses Gedächtnißblatt sich sollen anschaffen können, da gewiß jede Familie die hohe Verehrung gegen die Allerhöchstselige Königin theilt.“ – Vielleicht war das Blatt als eine Art Wiedergutmachung gedacht, da die protestantische Königin im katholischen München im Vorjahr unter geradezu unwürdigen Umständen bestattet worden war. – Zwei lange Einrisse bis in die Abbildung, breite Ränder mit einigen kleinen Einrissen und Läsuren, fleckig und angestaubt. – Von großer Seltenheit.


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– KÖLN – DOM – „Eintracht und Ausdauer. Erinnerung an die 6te Säcularfeier der Grundsteinlegung zum Cölner Dome am XIV., XV., XVI. Aug. MDCCCXLVIII. Dem Graven Franz Egon von Fürstenberg-Stammheim gewidmet von P. Herwegen.“ Einblattdruck (Lithogr. mit mehreren Darstellungen in Rahmenbordüre und lithogr. Text) von P. Herwegen. München, Kuhn, o. J. (1848). Blattgr.: 90 x 61,7 cm. (6) 400,ADB L, 263. Merlo 1850, S. 177. Merlo 1895, S. 346. Thieme-B. XVI, 564. – Sehr seltenes, monumentales Gedenkblatt zur großen Sechshundertjahrfeier der Grundsteinlegung des gotischen Kölner Doms am 15. August 1248. Der prachtvolle getönte Druck ist zugleich ein wichtiges Dokument über die Baugeschichte des zwischen 1842 und 1880 vollendeten Doms, zeigt er doch neben mehreren Außenansichten und Darstellungen der Feierlichkeiten das Innere der Kirche mit den provisorischen Holzdecken im Mittel- und südlichen Seitenschiff. – Fleckig und angeschmutzt, breite weiße Ränder mit kleinen Randläsuren und Einrissen.

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– KRIMKRIEG – WIENER KONFERENZ – „Hail to the Peace. Heil dem Frieden. Benit soit la paix“. Einblattdruck mit goldgepr. Bordüre (Lithographie). Wien, C. Horegschj, o. J. (wohl 1856). Blattgr.: 64,2 x 50,1 cm. – 10 cm langer, verso geklebter Einriß bis in die Bordüre, leichte Knickfalten und Randläsuren, gebräunt und stärker fleckig. (71) 250,Gedenkblatt, vermutlich hrsg. anläßlich der Konferenz in Wien am 1. Februar 1856, bei der die „österreichische Note“ als Verhandlungsgrundlage für den Friedensvertrag von Paris zur Beendigung des Krimkrieges durch die Delegierten angenommen wurde. – Stellvertretend für die am Krieg beteiligten Nationen sind deren Herrscher abgebildet. Mittig und rechts davon Königin Victoria, Napoleon III. und Sultan Abdülmecid I., sich die Hände reichend als Symbol für ihr Bündnis. Links neben der Königin Zar Nikolaus I. von Rußland als Vertreter der Gegenpartei, die linke Hand als Zeichen der Entschuldigung und Zustimmung zum Vertrag auf sein Herz legend, die Rechte festgehalten von Königin Victoria. Ganz links der junge Kaiser Franz Joseph, mit der Hand auf ein auf einem Tisch liegendes Papierstück weisend, die „österreichische Note“. Über den Ganzfiguren ein die dunklen Wolken vertreibender Engel mit Schreibfeder und Olivenzweig. – Carl Horegschj war Maler und Lithograph in Wien, ab 1861 Mitglied des Wiener Künstlerhauses. – Sehr selten. – Von uns kein Exemplar in öffentlichem Besitz nachweisbar. – Siehe Abbildung.

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– LUDWIG I., KÖNIG VON BAYERN – NÜRNBERG – „Ludwig. Gerecht und beharrlich“. Einblattdruck (altkolor. Lithogr.). O. O., Dr. und J. (Nürnberg 1833). Blattgr.: 47,5 x 67,6 cm. (6) 300,-

Nr. 180 Sehr dekoratives Blatt, entstanden anläßlich des Besuchs von König Ludwig I. von Bayern am 25. August 1833 in Nürnberg zur Feier des achten Nationalfests. Die graphische Gestaltung gibt die verwendeten Dekorationsformen beim königlichen Einzug wieder, entworfen von einem „Fräulein C. v. Meiern“. Oben der aus Blütenketten gebildete Name des Königs, ein Kranz aus den „Farben der Hoffnung und Liebe gewunden“, darunter Ludwigs Porträt (Rundbild, Durchmesser ca. 3,5 cm) im Strahlenkranz, der wiederum mit einem „entfernten Stern“ durch Banner in den „bayerischen und griechischen Farben“ verbunden ist. Darunter in lithographierter Schrift eine Deutung der Symbolik. – Breite Ränder leicht fleckig und angestaubt. – Selten. – Siehe Abbildung.

Zur Geburt König Ludwigs II. 182

– LUDWIG II., KÖNIG VON BAYERN – „Gedenk-Tafel des glorreichen Ereignisses der Geburt des Durchlauchtigsten Erbprinzen Ludwig Otto Friedrich Wilhelm ... zu Nymphenburg am 25. August 1845.“ Einblattdruck (getönte Lithogr.) mit drei Ansichten, zwei Portrs. und typogr. Text. O. O., Dr. und J. (wohl München 1846). Plattengr.: 33 x 42 cm. (6) 400,Maillinger II, 329. – Besonders schönes, aufwendig gestaltetes Gedenkblatt, angefertigt zur Geburt des bayerischen Erbprinzen und späteren Königs Ludwig II., die zusammenfiel mit dem Namenstag seines Großvaters, des Königs Ludwig I.; ihm ist das Blatt auch zugeeignet (der Beginn des Widmungstextes lautet: „Heil König Dir, am Doppelfeste ...“). Die insgesamt sechs Darstellungen zei-


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gen im Zentrum die Bildnisse des Elternpaars unter einer Krone, Kronprinz Maximilian II. und Marie von Bayern, darunter drei kleine, sehr hübsche Veduten der Schlösser Nymphenburg, Hohenschwangau und Wittelsbach. – Leicht fleckig, kleinere Randläsuren. – Sehr selten. – Siehe Abbildung.

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– – „Zur Vermählung Ihrer Majestäten Königs Ludwig II. und Königin Sophie von Bayern“. Einblattdruck (Stahlstich) auf festem Papier, von A. Meermann nach F. Wanderer. München, Bruckmann, o.J. (1867). Blattgr.: 63,7 x 46,2 cm. (61) 120,Pfister II, 3337. Lentner 4899c: „In einem architektonischen Aufbau befinden sich unterhalb der Königskrone und dem bayerischen und herzoglichen Wappen die Büsten Ludwig II. und Sophie [ca. 5,5 x 4 cm, Profil nach links] in einem Rosenkranze. Unterhalb derselben der Genius der Musik, einen Amor mit einer Musikbandrolle haltend. – Sehr selten!“ – Voreilige Publikation, da die Verlobung in beiderseitigem Einverständnis gelöst wurde. – Einige hinterlegte Randeinrisse, leicht fleckig und gebräunt. – Unter Passepartout.

– MAXIMILIAN, HERZOG IN BAYERN – „Huldigung zur glorreichen Geburtsfeyer Seiner Hoheit des durchlauchtigsten Fürsten u. Herrn Maximilian, Herzog in Bayern. 4 December 1844“. Einblattdruck (teilkolor. Farblithographie nach M. Portner). O. O. und Dr., 1844. Blattgr.: 64 x 49,5 cm. (6) 200,Sehr seltenes, von uns bibliographisch nicht nachweisbares, aufwendig gestaltetes Huldigungsblatt zum Geburtstag von Herzog Max in Bayern, entworfen vom Münchener Kalligraphen und Wappenmaler Max Joseph Portner. – Über dem Namen Maximilian im unteren Teil des Blattes sein Wappen in einem Bogen, umgeben mit dem Namen seiner Gattin Ludovika in einem blauen Blumenkranz und den Namen ihrer Kinder mit Geburtsdaten, im oberen Teil das Datum von Maximilians Geburtstag in einem von Putti gehaltenen Blumenkranz. – Leicht fleckig und angestaubt.

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– – „Seiner Königlichen Hoheit Maximilian Herzog in Bayern als Vereinsmitglied der unterthänigst-treugehorsamste Verein zur Ausbildung der Gewerke. München im März 1854“. Einblattdruck (Farblithographie von P. Herwegen mit hs. Titel und Wachssiegel). München, Kuhn, 1854. Blattgr.: 64,2 x 48 cm. (6) 100,-


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Die von den Vorständen des Vereins signierte Mitgliedsurkunde mit dem Titel in der Aufmachung einer Urkunde auf Pergament mit Siegelkapsel, umgeben von Blatt- und Rankenwerk mit Abb. von Werkzeugen und Geräten zu beiden Seiten, darüber Szenen mit verschiedenen Handwerkern und Berufen. – Fleckig und gebräunt.

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– – FREISING – „... Am 24ten Mai 1857 werden es volle fünf und zwanzig Jahre, daß Euere Koenigliche Hoheit, als Beweis des Königlichen Allerhöchsten besonderen Vertrauens die hohe Stelle als Kreiskommandanten der Landwehr des Isarkreises übertragen erhielten. ...“. Einblattdruck (Farblithographie, in vier Farben gedruckt). Freising 1857. Blattgr.: 57,7 x 74,6 cm. Lose in Lwd.-Mappe d. Zt. mit Romantikervg. auf dem Vorderdeckel (Ränder etw. aufgebogen, fleckig, gering berieben). (6) 200,Von uns kein Exemplar in öffentlichem Besitz nachweisbar. – Huldigungstext, unterzeichnet (lithogr.) von den Offizieren und Militärbeamten des Landwehrbataillons der Stadt Freising, umgeben von einer Blatt- und Rankenbordüre mit militärischem Gerät und Standarten zu beiden Seiten mit Blindstempel des Bataillons in einer Aussparung in der Bordüre unter dem Text, alles „Com-

ponirt und calligraphirt von Anton Unthal, Lithograph u. Schützenlieutenant in Freysing“, der ein Jahr später das erste Photostudio in Freising eröffnete und dessen Photos zu den frühesten Aufnahmen der Stadt gehören. – Kleiner Randeinriß, etw. braunfleckig und gebräunt.

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– ROM – PIUS IX. – „Il sommo pontefice Pio IX.“ (Der Zug von Papst Pius IX. zur Besitznahme von S. Giovanni in Laterano). Altkolor. Einblattdruck (Radierung) auf festem Velin, von J. M. Wittmer d. J. O. O. (Rom) und Dr., 1846. Blattgr.: 71,5 x 109,5 cm. (6) 800,Andresen 2. Thieme-B. XXXVI, 141f. – Die breit angelegte Darstellung (49 x 91,5 cm) von Johann Michael Wittmer d. J. (1802-1880) zeigt die feierliche Prozession des neugewählten Papstes Pius IX. auf dem Weg zur Lateranbasilika, vorbei am Kolosseum und Konstantinsbogen. Der Pontifex Maximus sitzt rechts in der einzigen Kutsche des Festzuges und segnet mit ausgestreckter Hand die herbeigeeilten Bürger Roms, die den Zug beleben. – Etw. fleckig und gebräunt, breite weiße Ränder mit geringen Randläsuren. – Ausgezeichneter, nuancierter und präziser Druck. – Siehe Abbildung Seite 55. The large-scale illustration (49 x 91,5 cm) by Johann Michael Wittmer the Younger (1802-1880) shows the ceremonial procession of the newly elected pope Pius IX on the way to the Lateran basilica, passing the Colosseum and the Arch of Con-


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festem Papier, von „Johann Evangelist Mettenleiter gravirt“. O. O. (München) und Dr., 1835. Blattgr.: 44,2 x 29,4 cm. – Links oben kleine Randläsur, leicht fleckig. – Selten. (6) 100,Ein vergessenes Grabmalsprojekt für Napoleon 190

Nr. 191 stantine. The Pontifex Maximus sits on the right side in the only carriage of the parade and blesses the citizens of Rome with outstretched hand. – A little soiled and browned, wide blank margins with minor damages. – Excellent, nuanced and precise printing. – See illustration on page 55.

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– MÜNCHEN – BAVARIA – „Erinnerung an den 9ten Octbr. 1850.“ Einblattdruck (Farblithogr. mit lithogr. Text). (München), Kuhn, o. J. (1850). Blattgr.: 61,7 x 45 cm. (6) 200,Lentner 1266. Pfister II, 3248. Maillinger III, 231. – Prachtvolles Blatt, das anläßlich der Enthüllung der Bavaria nach Entwurf von Peter Herwegen gefertigt worden ist. In der Mitte die von Anton Teichlein verfaßte Festrede, die König Ludwig I. als Beschützer der Künste preist, umgeben von acht Darstellungen mit dem Zug der Münchner Bürgerschaft, den Handwerkern und Gewerbetreibenden sowie den Künstlern. – Fleckig und angestaubt.

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– – DAMENSTIFTGEBÄUDE LUDWIGSTRASSE – GRUNDSTEINLEGUNG – „Am XVten October dem Namensfeste Ihrer Majestaet der Koenigin Therese von Bayern im Jahre des Heils MDCCCXXXV. ... wurde ... dieser Grundstein des Damenstifts-Gebäudes gelegt durch den königlichen Staats Minister des Innern, Herrn Fürsten Ludwig Crato Karl von Oettingen Wallerstein ... Architekt des Baues war: Herr Friedrich Gaertner.“ Typographischer Einblattdruck (Lithographie in Rotgold) auf

– NAPOLEON – APOTHEOSE – „Il parut comme la lumière qui débrouilla le chaos!!“ Einblattdruck (Lithographie auf aufgewalztem China). O. O., Dr. und J. (Frankreich, Lemercier, 1841). 80,9 x 60,7 cm. (6) 400,Sehr seltenes Blatt von besonderer künstlerischer Qualität und komplexer Ikonographie, das vermutlich im Zusammenhang mit der Planung eines Grabmals für Napoleon entstanden ist. Es zeigt, gerahmt von reich verzierter, grell vom Sonnenlicht ausgeleuchteter Architektur im römisch-antiken Stil, die Statue Napoleons mit Herrschaftsinsignien; Friesinschriften verkünden seine Verdienste, darüber der Adler des Zeus mit Blitzbündel und der Orden der Ehrenlegion. Auf den Tod verweisen dunkle Wolken, die die Sonne verdecken, und Symbole von Napoleons Errungenschaften (Gesetzgebung, Wohlstand, Kirchenkonkordat etc.), die vor dem Monument in Trümmern liegen, von einer Schlange umschlungen. – Ein Exemplar, das im Jahre 2001 in einem französischen Auktionshaus angeboten wurde, besaß offenbar die Plattensignaturen von Verleger und Inventor: „Composé par Eugène Galy. Imp. Lemercier“. Das Blatt dürfte danach mit jenem identisch sein, das die „Bibliographie de la France“, Jg. XXX, Paris 1841, unter der Nummer 1120 und dem Titel „Il partit comme la lumière ...“ anführt. Auch der angegebene Verleger ist identisch (Lemercier-Bénard). Ferner heißt es in einem Bericht des „Figaro“ (Paris, 21. 11. 1898, Nr. 325, S. 1) anläßlich einer Auktion von Inventar des Palais du Sénat in Paris, unter den Versteigerungsobjekten wäre „un projet de monument à Napoléon par Eugène Galy, avec cette inscription 'Il parut comme la lumière qui débrouilla le choas'“ zu finden. Der Titel ist hier übereinstimmend mit demjenigen der Schriftzeile auf unserem Blatt, die separat in Lithographie gedruckt und auf das Trägerpapier appliziert worden ist. Im April des Jahres 1841 war der Wettbewerb für ein Grabmal Napoleons ausgeschrieben worden, den bekanntlich die Architekten Victor Baltard und Louis Visconti für sich entschieden haben. Bei dem vorliegenden Blatt wird es sich daher mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wettbewerbsbeitrag für das Grabmal handeln, was auch die große Seltenheit, die Ikonographie und die ungewöhnliche Form mit dem aufgeklebten Motto erklärt. Über Eugène Galy und sein Werk ist indessen nichts weiter bekannt. – Trägerpapier mit Randläsuren, stellenw. leicht geknickt. Very rare leaf of particularly artistic quality and complex iconography probably created in connection with the planning of a sepulchral monument for Napoleon. It shows the statue of Napoleon with insignia of rulership, framed by richly decorated, sun-drenched architecture in classical Roman style; frieze inscriptions proclaim his merits, above is the eagle of Zeus with thunderbolt and the order of the Legion of Honour. Dark clouds that cover the sun refer to the death and symbols of Napoleon's achievements (legislation, prosperity, church concordat etc.), which lie in ruins in front of the monument embraced by a snake. – One copy offered in 2001 by a French auction house had apparently the plate signature by the publisher and inventor: „Composé par Eugène Galy. Imp. Lemercier“. The leaf


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therefore might be identical with the one mentioned by the „Bibliographie de la France“, year XXX, Paris 1841, under the number 1120 and title „Il partit comme la lumière...“. – Supporting paper with marginal damages, here and there a little creased.

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– NÜRNBERG – VOLCKAMER VON KIRCHENSITTENBACH – „Ae. M. Theoph. Volcameri De Kirchen-Sittenbach. Caesar. consiliar. reip. Nor. ... den. MDCCVIIII d. VII eid. April.“ Einblattdruck (Kupferstich) von J. Ch. Marchand. O. O. und J. (Nürnberg 1709). Blattgr.: 44,5 x 34,5 cm. (50) 200,Bibliographisch von nicht nachweisbar (auch nicht bei Drugulin). – Prunkvoller Katafalk für den Nürnberger Stadtbaumeister Gottlieb Volckamer von Kirchensittenbach (1648-1709), der unter anderem die Errichtung neuer Räume für die Nürnberger Malerakademie im ehemaligen Katharinenkloster veranlaßt hatte. Sehr seltenes und schönes Blatt des aus Dresden gebürtigen Stechers Johann Christian Marchand (1680-1711), der in Nürnberg Schüler von Preißler gewesen ist. – Von uns nur in einem Exemplar in öffentlichem Besitz nachweisbar (Berlin, Staatliche Museen). – Sauberer, kontrastreicher Druck. –

Bis an die Einfassung beschnitten, auf Träger aufgelegt, Ränder leicht fleckig und mit kleinen, tls. hinterlegten Löchern, verso auf einer Hinterlegung der Sammlerstempel von August Riedinger (Lugt 167). – Aus der Sammlung W. Denzel. – Siehe Abbildung.

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– – „VORSTELLUNG DER BELEUCHTUNG welche bey allerhoechster Anwesenheit Sr. K. K. Maiestät Franz II. und Dero Gemalin Theresia ... am Kornmarkt hier in Nürnberg, veranstaltet worden, d. 8. Jul. 1792.“ Einblattdruck (Kupferstich) von F. A. Annert nach G. F. Uz. O. O. und J. (Nürnberg 1792). Darstellungsgr.: 24,2 x 33,3 cm. (50) 200,Drugulin II, 5500. Müller, Erste Fortsetzung des Verzeichnisses von Nürnbergischen topographisch-historischen Kupferstichen und Holzschnitten, Nürnberg 1801, S. 30. – Illumination dreier Häuser am Nürnberger Kornmarkt anläßlich der Wahl und Erhebung von Franz II. zum römisch-deutschen Kaiser. – Auf Träger aufgelegt, unterer Rand tls. hinterlegt, breite Ränder etw. knittrig, verso mit Sammlerstempel von August Riedinger (Lugt 167). – Selten. – Aus der Sammlung W. Denzel. – Siehe Abbildung.


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– RHEINPFALZ – „Chronologia Palatina seu genuina Francicorum, hodie Rhenensium, Palatinorum comitum“. Einblattdruck von J. M. Lederer mit gestoch. Bordüre und gestoch. Text, mont. Schabkunstportr. von J. S. Negges nach J. G. Ziesenis d. J., altkolor. Kupferstichkarte und gestoch. Ansicht von Mannheim nach H. Euler. Augsburg, Negges, o. J. (ca. 1745). Blattgr.: 76,5 x 51,5 cm. (6) 500,Thieme-B. XXV, 377. – Sehr seltener Einblattdruck aus der frühen Regierungszeit des Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz unter Verwendung des Schabkunstblattes „Carolus Theodorus Comes Palatinus Rheni S. R. J. ArchiThesaurarius et Elector“ (Brustbild im Ornat, 33,5 x 22 cm) von Johann Simon Negges nach Johann Georg Ziesenis d. J., der die Vorlage 1744 gemalt hatte (heute Kurpfälzisches Museum Heidelberg). Die Karte („Palatinatus inferior seu electoratus Palatinus“, 16,2 x 23,3 cm) hat keine Stecherangabe, die Ansicht der Stadt über den Neckar (10,7 x 23,3 cm) wurde von dem Leutnant und Festungsbauingenieur Heinrich Euler entworfen. – Der Text bietet ein Verzeichnis der Folge der Kurpfälzer Regenten bis Karl III. Philipp (gestorben 1742). – Ein formal übereinstimmendes Blatt für das Kurfürstentum Bayern hat Lederer unter dem Titel „Chronologia Boica“ (Augsburg 1745) veröffentlicht. – Zum Verleger und Stecher Negges siehe Gier-Janota 1284. – Mittig horizontale Knickspur, kleine Randläsuren, stellenw. leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

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– KONVOLUT – 8 Blätter. Rückgänge aus der Auktion 65: Nr. 443, 460, 461, 462, 486, 488 und 489. – 2 Beilagen. (6) 200,-

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MAKULATUR – Ca. 80 Bl. mit Fragmenten aus spätmittelalterlichen Handschriften, Inkunabeln und Drucken des frühen 16. Jhdts., deutsch und lateinisch. 8° und 4°. (61) 150,-

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EINBLATTDRUCKE – PASIGRAPHIE – MAIMIEUX – „Carte générale pasigraphique“. Typographischer Einblattdruck, aus 3 Blättern zusammengesetzt, (von J. de Maimieux). (Paris), Egron, 1808. Blattgr.: 69,5 x 140,5 cm. (6) 150,-

Meist in den 1930er Jahren aus Buchdeckeln gelöste Blätter. Von welchen Werken die Einbände stammten, ist auf beiliegenden Zetteln zum Teil angegeben. Die ältesten der Handschriftenfragmente dürften wohl noch aus dem 14. Jahrhundert sein. Unter den Drucken auch Inkunabeln mit fragmentarisch erhaltener Illustration. – Einzelne Bl. mit Klebstreifen zusammengefügt, diverse Gebrauchsspuren.

Hoefer XXXII, 893. – Drittes und letztes Werk über Pasigraphie des französischen Literaten Joseph de Maimieux (1753-1820), der als der Begründer der Pasigraphie oder Universalschrift mit allgemeinverständlichen Zeichen gilt, die als Vorläufer der Piktogramme anzusehen sind. – Etw. fleckig und gebräunt, kleinere Randläsuren. – Selten.

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– RADETZKY – „Zur erfreulichen Erinnerung an das 87te Geburtstagsfest und 70te Dienstjahr Sr. Excellenz des Herrn k. k. Feldmarschalles Joseph Grafen Radetzky de Radetz, am 2. November 1853.“ Einblattdruck (getönte Lithogr.) mit figürlicher Bordüre. O. O., Dr. und J. (Innsbruck? 1853). Plattengr.: 31,9 x 25,3 cm. (6) 120,Vom Tirolisch-Vorarlbergischen Radetzky-Verein dediziertes, sehr dekoratives Blatt, dessen Rahmenbordüre in sieben Szenen Wohltaten des Feldmarschalls zeigt, ganz oben sein Porträt. Besonders rares Zeugnis der großen Radetzky-Verehrung dieser Zeit. – Leicht fleckig und angestaubt. – Breitrandig.

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PERGAMENTBLÄTTER – ANTIPHONAR – 2 Einzelblätter aus dem Psalterium eines lateinischen Antiphonars. Wohl Frankreich, um 1480. Blattgr.: 64 x 43,8 cm. Mit 2 dreizeiligen historisierten Initialen in Deckfarben mit Goldhöhung und reichem Fleuronnée sowie zahlr. einzeiligen Initialen und einigen Zeilenfüllern, alle in Deckfarben vor Goldgrund. Text schwarz, Überschriften in Gold über Deckfarbengrund. 27 Zl. Schriftspiegel: 51 x 39 cm, in dünner brauner Tinte regliert. (3) 500,-


Einzelblätter

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Zwei zusammengehörende Blätter mit feiner, in der Art französischer Stundenbücher des späten 15. Jahrhunderts angefertigter Illumination, wie sie für ein derart großes Format und in klösterlichen Antiphonaren eher selten anzutreffen ist. Die reiche Verwendung von Gold und die hohe Qualität der Illumination lassen auf einen hochrangigen Auftraggeber schließen, wohl eine bedeutende Abtei. Vielleicht verweist das Monogramm „VFE“, das in goldenen Kapitalbuchstaben in die mit Pflanzenranken und Blüten ausgezierten Fleuronnée-Leisten an den Rändern der großen Initialen einbeschrieben ist, auf diesen Auftraggeber. Beide Blätter sind mit späterer Foliierung am unteren Rand versehen, numeriert 31 und 34. Blatt 31 mit Texten aus Psalm 37 auf dem Recto (Verse 28-40, die letzten beiden Zeilen auf dem Verso) und aus Psalm 38 („Domine, ne in furore tuo arguas me ...“, Verse 2-12, der Eingangsvers ist weggelassen, daher Textbeginn mit Vers zwei und Initiale „D“) auf dem Verso. Auf Blatt 34r. Texte aus Psalm 39 (Verse 9-14) und 40 (Verse 2-5, Textbeginn „Exspectans exspectavi Dominum, et intendit mihi“ mit Initiale „E“) und auf dem Verso die Verse 6-13. Bei den scheinbaren Überschriften mit den Nummern der Psalmen handelt es sich in Wirklichkeit um Endstücke, die sich immer auf den vorhergehenden Psalm beziehen. Die „D“-Initiale auf Fol. 31v. zeigt den betenden David vor der Leiche Sauls mit dem israelitischen Heer im Hintergrund, die „E“-Initiale auf Fol. 34r eine Gregorsmesse (mit Imago Pietatis und Arma Christi). – Breite Ränder etw. gebräunt und fleckig sowie mit leichten Knicken. – Siehe Abbildung.

199

– – Einzelblatt aus einem lateinischen Antiphonar. Wohl Spanien, mittleres 16. Jhdt. Blattgr.: 43,5 x 34,8 cm. Mit großer Initiale in Deckfarben mit Goldhöhung und Federwerk sowie einigen Lombarden in Rot und Blau. Text schwarz, Überschrift rot. 14 Zl. Schriftspiegel: 38 x 27,5 cm, in dünner brauner Tinte regliert. (3) 200,-

Nr. 198

menwerk in Deckfarben, Initiale in Rot vor Goldgrund sowie je einer Initiale in Rot und in Federwerk. Text schwarz, Notenzeilen in fünf roten Linen mit schwarzer Quadratnotation. 6 Zl. Schriftspiegel: Ca. 41,5 x 23,5 cm. (55) 200,-

Dekoratives Blatt mit kräftiger D-Initiale mit Blüte im Binnenfeld in der linken oberen Ecke, den Textbeginn vom Psalm XXII auszeichnend: „Deus, deus meus respice in me, quare me dereliquisti?“ (bis Vers zwölf, auf dem Verso fortgesetzt). – Etw. knappe Ränder, rückseitig mit Papierstreifen hinterlegt, stellenw. ein wenig, auf dem Verso stärkerer Abrieb, leicht gebräunt und fleckig.

200

– – 8 Blätter (4 Doppelblätter) aus einem lateinischen Antiphonar. Wohl Italien, um 1600? Blattgr.: 54,8 x 37,7 cm. Mit einigen einzeiligen Initialen in Rot und in schwarzem Federwerk. Choralnotation mit quadratischen Noten auf fünf roten Linien. Text in Schwarz, Hervorhebungen in Rot. 7 Zl. Schriftspiegel: 40,5 x 22 cm. Regliert. (6) 200,Zusammengehörige Blätter, foliiert 91, 96, 98, 100-103 und 105, die Antiphone unter anderem anläßlich der Feste des hl. Athanasius, der Heiligen Philippus und Jakobus und zur Auffindung des hl. Kreuzes. – Fellseiten etw. gebräunt (eine mit Wasserschaden und Abrieb an einer Stelle), breite Ränder gelegentlich fleckig.

201

Dekoratives Blatt, dem Malstil nach wohl aus einem spanischen Antiphonar der Barockzeit stammend, auf dem Recto mit den Antiphonen „Cognoverunt omnes a Dan usque Bersabee quod fidelis Samuel propheta esset domini ...“ (Text aus dem ersten Buch der Könige, Kapitel III, Vers 20ff.) und „Prevaluit David in Philisteum ...“ auf der Rückseite. Die etwas derben, aber dekorativen Malereien auf dem Recto, die links und rechts den Text einfassen, entsprechen im Stil unserer folgenden Nummer, hier zwei Heilige, eine betende Nonne und ein stehender bärtiger Mann mit Speer und Schild, gegenüber Wappenschilde, untereinander verbunden mit floralen Motiven. Die Initialen sehr einfach, ohne weitere Ausschmückung. – Auf Träger aufgelegt, minimale Randläsuren, Vorderseite leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

– – Einzelblatt aus einem lateinischen Antiphonar. Wohl Spanien, 17. Jhdt. Blattgr.: 54,4 x 37,8 cm. Mit figürlichem und ornamentalen Rah-

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– – Einzelblatt aus dem Psalterium eines lateinischen Antiphonars. Wohl Spanien, 17. Jhdt. Blattgr.: 74,3 x 53,3 cm. Mit figürlichem und ornamentalen Rahmenwerk in Deckfarben, 2 großen Initialen in Rot vor Goldgrund sowie 3 Lombarden in Rot. Text schwarz, Hervorhebungen rot. 14 Zl. Schriftspiegel: Ca. 62 x 40 cm. (55) 250,-


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203

Einzelblätter

Nr. 201

Nr. 204

Monumentales Blatt, wohl aus einem spanischen Antiphonar der Barockzeit. Die Malereien auf dem Recto, die den Text einfassen, sind zwar recht grob gefertigt, doch ist das Blatt als Ganzes von dekorativer Wirkung. Neben zwei stehenden Klerikern mit kirchlichen Symbolen finden sich weitere Symbole auf Wappenschilden, untereinander verbunden von floralen Motiven. Die Initialen sehr einfach, ohne weitere Ausschmückung. Recto mit Beginn von Psalm 149 „Cantate Domino canticum novum: laus ejus in ecclesia sanctorum“, auf dem Verso fortgesetzt bis zum Beginn von Vers 8, über dem Textanfang die Schlußzeile von Psalm 148. – Auf Träger aufgelegt, Vorderseite leicht gebräunt, gelegentlich geringer Abrieb. – Siehe Abbildung Seite 54.

licher Deckfarbeninitiale mit langer Cauda, zweizeiliger Initiale in Blau mit reichem roten Federwerk und Federwerk in Rot und Blau am Textrand. Eine Hervorhebung in Rot. 2 Sp. 45 Zln. (108) ** 800,-

– – Einzelblatt aus dem Psalterium eines lateinischen Antiphonars. Wohl Spanien, spätes 17. Jhdt. Blattgr.: 77,8 x 60,1 cm. Mit floralen Rahmenbordüren in Deckfarben, Initiale in Rot und Blau vor Goldgrund sowie einigen Lombarden in Rot. Text schwarz, Hervorhebungen rot. 16 Zl. Schriftspiegel: Ca. 60 x 46 cm. (55) 200,Aus einem monumentalen Antiphonar der Barockzeit stammendes Blatt mit Versen aus Psalm 15 auf dem Recto und der oberen Hälfte des Verso sowie dem Anfang von Psalm 16 auf der unteren Hälfte, dieser mit großer E-Initiale des „Exaudi domine iustitiam meam“. – Auf Träger aufgelegt, Ränder etw. knittrig, fleckig und gebräunt, vereinzelt ein wenig Abrieb.

204

Dekoratives Blatt aus der hohen Zeit der gotischen Perlschrift, dem mittleren 13. Jahrhundert. Wahrscheinlich stammt das Blatt aus einer Pariser Bibelhandschrift jener Zeit in sehr geringer Größe. Auf dem Recto der Anfang des ersten Kapitels des Buchs Esra, der Text davor ein Teil des zugehörigen Prologs, auf dem Verso das zweite Kapitel bis Vers 49. – Am Beginn des ersten Kapitels Esra eine große I-Initiale („In anno primo Cyri regis Persarum ...“) mit der Darstellung des thronenden Königs Kyros als Bauherrn des Tempels, umgeben von Bauhandwerkern beim Mauern, der mittlere unterhalb eines gotischen Maßwerkbogens mit offenem Dreipaß – eine bemerkenswerte hochmittelalterliche Darstellung von Bautätigkeit, die en miniature auch den Einsatz von gebräuchlichen Werkzeugen der Zeit zeigt. – Ränder beschnitten (unterer Teil der Initiale angeschnitten, Kapitelüberschriften fehlen), gering gebräunt und am unteren Rand leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

– BIBLIA LATINA – Einzelblatt aus einer lateinischen Perlschriftbibel auf Jungfernpergament. Frankreich (Paris?), Mitte 13. Jhdt. Blattgr.: 12,3 x 8 cm, Schriftspiegel: 9,4 x 6 cm. Mit großer figür-

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– – Einzelblatt aus einer lateinischen Perlschriftbibel auf Jungfernpergament. Frankreich (Paris?), Mitte 13. Jhdt. Blattgr.: 12,3 x 8,2 cm, Schriftspiegel: 9,3 x 6,2 cm. Mit sechszeiliger bewohnter Deckfarbeninitiale mit Goldhöhung und langer Cauda, 5 zweizeiligen Initialen in Blau und Rot mit reichem Federwerk und Federwerk in Rot und Blau am Textrand. Hervorhebungen in Rot. 2 Sp. 45 Zln. (108) ** 700,-


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Einzelblätter

Nr. 205 Ein weiteres Blatt aus derselben Handschrift wie unsere vorherige Nummer, in feiner gotischer Perlschrift des mittleren 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich aus einer Pariser Bibel. Das Recto mit den Psalmen 51-54, Verse 1-13, auf dem Verso fortgesetzt mit den Versen 14-24 und den Psalmen 55 und 56. – Am Beginn des Psalms 52 eine bewohnte D-Initiale („Dixit insipiens in corde suo non est Deus ...“) mit der Darstellung wohl des thronenden Königs David in antiker Gewandung und mit einer Trinkschale an den Lippen. – Ränder etw. beschnitten (Kapitelüberschriften fehlen), gering gebräunt und an den Rändern wenig fleckig. – Siehe Abbildung.

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– STUNDENBUCH – Einzelblatt aus einem lateinischen Stundenbuch auf Pergament. Wohl Frankreich, zweite Hälfte des 15. Jhdts. 19,2 x 14,1 cm (Schriftspiegel: 11,4 x 7,9 cm). Mit je einer Dornblattrankenbordüre in Deckfarben und Gold recto und verso sowie einer zweizeiligen und einigen einzeiligen Initialen in Deckfarben, Gold und Federwerk. 17 Zln. Rot regliert. (73) 150,-

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– – Zwei Einzelblätter aus einem lateinischen Stundenbuch auf Pergament. Wohl Frankreich, zweite Hälfte des 15. Jhdts. 16,7 x 11,5 cm (Schriftspiegel: 9,5 x 6,2 cm). Mit einer zweizeiligen und einigen einzeiligen Initialen in Deckfarben und Gold. Hervorhebungen in Rot. 15 Zln. Rot regliert. (73) 150,-

Nr. 208

Mit ganzseitiger Miniatur 208

– – Einzelblatt aus einem lateinischen Stundenbuch. Wohl Deutschland, um 1510/20. Blattgr.: 15,9 x 10,6 cm, Schriftspiegel: 10,1 x 5,5 cm. Mit ganzseit. Deckfarbenminiatur, floraler Bordüre in Deckfarben mit Goldhöhung, zweizeiliger Initiale und einigen Lombarden in Gold und Deckfarben. 22 Zl. (108) ** 1.000,Prächtig illuminiertes Blatt mit der Eröffnung der Komplet nach römischem Ritus mit bekanntem Textbeginn „Deus in adiutorium meum intende“, in den Fußbereich der Miniatur einbezogen, fortgesetzt auf dem Verso „Domine, ad adiuvandum me festina“ etc., folgend nahezu der gesamte Text von Psalm 126 (Verse 1-5 und Beginn von Vers 6). Die prachtvolle ganzseitige Miniatur zeigt die Darstellung Christi im Tempel mit dem Priester, der das Kind hält, Maria in Anbetung und Joseph mit dem Taubenkorb; der hölzerne Altartisch ist von einem großen Stoffbaldachin hinterfangen, die Wandverkleidung dahinter zeigt bereits antike Zierformen, ebenso der Miniaturenrahmen, der von Säulen eingefaßt wird. Am unteren Rand, noch unterhalb des Textes, eine Darstellung der „Sibil(l)a frigea“ mit dem Kreuzesstamm, auf Tod und Auferstehung hinweisend. Die prächtige, aber nicht sehr feine Ausführung und die bereits antikisierenden Ornamente lassen auf eine Datierung um 1510/20 und die Lokalisierung nach (Nordwest-)Deutschland schließen. – Oberer Rand etw. knapp beschnitten (bis an die Flügel des bekrönenden Putto), gering gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung. Single leaf from a Latin book of hours. – The magnificent full page miniature shows the Presentation of Jesus at the Temple with the priest who is holding the child, Mary in adoration and Joseph with the dove basket. – Upper margin a little closely trimmed (up to the wings of the crowning putto), minimally browned and soiled. – With full page gouache illumination, floral ornamental border in gouache heightened in gold, double spaced initial and some ornaments in gold and gouache. – See illustration.


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Nr. 310


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Naturwissenschaften

Nr. 297

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Erste Ausgabe. – Waeber I, 38 Anm. Roller-G. I, 308. – Vgl. Hoover 261. Perret 1269. Dreyer 790 (jeweils die Ausg. Den Haag 1778). – Die vollständige Ausgabe der geologischen Briefe erschien mit leicht modifiziertem Titel 1779-80 in 5 Bänden. „Das Vorwort enthält eine pomphafte Ankündigung, daß dieses Werk den Grundriß einer Cosmologie oder Erdgeschichte enthalten solle, wofür hier zum erstenmal die Bezeichnung Geologie in Vorschlag gebracht wird“ (Zittel 106). Die Originalstelle lautet: „Je n'entends ici par Cosmologie que la connoissance del la Terre, & non celle de l'Univers. Dans ce sens, Géologie eût été le mot propre; mais je n'ose m'en servir, parce qu'il n'est pas usité“ (S. [VII]-VIII). – Der Schweizer Geologe und Meteorologe Jean-André Deluc (De Luc; 1727-1817) war 1773 zum Vorleser der Königin ernannt worden. – Gering fleckig, unterschiedlich gebräunt.

CLÜVER, D., Geologia sive philosophemata de genesi ac structura globi terreni. Oder: Natürliche Wissenschafft, von Erschaffung und Bereitung der Erd-Kugel. Hamburg, Gräfflinger für Liebezeit, 1700. 4°. Mit 8 gefalt. Kupfertafeln. 4 Bl., 272 S., 32 Bl. Hpgt. d. Zt. (Bezug tls. abgerissen, fleckig, bestoßen). (123) 400,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 458. – Mit zahlreichen astronomischen Anmerkungen (nicht bei Houzeau-Lancaster). – „Seine Schriften umfaßten beinahe die ganze damalige Mathematik und Philosophie. Gegen seine 'Geologia' traten Gegner, unter Anderen Leibnitz, auf“ (ADB IV, 352). – Vorsatz mit Notizen von alter Hand, anfangs mit Unterstreichungen und Marginalien, gering fleckig, gebräunt. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.

210

DELUC, J.-A., Lettres physiques et morales, sur les montagnes et sur l'histoire de la terre et de l'homme: adressées à la reine de la Grande Bretagne. „En Suisse“ (= Bern), Libraires Associés, 1778. XXIV, 224 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Altersspuren). (67) 250,-

211

FLEISCHHAUER, (J. H.), Populär-physikalisches Handwörterbuch für Schule und Haus. In Verbindung mit mehreren Schulmännern ... hrsg. Langensalza, Schulbuchhandlung, 1858. Mit 374 Holzstichen im Text. 790 S. Hlwd. d. Zt. (berieben, etw. bestoßen, fleckig). (2) 200,-


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Naturwissenschaften

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KLEINSCHRIFTEN – SAMMLUNG – 16161908. 4° und 8°. Ohne Einband, Brosch. d. Zt. und mod. Brosch. (Gebrauchsspuren). (143) 80,12 medizinische Inauguraldissertationen aus Basel (6), Göttingen (1), Straßburg (4) und Zürich (1) aus den Jahren 1701-91, 8 Ankündigungen der Universität Basel (1616-85, meist Thesenblätter) und 6 Kleinschriften zu verschiedenen Themen (1767-1908). – Die meisten der Dissertationen in sich verbunden, die Thesenzettel gefaltet und an den Falzen tls. eingerissen, alle Schriften mit sonstigen unterschiedlichen Alters- und Gebrauchsspuren.

215

LUDWIG, R., Das Buch der Geologie. 2. neu bearb. Aufl. 2 in einem Bd. Leipzig, Spamer, 1861. Mit 11 (7 kolor.) Tafeln, zahlr. Abb. im Text und gefalt. Tabelle. VIII, 212, VI, 230 S. OLwd. (etw. aufgehellt, leicht fleckig, bestoßen). (124) 80,Malerische Feierstunden, Serie II, Bde. 1 und 2. – Vgl. ADB XIX, 613 (EA 1859). – Populäre Darstellung „über den jetzigen vorgeschrittenen Zustand der Geologie“ (Bd. I, Vorwort). – Titel des ersten Bandes hinterlegt, eine Tafel lose, fleckig, etw. gebräunt.

216 Nr. 209 Einzige Ausgabe. – Alle Disziplinen der Naturwissenschaft, Mathematik und Technik umfassendes, gemeinverständlich abgefaßtes Lexikon, reich bebildert. Verfaßt von Johann Heinrich Fleischhauer (1796-1870), Pfarrer in Thüringen. – Titel aufgezogen, verso gestempelt, die schwarzgrundigen Abbildungen durchschlagend, leicht gebräunt, etw. fleckig. – Selten.

212

Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 39 (gibt irrtümlich 5 Bde. an und nennt als Erscheinungszeitraum 1833-38). Brümmer I, 365 (mit denselben Angaben). Zischka 219. – Nebentitel: Enkyklopädie der Experimental-Physik, der Astronomie, Geographie, Chemie, Physiologie, Chronologie nach dem Grade ihrer Verwandtschaft mit der Physik. – Verfaßt von Gotthard Oswald Marbach (1810-1890), Professor der Technologie, Philosophiedozent und auf vielen Gebieten schriftstellerisch tätig. – Mehrf. gestempelt, auf den Tafeln verso die Stempel rasiert, etw. gebräunt, braunfleckig. – Vollständiges Exemplar mit allen Tafeln.

HUMBOLDT, A. VON, Ansichten der Natur, mit wissenschaftlichen Erläuterungen. 3. verb. und verm. Aufl. 2 Bde. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1849. XVIII, 362 S.; 2 Bl., 407 S. Blindgepr. Lwd. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (28) 100,Löwenberg 181. – Vorsatz von Bd. I mit Besitzvermerk (dat. 1867), beide Bde. leicht fleckig.

213

INGEN-HOUSZ, J., Vermischte Schriften phisisch-medizinischen Inhalts. Uibers. und hrsg. von N. K. Molitor. Wien, Krauß, 1782. Mit 4 gefalt. Kupfertafeln. LXVI S., 1 Bl., 415 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (minimal berieben). (110) *R 300,Erste deutsche Ausgabe. – Waller 5062. Poggendorff I, 1170. – In der 2. Ausg. (1784) um einen zweiten Band vermehrt. – Enthält 17 Abhandlungen. – Vorsätze leimschattig, Titel mit altem Besitzvermerk (kleine Rasurstelle), gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

MARBACH, G. O., Populäres physikalisches Lexikon oder Handwörterbuch der gesammten Naturlehre für die Gebildeten aus allen Ständen. 4 Bde. Leipzig, Wigand, 1834-37. Mit 29 gefalt. und ausfaltbaren lithogr. Tafeln und gefalt. Tabelle. Lwd. d. Zt. mit Orig.-Papier-Rsch. (Lwd. teils etw. zerschlissen, berieben und fleckig). (2) 200,-

217

PLINIUS SECUNDUS, C., Historiae naturalis libri XXXVII. 3 Bde. Leiden, Elzevir, 1635. 12°. Mit gestoch. Titel und Textholzschnittportr. 11 Bl., 654 S., 9 Bl.; 631 S., 8 Bl.; 582 S., 9 Bl. Maroquin um 1830 (leicht beschabt und bestoßen). (68) *R 300,Choulant 194: „Geschätzte Ausg. meist nach Salmasius emendiert und als eines der Meisterstücke der Elzevir'schen Druckerei betrachtet. Der Herausgeber ist Jo. de Laet, er änderte den Text unter Mitwirkung von Salmasius ab.“ Krivatsy 9104. Schweiger II, 790. Willems 428. – Wenige Unterstreichungen in Tinte, leicht fleckig und gebräunt. – Gestoch. Exlibris (anonym) im ersten Band.


Naturwissenschaften

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Nr. 213

218

SAUSSURE, H. B. DE, Essais sur l'hygrométrie. Neuchâtel, Fauche, 1783. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln und zahlr. tls. gefalt. Tabellen. XII, 524 (recte 514) S. Ldr. d. Zt. (hinteres Gelenk angebrochen, stark bestoßen und beschabt). (68) *R 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 755. Waller 11432. Norman 1894. Sotheran 4219. Darmstaedter 239. – „The work describes Saussure's pioneering experiments with his new instrument as well as its application to meteorology“ (Norman). – „Saussures Hygrometer hat sich bis auf den heutigen Tag als eins der wichtigsten meteorologischen Instrumente erhalten. Sein Werk zählte Cuvier zu den besten, um das die Wissenschaft im 18. Jhdt. bereichert worden sei“ (Dannemann). – Vorderer Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, hinterer Spiegel mit Buchhändlermärkchen, minimal fleckig.

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SCHWIMMER, J. M., Deliciae physicae & curiosae in III. Theilen bestehend. Davon im I. Deliciae physicae varii generis, das ist: Physicalische Ergetzlichkeiten, von unterschiedlichen Dingen überhaupt. Im II. Deliciae physico-hor-

tenses, oder: Physicalische Garten-Lust, und im III. Deliciae physico-astrologico-hortenses, oder: Physicalische Himmels-Betrachtung und Garten-Lust. Nunmehr zum drittenmahl verb. und gedruckt. 3 Tle. in einem Bd. Frankfurt und Leipzig, Stößels Erben, 1716. Mit 2 gestoch. Frontisp. 5 Bl., 480 S., 1 Bl., S. (481)-812, 26 Bl. Pgt. d. Zt. (110) *R 250,Wimmer-L. 179 (verlangt für den auf S. 112 beginnenden zweiten Teil einen Zwischentitel, der Kustos und die mit 8 Blatt vollständige Lage widersprechen dem jedoch). Ferchl 494. – Vgl. Ferguson II, 354. Jantz 2300. – Eines der typischen barocken Kuriositätenkabinette. Beantwortet im ersten Teil ausgefallene Fragen: „Ob Weibs-Personen Eyer legen“, „Wiedererscheinung nach dem Tode“, „Kann aus einer Weibs-Person ein Mann werden?“, „Säuft der Satan auch Bier oder Wein?“ – Im zweiten und dritten Teil Beiträge zur Astrologie und zum Gartenbau. – Das ganze Werk ist eine von Verlegerseite vorgenommene Zusammenstellung verschiedener Titel des Rudolstädter Gymnasialdirektors Johann Michael Schwimmer (1638-1704). – Gering gebräunt. – Schönes Exemplar aus der Majoratsbibliothek in Warmbrunn mit mehreren Stempeln und einem gestoch. Exlibris.


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Alchemie – Chemie

Nr. 225

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WILHELM, G. T., Unterhaltungen über den Menschen. Tl. II (von 3). Augsburg, Engelbrecht, 1805. Mit gestoch. Titel und 62 (56 kolor.) Kupfertafeln. 4 Bl., 488 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Vorderdeckel mit Etikett, beschabt und bestoßen). (68) *R 100,Erste Ausgabe. – Nissen, ZBI, 4408. Schott 161, XIV-XV. – S. 107/08 mit Randeinriß; leicht fleckig und gebräunt.

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KONVOLUT – Rückgänge aus unserer Auktion 65, Katalognummern 537, 661, 690 und 2596. (151) 200,-

Alchemie – Chemie 222

AUBIGNÉ DE LA FOSSE, N. D', Bibliotheca chemica contracta. 4 Tle. in einem Bd. Genf, de Tournes, 1673. 7 Bl., 78 S., 6 Bl., 83, 11 S., 1 Bl., 175, 9, 179 S. Pgt. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (fleckig). (110) *R 600,Brüning 2253. Duveen 10. Ferchl 6. Ferguson I, 18. Neu 154. Caillet 147: „Ouvrage fort rare.“ – Neuausgabe (zuvor 1653) mit geändertem Inhalt der Sammlung von Schriften des frühen 17. Jahrhunderts (Hermes Tismegistus, G. A. Augurello, Albineus, M. Sendivogius, J. d'Espagnet); zusammengestellt von Nathan d'Aubigné de la Fosse (latinisiert Nathan Albineus; 1601-1669). – Das meist ans Ende gebundene „Arcanum hermeticae philosophiae opus“ hier als Tl. II gebunden. – Vord. Innendeckel mit Namensstempeln, Vorsätze mit zeitgenössischen Eintragungen, etw. gebräunt und fleckig.


Alchemie – Chemie

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Nr. 225

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BASILIUS VALENTINUS (PSEUD.), Chymische Schriften. 2 Tle. in einem Bd. Hamburg, Liebezeit, 1694. Mit einigen Textholzschnitten. 23 Bl., 456 S., 12 Bl., 400 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, beschabt, bestoßen). (76) *R 600,Ferchl 26. DSB XIII, 560. VD 17 3:673191C. – Sehr seltene zweite Gesamtausgabe (erstmals 1677) der Schriften des angeblichen Benediktinermönchs, heute meist mit Johann Thölde (1565-1614) gleichgesetzt und Basilius Valentinus als dessen mutmaßliches Pseudonym angenommen. – Vorgebunden sind einige Blätter, davon sechs Seiten eng mit Notizen zu verschiedenen Traktaten in gut leserlicher Kurrentschrift sowie einem Schenkungsvermerk, Titel mit hs. Besitzvermerk einer Prager Klosterbibliothek, leicht fleckig, unterschiedlich gebräunt.

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(BELIN, J.-A.), Die wunderlichen Begebenheiten deß unbekandten Philosophi in Such- und Findung deß Steins der Weisen. Auß dem Frantzösischen ins Teutsche übers. von J. Langen. Frankfurt und Hamburg, Ch. Guth, 1673. 143 S. – BEIGEB.: CHYMISCHES ZWEY-BLAT, Das ist Zwey vortreffliche Chymische Tractätlein: Das erste, Eröffneter Eingang zu deß Königs ver-

schlossenem Pallaste Anonymi Philaletae. Das ander, Von dem Stein der Weisen, wie man den recht bereiten soll, Fratris Ferrarii Monachi. Beyde zum ersten mahl ins Teutsch übersetzet, von J. Langen. Ebda. (1674). 94 S., 1 Bl., 72 S. Pgt. d. Zt. (etw. angestaubt). (110) *R 1.200,Erste deutsche Ausgabe. – VD 17 3:001019M. Brüning 2255. STC B 682. Ferguson II, 556. – Der Traktat „Les avantures du philosophe inconnu en la recherche de la pierre philosophale“ erschien erstmals 1646 (Cioranescu 11139). „It is an allegorical account of the process.“ Die meisten Bibliographen führen den Titel unter dem Abbé Belin, einzig Ferguson bestreitet seine Autorschaft. II. Zweite deutsche Ausgabe, zuvor undatiert 1673 erschienen. – VD 17 23:641853M. Brüning 2284. Ferchl 294. – Vgl. Ferguson II, 7. Rosenthal 911. Duveen 214 (nur Ferrarius). – Übersetzung eines für Lange zeitgenössischen und eines älteren alchemistischen Werkes, von denen „das letzte gleichsam die Theoriam, und das erste die Praxin deß Philosophischen Wercks erkläre“ (Vorrede). Vorderer Innendeckel mit Besitzvermerken, einige saubere Anstreichungen und Eintragungen von alter Hand im Text, gering gebräunt. Am Ende einige weiße Bl. eingebunden.


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225

Alchemie – Chemie

Eintragungen (meist Bleistift), leicht gebräunt, wenig fingerfleckig. – Am Ende einige weiße Bl. beigebunden, darauf und auf den Vorsätzen Rezepte und Eintragungen von zeitgenössischer Hand. – Aus der Sammlung Otto Fritz Böhme (kleines Sammlungsetikett auf dem hinteren Innendeckel, im Katalog der Sammlung unter der Nr. 769 verzeichnet). – Siehe Abbildung.

BERNHARDT, J. CH., Chymische Versuche und Erfahrungen, aus Vitriole, Salpeter, Ofenruß, Quecksilber, Arsenik, Galbano, Myrrhen, der Peruvianer Fieberrinde und Fliegenschwämen kräfige Arzneyen zu machen. Leipzig, Breitkopf, 1755. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 15 Bl., 328 S., 4 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (110) *R 800,Erste Ausgabe. – Duveen 70. Neu 433. Wellcome II, 152. Ferchl 39. – Nicht bei Ferguson. – Früher Beleg für die Verwendung von Chinarinde. – Titel mit sauberem Stempel, vereinzelt minimal fleckig. – Gestoch. Exlibris Christian Ernst Graf zu Stolberg (Warnecke 2116). – Siehe Abbildungen.

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Erste Ausgabe. – Brüning 5160. Cole 415. Bolton 430. Partington III, 591. Ferchl 145. Poggendorff I, 679. Duveen 195: „An important early contribution to the history of chemistry.“ – Exlibris entfernt, wenig fleckig. – Dekorativ gebunden.

First edition. – Early evidence for the use of china-bark. – Title with clean stamp, occasionally minimally soiled. – Engraved exlibris. – Contemporary vellum with spine label. – See illustrations.

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BLANKAART, S., Theatrum chimicum oder Eröffneter Schau-Platz und Thür zu den Heimligkeiten in der Scheide-Kunst. Nebenst einer Vermehrung wie die geringen Metallen und gemeinen Steine zu verbessern sind, durch K. Digby. Aus dem Niederländischen ins Hochteutsche übers. Leipzig, Gleditsch, 1694. Mit 11 (2 gefalt.) Kupfertafeln (ohne das Frontispiz). 3 Bl., 658 (recte 656), 183 (recte 184) S. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (110) *R 500,-

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DIGBY, K., Außerlesene, seltzame philosophische Geheimnüsse und chymische Experimente. Ans Tages Liecht gebracht durch Georg Hartman. Zum ersten mahl übers. von J(ohann) L(ange). Hamburg, G. Schultze, 1684. Mit gestoch. Portr. im Text und 4 Kupfertafeln. 4 Bl., 269 S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig). (110) *R 400,Erste deutsche Ausgabe. – VD 17 39:115965L. Brüning 2558. Wellcome II, 469. Krivatsy 3238. Ferguson I, 212. Duveen 173. Neu 1145. – Die 1682/83 erschienenen „Chymical secrets and rare experiments“ sind „the only account of Sir Kenelm Digby's chemical experiments, which were never published during his lifetime“ (Duveen). Sie gliedern sich in einen vorwiegend metallurgischen und einen chemisch-pharmazeutischen Teil; dieser enthält auf S. 255 die Beschreibung von Digbys berühmtem „Sympathetischen Pulver“. – Die Kupfer mit chemischen Apparaten. – Titel verso gestempelt, einige

G(LASER), C(H)., Novum laboratorium medicochymicum, Das ist: Neu-eröffnete Chymische Artzney- und Werck-Schul. In das Hoch-Teutsche ubersetzet von Johann Marschalck. Nürnberg, Endter, 1677. Mit gestoch. Titel und 6 Kupfertafeln. 27 Bl., 666 S., 7 Bl. Pgt. d. Zt. mit hs. Rtit. (fleckig). (110) *R 800,Erste deutsche Ausgabe. – Krivatsy 4760. Ferguson I, 319. Neu 1640. Duveen 251. Brüning 2358. DSB V, 418. Ferchl 186. Kopp II, 37. – Nicht bei Caillet. – Christoph Glasers (1628-1672) „Traité de la chimie“ erschien erstmals 1663 und wurde in der vorliegenden deutschen Übersetzung zum grundlegenden Chemie-Lehrbuch für die Rosenkreuzer (nach Kopp). – Der aus Basel stammende Glaser war Hofapotheker Ludwigs XIV. Nach seiner Verwicklung in den Giftmordprozeß der Marquise de Brinvilliers wurde er verhaftet, mußte jedoch wieder freigelassen werden und verließ Frankreich. „Glaser is remembered for his method of making potassium sulphate, and to the native salt his name is attached. It is called Glaserite“ (Ferguson). – Titel mit Besitzvermerken, leicht fleckig, anfangs etw. wasserrandig. – Gestoch. Exlibris Ignatius Dominicus von Chorinsky. – Siehe Abbildung.

Erste deutsche Ausgabe. – Brüning 2743. Ferguson I, 109. Ferchl 50. Schmieder 462. Kopp II, 341. – Vgl. Wellcome II, 177. Krivatsy 1328. Duveen 82. STC B 1511. Neu 490 (alle die Ausgabe 1700). – Übersetzung der holländischen Ausgabe von 1693 (Wellcome I, 177). – Enthält Rezepturen für chemische Trennungsverfahren, beginnend mit den Edelmetallen. Der zweite Teil enthält einen Text von K. Digby, „sonderlich wie die geringen Metallen und Steine in bessere materien zu verwandeln sind“. – Titel mit gelöschtem Stempel, sauber.

227

ERXLEBEN, J. CH. P., Anfangsgründe der Chemie. Göttingen, Dieterich, 1775. 16 Bl., 472 S., 26 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und reicher Rvg. (Deckel mit Wurmspuren). (110) *R 600,-

First German edition. – Title with ownership entries, slightly soiled, at the beginning a little waterstained. – Engraved exlibris Ignatius Dominicus von Chorinsky. – Contemporary vellum with ms. spine title (soiled). – See illustration.

230

LAURENT, (A.), Précis de cristallographie suivi d'une méthode simple d'analyse au chalumeau. Paris, Masson, 1847. Mit zahlr. Illustr. 2 Bl., 104 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (Gelenke leicht eingerissen, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (67) 200,DSB VIII, 61. – Nicht bei Ferguson, Cole, Bolton und Duveen. – Auguste (Augustin) Laurent (1807-1853) fußte in seiner Kristallographie auf den Symmetriegesetzen von René-Juste Haüy. NACHGEB.: GERHARDT, C., Aide-mémoire pour l'analyse chimique. À l'usage des élèves des laboratoires de chimie. Ebda. 1852. 4 Bl., 178 S. – Fleckig.


Alchemie – Chemie

Nr. 227

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LAVOISIER – ANTIPHLOGISTISCHE ANMERKUNGEN der Herren de Morveau, Lavoisier, de la Place, Monge, Berthollet und Fourcroy zu Kirwan's Abhandlung über das Phlogiston. Nebst Herrn Kirwan's Gegenerinnerungen und Herrn Adet's Beantwortung derselben. Aus dem Französischen und Englischen übers. von F. Wolff. Berlin, Rottmann, 1791. XXII S., 1 Bl., 247 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (gering berieben, Hinterdeckel mit kleiner Wurmspur). (110) *R 600,Erste deutsche Ausgabe. – Duveen-K. 245: „This is a German translation of the annotations by Lavoisier and his colleagues from the English edition of Kirwan's 'Essay on Phlogiston', enlarged with the German version of Adet's reply to Kirwan's 'Remarks upon the Annotations of the French Academicians' from his review of the work in the 'Annales de Chimie', Vol. 7. In his preface, the German translator, Friedrich Wolff, gives a good account of the controversy between Kirwan and the 'antiphlogistomists' in which he himself comes out in favor of the new doctrines, although with some reservations.“ – Leicht gebräunt und wenig fleckig. – Hübsch gebunden.

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Nr. 229

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MACQUER, (P. J.), Anfangsgründe der theoretischen Chymie. 2. Aufl. 2 in einem Bd. Leipzig, Junius, 1768. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln und gestoch. Falttabelle. 10 Bl., 260 S., 20 Bl., 850 S., 7 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. sowie Supralibros auf beiden Deckeln (leicht berieben). (110) *R 250,Ferchl 332. Brüning 5018. Cole 881 Anm. Ferguson II, 60 Anm. – Zweite deutsche Ausgabe (erstmals 1752) der „Élémens de chymie théorique“. – „It presents the operations of chemistry as applied to mineral, vegetable and animal substances and is, as well, an extensive account of compound substances“ (Cole). – Gering gebräunt, kaum fleckig. – Mit Stempel „Det Koniglich Artilleriecorps's Bibliothek“ und passendem Supralibros.

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MANGET – HORLACHER, C., Bibliotheca chemico-curiosa. D. Mangeti enucleata ac illustrata. Das ist: Kern und Stern der vornehmsten chymisch-philosophischen Schrifften, die in D. Mangeti Bibliotheca Chemico-Curiosa befindlich


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Alchemie – Chemie

Nr. 235

seynd. Welche mit sonderbaren Anmerckungen allerseits erläutert. Frankfurt, W. Michahelles und J. Adolph, 1707. 18 Bl., 422 S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. (110) *R 1.000,Einzige Ausgabe. – Brüning 3263. Ferguson I, 415. Neu 1995. Ferchl 249. Caillet 5254. Ackermann IV, 125. Rosenthal 586. – Nicht bei Duveen. – Deutsprachiger, kommentierter Extrakt aus Jean Jacques Mangets umfangreicher, 1702 erschienener „Bibliotheca chemica curiosa“. – Conrad Horlacher war Arzt und Chemiker in Ulm. – Einige zeitgenössische Anstreichungen und Eintragungen. – Exlibris. – Schönes Exemplar. Sole edition. – Commented extract in German language from Jean Jacques Manget's extensive „Bibliotheca chemica curiosa“ published in 1702. – Conrad Horlacher was a physician and chemist at Ulm. – Some contemporary underlinings and entries. – Exlibris. – A beautiful copy. – Contemporary vellum.

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RESCH, J. U., Osiandrische Experiment von Sole, Luna & Mercurio. Welche in fürnehmer Herren laboratoriis probirt worden. Nürnberg, Endter, 1659. 4 Bl., 327 S. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig). (110) *R 800,-

Einer von zwei Drucken der ersten Ausgabe. – VD 17 3:622861A. STC R 468. Brüning 1997. Ferguson II, 255. Rosenthal 322. Kopp II, 329. Ferchl 440. Neu 3478. – Nicht bei Duveen. – Abgesehen von der Titelseite text- und kollationsgleich mit dem in Stuttgart bei Rößlin erschienenen Druck aus demselben Jahr. Da die Vorrede von Resch, über den Ferguson nichts ermitteln konnte, „Stuttgart, den 21. Februar 1659“ datiert ist, ist die Stuttgarter Ausgabe wahrscheinlich die erste. – Das vorliegende Ex. mit 4 (3 gefalt.) Kupfertafeln (davon 3 aus der Bindung gelöst; dargestellt „lapis integer“ und Steinfragmente), von den Bibliographen nicht erwähnt und auch aus den Digitalisaten nicht ersichtlich. – Bleistiftanstreichungen im Rand, die Vorsätze ebenfalls von älterer Hand mit Bleistift beschrieben, kaum fleckig. One of two issues of first edition. – Apart from the title-page, identical text and collation as the printing published by Rößlin at Stuttgart from the same year. As the foreword by Resch is dated „Stuttgart, February 21, 1659“, the Stuttgart edition is probably the first one. – The present copy with 4 (3 folded) copperplates (3 of them unstuck from binding; depicted „lapis integer“ and stone fragments), not mentioned by bibliographers and not apparent from digitalisation. – Underlinings in pencil at margin, endpapers also with notes in pencil by older hand, hardly soiled. – Contemporary vellum (slightly soiled).


Astrologie – Astronomie

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R(OST), C. W. F., Confirmirter und Concentrirter Chymischer Zinnober-Particular-Zeiger, das ist: Mit vieler Klarheit und Deutlichkeit beschriebene Grund-Vortheile zu einer profitablen Kunst-Arbeit aus der höhern Gold- und SilberProbier, Schmelz- und Scheidekunst. Nürnberg, Riegels Witwe, 1760. Mit doppelblattgr. gestoch. Frontisp. 1 Bl., 144 (recte 146) S. Hldr. d. Zt. (berieben, geringe Feuchtigkeitsspuren unten). (110) *R 500,Erste Ausgabe. – Wellcome II, 382. Brüning 4859. – Vgl. Ferguson II, 129. – Metallurgische Experimente „im Anschluß an Naxagoras' einflußreichen Tractat 'Chymischer und alchymischer Particular-Zeiger', der von 1706 bis 1726 mehrmals aufgelegt wurde. Rosts eigenständige Schmelzkunst befaßt sich besonders mit dem Trennen der Edelmetalle wie Gold und Silber aus Legierungen mit Hilfe von Zinnober“ (Brüning). – Vorsatz mit Eintragung, recht sauber. – Siehe Abbildung.

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TROMMSDORFF, J. B., Chemisches Probierkabinet oder Nachricht von dem Gebrauche und den Eigenschaften der Reagentien. Erfurt, Hennings, 1801. 64 S. – BEIGEB.: ECKARTSHAUSEN, (K.) VON, Chimische Versuche über die Radicalauflösung der Körper, besonders der Metalle. Regensburg, Montag und Weiß, 1801. 96 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht berieben, wenig bestoßen). (110) *R 800,-

Astrologie – Astronomie 238

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KEPLER, J., Opera omnia. Edidit Ch. Frisch. Bde. I und II (von 8). Reprographischer Nachdruck der Ausg. 1858-59. Hildesheim, Gerstenberg, 1971-77. OLwd. (minimale Gebrauchsspuren). – Beiliegt Keplers „Weltharmonik“, übers. von Caspar (1978). (45) 100,-

240

LAPLACE, P. S. (DE), Traité de mécanique céleste. Bde. I-IV (von 5) mit 3 Suppl. (von 4) in zus. 4 Bdn. Paris, Duprat (IV: Courcier), 17981805. 4°. Mit gefalt. Kupfertafel. XXXII, 368, 4 S. (Verlagsanzeigen); 2 Bl., 382; XXIV, 303, 24; XL, 347 S., 1 Bl., 65, 78 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (3) und Ldr. d. Zt. (Altersspuren). (67) 400,Erste Ausgabe des bedeutenden und grundlegenden Werkes zur Himmelsmechanik. – PMM 252. Horblit 63. Dibner 14. Roberts-T. 197: „Laplace's masterpiece.“ Sparrow 125 (Ausg. bei Crapelet und Courcier mit teils abweichender Kollation). – Band I mit Verlagsanzeigen von Courcier. – Band V erschien erst 1825, das zugehörige Supplement 1827. – Bei Band I Block vom Einband gelöst und fliegendes Blatt mit montiertem gestochenen Porträt, fleckig, tls. gebräunt.

WESTRUMB, J. F., Kleine physikalisch-chemische Abhandlungen. Bde. I, II/2, III/1 und IV/2 (von 6 Bdn. mit je 2 Heften) in 4 Bdn. Leipzig, Müller (IV: Hannover, Hahn), 1786-95. Mit Kupfertafel und 3 gefalt. Tabellen. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (I-III) und Brosch. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (67) 200,Erste Ausgabe. – Partington III, 570 (nur Bde. I-IV/1). Bolton, Periodicals, 2566. Cole 1368a (Bd. IV/2 ohne das in unserem Ex. vorhandene Erratabl. und ohne 2 Bl. „Beilage zu S. 50“). Ferchl 576. – Vorsätze der Bände I-III etw. leimschattig, gering fleckig. – Die Bände I-III Geschenkexemplare des Verfassers mit entsprechendem Vermerk des Besitzers.

CASSINI, (J.), Éléments d'astronomie. Paris, Königliche Druckerei, 1740. 4°. Mit 21 Kupfertafeln. XVI S., 6 Bl., 643 S. Leicht läd. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (72) 200,Lalande 411. Houzeau-L. I, 9251: „Traité très complet, dans lequel l'auteur se livre à une recherche originale de la valeur des principaux éléments numériques de l'astronomie, et qui contient des détails historiques encore intéressants aujourd'hui.“ – Vgl. Bernard 146 (EA 1684). – Respektblatt mit Widmung in Kugelschreiber, einzelne Tafeln bis zum Rand beschnitten, leicht fleckig, unterschiedlich gebräunt. – Beilage.

Erste Ausgaben. – I. Ferchl 543. Bolton 878. Partington III, 588. Kaminski 70. – Wurde laut ADB in fünf Sprachen übersetzt. – II. Kopp II, 166. Brüning 5587. – Gebräunt, stellenw. braunfleckig. – Beide Drucke ungemein selten.

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First edition of this influential and ground-breaking work on celestial mechanics. – As regards volume I block unstuck from binding, fly-leaf with mounted engraved portrait, soiled, partly browned. – Contemporary cardboard (3) and contemporary calf (signs of wear).

241

PICARD, (J.), Voyage d'Uranibourg, ou observations astronomiques faites en Dannemarck. Paris, Imprimerie Royale, 1680. Fol. Mit großer gestoch. Titelvign., 3 (2 gleichen) gestoch. Kopfvign. und Kupferstichkarte. 76 (statt 92) S. Umschl. d. Zt. (Altersspuren). (100) *R 500,Erste Ausgabe. – Lalande 293. Bernard 145. – Nicht bei Houzeau-Lancaster. – Enthalten sind fünf (von sieben) Traktaten, darunter die grundlegende Abhandlung zur Bestimmung der Koordinaten von Uraniburg (S. 1-29), ferner „Observations astronomiques faites en divers endroits du Royaume“ (S. 31-46) sowie die gemeinsam mit Philippe de La Hire verfaßten „Observations faites


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Astrologie – Astronomie

Nr. 242

à Brest et à Nantes pendant l'année 1679“ (S. 47-56), „Observations faites à Bayonne, Bordeaux, et Royan pendant l'année 1680“ (S. 57-64) und „Observations astronomiques faites aux costes septentrionales de France pendant l'année 1681“ (S. 65-76). – Titel gestempelt, gering fleckig.

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PLANISPHÄRE – ECKHARDT, (CH. L. PH.), Sternkarte. 2. verb. Aufl. Darmstadt, Leske, o. J. (um 1840). Fol. Farblithogr. Karte des nördl. Sternenhimmels und drehbare lithogr. Scheibe, jeweils auf Karton aufgezogen, mit Messingstift alt zusammengesetzt. (6) 400,Vgl. GV 31, 172. – Nicht bei Houzeau-Lancaster und Poggendorff. – Sehr seltene Planisphäre; Durchmesser der Sternenkarte: 35 cm, Außenmaß des Kartons: ca. 40 x 40 cm. – Leicht fleckig und angestaubt, eine Ecke etw. geknickt, kleines Loch mittig (alte Montierung). – Siehe Abbildung.

Ottheinrich-Einband 243

PONTANO, G. G., De rebus coelestibus libri XIIII. Basel, A. Cratander, 1530. 4°. Mit 2 Druckermarken, Titelbordüre und zahlr. Initialen (alles in Holzschnitt). 6 Bl., 382 S., 1 Bl. Dunkelbraunes blindgepr. Kalbldr. über Holzdeckeln mit 8 ornamentierten Messingbuckeln und 2 intakten Schließen, Vorderdeckel mit goldgepr. Porträtsupralibros, dat. 1550, hinterer Deckel mit goldgepr. Wappensupralibros mit den Initialen „MDZOHP“ (Rücken brüchig, Kopf und Schwanz läd., tls. beschabt, beide Supralibros berieben, das hintere stärker). (155) *R 18.000,Panzer VI, 786. Zinner 1419. VD 16 P 4191. Houzeau-L. I, 2334 (die letzten beiden Bibliographien jeweils nur als Teil der Ausgabe der „Opera omnia“ in Basel 1538). – Nicht im STC und bei Adams. – Giovanni Giovano Pontano (latinisiert Iohannes Iovianus Pontanus; 1427-1503), aus Cerreto in Umbrien stammend, gehörte zu den führenden Humanisten Neapels. – Vorsatz mit Buchhändlermarke „Preuß & Jünger, Breslau“, Titel nahezu lose und mit großem, laienhaft hinterlegten Einriß, Druckermarke auf dem Titel ankoloriert, anfangs wasserrandig, etw. fleckig, leicht gebräunt.


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Botanik

Literatur: Ilse Schunke, Studien zum Bilderschmuck der deutschen Renaissancebände, Wiesbaden 1959, S. 74-87. – Vera Trost und M. Hein, Biblioteca Palatina. Katalog zur Ausstellung. Heidelberg 1986, S. 513-516. – W. Metzger, Die Bucheinbände für Kurfürst Ottheinrich von der Pfalz (1502-1559). Vortrag zum Mittelaltertag des Faksimile Verlages Luzern. 24.-25. Februar 2001 (www.wolfgangmetzger.de/Ottheinricheinband.htm). Endpaper with bookseller stamp „Preuß & Jünger, Breslau“, title almost loose and with large (unskilfully) backed tear, printer's mark on title partly coloured, waterstained at the beginning, a little soiled, slightly browned. – Early Ottheinrich binding by the court bookbinder Jörg Bernhard. – On upper board gilt stamped portrait of the count palatine in Renaissance frame, underneath his title and the date 1550, above two rosettes; on lower board armorial supralibros with initials „MDZ“ for the motto „Mit der Zeit“ and „OHP“ for „Ott Heinrich Pfalzgraf“, at top and bottom two rosette stamps; the blind-pressed roll-stamps show heads, palaces and couples. – One of only ca. 400 known Ottheinrich bindings in original state. – Blind-pressed dark brown calf over wooden boards with 8 ornamental brass bosses and 2 intact clasps, upper board with gilt stamped portrait supralibros, dated 1550, lower board with gilt stamped armorial supralibros with initials „MDZOHP“ (spine cracked, top and bottom turn-ins damaged, partly scratched, both supralibros rubbed, the lower one more). – See illustration.

Botanik Nr. 243 Früher Ottheinrichs-Einband des Hofbuchbinders Jörg Bernhard. – Auf dem Vorderdeckel das goldgeprägte Bildnis des Pfalzgrafen in einem Renaissancerahmen, darunter der Titel des Grafen und die Jahreszahl 1550, darüber zwei Rosetten; auf dem hinteren Deckel das Wappensupralibros mit den Initialen „MDZ“ für die Devise „Mit der Zeit“ und „OHP“ für „Ott Heinrich Pfalzgraf“, oben und unten je zwei Rosettenstempel; die blindgeprägten Rollenstempel zeigen Köpfe, Schlösser und Pärchen. – Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559), ab 1556 Kurfürst von der Pfalz, entwickelte seine bibliophile Leidenschaft erst, nachdem er sich 1543 der Reformation 1543 zugewendet hatte. Die typische Gestaltung seiner Bibliothekseinbände mit der Kombination der traditionellen Blindprägung mit dem in Italien und Frankreich bereits üblichem Golddruck geht auf die Vorstellungen des Fürsten zurück. Unser Einband wurde im ersten Jahr der Anstellung des aus Görlitz stammenden Buchbinders Jörg Bernhard gefertigt, genau nach den in der Bestallungsurkunde detailliert ausgeführten Vorschriften über Material und Dekor. – Infolge der Eroberung der Kurpfalz durch bayerische Truppen 1622 gelangte die von Ottheinrich geschaffene Bibliotheca Palatina zum großen Teil in die Vatikanische Bibliothek, doch viele Bände verblieben in Deutschland. – Einer von nur etwa 400 bekannten Ottheinrich-Einbänden in originalem Zustand. – Siehe Abbildung.

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AGRICOLA, G. A., Neu- und nie-erhörter, doch in der Natur und Vernunfft wohlgegründeter Versuch der Universal-Vermehrung aller Bäume, Stauden- und Blumen-Gewächse. Regensburg, Petz, (1716). Fol. Mit gestoch. Frontisp., gefalt. Portr. in Schabkunst, 4 Textkupfern und 16 (statt 19; davon 2 mehrf. gefalt.) Kupfern auf 22 (statt 24) num. Textbl. 184 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig). (110) *R 400,Erste Ausgabe. – Wimmer-L. 217. Humpert 3375. Kress 2977. Graesse I, 43. ADB I, 145. Güntz I, 164. Dochnahl 3. – Bemerkenswertes Werk über das Teilen, Okulieren und Veredeln von Pflanzen. Georg Andreas Agricola (16721738) ist der Erfinder der Wurzelokulation, die das bis dahin ausschließlich praktizierte Küffnersche Verfahren der Pfropfung ersetzen sollte; er wurde in Deutschland mißverstanden, verlacht und dann vergessen, vermutlich bedingt auch durch seinen Stil, über den Haller in seiner „Bibliotheca botanica“ urteilt: „Wortfülle fast erstickend, manchmal bis zum Unsinn hinabsteigend“. – Die Kupfer veranschaulichen die Baumkulturen und zeigen landwirtschaftliches Gerät. „Abgesehen von seiner verwerflichen Tendenz enthält das Buch mancherlei gute Beobachtungen über die Behandlung und Vermehrung der Pflanzen“ (Hirsch-H. I, 70). – Die Tafeln numeriert 1-16 (davon 13 und 16 gefaltet). – Es fehlt Tafel 15. – Außerhalb der Numerierung bei S. 30 ein „beygelegtes Kupffer-Blatt“ (die beiden anderen nach S. 49 und 58 fehlen). – Ein zweiter Teil des „Versuchs der Universal.Vermehrung“ erschien noch im selben Jahr. – Wenig fleckig.


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Botanik

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(GIRAUD, JANE ELIZABETH), The Flowers of Shakspeare. (London), Day & Haghe, (1845). 4°. Kolor. lithogr. Titel, lithogr. Widmung und 29 kolor. lithogr. Tafeln. Restaurierte OLwd. (lichtrandig, leicht berieben, Rücken erneuert). (68) *R 200,Erste Ausgabe. – Lowndes 2311 (unter Shakespeare, gibt Ackermann als Verleger an). – Nicht bei Nissen. – Die Tafeln mit prachtvoll kolorierten blühenden Pflanzen und von Blumenarrangements, von Jane Elizabeth Giraud (1810-1868) gezeichnet, zu Stellen aus Stücken von Shakespeare. – Die Widmung datiert Februar 1845, danach unser Erscheinungsjahr. – Block gebrochen, leicht fleckig, gleichmäßig gebräunt. – Exlibris um 1880. – Siehe Abbildung.

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Nr. 247

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ARDÈNE, (J. P. DE ROME) D', Tractat von den Ranunkeln. Aus dem Französischen übers. von D(oktor) G. L. H(uth). Nürnberg, Raspe, 1754. Mit gestoch. Frontisp. in Rotdruck und 6 gefalt. kolor. Kupfertafeln. 7 Bl., 460 S., 10 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (berieben, Kapitale gering lädiert). (110) *R 400,Erste deutsche Ausgabe. – Dochnahl 8. Nissen 45nb. Wöllner 444: „Vortreffliches Buch.“ – Nicht bei Cobres, Pritzel und Stafleu-Cowan. – Die französische EA „Traité de la culture des renoncules“ (Hunt 550) war im selben Jahr erschienen und wurde von Barbier (IV, 755) und Hoefer noch J.-P. Moët zugeschrieben (XXXV, 743: „ouvrage recherché, quoique compilé“). – Der wahre Autor, Jean Paul de Rome d'Ardène (1689-1769), schrieb eine Reihe von botanischen Traktaten (1759 über Hyazinthen und 1760 über Tulpen), die Abhandlung über die Ranunkeln scheint seine erste Arbeit aus der Pflanzenkunde gewesen zu sein. Die französische EA war nicht illustriert, die Kupfer der vorliegenden Ausgabe sind leider nicht signiert. – Zur Kollation: Nach einem Vergleich mit zwei als Digitalisat verfügbaren Exemplaren (BSB und SB Regensburg) ist die erste Lage mit 7 Blatt trotz des irreführenden Kustos komplett. – Stellenw. etw. stockfleckig.

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FORSYTH, W., A Treatise on the Culture and Management of Fruit-trees. London, Nichols für Longman und Rees u. a., 1802. 4°. Mit 13 Kupfertafeln. VIII, 371 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Mod. Hldr. unter Verwendung alten Materials für die Deckel. (123) 150,Pritzel 2985. Janson 245: „Probably the most popular and most enduring fruit book ever in the English language.“ – Tafeln meist mit Abklatsch, stellenw. fleckig. – Mod. Exlibris.

HEGETSCHWEILER, J., Sammlung von Schweizer Pflanzen. 7 Bde. Zürich u. a., Esslinger u. a., (1826-46). Mit 2 lithogr. Titeln und 798 (statt 877 oder 882) kolor. lithogr. Tafeln nach J. D. Labram. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (68) *R 1.200,Nissen 838. Stafleu-C. 2563. – Die Sammlung erschien in zwei Serien in einer Basler und einer Züricher Ausgabe und einem Nachdruck aus Sankt Gallen und umfaßt vollständig laut Nissen 882, laut Stafleu und Cowan 877 lithographierte Tafeln und entsprechend dazugehörige Textblätter. Unser Exemplar ist nach den zwei vorliegenden Titelblättern aus mindestens dem Züricher und dem Basler Druck zusammengestellt und enthält 798 kolorierte Tafeln und 818 Textblätter und ist durch 45 Handzeichnungen und 25 gekürzte handschriftliche Textblätter auf eine Gesamtzahl von nun zusammen 843 Pflanzendarstellungen ergänzt worden, Bild- und Textzufügungen, die ein Herr Burckhardt und ein Fräulein R. Grunauer beigesteuert haben, wie einem Schreiben Burckhardts an den Besitzer des gedruckten Pflanzenwerkes, einen Basler Arzt namens Paul Barth, zu entnehmen ist, welches Schreiben dem letzten Band beigegeben ist (auf den hinteren Spiegel montiert). Die Tafeln und Texte sind nicht in der Reihenfolge der Lieferungen gebunden, sondern in alphabetischer Anordnung, so daß das Ganze ein Lexikon der Schweizer Flora bildet. – Vorsätze mit Besitzvermerk (Paul Barth, stud. med.), Blöcke tls. gebrochen, auf das Textblatt von Eryngium alpinum im dritten Band eine Tafel aus der „Sammlung naturwissenschaftlicher Taschenbücher“ montiert; leicht fleckig und etw. gebräunt. – Mod. Exlibris (Dr. Paul Barth) in allen Bänden. – Mit den Handzeichnungen und in der lexikalischen Form ein Unikat. The collection was published in two series in a Basle and a Zürich edition and in a reprint from St. Gallen and comprises altogether after Nissen 882, after Stafleu and Cowan 877 lithographed plates and the corresponding text leaves. Our copy, after the two existing title leaves, is compiled from at least the Zürich and the Basle edition and contains 798 coloured plates and 818 text leaves. It has been supplemented by 45 hand drawings and 25 abridged ms. text leaves and the total number amounts now to 843 plant illustrations, picture and text additions by a certain Mr. Burckhardt and Miss R. Grunauer, as can be deduced by Burckhardt's letter to the owner of the printed plant work, a physician by the name of Paul Barth from Basle. This letter is enclosed in the last volume (mounted on the lower paste-down). The plates and texts are not bound in order of issues, but in alphabetical arrangement, which means that it represents an encyclopedia of the flora of Switzerland. – Endpapers with ownership entry (Paul Barth, stud. med.),


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Botanik

blocks partly broken, a plate from the „Sammlung naturwissenschaftlicher Taschenbücher“ is mounted on the text leaf of Eryngium alpinum in the third volume; slightly soiled and a little browned. – Modern exlibris (Dr. Paul Barth) in all volumes. – Unique with the hand drawings and arrangement in the form of an encyclopedia. – Contemporary half calf (scratched and scuffed).

249

HOFFMANN, G. F., Descriptio et adumbratio plantarum e classe cryptogamica Linnaei quae Lichenes dicuntur. Bde. I und II (von 3) in einem Bd. Leipzig, Crusius, 1790-94. Fol. Mit 2 wdh. gestoch. Titelvign. und 49 (48 kolor.) Kupfertafeln. 1 Bl., IV S., 1 Bl., 104 S., 2 Bl., 78 S., 1 Bl. (4 zusätzliche Widmungsbl. zwischengebunden). Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. (leicht wasserfl. und berieben). (110) *R 800,Nissen 895 (nennt zusätzlichen Titel: „Plantae lichenosae“. Stafleu-C. 2886. – Die hübsche Vignette zeigt kindliche Genien in gebirgiger Landschaft bei Schwamm- und Flechtenbestimmung. – Die Tafeln in feinem zeitgenössischen Kolorit (Tafel 13 B unkoloriert; Tafel 35 mit verwischtem Farbfleck). – Ohne den erst 1801 erschienenen dritten Teil. – Sehr schönes Exemplar aus der Fideikommiß-Bibliothek von Kaiser Franz I. – Siehe Abbildung. The plates in delicate contemporary colouring (plate 13 B not coloured; plate 35 with blurred colour spot). – Without the third part only published in 1801. A very beautiful copy from the Fideikommiss-Library of emperor Franz I. – Contemporary calf richly gilt (slight waterstains and rubbing). – See illustration.

250

Nr. 249 VD 16 M 1616. STC 601. Nissen 1311. Pritzel 5990. – Nicht bei Adams. – Vgl. für die erste deutsche Ausgabe von 1563: Heilmann 262. Schreiber, Kräuterbücher, XLIV: „Die neuen Holzschnitte sind reichlich schraffiert und teilweise von malerischer Wirkung.“ – Block vom Einband gelöst, Bindung anfangs und am Ende in Auflösung begriffen und die Blätter stärker beschädigt (Titel aufgezogen und mit Ausschnitt), sonst wenige Blätter mit kleinem Ausriß (kleiner Textverlust), einzelne mit tls. alt hinterlegtem Einriß, gelegentlich Wurmspuren, fleckig, gebräunt.

HOFMEISTER, W ., Allgemeine Morphologie der Gewächse. Leipzig, Engelmann, 1868. Mit zahlr. Textholzschnitten. VI S., S. 405-664 (so komplett). Hlwd. d. Zt. (minimale Altersspuren). (93) *R 100,Hofmeister, Handbuch der physiologischen Botanik, Bd. I/2. – DSB VI, 468. – Mit fortlaufender Paginierung zu Bd. I/1 des Handbuches („Die Lehre von der Pflanzenzelle“). – Titel gestempelt, wenig fleckig, leicht gebräunt.

251

LATOUR, CHARLOTTE DE, Le langage des fleurs. Quatrième édition. Paris, Audot, 1833. Mit altkolor. gestoch. Titel und 13 altkolor. Kupfertafeln. 1 Bl., XVI, 352, 8 S. Lwd. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. und dezenter Rvg. (stärker berieben und bestoßen). (86) 100,Vgl. Nissen 1143 (2. Aufl. im selben Jahr). Brunet III, 875. – Gering gebräunt und durchgehend etw. braunfleckig.

252

MATTIOLI, P. A., Kreutterbuch. Zum dritten mal gemehret, unnd verfertigt durch J. Camerarium. Frankfurt, (Palthenius für J. Rosen), 1600. Fol. Mit zahlr. altkolor. Textholzschnitten. 8 (statt 10) nn., 460 num., 27 nn. Bl. Läd. Pgt. d. Zt. (79) 2.000,-

Block unstuck from binding, binding almost disintegrated at the beginning and the end, leaves stronger damaged (title mounted and with cut-out), else a few leaves with small tearout (minor loss of text), some leaves with tear partly backed in former times, isolated worm traces, soiling, browning. – Contemporary damaged vellum.

253

(NEES VON ESENBECK, TH. F. L., Plantae officinales oder Sammlung officineller Pflanzen. Düsseldorf, Arnz, 1828). Gr.-Fol. Daraus 63 (60 kolor.) lithogr. Tafeln mit zugehörigen Textblättern. Mod. Hldr. unter Verwendung alten Materials für die Deckel. (145) *R 300,Stafleu-C. 17.391 (Weyhe). Nissen 1442. Sitwell-B. 123. ADB XXIII, 378: „Prachtwerk, wie es die pharmazeutischbotanische Literatur bisher noch nicht aufzuweisen hatte.“ – Das große Kräuterbuch des 19. Jahrhunderts erschien vermutlich in 20 Lieferungen mit insgesamt 2 lithographierten Titeln, 433 Tafeln und 406 Textblättern. – Theodor Friedrich Ludwig Nees von Esenbeck (17871837) war Apotheker und Professor für Pharmazie und Botanik in Bonn und Leiden und ist der Bearbeiter der ursprünglichen Erläuterungstexte von Weyhe, Wolter und Funke. – Tafeln tls. mit Textabklatsch, fleckig, ein Textblatt mit Durchriß.


80

Botanik

Nr. 254

254

REDOUTÉ, P. J., Les roses. Décrites par C. A. Thory. Paris, Panckoucke, 1824-(26). Mit 160 beikolor. Farbstichtafeln. 2 Bl., 4 S., 198 Bl. Mod. Hmaroquin. (45) 8.000,Zweite Ausgabe, die erste in Oktav und mit neuen Tafeln, in 40 Lieferungen erschienen. – Pritzel 7455. Stafleu-C. 8749. Dunthorne 229. McPhail 40. Stock 2369. Nissen 1599. Plesch 631. Werger-B. 920. – Das wohl berühmteste Werk der botanischen Literatur, erstmals 1817-24 in Folio erschienen. Die Tafeln mit den bekannt schönen Darstellungen verschiedener Rosenarten. – Leicht gebräunt, fleckig, unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

Nr. 258

256

Erste Ausgabe. – Volbracht 2131. – Vorsatz mit Monogramm-Stempel, Tafeln tls. knapprandig, fleckig.

257

Second edition, the first one in 8vo and with new plates, published in 40 issues. – Plates with the beautiful and well-known illustrations of different kinds of roses. – Slightly browned, partly foxed, untrimmed. – Modern half morocco. – See illustration.

255

SEBOTH, J., UND F. GRAF, Die Alpenpflanzen. Nach der Natur gemalt von J. Seboth. 4 Bde. Prag, Tempsky (IV: Prag, Tempsky, und Leipzig, Freytag), 1879-84. Mit 4 chromolithogr. Frontisp. und 401 chromolithogr. Tafeln. OLwd. (leicht beschabt und bestoßen). (56) 300,Nissen 1826. Stafleu-C. 11586. – Wenige Tafeln knapp beschnitten, leicht fleckig.

TROG, J. G., Die Schwämme des Waldes als Nahrungsmittel. Bern, Haller, 1848. Mit 20 kolor. lithogr. Tafeln. 2 Bl., 114 S., 1 Bl. Spät. Umschl. (etw. fleckig). (93) *R 200,-

WINKLER, E., Sämmtliche Giftgewächse Deutschlands. Berlin, Natorff, 1831. Mit 96 kolor. lithogr. Tafeln. 2 Bl., II, XI, 119 S. Beschäd. Hldr. d. Zt. (140) 400,Stafleu-C. 17.952. Nissen 2169. – Fliegender Vorsatz entfernt, Spiegel mit kleiner Besitzermarke, Titel mit großem Ausschnitt, Tafeln knapp beschnitten und leicht, der Text stärker fleckig.

258

ZWINGER, TH., Theatrum Botanicum. Erstens zwar an das Tagliecht gegeben von B. Verzascha. Anjetzo aber in eine gantz neue Ordnung gebracht, auch mehr als umb die Helffte vermehret und verbessert. Basel, Bertsche, und Frankfurt, Richter, 1696. Fol. Mit gestoch. Titel, gefalt. gestoch. Portr. und zahlr. Textholzschnitten. 5 Bl., 995 S., 19 (statt 26) Bl. Leicht läd. Pgt. d. Zt. (85) *R 1.500,-


Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

Erste Basler Ausgabe. – Nissen 1311 (unter Mattioli). Pritzel 10532. Heilmann 343. – Stark vermehrte Neubearbeitung des Werkes von Mattioli. – Theodor Zwinger (16581724) war Professor für Botanik in Basel; seine Neubearbeitung des Mattiolischen Kräuterbuches fußt auf Vorarbeiten seines Kollegen Balthasar Verzascha (1629-1678). – Mit dem öfter fehlenden Porträt des Verfassers. – Es fehlen die Register in italienischer, spanischer, englischer, dänischer und niederländischer Sprache. – Gelenk gebrochen, anfangs und am Ende einzelne kleine Wurmspuren (kein Textverlust), gebräunt und fleckig. – Mit dem selbstentworfenen Exlibris des österreichischen Botanikers Ignaz Dörfler (1866-1950) mit der Stadtansicht von Wien und einigen von Dörfler entdeckten Pflanzen. – Siehe Abbildung.

259

261

Land- und Forstwissenschaft, Gartenbau

262

Horn-Sch. 943. Hagen I, 34. Engelmann 22. – Titel mit Besitzvermerk. – Sehr gut erhalten.

260

Wimmer-L. 210. Mantel I, 6. Haller II, 114. – Handelt im ersten Teil in 18 Kapiteln über Waldbau und Baumschulen vorzüglich in Deutschland; im Kapitel 17 auch über die Aloe. Der zweite Teil über einzelne einheimische Baum- und Straucharten, Wildobst und Köhlerei. Ausführlich auch als erstes Werk in deutscher Sprache über den Torf und die Torfgewinnung. – Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) war Oberberghauptmann im sächsischen Freiberg. Über seine botanischen Kenntnisse urteilt Haller: „In viro nobili ignorantiam botanicam excuses.“ – Der dritte, hier erstmals erschienene Teil mit separatem Titel: „Historia naturalis arborum oder naturmäßige Geschichte der Bäume und Sträucher in Teutschland“. – In Teil III fehlt das letzte Blatt des Registers. – Vorsatz lädiert und mit alten Kaufvermerken, gestochener Titel mit kleinen, tls. alt hinterlegten Fehlstellen, einige Blätter mit Wurmspur (geringer Textverlust), wasserrandig, gebräunt.

First Basle edition. – Strongly increased new adaptation of Mattioli's work. – With the often missing portrait of the author. – Lacks registers in Italian, Spanish, English, Danish and Dutch language. – Joint broken, at the beginning and the end some small worm traces (not affecting text), browned and soiled. – With the self-designed exlibris of the Austrian botanist Ignaz Dörfler (1866-1950) with a view of Vienna and some of Dörfler's discovered plants. – Contemporary slightly damaged vellum. – See illustration.

BAUMANN, CH., Der Seidenbau in Deutschland, oder ausführlicher Unterricht samt der Geschichte vom Seidenbaue oder der Grund zum Seidenbau mit Maulbeerbäumen, die Fütterung und Pflege der Seidenwürmer, und die Anwendung der gewonnenen Seide samt einem kurzen Anhang von den Seiden- und Baumwollepflanzen. 3. Aufl. Eichstätt, Widenmann, 1784. Mit 2 gefalt. Kupfertafeln. XXXII, XVI, 240 S. Hpgt. d. Zt. (minimale Gebrauchsspuren). (110) *R 250,-

CARLOWITZ, H. C. VON, Sylvicultura oeconomica, oder haußwirthliche Nachricht und naturmäßige Anweisung zur wilden BaumZucht. Zweyte und mit einem dritten Theil von J. B. von Rohr verm. Aufl. 3 Tle. in einem Bd. Leipzig, Braun, 1732. Fol. Mit gestoch. Titel, gestoch. Titelvign., Kupfertafel und 3 Textkupfern. 7 Bl., 284 S., 10, 4 Bl., 248 S., 11 (statt 12) Bl. Pgt. d. Zt. (Gelenke und Kanten stellenw. aufgerissen, stark fleckig, bestoßen). (64) 200,-

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DECKERMANN, J., Die Landwirthschaftskunde. Prag, Widtmann, 1807. VIII, IV S., 1 Bl., 538 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (22) 150,Erste Ausgabe. – Humpert 1605. – Etw. fleckig, leicht gebräunt. – Vier Beilagen, darunter „Anbau und Bearbeitung der Flachspflanze bis zum Spinnen“ von J. G. Kögel (1812) und „Der Zimmer- und Fenstergarten“ von C. P. Bouché (1822).

(GROHMANN, J. G., Ideenmagazin für Liebhaber von Gärten, Englischen Anlagen und für Besitzer von Landgütern. Leipzig, Baumgärtner, und Paris, Fuchs, 1797-98). Fragment mit 95 (10 kolor., 4 beikolor.) Kupfertafeln. Leicht läd. HLdr. d. Zt. (123) 200,Dochnahl 78. Ornamentstichslg. Berlin 3366. Kirchner 4099. – Vorhanden sind Tafeln aus den Heften 2, 4, 6, 7, 9, 11-14, 16 und 18, teils mit den Textblättern. – Die Tafeln zeigen Ansichten und Grundrisse von Garten- und Landhäusern, Innendekorationen, Pavillons, Brücken, Bänke, Schaukeln, Kinderspiele usw. – Ein Kupfer mit Ausriß (Bildverlust), einige mit Einrissen oder bis zum Rand beschnitten, die Kolorierung tls. verwischt, fleckig.

263

HARTENFELS, A. F. VON, (PSEUD.), Neuer Garten-Saal. 2 in einem Bd. Frankfurt, Möller, 1745. 8 Bl., 492 S., 9 Bl., 348 S., 6 Bl. Beschäd. Hpgt. d. Zt. (13) 250,Erste Ausgabe. – Wimmer-L. 261. Haller II, 344. – Vgl. Dochnahl 65. Hunt 547. – Der Verfasser heißt nach Haller mit wirklichem Namen Kaesersberg, nach Reichardt („Gartenschatz“) Reisenberg und lebte in Heiligenstadt. – Haller hat Vorbehalte wegen verballhornter Namen und zweifelhafter Experimente, nach Lüder hat der Verfasser Elsholtz ausgeschrieben. „Die Anweisung selbst zum Gartenbaue ist sehr unvollständig, und in vielen Dingen falsch, und gründet sich meistens auf das, was andere gesagt haben sollen, und auf nichts weniger, als eigene Erfahrungen. Das einzige Verdienst, welches das Buch hat, ist, daß aller Aberglaube an den Mondwandel und an himmlische Zeichen in demselben widerleget“ (Lüder, Briefe, II, 520). – Enthält auf den Seiten 11-57 des zweiten Bandes eine teils annotierte Bibliographie des Gartenschrifttums. – Vorsätze wurmspurig und mit Besitzvermerk und Notiz von alter Hand, wenig fleckig.


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Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau

Nr. 266

Nr. 267


Mathematik – Physik

264

265

HUBER, L., Die neue, nützlichste Bienenzucht oder der Dzierzonstock. 5. verm. und verb. Aufl. Straßburg, Schauenburg, 1873. Mit einigen Textholzstichen. VI, 236 S. Pp. d. Zt. (berieben und bestoßen). – Vorsatz mit Blindstempel, fleckig und gebräunt. (68) *R 80,-

266

LENGERKE, A. VON, Darstellung der Landwirthschaft in den Großherzogthümern Mecklenburg. 2 Bde. Königsberg, Bornträger, 1831. Mit 13 lithogr. Abb. auf 12 gefalt. Tafeln. XVI, 404; XII, 440 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (beschabt, bestoßen). (11) 300,Erste Ausgabe. – Humpert 8698. – Nach der Beschreibung der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein (1826) das zweite große Werk des bedeutenden Agrarschriftstellers. Alexander von Lengerke (1802-1853) war kein Stubengelehrter, sondern sammelte sein Material auf ausgedehnten Reisen (vgl. ausführlich ADB XVIII, 251). – Titel jeweils mit 2 Stempeln, davon jeweils einer ausgestrichen; wenig fleckig, leicht gebräunt. – Exemplar aus der Bücherei der Veste Eulenburg (Mähren) mit deren Exlibris. – Selten. – Siehe Abbildung.

