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Schweizerischer Akademischer Skiclub Ski Club AcadĂŠmique Suisse Swiss Academic Ski Club 281


Edition 38

2008–2011

Die Schriftleitung

Ivan Wagner JoJo Stutzer Robert Kessler Suisse Romande Jean-Claude Falciola Alpinismus Dres Schild Sektion Norge Pål S. C. Troye Sektionen/Resultate Felix Gey Übersetzungen Patrice Choffat Internet Matthias Nyikos Berater/alt Schriftleiter Martin Hodler Marketing/Recht

Finanzen/Archiv

Schweizerischer Akademischer Skiclub Ski Club Académique Suisse Swiss Academic Ski Club


Inhaltsverzeichnis   Sommaire   Contents

Vorwort/Préface/Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dank/Remerciements/Thanks

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

7 13

Geschichte und Tradition Histoire et tradition History and Tradition Ein Schneehase wird Federfuchs

Raoul Imseng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

History of Cross-Country Skiing

Roland Huntford . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen 1966–1985 Les femmes et le SAS

Jürg Schweizer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

Jean-Claude Falciola . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46

History of the Kandahar Ski Club

Andrew Morgan, Beat Hodler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Antoine Lombard

Le SAS au Groenland 2009 – rapport d’expédition 85 Years of Anglo-Swiss Ski Races 1925–2010

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

64

Fredi Wittenwiler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

One hundred years ago … the Roberts of Kandahar downhill race

Adam Ruck

. . . . . . . . . . . . . . . . .

80

Zukunft und Innovation Avenir et innovation Future and Innovation Swiss-Ski: wieder auf Erfolgskurs

Urs Lehmann, Diana Fäh

Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement

Œil et altitude: quels dangers? Sport ist Mord?

Mirco Auer

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

90 98

Jean-Phillipe Rochat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106

Caractéristiques, danger des skis modernes carvés Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Jacques Ménétrey . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114

Christine Kopp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122

Christian de Courten, Geoffrey Tabin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136

Walter O. Frey. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145


Persönlichkeiten und Werte Personnalités et valeurs Personalities and Values Der SAS-Geist

JoJo Stutzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 152

Hermann Gurtner – Mitgründer und erster Präsident des SAS, 1893–1950 Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug 1886–1968

. . .

156

Raoul Imseng . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166 Matthias Remund . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177

Rolle und Werte des Sports in unserer Gesellschaft

Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing Bjørn Dæhlie: From Ski Legend to a Successfull Brand Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser

Niklaus Gurtner

Dres Schild

Sport de compétition et conduite des entreprises

Pål S.  C. Troye

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

182

Tine Flinder Nyquist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 198 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Paul Choffat

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

204 213

Clubleben und Resultate Vie du club et résultats Club Life and Results Profil du SAS Fribourg

Felix Gey

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Profile of SAS AH Sektion Norwegen

Nicolay Berard-Anderson . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224

Universiaden 2009 in Harbin und 2011 in Erzurum

Roland Eggspühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 230

Christoph Jezler

SAS-Alpinismus im Ausland 1995–2009 Rapport du Comité central SAS 2007-2010 Bericht SAS-Stiftung 2010

219

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

238

Alexander Troller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242

Christoph Schmid . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245

In Memoriam . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246 Ehrungen/Distinctions/Honours

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Resultate/Résultats/Results 2008–2011

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

248 256

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 280


Vorwort Das Durchschnittliche garantiert der Welt ihren Bestand, das Aussergewöhnliche ihren Wert. osc ar wilde

Liebe Leser und Freunde des Schneehasen, Da hoppelt er zu uns, der 38. Schneehase! Der Schneehase ist nicht nur das literarische Spiegelbild der Gemeinschaft des SAS. Es ist viel mehr. Es ist zunächst, wie mein Vorgänger Martin Hodler in der letzten Ausgabe schrieb, ein Zeitzeugnis einer eindrücklichen, wenn nicht sogar einmaligen geistigen Leistung, die der SAS seit seiner Gründung vollbrachte. Ich denke, es ist aber auch eine einmalige Dokumentation der Entwicklung des Skirennsports allgemein, wie auch eine lückenlose Chronik des Clublebens des SAS. Zum eigentlichen Höhepunkt der Beschreibung der Anfangsrolle des Schneehasen setzt mein Vor-Vorgänger Raoul Imseng in seinem Leitartikel an. Er fragt sich, ob es nicht die drei Tenöre waren – Arnold Lunn, der SAS und der Schneehase – die dem alpinen Skirennsport zur internationalen Anerkennung verhalfen. Er geht weiter und meint, dass der Schneehase dabei die Rolle des stimmgewaltigen Luciano Pavarotti hatte. Ich bin stolz, mit einem motivierten Team den Schneehasen mit einer neuen Struktur und in aufgefrischter Form zu präsentieren. Ich habe diese Aufgabe mit Ehrfurcht angenommen im Respekt vor der faszinierenden Tradition des Schneehasen und verneige mich vor der grossartigen Leistung meiner Vorgänger und deren Teams. Der letzte Hasensprung führt zu folgenden vier Kapiteln der vorliegenden Ausgabe:

Kapitel 1: Geschichte und Tradition Kapitel 2: Zukunft und Innovation Kapitel 3: Persönlichkeiten und Werte Kapitel 4: Clubleben und Resultate

Im ersten Kapitel «Geschichte und Tradition» wird ein Teil der reichhaltigen Geschichte des Skisports und des SAS der jüngeren Generation näher gebracht. Ein Leitartikel beleuchtet die Rolle und die Entstehungsgeschichte des Schneehasen selbst. Sodann wird die fast tausendjährige Geschichte des Langlaufs beschrieben wie auch die Geschichte des Kandahar Ski Clubs zusammengefasst. Auch wird die seit 85 Jahren sorgfältig gepflegte Tradition des ältesten alpinen Mannschaftswettkampfes – des Anglo-Swiss – überliefert. Schliesslich dürfen die jüngere Geschichte, die alpinistischen SAS-Expeditionen und der Einzug der Frauen im SAS nicht zu kurz kommen. Letztlich lebt ja unsere Zukunft auch von der Tradition! Im zweiten Kapitel «Zukunft und Innovation» werden ausgewählte Themen unserer Zeit behandelt. Wiederkehrende Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung des Ski- und Wintersportes sowie des Alpinismus, Global Warming und die Sportmedizin. So erfahren wir, wie Swiss Ski wieder auf Erfolgskurs zurückgekehrt ist oder wie Extremskifahrer bis heute fast alle Achttausender bezwungen haben. Das Thema Global Warming, oft recht kontrovers diskutiert, wollen wir bescheiden anfangen und die Entwicklung der Schneeklimatologie in der Schweiz beleuchten. Weiter haben drei prominente Ärzte zur Feder gegriffen und dem Skisport nahestehende Themen analysiert und sogar mit Empfehlungen komplettiert. Der SAS Vorwort

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mit seiner intellektuellen Spannkraft war ja immer sehr kreativ. Eine Institution, die von einem SASler gegründet und von weiteren Mitgliedern seit vielen Jahren massgeblich beeinflusst wurde, ist das TAS – le Tribunal Arbitral du Sport. Schliesslich ist ja unsere sportliche und geistige Zukunft auch von den Innovationen bestimmt. Im dritten Kapitel «Persönlichkeiten und Werte» werden verdiente und prominente Sportpersönlichkeiten wie der erste Zentralpräsident des SAS, der beste Langläufer aller Zeiten und weitere SAS-Ikonen porträtiert wie auch deren Beitrag für unsere Sportgemeinschaft dargestellt. Die Werte, deren Bestand und Wandel, kommen ebenfalls nicht zu kurz. So werden Rolle und Werte des Sports allgemein wie auch der famose SAS-Geist auf ihre Tauglichkeit untersucht. Was ist denn sonst neu um den Schneehasen herum? Es sind dies die folgenden drei Neuerungen. Erstens, alle bisherigen 37 Ausgaben sind via die SAS-Website auf dem Internet einsehbar, inklusive einer effektiven Blättern- und Suchfunktion. Zweitens, der Schneehase erscheint neu nahezu dreisprachig, mit einem je 25%-Anteil in Französisch und Englisch. Zudem ist der Lead eines jeden Artikels in die jeweils zwei anderen Sprachen übersetzt. Und drittens, um die langfristige Finanzierung des Schneehasen zu sichern, wurde ein steuerbefreiter Förderverein gegründet. Ich komme zum Dank. Zunächst möchte ich meinem neuen Schneehasen-Team und der Firma Stämpfli, besonders Susann Trachsel, Christoph Bigler und Markus Lehmann, für die organisatorisch-publizistische Unterstützungsarbeit während fast dreier Jahre ganz herzlich danken. Natürlich geht mein grosser Dank an die vielen Autoren, die neu auch aus der Romandie, aus Norwegen und aus England kommen, für die spannenden Beiträge und die vielen faszinierenden Bilder. Schliesslich geht mein Dank an die zahlreichen Sponsoren, Gönner und Förderer, die es mit ihren grosszügigen Beiträgen und Spenden erst ermöglicht haben, ein solches Buch zu finanzieren. Zum Schluss wünsche ich allen Lesern viel Spass bei der Lektüre dieses aktuellsten Schneehasen!

Zürich, im Mai 2011

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Vorwort

Ivan Wagner Der Schriftleiter


Préface The average gives the world its durability. The unusual its value. osc ar wilde

Chers lecteurs, chers amis du Schneehase, Vous tenez entre vos mains notre 38e numéro – rien de moins ! Ainsi, le Schneehase est bien plus que le reflet littéraire de la communauté du SAS. Il est d’abord, comme l’écrivait mon prédécesseur Martin Hodler dans le dernier numéro, une performance impressionnante sinon unique sur le plan intellectuel, depuis la fondation du SAS. De plus, il documente, de manière exceptionnelle selon moi, le développement du ski de compétition, tout en fournissant une chronique exhaustive de la vie de notre club. Un autre de mes vénérables prédécesseurs, Raoul Imseng, a pris la plume dans l’article introductif pour évoquer le rôle du Schneehase à ses débuts. Il se demande si le ski alpin ne doit pas sa reconnaissance internationale à ces trois ténors : Arnold Lunn, le SAS et le Schneehase luimême – affirmant que c’est le Schneehase qui a tenu le rôle de ténor principal, tel Luciano Pavarotti. J’ai quant à moi pris la direction de cette « trente-huitième » avec tout le respect dû à une publication de tradition, et non sans m’incliner devant l’exceptionnel travail accompli par ceux qui y ont œuvré avant moi. Aujourd’hui, je suis fier de vous présenter, en collaboration avec une équipe hautement motivée, un Schneehase quelque peu remanié, axé sur les chapitres suivants :

Chapitre 1 : Histoire et tradition Chapitre 2 : Avenir et innovation Chapitre 3 : Personnalités et valeurs Chapitre 4 : Vie du club et résultats

Dans le premier chapitre, nous présentons à nos jeunes membres tout un pan de la riche histoire du ski alpin et du SAS. Après l’article introductif qui évoque le rôle et la naissance de notre publication, vous en apprendrez plus sur le passé presque millénaire du ski de fond et sur le Kandahar Ski Club. Puis, vous découvrirez la plus ancienne compétition de ski alpin par équipes, à savoir l’Anglo-Swiss dont la tradition est amoureusement entretenue depuis 85 ans. Et enfin, nous ne pouvions manquer de retracer pour la jeune génération les expéditions des alpinistes du SAS et l’entrée des femmes dans notre association – car le passé et la tradition sont aussi des sources d’inspiration pour les bâtisseurs de l’avenir. Un avenir qui, avec l’innovation, est au cœur du deuxième chapitre, avec comme grands thèmes : l’essor du ski, des sports d’hiver et de l’alpinisme, le réchauffement climatique et la médecine du sport. Vous apprendrez ainsi comment Swiss-Ski a retrouvé le chemin du succès, et comment les skieurs de l’extrême ont déjà conquis presque tous les 8000 mètres de la planète. Côté réchauffement climatique – un sujet souvent controversé – nous commençons modestement par un article sur le développement de la climatologie de la neige en Suisse. Puis, nous avons ouvert nos colonnes à trois médecins de renom, qui ont analysé pour nous divers sujets en rapport avec le ski alpin et qui nous font part de leurs recommandations. Enfin, nous avons tenu à rappeler que le SAS, porté par des intellectuels, a toujours été très créatif. A titre d’exemple, Préface

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nous évoquons une institution fondée par l’un de nos membres et influencée par plusieurs personnalités du SAS depuis de nombreuses années : le Tribunal Arbitral du Sport. En fin de compte, ce sont aussi des innovations comme celle-là qui contribuent – et contribueront encore – à la bonne santé du sport sur tous les plans. Dans le troisième chapitre (Personnalités et valeurs), nous dressons le portrait de sportifs émérites et renommés, tel le premier président central du SAS, ainsi que le meilleur fondeur de tous les temps et d’autres icônes auxquels notre organisation est largement redevable. Quant aux valeurs, éternelles ou en mutation, elles n’ont pas été oubliées : ce numéro fait le point sur le rôle et les valeurs du sport en général et sur le fameux « esprit du SAS » en particulier. Et pour le Schneehase lui-même, quoi de neuf ? Eh bien nous avons trois bonnes nouvelles à vous annoncer ! Il s’agit, premièrement, de la mise en ligne, sur le site du SAS, des trente-sept numéros précédents avec une fonction de défilement et de recherche pour faciliter leur consultation ; deuxièmement, d’une édition pratiquement trilingue – à commencer par les chapeaux des articles – avec un quart des contributions en français et un quart en anglais ; et troisièmement, de la création d’une société de promotion non imposable pour assurer notre financement à long terme. Pour conclure, je ne voudrais pas manquer de remercier tous ceux et toutes celles qui ont contribué à la réussite de ce numéro. Un grand merci tout d’abord à la nouvelle équipe du Schneehase et à la maison Stämpfli, notamment à Susann Trachsel, Christoph Bigler et à Markus Lehmann, pour leur soutien organisationnel et journalistique pendant presque trois ans. Un très grand merci également aux nombreux auteurs qui collaborent à cette publication, notamment à ceux de Suisse romande, de Norvège et d’Angleterre, pour leurs passionnants articles et leurs magnifiques photos. Et enfin, je tiens à adresser mes plus vifs remerciements aux nombreux sponsors, donateurs et bienfaiteurs qui, par leurs généreuses contributions, ont permis à ce livre de voir le jour. Et maintenant, place à la lecture ! Je vous souhaite, chers lecteurs, chers amis du Schneehase, de belles heures en notre compagnie.

