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PROGRAMMHEFT SEPTEMBER 2019

„Der Film ist das Wunder dieser Berlinale.“ DIE WELT

AB 19.09. IM KINO systemsprenger-film.de

systemsprengerfilm

systemcrasher.movie


» AUFRICHTIG UND MUTIG « EPD FILM

» STARK UND AUFWÜHLEND «

» KLUG UND EINDRUCKSVOLL«

BERLINER MORGENPOST

3SAT KULTURZEIT

» MÖGLICHERWEISE OZONS BESTER FILM «

» SO AKTUELL IST DAS KINO SELTEN «

FRANKFURTER RUNDSCHAU

MELVIL

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

POUPAUD

DENIS

MÉNOCHET

SWANN

ARLAUD

GELOBT SEI GOTT EIN FILM VON

FRANÇOIS OZON

AB 26. SEPTEMBER IM KINO


INHALT NEU IM SEPTEMBER AB 5. SEPTEMBER DER HONIGGARTEN – DAS GEHEIMNIS DER BIENEN PETTING STATT PERSHING UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT GOLDEN TWENTIES THE WHALE & THE RAVEN AB 12. SEPTEMBER MEIN LEBEN MIT AMANDA IDIOTEN DER FAMILIE ÜBER GRENZEN EIN LEICHTES MÄDCHEN AB 19. SEPTEMBER AD ASTRA – ZU DEN STERNEN Liebe Gäste und Freunde der Schauburg, SYSTEMSPRENGER DOWNTON ABBEY EIN LICHT ZWISCHEN DEN WOLKEN vom 4. bis  6. Oktober veranstalten wir dieses Jahr in der Schauburg AB 26. SEPTEMBER GELOBT SEI GOTT bereits zum 15. Mal das Todd-AO 70mm Festival. Dieses Festival NUREJEW – THE WHITE CROW des analogen Großformatfilmes ist fast ein Anachronismus in der DER DISTELFINK heutigen nahezu volldigitalen Zeit, in der Filme nicht selten auf MIDSOMMAR – DAS BÖSE WIRD ANS LICHT KOMMEN Mobiltelefonen angeschaut werden. So ist für viele unserer aus allen

BEVOR DER VORHANG AUFGEHT

Teilen der Welt anreisenden Gäste ein Filmerlebnis in einem Traditionskino mit großer gekrümmter Bildwand, samtroten Vorhängen und Wandbespannungen und dann die Brillanz einer originalen 70mm Filmkopie in perfekter Vorführung ein Erlebnis wie eine Zeitreise. Wir werden das digitale Zeitalter nicht zurückdrehen können (und wollen das auch nicht), aber sich gelegentlich mit einem guten Film und in perfekter analoger Technik im dunklen Kinosaal in die „gute alte Zeit“ zurückversetzen zulassen . Ja – das darf schon mal sein. Wir sehen uns also beim 70mm Festival …? Mit cineastischen Grüßen

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SONDERPROGRAMM SENIORENKINO KINDERKINO

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SPECIALS IN DER SCHAUBURG

ROMA EXKLUSIV IM 70MM-FORMAT 20 SPECIALS IN DER SCHAUBURG 24 ALS SICH DEFA-FILME IN DER SCHAUBURG BREIT MACHEN DURFTEN 26

PROGRAMMVORSCHAU

PROGRAMMVORSCHAU FÜR OKTOBER 2019

30

IMPRESSUM AUSGABE #124

Schauburg Kino Herbert Born, Marienstr. 16, 76137 Karlsruhe Tel: 0721 35 000 11 Fax: 0721 38 00 47 redaktion@schauburg.de schauburg.de REDAKTION Herbert Born, Wolfram Hannemann (www.wolframhannemann.de) GESTALTUNG Dušan Tomić HERAUSGEBER

Alle Starttermine sind unverbindlich. Programmänderungen sind nicht beabsichtigt, aber manchmal unvermeidbar. Das kostenlose Filmmagazin des Schauburg Filmtheaters, erscheint monatlich.


NEU IM SEPTEMBER 04

DER HONIGGARTEN —— DAS GEHEIMNIS DER BIENEN Großbritannien 2018

Eine alleinerziehende Fabrikarbeiterin lernt eine Ärztin und Bienenzüchterin kennen und lieben. Lovestory im Schottland der 50er Jahre, die mit ihren Darstellern und ihrer Ausstattung punkten kann. „Erzähle deine Geheimnisse den Bienen. Dann fliegen sie nicht fort!“, staunend vernimmt der kleine Charlie den Ratschlag, als der fasziniert vor dem Bienenstock der Ärztin Jean steht. Die hat gerade seine Blessuren behandelt, denn einmal mehr wurde der schmächtige Junge von seinen Mitschülern malträtiert. Als Ich-Erzähler macht Charlie das Publikum zum Komplizen dieser Geschichte, in der seine alleinerziehende Mutter Lydia allmählich immer mehr ihre Zuneigung zu der zugezogenen Ärztin entdeckt. Nach der gescheiterten Ehe hat die Fabrikarbeiterin finanziell große Sorgen. Als sie obendrein plötzlich arbeitslos wird, scheint die Lage für Lydia schier ausweglos. Da bietet ihr Jean eine Stelle im Haushalt an. Charlie ist gleichfalls begeistert, nicht nur wegen der Bienen und weil Jean spontan sein Boot rettet. Der Junge spürt, dass es seiner Mutter seit langer Zeit endlich einmal gut zu gehen scheint. Das bleibt freilich auch dem cholerischen Vater nicht verborgen, der mit zunehmender Eifersucht auf das Glück seiner Ex reagiert … Mit Musikvideos für die Talking Heads, Tom Tom Club oder Elvis Costello machte sich die Londoner Regisseurin Annabel Jankel einst einen Namen, die Clips fanden Eingang in die Sammlung des Museum of Modern Art in New York oder des Victoria & Albert Museum. Weniger wild fällt diese Romanverfilmung aus. Die Rollen von gut und böse sind klar verteilt, Gleichwohl kann das Drama durch eine auffallend gute Ausstattung punkten und bringt den Muff jener vermeintlich guten alten Zeit atmosphärisch dicht auf die Leinwand. Als großer Pluspunkt erweist sich das Ensemble. Vom angenehm unaufdringlichen Kinderdarsteller Gregor Selkirk, der jenseits altkluger Hollywood-Kids aufspielt bis zum glaubhaft sensiblen Liebespaar Holliday Grainger und Anna Paquin – letztere gewann als Neunjährige einst den Oscar für „Das Piano“.

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Annabel Jankel DARSTELLER: Anna Paquin, Holliday Grainger, Emun Elliott, Steven Robertson LAUFZEIT 106 Minuten VERLEIH Capelight VERTRIEB Central


NEU IM SEPTEMBER 05

»Visuell fesselnd und bewegend.« SCREEN INTERNATIONAL

PETTING STATT PERSHING Deutschland 2018

Schwarzhumorige Komödie um eine 17-jährige Schülerin, die in den 1980er Jahren in der hessischen Provinz aufwächst und keine Lust mehr hat, Außenseiterin zu sein.

EIN FIM VON

ROBERT BUDINA

BRD 1983: Die junge und kluge Ursula fühlt sich im tristen Provinzalltag, in dem die 68er-Bewegung mit ihrem Konzept von Liebe und Selbstbefreiung nur langsam ankommt, gefangen. Sie strotzt vor Lebenskraft und Sehnsucht und möchte eigentlich nur dazugehören, findet aber kaum Anschluss. Ihre spießigen Eltern empfinden sie als zu fordernd und provokant, ihren Mitschülern ist sie zu anstrengend. Als sie sich in ihren charismatischen Lehrer Siegfried Grimm verliebt, der Pazifismus predigt, Selbstbefreiungskurse gibt und das gesamte Dorf sexuell zu befreien scheint, beginnt auch Ursula, die konservativen Strukturen ihrer Umgebung, das Frauenbild ihrer Generation und das Konzept einer intakten Familie grundlegend in Frage zu stellen. Als ihr allerdings bewusst wird, dass es Grimm leider nicht so ernst mit ihr meint, gibt es nur eine Lösung: Rache! „Petting statt Pershing“ erzählt amüsant und vielschichtig vom Politischen im Privaten und von eingefahrenen Gesellschaftsstrukturen, die durchbrochen werden wollen. In den Hauptrollen spielen Newcomerin Anna Florkowski und Florian Stetter, das Ensemble wird durch Christina Große, Thorsten Merten, Hermann Beyer und Britta Hammelstein ergänzt. Regisseurin Petra Lüschow kommentiert: „Die Alternativbewegung, die den Geist der 68er atmete, schien genau das zu bringen, wonach ich mich sehnte: Freiheit, Reden über alles: Politik, Familie, Liebe. Aber ich realisierte bald, dass auch das Reden nicht unbedingt bedeutet, dass die Verdrängung nicht zurückkommt. Zudem fallen viele Themen einfach wieder unter den Tisch, das betraf etwa die Geschlechterverhältnisse. Feminismus war in den 80ern, als ich Jugendliche war, bereits ein Schimpfwort, der Backlash hatte längst begonnen, Reagan, Thatcher, Kohl begannen schon zu wirken, da lebten wir noch fröhlich mit der Illusion endlich befreit zu sein.“

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 19. SEPTEMBER IM KINO REGIE & DREHBUCH Petra Lüschow DARSTELLER Anna

Florkowski, Florian Stetter, Christina Große, Thorsten Merten LAUFZEIT 97 Minuten FSK 12

ERAFILM (AL) IN KOPRODUKTION MIT DIGITAL CUBE (RO) MIT UNTERSTÜTZUNG DES ALBANIAN NATIONAL CENTER OF CINEMATOGRAPHY RTSH (ALBANIAN RADIO TELEVISION) EIN FILM VON ROBERT BUDINA MIT ARBEN BAJRAKTARAJ ESELA PYSQYLI BRUNO SHLLAKU IRENA CAHANI MUZBAJDIN QAMILI OSMAN AHMETI SUELA BAKO VIRUS SHALA ARBEN SPAHIJA HELGA BOSHNJAKU PRODUZENTIN SABINA KODRA KOPRODUZENT CRISTIAN NICOLESCU DREHBUCH ROBERT BUDINA AUSFÜHRENDE PRODUZENTIN SABINA KODRA KAMERA MARIUS PANDURU R.S.C SCHNITT STEFAN TATU MUSIK MARIUS LEFTĂRACHE PRODUKTIONSDESIGN LEANDËR LJARJA KOSTÜM GERTA OPARAKU MASKE BESA ISLAMI TONMISCHUNG DARKO SPASOVSKI TONSCHNITT MARIUS LEFTĂRACHE AUSSTATTUNG ANDON KOJA PRODUKTIONSLEITUNG ERJOLA FIORE DREHBUCHBEARBEITUNG LAURA BUNA REGIEASSISTENT EDO TAGLIAVINI IM VERLEIH VON NEUE VISIONEN FILMVERLEIH


NEU IM SEPTEMBER 06

UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT Deutschland 2019

Unschuldig in einem sowjetischen Gulag gefangen, kehrt eine überzeugte Kommunistin 1952 in die DDR zurück. Sorgfältig inszeniertes Drama als Geschichte über Idealismus und den real existierenden Machtmissbrauch. Gemeinsam mit Tochter Lydia (Carlotta von Falkenhayn) und ihrem Ehemann wird die junge Antonia (Alexandra Maria Lara) unschuldig in einem sowjetischen Gulag gefangen gehalten. „Noch zwei Jahre, das schaffen wir auch noch“ - ihr Mann schafft es nicht. Mit ihrem schwerkrankem Kind kehrt die Witwe 1952 in die DDR zurück. Im kleinen Fürstenberg sorgt die Partei schnell für eine schöne Wohnung, eine gute Arbeitsstelle sowie die Behandlung von Lydia. Als Gegenleistung erwartet SED-Kreisleiter Silberstein (Stefan Kurt), dass die Genossin strengstes Stillschweigen über ihr erlittenes Leid im sowjetischen Bruderstaat bewahrt. Wie zwei weitere heimgekehrte Opfer stalinistischer „Säuberungsaktionen“, fügt sich die überzeugte Kommunistin der Parteiräson. „Was hinter euch liegt, hat nichts mit Kommunismus zu tun!“, verspricht Genosse Silberstein verheißungsvoll. Mit Stalins Tod kommt es zur kleinen, gleichwohl dramatischen Wende … Bernd Böhlich, zweifacher Adolf-Grimme-Preisträger und kreativer Vater von TV-Dorfpolizist Horst Krause, präsentierte sich im Kino bislang zwar nur wenig, dafür mit prominenter Besetzung. Überzeugend gerät auch diese Schauspiel-Riege. Vom stets grandiosen Peter Kurth („Herbert“) in der Nebenrolle des Stasi-Verhörers bis zu Alexandra Maria Lara („Der Fall Collini“), die als Idealistin so glaubhaft wie präzise die Balance zwischen Hoffnung und Zerbrochenheit hält und mit kleinen Gesten großes Empathie-Potenzial bietet. Das Drama mag in der Dramaturgie etwas konventionell gestrickt ausfallen. Die gute alte lineare Erzählweise ist freilich per se ja noch nichts Schlechtes, zumal wenn damit Zeit für die Sorgfältigkeit der Inszenierung bleibt. Der vielfache „Tatort“-Macher Böhlich kann auch durchaus Suspense. Als die Stasi überraschend an der Türe klingelt, kommt fast Spannung à la „Der zerrissene Vorhang“ auf. Ein Blick zurück im Zorn. Auf idealistische Hoffnungen für eine bessere Welt und neue Visionen. Auf Abgründe realsozialistischer Apparatschiks. Sowie das Scheitern von Systemen. Eine packende Kinogeschichtsstunde für Diskussionen.