267

MUNTZ, J. PH. CH., Der Landwirth im Hause und auf der Flur. 2. verm. und verb. Aufl. Neustadt a. d. Orla, Wagner, 1827. Mit gefalt. Kupfertafel. VIII, 308 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Pp. d. Zt. (leichte Altersspuren). (22) 200,Humpert 1866. – Nicht bei Schoellhorn. – Der Anhang über „das Ganze des Branntweinbrennens und die Fertigung mehrerer Liqueure“ betrifft das Spezialgebiet des großherzoglichen Ökonomierats Johann Philipp Christian Muntz (gest. 1831), der zahlreiche Schriften über das Brauwesen verfaßte. – Gering fleckig. – Siehe Abbildung.

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Mathematik – Physik 269

(ISNARD, CH.), Neue Seiden-Manufactur, Das ist: Ausführliche Erzehlung, wie MaulbeerBäume und Seiden-Würme gepfleget, gewartet, fortgepflantzet, und die darzu bereitete Seide recht zugerichtet und genutzet werden könne. Aus langwieriger und eigener Erfahrung in vier Theilen wohlmeinend fürgestellet von dem Kunstliebenden. Leipzig (= Dresden), Winckler, 1693. Mit 4 Kupfertafeln. 8 Bl., 229 S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (110) *R 300,Einzige Ausgabe. – VD 17 14:678108U. Georgi IV, 87. – Der „Kunstliebende“ unterzeichnet am Schluß der Vorrede mit J. J. W., im VD 17 wird er als Christoph Isnard entüllt (kein Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft). – Gebräunt. – Aus dem Besitz des Freiherrn Benedikt von Clodt auf Ehrenburg (einem Seitental der Mosel) mit seinem eigenhändigen Besitzvermerk, dat. 1727.

SCHMIDLIN, E., Die bürgerliche Gartenkunst. Stuttgart, Hoffmann, 1843. Mit 24 tls. gefalt. lithogr. Tafeln. XVI, 656 S. Hldr. d. Zt. (Altersspuren). (11) 80,Erste Ausgabe. – Dochnahl 141. – Leicht gebräunt, fleckig.

83

BIWALD, L., Institutiones physicae. Editio tertia. 2 Bde. Graz, Lechner, (1774). Mit 27 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 495 S.; 3 Bl., 386 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (28) 100,De Backer-S. I, 1529, 4. Wurzbach I, 416. – Lehrbuch der Physik aus der Feder des Jesuiten Leopold Biwald (17311805), Professor für Physik in Graz. „Sein Lehrbuch der Physik, das er im J. 1766 in lateinischer Sprache herausgab, hatte den ungewöhnlichsten Erfolg. Es erlebte rasch nacheinander 3, stets vermehrte Auflagen, und ging über die Gränzen Oesterreichs in alle gebildeten Staaten Europa's. In demselben bewunderten die Fachmänner Vollständigkeit, Gründlichkeit, Ordnung, Methode, Deutlichkeit und Reinheit des Styls“ (Wurzbach I, 415). – Bd. I, S.173/74 mit etw. Tintenfraß (geringer Textverlust), Bd. II im ersten Drittel am Kopfsteg wasserrandig; beide Bde. fleckig und gebräunt.

270

EULER – ROBINS, B., Neue Grundsätze der Artillerie. Aus dem Englischen übers. und mit den nöthigen Erläuterungen und vielen Anmerkungen versehen von L. Euler. Berlin, Haude, 1745. Mit gestoch. Verlegermarke auf dem Titel und 8 gefalt. Kupfertafeln. 8 Bl., 720 S. Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (Vordergelenk angebrochen, Bezug des Vorderdeckels mit kleiner Fehlstelle, etw. berieben). (28) 700,Erste deutsche Ausgabe. – Eneström 77. Poggendorff I, 689 (Euler), und II, 666 (Robins). Jähns 2393. – Übersetzung der erstmals 1742 erschienenen New Principles of Gunnery des britischen Militäringenieurs Benjamin Robins (1707-1751). „Die Arbeit Robins wurde Anlaß, daß sich Leonhard Euler ebenfalls mit dem ballistischen Problem beschäftigte. Auf Anregung Friedrichs des Großen hatte er der Artillerie seine Aufmerksamkeit zugewendet, wohnte oftmals ihren Schießübungen bei, ja ließ später seinen Sohn als Officier bei ihr eintreten. So begreift sich das Interesse, welches der große Astronom an den Principles of gunnery nahm. Dazu kam, daß Robins die 'Mechanik' Eulers, weil er sie nicht verstand, ziemlich grob getadelt hatte. Da rächte nun der Deutsche sich in der edelsten Weise dadurch, daß er Robins 'Principles' verdeutschte, dem Verfasser, wo immer möglich, Gerechtigkeit widerfahren ließ, die Fehler desselben, eben mit Hilfe der von Robins nicht begriffenen mechanischen Gesetze, verbesserte und dem Werke des Engländers die Erläuterungen und Zusätze gab, denen es später nicht zum wenigsten seinen Ruhm verdankte“ (Jähns nach Bertuchs Geographischen Ephemeriden von 1807). – Die Zusätze Eulers machen etwa drei Viertel des Werkes aus und wurden zu Recht als so bedeutend erachtet, daß sie in die nächste englische Ausgabe der Principles (London 1777) in englischer Übersetzung aufgenommen wurden. – Spiegel mit Spuren eines entfernten Exlibris, Titel mit Stempelrasur, da und dort geringe Wurmspuren (in den Lagen U bis Bb mit geringem Textverlust), leicht gebräunt. First German edition. – Translation of Benjamin Robins' (1707-1751), British military engineer, „New Principles of Gunnery“, first published in 1742 with extensive additions by Euler. – Paste-down with traces of removed exlibris, title with erased stamp, here and there minor worming (in quires U till


84

Mathematik – Physik

Bb with minor loss of text), slightly browned. – Contemporary half calf with richly gilt back (upper joint bursted, cover material of upper board with small defect, a little rubbed).

271

GÖDEL – ERGEBNISSE eines mathematischen Kolloquiums. Hrsg. von K. Menger. Hefte I-III (von 8). Leipzig und Berlin, Teubner, 1931-32. 31, 38, 26 S. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (67) 500,Enthalten sind von Kurt Gödel der berühmte Beitrag „Ein Spezialfall des Entscheidungsproblems der theoretischen Logik“ (Heft II, S. 27-29), „Von Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit“ (Heft III, S. 12-13) und „Eine Eigenschaft der Realisierungen des Aussagenkalküls“ (Heft III, S. 20-21). – Minimale Altersspuren.

272

GUERICKE, O. VON, Experimenta nova (ut vocantur) Magdeburgica de vacuo spatio. Amsterdam, Janssonius a Waesberge, 1672. Fol. Mit gestoch. Titel, gefalt. Kupfertafel (statt 2) und 19 (statt 20) tls. ganzseit. Textkupfern (ohne das gestoch. Porträt). 7 Bl., 244 S. (ohne S. 99/100), 2 (statt 3) Bl. Mod. Ldr. unter Verwendung alten Materials. (18) 4.000,Erste Ausgabe. – Poggendorff I, 971. Feldhaus 1663. Sparrow 90. Houzeau-L. I, 8775. Libri rari 124. Ekelöf 150. Wheeler Gift 170: „Copies of the first edition are now very rare.“ Horblit 495. Dibner 55: „A book of prime importance in eletrical discovery.“ – Otto von Guericke, Bürgermeister von Magdeburg, stellte seinen berühmten Versuch mit den zwei luftleer gepumpten Halbkugeln 1654 auf dem Reichstag zu Regensburg vor. Schott beschrieb ihn bereits 1657, die Versuche und das Manuskript waren aber erst 1663 abgeschlossen. Guerickes eigentliche Leistung lag in der Konstruktion der Luftpumpe und im Schliff der Fläche, mit der die beiden Halbkugeln aufeinandertrafen (vgl. Feldhaus, Ruhmesblätter, 282). – Es fehlen das Porträt, die Falttafel mit dem Magdeburger Experiment, die S. 99/100 mit dem ganzseit. Textkupfer und, wie meist, das letzte Blatt mit den Errata. – Gestochener und typographischer Titel mit hs. Besitzvermerk sowie gestempelt, der gestochene Titel aufgezogen (Eckabriß), eine gefaltete Tafel und das Blatt mit dem ganzseitigen Textkupfer in guter Kopie ersetzt, Blatt Q I mit hinterlegten Randläsuren, leicht fleckig. – Gewaschen. – Siehe Abbildung. First edition. – Lacks portrait, the folding plate with the Magdeburg experiment, pp. 99/100 with the full page text engraving and, like most of the time, the last leaf with errata. – Engraved and typographic title with ms. ownership entry, stamped as well, engraved title mounted (torn off corner), one folded plate and the leaf with full page text engraving replaced by a good copy, leaf Q with backed marginal damages, slightly soiled. – Washed. – Modern calf by using old material. – See illustration.

273

Erste Ausgabe. – Roberts-T. 172. DSB VII, 55. ADB L, 602: „Die eine Umwälzung in dem Vortrage der analytischen Mechanik hervorbringenden Untersuchungen über die Hamilton'schen Gleichungen sind vorzugsweise aus Jacobi's Vorlesungen über Dynamik zu entnehmen.“ – Die Herausgabe der hier im Erstdruck vorliegenden Vorlesungen von Carl Gustav Jacob Jacobi (1804-1851) hat Alfred Clebsch (1833-1872) besorgt, der erste, der mit dem Prix Poncelet geehrt wurde und der als Mitbegründer der „Mathematischen Annalen“ bis heute jedem Mathematiker ein Begriff ist. – Titel mit fachmännisch ergänztem Eckabriß (keine Textberührung), Titel und letzte Seite mit Stempelrasur, gering fleckig.

JACOBI, C. G. J., Vorlesungen über Dynamik. Hrsg. von A. Clebsch. Berlin, Reimer, 1866. 4°. VIII, 578 S. Hlwd. d. Zt. (berieben und etw. bestoßen). (28) 200,-

274

KIRCHER, A., Neue Hall- und Thon-Kunst, oder Mechanische Geheim-Verbindung der Kunst und Natur, durch Stimme und HallWissenschafft gestifftet. In unsere Teutsche Mutter-Sprach übersetzet von Agatho-Carione. Nördlingen, F. Schultes für A. Heil (Heyl) in Ellwangen, 1684. Gr.-4°. Mit zahlr. Abb. und Diagrammen in Holzschnitt und 18 (2 mont.) tls. halbseit. Textkupfern (ohne das Frontispiz und die Kupfertafel). 3 Bl., 162 S., 8 Bl. Hpgt. d. Zt. (beschabt und fleckig; Ecken, Kapitale und Bünde fachmännisch restauriert). (28) 1.200,Einzige deutsche Übersetzung in einer von zwei Druckvarianten der ersten Ausgabe: Titel in Rot und Schwarz (bei der anderen Variante ist der Titel ganz in Schwarz gedruckt). – VD 17 23:297907Y. – Ohne Variantenunterscheidung: De Backer-S. IV, 1068, 31 (und IV, 1051, 11, wo das Werk unrichtig als Übersetzung der „Musurgia“ aufgeführt ist [wie schon bei Jöcher II, 2095]). Eitner V, 370. Hirsch I, 268. MGG VII, 938. RISM B VI, 450. Dünnhaupt 26: „Untersuchungen über zahlreiche Aspekte der Musik, Phonologie, Akustik, Lautübertragung, Echoeffekte, Konstruktion von Musikinstrumenten usw.“ – Die „Phonurgia nova“, wie der Titel des 1673 erschienenen lateinischen Originals dieses Kompendiums akustischer Phänomene aller Art lautet, basiert auf Kirchers „Musurgia universalis“ aus dem Jahr 1650 (was erklärt, daß das Kompendium fälschlich als deren Übersetzung verstanden werden konnte), bringt gegenüber dem älteren Werk aber als wesentliche Neuerung die Berichte über die inzwischen erfolgten Experimente mit Sprachrohren, Vorläufern des Megaphons, Versuche, die Kircher selbst und andere Erfinder, vor allem der Engländer Samuel Morland etwa gleichzeitig mit seiner Sprechtrompete, durchgeführt hatten. Die Hall- und Tonkunst ist übersetzt worden „von Agatho-Carione“; aus der hier gebrauchten flektierten Form und dem andernorts vorkommenden Akkusativ „durch Agathum Carionem“ ist auf einen Nominativ „Agathus Carion“ zu schließen. Was da auf den ersten Blick im Gewand eines Pseudonyms einherzugehen scheint, erweist sich nach etymologischer Durchleuchtung einfach als durchsichtige Übersetzung. Als Agathus Carion hat seinen Namen nach der Gepflogenheit der Gelehrten der Zeit der deutsche Pfarrer und Astronom Tobias Nißlen (Nislen; 1636-1710) seinen Namen gräkolatinisiert: hebräisch Tobias [Gott ist gut] – griechisch agathos [gut] – latinisiert Agathus; deutsch Nißlen [Nüßlein] –griechisch karyon [Nuß] – latinisiert Carion. Holzmann gibt in seinem Pseudonymenlexikon (46) als wirklichen


Mathematik – Physik

85

Nr. 272

Nr. 274

Namen von „Agathus Carius“ Christoph Fischer an; diese Angabe ist falsch und beruht auf flüchtiger Lektüre des als Quelle angeführten Jöcher, der in seinem Artikel über den Jesuiten Christoph Fischer den württembergischen Hofprediger Tobias Nißlen als Übersetzer von Fischers „Oeconomia suburbana“ nennt (II, 622). Für die Nominativform Carius, die ebenfalls falsch ist, ist Jöcher selbst mitverantwortlich, weil er schreibt, „unter dem Nahmen: Agatho Cario“ habe Nißlen Fischers Werk übersetzt. Holzmann gibt für diesen Namen die nach den Regeln der lateinischen Formenlehre formal richtige, gleichwohl verkehrte Nominativform an, verkehrt deswegen, weil nicht von Cario, sondern vom ablativischen Carione der Nominativ zu finden ist (hier sind Cario [!], Cariones und – am wahrscheinlichsten – Carion möglich). – Ausführlich von Leben und Werk von Tobias Nißlen handelt Manfred Koschlig in seiner exzellenten Studie „Wer war 'De La Grise'?“ in der „Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte“ 32 (1973), S. 17-112 und 521-28 („Addenda“).

Sole German translation in one of two variants of first edition: title in red and black (title of the other variant printed all in black). – Lacks engraved frontispiece and copperplate to p. 81; frontispiece replaced by a facsimile in good quality on old paper. – Lower corner of title professionally complemented, slightly browned, a little soiled. – Not in „Jahrbuch“, not recorded in the international trade in recent decades. – Contemporary half vellum (scratched and soiled; corners, turn-ins and bands professionally restored). – See illustration.

Es fehlen das gestoch. Frontisp. und die Kupfertafel zu S. 81; das Frontispiz ist durch ein Faksimile in guter Qualität auf altem Papier ersetzt. – Untere Ecke des Titels fachmännisch ergänzt, leicht gebräunt, etw. fleckig. – Nicht im Jahrbuch, auch im internationalen Handel seit Jahrzehnten nicht nachweisbar. – Siehe Abbildung.

275

LICHTENBERG – ERXLEBEN, J. CH. P., Anfangsgründe der Naturlehre. 5. Aufl. Mit Zusätzen von G. C(h). Lichtenberg. Göttingen, Dieterich, 1791. Mit 9 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. LIX, 755 S., 15 Bl. Pp. d. Zt. (etw. berieben und bestoßen). (28) 150,Jung 271. – Vgl. Cole 416. Zachert-Z. II, 498. – Geschätztes und verbreitetes Lehrbuch der Naturlehre (Physik), vom frühvollendeten Johann Christian Polykarp Erxleben (1744-1777) verfaßt und erstmals 1772 erschienen. Von der dritten Auflage an von dem mit Erxleben befreundeten Georg Christoph Lichtenberg bearbeitet und mit Zusätzen versehen; mit Abdruck der Vorreden Lichtenbergs zu seinen drei Bearbeitungen (der 3. Aufl. 1784, der 4. aus dem Jahr 1787 und der vorliegenden fünften). – Vorsatz mit Besitzvermerk (dat. 1794), stellenweise stärker fleckig.


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Medizin

TILLICH, E., Allgemeines Lehrbuch der Arithmetik oder Anleitung zur Rechenkunst für Jedermann. Leipzig, Gräff, 1806. VI S., 1 Bl., 412 S., 1 Bl. Pp. d. Zt. (Bezug mit Fraßspuren von Silberfischchen, etw. bestoßen). (68) *R 120,-

Medizin 279

Erste Ausgabe. – Hamberger-M. XVI, 32. ADB XXXVIII, 306: „Dem mathematischen Unterricht schrieb Tillich im Anschluß an Pestalozzi eine sehr hohe Bedeutung zu und sein ... 'Allgemeines Lehrbuch der Arithmetik' war für die Pädagogik der damaligen Zeit etwas in der That Neues.“ – Vorsatz mit Besitzvermerk, leicht fleckig, gebräunt.

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Erste Ausgabe. – VD 18 11086491. – Promotionsschrift von Johann Christian Gottlieb Ackermann (1756-1801) über den Trismus (Kaumuskelkrampf), im selben Jahr erneut erschienen ohne die letzten 4 Blätter, ansonsten kollationsgleich, mit getilgtem Kustos auf Seite 52 und mit anderer Titelseite, ansonsten textidentisch, unter dem Titel „De trismo commentatio medica“ (GK 1.6937). Der Kinnbackenzwang beschäftigte den jungen Mediziner noch ein paar Jahre, 1778 erschienen seine Untersuchungen über diese Krankeit in erweiterter Form als „Abhandlung über die Kenntniß und Heilung des Trismus“ (zwei Auflagen). – Vorsätze mit Besitzvermerk, Block gelockert, gering gebräunt und stellenw. etw. fleckig.

WOLFF, CH., Der Anfangs-Gründe aller mathematischen Wissenschaften Erster (Anderer) Theil (von 4) in einem Bd. Die dritte Aufl., hin und wieder verbessert und vermehret. Frankfurt und Leipzig, Renger, 1725. Mit gestoch. Portr. und 88 (statt 90) gefalt. Kupfertafeln. 11 Bl., 904 S. Pgt. d. Zt. (etw. bestoßen, fleckig). (28) 200,Vgl. Cantor III, 271. Poggendorff II, 1355. DSB XIV, 483. – Reich illustrierte Ausgabe des bekannten, erstmals 1710 erschienenen Lehrwerkes; enthält in den beiden ersten Teilen Einführungen in die Rechenkunst, die Geometrie, die Trigonometrie, die Baukunst, die Artillerie, die Fortifikation, die Mechanik, die Hydrostatik, die Aerometrie und die Hydraulik. – Es fehlen die Tafeln 16 und 21 zur Baukunst. – Spiegel mit Besitzvermerk, Gelenke und erste Bl. etw. wurmspurig, Vordergelenk verstärkt, Titel mit kleinem, alt ergänzten Ausriß (keine Textberührung), die Tafel 17 zur Geometrie und die Tafel 19 zur Architektur mit Abrissen; mit einigen Annotationen und Rechenbeispielen von mehreren alten Händen, gebräunt, fleckig.

WOLFF – VOLLSTÄNDIGES MATHEMATISCHES LEXICON. Leipzig, Gleditsch, 1734. Mit gestoch. Frontisp. und 36 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 3 Bl., 1380 Sp., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit reicher Rvg. (Gelenke beschabt, gering berieben und etw. bestoßen). (28) 400,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 1355 (unter Wolf; irrtümlich dat. 1732). Cantor III, 498 (ebenfalls 1732). Zischka 224. Folkerts 2.14 a. – Auf dem 1716 bei Gleditsch erschienenen „Mathematischen Lexicon“ von Christian Wolff (1679-1754, 1743 geadelt) basierende Neuausgabe seines Lexikons, zu Unrecht in der Literatur, in Bibliothekskatalogen und in Angeboten des Handels des öfteren als von Wolff herrührende Fassung ausgegeben, eine Arbeit, „mit welcher in Verbindung gebracht zu werden“ er sich sogar öffentlich verwahrte (Cantor). Naturgemäß ist in diesem Nachschlagewerk zum Gesamtgebiet der Mathematik ein Teil der Stichwörter derselbe, doch sind deren Erklärungen durchwegs neu formuliert, die Zahl der Lemmata ist stark vermehrt. – 1742 erschien noch eine als zweiter Teil des Lexikons bezeichnete Ergänzung mit Tabellen. – Gelenke wurmspurig, die Tafeln zwischen Sp. 1375/76 und 1377/78 eingebunden und in wenigen Fällen in der Reihenfolge vertauscht; etw. gebräunt, fleckig. – Dekorativ.

ACKERMANN, J. CH. G., Dissertatio medica de trismo. Göttingen, Dieterich, (1775). 4 Bl., 52 S., 4 Bl. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (86) 150,-

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AMBURGER, J. A. A., Versuche mit dem rheingauer Stahlwasser, dann dem Schwefelwasser bey Weilbach und dem Sauerwasser bey Oberlahnstein. Mainz, Craß, 1786. 4 Bl., 47, 52 S., 1 Bl., 46 S. Läd. Interims-Brosch. (93) *R 200,Hamberger-M. I, 58. – Johann Andreas August Amburger (geb. 1750), Apotheker in Offenbach, „machte sich namentlich durch chemische Untersuchungen mehrerer Mineralwässer des Mittelrheins verdient“ (HirschHübotter I, 112). – Deckel innen mit Klebespur, mehrfach gestempelt, gering fleckig, gebräunt.

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BERTUCCIO, (N., Nusq[uam] antea impressum collectorium totius fere medicine). Lyon, Davost, 1509. Mit einigen Holzschnitt-Initialen. 1 nn. Bl. (statt 2), CCLIIII num. Bl., 2 nn. Bl. Mod. blindgepr. Kalbldr. (68) *R 600,Erste Ausgabe. – STC 51. Von Gültlingen II, 15. Baudrier VIII, 419. Durling 563. Sarton III, 847. Zachert-Z. I, 186. – Nicht bei Adams. – Sammelausgabe der medizinischen Schriften von Nicolao Bertuccio, der in Bologna lehrte und dort um 1342 starb. – Es fehltn der Titel (AA I). – Der Text von Blatt CCVIIII ausgeschnitten und auf einem weißen, am Ende eingebundenen Blatt aufgezogen. – Am Beginn und Ende einige Blätter mit angeränderten Randabrissen, einige Marginalien von alter Hand (tls. angeschnitten), leicht fleckig.

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BRERA, V. A., Anatripsologie, oder: die Lehre von den Einreibungen, die eine neue Methode enthält, durch Einreibungen mit thierischen Säften auf den menschlichen Körper zu wirken. 2 in einem Bd. Nach der 4. sehr verm. Ausg. aus dem Italiänischen übers. von J. Eyerel. Wien, Schalbacher, 1800. XVI, 187 S., 2, 4 Bl., 134 S., 1 Bl. Beschäd. Interims-Brosch. d. Zt. (94). 100,Erste deutsche Ausgabe. – Lesky 97. Hirsch-H. I, 692. – Block gebrochen, Vorsatz mit Besitzvermerk, Titel gestempelt, leicht fleckig. – Teils unaufgeschnitten, unbeschnitten.


Medizin

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DOLAEUS, J., Encyclopaedia medicinae theoretico-practicae. Editio novissima. Venedig, Hertz, 1690. 4°. Mit gestoch. Titelvign. 7 (statt 8) Bl., 744 (recte 756) S., 16 Bl. Flex. Pgt. d. Zt. (fleckig und gebräunt, gering bestoßen). (68) *R 200,-

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Krivatsy 3319. – Nicht im STC. – Ohne den Vortitel. – Geringe Wurmspuren an den Stegen, fleckig, gebräunt.

284

FREUD, S., Gesammelte Schriften. 12 Bde. Leipzig, IPV, (1924-34). 4°. Mit 6 Portrs., 4 Tafeln und einigen Abb. im Text. Gelbes Hmaroquin d. Zt. mit Rsch. mit eingeb. Orig.-Umschl. (minimale Altersspuren). (19) 600,-

286

GUYON, L., Le cours de medecine en françois, contenant le miroir de beauté et santé corporelle. Septième et dernière éd. 2 Bde. Lyon, Barbier, 1678. 4°. Fragment mit 162 Holzschnitten auf 9 beidseitig bedruckten Bl. Ohne Einband. – Krivatsy 5173. Wellcome III, 184. – Titel mit Besitzvermerk, mit kleinen Wurmspuren im Text, fleckig, gebräunt; die Holzschnittblätter mit hinterlegten Randschäden, wasserrandig. (67) 80,-

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HOHENLOHE – ONYMUS, A. J., Meine Ansichten von den wunderbaren Heilungen welche der Fürst Alexander von Hohenlohe seit den 20. Junius d. J. in Würzburg vollbracht hat. Würzburg, Bonitas, 1821. 72 S. Heftstreifen d. Zt. (94) 60,Erste Ausgabe. – Lesky 841. Wetzer-W. IX, 867. – Alexander zu Hohenlohe, Domkapitular in Bamberg, wurde durch eine angebliche Wunderheilung an einem Bauern im Jahr 1821 schlagartig berühmt. Eine Flut von Schriften für und wider den „Wunderheiler“ erschien noch im selben Jahr. Onymus, der von Wetzer getadelt wird, daß er eine Zeitlang der „falschen Aufklärung“ gehuldigt habe, wird für die vorliegende Schrift gelobt, weil er darin erkläre, daß angesichts der Tatsachen die Macht des Glaubens zu verehren sei. – Titel gestempelt und mit Vermerk von alter Hand, einige Anstreichungen, leicht fleckig und gebräunt. – Unbeschnitten.

KAPOSI, M., Handatlas der Hautkrankheiten. 3 Bde. Wien und Leipzig, Braumüller, 1898-1900. 4°. Mit 376 chromolithogr. Tafeln und dazugehörigen Textbl. 4; 2 Bl.; XIII S., 1 Bl. OHldr. (Altersspuren). (114) *R 600,Einzige Ausgabe. – Hirsch-H. III, 487. Goldschmid 221. Eimas 2011. Garrison-M. 4001: „An extensive and valuable collection of illustrations in dermatology.“ – „Gegenstand der Darstellungen sind die Dermatosen und Syphilis“ (Goldschmid). – Fleckig.

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KAYE, J., De medendi methodo libri duo. Opus utile, & iam primum natum. Basel, Froben, 1544. Mit 2 Druckermarken und 2 figürl. HolzschnittInitialen. 107 S., 1 Bl. Mod. Hldr. (67) 300,Erste Ausgabe. – VD 16 K 563. STC 173. Adams C 116. Durling 795. Wellcome I, 1196. – John Kaye (Caius; 15101573), Hofarzt der englischen Königinnen Maria I. und Elisabeth I., veröffentlichte 1570 die erste Abhandlung über die Hunde in Britannien. – Block kopfstehend eingebunden, einzelne Marginalien von alter Hand, stellenw. fleckig, leicht gebräunt. – Aus der Bibliothek des Medizinhistorikers Walter Pagel (1898-1983) mit dessen hs. Besitzvermerk und Besitzeretikett.

GYNÄKOLOGIE – DEVENTER, H. VAN, Observations importantes sur le manuel des accouchemens. 2 in einem Bd. Paris, Prault, 1733. 4°. Mit 37 Kupfertafeln (davon eine gefaltet). XXXIX, 431 S., 1 Bl. (Errata). Mod. Kalbldr. mit Rtit. und Rvg. (leicht beschabt, etw. lichtrandig). (114) *R 200,Erste französische Ausgabe. – Blake 118. – Vgl. Waller 2421. Wellcome II, 460. Eimas 678. – Hendrik van Deventer gilt als der wissenschaftlich gebildetste Geburtshelfer seiner Zeit (zu seiner Leistung vgl. ausführlich Fasbender 199). Garrison und Morton (6253) bezeichnen ihn als „father of modern midwifery“. – Vorsatz mit Bibliotheksetikett, Titel und alle Tafeln gestempelt, anfangs und am Ende wasserrandig, tls. fleckig, Ränder gebräunt.

JANIN DE COMBE-BLANCHE, (J.), L'antiméphitique ou Moyens de détruire les exhalaisons pernicieuses & mortelles des fosses d'aisance, l'odeur infecte des égouts, celle des hôpitaux, des prisons, des vaisseaux de guerre, &c., &c. Paris, Pierres, 1782. XXXII, 70 S., 1 Bl. (weiß), 8 S. Heftstreifen d. Zt. (93) *R 150,Wellcome III, 345. Bayle-T. II, 556. – Nicht bei Waller, Osler und Lesky. – Mit dem seltenen Supplement. – Gering fleckig. – Unbeschnitten.

Erste Gesamtausgabe. – Achter 208-09. – Leicht gebräunt. – Seltene vollständige Reihe in attraktivem Einband.

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291

KEIL, CH. H., Compendiöses doch vollkommenes medicinisch-chymisches Handbüchlein. 7. verb. Aufl. Königsberg und Leipzig, Hartung, 1753. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 283 S., 10 Bl. Hldr. des 19. Jhdts. (etw. berieben und bestoßen). (2) 200,Vgl. Blake 241. Wellcome III, 381. – Pharmazeutisches Lexikon, von 1734 bis 1782 in neun Auflagen erschienen; verfaßt von Christoph Heinrich Keil, Stadtarzt von Wunsiedel. VORGEB.: DERS., Compendiöses doch vollkommenes chirurgisches Handbüchlein. 6. verb. Aufl. Ebda. 1752. Mit gestoch. Frontisp. 1 Bl. (statt 5), 356 S. (ohne die S. 207/208), 8 Bl. (DERS., Compendiöses doch vollkommenes anatomisches Handbüchlein. Ebda.? Um 1752?). (Ohne das Frontispiz). 2 (statt 3) Bl., 145 S., 7 Bl. – Auf Grund des fehlenden Titelblattes (der vorgeb. Titel gehört nicht dazu) nicht genau zu bestimmender Druck – alle Ausgaben zwischen 1736 und 1777 mit gleicher Kollation. – Alle Drucke etw. gebräunt und braunfl., teilw. wasserrandig.


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Medizin

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(MELZER, E. M.), Die Resultate der Wassercur zu Gräfenberg. Leipzig, Brockhaus, 1837. Mit lithogr. Frontisp. XIV, 218 S. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (22) 150,Holzmann-B. III, 12177. Brockhaus-Verz. 354. – Nicht bei Martin, Badewesen. – Vinzenz Prießnitz (1799-1851) hatte trotz heftiger Kritik 1831 die Genehmigung zur Führung einer Kaltwasser-Heilanstalt in seiner schlesischen Heimatstadt Gräfenberg erhalten. – Fleckig. – Beiliegt „Vincenz Prießnitz oder der Wasser-Geist“ (1845) von O. Graf.

295

Waller 6966. Hirsch-H. IV, 415. – Vgl. Engelmann 419. – Großformatiger anatomischer Atlas in sechs Abteilungen (Knochen, Bänder, Muskeln, Eingeweide, Gefäße, Nerven), der erstmals 1830 erschienen ist. Heinrich Oesterreicher (1805-1843) war Privatdozent für Anatomie an der Universität München und nach 1831 Professor an der chirurgischen Schule zu Landshut, Michael Erdl (1815-1848), der das Werk überarbeitete und ergänzte, Professor für Physiologie und vergleichende Anatomie in München. – Die Technik des Steinstichs bzw. der Steingravur war der Lithographie durch ihre Anfälligkeit unterlegen, da die Platten oft brachen, weswegen nur in kleinen Auflagen gedruckt werden konnte. Die Drucke waren der Lithographie aber an Detailgenauigkeit überlegen. – Titel mit altem Besitzvermerk „Wörtz“ (vielleicht der Allgäuer Mediziner Franz Xaver Wörz), einige Bl. mit kleinem Eckausbruch; etw. fleckig und gebräunt.

Nr. 293

292

MAGNETISMUS – BARTH, G. (H.), Der Lebensmagnetismus, seine Erscheinungen und seine Praxis. Heilbronn und Leipzig, Landherr, 1852. VIII, 236 S. Lwd. d. Zt. (minimal bestoßen). (94) 60,Erste deutsche Ausgabe. – Ackermann II, 24. – Titel gestempelt, fleckig und etw. gebräunt.

296

Geschenkexemplar 293

MAYERHAUSEN, G., Polychrome Wandtafeln für den elektrotherapeutischen Unterricht. Die motorischen Reizstellen des Kopfes, Halses und der Extremitäten. 3. Aufl. Berlin, Kornfeld, (1895). Imp.-Fol. Mit 5 tls. mehrf. gefalt. farblithogr. Wandtafeln von F. Wiessner. 2 Bl. Lose in Ldr.-Mappe d. Zt. mit Vg. (leicht fleckig und beschabt). (6) 400,Vgl. GV 93, 569 (EA 1891, 2. Aufl. 1894). – Über den KVK nur ein Exemplar in der UB Basel nachweisbar (ohne Auflagenangabe, sonach wohl die EA). – Der Wiener Arzt Georg Mayerhausen (1850-1923) ist der Entdecker der Heilkraft des Ilz-Wassers und besaß seit 1892 die Kurund Wasserheilanstalt Bavaria-Bad in Bad Hals bei Passau. – Tafeln etw. fleckig, tls. kleine Knickspuren und Randläsuren. – Geschenkexemplar des Autors an Herzog Carl Theodor in Bayern, auf dem Vorderdeckel der Ledermappe die von der Hofbuchbinderei G. Fritzsche in Leipzig goldgeprägte Widmung (noch als „2te Auflage“ bezeichnet, jedoch mit dem Jahr 1895; danach unsere Datierung). – Siehe Abbildung.

OESTERREICHER, H., Anatomischer Atlas oder bildliche Darstellung des menschlichen Körpers. Neu bearb., mit 46 Tafeln verm. von M. Erdl. München, Palm, 1845. Imp.-Fol. Mit 180 (32 beikolor.) lithogr. Tafeln (Steingravuren). 2 Bl. Mod. HMaroquin (gering berieben). (59) 400,-

OTT, F. A., Theoretisch-praktisches Handbuch der allgemeinen und besondern chirurgischen Instrumenten- und Verbandlehre oder der mechanischen Heilmittellehre. 3. ganz umgearb. und sehr verm. Aufl. 2 Textbde. in einem Bd. und Atlas. München, Franz, 1834-35. 8° und Qu.-4°. Mit 44 lithogr. Tafeln. 1 Bl.; 262 S., 1 Bl., IV S., S. (3)-264, 1 Bl. (Errata). Pp. d. Zt. mit Rsch. (Altersspuren). (114) *R 150,Wellcome IV, 274. Waller 7034-35. – Handbuch zur chirurgischen Instrumentenlehre, mit dem seltenen Atlasband. – Die Tafeln zeigen eine Fülle an chirurgischen Instrumenten, Verbänden, orthopädischen Apparaten, Schienen, Prothesen, Kranken- und Streckbetten etc. – Vorsatz jeweils mit Besitzvermerk, eine Tafel mit kleinem Randausriß, tls. fleckig.

297

PEST – SICK, G. F., Kritische Beleuchtung und Würdigung der europäischen Pestkrankheiten fremden Ursprungs. Leipzig, Selbstvlg., 1822. Mit 2 gefalt. kolor. Kupferstichkarten. XXVI, 330 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (Gelenke und Kapitale leicht läd., fleckig, beschabt und bestoßen). (133) *R 300,-


Medizin

Hamberger-M. XX, 461. – Georg Friedrich Sick (17601829) lehrte an der Tierarzneischule in Berlin (SchraderHering 1701). – Die Karten zeigen einen Plan von Cádiz und eine „neue permanent zu unterhaltende Sanitäts Anstalt gegen die Anfälle von Pestkrankheiten“ auf einer der Stadt vorgelagerten Halbinsel. – Titel recto und verso gestempelt, fleckig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung Seite 67.

Ferner enthalten sind zwei Fragmente, die auf Grund der fehlenden Titel von uns nicht genauer bestimmbar sind, eingebunden beide zwischen den Stücken III und IV; das erste Fragment, acht Blätter, bietet teilweise den Text einer 1631 bei Plantin erschienenen Schrift mit dem Titel „Sacrae et antiquae contra pestem preces“, das andere Fragment besteht aus 18 Blättern der Lagen B und C, bietet lateinische Psalm- und Gebetstexte und ist auf Blatt B überschrieben mit „Orationes tempore grassantis pestilentiae usurpandae“. – Alle Teile etw. fleckig und leicht gebräunt.

Mit mehreren unbekannten Drucken 298

Collection of 7 rare treatises to plague protection, among them several unknown printings, in one volume. – All parts a little soiled and slightly browned. – Contemporary calf (spine cracked, clasp ribbons missing, scratched, scuffed).

– SAMMELBAND – 7 seltene Schriften zur Pestabwehr. 1646-79. 12°. Ldr. d. Zt. (Rücken brüchig, Schließbänder fehlen, beschabt, bestoßen). (74) 1.500,Enthalten in der Reihenfolge der Bindung: I. MARCHINI, F., Schuß Frey. Das ist geistlich- unnd natürliche Mittel wider die Pestilentz. Durch J. V. Hauck auß Latein in die teutsche Sprach gestellt. Wien, Cosmerovius, 1646. 12 Bl., 115 (recte 215) S. – Erste Ausgabe. – Wellcome IV, 51. – Nicht im VD 17 verzeichnet, dort nur der spätere Druck von 1679 (der in unserem Sammelband auch enthalten ist [unter VII]). – Titel mit Besitzvermerk. II. BITTERKRAUT, J. CH., Kurtzer haiterer Ratschlag und wohlmainentes Gutachten. Wie man sich vermittels göttlicher Hülff und Beystandts, zur Zeit der laydigen Infection vor denen ansteckenden Pestilentzischen Kranckheiten verhalten und bewahren solle. Linz, Mayr für Büchel, (1679). 18 Bl. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, auch kein Exemplar über den Karlsruher Virtuellen Katalog in öffentlichem Besitz zu ermitteln. – Die Schrift richtet sich an Magistrat und Bürgerschaft der oberösterreichischen Stadt Steyr, wo Johann Christoph Bitterkraut (Lebensdaten nicht bekannt) als Stadtphysikus wirkte. – Druckvermerk angeschnitten, Text tls. bis zum Druckspiegel beschnitten.

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300

SYDENHAM, TH., Opera omnia medica. Editio novissima omni alia auctior. Padua, Manfrè, 1725. Mit Titelvign. 40 Bl., 736, 38 S. Pgt. d. Zt. (fleckig, bestoßen). (68) *R 100,Blake 442. Hirsch-H. V, 491: „Eine Sammlung seiner ersten 4 Schriften gab Sydenham selbst 1685 heraus, nachdem vorher schon die gleichen Arbeiten 1683 in Amsterdam, 1684 in Genf unter dem Titel 'Opuscula omnia' gesammelt worden waren. Diese 'Opera universa medica' erschienen im Laufe der Jahre wesentlich vermehrt weiter“ (bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts). – Buchblock vom Einband gelöst, Spiegel, Titelei und letztes Bl. mit Kritzeleien, Kopf- und Fußsteg wasserrandig, leicht fleckig, gebräunt.

IV. NOVUM CONTRA GRASSANTEM PESTILENTIAM AMULETUM. Linz, Mayr, 1679. 6 Bl. – Weder bibliographisch noch in öffentlichem Besitz von uns nachweisbar. V. REMEDIUM EFFICACISSIMUM CONTRA PESTEM. O. O., Dr. und Jahr. 2 Bl. – Eine Oration und ein Exorzismus „ex instructione practica sacerdotum tempore pestis expositorum, jussu & authoritate Cardinalis Coelestini Sfondrati 1692 edita“. – Knapp beschnitten.

VII. (MARCHINI, F.), Schuß Frey in dem Krieg Gottes. Auß dem Lateinischen gezogen durch F. A. Hauck. Wien, Vivian, 1679. 6 Bl. 192 S. – VD 17 23:243987S. – Wohl die zweite Ausgabe der erstmals 1646 erschienenen Schrift (das erste Stück unseres Sammelbandes).

SCHWARTZ, J. C., Vier Dutzend wund-artzneyischer Anmerckungen. Hamburg, Wedel, 1713. 120 S., 1 Bl., S. 129-144, 5 Bl., S. 145-378, 2 Bl., S. 375-576, 12 Bl. Pgt. d. Zt. (vorderer Deckel mit kreisrunder Einritzung, hinterer mit Fehlstelle, gering bestoßen, leicht fleckig). (68) *R 200,Eine von zwei Ausgaben im selben Jahr (die andere bei Liebezeit in Hamburg). – Vgl. Waller 8761. Blake 411. – Behandelt Hieb-, Stich-, Schuß- und andere („zufällige“) Wunden und deren Behandlung. Jedes Dutzend mit eigenem Titel des Hamburger Verlegers Wedel und den Erscheinungsjahren 1711 (erstes Dutzend), 1705 (zweites Dutzend), 1706 (drittes Dutzend) und 1713 (viertes Dutzend). – Vorderer Vorsatz mit Federproben und altem Besitzvermerk, am Ende im Bundsteg mit kleinen Wurmspuren, etw. fleckig, gebräunt.

III. MATTHIOLOPHILUS (PSEUD.), Apotheca pauperum. ... Denuo ... aperta. O. O. und Dr., 1666. 2 Bl., 44 S. – STC M 495. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur zwei Exemplare nachweisbar.

VI. ALLGEMEINE HAUSS-APOTECKEN DER ARMEN. Auß dem Lateinischen zusammen gezogen, und in Teutsche Sprach versetzet. O. O. und Dr., 1667. 1 Bl., 21 S. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. Kein Exemplar über den Karlsruher Virtuellen Katalog zu ermitteln.

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301

VERHEYEN, PH., Supplementum anatomicum sive Anatomiae corporis humani liber secundus (von 2). Neapel, (Gessari), 1734. 4°. Mit 6 Kupfertafeln. XVI, 348 S. Pgt. d. Zt. (minimal bestoßen, fleckig). (68) *R 200,Haller I, 756. Blake 472. – Letzte Ausgabe des erstmals 1693 in einem Band, seit 1710 in zwei Teilen erschienenen Lehrbuches der Anatomie. – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, gebräunt, braunfleckig.


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Zoologie

Nr. 305

Nr. 308 Nissen 682 (nennt 1100 Tafeln). – Stellenw. leicht wasserrandig, gering fleckig, gebräunt. – Unbeschnitten. – Insgesamt wohlerhaltenes Exemplar des klassischen Werkes und von seltener Vollständigkeit.

Zoologie 302

BUFFON, (G. L. L. DE), Histoire naturelle. Nouvelle édition. 27 Bde. (von 40). Bern, Nouvelle Société Typographique, und Lausanne, Heubach, 1784-90. Mit gestoch. Portr., 209 (statt 363) Kupfertafeln und 4 gefalt. Kupferstichkarten. Beschäd. Hldr. d. Zt. (68) *R 500,Nissen, ZBI, 680. – Vorhanden: I. Histoire naturelle générale et particulière. Bde. I-XX und XXII. 1784-89. Mit 152 (statt 256) Kupfertafeln und 4 Kupferstichkarten (Nissen nennt 3 Karten). – II. Histoire naturelle des oiseaux. 6 Bde. 1786-90. Mit 57 (statt 86) Kupfertafeln. – Tls. mit kleinen Randeinrissen, fleckig, gebräunt.

303

– Histoire naturelle. Nouvelle édition. Redigé par C. S. Sonnini. 127 Bde. Paris, Dufart, an 8 (= 1799)-1808. Mit 1136 (2 gefalt.) kolor. Kupfertafeln, 9 gefalt. grenzkolor. Kupferstichkarten, 2 gestoch. Portrs. (davon eines kolor.) und zahlr. Tabellen (davon 18 gefaltet). Hldr. um 1900 (Rücken etw. aufgehellt, gering gebräunt, leicht berieben). (136) 6.000,-

Here and thee slightly waterstained, minimally soiled, browned. – Untrimmed. – Altogether a well preserved copy of the classical work and rare in its completeness. – Half calf around 1900 (spine somewhat faded, minimally browned, slightly rubbed).

304

EHRENBERG, C(H). G., Die Corallenthiere des rothen Meeres. Berlin, Akademie der Wissenschaften, 1834. 4°. Mit gefalt. Tabelle. 156 S. Kart. d. Zt. (berieben, leicht bestoßen). (146) 80,NDB IV, 350. – Vgl. Eales II, 97. ADB V, 701. – Ausgeschiedenes Bibliotheksexemplar mit mehreren Signaturvermerken und Stempeln, fleckig, gebräunt.

305

FITZINGER, L. J., Bilder-Atlas zur wissenschaftlich-populären Naturgeschichte der Fische in ihren sämmtlichen Hauptformen. Wien, K. K. Hof- und Staatsdruckerei, 1864. 4°. Mit 193 Abb. auf 79 tls. silbergehöhten, farb. lithogr. Tafeln. 1 Bl. Mod. Hldr. (82) 1.000,Erste Ausgabe. – Nissen 1390a. Dean 402 (jeweils mit nur 77 Tafeln). – Titel mit hinterlegtem Einriß, einzelne Tafeln gestempelt oder knapp beschnitten, fleckig. – Siehe Abbildung. First edition. – Title with backed tear, some plates stamped or closely trimmed, soiled. – Modern half calf. – See illustration.


91

Zoologie

Nr. 311

Nr. 310

306

INTERNATIONAL CONGRESS OF ENTOMOLOGY – Berichte verschiedener Internationaler Kongresse für Entomologie in 12 Bdn. 1911-96. Verschied. Formate und Einbände (außen und innen Gebrauchsspuren). (150) *R 100,-

308

Vorhandene Verhandlungen bzw. Abstracts bzw. Proceedings: 1. Kongreß in Brüssel 1910 (2 Bde., Brüssel 191112); 3. Kongreß in Zürich 1925 (2 in einem Bd., Weimar 1926); 7. Kongreß in Berlin 1938 (5 Bde., Weimar 1939-40); 13. Kongreß in Moskau 1968 (ein Bd.); 16. Kongreß in Kyoto 1980 (ein Bd.); 17. Kongreß in Hamburg 1984 (ein Bd.); 20. Kongreß in Florenz 1996 (ein Band). – Beiliegend die zweibändige „Bibliotheca entomologica“ von Hagen (1862-63).

307

Einzige Ausgabe. – Nissen 767. Zimmer 514. Sitwell-B. 133. – Nicht bei Anker. – Mit prachtvollen PapageienTafeln (jeweils mehrere Vögel auf Ästen vor landschaftlichem Hintergrund). „A series of colored plates illustrating the known parrots, accompanied by short descriptions of each and notes on their distribution“ (Zimmer). – Vorderer fliegender Vorsatz erneuert, wenige Blätter und Tafeln mit kleinem Einriß, stellenw. fleckig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung. With magnificent parrot plates (each with several birds on branches in front of scenic background). – Upper fly-leaf renewed, a few leaves and plates with small tear, soiling here and there, slightly browned. – Restored original cloth. – See illustration.

(LORTET, L., Observations sur les tortues terrestres et paludines du bassin de la Méditerranée. Lyon, Georg, 1886). Fol. Mit 2 farb. lithogr. Tafeln und 6 lithogr. Tafeln auf aufgewalztem China. 26 S. Mod. Hlwd. (82) 300,Extrait des Archives du Muséum d'Histoire naturelle de Lyon, IV. – Titel in Kopie ergänzt. – Kaum fleckig, leicht gebräunt.

REICHENOW, A., Vogelbilder aus fernen Zonen. Abbildungen und Beschreibungen der Papageien. Kassel, Fischer, 1878-83. Fol. Mit 33 getönten beikolor. lithogr. Tafeln nach Aquarellen von G. Mützel. 42 Bl. Restaurierte OLwd. (114) *R 2.000,-

309

ROCKSTROH, H., Anweisung, wie die Schmetterlinge gefangen, ausgebreitet, geordnet, bewahrt, und wie ihre Raupen und Puppen erkannt werden. 3., verb. und mit einem Schmetterlings- und Raupenkalender verm. Aufl. Leipzig, Cnobloch, 1833. Mit 10 kolor. Kupfertafeln. XII, 432 S. Pp. d. Zt. (berieben und bestoßen). (68) *R 80,-


92

Zoologie

First edition. – As always with another text collation as in Nissen and Horn-Schenkling. The first section in vol. II is complete with 24 pages, though 32 pages are mentioned in the bibliographies. Pp. 409-16 in vol. III are skipped in the pagination. – Endpapers and title with ownership entries, slightly browned, hardly soiled. – Generally a very good copy in beautiful colouring. – Contemporary vellum (some scratching, minor soiling). – See illustration on page 66.

Nissen 3449. Horn-Sch. 18251. – Spiegel mit Signaturschildchen, wenige Anmerkungen in Bleistift und Tinte, hinterer Vorsatz mit sachdienlichen Notizen; fleckig, gebräunt.

310

RÖSEL VON ROSENHOF, A. J., Der monatlich-herausgegebenen Insecten-Belustigung Erster (Zweyter, Dritter, Vierter) Theil. 4 Bde. Nürnberg, Fleischmann für den Verfasser und seine Erben, (1740)-61. 4°. Mit gestoch. Portr., gestoch. kolor. Frontisp., 2 gestoch. kolor. Titeln und 287 (4 gefalt.) kolor. Kupfertafeln (davon 3 in Farbkupferstich). Pgt. d. Zt. mit Rtit. (gering fleckig und bestoßen). (86) 8.000,Erste Ausgabe. – Nissen 3466. Horn-Sch. 18267. Cobres 368: „Classisch und unentbehrlich.“ DSB XI, 503: „Outstanding illustrations.“ – Nissen zählt die Kupfer zu den „Kostbarkeiten der entomologischen Literatur“. – Wie immer mit anderer Textkollation als bei Nissen und Horn-Schenkling. Die erste Abt. in Bd. II ist mit 24 S. kplt., in den Bibliographien werden 32 S. angegeben. S. 409-16 in Bd. III ist in der Paginierung übersprungen. – Vorsätze und Titel mit Besitzvermerken, leicht gebräunt, kaum fleckig. – Insgesamt sehr gutes Exemplar in schönem Kolorit. – Siehe Abbildungen Seite 66 und 91.

311

SCHINZ, H. R., Naturgeschichte der Vögel. 2. verm. Aufl. Zürich, Hanke, 1854. 4°. Mit 126 lithogr. Tafeln (davon 122 kolor., eine getönt). 2 Bl., XXVII, 253 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Altersspuren). (114) *R 1.500,Zimmer 552. Wood 553. Nissen, Vogelbücher, 825 (die letzten beiden verzeichnen fälschlich 127 Tafeln). – Vorsätze erneuert, Tafel A mit kleinem Einriß, stellenw. fleckig. – Siehe Abbildung. Endpapers renewed, plate A with small tear, here and there soiling. – Contemporary half calf with spine title (signs of wear). – See illustration.


93

Technik und Handwerk

Nr. 339

312

AERONAUTIK – FAUJAS DE SAINT-FOND, (B.), Description des expériences de la machine aérostatique de MM. de Montgolfier. Paris, Cuchet, 1783. Mit 9 Kupfertafeln und gefalt. Tabelle. XL, 299 S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kapital läd., beschabt und bestoßen). (133) *R 400,-

313

Erste Ausgabe. – Tissandier 21. Brockett 4377. LiebmannW. 978. PMM 229. – Der Klassiker der Aeronautik schlechthin, die „erste ernsthafte Abhandlung über die Ballonschiffahrt als praktisch durchführbare Möglichkeit“ (Carter-Muir). Der erste authentische Bericht über die Arbeiten der Gebrüder Montgolfier und ihren sensationellen Ballonstart am 19. September 1783. – Mit den beiden Supplementblättern mit der Beschreibung des Aufstiegs bei Château de la Muette (am Ende des Buches). – Gering fleckig. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung. First edition. – The classic of aeronautics. – The first authentic account on the works by the brothers Montgolfier and their sensational balloon ride on 19th September 1783. – With both supplementary leaves describing the take-off at Château de la Muette. – Minimally soiled. – Modern exlibris. – Contemporary calf with spine label and gilt back (turn-in damaged, scratched and scuffed). – See illustration.

– – Der Herren Stephan und Joseph von Montgolfier Versuche mit der von ihnen erfundenen Maschine. Ein Auszug aus der französischen Beschreibung von C(h). G. von Murr. Nürnberg, Grattenauer, 1784. Mit 8 Kupfertafeln und gefalt. Tabelle. 6 Bl., 140 S., 1 Bl. HPgt. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (86) 200,Erste Ausgabe dieser deutschen Bearbeitung. – Fromm 8819. Brockett 8894. Liebmann-W. 1003: „Enthält S. 110140 ausführliche und nach den Quellen gearbeitete Nachrichten über die Geschichte der Luftschiffahrt vor Montgolfier mit zahlreichen Literaturhinweisen und Zitaten.“ – Die Kupfer, dem französischen Original nachgestochen, zeigen verschiedene Ballontypen, Ventile, Kostruktionsskizzen, das Luftschiff von Lana etc. – Vorsätze mit biographischen Angaben zu den Brüdern Montgolfier von alter Hand, etw. gebräunt und stellenw. minimal fleckig.

314

– ZACHARIÄ, A. W ., Die Elemente der Luftschwimmkunst. Wittenberg, Zimmermann, 1807. Mit gefalt. Kupfertafel. VI, 282 S. Brosch. d. Zt. (Altersspuren). (27) 250,-


94

Technik und Handwerk

316

– – DORNIER, C., Vorträge und Abhandlungen aus dem Gebiete des Flugzeugbaues und Luftschiffbaues 1914-1930. (Berlin, Verlag für Deutsches Flugwesen, 1930). Mit zahlr. Abb. 145 S. OLwd. (fleckig, stärker berieben). (145) 150,Einzige Ausgabe. – Enthält Abhandlungen über Zeppelin-Luftschiffe, Metallwasserflugzeuge, Metallflugzeuge, Flugboote und über das Flugschiff Do X. – Vorsatz fleckig und gestempelt („Vom Verfasser überreicht“), gering gebräunt.

317

– – ECKENER, H., Kurze Anleitungen und praktische Winke für die Führung von Zeppelin-Luftschiffen. Für das Fahrpersonal der „Delag“. O. O., Dr. und J. (Potsdam, um 1920). 51 num., 5 weiße Bl. Orig.-Brosch. (geringe Gebrauchsspuren). (147) 300,Überaus seltenes Handbuch (nicht im GV), verfaßt von Hugo Eckener (1868-1954), Zeppelins Luftschiffkapitän und Nachfolger als leitender Konstrukteur. Eckener hatte ab 1909 die Führung der DELAG (Deutsche Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft) inne. Für deren Personal hat er die vorliegende Anleitung verfaßt, laut Titel ein überarbeiteter Auszug aus einem Handbuch für die MarineLuftschiffahrt, das ebenfalls Eckener geschrieben hatte (nicht nachweisbar). – Die Blätter einseitig bedruckt, papierbedingt etw. gebräunt. DAZU: BETRIEBSANWEISUNGEN der Deutschen Luftschiffahrts-Aktien-Gesellschaft. Ulm, Hochlehnert, o. J. (um 1912). 25 Bl. (einseitig bedruckt). – Orig.-Brosch. – Außen wie innen geringe Altersspuren.

Nr. 312 Seltene erste Ausgabe. – Brockett 13112. Liebmann-W. 1118. Kat. Brug 184. – Enthalten sind Kapitel u. a. „Vom Schwimmen der Fische“, „Vom Fluge der Vögel“ und über „Das künstliche Fliegen“. – August Wilhelm Zachariä (1769-1823) war auf dem Gebiet der Aeronautik „in ausgedehntestem Maße sowohl schriftstellerisch wie experimentell thätig“ (ADB XLIV, 616). – Titel mit Besitzvermerk von alter Hand, fleckig, gebräunt. – Beiliegend sieben Zeitungsberichte über Ballonfahrten der Gebrüder Montgolfier, 1783-1803 (Einzelnummern der Leipziger Zeitungen und der Staats- und Gelehrten Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten).

315

KOLLMANN, F., Das Zeppelinluftschiff, seine Entwicklung, Tätigkeit und Leistungen. Berlin, Krayn, 1924. Mit zahlr. Abb., tls. auf Tafeln. 41 S., 7 Bl., S. 43-89. Läd. Orig.Brosch. – Stärkere Gebrauchsspuren.

318

Erste Ausgaben. – Offizielle Führer für die Luftfahrten der Deutschen Luftschiffahrts-Aktien-Gesellschaft. – Die Bände, jeweils mit dem Titel „Im Luftschiff über ...“, behandeln Frankfurt und Umgebung, Hamburg, das Badener Land, Berlin und Umgebung sowie Sachsen. Mit den Luftschiff-Karten von Frankfurt und Baden. – Die Karte von Hamburg fehlt. – Tls. etw. gewellt und wasserrandig, mit geringen Rostspuren, fleckig.

– ZEPPELIN – BRATT, H., Seine Exzellenz der Narr. Eine deutsche Komödie in 9 Bildern. Wien u. a., Marton, 1933. 112 S. Leicht läd. Orig. Brosch. mit OLwd.-Rücken. (147) 150,Über den KVK nur wenige Exemplare in öffentlichem Besitz nachweisbar. – Triviale Kömodie über die anfänglichen Schwierigkeiten des Grafen Zeppelin, die nötigen Förderungen und Genehmigungen zum Bau seines Luftschiffs zu erhalten. Wohl in kleinster Auflage verlegtes, nicht für den Handel bestimmtes, hektographiertes Typoskript. – Vorsatz gestempelt und mit hs. Besitzvermerk, leicht gebräunt.

– – EYB'S DELAG-FÜHRER. 5 Bde. Stuttgart, Eyb, 1913-14. Mit 2 (statt 3) gefalt. Karten und zahlr. Abb. OLwd. (2) und OPp. (mit stärkeren Gebrauchsspuren). (147) 300,-

319

– – IM FLUGE ÜBER DEN OZEAN. Graf Zeppelin und sein Lebenswerk. Vorwort von Dr. Hugo Eckener. Berlin, Verlag der LichtbildBühne, 1924. Mit zahlr. Abb. 39 S. Orig.-Brosch. (fleckig, mit kleinem Randausriß, etw. bestoßen). (147) 100,-


Technik und Handwerk

Kurze Biographie des Grafen Zeppelin mit dem Schwerpunkt auf seinen technischen und geschäftlichen Leistungen. Die Abbildungen dokumentieren den Bau und die Ausstattung eines Zeppelin-Luftschiffes. – Gelenk gebrochen, Klammern etw. rostig, minimal gebräunt. – Beiliegen die Biographie des Grafen Zeppelin von Hugo Eckener (Suttgart 1938) und „Zeppelin, the story of a great achievement“ von Harry Vissering (1922).

320

– – MAYER, J., Mit dem „Zepp“ in neun Tagen nach Südamerika und zurück (5. bis 13. April 1932). Stuttgart und Ravensburg, Verlags- und Druckereigesellschaft, 1932. Mit 10 Tafeln. 32 S. Orig.-Brosch. (stärkere Gebrauchsspuren). (147) *R 150,-

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Seltene Firmenschrift mit Informationen zu Betriebskrankenkassen, Jubiläen von Mitarbeitern, Sportprogrammen u. v. a. Im zweiten Jahrgang finden sich zahlr. Beiträge zur Hindenburg-Katastrophe: Berichte über das Unglück, das Flugschiff, die verstorbenen Besatzungsmitglieder, Trauerfeiern und anderes. – Vorsatz mit Besitzvermerk, gering gebräunt, fleckig.

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– GOETHE – TASCHENBUCH für die gesammte Mineralogie. Hrsg. von K. C. von Leonhard. Jge. I, II, V, VII/1, XI/2, XIII/2, XIV/2, XV/2 und XVII/2 in 9 Bdn. Frankfurt, Hermann, 1807-23. Mit zahlr. Portrs., Tafeln und Karten in Kupferstich. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gebrauchsspuren, Rücken mit alten Signaturschildchen). (14) 300,Poggendorff I, 1427. Kirchner 3423a. – Ab 1818 unter dem Titel „Mineralogisches Taschenbuch“. – Band II enthält Goethes Aufsatz „Sammlung zur Kenntniß der Gebirge von und um Karlsbad“ (S. 3-32) und den weiterführenden Korrespondenzaufsatz dazu (S. 389-98) [Schmid 42 und 44; Hagen 305 und 654]. – Bibliotheksexemplare: Titel jeweils mit Signatur in Tinte (Jg. I mit Eckausriß oben), alle Bde. mehrf. gestempelt, tls. mit Einstecklaschen auf dem Spiegel, einzelne Blätter und Tafeln lose. – Nicht kollationiert.

– – SAMMLUNG von 22 Werken zu Luftschiffen und Luftfahrt in 22 Bdn. 1912-76. Verschied. Formate. Verschied. Orig.-Einbände. (147) 200,DAS LUFTSCHIFF ALS FORSCHUNGSMITTEL IN DER ARKTIS. Berlin 1924. – STRAHLMANN, F., (Hrsg)., Zwei deutsche Luftschiffhäfen des Weltkrieges, Ahlhorn und Wildeshausen. Oldenburg 1926. – JÜNGER, E., (Hrsg.), Die Unvergessenen. Berlin und Leipzig (1928). – NOBILE, U., Im Luftschiff zum Nordpol. Die Fahrten der „Italia“. Berlin (um 1929). – LOUIS, R., 30 Jahre Zeppelin-Luftschiffahrt. (Friedrichshafen 1930). – THEUERMEISTER, R., Vom Luftballon zum Zeppelin. Leipzig 1931. – Und anderes mehr. – Innen wie außen tls. stärkere Gebrauchsspuren.

– DELIUS, CH. T., Anleitung zu der Bergbaukunst nach ihrer Theorie und Ausübung. 2. Aufl. Bd. I (von 2). Wien, Hof- und Staatsdruckerei, 1806. Mit gestoch. Titelvign. 1 Bl., XIV, 509 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (berieben, bestoßen). (124) 400,Koch 106. ADB V, 38: „Dieses Werk ist das umfassendste, beste und lehrreichste über Bergbau mit Einschluß der Erzaufbereitung namentlich in den österreichischen Ländern, welches wir aus jener Zeit besitzen. Seiner Vorzüge wegen blieb es ein zuverlässiger Rathgeber für den praktischen Bergmann bis in die neuere Zeit.“ – Titel mit Besitzvermerk, römisch pag. Vorstücke in sich verbunden, leicht gebräunt. – DAZU: DERS., „Atlas zum Bergbau“ (Rückentitel). (Wien, Trattner, 1773). 24 gefalt. Kupfertafeln. – Die Tafeln zur ersten Ausgabe des Bergbaulehrbuches von Delius. – Spiegel angeschmutzt und mit mont. Katalogausschnitt, fleckig, gebräunt.

DAZU: IM LUFTSCHIFF QUER ÜBER DEUTSCHLAND. Friedrichshafen-Berlin und zurück an Bord des Luftschiffs „Bodensee“ am 24. und 25. August 1919. Basel, Baseler Berichthaus, 1919. 19 S. – Orig.-Brosch. – Separatabdruck aus den Basler Nachrichten. – Innen wie außen mit Altersspuren.

– – WERKZEITSCHRIFT der Zeppelin-Betriebe. Luftschiffbau Zeppelin, Maybach-Motorenbau, Zahnradfabrik. Jge. I-III mit 29 Heften in einem Bd. Friedrichshafen, Luftschiffbau Zeppelin, 1936-38. Mit zahlr. Abb. 2 Bl., 16, 176 S., 2 Bl., 208 S. OLwd. (fleckig, berieben und bestoßen). (147) 200,-

BERGBAU UND MINERALOGIE – COURIOT, (C. H.), Exploitation des mines. Cours. (Paris), École Centrale des Arts et Manufactures, o. J. (ca. 1880). 4°. Mit 164 doppelblattgr. lithogr. Tafeln. 12 S. (Index). Hldr. d. Zt. (Rücken aufgehellt, berieben und bestoßen). (124) 100,Nicht bei Hoover, Koch, Poggendorff und Margerie. – Charles Henry Couriot (1851-1924) war über vier Jahrzehnte (von 1877 bis ein Jahr vor seinem Tod) Präsident des Conseil des Mines de la Loire. – Taf. 54 lose, Taf. 133 eingerissen, fleckig und gebräunt.

Über den KVK nur in der Senckenberg-Bibliothek nachweisbar. – Seltener Bericht des Friedrichshafener Journalisten Josef Mayer über den transatlantischen Flug des LZ 127 „Graf Zeppelin“ vom Bodensee nach Brasilien. Die Fahrt führte von Friedrichshafen nach Pernambuco, damals die schnellste Route nach Südamerika und der einzige Nonstop-Flug auf dieser Strecke. – Titel gestempelt und mit hs. Besitzvermerk, etw. gebräunt und gering fleckig.

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– JOYCE, F., Praktische Anleitung zur chemischen Analytik und Probierkunst. Aus dem Englischen frey übers. und mit Anmerkungen und Zusätzen von J. Waldauf von Waldenstein. Wien, Mörschner und Jasper, 1827. Mit Falttabelle und lithogr. Falttafel. VIII, 331 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (leicht beschabt). (110) *R 250,Erste deutsche Ausgabe. – Bolton 563. – Titel mit gelöschtem Stempel, etw. braunfleckig.


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Technik und Handwerk

BERGBAU UND MINERALOGIE – SERLO, A., Leitfaden zur Bergbaukunde. 3. verb. und bis auf die neueste Zeit erg. Auflage. 2 Bde. Berlin, Springer, 1878. Mit 23 (12 gefalt.) lithogr. Tafeln und zahlr. Illustr. im Text. XVIII, 711; VIII, 535 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke brüchig, berieben und bestoßen). (124) 100,-

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Vgl. Koch 315 – Auf Notizen, die der Bergrat Heirich Lottner für Vorlesungen über Bergbaukunde angefertigt hatte, beruhendes Lehrbuch, das der preußische Bergbeamte Albert Ludwig Serlo (1824-1898) auf der Grundlage dieser Aufzeichnungen ausgearbeitet hat und in der dritten Auflage erstmals unter seinem eigenen Namen hat erscheinen lassen, weil „von dem Alten kaum der Rahmen übrig geblieben ist“ (Vorwort). – Gering fleckig und gebräunt.

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– VOIGT, J. C. W., Drey Briefe über die GebirgsLehre für Anfänger und Unkundige. 2. verb. und verm. Aufl. Weimar, Hoffmanns Witwe und Erben, 1786. 8 Bl., 72 S. Pp. d. Zt. (Rücken leicht läd., bestoßen). (133) *R 100,-

Sotheran 8275. – Diese zweite Ausgabe der Schrift über artesische Brunnen wurde gegenüber der ersten Ausgabe von 1822 um 5 Tafeln vermehrt. – „The most copious work ever published on artesian wells.“ (Sotheran). – Die Tafeln zeigen Sonden, Bohreinrichtungen und Brunnenanlagen. – Gelegentlich Anstreichungen in Blei- und Buntstift, fleckig, gebräunt. – Breitrandig, unbeschnitten.

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Poggendorff II, 1225. Vgl. Hoover 834 (EA 1785). – Johann Carl Wilhelm Voigt (1752-1821) war Bergrat in Ilmenau. – Die Subskribentenliste verzeichnet für Weimar neben dem Herzog unter anderem Goethe, Herder und Wieland. – Spiegel gestempelt, fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk, datiert 1787, gering fleckig. – Auf dem hinteren fliegenden Blatt der hs. Vermerk: „Motto vom H. Bergrath Voigt zu Ilmenau, in mens. Sept. 1799. Die Aerzte, Maulwürfe u. Bergleute, haben vieles mit einander gemein; sie tappen allesam(m)t im Finstern, u. das Ende ihrer Arbeiten sind Erdhaufen.“

BERUFE – GÖRLING, A., La galerie de Dresde. Traduit de l'allemand par G. Moehl. 2 in einem Bd. Leipzig und Dresden, Payne, o. J. (ca. 1850). Mit 2 gestoch. Titeln und 134 Stahlstichtafeln. 2 Bl., 192 S., 2 Bl., S. 193-352, 1 Bl. OLwd. (gering bereiben und etw. bestoßen). (65) *R 300,Neben Ansichten von Venedig und Verona Jagdszenen und Berufsdarstellungen, darunter: Chemiker, Fischer, Fischhändler, Gelehrter, Kartenspieler, Kesselflicker, Lautenspielerin, Maler, Näherin, Sängerin, Schmied, Schreibmeister, Spinnerin, Spitzenklöpplerin, Trompeter, Wahrsagerin, Wildbrethändler und Zahnarzt. – Stellenw. stärker fleckig.

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BOLTZMANN, L., Vorlesungen über die Principe (II: Prinzipe) der Mechanik. 2 Bde. Leipzig, Barth, 1897-1904. X, 241; X, 335 S. Hlwd. d. Zt. (Gelenke fragil, berieben und bestoßen). (28) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff IV, 153. NDB II, 437. DSB II, 267. – Lehrbuch der Mechanik, aus Vorlesungen an der Universität Wien erwachsen, wo Ludwig Boltzmann (1840-1906) von 1894 bis 1900 und dann wieder seit 1902 bis zu seinem Selbstmord das Fach Physik vertrat. Postum erschien ein abschließender dritter Teil der „Vorlesungen über die Prinzipe der Mechanik“, 1920 herausgegeben vom unglücklichen Hugo Buchholz. – Gelenk des ersten Bandes angebrochen, vorderes fliegendes Blatt lose; beide Bde. gebräunt, gering fleckig.

– PAULUCCI, H., Das technische Verfahren bei Bohrung artesischer Brunnen. Wien, Heubner, 1838. Mit 4 gefalt. lithogr. Tafeln. XII S., 1 Bl., 95 S. Mod. Pp. mit mont. Orig.-Brosch.-Umschl. (etw. angestaubt und fleckig) auf den Deckeln. (124) 200,Einzige Ausgabe. – Engelmann 277. – Frühe Abhandlung über das Bohren großer Brunnenlöcher; verfaßt von Hamilcar Paulucci, Hauptmann im österreichischen Ingenieur-Corps, der in den Jahren 1836/37 auf einer Forschungsreise in Frankreich Erhebungen über den dortigen hohen Stand der Brunnenbohrkunst hatte machen können. – Die Tafeln mit technischem Gerät und Bohrtürmen. – Etw. eselsohrig, leicht gebräunt, braunfleckig. – Unbeschnitten.

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BRUNNEN – GARNIER, F., Traité sur les puits artésiens ou sur les différentes espèces de terrains dans lesquels on doit rechercher des eaux souterraines. Seconde éd., revue et augmentée. Paris, Bachelier, 1826. 4°. Mit gefalt. Kupferstichkarte und 24 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 264, 12 S. Mod. Ldr. (gering berieben). (124) 200,-

– WALDAUF VON WALDENSTEIN, J., Die neuesten Beobachtungen und Erfahrungen von Garnier, Hericart de Thury, Baillet, Omalius d'Halloy, Flachat, Beurrier, v. Bruckmann u. a. m. über die Anlage der artesischen Brunnen. Wien, Beck, 1831. Gr.-8°. Mit 4 (3 gefalt. und ausfaltbaren) lithogr. Tafeln. 3 Bl., 194 S. Mod. Pp. d. Zt. (etw. fleckig). (124) 150,Erste Ausgabe. – Roller-G. II, 551. Wurzbach LII, 163. – Vgl. Poggendorff II, 1245. – Gedacht als Ergänzung des von Waldauf von Waldenstein übersetzten Werkes „Ueber die Anwendung des Bergbohrers zur Aufsuchung von Brunnenquellen“ (Wien 1824) von François Garnier. – Titel mit Besitzvermerk, erste Tafel (Frontisp.) mit kleiner, hinterlegter Fehlstelle, fleckig, leicht gebräunt. – Unbeschnitten.

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(DIDEROT, D., UND J. D'ALEMBERT, Encyclopédie). Daraus: Forges ou l'art du fer. (Paris, um 1765). Fol. Mit 52 (13 doppelblattgr.) Kupfertafeln. 45 S. Mod. Ldr. (minimal berieben). (124) 200,Abbildungen von Werkstätten und Maschinen zur Herstellung und Bearbeitung von Eisen. – Etw. fleckig, leicht gebräunt.


Technik und Handwerk

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Seltenes Plakat der Elektrizitätsausstellung im Münchner Glaspalast, die Oskar von Miller nur ein Jahr nach der weltweit ersten internationalen Pariser Elektrizitätsausstellung in München organisiert hatte. Zu den auf dem Plakat angekündigten „electro-technischen Versuchen“ gehörte neben „verschiedenen Arten der electrischen Beleuchtung“ und „telephonischen Uebertragungen“ die sensationelle Gleichstrom-Fernübertragung von Miesbach zum Münchner Ausstellungsgelände, wo eine Pumpe einen künstlichen Wasserfall in Gang setzte. – Unten mit hs. Vermerk „Herrle war mit seiner Schwester am 11ten und 12ten Oktober in dieser Ausstellung.“ – Auf Karton aufgezogen, etw. fleckig. – Trägerkarton verso mit dem Manuskriptplan für den Umbau von Bad Kreuth, dat. und sign. „Tegernsee 1876, S. Herrle“.

DIETERICH, M., Naturhistorisch-oekonomischtechnologisches Handwörterbuch. Enthaltend das Merkwürdigste und Wissenswürdigste aus allen drei Reichen der Natur, in Beziehung auf Oekonomie, Technologie und deren Anwendung im täglichen Leben. 2 Bde. Ulm, Stettin, 1816-17. XIV S., 1024 Sp.; 1 Bl., 1268 (recte 1266) Sp., 2 Bl. (Anzeigen). Hldr. d. Zt. mit mod. Rsch. (stark beschabt und bestoßen). (2) 200,Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. XXII/1, 618. Dochnahl 35. Zischka 245 (Verfassername fälschlich Dietrich). Seemann 166. – Michael Dieterich (geb. 1767, gest. nach 1829) war seit 1813 Unterdiakon in Langenau bei Ulm. – Etw. gebräunt, braun- und stockfl., tls. leicht wasserrandig. – Mod. Exlibris. – Selten.

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EISENBAHN – SCHNEIDER, S., Die deutsche Baghdâd-Bahn und die projektirte Überbrückung des Bosporus in ihrer Bedeutung für Weltwirtschaft und Weltverkehr. Wien und Leipzig, Weiss, 1900. Mit 2 doppelblattgr. Karten und 5 Tafeln (alles in der Paginierung). 1 Bl., 146 S. Hlwd. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (16) 120,-

DAZU: WIEDENFELD, K., Die Sibirische Bahn in ihrer wirthschaftlichen Bedeutung. Berlin, Springer, 1900. Mit gefalt. Karte. 2 Bl., 202 S. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). – Mehrfach gestempelt, einzelne Anstreichungen, leicht gebräunt, kaum fleckig.

– SÉGUIN, (M.), De l'influence des chemins de fer et de l'art de les tracer et de les construire. Paris, Carilian-Goeury und Dalmont, 1839. Mit gefalt. Tabelle und 6 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., XIX, 501 S. Mod. Hlwd. mit eingeb., etw. fleckiger Orig.-Brosch. (bestoßen). (67) 300,Erste Ausgabe (erschien gleichzeitig auch in Brüssel und Lüttich). – Metzeltin 3346. Haskell 1405. Poggendorff III, 1233. Singer 676. DSB XII, 288: „His most important publication, a handbook for the design and construction of railroads. In the chapter on steam locomotive performance, he first rejected the caloric theory because its major premise, the existence of heat as a fluid conserved in all processes, would allow the reuse of heat in an engine and thus would imply perpetual motion. This assumption was the basis for his later claim to priority over Joule and Mayer for the statement of the convertibility and conservation of heat and work.“ – Marc Séguin (1786-1875) war der Großneffe von Montgolfier. – Fleckig.

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ELEKTRIZITÄT – „INTERNATIONALE ELECTRICITÄTS-AUSSTELLUNG im Kgl. Glaspalaste zu München.“ Farblithogr. Plakat. München, Jaeger & Schwabenthan, 1882. Blattgr.: 94,5 x 66 cm. (6) 150,-

– LANGENBUCHER, J., Beschreibung einer beträchtlich verbesserten Elektrisiermaschine, sammt vielen Versuchen und einer ganz neuen Lehre vom Laden der Verstärkung. Augsburg, Rieger, 1780. Mit gestoch. Titelvign. und 8 gefalt. Kupfertafeln. 16 Bl., 268 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (unteres Kapital läd., Bezug mit kleinen Fehlstellen, bestoßen). (32) *R 500,Erste Ausgabe. – Ronalds 285. Sotheran, First Suppl., 3419. – Nicht bei Wheeler Gift und Ekelöf. – Beschreibung der berühmten Elektrisiermaschine, für deren Entwicklung der Augsburger Silberschmied einen beträchtlichen Teil seines Vermögens verwendet hatte. – Minimale Gebrauchsspuren. – Gestoch. Exlibris. – Siehe Abbildung Seite 93.

Neuner 595. – Spiegel und Titel gestempelt, stellenw. fleckig, leicht gebräunt.

337

97

First edition. – Description of an 'electricising' machine. The author, an Augsburg silversmith, had invested a considerable amount of his fortune into its development. – Minor signs of wear. – Engraved exlibris. – Contemporary cardboard with spine label (bottom turn-in damaged, cover material with small defects, scuffing). – See illustration on page 93.

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– MARUM, M. VAN, Beschreibung einer ungemein großen Elektrisier-Maschine und der damit im Teylerschen Museum zu Haarlem angestelten Versuche. Aus dem Holländischen übersetzt. – Beilage zu der Beschreibung der ElektrisierMaschine. – Erste Fortsetzung. Zus. 2 Bde. und ein Heft. Leipzig, Schwickert, 1786-88. Mit 17 (7 gefalt.) tls. kolor. Kupfertafeln. 1 Bl., VIII, 42; 4; VIII, 72 S. Restaurierte Pp. d. Zt. (2) und Interims-Brosch. (Gebrauchsspuren) in mod. Pp.Schuber. (28) 700,Erste deutsche Ausgabe. – Ekelöf 531: „At the Teyler's Museum, van Marum installed what was probably the largest electricity machine in the 18th century. It is still at the museum.“ Engelmann 238. Poggendorff II, 69. Ronalds 331. Overmier-S. 84 (nur die erste Fortsetzung). – Vgl. DSB IX, 152. – Bis 1798 erschienen noch zwei weitere Fortsetzungen. – Die Elektrisiermaschine, die unter der Aufsicht des niederländischen Naturforschers Martinus van Marum (1750-1837) gebaut wurde, war der größte elektrostatische Generator seiner Zeit. – Spiegel mit Besitzvermerk, mehrf. gestempelt, fleckig und gebräunt. – Unbeschnitten.


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Technik und Handwerk

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ELEKTRIZITÄT – PETETIN, J. H. D., Nouveau mécanisme de l'électricité. Lyon, Bruyset, (1802). Mit 10 gefalt. Kupfertafeln. 2 Bl., IV, XXVIII, 300 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (94) 120,Erste Ausgabe. – Ronalds 392. Hirsch-H. IV, 567. Wheeler Gift 640: „The author disproves the electrical theories of Franklin as well as the affluent and effluent views of Abbé Nollet, experiments on statical electricity; also on magnetism.“ Handelt auch über die „influence du fluide électrique dans le traitement des maladies nerveuses“ (Untertitel). – Mit einigen wenigen Annotationen in Bleistift oder mit Tinte, leicht fleckig und gebräunt.

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Nr. 345

– WINKLER, J. H., Gedanken von den Eigenschaften, Wirkungen und Ursachen der Electricität, nebst einer Beschreibung zwo neuer Electrischen Maschinen. Leipzig, Breitkopf, 1744. Mit 3 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 16 Bl., 168 S. – NACHGEB.: II. DERS., Die Eigenschaften der Electrischen Materie und des Electrischen Feuers aus verschiedenen neuen Versuchen erkläret. Nebst etlichen Neuen Maschinen zum Electrisiren. Ebda. 1745. Mit 4 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 14 Bl., 164 S. – III. DERS., Die Stärke der Electrischen Kraft des Wassers in gläsernen Gefäßen, welche durch den Musschenbrökischen Versuch bekannt geworden. Ebda. 1746. Mit 2 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 10 Bl., 164 S. Restauriertes Hldr. d. Zt. (berieben). (28) 800,Erste Ausgaben. – Ronalds 547. Poggendorff II, 1337. Wheeler Gift 313, 323 und 335. Ekelöf 279 und 280 (nur I und II). – Einzeln veröffentlichte Werke, aber als zusammengehörende Teile konzipiert und wohl nach Erscheinen der dritten Arbeit vom Verleger auch zusammen ausgegeben. Indizien dafür sind zum einen die fortlaufende Tafelnumerierung I-IX, zum anderen die Tatsache, daß die drei Werke in Sammlungen und im Handel nicht selten gemeinsam vorkommen (wie hier auch). Die Tafeln I-III gehören zu den „Gedanken“, IV-VII zu den „Eigenschaften“, VIII und IX zur „Stärke“. – Drei Frühschriften zur Elektrizitätslehre, verfaßt von Johann Heinrich Winkler (Winckler; 1703-1770), gelerntem Altphilologen, seit 1750 Ordinarius der Physik an der Universität Leipzig. – Die Kupfer mit Versuchsanordnungen und Instrumenten und Maschinen zur Erzeugung und Untersuchung von Elektrizität. – Titel der „Gedanken“ recto und verso gestempelt; fleckig, gebräunt, die Tafeln wasserrandig. – Unbeschnitten. – Bibliotheksexlibris. First editions. – Three early writings to electricity, written by Johann Heinrich Winkler (Winckler; 1703-1770), skilled classical scholar, professor of physics at the Leipzig university. – The copperplates with experimental set-ups, instruments and machines for generation and analysis of electricity. – Title of „Gedanken“ recto and verso stamped; soiled, browned, plates with waterstains. – Untrimmed. – Library bookplate. – Contemporary restored half calf (rubbed).

Nr. 348


Technik und Handwerk

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FERNSEHEN – SCHÖFFLER, B., Die Phototelegraphie und das elektrische Fernsehen. Wien und Leipzig, Braumüller, 1898. Gr.-8°. Mit 2 Tafeln (davon eine mehrf. gefaltet). 27 S. Orig.Brosch. (leicht fleckig). – Heidtmann 9356. – Drei Beilagen. (32) 100,-

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HARTREE, D. R., Automatische Rechenmaschinen. (Berlin) 1951. Fol. Mit einigen Illustr. 12 S. Geheftet, ohne Einband. (67) 120,-

halten sind Anleitungen, „Bauchschmerzen zu vertreiben“, „Bienenstiche zu heilen“, „Bücher wider den Wurm zu bewahren“, „Caffe klar zu machen“, „Eisen den Rost zu benehmen“, „Fleckenseife zu machen“, „Leder zu farben“, „Pariser Essenz zu machen“, „Wanzen zu vertreiben“, „welsche Hahnen zu mästen“ usw. – Fliegender Vorsatz mit Vermerk „Casanovar(um)“ von alter Hand, etw. fleckig, leicht gebräunt.

348

Sonderdruck aus der „Zeitschrift für angewandte Mathematik und Mechanik“, Bd. 31, Heft 1/2. – Druckfassung des in Darmstadt am 16. 4. 1950 gehaltenen Vortrags mit der Beschreibung der Röhrenrechner ENIAC und EDSAC, zu deren Entwicklung Douglas Rayner Hartree (1897-1958) entscheidend beigetragen hat. – Altersspuren.

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HISTORISCHE DARSTELLUNG ALLER KÜNSTE UND HANDWERKE. Ein Weihnachtsgeschenk zur Belehrung und Unterhaltung für die Jugend. Bd. I (alles Erschienene). Leipzig, Gleditsch, 1807. 4°. Mit kolor. gestoch. Frontisp. und 26 Ansichten auf 13 kolor. Kupfertafeln von (Ch. G.) Geißler. 5 Bl., 178 S. Pp. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (110) *R 500,-

MÖLLER, P., Aus der amerikanischen Werkstattpraxis. Bericht über eine Studienreise in den Vereinigten Staaten von Amerika. Berlin, Springer, 1904. Gr.-4°. Mit zahlr. Abb. 3 Bl., 141 S. OLwd. (gering fleckig, etw. berieben). (146) 200,Sonderabdruck aus der Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure. – Einzelberichte von einer Studienreise in die USA, darunter „Die amerikanische Maschinenindustrie und die Ursachen ihrer Erfolge“ (14 Seiten) und ein umfangreicher Beitrag über „Anlage und Einrichtung von Werkstätten“ (S. [74]-109). – Etw. fleckig und gebräunt.

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NÜTZLICHE UND GEPRÜFTE ÖKONOMISCHE WISSENSCHAFTEN und Geheimnisse. 2. merklich verm. Aufl. Köln, Schmitz, 1799. 144 S. Pp. d. Zt. (leichte Altersspuren). (22) 200,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar; nur wenige Exemplare im Karlsruher Virtuellen Katalog verzeichnet. – Eine erste Ausgabe mit nur 88 Seiten war 1784 erschienen. – Der Verfasser mit den Initialen „J. J. H.“ bezeichnet sich auf dem Titel als „Liebhaber der Oekonomie“. – Ent-

PARFÜMHERSTELLUNG – FLEURON, Französische Parfümerie-Fabrik oder: Vollständige Anweisung, alle Wohlgerüche, Schönheitsmittel, Schminken, Pommaden, Puder, AntiqueOehle, Essenzen, gewürzhafte Bäder, Räucherkerzen, wohlriechende Handschuhe, und dergleichen, selbst geschwind auf die beste und wohlfeilste Art zu bereiten. Aus dem Französischen. Berlin, o. Dr. und J. (nach 1805). Mit gefalt. Kupfertafel. 1 Bl., 322 S., 1 Bl. (Inhaltsverzeichnis). Hldr. d. Zt. mit Rsch. (hinteres Gelenk mit kleinen Wurmspuren, beschabt und bestoßen). (146) 500,Vgl. GV 39, 95. Engelmann 101. – Nicht bei Fromm. – Titelausgabe des zuerst 1805 erschienenen Werkes. – Am Ende (vor der Tafel) ist wohl der ursprüngliche Titel eingebunden: „Neue Toilettengeheimnisse, den Glanz der Schönheit zu erhöhen und Mängel zu verbessern“ (mit dem Druckvermerk „Original-Ausgabe. Paris und Leipzig“). Als Verfasser ist hier ebenfalls der „Bürger und Kaiserliche Hof-Parfümeur“ Fleuron genannt. Über ihn waren von uns keine biographischen Daten zu ermitteln; es ist naheliegend, daß ein französischer Ursprung des Werkes ebenso fiktiv ist wie der Hofparfümeur selbst mit seinem nach Blüten duftenden, sprechenden Namen Fleuron. – Vorsatz mit Besitzvermerk eines Friseurs Kurt Schubert, fleckig, leicht gebräunt. – Von größter Seltenheit: Ein Druck mit dem Verlagsort Berlin läßt sich von uns weder bibliographisch noch in öffentlichem Besitz nachweisen. – Siehe Abbildung.

MNE I, 168. – Titelausgabe des ursprünglich 1802-04 unter dem Titel „Grohmanns historisch-technologischer Schauplatz der merkwürdigsten Erfindungen“ erschienenen Werkes (HKJL IV, Sp. 517). – Wurde auch unter dem Titel „Technologisches Bilderbuch“ vertrieben. – Das Frontispiz mit einer Ansicht von Meißen mit der Albrechtsburg und einem getreidelten Elbkahn, die Kupfertafeln mit Berufsdarstellungen in sehr schönem Altkolorit. – Text tls. etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

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PONCELET, (J. V.), Industrielle Mechanik. Deutsch bearb. und mit Anmerkungen begleitet. 2 Bde. Nürnberg, Recknagel, 1841-45. Mit 30 gefalt. lithogr. Tafeln. 2 Bl., 502; XV, 383 S. Hlwd. d. Zt. (berieben und etw. bestoßen). (28) 400,Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann (Suppl.) 90. – Vgl. Poggendorff II, 497. DSB XI, 81. – Grundlegende Arbeit zur wissenschaftlichen Baumechanik und Maschinenlehre; basierend auf dem aus Vorlesungen hervorgegangenen „Cours de mécanique industriel“ von Jean Victor Poncelet (1788-1867), dessen sowohl aus der Praxis wie aus der Lehre als Professor der Mechanik erwachsene Arbeiten paradoxerweise in seinem Heimatland Frankreich von geringerem Einfluß waren als in Deutschland. Dazu trugen sicher auch die Übersetzungen von Poncelets Werken ins Deutsche entscheidend bei. – Den ersten Teil der „Industriellen Mechanik“, 1845 erschienen, enthaltend die Fundamentalsätze und Statik und Dynamik, hat Anton Hallbauer (1814-1891) übersetzt, Mathematiklehrer und sächsischer Verwaltungsbeamter; den zweiten Teil über die Maschinenelemente und die Hydraulik, dessen erste Lieferung bereits 1840 erschien und der vollständig 1841 vorlag, übertrug der Maschinenbauingenieur Conrad Georg Kuppler (1790-1842). Beide Teile


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Technik und Handwerk

sind in der deutschen Fassung partiell umgearbeitet, erweitert und auf den Stand der Zeit gebracht, was die Rezeption Poncelets in Deutschland sicher auch befördert hat. – Vordergelenk des zweiten Bandes brüchig; beide Bde. mehrf. gestempelt, leicht gebräunt, fleckig.

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referiert und durch eigene Überlegungen weiterführt. – Gelenke brüchig, Titel gestempelt, leicht fleckig, etw. gebräunt.

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– Lehrbuch der Anwendung der Mechanik auf Maschinen. Deutsch hrsg. von C. H. Schnuse. 2 in einem Bd. Darmstadt, Leske, 1845-48. Mit 11 gefalt. lithogr. Tafeln. XIX, 412; XV, 190 S., 1 Bl., S. 191-406. Blindgepr. Lwd. d. Zt. (berieben und bestoßen). (28) 150,-

Poggendorff III, 1098. ADB XXVII, 542. Wurzbach XXV, 114 (Erscheinungsjahr irrtümlich 1848). – Erste wissenschaftliche Veröffentlichung, mit der der 1841 an das Karlsruher Polytechnikum als Professor für Maschinenbau berufene Ferdinand Redtenbacher (1809-1863) 1844 die Reihe seiner Arbeiten auf dem von ihm vertretenen Fach begann. In der zweiten Auflage des Werkes über die Turbinen ist die Zahl der Tafeln auf das Doppelte vermehrt. – Textband mit mont. Zeitungsausschnitt über Redtenbacher auf dem hinteren Spiegel, Text und Tafeln gebräunt und braunfleckig. – Spiegel und Titel beider Bände mit Besitzvermerk von Josef Zeitlinger (18851969), Sensenhersteller in Oberösterreich und regional bekanntem Heimatforscher.

Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann (Suppl.) 90. – Übersetzung des aus Vorlesungen, die Jean Victor Poncelet (1788-1867) seit 1825 an der Artillerieschule in Metz gehalten hat, erwachsenen und unter dem Titel „Cours de mécanique appliquée aux machines“ sukzessive veröffentlichten Werkes; übersetzt vom Mathematiker und Techniker Christian Heinrich Schnuse (1800-1878). – Mehrf. gestempelt, gebräunt, fleckig.

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– Mécanique industrielle, exposant les principes de statique et de dynamique, les organes mécaniques et les moteurs. Brüssel, Meline, 1839. Mit 25 gefalt. lithogr. Tafeln. 1 Bl., 596 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (28) 200,-

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Graesse V, 404. – Vgl. DSB XI, 81. – Aus Vorlesungen von Jean Victor Poncelet (1788-1867) hervorgegengenes Lehrbuch der industriellen Mechanik, zuerst als „Cours de mécanique industriel“ erschienen und seit Ende der zwanziger Jahre des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Ausgaben verbreitet, teils in unautorisierten Versionen wie der vorliegenden. – Gelenke brüchig, einige Tafeln mit geringen Randläsuren, leicht gebräunt, etw. braunfleckig. – Aus dem Besitz des Maschinenbauingenieurs Franz Reuleaux (1829-1905) mit dessen Exlibris auf dem Spiegel und eigenhändigem Besitzvermerk auf dem Vorsatz.

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REULEAUX, F., Lehrbuch der Kinematik. 2 Bde. und Atlas. Braunschweig, Vieweg, 1875-1900. Mit 8 Holzschnitt-Tafeln, 2 Falttafeln und zahlr. Textillustr. XXI, 622; XX, 788 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (minimal bestoßen). (28) 250,Erste Ausgabe. – Poggendorff III, 1111, und IV, 1234. NDB XXI, 454. Roberts-T. 276-77: „Conceived as a threevolume set, the first volume, on theoretical kinematics, appeared with great success in 1875. The second volume, which was published in 1900, when Releaux' influence was waning, was less influential. The planned third volume was never published.“ – Hauptwerk des Maschinenbauingenieurs Franz Reuleaux (1829-1905), des Begründers des Faches der wissenschaftlichen Kinematik, die er in praxisorientiertem Unterricht am Züricher Polytechnikum und später in Berlin an verschiedenen Einrichtungen vertrat, wo zahlreiche später bedeutende Maschinenbauingenieure seine Schüler waren (so Carl von Linde und der Klimatechniker Hermann Rietschel). – Leicht gebräunt, etw. fleckig. Die Atlastafeln mit Randläsuren und auf Falz gesetzt, aber lose in Schuber.

– Ueber die Stabilität der Erdbekleidungen und deren Fundamente. Aus dem Französischen übers. und mit einem Anhange verm. von J. W. Lahmeyer. Braunschweig, Meyer, 1844. Mit 6 gefalt. lithogr. Tafeln. VIII, 270 (recte 269) S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (berieben und bestoßen). (28) 100,Erste deutsche Ausgabe. – Engelmann (Suppl.) 90. ADB XVII, 524. – Vgl. DSB XI, 81. – Bedeutende technische Abhandlung „über den Druck der Erde gegen eine Stützwand“, im Original publiziert unter dem Titel „Mémoire sur la stabilité de revêtements et de leurs fondations“ im Mémorial de l'officier du génie, aus der Feder von Jean Victor Poncelet (1788-1867), militärischem Ingenieur, Professor der Mechanik und führend bei der Entwicklung des Gebietes der projektiven Geometrie. Die deutsche Übersetzung stammt von Johann Wilhelm Lahmeyer (1818-1859), einem seinerzeit bedeutenden Hydrotekten (Wasserbaumeister), der durch die deutsche Fassung von Poncelets Arbeit der deutschen Fachwelt einen wichtigen, bis dahin ihr nahezu unbekannt gebliebenen Beitrag des Auslandes vermittelt hat, über die reine Übersetzung hinaus von zusätzlichem Wert mit dem Anhang, in dem Lahmeyer Ergebnisse anderer Autoren zum Gegenstand

REDTENBACHER, F., Theorie und Bau der Turbinen. 2. umgearb. und erweiterte Aufl. Textund Tafelbd. Mannheim Bassermann, 1860. (Tafelbd.: Heidelberg, Bassermann, [1860]). Mit doppelblattgr. lithogr. Titel und 34 (21 doppelblattgr.) lithogr. Tafeln. VII, 183 S. Hlwd. um 1900 (berieben und leicht bestoßen). (28) 200,-

Das Feiern der blauen Montage ist untersagt 355

SACHSEN – HANDWERKSERLASSE – SAMMELBAND – Vier Mandate insbesondere zur Abstellung von Mißbräuchen im Handwerk Kursachsens. 1764-1810. 4°. Pp. d. Zt. (leicht berieben, etw. bestoßen). (2) 100,MANDAT, zu Erneuerung und Einschärfung des Kaiserlichen Patents, vom 19. Octobr. 1731. wegen Abstellung derer, bey denen Handwerkern eingeschlichenen Mißbräuche, und desselben genauerer Beobachtung. Dresden, Stößelin und Krause, 1764. 28 S. – Erlaß des Prinzen Xaver von Sachsen (1730-1806).


Technik und Handwerk

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MANDAT zu Publicirung und genauer Beobachtung des Kaiserlichen Patents vom 23. April 1772. wegen Abstellung einiger Handwerks-Mißbräuche. Dresden, Krause, 1772. 12 S. – Erlaß des Kurfürsten Friedrich August III., des späteren Königs Friedrich August I. von Sachsen (1750-1827). MANDAT die General-Innungs-Articul für Künstler, Profeßionisten und Handwercker hiesiger Lande betreffend. Dresden, Hofbuchdruckerei, 1780. 38 S. – Erlaß des Kurfürsten Friedrich August III. von Sachsen. MANDAT die Abstellung verschiedener Innungsgebrechen betreffend. Dresden, Meinhold, 1810. 28 S. – Erlaß des Königs Friedrich August I. von Sachsen. Die jeweils letzte Seite der ersten drei Drucke und die Titelseiten des zweiten, dritten und vierten Druckes mit größeren Braunflecken durch säurehaltige Papierlesezeichen, sonst gleichmäßig leicht gebräunt.

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SCHIFFAHRT – HAUFF, L., Die unterseeische Schifffahrt, erfunden und ausgeführt von Wilhelm Bauer. Mit einem Anhange, das PhillipsDelany'sche submarine Boot betreffend. Bamberg, Buchner, 1915. Mit 3 Tafeln (davon eine mehrf. gefaltet). VI, 78 S. Hlwd. d. Zt. (gering berieben, bestoßen und fleckig) mit eingeb. Orig.-Brosch. – NDB I, 646. – Neudruck der EA von 1859. – Bibliotheksdublette. – S. 17/18 mit restauriertem Eckausriß (Buchstabenverlust), minimal gebräunt. (5) 100,-

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– PONCELET, (J. V.), Über die Girardsche Schiffschleuse mit Schwimmer. Nach dem Französischen. Mit einigen Anmerkungen von A. L. Crelle. Berlin, Reimer, 1846. 4°. Mit 2 gefalt. lithogr. Tafeln. IV, 117 S. Mod. Lwd. (28) 60,Sonderabdruck aus Crelles „Journal für die Baukunst“, Bd. 23 und 24. – Engelmann (Suppl.) 90. – Behandelt einführend den vom französischen Ingenieur Louis Dominique Girard (1815-1871) erfundenen Schwimmer zur Wasserersparnis bei der Kanalschiffahrt und bringt im Hauptteil eine eingehende mathematische Untersuchung mit der „Berechnung der Wirkungen des Girardschen Schleusenschwimmers“, ergänzt durch technische Zusätze und Vorschläge des Mathematikers und Ingenieurs August Leopold Crelle (1780-1855). – Tls. stärker gebräunt und braunfleckig.

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Nr. 362

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Erste Ausgabe. – Koch 131: „Tecklenburg legte sein großes Können und Wissen auf bohrtechnischem Gebiet in dem sechs Bände umfassenden Handbuch nieder, das 1886 bis 1896 erschienen ist und in der Zeit von 1900-1914 zum zweiten Male aufgelegt wurde. Er beschreibt die einzelnen bekannten Bohrsysteme, angefangen beim englischen Bohren bis zum Schachtabbohren.“ Verfaßt von Theodor Tecklenburg (1839-1908), einem versierten Bergfachmann und zeitweise Abgeordneten der Landstände Hessens. – Erscheinungsvermerk des fünften Bandes tektiert „Verlag von W. & S. Loewenthal Berlin C.“; leicht gebräunt, etw. fleckig.

(SEIFERHELD, G. H.), Sammlung electrischer Spielwerke für junge Electriker. Lief. I und II (von 10) in einem Bd. Nürnberg und Altdorf, Monath, 1787-88. Mit 8 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 96 S., 1 Bl.; 8 (recte 108) S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (147) 200,Erste Ausgabe. – Poggendorff II, 898. Holzmann-B. IV, 374. – Vgl. Wheeler Gift 617. Seebaß 1686 (nur 8 Lieferungen). Wegehaupt I, 1870 (nur 2 Lieferungen). – Anleitungen zu physikalischen Versuchen und Kunststücken, wie künstliche Erdbeben, Explosionen, Orakel, Geistererscheinungen etc., wobei die „dephlogistirte“ Luft eine Rolle spielt. – Fleckig und gebräunt. – Beiliegt Bd. VIII des „Magazins für Ingenieur und Artilleristen“, hrsg. von A. Böhm, Gießen, 1782.