Zurich, mai 2011

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Préface

Ivan Wagner Rédacteur en chef


Editorial The average gives the world its durability. The unusual its value. osc ar wilde

Dear readers and friends of the Schneehase, Finally, the 38th edition of the Schneehase has hopped across the finish line! The Schneehase is not merely the literary record of the SAS. It is much more. As my predecessor Martin Hodler wrote in the last issue, it is first and foremost a time capsule for the meaningful, if not unique intellectual work of the SAS since its founding. However, I believe that it is also a unique record of how alpine skiing has generally evolved and an ongoing chronicle of the club life of the SAS. In his lead article, my pre-predecessor Raoul Imseng begins by describing the pinnacle of the early years of the Schneehase. He wonders whether it was not the “three tenors of alpine racing” – Arnold Lunn, the SAS and the Schneehase – that led to the international acceptance of the alpine ski sport. In his opinion, the Schneehase played the role of the powerful singer Luciano Pavarotti. My highly motivated team and I are proud to introduce the Scheehase with a new structure and fresher design. I assumed this task with awe and respect for the Schneehase’s fascinating tradition and warmly congratulate my predecessors and their teams for their fantastic accomplishment. The latest edition of the Schneehase now contains the following four chapters:

Chapter 1: History and Tradition Chapter 2: Future and Innovation Chapter 3: Personalities and Values Chapter 4: Club Life and Results

The first chapter entitled “History and Tradition” presents some of the mesmerising history of skiing and the SAS to young people. The lead article sheds light on the role and creation of the Schneehase itself. Then, it tells the nearly one-thousand-year history of cross-country skiing and summarises the story of the Kandahar Ski Club. It also shares the carefully safeguarded 85-year-old tradition of the oldest competitive alpine ski race, the Anglo-Swiss. Finally, it discusses the early history of the club’s expeditions and looks at how women entered the SAS. Ultimately, our future is also determined by our past! The second chapter, “Future and Innovation”, discusses topical subjects from our era. Recurring themes are the continued development of skiing and winter sports as well as alpinism, global warming and sports medicine. We learn how Swiss Ski got back on the road to success and how extreme skiers have now conquered almost all of the existing eight-thousand-metre peaks. We also wanted to make a modest start in addressing the often controversial topic of global warming and thus highlight the development of snow climatology in Switzerland. Three prominent doctors have put their pens to paper to analyse health topics related to ski sport and have even made recommendations. The SAS with all its intellectual capabilities has always been very creative. One very good example of this creativity is an institution that was co-founded by as SAS member and strongly influenced by other members over the years – the Court of Arbitration Editorial

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for Sport. In the end, innovation is a determining factor in the future of our sport and intellectual development. “Personalities and Values”, the third chapter, portrays prominent persons from the world of sport who displayed special merit, such as the first Central President of the SAS, the best cross-country skier of all time, as well as other SAS icons whose profiles are presented along with a description of their contribution to our sports community. A look at our values and how they developed completes the picture enabling us to examine the role and values of sport in general as well as the famous SAS spirit. So what else is new in the Schneehase? There are three new features. First, all 37 editions can now be found on the SAS website; reading is made easier by page turning and search functions. Second, the Schneehase is now almost trilingual, with French and English articles each accounting for 25% of the entire content. The lead for each article is also translated into the other two languages. And third, to ensure long-term funding for the Schneehase, a special tax-exempt association has been founded. Now I would like to thank all those who have contributed to this edition of the Schneehase. My sincere thanks go to my new Schneehase team and to the Stämpfli company, particularly Susann Trachsel, Christoph Bigler and Markus Lehmann, for their organisational and technical support over the last three years. Of course, I would like to thank all the authors most sincerely, including contributors from French-speaking Switzerland, Norway and England, for their exciting articles and fascinating pictures. Finally, I am most grateful to the many sponsors, donors and promoters whose generous contributions and donations have made it possible to finance this publication. In conclusion, I hope that you, the reader, will enjoy the latest Schneehase!

Zurich, May 2011

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Editorial

Ivan Wagner Chief Editor


Dank   Remerciements   Thanks

Die Realisierung der 38. Ausgabe eines Werkes wie Der Schneehase ist nicht ohne grosszügige finanzielle Unterstützung von Sponsoren, Gönnern und Donatoren möglich. Neu übernimmt der «Gemeinnütziger Förderverein zur Herausgabe des Ski-Jahrbuches der Schneehase» die Koordination der Finanzierung. Wir danken den folgenden Organisationen und Einzelpersonen für ihren wichtigen Beitrag zum guten Gelingen dieses Schneehasen: Hauptsponsoren FIS, Fédération Internationale de Ski, Oberhofen BASPO, Bundesamt für Sport, Magglingen

SAS-Zentralvorstand SAS-Stiftung, Schwyz

Sponsoren Amstutz Max Berg Truls D. Bertherat Philippe

Choffat Paul Kessler Robert Manpower

Nater Hans SAS Norge Schweizer Jürg

Spoerry Christoph Stutzer JoJo Swisscom

Wagner Ivan Weber Philipp

Egli Urs Heuer Jack Holzer Fritz Hottiger Urs E. Hotz Jörg

Kessler Martin Krulis-Randa Jan S. Lacour André Lingjaerde Tor Lonnevig Rolf

Reinhart Anton Ringdal Rolf Salvisberg Peter Schmid Sebastian Schüpbach Urs

Sieger Kurt Staub Andri Stern Philippe Walser Peter Wiki Heini

Bussard Michel Calame Philippe R. Cattaneo Pascal Chavannes Pierre Choffat Paul Comte René Conne Jean-Marie Darbellay Alain de Courten Christian de Lavallaz Jacques de Pfyffer François Dellenbach Stefan Dold Richard Dysli Pierre-François Egeli Rudolf A. Eggen Karl Enzler Karl Faber Alex Fassbind Ruedi Favre Eric Firmenich Fred-Henri Flückiger Andreas Fontana Renato Frey Walter Fuhrer Andreas Gasner Christian Gattiker Gian-Fadri Gattiker Guolf J. Gericke Hermann Girardet Patrice

Glarner Rudolf Glatthard Nils Gohl Martin Golaz Alain Gossweiler Marc Grüter Hans Gugler Thomas Hählen Beat Hammer Bruno Heer Lorenz Hertig Jean Pierre Hirschy Rosemarie Hodler Beat Hodler Martin Hollenweger Emil Holzer Andreas Hoppeler Thomas Hörning Anthony A. Hug Franz Hug Luzius Hug Thomas Hunkeler Urs Imseng Raoul Jaeger Urs Jezler Christoph Kaufmann Stefan Kessler Andreas Kind Camillo Kiser Beat Köchli Ossi

Koechlin René Koenig Hans W. Koller Arnold Kopp-Tanaka Peter Kunz Eduard Lacour Claude Lanter Max Leuenberger H.-P. Loopuyt Jan Losinger Lars Losinger Vincenz Lüthi Werner Marmet Jürg Meidinger Urs Michel Jean-Cédric Michel Pierre Moor Ueli Mottaz Alain Muller Charles Müller Jenny Nater Christoph Nielsen Jack T. Oltramare Patrick Paquet Jacques Pasquali Franco Peter Christian Pfanner Daniel Pinoesch Jon Plattner Jürg Poncet Pierre-Etienne

Rageth Christoph Reinhart Alex Rey Michel Rochat Charles-Henri Rochat Christian RØd Mårten Rosset Frédéric Rossner Hanspeter Rüedi Peter Ryser Dave Schaeppi Ulrich Schaeppi Urs Schild Dres Schlegel Andreas Schmid Christoph Schmid Oliver Schmidig Urs Schnyder Philipp Schrafl Constantin Siegwart Armin Spielmann Richard Stähli Markus Stäubli Christoph Stäubli Hans-Ulrich Stauffer Jean-Pierre Steinebrunner Max Steinegger Jürg Stöcklin Wilfred P. Strässler Hans-Rudolf Streiff Ullin

Gönner Ador Thierry Argand Luc Burger Max M. Dehli Arne Kristian Du Pasquier Denis Donatoren Ackermann Christoph Aerni Dominik Aerni Paul O. Almer Markus Almer Thomas Anda Gratian Andina Francesco Astrup Alf G. Baehni Thomas Baumgartner Jacques Bebie Fritz Beck Albert Berg Truls D. Berney Jean-Louis Berry Pepo Biagini Renzo Bidiville Marc Bigar Francis Binkert Christoph Bornand François Brandt Dominique Branger Jan Brauchli Peter E. Braun Bianca Braun Karl-Walter Brechbühl Jean Broccard Jean-Jacques Brunner Felix Burckhardt Christoph Burlet Franz

Stüssi Ulrich Suter Caspar Terrin Stéphane Tétaz Luc Tochon Bernard Touron Alain Trachsler Herbert Troller Alexander Troller Kamen Vidi Luca von Siebenthal Rudolf von Wurstemberger C. Vuilliomenet Jean-Cl. Wagner Jobst Wahlen Jean-François Walpen Alexander J. Walpoth Beat Walser Peter Walti Beat Waser Christian Weder Walter Welten Bernhard Wild Ralph Willi Jürg Wirth H. Conrad Wittenwiler Fredi Woronovski Bamse Zuppinger Peter

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Geschichte und Tradition Histoire et tradition History and Tradition


Ein Schneehase wird Federfuchs – zur Pioniergeschichte des Schneehasen Raoul Imseng Ehrenmitglied, Schriftleiter Der Schneehase 1975–1996, SAS Zürich

Für die halsbrecherischsten Sprungartisten des Snowboardsports gibt es den full double full full, was ein himmelhoher Wirbel mit dreifachem Salto und vier Schrauben sein soll. Nachdem man nach dieser Boardsprache wieder nüchtern ist, bleibt die Frage, ob Arnold Lunn, der professionale Skisportfighter aus dem British Empire – auch schon full full – von solch akrobatischen Flugpirouetten träumte, als er den auf nordisch eingeschworenen Bossen der damals noch jungen FIS den Antrag stellte, alpine Skimeisterschaften ins Programm zu nehmen. Wäre er erfolgreich geblieben ohne den schon zu jener Zeit elitär auftretenden SAS? Waren es nicht die united voices des Arnold Lunn, des SAS und dessen brillanter Publikation Der Schneehase, diese drei Tenöre also, die dem alpinen Rennsport zur internationalen Anerkennung verhalfen? Wir sind der Meinung, dass unter ihnen Der Schneehase die Rolle des stimmgewaltigen Luciano Pavarotti spielte. Sehr abgehoben ist auf der Umschlagklappe des Jahrbuchs 1934 zu vernehmen, der Schneehase sei ein Aristokrat im ursprünglichsten und schönsten Sinn des Wortes, denn er verdanke seine hervorragende Stellung im Buchstabenwald nur seinem einzigartigen Inhalt in Wort und Bild. Aus dem Jahrbuch eines zahlenmässig unbedeutenden EliteSkiclubs habe Dr. Walter Amstutz – einer der Gründer des Schweizerischen Akademischen Skiclubs und prominentester Förderer des alpinen Skisports – eine Publikation wachsen lassen, deren Wert und Bedeutung alle Veröffentlichungen dieses Charakters unbestreitbar überrage. Solche salbungsvolle Huldigung kann nicht von der Schriftleitung selbst stammen. Der Panegyriker bleibt unbekannt. In den Statuten, die die drei Gründer am 26. November 1924 in Kraft setzten, war kein Publikationsorgan vorgesehen. Trotzdem erschien am 15. Dezember 1925 – die Mitgliederzahl war auf 32 angewachsen – bereits eine Schrift mit dem Titel: Der Schneehase. Redaktor Hermann Gurtner, erster Präsident des SAS, stellte mit ihr an allen Hochschulen der Schweiz den Club vor, und es wurden 16

Ein Schneehase wird Federfuchs

bereits Delegierte in Zürich, Basel, Lausanne, Genf und St. Gallen als Repräsentanten genannt. Als oberstes Ziel nannte der Schriftleiter die Entwicklung einer zuverlässigen Fahrtechnik für Akademiker, nachdem sich viele vom Stockreiten zum Skifahrer durchgerungen hatten, aber dann bei einem Minimum an Können stecken geblieben seien. Jedes Mitglied trete dem Club als Hase bei, der durch Vorstandsbeschluss bei gutem, zuverlässigem Fahren zum Schneehasen erhoben werde.