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE & DREHBUCH Bernd Böhlich DARSTELLER

Alexandra Maria Lara, Carlotta von Falkenhayn, Stefan Kurt, Barbara Schnitzler, Karoline Eichhorn, Robert Stadlober, Peter Kurth LAUFZEIT 108 Minuten FSK 12 VERLEIH Neue Visionen Filmverleih GmbH


NEU IM SEPTEMBER 07

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE Sophie Kluge DARSTELLER Henriette

PREMIERE

mit einem Glas Sekt in Anwesenheit von Regisseurin Sophie Kluge

GOLDEN TWENTIES Deutschland 2019

Mittwoch, 04.09. um 20:30 Uhr

In Sophie Kluges Tragikomödie steckt die Hauptfigur mitten in den Zwanzigern fest. Doch ob diese wirklich golden sind, mag man nach 90 Minuten bezweifeln. Nicht aber, dass wir es hier mit einem wirklich guten Film zu tun haben. Mit Mitte Zwanzig zieht Ava (Henriette Confurius) wieder bei ihrer Mutter Mavie (Inga Busch) ein. Diese hat mittlerweile einen neuen Freund und scheint mit jedem Lebensjahr neue Spleens zu entwickeln. Seit einer Weile verbarrikadiert sich die Frau etwa in ihren eigenen vier Wänden, weil die Einbruchsrate in ihrem Einzugsgebiet angestiegen ist. Doch damit kann sich Ava erst einmal nicht beschäftigen. Viel wichtiger ist der jungen Frau nämlich ein neuer Job. Den findet sie nach einigen Anlaufschwierigkeiten an einem Theater, wo sie bei den Vorbereitungen eines neuen Stückes hospitieren darf. Von ihren Kollegen wird sie nicht ernst genommen, dafür findet sie in dem attraktiven Schauspieler Jonas (Max Krause) einen Verehrer,

ÜBERWÄLTIGEND“ Télérama

WUNDERSCHÖN“ Le Figaro

AB 12. SEPTEMBER IM KINO!

Confurius, Inga Busch, Max Krause, Julika Jenkins, Seyneb Saleh, Reinout Scholten van Aschat, Anton von Lucke, Hanna Hilsdorf VERLEIH 20th Century Fox LAUFZEIT 92 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung

mit dem sie immerhin kurzzeitig auf Wolke Sieben schweben darf. Doch so richtig ins Leben findet Ava trotzdem nicht. Vielleicht wird man ja auch erst mit Dreißig so richtig erwachsen … Nein, „Golden Twenties“ handelt nicht von dem Jahrzehnt der Zwanziger und schon gar nicht von den goldenen. Stattdessen befindet sich unsere Protagonistin Ava mitten in dieser Altersphase. „Golden Twenties“ ist ein wirklich vergnüglicher Blick in das Leben eines Menschen, dessen Werdegang stellvertretend dafür steht, wie viele Altersgenossinnen und -Genossen sich heutzutage verloren fühlen, obwohl ihnen eigentlich sämtliche Türen offenstehen. Sophie Kluge wirft das Publikum direkt hinein in Avas Lebensumstände und verzichtet auch im weiteren Verlauf darauf, ihren kantigen Charakter mit Hintergrundinfos zu unterfüttern. Doch auch wenn man dadurch vielleicht etwas länger braucht, um mit der Hauptfigur warm zu werden, so sprechen die Situationen doch für sich. Und so erinnert „Golden Twenties“ durch seinen Slice-of-LifeCharakter dann auch vorwiegend an die Filme eines Richard Linklater. In „Golden Twenties“ sind die Zwanziger nicht golden, aber dafür zaubert uns Regisseurin Sophie Kluge hier 90 Minuten lang ein goldenes Lächeln ins Gesicht – und einen bittersüßen Kloß in den Hals.


NEU IM SEPTEMBER 08

SONDERVORSTELLUNG

mit einem Glas Sekt in Anwesenheit von Christa Meuter (Vertreterin der Gitga’at First Nation, Pacific Whale Society) und Sandra Brandl (Montage), Moderation: Georg Brandl

THE WHALE & THE RAVEN

Freitag, 06.09. um 18:45 Uhr

Deutschland, Kanada 2019

Die Dokumentarfilmerin Mirjam Leuze begleitet zwei Walforscher, die an der kanadischen Pazifikküste leben. Anspruchsvolles Infotainment, das interessante Fakten mit einer sehr persönlichen Bildsprache verbindet. Sehr stimmungsvoll, dabei aber unspektakulär und in meditativer Ruhe geht die deutsche Dokumentarfilmerin Mirjam Leuze an ihr Thema heran: das bedrohte Leben von Orcas und Buckelwalen in einem Fjord in British Columbia an der kanadischen Westküste. Dabei stehen die beiden Walforscher Janie Wray und Hermann Meuter im Mittelpunkt. Ihre Biografien sind eng mit den Walen und deren Lebensraum verbunden, der – noch! – vom Rhythmus der Jahreszeiten und vom natürlichen Miteinander zwischen Mensch und Tier geprägt ist. Doch es drohen massive Eingriffe in das fast unberührte Habitat … Mit derselben feinfühligen Akribie, die sie der Natur widmet, nimmt Miriam Leuze am Leben der beiden Walforscher teil, begleitet sie auf ihren Wegen, bei der täglichen Arbeit, im Kontakt mit Vertretern der First Nations, den indigenen Bewohnern Kanadas. Die beiden Forscher verbindet mit den First Nations ein ganz besonderes Band, und Mirjam Leuze konnte ihr Filmprojekt nur mit Unterstützung und Mitwirkung der indigenen Bewohner der Region realisieren. Auf diese Weise ist ein einprägsamer, atmosphärisch dichter Film entstanden, der nebenbei von der Erinnerung an Mythen und Bräuche erzählt und vor allem vom Leben am Fjord. Wenn in den Schlusstiteln die beteiligten Wale ihre eigenen Credits bekommen, dann ist das nicht unbedingt ein Gag, sondern ein Zeichen dafür, dass es um mehr geht als um Walbeobachtung und Naturforschung. Und tatsächlich sind die beiden Wissenschaftler nicht nur geradezu besessen von ihrer Arbeit, sondern sie haben im Laufe ihrer Forschungsarbeit eine enge Beziehung zu den Riesen des Meeres entwickelt. Janie Wray und Hermann Meuter verfolgen ganz im Sinne der First Nations mit ihren Forschungen einen ganzheitlichen Ansatz, der weit über Dokumentation und Analyse hinausgeht. Sie betrachten die Wale als gleichberechtigtes Glied in der Kette der natürlichen Abläufe. Obwohl der Film weder kämpferisch noch lautstark oder provokant an sein Thema herangeht, setzt er doch ein klares Statement: für die Natur und gegen kommerzielle Interessen.

AB 5. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

MEIN LEBEN MIT AMANDA Frankreich 2018

Ein siebenjähriges Mädchen verliert plötzlich ihre Mutter. Anrührendes, warmherziges Drama über Trauerarbeit und Verarbeitung von Schicksalsschlägen, das nicht zuletzt durch seine beiden Hauptdarsteller authentisch wirkt. „David holt mich heute ab, Mamas Bruder“, erklärt die kleine Amanda (Isaure Multrier) ihrer Lehrerin. Doch der 24jährige sympathische Filou (Vincent Lacoste) lässt auf sich warten. Noch immer schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch und hat seinen Platz im Leben noch nicht richtig gefunden. Für seinen Vermieter kümmert er sich um dessen Wohnungen bei der Übergabe an Nachmieter und Touristen. Diesmal brachte eine indische Familie, die nicht rechtzeitig ankam, seinen Zeitplan durcheinander. Abgehetzt radelt er durch Paris, um seine kleine Nichte nachhause zu bringen. Die beiden verstehen sich prächtig. Und selbst Sandrine, Davids Schwester, ist nur kurz verärgert, über seinen Faux pas. Dass sie sich auf ihren kleinen Bruder trotz allem verlassen kann, weiß sie im Grunde. Doch ein schwerer Schicksalsschlag ändert alles... In lichtdurchfluteten sommerlichen Bildern, die durch die Körnigkeit des Super 16mm-Materials noch stimmiger wirken, beschwört Regisseur Mikhaël Hers das zunächst unbeschwerte Glück dieses kleinen Trios. Doch abrupt bekommt das Ganze Risse. Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben aus den Fugen. Ein blutiger Anschlag erschüttert Paris. David ist mit dem Rad unterwegs, als die Polizei-Sirenen zu heulen beginnen und Krankenwagen losrasen. Seine Schwester Sandrine kommt dabei ums Leben und kehrt nie mehr nach Hause zurück. Léna ist verletzt und schwer traumatisiert von dem schrecklichen Geschehen. Jenseits aller Klischees gelingt Regisseur Mikhael Hers ein schwieriges Thema mit bemerkenswerter Leichtigkeit zu behandeln. Sein anrührendes, warmherziges Drama über Trauerarbeit und Verarbeitung von Schicksalsschlägen wirkt nicht zuletzt durch seine beiden Hauptdarsteller Vincent Lacoste, dem französischen Shootingstar, und die siebenjährige Isaure Multrier authentisch. Einfühlsam zeigt Hers nicht nur die psychische Erschütterung sondern auch die Kostbarkeit einzelner Momente, die helfen, langsam wieder Lebensfreude zu finden.

AB 12. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Mikhael Hers DREHBUCH Mikhael Hers, Maud Ameline DARSTELLER Vincent Lacoste, REGIE & BUCH Mirjam Leuze LAUFZEIT 101 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung VERLEIH mindjazz

pictures

Isaure Multrier, Stacy Martin, Ophelia Kolb, Marianne Basler, Greta Scacchi LAUFZEIT 107 Minuten FSK 6 VERLEIH MFA


NEU IM SEPTEMBER 09

ÜBER GRENZEN IDIOTEN DER FAMILIE Deutschland 2019

Bevor ihre jüngere, geistig behinderte Schwester ins Heim gebracht wird, treffen sich die Geschwister ein letztes Mal. Kammerspielartiges Drama, das „Idiotisches“ im Normalen und Normales im „Idiotischen“ aufzeigt. Heli (40) will ein neues Leben beginnen. Sie ist Künstlerin, hat sich die letzten Jahre aber mehr um ihre kleine Schwester Ginnie (26) gekümmert, die geistig behindert ist. Jetzt soll Ginnie in ein Heim und ihre drei egozentrischen Brüder Bruno (30), Tommie (32) und Frederik (42), die Heli nie eine Hilfe waren, sind damit einverstanden. Bevor Ginnie ins Heim gebracht wird, kommen die Brüder noch einmal zu Besuch, um im idyllischen Häuschen am Rande Berlins Zeit mit ihrer kleinen Schwester zu verbringen, der auf den ersten Blick ihre geistige Behinderung nicht anzusehen ist. Sie erleben das „Nesthäkchen“ als unberechenbares „Biest“ und kommen sich in dem Durcheinander näher als erwartet. Regisseur Michael Klier über seinen Film: „Es ist ein Kammerspiel zwischen fünf Geschwistern auf engstem Raum. Auslöser des Konflikts ist das moralische Dilemma der älteren Schwester: Um endlich selbst über ihr Leben bestimmen zu können, muss sie ihre jüngere behinderte Schwester „opfern“ und in ein Heim geben. Den beiden Schwestern stehen drei wohlmeinende Brüder gegenüber, die keine Hilfe sind. Das elterliche Haus am Rande Berlins, in dem die Geschwister ein letztes Mal zusammenkommen, fungiert dabei als Symbol für die einst bruchlose bürgerliche Ordnung und Oase, in der sie aufwuchsen. Im Kern geht es bei der Geschichte um die Frage nach Solidarität mit den Schwachen in einer überindividualisierten Gesellschaft. Insofern weist meine Geschichte über einen Geschwisterfilm mit seinen typischen Konflikten weit hinaus, weil sie den Bogen zu dem großen Thema unserer Zeit spannt, dem Aus der Gesellschaft ausgeschlossen sein. Erzählerisch ging es mir aber nicht nur um ein großes moralisches Dilemma, sondern um den destruktiven Egoismus und die lähmende Bequemlichkeit moderner westlicher Menschen.“

AB 12. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Michael Klier BUCH Michael Klier & Karin Aström DARSTELLER Lilith Stangenberg, Jördis

Triebel, Hanno Koffler, Florian Stetter, Kai Scheve LAUFZEIT 102 Minuten FSK 12 VERLEIH farbfilm Verleih

Deutschland 2019

Eine rüstige Rentnerin Margot wagt sich mit dem Motorrad auf eine Reise bis nach Zentralasien. Charmantes Road-Movie, das sich als unterhaltsames Kinoerlebnis entpuppt. „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“– das alte Kinderlied dürfte der Enkel von Margot Flügel-Anhalt stolz erweitern: Dessen Oma fährt auf ihrer 125er Honda schließlich bis nach Zentralasien und zurück. Über 18.000 Kilometer legte die 64-Jährige Dame in 117 Tagen zurück, überquerte dabei die Grenzen von 18 Ländern. „Ich glaube, du weißt noch nicht so richtig, was auf dich zukommt“, kommentiert eine Dorf-Nachbarin lachend die abenteuerlichen Pläne von Margot Flügel-Anhalt. „Ich lass mich überraschen!“, kontert die künftige Weltreisende gelassen. Zur ersten Herausforderung gerät für die künftige Globetrotterin die heimische Hof-Einfahrt auf dem Motorrad. Denn Zweirad-Erfahrung hat Margot so wenig wie einen Moped-Führerschein. Ihr alter, grauer 3er Lappen genügt offiziell immerhin für das kleine Kraftrad. Den Rest erledigen selbstbewusste Neugier, Mut zum Risiko sowie sympathische Offenheit - so zumindest die Hoffnung der Rentnerin. Die ersten kleinen Hürden der großen Reise ergeben sich freilich bereits auf der A 5 bei Gera mit einer Panne, aus der sie der ADAC befreit. Wenig später in Polen dasselbe Malheur mit dem Benzinfilter. Doch freundliche Helfer sind stets prompt zur Seite. Im Zeitraffer vergeht der Reise-Monat bis Asien, den die Heldin mit einer Heldkamera dokumentiert. An der Grenze zu Tadschikistan stößt ein Filmteam zur Moped-Oma. „Engel kommen immer dann, wenn man sie braucht!“, schwärmt die Rentnerin aus Hessen. Wie im neuen Reisedoku-Genre üblich, lebt auch dieses Film-Tagebuch neben hübschen Landschaftsaufnahmen vom Charme der abenteuerlustigen Akteure sowie deren Authentizität und geselligem Erzähltalent. Als Heldin mit Herz, Neugier und durchaus reflektierter Streitlust erweist sich Moped-Margot als angenehm vergnügliche LeinwandReisende. Wackelkamera hin, holprige Dramaturgie her: Der Weg ist das Ziel. Ihren nächsten Trip hat Margot bereits geplant – den Motorradführerschein hat sie mittlerweile gemacht.