TECKLENBURG, TH., Handbuch der Tiefbohrkunde. 5 Bde. (von 6). Leipzig, Baumgärtner, 1886-93. Mit 15 Lichtdrucktafeln, 117 (2 gefalt., 3 kolor.) lithogr. Tafeln und zahlr. Textillustr. OLwd. (etw. fleckig, leicht berieben und bestoßen). (124) 250,-

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WARENKATALOGE – (HALLOCK, H. G. C., Almanac and Miscellany Circulating Throughout China. Shanghai), Chinese Tract Society, (1905). 38 Bl. Beschäd. Orig.-Brosch. (Blockbuchbindung). (93) *R 100,-


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Technik und Handwerk

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– PAPIERBORDÜREN – MUSTERBUCH mit 96 mont., tls. gefalt., meist farb. Papierbordürenproben. Deutschland, 1927. Orig.-Umschl. (leichte Gebrauchsspuren). (146) 200,Hübscher Bestellkatalog mit vielfältigen ornamentalen, floralen und figürlichen Papierbordürenmustern für den bürgerlichen Haushalt, datiert nach Bleistiftinschrift auf dem Umschlag. – Tls. gefalt., Spiegel mit montierter Bestellinformation, etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

363

– PARAMENTE – 6 Kataloge von Herstellern von Paramenten und liturgischen Geräten. Ca. 1890-1940. 4° und Fol. Orig.-Brosch. (Altersspuren). (64) 120,Enthalten sind Kataloge der „Ecclesiastical Supply Association“ (San Francisco) sowie der Firmen Heindl (Wien), Pustet (New York und Cincinnati), Schreibmayr (München), Spak (Linz) und Vanpoule (London). – Der Katalog von Spak mit einzelnen Ausschnitten (trotz der expliziten Anweisung: „Bei huldvoller Bestellung genügt die Angabe der Nummer und bitte ich daher, die Abbildungen nicht aus dem Kataloge auszuschneiden“), sonst nur geringe Gebrauchsspuren. – Beiliegend „L'artisan et les arts liturgiques“, Nr. 1 (1947).

Nr. 364

364 Almanach in chinesischer Sprache und Schrift mit zahlreichen Werbeanzeigen für westliche Produkte. – Letztes Blatt mit kleiner Fehlstelle, am Ende mit Eckabrissen, gebräunt.

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– LEDERWAREN – PILZ – A. verw. Pilz, Leipzig, Petersstr. 28. Special-Geschäft feiner Lederwaren und Geschenkartikel. Leipzig, (Teichmann, 1912). Kl-8°. Mit zahlr. Abb. 176 S. OHlwd. (stärkere Gebrauchsspuren). (42) 100,Warenkatalog des Leipziger Lederwaren- und Geschenkartikelgeschäfts A. verw. Pilz mit einer Vorstellung des Angebotes auf den Seiten 4-83, gefolgt von einem Kalender für das Jahr 1913. – S. 7-10 lose, Kalendarium mit wenigen Notaten in Tinte, Klammerheftung angerostet. – Selten.

– SANITÄRKERAMIK – KunstthonwaarenFabrik Rudolf Ditmar. Wien, Waldheim, o. J. (um 1895). 4°. Mit getöntem lithogr. Titel, 21 getönten oder farb. lithogr. und 33 Holzstich-Tafeln. 1 Bl. Illustr. OHlwd. (Altersspuren). (93) *R 200,Seltener Katalog der Fabrik in Znaim in Mähren, die auch eine Vertretung in Ungarn unterhielt, mit einem reichen Angebot von Klosettschüsseln, Waschbecken und anderen Sanitäts- und Wasserleitungsgegenständen. – Vorsatz mit Klebespur, stellenw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– ZINKGUSS – W. Weder & Cie. Zinkornamenten-Fabrik St. Gallen. Ohne Ort (St. Gallen), Dr. und Jahr (um 1885). Fol. Mit zahlr. Illustr. 2 Bl. 100 S. Goldgepr. OLwd. (Altersspuren). – Etw. fleckig, leicht gebräunt. (93) *R 150,-


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Bibliographie

Nr. 382

366

BARBIER, (A. A.), Dictionnaire des ouvrages anonymes et pseudonymes. 2e éd. 4 Bde. Paris 1822-27. Mit lithogr. Portr. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). – Gering gebräunt und minimal fleckig. (69) 100,-

367

BIBLIOGRAPHIE ZUR ZEITGESCHICHTE 1953-1980 (IV: 1953-1989). Hrsg. von Th. Vogelsang u. a. 4 Bde. München u. a., Saur, 1982-91. Fol. OPp. (gering berieben). – Mit dem im Handel seltenen Supplementband. (25) *R 100,-

368

BORST, H., Bücher, die die große und die kleine Welt bewegten. Stuttgart, Fink, (1969). Mit einigen Abb. XV, 1005 S., 1 Bl. OLwd. (tadellos). – Sauber. (69). 80,-

369

DAHLMANN, P., Schauplatz der masquirten und demasquirten Gelehrten bey ihren verdeckten und nunmehro entdeckten Schrifften. Leipzig, Gleditsch, 1710. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 923 S., 41 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale eingerissen, Kopf und Schwanz defekt, Rsch. teilw. abgeplatzt, stark berieben und bestoßen). (2) 200,Petzholdt 104. Zischka 151. Jöcher-A. II, 604: „Eigentlich ein oft ungeschickter Auszug aus Placcii Theatro.“ Taylor-M. 223 (und 123-24 „for a discussion of the debt Dahlmann owed to Placcius“). Jantz 798: „A wealth of biographical and bibliographical information, much of literary interest.“ – Frühes deutsches Anonymenlexikon, von Holzmann und Bohatta vielfach benutzte und zitierte Quelle (und ungleich leichter zu handhaben als das Theatrum anonymorum et pseudonymorum des Placcius). – Die S. 353-528 mit Wasserschaden und mit dadurch bedingten Papierschäden und Läsuren, ansonsten gering wasserrandig, durchgehend stark gebräunt und braunfleckig.


104

Bibliographie

wart (1922) – Das moderne deutsche Gebrauchsexlibris (1922; 2 Exemplare, davon eines im Nachdruck von 1981) – Das Exlibris der Dame (1923) – Neue deutsche Akt-Exlibris (1924; 2 Exemplare, davon eines in einem späteren Nachdruck). – Zus. 12 Bände.

372

– FREUDENSTEIN, A., UND U. BECKER, Exlibris studentischer Korporationen. (Edermünde, Freudenstein, 1991). Mit 95 Abb. im Text. 104 S. OLwd. (minimal bestoßen). (52) 80,Nr. 33 von 60 Ex. der von Freudenstein sign. Luxusausgabe, bei der über 9 der abgebildeten Exlibris die originalen Exlibris montiert sind. Die mont. Exlibris in verschied. Techniken und teilw. farbig (die Druckabbildungen sind in Schwarzweiß). – Im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek ist für die „Exlibris studentischer Korporationen“ neben der Sachgruppe 'Bildende Kunst' auch 'Grenzgebiete der Wissenschaft und Esoterik' angegeben, das ist auffällig und bemerkenswert. Wir haben das Exlibrisbuch dennoch nicht in der Abteilung Esoterik untergebracht, sondern hier. Apropos andere Abteilung: Mehrere Werke zum Exlibris finden sich auch in unserem Katalog andernorts (Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts, dort die Nummern 782-87).

373

Nr. 377

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Der seltene Tafelband zur Monographie „Les ex-libris français depuis leur origine jusqu'à nos jours“, separat ausgegeben. Unter anderem mit den Exlibris von Lavoisier, Hugo, Manet und dem des Autors, des BaudelaireVerlegers Auguste Poulet-Malassis. – Die Tafeln tls. mit hs. Anmerkungen, die Tafel mit dem Exlibris von Joubert mit mont. altem Katalogausschnitt, stellenw. gering gebräunt und etw. fleckig, einige Tafeln mit kleinen Randläsuren. – Zusätzlich beigegeben sind das mont. Exlibris von Grimod de la Reynière und das gedruckte Blatt „Placement des planches“, dieses aus der zweiten Auflage des Poulet-Malassisschen Exlibriswerkes.

DENIS, M., Einleitung in die Bücherkunde. 2. verb. Ausg. 2 Bde. Wien, Trattner, 1795-96. 4°. Mit Kupfertafel und Falttabelle. 8 Bl., 293 S.; 4 Bl., 498 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (berieben, kleine Wurmspuren). (110) *R 120,De Backer-S. II, 1919, 48. Giese 2190 und 2201. Brunet II, 597. Ebert 5982. Graesse II, 361. Petzholdt 35 (beide Teile) und 98 (Teil II). – Innengelenke mit Wurmspuren, Titel mit Besitzvermerk, wenig fleckig.

371

EXLIBRIS – BRAUNGART – SAMMLUNG – 10 Werke des Kunstkritikers Richard Braungart (1872-1963) über das gebrauchsgraphische Schaffen, insbesondere das auf dem Gebiet der Exlibriskunst, im letzten Viertel des neunzehnten und im ersten des 20. Jahrhunderts. 1913-24. Mit zahlr. Abb. Meist 8° oder Gr.-8°. Verschied. Orig.-Einbände (außen und innen unterschiedliche leichte Alters- und Gebrauchsspuren). (52) 300,Neue deutsche Exlibris (1913) – Neue deutsche Exlibris, 2. Folge (1919; eines von 1000 Ex., Druckvermerk ohne Nummer) – Neue deutsche Gelegenheitsgraphik (1915) – Neue deutsche Gelegenheitsgraphik, 2. Folge (1921; Nr. 159/1000) – Julius Diez (1920; eines von 1250 Ex., Druckvermerk ohne Nummer, aber von Diez signiert) – Der Akt im modernen Exlibris (1922; Nr. 248/1000) – Deutsche Exlibris und andere Kleingraphik der Gegen-

– (POULET-MALASSIS, A.), Album des exlibris français (Deckeltitel). Paris, Rouquette, 1875. 24 meist gestoch. Exlibris. Lose Tafeln in OHlwd.-Mappe (Schließbänder fehlen, etw. fleckig, beschabt und bestoßen). (69) 200,-

374

– RHEUDE, L., Bibliothekzeichen. Zweiunddreißig Ex libris. Mit einem Vorwort von L. Gerster. Zürich, Amberger, 1902. Mit 33 mont. Exlibris auf 31 Tafeln. 14 S., 1 Bl. Textheft und lose Tafeln zus. in OHlwd.-Mappe (beschabt, Schließbänder eingerissen). – Einzige Ausgabe. – Geringe Altersspuren. (52) 80,-

375

– SATTLER, J., Deutsche Kleinkunst in zwei und vierzig Bücherzeichen. Mit einem Vorwort von F. Warnecke. Berlin, Stargardt, 1895. Fol. Mit 42 Tafeln mit je einem mont., meist farb. Exlibris. 10 S., 1 Bl. Textbogen und lose Tafeln zus. in OPp.-Mappe (etw. berieben und angestaubt). (52) 300,-


Bibliographie

105

Einzige Ausgabe der seltenen Publikation. – Thieme-B. XXIX, 487. – Joseph Sattler (1867-1931) zählt zu den führenden deutschen Jugendstilkünstlern und war als Illustrator u. a. für die Zeitschrift „Pan“ tätig. – Textblätter leicht braunfl., ein Trägerkarton mit kleiner Randläsur.

376

– STICKELBERGER, E., Das Exlibris (Bibliothekzeichen) in der Schweiz und in Deutschland. Ein Handbuch für Sammler. Basel, Helbing & Lichtenhahn, 1904. Reich illustr. 319 S. OLwd. (gering fleckig und bestoßen, Rücken etw. aufgehellt). (52) 100,Papierbedingt gleichmäßig leicht gebräunt. – Beiliegt ein Gelegenheitsdruck (3 Bl.) mit Gedichten des Verfassers, unter einem Gedicht eine eigenhändige neunzeilige Danksagung mit Unterschrift, datiert 29. 3. 1954. – Die Beilage in einer Hülle, die auf den Innendenkel montiert ist.

377

– STRENBERGER – Bücherzeichen des Erasmus Strenberger, Chorherrn zu Trient. Wappenholzschnitt. Um 1540. Blattgr.: 34,3 x 22,6 cm. (52) 300,Glanz, Albrecht Dürers gedruckte Wappen und heraldische Bilder, Magisterarbeit Fürth 2000, S. 87-89. – Nicht bei Meder und Warnecke. – Früher Dürer zugeschriebenes, aus der Dürerschule stammendes Exlibris mit dem Wappen des Trientiner Domherrn Erasmus Strenberger (wohl 1483-1558). Zu dessen Biographie hat Conradin Bonorand in den „Veröffentlichungen des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum“ einen ausführlichen Aufsatz publiziert (Bd. 56, 1976, S. 39-64: „Erasmus Strenberger, Domherr zu Trient, kaiserlicher Sekretär und Freund der Humanisten“), wo Bonorand auch auf Strenbergers bedeutende Privatbibliothek und auf sein Bücherzeichen eingeht: „Das Exlibris Strenbergers wird von den Fachleuten als ein Bücherzeichen von hohem künstlerischem Wert beurteilt, auch wenn man von der Annahme abgegangen ist, daß Albrecht Dürer es gestochen habe. Es ist jedenfalls erst in Trient entstanden, denn unter dem Namen steht auf einem Exemplar: 'Chorherr zu Triendt', auf einem anderen: 'Canonicus Tridentinus'“ (S. 55). Das andere Exlibris ist in Bonorands Aufsatz auf S. 45 abgebildet, das erstgenannte liegt hier vor. – Gebräunt, mit Eckabriß und Schadstellen durch Insektenfraß, dieser unten bis in die Darstellung, rückseitig Montagespuren. – Selten. – Siehe Abbildung.

378

– WARNECKE, F., Die deutschen Bücherzeichen (Ex-Libris) von ihrem Ursprunge bis zur Gegenwart. (Nachdruck der Ausg. Berlin 1890). (Frederikshavn 1977). Mit Abb. 6 nn., VII, 255 num., 29 nn. Bl. OHlwd. (geringe Gebrauchsspuren). (52) 100,Eines von 40 Exemplaren. – Exlibrisveröffentlichung Nr. 141. – Gegenüber der Originalausgabe mit etwas vergrößertem Satzspiegel, den Tafeln auf Normalpapier und alles auf einseitig bedruckten Blättern hergestellt, ansonsten unveränderter Nachdruck. – Frisch.

Nr. 380

379

– WEGMANN, A(GNES), Schweizer Exlibris bis zum Jahre 1900. 2 Bde. Zürich 1933-37. 4°. Mit zahlr. Tafeln. XII, 403; XII, 432 S. OLwd. (leichte Gebrauchsspuren). (52) 150,Nr. 71 von 600 Ex. – Geringe Altersspuren. – Mod. Exlibris (August Hagmann) in Bd. I.

380

– SAMMLUNG – Ca. 1600 Exlibris aus der Zeit zwischen 1870 und 2000. Verschied. Techniken und Formate. Teils auf Schreibpapier montiert (meist nur an den Ecken fixiert), teils lose in Klarsichthüllen. (52) 1.500,Beachtliche Sammlung von Bücherzeichen mit dem zeitlichen Schwerpunkt auf der Blütezeit der Exlibris-Kunst (den letzten Jahrzehnten des 19. und den ersten des 20. Jahrhunderts), mit dem regionalen Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum sowohl hinsichtlich der Gestalter wie der Eigner. Mit einer erklecklichen Anzahl von Exlibris aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und einigen wenigen Bücherzeichen aus der Zeit von etwa 1750 bis 1850 (darunter dem von Georg Christoph Kilian, mit dessen Tod 1781 das berühmte Augsburger Kupferstechergeschlecht erlosch; Warnecke 992). – Die Sammlung ist nach Motiven geordnet und umfaßt Exlibris von Bibliotheken (rund 100), Exlibris mit Darstellungen von Scherenschnitten (etwa 30) und Exlibris mit kyrillischer Schrift (rund 110), sodann Blätter mit den Motiven Drachentöter (16), Einhorn (14), Goethe (22),


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Bibliographie

Lesen (37), Pegasus (24), Tier (ca. 120) und Tod (etwa 200) und Blätter aus den Gebieten Erotik (rund 150), Heraldik (ca. 300), Medizin (19), Musik (rund 200), Schiffahrt (ca. 200), Sport (18) und Transportwesen (37). – Wohlerhalten. – Siehe Abbildung. Substantial collection of exlibris with the emphasis on the heyday of exlibris art (the last decades of the 19th and the first of the 20th century), placing the regional focus on the German speaking area both as regards designer and owner. With a considerable number of exlibris from the second half of the 20th century and a few exlibris from the period around 1750-1850. – The collection is arranged according to motifs and comprises exlibris of libraries (about 100), exlibris with illustrations of paper cuttings (about 30), exlibris with Cyrillic script (about 110), furthermore leaves with the motifs dragonslayer (16), unicorn (14), Goethe (22), reading (37), Pegasus (24), animal (ca. 120) and death (about 200) and leaves from the fields erotism (about 150), heraldry (about 300), medicine (19), music (about 200), navigation (about 200), sports (18) and transportation (37). – Well preserved. – Partly mounted on writing paper (mostly only fixed at corners), partly loose in plastic pockets. – See illustration.

381

– – Ca. 250 Bucheignerzeichen. Ca. 1890 bis Mitte 20. Jhdt. Verschied. Drucktechniken und Formate. (22) 80,-

382

– – Ca. 60 großformatige Exlibris. Ca. 1890-1980. Tls. farb. Blätter in verschied. Techniken. Lose in Klarsichthüllen in mod. Büro-Ordner. (52) 500,Unter den Künstlern Hanns Bastanier (3), Franz von Bayros (1), Michel Fingesten (1), Willi Geiger (1), Martin E(rich) Philipp (3), Blasius Spreng (Exlibris für Theodor Heuss), Hugo Steiner-Prag (1) und Heinrich Vogeler (Exlibris für Alfred Heymel und Rudolf Alexander Schröder). – Tls. signiert. – Geringe Gebrauchs- und Altersspuren. – Beiliegen ca. 40 gebrauchsgraphische Arbeiten und Handzeichnungen von Künstlern des 20. Jahrhunderts. – Siehe Abbildung Seite 103.

383

– BONER, U., Der Edelstein. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1972. 4°. OLdr. und OHldr. in OPp.-Schuber (Einbände etw. berieben, Schuber gebräunt und lichtrandig). (5) 100,-

386

– CODEX MANESSE. Die große Heidelberger Liederhandschrift. Mit Interimstext in 12 Lief. (Ohne den Kommentar). Frankfurt (1974-81). Fol. OPp.-Kassetten (vereinzelt mit leichten Gebrauchsspuren). (46) 2.500,-

387

– ECHTERNACHER EVANGELISTAR, DAS. Faksimile und Kommentar. Luzern 2007. OHldr. und OLwd. in OHolz-Kassette. – Mit Replik einer salischen Schmuckplatte auf dem Kassettendeckel. (7) 3.000,-

388

– GOLDENE EVANGELIENBUCH VON ECHTERNACH, DAS. Faksimile und Kommentar. Zürich und Frankfurt 1982. Gr.-Fol. OSeide und OHpgt. (etw. bestoßen). (34) 2.200,-

389

– HEURES DE BRUXELLES. Faksimile und Kommentar. Luzern 1996. Fol. OLdr. und OHldr. Ohne den Plexiglas-Schuber. (7) 1.000,-

390

– LANDGRAFENPSALTER, DER. Faksimile und Kommentar. Graz 1992. 4°. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Schuber. – Beiliegt das Faksimile „Das ältere Gebetbuch Maximilians I.“ (1973). (74) 500,-

391

– LEONARDO DA VINCI, Codices Madrid. Faksimile, Transkription und Übersetzung sowie Kommentar. 5 Bde. Luzern 1974. OKunstldr. (tls. bestoßen). (32) 120,-

– SAMMLUNG – SEKUNDÄRLITERATUR – Ca. 150 Werke in ca. 250 Bdn. und Heften. Ca. 1898-2008. Mit zahlr. Abb. und einigen mont. Originalexlibris. Meist Orig.-Einbände (tls. frisch, tls. mit unterschiedlichen Gebrauchsspuren). (52) 500,Zur Geschichte des Exlibris, zum Exlibrisschaffen einzelner Länder, zu Sujets und Motiven, die häufiger auf Exlibris dargestellt sind, und zum Werk einzelner Exlibriskünstler. Teils in geringer Auflage erschienene, teils auch numerierte und signierte Publikationen. – In der Regel nur leichte Gebrauchs- und Altersspuren.

384

385

FAKSIMILEWERKE – BIBLIA, das ist, die gantze Heilige Schrifft Deudsch. (Nachdruck der Ausgabe Wittenberg 1534). 2 Bde. und Textheft. Leipzig 1935. Fol. OLdr. (etw. beschabt und bestoßen). – Textheft mit zahlr. Anstreichungen. (12) 350,-

Nr. 199 von 550 Ex. für den deutschen Markt; erschien gleichzeitig für den englischen Handel. – Vorsatz von Bd. V mit Einriß.

392

– MAINZER EVANGELIAR, DAS. Faksimile und Kommentar. Luzern 2007. OLdr. und OLwd. in OLwd.-Kassette. – Mit Replik des originalen Prunkdeckels. (7) 2.000,-

393

– MATTIOLI, P. A., Compendium de plantis omnibus. (Nachdruck der Ausgabe Venedig 1571). Mit Kommentar. (Budapest 1992). OLdr. mit goldgepr. Deckelbordüren und Messingschließen sowie OKart. in OKunstldr.-Kassette. (9) 80,-


Bibliographie

394

– MERIAN, M., Die Kupferbibel von 1630. Faks. und Kommentar in zus. 4 Bdn. OKunstldr. und OLwd. (7) 300,-

400

Beiliegend das Faksimile des Mercator-Atlasses (2008) und der Harmonia Macrocosmica des Cellarius (2001).

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397

398

– OFFIZIUM DER MADONNA. Codex Vat. lat. 10293. Faksimile und Kommentar. Stuttgart 1999. OSeide und OLwd. in OHldr.-Kassette. – Nr. 30 von 555 Ex. mit Replik der Silbereinfassung des Originaldeckels. (7) 800,-

GEORGI, TH., Allgemeines Europäisches Bücher-Lexicon. (Nachdruck der Ausg. Leipzig 1742-58). 8 Tle. in 3 Bdn. Graz, ADEVA, 1966-67. OLwd. (minimal berieben). (25) *R 150,-

401

402

Erste Ausgabe. – Zischka 134. Ebert 9229. Graesse III, 203. Slocum 11243: „Reliable facts about the world's leading writers from the beginnings of literature to 1500.“ – Gebräunt, braunfleckig. – Mehrere Beilagen.

JÖRDENS, K. H., Lexikon deutscher Dichter und Prosaisten. 5 Bde. und Suppl. in zus. 6 Bdn. Leipzig, Weidmann, 1806-11. Hlwd. d. Zt. (Hauptwerk) und Hpgt. d. Zt. (Alters- und Gebrauchsspuren). (2) 100,Erste Ausgabe. – NDB X, 459: „Von bleibendem Wert für die Literaturgeschichtsschreibung ... Das Lexikon ist eine hervorragende Quelle vor allem für die Rezeption der Autoren.“ – Mehrf. gestempelt, gebräunt, fleckig.

403

KARTOGRAPHIE – AVERDUNK, H., UND J. MÜLLER-REINHARD, Gerhard Mercator und die Geographen unter seinen Nachkommen. Gotha, Perthes, 1914. 4°. Reich illustr. VIII, 188 S. Hldr. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (45) 100,Vorsatz mit Besitzvermerk, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris. – Beiliegen „A. Ortelii catalogus cartographorum“ von L. Bagrow (2 Tle. in einem Bd., 1928-30) und „Landmarks of Mapmaking“ von R. V. Tooley und Ch. Bricker (1976).

404 HAMBERGER, G. CH., Zuverlässige Nachrichten von den vornehmsten Schriftstellern vom Anfange der Welt bis 1500. Mit einer Vorrede des Herrn Professors Gesner. 4 Bde. Lemgo, Meyer, 1756-64. Mod. Pp. (Gelenke brüchig, Kapitale mit Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (2) *R 150,-

HORN, ERNA, UND J. ARNDT, Schöne alte Kochbücher. Katalog der Kochbuchsammlung. München 1982. Mit Abb. 488 S. OLwd. (Rücken minimal nachgedunkelt) mit Orig.-Umschl. (Rücken gebräunt). – Nahezu frisch. Mit zahlr. Abb. 430 S. Orig.-Brosch. (gering bestoßen). – Blattränder gebräunt. (5) *R 60,DAZU: ETZLSTORFER, H., (Hrsg.), Küchenkunst und Tafelkultur. Kulinarische Zeugnisse aus der Österreichischen Nationalbibliothek. Wien, Brandstätter, 2006.

Das vollständige Werk mit dem Grundwerk, dem Teil V, der nur französische Autoren enthält, und den drei Supplementen. – Zur Originalausgabe: Petzholdt 281-82. Koppitz 25: „Beruht zum großen Teil auf Meßkatalogen (mit ihren Ungenauigkeiten); trotzdem unentbehrliches Werk.“ – Das gilt fast vierzig Jahre später noch immer, trotz neuerer Hilfsmittel und enorm veränderter und vielfältig vermehrter Recherchemöglichkeiten. – Ein Beleg für die Unentbehrlichkeit Georgis findet sich im vorliegenden Katalog unter der Nummer 1164. – Ganz vereinzelt Annotationen eines kundigen Vorbesitzers, sonst sauber.

399

HOLTZMANN, H., UND R. ZÖPFFEL, Lexikon für Theologie und Kirchenwesen. Leipzig, Bibliographisches Institut, 1882. VI, 728 S. OLwd. (leichte Altersspuren). (16) 60,Meyers Fach-Lexika. – Zischka 19. Sarkowski 12, 23. – Vorsatz mit Besitzvermerk, tls. fleckig, gebräunt. – Beilage.

– SALA, P., Petit Livre d'Amour. Faksimile und Kommentar. Luzern 1994. 12°. OHldr. in OLdr.Futteral und OPp. in OPp.-Schuber. – Nr. 206 von 290 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 980). (130) *R 400,FRIEDRICHS, ELISABETH, Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jhdts. Ein Lexikon. Stuttgart, Metzler, (1981). Fol. XXIII, 388 S. OKunstldr. (minimal fleckig und berieben). – Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, Bd. IX. – Sauber. (69) 100,-

107

KATALOG der Lipperheideschen Kostümbibliothek. Neubearbeitet von Eva Nienholdt und Gretel Wagner-Neumann. 2 Bde. Berlin 1965. Fol. Mit vielen Abb. Zus. 1166 S. OLwd. (gering berieben, bestoßen). (5) 100,Zweite, neubearbeitete und um den Zuwachs von 60 Jahren Sammeltätigkeit erweiterte Auflage des Bestandsverzeichnisses der Lipperheideschen Kostümbibliothek in Berlin. – Sauber.


108

Bibliographie

407

ROPS – MASCHA, O., Félicien Rops und sein Werk. München, Langen, (1910). Mit 55 (2 farb., 4 doppelblattgr.) Tafeln in verschied. Techniken. XV, 436 S. OSamt (Rücken geblichen, etw. fleckig). (69) 100,Nr. 59 von 500 Ex. der ersten Ausgabe (von der 2014 ein Nachdruck erschienen ist). – Hayn-G. IX, 505. Thieme-B. XXVIII, 588. – Der erste nach dem Tod von Rops veröffentlichte, bedeutende Katalog der Gemälde, Zeichnungen, druckgraphischen Blätter und Reproduktionen des Künstlers, in großem Umfang auf der Privatsammlung von Ottokar Mascha (1852-1929) fußend, der größten nichtöffentlichen Sammlung, die je ein einzelner zum Oeuvre von Rops aufgebaut hat. – Innengelenke gebrochen, Bindung tls. gelockert, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris. DAZU: GIROUX, G., Vente publique et aux enchères de tableaux, aquarelles ... de Félicien Rops formant la célèbre collection du Dr. Ottokar Mascha de Vienne. Brüssel 1921. Mit 31 Abbildungen auf 20 Tafeln. 144 S. Orig.-Brosch. – Nr. 416 der 600 von 51-650 gezählten Ex. auf „papier teinté“ (Gesamtaufl.: 1050). – Durchgehend mit beigesetzten Preisen in feiner Handschrift mit roter Tinte.

408

ROTH – SIEGEL, R.-J., Joseph Roth-Bibliographie. (Morsum) 1995. 551 S., 4 Bl. OLwd. (tadellos). (69) 60,-

409

SCHRIFT – SCHWEIZERISCHE VERLAGSDRUCKEREI – SCHRIFT- und DRUCKPROBEN. Basel, Boehm, (1911). Gr.-8°. Mit 19 (2 mont.) Tafeln und zahlreichen tls. ganzseit. Textillustr., die Abb. tls. in Farbe. 1 Bl., 166 S., 1 Bl., 47 S., 1 Bl., 84 S. (Bl. 118a und 118b zwischengebunden). OLwd. (leicht berieben, etw. bestoßen). – Titel lose, vereinzelt stockfleckig. (68) *R 80,-

410

VERHEIDEN, J., Imagines et elogia praestantium aliquot theologorum, cum catalogis librorum ab iisdem editorum. Opera F. Roth-Scholtzii. Secunda editio. Den Haag (= Nürnberg, Taubers Erben), 1725. Fol. Mit gestoch. Titelvign., 3 gestoch. Kopfvign. und 50 Kupferstichportrs. im Text. 6 Bl., 163 S. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt und bestoßen). (44) *R 800,-

Nr. 410

405

KLIMSCH, F. C., Devisen, Vignetten und Allegorien für Decorationsmaler, Graveure, Lithographen, etc. Frankfurt, Klimsch, 1864. 4°. 72 lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. (Altersspuren) mit eingeb. Vorderumschlag der Orig.-Broschur. (21) 100,GV 76, 300. – Die 1858 gegründete Lithographische Anstalt Klimsch, lange Zeit in der Reprotechnik führend, wurde 1989 geschlossen. – Umschlag mit Tektur, Block gebrochen, tls. fleckig, leicht gebräunt.

406

LINDNER, K., Bibliographie der deutschen und der niederländischen Jagdliteratur von 1480 bis 1850. Berlin 1976. 4°. XXI, 838 S. OLwd. (geringe Gebrauchsspuren). – Beiliegt der Katalog der Jagdbibliothek Lindner (Zisska & Kistner, Auktion 41/I, Mai 2003) in der in Lwd. gebundenen Ausgabe. (2) 100,-

Weller, Druckorte, I, 293. Lipperheide Oc 11. Slocum 14612. – Lebensläufe, Schriftenverzeichnisse und Porträts von Theologen vornehmlich der Reformationszeit und einigen bedeutenderen Männern späterer Zeit, darunter Calvin, Crammer, Erasmus, Faber, Hus, Lavater, Luther, Melanchthon, Münster, Savonarola und Zwingli. – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung.


Bibliographie

Curriculums, listings of treatises and portraits of theologians mainly from the Reformation period and some more important men of a later time, such as Calvin, Crammer, Erasmus, Faber, Hus, Lavater, Luther, Melanchthon, Münster, Savonarola and Zwingli. – A little soiled. – Contemporary half calf (stronger scratched and scuffed). – See illustration.

411

WEISS, H. U., Gastronomia. Eine Bibliographie der deutschsprachigen Gastronomie 1485-1914. Ein Handbuch für Sammler und Antiquare. Zürich 1996. Fol. Mit XXXII farb. Tafelseiten und vielen Abb. im Text. XII, 674 S. OLwd. (frisch). (5) *R 80,Nr. 202 von 1000 Exemplaren (Gesamtaufl.: 1050). – Die maßgebliche Bibliographie der deutschsprachigen Gastronomie. – Kopfschnitt tls. gebräunt.

412

KONVOLUT – 4 Werke in 4 Bdn. 1825-1920. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (69) 100,-

109

I. PHILIPPI, F., Kleines lateinisches Conversationslexicon, ein lexicographisches Handbuch der üblichsten lateinischen Sprichwörter, Sentenzen, Gnomen und Redensarten. Dresden 1825. – II. APOLLINAIRE, G., L'oeuvre du Chevalier Andréa de Nerciat. Paris 1910. – III. VANSELOW, A., Die Erstdrucke und Erstausgaben der Werke von Wilhelm Busch. Leipzig 1913. – IV. STERNAUX, L., Bücher die man kennen sollte. Berlin 1920. – Gebrauchsspuren.

413

– Bibliographien und anderes zum Buchwesen in 7 Bdn. 1872-1981. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (5) 180,Bibliographien: Weller, Die ersten deutschen Zeitungen. Mit einer Bibliographie (1872) – Wagner, Bibliotheca bibliographica librorum sedecimi saeculi (1960) – Rammensee, Bibliographie der Nürnberger Kinder- und Jugendbücher 1522-1914 (1961) – Humpert, Bibliographie der Kameralwissenschaften (1972, reprographischer Nachdruck der Ausg. 1937). – Anderes: Häuser, Gibt es eine gemeinsame Quelle zum Faustbuch von 1587 und Goethes Faust? (1973) – Bielschowsky, Der Büchersammler (1980) – Wächter, Buchrestaurierung (1981). – Gebrauchsspuren.


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Kunstgeschichte

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ARCHITEKTUR – (DIETTERLIN, W., Architectura von Außtheilung, Symmetria und Proportion der fünff Seulen, und aller darauß volgender Kunst Arbeit, von Fenstern, Caminen, Thürgerichten, Portalen, Bronnen und Epitaphien. Nürnberg, H. und B. Caimox, 1598). Fol. Fragment mit 71 Kupfertafeln wohl in etw. späteren Abzügen. Mod. Pp. (Kanten beschabt, Kratzspur). (100) *R 600,Fairfax Murray 134. STC 243. VD 16 D 1692-94 (3 Druckvarianten). Ornamentstichslg. Berlin 1942. Andresen II, 252 ff., 16. Fowler 105. Millard III, 29. Kruft 190: „Den Höhepunkt der deutschen Säulenlehre bildet die 'Architectura' des Straßburger Malers Wendel Dietterlin (1550/51-99), die ab 1593 erschien und 1598 abgeschlossen vorlag. Es ist im strengen Sinn weder ein Lehr- noch ein Musterbuch, sondern es sind Variationen über das Thema des Säulenbuches, gesehen mit den Augen eines Malers. Die Säulenordnungen bilden den Ausgangspunkt für phantastische Schöpfungen im Bereich des Kupferstichs. Künstlerisch gehören Dietterlins Stiche zu

den überragenden Leistungen des späten 16. Jahrhunderts.“ – Meist knapprandig, einzelne Tafeln mit Ausschnitt (Bildverlust), Zeichenproben sowie verso mit Federproben, Tafel 124 kopfstehend eingebunden, tls. mit hs. Numerierung und Bezeichnung „Tuscana“, „Dorica“, „Jonica“ oder „Corinthica“, fleckig, gebräunt.

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– DUPAIN (DE MONTESSON, CH. L.), La science des ombres, par rapport au dessein. 2 Tle. in einem Bd. Paris, Jombert, 1760. Mit 18 gefalt. Kupfertafeln. XVI, 92 S., 1 Bl., III S., S. 95-168, 2 Bl. Ldr. d. Zt. (Rücken etw. brüchig, berieben und bestoßen). (68) *R 100,Ornamentstichslg. Berlin 4737. – Vgl. Conlon VI, 50:527 (EA 1750). – Lehrbuch der Architekturdarstellung mit ausführlicher Anleitung zum Kolorieren und Schraffieren; Tl. II behandelt das Zeichnen militärischer Karten. Die Tafeln zeigen architektonische Details und geometrische Körper mit ihren Schattenwürfen sowie Kartenbeispiele. – Tafeln tls. mit Randeinrissen, fleckig und gebräunt.


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ARCHITEKTUR – POZZO, A., Perspectivae pictorum atque architectorum. Der Mahler und Baumeister Perspectiv. Tl. II (von 2) in einem Bd. Augsburg, Wolff, 1709. Fol. Mit gestoch. Frontisp., 115 Kupfertafeln und 5 ganzseit. Textkupfern. 55, 1 Bl. (Tafelverzeichnis). Läd. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln. (64) 200,Erste lateinisch-deutsche Ausgabe. – Schlosser 547. Millard III, 103. – Vgl. De Backer-S. VI, 1144 (Ausg. 1719). – Die deutsche Ausgabe wurde von Boxbarth (vorwiegend Tl. I) und Bodenehr mit verkleinerten Kupfern nach der italienischen Ausgabe von 1702 ediert. – Zur Kollation: Enthalten sind 118 numerierte Kupfer, davon fünf als Textkupfer; ferner zwei nicht numerierte Tafeln, eine zeigt Minerva, einem Maler Wasser aus einem Brunnen reichend, die andere die Kunst der Freskomalerei. – Vorsätze entfernt, Block tls. vom Einband gelöst, mehrere Tafeln mit Einriß oder hinterlegten Randläsuren, einzelne ankoloriert, fleckig.

417

– VIGNOLA, (G.) BAROZZI DA, Gli ordini di architettura. Hrsg. von C. Amati. Mailand, Ubicini, o. J. (1839). Fol. Mit gestoch. Titel und 41 Kupfertafeln. 55 S. Hlwd. d. Zt. (Altersspuren). (70) 150,Diese Ausgabe nicht bei Pollen und Cicognara. – Die Tafeln I-XXXVIII römisch numeriert, drei Tafeln ohne Nummer. – Vorsatz und Titel gestempelt, Reihenfolge der Tafeln verbunden (einzelne ankoloriert), fleckig.

418

BARTSCH, F. VON, Catalogue des estampes de J. Adam de Bartsch. Wien, Pichler, 1818. Mit Portr., 3 Kopf- und einer Schlußvign. (alles gestochen). VII, 165 S. Mod. Hldr. mit goldgepr. Rtit. mit eingebundener Orig.-Brosch. (86) 100,Erste Ausgabe. – Werkverzeichnis der Graphik Adam von Bartschs (1757-1821). – Gering gebräunt, stellenw. etw. fleckig.

419

CHODOWIECKI, D., Dreiunddreißig Kupferstiche. Neudrucke von den Originalplatten des Künstlers. Berlin, Amsler & Ruthardt, (um 1920). Fol. Mit 33 Tafeln mit mont. Stahlstichen. 1 Bl. Lose in OHlwd.-Mappe (gering berieben und fleckig). (23) 100,Nr. 128 von 550 Exemplaren. – Stiche zu Nicolais „Sebaldus Nothanker“ und „Johann Bunkels Leben“. – Stellenw. minimal fleckig.

420

DAUMIER – BOUVY, E., Daumier. L'oeuvre gravé du maître. Reproduction de toutes les planches, notices sur chaque ouvrage et sur chaque planche. 2 Bde. Paris, Le Garrec, 1933. Fol. Mit vielen Abb. XIX S., 128; 178 Bl. Hlwd. d. Zt. (gering berieben und bestoßen), die Orig.Brosch.-Umschl. mit eingebunden. – Eines von 550 Exemplaren. – Papierbedingt gering gebräunt. (23) 200,-


Kunstgeschichte

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– KONVOLUT – 8 Werke von und zu Honoré Daumier. (1857)-1985. Meist 4°. Verschied. Einbände (außen und innen Gebrauchsspuren). (47) 80,-

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ERHARD – APELL, A., Das Werk von Johann Christoph Erhard, Maler und Radirer. Dresden, Selbst-Vlg., 1866. Mit gestoch. Portr. XXXVIII, 115 S. Spät. Hlwd. mit eingeb. Orig.-Brosch. (gering berieben). (86) 300,GK 5.7087. – Monographie mit Werkverzeichnis des Künstlers Johann Christoph Erhard (1795-1822). – Portr. und Titel lose, stärker gebräunt, mit wenigen Randläsuren, etw. fleckig. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. NACHGEB.: DERS., Nachträge und Berichtigungen zum Werk des Malers und Radirers Johann Christoph Erhard. Ebda. 1875. Mit Radierung. 16 S. – Etw. gebräunt.

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FURTTENBACH – SAMMELBAND – 5 Werke von Joseph Furttenbach dem Jüngeren in einem Bd. Augsburg, Schultes, 1649-52. 4°. Hpgt. d. Zt. unter Verwendung eines mittelalterlichen Manuskriptes für den Rücken (Altersspuren). (17) 500,-

Joseph Furttenbach der Jüngere (1632-1655) fußt auf dem Werk seines gleichnamigen Vaters (1591-1667). Der wesentlich bekanntere Ulmer Stadtbaumeister hatte in seinen Schriften, insbesondere der „Architectura universalis“ von 1635, bereits versucht, das architektonische Wisssen seiner Zeit nach funktionalen Gesichtspunkten geordnet darzustellen. – Von 1649-1667 publizierte Furttenbach der Jüngere insgesamt 15 Traktate (vgl. Ornamentstichslg. Berlin 1959; bei Bircher unter dem fingierten Gesamttitel „Allgemeine deutsche Baukunst“). Davon liegen hier vor in der Reihenfolge der Bindung: I. KirchenGebaew. Der erste Theil. 1649. Mit 3 Kupfertafeln (davon eine gefaltet). 11 Bl. – VD 17 23:288828Q. – Titel und erstes Blatt mit kleinem Eckabriß, „Der viertte innere Auffzug“ lose und wie der „Der fünffte äußere Auffzug“ bis an den Rand beschnitten und mit Einriß. II. Teutsches Schul-Gebaew. Der ander Theil. 1649. 2 Bl., 19 S. (die gefaltete Kupfertafel nur zur Hälfte vorhanden). – VD 17 23:288824K. III. MayerHoffs Gebaew. Der dritte Theil. 1649. Mit gefalt. Kupfertafel. 4 Bl., 19 S. – VD 17 23:288835Y. – Das Kupfer mit tls. alt hinterlegten Einrissen. IV. Gewerb-Stattgebaew. Der vierte Theil. 1650. (Ohne die 3 Kupfertafeln). 1 Bl., 42 S. – VD 17 23:288877Q. V. Von Sonnenuhren. Der sechste Theil. 1652. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., 34 S. – VD 17 39:118131E. – Die Kupfer mit tls. alt hinterlegten Einrissen. – Alle Teile leicht fleckig. – Selten.


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Kunstgeschichte

klassische, antike Landschaften umgedeutet hat [siehe die folgende Nummer]). – Gute, kräftige Abdrucke. – Im Handel selten.

GALERIEWERKE – MARCENAY DE GHUY, (A. DE), Oeuvre. D'après le Poußin, Vandick, Rembrandt, le Brun, & autres maîtres. Paris, Selbst-Vlg. und Wille, o. J. [vielm. O. O., Dr. und Jahr (spätes 19. Jahrhundert)]. Fol. Mit 42 Tafeln. 3 Bl. (Titel, Widmung und Inhaltsverzeichnis). Leicht läd. Hldr. d. Zt. (1) *R 200,-

Alle Blätter verso mit nach Lugt unidentifiziertem Sammlerstempel „Bullinger“ (Nr. 3292). Die Sammlung kann nun durch den Umschlag identifiziert werden, denn dieser diente im frühen 19. Jahrhundert zur Verschickung und ist adressiert „Herrn, Herrn Bullinger bey Birmenstorf“, mit dem Hinweis „Vor Druck und Näße zu bewahren“. Gemeint ist der Birmenstorfer Pfarrer Hans Balthasar Bullinger (1777-1844) aus dem alten Schweizer Geschlecht der Bullinger. – Einzelne alt restaurierte kleine Löcher in der Darstellung, breite Ränder leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

Später Nachdruck des um 1780 erschienenen Galeriewerks mit teils verändertem Inhalt laut „Catalogue des estampes“. – Tafeln in verschiedenen Drucktechniken. Abweichend vom Inhaltsverzeichnis ist Nr. 40 in der Numerierung der Abbildungen übersprungen. – Der Kupferstecher Antoine de Marcenay de Ghuy (1724-1811) gründete zusammen mit Johann Anton de Peters (17251795) den Salon du Colysée, dessen einzige Ausstellung 1776 stattfand (vgl. Thieme-B. XXIV, 57). – Block gebrochen, Vorsätze gebräunt, vereinzelt fleckig.

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GOETHE – CELLINI, B., Leben des Benvenuto Cellini, von ihm selbst geschrieben. Übers. von Goethe. Hrsg. von E. Schaeffer. Frankfurt, Frankfurter Verlags-Anstalt, 1924. Mit einigen Tafeln. 553 S., 1 Bl. Hmaroquin d. Zt. (etw. berieben). – Vorsatz mit Besitzvermerk, leichte Gebrauchsspuren. (52) 80,-

The series of views of landscapes known and famous as „Ten views from the region near the cottage of Horace“ with views after gouaches by Jakob Philipp Hackert rediscovered a few years ago, engraved by Balthasar Anton Dunker of Basle and published by Hackert's brother George working at Rome. – Good and strong prints. – Rare in the trade. – All leaves verso with collector's stamp. – Isolated small holes in illustration, restored in former times, wide margins slightly soiled. – Wrappers of the early 19th century (creased, signs of wear). – See illustration.

Die kleine Folge, „heroisch“ 428

GOYA – GUDIOL, J., Goya 1746-1828. Biografía, estudio analítico y catálogo de sus pinturas. 4 Bde. Barcelona, Edicions Polígrafa, (1970). Reich illustriert. OKunst-Ldr. (minimal berieben). – Papierbedingt gebräunt. (23) 150,Die große Folge, „nach der Natur“

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Kat. zur Ausstellung im Goethe-Museum Düsseldorf 1983. – Vgl. Nagler V, 490. Le Blanc II, 194, 50-59. ThiemeB. XV, 413. – Verkleinerte und durch die Einfügung von antiken Figuren in heroische Landschaften umgedeutete Folge nach den Gouachen der zehn Aussichten vom Haus des Horaz von Philipp Hackert, entstanden um 1780 (heute im Goethe-Museum Düsseldorf). Die Verwandlung der Hackertschen „Landschaften nach der Natur“ in antike Ideallandschaften hat der Maler Luigi Sabatelli (1772-1850) vorgenommen, die Stiche führte Francesco Morel (um 1768 bis ca. 1832) aus. – Vorderer Spiegel mit Händleretikett, Titel gebräunt und mit alt restaurierten Rändern, Karte mit alt restauriertem Eckabriß, die breiten Ränder meist nur gering fleckig und kaum gebräunt. – Selten. – Siehe Abbildung.

HACKERT, J. PH., Carte générale de la partie de la Sabine où étoit située la Maison de Campagne d'Horace, suivie de dix Vües des sites de cette Campagne et de ses Environs, nommés dans les OEuvres d'Horace. Rom, G. Hackert, o. J. (um 1782). Qu.-Gr.-Fol. Gestoch. Kupferstichkarte mit Titel und Widmung sowie 10 Kupfertafeln von B. A. Dunker und G. Eichler nach Ph. Hackert. Umschl. des frühen 19. Jhdts. (knittrig, Gebrauchsspuren). (68) *R 1.800,Nagler V, 490. Le Blanc II, 194, 50-59. Thieme-B. XV, 413. J. G. Meusel, Miscellaneen artistischen Inhalts, 13. Heft, Erfurt 1782, S. 281f. Kat. zur Ausstellung im GoetheMuseum Düsseldorf 1983. C. Nordhoff und H. Reimer, Hackert-Werkverzeichnis, Berlin 1994, Nr. 144. – Die als „Zehn Ansichten von der Gegend bei dem Landhaus des Horaz“ bekannte und berühmte Folge mit den Landschaftsansichten nach den vor einigen Jahren wiederentdeckten Gouachen von Jakob Philipp Hackert, gestochen von dem Basler Balthasar Anton Dunker und verlegt von Hackerts Bruder George, der in Rom wirkte. Die originalen, um 1780 entstandenen Gouachen befinden sich heute im Goethe-Museum Düsseldorf. Die Stiche folgen diesen Vorlagen getreu. Bei den Landschaften handelt es sich um Darstellungen nach der Natur einschließlich Staffagefiguren der Zeit (im Gegensatz zum antiken Personarium auf der späteren kleineren Folge, die Luigi Sabatelli in

HACKERT – MOREL, F., Raccolta di no. 10 vedute rappresentanti la villa d'Orazio o la sua abitazione di campagna ed i siti circonvicini. Rom, Franzetti, o. J. (um 1820). Qu.-4°. Gestoch. Titel mit Vign., Kupferstichkarte und 10 Kupfertafeln von F. Morel nach Ph. Hackert und L. Sabatelli. Pp. des späten 19. Jhdts. (gering berieben und bestoßen). (68) *R 500,-

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HAGEDORN, (CH. L.) VON, Reflexions sur la peinture. Traduites de l'allemand par M. Huber. 2 Bde. Leipzig, Fritsch, 1775. Mit gestoch. Titelvign. XXVIII S., 2 Bl., 478 S.; 2 Bl., 348 S., 16 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken mit kleinen Wurmspuren, ein Kapital leicht läd., beschabt und bestoßen). (57) 150,Erste französische Ausgabe. – Meusel V, 37-38. – Christian Ludwig von Hagedorn (1713-1780), der Bruder des Dichters, wurde 1764 Direktor der Dresdener Kunstakademie. – Respektblatt mit mont. Verlagsanzeige, Titel gestempelt, leicht fleckig, gebräunt.


Kunstgeschichte

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HIRT, A., Der Tempel Salomon's. Berlin, Weiss, 1809. 4°. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., 49 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt). (16) 120,-

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Pollen 838. – Aloys Hirt (1859-1837) lehrte an der Berliner Bauakademie; zu seinen Schülern zählt u. a. Leo von Klenze. NACHGEB.: DERS., Der Tempel der Diana zu Ephesus, Ebda. 1809. Mit 3 gefalt. Kupfertafeln. 1 Bl., 58 S. – Pollen 838. – Spiegel mit Besitzvermerk, datiert 1817, fliegender Vorsatz gestempelt, fleckig.

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Erste Ausgabe. – Thieme-B. XXIII, 400: „Grundlegend.“ – Mit Werkverzeichnis. – Bindung in Auflösung. – Nahezu frisch.

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LORRAIN – COURTHION, P., Claude Gellée dit Le Lorrain. Paris, Floury, 1932. Mit zahlr. Tafeln. 3 Bl., 187 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtit (minimal berieben und bestoßen), sign. „J. van West“, der Orig.-Brosch.-Umschl. mit eingebunden. (23) 60,Mit wenigen Anstreichungen in Bleistift, papierbedingt gering gebräunt. – Unbeschnitten. – Mod. Exlibris. – DAZU: BLUNT, A., The Paintings of Nicolas Poussin. A critical catalogue. (London), Phaidon, (1966). 4 Bl., 271 S. OLwd. (Rücken etw. geblichen, minimal berieben und bestoßen). – Sauber. – Beilage.

LORY – MANDACH, C. DE, Deux peintres suisses: Gabriel Lory le père (1763-1840) et Gabriel Lory le fils (1784-1846). Lausanne, Haeschel-Dufey, 1920. Fol. Mit zahlr. Illustr. VIII, 155 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Brosch. (68) *R 100,-

MEDER, J., Albertina-Facsimile. 4 Bde. Wien 1922-23. Imp.-Fol. OHpgt.-Mappen (außen und innen Gebrauchsspuren). (72) 300,Mehrere großformatige Beilagen, darunter „Zeichnungen Alter Meister im Kupferstichkabinett Berlin“ (1902) und Friedländer, Dürer (1919). – Nicht kollationiert. – Ohne Rückgaberecht.

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– Handzeichnungen Alter Meister aus der Albertina und anderen Sammlungen. 12 Bde. Wien, Gerlach & Schenk, 1896-1908. Gr.-Fol. Tls. beschäd. OHldr.-Kassetten. – Gebrauchsspuren. – Nicht kollationiert. – Ohne Rückgaberecht. (72) 200,-


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Kunstgeschichte

Lonchamp 1853 (kennt nur 12 [5 kolor.] Tafeln). Mandach 168-71. – Mit Bäumen, Landschaftsmotiven und Tieren; jedes Motiv mehrfach wiederholt und zu Lehrzwecken in verschiedenen Stadien monochromer oder farbiger Kolorierung. – Tls. etw. fleckig. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog kein Exemplar in öffentlichem Besitz nachweisbar. – Beiliegend „Schweizerland vor hundert Jahren“ (1935). – Siehe Abbildung Seite 110 und 111. With trees, landscape motives and animals; each theme repeated several times and for teaching purposes in various stadia of monochrome or chromatic coloration. – Partly a little soiled. – No copy recorded in public property by the Karlsruhe Virtual Catalogue. – Enclosed „Schweizerland vor hundert Jahren“ (1935). – Original issue wrappers (minor signs of wear). – See illustration on page 110 and 111.

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– REINHOLD, CH. L., System der Zeichnenden Künste. Nebst einer Anleitung zu den Antiken, Hieroglyphen und modernen allegorischen Attributen. Münster und Osnabrück, Perrenon, 1784. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titelvign. und 21 (statt 40) ausfaltbaren Kupfertafeln (tls. in Rotdruck). 23 Bl., 407 S., 1 Bl. Läd. Pp. d. Zt. (132) 120,Erste Ausgabe. – Pollen 1711. – Nicht im Katalog der Ornamentstichslg. Berlin. – Block gebrochen, fleckig, leicht gebräunt.

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MENZEL – BOCK, E., Adolph Menzel. Verzeichnis seines graphischen Werkes. 2. Aufl. San Francisco, Wofsy, 1991. Mit zahlr. Textabb. 585 S. OLwd. (minimal bestoßen) im Orig.-Umschl. (Rücken geblichen). – Sauber. (23) 60,-

Vgl. Lonchamp 3252 (Ausg. Bern 1804). – Die Tafeln mit Baum- und Architekturstudien sowie Schweizer Landschaftsmotiven, Häusern und Orten. – Zusätzlich eingebunden sind ein Blatt in französischer und deutscher Sprache mit einer Anzeige des Werks (unten eingefaltet) und eine doppelblattgroße Kupfertafel mit hs. eingetragenem Titel. – Titel gestempelt, als Hochformat eingebunden und eingefaltet, die Beischriften tls. etwas größer hs. in Bleistift wiederholt, leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

MICHELANGELO – TOLNAY, CH. DE, Michelangelo. (2nd. edition, revised, 2nd. printing, with foreword). 5 Bde. Princeton, University Press, 1969-71. OLwd. in Orig.-Umschl. (minimal berieben). (23) 150,Bd. I: The Youth of Michelangelo, Bd. II: The Sistine Ceiling, Bd. III: The Medici Chapel, Bd. IV: The Tomb of Julius II, Bd. V: The Final Period. – Schnitt etw. angestaubt, sonst sauber.

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MUSTERBÜCHER – LORY, (G. UND M.-G.), Principes de paysage, pour apprendre à dessiner et colorer à l'aquarelle. 4 Hefte. Neuchâtel, Selbstvlg., und Paris, Bance, 1809. Fol. 37 (29 monochrom oder farb. kolor.) AquatintaTafeln. Orig.-Lief.-Umschl. (minimale Altersspuren). (68) *R 2.000,-

– WEIBEL, (J.) S., Principes d'après nature, en 24 planches, pour apprendre à dessiner le paysage d'une manière sure et facile. Paris, Gillé, 1805. 4°. Mit 24 doppelblattgr. kolor. Umrißradierungen. 1 Bl. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (68) *R 1.200,-

The plates with tree and architectural studies as well as Swiss landscape motives, houses and locations. – Additionally boundin a leaf in French and German language with an advert of the work (folded at bottom) and a double-page copperplate with ms. inscribed title. – Title stamped, bound-in in vertical format and folded, inscriptions partly repeated by hand in pencil, slightly soiled. – Contemporary cardboard (signs of wear). – See illustration.

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OSTADE – BOCK, E., Adriaen van Ostade. Berlin, Amsler & Ruthardt, 1922. Mit 50 Tafeln. 5 Bl. OPgt. (Deckel aufgebogen, gering fleckig und berieben). (120) 200,Nr. 43 von 160 Exemplaren der Luxusausgabe. – Papierbedingt gering gebräunt, etw. fleckig. – Unbeschnitten.


Kunstgeschichte

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PIRANESI – WILTON-ELY, J., Giovanni Battista Piranesi. The complete etchings. 2 Bde. San Francisco, Wofsy, 1994. Fol. Mit zahlr. Abb. XII, 612 S.; 2 Bl., S. 613-1264. OLwd. (tadellos) in Orig.-Umschl. (mit geringen Gebrauchsspuren). – Nahezu frisch. (23) 400,-

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PORZELLAN UND KERAMIK – HORVATH, J. E., UND MARIA H. KRISZTINKOVICH, A History of Haban Ceramics. Vancouver 2005. Mit zahlr. Illustrationen. 2 Bl., 398 S. Orig.-Broschur. (9) 80,-

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RIDOLFI, C., Le maraviglie dell'arte, overo Le vite de gl'illustri pittori veneti, e dello stato. 2 Bde. Venedig, Sgava, 1648. 4°. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel, gestoch. Portr. des Autors und 36 ganzseit. Kupferstichportrs. im Text und auf Tafeln (in der Paginierung). 32 Bl., 406 S.; 29 Bl., 324 S. Etw. spät. Pgt. (leicht bestoßen). (57) 800,-

TASSI, F. M., Vite de' pittori scultori e architetti bergamaschi. Opera postuma. 2 in einem Bd. Bergamo, Locatelli, 1793. 4°. Mit gestoch. Portr. von Mantelli nach P. Roncalli. XXVIII, 252, 240 S., 1 Bl. Hpgt. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (57) 800,Cicognara 2375. Pollen 1961. Schlosser 502. Slocum 8778: „Lives of painters, sculptors and architects of Bergamo, city and province.“ – Francesco Maria Tassi (1716-1782) war mit den wichtigsten venezianischen Künstlern seiner Zeit befreundet und mit den Quellen zur Kunst seiner Heimatstadt vertraut. – Titel gestempelt, wenig fleckig, stellenw. leicht gebräunt. – Selten. – Siehe Abbildung. Title stamped, hardly soiled, here and there slightly browned. – Contemporary half vellum with spine label and gilt back (scratched and scuffed). – Rare. – See illustration.

A Canadian Collection of Hungarica, Bd. IV. – Nr. 212 von 450 Exemplaren. – Nahezu frisch.

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KONVOLUT – Vier Werke zu Kunst und Kunsthandwerk in 4 Bdn. 1927-88. Fol. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (88) 150,FLEMMING, E., Das Textilwerk. Gewebeornamente und Stoffmuster vom Altertum bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Berlin, Wasmuth, (1927). Mit zahlr. Abb. XXXVIII S., 1 Bl., 320 S. – Etw. gebräunt und stellenw. gering fleckig.

Erste Ausgabe. – STC 747. Pollen 1739. Cicognara 2359. Schlosser 469. Lipperheide Jba 16. Slocum 8198. Cicogna 4800: „Preziosa Opera, base ancora di chi vuole scrivere delle vite de' pittori nostri.“ – „Das Hauptwerk ... mit schönen Stichporträts geschmückt“ (Schlosser). – Behandelt neben venezianischen Malern auch solche der Terraferma. – Titel gestempelt, gebräunt und fleckig. – Dekorativ gebunden.

ALPATOV, M. V., Early Russian Icon Painting. Moskau, Isskustvo, 1974. Mit zahlr. farb. Abb. 331 S. – S. 55-60 mit Läsur am unteren Rand.

First edition. – Apart from Venetian painters there are also ones of the Terraferma. – Title stamped, browned and soiled. – Somewhat later vellum (slightly scuffed). – Decorative binding.

THE ARMOURY IN THE MOSCOW KREMLIN. Moskau, Sovietsky Khudozhnik, 1988. Mit zahlr. farb. Abb. 430 S., 1 Bl. – Sauber.

ÖZ, T., Turkish Ceramics. (Ankara), Turkish Press, Broadcasting and Tourist Department, (um 1953). Mit 144 Abb. auf 75 Tafeln. XIII, 49 S. – Gering gebräunt und minimal fleckig.


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Nr. 866


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Literatur und illustrierte Bücher

Nr. 469

Barock- und Emblembücher 446

ABELE VON UND ZU LILIENBERG, M., Metamorphosis telae judiciariae, Das ist: Selzame Gerichts-Händel. Zum siebendenmal gedruckt. 2 Bde. Nürnberg, Michahelles, 1705. Mit 2 gestoch. Titeln. 11 Bl., 651 S.; 7 Bl., 361 (recte 381) S., 5 Bl. Pgt. d. Zt. mit gekröntem Monogrammsupralibros auf allen vier Deckeln (Bd. II mit restauriertem Vorderdeckel und stärker beschabt; beide Bde. fleckig). (68) *R 200,Dünnhaupt 2.7. Hayn-G. I, 4. – Sammlung von 300 humoristischen Gerichtsfällen und Anekdoten (EA: Linz 1651), angefangen vom Urteil Salomos und der Klage eines Kardinals über seine Porträtdarstellung in Michelangelos

Jüngstem Gericht. Meist handelt es sich um „bürgerliche“ Fälle, doch finden sich auch mehrere historische, so von Papst Leo X., Iwan dem Schrecklichen und Matthias Corvinus. Mit mehreren Gedichten von dem „Spielenden“ (Harsdörffer), Sigmund von Birken und „Periander“ (Karl Friedrich Lochner). Unter „Casus 39“ wird die Shylock-Geschichte als in Konstantinopel handelnd erzählt. – Matthias Abele von und zu Lilienberg (16161677), der „Entscheidende“ der Fruchtbringenden Gesellschaft, war Bergwerksbeamter im Lande Steyr. – Innengelenke gebrochen, Spiegel mit Signaturschildchen, die gestoch. Titel lose, der Drucktitel in Bd. II am Fußsteg angerändert; durchgehend gebräunt.

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(ALBERTINUS, AE., Hiren schleifer. München, N. Hainrich, o. J. (nach 1618). Mit gestoch. Titel und 55 emblematischen Textkupfern. 7 Bl. (das 4. weiß), 704 (recte 703) S. Restauriertes Pgt. d. Zt. (fleckig). (110) *R 300,-


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phischem Text). 32 Bl., 1244 S., 36 Bl. Mod. Hldr. unter Verwendung alter Deckel (etw. berieb. und bestoßen). (11) 120,Landwehr 47 (ohne Kollation). VD 17 14:682800Y (abweichende Tafelkollation: nur 60 Tafeln). – Das wohl beliebteste Erbauungsbuch des 17. und 18. Jahrhunderts. Die emblematischen Kupfer mit Darstellungen wissenschaftlich und handwerklich interessanter Gegenstände, darunter Setzkästen, Druckerpresse, Uhren, Fernrohr, Brennglas, Brille, Magnet, Kompaß und Rakete. – Bis auf das Porträt und das Frontispiz sind alle in der Tafelerklärung verzeichneten Kupfer vorhanden. – Vorsatz mit Aufklebern, Titel mit Vermerk von alter Hand, oben knapp beschnitten (Kolumnentitel tls. angeschnitten), wenig fleckig, leicht gebräunt.

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BENGEL, J. A., Gnomon Novi Testamenti. Tübingen, Schramm, 1742. 4°. Mit gestoch. Portr. 17 Bl., 1208 S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (leichte Altersspuren). (89) 200,Erste Ausgabe. – NDB II, 47. – Hauptwerk des Pietisten Johann Albert Bengel (1667-1752), „in dem er nur 'Fingerzeige' ins Neue Testament geben wollte, aber in seiner tiefschürfenden Art einen Kommentar schuf, der noch heute von vielen dankbar benützt wird“ (NDB). – Gering fleckig. – Mod. Exlibris. – Titel mit Besitzeintrag des evangelischen Theologen Georg Johann Christoph Bodenschatz (1717-1797), datiert 1754, verso mit seinem Wappen-Exlibris. Beiliegen ein Gebet- und Gesangbuch in tschechischer Sprache (1863) mit metallbeschlagenem Einband, „Les pseaumes de David“ (1783) und „Compendium geographiae Cluverianae“ von Hildebrand (1675).

450 Nr. 453 Zweiter Druck im Jahr der Erstausgabe. – VD 17 23:285106L. Praz 247. Dünnhaupt 51.2: „Amüsantes Emblembuch. Entgegen A's Beteuerung in der Widmung, daß es sich um sein erstes wirkliches Originalwerk handle, läßt sich auch hier die Verwendung anderer Vorlagen nicht verleugnen. Als wichtigste Quelle diente ihm die Monarquia mistica des Lorenzo de Zamora, die er schon 1607 für sein Nosce te ipsum benutzt hatte.“ – „Die sehr ausdrucksvollen Kupfer sind zwar von Alciatis Art beeinflußt, in der Ausführung aber und in den modischen und humoristischen Zügen sind sie typische Kunstwerkchen des süddeutschen Barocks“ (Seebaß 37a). – Anfangs und gegen Ende mit schwachen Wurmspuren, Vorsätze erneuert, leicht fleckig und gering wasserrandig. – Mod. Exlibris.

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ARNDT, J., Fünff Geistreiche Bücher vom wahren Christenthum. Anitzo auffs neue zum drittenmal auffgeleget. Welchen noch beygefüget drey andere kleine Bücher. 6 Tle. in einem Bd. Leipzig, Richter für Kloß und Heinichen, 1699. (Ohne gestoch. Frontisp. und Porträt). Mit 62 Kupfertafeln (davon 56 verso mit typogra-

(BOBHARD, J.), Eygentliche, gründliche und warhafte Beschreybung deß heyligen Römischen und Catholischen Hafenkäß. Durch Publium Aesquillum, der Societet Iesu Baccalaureum. Ohne Ort und Drucker, 1617. 4°. 1 Bl., 106 S. Spät. Pp. (berieben, etw. bestoßen und fleckig). (2) 120,Erste Ausgabe. – STC B 1557. Goed. II, 287, 100, 1. Bircher C 364. VD 17 23:267102G. Hayn-G. I, 30: „Eine sehr seltene Mystification unter dem fingierten Namen eines Jesuiten herausgegeben. Sehr grobe und teilweise ziemlich obscöne Satire gegen den katholischen Clerus, offenbar als Antwort auf eine in demselben Jahre erschienene Schmähschrift gegen den Protestantismus von einem (Jesuiten?) Dr. Andreas Forner, betitelt: 'Evangelischer Hafenkäss der Augspurgischen Confession. Ingolstadt 1617.'“ – Titel verso gestempelt, hinterer Vorsatz mit längerer Notiz in Tinte von alter Hand, gelegentlich zeitgenössische Unterstreichungen, gebräunt, fleckig.

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BRUNNER, A., Fasti Mariani. Editio novissima. Antwerpen, Aertsens, 1660. Mit gestoch. Titel und 12 Textkupfern. Pgt. d. Zt. (leichte Altersspuren). (39) *R 100,De Backer-S. II, 262, 2. – Der gestochene Titel ist 1659 datiert; die Textkupfer jeweils mit zwei Monatsheiligen. – Minimal fleckig, leicht gebräunt.


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CORNEILLE, P., Polyeucte. Martyr arménien. Venedig, Mechitaristen-Druckerei, 1858. Mit lithogr. Portr. 157 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (leicht berieben). – Französisch-armenischer Paralleltext. – Vorsatz mit Besitzeretikett, Titel mit Signatur in Tinte. (16) 100,-

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CUPIDONS GULDENES SECULUM, oder Erzehlung etlicher überaus anmuthig-kurzweilig- und lustig-Nagel-neuer Liebes-Geschichten. Aus dem Französischen ins Teutsche getreulichst übersetzet. 2 in einem Bd. O. O. und Dr. (Nürnberg, Zieger?), 1709. Mit 26 Kupfertafeln. 1 Bl., 452, 282 S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (110) *R 800,Erste vollständige Ausgabe. – Fromm 24369. Hayn-G. I, 710: „Höchst selten!“ – Der erste Teil, eine „freie Bearbeitung italienischer und französischer Stoffe von Boccaccio bis Lafontaine“ (Hayn-Gotendorf), war bereits 1694 bei Zieger in Nürnberg erschienen (VD 17 23:288605T). – Der zweite Teil liegt in erster Ausgabe vor. – Obwohl Fromm und Hayn und Gotendorf jeweils beide Teile kennen (Hayn und Gotendorf nennen ein Exemplar in Dresden), ist heute über den KVK kein Exemplar nachweisbar. – Die Kupfer tls. in mäßigen Abzügen (wie schon von Hayn und Gotendorf bemerkt). Gering gebräunt. – Siehe Abbildung.

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grube zur Chronique scandaleuse und von nicht geringem politischem und kulturgeschichtlichem Interesse“ (Hayn-Gotendorf). – Die Totengespräche David Fassmanns (1683-1744), der Mitglied des Tabakskollegiums von Friedrich Wilhelm I. gewesen ist und als Narrenrivale Gundlings auftrat, vereinigten Robert Prutz zufolge alles, was die Zeit an pikanten und lockenden Effekten hervorgebracht hatte. – Einzelne Blätter lose, tls. fleckig, gebräunt.

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(FASSMANN, D.), Gespräche in dem Reiche derer Todten. Tle. 3, 26, 33-34, 59, 62-63, 79 und 173 (von 240) in 7 Bdn. Mischaufl. Leipzig, Kröner und Deer, 1720-32. 4°. Mit 9 gestoch. Frontisp. Ohne Einband. (117) 150,Entrevuë 26, 33 und 79 in zweiter Auflage, die übrigen Stücke in erster Ausgabe. – Hayn-G. II, 602. FdF 1750. Jantz 956 (alle nicht vollständig). Holzmann-B. II, 7324. Diesch 500a (Nachtrag). Kirchner 1608. – „Wichtige Fund-

FÉNÉLON, F. DE SALIGNAC DE LA MOTHE, De gevallen van Telemachus. Uit het Fransch vertaalt, van nieuws overgezien ... door I. Verburg. 2 Tle. in einem Bd. Amsterdam, Wetstein, 1720. Mit gestoch. Frontisp., 11 Kupfertafeln und Kupferstichkarte. 40 Bl., 344, 331 S., 10 Bl. Pgt. d. Zt. (bestoßen, etw. fleckig). (9) 150,Vgl. Graesse II, 566. – Zweite Ausgabe der zuerst 1715 erschienenen Übersetzung von Isaak Verburg, revidiert nach der Pariser Ausgabe von 1717. – In der Einleitung greift der Übersetzer die antimonarchische Tendenz des Romans auf, indem er die glückliche Regierung der Niederlande rühmt. – Tafeln tls. bis zum Rand beschnitten, kaum fleckig, leicht gebräunt.

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(ETTNER, J. CH.), Deß Getreuen Eckarths Ungewissenhaffter Apotecker. Augsburg und Leipzig, Kroniger und Göbels Erben, 1700. Mit gestoch. Frontisp. 7 Bl., 1288 S. Stark läd. Ldr. d. Zt. (110) *R 300,Erste Ausgabe. – VD 17 75:652357X. Dünnhaupt 12. Brüning 2959. – Fortsetzung des planmäßig aufgebauten Zyklus der „medizinischen“ Bildungsromane, in deren immer wiederkehrender Rahmenhandlung zwei Studenten unter Führung ihres Hofmeisters statt sich im politischen Diskurs zu üben, in die medizinische Fachwelt eingeführt werden. – „Seine von gründlichem Fachwissen erfüllten lehrhaften Romane wurden von den Zeitgenossen durchaus ernst genommen. In der Tat bieten sie auch dem heutigen Leser noch eindrucksvolle Schilderungen der damaligen medizinischen und pharmazeutischen Praxis von einer Lebensnähe, die neuere Medizinhistoriker in den Schatten stellt“ (Dünnhaupt S. 1427). – Anfangs einzelne Wurmspuren, Erscheinungsjahr im Titel angeschnitten, die S. 1109/10 mit hinterlegtem Loch (Textverlust), Besitzvermerk von 1740, wenig fleckig. – Mod. Exlibris.

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– Le avventure di Telemaco, figliuolo d'Ulisse. 2 Bde. Venedig, Pasquali, 1768. Mit gestoch. Frontisp., 2 gestoch. Titeln, gestoch. Portr., gefalt. Kupferstichkarte und 24 Kupfertafeln. 4 Bl., 267 (recte 367); 316 S. Interims-Brosch. d. Zt. mit hs. Rtit. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (69) 150,Vgl. Graesse II, 566. – Hübsch illustrierte Ausgabe des berühmten Romans. – Vorsätze etw. wurmspurig, Blöcke gelockert, wenige Seiten mit kleinen Eckausrissen (kein Textverlust), minimal gebräunt und stellenw. gering fleckig.

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FEUSTKING, J. H., Gynaeceum haeretico fanaticum, Oder Historie und Beschreibung der falschen Prophetinnen, Quäckerinnen, Schwärmerinnen, und andern sectirischen und begeisterten Weibes-Personen. Frankfurt und Leipzig, Ch. Gerdes, 1704. Mit gestoch. Titel und gestoch. Titelvign. 11 Bl., 672 (recte 670) S., 15 Bl., 86 S. Pgt. d. Zt. (minimal berieben, Hinterdeckel leicht gebogen). (110) *R 300,Erste Ausgabe. – FdF 1497. Hayn-G. II, 254: „Enthält auch Scandalosa.“ – Eine der vielen Gegenschriften zu Gottfried Arnolds „Kirchen- und Ketzerhistorie“, heute (nach Abzug der wüsten Beschimpfungen) als Schriftstellerinnenlexikon hervorragend zu gebrauchen. – Johann Heinrich Feustking (1672-1713), Oberkonsistorialrat in Gotha, war mit Gichtel und Dippel befreundet; „sein schon nicht gesunder Pietismus wurde im Verkehr mit solchen Schwärmern zum völlig krankhaften Mysticismus“ (Herzog-H. II, 124). – Gering gebräunt. – Gestoch. Exlibris Friedrich August Herzog von Braunschweig-LüneburgOels (Warnecke 253).


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Bearbeiter älterer Teufelsbücher bekannt (Kosch VII, 415; Hayn-G. III, 96). „Seine Sprache ist rauh und derb, oft aber gewaltig packend“ (ADB X, 685). – Möglicherweise fehlen ein Porträt und ein Vortitel. – Spiegel mit hs. Eintrag, datiert 1727, wenig fleckig, leicht gebräunt.

FISCHART – (MARNIX, PH. VAN), Bienenkorb. Sankt Gallen, Huber, 1847. Mit Titelvign. in Holzstich. 2 Bl., 492 S. Pp. d. Zt. (Bezug mit kleiner Fehlstelle). (22) 150,Späte Ausgabe der berühmten, erstmals 1579 erschienenen Übersetzung der Satire auf die katholische Hierarchie des Niederländers Philips van Marnix (1540-1598) in der Fassung von Johann Fischart. – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk von alter Hand. – Fleckig, gebräunt. – Zwei Beilagen.

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Aus der ersten Berliner Hofbuchdruckerei 460

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Athanasia 21 (1837), S. 103 (bis S. 121 ausführliche Darlegung des Inhalts). Hayn-G. VI, 113. – Der „Parochus ... auf die Art eines Kirchweyh-Gesprächs zwischen drey Pfarrern zur Aufmunterung ihres belästigen Gemüths, vorgetragen von einem erlebt- und geübten Pfarrer“, erschien erstmals 1719. Verfaßt hat die Beschwerdeschrift Johann Laurentius Helbig (geb. 1662), Weltgeistlicher in verschiedenen Gemeinden Unterfrankens, endlich Würzburger Geistlicher Rat und Dechant des Landkapitels Gerolzhofen. Die Schrift „war anonym erschienen, doch wurde Helbig von seinem Kaplan verraten. Die kirchliche Obrigkeit war über diese Häufung teils recht drastisch vorgebrachter, vermutlich nicht unberechtigter Klagen wenig erbaut und verurteilte Helbig wahlweise zum Verlust seiner Geistlichen Rats-Insignien oder zu 100 Taler Geldbuße“ (Elfriede Moser-Rath, Predigtmärlein der Barockzeit, Berlin 1964, S. [347]). 1720 veröffentlichte Helbig noch seine „Anatomia canis mystica“, diesmal nicht anonym, im Jahr darauf ist er gestorben – um 100 Taler leichter, aber als Geistlicher Rat. – Vorsatz gestempelt, Titel mit hs. Besitzeintrag eines Prager Franziskanerklosters, etw. fleckig, gebräunt.

FLORUS, L. A., Rerum Romanarum libri duo priores, ex criticorum observationibus correcti, cum textus ratione, notisque variorum ... jussu & impensis Augustissimi Regis Borussiae ... adornati & editi a Laurentio Begero. Berlin, Liebpert, 1704. Fol. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titelvign., mehr als 300 Textkupfern, gestoch. Vign. und Initialen, 4 Kupferstichkarten (davon eine gefaltet) und 11 Kupfertafeln (davon 3 gefalt., eine doppelblattgroß). 9 (statt 13) Bl., 14, 396 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Kanten beschabt und etw. bestoßen). (103) 500,Seltener, aufwendig gestalteter Druck des ersten Berliner Hofbuchdruckers. – Ornamentstichslg. Berlin 4263. Schweiger II, 362 (nennt am Ende noch 1 Errata-Bl.). Ebert 7690 (niederschmetternde Kritik). MNE I, 229. Lipsius 129. Dibdin II, 11: „A splendid and learned edition.“ – Dem preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm gewidmetes Werk, zum Studium der Kron- und Kurprinzen bestimmt. Durch den Tod des Herausgebers, des Direktors der königlichen Antikensammlung in Berlin, blieb die Ausgabe unvollständig, sie ist dennoch besonders wertvoll durch die überaus zahlreichen Abbildungen und Beschreibungen antiker Münzen. Ferner mit Abbildungen von Reliefs, Schalen, Büsten, Triumphzügen etc. – Ohne die „Dedicatio“ für Friedrich Wilhelm. – Titel mit kleinem Stempel recto und Namensstempel verso, tls. leicht gebräunt.

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FRANZ VON SALES, Liebreiche Buß, oder Richtige Lehr-Art, zu Beichten und zu Communiciren. Wien, Krauß, 1747. 1 Bl., 427 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg. und Wappensupralibros (Altersspuren, Supralibros beschabt). (9) 200,-

HARTMANN, J. L., Handbuch für Seelsorger ... bey Kranckheiten und allerhand Zufällen. 4. Aufl. Nürnberg, Endter, 1715. 7 Bl., 1180 S., 6 Bl. Pgt. d. Zt. (leicht fleckig). (11) 150,Beliebtes, zuerst 1680 aufgelegtes Seelsorgebuch; im Anhang: „Wie mit ungehorsamen Kindern zu verfahren“, „Wie diejenige zu trösten, die von den Nachtgespenstern und Poltergeistern geplaget werden“, und „Besuchung deren, die von bösen Leuten, Zauberern, Unholden Schaden erlitten haben“. – Der Rothenburger Superintendent Johann Ludwig Hartmann (1640-1684) ist besonders als

(HERTEL, J. F., PSEUD.:) ALBANI DE SPINETTO, Politische Schnupf-Tobacs-Dose vor die wächserne Nase der Justitz. Frankfurt und Leipzig (= Jena, Göllner), 1739. Mit gestoch. Frontisp. 14 Bl., 439 S. Pgt. d. Zt. (gering fleckig). (110) *R 500,Erste Ausgabe. – Seebaß, N. F., 492. – Satire auf die umständliche und oft aberwitzige Arbeitsweise der zeitgenössischen Justiz mit konstruierten fiktiven Fällen. „Ob dem Kauffer des Fischzugs auch der heraus gezogene Pocal zugehöre?“ etc. – Angeblich aus dem Italienischen übersetzt. – Das von G. C. Schmidt gestochene satirische Frontispiz zeigt die blinde Justitia auf einer Bühne, flankiert von Harlekin und Anwalt. – 1766 erschien das offenbar erfolgreiche Werk in zweiter erweiterter Auflage, um einen zweiten Teil vermehrt. – Innengelenke etw. aufgebrochen, Titel mit Besitzvermerk und Randausschnitt (ohne Textberührung), etw. gebräunt und braunfleckig.

Erste deutsche Ausgabe. – Fromm 9901. – Kaum fleckig. – Dekorativ gebunden.

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(HELBIG, J. L.), Parochus duodenario pressus pondere cuius animum relevant hae pagellae, per encoenialem dialogum. Das ist: Eine Erzehlung der 12. Haupt-Beschwärnus eines Pfarrers. O. O. und Dr., 1740. 12°. 412 S. Beschäd. Pgt. d. Zt. (133) *R 200,-

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HIMMLISCHE SEELEN-SPEISS, Oder: Erklärung der sonn- und festtäglichen Evangelien durch das gantze Jahr. Ehedessen von einem Liebhaber göttlichen Worts in Druck gegeben. Neue und von Fehleren gesäuberte Ausg. Basel, Mechel, 1774. 4°. 4 Bl., 740 S. Ldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 defekten Schließen (Kapital etw. läd., Bezug mit Fehlstellen, beschabt, fleckig). (16) 300,-


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Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – In öffentlichem Besitz über den KVK nur ein Exemplar in Basel nachweisbar. – Etwas fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegen 8 meist theologische Werke.

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HOUBRAKEN, A., Een-en-veertigh stuks, verscheydene Sinnebeelden. O. O., Dr. und Jahr (um 1710). Gestoch. Titel und 36 (statt 40) Kupfertafeln. Brosch. d. 19. Jhdts. (Altersspuren). (100) *R 200,Praz 375. – Es fehlen die Tafeln 17, 18, 34 und 36. – Innendeckel mit hs. Vermerk, datiert 1859, stellenw. fleckig. – Laut Schildchen auf dem Umschlag aus der Sammlung Metternich.

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HUEBER, V., Expositio et dilucidatio spiritualis, theologica et literalis duodecim sacrorum capitum regulae S. Francisci. Bartfeld, Th. Schulz, 1699. Mit gestoch. Frontisp. 8 Bl., 446 S., 11 Bl. Ldr. d. Zt. mit 2 intakten Schließen (Kapitale läd., Altersspuren). (9) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Seltener Druck aus dem ehemals oberungarischen Bardejov (heute in der Ostslowakei gelegen, lat. Bartpha, deutsch Bartfeld). – Vorsatz mit rasiertem Besitzvermerk, anfangs und am Ende mit kleinen hinterlegten Fehlstellen (kein Textverlust), zahlreiche Streichungen mit Tinte, leicht gebräunt. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur drei Exemplare nachweisbar. – Siehe Abbildung.

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IGNATIUS VON LOYOLA, Ignatianischer Seelen-Wecker. Ein- und zusammen gerichtet von M. Zech. München und Ingolstadt, Crätz, und Augsburg, Sommer, 1761. Mit gefalt. Tabelle. 11 Bl., 814 S., 4 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Rücken brüchig, beschabt, bestoßen). (13) 120,Erste Ausgabe. – De Backer-S. VIII, 1478, 1. – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk des Klosters Maria Heimsuchung in München (Salesianerinnen im Damenstift St. Anna), fleckig. – Beiliegend Breviarium Romanum, Pars hiemalis, Kempten 1772.

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JAMNITZER, CH., Neuw: GrotteßkenBuch. 3 Tle. in einem Bd. Nürnberg, Jamnitzer, 1610. Qu.-4°. Mit 3 rad. Titeln und 54 (statt 60) Kupfertafeln. 2 Bl. Hpgt. um 1700 (beschabt und bestoßen, oberes Kapital lädiert). (110) *R 25.000,VD 17 23:289519D (Wolfenbüttel und das inkompl. Exemplar der BSB). Hollstein 1. Andresen IV, 244. Ornamentstichslg. Berlin 32. Warncke, Die ornamentale Groteske in Deutschland, Berlin 1979: Bd. I passim; Bd. II, Nr. 926-88. – Bekannt seltene Folge von Grotesken, „inventirt, gradirt und verlegt“ durch den Nürnberger Goldschmied Christoph Jamnitzer (1563-1618). „Ein toller Spuk aller erdenklichen, sich lebendig gebärdenden Mischbildungen aus Schnörkeln und Schneckenhüllen, Knorpelquellungen und Körpergliedern, fröhlichen Kampfspielen und feinsten Liebesgöttern in geräumigen Landschaften“ (Jessen, Ornamentstich, 133). Erschien in drei Folgen mit

Nr. 467 Titel und je 20 Bl. unbestimmter Reihenfolge, für den praktischen Gebrauch als Vorlage gedacht und daher meist verbraucht. Von den wenigen erhaltenen Exemplaren sind die meisten inkomplett. – Vorliegend die erste und dritte Folge mit je 20 Radierungen komplett, zu Tl. II sind nur 14 Bl. vorhanden. – Der Haupttitel am linken Rand mit geringem Bildverlust, bis an den Plattenrand beschnitten und aufgezogen, die beiden Textbl. fleckig und mit kleinen Stempeln verso (Dubletten der Veste Coburg, aus einem anderen Ex. ergänzt). Die Tafeln meist nur in den Rändern fingerfl. oder angestaubt, vereinzelt im unteren Bund oder außen leicht wasserrandig, vier Tafeln der dritten Folge mit Ausbesserungen im Rand (bei der letzten Tafel die Darstellung berührend). – Vorderer Innendeckel mit gestoch. Exlibris des oberösterreichischen Juristen Johann Karl Seyringer (1654-1729; Warnecke 2030). – Siehe Abbildungen Seite 119 und 124. Famous rare series of grotesques. – Was published in three sequels with title and 20 leaves each of undetermined order, intended as pattern for the practical use and hence mostly worn out. Most of the few preserved copies are incomplete. – Available here the first and third sequel complete with 20 etchings each, to part II only 14 leaves are existing. – Main title at left margin with minor loss of illustration, cropped up to plate edge and mounted, the two text leaves soiled and with small stamps verso. Plates with fingermarks or dust-soiled for the most part only at margins, occasionally at lower joint or outer margin slightly waterstained, four plates of the third series with repairs


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Nr. 469

at margin (affecting illustration at last plate). – Upper inner cover with engraved exlibris. – Half vellum around 1700 (scratched and scuffed, top turn-in damaged). – See illustrations on page 119 and 124.

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KLAUBER – DORN, F. X., Lauretanische Litaney, so zu Lob, und Ehr der ohne Mackel empfangenen, von aller Sünd befreyten, unbefleckten Jungfrauen, und glorwürdigsten Himmels-Königin Mariae ... von denen Heiligen Englen ist abgesungen. Augsburg, Burckhart, 1749. Mit 55 (statt 56) Kupfertafeln von Josef und Johann Klauber (und ohne das Frontispiz). 8 nn., 56 num. Bl., S. 57-86. Maroquin d. Zt. (hinteres Gelenk gebrochen, berieben und bestoßen). (68) *R 300,Erste Ausgabe. – Gier-J. 837: „Das Werk ist bei den Gebr. Klauber bis 1771 in mehreren lateinischen und deutschen Auflagen erschienen.“ – Es fehlt außer dem Frontispiz die Tafel „Mater Castissima“ zum Textblatt 16. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk, fleckig, leicht gebräunt.

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LAY, W ., Die geheime Ohrenbeicht, oder das katholische Bußsakrament aus theologischen Gründen bewiesen. 2 Tle. und Anhang in einem Bd. Kempten, Kösel, 1791. 2 Bl., XX, 166, XVI, 188, 76 S. Pp. d. Zt. (leichte Altersspuren). (77) 300,-

Jöcher-A. III, 1433. Hamberger-M. IV, 379. Kirchmair 133. – Willibald Lay war Kapitular und Pfarrer in Isny. – Gelenke, Vorsätze, Titel und letzte Blätter mit kleiner Wurmspur, gering fleckig. – Selten. DAZU: NACK, K., Auszug aus dem katholischen Gebethbuch. Ebda. 1814. 5 Bl., 342 S. – Erste Ausgabe. – Vgl. Kirchmair 153 (16. Aufl. 1854).

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LÖBER, CH., Ein treuer Knecht des Herrn in gutem Alter wurde, als ... Herr Johann Michael Thomae, ... hochverdienter Stiffts-Prediger zu Altenburg den 5. May 1747. ... sannft und selig entschlafen, und nachdem der entselte Leichnam den 9. May in der Brüder-Kirche daselbst zur Ruhe gebracht worden, ... mit einer Gedächtnis-Predigt beehret wurde, vorgestellet. Altenburg, Richter, (1747). Fol. 3 Bl., 48, 12 S. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (18) 150,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, im Karlsruher Virtuellen Katalog nur ein Exemplar in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek verzeichnet. – Zum Verfasser der Leichenpredigt, Christian Löber (16831747), vgl. Jöcher II, 2490-91. NACHGEB.: 20 TRAUERGEDICHTE auf Johann Michael Thomae. Zus. 42 Bl. – Verfasser sind u. a. der Kantor G. Schreiter, „Die zum Fürstl. Sächßl. allhier verordnete Consistorio Präsident, Räthe und Assessores“, „Des geistl. Hof- und Stadt-Ministerii sämtl. Mitglieder“, die Gattin, der Sohn und weitere Familienangehörige. – Titel mit Besitzvermerk, Titel und letztes Blatt im Bug alt angerändert, gebräunt, etw. fleckig. – Beilage.


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MOSCHEROSCH, J. M., Wunderliche und warhafftige Gesichte Philanders von Sittewald. Zum letztern mahl auffgelegt. Tl. I (von 2). Straßburg, Mülbe und Städel, 1650. Mit gestoch. Titel, 8 Kupfertafeln und 23 Textholzschnitten (davon einer ganzseitig). 23 Bl., 709 S., 12 Bl. Pgt. d. Zt. (gering angestaubt). (110) *R 150,Dünnhaupt 1.I.5. – Vierte Ausgabe von Moscheroschs Hauptwerk, hier in der zweiten Druckvariante. – Mehrere gelöschte Besitzvermerke, leicht gebräunt und fleckig.

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MÜLLER, H., Himmlischer Liebes-Kuß. Frankfurt und Leipzig, Kunckel, 1734. Mit gestoch. Portr., gestoch. Titel und 36 Kupfertafeln. 10 Bl., 1004 S., 61, 46 Bl. Ldr. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt mit etw. Punzierung (berieben, Kapitale leicht lädiert). (110) *R 150,Vgl. FdF 486. – Hübsche emblematische Kupfer, von vierzeiligen Versen begleitet. – Heinrich Müller (1631-1675) galt als einer „der würdigsten und in seinem Einfluß tiefgreifendsten Repräsentanten seiner Zeit“ (ADB XXII, 555). Sein „Liebeskuß“ erlebte zahlr. Neuauflagen. – Vorsatz mit Besitzvermerk, etw. gebräunt.

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(RAMBECK, Ä., Calendarium annale Benedictinum per menses et dies sanctis eiusdem ordinis inscriptum). Nur der Tafelteil in einem Bd. (Augsburg, Utzschneider, 1675-77?). 4°. 364 (statt 365?) Kupfertafeln (ohne die beiden gestoch. Titel). Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 intakten Schließen (beschabt und bestoßen). (75) *R 2.000,STC R 64. Brunet 21737. Graesse VI/1, 20. ADB XXVII, 203 (fälschlich 1775). Jöcher-A. VI, 1298. LThK VIII, 628. Gier-J. 495 und 771. – Die Tafeln wohl aus der ersten Ausgabe des prächtigen, höchst seltenen Heiligenkalenders, ohne den typographischen lateinischen Text von 3365 Seiten. Das Werk erschien 1675-77 in vier Bänden in lateinischer und 1690 sowie 1710 in deutscher Sprache. – Die Kupferstiche zeigen jeweils die Figur eines Heiligen mit seinen Attributen, teilweise auch in einer für das jeweilige Martyrium charakteristischen Szene, geordnet nach den Heiligenfesten des Kalenderjahres. Die Angabe des Tages ist der Darstellung in kleinen Ziffern auf Sockeln, Schriftbändern und dergleichen beigegeben. Unter der Darstellung erscheinen der Name und je fünf Zeilen Text mit einem Abriß der Vita. – Aus einem Vergleichsexemplar im Handel sind außer dem Jahreszyklus 24 weitere Tafeln bekannt, teils Wiederholungen, doch ohne Tagesangabe. – Die Stiche stammen zu einem großen Teil von Bartholomäus Kilian nach Vorzeichnungen von Jonas Umbach. Das „redaktionelle Konzept“ dazu hat der Subprior von St. Ulrich und Afra in Augsburg entworfen, P. Amandus Liebhaber. “Einen ersten neuerlichen großen Höhepunkt nach dem Dreißigjährigen Krieg in anspruchsvoll illustrierten Zeugnissen der Heiligenverehrung und der Buchkunst überhaupt stellt der Druck des vierbändigen 'Calendarium annale Benedictinum' des Scheyerer Benediktiners und Professors in Salzburg Ägidius Rambeck durch

Nr. 475 Apergers Schwiegersohn Simon Utzschneider im Jahr 1677 dar. Neben seiner Bedeutung für die Hagiographie bildete es durch seine reichhaltige Illustrierung ein brauchbares Nachschlagewerk für die Ikonographie von Benediktinerheiligen. Es wurde zur Fons inventionis entsprechender Darstellungen in der Monumentalmalerei und Skulptur“ (Gier-Janota). – In unserem Exemplar liegt nahezu der gesamte Jahreszyklus vor. Es fehlt lediglich das Kupfer zum 22. März. – Zusätzlich eingebunden sind zwei Tafeln, die wohl zu den erwähnten 24 Zusätzen gehören: zum 9. Mai neben dem Stich zum heiligen Alexander von Ehinger nach Knappich eine alternative Darstellung von Ehinger nach Umbach und zum 18. Oktober neben dem Stich zum heiligen Berchardus von Ehinger nach Knappich eine alternative Darstellung von Wolfgang nach Fisches (bis zum Rand beschnitten und montiert über dem an dieser Stelle doppelt eingebundenen Kupfer zum 21. Juni, jetzt teils gelöst). – Wohl zur Zeit der Bindung wurden die Stiche oben rechts handschriftlich mit einer kleinen Numerierung in Tinte versehen und wenige Tafeln bis zur Größe des Buchblocks angerändert; einige Tafeln wurden jedoch erst später hinzugefügt, meist auf etwas jüngerem Papier aufgezogen: 1. Januar, 25. Februar, 21. März (heiliger Benedikt von Kilian nach Umbach, ohne Tagesangabe), 23., 24. und 25. März, 6. Mai (Johannes von Damaskus, ohne Tagesangabe und ohne Vermerk zu Stecher und Entwerfer), 6. Juni, 13. Oktober, 20. November und 17. Dezember. – Erstes und letztes Blatt vom Block gelöst, Vorsätze aus etwas späterer Zeit (wie die angeführten Ergänzungen von Tafeln), fleckig, gering gebräunt. – Sorgfältige, nahezu vollständige Zusammenstellung des seltenen Zyklus der Benediktinerheiligen. – Siehe Abbildung.


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Barock- und Emblembücher

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(RICHTER, CH. G.), Die redende Thiere über menschliche Fehler und Laster, bey ruhigen Stunden lustig und nützlich zu lesen. (Mischauflage). Tle. I-VII und XXII-XXVIII (von 44) in 2 Bdn. Frankfurt und Leipzig (= Nürnberg) 1747-68. 106, 94, 78, 78, 126, 110, 78; 110, 78, 76, 68, 59, 78, 96 S. Mit 13 (statt 14) gestoch. Frontisp. Pp. d. Zt. mit Rschild (stärker beschabt und bestoßen). (5) 200,Kirchner 5207. – Vgl. Holzmann-B. VII, 10057. Hayn-G. VII, 633. – Die Innengelenke des ersten Bandes gebrochen; etw. gebräunt, stellenw. gering wasserrandig.

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– Die redende Thiere über menschliche Fehler und Laster, bey ruhigen Stunden lustig und nützlich zu lesen. Tle. XIII-XXIV (von 44) in einem Bd. Frankfurt und Leipzig (= Nürnberg) 1741-44. 110, 118, 125, 134, 102, 128, 104, 131, 108, 110, 116, 128 S. Mit 12 gestoch. Frontisp. Restauriertes Hpgt. unter Verwendung alten Materials (gering berieben). (5) 400,Erste Auflage. – Kirchner 5207. – Vgl. Holzmann-B. VII, 10057. Hayn-G. VII, 633: „Satyrische, oft recht derbe und freie Erzählungen voller Liebeshändel, auch culturgeschichtlich merkwürdig.“ – Zu Christoph Gottlieb Richter vgl. Jöcher-A. VI, 2062-63: Nürnberger Advokat (1717-1774), der ein sehr bewegtes Leben führte und seine Finanzschwierigkeiten mit z. Tl. illegalen und anonymen Unternehmungen zu verbessern versuchte. – Wenige Blatt angerändert, hinterer Spiegel mit Besitzvermerk, stellenw. stärker gebräunt.

Nr. 479 First edition of this magnificent and most rare calendar of saints with nearly complete set of plates, without the typographical Latin text of 3365 pages. The work was published in 1675-77 in four volumes in Latin and in 1690 and 1710 in German. – The copper engravings show the figure of a saint with his attributes, partly also in a characteristic scene for the specific martyry, arranged after saint's days of the calendar year. The indication of the day is mentioned in small figures on pedestals, scrolls etc. Below the illustration the name and five lines of text with an abridgement of the life. – 24 more plates are known from a comparative copy in the trade besides the annual cycle, partly repetitions, without date however. – Our copy comprises nearly the entire annual cycle. Missing is only the copperplate to March 22. – Additional bound-in two plates which probably belong to the aforementioned 24 supplements. – At the time of binding the engravings were given a small handwritten numbering in ink at top right, and some plates were restored up to the size of the book-block; some plates were added at a later time, mostly mounted on more recent paper. – First and last leaf unstuck from binding, endpapers from a later period (like the quoted additions of plates), soiled, minimally browned. – Meticulous, nearly complete compilation of the rare cycle of the Benedictine saints. – Contemporary blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 intact clasps (scratched and scuffed). – See illustration.

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S(UDERMANN), D., Hohe geistreiche Lehren, und Erklärungen uber die fürnembsten Sprüche deß Hohen Lieds Salomonis. (Frankfurt, Kieser für) Jacob von der Heyden (in Straßburg), 1622 (Kolophon: 1623). Fol. Mit gestoch. Titel- und Schlußvign. sowie 64 tls. wdh. Textkupfern. 1 nn., 67 num. Bl. Beschäd. Buntpapier-Umschl. d. Zt. (68) *R 1.000,STC S 3131. Goed. III, 30, 9 c. Praz 507, 2. Seebaß, N. F., 886. FdF 94. – Zweiter Druck. – „Daniel Sudermann (1550-1631) belongs entirely to the poetic 'enthusiasts'“ (FdF). „David (!) Sudermann, ein Schüler und Anhänger Schwenckfelds, ist wohl die liebenswürdigste Erscheinung einer dem Barock vorausliegenden, heute fast ganz vergessenen Kulturepoche“ (Wolfskehl 407). – Blatt 23 mit Knickspur, Lage I nach Lage K verbunden, fleckig, unterschiedlich gebräunt. – Beiliegen zwei Bände mit weiteren Werken von Daniel Sudermann (jeweils in gleichem Umschlag). Enthalten sind in der Reihenfolge der Bindung im ersten Band: I. Ein schöne Lehr, von den sieben Graden, oder Staffeln der volkommenen Liebe, in denen die Gesponß Christi wandeln soll. O. O. und Dr., 1622. Mit 3 Textkupfern. 6 Bl. – Landwehr 576. FdF 94. Wolfskehl 407. Praz 507, 4 (abweichende Kollation). II. Folge von 12 num. Bl., jeweils einseitig bedruckt, mit Kupfer und typographischem Text. – Landwehr 567. – Text von Blatt 1 und 3 unten etw. beschnitten.


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Barock- und Emblembücher

III. Aus verschiedenen Folgen zus. 48 Tafeln (einzelne gleiche; davon 46 jeweils mit emblematischem Kupfer und gestoch. Text, 2 mit gestoch. Text). Im zweiten Band: Aus verschiedenen Folgen zus. 44 Tafeln (davon 39 jeweils mit emblematischem Kupfer und gestoch. Text, eine mit gestoch. Text, 4 mit emblematischem Kupfer und typographischem Text).

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SWIFT, J., Travels into Several Remote Nations of the World. By Lemuel Gulliver, first a surgeon, and then a captain of several ships. The 2nd ed. (Bd. II: The 2nd ed., corrected). 2 Bde. mit 4 Tln. in einem Bd. London, Motte, 1727. Mit gestoch. Portr. und 6 Kupfertafeln. 3 Bl., S. (III)XII (so komplett), 148 S., 3 Bl., 164 S., 12, 3 Bl., 155 S., 3 Bl., 199 S. Ldr. d. Zt. (etw. berieben und gering bestoßen). (48) 1.000,Teerink-S. 293 (mit einigen Abweichungen, auf die gleich näher einzugehen ist). – Fünf der sechs Kupfer zeigen fiktive Örtlichkeiten. – Zur Kollation: Das Werk, wie es hier gebunden vorliegt, beginnt mit einem in Teerinks Personalbibliographie (2. Aufl. 1963) nicht aufgeführten Gesamttitel für den ersten Band mit dem Erscheinungsjahr 1727, jedoch ohne Auflagenvermerk (Travels ... In four parts. By ... Vol. I. London ... MDCCXXVII), dann folgen 2 Bl. (1 verse) und die beiden Teile des ersten Bandes, dann 12 Bl. (Gesamttitel für den ersten Band mit dem Erscheinungsjahr 1727 und dem Auflagenvermerk, 10 Bl. [4 verses], 1 Bl. mit Verlagsanzeigen), dann der Bd. II mit den Teilen 3 und 4. Für die oben verzeichnete Titelaufnahme haben wir den zwischen den Teilen I/2 und II/3 befindlichen Gesamttitel zum ersten Band mit der Angabe der Auflage zugrunde gelegt. – Teerink erwähnt weder das Blatt mit den Verlagsanzeigen noch den Gesamttitel mit dem Jahr 1727 ohne Auflagenangabe, welches Blatt am Beginn des vorliegenden Bandes eingebunden ist. Wiewohl nicht zu beweisen, da es eine entsprechende Buchbindernachricht nicht gibt, aber immerhin denkbar ist, daß es sich bei dem Gesamttitelblatt zum Band I ohne Auflagenangabe um ein auszutauschendes Blatt handelt; das Austauschblatt wäre dann das erste Blatt der anderthalb Oktavbogen, die hier zwischen I/2 und II/3 gebunden sind. – Vorderer Vorsatz fehlt, Portr. mit geringen Randläsuren, das zu Beginn des Bandes eingebundene Gesamttitelblatt zu Bd. I aufgezogen und mit Blindstempel; die an den Anfang des ersten Bandes gehörenden anderthalb Bogen mit den Signaturen a und b zwischen die Bde. I/2 und II/3 verbunden. Alle Teile stärker gebräunt und etw. fleckig. – Siehe Abbildung. Upper endpaper missing, portrait with minor tears in margin, the overall title-page to vol. I, bound-in at the beginning of the volume, mounted and with blind tooling; the one and a half quires belonging to the beginning of the first volume with the signatures a and b misbound between vols. I/2 and II/3. All parts stronger browned and a little soiled. – Contemporary calf (some rubbing and minor scuffing). – See illustration.