Hasen-Evangelium Dieses Hasen-Evangelium war demnach den Gründern Leitbild. Gurtner schrieb in der Einleitung, der SAS – das grafisch stilisierte Akronym erschien schon 1927, ab 1932 in modernisierter Form – sei ein noch junges Häslein, dem aber aller Voraussicht nach die Löffel noch wachsen würden. Er fügte aber paradoxerweise bei, bekanntlich laufe der Hase schlecht bergab. Dabei war es aber gerade Programm der Gründer, das Skifahren als Abfahrtssport zu lancieren. Dem Bild eines zu Tal fegenden und flitzenden Abfahrers hätte eine Gemse besser


Arnold Lunn: “The essence of sport is the invention of an artificial problem for the pleasure of solving it.”

entsprochen, aber es blieb nun mal beim putzigen Hasen und Schneehasen, der kraftvoller und wehrhafter ist als er sich in seinem modischen Winterpelz gibt. Das erste nunmehr gedruckte Jahrbuch (Der Schnee-Hase) erschien zwei Jahre später im Dezember 1927 und umfasste die Jahre 1924 bis 1927. Zum Geleit schrieb Walter Amstutz, es gebe bis heute kein Jahrbuch deutscher oder französischer Zunge, das den Abfahrts- und den Slalomlauf richtig vertrete. Einzig der Ski Club of Great Britain habe in unermüdlichem Eifer schriftstellerisch für den Wettkampf im Abfahrtslauf gearbeitet. So habe gerade das prachtvolle englische Skijahrbuch allein

den Skifahrer richtig zur Geltung kommen lassen. Skifahren wird damit in Gegensatz gestellt zu Skilaufen. Nach Henry Hoek, einem überaus fleissigen Autor des Jahrbuchs, neben Arnold Lunn und Alex Keiller schon 1927 Ehrenmitglied, benützt der Skiläufer die Stöcke «zur Fahrbeschleunigung», der Skifahrer aber «als Gleichgewichtserhalter, Drehund Stützpunkte oder als Bremse». Nun war es aber keineswegs so, dass das «Skifahren», eigentlich Ski-Abfahren, bis dahin nicht in Gebrauch war, nicht einmal sporadisch ein sportlicher Wettkampf dazu. Bereits um die Jahrhundertwende kam es zu ersten Gipfelbesteigungen mit Ski. Viele heute bekannte Feriendestinationen Raoul Imseng

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Inserate aus den Jahrbüchern 1928 und 1930. Oben: Die «Attenhofer Alpina-Bindung» ist den älteren SASlern noch bestens bekannt. Walter Amstutz erfand dazu das Rezept einer Spannfeder. Sein Skimodell war breiter als das einem Langlaufski ähnlichen «gewöhnlichen» Modell.

rühmen sich, erste Skikurse veranstaltet zu haben, Saas-Fee z.B. bereits 1902. Der Skiclub Glarus wurde schon 1893, der Berner 1899 und der erste Zürcher Club 1901 gegründet. In meinem Beitrag über Oskar Hug in diesem Jahrbuch ist zu lesen, dass sportbegeisterte Luzerner um 1905 an den Hängen des Mülimäs am Pilatus ihre Schwünge übten, und es braucht keine grosse Fantasie, um sich vorzustellen, dass diese Innerschweizer ihr Können irgendwie in einem Wettbewerb massen. Aber solche Sportanlässe waren exquisit und ausgefallen. Nicht aber u.a. für jene Briten, die um Arnold Lunn in Mürren Schneespiele ersannen, um im Wettstreit Spass und Unterhaltungsstoff zu haben. Von Lunn stammt ja, wenn ich mich richtig erinnere, ein intelligenter Ansatz für eine Definition dessen, was Sport ist, nämlich: «The essence of sport is the invention of an artificial problem for the pleasure of solving it.» Diese Briten steckten Abfahrtsläufe aus und stritten sich aber auch um die Plätze im Torlauf, im Slalom. Und es ist weiter amüsant, dass das Wort vom norwegischen «slalåm» stammen soll, zusammengesetzt aus «sla» (steiler Hügelabhang) und «låm» (Skispur), da sich ja unsere Norsker lange gewehrt haben, solchen Unsinn in ein Wettkampfprogramm aufzunehmen. Es ist sicher allen SASlern geläufig, dass unsere Gründer und Mitglieder der ersten Generation die Ideen der Briten übernahmen und nun mit diplomatischem Geschick und beharrlichem Durchsetzungsvermögen aus vorderster Front Abfahrt und Slalom in Landesverbänden und schliesslich in der FIS zum Durchbruch verhalfen. 18

Ein Schneehase wird Federfuchs


Buch der Abfahrt Der Schneehase, ab 1934 als «Buch der Abfahrt» bezeichnet, wurde nun zum Forum für intellektuell anspruchsvolle Plädoyers. Neben seinen eigenen Protagonisten zog die gehaltvolle, auch grafisch professionell gestaltete Schrift Autoren aus nahezu allen Ländern an, die den Skisport kannten und die Entwicklung der alpinen Skiwettkämpfe unterstützten. Der SAS organisierte die ersten grossen nationalen und internationalen alpinen akademischen Skiwettkämpfe, und das Jahrbuch war seine eigene Presse. Es begann vom Start weg ambitiös mit dem zweiten Universitäts-Wettkampf England–Schweiz (dem späteren Anglo-Swiss) in Grindelwald/Mürren, der Schweizerischen Akademischen Skimeisterschaft zuerst in Mürren, dann in Pontresina, und 1926 mit internationalen Universitäts-Skiwettkämpfen in St. Moritz. Hier nur kurz zum Abfahrtslauf vom 11. und 12. Januar 1925: In der TschuggenAbfahrt nach Grindelwald kam es wie in Mürren für die erste Auflage zu einem Massenstart, diesmal mit zwölf Teilnehmern, gefolgt von einem Hart- und Weichschneeslalom. Die Abfahrtsstrecke führte auf einer Länge von an die sechs Kilometer und 900 Metern Höhendifferenz. Der Bericht erwähnt den Sturz Salvisbergs kurz nach dem Start mit Bruch des Unterarms und Verletzungen an der Schläfe mit kurzer Betäubung, doch konnte der zähe Kämpfer noch aufholen und den vierten Platz erringen, rund drei Minuten nach dem Sieger Amstutz. In den Disziplinen ist zunächst auch noch eine Prüfung im Seilfahren anzutreffen, beim Weichschneeslalom als kniffliges Hindernis ein Sprung über eine Mauer, dann der Sprunglauf sowie 1927 als Entgegenkommen an die Kommilitonen aus Deutschland – «Achtung vor dem hohen Stand ihrer athletischen Durchbildung» – der Langlauf. Durchgeht man die Themen der ersten acht Jahrbücher (1927 bis 1934), die bis dahin weitgehend durch grossformatige Inserate finanziert worden waren, kristallisieren sich folgende Schwerpunkte heraus: – Redigieren, Propagieren und Weiterentwicklung von Wettkampfordnungen – Berichte über Skitouren – Behandlung von technischen Fragen, u.a. zur Zeitmessung – Formeln für die Errechnung von Kombinationsrennen

– Vorstösse bei den Verbänden: SSV/FIS – Ellenlange Rennresultatlisten

Debattierwettkampf an Kongressen Was unsere SAS-Grossväter und -Urgrossväter in ihrem heiligen Gefecht für die Förderung des alpinen Skisports befeuerte, kann aus den Einleitungen der Redaktion und aus den Jahresberichten der Präsidenten, soweit mit Skipolitik zusammenhängend, herausfiltriert werden. Der 2. Zentralpräsident des SAS, Oskar Hug, berichtet 1928 von einer Eingabe des SAS an den SSV, Abfahrt und Slalom als alpine Disziplinen in das Programm der Schweizerischen Skimeisterschaften aufzunehmen. Wohl vorgängig dazu war ein gleicher Vorstoss des Skiclub of Great Britain beim Internationalen Skikongress in St. Moritz erfolgt, dessen Generalsekretär Graf Hamilton dem Vorhaben wohlwollend gegenüberstand. Der SAS erhob ihn flugs zu seinem Ehrenmitglied. Die FIS empfahl den Landesverbänden, diese alpinen Wettkämpfe zur Probe auszuschreiben. In den Hinterköpfen der FIS-Bosse glimmte vielleicht der Gedanke, ein solches Wintersporttheater im Vergleich zu Langlauf und Springen von minderwertiger Athletik werde von Raoul Imseng

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Slalom-Ideen aus dem Jahrbuch 1928. Was für ein Vogel schoss die Bilder? Der Hang wurde grosszügig ausgefahren. Was war das Salz in der Suppe: die Wenden oder die Schneisen? Links: Höhendifferenz zirka 200 m. Rechts: Von zwei Läufern verschieden gefahren.

selbst verglühen. Es könnte sein, dass ihm solches Spiel vorkam wie mir heute Beachvolleyball im olympischen Programm. Dem Jahrbuch 1928 lag bereits eine 34-seitige Schrift bei als «Wegweiser für Abfahrts- und Slalomläufe», printet by King and Hutchings, Ltd., Uxbridge, Middlesex, England. Basierend auf der Chronologie der Anträge an FIS und Landsverbände darf wohl festgehalten 20

Ein Schneehase wird Federfuchs

werden, dass die Briten als Vorreiter und der SAS im Schlepptau, aber mit Arnold Lunn als Primus hier und dort, die alpinen Disziplinen Abfahrt und insbesondere den Slalom erfunden, als Wettkampfform entwickelt und den Reglementierungsprozess vorangetrieben haben. Arnold Lunn haben wir ältere SASler noch alle erlebt. Ich kann mich an eine Liftfahrt im Badrutts Palace in St. Moritz er-


innern, als Lunn zustieg, natürlich aus der Bel Etage, und zum Anglo-Swiss-Apéro in der Lounge mit zwei umgebundenen Kravatten erschien. Dazu passende diskrete Hinweise nahm Lunn mit Humor. Dass der SAS führend war, geht u.a. auch aus einem offenen Brief an ihn von Dr. K. Roesen, erstem Vorsitzenden des Ski-Gaus München im bayrischen Skiverband hervor, der im Band 1, Nr. 2, des Jahrbuchs veröffentlicht worden ist. Dieser Verband zog damals noch die Kombinationswertung mit Lang- und Sprunglauf der Abfahrt vor. Er sieht aber bereits im Slalom als Skifahrtest mit beherrschter Geschwindigkeit gegenüber dem Abfahrtslauf mit freier Routenwahl eine gute Ergänzung, da irgendwelche draufgängerisch und kopflos ins Tal sausende als Aussenseiter siegende Fahrer dort keine Chance haben. Roesen rief dem SAS zu, die noch Ungläubigen, vor allem die Nordländer, zu bekehren sei nun Sache des SAS und der Engländer. Mit ähnlichen Voten meldeten sich der Hauptvorstand des Tiroler Skiverbands sowie die Skiclubs Arlberg, Schwarzwald und Innsbruck. Auch der Präsident des Sportamts des VSS (Verband Schweizerischer Studentenschaften) unterstützte die Initiative des SAS vorbehaltlos. In der Rückschau wirkt natürlich vieles belustigend, aber der Stand der Reglementierung war doch schon weit fortgeschritten. So heisst es, die Läufer dürfen ihre Ausrüstung während des Rennens nur mit Reparaturwerkzeugen flicken, die sie auf sich tragen. Oder: Ein Läufer, der seine Ski absichtlich als Schlitten benützt, wird disqualifiziert. Weiter: Seehundsfelle dürfen nicht verwendet werden. Bei Ausführungen zu Modellen von Slalomtoren heisst es z.B. beim Vergleich drei verschieden starker Wettkämpfer, der Letzte und Spitzfindige durchfahre drei Tore in gerader Schussfahrt mit der bestimmten Absicht, an einem sorgfältig ausgesuchten Platz zu stürzen und sei dann sofort wieder unterwegs zur nächsten Kombination, die er, unterbrochen durch kurzes Absitzen, erreicht. Amstutz beschrieb dies als Schuss-Bum-Technik. Vergnüglich sind ab dem 1928er-Jahrbuch teilweise aber auch Texte auf der prominenten Umschlagrückseite, Inserate oder als solche vorgegebene flammende Appelle. Als ausnehmend skurriles Beispiel Folgendes (gekürzt, unterzeichnet vom zweiten Zentralpräsidenten des SAS, Oskar Hug):

Heil Ciao! Schneehasen und Hasen! Der Winter ist da! Bereitet Euch vor zu neuen Taten! Bereitet Eure Geschmeidigkeit und Kraft, Schnelligkeit und Härte, Ausdauer und rasche Überlegung! Schaltet aus Eure täglichen Genüsse; werdet hart mit Euch selbst. Stählt Euren Körper durch tägliches Üben und kaltes Wasser. Gehaltreich, leicht und schmackhaft sei Eure Kost. Mit kluger Berechnung mengt Natur mit Kunst, unterstützt die Erstere durch Letztere. Nur wer Hochwertiges einnimmt, gibt ebensolches wieder ab. Unter allen künstlichen Nährmitteln kann ich Euch eines empfehlen, und das ist Ovomaltine. Sie hält, was sie verspricht.

«Kein Mensch hat dem Skisport mehr geschadet als Arnold Lunn» Einmal lanciert, weitete sich die Begeisterung für die neuen Ideen rasch aus und unterhöhlte zunehmend in den Alpenländern die Dominanz der nordischen Disziplinen. Nach Hug ging es dem SAS darum, die Studenten von ausgesteckten Langlaufstrecken weg ungebundener in die Berge zu locken als Ausgleich zum strengen Berufsstudium. Damit gerieten die besten Alpinen des SAS (Amstutz, Reuge, Roch) nun aber auch in Konkurrenz zu Läufern anderer Länder, und das Siegen wurde rarer, zumal es heisst: Die Italiener kennen unsere Technik und werden nicht verfehlen, durch unermüdliches Training zu grossen Leistungen zu kommen. Dass aber an den Akademischen WinterWeltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo im Januar 1928 den Norwegern ein Start zum Abfahrtsund Slalomlauf von ihrem Verband nicht erlaubt war, dürfte bei dessen Abneigung gegen spleenigmodernistische Trends kein Nachteil gewesen sein. Im Jahrbuch 1928 wird ein Norweger zitiert, der sich dahingehend äusserte, kein Mensch habe dem Skisport mehr geschadet als Arnold Lunn. Nebenbei: Die Cortineser Rennen waren unterstützt von den Gruppi Universitari Fascisti. Es wurde weiter getüftelt. Beim Slalom, so fand man heraus, müssen bei der Wende die Flaggen so hoch sein, dass es den Läufern verunmöglicht ist, das Umspringen durch Beinheben zu erleichtern. Bei der Abfahrt sprach man von absichtlichen Stürzen, um kurz die Muskulatur zu entspannen oder die Richtungsänderung zu erleichtern. Raoul Imseng

