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DER SCHNEE-HASE JAHRBUCH DES SCHWEIZERISCHEN AKADEMISCHEN SKIKLUBS

ANNUAIRE PREIS: FR, 8.-

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SCHRIFTLEITUNG: WALTER AMSTUTZ


ENGADIN 18'30 Pi 端. M.


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M I N E V I T A A.-G., Z U R I C H


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Ski-Fahrers

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F..

I

WINTERWALD AM G U R N I G E L

Phot. Dr. W. Amttutz

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Photo : J. F~cuerstein.Sehuls-Torasj

DEM ZWEITEN SCHNEEHASEN ZUM GELEIT. Gleich mit dem ersten Sprung hat unser Schneehase als Werber für den Abfahrts- und Slalomlauf überall Beifall geerntet. Allenthalben hat man ein Jahrbuch, das dem S k i f a h r e r gewidmet ist, auf das herzlichste empfangen. Seit der letzten Schneeschmelze aber haben Abfahrts- und Slalomlauf nicht geruht; Tagungen, Sitzungen, Aussprachen, Eingaben, Federkriege und Briefwechsel haben unsere Ideen wesentlich gefördert. Dank schulden wir unserem Ehrenmitgliede, Herrn Arnold Lunn, der als Vertreter des Ski Club of Great Britain in St. Moritz für uns S k i f a h r e r eingestanden ist. Aber auch Herrn Dr. Kar1 Roesen, D. S. V., der zwei Male als Kampfrichter bei den Internationalen Universitäts-Ski-Wettkämpfen amtierte, wie Herrn Graf C. G. D. Hamilton, Sekretär der FIS, zollen wir Dank für ihre Unterstützung des englischen Vorschlages. Unseren Landesverband wollen wir auch nicht vergessen, der für diesen Winter schon sein Rennprogramm geändert hat und im übrigen in seinem neuesten Jahrbuche einen ganz anderen Geist walten lässt! Noch sind wir nicht am Ziele - aber um merkliches näher, und das genügt uns fürs erste. Der zweite Schneehase darf schon einen keckeren Sprung wagen. Was wir vor Jahresfrist versprochen haben, das suchten wir zu halten: Vor euch liegt das beginnende Buch der Abfahrt. Trotzdem soll man ihm nicht Einseitigkeit vorwerfen; dem Langläufer bringt es auch etwas, das sich sehen lässt. Widmen aber wollen wir diesen Schneehasen wieder dem S k i f a h r e r , sei es dem jungen Studiosus, der sich im Wettkampf erhärtet, oder dem ,,alten Herr", der die winterliche Landschaft durchzieht, aber nicht minder behende mit gleitlustigen Füssen die Sausefahrt talwärts wagt. Schneehase hupf! . . . . MÜRREN, im November 1928.

WALTER AMSTUTZ.

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RUNDSCHAU DES JAHRES 1928. V011

Dr. OSKAR HUG, Ze~~tralpräsident des CA S.

Dein mehr poetisch angehauchten Rückblick iin I . SAS-Jahrbuch folgt dieses Jahr ein etwas mehr sachlich-nüchtern gefärbter Jahresbericht. Was Freund Gurtner und sein Kreis in studentisch-jugendlichem Schwung eingeweiht und von Stapel gelassen haben, müssen wir bereits in sachlich-technischen Bahnen fortsetzen. Nicht wir wollen das, sondern die Uinstände zwingen uns dazu, denn der SAS und seine klar zu Tage liegenden Tendenzen, sein Programm, haben inzwischen sowohl in der heimatlichen als ausländischen Skiwelt eine Beachtung gefunden, die uns zwingt, wenigstens auf dem Gebiet der ,,Federfuchser" jene Wege zu beschreiten, die allgemein gehandhabt werden. Diese wohlberechtigte Anpassung uiid dieses Einleben in unsere Skiumwelt erlauben uns um so n ~ e h r auf unserem ureigensten Gebiet, dem Skifahren, das Neue und Ungewohnte zu handhaben uiid zu befürworten, selbst wenn darob zwei Dutzend Skibonzen und ein halbes Hundert Skiskribenten an ,,Gallenblasenblähung" erltranlten sollten. In dieser Sphäre gibt es keine Konzessionen! Da bleiben der Fortschritt und die sltisportliche Logik Trumpf. Also reden wir zuerst von unserem Skifahren, resp. von den Taten unserer Jungen, unserer Aktivitas! Ei, wie beneide ich sie, wie sie mit hochgelüfteten Stöcken in jugendlichem Uebermut über Hang und Kante, durch Mulden und Schneisen sausen und ein mitleidiges Lächeln den Stockakrobaten zuwerfen. Recht so! Frei sei der Student, kühn und draufgängerisch, wagemutig und unbesorgt! Er hat das in den jetzigen Zeiten nötiger denn je. Das Hauptbetätigungsfeld des SAS ist heute in erster Linie der sltisportliche Wettkampf. Unsere Sltitouristik ist vorwiegend noch ein Ding von vorwiegend privater Initiative. Doch auch auf dieseln Gebiet ist Vieles und Schönes geleistet worden. Tödigebiet und Berner Oberland, Wallis und Mont Blanc wüssten davon z u erzählen. Unser Ziel ist: durchgehends technisch einwandfreie und selbstsichere Skifahrer heranzubilden und zu besitzen. Nur wer seine Hölzer in jeder Lage völlig beherrscht, ist befähigt, seine Touren und Skiwanderungen in vollem Mass zu geniessen. Dieses W o r t „volles Mass" ist uns Leitgedanke. Nicht die halb gefüllten Becher der Mühe und des Glückes lieben wir, nein, nur die bis zum Rand gestrichenen. Nicht das artige Skipromenieren ist unser Ziel, nein, nur der rassige Lauf und der gestandene Sprung. Nicht den halb genossenen Skibutnrnel wollen wir, nein, nur die vollausgekostete Sltifahrt. Aufs Ganze gehen wir und ganz hingeben wollen wir uns und unsere Sache. Darin liegt ein echter studentischer Geist. Das ist aber auch ein Stück Lebenserziehung und bereits ein Teil Lebenserfahrung. Darum lieben und fördern wir den sportlichen Wettkampf. Unsere SASler haben irn vergangenen Winter an mancherlei Wettkämpfen teilgenommen, und fast immer sind sie in den ersten Rängen, sehr oft sogar als Sieger dagestanden. Im Toggenburg und den Flumserbergen, auf Parsenn und in Mürren, am Gurnigel, in Engelberg, St. Moritz, atn Arlberg und auch

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itn fernen Cortina finden wir unsere Klubfarben vertreten. Eingehende Berichte über die eiiizelneii Anlässe folgen weiter unten. Hier wollen wir nur das Hauptsächlichste lturz streifen. Dei1 Akadeinis2hen Sltiwettkampf England-Schweiz in Mürren gewannen dieses Jahr die englischen Studenten, allerdings mit nur sehr knapper Punkttnehrlieit. Sieger der zwei Eiiizelläufe (Abfahrt und Slalom) waren dagegen SASler, nämlich Weber und Reuge. An den 4. Internationalen Universitäts-Skiwettkärnpfen in Engelberg war der SAS durch Dr. Atristutz und Meisser siegreich, nämlich itn Slalom utid dem Sprunglauf. Sehr gute Itombitiierte Leistungen erzielten fernerhin Reuge (Slalom 3; Abfahrt 3; Sprunglauf 2 ) utid Roch (Langlauf 6; Slalom 5; Sprung 4). Für die Altademischen Winterspiele iti Cortiiia d'Ampezzo (Dolomiten) hatte der SAS als Vertreter unseres Landes folgende Mannschaft abgeordnet: Roch (Captain), Campell, Weber, Meisser, Binder und Steiner. Ausserdein amtete Dr. Hertnann Gurtner als technischer Leiter dieser Wettkämpfe. Roch wurde Altademischer Weltmeister in Abfahrt und Slalom und belegte noch den fünften Platz im Sprunglauf hinter drei Norwegern und utiseretn Meisser, der als vierter landete. Auch an deti Olyiiipischen Winterspielen in St. Moritz treffen wir einen SASler. Charles Proctor (Canada) belegte mit einem 49 und 56 m Sprung mit Note 15,583 deii 14. Rang im Sprunglauf. In Mürren gewann Dr. W. Atnstutz zu111 dritten Mal den Windhatn-Waiiderbecher fiir Abfahrt, womit diese Trophäe iti seinen dauernden Besitz übergeht. Auch den Prinz Chichibu-Wanderbecher (Abfahrtslauf) gewann er dieses Jahr. Am Abfahrtsrennen des Skiklub Spitzmeilen stand Roch itn ersten Rang ~11idStrickler belegte den dritten Platz. Das Interltlubrennen in Ebnat-Kappe1 (Toggenburg) sah den SAS in der Klubwertung an zweiter Stelle, nach S.C. Ebnat-Kappe1 und vor S. C. Winterthur und N. S. C. Zürich. In der Allgemeinen Klasse Junioren des Parsenn-Slti Derby belegte Weber den zweiten Platz und atn Gurnigel-Slti Derby holte sich Dr. Atnstutz zum zweiten Mal den Slalom-Wanderbecher. Auch zu den Arlberg-Wettkämpfen war ein untertlehtnungslustiges Grüpplein von SASlern gezogen, nämlich Dr. Amstutz, Bracken, Maitlatld und Richardsoii. Dr. Amstutz wurde in sehr scharfer Konlturrenz vierter iin Slalom und fünfter im Abfahrtsretitien. Und zum Schluss wäre noch der Wettkampf um deii Zürcher-Hochschulbecher zwischen, Universität Zürich und Polytechilikum z u erwähnen, der erfahrungsgemäss wiederum von den P ~ l ~ t e c h n i k e rin n der Siegerbesetzung : Roch, L'Orsa, und Dunant gegen die Universitätler Campell, H. und R. Hotz mit 564:302 Punkten gewonnen wurde. Neben all' diesen Rennen ist der Skisport in unserem kleinen Kreise aber weiterhin iii bestem Sinn gehandhabt worden, so nämlich, wie es für utis

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Wer möchte da nicht mitfahren!

Photo: Dr. A. Fanck

Gebirgsskiläufer am geeignetsten und zweckmässigsten ist. Ein bekannter schweizerischer Langläufer hat zwar an einer ebenso bekannten Schweizerischen Skimännerversammlung in recht abschätzigem Ton von den ,,Slalömlern" und ,,AbfährlernU gesprochen und sie dargestellt, als ob sie den Anstieg nur in bequemen Bergbahnen vollbrächten. Wir laden unsere Sltikollegen von der flachen Ebene zu jedem ixbeliebigen SASler Anlass ein. Er muss aber tüchtige Lungen für unsere Aufstiege und stotzige Haxen für unsere Abfahrten mitbringen, sonst kann er Fersenstudien machen. Er vergesse nämlich nicht, wir alle vom SAS sind so nebenbei ganz ordentliche Bergsteiger, und bekanntlich führen auf die Berge, die wir besuchen, nicht viele Bahnen. Mit diesem Sätzlein bin ich unverhofft in die hohe Skipolitik hineingerutscht. Als kampflustige Gilde nicht nur auf dem weissen Feld, sondern auch am grünen Tisch, müssen wir ebenfalls dieser Domäne einen kurzen Besuch abstatten. Es ist nicht ein Zufall, dass die englischen Skifahrer und wir SASler seit Jahren in bestem Frieden und Auskommen auf der gleichen Weide grasen. Das kommt nicht von ungefähr! Der Engländer, der in der Schweiz Skisport betreibt, ist in erster Linie bergsteigerischer Skifahrer. Seit gut 25 Jahren ist das auch unsere studentische Sitte. Und weil nun das Skifahren ein typischer Wettkampfsport ist - im Gegensatz zum Bergsteigen - und die Engländer schon mit der Milchflasche richtigen Sportgeist eingesogen haben, so haben sie jenen Teil, der sportlich am besten auswertbar ist - die Abfahrt - zu Wettkämpfen herangezogen, und jenen Teil, der vorwiegend'bergsteigerischer Natur ist - den Aufstieg - nicht in das Rennen hineingezogen. Dies alles zeugt von gesundem Menschenverstand und von einer richtigen Auffassung vom Wesen und Zweck des Sports. Aber weil der Sportgedanke erst seither bei uns richtig Boden gefasst hat, so haben wir in den Anfangs-Jahren das

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Sprung in die Wolken

Photo: Dr. A. Farick

Abfahren nicht besonders rennsportlich ausgebaut. Diese letztere Tatsache ist ein Verdienst der sportlichen Söhne Albions. Aehnliches gilt teilweise auch für den Slalomlauf, resp. die konzentrierte Abfahrtsprüfung auf kurze Strecken. Wir verkennen durchaus nicht, den für unsere Landesverhältnisse vorwiegend athletisch-asketischen Wert der Grosslangläufe. Wir pflegen diese letztere Rennart teilweise auch an unseren Rennen. Aber trotzdem werden diese Wettkampfart und teilweise auch das Skispringen bei uns stets nur eine Bedeutung zweiter Ordnung erhalten. Der Student sucht im Skisport in erster Linie Erholung von seiner vorwiegend geistigen Wochenarbeit, weiterhin Freiheit und Ungebundenheit und endlich ein Erleben der Natur. Das findet er viel eher bei seinen. zahlreichen Wanderungen im Mittel- und Hochgebirge, als bei einem systematischen und lange dauernden Training auf abgesteckter Langlaufstrecke oder gar am eng gezirkelten Hang des Sprunghügels. Die heutige Form des Berufstudiums an den Hochschulen verlangt umhin schon eine ordentliche Dosis gestrenger Lebensweise; darum benötigt die Ergänzung derselben, der Sport, vermehrten Zuschuss von Ungebundenheit. Deshalb sind dem Studenten das Tourenfahren, und das eigentlich ganz natürliche, wettkämpferische Ergebnis aus demselben, die Abfahrts- und Slalomrennen ohne weiteres gelegen, und deshalb bekommen ihm die hier zu Lande mehr künstlichen, stark gestrafften Formen des flachen Langlaufs und des Sprunglaufs weniger. Das, und nur das ist der Grund gewesen weshalb der SAS beim SSV eine Eingabe gemacht hat, eine Eingabe auf Einführung der Abfahrts- und Slalomläufe in den Rahmen des Grossen Skirennens der Schweiz. Ein Zufall wollte es, dass diese Eingabe des SAS bei seinem Landesverband zeitlich zusammen fiel (wenigstens die Absicht) mit einem analogen Vorschlag des Britischen Skiverbandes beim Internationalen Skiverband. Britischer Ski-

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verband und SAS haben sich also auch in ihren sportpolitisclie~~ Tetidet1zen - allerdings in verschieden gestuften Wirltungskreisen - wieder gefunden. At1 beiden Orten haben unsere getneinsamen Bestrebungen gute Aufnahme gefunden. Der Ititeriiationale Skiverband, besonders dessen Generalsekretär, Graf Hainiltoti, - für dessen grosse Verdienste in dieser Sache sich der SAS ihm gegenüber mit der Ernennung z u seinem Ehrenmitglied bedankte - haben daher Slalom und Abfahrtslauf den Landesverbänden dringend zur Ausprobe a n e ~ n ~ f o h l eDer t ~ . SSV ging gleich ein Stück weiter, und setzte beide Rennen, den Slalomlauf allerdings nur faltultativ, ins Prograrntn des Schweiz. Sltirennetis ein. Ein Grossteil unserer Wünsche ist damit bereits erfüllt. Ein unglücklicher Zufall wollte es, dass anlässlich der Delegiertenversarnmlung des SSV in Glarus die Verteidigung unserer Wünsche mit einem Antrag des C.C. des SSV auf Streichung der Militärdelegatioii und der Militär-Patrouillenläufe aus dem Arbeitsgebiet des SSV vermengt wurde, was unserem Begehren den Anstrich gab, als decke es sich mit dem andern. Das war aber durchaus nicht der Fall. Wir votierten ausdriicltlich auf Beibehaltung beider Institutionen, sahen uns aber anderseits doch gezwungen, eine örtlich und zeitlich getrennte Durchführung der Zivil- und Militärrennen zu beantragen, um dadurch zu erreichen, dass Slalom und Abfahrtslauf ins eigentliche Rutllpfprogratntll des Grossen Skiretltlens der Schweiz falle und nicht nur, wie es dieses Jahr in Arosa der Fall sein wird, einer Vorperiode des eigentlichen Rennens zugeteilt werde. Unser Antrag hatte lteinen Erfolg, worüber wir uns aber nicht itn geringsten aufregten, wohl wissend, dass früher oder später doch eine bessere als die Glarner-Lösung gefunden werden müsse. Als grosser Erfolg buchen wir die Tatsache, dass der Interiiatiot~aleStudentenverband durch die Vermittlung der Sportabteilutig der Vereinigung Sch\veizerischer Studentenschaften dem SAS den ehrenvollen Auftrag erteilte, iin Januar 1930 die Sltiwettkämpfe für die 11. Akademischen Winterspiele durchzuführen. Der SAS wird besorgt sein, diesem Auftrag in würdevoller und echt studentisch-sportlicher Weise gerecht zu werden. Die Entwicklung unseres SAS iin vergangenen Jahr war eine sehr erfreuliche. Unser Club zählt gegenwärtig vier Selctioneti nämlich die Hochschulgruppen: Bern, Basel, Genf und Zürich. Zürich ist der numerisch weitaus kräftigste Ort, wohl wegen der Anwesenheit von zwei Hochschuleti (Universität und Polyteclinikum). Bern nennt eine beträchtliche Zahl bedeutender, ausländischer, speziell englischer Mitglieder sein eigen. In Freiburg ist unser Club vorderhand - wenn auch noch nicht offiziell - bei den Mitgliedern des Akadetnischen Alpenklub Freiburg sesshaft. - Sehr erfreulich ist weiterhin die Tatsache, dass es gerade die Akademischen Alpenklubs, vornehmlich von Bern und Zürich sind, die gleichzeitig die fähigsten Skiläufer dem SAS geschenkt haben. Ein gutes Zusammenarbeiten beider Sportsgruppeii, der Altadetnischen Skifahrer und Bergsteiger liegt sicherlich in beider Interesse, gleich wie der S.A.C. und der S.S.V. beste Bruderschaft zueinander halten. Nach bereits erfolgter Drucltlegung des lahrbuches ist nun die schon


seit längerer Zeit fällig gewesene Gründung der Sektion Basel des SAS doch noch erfolgt. Am 19. Dezember trafen sich im Storchen in Basel, dem Klublokal des ASC Basel anderthalb handvoll Altakademiker und Studenten, liessen sich durch einen Vertreter des CC eingehend über die Ziele und Bestrebungen des SAS orientieren, und da Übereinstimmung der gegenseitigen Tendenzen konstatiert wurde, erfolgte die Gründung eigentlich ganz automatisch. Die treibende Kraft dieser Neugründung, Dr. chem. Hans v.Tscharner, ist denn auch gleich als Sektionspräsident ernannt worden. Wir heissen die neue Sektion in unserer Mitte herzlich willkommen und wünschen ihr bestes Gedeihen und kräftigen Aufschwung. Ich kann nicht umhin, am Schlusse dieses Jahresberichtes noch eine Tatsache ganz besonders hervor zu heben: es sind das der famose kameradschaftliche Ton und die echt studentisch-freie Gesinnung, die in unserem Club herrschen. Sie seien uns weiterhin Richtung und Ziel! Eine bessere ,,Clubfahne" als das können wir uns nicht wünschen.

Dr. H. A. GURTNER, der abtretende Zentralpräsident.

Dr. OSKAR HUG, der neue Zentralpräsident.


VON DEN SCHONSTEN ABFAHRTEN DER SCHWEIZ. ,,Zwoa Brettl, a gführiger Sclinee, juhe! Dös ist halt iilei Iiöchste Idee !" W i r haben uns zur Aufgabe gestellt, Beschreibungen der scliöiisten Abfahrten der Scliweiz z u saiiimeln. Vielleicht gelingt es uiis auch a u f diese Weise mit der Zeit zu beweisen, wie töricht es ist, bei eiiiem scliweizerischen Wettlauf das spezifisch Scliweizerische zir verdrängeii. Jedenfalls aber jagen wir die Haseii die richtigeii Pörter liiiiuiiter - und das ist die Hauptsaclie! Folgen wir für dieses Mal deii Spuren von loltall<undigen Schileehasen iiii Ei~gadin und Beriier Oberland. Scliriftleitung. I.

PARSENN.

V011 Dr. HENRY HCEK, SAS

D u musst sehr schnell gehen oder sehr langsam; musst detn Zuge der Parsennpilger vorausgehen oder ihn vorausgehen lassen. Dann siehst du auf der Höhe der Parsennfurlta stehend ungestört iti reinem Weiss die weite Mulde, die überzogen ist von dein grossn~aschigeilNetz bizaw sich ltreuzender Spuren. Sie vereinigen sich in dem Talbett östlich des schwachbetonteil Rücltens des Casannapasses. Dort, wo die Abfahrtsstrasseil von Parsenn und Wasserscheide sich treffen, utn wiederutn sich zu treiitieti in die Richtungen Klosters, Küblis, Strassberg und Latigwies, dort, wo die Spuren eleganter Schwünge und zahlloser schneidiger Stürze das Ende einer langen Schussfahrt bezeichtlen, dorthin wirst auch du deine Sltier lenken, und dort wirst auch du ein wie imtner geartetes Zeugnis deines Könnens hitlterlasseii. Folge tnir! Oder folge eiiiem atidereti, der die Abfahrt Iteniit. D u wirst nicht nur Zeit sparet1 - woran wenig gelegen ist oder gar nichts - du wirst auch mehr Gei~usshaben von Landschaft und Skilauf. Denn eine Abfahrt von Parsenti ist nicht touristische Leistung, bei der es darauf ankommt den besten W e g zu fitiden; die Aufgabe der Parsennabfahrt besteht dariti, auf bekanntetn bestem Wege möglichst schnell und gut, und möglichst genussreich ZU Tal zu kommen. Dies ist Iteine Hochtour, dies ist Uebung und Spiel - unetidlicheil Reizes voll fiir den, der die Freude kennt an der Uebung des eigenen Körpers. Folge tnir . . . . . Erst scharf nach links über hartverblasenen Schnee, ein Schwung am steilen Hang, dann riiit Vorsicht zwischen einigen Steinen hitidurch und weit nach rechts hinaus in den Hang unter der Passhöhe; ein gezogener Bogen, utid dann die Schussfahrt durch stäubetlden Schnee hinab in den Windschattet1 und die gemässigtere Steile, wo tneitle Spur einlenkt in die breite Strasse - bis dahin, wo es sich entscheidet, ob Küblis oder Klosters unser Ziel ist. Ich will nach Küblis heute. Ich halte mich links. Die Augen köntite ich schliessen, so lang und so harn~losist die Schuss-

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Im Skiparadies des Parsenn

Photo: Dr. H . H e k

fahrt, die nun folgt. Wellig und schwach geneigt ist hier das Gelände, prächtig der Schnee, und kein Hindernis zwingt mich, den Lauf meiner Hölzer zu hemmen. Nicht auf die Kunst der Schwünge kommt es hier an, wohl aber aur den Blick für Gelände und auf die Fähigkeit des gesamten Körpers, den besonderen Bedingungen sich anzupassen, alle Möglichkeiten wahrzunehmen und auszunützen. Denn Schwünge will ich vermeiden, um die Geschwindigkeit auf das Höchste zu steigern. Bald geduckt, bald gereckt, im federnden Gleichgewicht wiege ich mich zu Tal. Auch dies ist eine Kunst, so reizvoll und schwer wie der Hindernislauf im zerrissenen Gelände. Gibt jenes uns das Hochgefühl grösster Spannung, so dieses die selige Freude freien Gelöstseins. Dort Rausch und Kampfstimmung dramatischen Geschehens, hier die beschwingte Sicherheit lyrischer Ekstase. Endlich sperrt der Lauf eines Baches den Weg. Ich schwinge ab, um ihn zu queren, und setze die Schussfahrt am jenseitigen Hange fort. Die ersten Bäume stehen schwarz gegen den hellen Himmel. Sie stehen an einem leicht überwächteten Kamm, der die Grenze bildet zwischen zwei merklich verschiedenen Abschnitten der Fahrt. Von Bächen durchzogen, mit einzelnen grotesk geformten Arven und mit Gruppen von Buschwerk bewachsene Hänge von ziemlicher Steilheit lei-


Parsennhütte

Photo : J. Gaberell, Thalwil

ten hinab und hinüber zum Hochwald. Jetzt hat es ein Ende mit dem geniesserischen, fast gedankenlosen Gleiten; jetzt heisst es, um unbeirrt ,von den mehr oder weniger brauchbaren Spuren der Vorgänger in flüssigem Lauf an das Ziel zu gelangen, alle Geisteskräfte anspannen, alle Listen und Künste anwenden. Schwung und Quersprung, hier sind sie am Platze und notwendig. Doch gefahrlos ist und freudiges Spiel nur das Ganze. Dem Tanze eher vergleichbar als der Fron athletischer Leistung. Der Wald nimmt mich auf, und damit beginnt das dritte Hauptstück des „Buches Parsenn ". Wieder andere Technik erfordert der Lauf auf vorgeschriebener, glattgefahrener Bahn. Nun gilt es nicht inehr auf plötzliche Fragen die witzige Antwort zu finden. Alles ist schon vorgedacht. Hier regiert in epischer Breite der bedachtsame Stemmbogen; und hier, w o die Funktionen des Geistes abgelöst werden sollen von denen der Beinmuskeln, zeigt sich, wie viele Mitteleuropäer doch wirklich vorwiegend Geistesmenschen sind. . . . So lange eine Skileiche neben der Bahn liegt, wirkt sie glücklicherweisc nur als Störung des Landschaftsbildes. Aergerlich und beinahe gefahrvoll aber sind die mitten in der Spur zu findenden ungeordneten Haufen aus Gliedern und Skiholz . . . . Das übersichtliche, hügelige Wiesengelände oberhalb der Schwende stellt keine Anforderungen an einen guten Fahrer. Der weniger gute empfindet es dankbar als günstige Gelegenheit, seine Haltung wiederzugewinnen, ehe er


Unterhalb der Parsennpasshöhe

Photo: Dr. H.