480

SWIFT – RADICATI, A., Recueil de pièces curieuses sur les matières les plus interessantes. Rotterdam, Johnsons Witwe, 1736. X, 14 S., 1 Bl., S. 15-384. Hldr. d. Zt. (Rücken brüchig, beschabt, bestoßen). (67) 600,-

Nr. 482 Einer von zwei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe, enthält auch die erste französische Ausgabe von Swifts berüchtigtem „modest proposal“, die eigenen Kinder doch einfach aufzuessen. – Teerink-S. 338, Nr. 680. – Vgl. Graesse VI/1, 16. Brunet IV, 1086 (Druck mit der Verlagsadresse „Londres et Roterdam“). Bucher 784 (Ausg. 1749). – Gering fleckig, leicht gebräunt.

Mit Widmung des Verfassers 481

(TANNER, J.), Trophaea Sancti Wenceslai Bohemiae regis ac martyris. Prag, Akademische Druckerei, 1661. Fol. Mit gestoch. Titel. 36 Bl. Mod. Lwd. (16) 150,Einzige Ausgabe. – De Backer-S. VII, 1856, 5. HolzmannB. IV, 6018. Knihopis 16.061. – In den Bibliothekskatalogen wird meist nicht Jan Tanner (1623-1694) als Verfasser genannt, sondern Jan Václav Bílek, der Autor der Widmung. – Gestochener Titel knapp beschnitten und mit kleinem Blattweiserausriß, fleckig, gebräunt. – Titel mit dem Schenkungsvermerk des Verfassers an den Augsburger Jesuitenprediger Benignus Kybler: „R(everen)do in D(omi)no Fratr(i) Patri Benigno Kibler, semp(er) in D(omi)no Jo(hann)es Tanner S. J.“


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Barock- und Emblembücher

VERLIEBTE JESUITE, DER. Oder Artige Galanterien, welche die vornehmsten Herren Patres aus der Societet zu Pariß practiciret. Aus dem Frantzösischen übersetzet von B. Paris, „Bey Mons. Brunet“, o. J. (1696). 12°. Mit gestoch. Frontisp. 286 S. Pgt. d. Zt. (110) *R 1.000,Erste deutsche Ausgabe. – Hayn-G. III, 410. Weller, Druckorte, I, 46. – Nicht im VD 17 (aber in der Eutiner LB vorhanden). – Erstmals 1696 in Paris unter dem Titel „Les jésuites de la maison professe de Paris en belle humeur et leurs intrigues galantes avec diverses dames de la cour“ erschienen (in einer Titelvariante auch als „Les moines en belle humeur“).

Erste Ausgabe. – Graesse VI, 433. Hayn-G. IV, 328: „Wohl das Gröbste, Zotigste und Gemeinste, was je ein katholischer Schriftsteller auf dem Gebiet des Pamphlets leistete.“ – Fleckig, gebräunt. – Gestoch. Exlibris. – Ohne Rückgaberecht. – Beilage.

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NACHGEB.: DIE GLÜCKSELIGEN LIEBHABER, auffgeführet in unterschiedenen und kurtzweiligen Begebenheiten. Aus dem Frantzösischen ins Teutsche gebracht. „Cölln, P. Marteau“, 1697. Mit gestoch. Frontisp. 1 Bl., 324 (recte 356) S. – Erste deutsche Ausgabe. – Walther 53 und 1697, 3. Hayn-G. IV, 195. – Nicht im VD 17. – Erstmals französisch 1694 unter dem Titel „Les amans heureux, histoires galantes“ erschienen. DER BEY IETZIGEM KRIEGE ENTSTANDENE TUMULT und Aufruhr der Mann-begierigen Jungfrauen. „Cölln, bey Peter Marteau seel. Erben“, 1696. Mit gestoch. Titelvign. 139 S. – Walther 1696, 1 (nach einem nicht kat. Exemplar der SB Bamberg). – Nicht im VD 17. – Textlich weitgehend identische Variante zu „Der durch vieles Wehklagen endlichen entstandene Tumult und Auffruhr von denen Mann-begierigen Jungfrauen zu St. Cyr“ (VD 17 14:654678T; Hayn-G. VII, 37), Übersetzung von „Lamentations des dames de St. Cyr“.

Erste Ausgabe. – Hayn-G. IV, 327. Herzog-H. VI, 266. – Der Lutheraner Johann Philipp Fresenius (1705-1761) erregte mit seinem Werk beim katholischen Klerus so große Erbitterung, daß man versuchte, mit Hilfe des am Rhein stehenden österreichischen Heeres gegen ihn vorzugehen. – Titel mit Besitzvermerk und kleinem Randabriß, fleckig, gebräunt.

486

Frontisp. des ersten Stückes mit Stempel verso, ganz vereinzelte Eintragungen von alter Hand. – Schöner Sammelband mit vier raren Drucken. – Siehe Abbildung.

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WEBER, J. A., Discursus curiosi et fructuosi, ad praecipuas totius litteraturae humanae scientias illustrandas accommodati. Salzburg, Mayr, 1690. 8 Bl., 916 S., 18 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. und dreiseit. Goldschnitt (berieben, vereinzelte Wurmspuren, Bindebänder fehlen). (110) *R 200,-

WEISLINGER, J. N., Auserlesene Merckwürdigkeiten von alten und neuen theologischen Marckschreyeren, Taschen-Spieleren, Schleicheren, Winckel-Predigern, falschen Propheten, ... welche sich zu Christus Aposteln verstellen. 4 Bde. Straßburg, Le Roux für den Verfasser und Wagner in Oberammergau, 1738. Ohne die Kupfertafeln. Mit doppelblattgr. Titel. Beschäd. Pp. d. Zt. (16) 150,-

(ZACHARIE DE LISIEUX, PSEUD.:) PETRUS FIRMIANUS, Enddeckte Staats-Larve von Franckreich. Ehemals ans Licht gestellet, von dem vortreflichen Petrus Firmianus. Anitzo aber mit unterschiedenen feinen Anmerckungen aus dem Lateinischen übers., von J. G. Rincken. Merseburg, C. Forberger für G. H. Frommann und Ch. Forberger in Leipzig und Merseburg, 1684. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 751 S. Pgt. d. Zt. (etw. angestaubt und fleckig). (110) *R 250,Zweite deutsche Ausgabe (erstmals 1682). – VD 17 39:123355R. Kat. Wolfenbüttel B 9633. Dünnhaupt (Riemer) 47. – Vgl. Cioranescu 67442 (lat. EA 1658) und 67443 (franz. Übers. 1663). Gay-L. II, 443. Jantz 2760 (Ausg. Leipzig 1698). Hayn-G. IV, 557. – Satirischer Roman, von Rinck mit umfangreichen Anmerkungen versehen. – Satiren im Stil des Petronius Arbiter über Delikates im französischen Hof- und Privatleben (insbesondere Richelieus). Mit Hilfe eines unsichtbar machenden Ringes wie dem des antiken Königs Gyges dringt der Autor in Privatgemächer und -leben von Personen der Gesellschaft ein, ein Stilmittel, das sich bei Lesage im „Diable boîteux“ wiederholt. – „C'est la description de la vie intérieure des Français au dix-septième siècle, dans laquelle l'auteur suppose qu'il pénètre à l'aide de l'anneau de Gygès, qui lui ouvre les maisons“ (Hoefer XLVI, 930). – Das Frontispiz verso mit einer langen gedruckten „Erklärung“ von J. Riemer. – Vorsatz mit Eintragung, leicht gebräunt und braunfl., Beiband entfernt.

Vgl. STC W 369. Hayn-G. VIII, 327. – Typisches Produkt barocker Polyhistorie mit Kapiteln aus allen Bereichen von Natur, Kunst und Wissenschaft, erstmals 1673 erschienen. – Stärker gebräunt und stockfleckig. – Hübscher Barockeinband mit reicher Ornamentik.

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WEISLINGER – FRESENIUS, J. P., Anti-Weislingerus. Oder: Gründliche Wiederlegung, einer, unter dem Titul: Friß Vogel, oder Stirb! ... herausgegebenen Schmäh- und Läster-Schrifft. O. O., „gedruckt auf Kosten guter Freunde“, 1731. Doppelblattgr. Drucktitel, 8 Bl., 811 S., 15 Bl. Leicht läd. Ldr. d. Zt. (11) 80,-

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– Gyges Gallus. In hac nova editione summariis ... illustravit P. Gabriel Liebheit. Regensburg, Lenz für Gastl in Stadtamhof, 1736. 9 Bl., 458 S., 16 Bl. Ldr. d. Zt. mit reicher Vg. und Wappensupralibros auf beiden Deckeln sowie dreiseit. Goldschnitt (gering berieben, Vg. meist oxydiert). (110) *R 100,-


Barock- und Emblembücher

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Erste von dem Benediktiner Liebheit besorgte Ausgabe. – Lindner I, 200, 1. – Vgl. Quérard II, 43. Gay-L. II, 446. Hayn-G. IV, 556-58. Hoefer XLVI, 930: „C'est la description de la vie intérieur des Français au dix-septième siècle, dans laquelle l'auteur suppose qu'il pénètre à l'aide de l'anneau de Gygès, qui lui ouvre les maisons.“ – Über Völlereien, Fastnacht, Liebesschule etc. – Titel gebräunt, leicht stockfleckig. – In einem Klostereinband mit Abtswappen („I. E. D. G. A. S. S. A. L.“, datiert 1745).

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SAMMELBAND – 16 seltene Schriften zu Astronomie, Theologie und Dreißigjährigem Krieg. Alle aus dem Jahr 1639. 4°. Pgt. d. Zt. (mit kleinen Wurmlöchern, beschabt, bestoßen). (76) 1.200,Enthalten in der Reihenfolge der Bindung: I. GOLDMAYER, A., Himmlische Harmoni, Das ist Harmonische, ewigwehrende, astronomische Tafeln. Nürnberg, Dümler, 1639. Mit breiter figürlicher Holzschnitt-Titelbordüre. 91 S. – Erste und wohl einzige Ausgabe. – Lalande 210. Houzeau-L. I, 12764. ADB IX, 338. II. RELATION Was biß Dato, den nach und nach einkom(m)enen Avisen nach, mitt den Schwedischen in Schlesien eingefallenen Partheyen sich begeben. O. O., Dr. und Jahr (1639). 4 Bl. – Nicht im VD 17. – Titel mit verblaßtem Vermerk. III. GRÜNDLICHE RELATION Deßen was in dem Neißischen mit denen eingefallenen Schwedischen feindlichen Partien vorgelauffen. O. O., Dr. und Jahr (1639). 6 Bl. – Nicht im VD 17. IV. GEGRÜNDETE UND NACHDENCKLICHE MOTIVEN, so allen Christlichen hohen Potentaten billich Anlaß und Ursach geben sollen: I. von dem blutigen, hochschädlichen Kriege ... in etwas abzustehen ... II. Zu mehrer Beförderung eines allgemeinnützlichen Friedens ... . O. O. und Dr., 1639. 38 Bl. – VD 17 12:111915L. – Einer von zwei Drucken im selben Jahr. V. FRIEDENSDORFF, E. VON, Antwort auff eines vornehmen Patrioten Schreiben, darinnen zubefinden wichtige Ursachen, so christliche Potentaten billich bewegen sollen ... unverzüglich den Friede zuergreiffen. O. O. und Dr., 1639. 20 Bl. – VD 17 14:005785G. VI. PLACAT UND VERKLÄRUNG unsere vielgeliebte Unterthanen in unserm Königreich Engelland zu unterrichten, betreffend die auffrührischen Practicken von etlichen in Schottland: Welche trachten unsere königliche Authoritet unter die Füß zu werffen. Aus dem Englischen Exemplar trewlich übergesetzt. Leiden, Christian, 1639. 6 Bl. – Bircher A 3343. VD 17 23:293439P. VII. GRÜNDLICHE ABLEINUNG und Widerlegung deß vermeinten. Manifesti und Außschreibens, welches Pfaltzgrave Carl Ludwig an die Röm. Kays. Mayestät ... in Sachen sein Pfaltzgravens praetendirtes und SuccessionsRecht, an den Chur- und Fürstenthumben der Pfaltzgraffschafft bey Rein, etc. außgehn, und in Truck geben lassen. O. O. und Dr., 1639. 1 Bl., 150 S. – VD 17 14:073436E. Hohenemser 5633. Discursus politici 202. – Einer von zwei Drucken im selben Jahr. – Zwei Blätter mit kleiner Fehlstelle (minimaler Buchstabenverlust). VIII. (HEIDER, D.), Kurtzer doch gründlicher Discurs uber die emporgehende Frag, ob die alte Reichs-Vogteyen, dieser Zeit, bey den Reichsstätten ... wieder an: und zu Werck gericht werden sollen und können, oder nicht. O. O. und Dr., 1639. 143 (recte 135) S. – VD 17 14:004698B. Holzmann-B. I, 11877.

Nr. 488 IX. EHINGER, E., Loci theologici Areopagitice dispositi. Nürnberg, Dümler, 1639. 8, 24 Bl. – VD 17 39:130933L und 39:130994G. – Enthält die Loci 28 bis 33 (De morte corporis, De fine mundi, De resurrectione mortuorum, De extremo judicio, De inferno, De vita aeterna). X. WEBER, A., Ecclesia et academia Lipsiensis LutheranoEvangelica. Leipzig, Ritzsch für Frank und Scheibe, 1639. 14 Bl. – VD 17 3:639579L (inkomplett: nur 12 Bl. ohne die beiden Bl. der letzten Lage D). XI. LIEFER, J., Prodromus exhibens bellum Sundense anno MCCCXVI. ... terra marique gestum. Rostock, Richel, 1639. 4 Bl., 47 S. – STC L 702. VD 17 14:001341M. XII. MENGERING, A., Belialis stratiotici consobrinus sceleratus metator. Der schendliche ungerechte Quartiermeister gegenwertiger verzweifelter Zeiten. Altenburg, Michael, 1639. 4 Bl., 118 (recte 112) S. – VD 17 23:335695Z. XIII. HIMMEL, J., Calvinischer Schaffspeltz, des Berlinischen Berichters. Jena, Steinmann, 1639. 8 Bl. (das letzte weiß), 136 S. – VD 17 39:132362Y. XIV. HEIDENREICH, J., UND PH. PISTORIUS, Apologia liminaris Wieder die Disceptationem Christianam, von der Frage: Ob Christi wesentlicher Leib nach der Himmelfahrt auch warhafftig auff Erden sey. Quedlinburg, Salfeld, 1639. 1 Bl., 57 S. – Nicht im STC und nicht im VD 17. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur ein Exemplar in Hannover (Leibniz-Bibliothek) nachweisbar. XV. COTHMANN, J., Destructio fundamenti papatus ab Elia Schillero. Rostock, Reusner, 1639. 46 Bl. – VD 17 12:174393X. XVI. GLOGOVIUS, B., Bäpstischer Phariseer. Das ist, Revocation-Predigt auff den eilfften Sontag nach Trinitatis. Stettin, Rhete, 1639 (Chronogramm). 24 Bl. – VD 17 1:078460A.


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Literatur bis 1900

Literatur bis 1900

Das letzte Blatt mit Bibliotheksstempel. – Gelenk angebrochen, Vorsätze mit einzelnen Wurmspuren, leicht fleckig, gebräunt. – Bemerkenswertes Panorama der drängenden Fragen der Zeit. – Siehe Abbildung. Collection of 16 rare treatises on astronomy, theology and Thirty Years' War in one volume. All from the year 1639. – Exceptional panorama of pressing questions of the time. – Contemporary vellum (with small wormholes, scratched, scuffed). – See illustration.

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– 5 in Bayern verlegte Gebetbücher. 1735-60. 12°. Läd. Ldr. d. Zt. (61) 150,-

Goed. IV/1, 824, II. Köhring 9. Lanckoronska-R. 202. Meyer 241. – Der einzige Jahrgang des literarischen Bruders von Bahrdts Ketzeralmanach. Anonym herausgegeben von Karl Friedrich Wilhelm Erbstein (1757-1836; sächsischer Numismatiker; Hamberger-M. XVII, 516) und Joachim Christoph Friedrich Schulz (1762-1798; Goed. IV/1, 929: „Angeblich dem Geniewesen abhold, bewegte er sich im rüdesten Tone der Genies, nur ohne Genie“), enthält er Chrakteristiken der zeitgenössischen Dichter und Schriftsteller und zeichnet sich aus durch besondere Ironie und Schärfe (S. 189-90 eine Selbstcharakteristik von Schulz).

Enthalten in der Reihenfolge der Bindung: I. VEREHRUNG des göttlichen Kindlein Jesu, oder: Besondere Andacht zu Nutz und Trost deren in das Pragerische Kindlein verliebten Seelen. 4. verm. und verb. Aufl. Konstanz, Neyer, 1755. Mit gestoch. Frontisp. 120 S. II. MARIANISCHE NOVENNA, oder neuntägige Andacht ... zu der göttlichen Genazzanischen GnadenMutter Maria v(om) guten Rath. Augsburg, Rieger, 1759. Mit gestoch. Frontisp. 47 S. III. ALOYSIANISCHE ODER SECHS-SONNTÄGLICHE ZARTISTISCHE ANDACHT. 2. Ausg. Landshut, Schmid, 1759. Mit gestoch. Frontisp. 119 S.

NACHGEB.: DIE NÜZLICHSTE EINTHEILUNG DER ZEIT für die Frauenzimmer in der Stadt, oder Entwurf eines Visiten-Calenders. Reutlingen, Fleischhauer, 1780. 92 S.

IV. NÜTZLICHE ANDACHT ... zu dem Heil. Joseph. Sulzbach, Galwitz, 1760. Mit gestoch. Frontisp. (Randausriß). 24 S. V. BRUDERSCHAFFT-BUECHEL für die in dem würdigen St. Elisabethae Hof-Spital-Gotts-Hauß auf dem Creutz in München aufgericht: Und den 2. Julii Anno 1698. eingeführte Bruderschafft von denen siben Schmertzen der ... Mutter Gottes. 3. Aufl. München, Vötter, 1735. Mit gestoch. Frontisp. (in der Paginierung). 120 S. – Knapp beschnitten, fleckig, gebräunt. DAZU: I. AUSFÜHRLICHER BERICHT von der Andacht der Marianischen Liebs-Versammlung unter dem Schutz von Maximilian Emmanuel zu München in St. Peters Pfarr-Kirchen eingesetzt. München, Vötter, 1758. Mit gestoch. Frontisp. und ganzseit. Textkupfer. 3 Bl., 64 S.

Vorsatz mit Besitzvermerk und kleinem Eckausschnitt. Beide Werke leicht gebräunt und wenig fleckig.

493

– GOTHA – KONVOLUT – 46 Bde. der Gothaischen Kalender. Ca. 1850-1940. OLwd. (außen und innen Gebrauchsspuren). (90) 300,-

494

– KATHOLISCHER FANTASTEN- und PREDIGERALMANACH auf das Jahr 1783. (Jg. I [von 4]). Rom, Madrid und Lissabon, „auf Kosten der heiligen Inquisition“ (= Nürnberg, Grattenauer), o. J. (1782). Mit gestoch. Frontisp. 111 S. Pp. d. Zt. (beschabt). (110) *R 150,-

II. BROEDERSCHAP OFT GEMEYNSAEMHEYT van Devotie tot de H. Maria tot Munichen in de Parochiale Kercke van S. Peeter. Antwerpen, Willem, o. J. 48 S.

490

KONVOLUT – Ca. 20 religiöse Werke in 25 Bdn. Meist 18. Jhdt. 8° und 4°. Verschied. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren außen und innen). (72) 150,-

491

– Ca. 20 religiöse Werke und Gebetbücher. Meist 18. Jhdt. Meist 8°. Verschied. Einbände (außen und innen tls. starke Gebrauchsspuren). (61) 150,-

ALMANACHE UND TASCHENBÜCHER – ALMANACH der Bellettristen und Bellettristinnen für's Jahr 1782. „Ulieta, bey Peter Jobst Elden von Omai“ (= Berlin, Himburg, 1781). Mit gestoch. Frontisp. von Rosmäsler. 17 Bl., 224 S. Hldr. d. Zt. (etw. berieben, kleine Restaurierungen). (110) *R 150,-

Goed. IV/1, 824 II b. Lanckoronska-R. 200. Hayn-G. II, 233, und VIII, 437: „Cplt. sehr selten.“ – In der Nachfolge des Bahrdtschen Kirchen- und Ketzeralmanachs entstandene, „wenig erfreuliche“ (Lanckoronska-R.) satirische Publikation mit zahlr. respektlosen Charakteristiken süddeutscher und österreichischer Geistlicher. – Leicht gebräunt, kaum fleckig. – Bibliotheksexlibris.

495

– LA LYRE D'APOLLON. 5e année. Paris, „chez les marchands des nouveautès“, 1806. 16°. Mit gestoch. Frontisp. 141 (recte 143) S. Ldr. d. Zt. (beschabt, fleckig). (42) 300,Von uns weder bibliographisch noch in öffentlichem Besitz nachweisbar; in den über den KVK zugänglichen Katalogen ist der Almanach gar nicht verzeichnet, ebenfalls nicht bei Grand-Carteret. Einzig vom siebten Jahrgang findet sich an abgelegener Stelle ein Beleg, nämlich im „Catalogue général des livres qui se trouvent chez P. J. de Mat ... à Bruxelles“ aus dem Jahr 1808 auf Seite 15. –


Literatur bis 1900

131

Der hier vorliegende fünfte Jahrgang des mindestens in sieben Ausgaben erschienenen Almanachs enthält nach dem Frontispiz mit dem lyraspielenden Apollon und dem Titelblatt das Kalendarium für 1806 (4 Bl.), der ganze Rest des Büchleins bietet Gedicht- und Liedtexte zeitgenössischer französischer Poeten. – Ein Doppelblatt lose (die Seiten 133/34, doppelt vergeben; wohl nachträglich geliefert, jedoch keine Austauschblätter); gebräunt, fleckig. – Siehe Abbildung.

496

– OBSCURANTEN-ALMANACH auf das Jahr 1799 (Hrsg. von A. G. F. von Rebmann). Paris, Fuchs (= Altona, Verlagsgesellschaft), (1798). Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel mit Vign. sowie gestoch. Schlußvign. XVI S., 8 Bl., 360 S., 2 Bl. Orig.-Brosch. (Altersspuren). (22) 100,Goed. V, 547, 13. Köhring 92. Lanckoronska-R. 200. Marwinski 489. Weller, Druckorte, I, 175. Hayn-G. V, 444. Kawa 615. – Vgl. Jestädt 273. – Zweiter von drei Jahrgängen. – Enthält: I. Der Illuminatismus im ABC Buche. II. Geist der Eudämonia. III. Die rächende Nemesis. IV. Die dunkle Landkarte. Rußland, England, Östreich. – Das Frontispiz zeigt Ahriman, den Geist der Finsternis. – Stellenw. fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegen fünf Kalender aus der Zeit von 1705-1819.

497

– (REICHARD, H. A. O.), Theater-Kalender auf das Jahr 1787. Gotha, Ettinger, (1786). 12°. Mit 6 Kupfertafeln und gefalt. Tabelle zur deutschen Bühnengeschichte. 13 Bl., 248 S. BuntpapierBrosch. d. Zt. mit hs. Rsch. (stärker berieben und bestoßen). (69) 80,-

Nr. 495 Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Laut KVK nur in der British Library vorhanden, dort mit drei Teilen und einem Kalender für 1785 angegeben. – Die Tafeln mit Szenen zu Figaros Hochzeit, Blaise und Babet und zu Vaudeville-Stücken. – Fliegender Vorsatz fehlt, eine altkolor. Tafel mit Falzeinriß, die andere nur noch zur Hälfte vorhanden, gebräunt, gering braun- und stärker fingerfleckig.

Lanckoronska-R. 111. Marwinski 767. – Dreizehnter Jahrgang des von Reichard redigierten Kalenders. – Gebräunt, stellenw. gering fleckig. – Mod. Exlibris.

498

499

– SAMMLUNG – 3 Kalender in 4 Bdn. 17691810. 12°. Mit einigen Kupfertafeln. Tls. leicht läd. Orig.-Einbände. – Genealogischer Calender 1769 – Militärischer Kalender 1797 – Gothaischer Kalender 1809 und 1810. – Gebrauchsspuren. (140) 60,– – 3 Werke in 8 Bdn. (1795-1841). Kl.-8°. Mit zahlr. Tafeln in verschied. Techniken. Verschied. Einbände (Gebrauchsspuren). (42) 150,Revolutions-Almanach von 1796, 1798 und 1802. – Vielliebchen. Für 1839, 1840, 1841 und 1843. – Cyanen. Taschenbuch für 1842. – Gebrauchs- und Altersspuren. – Beiliegt Rückerts „Nal und Damajanti“ in der 2. verb. Aufl., Frankfurt 1838.

500

ZWISCHENGEB.: LE NÉCESSAIRE des dames et des messieurs, ou le dépositaire fidèle & discret. Ebda. (um 1790). 24°. 48 S. – Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Ob es sich bei diesem Kalender um einen der in der Aufnahme der British Library angegebenen Teile handelt oder eine eigenständige Publikation, können wir ohne Objektvergleich nicht klären. In der ZDB ist ein Jahrgang des Jubertschen „Nécessaire“ nachgewiesen für 1791 (2115592-6), ob dieser Jahrgang mit unserem zwischengebundenen Stück übereinstimmt, müssen wir ebenfalls offenlassen, solange kein Digitalisat vorliegt. – Blankoseiten tls. mit Bleistiftzeichnungen von alter Kinderhand, etw. gebräunt und fingerfleckig.

– LE TRIOMPHE DES MUSES, ou Les objets du suffrage universel. Almanach lyrique-galant. Paris, Jubert, (um 1785). 12°. Mit gestoch. Titel und 5 (2 altkolor.) Tafeln. 24 S. Läd. Ldr. mit Wappensupralibros der Bourbonen. (86) 200,-

501

ARTOIS – (Collection d'ouvrages français, en vers et en prose, imprimée) par ordre de comte d'Artois. 32 (von 35) Titeln in 24 Bdn. Paris, Didot, 1780-84. 12°. Ldr. um 1830 mit Rtit., Rvg. und Deckelfileten, sign. „Kleinhans“ (tls. ausgebleicht, minimal berieben und bestoßen). (48) 1.500,-


132

Literatur bis 1900

Brunet 19415. Brunet, Ausg. 1814, I, 342 (ausführlich). – Umfangreiche Folge der in kleiner Auflage erschienenen Reihe. – Vorhanden: CAZOTTE, Ollivier. 2 Tle. in einem Bd. 1780. – DAUCOURT, Le berceau de la France. 2 Tle. in einem Bd. 1780. – LA FAYETTE, La princesse de Cleves. 2 Tle. in einem Bd. 1780. – DERS., Zayde. 3 Tle. in einem Bd. 1780. – LONGUS, Les amours pastorales de Daphnis et Chloé. (EUSTATHIUS MACREMBOLITES), Ismène et Isménias. Beide Werke in einem Bd. Jeweils 1780. – MARMONTEL, Contes moraux. 1780. – RICCOBONI, Les amours de Roger et de Gertrude. DERS., Histoire d'Aloïse de Livarot. DERS., Lettres de mylady Juliette Catesby. Die 3 Werke in einem Bd. Jeweils 1780. – DERS., Lettres de la Comtesse de Sancerre. 2 Tle. in einem Bd. 1780. – DUCLOS, Les confessions du comte de **. 2 Tle. 1781. DERS., Acajou et Zirphile. Beide Werke in einem Bd. Jeweils 1780. – TRESSAN, Histoire de Tristan de Léonois. 1781. DERS., Histoire du petit Jehan de Saintré. 1780. DERS., Le prince Gérard, comte de Nevers, et la belle Euriant, sa mie. Die 3 Werke in einem Bd. Jeweils 1780. – ARNAUD, Sargines. DERS., Lorezzo. Beide Werke in einem Bd. Jeweils 1781. – BOILEAUDESPRÉAUX, Oeuvres choisies. GRESSET, Oeuvres choisies. LILLE, Les jardins. Die 3 Werke in einem Bd. Jeweils 1781. – FÉNELON, Les aventures de Télémaque. 4 Tle. in 2 Bdn. 1781. – GRAFIGNY, Lettres péruviennes. 2 Tle. in einem Bd. 1781. – HAMILTON, Contes. 3 Tle. in einem Bd. 1781. – DERS., Mémoires du comte de Grammont. 3 Tle. in einem Bd. 1781. – LA FONTAINE, Fables. 2 Tle. in einem Bd. 1781. – PRÉVOST, Histoire de Manon Lescaut et du chevalier des Grieux. 2 Tle. in einem Bd. 1781. – RÉAL, Dom Carlos. DERS., Conjuration des espagnols contre Venise. Beide Werke in einem Bd. Jeweils 1781. – TENCIN, Le siège de Calais. 2 Tle. in einem Bd. 1781. – LA FONTAINE, Les amours de Psyché et de Cupidon. 2 Tle. in einem Bd. 1782. – FIELDING, Tom Jones. Imité par de La Place. 4 Tle. in 2 Bdn. 1784. – Zum Buchbinder vgl. Fléty 99. – Einzelne Bände leicht gebräunt oder wasserrandig. – Alle Bände jeweils mit gestoch. Exlibris der Bibliothèque du Château de Valençay sowie goldgeprägtem Leder-Exlibris des mexikanischen Staatsmannes und Bibliophilen Valentin Uhink y Gómez Farias (1781-1858). – Dekorativ gebundene, wohlerhaltene Reihe.

503

Erste Ausgabe. – Goed. XIII, 166. Achter 52. – Nicht bei Brieger. – Fleckig. – Selten.

504

(BABO, J. M.), Politische Numern. Enthalten eine kurze Uebersicht der gegenwärtigen Angelegenheiten Europens. Nr. I-IV (alles Erschienene). 4 Tle. in einem Bd. Frankfurt, o. Dr., 178586. 108 S., 1 Bl., S. (99)-151, 48 S. Schlichte Pp. d. Zt. (Rücken mit Wurmspuren). (110) *R 150,Baader, Das gelehrte Baiern, 67. – Joseph Mario Babo (1756-1822) war Studiendirektor, Bücherzensor und Theaterintendant in München (vgl. ADB I, 726). – Wenig fleckig.

BERGK, J. A., Die Kunst, Bücher zu lesen. Jena, Hempel, 1799. XVI, 416 S. Hldr. d. Zt. (Kapital läd., Rücken brüchig, beschabt, bestoßen). (133) *R 200,Erste Ausgabe. – Goed. IV/2, 276, 35. Hayn-G. I, 233. Kippenberg 3204. Günther-Z. 3027. – Geschichte und Kritik der Literatur des 18. Jahrhunderts, geschrieben im Geist der Aufklärung. – Johann Adam Bergk (1759-1834) war Privatgelehrter in Leipzig und mußte vom Ertrag seiner Feder leben (das erklärt den Umfang seiner Produktion). – Vorsatz gestempelt, hinterer Spiegel mit sachdienlichen Notizen in Tinte, fleckig.

505

BERNIS, F. J. DE PIERRE DE, Oeuvres. On y a joint le poëme de la religion vengée. Paris, Didot, 1797. Mit gestoch. Titelvign. von N. le Mire nach A. Callet und 5 Aquatinta-Tafeln. 2 Bl., 522 S. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (beschabt und bestoßen). (69) 200,Eines von 250 Exemplaren. – Brunet I, 803. Cohen-R. 138. Reynaud 49. – Erste Gesamtausgabe der poetischen Werke des Erzbischofs von Albi und Kardinals, François Joachim de Pierre de Bernis (1715-1794), mit dem Erstdruck des Gedichts „La religion vengée“. – Gering gebräunt, stellenw. minimal fleckig. – Exlibris in Stahlstich (Comte de Nédonchel).

506

Extensive sequel of the series published in small edition. – A few volumes slightly browned or waterstained. – All volumes always with engraved exlibris of the Bibliothèque du Chateau de Valençay as well as gilt stamped leather exlibris of the Mexican statesman and bibliophile Valentin Uhink y Gómez Farias (1781-1858). – Contemporary calf with spine title, gilt back and fillets on boards, signed „Kleinhans“ (partly faded, minimally rubbed and scuffed). – Decorative binding, well preserved series.

502

BECHSTEIN, L., Die Reisetage. Aus meinem Leben. 2 Tle. in einem Bd. Mannheim, Hoff, 1836. 1 Bl., VI, 214 S., 2 Bl., 193 S., 1 Bl. (Errata). Etw. spät. Pp. mit Rsch. (Bezug mit Fehlstellen). (133) *R 200,-

(BERNRITTER, F.) Wirtembergische Briefe. (Ulm), o. Dr., 1786. Kl.-8°. Mit gestoch. Titelvign. 179 S., 6 Bl. Pp. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen). (5) *R 150,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 8032. NDB II, 131: Friedrich Bernritter (1748/49-1803) „ist der erste württembergische Satiriker von Rang. Vor allem die in Böblingen entstandenen Wirtembergischen Briefe zeichnen sich durch einen gesunden Mutterwitz, eine scharfe Beobachtungsgabe, ein unbestechliches Urteil und einen kultivierten Geschmack aus und sind eines der eindrucksvollsten kultur- und sittengeschichtlichen Dokumente aus dem Württemberg Herzog Karl Eugens.“ – Titel mit hs. Nennung des Autors, gering fleckig.

507

BIBLIOTHÈQUE FRANÇAISE. 193 Bde. der Reihe. Paris, Ménard et Desenne, 1817-28. Mit 15 gestoch. Portrs. und 3 gestoch. Frontisp. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Bezug tls. mit kleinen Fehlstellen). (6) 1.000,-


Literatur bis 1900

Vorhanden sind Werke von Boileau (4 Bde.), Corneille (5 Bde.), Cottin (12 Bde.), Molière (8 Bde.), Montaigne (10 Bde.), Montesquieu (8 Bde.), Racine (8 Bde.), Regnard (6 Bde.), Rousseau (16 Bde.), Vertot (7 Bde.), Voltaire (35 Bde.) u. a. – Titel jeweils gestempelt, Vorsatz oft mit mont. Titelschildchen der Orig.-Broschur. – Voltaire, Chèfs d'oeuvres, Bd. I, mit fehlenden Blättern am Beginn; Montaigne, Essais, Bd. X, mit einzelnen beschädigten Blättern. – Meist sauber. – Beiliegen ca. 60 Bde. mit Werken französischer, englischer und italienischer Literatur. 8° und Kl.-4°.

511

Title always stamped, endpaper often with mounted title label of original wrapper. – Voltaire, Chefs d'oeuvres, vol. I, with missing leaves at the beginning; Montaigne, Essais, vol. X, with some damaged leaves. – Mostly clean. – Enclosed ca. 60 vols. with works of French, English and Italian literature. 8° and small quarto. – Contemporary half calf with spine title (cover material partly with small defects).

508

BOILEAU-DESPRÉAUX, N., Oeuvres. Nouvelle ed. revuë, corrigée & augmentée. 2 Bde. Amsterdam, Changuion, 1729. Fol. Mit Frontisp., 2 Titelvign., Portr., zahlr. Textvign., Zwischentitel und 6 Tafeln von Picart (alles gestochen). 2 Bl., XVIII S., 2 Bl., 450 S.; 2 Bl., VII, 370 S., 10 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke gebrochen, Rücken läd., stärker beschabt und bestoßen). (69) 200,Cohen-R. 166. Lewine 73. – Nachdruck der 1718 bei Mortier erschienenen Ausgabe. – Gelenke gebrochen, Titel gestempelt, gering gebräunt und stellenw. minimal braunfleckig.

509

512

Einzige Ausgabe. – Ebeling III, 623 („unbekannt ist mir die anderwärts belobte 'Reise nach Lügenfeld'“). Weller, Druckorte, I, 148. Ders., Pseud.-Lex., 83 (nicht entschlüsselt). – Bindung in Auflösung begriffen, etw. gebräunt und fleckig. – Unbeschnitten.

CERBERUS, ANGELUS, (PSEUD.), Die ästhetische Prügeley oder der Freymüthige im Faustkampf mit den Eleganten. Zweyaktige Posse in gewogenen Versen. „Neu-Athen“ (= Weimar?), „gedruckt im Schalt-Jahr“ (1803). Mit gestoch. Frontisp. 50 S., 1 Bl. Kart. d. Zt. (gering berieben). (110) *R 150,Einzige Ausgabe. – Goed. XV, 272, 529 (A. von Kotzebue) und 319, 173 (G. Merkel), beide Zuweisungen fraglich. – Eine der scharfen Satiren der antiromantischen Bewegung. – Minimal fleckig. – Exlibris C. A. Meusel.

513

– Oeuvres. 3 Bde. Paris, Didot, 1788. 12°. Mit gestoch. Portr. von A. St. Aubin in 2 Zuständen. XXII, 231; 313; 280 S., 1 Bl. Maroquin d. Zt. mit Rtit., Rvg. und Deckel-, Steh- und Innenkantenvg., sign. „Capé“ (leichte Altersspuren). (48) 300,-

BOXHORN, ZACHARIAS, (PSEUD.), Reise nach Lügenfeld. „Alethopel, gedruckt auf Kosten der Wahrheit“ (= Augsburg, Jenisch und Stage), 1791. Mit doppelblattgr. Kupfertafel und vielen Textholzschnitten. 1 Bl., 125 S. Defekte Interims-Broschur. (110) *R 200,-

BREITINGER, J. J., Critische Dichtkunst. Bd. I (von 2). Zürich, Orell, 1740. 24 Bl., 519 S. – NACHGEB.: II. (BUCHKA, J. S.), Evangelische Buß-Thränen über die Sünden seiner Jugend. Leipzig und Bayreuth, Waisenhaus, 1737. 12 Bl., 134 S. – III. GOTTSCHED, J. CH., Lob- und Gedächtnißrede auf den Vater der deutschen Dichtkunst, Martin Opitzen von Boberfeld. Leipzig, Breitkopf, 1739. 48 S. Pgt. d. Zt. (fleckig). (110) *R 200,I. Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 17, 2. – Ein Markstein in der Geschichte der deutschen Poetik. – III. Erste Ausgabe. – Goed. III, 361. – Beigebunden sind 7 Schriften der Deutschen Gesellschaft aus den Jahren 1734 bis 1738. – Vorsätze mit wenigen Vermerken, zwei restaurierte Eckausrisse, sonst gut erhalten.

CLAUDIUS, M., Werke. 8 Tle. in 2 Bdn. Hamburg, Perthes und Besser, 1819. Mit lithogr. Frontisp., 10 Kupfertafeln und 3 Textkupfern meist nach D. Chodowiecki, 2 lithogr. Tafeln und einigen tls. ganzseit. Textholzschnitten und Noten. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (minimal berieben). (110) *R 120,Goed. IV/1, 978, 8. – Vgl. Engelmann 207, 468-73 und 625. Bauer 424-32. – Nachdruck der ersten Gesamtausgabe, die Kupfer nach Chodowiecki teils durch Bordüren ergänzt. – Vorsätze leimschattig, stellenw. leicht braunfleckig. – Mod. Exlibris. – Hübsch gebunden.

Collection des auteurs classiques françois et latins. – Brunet I, 1060: „Tiré à 500 exemplaires.“ – Das Porträt vor der Schrift und mit dem Druckvermerk „à Paris, chez Ant. Aug. Renouard“. – Zum Buchbinder Charles François Capé (1806-1867) vgl. Fléty 38. – Kaum fleckig.

510

133

514

CLIGNETT, J. A., Bydragen tot de oude nederlandsche letterkunde. Den Haag, Thierry und Mensing, 1819. XLVIII, 423 S. Ldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (etw. berieben). (22) 100,Enthält „Fabelen van Esopus berijmd in de XIII. eeuw“. – Vorsatz leimschattig, gering fleckig.

515

COOPER, J. F., Sämmtliche Werke. Übers. von Mehreren und hrsg. von Ch. A. Fischer. Mischaufl. Bändchen I-CLVI und CLXVI-CCLVIII in 83 Bdn. Frankfurt, Sauerländer, 1826-50. Mit Coopers Portr. in Stahlstich (in Bändchen 100102). Lwd. d. Zt. (Gebrauchs- und Lagerspuren). (42) 250,-


134

Literatur bis 1900

Erste deutsche Gesamtausgabe; die Bändchen 19-24 und 76-81 in 2., alle anderen in 1. Auflage. – Goed. V, 521. Holzmann-B. I, 10135 (wo ein Teil der tls. anonymen Übersetzer genannt ist). – Nicht bei Achter. – Die fehlenden Bändchen 157-165 enthalten den dreibändigen Roman „Mercedes von Castilien“. – Leicht gebräunt, gering fleckig. – Titel des ersten Bändchens mit Besitzvermerk eines W. von Donop aus dem lippischen Adel, die meisten der übrigen Bändchen mit gekröntem Monogrammstempel „C.B.“ auf dem Serien- oder Stücktitel.

516

CURIOSITÄTEN der physisch-literarisch-artistisch-historischen Vor- und Mitwelt; zur angenehmen Unterhaltung für gebildete Leser. (Hrsg. von Ch. A. Vulpius). Bd. IV (von 10). Weimar, Landes-Industrie-Comptoir, 1815. Mit 18 (3 kolor.) tls. gefalt. Kupfertafeln. 562 S. Läd. Hldr. d. Zt. (140) 80,-

520

Erste Ausgabe. – Vicaire IV, 221. Sander 512. Brivois 297. Carteret III, 297. Ray S. 300. Bodemann 164. – Vorsätze etw. leimschattig, mehrf. gestempelt, gering gebräunt, tls. stärker braunfleckig.

521

DANTE ALIGHIERI, The Vision of Purgatory and Paradise. Translated by Henry Francis Cary. 2 Bde. London, Cassel u. a., (1903). Fol. Mit 60 Illustr. von Gustave Doré. XII, 170 S.; S. 171337. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Deckel-, Rücken- und Innenkanten-Vg., sign. „D. Banks Leeds“ (Gelenke und Kapitale angeplatzt, beschabt und bestoßen). (86) 100,-

522

Vgl. Koch 44. – Die erste englische Übersetzung mit Dorés Illustrationen erschien bereits 1865. – Vorsätze etw. leimschattig, minimal gebräunt und gering braunfleckig.

518

DANTE – (LANCI, F.), Della forma di Gerione e di molti particolari ad esso demone attinenti secondo il dettato della commedia di Dante Alighieri. Lettera al chiarissimo professore Salvatore Betti. Rom, o. Dr., 1858. Mit doppelblattgr. Kupfertafel auf aufgewalztem China. 37 S., 1 Bl. Mod. Kunstldr. (70) 100,Sonderdruck aus „Giornale arcadico di scienze, lettere ed arti“, N. S., Bd. VII. – Fortunato Lanci (Lebensdaten von uns nicht nachweisbar) adressiert seinen Beitrag über die Umdeutung des mythologischen Geryon durch Dante an den Literaten Salvatore Betti (1792-1882), den Mitbegründer der renommierten Zeitschrift. – Titel mit Widmung des Verfassers an die „Accademia Valdarnese del Poggio“, leicht fleckig.

519

– (SCOLARI, F.), Intorno alle prime quattro edizioni della divina commedia. Lettera critica a Giambattista Carlo conte Giuliari. Venedig, Gaspari, 1865. XVIII S. Mod. Brosch., die beschäd. Orig.-Brosch. aufgezogen. – Eines von 95 Ex. (Gesamtaufl.: 100). – Gering fleckig. (67) 60,-

(DENIS, M.), Zurückerinnerungen. Wien, Alberti, 1794. 6 Bl., 155 S., 2 Bl. Hlwd. d. 19. Jhdts. (leicht bestoßen). (110) *R 200,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. IV, 13723. Goed. IV/1, 196, (9), 36. Wurzbach III, 242. De Backer-S. II, 1923, 71: „C'est un art pratique du bon goût, appuyé sur les belles pensées d'auteurs anciens et modernes.“ – „Der Titel täuscht, denn es sind nicht, wie man vermuthen möchte, Bruchstücke aus seinem Leben, sondern ästhetische Reflexionen, mit Beispielen aus alten und neuen Autoren belegt; z. B. über Wahrheit, Neuheit, Erhabenheit der Gedanken; über Rührung, Anmuth, Witz in den Gedanken und dergleichen mehr“ (Wurzbach). – Titel gestempelt, einige Bleistiftanstreichungen, etw. stockfl., Titel und letztes Bl. stärker.

Goed. V, 513, III, 2. Kirchner 6167. Diesch 1530. Maassen 778. – Von Goethes Schwager Vulpius herausgegebene Zeitschrift. – Fleckig, gebräunt.

517

DAUMIER – HUART, L., Muséum parisien. Histoire physiologique, pittoresque, philosophique et grotesque de toutes les bêtes curieuses de Paris et de la banlieue. Paris, Beauger, 1841. Mit zahlr. Textholzstichen nach Daumier, Grandville, Gavarni, Monnier u. a. 2 Bl., 394 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rtit. und dezenter Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (69) 100,-

DICKENS, C., The Posthumous Papers of the Pickwick Club. 2 Bde. London, Virtue, o. J. (1887). Mit 2 Frontisp., gestoch. Titel und 47 Tafeln (alles in Heliogravüre). XLVII, 430 S., 1 Bl.; XI, 439 S. Blaue OLwd. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (120) 200,Victoria Edition. – Eines von 500 Exemplaren auf „India Paper“ (Gesamtaufl.: 2000). – Kollationsgleich mit der von Chapman and Hall verlegten Ausgabe aus demselben Jahr. Die Tafeln mit Reproduktionen der Probedrucke zur ersten Buchausgabe von 1837 und fünf bis dahin unveröffentlichten Illustrationen. – Etw. gebräunt, vor allem an den Stegen braunfleckig. – Unbeschnitten.

523

DU FAIL, N., Contes et discours d'Eutrapel. Réimprimés par les soins de D. Jouaust. Avec une notice, des notes et un glossaire par C. Hippeau. 2 Bde. Paris, Librairie des bibliophiles, 1875. 2 Bl., XII, 314 S., 1; 2 Bl., 358 S., 1 Bl. Mod. Hlwd. mit Rsch. und eingebundener Orig.Brosch. (gering fleckig und lichtrandig, minimal berieben und bestoßen). (69) 150,Nr. 23 von 30 Exemplaren auf Chinapapier (Gesamtaufl.: 260). – Vicaire II, 961. – Kritische Ausgabe der Erzählungen von Noël du Fail (1520-1591), erschienen in der Reihe „Les conteurs français“. – Etw. gebräunt und stellenw. stärker braun- und fingerfleckig. – Auf großem Papier, unbeschnitten.


Literatur bis 1900

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EINBÄNDE – ROTER LEDEREINBAND mit reicher floraler Deckel- und Rückenvg. sowie dreiseitigem Goldschnitt. Wohl Süddeutschland, um 1800. (Deckel leicht aufgebogen, etw. berieben). (20) *R 200,ENTHÄLT: KELLER, M., Neueröffnete Himmels-Schule. Augsburg, Rieger, 1788. Mit gestoch. Frontisp. und 15 ganzseit. Textkupfern. 1 Bl., 781 S., 1 Bl. – Vgl. GV 74, 138. – Nicht bei Schüling. – Vorsätze leimschattig, Titel verso mit mont. Kupfertafel aus einem anderen Werk, gering fleckig, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris.

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– VIOLETTER SAMTEINBAND mit fünfteiligen, durchbrochen gearbeiteten Vorderdeckelbeschlägen und Schließe, alles aus versilbertem Blech, sowie dreiseit. Goldschnitt. Österreich, um 1840/50. (Kanten leicht berieben). – In Ldr.Schuber d. Zt. (beschabt und bestoßen). (56) 150,-

– BRAUNER MAROQUINEINBAND. Wohl Berlin, um 1930. Auf fünf echten Bünden mit Rtit., Rvg., Steh- und dentelleverzierter Innenkantenvg. und dreiseit. Goldschnitt, sign. „P. Kersten“; die Deckel goldgepr. mit mehreren ineinander verschlungenen und sich berührenden Doppelfileten und Fleurons in Ecken und Rundbögen, die Orig.-Broschurumschläge am Ende beigeb. (etw. berieben und bestoßen). (69) 300,ENTHÄLT: ARIOST, L., Le satire autografe. (Pubblicate a cura del Comitato ferrarese per la ricorrenza del IV centenario ariosteo). Bologna, Wenk, 1875. Mit lithogr. Portr. 97 Bl., davon 88 mit dem lithogr. Faksimile von Ariosts Handschrift. – Erste Ausgabe. – Agnelli-R. II, 28: „Bella e importante edizione, le cui prime otto carte sono occupate da una pregevole nota di Prospero Viani ai lettori. Il volume è adorno, in pricipio, del ritratto dell'Ariosto dedotto da quello del Tiziano, con la cornice, quale trovasi nel Furioso del 1532.“ – Papierbedingt gleichmäßig leicht gebräunt, gelegentlich gering braunfleckig. – Festausgabe zur 400. Wiederkehr des Geburtstages des messer Ariosto in einem Meistereinband von Paul Kersten (1865-1943).

Für Kaiserin Elisabeth? – MOIRÉSEIDENEINBAND in den Farben Rot, Weiß und Blau (quergestreift), silbergeprägtem königlich-bayerischen und goldgepr. Habsburger Wappen sowie goldgepr. Titel. Wohl München, um 1896. 17,7 x 11,3 cm. (Rücken brüchig; etw. berieben und bestoßen). (61) 150,Aufwendiger Einband eines einfachen Textheftchens mit dem Libretto zu Beethovens Oper „Fidelio“, erschienen 1896 in München bei Kastner und Lossen (36 Seiten). Der Einband wurde offenbar von einem Münchner Buchbinder mit Initialen „PA“ gefertigt (eine kleine silbergeprägte Signatur findet sich am unteren Rand des hinteren Deckels, mit etwas Phantasie sind zwischen den Buchstaben die Türme der Frauenkirche zu erkennen). Die Farben des Einbandes und die beiden Wappen sollen zweifelsohne die Verbindung des habsburgischen Kaiserund des bayerischen Königshauses symbolisieren. Daß dieses Exemplar zu einer speziellen, hochkarätig besetzten Aufführung des „Fidelio“ in München diente, bestätigen die handschriftlich mit Bleistift eingetragenen Namen der Sänger, die sämtlich in dieser Zeit Auftritte am Münchner Nationaltheater hatten, darunter Katharina Senger-Bettaque als Leonore, Gustav Walter als Florestan, Friedrich Brodersen als Minister, Alfred Bauberger als Don Pizarro und Sebastian Hofmüller in der Rolle des Jaquino. Ob Kaiserin Elisabeth („Sisi“) dieser Aufführung mit dem vorliegenden Textheft in der Hand beiwohnte, sei dahingestellt. – Buchblock gebrochen, Seiten tls. ein wenig gelockert, leicht gebräunt.

– BUMPUS – GRÜNER MAROQUINEINBAND mit Rückentitel sowie floraler Rücken- und Innenkantenvg., sign. „Bumpus Ltd. Oxford St. W.“, um 1900. (Rücken ausgebleicht, beschabt und bestoßen). (72) 200,ENTHÄLT: RODD, R., The Violet Crown and Songs of England. London, Stott, 1891. Mit Frontisp. 1 Bl., VI, 158 S. – Vorsätze leimschattig und mit Widmung, datiert 1903, minimal gebräunt.

Dekorativer, wohlerhaltener Gebetbucheinband im Stil des Neurokoko mit reich verziertem Kruzifixus als Supralibros. Die unbeschädigte Schließe mit Initialen „J. P.“ – Enthält die Wiener neue, verbesserte Auflage des häufig aufgelegten katholischen Gebetbuchs „Königliche Hals-Zierde“ (wohl um 1840/50).

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– NON-BOOK – KASSETTE unter Verwendung eines Lederbandes von ca. 1781. Innenmaße 13,5 x 6,6 cm. Braunes Ldr. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben). (110) *R 80,Aus Buntpapier gearbeiteter Hohlraum in einem Band der „Allgemeinen Geschichte der bekannten Staaten“. – Hinterer Vorsatz und Innendeckel mit Schäden durch Verklebungen.

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– – BUCHRÜCKENATTRAPPEN, auf zwei Holzpaneelen montiert. Wohl Frankreich, 1. Hälfte des 20. Jhdts. Ca. 32 x 64 cm und 32 x 46 cm. Jeweils Ldr. mit Rsch. (Altersspuren). (21) 80,-

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– – HOLZSCHRÄNKCHEN mit Buchattrappen-Türen. Wohl Frankreich, 1. Hälfte des 20. Jhdts. Ca. 57,5 x 93 x 20,5 cm. (21) 200,Enthält zwei Regalfächer, jeweils mit zwei Flügeltüren, verkleidet mit attraktiven Buchrückenattrappen in Leder. – Leichte Altersspuren. – Dekorstück für Ladenantiquariate, wie sie kaum noch zu finden sind.


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Literatur bis 1900

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FORSTER, G., Sämmtliche Schriften. Hrsg. von dessen Tochter und begleitet mit einer Charakteristik Forster's von G. G. Gervinus. 9 Bde. Leipzig, Brockhaus, 1843. Mit 18 lithogr. Tafeln nach D. Chodowiecki u. a. Pp. um 1900 mit Ldr.Rsch. (Bezug an den Kapitalen und Gelenken mit Absplitterungen, etw. berieben, Rücken leicht aufgehellt). (4) 500,Erste Gesamtausgabe. – Goed. VI, 250, 68. Slg. Achter 198. Brockhaus-Verz. 441. Fiedler 2. – Vgl. Rümann, Chodowiecki, 71. – Gebräunt, vereinzelt braunfleckig. – Seitlich und unten unbeschnitten, tls. auch unaufgeschnitten.

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FRANZÖSISCHES THEATER – SAMMLUNG – Ca. 145 Texthefte zu Dramen und Opern in französischer Sprache bzw. französischer Übersetzung. Ca. 1740-70. Hpgt. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (153) *R 1.200,Meist Einakter und kleine komische Opern in Bühnenfassungen. Veröffentlicht anläßlich von Aufführungen der Comédie Française und des Théâtre Italien in Paris; teils mit gedruckten Besetzungslisten. – Einheitlich gebunden und auf den Rücken von alter Hand in feiner Kursive beschriftet. – Reizende Bändchen.

Nr. 537

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EINBÄNDE – SAMMLUNG – Ca. 80 dekorative, gold- oder silbergepr. Einbände in Leder, Leinwand, Seide oder Papier, davon einige mit dem Wappen des Königreichs Bayern. 19. Jhdt. Meist 4°. (Außen und innen mit leichten Altersspuren). (6) 200,-

Einzige Ausgabe. – Holzmann-B. II, 5354. Goed. XVI, 118, 14. – Verfaßt von Fürchtegott Christian Fulda (1768-1854), Lehrer ud Pfarrer, später Superintendent und Archidiakon in Halle. Die Gedichte werden auch Carl Fulda zugeschrieben, jedoch zu Unrecht; dies ergibt sich zweifelsfrei aus dem Vorbericht zu den Gedichten aus einer Reihe biographischer Hinweise, insbesondere aus der Nennung nichtanonymer Schriften von Fürchtegott Christian Fulda. – Leicht fleckig. – Beilage. – Siehe Abbildung.

Enthalten sind Vorträge, Protokolle, Festschriften, Jahresberichte und Vereinsberichte. – Ca. 20 Beilagen.

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EULENSPIEGEL – DER WIEDER ERSTANDENE EULENSPIEGEL. Das ist: Wunderbarliche und seltsame Historien Tyll Eulenspiegels, eines Bauren Sohn. Gebürtig aus dem Lande Braunschweig. Reutlingen, Fleischhauer, o. J. (um 1820). Mit Titelholzschnitt und 80 Textholzschnitten. 159 S. Heftstreifen d. Zt. (tls. mit mod. Gewebeband überklebt). – Hinz 17 (inkomplett). – Titel leicht gebräunt, wenig fleckig. (110) *R 100,FLIEGENDE BLÄTTER. Bde. I-IV, VII-XII, XV-XXII, XXIV-XXVI, XXVIII-XXXI, XLVIIILXVIII, LXX, LXXI, LXXVIII, LXXIX und CXXXIX in 51 Bdn. München, Braun und Schneider, (1845-1913). 4°. Mit zahlr. Textillustr. Pp. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (6) 300,Kirchner 11029. Diesch 2320. Rümann 390. – Tls. fleckig. – Ohne Rückgaberecht. – Beiliegen die Jge. XXVI-XXVIII des „Kladderadatsch“ (1873-75) in 3 Bdn. sowie die Jge. III-V des „Deutschen Merkur“ (1872-74) in 3 Bdn.

(FULDA, F. CH.), Gedichte eines Bürgerfreundes. Zum Besten des Hallischen BürgerrettungsInstituts herausgegeben. Halle, Lippert und Schmidt, 1847. Titel mit Vign. in Holzstich. Mit lithogr. Tafel, die letzten 3 Bl. mit typogr. Notendruck. XXVIII, 278 S., 5 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und eingeb. Orig.-Brosch. (Kapital etw. läd., bestoßen). (16) 200,-

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(GAUM, J. F.), Das Concilium zu Wien im Jahr 1784. Oder: Freundschaftliche Briefe eines Exjesuiten, über etwas das geschehen soll, und nicht geschehen wird, an einen seiner Freunde in S. Ohne Ort und Dr. (Ulm?), 1784. 120 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und etw. bestoßen, Hinterdeckel mit geringem Wurmfraß). (94) 120,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 9915. – Johann Ferdinand Gaum (1738-1814) war Professor im Kloster Blaubeuren und später Superintendent und Stadtpfarrer in Calw. Er wird in der Literatur häufig mit seinem Onkel Johann Friedrich Gaum verwechselt, einem Ulmer Senator und Buchhändler, der ebenfalls schriftstellerisch tätig war. – Minimal fleckig. – Bibliotheksexlibris.


Literatur bis 1900

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GAVARNI – LA BEDOLLIÈRE, É. DE, Londres et les anglais. Paris, Barba, (um 1762). Mit gestoch Portr. und 23 Holzstichtafeln von Gavarni. 2 Bl., 379 S. Hlwd. d. Zt. mit hs. Rtit. (beschabt und stärker bestoßen). – Erste Ausgabe. – Sander 390. – Gering gebräunt und stellenw. etw. braunfleckig. (69) 60,-

Goed. IV/3, 16, St 1. Meyer 3191. – Nachgeb. in Bd. 30: LEHMANN, J. A. O. L., Goethe's Liebe und Liebesgedichte. Berlin, DVA, 1852. XII, 454 S. – Meyer 3254. – Bd. 14/15 mit gebrochenem Innengelenk, alle Bde. stellenw. leicht fleckig.

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GERSTÄCKER, F., Inselwelt. Gesammelte Erzählungen. 2 Bde. Leipzig, Arnold, 1860. 3 Bl., 409 S.; 4 Bl., 406 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (gering berieben). (110) *R 150,-

GESSNER, S., Idylles et poëmes champêtres. Traduits de l'allemand par M. Huber. Lyon, Bruyset, 1762. Mit gestoch. Frontisp. und 12 gestoch. Textvign. XLVI S., 1 Bl., 154 S., 2 Bl. Maroquin nach 1880 mit Rtit., Rvg., Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvg., sign. „Rivière & son“ (Gelenke brüchig, Kanten beschabt und bestoßen). (69) 200,Erste Auflage der Übersetzung von Michel Huber. – Leemann-Van Elck 640. – Eine von mehreren Ausgaben im selben Jahr. – Buchbinder aus der hugenottischen Familie Rivière waren seit 1829 in England tätig; Einbände mit der Signatur „Rivière & son“ sind nach 1880 zu datieren; vgl. Proceedings of the Huguenot Society of London, 21 (1970). – Titel gestempelt, fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegen Gessners „Oeuvres complètes“ in einer dreibändigen Duodezausgabe um 1780 mit gestoch. Titeln, Portr. und 14 Kupfertafeln nach C. P. Marillier.

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– Sämmtliche Werke. 30 in 16 Bdn. Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1850-51. Mit 2 lithogr. Tafeln und 2 gefalt. Tab. Hlwd. d. Zt. (leicht berieben und bestoßen). (68) *R 150,-

– Faust. Ein Trauerspiel. Leipzig, Göschen, „1787“. 1 Bl., 168 S. Pp. d. Zt. (Rücken am Vordergelenk gelöst, bestoßen). (127) 300,Hagen 294c. Goed. IV/3, 612, *1. – Eine von mehreren sogenannten unechten Ausgaben, bei denen die unveränderten Druckbogen von Band VII der Ausgabe der Schriften von 1790 (S1) mit einem neuen Titel versehen wurden; unser Titel ist nach Hagen um 1800 zu datieren. – Gering fleckig.

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– Faust. Erster Teil. München, (Schröder), 1921. Gr.-Fol. S. (5)-170, 2 Bl. (so komplett). OLwd. (etw. bestoßen). (70) 150,Exemplar einer kleinen Auflage. – Vgl. Rodenberg 432, 5 (illustr. Vorzugsausgabe). – Kaum fleckig.

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GOETHE, J. W. (VON), Schriften. 4 in 2 Bdn. Mischaufl. Karlsruhe, Schmieder, 1778-80. Mit 4 verschied. Holzschnitt-Titelvign. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rücken brüchig, Kapitale und Gelenke leicht läd., beschabt und bestoßen). (117) 200,Hagen 8 (Bde. I und II). – Vgl. Hagen 6 (Bd. III). – Band III mit dem Druckjahr 1778 und der Titelvignette „Kind vor einer steinernen Blumenschale“ (wie bei Hagen 6), der Druckvermerk jedoch ohne den Zusatz „Mit allerhöchst-gnädigst Kaiserl. Privilegio“. – Der vierte Band, 1780 erschienen, ist Hagen nicht bekannt. Die Vignette zeigt eine Kirchenruine. – Die Reihentitel wie üblich jeweils entfernt (vgl. Goed. IV, 3, 2). – Fliegendes Blatt beider Buchbindereinheiten mit Besitzvermerken, datiert 1829 und 1855; Bd. I anfangs wasserrandig, S. 285/86 mit tls. hinterlegten Durchrissen, der Zwischentitel zu „Götz von Berlichingen“ in Bd. II mit Notizen. Alle vier Bde. gering fleckig und gebräunt.

– Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. 3 Tle. in einem Bd. Tübingen, Cotta, 1811. XII, 515 S. Blindgepr. Kalbldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (133) *R 200,Hagen 363. Kippenberg I, 393. Fischer 829. – Der erste Band der ersten Ausgabe der Sammlung autobiographischer Schriften, die in Stuttgart und Tübingen von 181122 in sechs Bänden erschien. – Gebräunt und fleckig. – Aus dem Besitz des Wirtschaftswissenschaftlers Edgar Salin (1892-1974) mit dessen Signatur auf dem Vorsatz.

Erste Ausgabe. – Schegk 15. – Die Erzählungen spielen in Indien und Australien. – Leicht gebräunt und stockfleckig. – Hübsch gebunden.

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– Mahomet. Trauerspiel in fünf Aufzügen nach Voltaire. Mannheim 1803. 112 S. Läd. Pp. d. Zt. (133) *R 150,Kippenberg I, 714. Hagen 279. – Nicht bei Veitenheimer. – Gelenke angebrochen, Titel mit hs. Besitzvermerk und angeschmutzt, fleckig. – Unbeschnitten.

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– Wilhelm Meisters Wanderjahre oder Die Entsagenden. Erster Theil (alles Erschienene). Stuttgart und Tübingen, Cotta, 1821. 4 Bl., 550 S. Kalbleder um 1900 mit Rücken-, Deckel- und Steh- und Innenkantenvg. (Rücken etw. aufgehellt, leicht bestoßen, etw. berieben). (146) 200,Erste Ausgabe der ersten Fassung. – Hagen 425. Goed. IV/3, 434, III. Fischer 1300 (Auflagenhöhe: 3500 Exemplare; 2000 auf Schreibpapier, 1500 auf Druckpapier). – Goethe arbeitete den Roman in den Jahren 1825-29 ganz um und überließ Eckermann die Redaktion. – Vorderer fliegender Vorsatz entfernt, beide Spiegel mit Besitzvermerk, mehrf. gestempelt, fleckig und gebräunt.


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Literatur bis 1900

GOETHE – NEUREUTHER, E. (N.), Randzeichnungen zu Goethe's Balladen und Romanzen. Hefte I-IV (von 5) in einem Bd. München, Stuttgart und Tübingen, 1829-30. Fol. Mit 36 (statt 37) lithogr. Tafeln (inkl. Widmung und Titel). Mod. Pp. (78) 200,-

Erste Ausgabe. – Vgl. Lipperheide Ub 17. Hiler 99. Rümann 2462 (3. Aufl. 1857). – Die Tafeln nach Grandvilles „Fleurs animées“. – Gelenke gebrochen, Vorsätze oxydiert, gering fleckig.

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Erste Ausgabe. – Rümann 1453 (irrtümlich „Radierungen“). Ders., Das illustr. Buch, 294 (hier richtig „Federlithographien“). Fischer 1897, 1985 und 2107. – Es fehlt in Heft 2 die Tafel „Vor Gericht“. – Das 5. Heft erschien erst 1839. – Tafeln in der Reihenfolge verbunden, fleckig. – Beiliegen mehrere Werke von Neureuther.

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Erste Ausgabe dieser Übersetzung. – Lewine 526. Salomons 74-75. Reynaud 517. Cohen-R. 975: „Les figures, les mêmes que dans l'édition italienne, sont tirées sur les mêmes planches.“ – Zur Anzahl der Vignetten: Außer Reynaud geben alle anderen genannten Bibliographen 23 Schlußvignetten an; das entspricht der Vignettenanzahl der italienischsprachigen Ausgabe von 1771 und dürfte die Ungenauigkeit erklären. Unser Exemplar hat, wie von Reynaud beschrieben, die insgesamt 28 zur Ausgabe gehörenden Schlußvignetten; davon sind sieben auf Tafeln beigegeben, die übrigen 21 stehen am Schluß der Gesänge (innerhalb der Paginierung). – Gebräunt, etw. fleckig.

– VIEHOFF, H., Goethe's Leben. 4 Bde. Stuttgart, Becher, 1847-54. Mit Stahlstich-Portr. Lwd. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. und dezenter Rvg. (stärker berieben und etw. bestoßen). (86) 80,Erste Ausgabe. – ADB XL, 401. – Etw. gebräunt und stellenw. und braunfleckig.

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GOETHE – KONVOLUT – 23 Werke der Sekundärliteratur in 27 Bdn. Meist 19. Jhdt. Verschied. Einbände (außen und innen Gebrauchsspuren). (117) 150,-

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GOTTSCHED, J. CH., Versuch einer critischen Dichtkunst. 3. und verm. Aufl. Leipzig, Breitkopf, 1742. Mit gestoch. Frontisp. 19 Bl., 778 S., 7 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (leicht fleckig, Deckel etw. gebogen). (103) 120,Goed. III, 361, 38. – Eines der bedeutendsten literaturtheoretischen Werke des 18. Jahrhunderts, geschrieben von dem gerade 29jährigen späteren Professor der Poesie an der Leipziger Universität (EA 1730, 4. Aufl. 1751). – Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk und Widmung, leicht fleckig, gebräunt.

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GRANDVILLE, J.-J., Les fleurs animées. 2 Bde. Paris, Gonet, 1847. 4°. Mit 2 kolor. lithogr. Titeln und 50 (48 kolor. [statt 52, davon 50 kolor.]) Stahlstichtafeln von C. Geoffroy nach J.-J. Grandville. 262 S.; 2 Bl., 236 S. (Paginierung springt mehrmals; IV, IV S. zwischengebunden). Hldr. um 1900 (Kapital etw. eingerissen, berieben, fleckig). (42) 80,-

GRANDVILLE – BÖTTGER, A., Die Pilgerfahrt der Blumengeister. Leipzig, Fleischer, 1851. Mit 36 kolor. Stahlstichtafeln von A. H. Payne nach Grandville. XII, 292 S. Goldgepr. OLdr. (berieben und bestoßen). (133) *R 150,-

GRÉCOURT, (J.-B.-J. WILLART DE), Oeuvres diverses. Nouv. éd., soigneusement corrigée, & augmentée d'un grand nombre de pièces qui n'avoient jamais été imprimées. 4 Bde. Luxemburg (= Paris), o. Dr., 1761. 12°. Mit gestoch. Portr. und 3 gestoch. Frontisp. Pgt. um 1900 mit kalligraphiertem Rtit. und dreiseit. Goldschnitt, sign. „L. Loisellier“ (gering fleckig und angestaubt, minimal berieben und bestoßen). (69) 250,Sander 856. Cohen-R. 459. – Bd. IV etw. wasserrandig, alle Bde. gering gebräunt, stellenw. leicht fleckig. – Zum Buchbinder vgl. Fléty 115. – Dekorativ gebunden.

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GRESSET, (J. B. L.), Papperle: in vier Gesängen. Frankfurt und Leipzig, Macklot, 1760. Mit gestoch. Titelvign. 53 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Interims-Brosch. d. Zt. (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (69) 150,Fromm 11628. Hayn-G. II, 672. Holzmann-B. II, 7969. – Neue Auflage der ersten deutschen Übersetzung (EA 1750) von Gressets berühmtem Gedicht „Vert-Vert“ (EA 1734), übertragen von Johann Nikolaus Götz (17211781). – Gering gebräunt und stellenw. leicht fleckig. – Unbeschnitten.

Vicaire III, 134. Sander 215. Carteret III, 286. Brivois 149. – Die „Pilgerfahrt der Blumengeister“ zeigt Frauengestalten in floral verfremdeten Garderoben der Louis-Philippe-Zeit. – Block gebrochen, leicht gebräunt.

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GRAVELOT – TASSO, (T.), Jérusalem délivrée. 2 Bde. Paris, Musier, 1774. Mit 2 Frontisp., 2 Titeln, 27 Tafeln (davon 7 mit ganzseit. Vignetten) und 41 Kopf- und Schlußvign. (davon 5 ganzseit.) nach H.-F. Gravelot (alles gestochen). VIII, 341; V, 328 S., 2 Bl. Beschäd. Kalbldr. d. Zt. (69) 100,-

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HALLBERG-BROICH – WOHLGEMUTH, A., (PSEUD.), Fackeln zur Beleuchtung des Kochbuchs und der Brocken in die Suppe. Köln, Spitz, 1819. 1 Bl., 188 S., 1 Bl. Orig.-Broschur (fleckig, leichte Gebrauchsspuren). (110) *R 250,-


Literatur bis 1900

Einzige Ausgabe, selten. – Hayn-G. III, 14. – Auseinandersetzung (vom Kölner Regierungsrat Wilhelm Butte?) mit dem „Deutschen Kochbuch für Leckermäuler und Guippons“ des Freiherrn von Hallberg-Broich und der kurz darauf erschienenen Gegenschrift „Brocken in die Suppe“ von G. F. von der Leyen. – „Einen vermittelnden Standpunkt zwischen der durch persönliche Ressentiments gefärbten Kritik Hallbergs und der unbedingten Loyalität des konservativen Verfassers der 'Brocken' nahmen die im Juni 1819 erschienenen 'Fackeln' ein. Hinter dem Pseudonym verbarb sich ein Mitglied der Kölner Regierung. Auch Wohlgemuth wandte sich gegen den 'Provinzialismus', der sich in der Forderung Hallbergs nach Anstellung einheimischer Beamten ausspreche, und verurteilte die Tendenz des 'Kochbuchs', die angebliche Unzufriedenheit der rheinischen Handwerker und Bauern mit dem 'Schmarotzerheer' der Beamten. Er verteidigte die Provinzialbehörde gegenüber gehässigen Vorwürfen und sah in dem zensurfreien Druck des 'Kochbuchs' einen Beweis für die Liberalität der preußischen Regierung“ (Faber, Die Rheinlande zwischen Restauration und Revolution, S. 366). – Titel mit Besitzvermerk, fleckig.

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Eine von mindestens drei Ausgaben aus demselben Jahr. – Wernigg 3454 (mit 44 S. Umfang). Lit. in Österreich 1719/a (58 S. Umfang). – Vord. Innendeckel mit Eintragungen, leicht gebräunt. – Bibliotheksexlibris.

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„Je dicker das Buch, je dünner sein Geist!“ 564

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Goed. VII, 537, 5 gamma. – Der arabisch paginierte Teil text- und seitengleich mit der 1803 anonym erschienenen Erstausgabe. – Minimal fleckig.

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HOFFMANN, (L. A.), Mönche und der Teufel. Wien, Schönfeld, 1782. 47 S. Spät. Pp. (berieben). (110) *R 80,-

KLEIST, E. CH. VON, Sämtliche Werke. 2 Bde. Bern, Wagners Witwe für Walthard, 1765. Mit 10 Kupfertafeln von I. R. Holzhalb nach Samuel Hieronymus Grimm (ohne das Porträt). LI, 160 S., 2 Bl.; 224 S. Ldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (133) *R 100,Erste Ausgabe mit den Grimmschen Illustrationen. – Goed. IV/1, 81, 8 c. Lanckoronska-Oe. II, 152. WalthardBibliogr. 5. – Nicht bei Rümann. – „Der Reiz dieser Blättchen beruht auf den mit zierlichem Beiwerk geschmückten Kompositionen. Unter den Illustrationen zu Kleists sämtlichen Werken ist das den Idyllen beigegebene Hirtenpaar am Quell hervorzuheben“ (LanckoronskaOehler). – Jede Textseite ist von einem zierlichen Ornamentrahmen eingefaßt. – Titel beider Bde. mit tls. getilgtem Besitzvermerk; minimal fleckig.

(HEBEL, J. P.), Allemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten. Karlsruhe, Macklot, 1803. Mit 4 gefalt. Musikbeilagen. VIII, 232 S. Pp. d. Zt. (stark berieben und bestoßen). (68) *R 600,-

– Allemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten. 2. Auflage. Karlsruhe, Macklot, 1804. Mit 4 gefalt. Musikbeilagen. VIII, 232 S. Hldr. d. Zt. (Gelenke restauriert, Ecken erneuert, berieben und bestoßen). (68) *R 200,-

(JASSOY, D. L.), Stachelbeeren. „Germanien“ 1817. Mit lithogr. Frontisp. 1 Bl., 101 S. Pp. d. Zt. (beschabt und etw. bestoßen). (110) *R 100,Einzige Ausgabe. – Vgl. Goed. X, 575, 87. – Daniel Ludwig Jassoy (1768-1831) war Jurist in Frankfurt; über der Arbeit an seiner sechsbändigen satirischen Aufsatzsammlung „Welt und Zeit“ (1816-28) ist ihm das Motto seiner „Stachelbeeren“ entfallen. – Vorsatz mit Stempelrasur, etw. gebräunt und fleckig.

Erste Ausgabe. – Goed. VII, 537, 5 beta. – Block gebrochen, Vorsatz gestempelt, leicht fleckig.

561

HOFFMANN VON FALLERSLEBEN, (A. H.), Das Parlament zu Schnappel. Nach stenographischen Berichten. Bingerbrück, Selbstvlg., 1850. 256 S. Hldr. d. Zt. (leicht beschabt und bestoßen). (133) *R 200,Erste Ausgabe. – Goed. XIII, 389, 56. Slg. Friedländer 95. Kärcher 3863. – Bissige Parodie auf das Parlament der Frankfurter Paulskirche, in der von H. Gerstenberg besorgten Werkausgabe von 1890-93 nicht enthalten. – Vorderer fliegender Vorsatz entfernt, minimal fleckig.

HANDBUCH für gebildete Reisende durch Südfrankreich, die Schweiz, Italien und Griechenland bis Corfu. 2 Tle. in einem Bd. Stuttgart, Brodhag, 1839. 4 Bl., 458 S., 3 Bl., 340 S. Hlwd. d. Zt. mit Rsch. (Gebrauchsspuren). (93) *R 120,Engelmann 249. Weller, Pseud.-Lex., 29. – Die pseudonyme Verfasserangabe auf dem Titel („nach eigener Anschauung vom deutschen Anacharsis“), eine Anspielung auf den sagenhaften skythischen Entdeckungsreisenden des 6. Jahrhunderts, wird bei Weller nicht aufgelöst. – Tatsächlich kein Reisehandbuch, sondern laut Vorwort ein „ganz andres und somit eigenthümliches“, also satirisch aufklärendes Werk im Geist des Vormärz. – Vorsatz gestempelt, fleckig, gebräunt. -

139

566

(KLINGER, F. M.), Der Faust der Morgenlaender, oder Wanderungen Ben Hafis, Erzaehlers der Reisen vor der Sündfluth. Bagdad (= Riga, Hartknoch), 1797. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel mit Vign. von E. Henne nach D. Chodowiecki. 397 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. beschabt und bestoßen). (110) *R 200,Erste Ausgabe. – Schulte-Strathaus 27. Engel 2225. Henning III, 418. Weller, Druckorte, I, 169. Holzmann-B. II, 3027. – Vorderes Innengelenk etw. aufgebrochen und mit geringen Wurmspuren, leicht gebräunt und stellenw. leicht stockfl., Bogen T nach U verbunden. – Hübsch gebunden.


140

Literatur bis 1900

569

LA FONTAINE, (J. DE), Choix de fables. Illustrées par un groupe des meilleures artistes de Tokio. Sous la direction de P. Barboteau. 2 Bde. Tokio, Tsoukidji (für Flammarion [in Paris]), 1894. Mit 28 Farbholzschnitten und Buchschmuck. 21; 21 Bl. Orig.-Umschl. in Blockbuchbindung (leichte Gebrauchsspuren). (10) 300,Eines von 200 Ex. auf Hô-sho (Gesamtaufl.: 350). – Timm 373. Monod 6708 (nur zitiert, nicht gesehen; unter dem Umschlagtitel verzeichnet). Carteret V, 228: „Interessante publication Japonaise estimée.“ – Nicht bei Rochambeau. – Stellenw. fleckig. – Mod. Exlibris.

570

Rochambeau 104. Cohen-R. 573. Tchemerzine VI, 380. Sander 1055/56. Fürstenberg S. 86 und Nr. 145-49. Lewine 281. – Hauptwerk der französischen Buchillustration des 18. Jahrhunderts und die wohl bedeutendste Illustrationsarbeit Fragonards. – „Die Veröffentlichung seines Hauptwerks auf diesem Gebiet, der herrlichen Illustrationen zu La Fontaines 'Contes', 1795, wurde durch die Revolution zwar verzögert und erschwert, aber schließlich doch nicht ganz verhindert. Allerdings erschienen von etwa achtzig Entwürfen nur zwanzig in der Buchausgabe, und auch diese waren nicht alle von Fragonard. Das Werk, in dem wir heute einen Höhepunkt der Buchkunst aller Zeiten sehen, fand damals keinen rechten Anklang mehr“ (Fürstenberg). – Gelenke gebrochen, leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 570

567

K(ORTUM), C. A., Die Jobsiade. Neueste Original-Ausgabe. 3 Tle. in einem Bd. Hamm, Schulz und Wundermann, 1824. Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel, gefalt. Holzschnitt-Tafel und zahlr. Textholzschnitten. 6 Bl., 176 S., 5 Bl., 166 S., 5 Bl., 166 S. Etw. spät. Hldr. mit Rvg. (Vordergelenk angebrochen, leicht berieben und bestoßen). (5) 120,-

DAZU: DERS., Dass. Nouvelle éd. publiée par N. Scheuring. 2 Bde. Lyon, Perrin, 1874-75. Mit 2 gestoch. Titeln, gestoch. Portr., 2 Kupfertafeln und zahlr. tls. ganzseit. gestoch. Textvign. 3 Bl., VIII, 226 S.; 2 Bl., V S., 1 Bl., 272 S. Kalbldr. d. Zt., die Orig.-Brosch. eingeb. – Nr. 85 von 524 Exemplaren. – Rochambeau 166. Vicaire IV, 918. – Gestoch. Wappenexlibris (Alfred Braithwaite).

Denecke 4 (Philobiblon VII, 1934, Nr. 9). Rümann 1708. – Die einzelnen Teile jeweils mit eigenen Titeln (Tl. I: „Vierte, neu revidirte und mit einem Titelkupfer nach Ramberg vermehrte, Auflage“, Tle. II und III: „Vierte Auflage“). – Vorsätze etw. leimschattig, stellenw. etw. gebräunt.

568

(KRASICKI, I.), Begebenheiten des Nicol. Doswiadczynski. In drei Büchern von ihm selbst beschrieben. Aus dem Pohlnischen übersezt mit Anmerkungen. Warschau und Dresden, Gröll, 1776 (am Ende: 1777). Mit gestoch. Titelvign. 6 Bl., 292 S. Pp. d. Zt. (etw. beschabt und bestoßen, fleckig). (68) *R 300,Erste deutsche Ausgabe. – Estreicher XX, 220 f. VD 18 10717854. – Gesellschaftskritischer Roman von Ignacy Krasicki (1735-1801), dem Fürstbischof von Ermland, Erzbischof von Gnesen, Primas von Polen und in verschiedenen Gattungen fruchtbaren Literaten. – Bindung gelockert, fleckig, gebräunt. – Unbeschnitten.

– Contes et nouvelles en vers. 2 in einem Bd. Paris, Didot, 1795. 4°. Mit gestoch. Titelvign. nach Choffard und 20 Kupfertafeln nach Fragonard. VII, 280 S., 1; 2 Bl., 334 S. Spät. Hldr. im Stil d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (69) 1.800,-

Major work of French book illustration of the 18th century and probably Fragonard's most important illustration work. – Joints broken, slightly soiled. – Later half calf in the style of the epoch with spine title and gilt back (scratched and scuffed). – See illustration.

571

LANG, K., Biographie des Ritters Göz von Berlichingen, mit der eisernen Hand. Frankfurt, Guilhauman, 1795. 12°. Mit gestoch. Portr. und 30 (2 gefalt.) Kupfertafeln. 1 Bl., 17, 80, 9, 80 S. Beschäd. Hldr. d. Zt. (129) 200,Separatabdruck aus dem „Historischen Taschenbuch für den deutschen Adel“, Jg. II und III (1793/94). – Vgl. Hamberger-M. IV, 341. Baumgärtel 48. Marwinski 91. – Beide Spiegel mit mont. Kupfer wohl des Umschlages der Originalbroschur, die Tafeln in der Reihenfolge verbunden, minimal fleckig. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur ein Exemplar in der Universitätsbibliothek Erfurt (mit abweichender Kollation und 26 Tafeln) nachweisbar.


Literatur bis 1900

572

141

(LA ROCHE, SOPHIE VON), Geschichte des Fräuleins von Sternheim. Hrsg. von Ch. M. Wieland. 2 Bde. Leipzig, Weidmanns Erben und Reich, 1771. XXII, 367 S.; 1 Bl., 302 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (127) 800,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 592, 1. Günther-Z. 1375. – Das Erstlingswerk der La Roche wurde sofort begeistert aufgenommen. Dieser wohl bedeutendste Frauenroman des 18. Jahrhunderts wird auch als der erste psychologische Roman der deutschen Literatur bezeichnet. Formal und inhaltlich abhängig von Richardsons Briefromanen (etwa „Clarissa“, 1748), sind aber hier, anders als beim englischen Vorbild, erzählerische Partien eingefügt, vor allem klingt ein neuer Ton in der Schilderung der Charaktere an: Die Typen werden mit alltäglichen Zügen individualisiert und mit empfindsamer Einfühlung dargestellt. Wieland, La Roches Vetter und Jugendliebe, begleitete das Buch mit einer Vorrede, Herder und Goethe, dessen Werther (1774) die La Roche beeinflußte, nahmen es anerkennend auf. – Gelenke tls. eingerissen, leicht fleckig, gebräunt.

573

LEGOUVÉ, (G. M.), Le mérite des femmes, et autres poésies. Paris, (Didot) für Janet, (1821). Mit gestoch. Titel und 5 Kupfertafeln nach Desenne. 12°. XVIII, 294 S., 1 Bl. Kalbldr. d. Zt. mit Rücken-, Deckel- und Steh- und Innenkantenvg. (Vordergelenk angebrochen, bestoßen, leicht fleckig). (68) *R 100,-

Nr. 578

Vgl. Cohen-R. 616. Brunet III, 946. Lewine 304. – Vorsätze leimschattig, tls. stärker braunfleckig.

574

575

LEOPARDI, G., Le poesie. Nuova ed. corretta, con versi inediti e la vita dell'autore. Hrsg. von G. Mestica. Florenz, Barbera, 1888. 16°. Mit gestoch. Portr. XC, 583 S. Goldgepr. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (minimale Altersspuren). – Respektblatt mit Widmung, kaum fleckig. – Beilage. (72) 150,-

577

LESEFRÜCHTE belehrenden und unterhaltenden Inhalts. Bde. I/3-XVI/1 in 55 Bdn. München, Fleischmann u. a., 1826-40. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (leichte Altersspuren). (6) 200,Kirchner 6369 (1826-40). Diesch 2082b (in den Nachträgen; 1825-28). – Von 1825-40 vierteljährlich erschienen, ab 1835 unter dem Titel „Münchener Lesefrüchte. Eine Zeitschrift für Literatur, Kunst und gesellschaftliches Leben“. – Geringe Gebrauchsspuren. – Nahezu vollständige Reihe.

576

Deusch 54. – Vgl. Goed. IV/1, 566, 149, und Seuffert III, 53-58. – Illustrierte Neuauflage der Ausgabe Leipzig 1788-89. – Vorsatz der ersten 3 Bde. mit Besitzvermerk von alter Hand, fleckig.

LUKIAN VON SAMOSATA, Sämtliche Werke. Aus dem Griechischen übers. und mit Anmerkungen und Erläuterungen versehen von C(h). M. Wieland. 6 Bde. Wien und Prag, Haas, 179798. Mit 6 gestoch. Frontisp. und 6 gestoch. Titeln. Leicht läd. Pp. d. Zt. (8) 100,-

(LYNAR, R. F. VON), Der Sonderling. Hannover, Richter, 1761. Mit gestoch. Titel sowie gestoch. Kopf- und Schlußvign. 1 Bl., 124 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Gelenk eingerissen, bestoßen). (133) *R 200,Holzmann-B. IV, 2967. Hayn-G. VII, 347: „Das seltene Büchlein eifert u. a. gegen Mode-Narrheiten.“ – Titel mit hs. Vermerken (Namen des Autors und eines Vorbesitzers aus dem rheinischen Geschlecht der Langwerth von Simmern), gering fleckig, leicht gebräunt.

578

MANZONI, A., I promessi sposi. Ed. riveduta dall'autore. Mailand, Guglielmini und Redaelli, 1840. 4°. Mit zahlr. Textholzstichen nach F. Gonin. 864 S. Maroquin d. Zt. mit Rtit. sowie Rückenund Deckelvg. (leichte Altersspuren). (93) *R 1.000,Erste illustrierte Ausgabe. – Brunet III, 1388: „Belle édition.“ – Enthält auch „Storia della colonna infame“ (S. 747-864). NACHGEB.: DERS., Sulla tortura. Mailand, Silvestri, 1843. IV, 63 S. – Beide Werke leicht fleckig. – Hübscher Romantikereinband. – Siehe Abbildung.


142

Literatur bis 1900

First illustrated edition. – Nice romanticist binding. – Contemporary morocco with spine title as well as gilt back and gilt on sides (slight signs of wear). – See illustration.

579

MARILLIER – BITAUBÉ, (P. J.), Joseph. Sixième éd., revue et corrigée. 2 Bde. Paris, Didot, 1797. 12°. Mit 9 Kupfertafeln von D. Née nach C. P. Marillier. XXII, 220; 221 S. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (68) *R 100,-

Radebeuler Ausgabe (8.-10. Tsd.) und 2 Bände einer niederländischen Bearbeitung („Reisavonturen“): „Winnetou's dood“ und „Het testament der Inca's“, beide Werke „voor de jeugd verteld“.

583

Karl-May-Handbuch (1987) – 75 Jahre Verlagsarbeit für Karl May und sein Werk (1988) – Gerlach, Karl-MayAtlas (1997) – Petzel, Karl-May-Filmbuch (1998) – Hermesmeier und Schmatz, Karl-May-Bibliografie 1913-1945 (2000). – Sauber.

Cohen-R. 154. – Vorsätze mit Besitzvermerk, erste Tafel von Bd. I mit kleinem Einriß am Bundsteg, leicht fleckig.

580

– POPE, A., Oeuvres complettes. Traduites en françois. Nouvelle édition. 8 Bde. Paris, Duchesne, 1779. Mit gestoch. Portr. nach Keller und 17 Kupfertafeln nach Marillier. Marmoriertes Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., goldgepr. Wappensupralibros und dreiseitigem Goldschnitt (Gelenke tls. angebrochen, stellenw. wurmspurig, etw. beschabt und bestoßen). (69) 600,-

584

Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Lewine 427. Sander 1595. Holloway 52. Cohen-R. 817: „Très belles illustrations.“ – Stellenw. minimal wasserrandig, gering gebräunt und leicht fleckig. – Bd. I mit mod. Exlibris im ersten Bd. auf dem fliegenden Vorsatz. – Dekoratives Exemplar aus dem Besitz von Max Graf von Preysing mit dessen Wappensupralibros auf dem Vorderdeckel aller Bände.

581

582

Erste Buchausgabe; davon 18 Bde. im 1.-7. oder 1.-5. oder 1.-4. Tsd., 6 Bde. im 6.-10. oder 6.-7. Tsd. – Plaul 435.2, 439.2, 450.2, 457.1 (6.-7. Tsd.), 460.2, 462.2, 474.1, 478.1, 488.1, 490.1, 501.1, 506.1, 537.1, 538.1, 548.1, 555.1, 557.1, 559.1, 564.1, 565.1, 584.1, 585.1, 586.1 und 587.1. – Die Bde. XI und XXIV ohne den Serientitel. – Gelenke tls. verstärkt; alle Bde. mit Gebrauchsspuren. – Beiliegen der Band VIII der „Illustrierten Reiseerzählungen“ in der

MINIATURBÜCHER – LE TRIOMPHE DE L'ESPRIT, des graces et du sentiment. Paris, Janet, (1804). Blattgr.: ca. 6,5 x 4,5 cm. Mit gestoch. Titel und 12 Kupfertafeln. 24 S. Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rücken und Deckelbordüren sowie Spiegel (Versilberung beschädigt) in goldgepr. Schuber mit Silberstift (minimale Gebrauchsspuren). (68) *R 150,Grand-Carteret 1426 (mit Calendrier pour l'an XII). Bondy 46. – In unserem Exemplar „Calendrier pour l'an 1807“ (1 Bl., 24 S., 1 Bl.). DAZU: I. LE SENTIMENT ANALYSÉ, ou L'école de l'adolescence. Ebda. (1805). Blattgr.: 6,5 x 4,5 cm. Mit gestoch. Titel und 12 Kupfertafeln. – Ldr. d. Zt. mit goldgepr. Rücken und Deckelbordüren in goldgepr. Ldr.Schuber (minimale Gebrauchsspuren). – Grand-Carteret 1526. Bondy 46. – Beigebunden sind Kalendertafeln (Januar bis Dezember) für das Jahr 1806 (S. 8-31).

– PRÉVOST (D'EXILES), A. F., Mémoires et aventures d'un homme de qualité qui s'est retiré du monde. Nouv. éd., revue & augmentée. Suivis de Manon Lescaut. 3 Bde. Amsterdam und Paris, Hôtel Serpente, 1783. Mit gestoch. Portr. und 6 Kupfertafeln nach Marillier. 2 Bl., 72, 444 S.; 2 Bl., 437 S.; 2 Bl., 483 S. – HLdr. d. Zt. mit Rtit. (Rücken von Bd. I läd., Gelenk von Bd. II gebrochen, beide Bde. beschabt und bestoßen). – Vorsätze leimschatting, etw. gebräunt und stellenw. braunfleckig. (69) 150,MAY, K., Illustrierte Reiseerzählungen. Bde. I, III-VII, IX-XVI, XVIII, XX-XXII und XXIV-XXIX (von 30) in 24 Bdn. Freiburg, Fehsenfeld, (190812). Mit zahlr. Abb. OLwd. (Rücken und Gelenke tls. restauriert, bei 4 Bdn. die Rücken gänzlich erneuert; alle Bde. mit stärkeren Lager- und Gebrauchsspuren). (42) 300,-

MAY – SEKUNDÄRLITERATUR – 5 Werke zu Karl Mays Leben, Schaffen und Rezeption. In 5 Bdn. 1987-2000. OLwd. (4) und OKart. (frisch). (42) 100,-

II. LE PETIT PAROISSIN DE L'ENFANCE. Paris, (Didot, um 1835). Blattgr.: ca. 2,6 x 1,8 cm. Mit zus. 9 ganzseit. Holzschnitt-Tafeln (tls. in der Pag.) und Textholzschnitten. S. (3)-92 (so komplett). – OTalmideckel (minimale Altersspuren). – Bondy 76: „Obwohl diese Titel nicht selten sind, werden sie gerne gesammelt wegen ihres kleinen Formats und ihrer entzückenden Illustrationen.“ – Vgl. Spielmann 403. Gumuchian 4128 und 4129. – Block vom Einband gelöst.

585

MOREAU LE JEUNE – IMBERT, (B.), Le jugement de Pâris. Poëme en IV. chants. Amsterdam (= Paris), o. Dr., 1772. Mit gestoch. Titel von Moreau le Jeune, 4 Kupfertafeln von Née, Duclos, Masquelier und Delaunay nach Moreau und 4 gestoch. Vign. von Choffard. VIII, 200 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und dezenter Rvg. (Kapitale beschäd., gering wurmstichig, beschabt und bestoßen). (69) 300,Erste Ausgabe. – Sander 965. Lewine 251. Cohen-R. 506: „Très jolies illustrations.“ – Spiegel mit längerem Exzerpt zum Autor von alter Hand und Bibliotheksexlibris, Gelenke wurmspurig und brüchig, mehrf. gestempelt, gering gebräunt und stellenw. leicht fleckig. – Aus dem Besitz von Stanislaw Szczesny Potocki (1751-1805).


Literatur bis 1900

143

Nr. 589

586

MORGAN, (SIDNEY), O'Donnel oder die Reise nach dem Riesendamm. Irisches NationalGemälde. Nach dem Englischen der Lady Morgan, von L. M. v. Wedell. 2 Bde. Berlin, Voss, 1825. 222; 276 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und dezenter Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (86). 100,Erste deutsche Ausgabe. – Hamberger-M. XXI, 396. – Vorsatz mit Besitzvermerk, etw. gebräunt und stärker wasserrandig.

587

NESTROY, J., Gesammelte Werke. (Hrsg. von O. Rommel). 6 Bde. Wien, Schroll, (1948-49). Mit zahlr. Tafeln. Hschweinsldr. d. Zt. mit Rsch. und dezenter Rvg. (etw. lichtrandig, leicht berieben, etw. bestoßen). (120) 150,Hagen 447, 3. – „Die Texte entsprechen der fünfzehnbändigen historisch-kritischen Gesamtausgabe desselben Verlages, sind aber nach den Handschriften und Erstdrucken revidiert.“ – Stellenw. minimal gebräunt.

588

– Sämtliche Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe. Hrsg. von F. Brukner und O. Rommel. 15 Bde. Wien, Schroll, (1924-30). Mit zahlr. Tafeln. OLwd. (geringe Gebrauchsspuren). (68) *R 150,-

Achter 510. Hagen 446, 1: „Heute noch gültige (wenn auch z. T. durch neuere Forschungsergebnisse revisionsbedürftige) wissenschaftliche Werkedition, auf die nahezu alle späteren Ausgaben zurückgehen.“ – Vorsatz in allen Bänden gestempelt, minimale Gebrauchsspuren.

589

OVIDIUS NASO, P., Les metamorphoses en Latin et en François, de la traduction de M. l'Abbé Banier. 4 Bde. Paris, (Prault), 1767-71. 4°. Mit gestoch. Titel, 4 gestoch. Titelvign., 3 S. gestoch. Widmung, 20 S. gestoch. Tafelerklärung, 30 gestoch. Textvign. und 140 Kupfertafeln von Baquoi, Basan, de Launay, Le Mire u. a. nach Boucher, Choffard, Eisen, Gravelot, Moreau u. a. Ldr. d. Zt. mit Rvg. und goldgepr. Fileten auf den Deckeln (neu aufgebunden, Rsch. erneuert, Bd. I lichtrandig, Gelenke etw. berieben). (69) 2.000,Erste Ausgabe mit diesen Illustrationen. – Cohen-R. 769. Lewine 395. Sander 1472. Salomons 142. Slg. Fürstenberg 86. Fürstenberg 79: „Hauptwerk französischer Illustrationskunst.“ – Für die berühmte Gemeinschaftsausgabe von verschiedenen Pariser Verlegern waren die bedeutendsten Illustratoren und besten Stecher der Zeit vereinigt worden. – Enthält neben den 139 Tafeln (dabei eine entzückende Jahreszeiten-Folge) auch die prachtvolle blattgroße, von Cohen und Ricci besonders hervorgehobene Schlußvignette von Choffard. – Vorsätze erneuert, die Titel mit Besitzeintrag von alter Hand, Titel von Bd. IV wasserrandig, sonst nur leicht fleckig, tls. etw. gebräunt. – Mod. Exlibris. – Siehe Abbildung.


144

Literatur bis 1900

First edition with these illustrations. – The most prominent illustrators and the best engravers of the time had been associated for the famous joint issue of various Paris publishers. – Apart from the 139 plates (including a charming sequence of seasons) it also contains the magnificent full-leaf endpiece by Choffard particularly highlighted by Cohen and Ricci. – Endpapers renewed, titles with ownership entry by contemporary hand, title of vol. IV with waterstains, otherwise only slightly soiled, partly a little browned. – Modern exlibris. – Contemporary calf with gilt back and gilt stamped fillets on boards (rebound, spine label renewed, vol. I faded, joints a little rubbed). – See illustration.

590

593

Erste Ausgabe. – Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 175. Wurzbach XXIII, 160. Wernigg 3507. Bürger 353. – Vgl. Hayn-G. I, 460 (nur der Nachdruck von Bd. I). – Der erste Band des kraftvoll geschriebenen Berichts über Pezzls Erlebnisse in einem bayerischen Benediktinerkloster war 1780 erschienen und erfuhr sofort eine zweite Auflage (vor allem sprachlich geglättet, aber auch mit Kürzungen: die wuchtige Polemik gegen die unbefleckte Empfängnis im Erstdruck wurde ersatzlos gestrichen). – Der vorliegende zweite Band von 1781 wurde ebenfalls nachgedruckt: durch dichteren Satz nur noch im Umfang von 228 S., aber bei einem Vergleich von EA und Nachdruck findet sich nicht die geringste inhaltliche Änderung, und alle sprachlichen Eigenheiten Pezzls (beispielsweise der Gebrauch von „herentgegen“) blieben stehen (der Nachdruckbearbeiter des ersten Bandes hat das als süddeutschen Provinzialismus mißbilligt und abgeändert); wer die Bearbeitung vornahm, ist noch nicht erforscht. Einzig der dritte Band wurde offenbar nicht mehr nachgedruckt. – Hübscher Druck auf leicht bläulich getöntem Papier. – Wenig fleckig.