AB 12. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE, KAMERA & SCHNITT Johannes Meier CO-REGIE & ZWEITE KAMERA Paul Hartmann DARSTELLER Margot Flügel-Anhalt LAUFZEIT 110 Minuten VERLEIH streetsfilm FSK 12 VERTRIEB Camino Filmverleih


NEU IM SEPTEMBER 10

EIN LEICHTES MÄDCHEN »UNE FILLE FACILE« — Frankreich 2019

Die 16jährige Naïma wird von ihrer älteren Cousine in eine Welt hineingezogen, in der Schein mehr als Sein ist. Coming-of-Age-Geschichte, in der Zahia Dehar als laszive Schönheit brilliert. Naïma (Mina Farid) ist 16 geworden und hat die Schule abgeschlossen. Bevor der Ernst des Lebens beginnt, will sie noch einmal Ferien machen, auch wenn sie keine Ahnung hat, was sie tun soll, da sie sich nichts leisten kann. Aber dann taucht unerwartet ihre ältere Cousine Sofia (Zahia Dehar) auf und nimmt Naïma unter ihre Fittiche. Sie lebt ihr ein Leben vor, das wirklich frei zu sein scheint, aber auch seine Schattenseiten hat. Sofia sonnt sich im Licht der Reichen und versteht es, mit ihren Reizen einen Yachtbesitzer zu betören – immer Naïma im Schlepptau, die wie ein scheues Kätzchen mitkommt, staunt und sich dabei verändert. Es ist der Sommer, in dem sie erwachsen wird. Schön ist Rebecca Zlotowskis Film schon. Er setzt das Leben entlang der Côte d'Azur in prächtigen Bildern um und beschwört Urlaubsfeeling herauf, während er sich einer Geschichte hingibt, die klein und unscheinbar ist, aber dank der präzisen Darstellung der beiden Protagonistinnen durchaus zu interessieren vermag. Es ist eine ungewöhnliche Coming-of-Age-Geschichte, die Zlotowski hier erzählt. Eine, in der ein jüngeres Mädchen zu einer jungen Frau aufschaut, sie sogar kopiert und in einem Sturm der widerstrebenden Gefühle gefangen ist. Einerseits will Naïma wie Sofia sein, andererseits hat sie nicht den Mut, ihr Leben so zu leben. Als sie es dann versucht, geht es in die Hose. Sie wird von dem deutlich älteren Philippe (Benoit Magimel) abgewiesen, da diesem bewusst ist, dass sie noch ein Kind ist. Das ist eine starke Szene, weil man zuvor dank Magimels filigranem Spiel das Gefühl hat, Philippe wäre bereit, eine Grenze zu überschreiten, die ein Mann in den Mitt-Vierzigern einhalten sollte. Rebecca Zlotowski ist ein kleiner, feiner Film gelungen, dessen größter Widersacher vielleicht seine eigene Unscheinbarkeit ist. Auch wenn es um ein leichtes Mädchen geht, ist es nicht dieses, das den Film am besten repräsentiert. Es ist die unschuldige, naive Naïma, die sich in jenem Zwischenreich zwischen Kind und Erwachsener befindet.

AB 12. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Rebecca Zlotowski BUCH Rebecca

Zlotowski, Zahia Dehar, Teddy LussiModeste DARSTELLER Zahia Dehar, Benoit Magimel, Mina Farid LAUFZEIT 92 Minuten VERLEIH Alamode/Wild Bunch


NEU IM SEPTEMBER 11

EIN FILM VON

BERND BÖHLICH

AD ASTRA – ZU DEN STERNEN (OV) USA, Brasilien 2019

Ein Astronaut wird auf einer gefährlichen Weltraummission mit existentiellen Fragen konfrontiert. Science-Fiction-Thriller mit Brad Pitt. Astronaut Roy McBride (Brad Pitt) reist an den äußersten Rand des Sonnensystems, um seinen vermissten Vater zu finden und mysteriöse Vorgänge aufzudecken, die das Überleben auf unserem Planeten bedrohen. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen. Seine Pläne, „Ad Astra“ zu drehen und auch das Drehbuch zu schreiben, verkündete der Filmemacher James Gray erstmals im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes im Mai 2016. Im April 2017 erklärte Gray, dass er die realistischste Darstellung von Weltraumreisen erschaffen wolle, die jemals in einem Film gezeigt worden war. Der Weltraum solle dabei ein äußerst menschenfeindlicher Ort sein. Unter anderem wurde der Film von der Bona Film Group finanziert. Die Filmmusik stammt aus der Feder von Max Richter. Der Titel des Films, „Ad Astra“, bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt soviel wie „zu den Sternen“. Der Ausdruck, der auch von vielen Luft- und Raumfahrtorganisationen genutzt wird, wurde von dem Dichter Vergil geprägt, der in seinem Epos Aeneis „sic itur ad astra“, also „so reist man also zu den Sternen“, schrieb. Zum weiteren Star-Ensemble an Brad Pitts Seite zählen Tommy Lee Jones, Ruth Negga, Donald Sutherland.

AB 19. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

AB 05. SEPTEMBER IM KINO REGIE James Gray​ DARSTELLER Brad Pitt, Tommy Lee Jones, Ruth Negga​LAUFZEIT 124 Minuten VERLEIH Fox

BARBARA SCHNITZLER

KAROLINE EICHHORN

CARLOTTA VON FALKENHAYN

NEUE VISIONEN PRÄSENTIERT EINE MAFILM-PRODUKTION IN KOPRODUKTION MIT DEM RBB IM RAHMEN DER INITIATIVE LEUCHTSTOFF CINEPLUS UND SYNCHRON- UND TONSTUDIO LEIPZIG IM WELTVERTRIEB VON PLUTO FILM GEFÖRDERT DURCH MITTELDEUTSCHE MEDIENFÖRDERUNG MEDIENBOARD BERLIN-BRANDENBURG DEUTSCHER FILMFÖRDERFONDS DIE BUNDESBEAUFTRAGTE FÜR KULTUR UND MEDIEN UND FILMFÖRDERUNGSANSTALT UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT MIT ALEXANDRA MARIA LARA ROBERT STADLOBER STEFAN KURT BARBARA SCHNITZLER KAROLINE EICHHORN CARLOTTA VON FALKENHAYN STEFAN LOCHAU JENNY LANGNER PEER JÄGER ALEXANDER KHUON BRANKO SAMAROVSKI SWETLANA SCHÖNFELD JOCHEN NICKEL HARK BOHM PETER KURTH JÜRGEN TARRACH BERND STEGEMANN KAMERA THOMAS PLENERT SZENENBILD EDUARD KRAJEWSKI KOSTÜM ANNE-GRET OEHME MASKE DANIELA SCHMIEMANN & ANTJE LANGNER SOUND DESIG N JOHANNES DOBERENZ HANS KOELLING MUSIK SEBASTIAN SCHMIDT SCHNITT GUDRUN STEINBRÜCK PRODUZENTEN EVA-MARIE MARTENS & ALEXANDER MARTENS KOPRODUZENTEN FRANK EVERS HELGE NEUBRONNER HANS KÖLLING DREHBUCH & REGIE BERND BÖHLICH


NEU IM SEPTEMBER 12

SYSTEMSPRENGER Deutschland 2019

Die Geschichte einer Neunjährigen, die durch ein früh erlittenes Trauma kaum zu bändigenden ist. Eindrucksvoller, intensiver Debütfilm mit einer erstaunlichen Performance von Nachwuchstalent Helena Zengel. Benni (Nora Fingscheidt) ist neun, keineswegs dumm, aber oft nicht zu bändigen. Durch ein frühkindliches Trauma hasst sie es, im Gesicht berührt zu werden, eine Schwäche, die andere Kinder in der Schule oder den wechselnden Heimen auszunutzen verstehen. Kommt es zum Streit reicht eine Berührung und Benni rastet aus. Die Sozialarbeiterin Frau Bafané (Gabriela Maria Schmeide) hat trotz allem große Sympathien für Benni, sieht, dass sie ein kluges Kind ist, doch langsam gehen ihr die Optionen aus. Kein Heim in der Region will Benni mehr aufnehmen, jede Möglichkeit scheint erschöpft, auch die an sich Beste, eine Rückkehr zur Mutter Bianca (Lisa Hagmeister), ist wenig aussichtsreich, denn die Mutter ist von ihrer Tochter komplett überfordert. Der Weg in die geschlossene Anstalt scheint unausweichlich, doch der Sozialarbeiter Micha (Albrecht Schucht) will ihr noch eine Chance geben … Ohne die junge Hauptdarstellerin Helene Zengel wäre „Systemsprenger“ kaum vorstellbar. Kein Neuling ist die zehnjährige Zengel, einige Filme hat sie schon gedreht und weiß sich augenscheinlich vor einer Kamera zu bewegen. Dennoch bringt sie eine enorme Menge an anarchischer Energie mit, die die Extreme ihrer Figur schmerzhaft deutlich werden lassen. Von einem Moment zum nächsten kann sich Benni vom lieben, auch zuvorkommenden Kind in einen rasenden Vulkan verwandeln, der kaum zu bändigen ist und für sich und andere eine Gefahr darstellt. Wie dieses Kind im wahrsten Sinne des Wortes das System sprengt, schildert Nora Fingscheidt in ihrem Debütfilm auf absolut konsequente Weise. Was vor allem bedeutet, dass sie am Ende keine Lösung aus dem Hut zaubert. „Systemsprenger“ überzeugt als wuchtiges, intensives, sehenswertes Psychogramm, das beide Seiten schildert: Die von Benni, die an sich nichts Böses im Sinne hat, sondern nur nach Nähe und Zuverlässigkeit verlangt. Und auf der anderen Seite die Erwachsenen, ihre überforderte Mutter, die ihr eigenes Leben kaum im Griff hat, die Pflegemütter und Sozialarbeiter, die Bennis Intelligenz erkennen, aber nicht mehr wissen, was sie noch tun können.

AB 19. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE & BUCH Nora Fingscheidt DARSTELLER Helena

Zengel, Albrecht Schuch, Lisa Hagmeister, Gabriela Maria Schmeide, Melanie Straub LÄNGE 119 Minuten VERLEIH port-au-prince Pictures


NEU IM SEPTEMBER 13

SONDERVORSTELLUNG

mit einem Glas Sekt in Anwesenheit von Regisseur Robert Budina Samstag, 21.09. um 17:00 Uhr

EIN LICHT ZWISCHEN DEN WOLKEN »STREHA MES REVE« — Albanien 2018

Als sich die Moschee eines albanischen Bergdorfes als ehemalige Kirche entpuppt, entzündet sich ein handfester Streit. Ein kleines Filmjuwel aus Albanien, mit viel Liebe inszeniert.

DOWNTON ABBEY Großbritannien 2019

Als sich königlicher Besuch auf Downton Abbey ankündigt, steht bald alles Kopf. Erster Kinofilm der äußerst erfolgreichen Fernsehserie. Nicola Aufregung auf Downton Abbey: Der König und die Königin erweisen dem Hause Grantham die Ehre. Es müssen ein royaler Lunch, eine Parade und ein Dinner organisiert werden. Aber wir befinden uns im Jahr 1927 und der Earl of Grantham (Hugh Bonneville) sinnt, ob sie nach all den Veränderungen der letzten Jahre überhaupt noch einem königlichen Besuch gewachsen sind. Als wäre diese Aufgabe nicht schon schwer genug zu bewältigen, muss sich das Personal mit dem furchteinflößenden royalen Haushalt herumärgern, und schon bald keimt eine kleine Revolte im unteren Teil des Hauses auf. Währenddessen quält Lady Mary (Michelle Dockery) die Frage, ob der Erhalt von Downton überhaupt noch zeitgemäß ist. Soll das Familienanwesen vielleicht doch einer bürgerlichen Institution weichen? Auch die Dowager Countess of Grantham (Maggie Smith) sieht dem königlichen Besuch mit gemischten Gefühlen entgegen, gehört ihre Cousine Lady Bagshaw (Imelda Staunton) doch zum royalen Gefolge, und mit dem Aufeinandertreffen reißen auch alte Wunden wieder auf. „Downton Abbey“ bringt alles, was über sechs preisgekrönte TV-Staffeln weltweit liebgewonnen wurde, nun endlich ins Kino. Man darf mitfiebern, mitfühlen, sich an der wunderschönen Ausstattung und natürlich den scharfen Sprüchen der Dowager Countess, gespielt von der zweifachen Oscar®-Gewinnerin Maggie Smith, erfreuen. Produziert wird der Film von Julian Fellowes, der auch das Drehbuch schrieb, zusammen mit Gareth Neame und Liz Trubridge.