H ~ L

nach den Abenteuern des wilden Waldes vor der Bank der Spötter - sprich. Wirtstisch der Conteser Schwende - erscheint. Wieder eine Zäsur - nahrhaft, erquickend und sonnig. Gerne mache ich Halt, um meine Skier noch einmal zu wachsen. Abermals Wiesen, diesmal steiler und weniger leicht. Schwünge und Sprünge sind in grosser Zahl möglich, doch nicht notwendig. Ich ziehe vor, in vielen kleinen Bögen, immer die Spuren der Vorgänger Itreuzend, fast in der Fall-Linie, auf kürzestem Wege den Waldpfad zu erreichen. Mit wenig Gefalle bringt er mich bald zu der kleinen Brücke, die aller Anfänger Schrecken und in Wahrheit gänzlich harmlos ist. Einige Schritte geht es noch auf ebener Bahn, dann in gemächlicher Fahrt, immer quer zum Hang, bis der Blick auf Conters sich auftut. Noch einmal freie Hänge, Schussfahrt und Schwung. Schliesslich das Dorf. Durch muss man - meine Skier mögen es mir verzeihen. Dann das letzte Kapitel: geneigte Terrassen mit Steilstufen durchsetzt. W e r klug ist, vermeidet die alten Spuren, fährt eigene, wenn auch steilere Wege. Alle führen sie dahin, wo eine letzte Fahrt beim Bache endet. Schwer ist das alles nicht. Doch zeigt sich hier, wer fahren kann, an dem grossen Vorsprung, den auf dieser verhältnismässig kurzen Strecke ein guter Läufer dem Anfänger abgewinnt. Von wechselnder Güte und Art ist der Schnee. Alle Kniffe des Geländeläufers können hier angewandt werden . . . .


Im Parsenngebiet

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Photo:

D*.H, Hmk

Ueber den flachen Talboden ziehe ich eilig der Bahnhofwirtschaft zu. Es ist nicht Taten-Durst, der meine Schritte beflügelt. Das letzte Kapitel des ,,Buches Parsenn" ist weder lyrisch wie das erste, noch dramatisch wie das zweite, noch auch episch wie der dritte Teil. Es ist nur flüssig im Stil . . . . Und in der Sprache Münchhausens tönt das Nachwort in der Rhätischen Bahn - von Küblis bis Klosters oder Davos - von den Lippen Berufener und Unberufener. 2.

FURCLETTA ZITEIL. Von Dr. HENRY HCEK, SAS

Sie liegt südlich von Tiefenkastel im Gebiet des Oberhalbsteins. Zwischen Piz Curver und Toissa geht der Weg. Mehr als 1500 Meter führt die Abfahrt über Nordhänge hinab zur Albula.

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Furcletta-Ziteil von Norden

photo

: Dr.

H. Hak

Noch ist sie nicht überlaufen. Noch kennen sie nur wenige. Und noch tut keine Eile not, will man oben allein sein. Die Abfahrt ist gut, sehr gut. Ich halte sie für eine der schönsten und abwechslungsreichsten in Graubünden. Es steht aber kaum zu befürchten, dass sie demnächst ,,Moden wird. Zu lang und zu mühsam ist der Aufstieg. Selbst vom günstigsten Ausgangspunkt (Savognin oder Conters) muss man mit etwa vier Stunden rechnen. Fast immer empfiehlt es sich, von Süden zu kommen, nach Norden zu gehen. Lang ist der Weg - langweilig nicht. Landschaftlich dürfte er seinesgleichen suchen. Mit der weltbekannten Parsenn hat die Tour dies gemeinsam, dass sie eigentlich unter allen Verhältnissen lawinensicher ist. Mit der Parsennabfahrt liegt ferner eine Aehnlichkeit vor in der deutlichen Dreiteilung. Grundverschieden von dieser ist sie aber insofern, als keine ,,Fahrstrasse" durch den Wald führt. Die Ziteilroute muss einstweilen der Führer jeder Partie für sich finden. Ungefähre Richtlinien sind im folgenden gegeben.


Man suche von der Passhöhe zur Alp Munter zu kommen, vo11 dort aus dem steilen Bachbett rechtsseitig zu folgen, dann - gleichgültig wie durch den offenen Wald zutm Strässleitl Mons-Stürvis zu gelangen. Von hier aus sieht Inan bereits Tiefenkastel im Albulatal liegen; und es ist dem Glück und Geschick jedes einzelnen überlasseii wie und auf welchem Wege er über steilgestuftes Gelände dieses Ziel erreicht. Wenig Anforderungen an skitechnisches Können und pfadfinderische Begabung stellt der erste Teil der Abfahrt. Utlzweideutig ist der W e g gegeben durch das nach unten zur Mulde sich weitende Tal, das rechts begrenzt ist durch die überwächtete Steilwand des Toissa, litlks von den sanfteren Hätlgeii des Piz Curver Piiltg. Kleine Moränenhügel der letzten Vereisung bilden Mulden und Tälchetl, die zahllose Varianten der Abfahrt ertnöglichen. Heute ist der Schnee günstig; also suche ich die steilstetl Hänge, gleite in rascher Schussfahrt in das erste kleine Tal und lasse mich vom Schwutlg hinaufwerfen auf die Höhe des nächsten Hügels. Und während dieses Spiel sich mehrmals wiederholt, wähnen wir, es müsse endlos währen. Denn tioch ist uns der Tiefblick in das Albulatal verborgen, noch schreckt uns nicht die Steilheit des dunklen Waldgürtels, und das jenseitige Plateau von Lenz und Lai scheint eine Fortsetzung der geneigten Ebene, auf der wir gleiten. Haushohe Blöcke, losgespret~gtaus den Wänden des Toissa, liegen wie sinnlos hingeschleudert im weiten Weiss der Laildschaft. Sie verlegen mir nicht den Weg; wie grosse dunkle Schiffe gleiten sie in einiger Eiitfernung an mir vorüber. Und die Geschwindigkeit, mit der ihre schwere Masse scheinbar vorbeifliegt, gibt mir, zugleich mit der Weite, die mein Blick umspannt, ein Gefühl der Freiheit und Leichtiglteit, wie ich es sonst kaum je auf einer Fahrt empfunden habe. Dies nimmt ein Ende. Ich lenke ein in eitle11 schmalei~,hinlänglich steilen Taleinschiiitt, schwinge mich schaukelnd von Hang zu Hang, und komme tlach einer letzten brausenden Schussfahrt auf dem Boden eines ausgetrockneten Seeleins zum Stehen. Wenige Schritte führen hinauf zu dem Datntn des Moränenkammes, auf dem die letzten sturmzerzausten Arven stehen, und wie von hier der Blick in die Tiefe sich auftut, wie der Rand des geschlossenen Waldes sich zeigt - dessen Steilheit ich mehr ahne als sehe - wie die ruhige Einheit des Landschaftsbildes zerrissen wird, vollzieht sich auch in meinem Fühlen ein Umschwung: Ich stelle mich ein auf Anstreilgung und Ueberwindung von Schwierigkeiten - auf Sport ! Zunächst noch leicht und mühelos geht es, zwischetl vereinzelten Bäumen, zur Alp Munter, und weiter in glatter Fahrt auf schwach geneigten Alpen zum Waldrand. Durch dichten Bautnbestand scharf links haltend erreiche ich den Einschnitt eines steilen Tobels. Nur seine rechte, offene Seite ist fahrbar. Aber auch diese firhrt in erschreckeilder Steilheit bergab. Ich iiberwinde sie Kri-

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~ h oM. t Amstutz

F ~ H N S T I M M U N GS, C H I L T H O R N - M Ü R R E N

BRUNNER & CO. AG:, ZÜRiCH


Aiitstieg nach Ziteil

Photo : Dr.

H. H e k

stianiastellung querfahrend und gelange so an das Ende der Schlucht, w o der Uebergang auf die linke Seite wieder möglich ist. Jetzt folgen im bunten Wechsel steile Waldpartien, kleine Lichtungen, eingefriedigte Weideplätze, junge Waldungen und Alppfade. So erreiche ich die Region der Wiesen in die der untere zerrissene Waldrand zackig eingreift. Steil sind diese Wiesen, von Wasserläufen und Zäunen durchzogen; dunkle Flecke darin die Inseln aus Busch- und Blockwerk. Technisch reizvoll, aber gar nicht leicht ist die Ueberwindung dieser Strecke, sofern man sich die Aufgabe stellt, sie in flüssiger Fahrt zu bewältigen. Dauernd werden Schwünge auf kleinstem Raum und an vorgeschriebener Stelle verlangt, um zahllose Hindernisse und übermässige Steilheiten zu umfahren. Meine Spur überzieht in vielfach gebrochener Linie die Hänge mit einein seltsamen Ornament. . . . Ein Ausruhen ist dann das sanftere Gleiten über flachere Wiesen hinunter zum Strässlein, das Mons mit Stürvis verbindet. Terrassen und Steilstufen -- mehr als 200 Meter Höhenunterschied trennen mich noch von Tiefenkastel. Wieder erschweren Buschwerk und Baumgruppen das Vorwärtskommen. Wieder gilt es jede Eigenheit des Geländes zu beachten und auszunützen: Letzte Steigerung und würdiges Schlussstück einer in allen Teilen sportlich reizvollen und vollkommen schönen Fahrt.


Photo : F. Gyser

Das Lauberhorn (2475 in), von d e m inan nach rechts zur Wengernalp, dann links die W ä l d e r hinab nach W e n g e n fährt

Tiefenkastel liegt schon im Schatten der Berge. Doch wie ich jenseits des Albulatales die aperen, goldbraunen Wiesen zur Lenzerheide emporsteige, gehe ich im letzten sonnenicht. Die schneeigen Gipfel des Lenzerhornes und des Piz Linard flammen golden. Ihr rosiger Widerschein liegt auf den Hängen, in denen ich meine Spur des Mittags zu erkennen glaube.. . .

RITTLINGS DER SCHEIDEGG '1. Von O T H M A R G U R T N E R , C. A. C.

,,Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus" - deklamierte der unverwüstliche Mr. Philipps, als er gleich einem Neptun jenem Gwächtenloche entstieg, in dem seine Edelgestalt vor geraumer Weile grindzuvörderst verschwunden war. Nach solchen Episoden pflegte er die Bremsstange zu zükken und, als wäre nichts geschehen, wie ein gestochener Bock in neue Adventüren zu fahren. Das war Mr. Philipps. Ich grüsse seinen Kahlkopf, sollte ihm der Schneehase in den Kohl geraten, und bin neugierig, ob er den Horaz noch so schlagfertig bei der Hand hat, wie vor zwanzig Jahren im Itramenwald. Denn damals brauchte es tatsächlich Humor, um heil und ganz nach Grindelwald hinab zu kommen. Heute ist alles viel hübscher eingerichtet: statt mit einem Rucksack voll Speck und Wurst und Rotwein durch den pfadlosen Wald stundenweit zur Scheidegg hinauf zu stapfen und nach windiger Rast vor dem diebsicheren Gewölbe der im Schnee vergrabenen Hotels ') M a n vergleiche hierzu die wundervoll plastische Skikarte der Beilage ,,Von der göttlichen Skifahrer-Drehbühne". Schriftleitung.


Photo :Dr. W. Amstutz

Das oberste Steilport atn Männlichen Abfahrt nach Grindelwald

auf ungelenken Knochen den als via dolorosa bekannten Salzeggkainm hinab zu torkeln, statt dieser Hatz mit dem dämmernden Abend, mit den kaltfingerigen Schatten der Flühe und dem tiefen, feindlichen Schnee, lässt man sich heute hemdärmlig im schnurrenden Wagen der Wengernalpbahn auf den Berg befördern; das ganze Gepäck besteht aus einem Stück Skiwachs unter dem Hutband, aus Pfeife und Beutel und einem Batzen Geld, um in der Scheidegg-Bar einen raschen Trunk zu genehmigen, dann wirft man sich mit rauschender Begeisterung in das göttliche Spiel des Schwimmens zwischen weissen, wogenden Geländewellen. 3. MÄNNLICHEN.

Der Aufstieg zum Männlichen beginnt glücklicherweise mit einer Abfahrt, und bis zu der bewussten Zaunlücke hinter der Honegg kann man die Stöcke unter die Schultern hängen. Doch wenn man jetzt beginnt, den weiten Gummikessel hinaufzugleiten, tut man gut daran, beförderlichst aus der lawinösen Schattseite auf die sonnigen Seelihübel hinüberzuwechseln. Im


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Photo: E. Gygrr

Kleine Scheidegg-Station und Hotels (2064 m) mit Lauberhorn (2475 m) und Tschuggen (2523 ~ n )

obersten Gratknick steht ein weisses Gasthaus. Auf dem schneefrei geschaufelten Tanzboden vor der sonnenwarmen Mauer soll man das Wachs mit der Handballe glätten; die Küche mit der Reisbürste und dem Sodakübel liegt in der abgekehrten Hausecke. Die meisten Neulinge reiten allsogleich in die Wasserwendi hinab und stiefeln dann mehr oder weniger bestäubt auf die Rauftegg hinaus. Die schneehäsige Abfahrt ist besser: drüben unter den ersten T~chug~enfelsen formen ein paar Buckel und Kämme eine famose Schneekehle, aus der man genügend Schuss mitnimmt, um rechts von den Eggbodenhütten in den Wald hineinzupfeilen und plötzlich auf das blendend hingespannte Dach der Rauftegg auszulaufen, auf dem man sich in langen Zügen austobt. Denn allsogleich beginnt eine schikanöse Serie von kurzen, steilen Halden, die ersten Weidzäune beginnen das Schwungspiel die Maiensässe hinab zu regeln und endlich muss man, verschiedene Waldqäben querend, immer mehr dem Schreckhorn zubiegen, um die Auslaufhänge über dem Tale zu gewinnen, auf denen sich entscheidet, ob nach links am Itramenschulhaus vorbei die Schwendibrückel> oder rechts dem Zuge der Bobbahn folgend die Station Grund') gewonnen werden soll. Die bei dem Grindelwaldner Abfahrtsrennen homologierte Rekordzeit steht um 20 Minuten herum. ein gefiederter Skiteufel kann sie unterbieten, die Übrigen müssen 10 Minuten zugeben, sie haben auch dann eine der rassigsten Abfahrten im Jungfraugebiet hinter sich. ') Grindelwald (BOB-Haltestelle). ') Grindelwald (WAB-Haltestelle).

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Photo : E .

Gyger

Ende März a u f dein Männlichen. Nach links niederwärts die Itramenalp. Rechts der Bildmitte der Tschuggen. Hintergrund: Eiger, Mönch, Jungfrau

4. LAUBERHORN.

Man erreicht den Gipfel des 1-auberhorns mit der Aussicht abgewandtem Gesicht und findet die kleine Ruhebank mitten im Schnee sehr angebracht, wenn man die Ski umgeschlagen hat und plötzlich den drei Bergen gegenübersteht. Einen herrlicheren Sitz zum Nachglätten des Wachses kann man sich nicht denken. Den obersten Gupf muss man sich irgendwie hinabschwindeln und dann eine Weile auf der rechten Kante um die Ecken schwingen, bis der grosse Schneefächer unter dem Galtbachhorn aufgeht und das berauschende Jagen durch die straff gespannten Schneeblätter anhebt. Eine niedrige Felsbank zerschneidet den Schafbühl; in der Mitte kann man durchkommen und findet, gegen das Silberhorn zu vorgetragen, eine weitere Flucht von Schneeböden, durch die man unwiderstehlich hinausPfeilen muss, bis der steile Abfall der Wengernalp die Ski wieder in Schwungspuren treibt. Nach dem Hupf über die Zahnstange der Wengernalpbahn halte man scharf rechts hinaus, um nach Durchsausen einer Zaunlücke in den Schneebruchklumpen der Bahn die Spitzen zu lüpfen, damit nichts passiert, was der munteren Sausefahrt über die folgenden Wellenböden Schaden tun könnte. Rechts an der breiten Sennhütte vorbei stösst man steil hinab auf den Waldweg, quert einen Bacheinschnitt und schlägt sich durch den Zaun hinab in die buckligen Waldlichtungen, aus denen man, vor der Waldsäge links hinausstiebend, in die steilen Schusshänge einbricht, an deren Fuss die Häuser des Weilers


Phot

Der Männlichen mit den zur Wasserwendi niederleitenden Hängen, davor als Waldgrenze quer durch das Bild gezogen die Rauftegg Abfahrt nach Grindelwald (Haltstellen BOB und WAB)

Schiltwald stehen. Wenn man jetzt den Kopf hinaufdreht, so steht das Lauberhorn zwölfhundert Meter hoch über dem Wald.') Jeder, der unbekümmert um seine Knochen diesen Schneezug durchfährt, erlebt eine Viertelstunde gedrängtester Lebenslust, die mit zum Besten zählt, was diese Gegend bietet. ... -!--. . .

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SKILAUFEN IM NORDEN - SKIFAHREN IM SÜDEN. EINE BETRACHTUNG - EIN BESUCH IN MÜRREN. Von Cornte C. G. D. HAMILTON, S. A. S., Göteborg. Sekretär und Kassier der Federation Internationale de Ski.

Das schwedische und das schweizerische Skilaufen sind ursprünglich zwei ganz verschiedene Sachen: der schwedische Skiläufer bewegt sich hauptsächlich in der Horizontalen, der schweizerische in der Vertikalen. Um den schwedischen Skilauf zu verstehen, muss man wissen, dass der Ski für die Bevölkerung der nördlichen Landesteile Jahrhunderte lang ein unentbehrliches Beförderungsmittel gewesen war und noch heute ist. Wähl) Guido Reuge, der Sieger im Abfahrtslauf der 3. Internationalen Universitäts-skiwettkämpfe 1927, durchfuhr diese Strecke in 6 Min. 35 Sekunden. Schriftleitung.

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Photo : E . Gyger

Links hinter den Wipfeln die Scheidegg, nach rechts Lauberhorn (2475 m)! Tschuggen (2523 ln) und Männlichen (2345 m) Abfahrt nach Grindelwald (Haltstelle BOB und WAB)

rend langer Zeit des Jahres ist es auf keine andere Art möglich, von einem Ort zu einem andern zu gelangen, ohne Ski zu benützen. In diesen nördlichen waldigen Gegenden fällt der Schnee während scharfer Kälte und Monat auf Monat verstreicht, ohne eine Stunde Tauwetter. Der Schnee liegt tief, ist aber so locker, dass man selbst mit den Ski stark einsinkt und daher ein Vorwärtskommen äusserst mühsam ist. Man verlässt deshalb nicht gern die schon gezogenen Spuren, denn sie bedeuten geradezu Wege, von deren Instandhaltung man abhängig ist; sie sind für den Skiläufer dasselbe, was die Landstrassen für den Automobilfahrer. In den hartgetretenen, tiefen Furchen ist das Steuern leicht, weshalb man anfänglich bei der Herstellung der Ski das Hauptgewicht auf Geschmeidigkeit und Schnelligkeit legte. Daher nahmen sie lange - 10 Fuss und mehr - und schmale - 50 bis 60 Millimeter - Form an. Die Bindung bestand sehr oft nur aus einem Zehenriemen. Der Absatzriemen fehlte gänzlich, er wurde durch einen ~chnabelarti~en Schuhspitz entbehrlich. Auf diese Weise entwickelten wir eine ausgezeichnete Technik im „Laufen in der Spur" und wenig coupiertem Gelände und meisterten bald Läufe bis zu 60 und mehr Kilometern. Ausdauer und Tatkraft sind denn auch heute beim Skilauf in unserem Lande ausschlaggebend. Unter der nördlichen Bevölkerung Schwedens entwickelte sich allerdings noch eine andere Art von Skilaufen:

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Der Waidmatlt~, der detn Wild folgt und die Lappländer, die ihre Reilritiere auf den Weideplätzen bewachen und gegen wilde Tiere schützen, lernen, sowohl im tiefen Schnee wie auf der harten Kruste des Hochgebirges das nordische Wunderscheit meistern. Ihre Ski sind daher zwec1tentsprechet1der, d. h. von kürzerer, breiterer utid mehr aufgebogener Fortn. Die Bindung ist allerditigs ebenso einfach, wenn nicht noch primitiver, wie jene der Spurläufer. Eine gedrehte Weidengerte über den Zehen ist nicht selten alles, was der Läufer für Führutlg und Steuerung der Ski benötigt. Aber trotzdetn entwickelte er im Generationen lat~gen,harten Kampfe mit den fast arlttischeti Elementen, die das Leben oft von der Fähigkeit der Betiützung der Ski abhängig machen, eine ~rnglaubliche Geschicl<lichkeit. Die Richtungsänderung wird tneistetls durch Umtreten während der Fahrt bewerkstelligt, weshalb die Ski hinten schwer sind. Gebremst wird tnit den Stöcken, eine Notwendigkeit bei der Benützutlg der losen Bindung, oder aber durch Abdrehen der Füsse von der Fussplatte, so dass sich die Absätze tlebei1 den Skiern in den Schnee einbohren. Dies muss detii alpinen Fahrer, dessen Schuhe wie gegossen an den Skiern sitzeil, faritastisch vorkotnmetl; sicher ist es, dass diese Technik viel schwerer zu lernen ist, als die alpine. Nur jene, die sozusagen auf ihren SItierti geboren sind, köiitien sie sich zu eigen machen. Als wir zu Ende des vorigen Jahrhunderts in Schwedetl anfiiigeil den Sltisport als Vergnügen zu betreiben, war es für uns ganz naheliegend, dass wir unsere i~ördlichenLandsleute als Vorbild tiahtneil und ihre Technik nachahmten. Für die grosse Mehrzahl von uns, die in einer flachen Heimat Ski laufen tnüssen, ist diese Nachahinut~gsicher gerechtfertigt, denn für die alpine Technik hätten wir sehr wenig Gebrauch. Wenn der Schwede seine Ski benützt, ist es ihm in erster Linie darui-ii zu tun, in der Natur zu wandern. Eine kleine Abfahrt, die er im Laufe des Tages etwa erhaschen kann, ist eine wichtige Beigabe, keitleswegs aber eitle Voraussetzung für sein Vergnügen. Findet er zu wenig Schnee im Gelände, läuft er mit Vergnügen einige 10 Kilometer auf Seen oder Flüssen. Glücltlicherweise sind wir nicht alle an die flachen Teile des Landes gebunden. Itnrner mehr suchen wir während des Winters das Gebirge auf. Dort sind die Verhältnisse ganz atiders. Trotzdem sind wir anfänglich eigensintiig genug gewesen, auch dort die schinaletl Ski z u betlützeti. Wir haben von dem unsäglichen Zauber, der itn Spurlaufen mit schmalen elastischen Slti liegt, nicht abstehen wollen. Durch die Berührung mit den Norwegern haben wir zwar die Techilil< etwas modifiziert; wir haben die Ski verkürzt und uns init festen Biildurigen versehen. An unserer altüberlieferten Lauftechtiik aber haben wir festgehalten. Es ist daher gar nicht schwer zu verstehen, dass wir auzh in den Bergen allen grösseren Neigungen aus detn Wege gehen, was ja übrigens gar nicht schwierig ist, da ja die meisten unserer Erhebun,uen, wenigstens die leichter zugänglicheil, wellenförinig gerundet sind. Wenn wir auch durch die Berührung mit unseren tiorwegischetl Brüdern

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Pholo

Scliwedisclier Laiigläufer init Sclinabelschuhen

:

Graf Hamilton

Ein Lappe aus deii Jäintlandbergeii in voller Ausrüstung

von ihnen manches übernommen haben, hätten wir gleichwohl den Charakter unseres Skilaufes auf alle Zeiten bewahrt, wenn wir nicht auf eine andere Technik iin Süden aufmerksam geworden wären. Wir haben gesehen, dass es vielleicht noch ein grösserer Zauber ist, ohne Stockhilfe im steilen Terrain abzufahren, als mit den Laufski der Ebene entlang zu eilen. Mit dieser Erkenntnis erwachte das Interesse für den alpinen Skilauf. Viele von uns haben eingesehen, dass die Südländer, deren Skilaufen wir früher mit Achselzucken erledigt haben, uns viel lehren können. Wieviel dies in der T a t ist, kann nur der verstehen, der mit eigetlen Augen die ,,südliche Technik" gesehen hat! Das was den Schweden am meisten frappiert und mit dem er sich am schwersten zurechtfinden kann, sind die steilen Neigungen. Man muss sich wirklich erst daran gewöhnen! Ich habe die Gelegenheit gehabt, geschickte Lappländer, sowohl in den Bergen wie im Wald, in der Abfahrt selbst zu bewundern, aber ich muss der Gewandtheit von Dr. Amstutz und Bracken, die ich in Mürren abfahren sah, einen höheren Grad der Bewunderung schenken. Gewiss muss ich vorbehalten, dass die Technik der Lapp-


länder mit ihren losen Ski und ihren primitiven Geräten vollendet war, denn es ist klar, dass diese Technik viel früher die Grenze des Menschenmöglichen erreicl~t,als jene, welche vom Besten das beste Material verlangt. Ist man erstaunt ob der Behetidigkeit des Lappen, bewundert man noch in viel höherem Masse die Sorglosigl<eit des alpinen Skiläufers, der, mit einem Stock in jeder Hand, die steilsten Pörter herunterschiesst, wo es den Schweden nie in den Sinn kommen würde, ohne Stockreiten abzufahren. Noch mehr tritt dieser Gegensatz zutage, wenn man sieht, mit welcher Vorliebe der Schweizer Hindernisse aufsucht und sie in der Fahrt iiberspri~l~t. Diese Sicherheit und Freiheit kann man auf losen Ski natürlich nie erreichen. Selbst mit festsitzender Bindung und Ski, bei denen der Schwerpunkt hinter dem Fusse liegt, wird dies kaum möglich sein. 111 den Gebirgen bedeutet der Laufski eine grosse Beschränkung der Bewegungsfreiheit, während der schweizerische und norwegische Slti die tnöglichst grösste Gewandtheit erlaubt. Wir wollen daher, um das Laufen in den Bergen voll geniessen zu köitnen, uns die in den Alpen gewonnenen Erfahrungen zu Nutze rnachen und sie mit grosser Dankbarkeit verwenden, denn die Sicherheit itn Abfahrtslauf ist gewiss die am meisten wüilschenswerte Eigenschaft für den Skiläufer in den Bergen. Die unglaubliche Geschicltlichkeit, die ich in Mürren bewunderte, erweckte mein grosses Interesse für Abfahrts- und Slalomrennen. Sicher können wir Schlechteres tun, als diese Rennen in Schweden einzuführen. Die bisher bei uns gepflogenen Arten von Rennen sollten wir gewiss nicht ändern. Den Langlauf ltatin man untnöglich mit dem Slalomlauf oder den Dauerlauf mit dem Abfahrtslauf ersetzen. Wenn wir diese Disziplinen in der Ebene auch nicht pflegen können, so können sie sicher in unseren Wintersportplätzen ein ausgezeichnetes Mittel zur Erhöhung der Geschicltlichlteit sein. Mitteleuropa hat urspri~il~lichden Skilauf vom Norden übernommen. Es hat ihn aufs beste verwaltet, aber noch mehr, es hat ihn entwickelt und ihm sein heimatliches Gepräge gegeben, das wir übernehmen wollen. Diese Wechselwirltung ist eine der erfreulichsten Erscheinungen innerhalb des internationalen Sltisportes und sobald der Slalotn- und Abfahrtslauf mehr feste Formen annehmen, muss das von ungeheurer Bedeutung für die Entwicltlung des Skisportes sein.