PETRARCA, F., Rime. 2 Bde. Parma, Bodoni, 1799. 1 Bl., XXXIV, 373 S.; 1 Bl. XVII, 352 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (beschabt und bestoßen). (48) *R 500,Brooks 734. Speck-N. 394. – Im selben Jahr wie die Folioausgabe bei Bodoni, „mais imprimée plus correctement“ (Brunet IV, 555). – Gelenke gebrochen, Vorsatz mit Buchhändleretikett, leicht fleckig.

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(PEZZL, J.), Briefe aus dem Novizziat. Tle. [I] und II (von 3) in einem Bd. (Zürich, Orell), 178081. 220 S., 2 weiße Bl., 262 S., 1 weißes Bl. Pp. d. Zt. (beschabt und leicht bestoßen). (110) *R 200,Erste Ausgabe. – Vgl. Slg. Mayer 6387 (nur der Nachdruck: Bd. I mit 184 S., Bd. II mit 228 S.). Hayn-G. I, 460 (nur der Nachdruck von Bd. I): „Schilderung der Mißstände des Klosterlebens, mit scharfen und ergötzlichen Angriffen gegen Ueppigkeit, Aberglauben, Bauchdienst, Geisselungen, Mortifikationen etc.). Der Verfasser wurde wegen dieser Briefe in gerichtliche Untersuchung verwickelt. Vgl. Weber, Möncherei, 2. Aufl. IV, S. 398).“ – Die EA von Bd. III erschien 1783. – Auf bläulichem Papier. – Sauber. – Stempel und Exlibris der Hofbibliothek Löwenstein-Wertheim.

592

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– Eugens Leben und Thaten. Wien, Degen, 1791. Mit gestoch. Frontisp. 2 Bl., 266 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken restauriert, etw. bestoßen). (110) *R 100,Erste Ausgabe. – Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 204. Böhm 789. Wurzbach XXII, 161. ADB XXV, 579. – Gleichzeitig als Bd. III der „Österreichischen Biographien“ erschienen. – Leicht fleckig. – Exlibris.

595

– Briefe aus dem Novizziat. Tle. [I] und II (von 3) in einem Bd. O. O. und Dr. (Zürich, Orell), 1780-81. 184, 228 S. Pp. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (110) *R 150,Nachdruck der EA aus demselben Jahr. – Slg. Mayer 6387. Hayn-G. I, 460 (nur Bd. I; ebenfalls im Nachdruck). Gugitz im Jahrbuch der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 175. Wurzbach XXIII, 160. Wernigg 3507. Bürger 353. – Kraftvoll geschriebenes Jugendwerk, das die Ausweisung Pezzls aus Bayern zur Folge hatte. „In gewandten Briefen berichtet der Verfasser dem fiktiven Herausgeber über seine Erlebnisse in einem bayerischen Benediktinerkloster. Auf Grund von Pezzls persönlichen Erfahrungen wird die Erziehung zum mönchischen Leben in den abschreckendsten Farben gemalt. Mit Hilfe einer geschickt angewandten Montagetechnik werden die Exerzitien und Klosterregeln immer wieder ad absurdum geführt. Der junge Novize ist völlig auf der Höhe der Zeit“ (Bodi, Tauwetter, S. 184). – Auf bläulichem Papier gedruckt. – Vorsatz mit Eintragungen, Titel verso mit schwachem Stempel, wenig fleckig. – Mod. Exlibris.

– Briefe aus dem Novizziat. Bde. II und III (von 3) in 2 Bdn. O. O. und Dr. (Zürich, Orell), 178182. 262; 272 S. Mod. Pp. (110) *R 150,-

– Faustin oder das philosophische Jahrhundert. O. O. und Dr. (Zürich, Orell), 1783. Mit gestoch. Titelvign. (nach links geneigter schreibender Faun mit Bocksfüßen, über ihm ein im Wind flatternder Bogen Papier mit der Jahreszahl „1780“). 381 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (110) *R 150,Erste Ausgabe. – Griep 121. Holzmann-B. II, 3031. Goed. V, 506, 7. Wernigg 1250. Ebeling III, 593. Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 179. Bodi 185. Bürger 414. – Vgl. Hayn-G. II, 240, und Dippel 305 (beide halten einen Nachdruck für die EA). – Mehrf. gestempelt, etw. gebräunt und braunfleckig.

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– Faustin oder das philosophische Jahrhundert. Ohne Ort und Drucker, 1783. Mit gestoch. Titelvign. (schreibender Faun mit Bocksfüßen, rechts daneben Baumstumpf mit aufgehängter Narrenkappe und Bischofsmütze). 288 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen, oberes Kapital lädiert). (110) *R 120,Wernigg 1250. Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 179. Literatur in Österreich 2985. – Vgl. Dippel 305-07. – Eine der im Jahr der EA (bei Orell in Zürich) erschienenen Nachdruckausgaben des deutschen Can-


Literatur bis 1900

dide. – Am Ende der Vermerk: „Diese neue Original-Edition wird in allen Buchhandlungen verkauft à 12. ggr. Sächsis. oder 48. kr.“ – Vorsatz mit Besitzvermerk und Klebemarke, braunfleckig. – Mod. Exlibris.

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ganz besonderem Werth wegen der meisterhaften und entzückenden 5 Kupfer von Johann Rudolph Schellenberg, die nur in dieser einzigen Ausgabe auf Schreibpapier sich finden.“ – Mit einigen Zusätzen und textlichen Verbesserungen sowie einem erstmals in dieser (letzten) Auflage erscheinenden Schlußkapitel. – Die Titelvignette zeigt einen jungen Satyr, der ein Bildnismedaillon Pezzls in die Höhe hält. Die erste (nicht signierte) Kupfertafel war als Frontispiz gedacht und zeigt Faustin und seinen Freund Traubach am Eingang des Augartens in Wien (Pezzl, der inzwischen nach Wien gezogen war, lieferte die Vorlage selbst). – Titel mit Besitzvermerk, tls. leicht gebräunt, die erste Tafel schwach wasserfleckig. – Hübsch gebunden. – Exlibris von Jean Paul Baptiste Doray de Longrais.

– Faustin oder das philosophische Jahrhundert. Ohne Ort und Drucker, 1783. Mit gestoch. Titelvign. (junger lesender Faun an einem Baumstamm, über ihm ein im Wind flatternder Bogen Papier mit der Jahreszahl 1780). 332 S., 2 Bl. Hpgt. d. Zt. (fleckig). (110) *R 100,Nachdruck. – Lit. in Österreich 2986. – Vorsatz mit Besitzvermerk, kaum fleckig.

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– Faustin oder das philosophische Jahrhundert. 1780. O. O. und Dr. (Frankfurt, Gebhart?), 1784. 332 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (leicht fleckig und beschabt). (110) *R 120,-

602

603 – Faustin oder das aufgeklärte philosophische Jahrhundert. O. O. und Dr., 1784. 310 S., 1 Bl. Pp. um 1860 (Gebrauchsspuren). (110) *R 100,Nachdruck. – Hayn-G. II, 240. Lit. in Österreich 2987. Wolfstieg 42746: „Diese Schrift wird als illuminatisch bezeichnet.“

– Faustin, oder, das philosophische Jahrhundert. 3. verm. und verb. Ausg. O. O. und Dr. (Zürich, Orell), 1785. Mit gestoch. Titelvign. 360 S., 2 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und neuem Rsch. (gering fleckig). (110) *R 100,Griep 121. Wernigg 1250 (Verlagszuweisung an Mayr in Salzburg). Dippel 387. Slg. Mayer 6394. Hayn-G. II, 240. Lit. in Österreich 2991. Bürger 444. – Neuauflage auf gutem Papier, ohne die Holzschnitt-Zierstücke, mit seitenverkehrter, leicht abgewandelter Titelvignette. Vermerk am Ende: „Diese neue Original-Edition wird in allen Buchhandlungen verkauft à 14. ggr. Sächsis. oder 56 kr.“ – Stellenw. unbedeutend fleckig. – Exlibris.

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– Faustin, oder das philosophische Jahrhundert. 4. verm. und verb. Ausg. O. O. und Dr. (Zürich, Orell, Gessner, Füssli & Co.), 1788. Mit gestoch. Titelvign. und 5 Kupfertafeln von Schellenberg. 289 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (minimal berieben). (110) *R 150,Goed. V, 506, 1. Rümann 850. Dippel 466. Thanner 668-73 und I, S. 530 ff. Lanckoronska-R. II, 222. Hayn-G. II, 240: „Gesuchte und seltene Ausgabe auf Schreibpapier; von

– Marokkanische Briefe. Aus dem Arabischen. Neue verm. und verb. Aufl. Frankfurt und Leipzig (= Wien, Kraus), 1784. Mit gestoch. Titelvign. 256 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Rücken aufgehellt, Bezug mit kleinen Fehlstellen, beschabt und bestoßen). (133) *R 120,Hayn-G. I, 464. Wernigg 4056. – Vgl. Goed. V, 506, 7, 2 („Maccaronische Briefe“). Holzmann-B. I, 7958 (jeweils nur die EA von 1784). – Zweite Ausgabe der fiktiven Briefe, die einem Mitglied der im Jahre 1783 in Wien weilenden marokkanischen Gesandtschaft in den Mund gelegt werden. – Titel mit Rasur und kleinem Eckabriß, einzelne Anstreichungen mit Bleistift, leicht fleckig.

NACHGEB.: (WINKOPP, P. A.), Faustin oder das philosophische Jahrhundert. Zweites Bändchen. O. O. und Dr., 1785. 3 Bl., 200 S. – Nachdruck. – Ohne Vorsätze; etw. abgegriffen und fleckig.

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– Geschichte Papst Pius des Sechsten. O. O. und Dr. (Wien, Degen), 1799. Mit gestoch. Portr. 262 S., 1 Bl., 3 Bl. Anzeigen. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (gering berieben). (110) *R 80,Erste Ausgabe. – Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 206. – Etw. gebräunt und fleckig. – Mod.Exlibris.

Maassen 3358. Dippel 352 (kann nur das Exemplar der Library of Congress nachweisen). – Titel gestempelt, minimal gebräunt. – Hinterer Innendeckel mit kleinem Händleretikett von Gunnar A. Kaldewey.

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– Marokkanische Briefe. Aus dem Arabischen. Neue verm. und verb. Aufl. Frankfurt und Leipzig (= Wien, Kraus), 1784. Mit gestoch. Titelvign. 256 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen). (110) *R 150,Hayn-G. I, 464. Wernigg 4056. – Titel mit Adelsstempel, leicht fleckig. – Mod. Exlibris.

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– Marokkanische Briefe. Aus dem Arabischen. Frankfurt und Leipzig (= Wien, Kraus), 1785. Mit gestoch. Titelvign. 232 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker berieben und bestoßen, Rsch. lädiert). (110) *R 120,Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 188. – Vgl. Goed. V, 506, 7, 2 („Maccaronische Briefe“). Holzmann-B. I, 7958 (jeweils mit der EA von 1784). – Nachdruck der erstmals 1784 erschienenen fiktiven Briefe, die einem Mitglied der im Jahre 1783 in Wien weilenden marokkanischen Gesandtschaft in den Mund gelegt werden. – Vorsatz mit Besitzvermerk, leicht fleckig, stellenw. etw. wasserrandig. – Mod. Exlibris.


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Literatur bis 1900

608

PEZZL – (GÜNTHERODE, K. VON), Faustins Briefe. Berlin (= Salzburg, Mayr), 1785. Mit Portr. in Schabkunstmanier. 1 Bl., 225 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (110) *R 120,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 7916. Weller, Druckorte, I, 127. Hayn-G. II, 240. Bodi 312. Wernigg 545. Kosch VI, 1020. Wurzbach VI, 16. Gugitz im Jb. der GrillparzerGesellschaft 16 (1906), 183: „Eine rohe, zotige Geschichte.“ Griep 3. – Eine von über 10 Nachahmungen von Pezzls Erfolgsbuch. – Verfaßt von dem aus Fontefono bei Mailand stammenden Freiherrn Karl von Güntherode (1740-1795), Lehrer im Kloster zu Innsbruck, später Bibliothekar des Fürsten Eszterházy in Wien und Eisenstadt. – Vorsatz gestempelt, Porträt des Autors unten mit Notizen, Titel am Fuß mit kleinem Randausschnitt, S. 47/48 mit restauriertem Papierdurchbruch (geringer Buchstabenverlust); leicht gebräunt, etw. fleckig.

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Vgl. Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 182. Hayn-G. II, 240 (Kollation: 2 Bl., 200 Seiten). Lit. in Österreich (Kollation: 212 S.; Titelvign. wie beim vorliegenden Druck). – Zu den verblüffenden Parallelen in der Biographie von Pezzl und Winkopp (beide entlaufene Klosterzöglinge, beide danach antireligiöse Aufklärer, beide enden resigniert im Staatsdienst) vgl. ADB XLIII, 457, und Hamberger-M. VIII, 551. – Hinterer Vorsatz mit Eckausschnitt, etw. fleckig.

Nr. 612

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(PEZZL, J.), Ulrich von Unkenbach und seine Steckenpferde. 2 Bde. Wien, Degen, 1800. Mit gestoch. Frontisp. 368 S., 1 Bl., 326 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (minimal berieben und fleckig, wenige kleine Wurmspuren). (110) *R 250,Erste Ausgabe. – Hayn-G. VIII, 23: „Darin Interessantes zur Goethe- und Werther-Literatur.“ Goed. V, 506, 4: „Satire auf Galls Schädellehre.“ Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 207: „Eigentlich nur eine Fortsetzung des 'Faustins', in dem die durch die Jahre und neuen Zeitverhältnisse hinzugewachsenen Torheiten des deutschen Kulturlebens ironisiert werden.“ – Das Frontispiz illustriert, wie nach Lavaters Anleitung der Haaransatz oberhalb der Stirn gemessen wird. – Etwas gebräunt und braunfleckig.

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– Ulrich von Unkenbach und seine Steckenpferde. 2 Tle. in einem Bd. Wien, Degen, 1800. (Ohne das gestoch. Frontispiz). 1 Bl., 368 S., 1 Bl., 326 S. Brosch. d. Zt. (Altersspuren). (133) *R 100,Erste Ausgabe. – Vorsatz gestempelt, Titel mit Randausriß (kein Textverlust), fleckig. – Etwas gebräunt und braunfleckig. – Unbeschnitten.

– (WINKOPP, P. A.), Faustin oder das philosophische Jahrhundert. Zweites Bändchen. O. O. und Dr. (Leipzig, Weygand?), 1784. Mit gestoch. Titelvign. (Fachwerkhaus, von dem Schindeln vom Dach purzeln, davor 3 gutgekleidete Herren, im Vordergrund zwei Faune, davon einer an einem Baumstumpf lehnend). 194 S. Pp. d. Zt. (berieben). (110) *R 80,-

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– – Faustin's des Jüngern Reisen und Thaten im schwindelnden Jahrzehend der Freiheit am Ende des philosophischen Jahrhunderts. Leipzig, Weygand, 1799. Mit gestoch. Titelvign. 1 Bl., II, 331 S. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (Vordergelenk mit Wurmspur). (110) *R 150,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. III, 11804. Gugitz im Jb. der Grillparzer-Gesellschaft 16 (1906), 183-84. Hayn-G. II, 242: „Selten. – Interessante Sittenschilderungen, wobei verschiedene 'Eheirrungen', sowie Scandalosa vom Petersburger Hofe und Paul I.“ – Peter Adolph Winkopp hatte schon (zum großen Zorn Pezzls) einen zweiten Band des „Faustin“ geschrieben (1784). Das vorliegende Werk sucht die Konjunktur weiter auszubeuten. Für aufklärerische Schriften war aber in den Zeiten der Napoleonischen Kriege das Interesse fast erloschen, und der im Vorwort angekündigte zweite Band erschien nicht. – Titel mit Besitzvermerk, leicht gebräunt.


Literatur bis 1900

611

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(PORÉE, C.-G.), Die entlarvten Mönche, oder die kurzweilige Geschichte des D. Ranucio d'Aletes. Von dem Verfasser des spanischen D. Quixotts verfertiget und seiner Schönheit wegen ins Deutsche übersetzt. 2 Tle. in einem Bd. Hamburg, Wiering, 1748. Mit 2 gestoch. Frontisp. und 2 Kupfertafeln. 7 Bl., 237 S., 6 Bl., 211 S. Pp. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (133) *R 600,Einzige deutsche Ausgabe, nahezu verschollen. – HaynG. V, 128 (kennt nur Teil I mit 4 Kupfern). Holzmann-B. III, 5089 (nennen als Verfasser Pierre Quesnel), und VII, 7186 (Porée). – Vgl. zum französischen Original Hoefer XL, 820, und Barbier II, 666: „Le P. Lelong attribue cet ouvrage au P. Quesnel, mais il a été reconnu depuis qu'il a pour auteur Ch.-Gabr. Porée.“ – Nicht bei Fromm. – Charles-Gabriel Porée (1685-1770), der Bruder des berühmten Lehrers von Voltaire, war Bibliothekar von Fénélon. – „Une critique mordante et spirituelle des moeurs du clergé“ (Hoefer). – Gering fleckig, gebräunt. – Vollständig mit beiden Teilen in öffentlichem Besitz von uns nur in der Historischen Bibliothek Rudolstadt nachweisbar. – Siehe Abbildung.

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In der Reihenfolge der Bindung: Bérénice. 1683. 70 S. – Bajazet. 1690. 83 S. – Iphigénie. 1691. 82 S. – Phèdre et Hippolyte. 1691. 72 S. – Esther. 1692. 70 S. – Mithridate. 1692. 72 S. – Zum Buchbinder René Kieffer (1875-1963) vgl. Fléty 98. – Eng gebunden, knapp beschnitten (Kupfer bis zum Rand, Kolumnentitel teils angeschnitten), kaum fleckig.

PHILOSOPHIE IN COLLISION MIT DER LIEBE, DIE, oder Abt Magazeni und sein Zögling. Eine mehr als wahrscheinliche Geschichte. Leipzig, Alberti, 1799. Mit 4 Kupfertafeln. 8 Bl., 338 S., 7 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (stärker beschabt, kleine Wurmspuren). (110) *R 300,Zweite Ausgabe (EA 1792). – Hayn-G. VI, 182: „Selten, besonders mit allen Kupfern.“ Rümann 855. – Laut HaynGotendorf und Rümann erstmals mit den 3 Blättern „Noten zum dritten Buche“ (diese und die Inhaltsangabe am Ende des Bandes ineinander verbunden). – Vorsatz mit Besitzvermerk, gering gebräunt und fleckig, einige Bleistifteintragungen, mehrere Bl. der Lagen G und H mit Wurmgang im unteren Rand.

RABELAIS, F., Les cinq livres. Paris, (Jouaust für die) Librairie des Bibliophiles, 1876-77. 5 Bde. Mit rad. Portr. und 10 Radierungen von E. Boilvin in je zwei Zuständen. Maroquin um 1900 mit Rücken-, Deckel- und Steh- und Innenkantenvg., sign. „A. Cuzin“ (minimal berieben). (68) *R 500,-

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RACINE – SAMMELBAND – 6 Tragödien von Jean Racine. „Suivant la copie imprimée à Paris“ (= Amsterdam, Wolfgang), 1683-92. 12°. Jeweils mit gestoch. Titel (in der Paginierung). Maroquin d. 1. Hälfte des 20. Jhdts. mit Rtit. und Innenkantenvg., sign. „René Kieffer“ (minimal bestoßen). (48) *R 300,-

ROUSSEAU, J. J., Einsame Spaziergänge. Sein leztes nachgelassenes Werk. München, Strobl, 1783. Mit gestoch. Portr. (in der Paginierung). 262 S. Hldr. des frühen 20. Jhdts. (berieben). (133) *R 120,Zweite deutsche Ausgabe. – Dufour 353. – Vgl. Fromm 22812. – Frühe deutsche Ausgabe der sowohl im Original wie auch in deutscher Übersetzung ein Jahr zuvor erschienenen „Rêveries du promeneur solitaire“.

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SCHILLER, (F. VON), Sämmtliche Werke. 12 Bde. und 4 Suppl.-Bde. in zus. 8 Bdn. Stuttgart und Tübingen (Suppl.: Stuttgart und Augsburg), Cotta, 1847-58. Mit Stahlstich-Portr. und Falttabelle. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Rücken tls. ausgebleicht, leicht beschabt und bestoßen). (11) 100,Goed. V, 144, St¹. – Die Supplementbände enthalten die von Karl Hoffmeister herausgegebene „Nachlese zu Schillers Werken nebst Variantensammlung“. – S. 31/32 in Bd. XI mit Einriß. Stellenw. leicht fleckig. – Supplementbände abweichend gebunden. – Dekorativ.

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– Gedichte. 2 Tle. 2. von neuem durchgesehene Aufl. (Tl. II: 2., verb. und verm. Auflage). Leipzig, Crusius, 1804-05. Mit 2 gestoch. Frontisp. 1 Bl., VI, 335; X, 390 S. Hldr. d. Zt. (stärker beschabt, etw. bestoßen, Gelenke tls. gebrochen). (42) 120,Ausgabe letzter Hand. – Goed. V, 154-55, 2 und 3. TrömelM. 257 und 276. – Im zweiten Teil drei Erstdrucke. – Mit mehreren Besitzvermerken, leicht gebräunt, etw. fleckig.

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– Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen. Neue Original-Auflage. Mannheim, Schwan und Götz, 1786. 3 (statt 4) Bl., 167 S. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (132) 120,Trömel-M. 59. Veitenheimer 1056. – Mit den Vignetten Urne (wie in der ersten Ausgabe) und Ruine. „Ich halte die erstere der Vignetten wegen, die noch in anderen Schwanschen Büchern vorkommen, für die echte Ausgabe, letztere für einen Nachdruck“ (Trömel-Marcuse). – Es fehlt, wie öfter, der zweite Titel „Trauerspiele“. – Gering fleckig.

Vicaire I, 604. Brivois 347. – Eines von 25 Ex. auf China (Gesamtaufl.: 250) mit den zusätzlichen Radierungen avant la lettre. – Der erste Band zertifiziert mit der eigenhändigen Signatur von D. Jouaust. – Die Radierungen avec la lettre lose beiliegend. – Zum Buchbinder Adolphe Cuzin vgl. Fléty 51.

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SCHLEGEL, F. (VON), Sämmtliche Werke. 10 Bde. Wien, Mayer, 1822-25. Hpgt. d. Zt. (leicht beschabt, gering fleckig). (25) *R 300,Erste Gesamtausgabe. – Goed. VI, 26, 35. Achter 622. – Leicht gebräunt, gelegentlich etw. braunfleckig.


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Literatur bis 1900

Nr. 621

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SPECTATOR – AUSZUG DES ENGLISCHEN ZUSCHAUERS nach einer neuen Uebersetzung (von J. L. Benzler und K. W. Ramler). 8 Bde. Berlin, Himburg, 1782-83. Mit gestoch. Portr. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (angestaubt, etw. berieben und bestoßen, Kapitale tls. leicht lädiert). (110) *R 400,Bereits dritte deutsche Ausgabe des Auszuges aus dem englischen Magazin „The Spectator“ von Joseph Addison und Richard Steele. – Goed. IV/1, 181, 40. Diesch 490, 4. Kirchner 5112. Hayn-G. VII, 368, und VIII, 674. – Die erste deutsche Ausgabe war 1739-44 erschienen, eine weitere (hrsg. von Gottsched und Schwabe) 1749-51. – Benzler übertrug den Text, während Ramler sich um die Verdeutschung der zahlreichen Gedichte kümmerte. – Tls. etw. gebräunt und fleckig. – Recht hübsch gebunden.

Mit Originalzeichnungen 621

SPENCER, W. R., Poems. London, Cadell and Davies, 1811. Mit gestoch. Frontisp. VIII, 240 S. Restauriertes Ldr. d. Zt. (60) 300,Lowndes 2476. – Enthält u. a. Spencers Übersetzung der bekannten Ballade „Lenore“ von Gottfried August Bürger mit deutschem Paralleltext. – Durchschossenes Exemplar mit Entwürfen für Illustrationen zu „Lenore“ in feinen lavierten Bleistiftzeichnungen: Vier ganzseitige Szenen zeigen trauernde Putten an Lenores Grab, das Gespräch mit der Mutter, Wilhelms Wiederkehr und den nächtlichen Ritt, ferner vier Vignetten. – Titel mit hs. Besitzermonogramm und Tafelabklatsch, leicht fleckig. – Siehe Abbildung.

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STIFTER, A., Studien. (Mischauflage). 6 Bde. Pest, Heckenast, 1847-50. Mit 6 gestoch. Titeln von J. Axmann nach Geiger. Mod. Lwd. mit Rsch. (minimal angestaubt). (86) 150,Bde. I-IV in zweiter Auflage, V und VI in erster Ausgabe. – Heck 55. Eisenmeier 33. – Gering gebräunt, stellenw. etw. braunfleckig.

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STORM, TH., Der Schimmelreiter. Berlin, Paetel, 1888. VIII, 222 S., 1 Bl. Rote OLwd. (minimal bestoßen). – Vorsatz mit hs. Besitzvermerk, leicht gebräunt. (22) 500,-

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– Zur Chronik von Grieshuus. Berlin, Paetel, 1884. 2 Bl., 204 S. Braune OLwd. (gering berieben und bestoßen). (86) 200,Erste Ausgabe. – Kosch XX, 402. – Buchblock gelockert, gering gebräunt. – Mit Exlibris des Bankiers und Büchersammlers Jean Furstenberg (Hans Fürstenberg). DAZU: DERS., Novellen und Gedenkblätter. Braunschweig, Westermann, 1874. 4 Bl., 200 S. – Erste Ausgabe. – NACHGEB.: DERS., Zur „Wald- und Wasserfreude“. Berlin, Paetel, 1880. 1 Bl., 101 S. – Erste Ausgabe. – Zwischengebunden „Das grüne Blatt“ in der 4. Aufl. 1881. – Hlwd. d. Zt. (berieben und bestoßen). – Alle Werke gering gebräunt, stellenw. minimal braunfleckig.


Literatur bis 1900

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TIECK, L., (UND W . H. WACKENRODER), Phantasien über die Kunst, für Freunde der Kunst. Hamburg, Perthes, 1799. IV, 283 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale läd., beschabt, bestoßen). (127) 250,Erste Ausgabe. – Goed. VI, 36, 37, und 47, 6. – Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk, letzte Lage vom Block gelöst, hinterer fliegender Vorsatz entfernt, gering fleckig.

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TIECK, L., Romantische Dichtungen. 2 Bde. Jena, Frommann, 1799-1800. 1 Bl., 492 (recte 482) S., 1; 1 Bl., 506 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Rücken etw. brüchig, beschabt). (127) 300,Erste Sammelausgabe der Jugendwerke Tiecks. – Goed. VI, 37, 49. – Letzte Lage des ersten Bandes in sich verbunden; bei beiden Bdn. die Spiegel mit Klebespur und das hintere fliegende Blatt mit Besitzeintrag, datiert 1806. Leicht fleckig, gebräunt.

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TOTENTANZ – RENTZ, M., Erinnerungen des Todes und der Ewigkeit. Linz, Akademische Buchhandlung, 1779. Fol. Mit gestoch. Frontisp. von M. Rutz und 51 Kupfertafeln von M. Rentz. 1 Bl., 182 S., 1 Bl. Läd. Hldr. d. Zt. (17) 2.000,Vgl. HAB 77, 53. Schulz B31. FdF 1146. Praz 468. Massmann 50. Slg. Oppermann 1196: „Eine der schönsten Totentanz-Folgen.“ – Darstellung des monumentalen Totentanzes, den Graf Sporck in Kukus bei Prag nach Holbeinschen Vorlagen malen ließ. Im Unterschied zu Holbein ist der Klerus jedoch vor den weltlichen Vertretern gezeigt, und es ist keine antikatholische Haltung zu erkennen. Das Geschehen ist in reich ausgestattete Innenräume oder dramatische Landschaften verlegt; die prächtigen Rahmen jeweils mit emblematischer Kartusche und erbaulichem Text. – Am Ende mit kleiner Wurmspur im Fußsteg, wenige Tafeln mit Randeinriß, einzelne Blätter und Tafeln lose, fleckig. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur drei Exemplare nachweisbar. – Siehe Abbildung.

Nr. 627 Massmann 31f. Slg. Oppermann 1131. – Die meisten Holzschnitte mit „GS“ monogrammiert. „Nach Angabe des Christian de Mechel soll Georg Scharfenberg, ein seiner Zeit berühmter Formschneider, diese Holzschnitte unter Beihilfe seines Freundes Hans Hugo Klauber, getreu nach dem Originale auf der Totentanzmauer, im Jahre 1576 verfertigt haben“ (Slg. Oppermann). – Vorsatz gestempelt, leicht fleckig und gebräunt.

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Depiction of the monumental Dance of Death which Count Sporck of Kukus near Prague had painted based on designs by Holbein. Rentz transposed the events to luxuriously furnished rooms or dramatic landscapes. – At the end with small worm trace at lower margin, a few plates with tear in margin, some leaves and plates loose, soiled. – Only three copies recorded by the KVK. – Contemporary damaged half calf. – See illustration.

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– DER TODTEN-TANTZ, wie derselbe in der weitberühmten Stadt Basel, als ein Spiegel menschlicher Beschaffenheit, ganz künstlich mit lebendigen Farben gemahlet, nicht ohne nützliche Verwunderung zu sehen ist. Mit Titelvign. und 41 nahezu ganzseit. Textholzschnitten. 44 Bl. Basel, Mechel, 1796. Mod. Pp. (bestoßen und leicht berieben). (68) *R 300,-

TRENCK – (WADZECK, F. F. D.), Wahrhafte Beleuchtung der Lebensgeschichte des Freyherrn von der Trenck, wider die Beschuldigungen gegen Friedrich den Grossen, von einem Brandenburgischen Patrioten. Lausanne (= Leipzig, Fleischer), 1787. 4 Bl., 62 S. Brosch. d. Zt. (leichte Gebrauchsspuren). (110) *R 120,Einer von mindestens 3 Drucken im Jahr der Erstausgabe. – Holzmann-B. VI, 2148. Weller, Druckorte, I, 133. HaynG. IX, 590 (nennt irrtümlich als Verfasser Wedneck). Henning (Friedrich der Große) 228. – Etw. gebräunt, wenig fleckig. – Unbeschnitten.

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VERLAINE – SAMMLUNG – 6 Werke von Paul Verlaine in erster Ausgabe. 1886-96. Orig.Brosch. (5; tls. mit stärkeren Gebrauchsspuren) und spät. Hlwd. mit Rsch. (minimal berieben und bestoßen) mit eingebundener Orig.-Brosch. (69) 400,-


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did gedruckt und ansprechend illustriert. Hier mit den beiden oft fehlenden, erst 1801 erschienenen Registerbänden, mit denen der Historiker und Lexikograph Pierre Nicolas Chantreau (1741-1808) die Ausgabe abschloß. – Ohne die vier Tafeln zu den Contes en vers (Bd. XIV). – Einige Blöcke etw. gelockert, wenige Tafeln und Seiten lose, Kopfschnitt angestaubt, gebräunt, fleckig. – Unbeschnitten. – Aus der Bibliothek des dänischen Literaturwissenschaftlers und Buchhistorikers Knud Frederik Plesner (1898-1968) mit dessen Exlibris in allen Bänden der Werkausgabe und in den Deckeln der beiden Kassetten (eine der letzten Arbeiten Plesners war eine kleine Studie zu Voltaire). The most famous of all Voltaire editions, in a splendid printing and with attractive illustrations. Here with both register volumes only published in 1801, with which the historian and lexicographer Pierre Nicolas Chantreau (1741-1808) completed the edition. – Lacks the four plates to Contes en vers (vol. XIV). – Some blocks a little loosened, a few plates and pages loose, top edge dust soiled, browned, soiled. – Untrimmed. – From the library of the Danish literary scholar and book historian Knud Frederik Plesner (1898-1968) with his exlibris in all volumes of the edition and in the covers of both cases. – Vol. I-LXX in contemporary cardboard (rubbed, scuffed and with minor defects in cover material), the register in original interim wrappers in modern cardboard case.

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Bengesco 1878. – Einer von mindestens zwei Drucken im Jahr der ersten Ausgabe. – Laut Vorwort vom Sohn des berühmten Komponisten Niccolò Piccinni aus dem Nachlaß herausgegeben, Bengesco bezweifelt jedoch die Autorschaft Voltaires. – Eine im selben Jahr bei Égron gedruckte Ausgabe sowie ein Vergleichsexemplar im Handel wohl ebenfalls eines anderen Druckes aus demselben Jahr jeweils mit gestochenem Frontispiz. – Titel mit Besitzeretikett, gering fleckig. – Breitrandig.

Nr. 634 Louise Leclercq. Paris, Vanier, 1886. – Montel 40. – Parallèlement. Ebda. 1889 – Montel 48. – Vorsatz mit hs. Widmung und Skizze von William Rothenstein. – Chansons pour elle. Ebda. 1891. – Montel 75-76. – Mes prisons. Ebda. 1893. – Montel 88. – Odes en son honneur. Ebda. 1893. – Montel 86. – Chair. Paris, Bibliothèque artistique & littéraire, 1896. – Montel 103. – Mit Frontisp. von F. Rops. – Alle Bde. papierbedingt gebräunt und mit Gebrauchsspuren. – Mod. Exlibris in zwei Bänden.

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VOLTAIRE, Oeuvres complètes. 72 Bde. (Kehl), Imprimerie de la Société Littéraire-Typographique (LXXI und LXXII: Paris, Déterville), 17841801. Mit 17 gestoch. Portrs. und 104 (statt 108) Kupfertafeln meist nach Moreau le jeune. Bde. I-LXX in Pp. d. Zt. (berieben, bestoßen und mit kleineren Fehlstellen im Bezug), die beiden Registerbände in der Orig.-Interimsbroschur in mod. Pp.-Kassetten. (69) 1.200,Bengesco 2142. Lewine 564. Cohen-R. 1042-47. Mahérault 269 bis. Hoefer IX, 681. Brunet V, 1353-54: „Cette édition célèbre était la plus complète, la plus belle et la mieux ordonnée qui eût paru jusqu'alors des oeuvres de Voltaire.“ – Die berühmteste aller Voltaire-Ausgaben, splen-

– Pensées, remarques et observations. Ouvrage posthume. Paris, Didot für Barba u. a., 1802. 4°. 2 Bl., XVI, 156 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (48) 250,-

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– La Pucelle d'Orléans. Nouvelle édition, sans faute et sans lacune. London (= Paris, Cazin), 1780. 12°. Mit gestoch. Frontisp. und 18 Kupfertafeln (ohne das Porträt). 252 S. Maroquin d. Zt. mit Rücken-, Steh- und Innenkantenvg., goldgepr. dreifachen Fileten und dreiseit. Goldschnitt (leicht berieben und etw. bestoßen) in mod. Lwd.-Schatulle mit Ldr.-Rsch. (69) 300,Bengesco 505. Dutel A-931 – Nicht bei Lewine, CohenRicci, Sander und Reynaud. – „Édition publiée par Cazin. Elle est imprimée sur un papier bleuté et ornée, comme dans l'édition de 1777, d'un portrait de Jeanne d'Arc [manque dans notre exemplaire], d'un frontispice représentant Voltaire assis et Jeanne d'Arc debout, et de 18 jolies gravures de Duflos d'après des dessins de Marillier. Cette édition est augmentée d'une épitre du Père Grisbourdon (Jean-Baptiste de Jonquières) à Mr de Voltaire, d'un jugement sur le poème de La Pucelle, et d'une épigramme sur le même poème“ (Dutel). – Es fehlt das Porträt der Jeanne d'Arc. – Leicht gebräunt, geringer Tafelabklatsch, vereinzelt etw. braunfleckig. – Selten. – 2 Beilagen in zus. 3 Bdn.: La Henriade, 2 Bde., Paris (1769)-70 (Bengesco 384); La Pucelle d'Orléans, London 1761 (Bengesco 487).


Literatur bis 1900

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First German edition. – Collection consisting of four treatises in which one episode from the life of the fictive Scythian Babue (or Babuc) is treated, the authors use this episode as an opportunity to make all kinds of considerations about what is good and bad in man and the hence resulting state of the society and its institutions. The first text is from Voltaire, the following three works are continuations by two Danish authors taking up Voltaire's narration in a skilful way and developing it further. These four works are published here together for the first time as collection. – Title with ownership entry „A. Wendt“, stronger browned throughout and soiled. – Not in „Jahrbuch“. – Extremely rare (in public libraries only traceable by us in the State Library of Berlin). – Contemporary half vellum (stronger scratched and soiled, boards bent. – See illustration.

VOLTAIRE – SCHRIFTEN DES BABUE oder die Welt wie sie ist. O. O. und Dr. (Lemgo, Meyer), 1761. 288 S. Hpgt. d. Zt. (stärker beschabt und fleckig, Deckel sperrig). (38) *R 1.500,Erste deutsche Ausgabe. – VD 18 11716193. – Vgl. Fromm 26923 (zweite Ausg. 1762; diese zweite Ausgabe in anderem Satz und mit nur 206 Seiten). – Sammelwerk mit vier Schriften, in denen eine Episode aus dem Leben des fiktiven Skythen Babue (oder Babuc) behandelt wird, welche Episode die Verfasser zum Anlaß nehmen, allerlei Erwägungen über das Gute und Schlechte im Menschen und die daraus resultierende Verfassung der Gesellschaft und ihrer Einrichtungen anzustellen. Der erste Text, „Das Gesicht des Babue“, stammt von Voltaire, ist erstmals 1748 unter dem Titel „Le monde comme il va“ erschienen (Bengesco 1417) und ist eine Erzählung, die der im Frankreich des achtzehnten Jahrhunderts beliebten Gattung des conte philosophique zuzurechnen ist; die drei anschließenden Werke, „Fortsezzung des Gesichts des Babue“, „Briefe an Babuc“ und „Babues Antworten auf einige an ihn gerichtete Briefe“, sind Fortsetzungen zweier dänischer Autoren, die den Faden der Voltaireschen Geschichte geschickt aufnehmen und weiterspinnen. Als Sammelwerk sind die vier Arbeiten hier erstmals gemeinsam veröffentlicht. Der anonyme deutsche Übersetzer, von dem wir nur seine Initialen oder Chiffre „M. P.“ kennen, Buchstaben, die noch der Entschlüsselung harren, war aber so aufrichtig, in einer längeren Anmerkung Voltaire als den Verfasser der ersten Schrift zu enthüllen und die Verfasser der Fortsetzungen samt deren Originaltiteln in Fußnoten offenzulegen: „Die Fortsezzung des Gesichts des Babue [Fortsettelse af Babues Syn ...] ... ist nebst den Antworten des Babue [Babues Svar paa nogle breve til ham] von dem berühmten Herrn Professor Schneedorf in Soröe entworfen; die Briefe selbst [Breve til Babue] rühren von dem Herrn Professor Rothe her ...“ Jens Schelderup Sneedorff (1724-1764) lehrte als Professor die Rechtsund Staatswissenschaften an der Ritterakademie Sorø und war seit 1761 Rothes Nachfolger als Hofmeister des dänischen Erbprinzen Friedrich, Tyge Jesper Rothe (1731-1795) selbst war Hauslehrer, Professor, Justizrat, Gutsherr und manch anderes und ist auf mancherlei Gebieten schriftstellerisch tätig gewesen. – Daß die Schriften des Babue „aus dem Celtischen“ übersetzt seien und Babue sie verfaßt habe, ist natürlich literarische Fiktion (auf die man freilich vom bloßen Titel her durchaus hereinfallen kann, wie es Kayser in seinem Bücherlexikon geschehen ist).

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WERCKMEISTER, R., Meine Feierstunden oder Witz, Ernst und Scherz. Berlin, Selbstvlg., 1799. XXXII, 175 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (133) *R 150,Hayn-G. VIII, 376: „Zahm.“ – Titel mit Stempel der Fürstlich Oettingen-Wallersteinschen Bibliothek, leicht fleckig. – Exlibris des Grafen von Oettingen.

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WIE GEHT ES DANN EIGENTLICH in den Klöstern der Bettelmönche zu? „Gedruckt in Philadelphia“ (= Ulm, Stettin), 1783. 384 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch (etw. beschabt und bestoßen). (110) *R 250,Einzige Ausgabe. – Weller, Druckorte, I, 129. Hayn-G. I, 349: „Freier satyrischer Roman in Briefen. Rar.“ – In klarer Sprache geschriebene Beschreibung des Klosterlebens, ein Nachfolger von Pezzls „Briefen aus dem Novizziat“. – Wenig fleckig, einige Bl. mit Wurmspur im oberen Rand. – Bibliotheksexlibris.

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WIELAND, (CH. M.), Die Grazien. Biel, Heilmann, 1772. 92 S. Pp. d. Zt. (leichte Altersspuren). (61) 100,Günther-Z. 417. – Titel mit Monogrammstempel, gering fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegen sechs literarische Werke aus der Zeit von 1777-1857 in neun Bänden.

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Titel mit Besitzvermerk „A. Wendt“, durchgehend stärker gebräunt und fleckig. – Nicht im Jahrbuch. – Von größter Seltenheit (von uns in öffentlichen Bibliotheken nur in der SB Berlin nachweisbar). Wahrscheinlich aus dem Besitz des Philosophen Amadeus Wendt (1783-1836), über den Max Heinze in der ADB (XLII, 747-48) schreibt: „In der Philosophie nahm er keinen entschiedenen Standpunkt ein, ist vielmehr als Eklektiker zu bezeichnen, indem er die Gegensätze auszugleichen suchte.“ Das Fazit des Engels Ituriel am Ende des „Gesichts des Babue“, „wenn auch nicht alles so ist, wie es seyn solte, so ist es doch leidlich“, wird Wendt wohl aus der Seele gesprochen sein (im Original in Voltaires „Monde comme il va“: „Si tout n'est pas bien, tout est passable.“) – Siehe Abbildung.

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WOCHE, DIE. Moderne illustrierte Zeitschrift. Jg. I mit 42 Heften in 3 Bdn. Berlin, Scherl, 1899. Mit zahlr. Abb. 6 Bl., 600 S.; 5 Bl., S. 601-1160; 1161-1686. Hlwd. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (stärker berieben und bestoßen). (69) 80,Kirchner 23914. – Der komplette erste Jahrgang der bis 1943 existierenden Zeitschrift. – Titel mit Besitzvermerk, wenige Seiten etw. wasserfleckig, tls. mit Randläsuren und kleineren Einrissen, gebräunt, etw. fingerfleckig.

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WÖRTERBUCH DER MODE für das schöne Geschlecht und dessen Verehrer. 2 Tle. in einem Bd. Mischaufl. Hamburg, Möller, 1781-82. 78 S., 1 Bl., S. (79)-172. Mod. Hldr. (2) 200,-


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Kinderbücher – Pädagogik

Tl. I in 2., verb. Aufl., Tl. II in erster Ausgabe. – Hayn-G. V, 122, und VIII, 562-63. – Nicht bei Holzmann und Bohatta. – Aperçus über die Mode, die Liebe, die Teile des weiblichen Körpers und Tugenden und Untugenden des schönen Geschlechts. „Ridendo“, lächelnd, bringt der Autor seine Einfälle vor, wie einst Horaz (... ridentem dicere verum / Quid vetat?), und öfter ist die witzig-satirische Formulierung getragen von aufklärerisch-kritischem Geist. Damit läßt sich das Wörterbuch ohne weiteres in die Tradition der Wörterbücher von Rabener, August Friedrich Cranz und Vulpius einreihen, es ist sozusagen auch ein Glossarium für das Achtzehnte Jahrhundert. – Der erste Teil erschien schon einmal 1777 unter dem Titel „Wörterbuch der Mode für das schöne Geschlecht und seine Freunde“, dann 1781 erneut unter dem leicht veränderten neuen Titel, der zweite Teil scheint es nur auf die hier vorliegende eine Ausgabe gebracht zu haben. Die Vorrede des Verfassers ist in allen drei Drucken des ersten Teils mit „N. S. X.“ unterzeichnet, einer Chiffre oder Initialen, deren Auflösung bisher nicht gelungen ist. – Sehr selten. – Gebräunt, fleckig.

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SAMMLUNG – 17 Werke aus der Literatur vorwiegend des 18. Jahrhunderts in 20 Bdn. Verschied. Einbände meist d. Zt. (Gebrauchsspuren). (69) 1.000,Mit zahlr. Illustr. u. a. von Chodowiecki, Dorat, Eisen, Gravelot und Moreau. – Rückgänge aus unserer Auktion 65: Nr. 867, 925, 1014, 1034, 1036, 1079, 1101, 1106, 1118, 1542, 1550, 1551, 1552, 1554, 1570, 1574 und 1616.

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KONVOLUT – 10 Werke in 21 Bdn. Meist 19. Jhdt. 8°. Verschied. Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (22) 100,-

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– 12 Werke (schöne Literatur, Almanache, Abenteuerberichte usw.) in 14 Bdn. Meist 19. Jhdt. 8°. Verschied. Orig.-Einbände und Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (22) 100,-

(ZAUPSER, A.), Briefe eines Baiern an seinen Freund, über die Macht der Kirche und des Pabstes. O. O. und Dr. (München) 1770. Mit gestoch. Titelvign. 136 S. Pp. d. Zt. (leicht fleckig). (110) *R 120,-

Kinderbücher – Pädagogik

Erste Ausgabe. – Baader I/2, 355, 1. Goed. IV/1, 231, 2. – Sauber. – Bibliotheksexlibris.

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SAMMELBAND – 3 Erzählungen in deutscher Sprache. 1781-85. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. berieben und bestoßen, Gelenke rissig). (110) *R 300,(PAJON, H.), Der König Splendid. Ein Märchen. 2 Tle. Nürnberg, Grattenauer, 1782. 110, 79 S. – Erste deutsche Ausgabe. – Will VIII, 339 (Verfasser: Michael Truckenbrot). Meusel XIV, 160 (ebenso). Holzmann-B. IV, 3319 (ebenso und mit falschem Erscheinungsjahr). Hayn-G. VII, 405 (Verfasser: Henri Pajon, Übersetzer: Truckenbrot). Goed. IV/1, 187, 1 (Verfasser: Truckenbrot). Kosch XXIII, 658 (ebenso). – Nicht bei Fromm. – In allen Bibliothekskatalogen als Werk von Michael Truckenbrot (17561793) verzeichnet ohne Hinweis auf Pajon. – In Teilen freie Übersetzung, aber eben eine Übersetzung der 1748 erschienenen „Histoire du roi Splendide et de la princesse Hétéroclite“ von Henri Pajon (gest. 1776) durch Michael Truckenbrot. (COINTREAU, J.), Desto schlimmer für Ihn, oder Salamander ein Liebhaber. Aus dem Französischen übers. (von J. D. Kluge). 2 Tle. (Wittenberg, Charisius für) Kaffke in Stettin, 1781. 109 S., 1 weißes Bl., S. (111)-221. – Vgl. Hayn-G. VII, 39 (Berlin, Nicolai, um 1760?). (NEUMANN, J. J. N.), Mamsell Fiekchen und ihr Vielgetreuer. Ein Erbauungsbüchlein für gefühlvolle Mädchen. Küstrin, Oehmigcke, 1785. 1 Bl., 208 S. – Erste Ausgabe. – Hayn-G. II, 257: „Ziemlich zahm.“ – Alle Drucke etw. gebräunt, wenig fleckig.

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AUSSCHNEIDEPUPPEN – 2 ANZIEHPUPPEN mit 35 Gewändern in gouachierter Bleistiftzeichnung auf dünnem Karton. Um 1930. Höhe ca. 21-24 cm. (106) 200,Zwei blonde Damen in Unterwäsche, wohl Mutter und Tochter, mit professionell gezeichneter und mit großem Einfallsreichtum entworferner mondäner Garderobe. – Minimale Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

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BILIBIN, I. J., Carevna-Ljaguschka (russisch: Prinzessin Frosch). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, 1901. Fol. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 9 S., 1 Bl. Orig.Brosch. (Rücken läd., gering fleckig). (133) *R 300,Erste Ausgabe. – LKJL IV, 64. Schug 1663: „In einzigartiger Weise gelingt dem Russen Bilibin die Verschmelzung von nationalrussischer Haltung und Volkskunst mit der Formensprache des Jugendstils.“ – Etw. fleckig. – Siehe Abbildung.

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– Marja Morevna (russisch). St. Petersburg, Staatsdruckerei für Wertpapiere, (1903). 4°. Mit zahlr. tls. ganzseit. chromolithogr. Abb. 12 S. Orig.-Brosch. (Rücken verstärkt, Altersspuren). (19) 120,Erste Ausgabe. – Schug 2731: „Auffallend die düstere Schlachtfeldstimmung, realistischer dargestellt als bei Boutet de Monvel ('Jeanne d'Arc').“ – Hinterer Umschlagdeckel mit Tafelabklatsch, die äußeren Blätter im Falz etw. eingerissen, einzelne Fehlstellen durch Verklebungen der Chromolithographien, fleckig.


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Kinderbücher – Pädagogik

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BUSCH – KRÄMER, K. E., Wenn es schneit. Kinderverse. Münster, Der Quell, (1948). Mit zahlr. Illustrationen von Wilhelm M. Busch. 12 Bl. Orig.-Brosch. (minimal berieben). (69) 100,-

Ohne Handzeichnung: STROMFIBEL. Düsseldorf (1950). – Visel 49. – Spiegel mit dreizeiliger hs. Widmung der Witwe des Künstlers. – KOCH-GOTHA, F., Die Bremer Stadtmusikanten. Hamburg (1957). – Visel 85. – Geringe Gebrauchsspuren.

Erste Ausgabe. – Seltenes Gedichtbändchen für Kinder, verfaßt von Karl Emerich Krämer (1918-1987) und zauberhaft komplett in Blau illustriert von Busch. – Obere Ecken minimal knittrig. – Vorsatz mit vierzeiliger Widmung von Brigitte Busch, der Witwe Buschs, dat. Mai 1989.

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– SAMMLUNG – 11 Werke mit Illustrationen von Wilhelm M. Busch in 11 Bdn., davon 9 mit sign. Handzeichnung des Künstlers. 1950-82. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 400,Mit Handzeichnung: MALPASS, E., Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung. (Gütersloh) o. J. – Visel 159. – TSCHECHOW, A. P., Kaschtanka. (Gütersloh 1965). – Visel 151. – ERNST, O., Appelschnut. Hamburg (1968). – Visel 162a. – MALPASS, E., Fortinbras ist entwischt. (Reinbek 1969). – Visel 175a. – BUSCH, W. M., Versteckt und doch entdeckt! Ein Suchbilderbuch. (Reinbek 1972). – Visel B 5. – CRONIN, A. J., Die Frau des Wirts. Eine Weihnachtsgeschichte. München (1977). – Visel. 215. – DOSTOJEWSKIJ, F. M., Der kleine Held. (Memmingen 1977). – Visel 216. – DIE SCHÖNSTEN WEIHNACHTSGESCHICHTEN DER WELT. (München 1977). – Visel 214. – ERNST, O., Buzi. Großvater erzählt von Appelschnuts Sohn. Hamburg (1982). – Visel 244.

CASPARI, GERTRUD UND W ., Frühling, Frühling überall! Ein Bilderbuch zu Kinderliedern von F. Güll. Leipzig, Hahn, o. J. (1910). 4°. Mit zahlr. (6 ganzseit.) Textillustr. 31 S. Mod. Lwd. mit mont. Orig.-Umschlag. (61) 150,Klotz 2165/5. Ries 464, 13. Schug 591. – Neu aufgebunden. – Altersspuren. – Beiliegen drei Kinderbücher (ca. 1880-1910).

Unbekannte Kriegspropaganda eines jüdischen Verlags 651

ERSTER WELTKRIEG – HEYER, A., KriegsBilderbuch. Fürth, Löwensohn, o. J. (ca. 1915). Qu.-Fol. Mit 12 ganzseit. farb. Abb. 13 Bl. Hlwd. d. Zt. mit farb. Vorderdeckelillustr. (etw. beschädigt). (61) 500,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, über den weltweiten Katalog kein Exemplar in öffentlichem Besitz zu ermitteln. – Von dem deutsch-ungarischen Maler Arthur Heyer (1872-1931) phantasievoll illustriertes Kinderbuch, das das Kriegsgeschehen des Ersten Weltkriegs für Kinder als und im Spiel erlebbar machen soll, martialisch für die Mittelmächte parteinehmend. So ist etwa


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das Bombardement von Lüttich als Spiel auf dem Teppichboden dargestellt, und eine Seeschlacht geschieht mit Papierschiffen, die mit Steinen versenkt werden. Am Schluß die „Heimkehr der Sieger“. – Heyer war eigentlich Tiermaler, der phasenweise seinen Lebensunterhalt durch Kinderbuchillustration bestritt. Daß er sich dabei auch in das Gebiet der Weltkriegspropaganda begab, ist bislang nicht bekannt geworden. – Der jüdische Verlag Gerson Löwensohn in Fürth galt als Bilderbuchfabrik, die in großem Umfang Kinderbücher produziert hat. – Vorderes Innengelenk restauriert, Block gebrochen, eine Lage lose, stellenw. etw. fleckig, wenig gebräunt. – Siehe Abbildung.

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INSTRUKZIONEN für das gesamte Schulaufsichts- und Lehrpersonal in den k. k. teutschen Erbstaaten. Prag, Normalschul-Buchdruckerei, 1807. 142 S. Pp. d. Zt. (leichte Altersspuren). – Kaum fleckig, leicht gebräunt. – Beilage. (22) 80,KEIL, (J.) G., Neue Märchen für meine Enkel. Leipzig, Wigand, 1849. Mit Holzschnitten nach Zeichnungen von E. Hasse und H. Bürckner. 2 Bl., 186 S., 1 Bl. OLwd. (berieben, etw. bestoßen). (42) 100,Erste Ausgabe. – ADB XVII, 452 (Erscheinungsjahr 1850, möglicherweise das Jahr einer Titelausgabe). – Verfaßt von Johann Georg Keil (1781-1857), der sich als Heraus-

geber italienischer und spanischer Literatur und Verfasser von Lehrbüchern des Spanischen und Italienischen verdient machte, aber „auch in selbständigen Werken der schönen Litteratur“ sich „nicht ohne Glück versucht“ hat (ADB). – Papierbedingt leicht gebräunt, etw. fleckig. – Beiliegt Schöppners „Sagenbuch der Bayerischen Lande“, 3 in 2 Bdn., München 1866.

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KREIDOLF, E., Sommervögel. Köln, Schaffstein, o. J. (1908). Qu.-Fol. Mit farb. Titel und 16 chromolithogr. Tafeln. 11 Bl. Hlwd. (Altersspuren). (32) 250,Erste Ausgabe. – Hess-W. A 5. Klotz 3698/16. Seebaß 1077. Schug 518: „Phantasie und künstlerische Bildersprache sind hier zu schlechthin vollkommener Übereinstimmung gebracht.“ – Am Ende zwei Seiten Erläuterungen und zwei Seiten Verlagsanzeigen. – Gelenke gebrochen, Vorsätze mit Knickspuren, Titel mit hs. Eintrag, datiert 1935, vereinzelt etw. fleckig. DAZU: DERS., Die schlafenden Bäume. Ebda. (1901?). 4°. Mit farb. Titel und zahlr. farb. Abb. 5 Bl. OPp. (Rücken läd., Kanten beschabt, leicht gebräunt). – Vermutlich erste Ausgabe. – Hess-W. A 2. Stark 183. Ries 659, 4. DodererM. 716 und S. 240. – Nach den Kennzeichen von Hess und Wachter handelt es sich um die Erstausgabe von 1901, da die Schlußvignette mit den vier Faltern vorhanden ist. Das Verlagssignet auf dem Hinterdeckel kam laut Stark (S. 176) allerdings erst 1902 in Gebrauch. – Titel mit kleinem Monogrammstempel, vereinzelt minimal fleckig, leicht gebräunt.


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LANGEN, HILDE, Aschenbrödel. Bilderbuch. Dichtung von Martha Strachwitz. Basel, Schwabe, (1941). Qu.-Fol. Mit tls. farb. Illustr. (davon eine ganzseit., 8 halbseitig). 11 Bl. (davon 6 mit beweglichen Teilen). OHlwd. (leicht beschabt und etw. bestoßen). (42) 150,-

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Vgl. Klotz 4422/9 (EA 1902). – Anna Margarete Henriette Marquardsen (1864-1937) verfaßte zur Zeit des Kaiserreiches zahlreiche Kinderbücher im Geist des Militarismus. Im vorliegenden Werk wird der Osterhase in die feldgraue Uniform des Landsturms gesteckt, und die letzten Verse „Packt uns viel bunte Eier ein / Für Türken und Bulgaren“ beziehen sich auf das aktuelle Kriegsgeschehen der Balkankriege. – Zum Illustrator: Ries 505. – Es fehlen der Titel und das letzte (weiße) Blatt. – Leichte Gebrauchsspuren, im Falz verstärkt. – Zwei Beilagen.

Erste Ausgabe des anthroposophischen Märchenbuches. – Klotz 7164/1. – Block gebrochen, die Falze tls. etw. eingerissen, leicht fleckig. – Beiliegt das von Arthur Rackham illustrierte „Aschenbrödel“ in der Normalausgabe (Zürich und Leipzig, Münster-Presse, um 1920).

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LE MOUËL, E., Voyage du haut mandarin Ka-liko et de son fidèle secretaire Pa-tchou-li. O. O., Dr. und J. (Paris, Garnier, 1885). Qu.-8°. 32 Bl. OHlwd. (leichte Altersspuren). (61) 120,Nicht bei Gumuchian. – Bald nach dem Ende des Chineschisch-Französischen Krieges erschienen, karikiert das in Wahrheit an Erwachsene gerichtete Kinderbuch die nationalen Eigenheiten der beiden Länder. – Eugène Le Mouël (1859-1934) war als Illustrator u. a. für „Le Charivari“ und „Le Chat Noir“ tätig. – Vorsatz mit Buchhändleretikett, kaum fleckig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

(MARQUARDSEN, ANNA), Gruß vom Osterhas! (Nürnberg, Stroefer, 1910). Schm.-Fol. Mit 12 tls. farb. Abb. von P. O. E(ngelhard). 6 (statt 7) Bl. OPp. (Gebrauchsspuren). (22) 100,-

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MEGGENDORFER, L., Nimm mich mit! Ein lehrreiches Bilderbuch. München, Braun & Schneider, o. J. (1886). Schmal-Qu.-8° (7 x 22,5 cm). 1 Bl., 197 (statt 202) meist chromolithogr. S. OLwd. (wasserrandig, einige Knickspuren, beschabt und bestoßen). (145) *R 120,Ries 711, 29. – Vgl. Wegehaupt II, 2170. Krahé 115 (jeweils die EA 1885, Format 8 x 23 cm). – Wohl die zweite Ausgabe des Kleinkinder-Anschauungsbuches, gewissermaßen eine Bildenzyklopädie aus Kindersicht; abgebildet sind Gegenstände des täglichen Lebens, Tiere, Pflanzen, Instrumente, Fahrzeuge u. a. – Starke Gebrauchsspuren.


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Kinderbücher – Pädagogik

Nr. 660

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MEGGENDORFER, L., Die Uhr. Text von Ferdinand Feldigl. Esslingen, Schreiber, (1897). Qu.4°. Mit 24 chromolithogr. Illustr. und 2 Uhren mit montierten Zeigern. OHlwd. (beschabt und bestoßen). (56) 200,Erste Ausgabe. – Krahé 130. Ries 714, 104. – Reizendes Bilderbuch zum Erlernen der Uhr. – Spiegel mit alter Widmung in Tinte (dat. 1898), Bindung in Auflösung, Zeigerspitzen bis auf eine abgebrochen, etw. fleckig.

660

POCCI, F., Lustige Gesellschaft. München, Braun & Schneider, 1867. Qu.-4°. Mit 31 ganzseit. kolor. Textholzschnitten. 1 Bl., 59 S. Illustr. OHlwd. (Altersspuren). (99) 200,-

ken Arm. – Block tls. von Einband gelöst, gering fleckig. – Beiliegen zwei weitere Werke von Pocci sowie vier illustrierte Kinderbücher (deutsch, französisch und englisch) aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

662

RENARD, J., Poil de Carotte. Brüssel, Édition du Nord, 1928. Mit zahlr. kolor. Textillustrationen von P. Falké. 2 Bl., 262 S., 6 Bl. Mod. Pp., sign. „Karl Tschudin“ (Orig.-Brosch. mit eingebunden). Nr. 765 von 1076 Exemplaren. – Monod 9630. – Mod. Exlibris. (68) *R 80,-

663

SCHMITT, D., (d. i. KATHARINA ZITZ), Die Puppe Anna. Mainz, Scholz, o. J. (um 1840). Qu.8°. Mit 12 kolor. lithogr. Tafeln. 62 S. OHlwd. (Altersspuren). (93) *R 150,-

Schug 258. Rümann 1612. Pressler 207. – Ein Blatt mit kleinem Eckabriß, gering fleckig. – Beiliegend „Sagen aus der grünen Mark“ von Hans von der Sann (1890) und „Blondchen in Blüten“ von Elsa Beskow (1908). – Siehe Abbildung.

661

– Der Staatshämorrhoidarius. München, Braun & Schneider, (1860). Mit zahlr. Textholzstichen. 36 S. OPp. (fleckig, beschabt und bestoßen). (19) 200,Pocci (Enkel) 422. – Zweiter Druck der ersten Ausgabe der bekannten Satire auf die bayerische Bürokratie. – Kennzeichen: Auf dem Hinterdeckel Darstellung des Staatshämorrhoidarius im Profil mit Akten unter dem lin-

Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Katharina Zitz (1801-1877) publizierte unter verschiedenen Pseudonymen zahlreiche Kinderbücher. – Vgl. Klotz V, 338. Wegehaupt IV, 232. – Gelenke tls. gebrochen, fleckig.

664

SCHULE FÜR KINDER, oder Sammlung von Erzählungen, in welchen kurze und faßliche Begriffe aus der Moral und Naturgeschichte enthalten sind. Moskau, Semen, 1828. Mit 9 (statt 22) kolor. Kupfertafeln. 420 S. Mod. Hlwd. (140) 300,-


Kinderbücher – Pädagogik

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Nr. 668

Bibliographisch und in öffentlichen Bibliotheken von uns nicht nachweisbar. – Titel und Text in russischer, französischer und deutscher Sprache. – August Semen war Buchdrucker der kaiserlichen medizinisch-chirurgischen Akademie in Moskau. – Die Kupfer, jeweils mit zwei oder drei Einzelbildern übereinander, illustrieren abstrakte, durch die Beschriftung erläuterte Begriffe wie Elternliebe, Gehorsam, Geschwisterliebe, Mitleid, Ordnungsliebe, Gesundheit, Geselligkeit, aber auch Tiere wie Hirsch, Schaf, Pferd, die in den zugehörigen kurzen Geschichten moralisch ausgedeutet werden. – Vorhanden sind insgesamt 21 Einzelszenen. – Hinterer Vorsatz mit Buchhändlermarke, Titel mit kleinem, hinterlegten Eckabriß sowie einzelnen kleinen, hinterlegten Einrissen, leicht fleckig.

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Wiener Jugendkunst-Bilderbücher, 2. – Cotsen 10524. Düsterdieck 7391. – Nicht bei Schug. – Bindung gelockert, leicht fleckig.

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SIEBE, JOSEPHINE, Das Teddybuch. Eine lustige Bärengeschichte. Stuttgart, Levy & Müller, (1924). Mit 6 Tafeln und einigen tls. ganzseit. Textillustr. von J. Mauder. 2 Bl., 151 S., 2 Bl. Illustr. OHlwd. (berieben, bestoßen, leicht fleckig und gebräunt). (68) *R 80,Erste Ausgabe. – Klotz 6789/113. – Reizendes Kinderbuch von Josephine Marie Siebe (1870-1941). – Ohne das Lesezeichen „Bär am Band“. – Erste Tafel rückseitig mit Widmung, hinterer Spiegel mit Buchhändlermärkchen; leicht fleckig und gleichmäßig gebräunt.

STADLMAYER, MARIE, Was uns freut. Leipzig, Hirt, (1924). Qu.-4°. Mit 6 ganzseit. farb. Illustr. 8 Bl. OHlwd. (fleckig, beschabt und bestoßen). (133) *R 120,-

STRUWWELPETRIADE – OLSZEWSKI, K. E., Der Kriegs-Struwwelpeter, lustige Bilder und Verse. München, Holbein, 1915. 4°. Mit vielen farb. Illustr. 24 einseitig bedruckte num. Bl., 1 Bl. Anzeigen. Illustr. OLwd. (berieben und bestoßen). (70) 200,Rühle 1246. Hürlimann 835. Schug 1801. Doderer-M. 164. – Als Antwort auf den englischen „Swollen-headed William“ von 1914 werden hier die Entente-Mächte aufs Korn genommen. – Am Ende ein weiteres Blatt mit Anzeigen des Holbeinverlags eingebunden (gebräunt). – Kaum fleckig.

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TEUTSCH-LATEINISCHES WÖRTERBÜCHLEIN zum Nutz und Ergötzung der Schuljugend zusammengetragen. Nürnberg, Hofmann, 1685. Mit gestoch. Frontisp. und zahlr. Textholzschnitten. 1 Bl., 256, 44, 24 S. Pgt. d. Zt. (Deckel etw. sperrend, leichte Altersspuren). (133) *R 1.000,-


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Kinderbücher – Pädagogik

in Nürnberg, aber bei Endter, auch postum noch, einzig das Wörterbüchlein verlegte der Nürnberger Hofmann, spätere Ausgaben erschienen bei anderen Nürnberger Verlegern, wiederum nicht bei Endter – Seybold war so etwas wie ein Hausautor Endters, zu Lebzeiten und darüber hinaus, und da ist es schon auffällig, daß ausgerechnet das Wörterbuch in keiner Auflage zu Endter kam. Seybold veröffentlichte alle Werke mit spürbarem Stolz unter seinem vollen Namen, oft verbunden mit Wirkungsort und Berufsbezeichnung – warum sollte Seybold bei seinem Wörterbuch von dieser seiner Gepflogenheit abgewichen sein? Am wichtigsten: Seybold stattete seine pädagogischen Schriften und Werke zur Sprichwortforschung sehr gerne mit ausschweifenden Vorworten aus – gerade das Wörterbuch hätte eine ausführliche Begründung der gewählten bildlichen Darstellungsmethode überaus gut vertragen. – Gebräunt, gering fleckig. – Für ein Gebrauchsbuch außerordentlich gut erhaltenes Exemplar des sehr seltenen Werkes. – Siehe Abbildung.

Verschollene Drucke 669

Nr. 670 HKJL II, 858 Anm. – Vgl. Rammensee 1640. Pilz 331-33. LKJL III, 394. Jones, German Lexicography in the European Context, 1051 und 1052 (Rammensee anonym, die drei letzten unter Seybold). VD 17 1:725828T (EA 1683) und 19:738481Y (Ausg. 1695), jeweils mit der Anmerkung, daß die gelegentliche Zuweisung an Seybold vermutlich falsch sei. – Zweite Ausgabe des von 1683 bis 1733 in sieben Auflagen erschienenen, in der Nachfolge des „Orbis sensualium pictus“ von Comenius stehenden Wörterbuches. „Sometimes catalogued as anonymous, this is a classified and illustrated German and Latin dictionary, having on each page up to 30 pictures with German and Latin words“ (Jones 1051 zur EA 1683). – Die Zuschreibung des Wörterbüchleins an den Schulmann und Parömiographen Johann Georg Seybold (1617-1686) stammt vom Kunsthistoriker Kurt Pilz, der sie 1967 in seiner Bibliographie des „Orbis sensualium pictus“ des Comenius ohne Begründung vornahm; diese Zuweisung wurde trotzdem sofort aufgegriffen und ist seither recht verbreitet. Sie findet sich nicht nur in den jüngeren zitierten bibliographischen Quellen, sondern hat, durch Jones initiiert, auch Eingang in die Sprachwissenschaft gefunden, gleich mehrfach in Beiträge des Linguisten Peter O. Müller: „Deutsche Sachgruppenlexikographie des 17. Jahrhunderts“ (Lexicographica 21 [2005; erschienen 2006], S. [20]-34) und „Pictura & Nomenclatura“ (Zeitschrift für germanistische Linguistik 38 [2010], S. [370]387). – Drei gewichtige Gründe sprechen indes gegen Pilzens apodiktische Zuschreibung, so daß wir ihr nicht folgen. Ein Großteil der Arbeiten Seybolds erschien zwar

VERGNÜGEN UND UNTERRICHT. Eine Monatsschrift für Kinder, Lehrer und Freunde. Hrsg. von C(h. J.) Langbein. 4 Bde. mit je 6 Stücken in zus. 2 Bdn. Arnstadt und Rudolstadt, Langbein und Klüger, 1799-1800. Mit 3 (2 kolor.) gestoch. Frontisp. Beschäd. Pp. d. Zt. (62) 400,GV 84, 183 (4 Bde., dat. 1798 und 1799; Aufnahme reproduziert aus Kaysers Bücher-Lexicon). Hamberger-M. X, 170 (Bde. I und II, irrig 1793-99). – Nicht bei Diesch und Kirchner. – Jeder Jahrgang mit sechs Heften, jeweils mit Gesamttitel für jeden Band, allen sechs Stücktiteln und einem Inhaltsverzeichnis; in Band II die Erklärung zum Frontispiz von Band I und „Pränumeranten-Verzeichnis“ (4 Blatt). – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog ist nur Bd. I (1799) nachweisbar. – Vorsätze, zwei Bandtitel und eines der Frontispize verso mit hs. Vermerk, leicht fleckig und gebräunt.

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ZIEHNERT, J. G., Die kleine Wirthschafterin. Ein Lese- u(nd) Bildungsbuch für Mädchen von 8 bis 14 Jahren, die einst gute Hausfrauen werden wollen. 2. verb. Ausg. Leipzig, Friese, o. J. (1835). Mit 12 kolor. Kupfertafeln. 172 S. Hlwd. d. Zt. (Altersspuren). (121) 500,Rümann 367 (dat. 1821). LKJL III, 851 (dat. 1835). – Nicht bei Schug und Wegehaupt. – Nach Kayser erschien die erste Ausgabe 1821, die zweite 1835; danach unser Erscheinungsjahr. – Die Kupfer zeigen die Arbeitsplätze der Hausfrau, von der prall gefüllten Speisekammer bis zum eleganten Salon. – Mit einzelnen Kritzeleien in Bleistift, S. 37/38 mit kleiner Fehlstelle im Kopfsteg, fleckig, leicht gebräunt. – Selten. – Siehe Abbildung.


Philosophie – Politik – Nationalökonomie

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ANNALEN DER PHILOSOPHIE [und die Fortsetzungen unter veränderten Titeln]. 16 Bde. Hrsg. von H. Vaihinger u. a. Leipzig u. a., Meiner u. a., 1919-40. Verschied. Orig.-Einbände (minimale Altersspuren). (45) 1.000,Hogrebe-K. 27 und 164. – Die Bände I-III erschienen mit dem Titelzusatz „Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als-Ob-Betrachtung“, die Bände IV-VIII unter dem Titel „Annalen der Philosophie und philosophischen Kritik“. 1930-1938 wurde die Reihe unter dem Titel „Erkenntnis“ (Bde. I-VII) fortgesetzt (zugleich Annalen der Philosophie IX-XV), Band VIII (1939/40) mit dem Titelzusatz „The Journal of Unified Science“ (hier im Nachdruck, mit dem Appendix). Band VII und VIII erschienen im Exil in den Niederlanden und den USA. – Enthalten sind bedeutende Beiträge des Begründers sowie u. a. von Rudolf Carnap, Karl Dürr, Kurt Lewin, Karl Popper und Hans Reichenbach. – Nicht vorhanden sind die Supplemente und die erst 1971 erschienenen Register. – Titel tls. mit Besitzeintrag, minimale Altersspuren. – Mod. Exlibris. – Bis auf die Supplemente und Register vollständige Reihe der seltenen Zeitschrift.

DAZU: WELLMER, M. L., Einige Worte an meine Mitbürger über die Frage: „Durch welche gesetzliche Mittel können und sollen wir die, unserer Freiheit und Ruhe drohende, Gefahr abwenden?“ Nürnberg, o. Dr. (Riegel und Wießner), 1831. 16 S. Heftstreifen d. Zt. – Einzige Ausgabe. – GV 155, 269. – Über die Pressefreiheit in Bayern; verfaßt vom Landrichter Michael Ludwig Wellmer (1783-1859), dem Autor des Hammelburger Conversations-Lexikons (das meist Karl Heinrich Ritter von Lang zugeschrieben wird).

BAYLE, P., Historisches und Critisches Wörterbuch, nach der neuesten Aufl. von 1740 ins Deutsche übers.; auch mit einer Vorrede und verschiedenen Anmerkungen sonderlich bey anstößigen Stellen versehen, von J. Ch. Gottscheden. 4 Bde. Leipzig, Breitkopf, 1741-44. Fol. Mit gestoch. Portr. und 4 gestoch. Titelvign. Beschäd. Ldr. (3) und Pgt. d. Zt. (2) *R 200,Erste deutsche Ausgabe der berühmten Enzyklopädie im Geiste der frühen Aufklärung. – Goed. III, 361, 32. Fromm 2472. Seemann 23 (nur Bd. I). – Vgl. PMM 155. – Mitarbeiter an der Übersetzung waren J. E. Schlegel, J. J. Schwabe, J. C. Müller, H. A. Ibekken, K. C. Gärtner und Ch. G. Gellert. – Der vierte Bd. auf den ersten 280 Seiten stark sporfleckig und teils mit Randschäden, die übrigen Bde. etw. gebräunt und nur gering fleckig.

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CHARRON, P., De la sagesse trois livres. Leiden, Elzevier, 1656. 12°. Mit gestoch. Titel und Textkupfer. 11 Bl., 621 (recte 591) S., 6 Bl. Maroquin um 1900 mit Rtit., Rvg. und Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvg. (tadellos). (48) *R 500,Goldsmith C 797. Tchemerzine III, 262. Willems 775. Rahir 782. – Zweite Ausgabe bei Elzevier. – Die drei Bücher von der Weisheit, erstmals 1601 erschienen, erlebten zahlr. Auflagen und Übersetzungen und sind das Hauptwerk Charrons, des neben Montaigne wichtigsten Vertreters des französischen Neuskeptizismus. – Oben knapp beschnitten, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung.

AUFRUF AN DIE TEUTSCHE NATION, teutsche Fürsten und Stände. Rothenburg, Deubold, 1831. 52 S. Orig.-Brosch. (fleckig). (2) 100,Einzige Ausgabe. – Nicht bei Holzmann und Bohatta. – Plädoyer für die Mitbestimmung des Volkes und Ruf nach einem Verfassungsstaat mit der Abkehr vom monarchisch-absolutistischem System. „Möge ferner auch das Ministerium in Berlin nicht vergessen, daß es bei aller Intelligenz doch keine vollkommne Kenntniß der Stimmung des teutschen Volkes besitzt ...“ (S. 39). – Fleckig, leicht gebräunt. – Tls. unaufgeschnitten, oben und seitlich unbeschnitten.

BAUDEAU – ÉPHÉMÉRIDES DU CITOYEN, ou chronique de l'esprit national. Bd. I (von 3). Paris, Delalain, 1765. IV, 272 S., 2 Bl. Mod. Pp. (leichte Altersspuren). (67) 300,Sgard 377. Higgs 3363. INED 1737. – Von Nicolas Baudeau (1730-1792) begründete Zeitschrift, erschienen von 1765-72. Der erste Band umfaßt 17 Beiträge vom 4. November bis 30. Dezember, darunter „De l'Esprit Agricole“ (S. 49-64), „Du Commerce des Indes“ (S. 113-28) und „De la Dépopulation de nos Campagnes“ (S. 225-40). – Ein Blatt mit kleinem angeränderten Randausriß, gering fleckig, leicht gebräunt.

ANALYSIS. Hrsg. von A. E. Duncan-Jones u. a. Jge. I-XXXV in 12 Bdn. Oxford u. a., Blackwell u. a., 1933-75. OLwd. (geringe Altersspuren). (45) 400,Hogrebe-K. 24 (bis Jg. 32). – Die Jge. I-VII im Nachdruck. – Es fehlen Titel und Inhaltsverzeichnis von Jg. 33. – Minimale Altersspuren. – Mod. Exlibris. – Umfangreiche Folge der seltenen Zeitschrift.

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COURTIN, C., Allgemeiner Schlüssel zur Waaren- und Producten-Kunde. 2. unveränd. Aufl. Stuttgart, Scheible, 1837. S. (3)-1031. Illustr. OPp. (fleckig, beschabt und bestoßen). (5) 120,Titelausgabe der EA 1835, diese auf der Titelseite noch mit der zusätzlichen Verlegerangabe von Gerold in Wien, die vorliegend nur noch auf dem sehr phantasiereich lithographierten Hinterdeckel steht. – Etw. braunfleckig. – Selten.

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DEUSSEN – VIER PHILOSOPHISCHE TEXTE des Mahâbhâratam. Aus dem Sanskrit übers. von P. Deussen. Leipzig, Brockhaus, 1906. XVIII, 1010 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Altersspuren). (72) 120,-


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– Lettre sur les sourds et muets. À l'usage de ceux qui entendent et qui parlent. Avec des additions. O. O. (Paris) 1751. Mit 5 Kupfertafeln. X, 400 S., 7 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. (67) 300,Vierter Druck der ersten Ausgabe. – Vgl. Adams LH4. Tchemerzine-S. II, 931 b. – Als Antwort auf die Schrift „Les Beaux-Arts réduits à un même principe“ entwirft Diderot eine eigene Theorie der schönen Künste. – Die Kupfer zum Haupttext illustrieren am Beispiel der sterbenden Dido die Ausdrucksmittel von Dichtung, Musik und Malerei; die beiden Kupfer zu den „Additions“ zeigen die Darstellung der Emotionen des antiken Helden Ajax nach Longinus und nach Homer. – Vorderer fliegender Vorsatz an den Spiegel geklebt, gering fleckig, leicht gebräunt.

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Erste Ausgabe. – Faivre 60. Holzmann-B. IV, 6866. – Wird auch B. Stattler oder F. von Pries von Löwenburg zugeschrieben, „mais le style est bien d'Eckartshausen“ (Faivre). – Angeprangert werden vornehmlich antiklerikale und antimonarchistische Philosophen, Kosmopoliten, die Ideengeber der Französischen Revolution, die Freimaurer und Illuminaten und dergleichen. Am Ende werden einige philosophische Werke im Detail untersucht, darunter besonders das „Système de la nature“ von Holbach. – Etw. gebräunt. – Bibliotheksexlibris.

Nr. 676 S. (V)/VI eingerissen, die letzten Blätter leicht beschädigt, etw. gebräunt. – DAZU: DIE SÛTRA'S DES VEDÂNTA. Aus dem Sanskrit übers. von P. Deussen. Ebda. 1887. XXIV, 766 S., 1 Bl. – Uniform gebunden.

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(DIDEROT, D.), Article Jésuite, tiré de l'encyclopédie par main de maître. Suivi de l'article Peuple, tiré du même livre. „London, Aux dépens de la compagnie“ (= Lausanne), 1766. 50 S. Mod. Pp. (leichte Gebrauchsspuren). (67) 200,Erster Separatdruck. – Adams G 26. Barbier I, 302. Quérard II, 1029. Tchemerzine IV, 453 a. De Backer-S. XI, 196, 1407. – Klandestiner Druck von Diderots scharfem Angriff gegen die Jesuiten. Der Artikel „peuple“ stammt von Louis de Jaucourt. – Lagen im Bug verstärkt, fleckig, gebräunt.

(ECKARTSHAUSEN, K. VON), Ueber die Gefahr, die den Thronen, den Staaten und dem Christenthume den gänzlichen Verfall drohet, durch das falsche Sistem der heutigen Aufklärung, und die kecken Anmassungen sogenannter Philosophen, geheimer Gesellschaften und Sekten. An die Grossen der Welt von einem Freunde der Fürsten und der wahren Aufklärung. O. O. und Dr. (München, Strobl), 1791. Mit gestoch. Titelvign. 1 Bl., 106 S. Ldr. d. Zt. (berieben). (110) *R 80,-

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EWALD, J. J., Über Revolutionen, ihre Quellen und die Mittel dagegen. Den menschlichsten Fürsten gewidmet. 2. Aufl. Berlin, Unger, 1793. 8 Bl., 250 S. Hldr. d. Zt. (berieben). (110) *R 100,Hamberger-M. II, 263. Böning-S. 3434: „Ewald wurde wegen dieser kritischen Schrift vor dem Reichshofrat verklagt und erhielt einen förmlichen Verweis.“ – Vorsätze leimschattig, anfangs minimaler Wasserand oben.

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FICHTE, J. G., Die Anweisung zum seeligen Leben, oder auch die Religionslehre. Berlin, Realschulbuchhandlung, 1806. XIV S., 1 Bl., 352 S. Etw. spät. Pp. mit Rtit. und Rvg. (leichte Altersspuren). (22) 100,Erste Ausgabe. – Baumgartner-J. 63. Goed. V, 8, 17. – Fleckig. – Beiliegen fünf Werke zu Philosophie und Lebenskunst aus der Zeit von 1791-1838.


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oder E.1B). – Hauptwerk der Aufklärungsphilosophie. „Condemned by the Archbishop of Paris 30 Nov. 1758 and put on the Index at Rome, 1759. Ordered by Parliament to be burned, 1759, though the author had signed a retraction and called in the copies issued“ (Higgs). – Es fehlt wie meist der Vortitel. – Zusätzlich enthalten ist ein gestochenes Porträt des Verfassers von A. de Saint-Aubin nach L. M. Van Loo, das nach Tchemerzine (VI, 188) nicht zum Werk gehört, „mais s'y trouve souvent ajouté“. – Respektblatt mit bibliographischer Notiz, Blatt M mit Eckabriß, Blatt Y2 mit restauriertem Einriß, fleckig, unterschiedlich gebräunt.

FODÉRÉ, F.-E., Essai historique et moral sur la pauvreté des nations, la population, la mendicité, les hôpitaux et les enfans trouvés. Paris, Huzard, 1825. 2 Bl., XII, 615 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt und bestoßen). (67) 300,Einzige Ausgabe. – Hirsch-H. II, 553. Hoefer XVIII, 24 (irrig 1827). – Nicht bei Kress, Goldsmiths, Einaudi und in vielen wichtigen Medizinbibliographien. – Der Straßburger Arzt François-Emmanuel Fodéré (1764-1835) wendet sich mit humanitären Argumenten gegen die von Thomas Robert Malthus entwickelte Theorie der naturgesetzlichen Reduzierung der Bevölkerung durch Hunger, Armut und Krankheit. – Einige Seiten mit Marginalien von alter Hand, u. a. zur Kindersterblichkeit 1840; etwas fleckig, leicht gebräunt.

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(GIN, P.-L.-C.), Les vrais principes du gouvernement françois. Genf, o. Dr., 1777. 2 Bl., VII, 316 S. Beschäd. Interims-Brosch. (67) 150,Seltene erste Ausgabe. – Barbier IV, 1114. Cioranescu 31173. – Vgl. INED 2037 (Ausg. 1782): „Sociologie politique. Inspiré de Montesquieu et surtout de Mably. Plusieurs passages consacrés à des questions économiques.“ – Die erste Ausgabe wurde in Frankreich zensiert. – Mehrere Bemerkungen zu China (S. 54 ff., 108 f., 141 f.) zeugen von der Begeisterung der Physiokraten für dieses Land. – Titel mit Besitzvermerk, anfangs wasserrandig, leicht gebräunt.

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HEGEL, G. W. F., Sämtliche Werke. Jubiläumsausg. In neuer Anordnung hrsg. von H. Glockner. 20 Bde. Stuttgart, Frommann, 1927-30. OLwd. mit beiliegenden Schutzumschlägen (geringe Altersspuren). – Einzelne Bände mit Besitzeretikett (Paul Böckmann) auf dem Spiegel, wenige Anstreichungen und Randnotizen mit Bleistift, Ränder leicht gebräunt. (19) 400,-

HERRNHUTER – RÜCKERT, L. E., Christliche Philosophie oder: Philosophie, Geschichte und Bibel nach ihren wahren Beziehungen zu einander. 2 Bde. Leipzig, Hartmann, 1825. XII, 467; IV, 488 S., 2 Bl. Pp. d. Zt. mit Rsch. und altem Schutzumschlag (leichte Gebrauchsspuren). (11) 200,Erste Ausgabe. – Hauptwerk von Leopold Emanuel Rückert (1797-1871), der die Herrnhuter Schule besucht hatte und zuletzt Theologie in Jena lehrte. – „Zeitgenossen haben bekannt, von diesem Werke in solchem Grade ergriffen, ja überwältigt worden zu sein, wie von keinem anderen“ (ADB LIII, 575). – Titel gestempelt, stellenw. fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegend „Zinzendorf in der Wetterau“ von O. Glaubrecht (1852).

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JAKOB, L. H., Grundriß der Erfahrungs-Seelenlehre. 2 Bde. Graz, o. Dr. (A. Leykam), 1795. XXVI, 252 S., 1 Bl.; S. (3)-292, 13 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (etw. berieben). (110) *R 100,Vgl. Hamberger-M. III, 514, und X, 15. – Nachdruck. – Etw. gebräunt, wenige Eckknicke. – Dekorativ gebunden.

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(HELVÉTIUS, C. A.), De l'esprit. Paris, Durand, 1758. 4°. Mit Titelholzschnittvign. 1 Bl. (statt 2), XXII S., 1 weißes Bl., 643 S. Läd. Ldr. d. Zt. (67) 600,Tchemerzine VI, 187-89. Higgs 1871. Kress 5710. INED 2243 bis. Smith E.2B. Reusch II, 907-08. – Mischexemplar aus der zweiten Quart-Ausgabe und dem ersten oder zweiten Druck der ersten Ausgabe (mit einzelnen Abweichungen von dem bei Smith beschriebenen Exemplar). – Merkmale: Titel von E.2A (das zweite „P“ von „Approbation“ links unterhalb des „M“ der Jahreszahl); Paginierung: Seite 251 paginiert (wie in E.1), S. 390 paginiert als 309 (wie in E.2), S. 539 paginiert als 953 (wie in E.1), S. 634 paginiert als 534 (wie in E.2); Kolumnentitel irrig nur auf S. 67 und 97 „DICOURS II.“ (wie in E.2); auf dem ersten Blatt mit Stern gekennzeichnete Lagen auf besserem Papier: T2, V2, Y2, A3, D3, F3, I3 und K3; von den bei Smith S. 121 aufgeführten Merkmalen nur S. 37, 59, 100, 140, 550 und 643 mit den Merkmalen von E.2 (sonst E.1A

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KANT, I., Anthropologie in pragmatischer Hinsicht abgefaßt. Königsberg, Nicolovius, 1798. XIV, 334 S. Mod. Pp. mit Rsch. und dezenter Rvg. (tadellos). (5) 150,Erste Ausgabe. – Warda 195. Adickes 98. – Titel mit Besitzvermerk und Stempel, papierbedingt gering gebräunt.

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– Der einzig mögliche Beweisgrund zu einer Demonstration des Daseyns Gottes. Königsberg, Kanter, 1763. 14, 205 S. Hldr. d. Zt. (stark beschabt und bestoßen). (19) 500,Erste Ausgabe. – Warda 23. Adickes 33 (macht darauf aufmerksam, daß das Werk schon zur Michaelismesse 1762 erschienen ist). – Ohne das achte Blatt der ersten Lage mit dem Zwischentitel „Erste Abtheilung, Worin der Beweisgrund zur Demonstration des Daseyns Gottes geliefert wird“. – Gegen Anfang und Ende leimschattig, vereinzelt mit kleinen restaurierten Läsuren, etw. fleckig.


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Warda 145. Adickes 79. – Merkmale: S. III „Vorrede“ ohne Punkt. Mit dem Emendanda-, aber ohne das Erratablatt. – Titel mit Besitzvermerk, leicht fleckig.

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– Zum ewigen Frieden. Ein philosophischer Entwurf. Königsberg, Nicolovius, 1795. 104 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (bestoßen). (127) 250,Erster Druck der ersten Ausgabe, S. 3 mit Kustos „Welt“. – Warda 154. Adickes 84. – Titel mit großem Ausriß (fachmännisch restauriert, kein Textverlust), einzelne Streichungen und Vermerke im Text von alter Hand.

694

Third complete edition, the first with „Discours préliminaire“; each of the different writings with own quire counting and separate pagination. – Titles with ownership entry, slightly soiled. – Contemporary calf with spine title and gilt back (signs of wear).

KANT, I., Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft. 2. verm. Aufl. Königsberg, Nicolovius, 1794. XXVI S., 2 Bl. (Innhalt und Emendanda), 314 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (beschabt, bestoßen). (11) 100,-

Barbier II, 284. Goldsmiths 13246. INED 2645: „Pour calculer ses tables, La Rocque s'est servi des travaux de Simpson, Moivre, Kerseboom, Deparcieux et SaintCyran.“ – Anfangs einige Blätter mit Eckabriß, etw. fleckig, leicht gebräunt.

697

KÖNIG, J. CH., Philosophie der schönen Künste. Nürnberg, Felsecker, 1784. Mit gestoch. Titelvign. XVIII, 512 (recte 516) S., 11 Bl. Ldr. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale schadhaft, beschabt und etw. bestoßen). (94) 100,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. IV, 206. – Fleckig und leicht gebräunt. – Bibliotheksexlibris.

695

LEIBNIZ, G. W ., Theodicee, das ist, Versuch von der Güte Gottes, Freyheit des Menschen, und vom Ursprunge des Bösen, bey dieser vierten Ausg. durchgehend verb., auch mit verschiedenen Zusätzen und Anmerkungen verm. von J. Ch. Gottscheden. Hannover und Leipzig, Förster, 1744. (Ohne das gestoch. Porträt). Mit gefalt. Kupfertafel. 12 Bl., 64, 843 S., 26 Bl. Pgt. d. Zt. (gering fleckig). (28) 200,Erste von Gottsched besorgte Ausgabe. – Goed. III, 361, VI. Ravier 421. FdF 1540. – Gottsched überarbeitete die ältere Übersetzung von G. Richter aus dem Jahr 1720 und legte dabei großen Wert auf die Präzision des sprachlichen Ausdrucks. – Von besonderer Bedeutung sind die „Neuen Zusätze“, darunter eine durch die bekannte Kupfertafel illustrierte Beschreibung der von Leibniz erfundenen Rechenmaschine, ferner eine Darstellung des binären Zahlensystems, das die Grundlage der modernen Computertechnik bildet. – Leicht gebräunt.

LA METTRIE, (J. OFFRAY) DE, Oeuvres philosophiques. 2 Bde. Amsterdam 1753. 12°. 1 Bl., 78 S., 10 Bl., 109, 198 S.; 1 Bl., 58 S., 1 weißes Bl., 77, 34, 56, 114 S., 1 weißes Bl., 70 S., 1 weißes Bl. Ldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (Altersspuren). (67) 1.200,Stoddard 59. Cioranescu 36358. Tchemerzine VI, 468 (die letzten beiden jeweils nur Bd. II). – Dritte Gesamtausgabe, die erste mit dem „Discours préliminaire“; die einzelnen Schriften jeweils mit eigener Lagenzählung und separat paginiert. – Für die Schrift „L'homme machine“ (das erste Stück in Bd. I) wurden die Bogen des zweiten Drucks der ersten Ausgabe (Leiden, Luzac, 1748) verwendet (109 S.): Stoddard 31. Wellcome III, 438. Blake 254. Waller 19862. Norman 1270 (alle 109 S.). Garrison-M. 586 (ohne Umfangsangabe). – Vgl. INED 2561. Tchemerzine VI, 465 (beide mit 148 S.). – „La Mettrie concluded that human nature was a function of the physical body. Unsurprisingly, La Mettrie's ideas were perceived as radical and dangerous even in the comparatively liberal Holland, and La Mettrie was forced to leave that country. Three editions with 108, 109 and 148 pages respectively, appeared in 1748 under the imprint of Elie Lucas fils. The first edition, of 108 pages, was largely destroyed by the Leiden magistrates, and is therefore exceptionally rare“ (Norman). – Ferner enthalten ist die freigeistige Schrift „L'art de jouir“ (das letzte Stück in Bd. II), der Titel mit dem Druckvermerk „A Cythère 1753“: Vgl. Barbier I, 289. Cioranescu 36390. Tchemerzine VI, 475. Gay-L. I, 282. Ziegenfuß II, 12 (jeweils die Ausg. 1751). – Die Titel mit Besitzvermerk, leicht fleckig.

(LA ROCQUE, A. J.), Établissement d'une caisse générale des épargnes du peuple. Brüssel, o. Dr., 1786. Mit gefalt. Tab. XXVIII, 119 S., 1 Bl. (Errata). Mod. Brosch. (67) 300,-

698

LELARGE (DE SAINT-FARGEAU, J.-A.), Mémoires sur l'agriculture en général et en particulier. Paris, Duchesne, 1762. XII, LX, 188 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Altersspuren). (67) 300,Erste Ausgabe. – INED 2783 (abweichende Kollation, ohne „Avertissement de l'auteur“ und „Épître de l'auteur à sa mère“). – Nicht bei Higgs. – Zu seiner Zeit hochaktueller Traktat über die Organisation der landwirtschaftlichen Produktion. Die Bemerkung „D'excellens Citoyens, des Philosophes amis du genre humain, ont depuis quelque tems porté leurs vues sur cet intéressant objet; ils se sont empressés de nous démontrer que l'Agriculture est le seul fonds des richesses primitives, la source de la population, & conséquemment la cause de la force & de la félicité des Empires“ (S. 2) bezieht sich auf die vor allem von François Quesnay entwickelte ökonomische Theorie der Physiokratie. – Gering fleckig. – Spiegel mit Bibliotheksetikett („Biblioteque D'Hauteville“) und gestoch. Exlibris „P. P. Cannac“ (Wegmann 1111). – Nicht im Jahrbuch.


Philosophie – Politik – Nationalökonomie

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MENDELSSOHN, M., Kleine philosophische Schriften. Berlin, Vieweg, 1789. 3 Bl., 250 (recte 248) S. Etw. läd. Pp. d. Zt. (19) 100,Erste Ausgabe. – Goed. IV/1, 490, 20. Fürst II, 362. – Enthält einige zunächst in Zeitschriften erschienene literarische Aufsätze Mendelssohns, darunter seine „Anweisung wie junge Leute die alten und neuen Dichter lesen müssen“. – Mehrf. gestempeltes Bibliotheksexemplar, fleckig und gebräunt. – Unbeschnitten. – Mod. Exlibris.

700

MIRABEAU, (H.-G. RIQUETTI) DE, Dénonciation de l'agiotage au roi et à l'Assemblée des notables. O. O. und Dr., 1787. VIII, 150 S. Mod. Hpgt. (67) 200,Vgl. INED 3185 (abweichende Kollation). – Eine von mehreren Ausgaben im selben Jahr. – Berühmte Kritik am Spekulationshandel. – „Persuadé que l'agiotage, qu'il lie au monopole, est une calamité désastreuse pour la France, Mirabeau en trace un historique, insiste sur ses 'résultats sinistres', et apporte en quelque sorte une théorie de l'agiotage“ (INED). – Titel mit kleinen Eckabrissen, tls. fleckig.

701

(MOSER, F. C. VON), Der Herr und der Diener geschildert mit patriotischer Freyheit. Frankfurt, Raspe, 1761. Mit gestoch. Frontisp. und gestoch. Titel. 2 Bl., 422 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (11) 200,Zweite Ausgabe (EA 1759). – Holzmann-B. II, 9365. Humpert 7488. Goed. IV/1, 236, 4. – Eines der ersten nachhaltig wirkenden Bücher seiner Zeit, in dem eine Abgrenzung der Rechte und Pflichten zwischen Fürsten und Untertanen versucht wird. Schon Lessing nannte die Schrift in den bei Nicolai erschienenen Literaturbriefen „epochemachend“. – Mit einem der „hübschesten Titelblätter des deutschen Rokoko“ (Lanckoronska-Oe. I, 75). – Fliegende Vorsätze entfernt, gering fleckig, leicht gebräunt. Beiliegen 5 Werke zur Französischen Revolution in 6 Bdn. (1797-1835) sowie 5 Almanache und Kalender (1795-1811).

702

– Patriotische Briefe. O. O. und Dr. (Frankfurt) 1767. Mit gestoch. Titelvign. von J. A. Fridrich. 23 Bl., 432 S. Läd. Ldr. d. Zt. (110) *R 150,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 7980. Goed. IV/1, 237, 14. Kippenberg 5632. Humpert 953. – Kampfschrift gegen den Despotismus deutscher Fürsten und die Macht des Militärs für die ordnungsgemäße Durchführung der Reichsverfassung. Moser fordert die Vereinigung aller deutschen Fürstentümer. Verfaßt als Erwiderung auf „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ des Juristen Johann Jacob Bülau (siehe dazu die folgende Nummer). – Gering fleckig.

703

163

MOSER – (BÜLAU, J. J.), Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste. „Lindau am Bodensee, bey Franz Joseph Thierbach“, 1766. 7 Bl., 215 S. Mod. Pp. (Rücken leicht gebräunt). (110) 200,Erste Ausgabe. – Jöcher-A. I, 2388. Meusel I, 681. Schmidt, Anhalt'sches Schriftsteller-Lexikon, 62 (Verfasserangabe bei allen: Johann Jacob Bülau). Holzmann-B. III, 6948 (Verfasser: Bülau oder Friedrich Carl von Moser), und VII, 7580 (Verfasser: Heinrich Wilhelm von Bülow). Hayn-G. V, 390 (Verfasser: Bülow). VD 18 10882316 (mutmaßlicher Verfasser: Bülau, Moser oder Bülow). – Vgl. Goed. IV/1, 237, 11 (der Nachdruck 1767 „von ungenanntem Verfasser“). – Replik auf Mosers „Von dem Deutschen national-Geist“ (1765 anonym erschienen, 1766 erneut und jetzt mit dem vollen Namen „Friderich Carl von Moser“), eine Erwiderung, in der sich der Verfasser gegen die Untertänigkeitspflicht der deutschen Reichsstände wendet, für die Moser eingetreten war, Friedrich den Großen bekämpft und für Österreichs Kaiserrecht eintritt. Wer hat „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ geschrieben? – Von der Titelfassung her liegt die Vermutung nahe, es handle sich um eine Fortsetzung des Moserschen „Nationalgeistes“, vom Inhalt her ist das jedoch abwegig: als Gegenschrift gegen die Veröffentlichung über den Nationalgeist aus der Feder des Staatswissenschaftlers und Politikers Friedrich Carl Reichsfreiherr von Moser (1723-1798) ist „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ schon lange erkannt (vgl. u. a. Hermann vom Busche [d. i. Anton Baumstark], Friedrich Carl Freiherr v. Moser, Stuttgart 1846, S. 86), Moser scheidet mithin als mutmaßlicher Verfasser rasch aus. Bleiben Bülow und Bülau, zwischen denen man mit der Zuweisung der Schrift noch schwanken kann. In Ermangelung direkter Zeugnisse muß man daher den Umweg über Indizien nehmen, um zu einem begründeten Urteil zu kommen. – Heinrich Wilhelm von Bülow wurde 1748 zu Brunsrode geboren, brachte es bis zum Hofrat in Wolfenbüttel, privatisierte dann in Regensburg, wurde 1798 in Paris verhaftet und ging nach Nordamerika. Er starb am 10. September 1810 in Hamburg. – Der andere in Frage kommende Autor, Johann Jacob Bülau, geboren 1725, war Stadtschreiber in Zerbst, „ordentlicher Professor der Rechte und Moral und Bibliothekar an dem dortigen akademischen Gesamtgymnasium“ (Meusel I, 680) und starb 1774. – Alle sonstigen Schriften Bülows erschienen mit seinem Namen (die beiden Werke, die Holzmann und Bohatta [IV, 7516, und VI, 988] unserem Bülow zuschreiben, gehören Adam Heinrich Dietrich von Bülow, sind also Fehlzuschreibungen); alle sonstigen Schriften Bülaus erschienen ohne seinen Namen. Das spricht für Bülau. Bülow müßte die Nationalgeist-Schrift fünf Jahre vor dem Beginn seiner 1771 einsetzenden Publikationstätigkeit (einsetzend mit einer Geburtstagsrede und seiner Dissertation) im Alter von achtzehn Jahren vorgelegt haben, zugleich dazwischen nichts anderes mehr – beides wäre bemerkenswert und auffällig; Bülau hätte die Schrift mit Anfang vierzig geschrieben, sie fiele in das letzte Lebensjahrzehnt, in dem alle Werke Bülaus entstanden. Auch das spricht für Bülau. Unter diesen


164

Philosophie – Politik – Nationalökonomie

Werken ist für die Entscheidung, ob Bülow oder Bülau auf Grund von Indizien die Verfasserschaft zuzurechnen ist, die wichtigste Schrift die, die 1765 ein Jahr vor „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ erschien, übrigens auch wieder eine reaktive Schrift, nämlich Bülaus „Anmerkungen über die Magdeburgische Uebersetzung des Tacitus in einem Briefe eines jungen Menschen an seinen Vater“. Es sind dies kritische Noten und Einwände zum ersten Band der Tacitusübersetzung durch Johann Eustachius Goldhagen und Johann Samuel Patzke und deshalb hier so wichtig, weil in „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ Tacitus in reichem Maße ausgehoben ist, der Autor sich damals also intensiv mit ihm beschäftigte. – Keines dieser Indizien allein reicht hin, die strittige Verfasserzuweisung zugunsten des einen oder des anderen zu entscheiden, aber alle weisen in dieselbe Richtung und sind damit zusammengenommen so aussagekräftig, daß Bülau und nicht Bülow die Autorschaft an „Noch etwas zum Deutschen Nationalgeiste“ zukommt. – Der Druckort und der Verleger sind vermutlich fingiert, von Thierbach in Lindau erschien sonst nichts. – Gebräunt, etw. braunfleckig.