AB 19. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

In der rauen, aber schönen Hochgebirgs-Idylle eines albanischen Bergdorfes lebt es sich erstaunlich multikulturell: Der Hirte Besnik ist dank der katholischen Mutter, dem kommunistischen Vater und den muslimischen und orthodoxen Schwiegerfamilien an Kompromisse gewöhnt. Doch das friedliche Miteinander im Dorf und in der Familie wird herausgefordert. Beim Gebet in der Moschee folgt Besnik einer seltsamen Eingebung und entdeckt etwas Unglaubliches: verborgen hinter Wandverputz offenbart sich eine christliche Heiligendarstellung. Unvorstellbar scheint für die muslimische Mehrheit, was nun unwiderlegbar ist: die Moschee war einst eine Kirche. Ein gemeinsames Gotteshaus mag für ihre Vorfahren selbstverständlich gewesen sein. Den aktuellen Einwohnern des Bergdorfes scheint es reiner Frevel. Doch einmal geweckt, sind die Begehrlichkeiten kaum zurückzuhalten... Ein seltenes Juwel ist dieser kleine, aber mit viel Liebe inszenierte Spielfilm aus Albanien, der mit großer Subtilität die Spielräume der Religiosität in den Fokus rückt. Ein ungewöhnlicher Beitrag zu einer allgegenwärtigen Debatte, der mit großer Poesie und in einer zart kadrierten Bildsprache von Orten des Glaubens und vom Obdach der Gemeinschaft erzählt. Regisseur Robert Budina über seinen Film: „Ich fühlte mich immer schon von einer einzigartigen Geschichte angezogen, die vor sehr langer Zeit geschah. In Shkodra, einer Stadt im Norden von Albanien, gab es einst ein legendenumwobenes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, das sowohl als Kirche als auch als Moschee diente und sechs Tage in der Woche von Muslimen und den verbleibenden Tag von Katholiken für Gottesdienste genutzt wurde. Aber es sollte kein Film sein speziell über das religiöse Miteinander, für das mein Land bekannt ist, oder das Trauma, das vom albanischen kommunistischen System übrig geblieben ist. Stattdessen wollte ich einen persönlichen, intimen, subjektiven Film über die persönliche Beziehung eines Einzelnen zu seiner Gemeinschaft, Familie, Liebe, Religion, zu Gott und der Natur drehen.“

AB 19. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG REGIE & DREHBUCH Robert Budina DARSTELLER Arben

REGIE Michael Engler​ DARSTELLER Hugh Bonneville, Jim Carter, Michelle Dockery​ LAUFZEIT 118 Minuten VERLEIH Universal

Bajraktaraj, Esela Pysqyli, Irena Cahani, Bruno Shllaku, Osman Ahmeti, Muzbaidin Qamili, Helga Boshnjaku, Suela Bako, Rubin Boshnjaku KAMERA Marius Panduru MUSIK Marius Leftarache LAUFZEIT 84 Minuten FSK ohne Altersbeschränkung


NEU IM SEPTEMBER 14

GELOBT SEI GOTT »GRÂCE À DIEU« — Frankreich, Belgien 2018

Als ein Missbrauchsopfer erfährt, dass der Priester, der ihn missbrauchte, noch immer mit Kindern arbeitet, beschließt er zu handeln. Mit atemlosen Bildern und großer emotionaler Wucht inszeniertes Tatsachenkino. Alexandre lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Lyon. Eines Tages erfährt er durch Zufall, dass der Priester, der ihn missbraucht hat, als er bei den Pfadfindern war, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt etwas zu unternehmen, und bald folgen ihm zwei weitere Opfer, François und Emmanuel. Unter dem Motto „La Parole Libérée“ schließen sie sich zusammen, um sich endlich von der Last des Schweigens zu befreien. Aber die Konsequenzen werden niemanden unversehrt lassen. Gedreht unter größtmöglicher Geheimhaltung, porträtiert François Ozon in diesem packenden und bewegenden Film den Kampf erwachsener Männer, die nicht länger nur Opfer sein wollen, gegen das Schweigen der Kirche. Der Film könnte aktueller nicht sein: Gerade wurde Frankreichs höchster katholischer Würdenträger Kardinal Philippe Barbarin wegen Missbrauchsvertuschung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und hat den Papst um seine Entlassung gebeten. Prozessbeobachter sprechen von einem historischen Sieg. Das Urteil könnte den Opfern Hoffnung geben. Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchsskandal in Lyon hat François Ozon in einem fiktionalen Film verarbeitet. Atemlose Bilder, immer im Wettlauf mit den aktuellen Entwicklungen, verleihen „Gelobt sei Gott“ eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Stilsicher und mitreißend erzählt und ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019, ist der Film nicht nur eine erschütternde Bestandsaufnahme der Versäumnisse in der katholischen Kirche, sondern auch ein Plädoyer für Mut und Zusammenhalt.

AB 26. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE François Ozon DARSTELLER Melvil Poupaud, Denis Ménochet, Swann Arlaud, Éric Caravaca, Bernard Verley, Josiane Balasko, Martine Erhel LAUFZEIT 137 Mnuten FSK 6 VERLEIH Pandora


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Mit freundlicher Unterstützung der Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

Karten in der SCHAUBURG, im Musikhaus Schlaile und im TicketForum in der Postgalerie. Online unter www.opernkino.de

GROSSBILDWAND


NEU IM SEPTEMBER 16

NUREJEW – THE WHITE CROW Großbritannien 2019

Die wahre Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nurejew, der sich in den Westen absetzte. Vom britischen Schauspiel-Star Ralph Fiennes ambitioniert inszeniertes Biopic. Benni „Das ist ein Angriff auf die Sowjetunion!“ – „Nein, es ist nur Tanz.“ Mit einer heftigen Diskussion über die Flucht des Tanz-Stars Rudolf Nurejew in den Westen beginnt das Biopic. Der KGB-Offizier zetert, Ballett-Meister Alexander Pushkin (Ralph Fiennes) gibt sich zerknirscht, dass sein Schützling seine Heimat und auch ihn so schmählich verlassen hat. Der Mentor gab große Stücke auf das ehrgeizige Talent, dessen Gattin war derweil von anderen Qualitäten des jungen Heißsporns begeistert: Halb zog sie ihn, halb sank er hin. Platonischer verläuft die Beziehung zur jungen Pariserin Clara Saint (Adèle Exarchopoulos), die mit dem Sohn des Kulturministers verlobt ist und dem Russen die Wege in die feine Gesellschaft öffnet. Wie seine sexuelle Orientierung tatsächlich aussieht, wird Rudi erst durch den deutschen Tänzer Teja (Louis Hofmann) richtig klar. Auch das dürfte eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung zur Flucht in den freizügigeren Westen. Im Unterschied zur gängigen Denkmalpflege bei Biografien, verzichtet Ralph Fiennes auf Weichzeichner und zeigt den Tanz-Star mit reichlich Ecken und Kanten. Die Grenze vom Exzentriker zum Egomanen wird von Nurejew regelmäßig überschritten. Das Publikum freilich liegt ihm zu Füßen. Wenngleich andere Tänzer technisch besser sind als Nurejew, ist dessen Charisma auf der Bühne konkurrenzlos. Mit dem ukrainischen Oleg Ivenko fand Fiennes einen Hauptdarsteller, der dem Ballett-Star nicht nur optisch recht ähnlich sieht, sondern zudem mit tänzerischem Können und Leinwandpräsenz zu überzeugen weiß. Und dabei dessen Zerrissenheit eindrucksvoll zelebriert. Mit Original-Schauplätzen vom Pariser Louvre bis zur Eremitage in Sankt Petersburg bietet Fiennes imposante Kulissen. Mit dem Showdown in der nachgebauten Flughafen-Halle von Le Bourget gelingt ihm ein suspense-starkes Finale, das durchaus Hitchcock-Qualitäten bietet.

AB 26. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE Ralph Fiennes DARSTELLER Oleg Ivenko,

Ralph Fiennes, Louis Hofmann, Adèle Exarchopoulos LAUFZEIT 122 Minuten FSK 6 VERLEIH Alamode


NEU IM SEPTEMBER 17

MIDSOMMAR —— DAS BÖSE WIRD ANS LICHT KOMMEN USA 2019

Eine Gruppe amerikanischer Studenten gerät in Schweden in den Sog tödlicher Rituale. Bemerkenswerter Arthouse-Horror von Ari Aster, der im letzten Jahr mit „Hereditary – Das Vermächtnis“ für Aufsehen sorgte.

DER DISTELFINK USA 2019

Adaption des preisgekrönten Bestseller um einen Jungen, der nach der Ermordung seiner Mutter bei einer reichen new Yorker Familie aufwächst. Im Alter von 13 Jahren verliert Theodore „Theo“ Decker seine Mutter bei einem Bombenanschlag im Metropolitan Museum of Art. Die Tragödie verändert sein Leben für immer und zieht eine ergreifende Odyssee zwischen Trauer und Schuld, Neuerfindung und Erlösung und sogar Liebe nach sich. Während all dieser Zeit begleitet ihn ein handfestes Stück Hoffnung von jenem entsetzlichen Tag … das Gemälde eines winzigen Vogels, festgekettet an seiner Stange: der Distelfink. „Der Distelfink“ von Warner Bros. Pictures und Amazon Studios ist die Filmadaption des weltweit beachteten Bestsellers von Donna Tartt, der 2014 mit dem Pulitzer-Preis im Bereich Belletristik und der Andrew-Carnegie-Medaille für Exzellenz in Fiktion ausgezeichnet wurde. Unter der Regie von BAFTA-Preisträger John Crowley („Brooklyn – Eine Liebe zwischen zwei Welten“) wird der generationenübergreifende Cast angeführt von Ansel Elgort („Baby Driver“) als Theo Decker und Oscar®-Gewinnerin Nicole Kidman („The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit“, „Big Little Lies“) als Mrs. Barbour. „Der Distelfink“ wird produziert von Nina Jacobson („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“-Filme, „American Crime Story“) und Brad Simpson („World War Z“, „American Crime Story“). Das Drehbuch stammt von Oscar-Kandidat Peter Straughan („Dame, König, As, Spion“), basierend auf dem Roman von Donna Tartt, der sich 30 Wochen in der The New York Times-Bestseller-Liste hielt. Zum kreativen Team gehören der mit einem Oscar ausgezeichnete Kameramann Roger Deakins („Blade Runner 2049“), der für einen Oscar nominierte Produktionsdesigner K.K. Barrett („Her“), Cutterin Kelley Dixon („Breaking Bad“) und Kostümdesignerin Kasia Walicka-Maimone („Bridge of Spies: Der Unterhändler“). Die Musik stammt von Trevor Gureckis („Bloodline“).

AB 26. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

Ihr Freund Christian (Jack Reynor) nimmt Dani (Florence Pugh) auf eine sommerliche Reise nach Schweden mit, wo er zusammen mit seinen Freunden die Heimatgemeinde ihres Kommilitonen Pelle (Vilhelm Blongren) besuchen will. Denn dort findet in diesen langen, sonnendurchfluteten Tagen der nordischen Mitsommertage ein traditionelles Ritual statt: Nur alle 90 Jahre versammeln sich die Mitglieder von Pelles Dorf, das eher einer Kommune gleicht, für neun Tage, nehmen bewusstseinserweiternde Drogen und feiern in heidnischen Ritualen den Kreislauf des Lebens, ihre Fruchtbarkeit und auch ihre Vergänglichkeit. Was für die Besucher aus Amerika anfangs noch wie ein zwar seltsamer, aber vor allem interessanter Blick in eine fremde Welt wirkt, entwickelt sich bald zu einem blutigen, zunehmend verstörenden Trip. Und mittendrin verlieren sich Dani und Christian zunehmend aus den Augen. Was man „Midsommar“ zu Gute halten muss ist sein Gespür für Atmosphäre. Sobald man zusammen mit den jungen Amerikanern die Lichtung im ländlichen Schweden betritt, auf der die Kommune in einigen markanten Holzhäusern lebt, lässt Aster ein zunehmendes Gefühl des Unbehagens entstehen. Wirken die ganz in traditionelle weiße Kostüme gekleideten Dorfbewohner anfangs vor allem seltsam, mit ihren Blumenranken und Runenzeichnungen wie aus der Zeit gefallene Hippies, werden die durchgeführten Rituale bald zu einem Spiel mit Leben und Tod. Über weite Strecken mag man sich ganz der Lust Asters hingeben, immer neue, immer seltsamere Wendungen einzuschlagen, Hinweise zu legen, die bald ignoriert werden, mit den Mustern des Genres zu spielen, nur um sie zu unterlaufen. Was am Ende des Films bleibt ist vor allem die visuelle Schaulust, das Vergnügen an immer neuen, immer merkwürdigeren Riten teilzuhaben, die Ari Aster mit bemerkenswertem Gespür für mal Übersinnliches, mal Wahnsinniges auffährt. Als klassischer Horror-Thriller mag das zwar nur bedingt überzeugen, faszinierend anzusehen ist „Midsommar“ trotz seiner inhaltlichen Schwächen dennoch.

AB 26. SEPTEMBER IN DER SCHAUBURG

REGIE & BUCH Ari Aster DARSTELLER Florence Pugh, REGIE John Crowley​ DARSTELLER Ansel Elgort, Sarah Paulson, Nicole Kidman​LAUFZEIT 149 MINUTEN Verleih ​Warner

Jack Reynor, William Jackson Harper, Will Poulter, Vilhelm Blomgren, Isabelle Grill, Gunnell Fred LAUFZEIT 145 Minuten VERLEIH Weltkino


SEPTEMBER

SENIORENKINO Immer Mittwoch 14.30 Uhr im großen Schauburg Saal Eintritt 5€ inkl. 1 Glas Sekt

11.09.