') Der Gruiid, warum die Lappen ihre loseil Binduilgeii ~iocliheute benutzen, liegt einzig dariii, dass sie a u f ihr selbstverfertigtes Material: Holz und Leder, angewiesen sind.


WARUM WACHSEN ? WIE WACHSEN ? WANN WACHSEN ? V011 Dr. KARL RCESEN, D. C. V., Muncl~en.

Um Ski zu laufen, um unter möglichst guten Bediilgungen Ski zu laufen, wird sehr viel Mühe, Zeit uiid Geld geopfert. Wenn es sich aber utn das sorgfältige Wachseil der Skier handelt, wird nur zu oft die Mühe, das Beschtnutzen der Hände und die Ausgaben für das Wachstnittel gescheut. Jeder Skiläufer weiss, wie sehr auch nur iri geringein Mass bessere oder schlechtere Schneebeschaffenheit die Freuden eirier T o u r zu steigern oder herabzusetzen vermag, auch dann, weil11 die T o u r in erster Linie als Tour, des Naturgetlusses halber und nicht überwiegend aus sportlichen Gründen unternotnmeil wird. Von besserer Schileebeschaffenheit wird gesprochen, wenn Reibung und gewisse Widerstände in einer für den Sltilauf günstigeren Forin sich gestalten. Die Eigenart dieser Reibung und dieser Widerstände wird fast ebeilso wie durch die jeweilige Schneebeschaffet~heitdurch die Beschaffenheit der Lauffläche des Sltis bedingt. Auf die Gestaltung der Lauffläche hat der Läufer aber Einfluss. Man gebe also z u all dem Aufwand für's Skilaufen noch ein kleines Mehr in Form richtigen Wachsens hinzu und der Genuss arn Skilaufe11 wird in sehr erheblichem Masse gesichert uiid gesteigert. Darüber, dass man den Ski für gewisse Schneearten, auf denen das blanke Holz nicht läuft, niit Wachs glätten kann und muss und darüber, dass Wachsen zur Verineiduilg der sonst manchmal eintretenderi Stollenbildung notwendig ist, besteht überall Klarheit. Man Itanii aber mit Wachs inehr als diese grundlegenden Erfordernisse erreichen. Gering ist das Verständnis für gutes Wachsen überall da, wo der Sltilauf sich darin erschöpft, den durch die Schwerkraft des Körpers am Hang mit Schwung beseelten Ski zu beherrschen. Aber schon die guten Läufer dieser Richtung erstreben nicht gedanltenlos Glätte. Unter ixbeliebig erreichter Glätte leidet schliesslich auch die Möglichkeit seitlicher Einwirltung auf den Slti. Die volle Entwicltluilg erreicht der Sltilauf erst dann, wenn neben der Meisterung des vorwärtsstrebeilden Sltis, sich auch die Technik entwicltelt, dem Slci in1 flachen und sogar im leicht steigenden Gelände Leben zu geben, den Ski ,,zu treiben". Dann erst unterscheidet sich Skilaufe11 grundlegend vom Gehen ohne Ski, dann erst offenbart sich die Mantligfaltiglteit des Sltilaufs, dann erst ergibt sich die Möglichlteit der sportlichen Benützung des Sltis iil jedem überschneiten Gelände. Der Begriff des lai~gweiligeiiAnrnarsches zur Tour, während dessen trotz guter Schneelage die Bretter womöglich getrageti werden, geht dann verloren. Darnit inan den Ski treiben kann, muss er geilau wie beim Abfahren glatt sein, er muss aber zugleich, wenn der Läufer es will, Reibung und Halt arn Schtlee findeti, er muss ,,Trittfestiglteitfl fiir den Flachlauf, ,,Steigfähiglteit"

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für den steileren Aufstieg besitzen. Dass neben der Wachskunst die volle Ausnützung eines gutgewachstetl Skis auch Technik zur Voraussetzuilg hat, dass nur zu oft der Ski als verwachst angesprochen wird, weil der Läufer für das betreffende Wachs und den betreffenden Schnee unrichtig tritt, sei schon hier erwähnt. Wachsen ist Gefühlssache, lässt sich in die Eiilzelheiteii so wenig Zergliedern wie Kunst. Eine gewisse Wachsfähiglteit lässt sich aber auf Gruild theoretischer Sätze erwerben. Diese primitiven Grundlagen z u vermitteln ist Ziel dieser Abhandlung. Da die Wachsart durch die Schneeart bedingt wird, ist eine lturze Gliederung der Schneearten unerlässlich. Schnee kann fallen bei Temparaturen bis zu etwa 5 Grad Wärme. Abgesehen sei hier von dem extremen Fall, dass Schnee so nass zur Erde ltommt, dass er bei Einsetzen der Kälte sofort vereiste Form at~rtimmt.Itn übrigen fällt Neuschnee feucht, weniger feucht und troclten. Völlig trocltener Schnee variert unter sich wieder iri der Struktur, in der Art der Kristalle, er kann griesliger, staubend oder mehlig sein. Absolute Gleichheit zweier an verschiedenen Tagen gefallener Schnee ltommt kaum vor! Nie hat aber Neuschnee, und wenn er bei grösster Kälte auch ganz trocken niederkommen sollte, die Eigenschaften eines in Kälte lätiger gelegenen Schnees. I. , N e U s ch 11 e e " i ~ nSinne des Wachsetls bleibt der Schnee bis er einige Male durchgefroren ist oder durch Wärme die Feinheit der ursprünglicheti Struktur verliert. Das Durchfrieren vollzieht sich um so rascher und in dein Skilauf güilstigerer Art, wenn die Temperatur schwankt und wenig Wind weht. Die Erreichung von Temperaturen um Null, ja sogar vorübergehetld von geringen Wärmegraden ist der Utnwaildlung von Neuschnee in die spätere Form nur förderlich. Wird Neuschnee erwärmt, so entsteht ,,Toter Schnee", der nach lätigerer Dauer der Erwärmung in ,,schleimigen Schnee" übergeht. Wird dieser Vorgang durch Kälte unterbroche11, so entsteht Vereisung, Verharschung, Verfirnung. 11. „ P u l v e r s c h n e e " ist also bei normaler Wetterentwicklung die dem Neuschnee folgende Form. Er ist trocken, hat infolge des Zusainmeilsetzens grössere Tragfähigkeit als Neuschnee, iin Gegensatz zu jenem ballt er nicht. Dass die länger liegende zusammei1gepresste Spur im Pulverschnee fest wird, ist etwas anderes als das sofortige Ballen. Pulverschi1ee besteht wie Neuschnee aus feinen Kristallen, nicht aber aus kleine11 Klümpchen oder Körnern. 111a. Ist Pulverschnee bei niedriger Temperatur starker Sonnenbestrahlung ausgesetzt, so verbinden sich die einzelnen Stäubchen zu I<lütnpchen, die ihrerseits zusammenfrierend eine mehr oder weniger tragfähige Harstdeclte bilden. In der Spur erfolgt dieser Vorgang früher als neben ihr. Feucht gewordener Schnee kann tiätnlich, wenn die Temperatur über Null zurücksinkt, wieder austrocknen, ehe das in ihm enthaltene Wasser zum Gefrieren gelangt.

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Wird diese Harstdeclte wiederholt durchnässt und wieder durchfroreii, so entsteht feinkörniger Schtiee. b) Ist Pulverschnee bei höherer Temperatur der Sonne stark ausgesetzt, so verliert er die urprüngliche Struktur noch gündlicher, er verwandelt sich in grobltöriiigen Schnee, in ,,Firnn. Der Ausdruck rührt wohl daher, dass die ständigen Schneefelder genannt Firne oder Ferner - irn Sominer in der Regel diese Schtieeart zeigen. C) Wird Pulverschnee ohne Sonne bei hoher oder auch mit Sontie bei sehr hoher Tetiiperatur - vor allein Föhn - erwärmt, so vollzieht sich die Verfirnuiig nicht so allmählich und ohne schlechte Übergangsforin wie in den Fällen a und b. Dann entsteht vielmehr zuerst toter oder kranker Schnee, der sich erst wieder bessert, wenn die Durchfeuchtung zum Schleimigwerden führt oder durch Frost unterbrochen wird und so sich Harst und Firn bildet. Einmal körnig gewordener Schnee kann auch ohne eigeiitlicheii Frost verharschen, es braucht die Temperatur nur nahe an Null zu geheil. Harst kann wieder sehr verschieden sein, er Itatiii ganz gute Führung gestatteii, kann aber auch so glashart seiti, dass Skilaufen unniöglich wird. Jeder Harst wird aber zum Skilauf durch Erwärmung brauchbar. Oberflächlich aufgeweichter Harst ist guter Firnschnee. Der in IIIa genannte feitiköriiige Schnee kann auch entstehen, wenn das Ende eines Schneefalls in Sprühregen übergeht und dann Aufklaren und Kälte folgt. Vom Wachsstandpunkt aus ist auseinanderzuhaltei in erster Linie nicht kaltes und warmes Wetter, sondern Schneeformen mit feiner Struktur I uiid 11, und Schtieeformen körniger Struktur 111 a b C. Nicht so sehr auf die augenblickliche Temperatur wie auf die Temperaturvorgeschichte kommt es an. Gewachst im wörtlichen alten Sinn, also unter Wachsverwendung wird heute zweckinässigerweise nur iioch für die Schiieearten feiner Struktur. Dagegen wird für den Kornschnee ,,geschmiert", das heisst Klister verwendet. Der T o t e Schnee, übrigens der grösste Feind des Skiläufers, ist wachstechiiisch eiii Atihängsel der Gruppe feiner Struktur; die entsprechende Stellung nimmt der schleimige Schnee gegenüber detn Kornschnee ein. Die Theorie des Schtnierens ist einfacher wie jene des Wachsens. Darum sei mit ihr be,oontien. Klister hat äusserlich betrachtet die Koiisistenz dickflüssigen Honigs. Er iiimint ebenso wie Honig zuweilen grieslige Form an, aus dieser iiiuss er aber durch alltnähliche, leichte Erwärmung zur Zähflüssigkeit zuriicl<gcbracht werden. Wird auf den in Ruhe befindlichen, geklisterten Ski von obeii Druck ausgeübt, so bohren sich die einzelneil Körner des Firtiscliiiees in die Klistermasse hinein. So entsteht Haftwirkung. Die Lauffläche ist riacli dem Stehen punktiert. Gegen die erste Bewegungseinleitung bietet sich ein gewisser Widerstand, ist die Bewegung erst eingeleitet, so fehlt die zum Einbohreii erfor-

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Photo:

D,. Hoferer.

München

Ergänzung der Klisterauflage mit Spachtel

Photo : E. Sollehr, München

Einbrennen mit der Lötlampe

derliche Zeit, die Reibung zwischen Klister und Kornschnee ist dann gering. Richtiger Klister kann so glatt wirken wie Schellack. So ist also der geklisterte Ski bei Andrücken ,,trittfest", er erlaubt einen festen Abstoss zu dem Zweck den anderen Ski zum Gleiten zu bringen. Lauftechnisch ist hier einzuschalten, worin abgesehen von der Stosswirkung der Stöcke - das Prinzip des Flachlaufs beruht. Der Schwerpunkt des Körpers wird langsam vorsichtig gehoben, die Hebung erfolgt überwiegend durch das Bein, dessen Ski eben das Gleiten beendet hat, der hiemit verbundene Druck auf den Ski führt zur Punktierung Der andere Ski, der wenig belastet unterdessen vorgeführt wird, entzieht sich der Haftwirkung. Hat der Schwerpunkt den Höhepunkt, der natürlich noch unter jenem beim aufrechten Stehen liegt, erreicht, so erfolgen die zwei Arbeitsmomente des Flachlaufs: I) Der haftfähig gewordene Ski stösst energisch ab zugunsten der Gleitbewegung des andern; 2) Die gewonnene Schwerpunkthöhe wird wieder aufgegeben, von dem dadurch sich ergebenden Druck nach unten, wird durch richtige Winkelung des gleitenden Beines eine Komponente gebildet, welche nach vorne wirkt. So wird die durch den Stoss eingeleitete Bewegung des gleitenden Skis, durch Gewichtsverlegung noch intensiviert und verlängert. Das gleiche Spiel wiederholt sich nun mit Seitenwechsel. Für mässige Steigungen gilt das gleiche. Bei gutem Schnee, vor allem in guter Spur, steigt der Skiläufer nicht, sondern er gleitet -- so paradox das klingen mag - hinauf. Die Beherrschung dieser Bewegung gewährt hohen sportlichen Genuss. Dazu ist nicht Training unerlässliche Voraussetzung. Beim Trainierten wirkt alles intensiver, aber gerade auch für den Untrainierten ist es wesentlich, seinen geringeren Kraftvorrat durch beste Wachs- und Lauftechnik möglichst zu nutzen.

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A~lfgetragen wird der Klister init dein Messer oder eigenen Spachteln, das beste Werkzeug ist und bleibt die tiackte oder höchstetls die mit einein Glacehandschuh bekleidete Hand. Durch die ~nässigwarine Hand lässt sich die beste Verteilung ermöglichen. Klister ist auf das blanlte - dann leicht anzuwärmende - Holz oder auf Iclister aufzutragen. Wachs muss vorher entfernt werden; auf ihm hält Klister nicht. Dagegen ist uingeltehrt Klister, vor allem eine alte Klisterschicht die beste Unterlage für Wachs. Z u starlte Erwärmung raubt dem Klister die Steigfähigkeit. Sie muss also bei grobem Firn verrniedeil werden. Ist dagegen die Verfirnung erst so wenig fortgeschritten, dass noch Stollgefahr besteht, so wird diese Tatsache zur Minderung des Stollens absichtlich genützt. Es gibt verschiedeile Klister, solche deren Vorzüge sich vor allem bei grobem, andere deren Wirkung sich vor allem bei feinerem Firn ergibt. In gewissem Masse stellt sich der Klister automatisch auf den Schnee ein. Solange es kalt ist, bleibt auch die Klisterschicht härter und daher fiir Harst geeignetes, wird gegen Mittag der Firn weicher, so erweicht sich auch die Klisterschicht in der höheren Temperatur. Für groben Schnee und lange Märsche muss Klister dick aufgetragen werden. Das darf aber nicht in e i n e tn Aufstrich erfolgen, soilst gibt es Verschiebungen auf der Lauffläche oder schollenweises Abgehen. Vielmehr trage man eine Schicht sauber auf, lege dann den Slti mit der Lauffläche nach oben in die Kälte. Die Schicht erhält nun eine gleichmässige Oberfläche und erstarrt. Auf diese (vor Wettläufe11 atn besten währeiid eitler ganzen Nacht zu härtende) Schicht trägt Inan nun ohne die Gruildschicht zu erwärmen und aufzureissen, weitere Schichten leicht erwärmten Klisters auf. Ein so geklisteter Ski muss nach 30 und 50 km noch gedeckt sein. Die Rinne wird nicht geklistert, sie wird immer glatt mit Wachs gestrichen, sie braucht für die Steigwirltuilg nicht herangezogen zu werden. Sich beim Klistern möglichst wenig zu beschmutzen, lernt man init zunehmender Erfahrung auch. Zum Reinigen der Hand gibt es verschiedeile Mittel. Eitle Schmiere - namens Uba - nimmt den Klister weg, Inan braucht nicht einmal Wasser, sondern reibt die Hände lediglich a11 einem Tuch ab. Die Hand ist nach ihrem Gebrauch nicht wie bei den früher verwendeten sandförmigen Mitteln rauh und I<älteempfindlich, sondern sogar eingefettet.') Klister werden heute in fast allen sltilaufetlden Ländern hergestellt. Im Interesse des Lesers müssen hier einige Namen genannt werden. Als das Richtigste erscheint es mir die ursprünglichen und bahnbrechenden Marken allein zu nennen. Die erste bekannt gewordene Klisterverweildung erfolgte beim Holtneilkollrennen 1914 durch Peter Oestbye. Oestbeye-Klister kam auch zuerst auf den Markt. Etwas glätter und vor allem besser ain Slti haltend, war Bratley-Klister. Da inzwischen auch Oestbye-Klister wieder verbessert wurde, sind die Ansichten nun geteilt. Die Entscheidung liegt vielleicht bei der jeweiligen Schneeart. Ausserordentlich zäh und da auch itn feinen Schnee weniger stolleild, schon viel früher verwertbar, ist der P -

') Dies gilt auch für ,,IsialU. Schriftleitung.

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Stuler-Klister; dieser wurde im vergangenen Winter vereinzelt auf Hochtouren wie bei Wettläufen mit gutem Erfolg verwendet, ist aber meines Wissens noch nicht im Handel. Wer diese Klister einmal durchprobiert, kann an ihnen die Qualität seiner heimischen Klister messen und dann sich für diese entscheiden. Auf die Dauer probiere man nicht zuviel herum. Je besser man die Eigenarten einer Marke kennt, um so mehr kann inan aus ihr herausholen. Man muss wissen wie sie aufgetragen werden will und welche Mischungen mit Wachs ihr zuträglich sind. Während der Ski am besten in der Sonne geklistert wird, darf bei der Rast der geklisterte Ski nicht nach alter Übung in die Sonne gestellt werden. Entweder lässt man ihn auf dem Schnee liegen oder man stellt ihn in den Schatten. Sofort nach dem Klistern befriedigt der geklisterte Ski nie, er gleitet schlecht; das gibt sich aber rasch nach einigem Laufen. Das gleiche gilt übrigens auch für gewisse Wachse. Der Idealtyp des noch nicht körnig gewordenen Schnees ist der Pulverschnee. Auch er ist verhältnismässig leicht zu behandeln, wenn nicht allzu grosse Kälte herrscht. Bei Temperaturen von etwa minus 3 bis minus 1 0 0 hat übrigens auf Pulverschnee auch gutes blankes Holz die Eigenschaft gut zu gleiten und doch eine gewisse Trittfestigkeit zu bieten. Warum, das vermag ich nicht zu erklären. Auch für die Wachse, deren Wirkung auf Pulver jener des Klister auf Firn ähnelt, habe ich eine befriedigende Erklärung der Wirkungsweise noch nicht g,ehört. Man baut lediglich auf Erfahrungstatsachen. Ein gutes Wachs für Pulverschnee und gewisse Neuschnees war schon früh das gewöhnliche Sohmwachs; die als Steigwachse benannten Sohmwachse habe ich weniger geschätzt. Ausgesprochenes Pulverschneewachs ist von den älteren das Oestbye Mix, neben welches ,,Bratley for Nysne" trat. Gute Pulverschneewachse gibt es in Mitteleuropa mehr wie gute Klister. Der Qualitätsunterschied liegt vor allem noch in der Haltbarkeit, d. h. im Widerstand gegen das Abreiben. Bei sehr grosser Kälte werden viele Wachse zu hart. Der Ski wird dann stumpf und verliert merkwürdigerweise auch die Trittfestigkeit. Gut ist dann Sverre-Mix. Eine für mich neue Entdeckung war, dass Oestbye Medium, welches zunächst als Neuschneewachs gedacht ist, bei grosser Kälte vorzüglich steigt und nach einigem Reiben auch sehr glatt ist. Vor allem bei Medium entscheidet die Art des Auftragens; dicker und rauher in Schneearten, die keine Neigung zum Stollen haben. Nach der Besprechung der beiden Idealformen des Schnees, des Firns und des Pulverschnees sei erwähnt, dass auch die hier gegebene Geltung des Satzes „les extremes Se touchent" die Verwendung des Klisters für Touren praktisch erst ermöglicht. Nach längerer Schönwetterlage kommt man in raschem Wechsel südseits auf Firn, während nordseits noch kaltes Pulver liegt; die gleichen Wechsel trifft man bei Überwindung gröscerer Höhenunterschiede. Wachs steigt auf Firn nicht, wird auch rasch durch Firn abgewetzt, der blanke Ski saugt Wasser und läuft nicht im Pulver oder

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B.TROJANI, S C H W E I Z , STEHT I N K O N K U R R E N Z D E N LÄNGSTEN S P R U N G D E R Phot. G. Walty WELT: 72 METER. B E R N I N A S C H A N Z E , P O N T R E S I N A


stollt sogar. Auf Neuschnee oder jungem Pulverschnee stollt Klister. Auf sehr gut durchfrorenem Pulverschnee ist das aber nicht der Fall. Daraus ergibt sich die Verwendbarkeit des Klisters auch bei wechselndetu Schnee, sofern es nur in den letzten Tagen nicht geschneit hat. Ausgedehnt kann die Verwendbarlteit des Klisters aber noch durch Einreiben von Wachs oder durch Überdeckung des Klisters mit einer feinen Wachs- oder einer Paraffinschicht. Letzteres Mittel hilft vor allem dann, wenn inan mit dem geklisterten Ski in nicht klisterfähigen Schnee kommt oder es auf Firn z u schneien beginnt. Paraffin lässt sich auch bei nassem Wetter gut auf den Klister auftragen und hält auf ihm lange. Es ilirnrnt die Stollwirkung, ohne die Steigwirltung ganz z u beseitigen. Wachs und Klisterkotnbinationen gibt es übrigens auch fertig im Handel. Die erste war meines Wissens ,,Bratley Blanding". Für neutrales Wachsen, vor allem für die Tour ist dieses Blanding sehr wertvoll. Neutral wachsen heisst auf extreme Wachswirkungen verzichten, sich aber vor Versagen sichern. Der Raffinierte gibt dem Blanding je nach Schnee anderes Wachs oder Klister bei, um es je nach Bedarf körnigerem oder pulvrigetn Schnee mehr anzupassen. Eine besonders gute Kombination ist Stulers Wachs auf Stulers Klister. Die Wirkung für Firn bleibt fast unberührt, die Stollgefahr ist auf nichtltörnigem Schnee gering, vor allem bringt inan den etwa entstandenen Stollen leicht wieder weg. Neuschnee gibt dem Wachses die grössten Rätsel auf. Es gibt Neuschnee, der das Vorwärtsschieben des Skis ungemein erschwert, auf dem Inan aber zugleich mit dem abtretenden Slti immer und immer wieder ,,hinausfeuert". In Betracht kommt für Neuschnee ,,Sohm", ,,Bratley for Nysne", bei feuchterem Neuschnee ,,Ostbye Medium", letzteres oft gemischt mit ,,Mix". Aufgetragen wird desto rauher, je trockener der Neuschnee, bei mittelfeuchtem Neuschnee ist vorsichtig dünn und glatt aufz~rtragen, sonst bekommt inan Stollen. Fürs Rennen, fiir die Spur wird auch hier dünn geltlistert und überdecltt. Das bleibt aber immer riskant und kommt für den Anfänger irn Wachsen und den Touristeil überhaupt nicht in Frage. Als Unterlage für alle Wachse ist stark abgelaufener Klister gut; das Wachs hält dann länger und wird steigfähiger. Man soll es nie zum völligen Verlust dieser Unterlage korntnen lassen; dann bleibt auch das Holz vor Feuchtigkeit geschützt, vor allein im Frühjahr. Eine vorzügliche Unterlage ist ,,SltareU; bei dieser ist auch nach friscl~eti Auftragen die Gefahr des Durchschlagens und dadurch bedingten Stollens nicht gegeben. Gutes Skare wird immer seltener; gutes Sltare ist auch auf ~iiässigfeuchtem Neuschnee eine gute Schmiere. Vor allem gehört zum Wachsen auch Wetterkunde und die Fähigkeit abzuschätzen, welche Schneearten Inan in anderen Höhenlagen antreffen wird. Bei Regen klistert man, wenn man aber zur Regen-Sclineegrenze aufsteigt nimmt Inan zunächst einen z u glatt gewachsten Slti in Kauf, um dann auf 3

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dem Neuschnee einen guten Ski zu haben. Je ungleichartiger die Schneedecke ist, desto neutraler ist zu wachsen. Für die Fälle, in denen infolge Neuschnees bei starkem Höhenwechsel alles Wachsen unsicher ist, muss man auf der Tour Felle bei sich haben. Der erfahrene Wachser wird aber selten zum Fell greifen. Der gutgewachste Ski hat für die meisten Schneearten alle Vorzüge des Fells, nie aber vermag der fellbewehrte Ski jene des gutgewachsten Skis zu erreichen. Misserfolge beim Erlernen des Wachsens sind unvermeidlich. Man prüfe immer, o b tatsächlich das gewählte Wachs oder nicht falsche Auftragung oder schlechtes Gehen der Grund des Versagens sind. Man beobachte gute Wachser, ahme sie aber nicht gedankenlos nach. Was beim Erfahrenen oft geht, ist für den Anfänger unmöglich. Was sich der sehr gute Läufer, sei es wachstechnisch oder lauftechnisch leistet, kann der Anfänger nicht direkt erstreben, er muss sich zunächst anderer Mittel bedienen.