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Walter Amstutz: oberster Federfuchs und erster Schriftleiter Das Jahrbuch 1929 erschien bereits mit einem Umfang von 137 Seiten. Dazu kamen 32 Inseratseiten, worunter St. Moritz, Gstaad, Gurnigel, Pontresina, Mürren, St. Anton, Brünig-Hasliberg, Grindelwald, Engelberg, Klosters für ihre Stationen warben. Auch wird ein Ski- und ein Bindungsmodell Dr. W. Amstutz angeboten, wobei hier sicher auch festgestellt werden darf, dass es Walter Amstutz, der für den SAS sicher mehr als irgend sonst ein Mitglied geleistet hat, verstand, von ihm indirekt auch hohen Nutzen zu ziehen. Die Redaktion des Schneehasen, der in der Skisportwelt immer grössere Beachtung fand, wurde auch zur Plattform für seine eigene Karriere als Kurdirektor von St. Moritz (Tel. 149, St. Moritz), später als Verleger und Kunstsammler. Die Freundschaft mit den Briten – sein Anglophylismus führte zur Edition anspruchsvoller Übersetzungen englischer Literatur und Lyrik – wurde zur Startrampe als erfolgreicher Importeur von Landwirtschafts-Equipment (Massey Ferguson) und verschaffte ihm den Zugang zur britischen Gesellschaft in, an schweizerischen Massen gemessen, schwindliger Viertausend-Meter-Höhe. Ja, es begannen für ihn dort sogar die Hochzeitsglocken zu bimmeln (Haus Palmer) und bei der Queen-Euphorie Englands kam es 1984 als Höhepunkt – jetzt taumeln wir in Achttausend-Meter-Sphären – zu einem Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire (OBE), in recognition of his important contribution over many years to the furtherance of relations between Switzerland and Great Britain. Dies darf ohne negative Wertungen gegenüber Walter Amstutz festgehalten werden. Ich hatte als späterer Schriftleiter des Schneehasen so starke Bindungen zu ihm, dass ich überzeugt bin, er hätte dieser Deutung ohne Vorbehalt zugestimmt. Der Skisport war zu einem lukrativ-anschwellenden Wirtschaftsfaktor geworden, und der Schnee-Hase, wie der Titel bis 1930 noch geschrieben wurde, war nicht nur zum Buch der Abfahrt, sondern zur Bibel und zur päpstlichen Bulle des alpinen Skirennsports geworden. Der SAS hatte in Walter Amstutz einen Schriftleiter, der dank seinen eigenen Sportleistungen, seiner nahezu ergebenen Freundschaft zu Arnold Lunn und seinem aufopfernden Bemühen für die Aufnahme der alpinen Disziplinen in die nationalen und internationalen Rennprogramme einen 22

Ein Schneehase wird Federfuchs

Der Internationale Skiverband (FIS) beschloss 1930 in Oslo und Finse (Norwegen), § 3 der «Internationalen Wettlaufordnung» durch einen 2. Absatz zu erweitern. Bisherige Version: Internationale Skiwettkämpfe dürfen nur ausgeschrieben werden als (a) Sprunglauf, (b) Langlauf 15–18 km, (c) Dauerlauf 30–60 km, und als (d) kombiniertes Rennen, Sprunglauf und Langlauf von 15–18 km. Der neue 2. Absatz lautete: Ausserdem können ausgeschrieben und durchgeführt werden: (e) Abfahrtslauf, (f) Slalomlauf und (g) kombiniertes Rennen, Abfahrts- und Slalomlauf und Mannschaftslauf.

gewandten und stilsicheren Publikationenchef. Und ich bin überzeugt, dass er «seinen» Schneehasen Jahr für Jahr in einsamer Arbeit bewältigte, denn Teamwork war nicht sein Rezept. In einer revolutionären Entwicklung des Skirennsports in Europa von der Exklusivität nordischer Wettkämpfe hin zur Gleichstellung mit alpinen stand Walter Amstutz als Chef des Schneehasen im Brennpunkt überraschender Neuerungen, die nicht nur auf den Wettkampfplätzen, sondern auch in den Kurorten für Aufsehen, Parade, Gesprächsstoff und Begeisterung sorgte.

Ovomaltine Als weiterer komödiantischer Einschub sei hier vermerkt, dass auch der Schriftleiter himself auf der


Grindelwald mit seinem Megaphon nach: Trink Ovomaltine, um mehr zu leisten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese archaischen SASler mit diesem ehemaligen Urschweizer-Getränk, von Schweizerinnen und Schweizern für Schweizer Kehlen aus schweizerisch verarbeitetem Kakao hergestellt, etwas anderes als vielleicht sogar bitteren Spass gegen den aufkommenden Nationalsozialismus Deutschlands hatten. Wenn der SAS nicht mehr vom Humor, auch dem sarkastischen, lebt, dann stirbt er.

Neue Skiverfassung

Ein Schneehase erobert St. Moritz.

Umschlagseite seines 1929er-Jahrbuchs als Appell an die aktiven Schneehasen der zweiten Akademischen Weltwinterspiele in Davos schrieb: Wenn wir im kommenden Winter unsere Farben an den II. Akademischen Weltwinterspielen in Davos rühmlich vertreten wollen, so muss das bereits eingesetzte Training mit aller Ausdauer systematisch bis zum Vorabend der Wettkämpfe durchgeführt werden. Die T. C. des SAS ermahnt Euch daher, das vorgeschriebene Training streng einzuhalten, damit Ihr die Sausefahrt vom Olymp standsicher beendigt. Erinnert Euch dabei an die drei Regeln: Ausschalten von Rauchen und Trinken, regelmässige Lebensweise und Ovomaltine! Diese Ovomaltine-Religion fällt auf. Sie wird – abgeschwächt – in den folgenden Ausgaben als Aufruf hoher SAS-Funktionäre fortgesetzt. Wie muss das gewertet werden? Handelte es sich um (bezahlte) Schleichwerbung, um echte Überzeugung, um eine Art Doping-Empfehlung oder um einen Scherz? Noch Willy Bürgin als Ziel-Speaker rief mir bei meiner Zieleinfahrt nach offenbar mässiger Zeit im Langlaufteil eines Pentathlon in

Die Mitgliederzahl des SAS war bis 1929, also fünf Jahre nach Gründung, auf 103 angewachsen, und damit immer noch äusserst schmalbrüstig, um Jahr für Jahr ein so hervorragend illustriertes Werk vorzulegen. Leider haben wir keine Auflagezahlen. Der SAS wird sein Jahrbuch sicher zielgerichtet gestreut haben, um seine Ideologie zu verbreiten und um Unterstützung zu werben. Die eigenen Ansprüche schürte die Erwartungshaltung der Sportwelt, und diese trieb die Chefredaktion zu noch höherem Flattern. Das kompetente Jahrbuch war zum Planer und Architekten einer neuen Skiverfassung geworden und der SAS mit den von ihm organisierten Rennen zum Vorreiter für den Streit um die Gleichstellung der alpinen mit der nordischen Kombination. Da die FIS zunächst nur schleppend den Forderungen der Alpenländer nachgab, entstand in den Katakomben der AlpinPromotoren sogar der reaktionäre Plan, einen eigenen internationalen Abfahrtsverband (Engländer, Schweizer, Deutsche und Österreicher) zu schaffen. Es ging darum, den starken Widerstand der Nordländer, allen voran der Norweger, zu unterlaufen. Im Jahrbuch 1929 erschien schon siegessicher ein Beitrag unter dem Titel Götterdämmerung! Doch die Nordländer gaben nicht nach. Anlässlich der zweiten Akademischen Weltwinterspiele 1930 in Davos – die Bezeichnung Akademische Weltmeisterschaften war untersagt! – waren keine Norweger, Schweden und Finnen am Start. Aus 13 europäischen Staaten und aus den USA hatten sich total 324 gemeldet für die Rennen Langlauf, Sprunglauf, Abfahrt, Slalom und Skistaffellauf. Kurdirektor Amstutz organisierte in St. Moritz das erste Kilometer-Lancé. Den Fliegenden Steinbock – Bären hatten die wackeren Bündner Jäger seit 1902 ausgerottet – gewann Gustav Lantschner Raoul Imseng

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Der fliegende Steinbock von St. Moritz. Wanderpreis für den Sieger im KilometerLancé.

vor seinem Bruder Otto mit einer Geschwindigkeit von 105,675 km/h. Die Gebrüder Lantschner aus Innsbruck waren auch die grossen Abfahrtssieger in Davos (Parsenn-Furka nach Küblis) mit Zeiten von 17 und 17,05,6 Minuten. Das 1930er-Jahrbuch feierte einen weiteren Antrag für die alpinen Rennen, indem die FIS nun grosszügig reglementierte, an internationalen Skiwettläufen könnten ausserdem (nach allen nordischen Disziplinen) auch die alpinen ausgeschrieben werden. Der Schriftleiter haderte: Noch sind Abfahrts- und Slalomlauf rennprogrammatisch nicht auf den Boden der Gleichberechtigung gestellt. Im wieder sehr umfangreichen Jahrbuch erschienen die ersten Vierfarbenbilder, und erneut gab es einen Schlussschwung mit Ovomaltine. In den nächsten drei Ausgaben 1931 bis 1933, alle noch im erstgewählten Format und mit einem lichten Schriftbild, zeichnet sich indessen die Wende ab. Der Titel des redaktionellen Einleitungstexts lautet jetzt stolz: Après La Bataille. Der SAS hatte seine Ziele erreicht, und etwas sorgenvoll schrieb Amstutz ein Jahr später im 1934er-Schneehasen, dem ein neues Outfit verpasst worden war: Abfahrt und Slalom sind bei uns und auch international anerkannt – und dazu haben die 220 SASler auch einen Teil beigetragen. Mit der Anerkennung dieser Disziplinen sind wir beim Abschluss unseres 24

Ein Schneehase wird Federfuchs

10. Clubjahrs um einen der Hauptpunkte in unserem Programm gekommen. Es ist daher heute an der Zeit, dass unser Club sich nach einem neuen Wirkungskreis umsieht. Der SAS hatte als akademischer Club den alpinen Disziplinen zum Durchbruch verholfen. Er war entscheidend an einer bedeutenden Weiterentwicklung des Skisports beteiligt sowie auch die Akademischen Alpenclubs Bern und Zürich ein neues Verständnis des Alpinismus erreicht hatten. Wenn dieser in der Schweiz bei den Akademikern die Pioniere suchte, so schrieb Amstutz in einem Überblick über die SAS-Jahre 1924 bis 1934, so sagten wir uns, dass auch der Skisport durch die Akademiker entwickelt werden kann. So hiess unser Schlachtruf einerseits: Bahn frei dem Abfahrts- und Slalomlauf, und andererseits, Burschen heraus, weg vom Biertisch an das Steilbord!

Epilog Zu stark bin ich als vierter Schriftleiter mit unserem Schneehasen beschäftigt gewesen, als dass ich über dessen Entstehung lange nachgedacht hätte. Es ist der Verdienst von Ivan Wagner, dem neuen Schriftleiter, dieses Thema aufgebracht zu haben. Hier sind die ersten zehn Jahre in Kurzfassung behandelt. Weitere werden folgen.


Jakob Kielland, SAS Zürich, erreichte in St. Moritz im Kilometer-Lancé mit dieser Spezialausrüstung 1933 eine Maximalgeschwindigkeit von 129,310 km/h. Er benützte Ski mit einem Gewicht von 32 Kilo und einer Länge von 2,80 Metern.

Zurück und abschliessend zu SAS-Streichen: Amstutz feierte in seinem Résumé nun auch die grossen Studentenspässe mit Skijöring, gezogen von den zwei Clubwagen mit Pierre von Schumacher und Hermann Gurtner am Steuer und längs der kurvenreichen alten Berner Oberländer Kan-

tonsstrasse an allen Polizeiposten, Fahrzeugen und Fuhrwerken vorbei. Start in Bern, Ziel entweder Lauterbrunnen oder Grindelwald. Durchschnittsgeschwindigkeit nicht unter 60 km/h! Das war der SAS der elitären Bande, das waren noch Zeiten!

L’histoire pionnière du Schneehase

The Pioneering Story of the Schneehase

Les as du snowboard ont le full double full full, une figure en plein ciel consistant en un triple saut périlleux combiné avec quatre vrilles. Une fois ces termes clarifiés, il reste la question de savoir si le vaillant représentant de l’Empire britannique, Arnold Lunn, qui consacra sa vie à la promotion du ski en tant que sport de compétition, rêvait de telles envolées lorsqu’il demanda aux patrons de la jeune FIS, qui ne juraient alors que par le ski nordique, d’inclure les compétitions de ski alpin dans leur programme. Aurait-il réussi à faire passer cette idée sans l’appui du SAS, déjà perçu alors comme élitaire ? N’est-ce pas grâce à l‘unification des voix de trois ténors – Arnold Lunn, le SAS et cette brillante publication qu’est le Schneehase – que le ski alpin de compétition est parvenu à une reconnaissance internationale ? Nous estimons, quant à nous, que dans ce trio, c‘est bien le Schneehase qui a tenu le rôle de ténor principal, tel Luciano Pavarotti.

For the boldest of snowboarding stunt artists, there is the full double full full, a high-flying feat involving three flips and four twists. Once you wrap your mind around that snowboarding term, you might still wonder whether Arnold Lunn, the British Empire’s great promoter of Alpine ski racing, ever dreamt of such acrobatics when he proposed that the staunch advocates of Nordic disciplines, the leaders of the still young FIS, include the alpine ski championships in their programme? Would he have continued to be so successful without the already elitist SAS at that time? Was it not the united voices of Arnold Lunn, the SAS, and its brilliant publication, the Schneehase, acting as the “three tenors” of alpine racing, that introduced the sport to world audiences? We believe that among them, the Schneehase played the role of the powerful singer Luciano Pavarotti.

Raoul Imseng

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History of Cross-Country Skiing Roland Huntford Author and former journalist, England

Although the development of modern skiing into the sport we know today started in the nineteenth century, the use of skis for transport is much older. Recent research suggests that its history goes back thousands of years more. This article takes us through the history of skiing; starting at the last ice age, showing evidence of activities on skis from the distant past, and leading all the way to today’s Holmenkollen!

A century ago, the ski had its ultimate triumph when Roald Amundsen and four other Norwegians won the fight for the South Pole. They skied up to the coveted spot on 14 December 1911, well ahead of their British rivals under Robert Falcon Scott. The last great terrestrial discovery had simply turned out to be the longest ski race in history. In figures, the round trip was 2,714 km, which is 32 Vasalopps, 50 Birkebeinerrenn or 65 Engadine

Amundsen & Company at the South Pole on skis.

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History of Cross-Country Skiing

Marathons end to end, taking 99 days, with a daily average of 27 km, at a speed of roughly 4 km per hour. Added to this, some 890 km were on the polar plateau at an altitude of 3,000 m or more. Amundsen and his men did have dogs to haul their sledges, so they could concentrate on the skis that brought them to their goal. All this was as it should be, since the Norwegians invented modern skiing.