18.09.

25.09.

Foto: © Monkey Business – fotolia.com

04.09.

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

GROSSBILDWAND


Täglich 15.00 Uhr

KINDERKINO IM SEPTEMBER

29. AUGUST – 04. SEPTEMBER

05. – 11. SEPTEMBER

12. – 18. SEPTEMBER

ALICE IM WUNDERLAND

BIBI BLOCKSBERG

NEUES VON PETTERSSON & FINDUS

Alice stellt sich vor, wie es wäre, in einer Welt mit anderen Regeln zu leben. Schließlich begegnet sie einem weißen, sprechenden Kaninchen mit einer großen Taschenuhr und folgt ihm...

Realverfilmung des Kinderbestsellers, in deren Mittelpunkt das Duell zwischen Bibi und der bösen Hexe Rabia steht.

Zweites Zeichentrickabenteuer nach den erfolgreichen schwedischen Kindergeschichten, um einen alten Mann und seine Katze.

JAHR: 2002 / LÄNGE: 106 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2000 / LÄNGE: 79 MIN. / FSK: 0

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19. – 25. SEPTEMBER

26. SEPTEMBER – 02. OKTOBER

03. – 09. OKTOBER

EARLY MAN – STEINZEIT BEREIT

KÖNIGREICH ARKTIS

DIE HEXE UND DER ZAUBERER

Von den Machern von „Wallace & Gromit“ – ein turbulentes Steinzeitabenteuer um den tollpatschigen Dug und seinen treuen Kumpel, das Wildschwein Hognob.

Fulminant fotografierte Familien-Doku über die von der Klimakatastrophe bedrohte Tierwelt im Eis des Nordpolargebiets.

Disney’s Adaption der Arthus-Sage: Fantasievoll und herrlich albern ringen Zauberer Merlin, Lehrling Floh und Hexe Mim um den zukünftigen König von England.

JAHR: 2007 / LÄNGE: 84 MIN. / FSK: 0 JAHR: 2018 / LÄNGE: 89 MIN. / FSK: 0

STAG SK IN D ER ! AC H TU N G G EB U RT stag habt Ihr An Eurem Geburt

FREIEN EerINkinoTR! ITT ins Kind

JAHR: 1963 / LÄNGE: 80 MIN. / FSK: 0

GEBURTSTAGSFEIER IM KINO??

Es ist ganz einfach und viel günstiger als Sie vielleicht denken. Wenn gewünscht inklusive Feier mit Pizza, Chicken Nuggets oder Kuchen und Kakao. Eine Führung hinter die Kulissen der Schauburg ist möglich. Sprechen Sie uns einfach an ... Telefon 0721 35000 15 / -17 / -18 (Büro) / info@schauburg.de

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien hat die SCHAUBURG von 1976 bis 2017 jährlich für ein hervorragendes Kinder- und Jugendfilmprogramm ausgezeichnet.

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JAHR: 1954 / LÄNGE: 75 MIN. / FSK:0


SPECIAL 20

ROMA (exklusiv im 70mm-Format) Im Rahmen unseres Todd-AO-70mm-Filmfestivals in der Schauburg (4. – 6. Oktober 2019) präsentieren wir Alfonso Cuaróns Meisterwerk im Oktober erstmals im Königsformat 70mm. Kaum ein Film hat die Kinobranche so aufgemischt wie Alfonso Cuaróns „Roma“. Nicht etwa wegen seines Inhalts, sondern aufgrund seiner Vermarktungsstrategie. Denn bei „Roma“ handelt es sich um ein waschechtes Produkt aus dem Hause Netflix, einem der größten Konkurrenten der Kinobranche. Der Streamingdienst bot den Film den Kinos zur Vorführung an, jedoch ohne sich an das übliche Auswertungsfenster zu halten. Nach Vorführungen auf diversen Filmfestivals wurde der Film ab 21. November 2018 in ausgewählten Kinos in den USA gezeigt, darunter auch Los Angeles, um den Film für die Oscar-Verleihung zu qualifizieren. Danach erfolgten Einsätze auch in weiteren Städten außerhalb der USA. Ab 6. Dezember 2018 wurde er in einigen deutschen Städten gezeigt. Bereits am 14. Dezember 2018 wurde er in das Programm von Netflix aufgenommen, womit der Film gerade einmal knapp einen Monat lang den Kinos exklusiv vorbehalten war. Innerhalb der deutschen Kinobranche führte das zu einer kontrovers geführten Diskussion. War man sich im Vorfeld zunächst offenbar einig, den Film zu boykottieren, um damit ein Zeichen gegen die nicht akzeptable Vermarktungspolitik von Netflix zu setzen, so war die Entrüstung umso

größer, als sich einige wenige Lichtspieltheater in Deutschland dem Boykott widersetzten und den Film in ihr Programm aufnahmen. Cuarón („Gravity“, „Children of Men“) selbst sagte über die Zusammenarbeit mit Netflix, dass der Zuschauer bei einem Streamingdienst einen dauerhaften Zugriff auf den Film habe: „Natürlich möchte ich „Roma“ dem Publikum, das sich für den Film interessiert, am liebsten unter den besten Konditionen präsentieren, und das ist natürlich ein Kino mit großer Leinwand und einer Tonanlage, die unser atmosphärisches Sounddesign reproduzieren kann.“ Er wisse aber auch, dass sich Menschen heute nicht mehr so sehr für Kino interessierten oder schlicht keine Zeit hätten, ins Kino zu gehen. Die Strategie des Streaming-Giganten ging auf: im Rahmen der Golden Globe Awards 2019 wurde „Roma“ als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet, zudem Cuarón für die beste Regie. Bei der Oscarverleihung 2019 war „Roma“ neben „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ Favorit mit je zehn Oscarnominierungen, darunter bei beiden die für den besten Film und die beste Regie. Letztlich gewann der Film drei Oscars in den Kategorien beste Regie, bester fremdsprachiger Film und beste Kamera. Worum geht es eigentlich in „Roma“? Wir befinden uns in Roma, einem Stadtteil von Mexiko-Stadt, im Jahre 1970. Hier arbeitet die Mixtekin


SPECIAL 21

„Ich wollte den Film unbedingt machen, um meine eigenen Erinnerungen zu entdecken. Aber eben auch um zu erinnern.“ Alfonso Cuarón, Regisseur

Cleo als Kindermädchen und Haushälterin für eine siebenköpfige Familie der Oberschicht. Putzen, Kochen und Kinderhüten prägen ihren eintönigen Alltag. Abwechslung bietet ihr nur Fermin, ein junger Kampfsportfan, mit dem sie anbandelt. Als sie ihm beim gemeinsamen Kinobesuch eröffnet, dass sie von ihm schwanger ist, verschwindet Fermin von der Bildfläche... „Roma“ ist nicht mehr als eine Momentaufnahme des Lebens in der mexikanischen Hauptstadt Anfang der 1970er Jahre. Regisseur Alfonso Cuarón, selbst gebürtiger Mexikaner und zum Zeitpunkt der Handlung seines Films gerade einmal neun Jahre alt, fängt diese Momentaufnahme in leuchtendem Schwarzweiß ein und streckt seine Bilder über die gesamte Breite der CinemaScopeLeinwand. Mit atemberaubender Schärfe und einem brillanten Sounddesign, das sämtliche Vorzüge des “Dolby Atmos”-Tonformats ausreizt, macht er den Zuschauer gleichsam zu einem Zeitzeugen, der alle Geschehnisse wie durch ein großes Fenster in die Vergangenheit beobachtet. Sein Film kommt ohne Filmmusik und mit sehr wenigen Schnitten aus, wodurch eine unglaubliche Authentizität erreicht wird. Cuarón schildert nicht nur das Leben einer Mittelklassefamilie und ihrem Dienstmädchen, sondern thematisiert gleichzeitig ein dunkles Kapitel seines Landes: das Fronleichnam-Massaker im Jahre 1971, bei dem Dutzende von Menschen im Rahmen von Studentenprotesten durch eine paramilitärische Gruppe getötet wurden. Ein dunkles Kapitel, das das Land bis heute nicht vergessen hat.

„Sie ist gleich mehrfach ausgeschlossen: Weil sie arm ist, weil sie Ureinwohnerin ist und weiblich. Man hinterfragt nicht die Menschen, die man liebt. Gerade als Kind sieht man sie nicht als Individuen mit ihren eigenen Bedürfnissen.“ Alfonso Cuarón, Regisseur


SPECIAL 22

„Es war ein Tanz zwischen meinen technischen und kreativen Ansprüchen. Allein die Szene am Meer am Ende. Ich wollte mit der Kamera bis ans Wasser, aber keine verwackelten Bilder. Der Zuschauer soll vielmehr vergessen, dass er überhaupt durch eine Kamera sieht.“ Alfonso Cuarón, Regisseur

Die Geschichte des Films ist autobiographisch angehaucht. Nachdem die Produktion abgeschlossen war, erklärte der Regisseur der Presse Anfang 2017: „Mit diesem speziellen Projekt in mein Land zurückzukehren, war etwas sehr persönliches, weil wir in den 70er Jahren einen Film mit vielen Elementen und Erfahrungen aus meiner Kindheit gedreht hatten.“ Er habe damit einen Film realisiert, den er schon immer mit diesen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu drehen geträumt hatte. „Ich kann im Ausland leben, aber ich denke immer noch mexikanisch. Ich bin sehr mit der Vergangenheit in meinem Land verbunden.“ Über die im Film thematisierte Hintergrundgeschichte sagte Cuarón: „Das Fronleichnam-Massaker hat definitiv eine Narbe im kollektiven Bewusstsein der mexikanischen Gesellschaft hinterlassen. Mexiko ist ein Land mit vielen Brüchen und Traumata, aber dieses Massaker war sehr prägend.“ Das Massaker fand zur Zeit von Mexikos „Guerra Sucia“ (dem „Schmutzigen Krieg“) statt, der bis Anfang der 1980er-Jahre andauerte. Das Verschwindenlassen, die Ermordung und Folterung von Tausenden Linken, militanten Arbeitern und Bauern ist bis heute ein Kapitel der mexikanischen Geschichte, das nicht vergessen wurde.

Cuarón erklärte, dass 90 Prozent der Szenen in Roma seinen eigenen Erinnerungen entstammen: „Ich reproduzierte das Zuhause meiner Kindheit, ich trug sogar einen Großteil der originalen Möbel zusammen, ich castete die Schauspieler so, dass sie so gut wie identisch mit meiner Familie zu Beginn der Siebzigerjahre wirken - bis hin zur Hauptfigur des Films, dem Kindermädchen Cleo. Wir drehten auch an den Originalschauplätzen, transformierten also das heutige Mexiko-Stadt in die Vergangenheit. Ich habe sogar genau dieselben Automodelle in die Straße parken lassen, die zu jener Zeit dort immer standen.“ Cuarón sieht seinen Film auch als eine Hommage an das stille Wirken der Hausmädchen, die auch seine eigene Kindheit prägten, vor allem an Liboria „Libo“ Rodríguez, das Dienstmädchen der Familie. Das Panorama, das sich über den Dächern Romas zeigt, wurde mittels CGI nachgebildet. Da sich das Straßenbild in Mexiko-Stadt seit den Siebzigern – auch durch das Erdbeben von 1985 bedingt – stark verändert hatte, mussten die Spezialisten von MPC nahtlos die Gebäude und Fassaden der 1970er in die real gedrehten Straßenzüge der Gegenwart eingefügen. Cuarón und sein Kameramann Galo


SPECIAL 23

Land/Jahr: Mexiko 2018 Regie: Alfonso Cuarón Darsteller: Yalitza Aparicio, Marina de Tavira, Diego Cortina Autrey Laufzeit: 135 Minuten FSK: 12 Verleih: Netflix Kinostart: 06.12.2018

Olivares drehten den Film in Schwarz-Weiß mit der digitalen Alexa 65 Kamera von Arri. Die Herausforderung beim Drehen war – wie schon immer zu Zeiten des Schwarzweissfilms – die Farben des Szenenbildes so abzustimmen, dass später im Schwarzweissbild eindrückliche Grauschattierungen entstanden. Szenenbildner Eugenio Caballero unterstützte dies durch die Verwendung von Materialien mit einer „kräftigen Textur“. Wer „Roma“ nur aus der Streamingplattform kennt oder ihn womöglich noch gar nie gesehen hat, aber auch all jene, die ihn gerne noch einmal auf großer Kinoleinwand sehen wollen, denen bietet sich nun im Rahmen unseres „15. Todd-AO 70mm Filmfestivals“ (04.-06.10.2019) die einmalige Gelegenheit, Cuaróns Meisterwerk im 70mm-Format auf der gekrümmten Bildwand der Schauburg zu erleben. Es ist uns gelungen, eine der ganz wenigen 70mmKopien des Films eigens für dieses Event nach Karlsruhe zu holen. Die vom digitalen 4K-Master hergestellte Filmkopie verspricht erstklassige Bildqualität – die Schwarzweißbilder werden unsere Bildwand förmlich zum Glühen bringen, ergänzt durch einen für 5.1 Tonkanäle optimierten digitalen Surround-Sound.