Handliche Lötlampe für Tourenfahrer-')

'1

Erhältlich bei R. Staub

&

Cie., Zürich.


ZUR TERMINOLOGIE DES SLALOMLAUFES. V011 Dt-. WALTER AMSTUTZ, C. A. C.

Noch bis vor kurzem war der Slalotnlauf eine Dornäne Englands. Erst seit der Gründung des Schweizerischen Akademischen Skiklubs wurde er von schweizerischen Läufern systetnatisch gepflegt. Als erster Slzilzlub hat der SAS diesen Lauf in ein internationales -- wenn auch studentisches - Reilnprogramru eitlgeführt. Auf dieser breiten Basis hatten wir während mehreren Witltertl reichlich Gelegenheit, seine Schwächen und praktischen A~iwendbarlzeiten z u studieren. Die Durchführui1g dieser Disziplin auf internationaler Basis mit zahlreichen Läufern der verschiedensten Klassen hat eindeutig zur Erkentitnis des praktisch brauchbaren und unbrauchbaren geführt. Noch herrsche11 hierüber auch in Fachkreisen recht unabgeklärte Ansichten. Dies liegt zur Hauptsache in dem Grunde, dass neben den akademischen Wettkämpfen in der Schweiz nie Slalomläufe im heutigen Sinne des Wortes gelaufen worden sind; es fehlt also an den Voraussetzungen, nicht am Laufe selber. So fehlen der schweizerischen Skiliteratur auch die nötigen Beiträge, welche diese Lücken ausfüllen könnten. Es soll deshalb hier wenigstens das Grundlegende nachgeholt werden. Seitdem der 10. internationale Skikongress in St. Moritz seinen Mitgliedern auch den Slalomlauf zum eifrigen Studium empfohlen hat, ist ein knapper Kommentar nicht unangebracht. Der Skiklub von Grossbritannien hat sich auf diese Erwägung hin die Mühe genommen, unter anderm seine treffliche Abhandlung über den Slalomlauf von Arnold Lunn auf deutsch zu pub1izieren.l) Soweit möglich vermeide ich daher eine Wiederholung von schon gesagtem und verweise auf die erwähnte Schrift, die dieseln Jahrbuche beiliegt. Ich möchte hier besonders die an unsern Wettkämpfen gesamtlielten Erfahrungen darlegen und an Hand der begleitenden Photographien bildlich wiedergeben, was Erklärungen oft verfehlen. Iti erster Linie gilt es sich darüber im klaren z u sein, ob der Slalon~ auf Hartschnee oder auf Weichschnee ausgetragen werden soll. Anlässlich der 2 . Internationalen Universitätsslziwettkämpfe in St. Moritz hat es sich gezeigt, dass bei grosser Bewerberzahl der Weichschnee-Slalom ein Ding der Unmöglichkeit ist. Starten an einem Rennen mehr wie ein Dutzend Läufer, t u t man daher besser, diese Art des Slaloms aus dem Programm zu streichen. Bei lokalen Klubrennen mit beschränkter Teilnehmerzahl sollte diese Prüfung indes gelaufen werden, da doch die Weichschnee- und die Hartschneetechnik eine gänzlich verschiedene ist. Ein Abfahrtslauf kann niemals als vollwertige Ko~npensationfür den Weichschnee-Slalorn ailgesprochen werden. Der Hartschneelauf wird in diesem Falle zuerst gelaufen, daiilit den Siegern die Wahl des Startes irn Weichschneelauf zufällt. Dadurch verteilt iilan die besten Chancen auf die besten Läufer. Wenn der schlechteste Läufer ') ,,Ei11 Wegweiser für Abfahrts- uild Slaloii~läufe". Erliältlicli iiiiter Zustellung eines internationalen Antwortcoupons iin Werte voll sechs Peiice beiin Ski Club of Great Britain, 72/73, Chandos House, Pal~ilerStreet, Viktoria Street, Loiido~iC. W . I .

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über eine verspurte Bahn fahren muss, ist dies von weniger grosser Bedeutung, als wenn dieses Missgeschick dem besten Läufer passieren würde. Wichtig ist, dass man sich beim Ausstecken einer Weichschneestreclte hauptsächlich mit blinden Toren bedient und sich mehr oder weniger auf die vertikale und horizontale Flaggenpositionen beschränkt (Vertikale, Horizontale). Anordnungen wie z. B. die Schneise sind im Weichschnee-Slalom unbrauchbar. Für grosse Konkurrenzen kommt allein der Hartscl~tiee-Slaloi~i in Betracht. Leider schenkt man der Vorbereitung nicht die nötige Sorgfalt. Ein Misserfolg ist dann gewiss, denn die Hartschneebahn muss mit genau gleicher Peinlichkeit vorbereitet werden, wie die Bahn beim Sprunglauf. Mehrere Tage vor der Konkurrenz sollte die Bahn täglich festgetreten werden. Nur auf diese Art ist es möglich eine einwandfreie gleichmässige Unterlage herzustellen, welche an alle Konlturrenten die gleichen Bedingungen stellt. Neben der hartgetretenen Bahn gehören dann zu unserer Disziplin in erster Linie Flaggenpaare und ein erfahrener Aussteclter (sog. Strecltenwart). Der Zweck des Slalomlaufes liegt ja in der Prüfung der einzelnen Phasen der Fahrtechnik, weshalb der Läufer an eine ganz bestimmte Strecke gebunden werden muss,') die nur durch Flaggenpaare und einen geschickten Strecltenwart markiert werden kann. Es ist daher wichtig, wenn man sich in1 klaren ist, w e r den Slalom ausstecltt. Zum mindesten muss der Strecltenwart die Fahrtechnik theoretisch beherrschen. (Wie könnte ein Examinator seine Studiosi prüfen, wenn er nicht selber von Grund auf seine Disziplin beherrschen würde !) Seine schwierigste Aufgabe liegt in der Anpassung der zwangsläufigen Bahn an das Gelände, so dass sie eine logische Folge von Hindernissen darstellt. Erst durch die Einführung der Flaggenpaare gelingt es dein Ausstecker, seine Läufer auf Herz und Nieren zu prüfer1.9 Dabei muss er allerdings die Grenze des Menschenmöglichen und Unmöglichen unterscheiden können. Er muss die Strecke so wählen, dass die besten Fahrer, welche es verstehen, alle Register der Technik zu ziehen, die gestellte Aufgabe glatt lösen können. Auf die einzelnen immer wiederkehrenden Flaggenkombinationen will ich nun kurz eingehen, wobei ich hauptsächlich auf die beigeschlossenen Bilder der Slalommodelle verweise. Gleichzeitig möchte ich einen Versuch W i e unldar der Laie hierbei urteilt, zeigt folgende Äusserung des Al<ademischen Ski I<Iubs Freiburg: ,,Über den Slalonilauf wollen wir kein abschliessendes Urteil abgeben, da er bei uns nicht gepflegt wird. Die Mehrzahl unserer Klubl<atneraden hält den Slalom nicht fur das Ideal eines Abfahrtslaufes, da der freien Ausnutzung des Geländes durch die Eigenart seiner Durchführung Zwang angetan wird". Es ist hierzu nur z u beinerl<en, dass der Slalomlauf kein Abfahrtslauf ist, dass die freie Ausnützung des Geländes in der Abfahrt liegt, und dass der Zwang iin SlaloiuIauf just die Quintessenz ist. W e r eiriirial so recht in einer stiebenden Abfahrt in einen Jungwald geraten ist, deiii Itomnlt es bestiinmt zugute, wenn er zwangsläufig fahren kann. 7 Man vergleiche hierzu den Aufsatz ,,Slaloin" von A. Zarn, Ski XXIII. Jahrgang, 1928, Seite 45. Es scheint, dass der Verfasser die Zweckmässigkeit der Doppelflaggen noch nicht ausprobiert hat.

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Photo: Dr. W. Amstutz

Ein moderner Slalotnlauf aus der Vogelperspektive gesehen

machen, eine deutsche Terminologie für die gundlegenden Flaggenpositionen zu prägen : ') I. Offene Tore: (Engl.: Open flags; couple ouvert; vgl. Skizze No. I). Die Flaggenpaare stehen mehr oder weniger rechtwinklig zur Fahrtrichtung. '1 In den Klammern sind neben den englischen die drücke angegeben.

französischen AUS-

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Photo : Dr. W . Amstutz

Wende (Flaggenpaare I - I ; 2-2

;

3 -3)

Blinde Tore

2. Die Schneise: (Engl.: Corridor; couloir; vgl. Skizze No. 2). Werden drei bis vier offene und ein blindes Tor senkrecht untereinander gestellt, entsteht eine Schneise. Sie zwingt den Läufer aus der Schussfahrt eine scharfe Kurve hangwärts zu ziehen. Es ist besonders darauf zu achten, dass die zwei letzten offenen Torpaare dichter aufeinanderfolgen als die übrigen. 3. Die Knickschneise: (Engl.: inclined corridor; couloir coud6; vgl. Skizze No. 3). Sie ist eine Folge von offenen Toren, die zur präzisen Richtungsänderung in scharfem Tempo zwingt. Sie eignet sich nur für erstklassige Konkurrenzen, da unbeherrschte Fahrer gewöhnlich die Flaggen umknicken. 4. Die Stemmschneise : (Engl. : stem-glade; couloir forc6; vgl. Skizze No. 4). Zum Unterschied von der Schneise wird hier das blinde Tor fast auf gleicher Höhe gesteckt wie das letzte offene Tor, so dass die Flaggenanordnung nur durch Herabsetzen dei Geschwindigkeit, also stemmend durchfahren werden kann. 5. Blinde Tore: (Engl.: blind flags; couple ferme; vgl. Skizze No. 5). Die Flaggenpaare stehen in der Linie der Fahrtrichtung. Diese Anordnung der Flaggentore gestaltet den Lauf äusserst originell, indem hier dem Läufer die Wahl gegeben wird, die Tore von links oder von rechts zu durchfahren. Eigenes Urteilsvermögen spielt also auch in der zwangsläufigen Bahn eine grosse Rolle. (Vgl. Bild S. 68.) 6. Die Vertikale: (Engl.: straight fluch; verticale; vgl. Skizze No. 6).

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Photo : Dr. W.Amstutr

Vertikale von oben gesehen

Schneise

Sie ist eine Anordnung von blinden Toren in grösseren Abständen am Steilhang: sie prüft die Schwünge im grösstmöglichsten Tempo. 7. Die Wende: (Engl.: short flush; verticale forqke; vgl. Skizze No. 8). Hier werden die blinden Tore dicht aufeinander gesteckt; sie ist eine Prüfung des raschen Wendens am Steilhang (hauptsächlich Quersprünge). 8. Die Horizontale: (oblique; Skizze No. 8).'> Durch zwei bis drei blinde Tore in abfallender, horizontaler Richtung am Steilhang erprobt man am besten das Schwingen mit möglichst wenig Höhenverlust. 9. Die Haarnadel : (Engl. : hairpin; virage en kpingle a cheveux; vgl. Skizze No. 9). Diese Anordnung zwingt den überlegenen Fahrer kurz und scharf zu schwingen. Der weniger erfahrene Konkurrent wird die Haarnadel an Stelle von einem jähen Schwung mit drei leichten Kurven umgehen und natürlich entsprechend Zeit verlieren. Dies wären in Kürze die Elemente des modernen Slalomlaufes, die sich in den letzten Jahren herauskristallisiert und bewährt haben. Diese Flaggenkombinationen müssen nun von zuverlässigen Flaggenwarten bewacht werden. Es empfiehlt sich, bei jedem zweiten Flaggenpaar die am Hang höher stehende Flagge doppelt zu stecken, damit allfällig abgebrochene Flaggen sogleich ersetzt werden können. Dabei ist natürlich die grösste Sorgfalt am Platze, denn die kleinste Veränderung der Flaggenord') Diese Anordnung ist in englischen Slaloinläufen nicht bekannt. Man könnte sie ,,inclined flush" nennen.


StemmSchneise

..

:ise

Photo : Dr. W. Amstutz

Slalom aus der Vogelperspektive Höhendifferenz zirka zoo Meter Von zwei Läufern verschieden gefahren

nung kann unter Umständen den Charakter der Bahn völlig ändern. Dies beweist, wie wichtig die Flaggentore sind. Ferner steht den Flaggenwarten die Aufgabe zu, auf Anordnung des Streckenwartes hin, allfällige Löcher sofort treten zu lassen. Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen wählt man mit Vorteil die aufeinanderfolgenden korrespondierenden Flaggenpaare verschiedenfarbig (so bei der Schneise, Stemmschneise etc. rot-rot, schwarz-schwarz etc.). Das Ziel muss übersichtlich und deutlich markiert werden. Gewöhnlich stellen sich Zuschauer links und rechts von den Zielflaggen auf; es kommt


Die elementaren Flaggetistellungeri in einem modernen Slalomlauf.

Offeiie Tore (couple ouvert) I.

4. Stemi~ischneise

(couloir force)

7. Vertikale (verticale)

Schneise (couloir)

2.

5. Bliiide Tore (couple ferril6)

8. Horizontale (oblique)

3. Knickscl~neise (couloir coud6)

6. Wende (verticale forcee)

9. Haarnadel (virage en 6pingle & cheveux)


dann öfters vor, dass der I<onkurrent irrtümlicherweise zwischen ihnen, nicht aber zwischen den Zielflaggen, durchläuft. Es ist deshalb vorteilhaft die Zielflaggen mit einem Stück roten Stoffs z u verbinden. Die Engländer haben in neuester Zeit das Auslassen von Flaggenpaaren mit Zuschlägen von 5 und 10 Sekunden bestraft.') Diese Zuschläge sind allerdings sehr willkürlich, besser wäre wohl eine Strafe von 15'10 der Bestzeit (auf- oder abgerundet). Es ist ja von ausschlaggebender Bedeutung, ob die 5 und ro Sekunden bei einem langen oder lturzen Slalotil zugeschlagen werden. Immerhin dürften dann hier die Zuschläge nicht weniger wie drei Seltunden und nicht mehr wie sechs Sekunden betragen. ~ g SAS hat bis heute, 11111 alle WillltürlichltciDie W e t t l t a ~ n ~ f o r d n u ides ten auszuschalten, von zwei Läufen den besseren gewertet. Unsere neue Wettltampfordtlui~ghat sich wieder für dieses System entschieden, obwohl man ja einwenden könnte, dass dann unter Umständen ein zufällig geglücltter Lauf den Sieg entscheiden ltötlnte. Trotzdem geben wir der Auffassung Raum, dass diese Methode immerhin noch besser und vor allem einfacher ist als jene mit Zuschlägen. Die Erfahrung wird lehren, was das Beste ist. Nach der englischen Wettlaufordnung können Sturzverbot-Zonen eingeschaltet werden, innerhalb welcher ein Sturz mit ro Seltunden Zuschlag gewertet wird. Damit soll bewusstes Stürzen, das unter Umständen vorteilhaft ist, verhindert werden. Bei erstklassigen Konlturrenzen hat sich gezeigt, dass selbst der erfahrenste „Schussbumtechniker" vor dem flüssigen Läufer im Nachteil ist, insofern der Aussteclter die Bahn ltunstgerecht riiarkiert hat. Ob Sturz oder nicht ist meistens schwierig zu beurteilen. Und nun auf zur Schussfahrt, zuin Kehren und Wenden. Multipiziert die Flaggen und setzt die Stopuhr in Bewegung!

DIE VERSETZTE BINDUNG. Von EMIL SOLLEDER, Müiicheii. Von Herrn E. Solleder erscheint deriiiiäclist ein neues Bucli: ,,Schtiee und Wachs", im Bergverlag Müncheii. Dank dein Eiitgegenltoiniiieii von Herrn Solleder uiid der11 Verlag I<öiiiieii wir hier eiiien interessanteii Abschiiitt, der den Abfahrtsläufer besonders interessiert, wiedergeben. Scl~riftleitung.

Dominierend sind die Huitfeldbiilduiigetl, weil sie arn brauchbarsten, einfachsten und dazu arn billigsten sind. Ob man nun auf Langrietnen schwört oder den Durchzugsrietnen mit angeschnalltem Absatzteil wählt, an dem ein Eleffsen-, Bildstein-, Jordell- oder Attenhoferstrammer sitzt, ist nicht das wesentliche daran. Wichtig ist vor Allem, dass die Bindung durch die Skimitte gezogen wird und somit den tiefen Steuerungspunkt vermittelt und durch schrägen Zug den Slti an den Absatz hä.lt. Ich persönlich halte die zehenriemenlose Haugbindung mit Durchzugsriemen für eine sehr günstige Kombination. ') Näheres siehe iii der vorerwähnte11 Schrift.

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Unterlassen soll man es jedenfalls, Riemen, um sie besser vor dem Zerschneideri zu schützen, hoch oben an der Backenaussenseite einzuhängen. Die Montage der Bindungen erfolgt gewöhnlich an der Stelle, die inan durch Wagehalten des Skis gefunden hat und diesen Punkt nach Verlegen um mehrere Millimeter rückwärts als Stemmlochpunlzt bezeichnet. Dadurch wird ein Vordergewicht des Slzis erzielt, das als besonders günstig bekannt ist. Es gibt eine Formel, nach der man diese ,,SkimitteU errechnen kann, unabhängig von der sehr verschiedenen Bauart der Hölzer: Die Gesamtlänge des Skis wird halbiert und davon roO/o abgezogen. Das Ergebnis vom Skiende gemesseri gibt das Stemmloch. Ein Beispiel : Skilänge vom Ende bis zur Spitze mit der Aufbiegung 220 ctn, die Hälfte davon gibt I I O cin; zieht man IO'/O ab, bleiben gg cm als hintere Skilätlge. Neuerdings haben feinfühlige Beobachtungen beim Skilauf die Richtigkeit der bisherigen Stetnmlochtheorie in Zweifel gesetzt. Vor allem war es Walter Bernays, der unermüdliche Skiläufer des Arlbergs, der öfters versucht hat, die Bindung aus ihrer bisherigen Lage nach vorne z u rücken. Er ging vom Standpunkt aus: Wenn die heutige Slzitechtiik von vorneherein das Entlasten der Skietlden lehrt, weil sie es als ungeheuer wichtig betrachtet, so muss die nach vorn gesetzte Bindung dieses Entlasten unbedingt erleichtern. Ich selbst habe an meinen Sltiern ebenfalls die Bindung um einiges vorgesetzt, und längere Zeit hindurch auf alle Vor- und Nachteile ausprobiert. Ich lasse nun die dahingehenden Erfahrungen folgen: Das Stemtnloch der Bindung wird von dem Punkte, der durch die Teilungsformel errechnet wird, noch um 3'14 Cm nach vorne versetzt. Beim Spuren in der Ebene und bergauf steht der Ski im Ge,~ e n s a t zzu früher mehr der Horizontalen entsprechend, da er nun mit dem Vorderteil stärker in den Schnee eingedrückt wird. Mit der versetzten Bindung wird tnan also um ca. 6'10 steiler steigen, ohne diese Steigung überwinden zu müssen, ergo erreicht tnan bei gleichem Kraftaufwand 6'10 rationeller das Ziel. Man ltönnte hier dagegenhalten, dass sich die Spitze beim vornbelasteten Ski z u tief in den Schnee bohrt und durch diesen Widerstand der Gewinn ausgeglichen wird. Das ist nicht der Fall, denn beim Spuren hört der „schleifende" Schritt mehr oder weniger auf und wechselt mit Treten und Stampfen. Das Herausheben des Sltivorderteiles aus dem Schnee ist ausserdem leichter, je weiter vorne der Aufzugspunkt sitzt. Quert man bei Abfahrten Hänge mit hartem Schnee, so fällt das Abrutschen nach der Seite völlig fort, da der Druck „ausgemittelterfi ist. Bei Schussfahrten ist bei eitligerinassen weichen Spitzen keine nachteilige Auswirkung bemerkbar. Die versetzte Bindung erleichtert naturgemäss das Schwingen ganz besonders. Der Läufer, der seine Schwünge mit ,,Etltlasten" zieht, wird das sofort und ganz einwandfrei beobachten können. Die versetzte Bindung bietet einleuchtende Vorteile und wird ihre Zukunft haben. Machen Sie mal einen Versuch!


V. I. n. r . : C. Weber, W.

V.

Stockar, F. L'Orsa, 0 . Barbey

5. RENNEN ENGLAND-SCHWEIZ. 7. und 8. Januar 1928, in Mürren. Von G. WEBER, S.A. C.

Bis kurz vor dem Anglo-Swiss Rennen waren die Schneeverhältnisse recht kritisch. Zur richtigen Stunde aber öffnete der Himmel seine Schleusen und über Nacht fiel eine Schicht Neuschnee. Als unsere Mannschaft sich in Mürren besammelte, waren die Engländer in Mürren schon fest in ihrem Training, was für uns etwas entmutigend wirkte. Der Wettkampf begann am 7. Januar mit einem Slalom. Die Engländer waren die homogenere Mannschaft und meisterten die Piste mit bewundernswerter Sicherheit. Dafür aber stellten wir die Spitzenleistung durch Reuge, unseren Captain, der beide Läufe in Rekordzeiten fuhr. Gewertet wurde das Mittel der beiden Fahrten, eine Lösung die uns gar nicht behagte und mit unserer Wettlaufordnung nicht in Einklang steht I). Die Englische Mannschaft blieb hier Sieger. Leider konnte der Abfahrtslauf nicht über die lange Schiltgratstrecke gelaufen werden. Wegen misslichen Schneeverhältnissen musste die Strecke „Stein') Vergleiche hierzu Artikel ,,Zur Terminologie des Slalomlaufes", Seite 63.

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Anglo-Swiss Dinner : L'Orsa: ,,Tante stelle sono al cielo....."

Ausweiche" gewählt werden. Für uns war das grösste Verhängnis das Ausscheiden unseres besten Läufers Reuge. ') Bei blauem Himmel und ausserordentlich schnellem Pulverschnee kam am 8. Januar der Abfahrtslauf zur Austragung. Gestartet wurde paarweise (je ein Engländer und ein Schweizer), was eine glückliche Lösung war, die den Wünschen beider Teams gerecht wurde. Für die Zuschauer wurde das Rennen gleich spannender, besonders wenn es hart auf hart ging und die Läufer kamen sich dabei nicht in die Quere, wie dies bei einem gemeinsamen Start der Fall ist. Zwei Schussfahrten und eine längere Strecke mit Bodenwellen verlangten grosse Konzentration. Unsere Mannschaft war hier, wenn auch knapp, den Engländern überlegen. Wir stellten wiederum den Sieger. Der Wanderbecher für das beste individuelle Resultat ging an Weber über. RESULTATE: I.

. . .

I . G. Reuge (SAS), Capt.

I , I ~ IOO

C. Pitman (BUSC) 3. B. Caulfeild (BUSC) . . 4. W. Kümmerly (SAS) . . 5. R. B. McConnell (BUSC)

1,15 1,20,4 1,24,6 1,25

2.

SLALOM

Min. Sck. Ponktc

95,98 89/54 85,09 847

Min. Sek. Punkte

6. H. Ford (BUSC) . . . . 7. F. de Goumoens (SAS) . . 8.. G. Weber (SAS) . . . 9. Visc. Knebworth (BUSC) Cupt. 10. F. l'Orsa (SAS) . . . . .

.

1,28,1 81,72 1,28,8 8 1 ~ 0 8 1 ~ 3 5 77/78 1,51 64,86 1 ~ 5 2 ~ 6451 4

Der BUSC gewann mit einem Mannschaftsdurchschnitt von 83,36'/0 gegen 81,45'/0. ') Barry Caulfeild, wohl der beste Engländer, erschien ebenfalls nicht arn Start. Schriftl.

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2.

ABFAHRT

Min. Sek. Punkte I.

2. 3. 4. 5.

G.Weber (SAS). . . . H. Ford (BUSC) . . . . C. Pitman (BUSC) . . . R. B. McConnell (BUSC). W. Kümmerly (SAS) . .

2,35,5 2,58 3(17 3,22,5 3,25

loo 87,36 78(93 76,78 7534

Min. Sck.