704

Deutschland höchstwichtigen Nebenbemerkungen. Frankfurt, Fleischer, 1775. 198 S., 2 Bl. – Spät. Pp. – Einzige Ausgabe. – GK 1.3324. – Nicht bei HolzmannBohatta. – Fleckig, leicht gebräunt.

707

Kress C.1126. – Vorsatz mit Besitzvermerk, mehrfach blindgestempelt, leicht fleckig.

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VORGEB.: CHAVES, C., Mémoire sur la manière la plus avantageuse et la moins couteuse de ramasser la graine du trèfle. Ebda. 1775. 15 S. – Vorsätze leimschattig, gering fleckig. – Hervorragende Quelle zur Geschichte des Brotbackens.

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NIETZSCHE, F., Jenseits von Gut und Böse. Leipzig, Hendel, (1938). Gr.-8°. 421 S., 1 Bl. OPgt. (minimal fleckig). (120) 100,-

(OEDER, G. CH. VON), Bedenken über die Frage: Wie dem Bauernstande Freyheit und Eigenthum in den Ländern, wo ihm beydes fehlet, verschaffet werden könne? 2 Tle. in einem Bd. Frankfurt und Leipzig, o. Dr., 1769-71. 112; 67 S. Pp. d. Zt. (beschabt, bestoßen). (22) 300,-

DAZU: (DERS.), Oestreich. Städte, Länder, Personen und Zustände. Ebda. 1842. Hldr. d. Zt. – Gebräunt. – Unbeschnitten.

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Erste Ausgabe. – Holzmann-B. I, 4205 a. Baader I/2, 98, 12. Humpert 8965. ADB XXIV, 148: „Gutachten über das damals eifrig erörterte Problem einer Verbeserung der Lage des Bauernstandes ... hat Epoche gemacht.“ – Der zweite Teil unter dem Titel „Zusäze zu dem Bedenken ...“. – Titel mit lateinischem Schenkungsvermerk, anfangs und am Ende im Falz verstärkt, fleckig, gebräunt. DAZU: PHILOSOPHISCH-POLITISCHE ABHANDLUNG VON DEN NATURALFROHNDIENSTEN, und von deren gemeinnützlichen Verwandlung in andere äquivalente Leistungen. Mit gelegenheitlichen für

(SCHUSELKA, F.), Deutsche Worte eines Oesterreichers. Hamburg, Hoffmann und Campe, 1843. 1 Bl., IV S., 1 Bl., 212 S. Etw. spät. Lwd., die Orig.-Broschur eingebunden. (110) *R 100,Erste Ausgabe. – Wurzbach XXXII, 230. Steinbrink 157, 18. Slg. Friedlaender 34 und 254. – „Der erste selbständige politische Versuch. Schuselka trat mit dieser Schrift in die Reihen jener zensurflüchtigen Literatur, welche außerhalb Österreichs erscheinend, das Amt der Kritik an den österreichischen Zuständen übte, und es war wohl nur ein naheliegender Schritt, daß er noch 1842 Österreich überhaupt verließ“ (ADB XXXIV, 757). – Minimal stockfleckig.

Nr. 190 von 1425 Exemplaren der Liebhaberausgabe. – DAZU: SCHOPENHAUER, A., Schriften zur Lebensweisheit. Ebda. (1938). 435 S., 1 Bl. OHpgt.

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SCHELLING, F. W. J., Philosophische Schriften. Bd. I (alles Erschienene). Landshut, Krüll, 1809. XII, XXIV, 511 S. Mod. Pp. mit Rtit. (etw. bestoßen). (133) *R 300,Seltener erster Druck der ersten Ausgabe der ersten Sammlung der Schriften Schellings. – Schneeberger 23 (Kriterien für die Unterscheidung der Drucke auf dem Erratazettel [u. a. „Unwillen“ statt „Urwillen“ auf S. 439, Zeile 5]). Goed. V, 12, 19. Jost 15 und 23. Borst 1095. – Enthält im Erstdruck „Philosophische Untersuchungen über das Wesen der menschlichen Freiheit“ (S. 397-511). – Vorsatz gestempelt und mit Notizen von alter Hand, fleckig. – Unbeschnitten.

MURET, J.-L., Mémoire sur la mouture des grains. Bern, Société typographique, 1776. Mit zahlr. gefalt. Tabellen (in der Paginierung). 241 S. Leicht läd. Ldr. d. Zt. (67) 400,Erste Ausgabe. – INED 3352. – Nicht bei Kress und Goldsmiths. – Die Vorschläge von Jean Louis Muret (17151796) für die effektivere Verarbeitung des Korns basieren auf umfassenden Daten aus der gesamten Schweiz.

POSSE, C. H., Betraktelser öever åtskilliga ämnen uti stats-hushållningen, med afseende på Sverige. Stockholm, Deleen, 1823. 5 Bl., 145 S. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (67) 120,-

SWEDENBORG, E., Delitiae sapientiae de amore conjugiali; post quas sequuntur voluptates insaniae de amore scortatorio. Amsterdam, o. Dr., 1768. 4°. 328 S. Beschäd. Interims-Brosch. (67) 300,Erste Ausgabe. – Hyde 2400. Graesse VI/1, 533. Gay-L. I, 843, Anm.: „En somme, c'est un livre fort ennuyeux.“ – Seltene Schrift des Urvaters der Schwurbeligkeit und Vorläufers von Mesmer. – Leicht fleckig, gebräunt. – Unbeschnitten.

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TOCQUEVILLE – SAMMELBAND – 13 Kleinschriften, darunter 2 Reden von Alexis de Tocqueville. 1833-73. Hldr d. Zt. (beschabt, bestoßen). (67) 400,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Sammelband mit dem Rückentitel „Mélanges“; die Zusammenstellung von Werken aus seinen Interessensgebieten, insbesondere mehrere Schriften aus dem heimatlichen Wahlbezirk Valognes beziehungsweise dem Departement La Manche, legen es nahe, daß der Band aus dem Besitz von Alexis de Tocqueville stammt. Enthalten sind zwei seiner engagierten und prophetischen Reden vor der Abgeordnetenkammer in Separatabdrucken aus dem „Moniteur universel“ vom 8. 2. und 1. 12. 1840: I. Discours dans la discussion sur la proposition de M. Gauguier, relative aux députés fonctionnaires publics salariés. (Séance du 7 février 1840). 11 S. – II. Discours dans la discussion générale du projet d'adresse. (Séance du 30 novembre 1840). 19 S. – Behandelt die Orientkrise und die Gefahr der Kontrolle Englands über Ägypten.

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts 714

ANDERE BIBLIOTHEK, DIE. Hrsg. von H. M. Enzensberger. 139 Bde. der Reihe. Nördlingen, Greno (später Frankfurt, Eichborn), 1985-2007. Orig.-Brosch. in Handbütten à Fleur mit eingeschöpften Blüten und Blättern der Auvergne in OLdr.-Schuber (2), die restlichen 137 Bde. in verschieden eingefärbtem Ziegenleder in OPp.Schuber (die Einbände frisch, die Schuber tls. etw. berieben). – Jeweils eines von 999 Ex. der Vorzugsausgabe. – Frisch. (139) *R 3.000,-

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ANET, C., (d. i. J. SCHOPFER), Notes sur l'amour. Paris, Crès, (1922). Mit 8 ganzseit. Illustr. und 6 Vign. in Holzschnitt nach P. Bonnard. 4°. 74 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (68) *R 100,-

Ferner enthalten ist eine seltene Schrift seines Bruders: TOCQUEVILLE, (H. CLÉREL DE), Lettres aux normands. Troisième lettre. Des différens partis politiques. Paris, Dentu, 1833. 2 Bl., 28 S. Außerdem mit Bezug zu Tocquevilles Heimat: MAYNARD, Un coup-d'oeuil sur la scène du monde en soulevant un coin du rideau. Troisième éd. Valognes, CaretteBondessin, 1865. 23 S. – DISCUSSION des motifs sur lesquels on fonde la demande d'annexion de la commune d'Alleaume à la ville de Valognes. (Valognes, Martin, 1861). 15 S. – VÉRUSMOR, Cherbourg à quatre époques. Cherbourg, Mouchel, 1865. 1 Bl., 22 S. – QUELQUES MOTS sur la vie de M. le Baron Edme Baillod, intendant divisionnaire, commandeur de la légion d'honneur, par son fils. Valognes, Martin, 1873. 18 S. – QUENAULT, L., Étude littéraire & historique sur l'ouvrage de M. Edgard Quinet intitulé La révolution. Coutances, Daireaux, 1865. 43 S.

Monod 280. – Exemplar der Normalausgabe auf „papier alfa bouffant“. – Bindung in Auflösung, wenige Bl. mit. Randläsuren, minimal fleckig.

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Dazu kommen Flugschriften, u. a. mit einem Aufruf zu Spenden für die Kapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours in Saint-Marcouf (1855) und Bekanntmachungen von Tollwutfällen in Valognes (1834/35). – Fleckig, unterschiedlich gebräunt.

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KONVOLUT – 11 Werke zu Philosophie, Psychologie und Naturwissenschaften in 13 Bdn. 1791-1948. Orig.-Einbände und verschied. Einbände d. Zt. (Gebrauchsspuren). (19) 250,Enthalten sind u. a. Werke von Freud, Husserl, Liebig, Mendelssohn, Schelling und Spinoza. – Altersspuren.

ANTONINI, A(NNAPIA), Ciels. Suite de cinq gravures accompagnant un poème de Charles d'Orléans. Paris, Le Cadran Lunaire, (1991). Mit 5 Farbradierungen auf „papier d'Auvergne“ und Extrasuite der Radierungen in Schwarzweiß auf „papier Chine ancien“. 3 Doppelbl. Lose in Orig.-Broschur-Umschl. (Rücken gering aufgehellt) in OLwd.-Schuber. (120) 300,Nr. XIV von 20 Ex. (Gesamtaufl.: 135), die Farbradierungen von der Künstlerin sign. und bezeichnet, die Blätter der Extrasuite nur mit Signatur; alle zehn Radierungen numeriert.

WINKOPP, P. A., Freimütige Bemerkungen über die Mainzer Monatschrift von geistlichen Sachen. Frankfurt und Leipzig, Selbstvlg., 1785. 340 S., 3 Bl. Ldr. d. Zt. (vereinzelt etw. Wurmfraß, beschabt). (94) 120,Hamberger-M. VIII, 551. – Kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten der dem Klerus nahestehenden „Mainzer Monatschrift“ im Geist der späten Aufklärung. – Peter Adolf Winkopp (1759-1813) verbrachte „wegen eines den Kurfürsten von Mainz kränkenden, wie sich später herausstellte, von dem Hof- und Regierungsrath Johann von Benzel geschriebenen Aufsatzes“ (ADB XLIII, 457) einige Monate in Haft. – Die Vorrede in die Lage Y verbunden, minimal fleckig. – Bibliotheksexlibris.

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DAZU: DIES., Koichi Saito. (Münster, Edition Galerie Schnake), o. J. (um 1990). Mit sign. Farbradierung „Les eglantines“ (Nr. 141/150) auf einem Doppelbl. 1 Bl. Lose in OPp.-Chemise.

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ANTONINI – VERGILIUS (MARO, P.), Hortulus. Paris, Le Cadran Lunaire, (1981). 4°. Mit 7 Farbradierungen (davon eine sign.) von Annapia Antonini. 10 Doppelbl. Lose in Orig.Brosch.-Umschl., OLwd.-Chemise und in OLwd.-Schuber (minimal fleckig). (120) 200,Zwei Exemplare: Nr. 17 und Nr. 95 der 90 von 10 bis 99 gezählten Stücke für den Handel (Gesamtaufl.: 114). – Die Nr. 95 tadellos, die Nr. 17 minimal fleckig. – Unbeschnitten.


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 722

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ARCHITEKTUR – THE 1965-66 ENCYCLOPEDIA OF HOME DESIGNS. (New York, Plan Publishers, 1964.) Qu.-Fol. Mit zahlr. Abb. und Grundrissen. 115 Bl. OPp. mit Spiralbindung und mont. Farbdruck (mont. Abb. fast gelöst, etw. gebräunt und angestaubt, minimal bestoßen). (72) 100,-

Vorhanden sind die jeweils vom Künstler signierten Extrasuiten zu: I. STENDHAL (d. i. M. H. Beyle), Vanina Vanini. 1922. Rad. Titel und 11 Radierungen von Karl Max Schultheiß auf 10 Tafeln. – Eines von 50 Exemplaren. – Rodenberg 22.

Umfangreicher Katalog mit Haus- und Bungalow-Projekten im Mid-Century-Stil. – Ränder stellenw. minimal gebräunt.

III. LACROIX, P., (d. i. P. L. Jakob), UND C. NEWIL, Bibliomanen. 1923. 12 Radierungen von Walter Tiemann. – Eines von 50 Exemplaren. – Rodenberg 27.

ARNDT, E., Die zwölf Abende der Liberia. München, Die Wende, (1921). Mit sign. Radierung von E. Plaichinger-Coltelli. 1 Bl., 426 S., 3 Bl. OLwd. (Rücken etw. ausgebleicht, leicht berieben). (106) 100,Nr. 20 von 175 Exemplaren. – Rodenberg 384, 5, Anm. – Minimale Altersspuren. – Seitlich und unten unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Exlibris von Maria del Pilar, Prinzessin von Bayern (1891-1987).

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AVALUN-DRUCKE – SAMMLUNG – Vier Extrasuiten mit Radierungen von B. Goldschmitt, K. M. Schultheiß und W. Tiemann zu AvalunDrucken. Dresden-Hellerau 1922-23. Lose in OHlwd.-Kassetten (Altersspuren). (74) 500,-

II. STIFTER, A., Nachkommenschaften. 1923. Rad. Titel und 15 Radierungen von Karl Max Schultheiß auf 11 Tafeln. – Eines von 50 Exemplaren. – Rodenberg 23.

IV. STEVENSON, R. L., Das Flaschenteufelchen. 1923. 12 farb. Radierungen von Bruno Goldschmitt. – Eines von 50 Exemplaren. – Rodenberg 30. – Tls. leicht gebräunt. – Sauber.

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BARGHEER – SOPHOKLES, Antigone. Übers. von K. Reinhardt. (Frankfurt, Ars librorum, 1967). Gr.-Fol. Mit 10 ganzseit. Aquatintaradierungen (davon eine mont., 9 in der Pag.) von E. Bargheer. 81 S., 1 Bl. Lose in OLwd.-Chemise in OLwd.-Schuber. (120) 500,Nr. 33 von 175 arabisch num. Ex. (Gesamtaufl.: 265), im Druckvermerk von Eduard Bargheer und Gotthard de Beauclair signiert. – 16. Ars-librorum-Druck. – Spindler 40, 36. – Unbeschnitten.


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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BAUDELAIRE, CH., Die Vorhölle. Eine lyrische Nachlese. Berlin, Oesterheld, 1911. Mit 6 Illustrationen von Percy Walter Wolff auf Tafeln. 105 S. OLammldr. (Rücken etw. geblichen, gering berieben). (86) 300,Nr. 98 der von 21 bis 225 gezählten Exemplare auf Bütten (Gesamtaufl.: 225). – Hayn-G. IX, 41 (Erscheinungsjahr 1901 und Auflagenhöhe 350 falsch). – Privatdruck mit den nachgelassenen und den aus den „Fleurs du mal“ ausgeschiedenen Gedichten in der Übertragung von Erich Oesterheld und Heinrich Horvat. – Unser Exemplar gedruckt für Alfred Kühne. – Stellenw. etw. braunfleckig, wenige Seiten gering fingerfleckig, zwei Seiten am Falz leicht wasserrandig. – Unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

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BAUMEISTER – PONERT, D. J., Willi Baumeister. Werkverzeichnis der Zeichnungen, Gouachen und Collagen. In Zusammenarbeit mit Felicitas Karg-Baumeister. Köln, DuMont, (1988). Mit zahlr. Abb. 808 S. OLwd. im Orig.Umschl. (tadellos). – Nr. 1297 von 1350 Exemplaren. – Nahezu frisch. (23) 60,Kleinstauflage

724

BEARDSLEY – „AUBREY BEARDSLEY, Mademoiselle de Maupin. Sechs Kupferstiche auf Kaiserl. Japan. In einmaliger Aufl. von 10 Exemplaren. Aus der Sammlung des Herzogs J. R. des Esseintes.“ (Deckelschild). O. O., Dr. und J. (Berlin, Hoennicke, 1921). Gr.-4°. 6 Radierungen in Röteldruck auf Japan. OHlwd.Mappe mit mont. typographischem Titelschild (Innendeckel mit geringen Montagespuren, leicht berieben und bestoßen). (68) *R 1.000,Eines von 10 Ex. der Ausg. auf Japan (Gesamtaufl.: 20). – A. Backe, Alfred Hoennicke und seine Drucke (Philobiblon 45, 2001), Nr. 57. – Vgl. Lasner 121A (Ausg. London 1898). – Eine der seltensten Illustrationsfolgen Aubrey Beardsleys, erschienen als vorgeblicher Privatdruck des Herzogs J. R. des Esseintes in kleinster Auflage. In den gängigen Bibliographien sowie den Beardsley-Monographien ist dieser Druck der Folge, für den offenbar die Originalplatten Beardsleys wiederverwendet wurden, nicht aufgeführt. – Beardsley fertigte die Illustrationen zu dem 1835 erschienenen, erotisch aufgeladenem Briefroman „Mademoiselle de Maupin“ von Théophile Gautier wohl in seinem Todesjahr 1898 an. Im selben Jahr ließ der Londoner Verleger Leonard Smithers die Folge im Lichtdruckverfahren reproduzieren; laut seinem Tafelverzeichnis tragen die Darstellungen folgende Titel: „Mademoiselle de Maupin“, „D'Albert (à Vignette)“, „D'Albert in Search of his Ideals“, „The Lady at the Dressing Table“, „The Lady with the Rose“ und „The Lady with the Monkey“. Die Größe der Platten ist unterschiedlich: 22 x 17 cm (vier Blätter), 16 x 10 cm (ein Blatt) und 11,5 x 8,5 cm (ein Blatt). Die hier angebotene Folge ist, wie die Smithers-Mappe auch, ohne Text erschienen.

Nr. 724 Bei der vorliegenden Ausgabe in Kleinstauflage handelt es sich um einen der Drucke des bibliophilen Berliner Verlegers Hoennicke, der mehrere seiner Publikationen unter der fiktiven Angabe „Aus der Sammlung des Herzogs J(ean) R(iche) des Esseintes“ als „herzogliche Privatdrucke“ publiziert hat. „Dieses Werk ist als erster Herzoglicher Druck im Auftrage des Herrn Herzogs von *** für Ihn und Seine Freunde in einer einmaligen PrivatAusgabe von 20 bezifferten und signierten Stücken hergestellt. Die Blätter Aubrey Beardsley's sind auf altem Japan-Bütten ... abgezogen“ (Backe). – Hier ohne den einigen besonders kostbar gestalteten Exemplaren beigegebenen, von Georg Krause handschriftlich gestalteten Titel mit Druckvermerk sowie das Schlußstück. – Lose beiliegend eine Lithographie Beardsleys, die laut Backe zur Broschur gehörte (hier mit Numerierung 10/10). – Meist breitrandig, unter Passepartout, fast fleckenlos und sauber. – Siehe Abbildung. One of the rarest series of illustrations by Aubrey Beardsley, published in smallest issue as alleged private print of the duke J. R. des Esseintes. The current bibliographies as well as the Beardsley monographies do not list this issue of series, apparently made with Beardsley's original plates. Beardsley illustrated probably in his year of death 1898 the epistolary erotic novel „Mademoiselle de Maupin“ by Théophile Gautier, published in 1835. Also in 1898 the London publisher Leonard Smithers had the series reproduced as collotype. – The series available here was published without text, like the Smithers portfolio. – Here without the title with imprint and endpiece designed by hand by Georg Krause, which is only enclosed in some particularly expensively designed copies. – Loosely enclosed a lithograph by Beardsley which after Backe belonged to the wrappers (here with numbering 10/10). – Mostly wide-margined, under passe-partout, nearly spotless and clean. – Inner cover with minor mounting traces, slightly rubbed and scuffed). – See illustration.


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 725


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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BECKMANN – GLASER, C., Max Beckmann. München, Piper, o. J. (1924). Fol. Mit 2 Radierungen, Lithographie, Holzschnitt und 52 Tafeln. 1 Bl., 87 S., 1 Bl. OHldr. (Kanten beschabt, etw. fleckig). (23) 2.000,-

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Nr. 3 von 180 Ex. der Vorzugsausgabe. – Hofmaier 265 B. a. – Die vier Graphiken vom Künstler signiert. – Vorderes Gelenk gebrochen, S. 21-26 mit Randeinriß, leichte Gebrauchsspuren. – Siehe Abbildung.

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– – Max Beckmann. München, Piper, 1924. Fol. Mit Radierung und 52 Tafeln. 87 S., 1 Bl. Mod. Hlwd. unter Verwendung alten Materials. (23) 300,-

– SAMMLUNG – 11 Monographien, Ausstellungskataloge, Werkverzeichnisse usw. von Max Beckmann und über ihn. In 12 Bdn. 1913-2006. Verschied. Formate. Verschied. Einbände (außen und innen meist leichte Altersspuren). (23) 150,Kaiser, Max Beckmann (1913). – Beckmann, Briefe im Kriege (1916). – Roh, Beckmann als Maler (1947). – Goethe, Faust. Mit Illustr. von Beckmann (1957). – Beckmann, Die Aquarelle und Pastelle (1969). Beckmann, The Watercolors and Pastels (1969). – Ausstellungen: Hannover, Kestner-Gesellschaft (1940) – Karlsruhe, Badischer Kunstverein (1962, 1963 und 1967) – New York, The Museum of Modern Art New York (1964) – München, Haus der Kunst (1969).

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BÖHMER – GOTTHELF, J., Die schwarze Spinne. Zürich, Fretz und Wasmuth, (1942). Mit Lithographie und zahlr. tls. ganzseit. Illustr. von G. Böhmer. 122 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. in OLwd.Chemise (etw. gebräunt). (120) 200,9. Zürcher Druck. – Nr. 20 von 200 Ex. der Vorzugsausgabe auf Bütten (Gesamtaufl.: 1000), im Druckvermerk vom Künstler sign., die Lithogr. sign. und dat. (19)42. – Die Lithogr. mit kleinem Randeinriß und ganz leicht fleckig. – Unbeschnitten.

BÖTTGER, K., Werkverzeichnis der Radierungen. 4 Bde. Frankfurt, Draier, (1975-94). Mit sign., num. und betitelter Radierung und zahlr. Abb. Orig.-Brosch. (1) und OHlwd. (Gebrauchsspuren). (120) 100,Erste Ausgabe. – Das Werkverzeichnis umfaßt den Zeitraum von 1964-91. – Radierung „Porträt“, Nr. 913/1000. – Tls. etw. fleckig.

732

BORGES, J. L., Poemas (1922-1943). Buenos Aires, Losada, (1943). 4°. 181 S. Illustr. Orig.Brosch. (Altersspuren). (67) 200,Erste Ausgabe der ersten Gedichtanthologie. – Leicht gebräunt. – Unaufgeschnitten. – Aus dem Besitz von Daniel Devoto und Maria Beatriz del Valle-Inclan mit deren Stempel auf dem Vorsatz.

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BLAUE REITER, DER. Hrsg. von (W.) Kandinsky und F. Marc. 2. Aufl. München, Piper, 1914. 4°. Mit zahlr. Abb. im Text und auf Tafeln sowie 3 Musikbeilagen. 5 Bl., 140 S. Beschäd. Orig.Brosch. (53) 400,Vgl. Röthel 141. Jentsch 52. – Die Textbeiträge von den Herausgebern, Burljuk, Macke, Schönberg u. a.; die Musikbeilagen von Berg, Schönberg und Webern. – Für den Einband schuf Kandinsky einen Farbholzschnitt, von 3 Stöcken (blau, schwarz und orange) gedruckt. – Bindung in Auflösung, stellenw. gering fleckig.

– WALSER, R., Der Gehülfe. – BÖHMER, G., Variationen zum Thema. Zus. 2 Bde. Frankfurt u. a., Büchergilde Gutenberg, (1983). Mit zahlr. Illustr. und Radierung von G. Böhmer. 235; 10 S., 43 Bl. OLwd. (frisch) mit Orig.-Umschl. (an den Rändern mit geringen Gebrauchsspuren) und OLwd., zus. im OPp.-Schuber. (120) 100,Nr. 157 von 180 Exemplaren der Vorzugsausgabe C, beide Bände im Druckvermerk vom Künstler signiert, ebenso die beiliegende Radierung. – Tadellos.

Exemplar der in 1500 Stück hergestellten Normalausgabe. – Hofmaier 265 B. b. – Radierung etw. wasserrandig, leichte Altersspuren.

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BOSSERT, O. R., Land. Eine Folge von acht Stichen. Leipzig, Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe, (1919). Imp.-Fol. Mit 8 Radierungen. 2 Bl. OHlwd.-Mappe (Rücken mit kleinem Einriß, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (119) 150,Vollmer I, 276. – Das letzte Werk des Graphikers und Malers Otto Richard Bossert (1874-1919), postum veröffentlicht. – Breite Ränder minimal gebräunt.

734

BRAUER – ARIK BRAUER. Werkverzeichnis. 3 Bde. (Dortmund), Harenberg, (1984). Mit 3 sign. und num. Radierungen und zahlr. meist farb. Abb. OHschweinsldr. (minimal fleckig) in OHlwd.-Schuber (etw. fleckig und minimal berieben). (86) 200,Nr. 270 von 999 Exemplaren der Luxusausgabe. – Reich illustriertes Werkverzeichnis. – Sauber.

735

BRAUNGART, R., Neue deutsche Gelegenheitsgraphik. 2. Folge. München, Hanfstaengl, 1921. 4°. Mit 86 Tafeln. 2 Bl., XXVIII S., 2 Bl. OLdr. mit Kopfgoldschnitt (etw. berieben und bestoßen). (120) 150,Nr. 9 von 50 Exemplaren der Vorzugsausgabe in Ganzleder (Gesamtaufl.: 1000). – Vorsätze etw. leimschattig, papierbedingt leicht gebräunt, stellenw. minimal fleckig. – Unbeschnitten.


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

BRUNI, B., Salmagundi. Dielsdorf, Matthieu, (ca. 1988). Fol. Mit 3 Farblithogr. 1 Bl. Lose in OLwd.-Mappe. (120) 200,Die Lithogr. vom Künstler sign. und numeriert (jeweils 196/1000) und auf dem Titel bezeichnet: Eine kleine Zärtlichkeit – Stilleben mit Damenschuh und Orchidee – Im Schatten junger Mädchenblüte. – Frisch.

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Mit aquarellierter Zeichnung von Wilhelm M. Busch 741

BÜCHERWINKEL – BALZAC, H. DE, Die Chouans oder Die Bretagne im Jahre 1799. München (1923). 4°. Mit 60 Lithogr. von Fritz Heubner, davon 40 auf Tafeln und 20 im Text in Rötel. 235 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (Kanten beschabt). (10) 100,-

Visel 52. – Gering gebräunt und stellenw. minimal fleckig. – Das erste Blatt mit einer ganzseitigen, aquarellierten Bleistiftzeichnung des Künstlers und einer hs. Widmung an dessen Vater, den Künstler Arnold Busch: „Dem lieben Vater zum 75. Geburtstag von seinem Wilhelm“. Die Zeichnung zeigt den Vater beim Malen in der freien Natur.

Nr. 60 von 300 Ex. (Gesamtaufl.: 375), im Druckvermerk vom Künstler signiert. – Die Drucke des Bücherwinkels, zweiter Druck. – Rodenberg 350, 2. – Vorsatz leimschattig. – Mod. Exlibris.

738

BUSCH, W . M., Einer meiner Tage. 31 Blätter mit dem Filzstift gezeichnet. (Hamburg 1978). Fol. 18 Bl. mit 32 ganzseit. Illustrationen. Orig.Brosch. (minimal angestaubt). (69) 150,-

DAZU: KÜSTER, B., Arnold Busch. 1876-1951. (Alfeld, Museum der Stadt Alfeld, 1991). Mit tls. farb. Illustr. – Orig.-Brosch.

742

Visel B 6. – Privatdruck von Wilhelm M. Busch für seine Freunde zu seinem 70. Geburtstag. – Sauber. – Vorsatz mit achtzeiliger hs. Widmung und Handzeichnung des Künstlers; beiliegend hs. Widmungsblatt an Karl-Ludwig (= Karl Ludwig Leonhardt; 1922-2007): „Ich will Dich nicht mit meiner schrecklichen Schrift quälen. Sigi und Du, Ihr beiden sollt nur, die Bildergeschichte haben, die ich zum 70.sten meinen Freunden zugedacht habe.“

739

– Das Leben Puschkins in Bildern. Mit einem Essay von Nino Erné. Hamburg, Asmus, 1986. Qu.-Fol. Mit 2 sign. und num. Radierungen sowie zahlr. Abb. 3 Bl., XI, 128 S., 5 Bl. OLwd. (tadellos) in Orig-Umschl. (minimal fleckig) in OPp.-Schuber (fleckig, etw. berieben). (69) 300,-

– Der Löwe des heiligen Hieronymus. (Privatdruck. Gütersloh 1983). Fol. 32 Bl., davon 27 mit Reproduktionen von Zeichnungen. Orig.Brosch. (etw. angestaubt und minimal knittrig). (69) 100,Nr. 12 von 100 Exemplaren des Privatdrucks zum 75. Geburtstag von Wilhelm M. Busch. – Tadellos. – Erstes Blatt mit dreizeiliger hs. Widmung und Handzeichnung des Künstlers.

– SAMMLUNG – 7 von Wilhelm M. Busch illustrierte Werke in 7 Bdn., alle vom Künstler sign. 1946-86. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 200,GOETZ, C., Die Tote von Beverly Hills. Hamburg o. J. – Nicht bei Visel. – RAINER, G. P., Der schlimme Herr Bazillus mit den schmutzigen Pantoffeln. Münster (1946). – Visel 15. – GREEVEN, E. A., Silhouette der Frau von K. Hamburg (1960). – Visel 101. – FLAUBERT, G., Madame Bovary. München (1963). – Nr. 345. – Visel 130. – FLAUBERT, G., Erinnerungen eines Verrückten. (Hamburg und München 1965). – Visel 140. – BUSCH, BRIGITTE, Meiner Kinder Mund. (Memmingen 1985). – BUSCH, W. M., Das Leben Puschkins in Bildern. Hamburg 1986. – Nr. 55 von 300 Exemplaren. – Mit leichten Gebrauchsspuren.

743

Nr. 1 von 10 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 300). – Tadellos. – Druckvermerk mit fünfzeiliger hs. Widmung des Künstlers.

740

BUSCH – STINDE, J., Die Familie Buchholz. 144.-153. Tausend. Hamm, Grote, (1951). Mit Illustrationen von Wilhelm M. Busch. 2 Bl., 244 S. OLwd. (minimal fleckig und bestoßen) in Orig.-Umschlag (etw. fleckig und mit kleinen Läsuren). (69) 150,-

– – 32 Werke mit Illustrationen von Wilhelm M. Busch in 32 Bdn., jeweils mit Handzeichnung des Künstlers auf dem Vorsatz. 1948-87. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 1.500,Schöner Querschnitt durch das Gesamtwerk eines der beliebtesten Illustratoren der deutschen Nachkriegszeit. – Die Werke meist bei Bertelsmann verlegt, darunter Autoren wie Charles Dickens, Siegfried Lenz, Henry Miller, Fedor Sommer und Johanna Spyri. – Geringe Gebrauchsspuren.

744

– – 4 Werke mit Reit- und Jagdgeschichten in 4 Bdn., alle mit Illustrationen und jeweils einer Handzeichnung von Wilhelm M. Busch. 196177. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 300,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

IM WEITEN REVIER. Die schönsten Jagdgeschichten. Hamburg (1961). – Visel 110. – DAS GLÜCK DIESER ERDE. Die schönsten Reiter- und Pferdegeschichten. Hamburg (1962). – Visel 121. – BINDING, R. G., Reitvorschrift für eine Geliebte. (München u. a. 1975). – Visel 202. – DAS PARADIES DER ERDE. Die schönsten Reitergeschichten. München (1977). – Vgl. Visel 209. – Vorsatz zusätzlich zur ankolorierten sign. Zeichnung von Busch auch von der Herausgeberin Utta Danella signiert. – Geringe Gebrauchsspuren.

745

746

– – 4 von Wilhelm M. Busch illustrierte Werke zum Zirkus in 5 Bdn., alle mit jeweils einer Handzeichnung des Künstlers. 1969-80. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 400,-

Widmungsexemplar 748

CHAGALL – MARC CHAGALL. (Nizza, Pierotti), 1952. Mit zahlr. Abb. 23 S. Orig.-Brosch. (Gebrauchsspuren). (23) 400,Eines von 600 Exemplaren. – Katalog einer Ausstellung in der Galerie des Ponchettes in den Musées de Nice 1952; mit Einführungen von Jean Cassou und Jean Dagron. – Gelenke verstärkt, minimale Gebrauchsspuren. – Vorderdeckel innen mit e. Widmung Chagalls an das New Yorker Kunsthändlerpaar Bernhard und Becky (Reis), mit dem Namenszug „Marc Chagall“ in roter Kreide, datiert Vence 1952. – Von großer Seltenheit.

749

– HOMER, Die Odyssee. 2 Bde. Stuttgart, Daco, (1989). Fol. Mit zahlr. Illustr. von Marc Chagall. 305 S., 4 Bl.; 299 S., 3 Bl. OLwd. in OLwd.-Kassette. (79) 300,-

BUSCH, W. M., Geliebter Zirkus. Hamburg (1969). – Erste Ausgabe. – Visel B 3. – DERS., Dass. (Gütersloh), o. J. – Visel B 3. – WOLFE, TH., Zirkus im Tagesgrauen. (Hamburg 1974). – Visel 199. – EIN TAG BEIM CIRCUS BARUM. Privatdruck. Hamburg 1977. – Visel M 11. – DIE SCHÖNSTEN CIRCUSGESCHICHTEN DER WELT. (München 1980). – Visel 233. – Mit kleineren Gebrauchsspuren.

750

– – 3 Mappenwerke mit Illustrationen von Wilhelm M. Busch. 1972 bis um 1980. Mit zusammen 28 Offset-Lithogr., davon 16 signiert. Lose in Orig.-Mappen (gering berieben und bestoßen). (69) 300,-

CHEVALLIER, G., Clochemerle. (Paris), Flammarion, (1950). 4°. Mit zahlr. farb. Illustr. von Dubout. 338 S., 2 Bl. Maroquin d. Zt. – Vgl. Monod 2744 und 2745. – Vordergelenk gebrochen, anfangs etw. fleckig. (68) *R 80,-

751

COMICS – TARZAN. [Bis Heft 77 mit dem Titelzusatz]: Die kühnsten Abenteuer des Urwaldmenschen. Hefte 9, 11-33, 35-60 und 62-94 (= 83 Hefte [von 116]). (Hamburg, Mondial-Vlg., 1953-56). Orig.-Umschl. (stärkere Gebrauchsspuren). (36) 300,-

Nr. 1896 von 2500 Ex. – Die Farbtafeln nach OriginalLithographien der französischen Ausgabe von 1974.

Frauen. (Hamburg 1972). 8 sign. Offset-Lithogr. unter Passepartout. – Nr. 4 von 50 Exemplaren. – Visel M 5. – Randfiguren. (Hamburg 1972). 8 sign. Offset-Lithogr. unter Passepartout. – Nr. 4 von 50 Exemplaren. – Visel M 6. – Gelesen wird immer. O. O. und Jahr (ca. 1980). 12 Offset-Lithogr. – Nicht bei Visel. – Sauber.

ZDB-ID 1056340-4. – Umfangreiche Folge der ersten deutschen Tarzan-Comic-Serie im Originaldruck. – Beiliegen die Sonderhefte „Die Kindheit des Urwaldmenschen“ und „Die Jugend des Urwaldmenschen“. (Ebda. 1955). – Gleichfalls im Originaldruck. – Alle Hefte gelocht und mit stärkeren Gebrauchsspuren.

Dazu ein zweites Exemplar der Mappe „Frauen“, zwei weitere Werke mit Offset-Lithographien von W. M. Busch sowie 29 von Busch illustrierte Werke (ohne Signaturen, Widmungen oder Handzeichnungen).

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171

– – 15 Werke zum Oeuvre von Wilhelm M. Busch in 15 Bdn., davon 6 mit Handzeichnung des Künstlers. 1968-96. Verschied. Orig.-Einbände (geringe Gebrauchsspuren). (69) 400,Mit Handzeichnung: Edwin-Scharff-Preis 1976. (Hamburg 1977; zwei Exemplare). – 28 Exlibris Lithographien. (Privatdruck. Hamburg 1979). – Eines von 50 Exemplaren, hier ohne Nummer. – Unterwegs. (Bruneck 1983). – Nr. 130 von 500 Exemplaren. – Visel, C., Wilhelm M. Busch. Werkkatalog der illustrierten Bücher 1934-1983. (Memmingen 1983). – Nr. 38 von 100 Exemplaren (Gesamtaufl.: 800). – Zirkus, Clowns und Pantomime. Ausstellung Rathaus-Galerie Reinickendorf. (Berlin 1984). – Geringe Gebrauchsspuren.

752

– WALT DISNEY'S MICKY MAUS (später: Walt Disneys Micky Maus; anfangs mit dem Titelzusatz: Das bunte Monatsheft). 303 Hefte der Jugendzeitschrift. (Stuttgart, Ehapa-Vlg.), 1951-65. Orig.-Umschl. (meist mit stärkeren Gebrauchsspuren), tls. in OLwd.-Sammelordnern (einer erheblich bestoßen, die übrigen 8 gering beschabt und etw. fleckig). (36) 2.500,ZDB-ID 127976-2. – Vorhanden: 1951: Heft 3; 1952: Hefte 1-6, 8-10 und 12; 1953: Hefte 2-12 und Sonderhefte 3-9; 1954: Hefte 1-12 und Sonderhefte 10-21; 1955: Hefte 1-12 und Sonderhefte 22-33; 1956: Hefte 1-26; 1957: Hefte 1-28;


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Eines von 500 Exemplaren (Gesamtaufl.: 550). – Raabe, Zeitschriften, 28. Raabe 11. Hagenbach B 40. MotherwellK. 61: „The first appearance of the term 'dada' in print.“ Verkauf 177. Kat. Düsseldorf 109. Bolliger I, 45: „Erste Publikation des Dadaismus. In der Erklärung ist der Name 'Dada' erstmals dokumentarisch belegt. Rarissimum.“ – Eines der wenigen Exemplare mit der deutschen Titelei und Einleitung von Hugo Ball, gedruckt auf Normalpapier. – Umschlag mit der auf Goldpapier gedruckten Collage von Hans Arp. – Stellenw. minimal fleckig. – Siehe Abbildung.

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Raabe 26. Motherwell-K. 63. Verkauf 178. – Seltene DadaPublikation, erschien im April 1918 als Nr. 7/8 der 'Freien Strasse', einer in unregelmäßigen Abständen und mit wechselnden Herausgebern verlegten Zeitschrift des Berliner Kreises um Franz Jung und Otto Groß. Hier unter der Redaktion von Richard Huelsenbeck und mit über den Text gedruckten Schlagworten in Rotdruck. Die Veröffentlichung steht am Anfang von Dada Berlin und enthält von Huelsenbeck das „Vorwort zur Geschichte der Zeit“ und „Doktor Billig am Ende“, von Jung die „Amerikanische Parade“. – Leicht gebräunt, Klammerheftung angerostet. – Siehe Abbildung.

Nr. 754 1958: Hefte 1-51; 1959: Hefte 1-32, 38-46, 48, 50 und 52; 1960: Hefte 2, 3, 5-10, 12-31 und 33-35; 1961: Hefte 9, 32, 33, 35 und 36; 1962: Hefte 1, 2, 9-17, 20-24, 27, 29-33, 35, 36, 41-44, 46 und 48-52; 1963: Hefte 1, 2, 5, 23, 30 und 37; 1965: Heft 1. – 93 Hefte gelocht, und zwar die Hefte 2/1953 bis 1/1957; die übrigen 210 Hefte ungelocht. Alle Hefte mit tls. stärkeren Gebrauchsspuren. – Beiliegen die Nr. 14/1956 der „Micky Maus“ (Dublette), die ersten 5 Bde. von „Nick Knatterton“ (davon Bd. 5 in der EA), 3 Bde. des Romans „Prinz Eisenherz“ in der Form mit Bildern aus dem Comic, die Bde. 1-4, 64 und 65 der Werkausgabe des „Prinzen Eisenherz“ und die 5 Sammelbilderalben der Zuckerwarenfabrik Schumm mit Coopers Lederstrumpf-Erzählungen mit 298 (statt 300) mont. farbigen Klebebildern (es fehlen die Bilder 278 und 387).

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CORINTH – MÜLLER, H., Die späte Graphik von Lovis Corinth. (Vorwort Charlotte BerendCorinth). Hamburg, Lichtwark-Stiftung, (1960). Fol. Mit zahlr. Tafeln. 50 S., 2 Bl. OLwd. (etw. fleckig). – Nr. 576 von 600 Exemplaren. (120) 150,Das Gründungsmanifest des Dadaismus

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DADA – CABARET VOLTAIRE. Eine Sammlung künstlerischer und literarischer Beiträge. Hrsg. von H. Ball. Zürich (1916). 4°. Mit Holzschnitt von M. Slodki (in der Paginierung) und 12 Abb. im Text. 31 S. Rote Orig.-Brosch. mit Collage von H. Arp auf dem Vorderdeckel (etw. lichtrandig, berieben und gering bestoßen). (111) 8.000,-

– CLUB DADA. Prospekt des Verlags freie Straße. (Berlin, Die Freie Strasse, 1918). Mit Holzschnitt von R. Hausmann. 15 S. Orig.Brosch. (mit kleinem Einriß am Falz, gering fleckig und angestaubt). (111) 4.000,-

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– DADA 1. Recueil littéraire et artistique. Juillet 1917. (Zürich, Heuberger), 1917. Mit 8 Abb. (davon 4 Holzschnitten). 9 Bl. Orig.-Brosch. (minimal gebräunt und fleckig). (111) 4.000,Raabe, Zeitschriften, 34. Verkauf 177. Motherwell-K. 66 und S. 106: „But it was not until July 1917 that the first number of the magazine, so eagerly awaited, appeared under the titel: Dada I, recueil d'art et littérature. This number is confused: the table of contents brings together the names of Arp, Tzara, Janco, A. Savino, H. Guilbeaux; reflecting random influences, poetic works alternate with scandalous appeals. And soon it became evident that scandal is an element highly propitious to the desired ferment.“ – Das erste Heft der von 1917 bis 1920 in 7 Heften herausgegebenen Zeitschrift der Züricher Dadaisten. Mit Holzschnitten von Hans Arp, Marcel Janco und Enrico Prampolini. – Das letzte Blatt mit dem deutschen Text über die Galerie Dada lose. – Stellenw. minimal fleckig. – Selten. The first issue of the magazine by the Zurich Dadaists published in 7 issues from 1917-20. With woodcuts by Hans Arp, Marcel Janco and Enrico Prampolini. – The last leaf with the German text on the Dada Gallery loose. – Here and there minimally soiled. – Rare. – Original wrappers (minor browning and soiling).


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 755

Ein Rarissimum des Züricher Dadaismus 757

Nr. 757

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– DADA 2. Recueil littéraire et artistique. Décembre 1917. (Zürich, Heuberger), 1917. Mit 8 Abb. und zusätzlich beiliegendem Holzschnitt von H. Arp. 11 Bl. Orig.-Brosch. (mit Einriß am Falz, etw. gebräunt, leicht fleckig). (111) 10.000,Nr. 8 der Luxusausgabe, auf dem Vorsatz von Tristan Tzara und Hans Arp sign., mit dem zusätzlichen, montierten und auf dem Trägerkarton signierten Holzschnitt mit einem Selbstporträt von Arp. – Arntz 1. Raabe, Zeitschriften, 34. Verkauf 177. Motherwell-K. 66 und S. 106. – Die literarischen Beiträge lieferten Tristan Tzara, Maria d'Arezzo, Pierre Albert-Birot und Gino Cantarelli. Die letzten drei Blätter mit „Notes“, etwa zur Aufführung von Guillaume Apollinaires „Les mamelles de Tirésias“, zur Veröffentlichung des Romans „Le voleur de Talan“ von Pierre Reverdy, zu Ausstellungen und Neuerscheinungen. – Weder im Druckvermerk noch in den Bibliographien finden sich Angaben zur Auflagenhöhe der Luxusausgabe. Beigegeben war entweder ein Holzschnitt von Arp oder Janco. Der hier beigegebene Holzschnitt Arps entstand laut Arntz im Jahr 1912 in einer nicht num. und sign. Auflage von 200 Exemplaren. Daraus ist zu schließen, daß die Luxusausgabe mit Graphiken versehen wurde, die die Künstler noch vorrätig hatten. – Leicht fleckig, der beigegebene Holzschnitt braunfleckig. – Siehe Abbildung. No. 8 of the de luxe edition, signed on endpaper by Tristan Tzara and Hans Arp and with the additional mounted woodcut with a self portrait of Arp and signed on the supporting cardboard. – Minor soiling. – Original wrappers (with tear at fold, minimally browned and soiled, slightly faded). – See illustration.

173

– DADA ALMANACH. Im Auftrag des Zentralamtes der deutschen Dada-Bewegung hrsg. von R. Huelsenbeck. Berlin, Reiss, (1920). Mit 8 Tafeln. 1 Bl., 159 S. Orig.-Brosch. (etw. gebräunt und angestaubt, minimal knittrig). (111) 600,Sheppard 26. Verkauf 178. Kat. Dada 6. Bolliger III, 79: „Wichtiges Dokument des Dadaismus. Von größter Seltenheit.“ – Enthält u. a. Beiträge von d'Annunzio, Arp, Hausmann, Huelsenbeck, Mehring (Berlin simultan), Picabia, Soupault und Tzara (Chronique Zurichoise). – Seitenränder schwach gebräunt und gering fleckig, Klammerheftung angerostet.

759

– DADACO. Dadaistischer Handatlas. Erscheint im Januar 1920. Charlottenburg, Huelsenbeck, (1919). 2 Bl. (111) 500,Verkauf 178. Motherwell-K. 34: „Advertised in Der Zeltweg as 'dadaistischer Weltatlas'. Montage presumably by Heartfield, Hausmann and Grosz.“ – Werbeprospekt für einen nie erschienenen Dada-Atlas aus dem Kurt-WolffVerlag, zugleich als Beilage im zweiten Heft des „Dada“ verwendet (siehe Katalog-Nr. 761). Verkauf und Motherwell/Karpel verzeichnen diesen Prospekt als eigenständige Publikation. – Etw. gebräunt, minimal fleckig und knittrig.

760

– DIE FREIE STRASSE. Dezember 1918, Nr. 10. (Berlin, Die Freie Strasse), 1918. 2 Bl. (111) 600,Raabe, Zeitschriften, 26: „Als Flugblätter in unregelmäßigen Abständen herausgegebene Zeitschrift des Berliner Kreises um Franz Jung und Otto Groß.“ – Mit Text-


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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– HUELSENBECK, R., En avant Dada. Eine Geschichte des Dadaismus. Hannover u. a., Steegemann, (1920). 44 S., 2 Bl. (Anzeigen). Orig.-Brosch. (gering gebräunt, minimal fleckig und etw. bestoßen). (111) 300,Erste Ausgabe. – Die Silbergäule, Bd. 50-51. – Raabe 8. Meyer 32. Verkauf 179. Bolliger I, 56: „Die authentische Geschichte des Dadaismus, geschrieben von einem der Begründer der Dada-Bewegung.“ – Wenig gebräunt, minimal fleckig. – Unbeschnitten. – Beiliegt die DadaMonographie von Verkauf.

763

– PICABIA – 391. (Nr. 8). (Zürich, Heuberger, 1919). Fol. Mit 7 (2 mont.) Illustr. 4 Bl. Orig.Brosch. (gefalt., Ränder gebräunt, etw. fleckig, am Falz mit kleinen Einrissen). (111) 400,Motherwell-K. 86. Verkauf 183. – Heft 8 der seltenen Zeitschrift, von der in den Jahren 1917-24 insgesamt 19 Hefte erschienen. Titel und Ausstattung sind der Hauszeitschrift 291 der Galerie 291 von Alfred Stieglitz entlehnt, eine Zeitschrift, an der Francis Picabia als Herausgeber mitwirkte. – Die Textbeiträge im vorliegenden Heft lieferten Picabia, dessen Frau Gabrielle Buffet und Tristan Tzara, die Illustrationen stammen von Picabia, Alice Bailly und Hans Arp. – Ränder etw. gebräunt, Einrisse am Falz, minimal fleckig.

Nr. 761

764 beiträgen des Architekten und Aktionskünstlers Johannes Baader (1875-1955). – Gebräunt und etw. fleckig. – Das erste Blatt mit Unterschrift und mehreren eigenhändigen Annotationen von Johannes Baader, u. a. der Bemerkung: „Dieses Blatt ist mehr als die fünf heiligen Bücher Chinas, Veden, Tipitakam, Koran und Bibel.“ – Selten.

Gallwitz, Dada in Europa, 3/252. – Nicht bei Verkauf und Motherwell-Karpel. – Bibliotheken vorhanden. – Äußerst seltener Prospekt, mit einer Definition des Dadaisten: „Bewußte dadaistische Künstler betreiben weder dadaistische Kunst noch Wissenschaft. Sie reden, schreiben, malen, musieren nicht. sie Genießen nur dadaistische Kunst UND LACHEN.“ – Mit minimalen Fehlstellen.

„Legen Sie Ihr Geld in dada an!“ 761

– HAUSMANN, R., (HRSG.), Der Dada. Hefte I und II (von 3). (Steglitz [II: Berlin-Charlottenburg], Selbstvlg., 1919). Mit 4 Holzschnitten von Raoul Hausmann. 4; 4 Bl. Orig.-Umschl. (Heft I mit Kleberesten, einigen Läsuren und minimalen Fehlstellen; beide Hefte gering gebräunt und etw. fleckig). (111) 3.500,Raabe, Zeitschriften, 78. Verkauf 178. Motherwell-K. 68 und S. 289: „The first number ... is characteristic of Dada's intentional disorder. Letters of all types and sizes, Hebrew characters, printed in every direction and according to a personal design, are mingled with sentences in French and vignettes borrowed from the illustrations of dictionaries.“ – Die beiden ersten Hefte unter der Direktion und verlegt von Raoul Hausmann, das dritte und letzte, hier nicht vorhandene Heft erschien schon im Malik-Verlag. Mit Texten von Johannes Baader, Richard Huelsenbeck, Tristan Tzara und natürlich Raoul Hausmann, darunter auch das berühmte Manifest „Der deutsche Spiesser ärgert sich“. – Heft I am Falz mit Einrissen (mit transparentem Klebeband geklebt); beide Hefte gebräunt, gering fleckig und etw. knickspurig. – Selten. – Siehe Abbildung.

– (SAUERMANN, A.), o Siris. Was ist dadaismus? oder der versuch einfaches eiWeis darzustellen. Berlin, verlag grotske kunst, 1919. 4 Bl. Orig.-Brosch. (minimal fleckig, mit kleinem Eckausriß, minimalen Fehlstellen und Einriß am Falz). (111) 1.000,-

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– SCHWITTERS, K., KÄTE STEINITZ UND TH. VAN DOESBURG, Die Scheuche. Märchen. Hannover, Aposs, (1925). Qu.-4°. 6 Bl. Illustr. Orig.-Brosch. (etw. fingerfl. und gebräunt, gering bestoßen). (111) 4.000,(Merz 14/15, hier ohne den Aufkleber bzw. Aufdruck). – Erste Ausgabe. – Schelle, Der Typograph Kurt Schwitters, A 16. Schmalenbach 243. Schauer II, 124. Raabe 273, 7. Schmalenbach-Bolliger VII, 1013. Verkauf 180. – Rein typographisch gestaltetes, dadaistisch-konstruktivistisches Bilderbuch. – Buchstaben und andere typographische Elemente, gedruckt in Blau und Rot, werden zu Figuren und kleinen Szenerien zusammengefügt, die teils sehr ausdrucksstark die Stimmung des Textes illustrieren. „Kurt kannte den Schriftsetzer Paul Vogt, der in einer kleinen Druckerei gern mit neuen typographischen Ideen herumspielte ... Er ließ uns schalten und walten, schnitt uns gern extragroße O, die wir für Monsieur le Coq, den Hahn, brauchten, und weigerte sich nicht, wie es jeder normale Setzer getan hätte, das kleine b als Füße des Bau-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Nr. 765

ern quer zu setzen und das große B ganz diagonal für den wütenden Bauern“ (Schelle). Paul Vogt war Setzer in der Peuvag-Druckerei Hannover, die im Dienste der KPD stand. – Die ersten Blätter am Falz gering eingerissen, papierbedingt etw. gebräunt. – Siehe Abbildung.

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– SERNER, (W .), Letzte Lockerung. manifest dada. Hannover u. a., Steegemann, (1920). 45 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Orig.-Brosch. (etw. gebräunt, obere rechte Ecke geringfügig gestaucht). (111) 500,Die Silbergäule, Bd. 62-64. – Verkauf 182. Motherwell-K. 392. Meyer 39. – Serners „Manifest ist gedanklich einem Traktat am nächsten, doch eher Kunstwerk denn Proklamation ... So unterscheidet Serners Pamphlet sich von anderen Manifesten aus dem Umkreis Dadas vor allem durch die Art der textuellen Gewalt. Wo sich etwa Hugo Ball, Tzara oder Richard Huelsenbeck in Affronts, paradoxalen Sprachspielereien und Spitzfindigkeiten zu verlieren drohen, bleibt Serners Wut stets inhaltlich, ihre Artikulation stets direkt und unmittelbar“ (KNLL 15, 232). – Leicht gebräunt, etw. braunfleckig.

Die erste Dada-Publikation 767

– TZARA, T., La première aventure céléste de Mr Antipyrine. Collection Dada. (Zürich, Heuberger, 1916). Mit 7 (6 farb.) Holzschnitten von M. Janco. 8 Bl. Orig.-Brosch. mit HolzschnittDeckeltit. (an den Rändern etw. gebräunt, mit kleineren Randläsuren, minimal knittrig, leicht bestoßen). (111) 3.000,-

Erste Ausgabe. – Verkauf 183. Motherwell-K. 414: „Possibly first dada imprint.“ – Nicht nur die erste Veröffentlichung Tzaras, sondern die erste der Dadaisten überhaupt. – Stellenw. minimal fleckig. – Unbeschnitten. – Siehe Abbildung. First edition. – Not only the first publication by Tzara, but the first of the Dadaists altogether. – Here and there minimally soiled. – Untrimmed. – Original wrappers with woodcut cover title (a little browned at margins, with smaller tears in margin, minimally creased, a little scuffed). – See illustration.

768

– – Vingt-cinq poèmes. Collection Dada Zurich. (Zürich, Heuberger, 1918). Mit Holzschnitt-Titelvign. und 10 (8 ganzseit.) Holzschnitten von H. Arp. 26 Bl. OPp. mit mont. Deckeltit. mit Holzschnittvign. von H. Arp (gering gebräunt und fleckig, Rücken sauber mit Kugelschreiber beschriftet „TZARA“, minimal bestoßen). (111) 3.000,Erste Ausgabe. – Arntz 16-25. Verkauf 183 (datiert irrig 1916). Motherwell-K. 416. – Die zweite Publikation Tzaras und die erste, die Hans Arp für ihn illustrierte. Laut Druckvermerk entstanden die Gedichte zwischen 1915 und 1918. – Titel und Holzschnittvign. auf einem Streifen Goldpapier gedruckt. – Etw. fleckig. – Unbeschnitten. – Exemplar der Normalausgabe, jedoch selten. – Siehe Abbildung. First edition. – The second publication by Tzara and the first illustrated for him by Arp. According to imprint, the poems were created between 1915 and 1918. – Title and woodcut vignette printed on a strip of gilt foil. – A little soiled. – Untrimmed. – Copy of the normal edition, yet rare. – Original cardboard with mounted cover title with woodcut vignette by H. Arp (minimally browned and soiled, spine labelled with ballpen, minimally scuffed). – See illustration.


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 75 von 75 arabisch numerierten Ex. für den Handel (Gesamtaufl.: 120), im Druckvermerk vom Verfasser und Künstler signiert. – Des Coudres-M. B 51. Spindler 62.5. – Beiliegend die Ankündigung des Werkes (mit Holzschnitt). – Unbeschnitten.

771

DEGAS – LEMOISNE, P. A., Degas et son oeuvre. 4 Bde. Paris, Brame und de Hauke, 1946(49). Fol. Mit zahlr. Abb. OLwd. (minimal angestaubt). (23) 600,Nr. 714 von 980 Ex. (Gesamtaufl.: 1030). – Das komplette Werkverzeichnis der Gemälde und Pastelle mit über 1400 Abbildungen. – Titel mit kleinem Monogramm-Stempel, papierbedingt minimal gebräunt.

772

DIEDERICHS-VERLAG – DIE ALTINDISCHE PHILOSOPHIE nach den Grundworten der Upanishads des Veda. Übers. von P. Deussen. Gr.-Fol. Jena 1914. Mit Buchschmuck von E. Schneidler. 252 S., 1 Bl., 98 Sp., 3 Bl. OHlwd. (fleckig, bestoßen). (72) 200,Nr. 262 von 450 Exemplaren. – Schauer I, 79, und II, 24. – Bindung gelockert, stellenw. etw. fleckig, leicht gebräunt.

773

– VIER EVANGELIEN, DIE. Markus, Lukas, Matthäus und Johannes, in der Übersetzung von Martin Luther. (Jena 1910). 4°. 2 Bl., 310 S., 1 Bl. OLdr. mit Kopfgoldschnitt (Schließbänder defekt, Rücken aufgehellt, berieben). – Nr. 564 von 1000 Ex. der Vorzugsausgabe. – Vorsatz gestempelt. (89) 100,-

774

DOCUMENTA. Kataloge I-IX und XI in 22 Bdn. 1955-2002. Verschied. Formate. Verschied. Einbände (außen und innen tls. Altersspuren). – 3 Beilagen. (23) 300,-

775

DUCHAMP – SCHWARZ, A., The Complete Works of Marcel Duchamp. New York, Abrams, (1970). Fol. Mit zahlr. tls farb. Abb. XXI, 630 S. OLwd. in Orig.-Umschl. (geringe Gebrauchsspuren). – Sauber. (23) 150,-

776

DUFY – BERR DE TURIQUE, M., Raoul Dufy. Paris, Floury, 1930. Mit Radierung („Amphitrite“) von und zahlr. Illustr. nach Dufy. 285 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Brosch. (23) 200,-

Nr. 767

769

DADA – DER ZELTWEG. Redaktion: Flake, Serner, Tzara. Zürich, Mouvement Dada, 1919. Mit zahlr. Abb. 16 Bl. Orig.-Brosch. mit Holzschnitt von H. Arp auf dem Vorderdeckel (gering berieben, minimal fleckig). (111) 6.000,Raabe, Zeitschriften, 90. Verkauf 183. Motherwell-K. 92. – Es erschien nur ein Heft ohne Zählung im November 1919 und ist die letzte Publikation der Züricher Dadaisten. Trotz anderem Titel kann der „Zeltweg“ als Nachfolger der Zeitschrift „Dada“ gesehen werden. Die literarischen Beiträge lieferten Arp, Flake, Huelsenbeck, Schwitters, Segal, Serner, Tzara und Vagts. Die Abbildungen stammen von Arp, Baumann, Eggeling, Giacometti, Helbig, Janco, Luthy, Richter, Schad, Schwitters und Sophie Taeuber. Als Mitarbeiterin wird auf dem Titelblatt außer den bereits Genannten auch Mary Wigman erwähnt, diese tanzte kurze Zeit zuvor zusammen mit Sophie Taeuber bei Rudolf von Laban. – Minimal gebräunt, etw. fleckig. – Zentrales Dokument des Züricher Dadaismus, sehr selten. – Siehe Abbildung.

770

DALVIT – JÜNGER, E., Dezember. Zürich, Arcade-Presse, (1964). Mit 12 mont. kolor. Holzschnitten von Oskar Dalvit (in der Paginierung). 34 S., 3 Bl. OHpgt. (frisch) in OPp.-Schuber (leicht verblaßt). (69) 500,-

Monod 1460. – Normalausgabe. – Buchblock gelockert, papierbedingt gebräunt. – Unbeschnitten.

777

ÉLUARD, P., En avril 1944: Paris respirait encore! Paris, Éditions de la Galerie Charpentier, (1945). 4°. Mit 7 Gouachen von J. Hugo. 12 Bl. OPp. (68) *R 150,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. 94 der von 44 bis 991 gezählten 948 Ex. auf vélin pur fil (Gesamtaufl.: 998). – Monod 4212. – Die Gouachen mit der faksimilierten Handschrift Éluards. – Minimal fleckig. – Mod. Exlibris.

778

EREMITEN-PRESSE – VENNEKAMP, J., UND G. B. FUCHS, Der Sperling und andere Vögel. (Stierstadt) 1964. Mit 27 farb. Materialdrucken von Johannes Vennekamp. 32 Bl. Orig.-Brosch. (etw. fleckig und berieben). (120) 150,Nr. 143 von 150 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler signiert. – In die Maschine gemalt, Bd. III. – Spindler 1, 217. – Gedruckt auf einer „König & Bauer von 1890 mit fast stets defektem Farbwerk; die Handeinfärbung verlieh den 'Maschinenmalereien' (indirekte Schablonendrucke) Unikatcharakter durch erhebliche Farbabweichungen“ (Spindler S. 19). – Gebräunt und etw. fleckig. DAZU: DERS., Der Newton der kleinen Körper oder Das Ding unterm Hut. Hamburg, Merlin-Vlg., (1979). Mit sign. und num. Orig.-Radierung. – Nr. 33 von 1000 maschinennumerierten Exemplaren (Gesamtaufl.: 1100), die beigegebene, an den Falz mont. Radierung Nr. 9/50. – Spindler 7, 18. TROLL, TH., Der Tafelspitz. Düsseldorf 1979. Mit 16 ganzseit. Offsetlithogr. von G. Schöllkopf. – Nr. 116 von 120 Exemplaren der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 500), im Druckvermerk vom Autor und vom Künstler sign., mit zusätzlicher Offsetlithogr., von Schöllkopf num. und sign. – Spindler 90, 41.

779

ERNST, M., Beyond Painting. New York, Wittenborn, 1948. Mit zahlr. Abb. XIV, 204 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. (leicht fleckig und etw. verblaßt), der Vorderumschl. der Orig.-Brosch mit eingeb. (120) 100,-

Nr. 768

The documents of modern art, Bd. VII. – Erste Ausgabe. – Etw. gebräunt. – DAZU: RUSSELL, J., Max Ernst. Leben und Werk. Köln (1966). Mit zahlr. Abb. OLwd.

780

– Histoire naturelle. (Köln), Galerie der Spiegel, (1965). Mit Farblithogr. von Max Ernst (auf dem Umschl.) und zahlr. meist ganzseit. Abb. 167 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (Kanten minimal berieben). (120) 100,Nr. 499 der 640 von 61 bis 700 gezählten Stücke (Gesamtaufl.: 700). – Spindler 153, 33. – Mit einem Erstdruck von Paul Éluard und Texten von Hans Arp und Max Ernst. – Frisch.

781

ERNST – SPIES, W., SIGRID UND G. METKEN, Max Ernst. Werke 1906-1925 (1925-1929, 19291938, 1939-1953, 1954-1963). 5 Bde. Houston, Menil Foundation, und Köln, DuMont Schauberg, 1975-98. Mit zahlr. Abb. OHlwd. mit Orig.Umschl. (120) 600,-

Nr. 769

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Nr. XXXIV von 40 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 400), von Coßmann im Druckvermerk sign. – Vorderer Spiegel mit Buchhändlermarke, ganz vereinzelt und minimal braunfleckig. DAZU: ALFRED COSSMANN. Ein Wiener Künstlerleben. (Wien, Österreichische Staatsdruckerei, 1945). Gr.-8°. Mit 64 Tafeln. 140 S., 2, 1 Bl. OLwd. (leichte Gebrauchsspuren) im Orig.-Schutzumschl. (kleine Randläsuren). REISINGER, J., Die Kupferstecher der Coßmannschule. (Ebda. 1950). Gr.-8°. Mit 34 Tafeln. 134 S., 1 Bl. OHlwd. (Vorderdeckel mit Schabspur, Rücken aufgehellt). Drei Werke zum Leben und zum Schaffen des aus Graz gebürtigen, jahrzehntelang in Wien tätigen Kupferstechers und vor allem durch seine Exlibriskunst bekannt gewordenen Gebrauchsgraphikers Alfred Coßmann (1870-1951) und der aus seiner Schule hervorgegangenen Künstler; alle drei Werke reich bebildert.

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II: Nr. 13, III: Nr. 141 einer kleinen Auflage; VI: Nr. 100 der von 16-100 numerierten Exemplare auf Van-GelderBütten. – Deckellaschen tls. mit kleinen Einrissen; Textbl. und Tafeln vereinzelt etw. fleckig. – Beiliegen die Monographie über die Graphikkunst Franks, zu dessen 70. Geburtstag 1959 bei Prestel in München erschienen, und Rödels Exlibrispublikation 153 (Frederikshavn 1978) mit Reproduktionen zahlreicher von Frank gestalteter Exlibris. – Siehe Abbildung.

Nr. 784 Max Ernst. Oeuvre-Katalog. – Erste Ausgabe. – Frisch. – DAZU: LEPPIN, H. R., Max Ernst. Das graphische Werk. Faksimile der Ausgabe Houston und Köln 1975. (Köln, DuMont, 2004). – Uniform gebunden und gleich erhalten. – SPIES, W., Max Ernst. Collagen. Inventar und Widerspruch. (Köln), DuMont Schauberg, (1974). Mit im Stein sign. Lithogr. und zahlr. Abb. 499 S. OHlwd. mit Orig.-Umschlag (etw. gebräunt).

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EXLIBRIS – BÜTTNER, E., Exlibris. Erlebnisse und Erfahrungen. Ein Verzeichnis. Berlin, Katz, 1921. Mit 75 mont. Exlibris in verschied. Techniken. 16 S., num. Bl. 17-76, S. 77-92. OHpgt. (gering angestaubt und leicht bestoßen). (52) 200,-

– COSSMANN – ALEXANDER, TH., Alfred Cossmanns Exlibris und Gebrauchsgraphik. Ein kritischer Katalog. Wien, Alexander, 1930. Gr.-8°. Mit 28 Tafeln, davon eine mit einem Kupferstich in einem von Coßmann sign. Druck vor der Schrift. 79 S. (1 Bl. zwischengebunden). OPgt. (etw. sperrig). (52) 150,-

– GEIGER – SAMMLUNG – Drei Werke in 5 Bdn. zum Exlibrisschaffen von Willi Geiger. 1905-36. Fol. Reich illustr. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchs- und Altersspuren). (52) 500,Exlibrismonografie. 3 Bde. Leipzig, Rothbarth (III: München, Selbst-Vlg.), 1905-09. – Nr. 101/250, 91/250 und 179/200. Der erste Bd. mit neunzeiliger Widmung Geigers, dat. Mai 1906. – Exlibriswerk. Berlin, Feyl, 1913. Nr. 16/30 der Luxusausgabe auf Bütten (Gesamtaufl.: 160). – Ex Libris 1935. München, Graf-Presse, 1936. – Nr. 1/40 der Ausg. B. – Mehrere Beilagen, darunter der Gedichtband „Mein Herz, mein Land“ von René Schickele, Berlin 1919, mit einer Widmung von Schickeles Witwe für Annette Kolb, dat. 1940, und dem aus der Frühzeit von Geigers Schaffen stammenden Exlibris für René Schickele (nicht bei Schreyl verzeichnet). – Geringe Gebrauchsspuren.

Erste Ausgabe. – Nr. 9 von 20 Ex. der Vorzugsausgabe, bei der außer dem Druckvermerk auch jedes einzelne Exlibris vom Künstler signiert ist. – Stellenw. gering braunfleckig.

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– FRANK, S., Exlibris. Bde. II, III und VI. München-Pasing, Roland-Vlg. (III und VI: München, Hanfstaengl), 1920-23. Fol. Mit 30 (10 sign.) Radierungen von Sepp Frank. 1; 4; 2 Bl. Lose in OPp.-Mappen (etw. bestoßen und fleckig). (52) 300,-

786

– PREETORIUS, E., Exlibris und Signete. München, Drei-Masken-Vlg., (1924). 4°. Mit 23 mont. Exlibris (davon einem farbigen) und 35 mont. Signeten auf zus. 42 Tafeln. 13 S., 1, 2 Bl. OHlwd. (leicht beschabt). (52) 150,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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Einzige Ausgabe. – Nr. 263 von 320 Ex. (Gesamtaufl.: 370), im Druckvermerk von Preetorius signiert. – Rodenberg 316. – Die Exlibris (je eines auf einem Bl.) u. a. für Hans von Weber, Th. Mann, L. Frobenius und Alfred Einstein. Die Signete für den Insel-Verlag, Fischer, Kurt Wolff u. a. – Etw. fleckig. – Beiliegt Preetorius, Dreißig Exlibris, Darmstadt 1982 (NR. 309/500).

787

– WILM, H., Zehn Exlibrisradierungen. Mit einem Vorwort von R. Braungart. MünchenGern, Selst-Vlg., 1909. Fol. Mit 10 sign. farb. Exlibris unter Passepartout. 2 Bl. Zus. in beschäd. OLwd.-Mappe. – Nr. 42 einer kleinen Auflage. – Beilage. (52) 100,-

788

EXPRESSIONISMUS – DIE BÜCHERKISTE. Monatsschrift für Literatur, Graphik und Buchbesprechung. Hrsg. Leo Scherpenbach. Nr. 2. (München, Bachmair), 1919. Mit 3 Holzschnitten von G. Schrimpf und Holzschnitt von Maria Uhden. S. 15-25 (so komplett). Orig.-Brosch. (gering gebräunt und fleckig, Einrisse am Falz, minimal bestoßen). (111) 100,Söhn 218.02. Raabe, Zeitschriften, 67. – Ränder minimal gebräunt und stellenw. fleckig.

789

– DIE SICHEL. Jg. I, Hefte 2, 3 und 6, und Jg. II, Heft 2/3. Regensburg, Die Sichel, 1919-20. Mit 24 Holzschnitten. Orig.-Brosch. (gebräunt, tls. gering fleckig und mit kleinen Randläsuren, minimal bestoßen). (111) 600,Raabe, Zeitschriften, 82. – Jentsch 114: „Die Zeitschrift 'Die Sichel' erschien in 3 Jahrgängen von 1919 bis 1921 mit thematischen Sondernummern. Jahrgang 1 und 2 waren noch in Regensburg, der Geburtsstadt der beiden Herausgeber, erschienen. Die Parität zwischen dem Maler Josef Achmann und dem Dichter Georg Britting als Herausgeber ermöglichte die harmonische Einheit von Wort und Bild.“ I/2: Ex libris. Mit 8 Holzschnitten von Josef Achmann, Oskar Birckenbach, Campendonk und Felixmüller (davom 3 im Index als Originalholzschnitt bezeichnet). – I/3: Bildnisse. Mit 7 Holzschnitten von Josef Achmann, Aloys Erbach, Arthur Goetz, Georg Schrimpf und Georg Tappert (davon 6 im Index als Originalholzschnitt bezeichnet). – I/6: Die Mutter. Mit 5 vom Stock gedruckten Holzschnitten von Josef Achmann, Oskar Birckenbach, Josef Eberz, Georg Schrimpf und E. Adam Weber. – II, 2/3: Josef Achmann. Mit 4 vom Stock gedruckten Holzschnitten von Josef Achmann. – Gebräunt, mit kleinen Randläsuren, stellenw. minimal fleckig. – Beiliegt ein inkomplettes Exemplar von Jg. II/6.

790

FEININGER, L., Neue Kunst. 48. Ausstellung. München, Goltz, 1918. Mit Holzschnitt-Frontisp. und 10 Tafeln. 3 Bl. Orig.-Brosch. (an den Rändern etw. gebräunt, leicht fleckig, minimal bestoßen). (111) 1.000,-

Nr. 793 Prasse W 59. – Das Frontispiz mit hs. vierzeiliger Widmung Feiningers. – Der Holzschnitt laut Prasse „Waldkirche 1“. – Minimal angestaubt.

791

FEININGER – PRASSE, LEONA E., Lyonel Feininger. Das graphische Werk. Radierungen, Lithographien, Holzschnitte. Berlin (1972). 4°. Mit zahlr. Abb. 304 S. OLwd. (frisch) in Orig.Umschl. (mit kleinen Einrissen). (5) 150,Arntz I, 39. Riggs 267. Manson-L. 102. – Das maßgebliche Verzeichnis der graphischen Arbeiten des Bauhaus-Meisters. Text in Deutsch und Englisch. – Sauber.

792

FELIXMÜLLER – DIE SCHÖNE RARITÄT. Jg. II, Heft 3 (Sonderheft für Felixmüller). Kiel, Die Schöne Rarität, 1918. Mit 3 Holzschnitten von C. Felixmüller. S. 35-47. Orig.-Brosch. (gebräunt, minimal fleckig, mit kleinem Eckausriß am Falz). (111) 300,Raabe, Zeitschriften, 33. Söhn 117, 139 und 153. – Monatsschrift für expressionistische Literatur und Graphik, herausgegeben von Adolf Harms. Das vorliegende Sonderheft ganz dem Schaffen von Conrad Felixmüller (1897-1977) gewidmet. Mit den drei als Auflagendruck vom Originalstock gedruckten Holzschnitten „Selbst mit Frau“, „Mann und Frau“ sowie „Geburt“. – Gering gebräunt und stellenw. minimal fleckig.


180

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

FINGESTEN, M., Essai de danse macabre. O. O. (Mailand) 1938. Fol. 13 sign. Radierungen. Lose. (45) 800,-

798

Nechwatal 98. – Épreuves d'artistes mit den Remarken. – Die seltene Totentanzfolge erschien 1938 in Mailand und wurde 1939 in Antwerpen ausgestellt. Michel Fingesten (1884-1943) wurde 1940 von den Faschisten verhaftet und interniert. – Etwas fleckig. – Siehe Abbildung.

Nr. 51 von 200 Exemplaren. – Titelblatt und Radierungen jeweils signiert. – Leichte Gebrauchsspuren. – Sauber.

799 794

FINI, LEONOR, Histoire de Vibrissa. O. O. (Paris), Tchou, 1973. Schm.-Gr.-Fol. Mit zahlr. Illustr. 49, 1 Bl. OMaroquin (Rücken ausgebleicht, etw. bestoßen). (45) 120,-

FRAGONARD – GRAPPE, G., H. Fragonard, peintre de l'amour au XVIIIe siècle. 2 Bde. Paris, L'Édition d'Art, (1913). Fol. Mit zahlr. Tafeln. 2 Bl., 134 S., 3 Bl.; 77 S., 3 Bl. Dekoratives grünes Hldr. mit reicher Rvg. und Kopfgoldschnitt (Rücken etw. geblichen, gering berieben), die Orig.-Brosch.-Umschl. mit eingebunden. (23) 150,-

800

Nr. 10 von 500 Exemplaren auf Japan. – Sauber. – In beiden Bänden das Jugendstil-Exlibris für Corneli Toeroek, vom Ungarn József Faragó (1866-1906) entworfen.

796

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801

FREUNDE GRAPHISCHER KUNST, LEIPZIG – SAMMLUNG – 22 Blätter Orig.-Graphik aus verschied. Jahresgaben, von den Künstlern e. sign. Leipzig 1914-33. Verschied. Formate und Techniken. Lose in OHlwd.-Mappe der Jahresgabe 1930 (Gebrauchsspuren). (119) 300,Enthält Werke von Karl Arnold (Söhn 51010-1), Käthe Berger (Söhn 51010-6), Walter Buhe (Söhn 51012-1), Ernst Dölling (Söhn 51012-2), Heinz Dörfel (Söhn 51015-1), Eduard Einschlag (Söhn 51002-5 und 51018-1), Sepp Frank (Söhn 51013-6), Richard Grimm-Sachsenberg (Söhn 51005-2), Peter Halm (Söhn 51002-3), Bruno Héroux (Söhn 51006-3), Alois Kolb (Söhn 51009-4), Hans Soltmann (Söhn 51007-6 und 51016-6), Kurt Tuch (Söhn 51005-6), Joseph Uhl (Söhn 51006-6) und Walter Zeising (Söhn 51002-9) sowie fünf Blätter wohl aus den späteren, nicht bei Söhn verzeichneten Mappen Nr. 19-21, u. a. mit Werken von Robert Engels, Paula Jordan und Jean-Marie Nollet. Beiliegend das Titelblatt der Jahresgabe 1928 und zwei weitere leere Originalmappen. – Alle Bl. unter Orig.Passepartouts, breitrandig und in guten Abdrucken. – Leichte Gebrauchsspuren.

GENIUS. Zeitschrift für alte und werdende Kunst. Hrsg. von C. G. Heise, H. Mardersteig und K. Pinthus. Jg. I, Heft 1 (von 2). München, Wolff, 1919. Fol. Mit 3 graphischen Beilagen (davon eine koloriert). 176 S. Orig.-Brosch. (gebräunt, fleckig, berieben und bestoßen). (34) 150,Raabe 74. Schlawe II, 46. Diesch 2968. Jentsch 72. Söhn 120. – Halbjährlich erscheinende, für künstlerische und literarische Tendenzen der Zeit repräsentative Zeitschrift; mit einer Lithographie von Karl Caspar und Holzschnitten von Karl Schmidt-Rottluff und Richard Seewald. – Beigeliegend die Ankündigung der Zeitschrift (Doppelblatt). – Gering gebräunt und fleckig. – Unbeschnitten.

FRANCIS – THE MONOTYPES OF SAM FRANCIS. (Stuttgart), Daco-Vlg., (1994). Mit zahlr. farb. Abb. 346 S. OLwd. in Folienumschlag in OLwd.-Kassette (alles tadellos). (23) 120,Nr. 214 der von 101-1500 numerierten Normalausgabe (Gesamtaufl.: 1500). – Dreisprachige Publikation (englisch, französisch, deutsch), mit einer Einleitung von Pontus Hulton und Garner Tullis. – Nahezu frisch.

FULDA, L., Grimm's Märchen. Gezeichnet von H. Lefler und J. Urban. Wien, Munk, o. J. (ca. 1905). Mit 12 farb. Tafeln und Buchschmuck. 13 Bl. Orig.-Brosch. (einige Einrisse, etw. fleckig, leicht berieben und bestoßen). (56) 200,Wohl einzige, äußerst seltene Buchausgabe. – Vgl. Freyberger MI 767. Ries 676, 10. – Nicht im GV und bei Kosch. – Erstmals 1904 als Kalender erschienen. – Schöne Märchenfibel des Wiener Jugendstils mit sorgfältig gestaltetem Schriftbild und prächtigen Farbtafeln. – Leicht gebräunt.

Nr. 61 von 250 Exemplaren. – Monod 4607. – Sauber. – Mod. Exlibris.

795

FUCHS, E., Hommage à Richard Wagner. O. O., Dr. und Jahr (nach 1978). Mit 5 Farbradierungen, tls. aquarelliert. 1 Bl. OSamt-Kassette (leichte Altersspuren). (21) 400,-

GEORG-MÜLLER-VERLAG – CASTELLI, I. F., Memoiren meines Lebens. Neu hrsg. von J. Bindtner. 2 Bde. München (1913). Mit Faltfaksimile und 70 Tafeln. XXXVII, 499 S., 1; 2 Bl., 585 S., 1 Bl. OMaroquin (minimal berieben). (68) *R 200,Nr. 150 von 150 Ex. der Vorzugsausgabe auf holländischem Bütten und in Maroquin. – Denkwürdigkeiten aus Alt-Österreich, Bde. IX und X. – Hayn-G. IX, 434. Gugitz 6373 b. Rabenlechner I, 103: „Mustergültige und schöne Ausgabe.“ – Ausstattung von Paul Renner. – Nahezu frisch.

802

– FALLMERAYER, J. PH., Schriften und Tagebücher. Hrsg. von H. Feigl und E. Molden. 2 Bde. München 1913. Mit Portr. XXXII, 309 S.; 1 Bl., 366 S., 1 Bl. OMaroquin (fleckig, Rücken ausgebleicht, etw. beschabt und bestoßen). – Nr. 22 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 1600). – Vereinzelt etw. fleckig, Ränder minimal gebräunt. (72) 600,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

803

– GALIANI, (F.), Die Dialoge. Aus dem Französischen übertragen und eingeleitet von F. Blei. Mit einer Bibliographie Galianis. München und Leipzig 1912. 2 Bl., 288 S. OHldr. mit Kopfgoldschnitt (minimal berieben). – Nr. 280 von 800 Exemplaren. – Fromm 10277. – Papierbedingt gebräunt. (120) 200,-

804

– KLASSIKER DES ALTERTUMS. Hrsg. von H. Conrad und H. Floerke. Erste Reihe, Bde. VIIXI, XXI und XXII und zweite Reihe, Bd. IX. Zus. 8 Bde. München und Leipzig 1911-13. OMaroquin (stellenw. leicht berieben). (68) *R 500,-

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Lukian, Sämtliche Werke, 5 Bde. – Tacitus, Historien und Annalen, 2 Bde. – Homer, Ilias (Nr. 136/150). – Minimal fleckig. – Gute Exemplare.

805

– LOZINSKI, W., Polnisches Leben in vergangenen Zeiten. Übers. von A. von Guttry. München (1918). Gr.-8°. Mit zahlr. Tafeln. XI, 334 S., 1 Bl. OMaroquin (etw. beschabt und bestoßen). (72) 100,Nr. 42 von 250 Ex. der Vorzugsausgabe auf Bütten. – Polnische Bibliothek, Abt. I, Bd. I. – Vorsatz mit Klebespur.

806

– MONTAIGNE, M. DE, Gesammelte Schriften. Historisch-kritische Ausg. Hrsg. von O. Flake und W. Weigand. 8 Bde. München 1908-11. OHldr. (beschabt). (69) 300,Nr. 650 von 1500 Exemplaren. – Fromm 18259. – Papierbedingt gleichmäßig gebräunt, gelegentlich leicht fleckig. – Mod. Exlibris auf den Vorsätzen oder Vortiteln verso.

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– – Gesammelte Schriften. Historisch-kritische Ausg. hrsg. von O. Flake und W. Weigand. 8 Bde. München 1915. Mit Portr. OHldr. (Altersspuren). – Vgl. Fromm 18259 (Ausg. 1908-11). – Gering fleckig. (72) 200,GLAS – KI NO TSURAYUKI, Das Tosa Nikki. O. O. und J. (ca. 1922). Hs. Titel und 23 sign. und auf den Passepartouts bezeichnete kolor. Lithogr. von Erich Glas (Bildgr.: je ca. 6 x 8 cm). Lose unter Passepartouts in OHpgt.-Mappe (Bezug tls. gelöst und mit Fehlstellen). (120) 150,Seltene Folge von Probedrucken des Weimarer Künstlers Erich Glas. – Erschien als Buch erstmals 1923 in deutscher Übersetzung von F. Blei mit 25 Lithographien des Künstlers (Rodenberg 466, 5); beiliegend dieses Hauptwerk des japanischen Höflings Ki no Tsurayuki (872-945) in der genannten Übertagung (Normalausgabe, eines von 2100 Exemplaren).

GÖTTLICHER – HORVÁTH, Ö. VON, Geschichten aus dem Wienerwald und andere Volksstücke. Frankfurt u. a., Büchergilde Gutenberg, (1984). Mit zahlr. Illustr. und Farbradierung von E. Göttlicher. 317 S. OLwd. mit Orig.-Umschl. und OLwd.-Chemise, zus. in OPp.-Schuber (minimal fleckig). (120) 80,Nr. 49 von 200 Exemplaren der Vorzugsausgabe, auf dem Titel vom Künstler num., sign. und dat. 1984, die Radierung außerdem bezeichnet „Kirche, Geld und Staat“. – Tadellos.

810

GRAF, O. M., Amen und Anfang. (München, Bachmair, 1919). 4°. Mit sign. Holzschnitt-Titel von Georg Schrimpf. 65 S., 1 Bl. OHlwd. (minimale Altersspuren). (127) 1.000,Nr. 204 von 300 Ex., im Druckvermerk vom Verfasser signiert. – Raabe 2. Lang 304. Jentsch 51: „Der Gedichtband 'Amen und Anfang' erschien im selben Jahr, als Oskar Maria Graf als Sympathisant der Münchner Räterepublik verhaftet worden war und erst durch Fürsprache von Rainer Maria Rilke wieder freigelassen wurde.“ – Gelenk etw. aufgeplatzt. – Siehe Abbildung.


182

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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

GRAF, O. M., Ua-Pua.! Regensburg, Habbel, 1921. 4°. Mit 30 Textillustr. nach Kreidezeichnungen von Georg Schrimpf. 59 S., 1 Bl. OPgt. (Deckel aufgebogen, etw. bestoßen). (127) 800,Nr. II, im Druckvermerk von Autor und Künstler signiert, in Ganzpergament. – Erste Ausgabe. – Pfanner 4. Lang 230. – Laut Druckvermerk wurden 200 numerierte Exemplare hergestellt und in Halbpergament gebunden. Möglicherweise ist eine kleine Anzahl römisch numerierter, ganz in Pergament gebundener Exemplare im Druckvermerk nicht aufgeführt. – Fliegender Vorsatz etw. fleckig. – Exlibris Otto Meyer. – Beiliegend Grafs „Quasterl“ (1945).

Nr. 181 von 200 Exemplaren. – Vom Verfasser signiert, mit Radierung Nr. V („Eine Erscheinung“), signiert und datiert.

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Nr. 54 von 250 Exemplaren, im Druckvermerk vom Künstler sign. – Ränder gering gebräunt. – Seitlich und unten unbeschnitten.

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GRASS, G., Die Blechtrommel. (Darmstadt u. a.), Luchterhand, (1959). 736 S. OLwd. mit Orig.-Umschl. (leichte Gebrauchsspuren). (68) *R 80,-

GRIESHABER, HAP, Engel der Geschichte. Nrn. I-XIII, XIX-XXIII und XXV (von 25) in 18 Heften. (Stuttgart, Manus-Presse [später Düsseldorf, Claassen], 1964-81). Gr.-Fol. Mit 65 (statt 66) oft ganzseit. oder doppelblattgr. und meist farb. Holzschnitten von HAP Grieshaber und weiteren Graphiken von H. Antes u. a. Lose Bl. in Orig.-Brosch.-Umschl. (geringe Gebrauchsspuren). (120) 400,-

818

HECKEL – DUBE, ANNEMARIE UND W.-D., Erich Heckel. Das graphische Werk. 3 Bde. Mischaufl. New York, Rathenau, (1974). Fol. Mit vielen Abb. 35; 39; 18 S., 1 Bl. OLwd. (sauber). – Bde. I und II in der 2. Aufl. (= Nachdruck der ersten von 1964-65), Bd. III in erster. – Frisch. (120) 400,-

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HEFTROMANE – DAS GEHEIMBUCH des berühmten amerikanischen Detectivs John Wilson. Hefte 1-10 (von 56) in einem Bd. O. O., Dr. und Jahr (Dresden, Dresdner Roman-Vlg., um 1910). 4°. Hlwd. d. Zt. mit eingeb. Orig.-Vorderumschlägen (Umschlag von Heft 5 mit kleinem Eckabriß, leichte Altersspuren). (11) 200,-

Nrn. I-VII je eines von 500, Nrn. VIII-XIII von 1000 Ex.; spätere Nrn. ohne Angabe der Auflagenhöhe. – Spindler 161, 31. – Es fehlt der Holzschnitt „Für Martin Luther King“ aus Heft IX. – Geringe Gebrauchsspuren.

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GROSZ – (HERZFELDE, W .), Schutzhaft. Erlebnisse vom 7. bis 20. März 1919 bei den Berliner Ordnungstruppen. (2. Auflage). Berlin, Malik, 1919. Mit Verlags-Signet und Titelillustr. von George Grosz (auf dem Umschlag wiederholt). 16 S. Orig.-Brosch. (mit Einriß am Falz, minimal fleckig und bestoßen). (111) 400,Raabe, Zeitschriften, 66. Raabe 120, 2. Hermann 189b. Hauberg 249. – „Diese Broschüre erscheint statt Nr. 2 der Halbmonatsschrift 'Die Pleite', deren Redaktion während meiner Schutzhaft nicht abgeschlossen werden konnte.“ Politisch-satirische Zeitschrift mit expressionistischen und dadaistischen Einflüssen. – Papierbedingt etw. gebräunt, leicht fleckig.

815

GRÜTZKE, J., Die Manuskripte von Belo Horizonte. Aufgefunden, herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von W. Schurian. Hamburg und Zürich, Rasch und Röhring, (1987). Mit zahlr. Illustr. 215 S. OPp. (Schutzumschlag mit kleiner Randläsur) in leicht läd. OPp.Schachtel. (23) 80,-

HAMSUN, K., Sämtliche Romane und Erzählungen. 5 Bde. München, List, (1958). OMaroquin mit goldgepr. Rtit. und Kopfgoldschnitt (minimal berieben und bestoßen). (120) 300,Eppelsheimer 645. – Werkausgabe zum 100. Geburtstag Hamsuns am 4. August 1959. – Wohlerhalten.

Erste Ausgabe. – Von Günter Grass auf dem vorderen Vorsatz sign., dat. 21. 8. 1961. – Leicht gebräunt, etw. fleckig.

813

HAGEL – RAIMUND, F., Der Diamant des Geisterkönigs. Wien, Wolf, 1920. Mit vielen Abb. nach Alfred Hagel. 71 S. OLdr. (berieben, Hinterdeckel wurmspurig). (120) 60,-

H. J. Galle, Volksbücher und Heftromane, Bd. II, Lüneburg 2006, S. 63. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog in keiner öffentlichen Bibliothek nachweisbar. – Fliegende Vorsätze entfernt, gebräunt, leicht fleckig.

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– SONNY. Eine heitere Serie für junge Mädchen (später: Eine heitere Serie für junge Mädels [und mehrere andere ähnliche Abänderungen; zuletzt: Die Zeitschrift für Mädchen]). Hefte 1, 5-20, 22-35 und 94-100 (= zus. 38 Hefte [von 101]). Hamburg, Glöß (später: Meteor-Vlg.), (1952-55). Illustr. Orig.-Umschl. (stärkere Gebrauchsspuren). (36) 200,ZDB-ID 290305-2. – Heftroman-Serie für weibliche Jugendliche (Backfische, Teenager), in 100 Heften in den frühen fünfziger Jahren und dann nach einem Reanimationsversuch mit noch einem einzigen weiteren Heft im Jahre 1970 erschienen. In jedem Heft schildert Friedel Loeff (geb. 1906) unter dem Pseudonym Georgia Carell eine aufregende Episode aus dem Leben der fünfzehn-, später sechzehnjährigen Sonja Lichtenau, „wegen ihres


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

sonnigen Gemütes kurzweg Sonny genannt“. Ab Heft 21 wurde der Preis jedes Heftes von 40 auf 50 Pfennig erhöht, das Format geringfügig vergrößert und ein redaktioneller Teil mit Rätseln, Anziehtips, weiteren Geschichten in Fortsetzungen und dergleichen zugefügt und auf der vierten Umschlagseite ein Filmschauspieler abgebildet. – Auf Grund der ligninhaltigen Papiersorte vergilbt, tls. leicht fleckig. – Beilage.

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HEIMERAN, E., (HRSG.), Der Zwiestrolch. Hefte 1, 3, 5 und 6. (München, Selbstvlg.), 191718. Verschied. Formate. Mit zahlr. Abb. und 4 Lithogr. Orig.-Brosch. (etw. gebräunt, minimal fleckig, tls. etw. wasser- und lichtrandig und mit Randläsuren, gering bestoßen). (111) 300,-

825

HEMINGWAY, E., The Old Man and the Sea. New York, Scribner, 1952. 1 Bl., 140 S., 1 Bl. (weiß). OLwd. (gering berieben) im illustr. Orig.-Schutzumschl. (Vorderklappe oben mit kleinem, dreieckigen Ausschnitt, gering berieben, teilw. mit ganz kleinen Einrissen). (48) 500,-

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HESSE, H., Jahreszeiten. (Zürich, Fretz, 1931). Gr.-8°. Mit 10 farb. Textillustr. nach Aquarellen von H. Hesse. 41 S., 2 Bl. OHpgt. (etw. fleckig und berieben) in OPp.-Schuber (lichtrandig). (120) 150,-

DAZU: STAPEL, W., Literatenwäsche. Berlin, Widerstandsverlag, 1930. Mit Zeichnungen von A. Paul Weber. 4 Bl., 126 S., 3 Bl. OHlwd. – Erste Ausgabe. – Schumacher I 68. – Erstes Blatt mit Widmung des Autors an den Künstler Rudolf Schiestl (1878-1931), dat. 24. 12. 1929.

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– Wanderung. Berlin, Fischer, 1920. Mit 14 farb. Illustr. nach Aquarellen von Hermann Hesse. 117 S. OHpgt. (gering fleckig und bestoßen). (120) 100,Erste Ausgabe. – Waibler E 198. Mileck II, 40. – Vorsatz mit Zitat-Notiz, stellenw. minimal fleckig.

HOFMANNSTHAL, H. VON, Das gerettete Venedig. Berlin, Fischer, 1905. Mit Kopf- und Schlußvign. von K. Walser. 235 S. OHpgt. (Altersspuren). (72) 100,Erste Ausgabe. – Jacoby 32. Houghton Library 336. Badorrek-Hoguth B 32. – Titel gestempelt, stellenw. etw. fleckig, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris. – Beiliegen vier weitere Werke von Hofmannsthal in Ausgaben bei Fischer: Ödipus und die Sphinx (1906). – Die Hochzeit der Sobeide (1909). – Gestern (1909). – Die Frau am Fenster (1913).

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– Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes. Berlin, Fischer, 1911. 106 S., 3 Bl. (letztes weiß). Beschäd. Orig.-Brosch. (61) 120,Erste Ausgabe. – Jacoby 36. – Anfangs leicht wasserrandig. – Exlibris (Walther-Rathenau-Stiftung).

Nr. 161 der von 51 bis 500 gezählten Stücke (Gesamtaufl.: 500). – Erste Ausgabe. – Waibler E 102. Mileck 241, 28. – 6. Zürcher Druck. – Unbeschnitten.

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HOERSCHELMANN – EICHENDORFF, J. VON, Dichter und ihre Gesellen. München, Der Bücherwinkel, (1923). 4°. Mit 48 Lithogr. von R. von Hoerschelmann. 3 Bl., 199 S., 1 Bl. Maroquin d. Zt., sign. „Fritz Gähr, München“ (Vordergelenk fachmännisch kaum sichtbar restauriert, Vorderdeckel gering gewölbt, etw. beschabt). (52) 120,Nr. 165 von 300 Ex. (Gesamtaufl.: 375). – 4. Druck des Bücherwinkels. – Nahezu frisch.

Erste Ausgabe („A“ unterhalb des Copyright-Vermerks). – Hanneman 24 A. Kindler VII, 661. – Vorderer Vorsatz mit dezentem Widmungseintrag in kleiner, sauberer Schrift, sonst nahezu frisch.

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HESSEL, F., Spazieren in Berlin. Leipzig und Wien, Epstein, 1929. 298 S., 2 Bl. OLwd. (etw. lichtrandig, Kapitale gering beschäd., fleckig, leicht bestoßen). (69) 150,Erste Ausgabe. – Wilpert-G. 19. – „Lohnt's noch, vom heutigen und gestrigen Alexanderplatz zu sprechen? Er ist wohl schon verschwunden, ehe diese Zeilen gedruckt werden. Schon wandern die Trambahnen, Autobusse und Menschenmassen um die Zäune breiter Baustellen und tief aufgerissener Erdlöcher“ (S. [216]). – Liebeserklärung an Berlin. – Innengelenke gebrochen, letzte Lage gering knittrig und mit Randläsur, papierbedingt leicht gebräunt.

NDB VIII, 275. – Die seltenen frühen Hefte der Schülerzeitschrift des späteren Verlegers Ernst Heimeran (19021955). Die Zweimonatsschrift, „die er ohne nennenswertes Kapital veröffentlicht hat, ist Thomas Mann, Hans von Weber (dem Verleger der Zeitschrift 'Zwiebelfisch') und anderen Fachkennern als originelle Leistung aufgefallen“ (NDB). Die Textbeiträge stammen meist von Heimeran selbst. Für die Illustrationen waren Wolfgang von Weber, der Sohn des Verlegers Hans von Weber, und der spätere Kunstsammler Wilhelm Denzel verantwortlich (siehe unsere Abteilung „Handzeichnungen aus der Sammlung W. Denzel“). Die Hefte 1 und 3 noch in hektographierter Handschrift, die späteren in Fraktur gesetzt. – Gebräunt, tls. etw. gewellt und minimal fleckig.

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DAZU: STORM, TH., Zur Chronik von Grieshuus 188384. Berlin, Paetel, 1884. 2 Bl., 204 S. – Goldgepr. grüne OLwd. (leicht beschabt und bestoßen).

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– Kleine Dramen. Leipzig, Insel, 1906. 1 Bl., 131 S., 1 Bl. OHpgt. (16) 100,Erste Ausgabe. – Sarkowski 767. Jacoby 78. – Minimale Altersspuren. – Vier Beilagen.


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Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

HORVÁTH, Ö. VON, Ein Kind unserer Zeit. Amsterdam, de Lange, 1938. 2 Bl., VI S., 1 Bl., 212 S., 1 Bl. OLwd. (an den Kapitalen gering geblichen, minimal bestoßen) in Orig.-Umschl. (an den Rändern etw. knittrig und mit kleinen Läsuren). (69) 200,Erste Ausgabe. – Wilpert-G. 6. – Vorsätze etw. leimschattig, Schnitt leicht braunfleckig.

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Erste Ausgabe. – Nr. 180 von 220 sign. Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Des Coudres-M. B 74. – Tadellos. – Aus dem Besitz des Stuttgarter Unternehmers und Bibliophilen Hans L. Merkle (1913-2000) mit dem Exlibris „Feuerbacher Heide“.

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ILLUSTRIERTE WERKE – SAMMLUNG – 8 Werke in 8 Bdn. 1922-90. Meist mit Graphiken in verschied. Techniken. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (120) 200,HIRSCHVOGEL, A., Zwölf Landschafts-Radierungen. Berlin (1922). Mit 12 Tafeln. 1 Bl. – BALLADEN DES ACHTZEHNTEN JAHRHUNDERTS. Berlin (1923). Mit 10 Kupfertafeln von D. Chodowiecki. 93 S., 2 Bl. – Nr. 595 von 775 Exemplaren (Gesamtaufl.: 800). – VOLTAIRE, Memnon oder die menschliche Weisheit. Die beiden Getrösteten. (München 1925). Mit zahlr. Linolschnitten von Th. Hochreiter. 25 S. – Nr. 6 von 30 Exemplaren. – BECK, L. M., Das Kasperlbuch. München 1948. Mit zahlr. Illustr. 32 S. – KELLER, G., Das Fähnlein der sieben Aufrechten. (Zürich 1960). Mit zahlr. Illustr. 69 S., 2 Bl. – Eines von 1500 Exemplaren. – MINUZZI, M., Rauchmaschinen. 1971. Mappe mit 6 sign., num., dat. und betitelten Farbradierungen. – Nr. 5 von 30 Exemplaren. – ANDERSCH, A., Aus einem römischen Winter. Santo Stefano Rotondo. (Rom 1984). Mit 6 mont. Farbphotographien von E. Capitolino. 10 S., 1 Bl. – Nr. 7 von 150 Exemplaren. – ROMAN, J., Tagträume. (Frankfurt, um 1985). Mit sign. AquatintaRadierung. 36 Bl. – Geringe Gebrauchsspuren. – Tls. unbeschnitten.