Pressestimmen „Alfonso Cuarón ist ein wunderschöner, mit­ reißender Film gelungen. Man muss diesen Film im Kino sehen, weil er großes Kino ist. Man sollte ihn auch dort sehen, nicht auf dem Bildschirm, um den Ort der Filmkunst zu stärken. In diesem Fall mehr denn je. Denn die Gewalt, von der Cuarón erzählen will, die braucht heute keine prügelnden und schießenden Büttel mehr, sie hat das Internet. Und die Selbstver­ sklavung der Menschen mittels digitaler Medien“ (Rüdiger Suchsland – artechock.de)

„Es kommt nur selten vor, bei einem Film vor emotionaler Bewegtheit aufschluchzen zu müssen, ohne das Gefühl zu haben, durch kitschige Unwahrheit erpresst worden zu sein. Cuarón kann beides: das Pathos des Lebens feiern und soziale Abhängigkeiten durchleuchten. Man muss diesen Film lieben wie einen sehr klugen und gleichzeitig warmherzigen Menschen.“ (Ijoma Mangold – DIE ZEIT)


SPECIALS IN DER SCHAUBURG OPEN-AIR KINONÄCHTE

SPECIALS BEI DEN OPEN-AIR KINONÄCHTEN AM SCHLOSS GOTTESAUE. SONDERVORSTELLUNG IN ANWESENHEIT VON PROTAGONIST & REGISSEUR ANSELM PAHNKE FREITAG, 13. SEPTEMBER 20.30 UHR ANDERSWO. ALLEIN IN AFRIKA

SONDERVORSTELLUNG MIT EINEM GLAS SEKT IN ANWESENHEIT VON CHRISTA MEUTER (VERTRETERIN DER GITGA’AT FIRST NATION, PACIFIC WHALE SOCIETY) UND SANDRA BRANDL (MONTAGE)

THE WHALE & THE RAVEN (ENGL. OMU) FREITAG, 6. SEPTEMBER UM 18.45 UHR

Seit 15 Jahren dokumentieren die beiden Wal-Forscher Janie Wray und Hermann Meuter das Verhalten von Orcas, Buckel- und Finnwalen an der Westküste Kanadas und werfen die Frage auf, ob wir Menschen das Recht haben, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu formen. Was wäre, wenn Selbstwahrnehmung, Mitgefühl und Denken nicht ausschließlich menschliche Fähigkeiten wären? Im Anschluss an die Vorführung begrüßen wir ein Teil es Filmteams und Experten zum Thema für eine Publikumsdiskussion.

15.000 Kilometer, 414 Tage, 15 Länder – Ein Film über eine Entdeckungsreise, die Suche nach dem Abenteuer und nach dem Ich. Nur mit dem Fahrrad ist Anselm durch den afrikanischen Kontinent gefahren. Er hat weder Bus noch Bahn genutzt und während der kompletten Reise auf den Kauf von Trinkwasser verzichtet. „Denn ich wollte Afrika erleben, wie es wirklich ist. Den Menschen und der Natur wirklich nah sein.“ Anselm Pahnke wird zur Vorstellung zugegen sein und gerne mit den Zuschauern ins Gespräch kommen.

PROGRAMMÄNDERUNG! SAMSTAG, 14. SEPTEMBER 20.30 UHR SYSTEMSPRENGER Leider hat uns Regisseurin Nora Flingscheidt für Ihren Film SYSTEMPRENGER abgesagt. Stattdessen zeigen wir den neuen Film von Quentin Tarantino: ONCE UPON A TIME IN… HOLLYWOOD in 4K-Ultra-HD in deutscher Fassung.

SONDERVORSTELLUNG MIT EINEM GLAS SEKT IN ANWESENHEIT VON REGISSEURIN SOPHIE KLUGE

GOLDEN TWENTIES

MITTWOCH, 4. SEPTEMBER UM 20.30 UHR Als Ava (Henriette Confurius) mit Mitte Zwanzig wieder bei ihrer Mutter (Inga Busch) einzieht, ist nichts mehr, wie es früher war. Ihr altes Zimmer wurde zum Sport- und Abstellzimmer umgewandelt, ihr alter Freundeskreis hat sich aufgelöst und ihre Mutter hat einen neuen Freund, der kaum älter ist als Ava selbst. Ihr eigenes Leben kommt hingegen nicht so richtig in die Gänge. Sie hat keinen Job, keinen Plan und erst recht kein Liebesleben. Einfühlsame Selbstfindungsgeschichte in unaufgeregten Bildern. Regisseurin Sophie Kluge beehrt uns mit einem Besuch – nach der Vorstellung steht Sie dem Karlsruher Publikum Rede und Antwort.

PREVIEW IN DER SCHAUBURG

SONDERVORSTELLUNG MIT EINEM GLAS SEKT IN ANWESENHEIT DER HAUPTDARSTELLER SVENJA JUNG & MERLIN ROSE, SOWIE REGISSEUR PETER EVERS

GELOBT SEI GOTT

A GSCHICHT ÜBER D‘LIEB

Alexandre entdeckt, daß der Priester, der ihn als Kind missbraucht hatte noch immer seines Amtes waltet. Zusammen mit anderen Leidgenossen fordert er nun entschlossen Konsequenzen. François Ozon („Franz“) liefert einen empörten Film – beruhend auf wahrer Begebenheit geht er mit der katholischen Kirche berechtigt hart ins Gericht. Silberner Bär 2018!

Sie leben wild und haben einen freien Geist: Wildpferde sind auf der ganzen Welt zu Hause. Nur wie lange noch? Weideflächen werden rar, ihr natürlicher Lebensraum schwindet – und der Mensch ist gezwungen einzugreifen, um ihren Fortbestand zu sichern. Regisseurin Caro Lobig wird im Anschluss an unsere Premiere für ein Publikumsgespräch bereitstehen.

FREITAG, 6. SEPTEMBER UM 20.30 UHR

SONNTAG, 1. SEPTEMBER UM 15.00 UHR


SCHAUBURG SPECIALS 25

Karlsruhe

IN KOOPERATION MIT „PARENTS FOR FUTURE“

TOMORROW – DIE WELT IST VOLLER LÖSUNGEN SAMSTAG, 21. SEPTEMBER 16.30 UHR

Heute ist fast jedem klar, dass wir als Menschheit an unserer Lebensweise dringend etwas verändern müssen, wollen wir die Erde bewahren und schützen. Sowohl die Denkweise eines grenzenlosen Wachstums als auch die Idee einer ungeordneten Globalisierung führen absehbar in eine Sackgasse. In TOMORROW – DIE WELT IST VOLLER LÖSUNGEN geht es um die Rettung unseres Planeten und um nichts weniger. Die Vorstellung präsentieren wir in Kooperation mit PARENTS FOR FUTURE – im Anschluss bieten wir Raum für eine kurze Diskussionsrunde.

SEPTEMBER So 01.09. Di 03.09. Mi 04.09. Do 05.09. Fr 06.09. Sa 07.09. So 08.09. Di 10.09. Mi 11.09. Do 12.09. Fr 13.09.

Filmbeginn 20.30 Uhr

25 KM/H DER TRAFIKANT NEU: SPIDER-MAN: FAR FROM HOME DIE FRAU DES NOBELPREISTRÄGERS BOHEMIAN RHAPSODY A STAR IS BORN NEU: LEBERKÄSJUNKIE YULI AQUAMAN NEU: DER KÖNIG DER LÖWEN ANDERSWO. ALLEIN IN AFRIKA mit Protagonist Anselm Nathanael Pahnke

Sa 14.09. NEU: ONCE UPON A TIME... IN HOLLYWOOD So 15.09. KULT: THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW OV QUEERFILMNACHT

NEVRLAND (OMU)

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER UM 21.00 UHR

Bildgewaltig und atmosphärisch dicht zeigt Regisseur Gregor Schmidinger in seinem ersten Langfilm NEVRLAND den Prozess des sexuellen Erwachens und der Selbstfindung als existentiellen Trip, in dem die Grenzen zwischen Realität und Fantasie immer mehr verwischen. Ein tiefenpsychologisch fundierter Coming-ofAge-Film über den Mut, sich selbst zu sein und die gewaltige Angst, die oft davor liegt.

SURF MOVIE NIGHT

CINE MAR

DONNERSTAG, 26.SEPTEMBNER UM 20.30 UHR Surfer-Freunde aufgepasst! Freut Euch auf Wellen, alternativen Lifestyle, Wellen, das Suchen nach Wellen, Wellen und Surf-Action, bien sur! Präsentiert wird unter anderem TRANSCENDING WAVES (OmeU): Die Brüder Gauchos Del Mar erkunden die Falklandinseln, ein 700 Hektar großes Archipel, mit noch unbekannten Wellen und traumhaften Spots mit unberührter Natur. 50 Tage dauert ihre Expedition, um die Insel via Geländewagen, Segelboot und Wasserflugzeug zu erkunden.

SCHLOSS GOTTESAUE Am Schloss Gottesaue 7 76131 Karlsruhe KARTEN & GESCHENK-GUTSCHEINE in der SCHAUBURG, Marienstraße 16, Karlsruhe; im Musikhaus Schlaile; im TicketForum in der Postgalerie oder unter www.openair-karlsruhe.de

ABENDKASSE & BIERGARTEN im Schlosspark ab 19.00 Uhr Info: 0721 3500018 www.openair-karlsruhe.de


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Mode, die man in der DDR nicht kaufen konnte: Frank Schöbel-Musical-Albernheit ‚Heißer Sommer‘. 1968 hatte keiner den Farbfilm vergessen.

ALS SICH DEFA-FILME IN DER SCHAUBURG BREIT MACHEN DURFTEN 1. KARLSRUHER FILMWOCHE DDR UND IHRE NACHWIRKUNGEN von Dr. Peter Kohl … und Friedrich Schumacher Zwischen dem Berliner Mauerfall am 9. November 1989 und den ersten gesamtdeutschen Wahlen am 3. Oktober 1990 gab es die 1. Karlsruher Filmwoche. So reaktionsschnell konnte das mitten im Wiedervereinigungschaos zum 1. bis 6. Mai 1990 nur ein Organisa­ tionstalent wie Georg Fricker hinbekommen. Für den Karlsruher Schauburg­Chef war die Filmkultur der DDR ganz wichtig, auch weil und obwohl sie in der alten BRD so gut wie nicht verfügbar war. Und auch in den Monaten nach dem Mauerfall gab es im östlichen Deutschland lange Zeit noch lange keine geordneten Organisations­ strukturen wieder. Das Festival war also in jeder Hinsicht originell, aktuell und vorbildlich in der gesamten Programmkinobranche. Fricker hatte mit seiner umtriebigen Kinobegeisterung schon jahrzehntelang Kontakte bei zahlreichen Berlinbesuchen geknüpft und ein Netzwerk zu Kinomachern sogar im Ostteil der Stadt gepflegt. Aber das half ihm wenig, ihm, der so gerne mal Filme zur Vorführung nach Karlsruhe geholt hätte. Die wenigen DDR­Kino­ und Filmemacher, die auch nach dem Mauerbau 1961 noch in den Westen reisen durften, waren in der Regel systemtreue Gefolgsleute,

Deutsche Film AG a la Ufa (und auf deren Gelände) konstruiert: Film- und Fernsehprojekte wurden zentralistisch ab 1946 im staatlichen Monopolunternehmen kontrolliert vom Drehbuch, der Produktion, über Filmorchester, Synchronisation und Filmkopierwerke bis zum Kinoeinsatz.

deren Ziel etwa bei der Berlinale der Verkauf von Filmrechten im großen Stil und möglichst europaweit war. Berichte privilegierter westlicher Filmkritiker, die Gelegenheit hatten, in der „Ostzone“ neue Produktionen kennenzulernen, haben in all den Jahren neugierig gemacht. Trotz aller Interessen, Überlegungen und Anfragen gab es leider aber für eine DDR-Film­ werkschau in der Schauburg noch keine realistische Möglichkeit. Staatliche Institutionen hatten an solchen Austauschen wenig Interesse und in der BRD dafür schon gar kein Geld. Sicherlich waren für Fricker diese Erfahrungen auch einer der Auslöser für seine Idee einer Stiftung, um nämlich solche Nischen­Kinokultur überhaupt mal zugänglich machen zu können…

HER MIT DEN KOPIEN! Jetzt nach dem „Mauerfall“ galt es, die einmalige Gelegenheit zu nutzen, sich nicht nur mit einem authentischen Einblick in 40 Jahre Filmgeschichte im Zeichen der staatlichen Filmgesellschaft der DDR (DEFA), zu beschäftigen, sondern auch mit der Geschichte des sich gerade in Auflösung befindlichen zweiten deutschen Staates mittels des Mediums Film zu informieren. Im allgemeinen Vereinigungswirrwarr kam es zu unseriösen Aus­ wüchsen: von schrägen Typen wurden Filmkopien aus dubiosen Quellen angeboten, natürlich ohne Lizenzen, bei Nacht und Nebel, billigst gegen bar, direkt vom Lastwagen auf Autobahnparkplätzen. In dieser Zeit dürften einige Filmwerke für alle Zeiten verloren gegangen sein. Aber das ist eine andere Geschichte. Der eigentlich immer an Sammlerkopien interessierte Fricker hielt sich vernünfti­ gerweise ­ wenn auch schweren Herzens ­ zurück, zumal ihn die