Punkte

6. E.M. A. Richardson (BUSC) . 3,25,5 7. F. de Goumoens (SAS) . . 3,3 I 8. F. l'orsa (SAS) . . . . . 3,35,2 9. Visc. Knebworth (BUSC) . 4,6 10. W. von Stockar (SAS) . . 4,17

75,65 73,69 72/26 63,22 60,50

Der SAS gewann mit einem Mannschaftsdurchschnitt von 76,454'/0 gegen 76,388 O/o. Der letzte Mann auf jeder Seite wird nicht gezählt. En d r e s u l t a t : Der BUSC gewann mit einem Mannschaftsdurchschnitt von 79,907 O/o gegen 78,919 O/o. Individueller Sieger aus I<ombination Abfahrt-Slalom : G. Weber (SAS).

DIE AKADEMISCHEN WINTER-WELTMEISTERSCHAFTEN IN CORTINA D'AMPEZZO. 22.-29. Januar 1928. Von ULRICH CAMPELL, C. A. S.

Wissen Sie überhaupt wo Cortina liegt? In einem breiten Hochtale ist es eingebettet zwischen den wild aufstürmenden Zacken der Ampezzaner Dolomiten. In einem grossen Bogen über Mailand waren wir bis dorthin gelangt, wo die Venetianischen Alpen zur blauen Adria hinuntersteigen; von hier aus schüttelte uns eine Bergbahn in langen Stunden ins Ampezzotal hinauf. Kein Wunder, dass unser endlich in Cortina vereinigtes ,,Fähnlein der sieben Aufrechten" etwas verbogen dreinschaute. Was soll ich viele Worte machen :wir waren noch kaum ausgeruht und hatten die verschiedenen Smoerings noch lange nicht alle ausprobiert, da wurde schon zum Langlauf gerufen (24. Januar). 16 Kilometer mit 400 Meter Steigung, das war dem akademischen Sitzfleisch nicht wenig zugemutet. Trotzdem stellten Frankreich, Italien, Japan, JugosIavien, Norwegen, Schweden, die Tschechoslovakei und die Schweiz 32 Konkurrenten dem Starter. Binder, Campe11 und Roch machten sich für uns auf die lange Reise und kamen auch ganz gut mit - in der ersten Hälfte. Dann aber liefen Nordländer, Tschechen, Japaner und Italiener eben einfach schneller - was soll man anders sagen. In der Technik, im Training und im Wachsen waren wir unterlegen. In den ganz schweren Steigungen konnten wir noch standhalten, auf alle Fälle in den freien Abfahrtsstrecken, während sich das Trasseabfahren als eine Spezialität erwies, die nicht jedem guten Geländefahrer angeboren ist. Die Norweger hatten mit Thrane einen sieggewohnten Mann delegiert. Ich hatte das ,Vergnügen ", ihm eine zeitlang zu folgen und ihn zu beobachten. In jede kleinste Mulde presste er sich hinein, schleuderte sich mit vollem Körperschwung in die Gegensteigung, und war sofort in der förderndsten


Photo : Sjort und General

Roch, Schweiz Abfahrts- und Slalomineister

Heiberg, Norwegen Sieger im Sprunglauf

Gangart, wo wir durch unsystematisches Galöppeln Kraft und Zeit verloren. Wie viele Winter werden wohl noch ins Land gehen, bis einer unserer Studenten das Laufen so los hat wie dieser? Was half's, dass wir in den kurzen Abfahrten aufholten; in der Ebene verloren wir Centimeter um Centimeter bei jedem Schritt und jedem Stockstoss. Die guten Läufer zogen unaufhaltbar an uns vorüber. Die Gesichter der wenigen Schweizer, die uns auf der Strecke erwarteten, wurden länger und länger. In der perfiden Steigung von 150 Meter im letzten Kilometer wurde die Erschöpfung so unerhört, dass selbst eine Kollegbank ein begehrtes Objekt erschien. - ,,Autosuggestion, nun hilf du! " - Und sie half, wie immer in solchen Fällen, wenn auch die letzten Fähnlein der Strecke allmählich schwarz erschienen. Das Resultat war niederschmetternd: fast eine Viertelstunde zu spät. Und wenn man bei solcher Konkurrenz soviel Rückstand hat, dann ist man eben weit hinten. Und die Moral von der Geschicht: wir müssen trainieren oder machen bei solchen Spässen lieber nicht mehr mit! RESULTATE : Thrane, Norwegen . . . . . 1 . 1 6 . 1 ~ Novak, Tschechoslovakei . . I . 16.50 3. With, Norwegen . . . . . . I . i 9.25 4. Yazava, Japan . . . . . . . I .2I . I 4 5. Stehlik, Tschechoslowakei . . 1.22.43 6. Takafushi, Japan . . . . . . I .23.12 7. Nilsson, Schweden . . . . . 1.24.34 I.

8. Moberg, Schweden

2.

9. Cristotnanrio, Italien 10. Bloiiliy,

. . . . . . . .

Tscliechoslovakei i I . Heiberg, Norwegen . . I 2. Prohaska, Italien . . . 20. Roch, Schweiz . . . . 23. Campell, Schweiz . . .

1.24.43 1.25.20

. . 1.25.33 . . 1.26.01 . . I .26.5I . . I .2g.1 4 . . 1.34.47

Um das nordländische Programm gleich abzuschliessen : der Sprunglauf zeigte ein ähnliches Bild (29 Januar). Drei Norweger vorn, aber dann kam unser Meisser. Sie alle überflogen, leicht im Schuss gebückt, die vierzig Metermarke, für die recht kurze mit einem steilen Anlaufturm versehene Anlage


Photo: Shmt

und General

Die gelbe Gefahr: Nagata, Japan

Unbekannt! Schweiz

respektable Leistungen. Der akademische Skisport war hier überhaupt in einer Klasse vertreten, die sich sehen lassen durfte. Auch Roch hielt in Stil und Sicherheit jeden Vergleich aus, wegen mangelnden Trainings blieb er etwas en miniature. Binder und Weber schieden leider durch Verletzungen aus. Was den Unsern hauptsächlich fehlte, war die Routine auf der grossen Schanze; wir springen zu wenig. RESULTATE : I. 2.

3. 4. 5. 6. 7. 8.

Heiberg, Norwegen Berntsen, Norwegen Benterud, Norwegen Meisser, Schweiz . Thrane, Norwegen With, Norwegen . Roch, Schweiz . . Moberg, Norwegen

. . . . . .

18.498 Punkte 18.337 , '7.353 ,r . . 16.337 ,, . . 15.780 ,, . . 15.332 , . . 14.740 ,, . . 13.040

48 m (längster gestandener Sprung) 46 m 44 'n 41 m 38 m 36 m 35 m 35m

Hätten sich die Skiwettkämpfe in diesen Disziplinen erschöpft - und ohne unsere Bemühungen konnte man das erwarten - so wäre das Resultat das tradionelle Plus für Norwegen gewesen. Wenn wir ihnen den verdienten Erfolg auch aufrichtig gönnten, so waren wir doch stolz, mitgeholfen zu haben, die jahrzehntelange Langlauf-Tradition um etwas wertvolles zu bereichern: um das Abfahrtsrennen. Es war sehr bedauerlich, dass die Nordländer nach so durchschlagenden Erfolgen zu einem Wettkampfe im alpinen Skisporte nicht mehr Hand boten und das Handicap, in das die wenig trainierten alpinen Skifahrer beim Langlaufe gewilligt hatten, nicht vergalten. Die Abfahrtsstrecke erklärten sie als unfahrbar und am Slalom erschienen sie überhaupt nicht.


Abfalirtslauf

A. Rocli, Meister iin Slaloin

Das Abfahrtsrennen gab uns endlich Gelegenheit, unser Können zu beweisen (26. Januar). Die rassig gesteckte Strecke führte über eine Höhendifferenz von 600 Meter und war normal coupiert. 24 Studenten und sogar eine mutige jugoslavische Studentin erschienen am luftigen Start, so dass sich diese Konkurrenz z u einer eindrucksvollen Demonstration des akademischen Abfahrtsportes gestaltete; auch als Veranstaltung konnte sie jeden Vergleich mit den nordischen Wettkämpfen aushalten. ,,Cinque, quatro, tre, due, Uno - via!" und schon richtete der erste Japaner seine Skispitzen senkrecht hinunter z u den kleinen Häusern von Cortina. Tiefer Pulverschnee wechselte mit leichtem Bruchharst, der viele Stürze verursachte und überhaupt das Schuss-Punkt Fahren aufkommen liess. Der sehr lange Starthang erhielt seine besondere Würze durch einen kurzen Absturz an seinem Fusse, in dessen Bachbette hie und da ein Kommilitone etwas unmutig plätscherte. Ein umzäunter Hohlweg zwang zu einem GeländeSprung auf die Dolomitenstrasse, w o sich ein internationales Heer von Skispitzen in einen bereitstehenden Heuwagen bohrte. Etwas unangenehm war ein enger Durchpass zwischen einem Haus und einer Baumgruppe - wo Roch stürzte und sich gerade noch hindurchbalancieren konnte - worauf ein wilder Sprung über die vereiste Dolomitenstrasse diese Intermezzi abschloss. Die ersten Schweizer und Italiener zeigten rassigen Sport, überraschenderweise auch die unbekannten Japaner, die sich als ernst zu nehmende und sehr faire Gegner erwiesen. Die Norden waren die besten Läufer, wir waren unbestritten die sichersten Fahrer im Schuss und im coupierten Gelände. Interessant war der Anschauungsunterricht in den verschiedenen Techniken. Die tiefe Hocke in allen ihren Variationen hat sich wiederum am besten bewährt. Schade nur, dass Deutsche, Engländer und Oesterreicher nicht am Kampfe teilnahmen; das hätte diesen sicher viel interessanter gestaltet.


Photo: Skrt und General

Slalom

U. Campell, Schweiz

Roch, Schweiz . . 2.. Weber, Schweiz . 3. Meisser, Schweiz . 4. Nagata, Japan . . 5. Cristomanno, Italien 6. Yazava, Japan . . I.

Binder, Schweiz

RESULTATE : . . . . . 5.23.1 7. Albertini, Italien . . . . . . 6. I 5.3 . . . .

. . . .

. . . .

. . . .

. . . .

. . . . .

5.304 5.48.3 5.54.4 5.58.2 6.10.I

8. Cainpell, Schweiz . . . . . 6.24.1 9. Beranovski, Tschechoslovakei . 7. I 3.2 . . . . . . 7.2I .4 10. Dubini, Italien I I . Binder, Schweiz . . . . . . 7.25.2 12. Bartou, Tschechoslovakei. . . 8. 7 . 1

Noch ausgesprochener war unsere Ueberlegenheit im Slalom, so dass diese Konkurrenz sich fast zu einem schweizerisch-italienischen Propagandafahren gegenüber den anderen Staaten gestaltete (28. Januar). Obgleich die harte Piste unter Vermeidung modernerer Spezialitäten aus einem blossen Wechsel enger und weiter Kehren bestand, so war sie einer Weltmeisterschaft doch wert. Die Höhendifferenz betrug ungefähr IOO Meter. Roch erwies sich auch hier als der schnellste Mann, wenn auch Meisser und Weber ihm hier wie in der Abfahrt sehr nahe kamen. Durch ruhig überlegtes Fahren kam er verdient an die Spitze, während sich besonders Meisser durch allzuforsches Fahren die guten Chancen versiebte.

I.

2.

3. 4. 5. 6.

Roch, Schweiz . Prohaska, Italien Weber, Schweiz Meisser, Schweiz Delago, Italien . Dubini, Italien .

. . . . . .

. . . . . .

. . . . . .

. . . . . .

. . . . . .

RESULTATE : . I . 7.7. Cainpell, Schweiz . . . . I . 10.3 8. Nagata, Japan . I . 10.4 g. Takafushi, Japan . . . I . 12.3 10. Stein, Schweiz . . . 1.13.4 I I . Cristomanno, Italien . 1.14.3 12. Yazava, Japan . . .

. . . . 1.14.4 . . . . 1.17.1 . . . . I . I 8.2

. . . .

1.28.2

. . . . 1.34.4 . . . . I .36.I

Und nun die Wirkung der neuen Schule auf die Teilnehmer. Mit Ausnahme der Nordländer waren sie begeistert. Es ist schade, dass unsere nordischen Kommilitonen für Wettkämpfe im alpinen Skilaufe so geringes Inte-

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resse zeigten. I ) Dafür fiel aber unsere Propaganda bei allen anderen Nationen auf fruchtbareti Boden. Man wird im neuetl Sinne traiiiieren, und ich bin überzeugt, dass die zweite Olympiade Wettkämpfe von ganz anderer Schärfe bringen wird. Besonders in einer Hinsicht wird jedoch Cortiiia ein Markstein in der Entwicltlung des Sltisportes bleiben: es war nicht nur die erste altademische Winter -Welttneisterschaft, sondern hier war bei Skiretineli internationalsten Stiles zum ersten Male Abfahrt und Slalorn dem nordischen Rerinsporte gleichberechtigt." Es war ein Anfang auf den wir stolz sein dürfen, obgleich uiisere Besten eigentlich gar nicht dabei waren. Utisereii Erfolgen in den Sltiwettkämpfen haben wir es z u danken, dass es uns gelang, im Gesatutltlassemei~t aller Sportarten den 3. Platz der Nationen zu erreichen unter 14 Konlturretlteii. Und wenn der altademische Skisport auch von1 eigentlichen Ideale, einmal allgemein ein Beispiel z u sein, noch weit entfernt ist, so waren die Cortiileser Winterspiele doch ein Schritt vorwärts auf diesem Wege. Dass die ganze Olympiade ein ungetrübter Sportgeist beseelte, war ganz besonders der hervorragetldetl skitechtiischen Leitung des Grafen Boilacossa, des Präsidenten Terschak, und uilseretn Führer Dr. Gurtner z u danken. Sie boten uns mit ihrer flotten Orgatlisatioil eine Woche der Sportkameradschaft, die uns allen imtlier eine angenehme Erinnerutig sein wird. Gar nicht zu reden von unserer halsbrecherischen Bobsleighfahrt um den 4. Platz, von der ergötzlichen Szene, als wir unseren Bretterwald durch die Lagutienstadt trugen, und den dazugehörigeil Spaghetti. Wir lebten noch lange irn sonnigen Italien, nachdem wir scholl längstens wieder den finsteren Gotthard hinter uns gelassen.

Bemerkungen von Dr. H.A. Gurtiler, Delegierter des Verbandes Schweizerischer Studentenschaften : Dr. Maltitii, der Präsident der Conf6deratioti Interiiational des Etudiants ersuchte mich, ihn und die ,,Gruppi Universitari Fascisti" bei der Organisation der Iiiternationaleil Studentenwiilterspiele zu unterstützen. Ich habe diese Missioi~, nach Rücksprache mit meinen Freunden vom S. A. S. atlgeiiommetl und ging als Delegierter des Verbandes Schweizerischer St~rdentenschaften nach Cortina. In sltitechnischer Hinsicht hatte ich vollständig freie Hand und ltoililte Abfahrt nnd Slalom gleichberechtigt mit Langlauf und Spruiiglauf ins Programm einführen, obschoil der Präsident des italieiiischetl Sltiverbandes, Conte Aldo Bonocossa auf Opposition beiiii Präsidenteri des iliternationaleil Skiverbandes stiess. Dern Verständnis von Conte Bonacossa und Frederic Terschalt, des Präsidenten des Skiverbandes von Venetien, haben die Reformbestrebun,pell in1 Skilauf viel zu verdanken. ') Den Norwegern war eiii Start zuiil Abfahrts- iri-id Slalotrilai~fvoii ihrem Vei-baiid niclit gestattet. Schriftleituiig. '1 Dies gilt auch für die Iiiternatioiialen Uiiiversitäts-Sl<iwettkäii~pfedes SAS. Schriftl.


Während der Rennen selbst stellte sich heraus, dass die norwegische Delegation unter der Bedingung nach Cortina gekommen war, dass neben den vier gleichberechtigten Disziplinen, Langlauf, Sprunglauf, Abfahrt und Slalom, noch die nordische Kombination ,,Langlauf und Sprunglauf" bewertet werde. Es musste deshalb in letzter Stunde ein zweiter Sprunglauf eingeführt werden, zum Zwecke dieser Kombination. Die Gruppi Universitari Fascisti hatten die Bedingungen Norwegens angenommen, ohne dem Organisationskomitee Mitteilung zu machen. Sie warteten unbegreiflicherweise die Startverweigerung und Beschwerde der Norweger ab, worauf ich als Schiedsrichter einschreiten musste. Das gute Gelingen der skitechnischen Veranstaltungen ist zu einem grossen Teile dem Verständnis von Frederic Terschak zu verdanken. Während der Leiter der norwegischen Delegation, Fürsprecher Nansen, in ernsthaftem Gespräch Abfahrt und Slalom gering beurteilte, erwies sich Ing. Thrane der überlegene Sieger im Langlauf, als aufnahmefähiger Freund für diese ihm neue Art des Skilaufes. Thrane stellte mir seinen Besuch für den Winter 1928/1929 in Aussicht. Er will nach Absolvierung seiner Examen mit dem S.A.S. skilaufen und sich in Abfahrt und Slalom versuchen. Die Norweger haben in diesen beiden Läufen sich nicht beteiligt, da sie von ihrem Landesverband nicht autorisiert waren. Die Italiener haben mit Cristomanno, Albertini und Dubini österreichischer Fahrschule mit südtirolischer Abstammung Tüchtiges nachgewiesen. Abfahrt und Slalom wird in Italien sicher betrieben werden, hat mir doch Terschak erklärt, dass er den Slalom sogleich einführen werde.

Cristoinanrio


4. Internationale Univercitäts-Skiwettkämpfe in Engelberg

V. I. 11. r. : Hess, Feierabend, Cristomanno, Coaz, Leubner, Meisser,'-Oderinatt, Jauslin, Dr. Hug, Dr. Gurtner, de Goumoens, Dr. Amstutz, Milne, Blunschy, Bonomo, Müller. Sitzend: Reuge, Roch, Dunant, Lombard, Barbey, Strickler, Traut.

RÜCI<BLICI<AUF DIE 4. INTERNATIONALEN

UNIVERSITÄTS-SKIWETTKÄMPFE. Engelberg, 4.15. Februar 1928. Von W. BONOMO, S. A. S I Zürich.

Ein alter Kämpe des Skisportes, Adolf Odermatt, Engelberg, äusserte anlässlich des Bankettes, das alle Wettlaufteilnehmer der 4. Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfe vereinigte: ,,Noch nie sah ich solche Leistungen in Abfahrt und Slalom, insbesondere in einem solchen Slalom, der unglaubliche Anforderungen an die Fahrer stellte und doch in einer Art und Weise durchfahren wurde, die mich zu grosser Achtung vor dem Können der Akademiker zwingt". Diese wenigen Worte werden schon genügen, um die Internationalen Universitäts-Ski~ettkäm~fe, alljährlich durchgeführt vom Schweizerischen Akademischen Skiklub, z u kennzeichnen. Der Einladung des SAS (Zentralsekretariat Zürich) folgten 50 Akademiker, die sieben Nationen vertraten! Italien, Oesterreich, Tschechoslovakei, England, Ungarn, Deutschland und die Schweiz. Eine' stärkere Beteiligung Deutschlands war nicht möglich wegen dessen Vorbereitungen auf die Olympischen Winterspiele.


Photo : Dr.

A. Fnnck

Raketenfahrt !

Am Samstag Vormittag gelangte der Langlauf zur Durchfüh~ung. Start beim Bahnhof auf Gerschnialp, Ziel auf der Klosterwiese bei Engelberg. Die Strecke führte über 14 km bei 450 m Höhendifferenz. Trotz anhaltendem Schneefall und vielen Tücken der Laufstrecke können die gelaufenen Zeiten als sehr gute bezeichnet werden. Man vergegenwärtige sich, dass es Akademikern, insbesondere den Schweizern, beinahe unmöglich ist, ein rechtes Lauftraining durchzuführen. Dazu wäre eine Unterstützung durch die Hochschulen nötig, was bis heute noch nie der Fall war. Zum Lauf selbst: 22 Akademiker stellten sich dem Starter auf Gerschnialp. Emsiges Treiben noch wenige Minuten vor dem Start. Der anhaltende Schneefall brachte den Schrecken aller Langläufer mit sich : wechselnden Schnee. Ueberall die Frage : soll man noch umwachsen ? Z u spät. Unerbittlich schickte der Starter Minute um Minute die Läufer in das Schneetreiben hinaus. Was man befürchtete, traf auch ein. Mit drei verschiedenen Schneearten hatten die Langläufer sich abzumühen, dennoch gaben nur zwei Läufer auf. Der Zufall wollte es, dass die besten Läufer aufeinanderfolgende Startnummer hatten. Es spielten sich denn auch sehr spannende Duelle ab, so zwischen dem Tschechen Hauner und dem Italiener Cristomanno. Im letzten Anstieg, kurz vor dem Ziel, gelang es dem Italiener, sich noch den zweiten Platz vor Hauner zu sichern. Eine hervorragende Zeit bedeutet die Laufzeit des Siegers im Langlauf, Delago, Italien: 56:59. Als 17. am Start, ging er als Zweiter durch das Ziel. Gute Leistungen zeigten auch die Innsbrucker, die


Photo : Dr. A. Fanck

Harinec Schneider

sich den 4., 5., 7. und 8. Rang sichern konnten. Der einzige Schweizer, der diesen Winter einiges Lauftraining hatte, Roch, Zürich, konnte sich den 6. Rang sichern. Der Sieg der Italiener im Langlauf war ein völlig überlegener. Gegen 13 Uhr hörte das Schneetreiben auf und in kurzem wölbte sich schöner blauer Himmel über das Engelbergertal. 15 Uhr Start zum Slalom. Ein alter Routinier auf dem Gebiete des Slaloms, Dr. Gurtner, Schweiz, hatte es durch die Anlage des Slaloms den Akademikern nicht leicht gemacht. Zäune, Bäume, vereiste Hänge, Wege, Schneisen, Stemmschneisen, Wenden, Vertikalen waren zu bewältigen, alles Dinge, die grosses Können und Energie verlangen. Im ersten Lauf waren es vor allem die Oesterreicher, die sich durch ihre hervorragende Technik vorteilhaft placieren konnten. Als wunderbarste Leistung muss jedoch der Lauf des Berners Dr. W. Amstutz angesehen werden. Er sicherte sich den ersten Platz in 56 Sekunden - trotzdem es in diesem Winter erst sein zweiter Skitag war, er fuhr vom Schlussexamen direkt nach Engelberg -vor Leubner Benno (Oesterreich) mit I Minute. Ein Unterschied von 4 Sekunden in einem solchen Slalom bedeutet eine Glanzleistung. Durch die Belegung der Plätze zeigten die Schweizer, dass Slalom Schweizerart ist. Waren die Schweizer schon in früheren Universitäts-Skiwettkämpfen in St. Moritz und Wengen sozusagen die alleinigen Sieger in Abfahrt und Slalom, so hielten die diesjährigen Wettkämpfe abermals vollauf, was man sich von ihnen versprach. Die scharfe internationale Konkurrenz spornt an! Oesterreich placierte sich im Slalom sehr gut; auch müssen die Leistungen der beiden Italiener Delago

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Photo : M.

Quercprurig,

I.

Amstutz

Phase

(als 7.) und Cristomanno (als 13.) als besonders gut angesehen werden, da für beide dieser Slalom erst der zweite war, den sie fuhren (erstmals in Cortina d'Ampezzo). Sonntag, den 5. Februar herrschte wunderbares Wetter bei Schneeverhältnissen, wie sie für Engelberg sehr selten sind. Das Abfahrtsrennen vom Jochpass zum unteren Bahnhof der Gerschnialpbahn zeigte denn auch hervorragende Leistungen. Als Sieger ging Lantschner Otto (Innsbruck) aus der Konkurrenz hervor. Die Qualität der Fahrer geht aus den geringen Zeitunterschieden hervor. Zu bemerken ist, dass beinahe allen Läufern die Abfahrtsstrecke völlig unbekannt war. Die gefahrenen Zeiten dürfen wohl als Rekorde bezeichnet werden. Wie scharf die internationale Konkurrenz war, ergibt sich aus folgendem: von den ersten 10 Plätzen belegten die Oesterreicher deren vier, die Schweizer fünf und Italien einen. Die Rennstrecke hatte 1200 m Höhendifferenz. Gestartet sind 40 Akademiker, aufgegeben haben sechs, teils wegen Skibruh. Einen grossen Erfolg konnten sich die Schweizer im Sprunglaufe sichern. Gesprungen wurde auf der Sandrainschanze. Als erster ging Meisser, Schweiz, aus der Konkurrenz hervor, mit drei gestandenen Sprüngen von 30 m, 30 m und dem längsten Sprung von 32 m. Er fiel auch auf durch seine sehr gute Haltung und den sicheren Absprung. Für die beste Durchschnittleistung aus Abfahrts-, Slalom-, Lang- und Sprunglauf eines in der Scheiz immatrikulierten Teilnehmers errang Guido Reuge zum zweiten Male den Titel eines Schweizerischen Akademischen Skimeisters.

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Photo:

Quersprung,

.

2.