Nr. 153 von 500 Ex. für den Handel (Gesamtaufl.: 560), vom Autor und vom Künstler signiert. – Vgl. Des Coudres-M. B 59 (EA 1967). – Aus Anlaß des 100. Geburtstages von Ernst Jünger zum 29. März 1995 erschienen. – Frisch.

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INSEL-VERLAG – NIETZSCHE, F., Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen. (Leipzig 1908). Fol. Mit doppelblattgr. Titel und Buchschmuck in Gold, Purpur und Schwarz von Henry van de Velde. 1 Bl., 160 S., 2 Bl. Goldgepr. OPgt. (fleckig, etw. berieben und bestoßen). (72) 2.000,-

Definitive edition, completed posthumously. – Untrimmed and unopened. – Clean. – Modern exlibris. – Original calf (minor signs of wear).

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834

JANSSEN – PLAKATE – SAMMLUNG – 6 Plakate verschied. Galerien zu Ausstellungen mit Werken von Horst Janssen (5 vom Künstler sign., eines mit persönlicher Widmung) in Frankfurt, Hamburg, Krefeld, München und Oslo. 1977-79. Verschied. Großformate. – Leichte Gebrauchsspuren. (34) 300,JÜNGER, E., Eumeswil. (Stuttgart), Klett-Cotta, (1977). 434 S. OLdr. (120) 200,-

KIRKEBY – ANDERSEN, T., Per Kirkeby. Werkverzeichnis der Radierungen 1977-1983. Bern und Berlin, Gachnang & Springer, 1986. Fol. Mit 5 Radierungen und 436 Abb. 419 S. Orig.-Brosch. (minimale Altersspuren). (23) 500,Nr. 11 von 25 Exemplaren der Ausgabe A, vom Künstler auf dem Schmutztitel signiert.

838

Nr. 383 von 530 Ex. – Sarkowski 1193. Schauer I, 61, und II, 16. – Tls. mit Tafelabklatsch, leicht fleckig, Ränder etw. gebräunt.

833

KIPLING, R., The Sussex Edition of the Complete Works in Prose and Verse of Rudyard Kipling. 35 Bde. London, Macmillan, (1937-39). OLdr. (geringe Altersspuren). (21) 5.000,Nr. 42 von 500 Ex. (Gesamtaufl.: 525). – Druckvermerk in Band I vom Verfasser signiert. – Ausgabe letzter Hand, postum vollendet. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Sauber. – Mod. Exlibris.

Buchschmuck von Henry van de Velde 832

– Subtile Jagden. (Stuttgart), Klett-Cotta, (1995). Mit 10 farbig illustr. Tafeln von W. Linsenmaier. 228 S., 3 Bl. OHlwd. (minimal fleckig). (120) 150,-

KOKOSCHKA, O., Florentiner Skizzenbuch. Mit einer Einleitung von Heinz Spielmann. Luzern, Bucher, (1972). Gr.-Fol. Mit 24 Farbtafeln nach O. Kokoschka. 6 Bl. OLwd. in OLwd.Schuber (tadellos). (5) *R 150,Eines von 300 Ex. der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 475), hier ohne Nummer. – Vgl. Wingler-W. 471. – Frisch. DAZU: DERS., Griechisches Skizzenbuch. Ebda. 1970. Gr.-Fol. OLwd. in OLwd.-Schuber (tadellos). – Nr. 1 von 500 Ex. der Normalausgabe (Gesamtaufl.: 625). – Frisch.

839

– Griechisches Skizzenbuch. Hrsg. von G. Th. Ganslmayr. Luzern, Bucher, (1970). Gr.-Fol. Mit 24 farb. Tafeln. 4 Bl. – OLwd. in OLwd.-Schuber. – Nr. 7 von 500 Ex. – Tadellos. (23) 100,-

840

KOLLWITZ – KLIPSTEIN, A., The Graphic Work of Käthe Kollwitz. Complete illustrated catalogue. (Nachdruck der Ausg. New York 1955). (Mansfield Centere, ca. 1995). OLwd. – Tadellos. (5) *R 80,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

841

KRAEMER, D., Villa Massimo. Frankfurt, Gierig, 1980. Imp.-Fol. 6 Radierungen, num., sign., dat. und bezeichnet. Lose in OHlwd.-Mappe (etw. fleckig und berieben). (120) 500,-

847

Nr. 17 von 20 Exemplaren. – Am Piazza Bologna – Ausgrabung – Kranke Zypresse – Mauer an der Villa Torlonia – Pinie an der alten Kaserne – Torre. – Dieter Kraemer (geb. 1937) erhielt 1979 den Kunstpreis der Villa Massimo, Rom. – Stellenw. gering fingerfleckig.

842

KUH, A., Der Affe Zarathustras (Karl Kraus). Eine Stegreifrede. Wien, Deibler, (1925). 53 S. Orig.-Brosch. (fleckig und gebräunt, leicht beschabt und bestoßen). (56) 100,-

848

LUDWIG – KUNST DER SECHZIGER JAHRE. Sammlung Ludwig im Wallraf-Richartz Museum. (Herausgabe: G. von der Osten und H. Keller. 2. erw. und korr. Ausgabe). Köln 1969. Gr.-4°. Mit zahlr. mont., meist farb. Abb. Transparentes PVC mit Klemmschraubenbindung und Plexiglas-Rücken (unteres Kapital mit herausgebrochener Ecke, oberes mit Sprung und kleiner Abplatzung, etw. angestaubt). – Der Einbandentwurf von Wolf Vostell. – Sauber. (120) 100,-

849

– – Sammlung Ludwig im Wallraf-Richartz Museum. (Herausgabe: G. von der Osten und H. Keller. 4. verb. Auflage). Köln 1970. Gr.-4°. Mit zahlr. mont., meist farb. Abb. Transparentes PVC mit Klemmschraubenbindung und Plexiglas-Rücken (minimal angestaubt). – Sauber. (120) 150,-

850

MARCKS – RUNGE, PH. O., Von dem Fischer und syner Fru. (Köln, Hanstein, 1981). Mit 11 Textholzschnitten von G. Marcks. 21 S., 2 Bl. OHpgt. (minimal fleckig). (120) 80,-

KUNERT, G., Bomarzo. Vicino's Liebe. Köln, Edition Edmund Schmidt, 1980. Fol. Mit 40 mont. Photographien von W. Krüger. 10 nn. Bl., num. Bl. I-IV. Lose in OLwd.-Kassette (gering berieben und bestoßen). (139) *R 200,Nr. 8 von 100 arabisch numerierten Exemplaren (Gesamtaufl.: 110). – Vorhanden sind die Photo-Tafeln 11-30 und 34-53; ob das Werk so publiziert wurde oder 13 Tafeln fehlen, können wir in Ermangelung von Vergleichsexemplaren im Handel oder in Bibliotheken nicht feststellen. – Nahezu frisch.

844

LA FONTAINE, (J. DE), Dix tours de Maitre Renard. Zehn Streiche von Meister Fuchs. (Stuttgart), Manus-Presse, 1977. Mit 11 Radierungen (davon eine auf dem Deckel) von Brigitte Coudrain. 39 S. OPp. (minimal angestaubt). (120) 150,Nr. 23 von 150 Exemplaren (ohne die den ersten 33 Nummern beigefügte Extra-Suite). – Spindler 161, 16. – Frisch.

845

LEFLER UND URBAN – ANDERSEN KALENDER 1911. Zwölf Märchen, nacherzählt von Hugo Salus. Wien, Munk, o. J. (1910). 4°. Mit Buchschmuck und 12 ganzseit. farb. Illustr. nach Heinrich Lefler und Joseph Urban. 25 Bl. Orig.Brosch. (etw. fleckig, leicht gebräunt). (56) 200,-

Nr. 282 von 350 hs. monogrammierten Exemplaren mit dem losen, sign. Holzschnitt. – Frisch. – Unbeschnitten.

851

MATHÉY – BETHGE, H., Pfirsichblüten aus China. Berlin, Rowohlt, 1922. Mit 6 Lithogr. und Titelvign. von Georg A. Mathéy. 3 Bl., 121 S. OSeide in Blockbuchbindung (leicht berieben) in OHlwd.-Kassette (Gelenke brüchig, berieben, etw. verblaßt). – Nr. 18 von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Vorsatz mit Besitzvermerk, minimal gebräunt. (120) 100,-

852

MINIATURBÜCHER – SAMMLUNG – 31 Werke in 36 Bdn. 1977-2007. Meist OLdr. und in OPp.-Schubern (minimale Gebrauchsspuren). (42) 200,-

Ries 676, 14. – In den Folgejahren mehrfach in verschiedenen Ausführungen erschienen. – Gering gebräunt.

846

LÉGER – BAUQUIER, G., Fernand Léger. Catalogue raisonné. Bde. I-IV (von 8). (Paris), Maeght, (1990-95). OLwd. in Orig.-Umschl. und OLwd.-Schuber (geringe Gebrauchsspuren). – Sauber. (23) 500,Das maßgebliche Werkverzeichnis; die ersten vier Bände mit dem Schaffen Légers von 1903 bis 1931. – Sauber.

LIMITED EDITIONS CLUB – BULWERLYTTON, E. G., The Last Days of Pompeii. With an introduction by E. Johnson. Verona, Officina Bodoni, 1956. 4°. Mit zahlr. Holzschnitten von K. Craemer in verschied. Farbtönen. XXI, 512 S., 2 Bl. OLwd. mit Rsch. (an den Kapitalen minimal gebräunt) im OPp.-Schuber (etw. bestoßen und tls. gedunkelt). (52) 150,Nr. 561 von 1500 Ex., Druckvermerk von G. Mardersteig und K. Craemer e. sign. – Gelenke etw. gebräunt, ansonsten frisch. – Seitlich und unten unbeschnitten.

Erste Ausgabe. – Kosch IX, 670. NDB XIII, 249: „Mit seiner Rede, gehalten am 25. 10. 1925 im Wiener Konzerthaus, profilierte er sich als einer der publizistischen Hauptgegner von Karl Kraus.“ – Leicht fleckig, gebräunt.

843

185


186

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

855

NARAHARA, I., España Grand Tarde. Photoband und Begleitheft. (Tokio, Kyuryu-do, 1969). Fol. Mit zahlr. ganzseit. Abb. 240 S., 1; 24 Bl. OLwd. und Orig.-Brosch. in OPp.-Schuber (beschabt). (139) *R 300,Erste Ausgabe. – Seltener Photoband aus dem Umfeld der japanischen Agentur Vivo. – Klebebindung altersschwach und dadurch der Block brüchig und einzelne Bl. lose.

856

NIETZSCHE, (F.), Nachtgedanken. (Frankfurt, Städelschule, 1935). Qu.-Fol. 10 Bl. OLdr. (etw. beschabt, gering fleckig). (86) 400,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, kein Exemplar über den KVK zu ermitteln. – Das 1863 entstandene Gedicht in einem großzügig gesetzten Druck der Frankfurter Städelschule und in wohl nur wenigen Exemplaren hergestellt. – Vorsätze minimal leimschattig, das ZandersBütten der Textblätter (seitlich und unten unbeschnitten) stellenw. minimal fleckig.

Künstlerbuch Nr. 853

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Reizvolle Sammlung von Miniaturbüchern aus zehn DDR-Verlagen (Deutscher Verlag der Wissenschaften, Deutscher Verlag für Musik, Junge Welt, Neues Leben, Zeit im Bild und anderen) mit Werken zur Musik (Bach, Händel, Mendelssohn Bartholdy, Weber), zur Heimatkunde (Bezirk Halle, Bezirk Suhl, Schwerin, Tierpark Berlin) und geschichtlich-kulturgeschichtlichen Inhalts. Meist in ersten Ausgaben. – Ferner aus dem Miniaturbuchverlag Leipzig zwei Werke von Karl May: „Old Firehand“ (2006) und „Sand des Verderbens“ (2007). – Meist frisch. – 3 Werke doppelt vorhanden (in obiger Zählung nicht enthalten).

853

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Nr. 17 von 100 Ex., vom Autor, Künstler und Drucker (Michael Schönke) im Impressum signiert. – Art Recycling Object, Nr. 1. – Spindler 100, 1. – Im Farbsiebdruck überdruckte Exemplare des Auflagenrestes von Martin Pohls Gedichten „Nah bei dir und mir“ (Berlin 1981; Spindler 98, 7), Exemplare, die er zusammen mit Ullrich Panndorf zu einem vollkommen neuen Kunstwerk verarbeitete. – Beiliegen eine Einladung der „berlin art press“ zur Art-Recycling-Object-Präsentation (Berlin 1986; farb. Doppelblatt) und ein Text von Martin Pohl mit dem Titel „Die 'durchlöcherten' Gedichte“ ([1986]; 2 maschinenschriftl. Bl., hektographiert), in dem die Verwandlung des liegengebliebenen Gedichtbandes in ein Wiederverwertungsprodukt geschildert wird. – Frisch (sofern man das hier sagen kann).

MOORE, H., Shelter-Sketch-Book. Berlin, Rembrandt, und London, Marlborough Fine Art Ltd., (1967). Fol. Mit Lithogr. von und 80 Farbtafeln nach Henry Moore. 6 Bl. Lose in OLwd.Kassette. (etw. berieben). (120) 800,Nr. 27 von 180 Exemplaren der deutschen Ausgabe, im Druckvermerk von Henry Moore sign., mit sign. und num. Lithographie (139/180). – Cramer 86. – Titel und wenige Tafeln etw. fingerfleckig. – Siehe Abbildung.

MUSCHLER, R. C., Die Prinzessin in der Sonne. (Berlin, Maximilian-Gesellschaft, 1930). 40 S., 2 Bl. Flex. OLwd. (120) 200,Nr. 148 von 210 sign. Exemplaren. – Einzige Ausgabe. – 25 Jahre Maximilian-Gesellschaft Nr. 160. – Über den KVK nur in 3 deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Erstdruck eines Märchens von Reinhold Conrad Muschler, herausgegeben zur 16. Versammlung der MaximilianGesellschaft am 9. Februar 1930 in Berlin. – Etw. braunfleckig.

PANNDORF – POHL, M., Ein Ort nah bei dir und mir oder der Schnee von gestern. Berlin 1986. Fol. 24 Bl. mit 27 tls. farb. Siebdrucken von U. Panndorf. OPp. (etw. abgegriffen) im illustr. Orig.-Wellpappe-Schuber (wohlerhalten). (25) *R 200,-

858

PICASSO – COOPER, D., Les déjeuners. (Paris), Cercle d'Art, (1962). Fol. Mit zahlr. tls. doppelblattgr. oder ganzseit. Illustr. nach Picasso (zum Teil in Farbe). 165 S., 2 Bl. OLwd. in OHlwd.-Schuber (etw. berieben). – Vorderes Innengelenk angebrochen. (120) 100,-


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

187

Nr. 859

859

PLAKATE – FRANKREICH – RADSPORT – SAMMLUNG – 25 farb. lithogr. Plakate. Ca. 1890-1912. Verschied. Hoch- und Querformate. Tls. auf mod. Lwd. aufgezogen. (54) 4.000,Attraktive Sammlung mit überwiegend sehr großformatigen (22) und drei kleineren, meist französischen Werbeplakaten aus der Frühzeit der Verbreitung des Radfahrens und der industriellen Herstellung von Fahrrädern in der heutigen Form. Ein breites Spektrum der Firmen der Pionierzeit ist vertreten: Aiglon, Andru, Clément, Diamant, Dion-Bouton, Falcon, Gladiator, Humber, Hurtu, Le Globe, Ouragan, Richard, Rochet und Thomann, ebenso die Reifenfirmen Guttacoll und Michelin. Unter den Künstlern sind Émile Clouet, Eugène Ogé, Jean de Paleologu (Pal), Henry Thiriet und Walter Thor zu nennen, unter den Druckern Bougard, Chapellier, Dupont, Elleaume, Kossuth, Lemercier, Verneau und Wall. Das jüngste Plakat (ca. 73 x 104,5 cm, sign. F. G. Schlette, Lithogr. J. Beerta, Groningen) wirbt für die heute noch als Hersteller von Hollandrädern bekannte Firma Fongers. – Doppelt vorhanden ist eine humorvolle Werbung für „Cycles Soleil“ (ca. 122 x 87,5 cm, Litho L'éditorial, Louvain). – Mit Einrissen, kleinen Fehlstellen und Faltspuren, tls. bis zum Bildrand beschnitten und stärker beschädigt, zum Teil laienhaft restauriert; einzelne Plakate mit Steuermarken. – Siehe Abbildung. Attractive collection with mostly large-sized (22) and three smaller, mostly French advertising posters from the early days of cycling and the industrial manufacturing of present-day bicycles. – With tears, minor defects and folding traces, partly cut up to plateline and stronger damaged, here and there unprofessionally restored; some posters with tax stamps. – Partly mounted on modern cloth. – See illustration.

860

RACKHAM, A., Das Sagenbuch. HorgenZürich und Leipzig, Münster-Presse, 1920. Mit 8 mont. Farbtafeln nach Arthur Rackham. 127 S. Hmaroquin d. Zt., sign. „Baer“. (gering berieben). (120) 150,Nr. 814 der 900 von 101 bis 1000 gezählten Stücke (Gesamtaufl.: 1000). – Verlagsangabe auf der Titelseite nachträglich aufgedruckt oberhalb der Angabe des ursprünglichen Verlages (Rascher in Zürich). – Papierbedingt leicht gebräunt, vereinzelt etw. braunfleckig. NACHGEB.: DERS., Das stille Volk. Ebda. 1923. Mit 9 mont. Farbtafeln. 92 S. – Nr. 985 der 900 von 101 bis 1000 gezählten Stücke (Gesamtaufl.: 1000). – Gleichfalls früher bei Rascher verlegt.

861

RACKHAM – SHAKESPEARE, W ., A Midsummer-Night's Dream. (New impression). London, Heinemann, und New York, Doubleday u. a., (1914). 4°. Mit zahlr. Illustr. nach Arthur Rackham im Text und auf 40 montierten Farbtafeln. 3 Bl., 134 S., 1 Bl. OLwd. (etw. berieben). (68) *R 100,Vgl. Hudson 168 (EA 1908). – Spiegel mit montierter Verlagsanzeige, Illustr. tls. vom Träger gelöst; leicht fleckig und gebräunt.


188

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

865

ROTH, J., Der Antichrist. Amsterdam, de Lange, 1934. 248 S. OLwd. (Rücken etw. geblichen, berieben und bestoßen). (69) 60,Erste Ausgabe. – Eckert-B. 388. Exilarchiv 5009. – Vorsätze etw. angeschmutzt, gebräunt und stellenw. minimal braunfleckig.

Tolstois „Auferstehung“ 866

RUSSLAND – NIVA. Illjustrirovannyi zurnal literatury i sovremennoj zizni. 11 Bde. St. Petersburg, Marks, 1898-1908. Fol. Mit zahlr. tls. farb. Illustr. in verschied. Techniken. Hlwd. d. Zt. (minimale Gebrauchsspuren). (6) 3.000,Die erste illustrierte Wochenzeitung Rußlands, zu deutsch Kornfeld, erschienen von 1870-1913, mit Beiträgen zu Literatur, Geschichte, Kunst und Naturwissenschaften. Der Begründer Adolf Marks, ein deutscher Immigrant, hatte sich vor allem die Verbreitung zeitgenössischer russischer Literatur zum Ziel gesetzt. – Der Jg. 1899 enthält den Erstdruck von Tolstois letztem Roman „Auferstehung“ mit Illustrationen von Leonid O. Pasternak. – Leicht gebräunt. – Ohne Rückgaberecht. – Siehe Abbildungen Seite 118 und 188. First illustrated weekly paper of Russia. – The year 1899 comprises the first print of Tolstoi's last novel „Resurrection“ with illustrations by Leonid O. Pasternak. – Slightly browned. – Not subject to return. – Contemporary half cloth (minor signs of wear). – See illustrations on page 118 and 188.

Nr. 866

862

RAUCH, H.-G., Die schweigende Mehrheit. (Reinbek), Rowohlt, (1974). Mit 2 num. und sign. Radierungen. 50 Bl. OLwd. in minimal fleckiger und bestoßener OLwd.-Kassette. (69) 200,-

867

Nr. 8 von 99 Exemplaren der Vorzugsausgabe mit den 2 num. und sign. Radierungen und Signatur auf dem ersten Bl. des Buches. – Erste Ausgabe. – Die sozialkritischen Illustrationen sind typisch für das Werk des Graphikers Hans-Georg Rauch (1939-1993). – Frisch.

863

RIXDORFER DRUCKE – KEIN, E., 24 Verse. (Berlin 1967). Mit 24 (3 sign.) Holzschnitten von U. Bremer, J. Vennekamp, A. Schindehütte und A. Waldschmidt. 41 Doppelbl., davon 4 ausfaltbar. Orig.-Brosch. (mit kl. Einrissen, leicht angestaubt). (56) 150,Nr. 135 von 145 Ex., im Druckvermerk von den Künstlern signiert. – 4. Rixdorfer Boston Buch. – Spindler 127, 7. – Frisch.

864

ROHSE – BENN, G., Aus dem Oratorium Das Unaufhörliche. (Hamburg), Maximilian-Gesellschaft, 1971. Fol. Mit 12 Holzstichen von Otto Rohse. 14 Bl. OPp. (gering berieben) nach Entwurf von Christian Zwang. (120) 80,Eines von 1300 Exemplaren, Druckvermerk vom Künstler signiert. – Spindler 44, 30. – Unbeschnitten. – Frisch.

SAUVAGE – CASANOVA, (G. G.), Une aventure. Histoire complète de ses amours avec la belle C. C. et la religieuse de Muran. 2 Bde. Paris, La rose mal défendue, 1926. Mit 2 gestoch. Titeln und 29 (11 ganzseit.) Radierungen von Sylvain Sauvage. 4 Bl., 155 S., 3; 4 Bl., 123 S., 3 Bl. Illustr. Orig.-Brosch. (etw. gebräunt, minimal bestoßen) in Hlwd.-Chemisen (etw. berieben). (69) 400,Nr. 449 von 450 Exemplaren auf Bütten (Gesamtaufl.: 543). – Monod 2335. – Block von Bd. I gelockert, von Bd. II gebrochen, Vorsätze minimal leimschattig, stellenw. etw. fingerfl. und leicht gebräunt. – Unbeschnitten.

868

SCHMITT – NEGELINUS, J., (d. i. C. SCHMITT), Schattenrisse. Leipzig, Skiamacheten-Vlg., 1913. 75 S. Orig.-Brosch. (leichte Gebrauchsspuren). (22) 800,Benoist A 3. Kosch XV, 473. – Frühwerk von Carl Schmitt mit satirischen Porträtskizzen, die er zusammen mit seinem Jugendfreund Fritz Eisler verfaßt hatte, veröffentlicht unter dem Pseudonym „Johannes Negelinus mox doctor“. – Titel mit Widmung des Kunsthistorikers Fritz Hoeber (1885-1921) an seine „geistvolle Freundin“, die Zeichnerin und Schriftstellerin Erna Pinner (1890-1987), datiert 25. 7. 1913.


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

869

SCHOOFS, R., Gravuren. Hannover, Galerie Brusberg, 1960. Mit sign. und num. Radierung und zahlr. Abb. 12 Bl. OPp. (gering berieben und bestoßen). (86) 150,-

875

Nr. 42 von 50 Ex. der Vorzugsausgabe (Gesamtaufl.: 1050). – Titel gering angestaubt.

870

SHAW, B., UND P. CAMPBELL, Their Correspondence. Edited by A. Dent. New York, Knopf, 1952. XVII, 385, XIII S. OLwd. (minimale Altersspuren). – Erste amerikanische Ausgabe. – Sauber. (21) 80,DER STURM – WALDEN, H., 2 Ausstellungskataloge der Galerie „Der Sturm“. Berlin, Der Sturm, (ca. 1918)-19. Orig.-Brosch. (etw. gebräunt und fleckig, Einrisse am Falz, hs. Besitzvermerk, kaum bestoßen). (111) 150,I. DIE FUTURISTEN. Umberto Boccioni, Carlo D. Carra, Luigi Russolo, Gino Severini. Mit 7 Abb. 28 S. – Spätere Ausgabe des Katalogs zur ersten Futuristen-Ausstellung (April 1912) in der Galerie „Der Sturm“. Text- und kollationsgleich mit der ersten Ausgabe, aber schon mit der späteren Adresse der Galerie in der Potsdamer Str. 134a.

874

Nr. 311 von 600 Exemplaren. – Slg. Oppermann 1227. Schulz B 110. Thieme-B. XXX, 62. – Kaum fleckig. – Beiliegen zwei Werke desselben Künstlers.

TOULOUSE-LAUTREC – WITTROCK, W ., Toulouse-Lautrec. The complete prints. 2 Bde. (London), Sotheby's, (1985). Fol. Mit zahlr. Abb und farb. Tafeln. 831 S. OLwd. in Orig.-Umschl. in OLwd.-Schuber (geringe Gebrauchsspuren). – Nahezu frisch. (23) 200,-

878

TRÖKES, H., Augenreise. (Berlin), Rembrandt, (1968). 4°. Mit 12 (6 farb.) Siebdrucken von Heinz Trökes. 3 Bl. OHpgt. in OLwd.-Schuber. – Nr. 78 von 80 im Druckvermerk vom Künstler sign. Exemplaren (Gesamtaufl.: 295). – Frisch. (120) 200,-

879

SZCZESNY – KUSPIT, D., Szczesny. (Köln), DuMont, (1995). Mit sign. und dat. Aquarell und zahlr. meist farb. Abb. 315 S., 3 Bl. OLwd. mit Orig.-Umschl. und OLwd.-Mappe in OLwd.Schuber. (120) 300,-

TRÖKES – WEIZSÄCKER, C. F. VON, Zwei Vorträge. Das philosophische Problem der Kybernetik. Die Einheit der Physik als konstruktive Aufgabe. (Stuttgart), Belser-Presse, 1969. Gr.-8°. Mit 4 sign. Farbserigraphien von Heinz Trökes. 72 S., 2 Bl. OHpgt. in OPp.-Schuber (berieben). (120) 150,-

Nr. 64 von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe B, im Druckvermerk vom Künstler sign., mit beiliegendem Aquarell. – Frisch.

Nr. 10 von 95 Ex. der einmaligen Auflage für den Handel (Gesamtaufl.: 400). – 5. Druck der Belser-Presse. – Spindler 64, 5. – Im Druckvermerk von Trökes signiert. – Frisch.

SÜSKIND, P., Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders. (Zürich), Diogenes, (1988). 319 S. OLdr. (120) 150,Nr. 211 von 1738 Exemplaren, im Druckvermerk vom Autor signiert. – Sonderausgabe zum 250. Geburtstag von Jean-Baptiste Grenouille.

873

TOTENTANZ – SCHIESTL, R., Der Tod von Basel. Berlin, Heyder, o. J. (1924). Qu.-4°. Mit 8 Holzschnitten (einer sign.) von Rudolf Schiestl. 9 Bl. OHpgt. (leichte Altersspuren). (61) 150,-

877

II. NEUNUNDSIEBZIGSTE AUSSTELLUNG. Johannes Molzahn, Karl Herrmann, Jacoba van Heemskerck. Mit 4 Abb. 4 Bl. – Mit dem „Manifest des absoluten Expressionismus“ von Johannes Molzahn. – Etw. gebräunt und stellenw. fleckig, ein Bl. mit Eckausriß.

872

TIESSEN, W., (HRSG.), Die Buchillustration in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit 1945. Ein Handbuch. 6 Bde. (Neu-Isenburg 196889). Mit 12 sign. Graphiken. OLwd. (gering berieben). (120) 600,Nr. 89 von 150 Ex. der Vorzugsausgabe. – Mit den Graphiken von Eduard Bargheer, Gertrude Degenhardt, Simon Dittrich, Georg Eisler, Paul Eliasberg, HAP Grieshaber, Karl-Georg Hirsch, Christoph Meckel, Wilhelm Neufeld, Imre Reiner, Otto Rohse und A. Paul Weber. – Schnitt tls. leicht gebräunt, der Kopfschnitt bei zwei Bänden etw. braunfleckig.

876 871

189

TÀPIES – AGUSTÍ, ANNA, Tàpies. The complete works. Bde. I-IV (von 6). New York, Rizzoli (II-IV: [Barcelona], Edicions Polígrafa), (1989-96). Fol. Mit zahlr. farb. Abb. OLwd. in Orig.-Umschl. (geringe Gebrauchsspuren). – Sauber. (23) 200,-

880

VERLAINE, P., Les amies. Sonnets. Bayonne, À l'Enseigne de la Guirlande, 1919. 4°. Mit 6 ganzseit. Holzschnitten und einigen Vign. von J.-G. Daragnès. 14 Bl. Mod. Pp. mit mont. Titelschild der Orig.-Brosch. (minimal berieben). (68) *R 200,Nr. 278 der 250 von 26 bis 280 gezählten Ex. auf Vélin d'Arches (Gesamtaufl.: 280). – Monod 11061. – Mod. Exlibris.


190

Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

Kosch XIV, 305. Neteler 64. – Leichte Gebrauchsspuren. – Unbeschnitten. – Aus dem Besitz des Schriftstellers Gerhard Ouckama Knoop (1861-1913) mit dessen Exlibris und e. Widmung des Verfassers.

884

WALDMÜLLER – FEUCHTMÜLLER, R., Ferdinand Georg Waldmüller. Wien und München, Brandstätter, (1996). Fol. Mit 1131 tls. farb. Abb. 542 S. OPp. (23) 200,-

885

WALSER – VERVILLE, (B. DE), Der Weg zum Erfolge. Deutsch von Mario Spiro (d. i. Julius Zeitler). Berlin, Cassirer, 1914. 2 Bl., 497 S., 1 Bl. OPgt. mit Vorderdeckelillustr. von Karl Walser, goldgepr. Rtit. und Kopfgoldschnitt (Gelenk angeplatzt, gering fleckig und angestaubt, minimal bestoßen). (69) 200,Vorzugsausgabe in Ganzpergament. – Hayn-G. IX, 606. Fromm 26468. Badorrek-Hoguth B 82: „VA von 150 Eemplaren.“ – Hinteres Gelenk angebrochen, gering gebräunt und stellenw. minimal fleckig. – Seitlich und unten unbeschnitten.

886 Nr. 887

881

VERLAINE – CLAUDEL, P., Verlaine. Paris, Éditions de la Nouvelle Revue Française, 1922. Mit 10 Holzschnitt-Tafeln von André Lhote. 13 Bl. Orig.-Brosch. (gering bestoßen). (69) 200,Nr. 23 von 500 Exemplaren (Gesamtaufl.: 525). – Monod 2863. – An den Rändern gering gebräunt und stellenw. minimal fingerfleckig. – Unbeschnitten. – Mehrere Beilagen, darunter die „Gedichte“ von Verlaine, herausgegeben von Stefan Zweig (Berlin 1902), Verlaines „Gesammelte Werke“, ebenfalls von Stefan Zweig herausgegeben (Leipzig, Insel, 1922) und „Hommage à Verlaine“ (Paris 1924). – Gebrauchsspuren.

Widmungsexemplar 882

VERTÈS, (M.), Amandes Vertès. Paris, Éditions Adam, (1952). Mit zahlr. Illustr. 489 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (berieben) mit OHlwd.-Chemise in OHlwd.-Schuber. (69) 100,Erste Ausgabe. – Monod 11153. – Minimal gebräunt. – Unbeschnitten und unaufgeschnitten. – Exemplar der Normalausgabe, auf dem Vortitel mit fünfzeiliger hs. Widmung von Vertès an den Drehbuchautor Henri Jeanson (1900-1979), dat. Juni 1952.

883

VOGELER – SCHAUKAL, R., Pierrot und Colombine oder Das Lied von der Ehe. Leipzig, Seemann, 1902. Mit Buchschmuck von H. Vogeler. 63 S. Mod. Pp. mit eingeb. Orig.-Broschur. (22) 150,-

WASSERMANN, J., Die Prinzessin Girnara. Weltspiel und Legende. Wien u. a., Strache, 1919. 50 S. OHldr. (berieben, Kapitale etw. angeplatzt). (5) 100,Erste Ausgabe. – Nr. 15 einer nicht ausgewiesenen, vom Autor im Druckvermerk sign. Vorzugsausgabe (die Normalausgabe ist kartoniert). – Wilpert-G. 28. – Vorsätze minimal leimschattig, sonst sauber.

887

WEBER, A. P., Die 45 Lithographien zum HansJacob-Christoffel von Grimmelshausen „Der abenteuerliche Simplicissimus“. (Schretstaken), Clan-Presse, 1969. Gr.-Fol. Handschriftliches, von Weber sign. Titelblatt und 45 sign. Lithographien. Lose in OLwd.-Mappe mit goldgepr. Deckelschild (wasserrandig, gering berieben und bestoßen). (69) 2.000,Handdrucke der Clan Presse, Nr. 2. – „Vorlage für die Ausgabe“ (Vermerk von Webers Hand auf der Titelseite). – Dorsch 877, 879, 882-87, 890-91, 894-94, 898, 900, 904-06, 908, 913-15, 918, 920, 922-26, 929, 931-32, 934, 936, 939, 941-47, 949-51 und 954. – Hier die 45 Druckvorlagen für die Ausgabe des Schelmenromans bei Bertelsmann (1970) in einer für den Programmchef dieses Verlages, Karl Ludwig Leonhardt, bestimmten Mappe (von Weber auf dem Titel mit den Initialen „K L L“ bezeichnet). Die Lithographien mit dem roten Stempel der Clan-Presse und verso mit hs. Bemerkungen des Künstlers zur Skalierung versehen. – Vereinzelt mit minimalen Farbflecken im breiten Rand, gering fingerfleckig. – In der vorliegenden Form Unikat. – Siehe Abbildung.


Literatur und Kunst des 20. Jahrhunderts

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KONVOLUT – 14 Werke zur Literatur und Buchkunst aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. In 18 Bdn. Verschied. Einbände (leichte Gebrauchsspuren). (42) 300,Boccaccio, Fiammetta (Leipzig, Insel, 1906) – Boccaccio, Das Dekameron (3 Bde., ebda. 1909) – Wilde, Die Erzählungen und Märchen (Leipzig, Insel, 1910) – Cellini, illustr. von Slevogt (Berlin, Cassirer, 1913) – Leisching, Schabkunst (Wien, Wolf, 1913) – Tallemant des Réaux, Geschichten (2 Bde.; München, Müller, 1913) – Landauer, Shakespeare (2 Bde.; Frankfurt, Rütten & Loening, 1920) – 5 Bändchen der mit farb. Lithographien u. a. von Willi Harwerth und Hugo Steiner-Prag illustrierten „Musikalischen Novellen“ (Leipzig, Kistner & Siegel, 1922-25) – Döblin, Berge, Meere und Giganten (Berlin, Fischer, 1924) – Nostitz, Aus dem alten Europa (Leipzig, Insel, 1925). – Ganz geringe Gebrauchsspuren.

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SAMMLUNG – 8 Werke in 14 Bdn. 1916-48. Meist Orig.-Einbände (gering berieben). (120) 150,REIMANN, H., Die Dame mit den schönen Beinen und andere Grotesken. München, Müller, 1916. 4 Bl., 212 S., 2 Bl. – LESSING, G. E., Minna von Barnhelm. Leipzig, Insel, (1920). 3 Bl., 189 S., 1 Bl. – Eines von 1200 Exemplaren. – RODA RODA, Schwabylon oder Der sturmfreie Junggeselle. München 1921. 334 S., 1 Bl. – HOLZ, A., Neue Dafnis-Lieder. Dresden 1922. 2 Bl., 91 S. – Im Druckvermerk vom Autor signiert. – SHAW, B., Dramatische Werke. 7 Bde. Berlin 1922-26. – HATZFELD, A. VON, Gedichte. Freiburg 1925. 42 S., 1 Bl. – Nr. 599 von 980 Exemplaren (Gesamtaufl.: 1000). – TRAVEN, B., Der Schatz der Sierra Madre. Berlin 1929. 213 S. – „SHU IST JAGEN GEGANGEN“. Chinesische Gedichte aus dem Schi-King. Übertr. von W. M. Treichlinger. Zürich (1948). 61 S., 2 Bl. – Nr. 1000 von 1000 Exemplaren (Gesamtaufl.: 1100). – Tls. mit Besitzvermerk, gering gebräunt.

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KONVOLUT – 4 Werkverzeichnisse in 8 Bdn. 1923-98. Verschied. Formate. Verschied. Einbände (außen und innen tls. leichte Gebrauchsspuren). (23) 300,Verzeichnisse zu Elsheimer (1923), Kirchner (2. Aufl. 1980), Klee (1973-84) und Mondrian (1998).

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– 9 Werkverzeichnisse und Monographien in 11 Bdn. 1923-94. Verschied. Formate. Verschied. Einbände (außen und innen tls. leichte Gebrauchsspuren). (23) 150,Zu Carpaccio (1962), Corinth (1992), Hodler (1923 und 1941), Kokoschka (1951), Leibl (1994), zu Picassos keramischem Schaffen (1959, 1972 und 1984) und zu Winter (1986).

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SAMMLUNG – 6 Werkverzeichnisse und Monographien in 6 Bdn. 1978-95. Verschied. Orig.Einbände (wenig bestoßen). (120) 150,JENTSCH, R., Hans Meid. Das graphische Werk. Esslingen 1978. Mit zahlr. Abb. – BLUME, D., Winner. Bilder und Graphik. Braunschweig 1980. Mit 4 Lithogr. 241 S. – Nr. 334 von 2000 Exemplaren. – HANSEN, TRAUDE, Die Postkarten der Wiener Werkstätte. München und Paris 1982. Mit zahlr. Abb. 328 S., 2 Bl. – RUOFF, F., 24 Blattcollagen 1980-1982. Stuttgart 1982. Mit zahlr. Abb. 29 num., 2 nn. Bl. – Nr. 337 von 500 Exemplaren, im Druckvermerk sign. – MEHRHOLZ, ULRIKE, Franz M. Jansen. Das graphische Werk 1910-1956. (Düsseldorf) 1994. Mit 3 ganzseit. Holzschnitten und zahlr. Abb. auf Tafeln. XVIII, 177 S. – ASSMANN, P., Alfred Kubin. (Salzburg 1995). Mit zahlr. Abb. 503 S. – Meist frisch.


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Nr. 1065


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Kulturgeschichte

Nr. 902

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FREIKÖRPERKULTUR – DIE NEUE ZEIT. Orientierende Hefte über neuzeitliche Bestrebungen. Schriftleitung: E. Fankhauser. Jge. I-III mit je 6 Heften in einem Bd. Bern (Jg. III: Bern und Lauf), Verlag „Die Neue Zeit“, (1928-32). Fol. Mit zahlr. Illustr. Mod. Hlwd. (leichte Gebrauchsspuren). (93) *R 400,ZDB 1025519-9 (gezählte Hefte 1-112 ohne Jahrgangsangabe, erschienen 1929-52, jeweils mit Fragezeichen). – Die seltenen ersten Jahrgänge der von Eduard Fankhauser (1904-1998) begründeten Zeitschrift der frühen Lebensreform- und Naturistenbewegung. – Einige Umschläge knapp beschnitten, wenig fleckig, tls. leicht gebräunt.

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GAUNERTUM – AVÉ-LALLEMANT, F. CH. B., Das Deutsche Gaunerthum in seiner socialpolitischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande. 4 Bde. Leipzig, Brockhaus, 1858-62. Mit einigen Textholzstichen. Beschäd. Hldr. d. Zt. (52) 250,Erste Ausgabe. – Huelke-Etzler 100. Brockhaus-Verz. 692. – Standardwerk. Enthält: I. Das historische Gaunertum (mit Bibliographie). II. Das moderne Gaunertum. III. und IV. Die Gaunersprache. – Friedrich Christian Benedict Avé-Lallemant (1809-1892) war u. a. höherer Polizeibeamter in Lübeck. – Spiegel mit Spuren von entfernten Exlibris, mehrf. gestempelt, leicht gebräunt, tls. stärker braunfleckig.


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Kulturgeschichte

DAZU: TRAIN, J. K. VON, Chochemer Loschen. Wörterbuch der Gauner- und Diebs-vulgo Jenischen Sprache, nach Criminalacten und den vorzüglichsten Hülfsquellen. Meißen, Gödsche, 1833. XIV, 286 S. – Goed. VI, 418, 23. Hayn-G. VII, 679: „Ein noch heute geschätztes Buch auf dem Gebiet der Gauner-Literatur.“ – Ohne die beiden lithogr. Schrifttafeln.

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GENEALOGIE UND HERALDIK – (BECKLER, P.), Illustre stemma Ruthenicum, das ist, Gräfl. Reuß-Plauische Stamm-Tafel. Schleiz, Werther für den Autor, 1684. Fol. Mit gestoch. Titel, 5 Siegel- und Wappenkupfern im Text, 5 (4 gefalt.) Stammtafeln und 12 Bl. mit Stammtafeln. 4 Bl., 518 S. Pgt. d. Zt. (etw. angestaubt und berieben). (110) *R 400,-

– FEINLER, J. G., Der Genealogische Secretarius, welcher die in diesem 1738. Jahre jetztlebenden Hohen Häuser in Europa aus denen neuesten Nachrichten zusammen getragen, und nach dem Alphabet eingerichtet. Erfurt, Funcke, (1738). 127 S. Mod. Lwd. (69) 100,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar. – Des Verfassers in der Vorrede ausgesprochene Hoffnung, alle zwei Jahre ein Supplement mit dem Bericht über die Veränderungen in den europäischen regierenden adeligen Häusern herausgeben zu können, hat sich offenbar nicht erfüllt, und außer dem vorliegenden Verzeichnis mit dem Stand von 1737 ist auch keine verbesserte Neuausgabe des kleinen genealogischen Lexikons erschienen. Den „Neuen Zeitungen von gelehrten Sachen auf das Jahr 1738“ ist zu entnehmen, daß Johann Gottfried Feinler Advokat zu Nebra und Gerichtsverwalter zu Klosterheßler gewesen ist. – Knapp beschnitten (Paginierung und Kolumnentitel tls. etw. angeschnitten), Bundsteg am Fuß mit Wurmspur (Text nicht betroffen), neu geheftet, einige kleine Randläsuren fachmännisch hinterlegt, ebenso ein Eckausriß außerhalb des Textes beim letzten Blatt mit Japanpapier ergänzt. – Selten.

– WAPPEN – (REILLY, F. J. J. VON, Schauplatz der fünf Theile der Welt. Nach und zu Büschings Grosser Erdbeschreibung. Wien 1791 ff.). Qu.-Fol. Daraus: 37 gestoch. Wappentafeln (Nrn. 4-40) mit über 400 Wappendarstellungen. Beschäd. Pp. d. Zt. (59) 200,Aus der ersten Ausgabe. – Die im Atlas oft fehlenden Wappentafeln mit je elf Wappendarstellungen pro Blatt. Nach Dörflinger (Atlantes Austriaci I, 87 ff.) enthält das als Begleitatlas zu Büschings „Großer Erdbeschreibung“ konzipierte Werk in den drei Bänden insgesamt 48 Wappentafeln mit 528 Wappen von Städten, Adelsgeschlechtern und Landesherrschaften. – Meist kräftige Abdrucke auf breitrandigem, festen Papier. – Bindung in Auflösung, Vorsätze fehlen, einzelne Tafeln stark gebräunt, fleckig und wasserrandig, sonst meist nur in den Rändern etw. fleckig und gebräunt.

Einzige Ausgabe. – Bernd II, S. 639 (2721 a). VD 17 14:015219T. – Der schöne Kupfertitel mit einer Bordüre von 12 kleinen Stadt- und Schloßansichten mit Wappen, darunter u. a. Gera, Greitz, Osterode, Plauen und Schwarzenberg. – Etw. gebräunt, die Ränder zweier Stammtafeln mit Knickspuren.

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– HÜBNER, J., Lexicon genealogicum, Das ist: Ein Verzeichniß aller itzt lebenden Hohen Häupter in der Politischen Welt. 5. Aufl. Hamburg, König, 1736. Mit gestoch. Titelvign. 2 Bl., 614 S., 7 Bl. Pgt. d. Zt. mit mod. Rsch. (gering berieben). (2) 200,VD 18 vorläufig 10774203-005. – Vgl. Zischka 59. – Erschien erstmals 1727, zuletzt in achter Auflage 1751, von Auflage zu Auflage auf den jeweils neuesten Stand gebracht. – Dieser Aktualisierung dient auch der hier beigebundene, separat erschienene „Beytrag zum Lexico genealogico von Ostern 1736. biß Ostern 1737.“, ebenfalls von König in Hamburg verlegt (30 S.; VD 18 12389498001). – Gleichmäßig leicht gebräunt. – Das Exemplar des Sammlers Otto Fritz Böhme mit dessen Exlibris auf dem hinteren Spiegel; im Katalog der Sammlung Böhme unter der Nr. 499 verzeichnet.

GELEHRTE ANZEIGEN. Hrsg. von Mitgliedern der k. bayer. Akademie der Wissenschaften. Jge. I-XXXVIII in 38 Bdn. München, CentralSchulbücher-Verlag u. a., 1835-54. 4°. Pp. d. Zt. mit Rsch. (leichte Gebrauchsspuren). (6) 200,Kirchner 6637. Geist und Gestalt II, 1549-4111. – Mit umfangreichen Auszügen aus Neuerscheinungen und mit Abdrucken wissenschaftlicher Vorträge, u. a. über Forschungsreisen nach Amerika und Rußland, daneben auch mit Nachrichten über bedeutende literaturhistorische und sprachwissenschaftliche Forschungsergebnisse. – Fleckig. – Jge. 36-38 abweichend gebunden.

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HERRMANN, M. G. (VON), Mythologie der Griechen für die obern Classen der Schulen und Gymnasien. Nebst einer geographisch-historischen Einleitung. 2 Bde. Berlin, Voß, 1801-02. Mit 32 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. XVI, 692; X, 814 S. Beschäd. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (57) 100,Erste Ausgabe. – Hamberger-M. XIV, 109. – Fleckig, leicht gebräunt. – Mod. Exlibris.

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HÖNN, G. P., Betrugs-Lexicon, worinnen die meisten Betrügereyen in allen Ständen ... entdecket. 3. Ed. Coburg, Pfotenhauer, 1724. 7 Bl., 461 S., 2 Bl. Hpgt. d. Zt. (beschabt, fleckig und bestoßen). (110) *R 500,Vgl. Humpert 4718 (EA 1720) und Hayn-G. III, 312 (Ausg. 1761). – Verzeichnet bei den alphabetisch geordneten Berufen präzis deren Möglichkeiten und Gewohnheiten zu Betrug und Unterschlagung. NACHGEB.: DÖHLER, J. G., Processualische Mause-Fallen, oder kürtzliche Vorstellung wie es bey Processen insgemein her zu gehen pflege? 2. Aufl. Ebda. 1724. Mit


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Kulturgeschichte

Nr. 903

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doppelblattgr. gestoch. Titel (unten bis knapp in den Bildbereich beschnitten). 14 Bl., 240 S. – Strieder, Hess. Gelehrtengeschichte, III, 141. ADB V, 295. – In satirischem Ton verfaßte, jedoch sehr ernst gemeinte Geißelung des Prozeßwesens der Zeit, von Thomasius immer wieder zitiert. Die Tricks der Winkeladvokaten werden minutiös beschrieben und angeprangert.

denen der zweite undatiert ist ... sind völlig identisch.“ – Ohne den doppelblattgr. Drucktitel, daher die Ausgabe nicht eindeutig zu identifizieren. – Wenige Tafeln zum dritten Buch mit Wurmspuren im unteren Bund (zwei Falttafeln mit geringem Bildverlust), kaum fleckig. – Vorderer Innendeckel mit gestoch. Wappenexlibris Ignatius Dominicus von Chorinsky. – Siehe Abbildung Seite 193.

DERS., Schein und Seyn des richterlichen Ambtes. Zum andernmal wieder aufgelegt. Ebda. 1728. 128 S. – Alle drei Drucke etw. gebräunt und fleckig.

Without the double-page half title, therefore the edition can't be identified unmistakably. – A few plates to the third book with worm traces at lower joint (two folding plates with minor loss of illustration), hardly soiled. – Upper inner cover with engraved armorial bookplate Ignatius Dominicus von Chorinsky. – Contemporary vellum (a little soiled, spine label discoloured). – See illustration on page 193.

JAGD – (FORTIN DE GRANDMONT, F., Adelicher Zeit-Vertreiber, Oder Neu-erfundene Jagd-Ergötzungen, In fünff Büchern bestehend. Aus dem Französischen in das Teutsche übers. Augsburg, Wagner für Kroninger und Göbels Erben, 1696 oder um 1708). Mit doppelblattgr. gestoch. Titel und 66 (9 gefalt.) Kupfertafeln. 8 Bl., 119, 128, 141, 90, 119 S. Pgt. d. Zt. (etw. fleckig, Rsch. verblaßt). (110) *R 1.200,VD 17 3:004037X. Schwerdt I, 5. Lindner 621.01 oder 02: „Übersetzung der von Frère François de Fortin verfaßten, erstmalig 1660 erschienenen und bis 1743 in zahlreichen Ausgaben herausgekommenen 'Ruses innocentes', einem der erfolgreichsten französischen Bücher über den Vogelfang. Dem deutschen Text lag die Ausgabe Amsterdam 1695 zugrunde, deren Bildtafeln spiegelverkehrt reproduziert wurden. Die beiden deutschen Drucke, von

Verschollene Tafeln 903

– LOUIS, (C. L., Der fährtegerechte Jäger. Aschaffenburg, Krebs, 1853). Ohne den Textbd. 10 Tafeln mit mont. lithogr. Trittspuren sowie schablonierten Trittabständen und Beschriftungen, jeweils in 4 Segmenten auf OLwd. aufgezogen, alle Tafeln mit großem Titelschild mit lithogr. Bordüre und schabloniertem Titel. Jeweils ca. 31 x 176 cm. Ohne Einband. (74) 800,Einzige Ausgabe. – ADB XIX, 293. Mantel I, 141. Heß, Lebensbilder hervorragender Forstmänner, 218. – Carl Ludwig Louis (1793-1854) wurde 1832 als Professor an


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Kulturgeschichte

Nr. 909

die Forstschule zu Aschaffenburg berufen; als städtischer Baurat war er u. a. an der Errichtung des Pompejanums nach den Plänen von Friedrich von Gärtner beteiligt: „Zuletzt beschäftigte ihn die Herstellung sehr sorgfältig ausgeführter Abgüsse der verschiedenen Wildfährten, deren Originale er den Aschaffenburger Sammlungen einverleibte. Weitere Abdrücke hiervon sind an fast alle deutschen Forstlehranstalten übergegangen. Als Erläuterung hierzu gab er 1853 die Schrift 'Der fährtegerechte Jäger', nebst 10 Tafeln Abbildungen der Gangart des Wildes heraus“ (ADB). – Titelschild von Tafel I mit tls. entferntem Bibliotheksschildchen, stellenw. stärker fleckig. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur wenige Exemplare des Textbandes, jedoch ohne die Tafeln nachweisbar. – Siehe Abbildung.

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– MÜLLER, A. UND K., Der Hund und seine Jagd. Frankfurt, May, o. J. (1879). Qu.-Fol. Mit 17 mont. Farblithogr. nach Aquarellen von C. F. Deiker. V, 58 S. Hldr. d. Zt. (Altersspuren). (114) *R 150,Erste Ausgabe. – Thieme-B. VIII, 559. Von Knorring 843. Mantel II, 495. Schwerdt II, 35-36: „His [Deiker's] rendering of stag and boar hunting is particularly true to nature.“ – Fleckig.

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KAUTZSCH, E., Die Apokryphen und Pseudepigraphen des Alten Testaments. 5. Aufl. Hildesheim, Olms, 1992. OLwd. (45) 100,Beiliegen die „Neutestamentlichen Apokryphen“, hrsg. von W. Schneemelcher (2 Bde., 5. Aufl. 1987-89) und das „Biblische Reallexikon“, hrsg. von K. Galling (2. Aufl. 1977).

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MENNONITEN – MANNHARDT, H. G., Jahrbuch der Altevangelischen Taufgesinnten oder Mennoniten-Gemeinden. Danzig, Selbstvlg., 1888. 4 Bl., 176 S. Hlwd. d. Zt. (2) 200,Einziger Jahrgang. – Kirchner 17686. – Erweiterte Ausgabe des ebenfalls in nur einem Jahrgang 1883 erschienenen „Jahrbuches der Mennoniten-Gemeinden in Westund Ostpreußen“. Enthält im ersten Teil eine statistische Übersicht der Mennonitengemeinden Deutschlands, der Schweiz, Frankreichs, der Niederlande, Rußlands, Polens und Nordamerikas, bietet im zweiten Teil Beiträge zur Geschichte, zum Unterrichtswesen und zu kirchenrechtlichen Fragen der mennonitischen Glaubensgemeinschaft und schließt mit einem – teils räsonnierenden – Anhang zur Literatur altevangelischer Gemeinden. Der Herausgeber, Hermann Gottlieb Mannhardt (1855-1927), war Prediger unter anderem der Danziger Mennonitengemeinde und fast vier Jahrzehnte Mitherausgeber der „Mennonitischen Blätter“. – Vorsatz gestempelt, papierbedingt gebräunt. – Selten.


Kulturgeschichte

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Nr. 910

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V. (MICHL, A.), Maria zu Dorfen, eine Zuflucht der Sünder. Authentische Nachrichten von dem neuesten Noviziate der Jesuiten zu Dorfen in Baiern. Aus OriginalBriefen. O. O. und Dr., 1782. 86 S. – Einzige Ausgabe. – Beschreibung der Zustände im Dorfener Priesterseminar im Anschluß an Huters „Von dem Verfall der Weltpriester“.

MÖNCHSWESEN – SAMMELBAND – 5 kritische Kleinschriften. 1781-82. Schlichte Pp. d. Zt. mit Rsch. (110) *R 300,I. DER WELTPRIESTER UND MÖNCH. Wien und Frankfurt, Eßlinger, 1782. 152 S. – Hayn-G. VIII, 371. Weller, Druckorte, I, 121. II. (HUTER, F. X.), Von dem Verfall der Weltpriester, samt einem freundschaftlichen Nachtrag (von L. von Westenrieder). München, Strobl, 1782. 1 Bl., 126 S. – Erste Ausgabe. – Böning-S. 1687. – Vgl. Hayn-G. VIII, 262. – Nach Reusch Huters bemerkenswerteste Schrift, „worin die Nothwendigkeit einer besseren Bildung und besseren äußeren Stellung der Weltgeistlichen nachgewiesen wird“ (ADB XIII, 460).

Alle Teile leicht gebräunt und stockfl.; kleine Blattweiser, der aus dem Schnitt herausstehende Teil meist verloren.

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MONOGRAPHIEN ZUR DEUTSCHEN KULTURGESCHICHTE. Hrsg. von G. Steinhausen. 12 in 4 Bdn. Jena, Diederichs, 1899-1905. Gr.-8°. Reich illustr. Mod. Hpgt. (leicht berieben, etw. fleckig), die Vorderumschl. der Orig.-Brosch. mit eingebunden. – Vereinzelt etw. fleckig. (120) 200,-

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PAPIERTHEATER – ENGELBRECHT – „Ein Garten“ (Gartenfest). Diorama in 6 altkolor. Kupfertafeln von M. Engelbrecht nach J. Wachsmuht. (Augsburg, Engelbrecht, um 1740/50). 15,7 x 20,8 cm. (1) *R 600,-

III. (GSCHAIDER, A.), Ueber das Schulhalten der Mönche, sammt einem Verbesserungsvorschlag. Wien, o. Dr., 1782. 64 S. IV. (GAUM, J. F.), Das Grab der Bettel-Mönche. O. O. (Ulm, Gaum), 1781. 8 Bl., 174 S. – Einzige Ausgabe. – Hamberger-M. XX, 542 (Zuweisung an Franz Wilhelm Freiherr von Spiegel zum Diesenberg-Canstein), und XXII/2, 296 (berichtigte Zuweisung an Johann Ferdinand Gaum, mit Begründung). Hayn-G. I, 349 (Spiegel zum Diesenberg-Canstein).


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Kulturgeschichte

Nr. 911

Eines der prächtigsten und reizendsten Papiertheater von Engelbrecht, in dem sich Architekturelemente, Lustpavillons, Treppen, Brunnen, Wasserspiele, Statuen und Natur zu einem Gesamtbild fügen, in das die Akteure gleich einer Theateraufführung eingestellt sind. – Laut rückseitiger Zählung die Folge „C. c.“ (Nrn. 1-6). – Abriß der Brunnenfigur alt durch Siegelwachs angesetzt, sonst nur kleinere Schäden und Knicke an exponierten Teilen. – Siehe Abbildung.

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– – „Presentation eines theatralischen aufzugs No. 6“ (alter Umschlagtitel). Diorama in 7 altkolor. Kupfertafeln von M. Engelbrecht nach J. Wachsmuht. Augsburg, Engelbrecht, um 1740/50. Ca. 19,8 x 23 cm. (47) 600,Nicht bei Schott. – Prächtige Darstellung eines Gartenfestes mit der Aufführung eines Schauspiels im Heckentheater, laut Numerierung das sechste der bei Engelbrecht erschienenen Kupferstichdioramen. Den Mittelpunkt bildet ein Altar mit Weihrauchgefäßen, verehrt von Personen in antiken Phantasiegewändern. Die Theaterkulisse wird durch Bosketten bogenartig geschnittener Hecken gebildet, die von einer Reihe prächtiger Zierobelisken gesäumt werden. Ein großer Torbogen bildet den Abschluß und eröffnet zugleich einen Ausblick in weitere Heckenkabinette. Der Satz besteht aus sechs Blättern, das Proszenium, das einen prachtvollen Architekturrahmen bildet, ist nicht numeriert, die folgenden Kulissen tragen die Nummern 32-36. Der Abschluß, Nr. 36, liegt in

einer Alternativfassung vor, die den Ausblick in einen großen Barockgarten mit Schloß zeigt („zu N. 6.“). – Mit Ausnahme einzelner Knicke exponierter Teile wohlerhalten. – Siehe Abbildung.

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– – SAMMLUNG von 4 Dioramen von M. Engelbrecht nach J. Wachsmuht. (Augsburg, Engelbrecht, um 1740/50). Je ca. 16 x 21 cm. (35) 1.200,I. „Geburt Christi“. Anbetung durch die Hirten inmitten antiker Ruinen, im Zentrum die heilige Familie, im Ausblick die Verkündigung an die Hirten in weiter Landschaft mit zwei großen Palmen. II. „Die Huldigung“. Gartenfest in einer offenen Loggia mit Ausblick auf weites hügeliges Land; in antiken und exotischen Gewändern wird ein pastorales Schauspiel aufgeführt, vorne rechts und links zwei große bekrönte allegorische Figuren oder Götter mit Sonnenschilden und -stäben. III. „Ein Garten“ (Huldigung einer Statue). Prächtige Darstellung eines Gartenfestes in antiken und exotischen Gewändern oder der Aufführung eines Schauspiels in einem Heckentheater. Im Zentrum steht eine hier leider fehlende Statue, wohl diejenige eines antiken Gottes, vielleicht der „Patron“ des Festes. Die Theaterkulisse wird durch Bosketten von bogenartig geschnittenen Hecken gebildet, die von einer Reihe prächtiger Zierobelisken gesäumt werden, ein großer gemauerter Torbogen bildet den Abschluß.


Kulturgeschichte

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IV. „Ein großes Gastmahl“ (Festbankett in einem Schloß). Ein opulentes, überaus detail- und personenreiches Festbankett in einem weiten, prachtvollen Adelspalais, im Hintergrund eine große doppelgeschossige Halle mit Musikempore, auf der eine Entrée geblasen wird. – Hier fehlt das erste Blatt mit dem Proszenium, alle anderen Dioramen sind komplett. – Rückseiten alt numeriert und bezeichnet, einzelne exponierte Teile abgerissen, tls. mit Knickspuren, stellenw. etw. fleckig. – Siehe Abbildung. Collection of 4 dioramas by M. Engelbrecht after J. Wachsmuht. – Rear sides numbered in former times and labelled, some exposed parts torn off, partly with cracking marks, soiled here and there. – See illustration.

912

SALETTINER – L'AVENIR DE L'HUMANITÉ DÉVOILÉ. Par celui qui seul peut le connaître. Avec préliminaires pour mettre le lecteur sur la voie. Ouvrage traduit de l'italien. Limoges, Ussel, 1892. 118 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. (wurmspurig, berieben und bestoßen). (120) 200,Einzige französische Ausgabe. – Über die 1846 im Dorf La Salette bei Grenoble zwei Hirtenkindern erschienene Lichtgestalt, die nach mehrjähriger Prüfung als Erscheinung Mariens identifiziert wurde, und mit der damaligen Erscheinung einhergehende Prophezeiungen und Glaubensfragen. – Papierbedingt stärker gebräunt. – Respektblatt mit kalligraphierter Widmung in Rot, Blau und Gold an den Bischof von Lecce, Salvatore Luigi Zola (1822-1898), einen bekennenden Anhänger der Authentizität der Marienerscheinung von La Salette: „... Hommage de l'abbé Roubaud Isidore, traducteur“. – Selten (nur in wenigen Bibliotheken Frankreichs nachweisbar; in den Katalogen ohne Angabe des anonymen Übersetzers, der durch die Widmung im vorliegenden Exemplar jetzt enthüllt ist). – Siehe Abbildung.

913

KONVOLUT – 12 Werke in 13 Bdn. Rückgänge aus der Auktion 65: Nr. 778, 819, 821, 1027, 1214, 1234, 1357, 1432 und 1437. (31) 100,-

914

– 5 Werke in 15 Bdn. Rückgänge aus der Auktion 65: Nr. 1109, 1119, 1645, 1791 und 1831. (33) 250,-

915

– Ca. 115 Werke in ca. 200 Bdn. Aus verschiedenen Gebieten, darunter Naturwissenschaften, Reisen, Deutschland und Literatur. Meist 17.-19. Jhdt. Überwiegend in dekorativen Einbänden d. Zt. (Gebrauchsspuren). (135) 800,-

Nr. 912

918

– Ca. 190 Werke zu verschiedenen Themen in ca. 220 Bdn. Meist 18.-19. Jhdt. Verschied. Formate. Verschied. Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (44) *R 200,-

919

– 14 Werke der schönen Literatur und aus anderen Gebieten in 18 Bdn. 1761-1958. Verschied. Formate und Einbände (Gebrauchsspuren). (5) 200,Darunter: (J. J.) Vadé, Oeuvres, 3 Tle. in 2 Bdn. (1761) – W. Ehrenthal, Das Kutschkelied auf der Seelenwanderung (1871) – G. Hamerton, The Unknown River (1872) – F. von Kobell, Gedichte in pfälzischer Mundart (1876; mit hs. Widmung des Autors) – S. Dirk, Die Cigarette, ein Vademecum für Raucher (1924). – Und anderes mehr. – Gebrauchsspuren.

920

– 12 Werke aus verschied. Gebieten in ca. 40 Bdn. Meist 19. Jhdt. Verschied. Formate. Verschied. Einbände (außen und innen Gebrauchsspuren). (72) 150,-

921

– 45 Werke aus verschiedenen Gebieten in 52 Bdn. Meist 19. Jhdt. Verschied. Einbände (außen und innen Gebrauchsspuren. (117) 200,-

922

– Ca. 100 Werke zur bildenden Kunst, zum Buchwesen und aus der schönen Literatur, in ca. 100 Bdn. Ca. 1854-2002. Verschied. Formate. Meist Orig.-Einbände (außen und innen leichte Gebrauchsspuren). (52) 300,-

Tls. Einzelnummern aus früheren Auktionen, auf Wunsch des Einlieferers hier als Sammlung.

916

– 11 Werke zu Kunst, Kulturgeschichte und Religion in 11 Bdn. Ca. 1650-1900. Verschied. Formate. Verschied. Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (57) 150,-

917

– 13 Werke in 13 Bdn. Aus verschiedenen Gebieten. 1650-1946. Verschied. Formate. Verschied. Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (68) *R 150,-


200

923

Gastronomie

Gastronomie

Bradleys „The riches of a hop-garden explain'd“ (vgl. DSB II, 390). – Titel mit Anstreichung in Buntstift, etw. fleckig, im letzten Drittel wasserrandig und mit kleineren Wurmspuren im weißen Rand, tls. stärker gebräunt.

ALTHOFF, TH., Fleisch- und fettlos. Die besten Kochrezepte aus dem Preisausschreiben des Warenhauses Theodor Althoff Leipzig. Leipzig, Althoff, 1915. 40 S. Orig.-Brosch. (mit kleinen Knickspuren und ganz leicht aufgehellt). (42) 100,-

Sole edition. – Older basic treatise on hop. – Comprises in the first part a historical, legal and economical appreciation of hop, in the second part the translation of Bradley's „The riches of a hop-garden explain'd“ (compare DSB II, 390). – Title with underlining in coloured pencil, a little soiled, waterstained in the last third and with smaller worm traces at blank margin, partly stronger browned. – Modern cardboard by using older material.

Einzige Ausgabe, selten. – Gibt einen zeitgeschichtlich interessanten Einblick in die Ernährungsnotmaßnahmen im zweiten Jahr des Ersten Weltkrieges. – Beiliegt eine Broschüre des Back- und Puddingpulverfabrikanten Oetker aus der Frühzeit des Zweiten Weltkrieges: Zeitgemäße Rezepte. Bielefeld, um 1939. 19 S. – Beide Schriften mit leichten Gebrauchsspuren.

924

(BERCHOUX, J. DE), La gastronomie, ou L'homme des champs à table. 2. édition, revue et augmentée. Paris, Giguet und Michaud, 1803. Kl.-8°. Mit gestoch. Frontisp. 176 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). (69) 80,Vicaire 84. Schraemli 51. Horn-A. 374. – Klassiker der französischen Gastronomie in Versform. Der volle Verfassername erst ab der 4. Ausgabe auf dem Titel. – Vorsätze leicht leimschattig, gering gebräunt und stellenw. minimal fleckig.

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BERICHT ÜBER DEN I. ÖSTERREICHISCHEN ALKOHOLGEGNERTAG, abgehalten in Wien, 12. bis 14. Oktober 1908. Leipzig und Wien, Deuticke, 1909. X S., 1 Bl., 239 S. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (Kanten und Kapitale stärker beschabt, etw. berieben und bestoßen). – Spiegel mit hs. Bibliothekssignatur, mehrf. gestempelt, etw. gebräunt. (86) 100,BIER – (TRESENREUTER, J. F.), Wirthschafftliche und rechtliche Abhandlung von dem Hopfen. Nebst Johann Heumanns historischem Vorbericht von der Kräuter-Kenntnus der alten Teutschen, wie auch desselben Ubersetzung der vom Herrn R. Bradley herausgegebenen Abhandlung von dem Reichthum eines Hopfgartens. Nürnberg, Lochner, 1759. Mit 2 Kupfertafeln. 26 Bl., 294 (recte 292) S., 3 Bl. Mod. Pp. unter Verwendung alten Materials. (65) *R 1.000,Einzige Ausgabe. – Schoellhorn 37, 85. Will VIII, 332. – Grundlegende ältere Abhandlung über den Hopfen, verfaßt von den beiden Juristen Johann Friedrich Tresenreuter (1739-1805) und dessen Stiefvater Johann Heumann von Teutschenbrunn (1711-1760). Enthält im ersten Teil eine historische, rechtliche und wirtschaftliche Würdigung des Hopfens, im zweiten die Übersetzung von

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BRANNTWEIN – DELBRÜCK, M., Illustriertes Brennerei-Lexikon. Berlin, Parey, 1915. Mit vielen Abb. IV, 787 S. OHldr. (gering berieben und bestoßen). – Titel mit gestrichenem Besitzvermerk, minimal gebräunt. (5) *R 100,DAZU: I. HAMM, W., Das Weinbuch. Leipzig, Weber, 1874. XXVII, 584 S. Illustr. OLwd. (Kapitale gering beschädigt). – Buchblock gebrochen, stellenw. gering fleckig. – II. BOWLEN UND PÜNSCHE. (Leipzig, Weber), o. J. (1902). XII, 165 S. OLwd. (minimal fleckig). – Papierbedingt minimal gebräunt.

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GOUFFÉ, J., Le livre de cuisine. Sixième éd. Paris, Hachette, 1884. Mit 4 chromolithogr. Tafeln und zahlr. Illustr. in Holzstich auf Tafeln und im Text. 1 Bl., XI, 861 S., 1 Bl. OLwd. (Gebrauchsspuren). (19) 150,Vicaire 417: „Cet ouvrage culinaire est, avec ceux d'Urbain Dubois, un des plus complets et des plus sérieusement traités qui existent.“ – Anfangs Klebespuren, fleckig. – Beiliegend „Unterricht für ein junges Frauenzimmer, das Küche und Haushaltung selbst besorgen will“ (1787) und das „Neue Stuttgarter Kochbuch“ von L. Löffler (1900).

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KLENCKE, H., Die Verfälschung der Nahrungsmittel und Getränke. Leipzig, Weber, 1858. Mit zahlr. Textholzstichen. XX, 1099 S. Lwd. d. Zt. mit Rvg. (leicht beschabt, etw. verfärbt). (5) *R 60,Erste Ausgabe. – Schraemli 95. – Vgl. Weiss 1933. – Hermann Klencke (1813-1881) gab den Anstoß zur Reform des preußischen Militär-Medizinalwesens. Seine populären Schriften „medizinischen, diätetischen und naturwissenschaftlichen Inhalts“ leisteten „der Volksbildung einen nicht zu unterschätzenden Dienst“ (ADB X, 157 und 158). – Wenige Buntstiftunterstreichungen.

930

KNEIPP – DIE KLOSTERKÜCHE VON WÖRISHOFEN. Ein praktisches Kochbuch im Sinne Kneipps. An der Hand des hochwürdigen Pfarrers zusammengestellt von einigen Schwestern des Dominicanerinnenklosters in Wörishofen. 8., verm. und verb. Aufl. Brixen, Buchhandlung des kath.-polit. Preßvereins, 1894. 272 S. OLwd. (wenig berieben). (5) *R 60,-


Gastronomie

Mit Kneipps Vorwort zur ersten Auflage (1892). – Innengelenke aufgeplatzt, fliegender Vorsatz mit kleinem Einriß, papierbedingt gebräunt, kaum fleckig.

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KONSERVIEREN – APPERT, (F. N.), L'art de conserver, pendant plusieurs années, toutes les substances animales et végétales. Paris, Patris, 1810. Mit mehrf. gefalt. Kupfertafel. XXXII, 116 S. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Gebrauchsspuren). (67) 600,-

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(NICEUS, CH. F.), Allgemeines GesundheitsKochbuch. Leipzig, Jacobäer, 1802. X, 518 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (fleckig). (110) *R 150,Erste Ausgabe. – Weiss 2817. Horn-A. 537: „Interessanter Inhalt, besonders Wildgeflügel und Fische betreffend.“ – Etwas fleckig. – Hübsch gebunden.

OEHM, CH., Praktisches Kochbuch für bürgerliche Hausfrauen, Wirthschafterinnen, Köche und Köchinnen. Coburg, Riemann, 1854. 2 Bl., 249 S. Hlwd. d. Zt. (etw. berieb. und bestoßen). (5) 150,Einzige Ausgabe. – Weiss 2865. – Nicht bei Horn-A., Georg und Schraemli. – 484 Rezepte, zusammengestellt „nach funfzigjähriger Erfahrung“ von Christian Oehm, Küchenmeister am Hof des Herzogs von SachsenCoburg-Gotha. – Fleckig und gebräunt, die zweite Hälfte des Bandes etw. wasserrandig.

938

OTTO, CAROLINE, Taschen-Wörterbuch für angehende junge Hausfrauen zur Selbsterlernung und Ausübung der einfachen bürgerlichen Kochkunst. Leipzig und Naumburg, Franke, 1843. Mit gestoch. Frontisp. VIII, 208 S. Läd. Hldr. d. Zt. (2) 150,Erste Ausgabe, selten. – Weiss 2917. – S. 23/24 unten mit Eckabriß (minimaler Textverlust), fleckig.

939

NEUBAUER, J., Allerneuestes Kochbuch. München, Fritz, 1774. 6 Bl., 628 S. Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (beschabt und bestoßen). (19) 300,Erste Ausgabe. – Weiss 2706. Horn-A. 303. Schraemli 48: „Neubauers Buch darf als bestes deutsches Kochlehrbuch des 18. Jahrhunderts angesprochen werden.“ – Fleckig und gebräunt.

935

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NAUMANN, L., Systematik der Kochkunst. Internationales Koch-Lehrbuch für Haushaltungen aller Stände. Dresden, Schönfeld, 1886. Mit zahlr. Textholzstichen. 4 Bl., 562 S. OLwd. (etw. berieben, wenig bestoßen). (5) *R 80,Erste Ausgabe. – Methler 4130. Weiss 2694: „Einzigartig nicht nur durch die konsequente 'Systematisierung' der Kochkunst, sondern auch durch die Verzeichnisse aller essbaren Tiere und Pflanzen aller Weltteile. Der Verfasser betrieb die bedeutendste Gewürzfabrik der Zeit.“ – Leicht gebräunt, wenig fleckig.

934

First edition. – Frontispiece with restored corner tear-out, a little soiled, slightly browned. – Contemporary restored calf.

(LEUCHS, J. CH.), Das Vorzüglichste und Gemeinnützigste aus Leuchs Haus- und Hülfsbuch für Jedermann. 3 Tle. in einem Bd. Wien, Schade, 1829. 1 Bl., 188 S., 1 Bl., 194 S., 1 Bl., 197 S., 8 Bl. OPp. (leicht fleckig, Rücken und Ränder etw. gebräunt). (5) 120,Vgl. Weiss 2284 Anm. (Wiener Ausgabe von 1826). – Erstmals 1821 in Nürnberg erschienen. – Wasserrandig.

NÜRNBERGER KOCHBUCH – DIE NÜRNBERGISCHE WOHL UNTERWIESENE KÖCHIN. 2 Tle. in einem Bd. Nürnberg, Stein und Raspe, 1752-53. Mit gestoch. Frontisp. 11 Bl., 906 (recte 908) S., 27, 4 Bl., 724 S., 25 Bl. Restauriertes Ldr. d. Zt. (19) 800,Erste Ausgabe. – Weiss 2844. Drexel 261. Georg 266 (die letzten beiden jeweils nur Teil I). – Die Fortsetzung des Titels von Teil I lautet „welche so wohl an Fleisch- als Fast-Tägen, zu geschickter Bereitung wohlschmeckender Speisen deutliche Anweisung giebt“, Teil II mit dem Titelzusatz „Oder der geschickte und wohlerfahrne Pasteten-, Torten- und Zucker-Becker oder Conditor“. – Frontispiz mit angerändertem Eckausriß, etw. fleckig, leicht gebräunt.

Seltene erste Ausgabe. – Vicaire 34. Bitting 13. Norman 59. Bulloch, Hist. of Bacteriology, 44. Garrison-M. 2467.1. – Vgl. Horn-A. 364. Simon 135. – „The first workable process for canning foods“ (Garrison-Morton). – Vortitel: Le livre de tous les ménages ou L'art de conserver ...; verso mit e. U. des Verfassers, der mit ihr das Werk als Originalausgabe zertifiziert. VORGEB.: ALBERT, B., Le cuisinier parisien. Paris, Tenré, 1833. Mit gestoch. Frontisp. (in der Paginierung) und 3 Kupfertafeln. VIII, 454 S. – Vicaire 9. – Vgl. Horn-A. 355. – Nicht bei Bitting. – Fleckig, tls. gebräunt.

201

SARTORY, J. G., Die Schwäbisch-Bayerische Küche oder Neuestes Augsburger Kochbuch. Augsburg, Rieger, 1846. Mit gestoch. Frontisp. VI, 449 S. OPp. (leichte Altersspuren). (11) 100,Erste Ausgabe. – Weiss 3334. – Vgl. Georg 1336. – Nicht bei Horn-Arndt. – Fleckig.

940

SCHREGER, O., Der vorsichtige und nach heutigem Geschmacke wohlerfahrne Speismeister. Augsburg, Rieger, 1778. Mit gestoch. Frontisp. 15 Bl., 484 S., 13 Bl. Hldr. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (19) 400,Zweite Ausgabe (EA 1766). – Weiss 3484. Horn-A. 337. – Die Lehrbücher von Odilo Schreger (1697-1774), Prior der oberpfälzischen Benediktinerabtei Ensdorf, sind „teils belehrend, teils unterhaltend und mit harmlosem Scherz gewürzt“ (Horn-Arndt). – Frontispiz mit hinterlegter Randläsur, beschnitten, fleckig, gebräunt. – Selten.


202

Gastronomie

943

(VAERST, E. VON, PSEUD.:) CHEVALIER DE LELLY, Cavalier-Perspective. Handbuch für angehende Verschwender. Leipzig, Brockhaus, 1836. XXXIV S., 1 Bl., 351 S. Mod. Ldr. (gering berieben und bestoßen). (5) *R 200,Erste Ausgabe. – Brockhaus-Verz. 345. Goed. XIII, 251, 5a. Hayn-G. IV, 138. Schraemli, Von Lucullus zu Escoffier, 82. Horn-A. 612. – Vaersts Erstlingswerk, eine im Geiste Epikurs gehaltene Schrift zur Lebenskunst, „wobei der Verfasser nicht selten mit satirischer Laune mehrfache Gebrechen der Gegenwart aufdeckt“ (Max Hippe). – Der aus Wesel stammende Publizist Eugen Baron von Vaerst (1792-1855) wurde 1833 Alleinbesitzer der „Breslauer Zeitung“. Mit E. T. A. Hoffmann befreundet, lebte Vaerst auch einige Zeit in Paris und schrieb als Berichterstatter für deutsche, französische und englische Blätter. – Leicht gebräunt, tls. etw. stockfleckig.

944

Humpert 1979. Böning-S. 5264. – Vgl. Horn-A. 247 (EA 1795) [fälschlich unter Johann Markus von Ehrenfels]. Böning-S. 4202 (zur EA): „Nicht von Ehrenfels stammender Vor-Druck, der Ehrenfels' Erfolg unberechtigt zu nutzen weiß.“ – Behandelt die Aufgaben der Frauen in Küche, Speisekammer, Garten, Viehstall und Geflügelhof und die nötigen Kenntnisse im Spinnen und Weben sowie bei der „Unterhaltung der Betten“ und „Besorgung der Wäsche“. – Fleckig, leicht gebräunt. – Beiliegen drei Werke zu Erziehung und Geschichte der Frauen aus der Zeit von 1800-1840.

Nr. 945

945 941

SCHUPPE, H., Neu-verbessert- und vermehrter Traiteur à la mode, welcher itzo zum Viertenmahle der delicaten und neubegierigen Welt zu sonderbahren Nutzen darleget sein mit Fleiß zusammen getragenes und wol eingerichtetes Koch-Buch. Lübeck, Böckmann, 1727. 4°. Mit 21 Abb. auf 18 Kupfertafeln. Doppelbattgr. Titel, 6 Bl., 196 S. (ohne S. 97/98), 12 Bl. Mod. Hpgt. (beschabt und bestoßen). (19) 800,Weiss 3529 (fälschlich 1729). – Vierte und zugleich letzte Ausgabe des erstmals 1698 erschienenen Kochbuchs. – „Die Holzschnitt-Tafeln zeigen Servieranweisungen für festliche Tafeln“ (Weiss zur zweiten Ausgabe, bei der die Illustrationen in Holzschnitt ausgeführt sind). – Respektblatt mit Vermerk von alter Hand, fleckig und gebräunt.

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URBAN, F., Das Buch des Conditors. Wien, Pest und Leipzig, Hartleben, o. J. (um 1880). Mit 37 lithogr. Tafeln. VIII, 444 S., 2 Bl. Anzeigen. OLwd. (etw. berieben und bestoßen). (5) 150,Hartleben's chemisch-technische Bibliothek, Bd. CLXXVI. – Fliegender Vorsatz und Titel mit Besitzvermerk, papierbedingt minimal gebräunt. – Mod. Exlibris.

VOLKSAUFKLÄRUNG – DER ERDMUTHE HÜLFREICHINN UNTERRICHT für Hausmütter in ihren Geschäften. Neue verm. Aufl. Wien, Doll, 1800. Mit Frontisp. und Titel- und Kopfvign. in Holzschnitt. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (etw. bestoßen, fleckig). (22) 200,-

WECKER, ANNA, Ein köstlich new Kochbuch von allerhand Speisen. Amberg, M. Forster, 1598. 4°. Mit figürl. Titelvign. nach J. Amman. 4 Bl., 155 (recte 255) S., 2 Bl. Leicht läd. blindgepr. Schweinsldr. d. Zt. über Holzdeckeln mit 2 defekten Schließen. (85) *R 8.000,VD 16 W 1349. Weiss 4103. Bitting 489. Horn-A. 96 (irrig als erste Ausg. bezeichnet). – Vgl. Vicaire 874. – Nicht im STC und bei Adams. – Seltene zweite Ausgabe des beliebten, erstmals 1597 gedruckten Kochbuchs. – „Erstes deutsches Kochbuch von Frauenhand“ (Horn-Arndt). – Anna Wecker (gest. 1596) war die Witwe des Basler Medizinprofessors und Colmarer Stadtphysikus Johann Jakob Wecker. Herausgegeben wurde das Kochbuch von der Tochter Katharina, der Gattin des Altdorfer Medizinprofessors Nikolaus Torelli (ADB XXXVII, 468). NACHGEB.: KOCH UND KELLERMEISTEREY. Frankfurt, J. Schmidt für S. Feyerabend, 1581. Mit figürl. Titelvign. und zahlr. Textholzschnitten nach J. Amman sowie großer Druckermarke am Ende. 74 num., 6 nn. Bl. – VD 16 K 1590. Becker 110. Horn-A. 60: „Rarissimum.“ Simon, Bacchica, II, 387. Vicaire 481. – Nicht im STC, bei Adams, Weiss, Oberlé und Bitting. – Als Verfasser genannt ist auf dem Titel „Meister Sebastian N. Röm. Key. May. gewesener Mundkoch“. – „Eine Art verkleinerter Rumpold, für die bürgerliche Hausfrau zusammengefaßt“ (HornArndt). – Stark wasserrandig, die letzen Blätter mit kleiner Wurmspur (kein Textverlust).


203

Judaica

VORGEB.: I. RUF, J., Hebammenbuch. Jetzundt aber von newem gebessert. Sampt einem nützlichen Anhang, von Cur unnd Pflegung der newgebornen Kindtlein. Frankfurt, Saur für Willer (in Ingolstadt), 1600. Mit 3 figürl. Titelvign. und zahlr. Textholzschnitten. 4 Bl., 259 S. (ohne S. 29/30, 51-54 und 185-202), 2 Bl. – VD 16 R 3579. Haeser II, 207. – Vgl. Garrison-M. 463. Durling 3978. Waller 8303-05. – Nicht im STC und bei Adams. – Der Züricher Stadtmedikus Jakob Ruf (Ruff, Rueff; gest. 1558) verfaßte sowohl medizinische wie literarische Werke; auch wurde er als Erfinder der Geburtszange angesehen (ADB XXIX, 591). – Bindung anfangs gelockert. II. ALBERTUS MAGNUS, Daraus man alle Heimligkeit deß weiblichen Geschlechts erkennen kan. Itzundt aber auffs neuw gebessert. (Frankfurt, S. Feyerabend, 1592). Mit Titelvignette (statt 2), Druckermarke am Ende und zahlr. Textholzschnitten, meist nach J. Amman. 1 nn., 72 num., 3 nn. Bl. – VD 16 ZV 311. Becker 34. Durling 93. – Vgl. Waller 311-19. Wellcome I, 137-46. – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Mit den gleichen Titelvignetten wie Rufs Hebammenbuch sowie Kräutern, Tieren und Monatsbildern. – Titel zur Hälfte mit der Vignette und dem Druckvermerk abgeschnitten. – Der gesamte Band fleckig und gebräunt. – Siehe Abbildung.

Darunter: Die wahre Kochkunst, oder neuestes, geprüftes und vollständiges Pesther Kochbuch (1826) – Henle, Guat is's. Kochrecepte in oberbayrischer Mundart. 5. Aufl. (um 1900) – Kübler, Das Hauswesen. Mit Beigabe eines vollständigen Kochbuches (1905) – Steimann, Die praktische Kochschule. 51.-60. Tsd. (1913). – Gebrauchsspuren.

Judaica 949

Rare second edition of the popular cookbook first printed in 1597. – Bound-in : Koch und Kellermeisterey, Frankfurt 1581, a rarity of cookery book literature, and two rare not quite complete works on obstetrics and gynecology (1592 or 1600). – The entire volume soiled and browned. – Contemporary slightly damaged blind-pressed pigskin over wooden boards with 2 defective clasps. – See illustration.

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Erste französische Ausgabe. – Roest I, 152. Steinschneider 4493. Tobler 17. Wilson 19. – Vgl. Navari 120. – Hauptquelle zu Riten, Gebräuchen und Lebensweisen vieler jüdischer Gemeinden des Hochmittelalters. – Der aus dem nordspanischen Tudela stammende jüdische Kaufmann Benjamin ben Jona hatte den Orient zwischen 1160 und 1173 bereist. Die erste hebräische Ausgabe seines Reiseberichts war 1543 in Konstantinopel gedruckt worden. „An interesting feature of his narrative is its division into what he saw and what he heard“ (Navari). – Das Frontispiz mit einem Porträt des Herausgebers. – Titel von Tl. I mit restauriertem Ausschnitt, das Frontisp. tls. bis zum Bildrand beschnitten, einzelne Bl. etw. lose, kleine Wurmspuren. – Mit hs. Besitzvermerk eines Juden aus Landau (Mayer Gabriel) auf dem Frontispiz verso. – Bibliotheksexlibris. – Selten.

WEIN – RITTER, G. H., Die Weinlere, oder Grundzüge des Weinbau's, der Veredlung der Reben, ihrer Krankheiten und Heilart. Mainz, Zabern, 1817. 4 Bl., 220 S. Ldr. d. Zt. mit Rtit., Deckelbordüren und dreiseit. Goldschnitt (gering berieben). (110) *R 250,Schoene 3982. – Entstand aus einer Entgegnung auf „Die Anwendung und Wirkung der Weine in lebensgefährlichen Krankheiten“ von E. Löbenstein-Löbel (1816). – Vorsatz mit kleiner Tektur. – Exlibris Harry Schraemli.

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– VOGEL, (H. A.), Anleitung zur Untersuchung der Weine hinsichtlich ihrer Verfälschung. Erlangen, o. Dr., 1829. 1 Bl., 26 S. Pp. d. Zt. mit dreiseit. Goldschnitt (Rücken etw. läd.; leicht berieben und bestoßen). (5) *R 100,Separatabdruck aus dem Archiv für die gesammte Naturlehre, Bd. XVII, H. 2. – Vgl. Poggendorff II, 1219 (der Abdruck im Archiv für die gesammte Naturlehre). – Nicht in den Weinbibliographien. – In nur sehr wenigen Exemplaren separat veröffentlichter Aufsatz (über den KVK nur in der BSB nachzuweisen) des Münchner Chemieprofessors Heinrich August Vogel (1778-1867). Behandelt die Nachweismöglichkeiten von Zusatzstoffen im Wein. – Gering gebräunt.

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SAMMLUNG – 15 deutschsprachige Kochbücher und Werke zur Gastronomie in 17 Bdn. 1822-1953. Verschied. Einbände (tls. etw. berieben und bestoßen). (5) 200,-

BENJAMIN VON TUDELA – BARATIER, J. P., Voyages de Rabbi Benjamin fils de Jona de Tudele en Europe, en Asie & en Afrique, depuis l'Espagne jusqu'à la Chine. 2 Tle. in einem Bd. Amsterdam, Aux dépens de la Compagnie, 1734. Mit gestoch. Frontisp. 25 Bl., 247 S., 4, 1 Bl., 377 S. Pp. d. Zt. unter Verwendung von Makulatur mit Federproben (stärkere Gebrauchsspuren). (94) 300,-

DELAFONS, P., Épistre aux juifs. Charenton, L. Vendosme, 1648. 4 Bl., 359 S., 8 Bl. Pgt. d. Zt. (Altersspuren). (93) *R 600,Nicht bei Goldsmith und Fürst. – Seltene theologische Streitschrift, „ou est prouvé, que Jesus est le Christ, le prince et pasteur éternel de l'église de dieu, et que bien tost il doit venir destruir tous ses adversaires“. – Zum Verfasser sind keine biographischen Daten bekannt. – Vorsatz mit kalligraphiertem Besitzeintrag, datiert 1770, anfangs und am Ende mit kleinen Eckabrissen, fleckig und stellenw. wasserrandig, gebräunt. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur drei Exemplare nachweisbar (in Aberdeen, Amsterdam und Erfurt).

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EWALD, H., Geschichte des Volkes Israel. 3. Ausg. 7 Bde. und Anhang in zus. 8 Bdn. Göttingen, Dieterich, 1864-68. Mod. Kunstldr. (Bd. IV mit kleiner Fehlstelle am Rücken). – Titel jeweils gestempelt, eng gebunden. (132) 200,Dazu von Ewald „Die Propheten des Alten Bundes“ (2 in einem Bd., 1840) und „Die Dichter des Alten Bundes“ (Tle. II und III, 1854-67). – Uniform gebunden.


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Kostüme – Mode – Uniformen

HERZL, TH., Der Judenstaat. Versuch einer modernen Lösung der Judenfrage. 3. Aufl. Leipzig und Wien, Breitenstein, 1896. Gr.-8°. 86 S. Läd. Orig.-Brosch. (135) 300,-

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Vgl. ABJ XI, 224, 17. – Im Jahr der ersten Ausgabe, in dem das Manifest des Zionismus in vier Auflagen erschienen ist, die dritte und vierte auf der Titelseite mit einer entsprechenden Tektur über der Auflagenbezeichnung „Zweite Auflage“; alle Auflagen des Jahres 1896 kollations- und textgleich. – Unaufgeschnitten.

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HOCHSCHULSCHRIFTEN – SAMMLUNG – 12 Dissertationen und andere akademische Schriften aus Altdorf, Basel (2), Berlin, Erfurt, Frankfurt an der Oder, Jena (2), Kiel (2) und Leipzig (2). 1671-1836. 4°. Heftstreifen (10) oder ausgebunden (geringe Gebrauchsspuren). (43) 600,Unter dem Vorsitz der Professoren J. G. Carpzov, D. S. Claessen, H. Opitz, J. T. Richter, P. Werenfels, Ch. Wildvogel und anderer Lehrer verteidigte Abhandlungen zur jüdischen Religion, zur jüdischen Geschichte und zum jüdischen Recht. – Meist recht seltene Schriften, im Falle der Dissertation über das „Velamen Judaeorum cordibus impendens“, Teil VII, Basel 1698, in einem bisher nicht beschriebenen Druck: zum einen weicht die Titelseite von der im VD 17 unter 12:143920X verzeichneten ab, zum anderen hat unser Druck die Blätter D 2 und D 3, die im Münchner Exemplar nicht vorhanden sind. – Gebräunt, tls. etw. fleckig.

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Erste Ausgabe. – Fürst III, 494. ADB XLI, 175: „Erwarb ihm allgemeine Anerkennung.“ – 4 Bl. der Vorstücke (Bogensignatur b) ins Register verbunden; gebräunt, etw. fleckig. – Beiliegend das „Hebräische und chaldäische Schulwörterbuch über das alte Testament“ von Biesenthal (1837) und „Remember“ (eines von 950 Ex., 1946) mit 26 Tafeln nach Holzschnitten von Frans Maserel.

HESCHEL, A. (J.), Die Prophetie. Krakau, Polska Akademia Umiejtnosci, 1936. VI, 194 S., 1 Bl. Läd. Orig.-Brosch. (139) *R 150,Erste Ausgabe. – Vgl. Wassermann 516. – Abraham Joshua Heschel (1909-1972) konnte seine 1932 an der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität abgeschlossene Dissertation erst 1936 in Krakau publizieren. Eine umgearbeitete Fassung veröffentlichte er unter dem Titel „The Prophets“ 1962 in New York. – Block gelockert, etw. gebräunt.

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WARNEKROS, H. E., Entwurf der hebräischen Altertümer. Weimar, Hofmann, 1782. 12 Bl., 398 S., 25 Bl. Hldr. d. Zt. (berieben, fleckig). (151) 100,-

Colas 2957. Hiler 870. – Nicht bei Lipperheide. – Laut KVK nur ein Exemplar in öffentlichem Besitz (Badische Landesbibliothek). – Seltene Folge der ersten 12 der besonders schönen, breitrandigen Trachtendarstellungen in prächtigem Altkolorit. – Minimal fingerfleckig. – Siehe Abbildung.

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BRUYN, E. DE, De la jupe divisée et de l'idéal grec. Brüssel, van Oest, 1911. Mit 3 Tafeln und zahlr. Illustr. im Text. 3 Bl., 56 S., 1 Bl. Hlwd. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig, berieben und bestoßen), die Orig.-Brosch.-Umschl. mit eingebunden. (69) 200,Separatabdruck aus „La Licorne“, Bd. I, Hefte 2 und 3; gedruckt in 100 Exemplaren. – Nicht in den Kostümbibliographien, kein Exemplar in deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Über das Korsett in der kretischminoischen Kultur; verfaßt von Edmond de Bruyn (18751956), Professor der Ästhetik und der Kunstgeschichte in Antwerpen. – Gering gebräunt, stellenw. etw. fleckig. – Respektblatt mit mont. altem Katalogausschnitt und einer Zeitungsmeldung vom Tode de Bruyns; auf dem ersten weißen Blatt zweizeilige Widmung mit e. Unterschrift des Autors. – Seitlich und unten unbeschnitten.

SELIG – DER JUDE. Bde. I und V (von 9) in 2 Bdn. Breslau, Löwe, 1777. Mit 2 Kupfertafeln. 12 Bl., 432 S.; 8 Bl., 400 S. Pp. d. Zt. (Altersspuren). (76) 100,Kirchner 2084. – Vgl. Meusel XIII, 80. Fürst III, 309. Holzmann-B. II, 11417. – Neudruck der 1768-72 in neun Bänden in Leipzig bei Rumpf gedruckten Wochenschrift, herausgegeben und sicher in weiten Teilen verfaßt von Gottfried Selig (1722-1795), einem in jungen Jahren zum Protestantismus konvertierten Talmudgelehrten. Entsprechend fundiert, gleichwohl allgemeinverständlich die in den einzelnen Stücken enthaltenen Abhandlungen: über die „Gewohnheiten der Juden am Freytag“ im ersten Band, über die Beschneidung, die Kindererziehung, die Krankenbesuche und die 613 Ge- und Verbote der Juden im fünften Band. – Vorderer Vorsatz von Bd. I mit hs. Vermerk („To the London Society“), hinterer Vorsatz desselben Bandes mit hs. Index der Gebete; leicht fleckig, gebräunt.

BADEN – VALERIO, (TH.), Costumes du GrandDuché de Bade et des Bords du Rhin. Paris, Gihaut, o. J. (1841). Fol. Altkolor. lithogr. Titel und 12 (statt 36) altkolor. lithogr. Tafeln. Hldr. d. Zt. mit dezenter Rvg. (stärker beschabt und bestoßen). (65) *R 600,-

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(EGERTON, COUNTESS OF WILTON, MARY MARGARET), The Book of Costume: or, Annals of Fashion. London, Colburn, 1846. Mit zahlr. Holzstichen im Text. XII, 482 S., 3 Bl. Beschäd. OLwd. (42) 150,-


Kostüme – Mode – Uniformen

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Erste Ausgabe. – Colas 386. Hiler 901. Lipperheide Ad 27. – Vgl. Halkett-L. I, 218 (2. Ausg. 1847). – Papierbedingt leicht gebräunt. – Beiliegen die „Allgemeine Moden-Zeitung“, 50. Jg. 1848, Nr. 1-26, mit zahlr. tls. kolor. Stahlstichtafeln, in einem Pappband der Zeit, und L. Schneiders „Kunst sich zu schminken“, Berlin 1831, mit 6 lithogr. Tafeln, in einem stark wasserrandigen Exemplar.

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FÄCHER. Einseitig bemalter, paillettenbestickter Seidenfächer. Gestell mit 16 durch ornamentale vergoldete Intarsien verzierten Stäben aus Bein, das Seidenblatt in Deckfarben figürlich und ornamental einseitig bemalt sowie mit floralen Motiven unter Verwendung von Metallpailletten bestickt. Frankreich?, um 1780. Ca. 26 cm. (3) 400,Charakteristischer Fächer des späten Rokoko, im Gegensatz zu den meisten Fächern des 19. Jahrhunderts nur etwa zu einem Dreiachtel-Kreis aufklappbar. In der Mitte des Faltblattes, das nur die obere Hälfte der Stäbe verdeckt und die Zwischenräume der unteren Hälfte frei läßt, eine pastorale Szene mit einem (adeligen) Liebespaar in arkadischer Landschaft. Die reiche Rahmung, teils gestickt, teils gemalt, mit Blüten, Rankenwerk und Körben. – Unbemalte Rückseite mit festem Papier hinterlegt (daher Fächer im derzeitigen Zustand nicht mehr faltbar), Verlust vieler Pailletten, Seide mit einigen Einrissen und Leimschatten an den Falzen, etw. gebräunt und fleckig, kleine Schäden an den Intarsien. – Siehe Abbildung.

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– Einseitig bemalter, paillettenbestickter Seidenfächer. Gestell mit 16 durchbrochen gearbeiteten und durch ornamentale vergoldete Intarsien verzierten Stäben aus Bein, das Seidenblatt in Deckfarben mit figürlichen Medaillons und ornamentalem, floralen Rahmenwerk einseitig bemalt sowie unter Verwendung von Metallpailletten bestickt. Frankreich?, um 1780. Ca. 26 cm. (3) 500,Sehr dekorativer Fächer des späten Rokoko, aufklappbar etwa im Dreiachtel-Kreis mit einem Seidenfaltblatt, das nur die obere Hälfte der Stäbe verdeckt und die Zwischenräume der unteren Hälfte frei läßt. Seidenfächer des 18. Jahrhunderts sind selten, da die Seide recht empfindlich gegen Beschädigungen und Bruch an den Faltstellen ist. Fünf unregelmäßig verteilte kleine Medaillons zeigen Putten oder Eroten, umgeben von floraler Ornamentik, die sich nach den Bahnen des Fächers ausrichtet. Die Stäbe sind hier außerordentlich reich, mit feistem Sägewerk gearbeitet, teils auch in winzigen figürlichen Reliefs mit vergoldeten Rahmenornamenten. Besonders prächtig die auch in der oberen Hälfte verzierten obersten Deckstäbe mit je einer von reicher Ornamentik eingefaßten Figur eines Gärtners mit Schaufel. – Unbemalte Rückseite stellenweise mit dünnem Papier hinterlegt (daher Fächer im derzeitigen Zustand kaum mehr faltbar) und mit Leimspuren, Verlust einzelner Pailletten, Seide mit einigen Einrissen an den Falzen, etw. gebräunt und fleckig. – Siehe Abbildung.

– Doppelseitig kolor. Papierfächer. Gestell mit 20 ornamental durchbrochenen, tls. vergoldeten Stäben aus Bein, daran mont. Papierblatt mit schablonenartig applizierter Rahmung über lithogr. Szenerie (Rückseite überklebt). Deutschland?, um 1840/50. Ca. 26 cm. (3) 150,Biedermeierfächer mit reicher rocaillenartiger Verzierung der Stäbe und drei Szenen in Rokoko-Manier (adelige Gesellschaft in Parklandschaft) auf dem Blatt. Die Szenen sind von applizierten floralen, ursprünglich reich vergoldeten Dekormotiven über schwarzem Grund gerahmt. – Papierblatt mit einigen Schäden und Falzeinrissen vollständig hinterlegt, dadurch die ornamental verzierte und kolorierte Rückseite vollständig überklebt (durch Restaurierung wohl wiederherzustellen) und der Fächer nicht mehr faltbar, Vergoldung weitgehend oxydiert und abgerieben, Gebrauchsspuren.