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70 mm und die 4 Kanal­Magnetton­Titel besonders interessiert hätten. Davon raunten außerhalb der DDR Kinotechnikbegeisterte, während andere Wessis lästerten: „Hatten die in der DDR denn schon Tonfilm?“ Wirklich geglaubt haben viele an die weit entwickelte Breitfilmtechnik der DDR (und allgemein im „Ostblock“) erst, als Herbert Born Jahre später bei den TODD-AO-Festivals nach und nach alle verfügbaren 70 mm­Filme hat besorgen und dort medienadäquat zeigen können. Die Überraschung, das ungläubige Staunen über diese Filme aus einem Land, in dem es im Alltagsleben sehr schwierig war, Nägel oder Farbe zu „organisieren“, waren dann groß. Gestaunt wurde auch über die Zentrale Betriebsschule des Lichtspielwesens des Ministeriums für Kultur, einer Berufsbildungseinrichtung, in der u. a. die Filmvorführ-Ausbildung fast schon auf Ingenieurniveau praktiziert wurde. Film­ und kinotechnisch war die DDR erstklassig aufgebaut und im Vergleich zu hiesigen Zuständen mustergültig! Nicht gezeigt, weil damals nicht verfügbar, wurden die Schöne­ heile­DDR­Welt­Musicals mit Schlagersängern wie Frank Schöbel und Nina Hagen. Gemeint sind Zumutungen der Sorte ‚Hochzeits­ nacht im Regen‘ (1967) oder ‚Heißer Sommer‘ (1968), die in Farbe, Totalvision und 4­Kanal­Magnetton eine utopische Mode und Popkultur präsentierten, die für DDR­ler illusorisch war und blieb. Der DDR­Kinokultur­Nachholbedarf in Karlsruhe im Mai 1990 wurde gedämpft von Befürchtungen, mit überwiegend treusozialistischem Alltagsschmonzetten und staatspolitischem Indoktrinierungsmüll aus dem Arbeiter- und Bauernparadies gelangweilt zu werden, während aktuell tagtäglich reale Vereinigungsquengeleien und Belastungen durch den „Aufbau Ost“ nervten. Realistisch ging es auch in der Schauburg zu: Fricker beschäftigte einen jungen Mann aus der DDR als Theaterleiter: Wiedervereini­ gung auch in der Kinomacherwelt verwirklicht! Der „Ossi“ fühlte sich auf der Marienstraße in der für ihn völlig ungewohnten Arbeitswelt wohl, voll integriert, beklagte sich aber, dass selbst er den Solidaritätszuschlag zahlen müsse…

DIE 1. FILMWOCHE DDR Zurück zur ersten Karlsruher Filmwoche DDR. „Gerade im Medium Film, das immer auch Realität abbildet, widerspiegelt sich in vielfach gebrochener Weise vierzig Jahre DDR­Geschichte“, begrüßte Karlsruhes Oberbürgermeister Seiler in seinem Grußwort damals dieses Pionierereignis in der deutschen Kinolandschaft. Während Institutionen noch über kulturelle Erbschaften und ihre Vollstrecker lamentierten, wurde es höchste Zeit, einen Blick auf die Filmkultur zu werfen, die Wessis damals überhaupt nicht kannten. Auf größtes Interesse stießen 1990 Filme, in denen sich der Arbeiter- und Bauernstaat, genauer gesagt, seine Obrigkeit, nicht erkennen wollte. Es waren vor allem Filme des Jahrgangs 1965/66, die in Folge des 11. Plenums des Zentralkomitees der SED (ZK, höchstes Organ in der Parteistruktur) im Dezember 1965 aus dem Verkehr gezogen wurden und in den Archiven (und nur durch mutige Überzeugungstäter nicht in der Vernichtung) verschwanden. Dieses Verfahren war ­ nicht nur in der DDR ­ beliebt, um vermeintliche Kunstfreiheit und politische Liberalität zu heucheln. Man gestattet zähneknirschend kritischen Filmemachern nach nervigen Vor­ planungen, Genehmigungen und Einschränkungen, ihre Filme zu machen, sie zunächst mal (oft sogar feierlich) in geschlossenen Vorstellungen ausgesuchtem Publikum vorzuspielen, vielleicht auch noch in ganz wenigen „geheimen“ Einzelvorstellungen wenige Mal unauffälligst zu zeigen ­ und dann still aus dem Verkehr zu nehmen, oft für „immer“.

kreierte die DEFA ab 1957 ihr CinemaScope­Plagiat zur Umgehung von Lizenz­ zahlungen an die kapitalis­ tische Centfox. Die erforderlichen Anamorphot-Optiken („Rectimaskop“) fertigten ROW, Rathenower optische Werke.

So verfuhr man auch mit Büchern oder Musik, wenn Künstler republikflüchtig oder zu systemkritisch wurden (Biermann & Co.). Eine Variation war organisiertes Ausbuhen von Filmen, so dass man sich „nur dem Volkszorn beugte“. Und zuweilen verkaufte man diese Titel zur ausschließlichen Verwendung aber ins kapitalistische Ausland, sicherlich mit dem Hintergedanken, die angebliche Liberalität des Kulturbetriebs zu demonstrieren. Nach der Wende waren dann solche Filme endlich „richtig“, unzensiert, in Lang­ fassungen, nicht wenige sogar erstmals in die Öffentlichkeit/Kinos ­ hüben wie „drüben“ anschaubar. Die beteiligten Künstler hatten selbst natürlich berechtigtes Interesse daran zu belegen, dass sie in der DDR etwas zustande gebracht und keineswegs systemwillfährige Mitläufer oder Medienknechte gewesen waren.

TOTALVISION IN JEDER BEZIEHUNG Offiziell eröffnet wurde die Filmwoche in der Schauburg mit dem berühmtesten Verbotsfilm: ‚Spur der Steine‘ (1966) von Frank Beyer. Manfred Krug, damals als Tatort­Kommissar auch im Westen populär, spielt darin eine seiner Glanzrollen, als aufmüpfiger Maurerpolier, der mit seiner Truppe eine Großbaustelle aufmischt ­ bei allem Verständnis schon etwas großkotzig und zu übermütig. Besonders fiel auf, dass der Film auch technisch-dramaturgisch ein Glanzstück ­ „nur“ in schwarz/weiß, aber in Totalvision war, zu einer Zeit, in der sich Fassbinder in der BRD zwar der Farbe, aber nur des Kleinformats bediente! Die DEFA-Stiftung erwähnt das in ihren Texten nicht einmal.

‚Spur der Steine‘ - Manfred Krugs insiderzynisches Anbaggern: „Mit Ihnen würd’ ich mir sogar ’nen DEFA-Film angucken!“ Der renommierte Filmwissenschaftler Dr. Gerd Albrecht vom Deutschen Filminstitut in Frankfurt, mit dem Fricker schon ein Buch und Kinoprojekt „Film im 3. Reich“ realisiert hatte, hielt einen einleitenden Vortrag über den deutsch-deutschen Nachkriegsfilm mit hilfreichen Informationen. Danach wurde das Filmerlebnis auf der kapitalistischen Cinerama­Bildwand gebührend mit Freibier begossen, passend zum Film, in dem ebenfalls Bier in Strömen fließt.


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Nicht fehlen durfte der Film, der dem bemerkenswerten, so lange unter Verschluss gehaltenen Filmjahrgang den Namen gab, „Kanin­ chenfilme“. Ausgerechnet Kurt Maetzig, der Mitbegründer der DEFA, der Macher der berühmt­berüchtigten Filme über den KPD­Führer Ernst Thälmann, drehte ‚Das Kaninchen bin ich‘. Es ist die Geschich­ te einer jungen Frau, die sich in den Richter verliebt, der ihren Bruder wegen versuchter „Republikflucht“ verurteilt. Das war dann doch offenbar zu viel für die SED­Oberen, denen Kurt Maetzigs zweiter Film ‚Der Rat der Götter‘ (1950), der ebenfalls in Karlsruhe zu sehen war, über die Verstrickung des IG Farben­Konzerns in die NS­Vernichtungsmaschinerie weit besser ins Weltbild passte. Krieg und Vernichtung sind noch sehr präsent in dem schon ein Jahr nach Kriegsende entstandenen Filmklassiker ‚Die Mörder sind unter uns‘ von Wolfgang Staudte. Das ist nicht nur der erste DEFA-Film, sondern der erste deutsche Nachkriegsfilm überhaupt und einer der ganz wenigen alten Filme, die zeitlos perfekt, immer noch aktuell/ frisch auch in ihrer Botschaft sind.

REPRÄSENTATIV – SOWEIT ZUGÄNGLICH Zu sehen waren auch zwei weitere Evergreens auf Weltklasseniveau von Staudte: - die bitterböse Satire ‚Der Untertan‘ (1951), der übrigens in der Bundesrepublik einige Jahre lang nicht und dann nur mit Schnittauflagen gezeigt werden durfte! Und der bezaubernde und erfolgreichste DEFA-Märchenfilm ‚Die Geschichte vom kleinen Muck’ (1953), der zusammen mit zwei weiteren Filmen die beeindru­ ckende Kinder- und Jugendfilmsparte der DEFA repräsentierte. Gut vertreten waren die jüngere DEFA-Generation mit den Filmen von Hermann Zschoche (‚Bürgschaft für ein Jahr‘, ‚Die Alleinsegle­ rin‘, ‚Grüne Hochzeit‘), Lothar Warneke (‚Einer trage des anderen Last‘) und Roland Gräf (‚Fallada – Letztes Kapitel‘). In seinem musikalisch unterfütterten Frauenporträt‚ Solo Sunny‘ (1979) schlug auch Altmeister Konrad Wolf in seinem letzten Spielfilm erfrischend neue, leichtere Töne an. Einblicke in die Lebenswirklichkeit der DDR kurz vor deren Ende gaben die Dokumentarfilme von Heike Misselwitz und Andreas Voigt. Besonders präsent waren bei der Karlsruher Filmwoche aber Leben und Werk von Heiner Carow, der zusammen mit dem Autor Ulrich Plenzdorf den DDR-Kultfilm ‚Die Legende von Paul und Paula‘ (1972) geschaffen hatte. Der Film stand natürlich in Karlsruhe auf dem Programm neben den im Westen weniger bekannten Carow­ Filmen ‚Ikarus‘ (1976), ‚Bis dass der Tod euch scheidet‘ (1979) mit

Catrin Sass und ‚So viele Träume‘ (1986). Ein Rarität war auch dabei: „Die Russen kommen“. 1968 gedreht, kam der Film erst 19 Jahre später in einer restaurierten Fassung in die DDR­Kinos. Offenbar war das hier gebotene Bild vom russischen Befreier kurz nach Kriegsende den DDR­Bonzen nicht positiv genug (nicht mit der amerikanischen Filmsatire ‚Die Russen kommen! Die Russen kommen!’ von Norman Jewison, 1966, zu verwechseln).

SEXUELL FRÜHER OFFEN Den größten Tabubruch beging Heiner Carow aber, als er kurz vor dem Ende der DDR erstmals das Thema Homosexualität auf die Bildwand brachte, und das, obwohl die DDR beim Wegfall der Homosexuellen-Verfolgung (§ 175) der BRD weit voraus war. Am 9. November 1989 hatte ’Coming Out’ in Ost­Berlin Premiere, während die Stadt ein ganz anderes Coming Out erlebte: den Fall der Mauer. Zur Vorstellung des Films in der Karlsruher Schauburg brachte Heiner Carow zwei Darsteller mit und erzählte von dem jahrelangen Kampf um die Drehgenehmigung und den Reaktionen auf den Film, in dessen Mittelpunkt ein junger Lehrer mit seiner eigenen ver­ drängten Homosexualität konfrontiert wird. Lange traut der sich nicht, seiner Freundin, die ein Kind von ihm erwartet, die Wahrheit zu sagen. Am Ende entscheidet er sich für seinen Freund und ein anderes, ein schwules Leben. Der gradlinig und konventionell inszenierte Film vermittelt einen informativen Einblick in die damals immer noch recht subkulturelle Schwulenszene Ost­Berlins. Carow sprach auch über die Unsicherheit seiner Zukunft als Regisseur. Dass die DEFA abgewickelt werden würde, war klar, unklar war, was mit ihren Mitarbeitern passieren sollte, wie sie sich in der privatwirtschaftlich organisierten Filmwirtschaft des vereinten Deutschland behaupten sollten. Worüber Lothar Carow an diesem Abend nicht sprach, davon erzählt Jahre später bei einem Besuch in der Schauburg im privaten Gespräch der Filmkomponist Peter Gotthardt, der bei ‚Ikarus‘, ‚Die Legende von Paul und Paula‘ und ‚Bis dass der Tod euch scheidet‘ mit Carow zusammengearbeitet hatte. Carow hatte 1997 kurz vor seinem Tod zum Leidwesen seiner Familie sein persönliches Coming Out. Sein letzter DEFA-Film ‚Die Verfehlung‘ (1992) wurde kaum beachtet. Danach musste er sich mit unbedeutenden Fernseharbeiten über Wasser halten. Nach der Vorführung von ‚Die Legende von Paul und Paula‘ redete Gotthardt offen darüber, dass er sich beim Komponieren der beiden bekannten Filmsongs bei berühmten, aber in der DDR verpönten Vorbildern bedient hatte. „Wenn ein Mensch lebt“ klingt doch sehr nach den Bee Gees („Spicks and Specks“) und „Geh zu Ihr“ nach Slade („Look Wat You Dun“). Zum Glück für den Film und die Band „Puhdys“, die damit zwei ihre populärsten Titel eingespielt hat, nahm man es in der DDR nicht so genau mit dem Urheberrecht. Schön sind diese Ohrwürmer trotzdem und ein Teil der Legende, die sich um diesen Kultfilm rankt.