M.Amstutr

Phase

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die 4. Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfe einen grossen Erfolg für den Schweizerischen Akademischen Skiklub im besonderen, wie für den Wintersport an den Universitäten im allgemeinen bedeuten. Was man sich insbesondere im Ausland von diesen Wettkämpfen versprach, haben sie gehalten, teilweise übertroffen. Diese durch den SAS zur Austragung gebrachten Konkurrenzen nehmen immer grösseren Umfang an und geben interessante und sehr wünschenswerte Anhaltspunkte über die Wintersporttätigkeit der Akademiker. Z u bedauern ist nur, dass es immer noch schweizerische Universitäten gibt, die sich von diesen grossen Akademischen Rennen fern halten. An den 4. Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfen beteiligten sich die Universitäten Zürich, Bern, Freiburg, Genf und die ETH. Wir hoffen, nächstes Jahr alle Hochschulen vertreten zu sehen. Das höchste Ziel des SAS, die Pflege von Abfahrt und Slalom und deren volle Gültigkeit bei den Wettkämpfen, brachte es leider mit sich, dass sich hauptsächlich nordische Länder von der Beteiligung fernhielten. Das zähe Festhalten an seinen Prinzipien ist der Grund dafür, dass der SAS heute grosse internationale Anerkennung findet. Der verhältnismässig kleine Klub vereinigt in seinen Reihen eine Gruppe von Fahrern bester Klasse. Es sei nur erinnert an den grossen Erfolg der Schweizer in Cortina d'Ampezzo. Die ganze Schweizer-Equipe in Cortina wurde vom SAS gestellt, wobei erwähnt sein muss, dass die besten Leute des Klubs wie Dr. Amstutz, Bern und Reuge, Zürich, nicht an den Konkurrenzen teilnehmen konnten. Auch alle übrigen Schweizer bis auf Roch waren grösstenteils untrainiert. Der SAS


wird es sich aiigelegen sein lassen, insofern er Unterstützung erhält, sei es von privater oder offizieller Seite, Traiiii~~gswocheii für seine Fahrer eitizurichten. Auf andere Art wird es uiimöglicl~ sein, die bis heute innegehabte Stellung der Schweizer Altademilcer, vertreten durch den SAS, festzuhalten. Iin koiniiienden Jahre wird die Konkurrenz eine noch viel schärfere sein, da Italien vorzügliche Mannschaften stellen wird. Die Italietier ltennen zum Teil unsere Techiiik und werden nicht verfehlen, durch uiiermüdliches Training zu grossen Leistungen zu gelangen. Der Kanipf zwischen Deutschland, Oesterreich, Italien und der Schweiz dürfte immer der spannendste bleiben. RESULTATE. I . LANGLAUF (gestartet I.

2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10.

Delago, Italien . . . . . Cristomaiiiio, Italien . . . Hauner Edgar, Tschechoslov. Ehlers Paul, Oesterreich. . Leubner Beniio, Oesterreich Roch Aiiclr4, Schweiz . . Lehiier Rudi, Oesterreich . Lantschner Otte, Oesterreicli Bühles Adolf, Schweiz . . Suhiier, Schweiz . . . .

. . . . . . . . . .

22

Teilneli~iier,aufgegeben

0.56.59 0.58.3 I 0.59.02 0.59.13 0.59.43 1.oi.02 1.o3.13 r .o5.52 1.07.03 1.07.26

2

Teilneliiner).

11. Hess Paul, Schweiz . . 12. Traut Walter, Oesterreich 13. Reuge Guido, Scliweiz . 14. Stricltler Jalt., Schweiz . 15. Duiiant Albert, Scliweiz 16. More11 Albert, Schweiz . I 7. Bross, Uiigarii . . . . 18. Daguet Romain, Schweiz i 9. Heller, Schweiz . . . . 20. d e Reff Jacques, Scliweiz

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

2. SLALOM (gestartet 35 Teiliiehiner, aufgegebeii 4 Teilnelinier). I . Amstutz Dr. Waltet., Sch\veiz 2. Leubner Beiino, Oesterreich 3. Re~igeGuido, Schweiz . . 4. Lantschiier Otto, Oesterreicli 5. Roch Andre, Schweiz. . . 6. Ehlers Paul, Oesterreicli . . 7. Delago, Italien . . . . . 8 . Büliler Rene, Schweiz . . 9. Meisser Chr., Schweiz . . 10. L'Orsa Fortunat, Schweiz . I I . Duiiant Albert, Schweiz . . 12. T r a u t Walter, Oesterreich . I 3. Crictomanno, Italieii . . . 14. Miliie W . I,, England . . . 15. Büliler Adolf, Scliweiz . . 16. Morell Albert, Schweiz . .

I. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

. 0.56 . 1.00 . 1.01 . r.or3i5 1.12'15 . I .1 2 ~ 1 5 . I .r 5 . I ,1675 . I . 17'/5 . 1.23'/a . 1.24'16 . I .2g1/5 . I .32'/5 . 1.33~15 . 1.35 . 1.36'/o .

17. Leliiier Rudi, Oesterreich . 1 8 a . Suhner, Schweiz . . . . I 8 b. Stricltler Jacques, Schweiz . 20. Barbey Olivier, Schweiz . . 21. Juge, Scl~weiz . . . . . 22. Coaz Albert, Scl~weiz . . 23. Bluiiscliy Mario, Scl~weiz . 24. Bross, Uiigarii . . . . . 25. Grand d'Hautville, Scliweiz 26. Heer Heiiiricli, Schweiz . . 27. Maurori Ceryll, Schweiz . . 28. Daguet Roiiiaiii, Schweiz . 29. Laiidolt, Scliweiz . . . . 30. Herliiann Franz . . . . . 3 I . Rostas, Uiigarn . . . . .

. . .

. . .

. . . . . .

. . .

3. ABFAHRTSRENNEN (gestartet 40 Teilnelitiier, aufgegeben 6 Teiliiehmer). I 200 111 Höheiidifferenz. Lantschi~erOtto, Iiinsbruclc . 12. I 6.4 10. T r a u t Walter, Iiiiisbruck . . Elilers Paul, Iniisbruclt . . . 12.33.I I I . Bühles Adolf, E T H Zürich . . Reuge Cuido, E T H Zürich . 12.41.2 12. Hess Paul, Bern . . . . . Leubiier Beiino, I~iiisbruclt. . 12.59.2 I 3. Cristoriiaiino, Italien . . . . Delago, Italieii . . . . . I 3.06.3 1 4. Suhner, E T H Zürich . . . . Rocli Andre, E T H Zürich . . 13.13.4 15. Juge, Zürich (Uiiiversität) . . Meisser Cllrist., E T H Z ü r i d ~. 13.17.0 16. Coaz Albert, Genf . . . . Dunant Albert, E T H Züric11 . 14.r 1.2 17. Daguet Roiiiain, Bern . . . Ainstutz Dr. Waltet, Bern . . 14.30.2 I 8. Lehner Rudi, Innsbruclt . . .

.

14.47.3 15.20.4 16.02.0 17.06.0 17.I I .r 17.56.3 18.43.2 I 9. I 2. I I 9. I 6. I


. . .

19.50.1

Barbey Olivier, Zürich (Univ.) Landolt, ETH Zürich . . . Heer, ETH Zürich . . . . Hermann Franz, ETH Zürich. Blunschy Mario, Zürich (Univ.) Lombard Augustin, Genf . . Grand d'Hautville, ETH Zürich

20.00.2

19. Bross, Ungarn . . . 20. 21.

22.

23. 24. 25. 26.

22.~0.0

23.00.2 23.34.2 23.44.2

4. SPRUNGLAUF . . 19.028 . . 15.333 . . 14.944 . . 14.833

Meisser Chr., Schweiz . . 2. Reuge Guido, Schweiz . . 3. Leubner Benno, Oesterreich 4. Roch Andre, Schweiz . . I.

21,23,3 2 I .34.I

27. de Reff Jacques, Fribourg . . 28. Maurons Ceryll, Fribourg . . 29. Strickler Jacques, ETH Zürich 30. Rostas, Ungarn . . . . . . 3 I . Schwarz Franz, ETH, Deutschl. 32. Jens, ETH Zürich . . . . . 33. Stutz Dr., Zürich (Universität) 34. Jauslin Helmut, ETH Zürich .

(gestartet 7). 5. Traut Walter, Oesterreich. . . 12.972 6. Lantschner O., Oesterreich . . 9.388 7. Dunant Albert, Schweiz . . . 9.249

GEWINNER DER SPEZIALPREISE: Wanderbecher Dr. Hcek (Langlauf): Delago, Italien. P. D. Arnold Lunn Becher (Abfahrt-Slalom): Lantschner, Oesterreich. Wanderbecher Universität München (Slalom): Dr. Amstutz, Schweiz. Wanderbecher V. Stockar (Abfahrt): Lantschner, Oesterreich. Wanderbecher Dr. Gurtner (Abfahrt-Slalom-Langlauf-Sprunglauf): Leubner, Oesterreich. Wanderbecher Sprunglauf: Meisser, Schweiz. Schweizerische akademische Skimeister: 1925 Mürren : Walter Amstutz. 1926 Pontresina: Walter Amstutz. 1927 Wengen : Guido Reuge. 1928 Engelberg: Guido Reuge.

Geländesprung von Friedrich Schneider, Stuben a./A.

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Photo: Dr. A . Fanck

1. SKIRENNEN

UM DEN ZÜRCHERHOCHSCHULBECHER. 21. Februar 1928. Von U. CAMPELL, C. A. C., ZÜRICH

Der vergangene Samstag vereinigte zum letzten Male vor Semesterschluss unsere Akademiker auf dem Stoss ob Brunnen zum Ski-Wettkampfe der Universität Zürich gegen das Polytechnikum. 15 Vertreter der E. T. H. und 6 Universitätler waren erschienen, um begeistert in Sprunglauf, Abfahrt und Slalom für ihre Hochschule um den Sieg zu ringen, der jenem Institute zuviel, das die drei besten Leute in der Kombination stellte. Um das Resultat gleich vorauszunehmen: das Poly, dessen nun bald traditionelle Überlegenheit noch durch eine bessere Auswahlmöglichkeit erheblich verschärft wurde, schlug die Universität mit 564:302 Punkten. Nicht das Resultat, sondern die geringe Beteiligung der Universitätler ist direkt beschämend, und es braucht wirklich einen akademischen Stoizismus, um sich trotz den internationalen Erfolgen der Kommilitonen nicht aus der Ruhe schütteln zu lassen; die Ehre eines einmaligen Besuches im Jahre hätten die skifahrenden Studenten ihren erfolgreichen Kameraden schon erweisen dürfen, besonders da ja in der Kategorie B der Tourenfahrer auch den Anfängern Erfolgschancen gesichert waren. Was für ein Sportgeist jedoch die Anwtsenden beseelte, bewiesen sie damit, dass schon nach zweistündiger Arbeit sich ein mächtiger Sprunghügel


Photo : Dr. A. Fonek

aus den Flanken des Klingenstockes reckte. Und wenn auch die anwesenden Mediziner die ganze Einrichtung anfangs als beinbrecherisch, die misstrauischen Juristen den Sockel direkt als dolos bezeichneten, so behielten diesmal die Ingenieure recht, die im Vorgefühl ihres Berufes unbeirrt Schneeblock auf Schneeblock schichteten, schaufelten und berechneten, so dass auf einer wirklich famosen Anlage unter dem encouragierenden Lächeln der Sprungrichterin, Frl. Page, Cham, programmgemäss um 3 Uhr nachmittags der Sprunglauf beginnen konnte. Die Anwesenheit norwegischer und holländischer Studenten gab natürlich dem diesjährigen Springen eine ganz besondere Note. Roch verlor leider seine Aussichten durch einen allzukühnen Sprung, bei dem er, die ganze Anlage überfliegend, in der Ebene landete, so dass er natürlich in die Piste gehen musste. Verdienter Sieger wurde der sehr stilvoll springende Norweger Eyde bei einer Gesamtsprungweite von 71Metern mit Wertung von 2 Sprüngen, während sich sein Landsmann Platon und Roch mit wenig Rückstand in den zweiten Rang teilten, vor Dunant (ETH). Strickler (ETH) überraschte als Sieger der Kategorie B, die Universitätler Ulrich und H. Hotz auf die nächsten Ränge verweisend, die immerhin bewiesen, dass auch Tourenfahrer 20 Meter stehen können. Der Slalom vom Sonntag vormittag über eine Höhendifferenz von IOO m, für dessen Kontrolle sich die HH. Bürgin und Zahner, N. S. K. Z., in sportlicher Weise zur Verfügung stellten, bewies wieder einmal die erfreulich hohe

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Technik der Fahrer des Schweiz. Akad. Skiltlubs. Hier ist es, wo die wirkliche Geschicltlichkeit auf den langen Brettern ihre Triumphe feiert. In wunderbar fliessender Fahrt auf dem brettharten Harst erledigte der akademische Weltmeister Roch die Strecke ganz überlegen in 38 Selt., hinter ihm L'Orsa niit 41.8 Selt., Goumoens (ETH) und Campell (U), während Caprez mit 49.8 Sek. die beste Zeit der Kategorie B erreichte, dichtauf Stricltler und der Holländer Sauter, alle ETH. Schon uin 11 Uhr entliess der Starter unterhalb des Klit~geilstocltgipfe1s die ersten Fahrer zum Abfahrtsrennen bis Alpstübli, wobei die Streclte bis auf einige wichtige Durchgänge freigegeben war. Tief über die Skimitte gekauert passierten fast alle sehr geschicltt in höchster Schussfahrt die unangenehmen Ubergänge vom blanken Eis in den Pulverschnee und wenn auch hie und da die stolze Fahrt mit schlimmen Stürzen endigte, so Itarn doch jeder letzten Endes wieder auf die Beine und fegte weiter mit einer Schneefahne am Rücken. Trotz den im obern Teil sehr schweren Verhältnissen durchfuhr der ausgezeichnete Goumoens (ETH) die 500 in Höhendifferenz in 5 Min. 10 Sek.; 36 Sekunden schneller als Roch, gefolgt von L'Orsa, Campell und Dunant. Der Holländer Luymes (ETH) stellte mit 7 Min. 30 Sek. in Kategorie B die Bestzeit auf, vor Caprez mit 7.53 und H. Hotz (U). Wenn auch keine zwei Dutzend Hochschüler am diesjährigen Rennen teilnahmen, so bewies doch ihre Qualität, dass der Schweiz. Altad. Skiltlub rüstig seinetn Ziele zugeht, nämlich dem akademischen Skisport von Anfang an einen schweizerischen Stempel aufzudrücken. Es gehört ja wirklich eine eidgenössische Gutniütiglteit dazu, ohne jedes Gegengewicht den Nordländern Läufe zu servieren, die für diese atn denkbar günstigsten sind. Das zeigte peinlich deutlich nicht nur St. Moritz, sondern auch die in der öffentlichen Meinung etwas stiefmütterlich behandelte Studenten-Olympiade von Cortina, wo der erste Schweizer im Langlauf Zwanzigster wurde, auch im Springen uns die drei ersten Plätze an Norweger verloren gingen, aber in der Kombination von Abfahrt und Slalom gleich die vier ersten Plätze der Weltmeisterschaft von Zürcher Akademikern besetzt wurden. Da braucht es wahrhaftig keine Spürnase, um herauszufinden, dass unsere Stärke itn alpinen Geländefahren liegt und nicht im leichtathletischen Cross Country auf Skiern, das der Langlauf nun einnial darstellt, welcher selten vom besten Skifahrer gewonnen wird, sondern von dem, der sich in der Ebene mit seiner Arinltraft am schnellsten vorwärtsschiebt und bergaufrennt in einer Art und Weise, die dem natürlichen Skifahrer direkt ins Gesicht schlägt. Und trotzdem brachte inan es fertig, sich im SSV z u fragen, ob der Slalorn zu einer schweizerischen Meisterschaft gehöre ! Die glänzenden Erfolge unserer Mannschaft haben uns diesmal recht gegeben. Der Zürcher Hochschulbecher war ein Schritt vorwärts in dieser Richtung und in dieser Hinsicht ein voller Erfolg! Heil SAS!


Resultate der Rennen auf dem Stoss: KATEGORIE A Eyde Haken (24 m, l채ngster Sprung) 2. Roch Andre Slalom : I . Roch Andre 38 Sek. 2. L'Orsa F. 4 1 3 Sek. Abfahrt: I . V. Goumoens Fritz 5'10'' 2. Roch Andre 5'46" KATEGORIE B Sprung: I . Strickler H. J. 19 m 2. Ulrich A. Slalom : I . Caprez 4 9 3 Sek. 2. Strickler 50 Sek. Abfahrt: I . Luymes 7'30" 2. Caprez 7'53" Kombination A: I . Roch, Andre 232 Punkte Kombination B: I . Strickler, J. 233 Punkte Hochschulbecher: I . ETH (Roch, L'Orsa, Dunant) 564 Punkte 2. Universit채t (R.Lund H. Hotz, Campell) 302 Punkte Sprung:

I.

Photo : W. Bonomo

Auf in den Arlberg ! V. I. 11. r.: D'Egville, Dr. Amstutz, Maitland, Bracken, Proctor, Richardson


DER ARLBERGER KANDAHAR-BECHER. Von Ing. RUD. GOMPERZ (Ski Klub Arlberg).

Mit grosser Freude hatte der Ski Klub Arlberg den Vorschlag Arnold Lunn's aufgegriffen, zur Hebung der Abfahrtstechnik eine Lanze einzulegen, weil ja gerade unsere Skischule die mühelose, sichere und rasche Abfahrtstechnik begünstigt und fördert. Noch grösser war unsere Freude, als uns der Kandahar Ski Klub einen alljährlichen Becher für diesen Wettkampf stiftete. Und als dann der internationale Skikongress am 16.Februar in St. Moritz die Durchführung von solchen zusammengesetzten Slalom- und Abfahrtsläufen nach englischer Art international probeweise durchzuführen empfahl, da freuten wir uns mächtig - Arnold Lunn strahlte aber übers ganze Gesicht und seine Siegestelegramme nach Mürren und London hemmten den ganzen Telegraphenbetrieb des Oberengadins. Weniger Freude hatten die Norweger, denen diese Läufe nicht liegen, und einer sagte am Abend im Hotel: ,,Kein Mensch hat dem Skisport so viel geschadet als dieser Mr. Lunn". Dieser aber hörte es und sagte andern Tags am Olympiahügel zu mir: ,Very good, isn't it? I hope they'll put that on my grave". Am anderen Tage aber, als die Teilnehmer am Skikongress in fröhlicher Fahrt, mit der Eisenbahn natürlich - denn Skikongressteilnehmer fahren über beschneite Alpenpässe immer mit der Bahn! - über Bernina nach Alp Grüm fuhren, konnten wir ihnen bereits die gedruckten Einladungskarten zu unserem Arlberger Kandahar-Rennen überreichen. ,,Fixe Arbeit, bei Euch im Tirol" meinte Kapt. Oestgaard, Norwegens Skiforbunds-Präsident. Kandahar nannte uns kurz nachher einige seiner Mitglieder, Damen und Herren, als Teilnehmer für diesen ersten Wettlauf am 3. und 4. März, und da herrschte am Arlberg eitel Freude und Wohlgefallen. Nur der Schnee herrschte nicht sehr imponierend am Arlberg, als die Zeit für den Wettlauf gekommen war, aber etwa 150 Meter oberhalb St. Antons lag doch noch alter und tiefer Schnee in genügnnder Menge, nachts steinhart gefroren, tagsüber als guter führender Firn, sodass wenigstens die Grundlage für den Hartschnee-Slalom gegeben schien. Als Schiedsrichter waltete Herr d'Egville unterstützt von unserem Hannes Schneider und Walter Bernays, denen sich einige eifrige Jünger unserer Skischule anschlossen, sodass die Streckenwahl wenig Sorge bereitete. Oben am Haberi-Eck markierten die Herren einen schönen Slalom, der zweimal gelaufen wurde. Den grossen Abfahrtslauf sollten wir erst mit gemeinsamem Start oben vom nördlichen Vorgipfel des Galzigg weg durchführen, aber dann wehrten wir uns dagegen, in der Annahme, dass ein ~ a s s e k s t a r tbei vielen gleichwertigen Teilnehmern doch recht gefährlich werden könnte. Und Unglücksfälle soll man vermeiden, sie schaden dem Sport. Einige Kandahar-Herren schienen unsere Vorsicht etwas spöttisch zu betrachten. Aber es war gewiss nicht Mangel an Schneid, der uns gegen den Massenstart Stellung nehmen

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Photo : Dr.

E . Motliies

Slalom F. Schneider

B. Leubner

liess. Schneid haben unsere Leute oft genug bewiesen. Es galt auch Schneider's guten Ruf als vorsichtiger Wettlauf-Arrangeur zu wahren. So einigten wir auf den Hindmarsh-Start und liessen diesen Vorlauf als dritten Lauf des Tages gegen Abend durchführen. Seine Ergebnisse freilich zeigten, dass er geradezu undurchführbar war. Der 3. März war ein schöner, milder Vorfrühlingstag; einige Hundert herzlich interessierte Zuschauer stapften über den Harsch bergan in jene weite Schneemulde unterm Haberi-Eck, wo der Slalom ,,gesetztn worden war. Und die Teilnehmer waren eine ganz prächtige Auslese tüchtiger Sportleute. Die Wettläufer stehen nun alle oben, die Zuschauer sind auf die ganze Strecke malerisch verteilt, die Sonne brennt warm herab, die Gipfel winken und nur hie und da fächelt ein Lüftchen der Abkühlung über die erhitzten Stirnen. D'Egville und Schneider stehen frei sichtbar gegen die Schneeberge auf einem kleinen Köpfchen, neben ihnen unser Mallaun mit der Klubfahne als Startflagge. ,,Readyn ruft von oben d'Egville, ,,readyn rufen am Ziel Mr.Bracken und Gomperz, dann senkt Mallaun die Flagge, die Zielrichter lassen die Stopuhren einspringen - und schon sieht man oben eine Gestalt durch die obersten Tore flitzen, in scharfen Wendungen kommt sie herab, verschwindet für Sekunden hinter einigen Bäumen in der ,,Schneisen, rast dann auf die ,,Wendeo zu, windet sich durch diese, fliegt in eine Mulde hinab, wieder durch zwei Tore, dann quer durch den breiten und tückischen Zielgraben, in starkem Schwunge und gezogener Traverse auf die Zielpfosten zu. Knax - machen zwei Stopuhren, eine schreibende und eine springende - 57 Sekunden rufts hinauf, ,no penalties?". Meist wird abgewunken, dann also 57 seconds. Und ,,readyn hallt es wieder von oben und ,/ready" als Echo hinauf - und los geht das Spiel von neuem. Die Ergebnisse der einzelnen Läufe sind in 5

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der Ergebnistafel vereinigt, so mag nur bemerkt sein, dass sehr gut gelaufen wurde, besonders auffallend gut voti den Eitlheimischen, welchen die ganze Laufart, Bewertung und Anordnung fremd und uilgewohtlt war. Unter unseren Eitiheimischen sind einige Berufssltilehrer, die der strenge Kritiker als Berufsläufer ansprechen würde. Sind sie vielleicht gegenüber den „reinenu Amateuren irgendwie iin Vorteil? Wir glauben nicht. Der Amateur itn reinsten Sinne hat jedenfalls mehr freie Zeit zum Training, er kann ganze lange Abfahrten durchlaufen und so das Stehvermögen besser üben. Die Sltilehrer müssen auch mit den besten Schülern oft stehen bleiben, und dann haben sie selten soviel freie Zeit, um für sich allein zu üben, oder sie sind e und finden nicht die vom ewigen Herumstehen auf dem ~ b u n g s ~ l a t zfaul Energie, um in der kärglichen Freizeit nun ernsthaft auf Tempo zu trainieren. Wenn wir am Slalom selbst etwas kritisieren wollten, so sei es höchstens dies, dass bei der ,,Wende" die Flaggen so hoch sein sollten, utn es den Läufern unmöglich zu machen, das Umspringeil durch Beinhebetl z u vermeiden. Und weriil wir uns eine Kritik der Fahrer erlauben dürfen, so erschien es uns, dass die Engländer mit zu wenig Vorlage, die Knie z u wenig vorne und mit den Armen zu hoch in der Luft fuhren, besonders die Damen. Natürlich von unserem Arlberger Standpunkte aus gesehen. Nach einstündiger Pause, und nachdem der Schnee nun ziemlich firnig und führig geworden war, ging es an den zweiten Slalom über die gleiche Strecke, wobei im allgemeiilen noch etwas rascher als am Morgen gelaufen wurde. Und dann mussten die Teilnehmer nochmals hinauf, sogar etwas höher als bei den ersten Starts, um den Hindmarsh-Start zum grossen Abfahrtslauf am anderen Tage zu erledigen. Die hierbei gelaufenen Zeiten sind wieder hervorragend. Die Bestzeit lief Leubiler Benno mit 1.02~/5;innerhalb einer Minute nach ihm kamen ein: Salcher ool,'o, Schneider Friedr. o~'/u, Lantschner O t t o 03~/5, Stricker 03'ij, Bracken 05~/5, Fritz o8'/5, Leubner Hugo 10, Dr. Neyer ro2/a, Dr. Amstutz 11, Ober 12'/5, Alois Schedler 1zY5, Resch 13'/5, R. Matt 16, Faul Ehlers 16'/5, Rybizka 21, Jochum 22'/5, Weimanii 25'15, Schranz 304/5, Hermann Schedler 3r4/5, Richardson 36'15, Maitland 38, Würnsberger 38'/3, Frau V. Stein 48, Miss Elliot 53'/5, Miss Sale-Barlter 57'15 und Herr Hoesch in 59'15 Seltutldeii nach dem Ersten! Das wäre arn andern Tage dann genommen doch ein Massenstart geworden, nur mit der Erschwerung, dass es kaum möglich sein dürfte, so viele Läufer in kleiristeil Zeitabständen von Fünftelsseltuilden aufzustellen, bezw. abzulassen. Der Hindinarsh-Start hätte also entschieden beträchtlich länger als diese Strecke sein müssen, die etwa I km mit gut 200 Metern Höhenunterschied betrug. Darum liessen wir am andern Tage die Läufer in Abständen von je 30 Sekunden los, in der Reihenfolge freilich, in welcher sie den Vorlauf gewonnen hatten, sodass dieser nur dazu diente, die Startfolge z u regeln. Ich glaube kaum, dass der Wettlauf durch diese Zeiteinteilung viel an Interesse