10,000 year old ski stick, wooden object from Star Carr in Yorkshire, about 8000 BC, excavated by Professor J. G. D. Clark from Cambridge in the 1950s. It is probably the shovel-like top of a prehistoric ski stick.

The worlds oldest ski finds, from left; from Kalvaträsk, Sweden, from Salla in Finland, and from Drevja, Norway, all carbon-dated to ca. 3200 BC.

Who actually invented skiing is another matter altogether. That is lost in the mists of time. Probably the earliest known evidence is a ski stick from around 8000 BC. Surprisingly, it was found in the North English county of Yorkshire, at an archaeological site called Star Carr. It was excavated by Professor J.G.D. Clark, the Cambridge archaeologist, who was a pioneer of Mesolithic research. The Star Carr stick has a narrow shovel-like top used, amongst other things, for testing the consistency of snow. It is now to be seen in the Museum of Archaeology and Anthropology of the University of Cambridge. It resembles other prehistoric discoveries and, until quite recently, a pattern that survived among the Lapps of Fennoscandia.

The oldest relics of skis themselves date from the Mesolithic, around 6000 BC. They are fragmentary ski tips unearthed by the Ukrainian archaeologist Grigoriy M. Burov at a dig called Vis in northern Russia, near the White Sea. Thereafter, the archaeological record is silent until around 3000 BC and the Neolithic era, with discoveries at Drevja, Kalvträsk and Salla, in the northern marches of Norway, Sweden and Finland respectively. Of these, the Kalvträsk find is the most important. It is by far the earliest discovery of a complete ski outfit: one almost whole and one fragmentary ski together with a ski stick. The Kalvträsk ski is remarkably sophisticated, tapering elegantly from tip to heel, with a bare sole adapted to the loose Roland Huntford

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snow with which it had to deal. By contrast, the sole of the Drevja ski was almost certainly covered by fur, partly to cope with wet snow, but mostly to dampen noise, so as not to startle the prey. The ski was then essential for the hunt and an instrument of survival for prehistoric northern men. The Kalvträsk ski stick is almost identical with that from Star Carr, five thousand years earlier, showing the durability of good design. After the Kalvträsk group, the excavation of prehistoric skis has preponderantly belonged to Fennoscandia, Finland in particular. However, recent discoveries of cave drawings in the Altai Mountains of Sinkiang in northwestern

Fennoscandia and Fenno-Scandinavia are geographic and geological terms used to describe the Scandinavian Peninsula, the Kola Peninsula, Karelia and Finland. Geologically, the term also alludes to the underlying Fennoscandian Shield of Norway, Sweden, Finland, which is the exposed portion of the Baltic Shield and is over 3.1 billion years old. In a cultural sense, Fennoscandia signifies the historically close contact between Sami, Finnish, Swedish, Norwegian and Russian peoples and cultures. Unlike the term “Nordic countries”, Fennoscandia does not include Denmark, Iceland, Greenland or other geographically disconnected overseas areas. The White Sea – Baltic Canal is often considered the limit that separates Fennoscandia from the Russian landmass.

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History of Cross-Country Skiing

China perhaps confirm the prehistoric existence of skis in central Asia. Petroglyphs on the Mongolian side – the Altai are a frontier range – tell the same tale. Intriguingly, in that region, there is a pocket of indigenous skiing with skis like living fossils, which might be copies of the Kalvträsk find five thousand years before, down to vertical holes for the long thong bindings, which characterise both. When the Star Carr stick was in the hands of some prehistoric skier, the last ice age was ebbing out, and the British Isles were still linked by a land bridge to the continent. This makes England the westernmost tip of a vast skiing crescent across northern Eurasia, which, in the light of later developments, bespeaks a certain irony. It also begs the question of how, when and where the ski was invented. If you accept multiple, parallel discovery, it is all academic. If, however, you are a diffusionist, which broadly speaking I am, you believe that invention happens once, and then spreads outwards. It is generally believed that the ski was invented in central Asia, probably in or near the Altai Mountains. I am not so sure. The archaeological record is ambivalent. Near Voronezh in central Russia, pottery shards have been discovered, with a drawing of a skier with two sticks. Dating from 1500 BC, it is the first of its kind, and testimony of sophistication. Before and after, in other regions, a single stick was long the rule, because the ski was predominantly associated with the hunt, and a stick often doubled as a spear. Two sticks implies travel and transport. The Voronezh find belongs to the Abashevo, an obscure Bronze Age culture. It is Indo-European, and knew the horse and the wheel – the ski incidentally is older than the wheel. All this suggests a southwestnortheast path of development. Personally, on the basis of certain cave drawings, I believe that the ski was invented during the last ice age by the Palaeolithic Cro-Magnon people of southern France some twenty thousand years ago. The ski followed the reindeer, as the ice cap retreated to the north. One branch made its way northwards into Fennoscandia; the other swung east into Siberia, ending in Sakhalin and the Ainus of Japan. There are obscure hints of skiers in classical Western and Chinese literature. Among the ancient Greeks, for example, there was Abaris, to whom Apollo gave an arrow “which he rode across . . . impassable ground . . . as if walking on air”. In China


Abashevo Bronze Age culture, ca. 1500 BC near Voronezh, Russia. Skier with two sticks. After Pryachin, 1970. Cambridge University Library.

of the third century BC, the Shan Hai Ching, a semi-mythical work, mentions the Ting-Ling, “people with . . . horses hooves” who have “a single arm holding a stick in order to walk”. Abaris was a Hyperborean (“beyond the north wind”), a mythical people with a disreputable existence from Hesiod to Virgil. The Ting-Ling are mirrored in the West by Hippopodes (Greek for “horse feet”). Hyperboreans and Hippopodes are early intimations of northern peoples. The earliest concrete allusion to ski, however, dates from the seventh century AD in a Chinese work, the Bei Shi or “northern history”. It mentions the northern Shiwei, a central Asian tribe, the ancestors of the Mongols, who, when “there are large amounts of snow on the ground . . ., ride on wood”. This is the first of several references in classical literature. Although the Chi-

Fennoscandian find: The world’s oldest known fragment of a ski, carbon-dated between 6300 and 5000 BC, from Vis, northwestern Russia. Underneath the ski tip one can see a wedge-like protuberance. It is carved as an elk’s head pointing towards the rear. It was evidently designed as a brake to prevent slipping backwards – a forerunner of modern waxless cross-country skis.

Fennoscandian find: Cave carvings from Snåsa, Norway, the so-called “Bøla-man” is considered “Norway’s oldest skier”, from near 4000 BC.

Roland Huntford

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trous hunt on skis of a magic elk by a heroic figure called Lemminkäinen. The Old Norse Sagas are dotted with references to skis, most famously those by King Harald Hardråde, who wrote a scaldic poem, in which he boasted that he was “master of eight arts”, which included skiing. He was a little touchy about his pre-eminence on the ski track and not above pulling royal rank, besides a questionable trick or two, to secure his primacy. Early western European knowledge of skiing derives mostly from Olaus Magnus, the sixteenthcentury Swede, who was the last Catholic archbishop of Sweden before the Reformation. In 1555, he published his “Historia de Gentibus Septentrionalibus” – “An Account of the Northern Peoples”. It is a vast work of over 800 pages, but not at all pedantic, and in it he elaborates on the ski both in hunting and in war. However, he breaks new ground In Chinese writings from the Tang Dynasty (618–907), the ski was called “Mu-Ma”, which means “wooden horse”, because the equipment made it possible to gallop across the snow. The picture shows a version from the fifteenth century (Ming Dynasty).

nese did not ski themselves – they were describing the border tribes – they had their own word for ski, Mu-ma, or “wooden horses”. The original western reference to skis comes from Paulus Diaconus, a Lombard monk of the eighth century AD, who lived in Italy and wrote a history of the Lombards. They came from Scandinavia, said Paulus, where there lived a tribe called “Scritobini [who] pursue wild beasts . . . by springing and bounding on a piece of wood curved like a bow”. The identity of the Scritobini has been much discussed, but they were probably ancestral Lapps or Finns. Whatever the historical reality, Paulus associated skiing with Scandinavia, or more correctly, Fennoscandia, and there lies the cradle of skiing as we know it. Four peoples are concerned: Finns, Lapps, Norwegians and Swedes. To this day, although there has been much borrowing between their languages, skiing terminology has remained virtually separate. This suggests that they learned skiing independently from another earlier source. Each has their own term for ski, a loan word from Norwegian. It is skid in Swedish, suksi in Finnish and Sabek in Lappish. Skiing is anchored in Fennoscandian folklore. It is enshrined in the Kalevala, the national epos of Finland. The thirteenth canto is devoted to a disas30

History of Cross-Country Skiing

Illustration from a tale in the “Old Norse Saga”, illustrating the Viking Arnjot Gelline saving two men from hostile followers by skiing with both of them upon his own skis in the year 1026. The logo of the Norwegian Ski Association has an ancient origin dating back nearly a thousand years.


by showing that the ski is not only utilitarian, but a sporting implement as well. Skiers compete “exactly as, on the running track, one wants to overtake in order to win the prize”. By a quirk of history and geography it was the Norwegians who eventually invented skiing as a modern sport. This was a consequence of the Enlightenment, a by-product of which was nationalism as we know it. In the late eighteenth, and early nineteenth century, Norwegian poets and writers romanticised winter as the national season; the first ever to do so. The main consequence was that the ski, so long part of national life, became the symbol of national identity, again the first of its kind. A unique topography, having mountains intertwined with towns, helped the process. By an accident of history, the district of Telemark became prominent in the process, although other provinces, such as Trøndelag, around the ancient capital, Trondheim, or the central valley of Østerdalen also played their part. All this was part of the drive to independence. Norway had been subject to Denmark since the fourteenth century, and then, after the Napoleonic wars, under the suzerainty of Sweden. Independence only came in 1905. Meanwhile, the Norwegians constructed the sport of skiing as we know it. They created mountain skiing and skiing as a pastime besides a competitive sport. They developed the Nordic events of cross-country and jumping, evolved technique, and established the first rules of competition. In Christiania, as the capital, Oslo, was then called, the first national event arose. It began in 1879 with the annual Huseby competition on the then outskirts. In 1892, climate change forced its removal to Holmenkollen up on the escarpment of Nordmarka, the skiing playground of the city, and to this day, as the culmination of the international racing season, a kind of Nordic Olympia. As a by-product, the Norwegians also developed the two turns telemark and christiania, derivation obvious, which are the foundation of all later downhill technique. Also out of Norway came the socalled waisted telemark ski, which, too, is the foundation of all modern skis. It was in fact the creation of Fritz Huitfeldt, one of the great pioneers, and the architect of modern skiing. His telemark ski appeared in 1896. Two years earlier he had launched the first modern binding with fixed metal toe-irons, which bore his name, and revolutionised the sport.

Norwegian Sondre Norheim, recognised today as the father of telemark skiing, popularised a new style of turn, where one ski was advanced in front of the other and the heel was raised on the rear ski, with the skier in a very bent knee position. It was the late 1800s and skiing was shifting from a mode of transportation to a form of recreation. Although no one can say for certain if it was Norheim who first invented the tele technique, he is widely credited with introducing the turn to the skiing world in jumping competitions. Norheim would land his jumps in the tele stance and finish with a stylish and smooth telemark turn. Soon other skiers from Norheim’s hometown of Morgedal, a village located in the rural county of Telemark in the southern part of Norway, adopted the new turn.

The spread of skiing was due to Fridtjof Nansen, the Norwegian polymath and polar explorer and one of the founders of modern neuroscience; by his crossing of Greenland on ski in 1888, he launched skiing as a universal sport. One of the oddities of the story is that modern skiing actually has its roots both in Norway and Switzerland. The proof lies in the number of Swiss Alpine hotels called Christiania. This celebrates the Norwegian connection, both through the reference to the capital city, and the turn of the same name. It symbolises the fact that the Norwegians developed skiing as a pastime but the Swiss invented the ski resort. Roland Huntford

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In a neat little footnote to history, the earliest known Swiss skier was Johann Josef Imseng, the parish priest of Saas-Fee in Valais. In 1849, he is known to have skied there – not for pleasure, but as transport in the course of his parochial duties, it has to be said – on a pair of skis made by his own hands. He had no known contact with Scandinavia, but probably got the idea from one of the German encyclopedias which described Scandinavian skiing. He is one of the unsung pioneers. This does not detract from the fact that the Norwegians brought skiing to the Alps, and Davos was the first modern ski resort. This goes back at least to the 1870s and 1880s. It was the foundation of the whole winter sports industry, a billion dollar affair, as we all know, to our benefit, or otherwise. Historically, this is a bit unfair. Other countries also have a claim to skiing, at least of the Nordic kind. Russian sources dating back to the Middle Ages, for example, mention the ski, usually in war and conquest. The Russian language has its own word for ski – lyzhi; so does Polish with narte. But the fact remains that for a variety of reasons, skiing as a pastime and a competitive sport is a Scandinavian invention; witness slalom and loipe, both Norwegian loan words in a variety of languages. Returning to its roots, skiing in Norway remains a symbol of national identity. The curve of the Holmenkollen ski jump above the Oslo skyline replaces the equestrian statues of national heroes in other countries. The symbolism is intriguing. A ski jumper can hurt nobody but himself.

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History of Cross-Country Skiing

Fridtjof Nansen in 1883. His book about his crossing of Greenland on skis in 1888 was translated into several languages and contributed substantially to the launching of skiing as a universal sport.


The new Holmenkollen ski jump, built for the 2011 Nordic World Championships in Oslo.

Die Geschichte des Skilanglaufs Obwohl die Entwicklung des modernen Skisports zu dem Sport, wie wir ihn heutzutage kennen, im 19. Jahrhundert begann, ist die Verwendung von Ski als Fortbewegungsmittel um ein Vielfaches älter. Jüngste Nachforschungen stellen die Vermutung an, dass sie schon vor Tausenden von Jahren geschah. In diesem Beitrag wird der Leser auf eine Reise durch die Geschichte des Skifahrens mitgenommen, beginnend bei der letzten Eiszeit, vorbei an historischen Belegen für Aktivitäten auf Ski bis hin zum heutigen Holmenkollen.