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– Einseitig bemalter Seidenfächer. Gestell mit 14 Stäben aus ornamental verziertem, durchbrochen gearbeiteten Bein, Seide in Deckfarben figürlich und ornamental bemalt, rückseit. mit Papier hinterlegt. Frankreich?, um 1860. Ca. 27 cm. (3) 300,Dekorative Arbeit des Neorokoko, geschaffen nach dem Vorbild der Seidenfächer des späten 18. Jahrhunderts mit der beliebten Thematik der adeligen Gesellschaft im Hirtenambiente einer idyllischen Landschaft sowie einer Brautwerbung als zentralem Motiv. Den Rahmen bilden florale, dem Rokoko entlehnte Dekormotive und Blumengirlanden. – Die Stäbe im unteren Bereich sehr breit angelegt, mit gitterartigen Durchbrüchen, im oberen schmal mit floralen Durchbrüchen. – Die Datierung nach modischen Details. – Seide tls. mit kleinen Einrissen an den Falzen, stellenw. etw. gebräunt, Gestell mit Leimspuren auf der Rückseite, Deckpapier mit Ausrissen. – Siehe Abbildung.


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Vgl. Lipperheide Dfl 9. Hiler 479. Colas 1547. – Die Tafeln mit Uniformen, Trachten und Kostümen aus Hamburg und Umgebung, u. a. Vierländer, Milchmädchen, Eisenbahnbeamter, Major zu Pferde, Helgoländerin, Dragoner zu Pferde und Fischfrauen. – Jessens Tafeln erschienen erstmals 1843-47 unter dem Titel „Album Hamburgischer Costume“ mit erläuterndem Text von F. G. Buek. – Vorsatz mit Besitzvermerk, am Fuß tls. knapp beschnitten, stellenw. etw. gebräunt und fingerfleckig.

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HOFFMANN, H., (HRSG.), Der Trousseau des Herrn. Ein Kalendarium der Eleganz. Mit zahlr. Illustr. von U. Mocci und S. Krotowski. Berlin, Verlag Fashion, 1913. 72 S. OPp. (beschabt, etw. fleckig). (68) *R 60,Einzige Ausgabe. – Lipperheide Nh 128. – Mit Beiträgen u. a. von Hanns Heinz Ewers und einem Kalendarium für 1913. – S. (3) mit Besitzvermerk, gebräunt.

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Nr. 967

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Erste Ausgabe (Heft I in zweiter Ausgabe beim IndustrieComptoir). – Colas 1833. Hiler 539. Lipperheide 48 (Ac 19). – Die Kupfer in schönem Kolorit und guter Erhaltung mit Kostümdarstellungen aus aller Welt, unter anderem aus Amerika, Hamburg und den Vierlanden. – Tls. leicht gebräunt und fleckig. – Beide Bde. mit dem Wappenstempel der Tetschner Bibliothek auf dem ersten Titel verso. – Siehe Abbildung.

FÄCHER. Doppelseitig kolor. Papierfächer. Gestell mit 22 Stäben aus Bein, die äußeren mit ornamentalen Applikationen, daran mont. lithogr. Papierblatt. Frankreich?, um 1870. Ca. 25 cm. (3) 350,Charakteristischer Fächer im Stil des Neorokoko mit den typischen Bildelementen auf den gefalteten Papierblättern: figürliche (hier antik-mythologische) Szenen im Mittelfeld, gerahmt von der parkartigen, lieblichen Landschaft des Locus amoenus, an den Rändern übergehend in goldene florale, dem Rokoko entlehnte Dekormotive. – Von den Stäben des Gestells sind hier nur die beiden äußeren mit ornamentalen Applikationen verziert, teils in Perlmutt. – Einzelne Applikationen fehlen oder sind gelockert, Papier mit mehreren tiefen Einrissen der Falze und kleinen Läsuren, leichte Leimspuren auf der Rückseite, eine kleine Stelle verklebt. – Siehe Abbildung.

HAMBURG – (JESSEN, H.), Trachten aus AltHamburg. O. O. (Hamburg), (Berendsohn), o. J. (um 1855). 50 kolor. lithogr. Tafeln. OLwd. (Rücken geblichen, etw. berieben und bestoßen). (65) *R 500,-

LEONHARDI, F. G., Bildliche Darstellung aller bekannten Völker nach ihren Kleidertrachten, Sitten, Gewohnheiten und mit Beschreibung aus den besten Englischen, Französischen und Italienischen Werken bearb. 32 Hefte in 2 Bdn. Leipzig, Baumgärtner, (1798-1810). 4°. Mit 122 kolor. Kupfertafeln. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (berieben und leicht bestoßen). (110) *R 800,-

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PETIT COURRIER DES DAMES. Modes, littérature, beaux-arts, théâtres. Bde. LX-LXXVIII (= Jahrgänge XXXI-XL) der Reihe in 20 Bdn. (Paris, Dondey-Dupré), 1852-61. Mit über 500 kolor. Kupfertafeln und zahlr. Schnittmusterbogen. Hlwd. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. (mit Signaturschildchen, etw. fleckig, berieben und bestoßen). (90) 1.200,Colas 2216. Lipperheide Zb 32. Hiler 703. – Wenige Bde. mehrf. gestempelt, gering gebräunt, stellenw. tls. stärker fleckig. A few volumes with multiple stamps, minor browning, partly here and there stronger soiling. – Contemporary half cloth with gilt stamped spine title (with shelfmark label, a little soiled, rubbed and scuffed).


Linguistik – Lexika

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BROCKHAUS – BILDER-CONVERSATIONSLEXIKON für das deutsche Volk. 4 in 8 Bdn. Leipzig, Brockhaus, 1837-41. 4°. Mit 45 Kupferstichkarten (davon einer grenzkolorierten) und mehr als 1200 Textholzstichen. Etw. läd. Hldr. d. Zt. (2) 300,Einzige Ausgabe. – Zischka 3. Seemann 50. BrockhausVerz. 348: „Das erste populäre encyklopädische Werk in Deutschland, welches Wort und Bild derartig miteinan-

– UNSERE ZEIT. Jahrbuch zum ConversationsLexikon. 8 Bde. Leipzig, Brockhaus, 1857-64. Hldr. d. Zt. (Kapitale tls. mit kleinen Einrissen, berieben und etw. bestoßen). (2) 150,Brockhaus-Verz. XLVII. Kirchner 10728. Seemann 573. – In monatlichen Lieferungen erschienene Ergänzung zur zehnten Auflage des Brockhaus-Lexikons, die 1855 abgeschlossen war und mit diesem Ergänzungswerk laufend auf dem jeweils aktuellsten Wissensstand gehalten werden sollte. Mit einem Generalregister im achten Band. – Vollständige Folge des Jahrbuches; von 1865 bis 1891 unter demselben Hauptsachtitel mit dem Zusatz „Deutsche Revue der Gegenwart“ fortgesetzt. – Gebräunt, braunfleckig.

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BIBEL-LEXIKON. Realwörterbuch zum Handgebrauch für Geistliche und Gemeindeglieder. Hrsg. von D. Schenkel. 5 Bde. Leipzig, Brockhaus, 1869-75. Mit 9 tls. gefalt. lithogr. Karten und Plänen, gefalt. Schrifttafel und gefalt. Tabelle. Hlwd. d. Zt. (Bezug an den Kapitalen mit kleinen Fehlstellen, berieben und etw. bestoßen). (2) 100,Einzige Ausgabe. – Brockhaus-Verz. 909-11. LThK IX, 241. Zischka 29. Herzog-H. XVII, 558: „Viele mit gelehrter Gründlichkeit ausgeführte Abhandlungen“ enthaltend. – Herausgegeben von Daniel Schenkel (1813-1885), Professor der Theologie erst in Basel, später in Heidelberg. – Vorsätze mit Besitzvermerk, papierbedingt stärker gebräunt.

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BAYLE, P., Dictionaire historique et critique. Quatrième éd., revue, corrigée, et augmentée. 4 Bde. Amsterdam, Brunel u. a., und Leiden, Luchtmans, 1730. Fol. Mit 4 wdh. gestoch. Titelvign. und Kopfvign. Beschäd. Ldr. d. Zt. (2) *R 300,Brunet I, 712. – Vgl. Zischka 7. Seemann 25: „Bis zum Erscheinen der Encyclopédie das bedeutendste Werk der Aufklärung.“ – Mehrfach gestempelt, die Titel mit getilgtem Besitzvermerk, anfangs mit Randläsuren, stärker fleckig, etw. gebräunt. – Beiliegen 6 Einzelbände aus verschiedenen anderen Auflagen des Bayleschen Wörterbuches.

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der verband, dass zahlreiche in den Text gedruckte Abbildungen in Holzschnitt die Darstellung erläuternd veranschaulichen. ... In Form und Ausdruck wurde das Strengwissenschaftliche vermieden, vielmehr Gemeinfasslichkeit mit vorzugsweiser Berücksichtigung deutscher und praktischer Interessen erstrebt.“ – Mit 5 Kontinentkarten, grenzkolor. Deutschlandkarte, 21 deutschen Gebietskarten, Karten von Ägypten, Griechenland, Italien, Portugal, Spanien, der Türkei usw. Die Umgebungskarten von Algier, Bremen, Frankfurt, Hamburg und Anhalt jeweils mit halbseitiger Ansicht. – Die erste Lieferung erschien bereits 1834. – Gebräunt, braunfleckig.

ADELUNG, J. CH., Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. 2. verm. und verb. Ausg. 4 Bde. Leipzig, Breitkopf, 1793-1801. 4°. Hldr. d. Zt. (Bezug mit Fehlstellen, bestoßen). (52) 150,Henne 8-11. Zaunmüller 89: „War jahrzehntelang Autorität in Fragen der Sprachreinheit, auch von Goethe benutzt, bringt viel altes Material. Wertvolle, ausführliche Artikel.“ – Erstmals 1774-86 erschienen, zuletzt in 4. Auflage 1811-18. Die 2. Auflage ist die Ausgabe letzter Hand (Adelung starb 1806) und deswegen auch die von Olms nachgedruckte. – Leicht gebräunt.

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CALEPINO, A., Dictionarium, quanta maxime fide ac diligentia accurate emendatum, & tot recens factis accessionibus ita locupletatum, ut jam thesaurum linguae Latinae quilibet polliceri audeat. Editio novissima nunc a L. Chiffletio ... revisa ... & supplemento J.-L. de La Cerda ... propriis locis reposito, elegantissimo ordine illustrata exhibetur. 2 in einem Bd. Lyon, Anisson und Posuel, 1681. Fol. 4 Bl., 1004, 862 S. Pgt. d. Zt. (Gelenke angeplatzt, Bezug mit kleinen Fehlstellen, Schließbänder fehlen, etw. bestoßen und fleckig). (2) *R 300,De Backer-S. II, 989, 7 (Cerda), und II, 1139, 21 (Chifflet). – Späte Lyoneser Ausgabe des berühmten lateinischen Wörterbuches, hier achtsprachig und in der Bearbeitung durch die Jesuiten Laurent Chifflet (1598-1658) und Juan Luis de la Cerda (1560-1643). – Vorsatz mit Besitzvermerk, gebräunt, fleckig. – Mod. Exlibris.

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CHAULMER, C(H)., Magnus apparatus poeticus, seu epithetorum, synonymorum et phrasium poeticarum opus absolutissimum. Paris, Hénault, 1666. 4°. Mit gestoch. Frontisp. 3 Bl., 173 (recte 824) S. Flex. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (Altersspuren). (70) 200,Erste Ausgabe. – Hoefer X, 133. – Nicht bei Goldsmith. – Charles Chaulmer (gest. 1680) „s'exerça dans presque tous les genres de littérature, sans réussir dans aucun“ (Hoefer). – Dennoch erschien seine Anleitung zum Dichten „ad usum studiosae iuventutis“ 1668 erneut. – Letzte Lage gelockert, wenige Einrisse (einzelne mit kleinen Klebestreifen älterer Zeit hinterlegt), Druck streckenweise stark durchschlagend, fleckig, gebräunt. – Mod. Exlibris.


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Linguistik – Lexika

DOBROWSKY, J., Lehrgebäude der Böhmischen Sprache. Zum Theile verkürzt, zum Theile umgearbeitet und vermehrt. Prag, Haase, 1819. XX, 326 S., 5 Bl. Hlwd. d. Zt. (minimale Gebrauchsspuren). (22) 120,Vater 53. Wurzbach III, 338. Knihopis 1981. – Joseph Dobrowsky (tschech. Josef Dobrovský; 1753-1829) begründete die wissenschaftliche Slawistik. – Fliegender Vorsatz mit hs. Widmung und mont. Porträt des Verfassers, gebräunt.

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Einzige Ausgabe. – Lommer 262. – Seltenes Wörterbuch der Mythologie, Geschichte und Geographie der Antike, populär geschrieben. – Titel mit gelöschtem Besitzvermerk; etw. gebräunt, wenig fleckig.

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FABER, B., Thesaurus eruditionis scholasticae. 2 Bde. Leipzig, (Saalbach), 1735. Fol. 7 (statt 8) Bl., 1792 Sp.; 1 Bl., 1308 Sp., 99 Bl. Läd. Ldr. d. Zt. (2) *R 100,-

Erste Ausgabe des Supplements zu dem zweibändigen, 1677 erschienenen Lexikon. – STC H 1467. ADB XII, 630. Zischka 5: „Mit vielen Zitaten klassischer Autoren.“ – Es fehlt der Vortitel des ersten Bandes. – Titel des zweiten Bandes mit Besitzvermerk und gestempelt, beide Bde. etw. gebräunt und leicht fleckig.

Vgl. Zischka 41. ADB VI, 489. – Erstmals 1571 erschienen, erlebte das lateinisch-deutsche Lexikon zahllose Überarbeitungen und war bis in die Mitte des 19. Jhdts. hinein ein wichtiges und beliebtes Hilfsmittel zum Studium der lateinischen Sprache. – Es fehlt der Vortitel des ersten Bandes. – Gebräunt, fleckig.

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(HEMPEL, F. F., PSEUD.:) PEREGRINUS SYNTAX, Allgemeines deutsches Reimlexikon. 2 Bde. Leipzig, Brockhaus, 1826. XX, 941 S.; 2 Bl., 828 S., 1 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (beschabt, etw. bestoßen). (2) 120,Erste Ausgabe. – Brockhaus-Verz. 219. Goed. VI, 395, 34, 13. Zaunmüller 61: „Mit Geschichte der Reimwörterbücher. Sehr reichhaltig, aber unkritisch in der Auswahl der Reime. Angeblich 300.000 Wörter. Bemerkenswertes Werk wegen vielen dort belegten Komposita.“ – Die längere Vorrede über die Geschichte der Reimwörterbücher verfaßte Friedrich Adolf Ebert. – Leicht gebräunt und fleckig.

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HISTORISCHES WÖRTERBUCH DER PHILOSOPHIE. Hrsg. von J. Ritter u. a. 13 Bde. Basel, Schwabe, (1971-2007). 4°. OLwd. mit Orig.-Umschl. (24) 300,Originalausgabe, vollständig mit dem abschließenden Registerband, mit Volltext-CD-ROM des Gesamtwerks. – Sauber. – Aus der Bibliothek des Kunsthistorikers Detlef Hoffmann (1940-2013), teils mit dessen Exlibris und Besitzvermerk. – Dazu die zehnbändige „Populäre Druckgraphik Europas vom 15. bis zum 20. Jahrhundert“, München 1967-79 (jeweils eines von 1000 Ex.), und weitere vier Beilagen.

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HISTORISCH-POETISCHES HANDWÖRTERBUCH für Freunde und Freundinnen der Lectüre, ingleichen für Eltern welche selbst ihre Kinder in der Mythologie und Geschichte unterrichten wollen. Mit einer Vorrede von P. J. Nürnberg und Sulzbach, Seidel, 1806. VIII, 340 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. (fleckig, beschabt und bestoßen). (2) 120,-

HOFMANN, J. J., Lexici universalis historicogeographico-chronologico-poetico-philologici continuatio. 3 Tle. in 2 Bdn. Basel, J. Bertsche für J. H. Widerhold, 1683. Fol. Mit wdh. Titelholzschnittvign. und 2 Holzschnittkopfleisten. 5 (statt 6) Bl., 1063 S.; 1 Bl., 963, 260 S. Pgt. d. Zt. (berieben und etw. fleckig, Kante des Hinterdeckels mit kleiner Fehlstelle) und läd. Ldr. d. Zt. (2) *R 120,-

LÜNEMANN, G. H., Lateinisch-deutsches und deutsch-lateinisches Handwörterbuch. Lateinisch-deutscher Theil. 2 Bde. 7. vielfach verb. und verm. Aufl. Leipzig, Hahn, 1831. XV S., 1644 Sp., 1; 1 Bl., 1788 Sp. Hldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Gelenke brüchig, beschabt, bestoßen). (22) 150,Zaunmüller 253. – Vorsätze tls. erneuert, fleckig, gebräunt. – Beiliegen die „Theorie des lateinischen Stils“ von C. J. Grysar (1831) und die „Grammatica Graeca“ von Th. Golius (1696).

Zweites bekanntes Exemplar 983

MORELLO, T., Enchiridion oratorium ad verborum copiam elegantiam Latini sermonis parandi pulcherrimu(m) atq(ue) fructuosissimum. Nunc septima vice multo quam antea fuit, cumulatius, emendatius, emaculatiusque editum, labore M. Ziegenhorn. Jena, Bauhofer für Fuhrmann, 1672. 12°. Mit gestoch. Titel. 21 Bl., 549 S., 38 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (9) 500,Noch nicht im VD 17 verzeichnet, dort derzeit (April 2016) nur frühere Drucke aus den Jahren 1601-1661. – Späte Ausgabe der häufig aufgelegten alphabetischen Sammlung lateinischer Wörter und Wendungen und deren Synonyma und eleganter Umschreibungen als Hilfsbuch für einen gewählten lateinischen Stil. – Der gestochene Titel mit dem Porträt Ciceros und breitem figürlichen Rahmen ist aus der sechsten Auflage übernommen. – Vorsatz mit Notiz von alter Hand, Titel mit Besitzvermerk, datiert 1805, gebräunt. – Wohlerhaltenes Gebrauchsbuch, von größter Seltenheit: von uns in öffentlichem Besitz nur in der Stadsbibliotek Norrköping nachweisbar. – Siehe Abbildung.


Linguistik – Lexika

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NANI MIRABELLI, D., Polyanthea. Hoc est, opus suavissimis floribus celebriorum sententiarum tam Graecarum quam Latinarum, exornatum. Köln, M. Cholinus, 1585. Fol. Mit Druckermarke in Holzschnitt. 4 (statt 8) Bl., 1039 (recte 1043) S. Blindgepr. Schweinsldr. d. Zt., monogr. und dat. „I M A 1585“, mit 2 intakten Schließen. (Vordergelenk oben angebrochen, beschabt, etw. bestoßen, fleckig). (103) 150,VD 16 N 73 (Domenico Nanni). – Diese Ausgabe nicht im STC und bei Adams. – Frühes Zitatenlexikon mit Stellen aus der Bibel, antiken Autoren, Kirchenvätern und Autoren des Mittelalters, in zahlr. Ausgaben das ganze 16. Jahrhundert verbreitet. – Ohne die 4 Bl. „Definitiones virtutum ac vitiorum“ am Anfang. – Titel mit Besitzvermerk von 1668, verso gestempelt, zahlr. Bl. oben und seitlich mit stärkeren Tintenflecken, einige Unterstreichungen und Marginalien von alter Hand, etw. fleckig, gebräunt.

985

NIEMANN, F. A., (d. i. J. F. KRÜGER), Geographisch-statistisches Comtoir- und ZeitungsLexikon. 2., durchaus verb. und sehr erweiterte Aufl. Quedlinburg und Leipzig, Basse, 1830. VIII, 648 S. Hldr. d. Zt. (Rücken und Ecken restauriert). (2) 100,Vgl. für die EA 1827: Zischka 97. Seemann 484. – Geographisches Handwörterbuch (so der Nebentitel) aus der Feder von Johann Friedrich Krüger (Krieger; 1770-1836), Domäneninspektor in Kassel, dann in Quedlinburg, wo er nach seiner frühen Pensionierung als Redakteur und Autor teils anonym, teils unter seinem Namen, teils unter seinem Pseudonym Friedrich Albert Niemann für den Verlag von Gottfried Basse tätig war. – Vorsätze erneuert, Titel mit hs. Besitzvermerk und zwei Stempeln, davon einer auf S. 100 wiederholt, gleichmäßig leicht gebräunt.

986

NORK, F., (d. i. S. KORN), Etymologisch-symbolisch-mythologisches Real-Wörterbuch zum Handgebrauche für Bibelforscher, Archäologen und bildende Künstler. 4 in 2 Bdn. Stuttgart, Cast, 1843-45. Hldr. d. Zt. (etw. berieben, leicht bestoßen). (2) 150,Einzige Ausgabe. – Zischka 125. ADB XXIV, 16. – Gebräunt, braunfleckig. – Von namhafter Provenienz: Zuerst im Besitz des Historikers und Genealogen Anton Fahne (1805-1883; ADB XLVIII, 483-85) mit dessen Stempel auf den Titeln des ersten und dritten Bandes, danach aus der Bibliothek von Fritz Werle (1899-1977), der als Astrologe, Autor esoterischer Schriften und Verleger tätig war (Mitbegründer des Otto-Wilhelm-Barth-Verlages und Gründungsmitglied des Deutschen Astrologen-Verbandes); beide Bände mit Werles Exlibris mit den Symbolen der zwölf Tierkreiszeichen.

Nr. 983

987

OBERMÜLLER, W ., Deutsch-keltisches, geschichtlich-geographisches Wörterbuch zur Erklärung der Fluss-, Berg-, Orts-, Gau-, Völkerund Personen-Namen Europas, West-Asiens und Nord-Afrikas im allgemeinen wie insbesondere Deutschlands nebst den daraus sich ergebenden Folgerungen für die Urgeschichte der Menschheit. 2 Bde., gebunden in 3. Leipzig, Denicke, und London, Williams & Norgate (II: Leipzig u. a., Denicke u. a.), 1868-72. XVIII, 572 S.; 1 Bl., S. (1)-576; 577-1049. Hldr. d. Zt. mit Rtit. (Gelenke etw. brüchig, berieben, gering bestoßen). (25) *R 150,Einzige Ausgabe (abgesehen vom Nachdruck 1967). – Zaunmüller 223-24. – Leicht gebräunt, etw. braunfleckig, gelegentlich Anstreichungen und Annotationen mit Bleistift. – Mod. Exlibris.


212

Militaria

Sole edition. – Well preserved copy of this very rare work, complete with all three parts and both of the copperplates. – Contemporary half vellum (soiled, scratched, scuffed). – See illustration.

989

RELIGION IN GESCHICHTE UND GEGENWART, DIE. 3., völlig neu bearb. Aufl. 6 Bde. und Register in zus. 7 Bdn. Tübingen, Mohr, 1957-65. 4°. OLwd. (außen und innen leichte Altersspuren). (89) 100,-

990

WEITENAUER, I., Lexicon biblicum, in quo explicantur Vulgatae vocabula et phrases, quaecunque propter linguae Hebraicae Graecaeque peregrinitatem injicere moram legenti possunt. Editio altera. Augsburg, Wagner, 1780. Mit gestoch. Titelvign. VIII, 463 S. Ldr. d. Zt. (Rücken mit wenigen Wurmlöchern und größerer Fraßstelle am Schwanz, berieben und etw. bestoßen). (2) 100,Letzte Ausgabe zu Lebzeiten des Autors. – De Backer-S. VIII, 1053, 21. – Wetzer-W. XII, 1301. – Vgl. ADB XLI, 622. Zischka 30. – Erstmals 1758 aufgelegtes, bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts verbreitetes Lexikon der biblischen Altertümer, zentraler Begriffe der jüdischchristlichen Glaubenslehre und der wichtigsten Orts- und Personennamen des Alten und Neuen Testaments; verfaßt vom Jesuiten Ignaz Weitenauer (1709-1783), Lehrer der orientalischen Sprachen und des Griechischen, als Hilfsmittel zum Verständnis und zur Erklärung der lateinischen Bibel. – Vorderer fliegender Vorsatz verso gestempelt, leicht gebräunt und etw. fleckig.

Nr. 988

988

(OTTO, CH.), Onomatologia oeconomica practica. Oder Oeconomisches Wörterbuch. Aus den besten theils alten, theils neuen Quellen zusammen getragen ... von einer Gesellschaft oeconomischer Liebhaber und mit einer Vorrede Herrn Joh. Heinr. Gottlieb (!) von Justi. 3 in einem Bd. Ulm, Frankfurt und Leipzig, Gaum, 1760-63. Mit gestoch. Frontisp. und Kupfertafel. 15 Bl., 1120 (recte 1320) Sp., 2 Bl., 982 Sp., 5 Bl., 902 Sp. Hpgt. d. Zt. (fleckig, beschabt, bestoßen). (25) *R 1.000,Einzige Ausgabe. – Meusel X, 246. Holzmann-B. III, 7651. Humpert 2530 (ohne Verfasserangabe). Zischka 185 (unter Justi). VD 18 80114601, 8011461X und 80114628. – Frontispiz gering gelockert; kaum fleckig. – Verfaßt von Christoph Otto (1725-1798), einem gelernten Theologen und ein Jahrzehnt lang auch Professor der Ökonomie; mit einer Vorrede des vielseitigen Kameralisten Johann Heinrich Gottlob von Justi (1717-1771), dessen Arbeiten auf dem Gebiet der Nationalökonomie wichtige Quellen für das politische und ökonomische Denken der Aufklärung darstellen. – Wohlerhaltenes Exemplar des vollständig mit allen drei Teilen und den beiden Kupfern sehr seltenen Werkes. – Siehe Abbildung.

Militaria 991

CLAUSEWITZ, C. VON, Hinterlassene Werke über Krieg und Kriegführung. Mischaufl. 10 in 5 Bdn. Berlin, Dümmler, 1858-67. Mit StahlstichPortr., 2 Stahlstichkarten und 5 Plänen. Hldr. d. Zt. mit goldgepr. Rtit. und dezenter Rvg. (beschabt und bestoßen). (65) *R 400,Bde. I-III in 3., IV-X in der 2. Auflage. – Borst 1651. Jähns 2852. – Bd. I ohne den Gesamttitel. – Vorsätze gering leimschattig, stellenw. etw. fleckig.

992

GERTSCH, F., Vom russisch-japanischen Kriege 1904/1905. 2 Text- und 2 Atlasbde. Bern, KünziLocher, 1907. 4°. Mit 23 gefalt. farb. Karten und Plänen. 253, 124 S. Flex. OLwd., die Karten lose in OLwd.-Mappen. – Titel von Bd. I mit Besitzvermerk. – Sauber. (11) 100,-


Militaria

993

994

RANÇILLIO, E., Der grosse Distanzritt BerlinWien 1892. Dresden, Arnold, (1894). Gr.-Fol. Mit 80 Tafeln. 1 Bl., 41, 9 S., S.13-371, 49, XXI S. Läd. OLwd. (139) *R 150,Äußerst seltene Publikation zum ersten großen Distanzritt in Europa, einem militärischen Übungsritt für Offiziere des deutschen und österreich-ungarischen Heeres. – Gelenke und Block gebrochen, einige Tafeln und Textblätter lose, mit Randläsuren und knickspurig, etw. gebräunt und fleckig.

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998

MILLER, F., Reine Taktik der Infanterie, Cavallerie und Artillerie. 2 Bde. Stuttgart, Druckerei der hohen Karlsschule, 1787. Mit gestoch. Titelvign. und 52 Kupfern auf 32 gefalt. Tafeln. 12 Bl., 619 S., 1 ; 30 Bl., 507 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch. (fleckig, Vorderdeckel mit kleinem Papieretikett). (110) *R 300,Erste Ausgabe, wurde im selben Jahr auch ins Französische übersetzt. – „Diese tüchtige, nur etwas zu breitspurige Arbeit ist ein methodisches Handbuch der Taktik“ (Jähns 2114). – In Bd. II je zwei Tafeln auf einem Bl. (wie in der Anweisung für den Buchbinder auch vorgeschlagen). Vorsätze mit Vermerken, etw. gebräunt und braunfleckig.

995

Erste Ausgabe. – Erschien gleichzeitig in Berlin bei Pauli (BTD 97.2611) und, wie vorliegend, in Zürich, jeweils kollationsgleich und textidentisch; die Schweizer Ausgabe ist wesentlich seltener als die deutsche. Sach- und Personenlexikon des Militärwesens, mit zahlreichen Schlachtplänen. – Vortitel und Titel mit mehreren Besitzvermerken, mehrf. gestempelt, sonst sauber.

(KALTENBORN, R. W. VON), Der militärische Sophron an seine junge, unerfahrne Kameraden; oder Klugheitslehre für angehende Offiziers. Leipzig, Dyk, 1792. XII S., 2 Bl., 304 S. Beschäd. Pp. d. Zt. (133) *R 120,Erste Ausgabe. – Holzmann-B. IV, 3053. Hamberger-M. IV, 24 (Erscheinungsjahr irrig 1791). VD 18 11527684. – Die Verfasserangabe auf dem Titel lautet „von dem alten preußischen Offizier, dem Verfasser der Briefe über Friedrich den Großen“, ein Hinweis auf das Hauptwerk des Rittmeisters Rudolph Wilhelm von Kaltenborn (17481792). – Vorsatz mit Klebespur und hs. Vermerk, Titel gestempelt, gebräunt, anfangs wasserrandig, fleckig.

RANGLISTE DER KAISERLICH DEUTSCHEN MARINE für das Jahr 1913. Mit einem Anhange, enthaltend die Deckoffiziere. Berlin, Mittler, 1913. XVI, 373 S., 1 Bl., 94 S. Marineblaues OKalbldr. mit Rtit., Rücken- und Deckelvg. und goldgepr. Wappensupralibros (Kanten etw. berieben). – Mit wenigen Anstreichungen in Buntstift, stellenw. minimal fleckig. (86) 150,SCHEIBERT, J., Illustrirtes deutsches MilitärLexikon. Mit einem Anhang: Militär-Litteratur. Zürich, Orell Füssli, 1897. 4°. Mit zahlr. Textholzstichen. 3 Bl., 725 S., 1 Bl., 39 S. OHldr. (etw. berieben, leicht angestaubt). (2) 80,-

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SCHWERTFEGER, B. (H.), Geschichte der Königlich Deutschen Legion 1803-1816. 2 Bde. Hannover und Leipzig, Hahn, 1907. Mit Frontisp., 23 Tafeln (davon 18 chromolithogr., eine doppelblattgr.), 10 gefalt. Karten und Plänen, Faks. und zahlr. Textabb. XVI, 718; XIII S., 1 Bl., 492 S. OHldr. (Bezug mit kleinen Fehlstellen, Kanten beschabt). (11) 200,Einzige Ausgabe. – Über die in Englands Diensten stehende hannoversche Legion und ihre Rolle u. a. bei Waterloo. – Die 18 Chromolithographien mit Uniformabbildungen. – Drei Karten in Einstecklasche. – Frontispiz mit kleinem Eckabriß und mit dem Vorsatz verklebt. – Sauber.

999

SZENDREI, J., Ungarische kriegsgeschichtliche Denkmäler in der Millenniums-Landes-Ausstellung. Budapest, o. Dr., 1896. Mit 6 gefalt. Tafeln und zahlr. Abb. 980 S. Hlwd. d. Zt. (Kapitale angeplatzt, berieben und bestoßen). – Gering gebräunt und fleckig. – Mod. Exlibris. (143) 150,-

1000 WISSEL, L. VON, Ruhmwürdige Thaten, welche in den letzten Kriegen von Unteroffizieren und Soldaten der englisch-deutschen Legion und der hannoverschen Armee verrichtet sind. Hannover, Helwing, 1846. VIII, 245 S., 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Mod. Hlwd., der hintere Orig.Brosch.-Umschlag mit eingebunden. (86) 400,Einzige Ausgabe. – Pohler III, 355. – Nur wenige Exemplare in deutschen Bibliotheken nachweisbar. – Würdigung militärischer Leistungen von rund 600 Soldaten und Unteroffizieren in den Befreiungskriegen; zusammengestellt von Ludwig von Wissel (1797-1853), königlich hannoverschem Artilleriehauptmann. – Erste Lage an den Ecken minimal wasserrandig, stärker gebräunt, stellenw. gering fleckig.

1001 ZIGARETTENBILDER – SAMMLUNG – 4 Werke in 6 Bdn. Berlin u. a., 1932-34. Verschied. Formate. Illustr. OPp. (2) und OKart. (Gebrauchsspuren). (26) 120,Zwei Alben aus der Serie „Deutsche Uniformen“: „Zeitalter Deutsche Freiheitskriege“ (Berlin 1932) und „Album III: Das Zeitalter der Deutschen Einigung 1864-1914, Bd. 1“ (Berlin 1933). – Beide Alben vollständig mit je 240 farb. Klebebildern.


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Musik – Tanz – Theater – Film

Nr. 1008

Uniformen der alten Armee. München 1932. – Uniformen der Marine und Schutztruppen. Anhang zur Bildersammlung Uniformen der alten Armee. (München 1932). – Jeweils vollständig (312 und 96 farb. Klebebilder).

Musik – Tanz – Theater – Film

Die Reichswehr. Köln 1933. – Komplett mit 280 farb. Klebebildern.

1003 BEETHOVEN – KINSKY, G., Das Werk Beethovens. Thematisch-bibliographisches Verzeichnis seiner sämtlichen vollendeten Kompositionen. Hrsg. von H. Halm. München und Duisburg, Henle, (1955). XXII S., 1 Bl., 808 S. OLwd. (gering berieben). (5) 60,-

Das Reichsheer und seine Tradition. Köln 1934. – Mit 328 farb. Klebebildern (vollständig). Beiliegen drei Zigarettenbilderalben aus den Jahren 193335 zur deutschen Geschichte: Kampf um's Dritte Reich. (Altona-Bahrenfeld 1933). Mit 220 (statt 273) farb. Klebebildern. – Orden. München (1934). Mit 287 farb. Klebebildern (komplett). – Alles für Deutschland. (Bremen 1935). Vollständig mit 360 farb. Klebebildern. In allen Alben alle Bilder montiert. – Leicht gebräunt, vereinzelt etw. fleckig und mit geringen Gebrauchsspuren.

1002 KONVOLUT – 6 Werke in 7 Bdn. und 8 Photographien. Rückgänge aus der Auktion 65: Nr. 1466, 1471, 1477, 1480, 1484, 1485 und 2724. (6) 100,-

DAZU: KÖCHEL, L. VON, Chronologisch-thematisches Verzeichnis sämtlicher Tonwerke W. A. Mozarts. 6. Aufl. Wiesbaden 1964. OLwd.

1004 DÖRFFEL, A., Geschichte der Gewandhausconcerte zu Leipzig vom 25. November 1781 bis 25. November 1881. 2 Tle. in einem Bd. Leipzig, (Breitkopf & Härtel), 1884. Fol. Mit mont. Faksimile, Holzstich- und chromolithogr. Tafel. 4 Bl., 270 S., 2 Bl., 104 S. OHldr. (bestoßen, fleckig). (42) 120,-


Musik – Tanz – Theater – Film

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Erste vollständige Ausgabe der „Festschrift zur hundertjährigen Jubelfeier des Gewandhauses zu Leipzig“ (Deckeltitel). – MGG III, 622. NDB IV, 30. – Der zweite Teil bietet die „Statistik der Concerte im Saale des Gewandhauses zu Leipzig“, 1881 erstmals separat erschienen. – Verfaßt vom Musikbibliothekar und Musikschriftsteller Alfred Dörffel (1821-1905). – Papierbedingt leicht gebräunt.

1005 MAHLER – „HAMBURGER STADT-THEATER. Matinée. Sonntag, den 19. März 1893.“ Einblattdruck (Konzertankündigungszettel). Hamburg, Kayser, (1893). Ca. 41 x 30 cm. – Unter Glas gerahmt. (45) 80,Konzert zum „hundertjährigen Jubiläum der Gründung der Friedr. Ludw. Schröder'schen Pensions-Anstalt des Hamburger Stadt-Theaters“, gegründet im März 1793. Dem Anlaß entsprechend, kamen Werke des 18. Jahrhunderts zur Aufführung, den Anfang machte eine Sinfonie in Es-Dur von Joseph Haydn (wahrscheinlich Nr. 99, komponiert im Jahre 1793), unter der Leitung von Gustav Mahler. Mahler ist von 1891 bis 1897 erster Kapellmeister am Stadt-Theater in Hamburg gewesen. – Etw. gebräunt.

1006 MOZART, W. A., Don Juan. Oper in zwei Aufzügen. Für das Pianoforte allein, ohne Worte, eingerichtet. Frankfurt, Fischer, o. J. (um 1830). Qu.-8°. 165 lithogr. S. Hldr. d. Zt. (beschabt, bestoßen). – Gelenke gebrochen, S. (3) mit Besitzeinträgen, fleckig, Ränder gebräunt. – Seltene Taschenpartitur. (21) 80,1007 ROMBERG, A., Sechs Gedichte von Christine Westphalen geb. v. Axen. In Musick gesetzt für drey Singstimmen und Madame v. Hosstrup, geb. Seyler gewidmet. Hamburg, Böhme, (um 1810). 31 S. Zur Gänze gestochen. Hldr. d. Zt. mit Deckelschild (Altersspuren). (117) 200,RISM R 2141. – Nachgebunden sind zwei weitere seltene Kompositionen von Romberg, ebenfalls um 1810 bei Böhme erschienen und zur Gänze gestochen, jedoch jeweils nur der Auszug für die zweite Stimme: Sechs Lieder von Gleim für 3. Singstimmen in Musik gesezt. 1 Bl., 24 S. – Sechs Lieder von Lessing für 3 Singstimmen in Musik gesetzt. 30 S. – Titel mit Besitzvermerk, leicht fleckig. – Alle drei Werke selten.

1008 SCHUBERT, F., Auf der Donau. – Der Schiffer. – Wie Ulfru fischt. Von Johann Mayerhofer. Für eine Baßstimme mit Begleitung des Pianoforte in Musick gesetzt. 21. Werk. Wien, Sauer und Leidesdorf, o. J. (1823, Platten-Nr. 276). Qu.-4°. Gestoch. Titel und 9 gestoch. Notenseiten. Umschlag d. Zt. (etw. fleckig). (37) 800,Erste Ausgabe. – Deutsch 553, 536 und 525. Hirsch IV, 497. – Titel etw. wasserrandig; fleckig. – Selten. – Siehe Abbildung.

Nr. 1010

1009 WAGNER, R., Mein Leben. 3 Bde. München, Bruckmann, 1911. 259 S.; 2 Bl., S. (261)-528; (529)886. OLdr. (Bezug tls. mit Kratzspuren, Kanten beschabt, bestoßen). (21) 400,Nr. VII von 15 Ex. der Privatausgabe, gedruckt für Hugo von Tschudi. – Vgl. GV 140, 222 (neben der zweibändigen Normalausgabe nur die Vorzugsausgabe in drei Halblederbänden). – Stellenw. etw. fleckig, minimal gebräunt. – Seitlich und unten unbeschnitten. – Äußerst seltene Luxusausgabe in Ganzleder mit dezenter Vergoldung.

1010 SAMMELBAND – 60 meist lithogr. Musikstücke für Pianoforte. Ca. 1825-35. 4°. Mit zahlr. Abbildungen und Vignetten. Je 2 Bl. Hlwd. d. spät. 19. Jhdts. (gering bestoßen). (110) *R 800,Sehr reizvolle Sammlung von Walzern, Hopsern, Märschen, Galopps etc., die Titel tls. hübsch illustriert. – U. a.: GERKE, O., Erheiterung am Sieben-Gebirge. Walzer. Bonn, Dunst (Nr. 26). – HERZ, H., Galoppe á la Giraffe. Köln, Simrock (Nr. 30). – KÜFFNER, J., Polonoise du Cénéral (!) Skrzynecki. Mainz, Schott (Nr. 33). – FAVORIT-GALOPPADE der Bergknappen. Offenbach, André (Nr. 51). – HELD, B., 2ter Münchner Hopswalzer. Mainz, Schott (Nr. 195). – HEROLD, F., Walse sur des thèmes favoris de l'opéra Zampa ou la fiancée de marbre. Mainz,


216

Okkultismus – Freimaurerei

Schott (Nr. 380). – CLAUSS, J., Favorit Walzer über das Polnische Nationallied 'Noch ist Polen nicht verloren'. Mainz, Schott (Nr. 381). – KÜFFNER, J., Galopade sociale pour le piano-forte. Mainz, Schott (Nr. 394). – MANNHEIMER LIEBLINGS TAENZE für das Pianoforte Nro. 2 (bis 5). Mannheim, Heckel. – WISS, H. B., Germersheimer Festungs Grundstein-Walzer. Mannheim, Heckel (Nr. 513). – KUR-WALZER für das Pianoforte. Frankfurt, Fischer (Nr. 437). – MEJO, F., Genesungs-Galopp! ... Als Einlage in die grosse Zauberposse „der böse Geist Lumpacivagabundus“. Breslau, Pelz (mit kolor. Illustration). – MARSCH (ZWEITER MARSCH) der israelitischen National-Garde zu Warschau. Offenbach, André (Nr. 5456 und 5461). – In den Formaten leicht abweichend. Tls. gebräunt und stockfl., aber schön erhalten. – Siehe Abbildung.

1011 SAMMLUNG – 5 Kirchen- und Hausgesangbücher. 1801-73. Silbergepr. Pgt. (1) und goldgepr. Ldr. d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). – Drei Beilagen. (109) *R 200,-

Okkultismus – Freimaurerei 1012 (ADELUNG, J. CH.), Geschichte der menschlichen Narrheit oder Lebensbeschreibungen berühmter Schwarzkünstler, Goldmacher, Teufelsbanner, Zeichen- und Liniendeuter, Schwärmer, Wahrsager, und anderer philosophischer Unholden. 7 Bde. Leipzig, Weygand, 1787-89. Mit 3 gestoch. Titelvign. Pp. d. Zt. (stärker berieben und bestoßen). (110) *R 400,Erste Ausgabe des wohl seltensten Werkes des bekannten Philologen und Lexikographen Johann Christoph Adelung. – Bolton I, 171. Rosenthal 5. Holzmann-B. II, 192. Graesse I, 20: „Ouvrage très curieux, et rarement complet.“ Ferguson I, 5. Engel 105. Henning I, 2321. – Enthält 73 Biographien (jeweils mit ausführlicher kommentierter Bibliographie) und im Anhang „Fausts Höllenzwang“. Im Jahr 1799 erschien ein Ergänzungsband: „Gallerie der neuen Propheten, apokalyptischen Träumer, Geisterseher und Revolutionsprediger. Ein Beitrag zur Geschichte der menschlichen Narrheit“. – Etwas gebräunt und fleckig. Exlibris F. G. Waller.

1013 (BONNEVILLE, N. DE), La maçonnerie écossoise comparée avec les trois professions et le secret des templiers du 14e siècle. 2 in einem Bd. London (= Paris, Vollard), 1788. Mit Kupfertafel. 4 Bl., 4, 134 S., 4 Bl., 172 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (Kapitale leicht läd., fleckig, beschabt, bestoßen). (76) 250,Wolfstieg 35728. Caillet 1408. Weller, Druckorte, II, 236. – Vortitel: „Les jésuites chassés de la maçonnerie“. – Titel des zweiten Bandes: „Mêmeté des quatre voeux de la compagnie de S. Ignace“. – Vorsatz und Titel gestempelt, gering fleckig, gebräunt.

1014 (CADET DE GASSICOURT, C.-L.), Le tombeau de Jaques Molai, ou le secret des conspirateurs, a ceux qui veulent tout savoir (Kopftitel). O. O., Dr. und Jahr (1795). (Ohne das Frontispiz). 31 S. Heftstreifen d. Zt. (93) *R 200,Seltene erste Ausgabe. – Barbier IV, 717. Caillet 1878: „Cet ouvrage estimé et recherché a servi de sources à la plupart des historiens de la maçonnerie. Il contient des détails et des renseingements soigneusement cachés jusqu'alors sur les plus importantes sociétés secrètes.“ – Nach Barbier verlegt in „Paris, les marchands de nouveautés“, nach dem Katalog des Westschweizer Bibliotheksverbundes möglicherweise in Neuchâtel von Louis Fauche-Borel. – Es fehlt das von Caillet verzeichnete Frontispiz. – Minimal fleckig. – Unbeschnitten. – Sehr selten.

1015 (EGGERS, CH. U. D.), Probierstein für ächte Freimaurer, ein Denkzettel für Rosenkreuzer, Jesuiten, Illuminaten und irrende Ritter. Teil I (von 2). O. O. und Dr. (Kopenhagen, Bonnier), 1786. XXXVIII S., 1 Bl., 514 S., 1 Bl. InterimsBrosch. (Altersspuren). (76) 200,Holzmann-B. III, 9865. Wolfstieg 42522. – Der holsteinische Politiker Christian Ulrich Detlef Eggers (1758-1813) verfaßte hauptsächlich kameralwissenschaftliche Schriften. – Mehrfach gestempelt, einige Randnotizen und Anstreichungen mit Bleistift, gering fleckig.

1016 FRATER CRUCIS ROSATAE. Rosen Creutz Bruder. Das ist, Fernerer Bericht, was für ein beschaffenheit es habe mit den Rosen Creutz Brüdern. O. O. und Dr., 1617. 1 Bl., 51 S. Mod. Pp. (76) 200,Kloss 2494. Wolfstieg 42321: „Selten. Der Verfasser erkennt die Vorzüge der rosenkreuzerischen Theosophie vor der herrschenden Lehre an und begründet sie.“ – Titel mit Logenstempel, gering fleckig, gebräunt.

1017 GEHEIME FIGUREN DER ROSENKREUZER. (Nachdruck der Ausg. Altona 1785-88). 3 Hefte in einem Bd. Berlin 1919. Gr.-Fol. Mit vielen kolor. Abb. 57 Bl. bzw. S. OLwd. (etw. bestoßen, leicht fleckig). (94) 150,Vgl. Wolfstieg 42429. – Letzte 6 Bl. mit Wasserrand, Vorsatz mit Besitzvermerk und gestempelt, etw. gebräunt. – Gestoch. Exlibris von Gerhard Freiherrn von Pölnitz.

1018 HORST, G. C., Zauber-Bibliothek oder von Zauberei, Theurgie und Mantik, Zauberern, Hexen, und Hexenprocessen, Dämonen, Gespenstern, und Geistererscheinungen. Tle. I und II (von 6). Mainz, Kupferberg, 1821. Mit zahlr. Textholzschnitten. XII, 387; XII, 440 S. Hldr. d. Zt. (stärker berieben und bestoßen). (143) 300,Erste Ausgabe. – Crowe 295. Graesse, BMP, 131-42. Caillet 5262. – Umfangreiches Werk, in dem Hunderte von Manuskripten und Büchern über alle Arten des Aberglaubens, der Hexerei und Magie verwertet worden sind. Die vorliegenden Bände behandeln Theurgie, Zauber-


Okkultismus – Freimaurerei

schriften, Akten zu Hexenprozessen, Abhandlungen über den Gespensterglauben, Berichte aus Reisebeschreibungen über Zauberei und Gespensterglauben und wissenschaftliche Abhandlungen über Magie und Zauberkunst. – Titel mit gelöschtem Stempel mit Farbabklatsch, hintere Vorsätze gestempelt, etw. gebräunt und fleckig.

1019 KRYPTOGRAPHIE – FRIDERICI, J. B., Cryptographia oder Geheime schrifft-, münd- und würckliche Correspondenß. Hamburg, Rebenlein, 1685. 4°. Mit gestoch. Frontispiz, 5 Kupfertafeln und zahlr. Tabellen und Diagrammen in Holzschnitt. 3 Bl., 280 S. Pgt d. Zt. (Schließbänder fehlen, bestoßen, fleckig). (68) *R 1.000,Erste Ausgabe. – STC F 113. Rosenthal 6042. Jöcher-A. II, 1250. – Frontisp. mit alt hinterlegtem Einriß, eine Tafel durchgerissen, die beiden letzten Lagen mit Wurmfraß bis in den hinteren Innendeckel, gebräunt, braunfleckig. – Gestoch. Exlibris Balthasar Ranpech (dat. 1642; Warnecke 1644). First edition. – Frontispiece with tear backed in former times, one plate torn, last two quires with worm damage up to rear inner cover, browned, brown-stained. – Engraved exlibris. – Contemporary vellum (clasp ribbons missing, scuffed, soiled).

1020 – PORTA, G. B. DELLA, De occultis literarum notis seu artis animi sensa occulte aliis significandi, aut ab aliis significata expiscandi enodandique libri IIII. Mömpelgard, J. Foillet für L. Zetzner, 1593. Mit Druckermarke auf dem Titel und zahlr. Holzschnitten im Text. 8 Bl., 275 (recte 271), 24 S., 6 Bl. Mod. Hpgt. (28) 300,STC 363. Adams 1928. VD 16 P 4325. Riccardi I/2, 309, 2 (4). Caillet 8856: „Ouvrage fort rare et extrêmement curieux, où le célèbre magiste Porta embrasse dans une harmonieuse synthèse les différents problèmes de l'occulte; les symbolistes y trouveront de très suggestives figures avec de savants commentaires. Il peut être mis en parallèle avec la Steganographie de Trithème et le Traité des Chiffres de B. de Vigenère.“ – Bedeutende Arbeit über Kryptographie, erstmals 1563 in Neapel erschienen; verfaßt vom Universalgelehrten Giovanni Battista (Giambattista) della Porta (1535-1615). – Wenige Bl. am Außensteg knapp beschnitten, gleichmäßig leicht gebräunt. Important work on cryptography, first published at Naples in 1563; written by the polymath Giovanni Battista (Giambattista) della Porta (1535-1615). – A few leaves at outer margin closely trimmed, uniformly slightly browned. – Modern half vellum.

1021 LENNHOFF, E., UND O. POSNER, Internationales Freimaurerlexikon. Zürich, Amalthea, 1932. 54 S., 1 Bl., 1778 Sp., 1 Bl. OHldr. (gering berieben, gebräunt). – Papierbedingt gering gebräunt. (5) 80,DAZU: VIBERT, L., Freemasonry before the Existence of Grand Lodges. London, Spencer, o. J. (ca. 1913). XI, 167 S. OLwd. (lichtrandig, etw. berieben). – Spiegel mit vierzeiliger Widmung des Autors, dat. 22. 9. (19)13 (danach unsere Datierung). – Papierbedingt gering gebräunt.

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1022 MIRUS, A. E., Kurtze Fragen aus der Pneumatica sacra. Görlitz, Rohrlach, 1710. 12°. Ohne das gestoch. Frontisp. 4 Bl., 240 S., 6 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (105) 500,Einzige Ausgabe. – Jöcher III, 553. – Nicht bei Caillet und Graesse, BMP. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur wenige Exemplare nachweisbar. – Erstes Stück in einem Sammelband mit vier Schriften des sächsischen Schulmannes Adam Erdmann Mirus (1656-1727), die in den Jahren 1705-15 dicht nacheinander erschienen sind, allesamt Vorarbeiten und begleitende Studien zu den drei großen lexikalischen Werken „Biblisches Antiquitätenlexikon“, „Lexicon antiquitatum ecclesiasticarum“ und „Onomasticon biblicum“. NACHGEB.: I. DERS., Kurtze Fragen aus der Metaphysica sacra. Ebda. 1710. Mit doppelblattgr. gestoch. Frontisp. 8 (statt 10) Bl., 238 S., 6 Bl. (ein weißes Bl. zwischengebunden). – Einzige Ausgabe. – Es fehlen aus Lage A die Blätter 5 und 6. II. DERS., Kurtze Fragen aus der Ethica sacra. Ebda. 1707. Ohne das gestoch. Frontisp. 6 Bl., 320 S. – Erste Ausgabe. III. DERS., Kurtze Fragen von der Reise der Israeliten durch das felsichte Arabien. Leipzig, Zimmermann, 1714. Mit gestoch. Frontisp. 5 Bl., 342 S., 15 Bl. – Einzige Ausgabe. – Vorsatz mit Bibliotheksschildchen, gering fleckig, gebräunt.

1023 PERTY, M., Die mystischen Erscheinungen der menschlichen Natur. Mischaufl. 2 in einem Bd. und Supplement. Leipzig und Heidelberg, Winter, 1872-77. XXVIII, 445, VI, 498; XVI, 366 S., 1 Bl. (Anzeigen). Abweichendes Hldr. d. Zt. (Gebrauchsspuren). (94) 100,Ackermann II, 305 und 307. Du Prel 504 und 1034. – Das Hauptwerk in zweiter verm. und verb. Auflage, der seltene Supplementband „Der jetzige Spiritualismus und verwandte Erfahrungen der Vergangenheit und Gegenwart“ in erster Ausgabe. – Titel beider Bde. gestempelt, mit zahlr. An- und Unterstreichungen, gebräunt, fleckig.

1024 SCHWÄRMER – REICHSABSCHIEDE – Der Römischen Käyserlichen Majestät und des Heil(igen) Röm(ischen) Reichs Geist- und Weltlicher Stände, Reichs-Abschiede und Constitutiones desgleichen Königliche, Chur- und Fürstliche absonderliche Edicta. O. O. und Drucker, 1702. 4°. 1 Bl., 32 S., 2 Bl., 30 S. Spät. Pp. (etw. berieben und leicht bestoßen). (2) 200,Erste Ausgabe. – VD 17 1037177X. – Sammlung von Edikten „wider die Rebellischen Wider-Täuffer, neuen einschleichenden Schwärmer, David Joristen, Weigelianer, Rosencreutzer, Pansophisten, Boehmisten, Chiliasten, Enthusiasten, Quacker, Labadisten, Offenbahrungs- und Frey-Geister, Quietisten, Träumer, Scheinheiligen neuen falschen Propheten und anderer Sectirischen Schleicher, wie die nahmen haben und sich selbst nennen die stillen vollkommen Heiligen“. – Erschien erneut gering verändert im folgenden Jahr 1703 (VD 18 11606304).


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Recht

NACHGEB.: (GEORG LUDWIG, HERZOG ZU) BRAUNSCHWEIG UND LÜNEBURG, Ernstliches Edict wieder die Neuen Schwermer oder so genandten Pietisten. Hannover, o. Dr., 1703. 4°. 2 Bl. – Erste Ausgabe. – Ackermann V, 552 (gibt irrtümlich 3 Bl. an). VD 18 10378537. – Edikt des Herzogs Georg Ludwig von Braunschweig und Lüneburg (1660-1727), seinerzeit Kurfürst von Hannover, seit 1714 König Georg I. Ludwig von Großbritannien. Titel des ersten Druckes und zweites Blatt des zweiten Druckes jeweils verso mit Logenstempel, insgesamt am Kopf und Fuß knapp beschnitten (erste und letzte Zeile der Titelseite der Reichsabschiede angeschnitten), gebräunt.

Recht 1025 BECCARIA, (C. BONESANA DI), Unsterbliches Werk von Verbrechen und Strafen. Neueste Ausgabe von neuem verbessert und vermehrt nebst dem Commentar des Voltaire, Widerlegungen und andern interessanten Werken verschiedner Verfasser. 2 in einem Bd. Breslau, Korn, 1788. Mit 2 gestoch. Frontisp. 13 Bl., 300 S., 2 Bl., 202 S. Läd. Hldr. d. Zt. (2) 200,Dritte und zugleich letzte Ausgabe dieser Übersetzung (EA 1778, erneut 1786, jeweils mit nur einem Band). – Rost 2005. GK 14.2634. Stintzing-L. III/1, 394 und Noten 258. VD 18 vorläufig 11095008-003. – Vgl. Hamberger-M. II, 366. Holzmann-B. I, 4179. Carter-M. 209 (zur Originalausgabe): „Eines der einflußreichsten Bücher in der ganzen Geschichte der Kriminologie. Beccaria vertrat die Auffassung, die Schwere eines Verbrechens solle nach dem Schaden bemessen werden, den es der Gesellschaft zufüge, und die Strafe solle hierzu im Verhältnis stehen. Er war der Meinung, daß die Verhinderung von Verbrechen wichtiger sei als ihre Bestrafung und die Gewißheit der Strafe von größerer Wirkung als ihre Strenge. Er prangerte die Verwendung der Folter und das geheime Gerichtsverfahren an. Er war gegen die Todesstrafe, an deren Stelle lebenslängliches Gefängnis treten solle; die Zustände in den Gefängnissen wären gründlich zu verbessern. Seine Grundsätze sind in den Strafvollzug sämtlicher zivilisierter Länder eingegangen.“ – Übersetzt von Philipp Jakob Flathe (1735-1810), Lehrer des Französischen und Italienischen und Übersetzer aus beiden Sprachen, mit Zusätzen versehen von Carl Ferdinand Hommel (1722-1781), Professor des Strafrechts in Leipzig, und angereichert durch zahlreiche kritische Arbeiten anderer Verfasser, darunter von Voltaire „über das Buch von Verbrechen und Strafen“ (vgl. zum französischen Original Bengesco 1724). – Titel des ersten Bandes gestempelt, hinterer Vorsatz mit Notizen von alter Hand zum Inhalt, tls. stärker gebräunt, etw. fleckig.

1026 BLUMBLACHER, CH., Libellus de tutelis. Vormundschaffts-Büchel. Salzburg, Mayr, 1668. Mit gestoch. Frontisp. 11 Bl., 438 S. Beschäd. Ldr. d. Zt. (133) *R 100,Erste Ausgabe. – Jöcher I, 1143. – Seltene frühe Monographie über die Vormundschaft. Pütter (III, 779) nennt als früheste Abhandlung über das allgemeine Vormundschaftsrecht ein Werk von 1669. – Interessant das Privileg, in dem „bey vermeydung zwei Marck Löhtigen Golds“ der Nachdruck auf sechs Jahre untersagt wird. – Spiegel leimschattig, fliegender Vorsatz entfernt, Frontispiz mit Besitzeintrag, fleckig, gebräunt.

1027 BÖHMER, J. H., Ius ecclesiasticum protestantium. Bde. I-IV (von 5). Mischaufl. Halle, Waisenhaus, 1736-43. Mit 3 Frontisp., 4 Titelvign., 3 Kopfvign., Portr. und gefalt. Tafel (alles gestochen). Läd. spät. Hlwd. (139) *R 150,Bde. I und II in 4., III und IV in 3. Auflage. – Vgl. Stintzing-L. III/1, 145: „Großartig angelegtes und durchgeführtes Hauptwerk.“ Schulte III/2, 94: „An die Dekretalenordnung sich anschliessend entwickelt er das gesammte protestantische (und auch kath.) Kirchenrecht. Für das protestantische liefert er ein erschöpfendes Detail, das von eminenter Kenntniss der praktischen Rechtsentwicklung getragen noch heute eine Fundgrube bildet. Er ist dem krassen Orthodoxismus und schalen Rationalismus gleich feindlich, tritt ein für den Territorialismus, jedoch mit allmäliger Neigung zum Collegialsystem. Sein Werk hat auf die Gesetzgebung grossen Einfluss geübt.“ – Letzte Lage von Bd. I lose, alle Bde. mit Besitzvermerk auf dem Vorsatz, Gelenke tls. gebrochen, gebräunt und fleckig.

1028 CELLA, J. J., Über Todesstrafen, und ob es zweckmäßig und erlaubt ist, selbige durch quaalvolle Arten der Hinrichtung zu schärfen? Gießen, Heyer, 1794. 44 S. Brosch. d. Zt. (obere Ecke des Vorderumschlags mit kleiner Fehlstelle). (2) 200,Erste Separatausgabe. – Hamberger-M. XI, 135. – Erstmals im „Philosophischen Journal für Moralität, Religion und Menschenwohl“ im zweiten Heft des zweiten Bandes 1783 erschienenes Plädoyer gegen unmenschliche, grausam-qualvolle Hinrichtungsarten; verfaßt vom bayrischen Juristen korsischer Abkunft, Johann Jakob Cella (1756-1820). – Innenseite des Vorderumschlags mit Besitzvermerk, die ersten 3 Bl. mit kleinen Fehlstellen an der oberen Ecke (nur der Steg betroffen), leicht gebräunt, etw. fleckig.

1029 DÖHLER, J. G., Schein und Seyn des Richterlichen Ambtes, das ist Kurtze doch gründliche Unterweisung, wie ein junger Mensch und Studiosus welcher dereinst ein Richterliches Ambt antreten, und in Cantzleyen und Gerichts-Stuben sich gebrauchen lassen will, oder darein gezogen wird, sich darzu anschicken, was er ... lernen und wissen, auch was vor Qualitäten er haben müsse. Coburg, Pfotenhauer, 1723. 152 S. Läd. Hpgt. (2) 250,-


Recht

Erste Ausgabe. – Dunkel I, Nr. 317, S. 191. NDB IV, 18. – Nach Art der Fürstenspiegel entworfener Richterspiegel, in der der Jurist Johann Georg Döhler (1667-1749) seine Ansichten zur Berufsethik des Richters darlegt, eine Arbeit, die in das Umfeld der juristisch-reformerischen Schriften zu rechnen ist, auf denen die bleibende Bedeutung Döhlers beruht. VORGEB.: DERS., Processualische Mause-Fallen, oder Kürtzliche Vorstellung wie es bey Processen insgemein her zu gehen pflege? und was man gutes darbey zu hoffen habe? Ebda. 1723. (Ohne das Frontispiz). 14 Bl., 304 S. – Erste Ausgabe. – Dunkel und NDB mit denselben Fundstellen wie oben (nennen beide 1724, das Erscheinungsjahr der 2. Auflage). – In satirischem Ton verfaßte, jedoch sehr ernst gemeinte Geißelung des Prozeßwesens der Zeit und ein hochinteressanter Einblick in die damalige Gerichtspraxis und die Tricks der Winkeladvokaten. Vorsatz mit aquarellierter Hagebutte, Titel des vorgebundenen Werkes mit Besitzvermerk, Titel von „Schein und Seyn“ mit alt hinterlegter kleiner Fehlstelle (keine Textberührung); beide Schriften leicht gebräunt.

1030 GESETZBUCH über Verbrechen und schwere Polizey-Uebertretungen. – Alphabetisches Register über den Inhalt der zwey Theile des Gesetzbuches über Verbrechen ... In einem Bd. Wien, k. k. Hof- und Staatsdruckerei 1814-15. 360, 308 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (stärker beschabt und bestoßen). – Block gebrochen, Vorsatz verso mit Besitzvermerk, gebräunt. (143) 80,1031 KLINGNER, J. G., Sammlungen zum Dorf- und Bauren-Rechte. Bde. I-III (von 4). Leipzig, Selbstvlg., 1749-53. 4°. 9 Bl., 760 S., 26; 7 Bl., 1060 S., 18; 12 Bl., 846 S., 17 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rsch. (kleine Kratzspur auf dem Vorderdeckel des ersten Bandes, alle Bände minimal bestoßen). (11) 300,Erste Ausgabe. – Humpert 3020. – Umfangreiche Sammlung zum Dorf- und Landwirtschaftsrecht, behandelt auch Dienst- und Lohnordnungen, Zehend-Recht, Dorfgerichtsbarkeit etc. – Titel von Bd. I und III gestempelt, von Bd. II mit abgeschnittener Ecke, tls. fleckig, gebräunt. – Dekorative Einbände mit Deckelprägung: „Auf das Land-Ambt gehörig“.

1032 KRAFFT, S. A., Juristisch-practisches Wörterbuch mit beygefügten Beweißstellen aus den Reichsgesetzen, dann verschiedenen Land- und Stadtrechten. Erlangen, Palm, 1793. 5 Bl., 378 S. Läd. Pp. d. Zt. (2) 100,Einzige Ausgabe mit diesem Titel und in dieser Form. – Hamberger-M. IV, 245. Baader II/1, 140. – Basiert auf dem „Kurzen juristisch-practischen Wörterbuch“ von August Ludwig Schott (1751-1887), das 1784 erschienen ist und nur 127 Seiten umfaßt, und zeichnet sich gegenüber dem Werk von Schott durch die wesentliche Erweiterung,

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gegenüber der erneuten Auflage aus dem Jahr 1821 durch die Belegzitate aus den Quellen aus, die dort weggelassen wurden. Reicht, dem Alphabet geschuldet, von Abactio, Abtreibung der Leibesfrucht, bis Zonum solvere, den Gürtel lösen, oder die Braut das erstemal beschlafen. – Sebastian Adam Krafft (1736-1814) war Universitätssyndikus zu Erlangen. – Vorsatz mit Spuren eines entfernten Exlibris, leicht gebräunt, etw. fleckig.

1033 LUDOLF, G. M. VON, De iure foeminarum illustrium tractatus nomico-politicus. Jena, Bielcke, 1734. Fol. 2 Bl., 12, 128 S., 5 Bl. (Index), 156, 248 (recte 240), 148 S., 2 Bl. Pgt. d. Zt. mit Rtit. (fleckig). (94) 250,Stintzing-L. III/1, Noten 103. ADB XIX, 392 (fälschlich datiert 1731). – Zweite Ausgabe der berühmten Abhandlung zur Primogenitur des sächsischen Fürstenhauses. – Stellenw. stärker fleckig und gebräunt.

1034 OELHAFEN VON SCHÖLLENBACH, J. CH., De praestationibus gallinariis sive HühnerZinßen. Praeside G. F. Deinlino. Altdorf, Meyer, 1731. 4°. 56 S. Mod. Brosch. – Gelenke verstärkt, Titel außen knapp beschnitten, gering fleckig. (22) 100,DAZU: PELLER, J. J., De iure victoris in res devictorum incorporales. Praeside Ch. G. Schwarzio. Altdorf, Kohles, 1720. 4°. 28 Bl. – Leicht fleckig.

1035 TEUTSCHE RECHTS-ABHANDLUNG von denen in adelichen Geschlechtern üblichen Fideicommissis Familiae, und denen daraus entstehenden Streitigkeiten, besonders wegen den Ablags-Geldern. Wetzlar 1758. Fol. Mit gefalt. Tab. 2 Bl., 148, 68 S. Leicht läd. Hpgt. d. Zt. (80) 300,Bibliographisch von uns nicht nachweisbar, nicht bei Stintzing-Landsberg, Pütter und Engelmann. – Behandelt wird das Urteil des Reichskammergerichts zur Besteuerung des Reichsgrafen Friedrich Ferdinand von der Leyen-Hohengeroldseck vom 10. 2. 1747. – Wasserrandig, leicht gebräunt. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur wenige Exemplare nachweisbar.

1036 KONVOLUT – 9 Werke zur Rechtsgeschichte in 12 Bdn. 1788-1849. Meist 8°. Verschied. Einbände d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (22) 100,1037 – Ca. 30 tls. inkomplette Werke zur Rechtsgeschichte, meist zu Bayern, in 39 Bdn. 19. Jhdt. 8° und 4°. Pp. d. Zt. (außen und innen Gebrauchsspuren). (6) 200,-


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Sittengeschichte – Erotik

Nr. 1038

Sittengeschichte – Erotik Mit erotischen Buchschnittmalereien 1038 APOLLONIUS RHODIUS, The Argonautics. Translated, with notes and observations by W. Preston. 4 in 2 Bdn. London, Stanhope Press, 1811. 12°. Mit 4 gestoch. Frontisp. Rotes Maroquin d. Zt. mit reicher Rücken- und Deckelvg. sowie dreiseit. Goldschnitt (etw. fleckig, berieben und bestoßen). (69) 300,Neuausgabe der EA von 1803. – Vgl. dazu Schweiger I, 39. Hoffmann I, 217: „In laudanda praestantia huius translationis omnes consentiunt.“ – Innengelenke von Bd. II gebrochen, beide Bde. etw. gebräunt und stellenw. minimal fleckig. – Mit erotischen Buchschnittmalereien auf dem Vorderschnitt: Ein Paar bei einer Schäferstunde auf einem Hof in unterschiedlichen Stellungen. – Siehe Abbildung.

1039 BEROALDE DE VERVILLE, (F.), Le moyen de parvenir. Nouvelle édition ... par un bibliophile campagnard. 2 Bde. Paris, Willem, 1870-72. Mit Portr. und zahlr. Vign. in Holzstich. 3 Bl., XLVIII, 382 S.; 2 Bl., XV, 471 (recte 417) S., 1 Bl. (Buchbinderanweisung). Rotes Hmaroquin d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (Kanten stärker berieben, etw. fleckig und bestoßen). (69) 200,Vicaire I, 433. Barbier III, 371. – Neben François Béroalde de Verville (auch Brouard oder Brouart; 1556-1626) wurde das Werk auf Grund seines rabulistischen Charakters unter anderem auch Rabelais selbst zugeschrieben. – Wenig gebräunt, stellenw. minimal braunfleckig. – Unbeschnitten. – Mod. Exlibris.

DAZU: CONTES EN VERS imités du Moyen de parvenir. Ebda. 1874. Mit 29 Vign in Holzstich und Extrasuite in Bistre. 2 Bl., 229 S., 1 Bl. – Hldr. d. Zt. mit Rtit. und Rvg. (Rücken minimal geblichen, gering berieben und bestoßen). – Vicaire I, 434. – Laut der Justification du tirage als „complément“ zum „Moyen de parvenir“ zu sehen. – Autoren der Verserzählungen sind Dorat, Grécourt, La Fontaine, Regnier, Vergier u. a. – Minimal gebräunt und etw. braunfleckig. – Auf großem Papier, unbeschnitten. – Mod. Exlibris.

1040 BERQUIN, (A.), Romances. Paris, Imprimerie de Monsieur, 1788. Mit 10 Kupfertafeln nach A. Borel. 2 Bl., 7 (recte 73) S., 2 Bl., 36 S. gestoch. Noten. Ldr. d. Zt. mit Rsch., Rvg., Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvg. (leichte Gebrauchsspuren). (69) 250,Cohen-R. 142. Lewine 55. Sander 131. – Etw. fleckig. – Dekorativ gebunden. DAZU: DERS., Romances, suivies de Pygmalion. Paris, Guilleminet für Dufour, 1801. Mit 10 Kupfertafeln nach A. Borel. 134 S., 1 Bl. Ldr. d. Zt. – Cohen-R. 142 Anm.

1041 BEVERLAND – (BERNARD, J.-F.), Histoire de l'état de l'homme dans le péché originel. „Dans le monde“ (= Amsterdam, Bernard), 1731. 12°. 256 (recte 242) S., 3 Bl. (Inhaltsverzeichnis). Ldr. d. Zt. mit Rsch. und Rvg. (Altersspuren). (61) 500,Barbier II, 685. Weller, Druckorte, II, 80 und 93. Gay-L. II, 517. Caillet 1124: „Une traduction libre ou plutôt une imitation de Beverland.“ – Erweiterte Fassung der erstmals 1714 erschienenen Übersetzung oder Nachdichtung von Adriaan Beverlands freigeistiger Schrift „Peccatum originale“. – Vorsatz mit Klebespur, einzelne Randvermerke von alter Hand, die letzten 4 Bl. mit dem Inhaltsverzeichnis in sich verbunden; fleckig. – Selten.


Sittengeschichte – Erotik

Nr. 1042

1042 BUSCH, W . M., Folge von 12 sign. Radierungen. (1972). Lwd.-Mappe (minimal bestoßen). (69) 300,Probedrucke von Radierungen mit Akten junger Frauen, die 1972 in einer Auflage von 35 Exemplaren unter dem Titel „Mädchen“ erschienen. – Vgl. Visel M 7. – Beiliegend die Einladung zur Subskription sowie ein Brief des Künstlers, dat. 14. 10. (19)72, an den Direktor des Bertelsmann-Verlags und Programmchef von dessen Lesering, Karl Ludwig Leonhardt (1922-2007): „Zum fünfzigsten Geburtstag die ersten Probedrucke von zwölf Kaltnadelradierungen zu der geplanten Mappe 'Mädchen' in alter Freundschaft mit allen guten Wünschen.“ – Minimal gebräunt. – Unbeschnitten. – Siehe Abbildung.

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Nr. 1045

Mit drei erotischen Handzeichnungen 1044 – RESTIF DE LA BRETONNE, (N.-E.), Monsieur Nicolas' Abenteuer im Lande der Liebe. 3 Bde. Hamburg, Gala-Vlg., (1961-62). Mit zahlr. Illustrationen von Wilhelm M. Busch. 252 S., 2 Bl.; 262 S., 1 Bl.; 245 S., 1 Bl. OLdr. in Rot, Grün und Braun (Rücken minimal geblichen, leicht bestoßen). (69) 250,Jeweils Nr. 6 von 100 Exemplaren der Vorzugsausgabe. – Visel 114-16. – Vorsätze minimal leimschattig, Ränder leicht gebräunt. – Unbeschnitten. – Die vorderen Vorsätze jeweils mit einer ganzseitigen, erotischen Handzeichnung des Künstlers versehen, signiert und datiert (19)73.

1043 BUSCH – LENTZ, G., ... aber das Fleisch ist schwach. 5000 Jahre Eros in der Geschichte. (Bergisch Gladbach), Lübbe, (1965). Mit zahlr. Illustrationen von Wilhelm M. Busch. 196 S., 1 Bl. OLwd. (minimal bestoßen) im Orig.Umschl. (69) 100,-

1045 – SAMMLUNG – 17 erotische, von Wilhelm M. Busch illustrierte Werke in 17 Bdn., davon 12 mit ganzseit. Handzeichnungen des Künstlers. 1963-87. Verschied. Orig.-Einbände (meist geringe Gebrauchsspuren). (69) 800,-

Erste Ausgabe. – Visel 143. – Minimal gebräunt. – Vorsatz verso mit neunzeiliger hs. Widmung des Autors, dat. Mai 1992: „Der Pfeffer stammt von Busch, dem Meister. / Von mir ist's nur – Tapetenkleister!“. Die erste Seite mit einer ganzseit. Aktzeichnung (Kugelschreiber) und Widmung von Wilhelm M. Busch.

Mit Handzeichnungen: BUSCH, W. M., Bilder der Liebe. (Gütersloh), o. J. – EROTISCHE NOVELLEN aus galanter Zeit. (Ebda.) o. J. – ORIENTALISCHES LIEBESFEST. (Ebda.) o. J. – STENDHAL, Rot und Schwarz. (Ebda.) o. J. – VASZARY, G. VON, Monpti. (Ebda.) o. J. – CASANOVA, G., Memoiren. Hamburg (1966). – BUSCH, W. M.,


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Sittengeschichte – Erotik

Krieg und Frieden. Eine Bildergeschichte. (Hamburg) 1968. – DERS., Dass. (mit unterschiedlicher Zeichnung). – RENOIR, J., Das intime Tagebuch des Capitaine Georges. Stuttgart und Hamburg (1969). – AEPLY, JANINE, Ein reifes Mädchen. Hamburg (1970). – DIE BESTEN EROTISCHEN ERZÄHLUNGEN DER WELT. München (1982). – EROTISCHE SZENEN DER WELTLITERATUR. München (1983). Ohne Handzeichnungen: CASANOVA, G., Memoiren. (Gütersloh), o. J. – Von Busch signiert. – INDISCHES LIEBESFEST. Hamburg (1963). – Nr. 876 von 1500 Exemplaren. – GRUSHENKA. (North Hollywood 1967). – DE BESTE MODERNE EROTISCHE VERHALEN. Utrecht (1985). – BUSCH, W. M., Skizzenbuch St. Pauli. München (1987). – Nr. 236 der 400 von 101 bis 500 numerierten Exemplare (Gesamtaufl.: 500). Meist nur geringe Gebrauchsspuren. – Die Handzeichnungen meist auf dem Vorsatz, gelegentlich auf der Schmutztitelseite. – Siehe Abbildung.

1046 CASANOVA – SAMMLUNG – 6 Werke in 6 Bdn. 1900-44. Verschied. Orig.-Einbände (Gebrauchsspuren). (69) 200,Worte Casanovas, hrsg. von J. E. Poritzky (Minden 1909; Nr. 55/65 der VA), Quelques aventures parisiennes de Casanova (Angers 1944; Nr. 62/200, gezählt von 55-254) und vier Werke der Sekundärliteratur (Ottmann, Jakob Casanova von Seingalt, sein Leben und seine Werke, Stuttgart 1900 – Auernheimer, Casanova in Wien, München 1924 – Pollio, Bibliographie anecdotique et critique des oeuvres de Casanova, Paris 1926 – Schmidt-Pauli, Der andere Casanova. Unveröffentlichte Dokumente aus dem Duxer Archiv, Berlin 1930). – Gebrauchsspuren.

1047 (CLESSE, A.), Je cherche le bonheur ou le célibat, le mariage e le divorce. Paris, Moutardier und Desenne, 1801. 1 Bl., 262 S. Restauriertes Ldr. d. Zt. (67) 400,Gay-L. II, 700. – Zur Zeit des Konkordats zwischen Napoleon und dem Vatikan erschienen, behandelt der auf dem Titel als „A. e. f. s. f. d. c. e.“ getarnte Verfasser brisante Themen, „absurdité du célibat“ ebenso wie die Problematik der Ehe in allen ihren bis heute aktuellen Aspekten, etwa „si les richesses sont nécessaires du bonheur“, „fécondité“, „relations d'autorité entre le mari et la femme“ oder „doit-on demeurer chez ses parens après le mariage?“ – Gelenke und Block gebrochen, einzelne Blätter mit Einriß, leicht wasserrandig und gering fleckig. – Exlibris „La Siguinie“. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog nur wenige Exemplare nachweisbar.

1048 SAUVAGE – CRÉBILLON, (C. P. J. DE), Tableaux des moeurs du temps dans les différents âges de la vie. Suivis de l'histoire de Zaïrette par le Riche de la Popelinière. (Paris), Aux dépens d'un amateur, 1920. Mit 20 Radierungen von Sylvain Sauvage auf Tafeln. 2 Bl., 229 S., 1 Bl. Orig.-Brosch. (Kapitale etw. läd., gering gebräunt, wenig berieben und bestoßen). (69) 200,-

Nr. 57 der von 6 bis 155 gezählten 150 Exemplare (Gesamtaufl.: 155). – Monod 3306. – Buchblock gelockert, gering gebräunt, stellenw. gering braunfleckig. – Unbeschnitten.

1049 DESROIX, J., La gynécocratie ou La domination de la femme. Précédé d'un étude sur le masochisme dans l'histoire et les traditions par L. Teilhade. Paris, Carrington, 1902. Mit zahlr. ganzseit. Illustr. XIV S., 1 Bl., 315 S., 2 Bl. Hldr. d. Zt. mit Rtit. und Deckel- und Rvg. (Rücken etw. geblichen, leicht berieben und bestoßen). (69) 200,Erste Ausgabe. – Nr. 118 von 750 Exemplaren. – Pia, Livres de l'enfer, Sp. 554. Monod 3716: „Illustrations de Martin van Maele?“ – „Une médiocre traduction, raccourcie et édulcorée, du roman anglais intitulé Gynecocracy [1893]“ (Pia 556). – Stellenw. minimal gebräunt und leicht fleckig. – Seitlich und unten unbeschnitten.

1050 EHE – DIE HUMMELN IM BIENENSTOCKE DES STAATS. Hildesheim, Gerstenberg, 1799. VIII, 136 S. Interims-Brosch. d. Zt. (gering berieben). (5) *R 200,Hayn-G. III, 353. – Nicht bei Holzmann und Bohatta. – Hinter dem Titel nicht zu vermuten: „Seltene Schrift über Ehe, Ehelosigkeit, Liebe etc.“ (Hayn und Gotendorf). – Titel mit kleinem Kleberest, gering gebräunt. – Über den KVK nur in zwei Exemplaren in öffentlichem Besitz nachweisbar.

1051 EIGENE, DER. Ein Buch für Kunst u. män(n)liche Kultur. Hrsg. von A. Brand und K. Linke. Bd. VI der Reihe. Berlin, Brand und Linke, 1906. Mit 12 mont. Tafeln und zahlr. ganzseit. Textillustr. VIII, 190 S., 5 Bl. Illustr. OLwd. (leicht beschabt). (68) *R 200,Eines von 3000 Exemplaren, hier ohne Nummer. – Dietzel-H. 853. Kirchner 23021. – Jahrbuch für homoerotische Kunst und Literatur. – Beide Spiegel mit Klebespuren; leicht fleckig und gebräunt.

1052 FINGESTEN – EXLIBRIS – SAMMLUNG – 6 sign. erotische Exlibris von Michel Fingesten. Farbradierung und 5 ankolor. Radierungen. Plattengr.: 11 x 15 bis 20 x 20 cm. Lose in Hlwd.Mappe d. Zt. (69) 600,Deeken 386, 393, 397, 401, 403 und 522. – Fünf der vorliegenden Exlibris des fleißigen Künstlers Fingesten (18841943) für den Exlibris-Sammler Gianni Mantero (18971985). – Sauber. – Siehe Abbildung.

1053 (FLITTNER, CH. G.), Anmuth und Schönheit aus den Misterien der Natur und Kunst für ledige und verheiratete Frauenzimmer. Berlin, Oehmigke, 1797. Mit gestoch. Titel mit kolor.


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Sittengeschichte – Erotik

Nr. 1052

Vign. und 4 kolor. Kupfertafeln von F. Jügel. XVII, 301 S. Hldr. d. Zt. mit Rsch., die Orig.Brosch. beigebunden (berieben, Gelenke rissig, Kapitale leicht lädiert). (110) *R 120,Erste Ausgabe. – Hayn-G. I, 87 (nur 3 Tafeln). – Sehr schönes Altkolorit. – Eingebunden die hübsche Orig.-Brosch. („Gynaeologie“, datiert 1795) und 2 Bl. Verlagsanzeigen (seitl. angeschnitten). – Etw. gebräunt, wenig fleckig.

1054 – Der Beischlaf. Eine phisiologische, historische und philosophische Darstellung. 4 Bde. Berlin, Selbstvlg. (II-IV: Berlin, Oehmigcke), 1794-98. Mit 3 (statt 4) kolor. gestoch. Frontisp. und 3 gestoch. Titeln mit kolor. Vign. nach W. Arndt. Hldr. d. Zt. mit Rvg. (etw. berieben und bestoßen). (110) *R 150,Flittner, Gynaeologie, Bde. II-IV und XI. – Blake 148. – Vgl. Holzmann-B. II, 8344. Hayn-G. IX, 255. – Ohne das Frontisp. zu Bd. III. – Vorsätze leimschattig, vereinzelt mit leichten Knickspuren, tls. minimal gebräunt.

1055 HÄFNER – HÜLSMANNS, D., Vakher. Roman. (Darmstadt), Melzer, o. J. (um 1980). Fol. Mit 8 sign. kolor. Radierungen von Th. Häfner. 101 S., 1 Bl. Lose Lagen in OSeidentaft-Kassette (minimal angestaubt und bestoßen). – Nr. 20 der von 11 bis 50 gezählten 40 Ex. (Gesamtaufl.: 300). (69) 150,-

Nr. 1062

1056 (LA METTRIE, J. OFFRAY DE), Unterweisung zur Vergnügung und Ergötzlichkeit. Aus dem Frantzösischen übersetzet. „In der Insul Calypso, Auf Kosten der Nymphen“ (= Frankfurt, Esslinger), 1747. 136 S. Pp. d. Zt. (beschabt und bestoßen). (133) *R 300,Fromm 14117. Weller, Druckorte, I, 85. Holzmann-B. VI, 8002. Hayn-G. VIII, 45: „Kleiner Liebesroman in Form eines Sendschreibens.“ – Enthält „Die Unterweisung zur Wollust“ (S. 7-82) und „Die drey Arten der Wollust“ (S. 83-136). – Etw. fleckig, gebräunt. – Über den Karlsruher Virtuellen Katalog kein Exemplar in öffentlichem Besitz nachweisbar.

Widmungsexemplar 1057 LA TOUCHE – SAMAIN, A., Aux flancs du vase. Paris, Société du Livre d'Art, 1906. Mit mont. Farbradierung und Buchschmuck von G. La Touche. 4 Bl., 109 S., 1 Bl. Maroquin d. Zt. mit Rtit., Rvg. und blindgepr. figürlichen Dekor auf beiden Deckeln, sign. „Creuzevault“ (Rücken ein wenig gedunkelt, gering fleckig), mit eingeb. Orig.-Brosch. (leicht angestaubt). (69) 800,-


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Sittengeschichte – Erotik

1058 (LE GOUX DE GERLAND, B. DE), Die Liebe ohne Vernunft oder Geschichte der Lais. Rostock und Leipzig, Koppe, 1776. 8 Bl., 260 S. Pp. d. Zt. mit Rsch. (etw. fleckig, beschabt und bestoßen). – Hayn-G. IV, 14. Fromm 12476. – Gering fleckig. (140) 200,1059 MARGUERITE DE NAVARRE, Les Nouvelles. (Gestoch. Titel: Heptaméron Français). 3 Bde. Bern, Nouvelle Société Typographique, 1780-81. Mit 3 wdh. gestoch. Frontisp. von Eichler nach Dunker, 72 gestoch. Kopf- und 72 Schlußvign. nach Dunker und 73 Kupfertafeln nach Freudenberg. S. (III)-XLVII, 275 (recte 279) S.; 1 Bl. (statt 2), 308 S.; 1 Bl. (statt 2), 250 S., 1 Bl. (es fehlen jeweils die Vortitel). Mod. Maroquin mit Rtit., Rvg., Deckelfileten sowie Steh- und Innenkantenvg. (Rücken leicht ausgebleicht). (69) 1.000,Erste Berner Heptameron-Ausgabe. – Sander 1278. Lewine 339. Lonchamp 1918. Slg. Fürstenberg 95. Fürstenberg 113. Reynaud 335: „Les exemplaires, qu'ils portent l'adresse de Walthard ou celle de la Société Typographique, paraissent du même tirage et de la même qualité, sans qu'il y ait lieu de préférer une adresse à l'autre.“ Cohen-R. 680: „Les figures, quoique un peu raides, sont très jolies et gravées avec une finesse remarquable.“ – Einige Vignetten liegen in separaten Abzügen lose bei. – Tls. fleckig, unterschiedlich gebräunt. – Aufwendiger Einband mit Dublüre in Moiréseide.

Nr. 1065 Nr. 2 von 75 Ex. (Gesamtaufl.: 100), gedruckt für Octave Homberg. – Monod 10110. Carteret IV, 356: „Belle publication cotée.“ – Zusätzlich eingebunden sind zwei radierte Vignetten von Gaston La Touche, jeweils mit hs. Widmung des Künstlers an den Bankier, Diplomaten und Kunstsammler Octave Homberg (1876-1941), einmal mit der Federzeichnung eines Äffchens, einmal mit der Kreidezeichnung eines Segelbootes, datiert jeweils 1905-1906. – Zum Buchbinder Louis Creuzevault (1879-1956) vgl. Fléty 49. – Sehr dekorativer Einband mit Tierfriesen in orientalischer Manier. Additionally bound-in are two etched vignettes by Gaston La Touche, each with ms. dedication by the artist to the financier and art collector Octave Homberg (1876-1941), once with the pen and ink drawing of a little monkey, once with the chalkdrawing of a sailing boat, each dated 1905-1906. – Re bookbinder Louis Creuzevault (1879-1956) compare Fléty 49. – Very decorative binding with animal friezes in oriental manner. – Contemporary morocco with spine title, gilt back and blind pressed figural decor on both covers, signed „Creuzevault“ (spine a little darkened, minimally soiled), with bound-in original wrappers (slightly dust soiled).

First Bern Heptameron edition. – Some vignettes are enclosed loosely in separate printings. – Partly soiled, variable browning. – Elaborate binding with doublure in moiré silk. – Modern morocco with spine title, gilt back, fillets on boards as well as gilt outside and interior edge (spine slightly faded).

1060 MOLLER, J., Discursus de cornutis et hermaphroditis eorumque jure. Editio tertia. Berlin, Meyer, 1708. 4°. 4 Bl., 211 S., 2 Bl. Mod. Pp. (minimale Altersspuren). (22) 300,Gay-L. II, 5. – Behandelt das Recht und die Strafen der Gehörnten und Hermaphroditen. – Fleckig, gebräunt.

1061 (MONTESQUIEU, CH.-L. DE SECONDAT DE), Le temple de Gnide. Revu, corrigé et augmenté. London (= Paris), o. Dr. und J. (1742). Mit gestoch. Frontisp., gestoch. Titel und 8 gestoch. Vign. 1 Bl., VIII, 85 S. Kalbldr. um 1890 mit Rsch., Rvg. sowie Steh- und Innenkantenvg. (69) 200,Reynaud 359. – Vgl. Cohen-R. 725. Sander 1383. Lewine 367. – Vorsatz mit Klebespur, Tafeln tls. fleckig. – Die Tafeln werden Charles Eisen oder Charles-Nicolas Cochin zugeschrieben. DAZU: DERS., Il tempio di Gnido. Nuovamente trasportato dal Francese in Italiano. Paris, Prault, 1767. 12°. Mit gestoch. Frontisp. nach Ch. Eisen. und gestoch. Titel. 45 S., 1 Bl., 147 S., 4 Bl. Kalbldr. d. Zt. mit Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvg. (Gelenke eingerissen, bestoßen). – Cohen-R. 726. Lewine 367. Salomons 138. – Wenig fleckig, leicht gebräunt.


Sittengeschichte – Erotik

DERS., Le temple de Gnide. Paris, Didot, 1795. 12°. Mit gestoch. Titelvign. und 10 Kupfertafeln. S. (3)-103 (so komplett). Ldr. d. Zt. mit Rücken-, Deckel-, Steh- und Innenkantenvg. (beschabt und bestoßen). – Salomons 140. Reynaud 361. Lewine 368. Sander 1385. Cohen-R. 729: „Jolie édition très recherchée.“ – Wenig fleckig. – Drei Bände mit dekorativen Einbänden.

1062 MOREAU – (RESTIF DE LA BRETONNE, N.-E.), Monument du costume physique et moral de la fin du dix-huitième siècle, ou Tableaux de la vie. Neuwied, Société Typographique, 1789. Gr.-Fol. Mit 25 (statt 26) Kupfertafeln nach J.-M. Moreau le Jeune (23) und S. Freudenberg (2). 1 Bl., 36 S., 1 Bl. Beschäd. Ldr. d. Zt. (18) 1.500,Erste Ausgabe. – Jacob 326. Cohen-R. 881. Lacroix 326, XXXIX. Lipperheide Fb 34, Anm. Colas 1124. Hiler 630. Sander 1698. Lewine 461. Thieme-B. XXV, 128. – Eine der berühmtesten Folgen galanter Kupferstiche Moreaus mit dem Text von Restif de la Bretonne. Die Tafeln waren erstmals 1777 und 1784 unter dem Titel „Suite d'estampes, pour servir à l'histoire des moeurs et du costume des François, dans le dix-huitième siècle“ erschienen. Sie zeigen Szenen aus dem Leben der jungen Frau, der Mutter, der Dame von Welt und aus dem Leben des „Cavalier à la mode“ oder „petit maitre“. – „Gegenstand wie Darstellung kennzeichnen einen Höhepunkt des 'dix-huitième', und das Ganze mutet den Nachgeborenen wie der Schwanengesang einer verschollenen Epoche an“ (Fürstenberg 109). – Es fehlt die Tafel „La course de chevaux“. – Text und Tafeln mittig meist mit feiner Knickspur, fleckig, leicht gebräunt. – Siehe Abbildung. First edition. – One of the most famous series of gallant engravings by Moreau with text by Restif de la Bretonne. – Lacks plate „La course de chevaux“. – Text and plates in the centre mostly with slight cracking marks, soiled, slightly browned. – Contemporary damaged calf. – See illustration.

1063 NIEDERSTRASSER, KATINKA, UND A. SCHINDEHÜTTE, „Paarodien“. 6 Radierungen = 6 literarische Liebespaare. Mit Bildbetrachtungen von H. C. Artmann. Hamburg, Merlin-Vlg., (1968). Mit 6 sign., num. und datierten Radierungen. 8 Bl. (Text). OHlwd. (gering berieben und bestoßen). (69) 400,Merlin-Mappe Nr. 1. – Nr. 44 von 100 Exemplaren. – Spindler 7, 6. – Minimal fingerfleckig.

1064 (RESTIF DE LA BRETONNE, N.-E.), Le Thesmographe, ou Idées d'un honnéte-homme, sur un projet de reglement, proposé à toutes les Nations de l'Europe, pour operer une reforme generale des loix. 2 Tle. in einem Bd. Den Haag, Gosse & Changuion, und Paris, Maradan, 1789. S. (3)-590, 1 Bl. (Verlagsanzeigen). Beschäd. Ldr. d. Zt. (69) 300,-

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Erste Ausgabe. – Barbier IV, 710. Jacob 38: „Forme le cinquième volume des 'Idées singulières'; bien plus curieux et bien plus rare que les quatre précédents.“ – Enthält zahlreiche Informationen zum Leben des Verfassers. – Wie meist ohne das unterdrückte Frontispiz. – Fleckig, leicht gebräunt. – Selten.

1065 (SIEBEN, G.), Moderne Monatsnymphen. Wien, Bondy, o. J. (um 1890). Fol. Illustr. Titel und 12 Tafeln. Lose in illustr. OLwd.-Mappe (Altersspuren). (45) 200,Seltene Folge des Malers und Illustrators Gottfried Sieben (1856-1918). Unter dem Pseudonym Archibald Smith arbeitete er für verschiedene Zeitschriften. – Fleckig, einzelne Randläsuren. – Siehe Abbildungen Seite 192 und 224.

1066 VIGNOLA, A., Toutes les femmes. Études. Bde. I und II (von 3). Paris, Méricant, 1901. Mit zahlr. Abb. XII S., 1 Bl., 296 S., 1 Bl.; 304 S. Lwd. d. Zt. mit Rsch. und Exlibris auf dem Deckel (gering berieben und bestoßen). (69) 100,Populärwissenschaftliches Werk mit zahlr. Abbildungen nackter Frauen verschiedener Länder. Im ersten Band werden europäische, im zweiten vorderasiatische und afrikanische Frauen dargestellt. – Minimal gebräunt und stellenw. etw. fleckig. – Unbeschnitten und tls. unaufgeschnitten.

1067 VIVIEN, RENÉE, NATALIE BARNEY UND EVA PALMER, Album secret. Présentation et notes par Jean-Paul Goujon. (Muizon), Éditions „Àl'Écart“, 1984. Mit 20 montierten Photographien. 2 Bl., 60 S., 2 weiße Bl. Lose Bogen in Orig.-Brosch.-Umschlag in OPp.-Chemise im OPp.-Schuber (etw. beschabt). (69) 800,Nr. 7 von 100 Exemplaren (Gesamtaufl.: 140). – Erstmals reproduzierte Photographien von Vivien Renée (18771909), Natalie Barney (1876-1972) und Eva Palmer (18741952) aus dem Jahr 1900, als sich die drei jungen Frauen in Bar Harbour, Maine, aufhielten. Mit der Erstveröffentlichung von Gedichten und Briefen der Vivien und der Barney, frühen Feministinnen und bekennenden Lesbierinnen. – Frisch. – Selten (kein Exemplar in öffentlichem Besitz in Deutschland nachweisbar). – Siehe Abbildung. Photographs reproduced for the first time by and of Vivien Renée (1877-1909), Natalie Barney (1876-1972) and Eva Palmer (1874-1952) from the year 1900, when the three young women sojourned at Bar Harbour, Maine. With the first publication of poems and letters by Vivien and Barney, early feminists and professed lesbians. – Fresh. – Rare (no copy recorded in Germany in public property). – Loose quires in original wrappers in original cardboard chemise in original cardboard slipcase (a little scratched). – See illustration.


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Sport – Spiele

Nr. 1067

Sport – Spiele 1068 FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT 1974 in der Bundesrepublik Deutschland. Hamburg, Hamburger Abendblatt, (1974). Mit einigen postfrischen Briefmarken, zahlr. Ersttagsbriefen und Sonderumschlägen und vielen Autogrammen prominenter Fußballspieler. 43 Bl. Rotes OKunstldr. (gering berieben). (86) 200,Von der Briefmarken-Redaktion des Hamburger Abendblattes zusammengestelltes und ausgegebenes Album („in dieser Form einmalig“) aus dem Jahr, als sich die deutsche Elf ihren zweiten Stern erspielte. Mit Autogrammen von Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Jürgen Grabowski, Sepp Herberger, Uli Hoeneß, Sepp Maier, Gerd Müller, Willi Schulz, Uwe Seeler, Berti Vogts, Fritz Walter und vieler anderer Meisterschaftsteilnehmer. – Die Briefmarken unter Cellophanstreifen eingesteckt, die Karten und Umschläge mit Fotoecken gehalten, einige wenige Stücke noch ohne Ecken und an der vorgesehenen Stelle nur eingelegt; vier Autogrammkarten und -umschläge ohne derartige Kennzeichnung lose beigefügt. Das Blatt „Deutschland Fußballweltmeister 1974“ mit drei Sondermarken und zwei Ersttagsstempeln vom 7. 7. 1974 doppelt vorhanden.

1069 GUYOT, (E. G.), Neue physikalische und mathematische Belustigungen, oder Sammlung von neuen Kunststücken zum Vergnügen. Aus dem Französischen. Tle. I und II (von 7) in einem Bd. Augsburg, Klett, 1772. Mit gestoch. Titelvign. und 39 gefalt. und ausfaltbaren Kupfertafeln. 20 Bl., 236 S., 3, 8 Bl., 300 S., 8 Bl. Hpgt. d. Zt. (leicht fleckig, bestoßen). (60) 300,Erste deutsche Ausgabe. – Vgl. Caillet 4900. Wheeler Gift 426. – Nicht bei Fromm. – Stellenw. fleckig.

1070 KARTENSPIEL – ANDRUCKBOGEN – Sammlung von Andruckbogen zu 7 verschied. Kartenspielen der Firma F. X. Schmid. Unlackiert und von Hand zerschnitten, jeweils 6 bis 12 Motive einzeln auf 8 Kartons mont. München, um 1980. (144) 200,-

Dokumentation zur Produktion von Kartenspielen nach historischen Vorlagen, jede Serie mit maschinenschriftlichem Etikett versehen.

1071 – JOUY – JEUX ÉDUCATIFS – (Jeu de cartes géographiques. Kartenspiel von [V.-J.-]E. Jouy. Lille, Vanackere, und Paris, Nicolle, [um 1806]). 48 typographisch gedruckte Spielkarten mit je einer kleinen Holzschnitt-Illustr. im Rund von P.-F. Godard d. Ä. (tls. alt ankolor.). (47) 100,Die Nummer sechs der von dem Schriftsteller, Politiker und bekannten Librettisten Victor-Joseph-Étienne Jouy (1764-1846) konzipierten Reihe der „Jeux Éducatifs“, also Kartenspielen zum Zweck der Jugendbildung. – Wie meist ohne die Titelkarte, die beigelegte gefaltete Weltkarte und die Spielanleitung. – Alle Karten handschriftlich alt numeriert, leicht gebräunt und fleckig.

1072 – KONVOLUT – Ca. 25 Werke zu historischen Spielkarten. Ca. 1930-91. Verschied. Formate. Orig.-Einbände (außen und innen leichte Gebrauchsspuren). (144) 200,Enthalten sind Museums- und Ausstellungskataloge sowie Standardwerke, darunter Hargrave (A History of Playing Cards, 1966), Hoffmann (Die Welt der Spielkarte, 1972) und Radau und Himmelheber (Spielkarten, 1991). – Beiliegen einige Auktionskataloge zu Spielkarten.

1073 – SAMMLUNG – Ca. 200 Kartenspiele. Ca. 1960-2000. (144) 400,Reiche Sammlung von Spielen aus europäischen Ländern (und einige wenige aus China und Japan). Enthalten sind mehrere aufwendige Faksimileausgaben historischer Spiele und Tarotkarten, unter anderem der Münchner Verlage Heimeran und F. X. Schmid sowie Piatnik in Wien, meist mit umfangreichem Begleitkommentar: Hofämterspiel – Teutsche Spielkarten für das bayerische Volk 1819 – Das Tarockspiel der Visconti – Das Salzburger Tarock – Kartenspiel des Meisters PW – Das Kölner Kartenspiel des Johann Bussemacher usw. – Meist geringe Gebrauchsspuren.

Zisska & Lacher - Auktion 66, Mai 2016 - Teil 1  

Zisska & Lacher, Buch- und Kunstauktionshaus Katalog zur Auktion 66, 11.-13. Mai 2016 Teil 1: Nummern 1-1073 Zisska & Lacher, auction house...

Zisska & Lacher - Auktion 66, Mai 2016 - Teil 1  

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