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Photo: M. Amstutz

Gw채chtensprung Walter Amstutz


verloren hat, die Begeisterung jedenfalls, die er unter den Zuschauern - aber auch unter den Teilnehmern - erweckte, war gross und ehrlich. Es war jedenfalls ein prächtiger Erfolg der schönen Idee, und er wird sicher Früchte tragen, wenn man daran geht, ihn immer besser auszuarbeiten und zu vervollkommnen. So steigen denn am 4. März die vielen Teinehmer, Starter und HilfsPersonen am Vormittag über St. Christof auf den Galzigg hinauf, wo nach fröhlichem Treiben der Start in der Mittagsstunde vor sich geht. Unten beim Ziel, 700 Meter tiefer warten die Zielrichter Mr. Bracken und Gomperz am Dcngert mit einer Fülle interessierten Publikums, die uniformierte Dorfkapelle lässt ihre fröhlichen Weisen in dis Luft hinausklingen - ein recht froher sportlicher Festtag! Und nun kommen sie daher, die Kanonen in sausender Fahrt, sicher und schneidig, einer nach dem anderen, in ununterbrochener Folge. Kaum werden die Intervalle gegen Schluss zu grösser, die Spannung jedenfalls lässt nicht nach, bis alle beisammen sind; und die kundigen Thebaner, welche sich auf der Strecke postiert haben, wissen nachher Interessantes zu erzählen. Friedrich Schneider's Bestzeit mit 5 Min. g1/5 Sekunden ist edenfalls ganz hervorragend, wir hatten für den Besten 6'/2 bis 7 Minuten geschätzt. In Wirklichkeit haben 7 Mann weniger als 6 Minuten benötigt, und 14 Mann weniger als 6'12 Minuten! Und die Strecke war doch gut 4'1s km lang und hatte ein Gefälle von reichlich 700 Metern! Will man nun die Bewertung und die Technik dieser scharfen Abfahrtsläufe näher ins Auge fassen, so wird die Sturz-Frage immer heikel sein. Absichtliche Stürze haben den Vorteil, auch wenn sie zunächst Zeitverlust bedingen, die Muskulatur - wenn auch nur für einen Moment - zu entspannen, abgesehen davon, dass sie die Richtungsänderung oft erleichtern.') Wir wollen aber doch mit diesen Abfahrtsläufen nicht allein eine besondere Renntechnik züchten, sondern dem Ideal eines jeden Skiläufers zustreben eine Tour möglichst sturzfrei, möglichst elegant, mühelos, zweckmässig und dabei möglichst rasch zu bewältigen. Ein Sturzverbot zu erlassen wäre schwer durchführbar, weil es nicht leicht sein wird, geeignete Kontrollposten aufzutreiben, sie richtig aufzustellen und die Tatsache des Sturzes einwandfrei zu kontrollieren, besonders wenn viele Läufer rasch hintereinander fahren. Sturz wäre dann festzustellen, wenn der Körper oder ein Körperteil den Schnee berührt (touchieren). Vielleicht wäre ein Vorschlag Capt. Hordern's geeignet, ausprobiert zu werden, welcher einen Sturz zulassen will, im übrigen aber Sturzfreiheit durch einen Zeitabzug prämiert. ManJie Leute werden ihre Skier gerne stumpf wachsen, um weniger Fahrt zu haben, dem könnte man durch Einlegen einiger flachen Teilstrecken entgegentreten, auf welchen der Läufer mit stumpfen Skiern zu viel Zeit ') Dagegen ist einzuwenden, dass Stürze auch ermüden, sowohl körperlich als auch geistig. Schriftleitung.


verliert.]) Auf Touren wird tnan jedenfalls immer gerne glatte Ski benützen, urn auf den itnmer vorltommenden längeren flachen Strecken genügende Fahrt z u haben. So hat uns dieser schöne Lauf erfreuliche, bleibende Eindrüclte hinterlassen und für sein Ziel, die Förderung der Abfahrtstecl~nil~durch Itombinierte Slalom- und Abfahrtsläufe, mächtig geworben. Andere Vereine und Körperschaften werden nunmehr auch in Oesterreich und Süddeutschland für die Idee weiterwerben und so eine Lanze dafür einlegen, dass unsere Besten nicht ihr ganzes Können darauf verwenden, für die internationalen (sprich norwegischen) Lang- und Dauerläufe allein z u traiiiiereil. Wir aber vom Slti Klub Arlberg wollen dafür sorgen, dass unser jährlicher Arlberger Kandahar-Lauf itnrner besser durchgeführt wird, und wir wollen dem Kandahar-Klub für seinen schönen alljährlichen Becher herzlich danken dadurch, dass wir alles tun, was wir vermögen, urn seine schöne Idee in immer weitere Kreise der Ostalpen zu tragen. Sie ltommt ja der Gesamtheit der Sltiläufer zugute! ZUSAMMENGESETZTER LAUF UM DEN ARLBERGER KAND AHAR-BECHER am 3. und 4. März 1928 veraiistaltet voiii Ski-Klub Arlberg, uiiterstützt voll den Herreii des Kandahar Ski-Klubs. Laufzeiten u n d Laufiioten iiacli den englischeii Regelii. Geordnet iiach den Eiidnoten iiii Z.-L. Die Laufzeiten der beiden Slaloms sind in Sekuiideii und Zelintelselturideri, die des grossen Abfahrtslaufes iii Minuten uiid Sekunde11 angegeben. An deii Slalomläufen nahmen von 45 Genannten 33 bezw. 31 Persoiien teil, am Abfahrtslauf - etwa 4,5 kill lang uiid über 70s 111 Abfalirt - 36 Personeii. Aus Platzinaiigel Itöniien leider iiicl3t alle Resultate wiedergegebeii werden.

I Leubiier Beniio, Ii~iisbruck . . Schiieider Friedr., Innsbruclt . . 3. Salcher Hubert, Iiinsbruclt . . 4. Braclteii Bill, Eiigland . . . . 5. Amstutz, Dr. W., Scliweiz, SAS 6. Elilers P., Innsbruck. . . . . 7. Fritz Rud., Stuben . . . . . 8. Schedler Alois, Oberstdorf . . 9. Stricker Franz, Tarrenz . . . 10. Lantscliiier Otto, Innsbruck . . I I . Leubrier Hugo, Iiiiisbruclt . . 12. M a t t Rudolf, St. Anton . . . I.

2.

. . . . . . . . . . . .

57~4 56~4 64,o 61,4 65,2 65,4 6518 63,o 65,8 72,o 653 67i2

49,50 53,6 50P3 61,o 4 4 ~ 8 61,4 4607 59,o 43,28 55,4 43,16 56,6 42,90 57,4 44,79 58,4 42,90 57,O 39,18 63,0 42,90 61,o 41r97 63r4

5 0 W 5,20,0 9 6 7 43,93 5,09,2 1m,o 43,79 5,426 94,91 45,41 5,49,6 8653 48,71 5,53,6 87,62 47,85 6,m,2 85,96 5,58 86,64 80,13 46,20 6,26 47,m 6,28 79,62 42,53 5,54 87,42 80,79 43,93 6 2 3 79,14 42,40 6,3I

196,20 I93,93 182,78 180,ol 178,91 176,97 176~22 171~12 169,52 169,14 167~62 163r51

') Diese flacheren Strecken solleii dann aber imilierhin von solcher Neigung sein, dass sie den Charakter eines reineii Abfahrtslaufes nicht störe~i. Schriftleitung.


UNSERE EHRENMITGLIEDER. I.

ARNOLD LUNN.

Wenn Arnold Lunn auch nicht zu den Gründern unseres Klubes gehört, so hat er doch zur Gründung des SAS wesentliches beigetragen: Er war der spiritus rector des ersten Anglo-Swiss Rennens, das für die Entstehung des SAS ausschlaggebend war. Kurz nachdem unser Klub aus der Taufe gehoben wurde und noch keine zehn Mitglieder zählte, trat Lunn dem SAS bei; er gehört somit zu seinem eisernen Bestand. Wohl jeder der sich je ernstlich um das Skifahren interessiert hat, kennt den Namen Arnold Lunn. Wir müssten ein ganzes Buch schreiben, wollten

Arnold Lunn

wir all seine zahlreichen Verdienste um den Skilauf aufzählen. Wir können uns an dieser Stelle nur zusammenfassend ausdrücken: Lunn ist der Vater der Abfahrts- und Slalomrennen und als solchen haben wir ihn zu unserem ersten Ehrenmitglied gewählt (1925). Wohl viele sind vor ihm und mit ihm für die internationale Anerkennung dieser Läufe eingestanden, aber niemand hat die Idee so hartnäckig und erfolgreich verfochten und niemand hat über den Slalomlauf so Grundlegendes geschrieben. In englischen Skikreisen nimmt Arnold Lunn eine führende Stellung ein: Er ist Vize-Vorsitzender des Ski Club of Great Britain und Präsident seiner

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Technischen Kommission, Mitgründer der Alpine und Kandahar Ski Clubs und zählt sich zu den Ehrenmitgliedern namhafter Ski- und Bergvereine (G. H. M., G. S. M., Oxford University Mountaineering und Ski Clubs, British Ski Jumping und Langlauf Clubs). Als alpiner Skiläufer gehört Lunn zu den Pionieren. Seit 1892 verbrachte er fast ohne Ausnahme den Sommer oder Winter in den Alpen. Trotz einer gefährlichen Fussverletzung, die er sich bei einem Absturz in Wales zuzog, durchstreifte er jährlich Berner Oberland und Wallis im Spätwinter und Frühjahr und bestieg zahlreiche Gipfel als erster mit Ski. Im Roberts of Kandahar Lauf, einer der grössten englischen Abfahrtsläufe, ging Lunn vor Jahren als Sieger hervor. Wohl hinderte, nicht aber verhin-

Alexander Keiller

derte seine Beinverletzung eine weitere Renntätigkeit. Noch vor zwei Wintern schlug er in einem Kandahar Rennen namhafte Gegner! Viele meisterhafte Werke verdanken wir der gewandten Feder Lunn's : Guide to Montana; Oxford Mountaineering Essays; The Englishman in the Alps; The Harrovians; Ski-ing; The Alps; Was Switzerland pro German; Loose Ends; Auction Piquet; Cross Country Ski-ing; The Alpine Ski Guides (Bernese Oberland); Alpine Ski-ing; Roman Converts; Ski-ing for Beginners, Editor Georgian Stories; Beitrag zu Mountain Craft; etc. Sein Buch ,,The Mountains of Youth" gehört zu der klassischen alpinen


Literatur und durch seine letzte umfangreiche Publikation ,,A History of Skiing" rückt Lunn in die ersten Reihen alpiner Historiker. Seitdem Lunn das Rauchen aufgegeben hat - so heisst es wenigste~~s in offiziellel-i Kreisen - wurde er auch zum Ehrenmitgliede des British Langlauf Club gewählt. Doch gilt von jeher der Satz: Die Su~iimealler Laster ist ltonstant. Obschon es in Norwegen heisst, L~rnnhätte als Protnotor des Abfahrts- und Slaloinlaufes dem Sltisport unsäglich geschadet, hoffen wir gleichwohl, dass sein grösstes „Lasteru in Zukunft noch grösser werde. Lunn's Beiträge zum Abfahrts- und Slalotnlauf haben wir im SAS lärigst als wissenschaftliche Thesen gewürdigt und witzige Zungen haben den eiltsprechenden Klubtitel geprägt : P.D. S.H. h. C. Arnold Lunn, SAS (Privatdozent, Schneehase honoris Causa A. L. SAS) So hoffen wir wird er einst (aber noch lange nicht!) zu seiilen und zu unsern Ehren auf seinem Grabstein heissen. . . . 2.

ALEXANDER KEILLER.

Vor 23 Jahren hat Alexander Keiller erstnlals die Ski an seine Füsse geschilallt; seither ist er ihr begeistertster Jünger; solange man in Schottland, Norwegen und der Schweiz Schnee finden Itann, ist Alexander Keiller dabei. Seine zweite Heiinat ist heute das winterliche Engadin, das er über alle Massen liebt. In den eiiglischetl Skigilden ist Alexander Keiller seit langem ein unersetzliches Mitglied. Jahrelang hat er dem Slti Club of Great Britain als Seltretär und Quästor treffliche Dienste geleistet. Heute ist er U. A. sein verdienter Vizepräsident und Seltretär der Technischetl Komtnission und Mitglied des Vorstandes des Alpine Ski Club. In Ai~erkei~nung seiner selbstlose~.iDienste haben ihn viele Ski Clubs zum Ehrenmitglied erhoben, so der Oxford University Ski Club, der Kandahar Ski Club, der Eagle Slti Club of Maloja und der Ski Club Alpina, St. Moritz. Keiller war stets der Schutzpatron der Lang- und Sprungläufer. Schon vor dem Kriege sprang er knapp an die 30 Metermarlte an der Julierschatlze. Seither hat er unentwegt gearbeitet, um dein ltoi~servativen Briten auch die norwegischen Disziplinen des Sltilaufes beizubringeil. Der British Ski Juinping Club und der British Langlauf Club, beides wachsende Organisatioileil, sind seiner Initiative entsprungen. Trotzdem hat Alex. Keiller auch dem eingefleischten Abfahrtsläufer gegenüber nie seine Sympathien versagt. W o es galt einein Ski Club auf die Beine zu helfen ist Keiller eingespruilgen. Als wir noch mit unseren Kinderkrankheiten zu tun hatten, ist er mit Rat und T a t beigestanden, da er die Idee eines Schweizerischen Altadenlischeil Skiklubs für glücklich hielt. Bei der Organisation der zweiten Interrlatioilalen Universitäts-Skiwettkätnpfe hat er uns unersetzliche organisatorische Dienste geleistet, dass wir uns veranlasst sahen, sie mit der Ehrenmitgliedschaft zu vergelten (1926).


Als britischer Vertreter amtierte Keiller bei den Olympischen Winterspielen in s t . Moritz und wurde an den 10. Kongress der F.I.S. und in die Subltommission des S. S. V. delegiert. Für den SAS ist es eine grosse Genugtuung, einen Fachmann der skandinavischen Skischule, der auch für unsere Bestrebungen eintritt, zu den Ehrenmitgliedern zählen zu dürfen. Dies um so mehr, als man sich erzählt, dass er seit der Wahl in unseren Klub noch nie ohne die goldene Nadel des SAS gesehen worden sei.

Dr. Henry Hcek

3. HENRY HCEK.

Es war eine glückliche Idee, Dr. Henry H e c k für die ersten Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfe als obersten Schiedsrichter zu gewinnen. Als Sohn eines holländischen Vaters, einer irischen Mutter, als nationalisierter Deutscher, als ehemaliger deutscher Langlaufmeister ( I ~ o I ) als , dreimaliger Meister des Ski Klub Schwarzwald und als gewichtiger Befürworter des Abfahrtslaufes, war er zum Internationalen Schiedsrichter unserer Wettkämpfe wie gemacht. Seine Person bedeutete für die Veranstaltung nach aussen eine volle Verbürgung des Gelingens und für uns gewissermassen eine Rückversicherung! Das Können, die Erfahrungen und das taktvolle Auftreten Dr. Hceks hat uns denn auch über alles Improvisierte hinweggeholfen. Als daher Henry Hcek bei den zweiten Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfen unser höch-


stes Schiedsrichter-Amt wiederum willig übernahm, wählten wir ihn als kleines Zeichen des Dankes und in Anerkennung seiner grossen Verdienste um den Skilauf zu unserem Ehrenmitglied (1927). Nicht ohne ihn zu beneiden hören wir von Henry H e k s vielseitigem Schaffen - ein Leben voll Romantik und Abenteuer, seltsam, aber kunstreich! Er ist Jäger, Reiter, Fischer, Fussballspieler, Tennisspieler, Hochtourist (Erstersteiger mit Hilfe der Skier des Finsteraarhorns, Dammastockes, Mönchs, Wetterhorns, Strahlhorns, etc.), Skifahrer, Forschungsreisender (Anden, Südamerika), Geologe, Metereologe und Schriftsteller. Von seinen vielen wertvollen Veröffentlichungen, die ja wohl den meisten geläufig sind, seien nur erwähnt: ,Der Ski und seine Benittzung" (ein grosses Lehrbuch), ,Wie lerne ich Skilaufen" (ein kleines Lehrbuch), ,Winke für Skiläufer", ,,Wege und Weggenossen" (Novellen in der Ichform), ,,Dir.." (Ein Band Lyrik), ,,Das zentrale Plessurgebirge" (geologische Untersuchungen), ,,Wanderungen und Wandelungen", ,,Ueber Berg und Bergsteigen", ,,Modeme Wintermärchen", ,,Schnee, Sonne und Ski", ,,Wetter, Wolken und Wind" (ein pop~rläresWetterbuch ohne Fremdworte), ,,Sport, Sporttrieb, Sportbetrieb", ,,Wanderbriefe an eine Frau", ,Aus Bolivia's Bergen", ,,Berg- und Wanderlieder", ,,Skifahrten im südlichen Schwarzwald" (Führer), ,,Skifahrten der Lenzerheide" (Führer), „The best Ski Tours of Davos" (Führer) U.a. m. Aber lassen wir lieber Hceks gewandte Feder über sich selber erzählen: ,Seltsam sind die Zufälle im Leben des Menschen. Weil meine Eltern ihre tropische Malaria austreiben wollten, wurde ich am 17.März 1878 in Davos geboren. Fünfzig Jahre später beging ich das ,,Jubiläum" in Davos mit einer Besteigung des Gletscher-Ducan - unabsichtlich. ,Als Sohn eines immer reisenden holländischen Vaters und einer irischen Mutter liegt mir das Wandern wohl im Blut. Vielerlei Formen hat dieser Trieb angenommen - ich war Jäger und Fischer, Flieger, Ballonfahrer, Autotourist und Radler, Alpinist und Skiläufer - letzteres z u einer Zeit, in der der Mitteleuropäer den Wintertouristen nur als Narr gelten liess. ,Vom Jahre 1894-1900 war der Schwarzwald meiner Freunde und mein Uebungs- und Tourengebiet: Köstliche Zeiten der Erlebnisse und der Abenteuer, der Freude und der Dummheiten voll! Erst von den Norwegern lernten wir eine gewisse ,Technikn - erst in Norwegen und Schweden lernte ich später Skilaufen. ,,Lange schon bevor wir - im heutigen Sinne - laufen konnten, zog es meine Kameraden und mich in die Alpen. Manche Erstlingsfahrt ist uns gelungen -- nie werde ich die Gefährten dieser Touren vergessen: Oscar Schuster, Fr. Reichert, W. Schiller. .Rückblickend muss ich gestehen, dass wir ein fast unbeschreibliches Glück hatten. Im Traum sträuben sich heute wohl noch gelegentlich die Haare, wenn ich im Kreise von Freunden Abends von den Erlebnissen auf diesen Fahrten berichtete. Am tollsten war vielleicht ein Versuch zu zweien im Schneesturm den Mont Blanc zu besteigen.

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,,Besonders in den Anfangsjahren des werdenden Skilaufs habe ich viel Ăźber den Sport und seine praktische Auswertung geschrieben. Das ,,GeltungsbedĂźrfnis" des jungen Menschen hat dabei sicher eine Rolle gespielt. Sei dem wie es wolle - ein wenig habe auch ich wohl beigetragen an der schnellen Ausbreitung des schĂśnsten Sportes. Das werden mir dereinst vielleicht auch die zugeben und zu Gute halten, denen die ganze Art meiner Entwicklung und meines Lebens nicht passt."

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Photo: F. Wittwer

Geinsen im Kiental


ABFAHRTS- UND SLALOMLAUF UND DAS INTERNATIONALE RENNPROGRAMM. OFFENE BRIEFE AN DEN SAS

Gau München des Bayer. Ski-Verbandes E. V. Mit grossein Iiiteresse las ich lcürzlicli, dass Ihr Jalirbucli eiii ,,Buch der Abfalirt" werdeii solle. Das veranlasst iriich, a u f uiisere erste sportliche Berühruiig zurücltzulcoiiiiiiei~. Sie werden sicli iiocli eriiinerii, wie Iiartnäclcig meiii Freund Woeriier uiid ich bei deii ersteii Iiiteriiatioiialeii Akadeiiiischen Ski-Wettlcänipfeii für deii Laiiglai~feingetreten siiid. W i r freuen uiis, dabei Erfolg gehabt z u haben. Aber wir iiiüsseii zugleich gestehen, dass durch den I<oiinex iiiit Illiien zunächst bei uiis persöiilich gewisse Vorurteile gegeii den Slaloiii als \~ollwei-tigeWettlaufart zerstört worderi siiid uiid dass Sie mittelbar z u Urheberii des ersteii Slaloiiis des Bayer. SJci-Verbaiides geworden sind, der a u f uiisere Anregung ain 28. März 1928 durchgeführt wordeii ist. Hier iii Müiichen vergibt der Slci-Gau München seit: laiigeiii seine höcl~stesportliche Auszeicliiiung, die ,,Goldene Medaille", iiicht - wie es bei deii Meisterschafteii der Fall ist, - für die zweifaclie Koinbiiiation, sonderii für clie dreifaclie Koinbii-iatioti aus Spruiig-, Laiiguiid Abfahrtslauf. W i r versucheii gern die norwegische Traditioii iiii Sprung- und Laiiglauf z u iiützeii und a u f ilir weitei-zubauen; wir tnusseii aber für uiiser alpines Geläiide frei voiii iiorwegisclieii Vorbilde uiid aucl~gegeii norwegisclie Aiisichteii die Beherrschuiig des SItis a m grosseii Hang zuiii Sport ui11 seiner selbst willen z u steigern, Spitzeiileistungeii erstreben, uin die allgemeine Leistung uiid Tecliiiilc z u Iiebeii. Uiiser Abfahrtslauf, bei dein z. B. rgz6/z7 330 Läufer starteteii, ist frei iiiarl<iert, d. h. es bleibt für die Walil der Spur zieiiilicli weiter Spielrauiii. W i r gehen davoii aus, dass zirr W a h l des besteii W e g e s i m Geläiide, z u m Faliren init cleiii Kopf erzogeii werdeii soll; bei gleich guter Wegwalil eiitsclieidet daiiii die eigeiitliclie Falirteclinik. Gedaiilcciiloses Stürineii Icaiiii aber iin Abfahrtslauf nie gaiiz ausgeschaltet werden uiid Icann bei Fehleil gai-iz erstklassiger Läufer zu wertlostn gelegeiitliclieii Aussenseitersiegen fiihreri. V o r allein diese Beobaclituiig überzeugt von der Notwendiglceit des Slaloriis, der beherrsclite Ceschwiiidigeit fordert. Der erste Slaloiii des Bayer. Slci-Verbaiides, desseii Durcliführung dem Gau Müiichen übertrageii war, bedeutete eiiieii volleii Erfolg; trotz kurzfristiger Ausschreibuiig beteiligten sich I I I Läufer. Die Schwierigl<eit der Läuferzalil, die bei uiis aii sich d e m Slalom entgegeiistelit, odet ihn erschwert, wurde durch Vorläufe behobeii. Rascli äiiderte sicli von da aii die Beurteilung des Slalorns, über den nur iriiltlare Vorstellungeii vorhaiideii gewesen wareii. W i r glauben nun : So wie iiinerhalb des allgemeinen Skilaufs der sportliche Skilauf gefördert \verdeii iiiuss, so gilt es nuii iiiiierlialb des sportlichen Sltilaufs liebe11 dein Abfahrtslauf aucli deii Slaloiii zur Geltung z u briiigeii. Uebrigens stellt der Slaloiii auch eine Berüliruiig zwisclieii sportlicliei~iSkilauf iiil eiigereii Siniie uiid alpiiieiii Skilauf als gutes Mittel zuiii Zweck dar uiid wird deswegeii geeignet sein, iiianclie Spaniiungeii z u überbrücken. Mit dein englischeil Antrag betreff des Slaloiiis zuiii 10. Ski-Kongress ist der Anfang geinaclit wordeii; es wurde weiiigsteris vei-liutet, dass die Vertreter voii Ländern, welche die Notweiidiglteiteii uiid sportliclieii Eesoiiderlieiteii des Sltilaufs in deii Alpenläiiderii nocli verIreiiiien, den Antrag völlig ableliiiteii. Das ist schoii ein gewisser Erfolg. Die Gegiier z u überzeuge11 in tlieoretisclier Darlegung und guter Vorführung a u f deiii Schnee deren Ansicl-it z u äiidern, das obliegt nuii iii erster Linie Ihnen uiid deii Engländern, deiieii die Erfahrung zur Seite steht. Iii dieser Richtung wüiisclieii wir Ihrein ,,Bircli der Abfalirt" vollen Erfolg. Dr. K . ROESEN I. Vorsitzei~derdes SI<i-Gau München iiii Bayer. Ski-Verbaiid. I

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Bayerischer Ski-Verband. W e n n wir i m Aiiscliluss an das Schreiben des Herrn Dr. Roeseii uiis erlauben, uns an Sie z u wenden, so gescliielit dies iiii Interesse des Skilaufes und wir dürfen Il-ineii wohl geniclit iiur begrüssten, stehen, dass wir den seinerzeit bei Ihnen durchgeführten Slalo~~ilauf sondern aucli, wie Sie aus deiii Sclireibeii unseres Herrn Dr. Roeseii ersehen, in1 vergangeneli W i n t e r bereits di11-clifülirteii uiid sich I I I Läufer daran beteiligten. Der Lauf liat Anltlaiig gefunden und wird von uiis aucli weiterhin gefördert werden. Der reine Abfahrtslauf wurde bislier bei uns tiiclit iiur von rein sportlich eingestellten Vereinen, sondern auch v o n Vereinen rein touristischer Einstellung gepflegt. Mit dein Slaloiii, der ja gewisseriiiassen eine Gesclii~kliclilteitcprüfun~der Abfahrt darstellt, erhoffen wir uns auch in jenen SI<iläuferltreisen,die bislier als reine Toureiiläufer mehr oder weiiiger abseits standen, neue Freunde für unsere Sache z u gewinnen. W i r sind der festen Ueberzeuguiig, dass die Durcliführuiig von Slaloinlä~ifendas skitecliiiische Köiiiien in der Abfalirt fördern wird und dass daniit den1 SI<ilauf überhaupt neue Anreguiigen gegeben werden. Unsere Aufgabe ist, den Skilauf z u fördern und ihni neue Freunde z u werben und so wünsclien auch wir, dass Ilireiii ,,Buch der Abfahrt" ein voller Erfolg bescl~iedensein niöge, Ihnen zur Freude, uns allen zuin Nutzen. J O S . MAIER * g * I . Vorsitzender.