L’histoire du ski de fond Si le développement du ski moderne dans le sport que nous connaissons de nos jours a bel et bien commencé au 19e siècle, l’usage de skis comme moyen de locomotion est bien plus ancien. Des recherches récentes suggèrent que son histoire remonte à des millénaires. Cet article nous emmène à travers l’histoire du ski, depuis la dernière ère glaciaire, en passant par des preuves antiques d’usage de skis, jusqu’à l’actuel Holmenkollen !

Roland Huntford Author and former journalist Roland Huntford was born in Cape Town in 1927 and has worked as a correspondent for the Observer in Helsinki and Stockholm. As a dedicated skier, he often visited the Norwegian mountains, and this enthusiasm led to his interest for Norwegian polar heroes and the history of skiing. In the 1980s–90s, he wrote celebrated biographies of the polar explorers Fridtjof Nansen, Robert Scott, Roald Amundsen, and Ernest Shackleton. Roland Huntford is a Senior Member of Wolfson College, Cambridge, and a former Alistair Horne Fellow at St. Antony’s College, Oxford. He also knows Switzerland well, having skied in Valais and Grisons for decades and having worked for the UN in Geneva for some time. During his research of the polar expeditions, he finally had collected enough material about the history of skiing (even from the Schneehase!) for a book; “Two planks and a passion” came out in 2006 and was first published in Norwegian by Aschehoug (publisher: William Nygaard, member of SAS). Roland Huntford’s book has given him a reputation of one of today’s most important ski historians.

Roland Huntford

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Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen 1966–1985 Jürg Schweizer Präsident SAS-Alpinstiftung, SAS Zürich

Grimmsky (1912–1988), wie er auch genannt wurde, war eine charismatische Persönlichkeit und prägte die Alpinismus-Aktivitäten im SAS während über zweier Jahrzehnte. Als erfahrener Bergsteiger wurde er Tourenchef im Zürcher Zentralvorstand 1965–1968. In dieser Funktion begnügte er sich aber nicht mit der Organisation und Durchführung von Touren oder Tourenwochen in der Schweiz, vielmehr organisierte und leitete er ab diesem Zeitpunkt fast im Jahresrhythmus Bergsteigerreisen und Expeditionen auf sechs Kontinenten. Seiner Neugier und Reiselust folgend, war es ihm ein besonderes Anliegen, die Natur, unbekannte Landschaften, Land und Leute und deren fremde Kulturen kennenzulernen und seinen Begleitern nahezubringen. Mit Zielstrebigkeit, Führungskraft und Humor gelang es ihm, junge und weniger junge SASler zu gewinnen und mitzureissen. Hans Grimm wuchs in Basel auf, studierte Zahnmedizin und war schon früh Sportler mit Leib und Seele. Er erwarb das Skilehrer-Brevet und war so viel wie möglich in den Bergen unterwegs, häufig begleitet von seiner Frau Marianne, die ebenfalls das Brevet besass. Schon 1940 liessen sie sich in Wädenswil nieder, wo Hans eine Zahnarztpraxis übernehmen konnte. Wenn er nicht auf einer grossen Tour war, liebte er Wanderungen und später Touren mit Marianne und der Tochter, aber unter seinem unerbittlichen Tempodiktat. Als Major der Gebirgssanität leitete er jahrelang Sommer- und Wintergebirgs-Ausbildungskurse. Er war begeisterter, ja leidenschaftlicher Alpinist, als für ihn eine Sternstunde schlug: Er konnte sich dank seiner grossen Erfahrung und seinen medizinischen Kenntnissen an der Schweizer Everest-Lhotse-Expedition von 1956 beteiligen. Diese wurde für ihn, der mit 44 Jahren der Zweitälteste war, für das ganze Team und für die Schweizer Expeditionsgeschichte zu einem Höhepunkt. So gelangen nicht nur die Zweitbesteigung (mit SASler Jürg Marmet) und Drittbesteigung des Everest, sondern bei stürmischem Wetter auch die Erstbesteigung des Lhotse, des mit 8501 m vierthöchsten Achttausen34

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen

ders: eine Zweierseilschaft mit Ernst Reiss und Fritz Luchsinger, der später auch an mehreren GrimmskyExpeditionen teilnehmen sollte. Wegen einer Schulterluxation auf dem EverestSüdsattel (etwa 8000 m) blieb Hans ein weiterer Aufstieg verwehrt. Die Teilnahme an dieser Expedition trug ihm im Freundeskreis den Titel «Sir Grimmsky of Kathmandu» und die Übernamen «Himalaja-Grimmsky» oder kurz «Everest-Grimm» ein, zur Unterscheidung von einem gleichnamigen Zahnarzt im Nachbardorf Horgen. Er hielt in der Folge viele Vorträge und schrieb auch einen 13-seitigen Bericht für das Jahrbuch des Schweizerischen Alpenclubs von 1957 «Die Alpen». In einer Zeit, da die «Eroberung» der Achttausender ein grosses Thema war und Begriffe wie «Angriff», «Bezwingen» und «Kampf mit dem Berg» häufig waren, charakterisierte er seine Haltung mit dem bemerkenswerten Satz: «Sprechen wir nicht von Sieg über unsere herrlichen Gipfel, sondern neigen wir uns in aller Bescheidenheit vor ihrer erhabenen Grösse, und nehmen wir den Erfolg entgegen als einmaliges, wunderbares Geschenk.» Wie verschiedene Autoren in früheren Ausgaben, so hat Christine Kopp im letzten Schneehasen


Hans Grimm. Foto: Lux Schweizer

die Verdienste von Hans Grimm um den Alpinismus im SAS hervorgehoben (vgl. Literaturverzeichnis). Es wuchs nun der Wunsch, Hans mit einer Zusammenstellung der von ihm organisierten und geleiteten Expeditionen eingehender zu würdigen. In vergangenen Schneehasen finden sich meist ausführliche Berichte, teils aber nur kurze und leider dreimal gar keine (vgl. Expeditionsverzeichnis).

Der Beginn – zwei Expeditionen nach Afrika 1966/67 Den Artikel «Der SAS auf neuen Wegen» im Schneehasen Nr. 29 beginnt Hans mit dem Satz: «Als Tourenchef im Zentralvorstand Zürich hatte ich im Jahre 1965 die Idee, einmal eine Bergfahrt im Ausland zu unternehmen.» Aus diesem «einmal» wurden in 20 Jahren 18-mal! Erstes Ziel war Afrikas höchster Berg, der Kilimandscharo (5895 m), damals noch ein vermeintlicher Sechstausender (6010 m), mit Anreise über Nairobi und Pirschfahrt im Tsavo-Park. Die heutige Standardroute führte in vier Etappen über drei Hütten (2800 m, 3800 m und 4700 m) zum Gipfel. Typisch

für Hans΄ grossen Drang zum Gipfel war der direkte Aufstieg in vier Tagen, ohne den heute normalen Ruhetag auf rund 3700 m Höhe oder einen längeren Anstieg auf einer anderen Route (vgl. «Wege am Kilimandscharo» von Christoph Jezler im Schneehasen Nr. 37). Selbst mit Ruhetag ist der Aufstieg für eine gute Anpassung an die Höhe eigentlich zu schnell. Es verwundert daher nicht, dass Jürg Lindecker im Schneehasen von einem «armseligen Häuflein wankender, aschfahler Gestalten» berichtet. Den Gipfel so zu erreichen, erforderte eine starke Willensleistung und war ein grosser Erfolg. Hans΄ Führungsstil am Berg umschreibt der Autor so: «… hat unser Leiter seinen üblichen, leicht selbstironischen Konversationsstil abgelegt und führt eine richtiggehende, militärisch präzise Befehlsausgabe durch; überhaupt wird sein Umgangston mit zunehmender Höhe immer schärfere Akzente annehmen …» Bereits bei diesem ersten Unternehmen legte Hans grossen Wert auf einen kulturellen Teil der Reise (weitere Pirschfahrten u.a. auch im Amboseli-Tierreservat), ein Parallelprogramm für Begleitpersonen (am Indischen Ozean) und sogar die Möglichkeit einer Zusatzreise ins damalige Rhodesien. Schon diesmal formierte sich der harte Kern, der für die nächsten zehn Jahre Bestand haben sollte: Walter Amstutz, Mitgründer des SAS und späterer Ehrenpräsident, die späteren Ehrenmitglieder Willy Bürgin und Ueli Campell sowie Ernst Meyer und Lux Schweizer, der mit acht Teilnahmen inskünftig treuste Begleiter. Dem gelungenen Start am Kilimandscharo folgte mit dem am Äquator liegenden, klettertechnisch anspruchsvollen Mt. Kenya (5199 m) gleich das zweite Ziel in Afrika. Auch hier fällt der rasche Aufstieg auf, mit Übernachtungshöhen von ca. 3000 m, 4500 m, 4800 m und ebenfalls schon am vierten Tag dem Aufbruch zum Gipfel. Die fünf Teilnehmer, in zwei Seilschaften aufgeteilt, holten relativ rasch eine früher gestartete, ihnen unbekannte Zweierseilschaft ein und kletterten gemeinsam mit dieser weiter. Das verlangsamte jedoch vor allem die Abseilmanöver im Abstieg, was wegen der am Äquator früh hereinbrechenden Dunkelheit zu einer ungeplanten Nacht in einer Biwakschachtel für vier Personen auf knapp 5000 m führte, dies allerdings zu siebt! Dem Abstieg, mit einer Fernsicht bis zum Kilimandscharo, und dem Rückmarsch folgte eine wunderbare mehrtägige Reise durch Äthiopien. Jürg Schweizer

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Lux Schweizer, Hans Grimm und Walter Amstutz am Galenstock, 1972. Archiv: Lux Schweizer

Erstmals mit Ski 1968–1971 Als grossen Freund des Langlaufsports zog es Hans für das erste Unternehmen mit (Langlauf-)Ski nach Norwegisch-Lappland. Eine grosse Gruppe von 15 Läufern bewältigte in vier Etappen eine Strecke von rund 150 km, den Materialtransport übernahmen Einheimische mit Rentierschlitten. Ein Höhepunkt war die Beobachtung einer wild lebenden Rentierherde von rund 1500 Tieren. Im «Unternehmen weisses Ren» betitelten, tagebuchähnlichen Bericht äussert sich Lux Schweizer zur Herausforderung, eine Gruppe SASler zu führen: «Der Expeditionsleiter ist sich bewusst, dass er markante Persönlichkeiten, profilierte Individualisten, ausgeprägte Einzelgänger zu führen haben wird!» Hans Grimm selbst wird ebenso humorvoll zitiert: «Quer durch Lappland mit schwierigen Menschen, durch schwieriges Gelände, unter erschwerten Umweltsbedingungen.» Im selben Jahr erschloss Hans dem SAS mit Peru einen weiteren Kontinent. In der Cordillera Blanca waren die Besteigungen des Ranrapalca (6162 m) und des Traumberges Tocllaraju (6032 m) die ersten nicht nur vermeintlichen, sondern wirklichen Sechstausender der SAS-Expeditionen. Erstmals 36

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen

dabei war Fritz Luchsinger, 1956 Erstbesteiger des Lhotse. Mit seiner Erfahrung stärkte er Hans den Rücken und übernahm die Führung am Ranrapalca, als die Gruppe im Abstieg in die Dunkelheit geriet. Walter Amstutz schwärmt in seinen Aufzeichnungen von einem «Meisterstück der Orientierung» und «traumwandlerischer Sicherheit». Wie andere Berichte, so enthält auch dieser grossartige Fotos von Walter Amstutz, dank seiner mit Zubehör 6 kg (!) schweren Hasselblad. Das erste Unternehmen mit Tourenski führte in Marokkos hohen Atlas, dessen Viertausender ausgehend von der auf 3200 m gelegenen Neltnerhütte, für Skitouren bestens geeignet sind. Eine spektakuläre Leistung erbrachte dabei der Gruppensenior Willy Bürgin, dessen Skiausrüstung auf dem Hinflug vorübergehend verschollen war. Er erstieg deshalb den höchsten Berg Nordafrikas, den Toubkal (4165 m), nicht mit Ski, sondern mit Steigeisen an Turnschuhen. 1971 folgte nach dem Kilimandscharo schon der zweite der «Seven Summits», der jeweils höchste Berg jedes Kontinents. Eine abenteuerliche Reise führte hinter den eisernen Vorhang in die Sowjetunion zum Elbrus (5642 m), wiederum mit Ski und einer Rekordteilnehmerzahl (17). Dank der 1970


Lux Schweizer, Hindukusch, 1972. Archiv: Lux Schweizer

Hans Grimm, Hindukusch, 1972. Foto: Ivan Wagner

gegründeten SAS-Alpinstiftung konnte sechs jungen SASlern die Teilnahme finanziell ermöglicht werden. Es war das einzige Mal, dass Karl Weber, der mit seiner grosszügigen Spende die Gründung dieser Stiftung erst ermöglicht hatte, selbst dabei war. Trotz grössten bürokratischen Hürden, welche dank der Bekanntheit von Hans Grimm und Fritz Luchsinger gemeistert werden konnten, gelang schliesslich die Besteigung nicht nur des West-, sondern zwei Tage später auch des Ostgipfels.