DEFA WEITER IM PROGRAMM Nach dieser Filmwoche, die auf große Beachtung deutschlandweit und ein reges Publikumsinteresse gestoßen war, hat die Schauburg auch in den Folgejahren den DEFA-Film nie aus den Augen verloren, obwohl solch ein arbeitsintensives Festival mit den Einladungen an Filmemacher ein Zuschussveranstaltung bleibt und DDR­Filme per se keine Kassenknüller sind. Gewagt mit dem Mut der Verzweiflung - 1973 lallt in ‚Das zweite Leben des Friedrich Wilhelm Georg Platow’ der besoffene Reichsbahnler im Schulungsheim: „Du bist so gut zu mir… - bist Du in der Partei?“

In die 2. Karlsruher Filmwoche im Mai 1991, in der es eigentlich um das Filmland Finnland ging, wurde die Premiere eines der letzten


90 JAHRE SCHAUBURG

90 JAHRE SCHAUBURG 29 DIE WAHRE GESCHICHTE EINES JAHRHUNDERT TÄNZERS

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DEFA-Spielfilme ‚Tanz auf der Kippe‘ von Jürgen Brauer eingeschmuggelt, ein Film, der noch in der DDR gedreht wurde, dann im vereinigten Deutschland in die Kinos kam. Auch lange nach dem Ende der DDR und weit weg von der einstigen innerdeutschen Grenze hielt die Schauburg als eines der wenigen Kinos im Westen das Vermächtnis des DEFA-Films hoch. Ein Manko der ersten Karlsruher Filmwoche wurde 16 Jahre später korrigiert. Der damals dabei nicht berücksichtigte Egon Günther, der neben Konrad Wolf und Frank Beyer zu den großen Drei des DEFA-Spielfilms gezählt wird, kam am 20. Mai 2000 in die Schauburg und stellte seinen wohl besten Film ‚Der Dritte‘ vor, ein leichtfüßiges, doppelbödiges Spiel, um eine emanzipierte Frau auf der Suche nach dem richtigen Mann und ein bisschen Glück unter den Bedingungen des Sozialismus. In seiner Begleitung war Jutta Hoffmann, die Hauptdarstellerin des Films, eine der großen Theater­ und Filmschauspielerinnen der DDR, deren Karriere nach dem Ende der DDR auf der Bühne und im Fernsehen weiterging, zum Beispiel als Polizeiruf­Kom­ missarin. Während der Regie­Veteran Egon Günther sich noch nachträg­ lich in Rage redete über die Knüppel, die man ihm zu DDR­ Zeiten zwischen die Beine geworfen hatte, plauderte Jutta Hoffmann verbindlich und freundlich über die Dreharbeiten und ihre Karriere. Dieser Besuch war Teil eines Programms mit DEFA-Klassikern, das auch Peter Gotthardt nach Karlsruhe führte. Das Programm war vom Museum of Modern Art in New York zusammengestellt worden. So erklärt sich auch das völlig deplaziert wirkende englische Motto, unter dem die Reihe präsentiert wurde: „Rebels with a cause“. Ein Denglish­Phäno­ men, das Georg Fricker sonst eigentlich nicht duldete.

DDR-FILMEMACHER IN DER SCHAUBURG Rebellisch im Rahmen des Systems waren auch einige der Helden aus der Feder von Wolfgang Kohlhaase, dem größten Drehbuch- und Ideenlieferanten der DEFA überhaupt, dem langjährigen Freund und Mitarbeiter von Konrad Wolf, der bei ‚Solo Sunny‘ die Co­Regie übernommen hatte. Obwohl er der DDR durchaus eine Träne nachweinte, der er, wie man so sagte, in kritischer Solidarität verbunden war, hatte er sich unter den neuen Bedingungen behauptet, und erlebte jenseits der 70 seinen dritten oder vierten Frühling. In der Schauburg stellte er am 25. Januar 2006 im Rahmen einer kleinen Retrospektive seinen erfolgreichen Film ‚Sommer vorm Balkon‘ (2005), vor, für den er das Drehbuch geschrieben hatte. Die mit Witz und Wehmut erzählte Geschichte zweier Freun­ dinnen, Mitte Dreißig, die auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Problem Männer umgehen, bescherte Regisseur Andreas Dresen den bislang größten Erfolg seiner Karriere und zeigte wieder einmal, was für ein toller Dialogschreiber Wolfgang Kohlhaase ist. Auch dem Karlsruher Publikum präsentierte er sich als einer, der mit 75 Jahren ohne Zorn zurück in die Vergangenheit und voller Pläne in die Zukunft blickte. Bei nennenswertem Interesse könnten auch künftig mal wieder DDR­Filme in der Schauburg gezeigt werden, zumal alle ­ sogar analogen ­ Projektionsmöglichkeiten verfügbar sind und anderseits kulturstaatliche Institutionen immer mehr Filmrari­ täten digital archiviert vorhalten.

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W H I T E CR OW EIN FILM VON RALPH FIENNES

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PROGRAMMVORSCHAU 30

UNSERE PROGRAMMVORSCHAU FÜR

OKTOBER 2019

3. OKTOBER 2019

DEUTSCHSTUNDE Zwei Freunde werden erbitterte Feinde  und zwischen ihnen steht ein elfjähriger Junge, der von beiden geliebt werden will. Siegfried Lenz’ 1968 erschienener Roman thematisiert Repression und die Zerstörung menschlicher Beziehungen in einem autoritären System. In Zeiten, in denen antidemokratische Tendenzen weltweit zunehmen, bestürzend aktuell.

4. – 6. OKTOBER 2019

15. TODD-AO 70MM FILMFESTIVAL

REGIE Christian Schwochow DARSTELLER Ulrich Noethen, Tobias Moretti, Dagmar Manzel

Wenn Filmfans aus der ganzen Welt zu einem Festival in die Schauburg einfliegen, kann das nur eines bedeuten: in der Vorführkabine wird waschechtes 70mm-Filmmaterial zum Einsatz gebracht und unsere Leinwand wird breiter denn je! Also Vorhang auf zu unserem traditionellen Todd-AO-70mm-Filmfestival! 3 Tage volles Programm!

3. OKTOBER 2019

17. OKTOBER 2019

24. OKTOBER 2019

Ein Elite-Auftragskiller sieht sich plötzlich selbst im Zentrum der Verfolgung durch einen mysteriösen jungen Agenten, der scheinbar jeden einzelnen seiner Schritte vorhersehen kann. Ang Lee, einer der innovativsten Regisseure unserer Zeit, geht einmal mehr an die Grenzen des filmisch Möglichen. Mit atemberaubenden CGI-Effekten, die so überzeugend noch nie auf der großen Leinwand zu sehen waren.

Nicht etwa ein Monsterfilm oder ein Science-Fiction-Thriller steckt hinter dem Titel, sondern eine anfangs komische, später immer tragischere Satire. Wie so oft bedient sich der koreanische Regisseur Bong Joon Ho unterschiedlichster Genremuster, um von gesellschaftlichen Missständen zu erzählen. Einer der besten Filme des diesjährigen Wettbewerbs von Cannes, der verdient mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde . REGIE Joon-ho Bong DARSTELLER Song Kang-ho, Lee Sun-kyun, Cho Yeo-jeong

In Frankreich hat ihn der „Figaro“ vergangenes Jahr als „Komödie des Jahres“ tituliert. Ein Spaß ist die Geschichte über irrtümlich verbreitete Heldensagen und wie die Witwe eines Polizisten sowie ein unschuldig im Gefängnis einsitzender Zeitgenosse mit ihren Schicksalen umgehen, in jedem Fall, die Mischung aus Groteske und rührenden Beziehungsmomenten ist selten so gut gelungen.

GEMINI MAN

REGIE Ang Lee DARSTELLER Will Smith, Mary Elizabeth Winstead, Clive Owen

PARASITE

LIEBER ANTOINE ALS GAR KEINEN ÄRGER

REGIE Pierre Salvadori DARSTELLER Adèle Haenel, Pio Marmaï, Damien Bonnard


AB DO

5.9.

Von Andy Muschietti („Es“, „Mama“) Mit James McAvoy („Split“, „Glass“) Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“) Bill Hader („Barry“) Isaiah Mustafa („Shadowhunters“) Jay Ryan („Mary Kills People“) Drei Jahrzehnte nach den Ereignissen des ersten Films führt „ES 2“ die Charaktere, deren Wege sich mittlerweile getrennt haben, als Erwachsene erneut zusammen – denn alle 27 Jahre sucht das Böse die kleine Stadt Derry in Maine heim.

FILMhighlights im SEPTEMBER AD ASTRA - ZU DEN STERNEN

Mit Brad Pitt („Once Upon a Time in Hollywood“) Tommy Lee Jones („Auf der Flucht“) Ruth Negga („World War Z“) Donald Sutherland („Tribute von Panem“) Liv Tyler („Armageddon“)

PREVIEW

Brad Pitt spielt den Astronauten Roy McBride, der an den äußersten Rand des Sonnensystems reist, um seinen vermissten Vater zu finden und ein Rätsel zu lösen, dass das Überleben auf unserem Planeten bedroht. Auf seiner Reise enthüllt er Geheimnisse, die die menschliche Existenz und unseren Platz im Universum in Frage stellen.

AB DO

12.9.

Von Vanessa Jopp („Tatort“) Mit Nora Tschirner („Keinohrhasen“) Alexander Fehling („Inglourious Basterds“) Ulrich Thomsen („The International“) Ein falsch gesetzter Buchstabe und schon landet die E-Mail von Emma Rothner unbeabsichtigt bei Leo Leike, einem Linguisten, statt beim vorgesehenen Empfänger. Leo antwortet. Ein Austausch nimmt seinen Lauf, der lustig und immer persönlicher wird. Weil sich die beiden nicht kennen, sie also keinen Gesichtsverlust befürchten müssen, vertrauen sie aneinander intime Dinge an. Emma und Leo schließen eine digitale Freundschaft und wollen es dabei belassen. Aber irgendwann sind da Schmetterlinge in den Bäuchen und jedes „Pling“ im Mail-Postfach scheucht sie auf. Vielleicht sollten sie sich doch treffen? Andererseits ist Emma mit Bernhard verheiratet und Leo hängt immer noch an seiner Ex-Freundin Marlene…

LadyPalast inkl. ein Glas Sekt nur Mi 11.9. um 19:45 Uhr

ANGRY BIRDS 2 - DER FILM

3D

AB DO

19.9.

Von Thurop Van Orman John Rice Als eine neue Bedrohung auftaucht, die sowohl die Insel der Vögel als auch die Insel der Schweine in Gefahr bringt, rekrutieren Red, Chuck, Bombe und Mächtiger Adler Chucks Schwester Silver und tun sich mit den Schweinen Leonard, seiner Assistentin Courtney und dem Technik-Nerd Garry zusammen. Gemeinsam schmieden sie einen wackeligen Waffenstillstand und bilden ein ungewöhnliches Superteam, um ihre Heimat zu retten.

19.9.

Von James Gray („Die versunkene Stadt Z“)

am Mi 4.9. um 22:30 Uhr

GUT GEGEN NORDWIND

AB DO

MIDSOMMAR

AB DO

26.9. Von Ari Aster („Hereditary - Das Vermächtnis“) Mit Florence Pugh („The Falling“) Jack Reynor („Glassland“) Will Poulter William Jackson Harper Vilhelm Blomgren Obwohl ihre Beziehung kriselt, schließt sich Dani ihrem Freund Christian auf einen Sommertrip in einen kleinen Ort in Schweden an. Gemeinsam mit Christians Clique sind sie zu einem einmaligen Mittsommerfestival eingeladen. Doch der anfänglich idyllische Eindruck der abgelegenen Gemeinschaft trügt, die freundlichen Dorfbewohner verhalten sich nach und nach merkwürdiger: Sie bereiten sich auf ein besonderes Mittsommer-Ritual vor, das nur alle 90 Jahre zelebriert wird. Was als puritanisches Fest der Liebe und Glückseligkeit beginnt, nimmt eine unheimliche Wendung, die das sonnengeflutete Paradies bis in die Eingeweide erschüttert.

PREVIEW am Fr 20.9. 20:00 Uhr

EVEREST - EIN YETI WILL HOCH HINAUS

3D

AB DO

26.9.

Von Jill Culton („Jagdfieber“) Todd Wilderman

PREVIEW am So 15.9. 14:30 Uhr

RAMBO: LAST BLOOD

AB DO

19.9.

Von Adrian Grunberg („Get the Gringo“) Mit Sylvester Stallone („Rocky“) Paz Vega („Lucía und der Sex“) Sergio Peris-Mencheta („Resident Evil“) Adriana Barraza Oscar Jaenada („The Shallows“)

Ein kleiner Yeti ist einem Versuchslabor in Shanghai entkommen und sucht Zuflucht auf den Dächern der Millionenstadt. Dort begegnet er ausgerechnet dem neugierigen Teenager-Mädchen Yi und ihren Freunden Jin und Peng. Schnell wird klar, dass das Trio den kleinen Yeti, den sie kurzerhand auf den Namen „Everest“ taufen, nur vor dem finsteren Laborleiter Burnish und der Zoologin Dr. Zara retten können, wenn sie ihn zurück in seine Heimat bringen. Gemeinsam begeben sich die Freunde auf eine faszinierende Reise durch sagenhafte Landschaften, wunderliche Ereignisse und magische Momente, um Everest am höchsten Punkt der Erde wieder mit seiner Familie zu vereinen.

John Rambo hat viele große Schlachten in seinem Leben geschlagen – nun soll endlich Schluss sein. Zurückgezogen lebt der Kriegsveteran inzwischen auf einer abgelegenen Farm in Arizona. Doch der einstige Elitekämpfer kommt nicht zur Ruhe. Als die Enkelin seiner Haushälterin Maria verschleppt wird, begibt sich Rambo auf eine Rettungsmission jenseits der amerikanischen Grenze nach Mexiko. Schon bald sieht er sich dort einem der mächtigsten und skrupellosesten Drogenkartelle gegenüber. Die vielen Jahre im Kampf mögen Rambo gezeichnet haben, aber sie haben ihn nicht weniger gefährlich gemacht.

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PROGRAMMHEFT SEPTEMBER 2019

15.

TODD-AO 70mm-Filmfestival

4.– 6.10.2019

Marienstraße 16 76137 Karlsruhe T. 0721 3500018 www.schauburg.de

Mit freundlicher Unterstützung der

GROSSBILDWAND

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Schauburg Cinerama Karlsruhe - Programmheft September 2019