Hauptvorstand des Tiroler Ski-Verbandes. Ich kann Ihnen heute ~iiitteilen,dass iiii Rahmen des Tiroler Sltiverbaiides die bei der ordentlichen Vertreterversariitiilu~ig seitens des Skiltlubs Iniisbrucl< geiiiaclite Aiiregung, von n u n an aucli den Abfahrtsläufen iiiehr Interesse zuzuweilden, volles Verstäiidnis entgegeiigebracht wurde uiid auch Iieuer bereits seitens des Tiroler Sltiverbandes ein verbandsoffeiler Abfalirtslauf durcligeführt wird. Der Ö. S . V . hat in seiner hier in I~i~isbruclt stattgefuiideiien Vertreterversaiiiiiilu~ig diesbezüglicli den Beschluss gefasst, derartige Abfahrtsläufe vorläufig urobeweise von seinen Unterverbänden durcliführen zu lassen und will sich erst bei der iiäclisteii Vertreterversaiiiiiilung a u f Grund der gesammelten Erfahrungen liiezu äussern. Der Tiroler Skiverband hat eine Eingabe des Sltil<lubs Iiinsbrucl~,an den 0.S. V . , derselbe iiiöge beim D. S. V . für Meisterschaften eiiie dreifache Kotiibiiiatioii durchsetzen, wäriiisteiis befürwortet und ich h o f f e sicher, dass init der heurigen Al<tion iii dieser Richtung der Gruiidsteiii für eiiie spätere obligatorisclie Einführung der Abfalirtsläufe, sei es als dreifache Koiiibinatioii oder als ledigliclie AbfalirtsiiieisterscIiaft, gelegt ist. Bezüglicli des Abfahrts- und Stillaufes des Tiroler Sltiverbandes, durchgeführt von1 SItiltlub Innsbruclt und anderen Iiinsbruclter Sltivereinen biii ich inzwisclieii noclinials beiin Ö. S. V . vorstellig geworden, denselben iin Nameii des Ö. S . \J. durchführen z u lasseii, iiaclrdeiii es iri dieseiii Falle möglicli wäre, der1 Lauf interiiatioiial aiiszuscl~reibeii,denn wir als T . S. V . können als Gauverbaiid w e t t l a u f o r d n u ~ i ~ s ~ e i i i äiiiternational ss keinen Lauf durcliführen. W e n n uns letzteres gelingt und der Abfahrts- und Stillauf iiitertiatioiial abgehalten werden kann, werden wir niclit erinangeln, hauptsäcl~licliaucli den Schweizeriscl~enSltiverband urid speziell Ihren Klub einzuladen und ich h o f f e sicher in Anbetracht der niclit besoiiders grossen Distanz bis Iii~isbruck a u f eine starke Bescliicl~ungaus Ihreiu Lande. Ausscliuss für Sport : FRED S C H A T Z .

Ski-Club Arlberg.

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Der Sltiltlub Arlberg Iiat mit grosser Freude den Bescl~lussdes Sl<ikongresses in St. M o ritz begrüsst, zusairirnengesetzte reine Abfahrts- und Slaloniläufe in die Prograiiiiiie der grössereri Wettlaufvera~istaltungeii - vorläufig probeweise - aufzuneliineii. W i r iuöchteii nicht behaupten, dass diese Läufe besonders Z L I bevorzugen seien, weil sie viel weniger Trainig erfordern, als die bislier allein übliclieii Lang- iitid Dauerläufe, airch sie verlangen ein hartes - aber fröliliclies - Training.


Sie sind aber eine ganz wunderbare Scliule, den1 Ideal jedes Sltifalirers, der sicliereii, schiiellen, flüssigen, tiiülieloseii uiid stilvolleii Abfalirt a u f Sltitouren ~iälierzultoiiiiiie~i. Ausserdeiii siiid sie für die ausübenden Sportleute, wie für die Zuscliauer, ein liolier Genuss, was tiian von den alten Streckenläufen riiclit gerade behaupten Itaiiii. Jedeiifalls liaben wir bei der Durclifülirung unseres ersten Laufes uin den Arlberger Kandaliar-Becher bei den Zusehern wie bei deii Läufern und Läuferiiiiien nur ehrliche Begeisterung gesehen und daraus gefolgert, dass diesen Wettläufen eiiie hohe werbende Kraft für deii Skisport als solclien iniiewoliiit. W i r werden deshalb gerne und freudig fur diese W e t t l ä u f e weiter arbeiten, und wir sind des Erfolges für die Saclie unseres geliebten SItisports ganz boinbensiclier ! Slcilieil! Ehrenvorsitzender : Ing. RUD. G O M P E R Z . &

HauPtvorstand des Ski-Club Schwarzwald. W e r die Entwicltluiig des Sltilaufes in den letzten Jalireii aufiiierksaiii verfolgte, liat sicli gefreut, dass der Schweizeriscl~eAltadeiiiisclie Ski-Club sicli energiscli und erfolgreicli für die Durcllführung von Abfahrtsläufeii eingesetzt liat. 111 eiiier Zeit, w o iiiimer iiielir W e r t a u f Erzielung von Reltordleistuiigei-i iiii reinen Langlauf, fast mehr noch i m Sprunglauf gelegt wird, ist dies Streben höclist anerkeniie~iswert und wer es iiiit der Vertiefung des SltigedaiiItens ernst nieiiite, hat d e m SAS sicher Dank hierfür gewusst. W i r Scliwarzwälder haben ja seit geraumer Zeit weiiigstens i m engeren Kreise älinliclie Bestrebuiigen gehabt und sind seit einigen Jahren auch zur Abhaltung solcher Abfalirtsläufe geschritten, die eine ausgesprocliene Gescl~ickliclikeitsprüfung darstelleii. Dabei siiid sehr schöne Resultate z u verzeiclineii gewesen, vor allein wurde ersiclitlicli daraus, dass einer V e r flacliung des ganzen Skigedaiikeris, wie dies heute eigentlicll in der koiitineiitalen Ski-Sportbewegung ersiclitlicli wird, kräftig entgegen gearbeitet werden kann. Mit grosser Freude ist daher das Ersclleinen Ihres ersten Jahrbuches begrüsst worden. W e r den scliiiialen, aber gediegenen Iiilialt aufweisenden Band einsieht, erlteniit sofort, dass hier ein fester W i l l e als roter Faden durch das Ganze hervortritt. Die Scliweizer Sltifamilie kaiin sicli nur freuen. eine kleine aber eiiergisclle und z i e l b e w ~ ~ s s tGeiiieiiide e so tapfer den Gedaiikeii des A b fahrtslaufes verfechten z u sehen. Dies Beispiel inuss bald Scliule niachen. W i r haben siclier scl~oiiiii Kürze solclie Abfahrts- und GescliicltliclilteitcIäufe offiziell a u f deii Progra~iiiiieii z u erwarten. Uebrigens ist iiii benaclibarteil Oesterreicli, in der Steierinark, ein weiteres Zentruin fiir gleiche Bestrebungen, woraus ain Besten ersiclitlicli wird, dass es sich hier u m einen selir gesunden Gedanke11 handelt, d e m tilari nur grösste Weiterverbreituiig wüiischeii köriiite. W i r würde11 uns jede~ifalls sehr freuen, in diesen Dingen, wenn es erforderlicli ist, Hand in Hand gehen z u können, den11 hier handelt es sicli scliliesslicli uin Reiiilialtung einer Idee, die uns so unendlicli viel Gutes bringen Itaiin, wenn der grosse Gedanke, einen gesund etnpfindenden Meiischen durcli sportgestälilten Körper z u bilden, nicht durcli die Ersclieinuiigeii der iieuzeitlicl~eii Rekordbestrebuiigeii, die iiiiiiier iiielir und mehr Iiervortreten, verflacht wird. In diesem Sinne können wir Ihren Bestrebungen nur besten weiteren Erfolg wünschen. Für den Hauptvorstand : O T T O ROEGNER. r;

r;

Ski-Klub Innsbruck. Der Skiklub Iiinsbruck verfolgt die Bestrebungen des S A S , den Abfahrts- und Slalotulauf bei den Skiwettbewerben wieder z u Ehren z u bringen, niit uinso grössereiii Interesse, als auch er seit Jahren bemüht ist, dieser Art des Skilaufes, die ihr gebührende Stellung bei grössereii Skiwettbewerbeil z u verscliaffeii. Der Skiklub Iiinsbruck veranstaltete deshalb aucli letzten W i n t e r einen für den D. S. V . offener1 alpinen Abfahrtslauf, der bei den beteiligten Sportler~ivollen Beifall fand ; a~rsserdein

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haben seine Wettläufer sich an zahlreichen derartigen Abfahrtsläufen (Semmering, Arlberg) mit schönen Erfolgen beteiligt und sind, wie Sie wissen, auch fünf Akademiker des Klubs bei Ihren Skiwettkämpfen in Engelberg gestartet. In der letzten Ausschussitzung des Klubs v o m 23. August 1928 wurde weiters beschlossen, bei den Vertreterversammlungen des Tiroler u n d Österreichischen Skiverbandes die A b haltung v o n Abfahrts- und Slalomläufen als Verbandsläufe z u beantragen und auch i m D . S. V . dasselbe anzuregen. Es würde den Klub sehr befriedigen, wenn es den vereinten Bemühungen gelänge, auch bei den Meisterschaften grösseren Stils diese Läufe einzuführen, sodass kein Meistertitel mehr ohne entsprechende Leistung in der Abfahrt u n d i m Slalomlauf errungen werden kann, und versichert Sie derselbe seiner tatkräftigen Unterstützung in dieser Frage; denn nach seiner Ansicht ist gerade bei der Abfahrt i m Gelände sportliche Tüchtigkeit wie Schneid, Geschicklichkeit, Geistesgegenwart, Raschheit des Entschlusses, Ausdauer und volle Beherrschung der Ski in ganz besonderem Masse ausschlaggebend. Dr. FRITZ L A N T S C H N E R . KARL WOPFNER.

Skizze z u m Plakat der 5. Internationalen Universitäts-Sliiwettkämpfe Mürren 1929 (Vergl. Photo Schneehase N o . I , S. 29)


I<LWBNACHRICHTEN UND MITTEILUNGEN DER SCF-IRIFTLEITUNG. Das Sportamt des Verbandes Schweizerischer Studentetlschaften und der akademische Sltisport. Der Scliweizerisclie Akademisclie Skiltlub war bis heute die einzige al<ademisclie Organisation, welche sicli zur Aufgabe gemaclit hatte, den Studiere~idensämtliclier schweizerischer Hocliscliulen ein ~ ~ s t e ~ i i a t i s c lWiiitersportstraining ~es zu veriiiittelii. Dass tatsäclilicl~ eiii Bedürfiiis der alcadeinisclie~iJugend bestaiid, sicli nicht iiur iiii Soiiimer, soiiderii aircli itn Wiiiter sportlich z u betätigeii, beweist am besten die fortsclireitende Erstarltung des S A S , der sicl~in den weiiigeii Jalireri seiner Existeiiz trefflich eiitwil<kelt hat uiid zahlreiche Selttioneii uiiifasst. Das Sportaiiit des VSS, die zentrale altadeinische Sportbeliörde, Iiat es sich deshalb zuiii Ziel gesetzt, dein SAS iii seii~enidealen Bestrebuiigeii zu Hilfe zu Itoriiiiieii; der Skisport iriid der Wiiitersport überhaupt soll aus seiner Abseitsstelluiig lierausgefülirt u ~ i diii den breite11 Scliicliteii der altadeiniscl~eiiJugend befestigt werdeil. In den weiiigeii Wodie11 seiiier Existeiiz hat das Sportamt des VSS gezeigt, dass es gewillt ist, das gesteckte Ziel zu erreichen. Der erste Scliritt wurde dainit getan, dass der Zeritralpräsident des SAS, Herr Dr. 0. Hug, zu111 Mitglied des Sportaintes gewählt wurde. Hocl~scliulslti~iieisterscliafte~i (Mürren, Pontresiiia, Weiigen, Die vier ersteii sc~iweizerische~i Engelberg) sind voiii VSS anerltaiiiit wordeii uiid werdeii iii Zukuiift weiterliiii alljälirlich voin SAS durcligefiihrt werden. Weiterhin gelaiig es deiii Sportamt, den Wiiitersport in das Prograiiiin der Schweizerisclien Hocl~scliuliiieisterccliafteii aufz~~neliiiieii.Fortan bestehen Soiiiiiier- uiid Wi1~terl1ochscl~ulmeisters~11afteii, welche eiiiaiider durcliaus gleicliwertig sind L I I I ~ im Soiiimer uiid Winter die Studierende11 sänitliclier schweizerisclier Hocliscliulen zuin fröliliche~ialtadeinisclien Wettltampf zusainnienfülireii sollen. Daneben ist dem Sportanit daraii gelegen, eine Zalil tüchtiger akademisclier Sltiläufer zu Sl~ilel~rlträften aii ihre11 Hoclischule~iauszubilden Es subveiitioniet-t deshalb diesen Wiiiter iiach Kräfte11 die ,,SItitraini~igs~vocl~e" des SAC in Ei~gelberg. Für das näcl~steJalir hat es von der eidgenössisclien Turiil~o~iiriiissioii eine Subvention zugesicliert erhalten, welche teilweise deiii gleicheii Zweclt gewid~iletwerden soll. Mit Beginii des Wiciterse~nestcrs 1928:zg nimiilt es s o d a n ~ i die Vorarbeiteii für ein iieues Si~bventio~isgesucl~ pro 1930 "11 die Hand, u111 für das übernächste Jahr iii vermelirtem Masse deii Wintersport fördern zu I<önnen. FRITZ WYLER Präsident des Sportaintes des VSS.

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Uiisereiii verdiente11 Mitgliede des Vorstandes, Herrn Dr. jur. Rud. von Segesser, gratulieren wir iiacliträglicl~,aber niclit tiiirider herzlicli, zur Veriiiählung iiiit Frl. Elisabetli voti Segesser. W i r hoffen, dass Frau Dr. voii Segesser iii der langen Abfahrt stets deii ,,liäsigenn Skispureii ihres Geinahles folgen kann. y 0,

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Mit tiefer Trauer verneli~nenwir voiii tödlidieii Absturze unseres österi.eic1iischen Freuiides Herr Paul Elilers. Bei der Durcliltletterung der schwierigei~Sc1iüssell~arspitzeSüdwand iin Wettersteingebirge (Iilnsbruck) stürzte er als Voranltletterer zirka 10 Meter a b ; leider riss das siclieriide Seil u n d Ehlers fand iii der11 zoo Meter tiefen Abgrund den T o d . Er war einer der besten Iiinsbrucker Skiläufer und begeisterter Anhänger des Abfahrtslaufes. Seiiie Erfolge von Engelberg iriid St. Aiitoii sind uns iiocli wolil iii Erinnerung. W i r wolle~iseiiier stets gedenkeil.

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111 der Generalversaiiiiiiluiig vom 16. Noveiiiber 1928 in Zürich, wurde Comte C G. D. Hainilton, Sekretär des Internationalen Sltiverbaiides, für seine grossen Verdienste uni die Förderuiig des Abfalirts- und Slalonilaufes auf iiiter~iationalemGebiete einctilii~iiigzu111 Elireiiiiiitglied des SAS ernannt. In der Geiieralversariiinl~r~igin Engelberg wurden die beideii Gründer Dr. W. Ainstutz uiid Dr. H A. Gurtiier ebenfalls zu Ehreiii~iitgliedemgewählt.

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Die iieue Wettlaufordnuiig kann von1 Zentralseltretär Herrn W . Boiiomo, Zeltweg 44, Zürich, unter Eirisenduiig eines internationalen Aiitwortco~~poiis iiii Betrage voii 60 Kappen bezogen werden.

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Der grosse Abfalirts- uiid Slaloiiilauf um den Arlberg Kaiidahar-Becher findet alii 13. L I I I C ~ 14. März iii St. Antoii statt. Aniiielduiigen sind an deii Ski-Club St. Anton zu ricliteii.

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Die offizielle Tagung des Internationalen SI<iverbandes pro 1929 findet in Zaltopaiie, Polen, statt. Die 50 und 18 kill Läufe, sowie die Spruiigläufe werden vom Poltiischen SItiverband geleitet und finden votii 5. bis 10. Februar statt. Zu111 ersten Male iii der Geschiclite des Internationalen SItiverbaiides wird ein Abfahrtslauf organisiert, dei- an1 6. Februar stattfindet.

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Anlässlich unseres Sieges itii Anglo-Swiss Sltiwettkainpfe sandte uns der Zentralvorstaiid des SSV folgendes Glüclewiriisclitelegi.a~ii~ii : ,,Coniite Ceiitral Association Suisse Club de Ski felicite cliaudetiieiit SAS ~ ~ o i resirltat ir de Mürren. Ski Heil. Skiverband Geneve." W i r daiilceii deiii Zeiitralvorstaiid ebenso Iicizlicli fiir seine Airfiiierltsa~iiI<eit! 4:

0

Unser zweiter Schiieeliase crscliciiit i i i Iiciietii, Iiniidliclierc~ii Forniat. Daiiiit er init Heft I als Fortsetzung gebunden werde11 I<niiii, Iinl)cii wir deii glciclieii Satzspiegel beibehalten.

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Leider tiiussteii verscliiedene wertvolle Artiltel aus l'latziiiaiigel ziiriicl<gclinlteii wercleii. Wenn den Scliiieehasen und Hase11 näcl~steiiWinter an eiiieiii wirklicli giitcii J;ilirl)irclic liegt, sollteii sie die Scliriftleitung etwas inehr bei der Fiiianzieruiig ~riiterstützcii.

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Für die zur Verfügungstellung des wundervolle~iBilder~iiaterials aus clclii ,,Wiiiitlcr cles Scli~ieescliulis"sind wir Herrn Dr. A. Fanck und Herrn Hannes Schneider zu grosseiii I)aiil< verpflichtet.

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„ W i e niacheii sie's? Der SAS zälilt 50 Mitglieder u n d erhebt ei~ieiiJaliresbeitrag von I f. (Wenn dein nur so wäre!). Er veranstaltet jedes Jahr einen der bekanntesten Internationalen Skiwettkätnpfe. Das kostet G e l d ! W i e kann nun dieser uiiternelirneiide Klub noch ein wu~idervollesJahrbuch von 36 Seite11 herausgeben?" So schreibt Ariiold~Luiiii im Britisclien Skijalirbuch 1928. Ja, Herr Lunii, gelegentlich wird diese Frage auch voin Zeiitralpräsidenteii aufgeworfen. Aber auch ihnl I<aiiii ich nur die Antwort gebe11: ,,In tlie intervals of ski-ing A. studies ecoiiomics." (Mouiitains of Youth, p. 161).

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Alle Beiträge dieses Jalirbuclies sind Eigentuin des SAS. Ohne Cenehiiiigung dürfe11 Iteiiie Artikel nacligedruclct werden.

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Alle Korrespondeiizen, die das Jahrbuch 1929 betreffen, sind bis spätestens 1929 an Dr. Walter A~iistutz,Mürren, Berner Oberland, zu ricliteri.

I.

Olctober


,,LA CHAINE DU M O N T - B L A N C " , par H. Bregeault, E. de Gigord, J. et T . de L@piney, Dr. A. Migot, R. Richard, H . de C6gogne. Vorwort von Capt. Farrar. Editions Alpina, Paris. zoo Heliogravüren, 10 Aquarelle. Franz. Fr. 150.-. Die Groupe d e Haute Montagne, diese rülirigste aller Bergsteigergruppen, hat in diesein prachtvolleii Bande etwas Bleibendes gescl~affeii.Nocli nie sind so viele seltene und scliöne Bilder der Moiit-Blanc-Kette in einein Bande vereinigt worden und noch nie ist ein Band init solclier Aufiiiacl~ung detn Moiit-Blaiic-Massiv gewidiiiet worden. Die Reproduktionen der Bilder sind fehlerlos. Ein begleitender T e x t von 10 Kapiteln fülirt den Laien durch das Paradies der Alpen und frischt dein Kenner alte Eriiinerutigeii auf. Einige kleine Fehler, die sich wo111 beiin Drucke eingesclilicl~e~i haben, setzen deii W e r t des Werkes keineswegs herab und werden in den kornrnenden deutschen, englisclien und italie~iischeiiA u f lagen leicht ausgeinerzt werden. Das Einzige, was uns stört, sind die farbigen Aquarelle. Der Band sollte a u f Iteineni Büchergestell eines Mont-Blanc-Fahrers fehlen. W i r gratulieren der G H. M . Wa. ,,AUS DER URGESCHICHTE DES SCHWEIZERISCHEN SKILAUFES". Jubiläumssclirift des Ski-Club Glarus, v o n Dr. J Mercier. Verlag Ski-Club Glarus. Es war eine lobenswerte Idee v o m Ski-Club Glarus sein 35jähriges Bestehen durcli einen I roseitigeii Jubiläumsbaiid z u dokuineiitiereri. Der Pioniergeist von Cliristof Iselin und seinen Getreuen, die in den 9oer Jahren den Grundsteiil z u unserein Natioiialsport gelegt hatten, lebt heute i ~ nSki-Club Glarus noch weiter. Als eine Geschichte des Scliweizerischen Skilaufes darf i~idesseii die Publikation nicht gewertet werden. Es ist etwas gewagt, unter d e m Titel : ,,Aus der Urgeschichte des Schweizerischen SI<ilaufes" Kapitel ei~izuschliessen, welche v o n der Geselligkeit des Ski-Club Glarus seit 1 9 1 9 berichten, oder die auszugsweise das Reniiprotol<oll bis a u f den heutigen T a g wiedergeben. Aeusserst interessant ist das Bildeririaterial. Ein hübsches Bild v o n 1897 init ,,dein Fähnlein der sieben Aufrecliten" leitet das Buch ein. Wirklich sehenswert sind die Bilder: Uebungsfahrt 1893, Daineiilauf 1904, Plakat 1905, Sprung Leif Berg 1905. Diese Illustratioiien alleili sind es wert, das Buch z u erstehen. Eiii jeder, der sich uin die Geschichte des Schweizerischen Skilaufes interessiert, sollte das Buch kaufen, denn das steht fest, der Ski-Club Glarus ist der Vater des Schweizerischeii Sl<iwesens. W i r wünscheii i h m weiterhin vollen Erfolg! Wa. ,,DEUTSCHE A L P E N Z E I T U N G " , 1928. Bergverlag Rudolf Rother, Münclieii. Diese Zeitschrift zeichnet sich durch ihre wuiidervolle Illustrieruiig aus. Farbige Reproduktioiien wechseln init sorgfältig gedruckten Autotypien. Das Bilderiiiaterial ist voin besten, was ich je z u Gesicht bekoniinen habe und was besonders wertvoll ist, es wiederliolen sich nicht bekannte und abgeklopfte Motive von Berufsphotographeri, sondern es sind unbel<aiiiite Wa. aber uiiiso wertvollere Bilder v o n Ainateurphotographen. ,,UEBER DEN W O L K E N " , von Kapitän Spelterini. Verlag Bruniier & Co., A.-G., Zürich 6, 24 X 30 cni. Ganzleinen Fr. 20.-. Wen11 einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Aber wer rriit der Kaiiiera bewaffnet 570 Mal in zwei Kontiiientei~ i m Freiballon über den Wolke11 schwebt, der kaiiii ~iielirwie erzähleii. W e r wäre daher dein allbekannten Kapitän Spelterini nicht dankbar, dass er uns in seinen1 Praclitwerk v o n 97 eiii- und mehrfarbigen Iiicavobilderii schon heute seinen Nachlass schenkt Ganz besonders grossartig sind die Bilder voin Oberland, Wallis und Moiit-Blanc. Aber ebenso meisterhaft wie Spelterini seine Kainera handhabte, hat der V e r lag Brunner die Reproduktioii besorgt. Er hat es verstanden, uniiatürliclie Retouchen, die leider nur z u o f t die scliönsteii Bilder verunstalteri, wegzulassen. Einzig die drei farbigen Reprodul<tionen sähen wir lieber als Incavos. Aber sonst eiii Buch, das die Druckerkunst Wa. kauin init mehr Liebe und Verständnis zeugen kann.


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