Aufbruch in den Fernen Osten 1972 Für 1972 wählte Hans mit dem Gul Lasht Zom im Hindukusch, Pakistan, das erste Ziel in Asien, den mit 6657 m höchsten im Rahmen einer GrimmExpedition je erklommenen Gipfel. In blumigen Worten beschreibt Lux Schweizer die ca. 18-stündige, abenteuerliche Auto- und dann Jeepfahrt, welche die Gruppe von Rawalpindi nach Chitral (Ankunft 2 Uhr morgens) und anderntags in weiteren fünf Stunden nach Kuragh brachte. Mit 30 Trägern folgten ein klassischer viertägiger Anmarsch zum Basislager (4500 m) und dort zwei bis drei Akklimatisationstage mit Erkundungstouren. Ein Viererteam errichtete dann das

Peter Walser, Hindukusch, 1972. Foto: Ivan Wagner

Jürg Schweizer

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Grimm-Expeditionen 1966–1985

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Jeweils höchster Gipfel   1   2   3   4   5   6   7   8   9 10 11 12 13 14 15 16 17 18

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Kilimandscharo 5895 m, Tansania, 1966 Mount Kenya 5199 m, Kenya, 1967 Lappland, Norwegen, 1968 Ranrapalca 6162 m, Peru, 1968 Toubkal 4165 m, Marokko, 1970 Elbrus 5642 m, Sowjetunion, 1971 Gul Lasht Zom 6657 m, Pakistan, 1972 Karl Weber-Bjerg 1530 m, Grönland, 1973 Yala Peak 5520 m, Nepal, 1975 Demavend 5671 m, Iran, 1976 Citlaltepetl 5747 m, Mexiko, 1977 Chimborazo 6267 m, Ecuador, 1978 Mount Green 2847 m, Neuseeland, 1978 Lappland, Norwegen, 1981 Mount Victoria 3464 m, Kanada, 1982 Ararat 5165 m, Türkei, 1983 Mururata 5864 m, Bolivien, 1984 Toubkal 4165 m, Marokko, 1985

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen

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3+14

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J端rg Schweizer

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Hans Grimm in Isfahan, Iran, 1976. Foto: Lux Schweizer

Hochlager auf 5500 m und wagte bereits am nächsten Tag einen ersten Gipfelversuch («Angriff» gemäss Lux Schweizer), der aber am zu tiefen Schnee scheiterte. An diesem Tag erreichte ein zweites Team das Hochlager, mit Hansruedi Helbling, einem jungen athletischen SASler, der aber nach einer vorausgehenden Erkältung völlig erschöpft ankam. Tags darauf, am Tage des Gipfelerfolgs der ersten Mannschaft, war er an einem Lungenödem schwer erkrankt und nicht mehr ansprechbar, sodass der im Hochlager verbliebene Lux Schweizer notfallmässig einen Teilnehmer mit drei Hochträgern vom Basis- ins Hochlager beorderte. Der Erkrankte wurde von diesem Team in ein Notlager auf 5000 m und anderntags ins Basislager gebracht. Ein weitergehender rascher Transport in rettende tiefere Lagen war wegen zu grosser Distanzen und seines kritischen Zustandes undenkbar. Trotz damals bestmöglicher medizinischer Hilfe verstarb er in der folgenden Nacht. Ein Helikopter, den Peter Walser nach einem 24-Stunden-Gewaltsmarsch vom Hoch- über das Basislager ins nächstgelegene Dorf zusammen mit dem Verbindungsoffizier organisieren konnte, kam zwei Tage zu spät. Bergung, Rückführung des Verstorbenen in die Schweiz und 40

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen

die Begegnung mit seiner Familie forderten von Hans alle Kraft und waren für ihn einschneidende Erfahrungen. Von dieser Tragik liess sich Hans aber nicht vom eingeschlagenen Weg abbringen und organisierte für 1973 eine Expedition nach Grönland, die allerdings durch das schlechte Wetter stark beeinträchtigt wurde. Grössere Besteigungen und geplante Heliflüge fielen dem Regen zum Opfer. Kurze Aufhellungen nutzte Walter Amstutz konsequent für Farbfotos, mit denen er seinen umfassenden Bericht reich bebilderte. Die bis zu diesem Zeitpunkt durchgeführten ersten acht Expeditionen sind in den Schneehasen Nr. 29, 30 und 31 ausführlich beschrieben. Wer diese Pionierphase nachvollziehen möchte, dem sei diese Lektüre ans Herz gelegt. Die Schilderung der nächsten fünf ist im Schneehasen sehr kurz geraten. Die erste dieser fünf führte zurück nach Nepal, in das Land, in dem Hans an der legendären Schweizer Everest-Lhotse-Expedition von 1956 teilgenommen hatte. Diesmal war es ein Trekking ins unweit von Kathmandu, nördlich an der Grenze zu Tibet gelegene Langtang-Tal. Ausgehend von einer Höhe von 1400 m liess sich in drei Tagesetappen eine Hochebene auf knapp 4000 m erreichen, idealer Ausgangspunkt für die Besteigung des Yala Peak (5520 m) in weiteren zwei Tagen.

Lauter Vulkane 1976–1978 Als «kleines Jubiläum» ausgeschrieben war das 10. Unternehmen, die Besteigung des höchsten iranischen Berges Demawend (5671 m) mit Ski. Doch beim Abmarsch vom Gipfel, in nicht geschlossener Formation, erwischte ein Teilnehmer im dichten Nebel ein falsches Couloir. Erst beim Skidepot, 300 m unterhalb des Gipfels, wurde sein Fehlen bemerkt, da ein Paar Ski übrig blieb. Alles Suchen und Warten half nichts, so blieb nur die Abfahrt zur Hütte. Der Verirrte fand erst spätabends und nur dank der Hilfe eines Hirten zu einem Vorausdetachement zurück, das bereits zum nächsten Dorf abgestiegen war. So war er erst am nächsten Tag wieder mit der ganzen Gruppe vereint, ein glückliches Ende nach nervenaufreibender Ungewissheit. 1977 in Mexiko übernahm erstmals Dres Schild, SASler und Bergführer aus dem Haslital, die Verantwortung am Berg: eine Entlastung für Hans und


eine Verstärkung für das Team. Nach einer Autofahrt bis zur Hütte auf 4000 m wurden die Vulkane Popocatepetl (5462 m) und, nach einer Jeepfahrt bis zur Hütte auf sogar 4300 m, Citlaltepetl (5747 m), auch Pico de Orizaba genannt, zwecks rasanter Abfahrt mit aufgeschnallten Kurzski (1,20 m) erklommen. Letzterer ist der höchste Berg Mexikos und war noch nie mit Ski bestiegen worden. Auch bei den meisten folgenden Unternehmen führte Dres am Berg, so auch in Ecuador. Nach einer Einlauftour vor den Toren Quitos (Rucu Pichincha, 4698 m) erreichten in typischer SAS-Manier die einen den Cotopaxi (5897 m) mit, die anderen ohne Ski. Fritz Luchsinger war aber zu Fuss eine halbe Stunde vor den Skifahrern zurück in der Hütte (4800 m)! Mit dem Chimborazo (6267 m, 1500 Höhenmeter von der Hütte) gelang auch die Besteigung eines weiteren Sechstausenders. Wiederum bewährte sich die Taktik von Hans, die Gipfel zielstrebig anzugehen. So schreibt Dres Schild in den SAS-News: «Wir waren mit unserem Erfolg zufrieden: Alle acht Teilnehmer hatten beide Berge bestiegen, trotz misslichen Wetterverhältnissen, zu

Hans Grimm, Albert Bischoff und vorne Dres Schild bei der Hütte auf dem Popocatepetl, 1977. Archiv: Dres Schild

Ueli Gampell, Iran, 1976. Foto: Lux Schweizer

Hans Grimm auf dem Citlaltepetl, Mexiko, 1977. Foto: Dres Schild

Jürg Schweizer

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einer Zeit, da andere Bergsteiger nicht einmal den Hüttenanstieg wagten.» So war das Erreichen all dieser Vulkangipfel keineswegs selbstverständlich, zumal die Höhenanpassung immer nur ungenügend möglich war.

Die letzten sechs Expeditionen auf sechs Kontinenten 1978–1985 Im selben Jahr in Neuseeland blieb das Ziel, die Besteigung des Mount Cook, wegen zu grosser Lawinengefahr versagt. Eine herbe Enttäuschung vor allem für den erfolgsverwöhnten Hans, dessen besonderes Interesse immer dem höchsten Berg eines Landes galt. Trotzdem gelangen der mit fünf Teilnehmern ausnahmsweise kleinen Equipe zwei sehr schöne Touren, wobei Hans jedoch mit dem intervallartigen Laufstil des einheimischen Bergführers haderte. Eine Neuseelandreise gemeinsam mit Besuchern der Ruder-WM wurde mit einem Abstecher auf die Götterinsel Bali abgerundet. Im Schneehasen gar nicht erwähnt wurde die Rückkehr 1981 nach Norwegisch-Lappland mit Langlaufski für dieselbe Strecke wie 1968, diesmal aber von Ost nach West – mit dem Wind statt gegen den Wind. Wegen erneuter Hüftprobleme konnte Hans dieses eine Mal die Reise nicht selbst leiten. Über Klettertouren in den kanadischen Rocky Mountains 1982 mit dem Höhepunkt der klassischen Überschreitung des Mount Victoria (3464 m) berichtet Charles v. Wurstemberger im Schneehasen Nr. 32. Höflich verschweigt er allerdings das Unverständnis von Hans, dass die jungen SASler bei jeder sich bietenden, auch noch so unpassenden Gelegenheit Fussball spielten. Prompt ging eine Fensterscheibe des Transportbusses in die Brüche, worüber Hans sich masslos ärgerte. Die letzten drei Expeditionen waren allesamt mit Ski. Hans’ Vorliebe für Touren mit Ski lässt sich damit erklären, dass ihm so die Abstiege zu Fuss erspart blieben oder zumindest verkürzt wurden: Abstiege, welche ihm nach mehreren Hüftoperationen besonders Mühe und Schmerzen bereiteten. Den Gipfel des Ararat (5165 m), des höchsten Berges der Türkei, wollte Hans daher unbedingt mit Ski erreichen, auch wenn die ursprünglich früher im Jahr geplante Tour auf den Hochsommer verschoben werden musste. Kein Aufwand war ihm zu gross. So musste die Equipe die im Kurdengebiet einzig offiziell erlaubte Südroute verlassen, einen 42

Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen

Der Weg ist dort, wo der Bergführer geht; Dres Schild am Popocatepetl, 1977. Archiv: Dres Schild

ganzen Tag den Berg auf der Westseite nach Norden queren, um den nötigen Schnee zu finden. Auch durch fehlenden Brennstoff, knappe Nahrungsmittel, Schlechtwetter, unbekanntes Gelände und ein Hochlager inmitten grosser Geröllblöcke liess sich Hans nicht beirren. Die Belohnung war eine Skiabfahrt vom Gipfel bis unter 4000 m Höhe, bis zu den staunenden Einheimischen. Damit hatten sich alle die anschliessende Rundreise in der Osttürkei und in Kappadokien sowie den Besuch von Ankara und Istanbul redlich verdient. Mit welchen Unwägbarkeiten sich Hans oft konfrontiert sah, zeigte sich schon bei der Hinreise, als ein damaliger SASler auf dem Flughafen von Van fotografierte. Nicht allzu schlimm, denkt der Leser, aber das Objekt war die Phantom eines aus Iran geflüchteten Militärpiloten. Sehr schnell fand sich der vorwitzige Fotograf im eisernen Griff zweier Polizisten wieder. Auf Intervention von Hans entschärfte sich die brenzlige Lage glücklicherweise


bald. Dass der betreffende Fotograf später eine eigene Route zum Aufstieg ins Hochlager wählte, strapazierte die Nerven von Hans verständlicherweise erneut. Überraschungen negativer Art blieben auch 1984 in Bolivien nicht aus. Nach Ankunft in La Paz gaben die Beamten das Bergsteigergepäck am Flughafen für mehrere Tage nicht heraus. Der gerade erwähnte SASler war jedoch nicht nur des Fotografierens, sondern auch des Spanischen mächtig. In Verhandlungen mit den Beamten warf er ihnen auf gut spanisch Erpressung vor, zum Schrecken aller Anwesenden. Dass dies den Lauf der Dinge nicht beschleunigte, versteht sich von selbst. So wurde in Bolivien eine neue Bergkategorie geschaffen, diejenige der «Turnschuh-Fünftausender», deren Gipfel an der Schneegrenze ohne Bergschuhe und Bergausrüstung gerade noch zu besteigen waren. Nach Übergabe des eine Woche zurückgehaltenen Materials konnten in der Cordillera Real doch noch fünf teils zweitägige Touren durchgeführt werden.

Hans wurde oft auch bezüglich Ausrüstung seiner Begleiter geprüft. Als der Schreiber auf seiner ersten Gletschertour mit Steigeisen und Pickel vom Vater aus der Zeit des 2. Weltkriegs erschien, reagierte Hans, sonst durchaus kein Verächter von älterem Material, mit mitleidigem Erstaunen. Mit wenig Verständnis jedoch, als ein junger SASler 1985 in Marrakesch gestand, gar keine Steigeisen dabei zu haben. Kein Gegenstand, der auf dem lokalen Suk häufig anzutreffen ist. Ein talentierter Schmid konnte zum Glück mit seiner Handwerkskunst aushelfen und einen brauchbaren Ersatz herstellen. Die 1985 erfolgreiche Wiederholung der Skitouren in Marokko war das letzte von Hans organisierte und durchgeführte Unternehmen. Unvergesslich bleibt dabei die Devise von Dres Schild für den letzten Tag, dem Individualismus der SASler Rechnung tragend: «Jedem SASler seinen Gipfel.» Sonnenschein und ungefährliche Schneeverhältnisse erlaubten es allen, diesem Motto nachzuleben. Die Teilnahme von vielen jungen SASlern war Belohnung für die Hans eigene Gabe, auch jüngere SASler anzusprechen, zu motivieren, zu begeistern und zu führen. Gerade der Einbezug und die Förderung der Jungen war Hans ein stetes Anliegen. Mit einer von langen Busfahrten geprägten Rundreise in Marokko endete die so erfolgreiche Epoche grimmscher Expeditionen, typisch für den Unternehmergeist von Hans, auf einem Kontinent, den man mit Skitouren kaum in Verbindung bringt, demselben Kontinent, auf dem sie begonnen hatte.

Erinnerungen

Hans Grimm in Vollmontur. Foto: Lux Schweizer

In lebhafter Erinnerung bleibt auch das Talent von Hans, seine Begleiter mit Anekdoten, Erzählungen, Sprüchen und Witzen aller Art zu unterhalten. Auch wenn er in seinen späten Jahren den Aufstieg oft hart erkämpfen musste, konnte er auf dem Gipfel sogleich mit Spässen wieder loslegen, während sich andere ermattet hinsetzen mussten. Seine Fähigkeit, sich auf dem Gipfel rasch zu erholen, war eine Frucht jahrzehntelangen disziplinierten Ausdauertrainings. So nutzte Hans die Mittagspause in seiner Praxis konsequent fürs Langlauftraining oder zum Rollskilaufen. Die für sein Alter erstaunliche Kondition trug ihm im Freundeskreis auch das Attribut «Reinhold Messner der Senioren» ein. Hans eignete sich aber auch als Zielscheibe von Jürg Schweizer

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ironischen Bemerkungen, mit denen er auf den Arm genommen wurde. Dies führte aber auch zu Situationen, in denen er seinen Begleitern keinen Glauben schenkte. Wie auf einer Tour zum Sustenhorn, als er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es aus seinem Rucksack tropfe. Erst nach wiederholter Intervention glaubte er und fand als Ursache die liebgewonnene alte Thermosflasche, die zerbrochen war. Eine Ehrung zu seinem 75. Geburtstag erfuhr Hans mit den von Dres Schild geführten «Grimmsky Jubiläumstouren» im Veltlin, ausgehend von der Fornihütte. Wie sich zeigen sollte, waren diese von Schlechtwetter erschwerten Skitouren die letzten Touren im Kreise des SAS. Eine von ihm noch geplante Reise nach Australien entfiel wegen seines zu frühen Todes. Denjenigen, die das Glück hatten, an einer oder mehreren Expeditionen, Tourenwochen oder Vor-

bereitungstouren teilzunehmen, bleiben Erinnerungen an unvergessliche Bergtouren, begeisternde Kulturreisen, grossartige Erlebnisse und vor allem an Hans Grimm selbst. Seinen Ideen, seiner Initiative, seinem grossen Organisations- und Führungstalent sowie seinen arbeitsreichen Vorbereitungen haben sie all diese schönen Erinnerungen zu verdanken. Der Stiftungsrat der SAS-Alpinstiftung mit Tourenchef Christoph Jezler und Bergführer Dres Schild fühlt sich dem Erbe von Hans Grimm verpflichtet und hat die Tradition erfolgreich weitergeführt. Es ist ihm auch weiterhin ein Anliegen, die Erinnerung an Hans Grimm und seine Begleiter der ersten Stunde wachzuhalten. In diesem Sinne gilt der Ausruf von Hans Grimm im Schneehasen Nr. 31 noch heute: «Der Stein rollt immer noch!»

Les expéditions SAS avec Hans Grimm 1966-1985

On SAS Expeditions with Hans Grimm 1966–1985

Grimmsky (1912-1988), comme on l’appelait aussi, était une personnalité charismatique et il marqua de son empreinte les activités du SAS dans le domaine de l’alpinisme pendant plus de deux décennies. Montagnard averti, il fut chef randonnées dans le Comité central zurichois 1965-68. Dans cette fonction, il ne se limita pas à organiser et à conduire des sorties et semaines de randonnée en Suisse ; il organisa et dirigea presque chaque année des expéditions et voyages en haute montagne sur six continents. Suivant sa curiosité et son goût de l’aventure, il mit un point d’honneur à explorer et à faire découvrir d’autres horizons à ses compagnons :  la nature, des paysages nouveaux, des pays et des peuples avec leurs cultures étrangères. Bien des membres du SAS, jeunes et moins jeunes, furent séduits par sa détermination, son enthousiasme et son sens de humour.

Nicknamed Grimmsky (1912–1988), Hans was a charismatic figure and greatly influenced the Alpinism activities of the SAS for more than two decades. He was a seasoned mountaineer when he took over the touring activities of the Zurich Central Committee for the period of 1965 to 1968. He didn’t content himself with tours and touring weekends in Switzerland only, but organised and guided yearly expeditions and alpinism trips on six continents. Because of his own curiosity and wanderlust, he made a point of learning as much as he could about nature, unknown landscapes, foreign countries, people and their cultures and sharing his findings with his companions. With his determination, leadership and sense of humour, he inspired SAS members of all ages.

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Mit Hans Grimm auf SAS-Expeditionen


Artikel von und über Hans Grimm: Bürgin Willy: Grimm Hans: Grimm Hans: Kopp Christine: Kopp Christine: Marmet Jürg: Stüssi Ulrich: Waser Peter:

Ernennung zum Ehrenmitglied 1977, Der Schneehase Nr. 31, S. 146–147 Schweizerische Mount-Everest-Expedition 1956, Die Alpen 1957, S. 3–17 Der SAS auf neuen Wegen, Der Schneehase Nr. 29, S. 55 ... über Alpinismus-Pioniere im SAS, Der Schneehase Nr. 37, S. 196–198 Hans Grimm 1912–1988, Der Schneehase Nr. 37, S. 206 SASler über 8000 m, Der Schneehase Nr. 32, S. 123–124 Alpinismus im SAS, Der Schneehase Nr. 34, S. 214 Nachruf, Der Schneehase Nr. 34, S. 215–217

SAS-Alpinismus Expeditionsverzeichnis 1966–1985 Jahr Monat Land  Gipfel Autor SH Nr. Seite   1 1966 Januar   Tansania   Kilimandscharo 5895 m J. Lindecker 29 56–59   2 1967 Januar   Kenya   Mount Kenya 5199 m W. Amstutz 29 59–64   3 1968 April *Norwegen * L appland: von Kautokeino nach Karasjok L. Schweizer 29 64–68   4 1968 Juni     Peru  Ishinca 5530 m, Ranrapalca 6162 m 29 69–72 Tocllaraju 6032 m, Urus 5423 m W. Amstutz   5 1970 April *Marokko * Toubkal 4165 m 29 73–77 * Ouanoukrim 4089 m * Akioud 4030 m, *Afella 4045 m L. Schweizer   6 1971 Juni *   Sowjetunion * Elbrus 5642 m, *Ostgipfel 5621 m L. Schweizer 29 77–81   7 1972 Juli/August   Pakistan Gul Lasht Zom 6657 m L. Schweizer 31 102–107   8 1973 Juli/August *Grönland * Karl Weber-Bjerg 1530 m 30 151–168 und namenlose Gipfel W. Amstutz 117–128   9 1975 April/Mai   Nepal Yala Peak 5520 m im Langtang H. Grimm 31 108 10 1976 Mai *Iran * Demavend 5671 m H. Grimm 31 108 11 1977 Oktober *Mexiko * Popocatepetl 5462 m 31 108 * Citlaltepetl 5747 m H. Grimm 12 1978 Juli *Ecuador Rucu Pichincha 4698 m 31 109 * Cotopaxi 5897 m Chimborazo 6267 m H. Grimm 13 1978 November   Neuseeland Hochstedter Dom 2810 m 31 109 Mt Green 2847 m H. Grimm 14 1981 April *Norwegen * L appland: von Karasjok nach Kautokeino 15 1982 Juli   Kanada Mount Louis 2682 m 32 166–167 Mount Victoria 3464 m East Post Spire 2590 m Pigeon Spire 3156 m Ch. von Wurstemberger 16 1983 Juli *Türkei * Ararat 5165 m 17 1984 Juli *Bolivien   Incachaca 5030 m Colequejahui 5200 m * Chakiri 5300 m * Maria Lloco 5522 m * Chacaltaya 5421 m * Pequeno Alpamayo 5370 m * Mururata 5864 m, 18 1985 Mai *Marokko * Toubkal 4165 m * Ouanoukrim 4089 m * Akioud 4030 m, *Afella 4045 m

33 133–136

Ch. Schmid

*Expedition bzw. Gipfel mit Ski

Jürg Schweizer

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Les femmes et le SAS Jean-Claude Falciola SAS Genève

Une tradition sans de solides fondements peut-elle se suffire éternellement à elle-même ? Depuis la fondation du SAS, le débat sur l’admission des femmes n’aura jamais connu de cesse à telle enseigne que, pour se protéger à jamais de tout risque d’ingérence féminine, nos pères fondateurs avaient fermement ancré le principe d’un club exclusivement masculin dans les statuts du SAS. Le principe aura bien résisté 75 ans durant, mais tombera finalement par une voix en juin 2000. La chute du bastion Nous leur avions pourtant réservé un statut merveilleux, celui de cousine avec à la clé la possibilité d’une promotion à celui d’épouse. On ne leur demandait même pas de savoir skier, il suffisait qu’elles soient belles, drôles et sympas… et aussi un peu tolérantes. Mais nos chères cousines voulaient bien davantage. Aussi, un 17 juin 2000 à Gruyères, elles

Alix de Courten, première femme présidente de section (SAS Lausanne) avec Marc Hodler, Saas Fee – SAS-Opening 2004.

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Les femmes et le SAS

ont eu raison de nous, un bastion qui se voulait inébranlable est bien tombé, par une voix. Il est vrai que nous n’étions pas si mal entre mecs ! Un club rien que pour nous avait certes un petit côté anachronique et frondeur, mais ce n’était pas pour nous déplaire. Cela faisait parler de nous et nous valait même quelques articles sympathiques dans une certaine presse spécialisée comme Edelweiss. Les critiques n’étaient de loin pas fondées : les SAS contre les femmes, jamais, ou alors tout contre. Nous étions des irréductibles à l’image d’Astérix qui aurait vraiment été fier de nous. A coup sûr, on nous enviait, surtout du côté d’Appenzell qui pratiquement attendit la décision du SAS pour accorder le droit de vote aux femmes. Mais tout a une fin. L’entrée des femmes au SAS… depuis toujours le sujet était tabou. Et pourtant, il y a 50 ans déjà, peutêtre même plus, le sujet était parfois abordé pour bien signifier que la question ne se posait pas et ne se poserait jamais. Dès lors elle était posée, ce n’était donc plus qu’une question de temps. Mais si finalement on s’est incliné, ce n’est pas sans combattre. En fait, qu’avons-nous gagné ? Pour commencer, on a surtout beaucoup perdu, notamment des cousines qui maintenant se veulent nos égales. Quant aux cousins qui aujourd’hui prétendent venir chasser sur nos terres, on aurait pu faire à moins. Que dire aussi des grands débats d’idées que l’on pouvait


Bettina Gruber (SAS Zurich), médaille d’argent en sprint – Universiade Harbin 2009.

mener en toute quiétude sur le machisme. Tout cela est bien fini. Cela étant, grâce aux quelque 80 actives et ADs (Alte Damen) qui ont rejoint le SAS au cours de ces dix dernières années, nous avons su préserver nos valeurs d’amitié et de respect dans l’esprit traditionnel de compétition qui sont les fondements sur lesquels fut bâti notre club.

Un club pas comme les autres Club fermé, société d’étudiants ou association sportive ? C’était bien là une partie du débat de fond qu’il allait falloir aborder. Non sans mal, et aujourd’hui encore, les plaies ne sont pas toutes cicatrisées. Mais qu’avions-nous à craindre de l’arrivée des femmes dans notre univers masculin ? Les raisons objectives de cette résistance ne sont pas évidentes à énoncer. Dans un débat très émotionnel, où bien souvent le dogme l’emporte sur la raison, l’irrationnel avait

force de loi. Avec le recul des ans, les plus farouches partisans du statu quo sont peu loquaces sur la question. L’argumentaire est vite épuisé, et nos archives sont bien pauvres. Nos craintes portaient essentiellement sur les risques de la perte de certaines de nos valeurs fondamentales et d’une dilution de la culture SAS. Allions-nous devoir accepter les copines, femmes et autres compagnes de tout bord de nos membres SAS ? Et pire encore, devoir composer avec les compagnons de ces dames ! Nombre de clubs gèrent cette problématique sans grandes difficultés apparentes. Ainsi, le Kandahar Ski Club, très proche du SAS à ses débuts, a accepté les femmes peu de temps après sa création. Cela étant, le SAS est-il un club sportif comme les autres, ou bien plutôt une association de personnalités cooptées et rassemblées autour d’une passion commune : le ski de compétition ? Généralement les membres d’un club se retrouvent pour la pratique Jean-Claude Falciola

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d’une activité précise. Ceci explique le taux de roulement souvent élevé des membres de beaucoup de clubs. La motivation d’intégrer le SAS va généralement bien au-delà de la pratique du ski de compétition dont le SAS n’a pas le monopole. Il s’agit essentiellement de rejoindre un réseau élitaire où les membres au cours de leur « période active » vont pouvoir développer des liens solides, propres à perdurer la vie durant : SAS un jour, SAS toujours ! A cet égard, nos amis du Sci Club 18 sont, de part leur culture « corporative », assez proches du SAS. A leur tour, ils ont été confrontés au problème de l’admission des femmes qu’ils ont finalement acceptées il y a une vingtaine d’années, tout cela dans une atmosphère délétère qui a failli faire exploser le club. Après une période de transition qui a permis aux mentalités d’évoluer, le Sci Club 18 est toujours bien présent pour notre plus grand plaisir. Le SAS a toujours véhiculé une tradition forte héritée de la société d’étudiants, souvent d’inspiration germanique, à l’image de Zofingue. De fait, le statut de la société d’étudiants est garanti par la législation fédérale sur la liberté des associations. Les statuts du SAS prévoyaient que le club était exclusivement réservé aux hommes. Une association a le droit de

Eliane Volken (SAS Zurich), Slalom FIS Lenzerheide 2006.

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Les femmes et le SAS

refuser un genre sans pour autant être discriminatoire. Ainsi, « Les Dames de Morges » ou le « Career Women’s Forum » ne sont pas tenues d’accepter les hommes. Récemment, l’UNIL (Université de Lausanne) s’est vue désavouée aussi bien par la justice cantonale que par le Tribunal fédéral lorsqu’elle a voulu retirer à Zofingue son statut d’« association universitaire ».

Comment concilier notre mission ? Les skieuses de compétition ont longtemps disposé d’un club qui leur était réservé : le SDS (Ski Club des Dames Suisses). Dès lors, où était le problème ? Les hommes au SAS, les femmes au SDS. Le problème était principalement d’ordre structurel et statutaire vis-à-vis de l’ASUS (Association Suisse du Sport Universitaire), aujourd’hui la FSSU (Fédération Suisse du Sport Universitaire) et de la FSS (Fédération Suisse de Ski). Le SAS ne pouvait continuer à tenir les femmes universitaires à l’écart et maintenir ses privilèges ainsi que son statut de fédération sportive voulant présider au développement et à la destinée du ski universitaire suisse


de compétition. Avec les années, la position de certains membres SAS, maîtres des sports universitaires ou membres d’instances faîtières du sport universitaire devenait délicate. Ils se trouvaient toujours plus sous pression pour justifier l’injustifiable. De plus, les statuts du SAS allaient à l’encontre des principes de gouvernance du CIO. Et pourtant nous avions trouvé la parade. Dès 1981, à la suite des Universiades de Jaca, et encore davantage après la disparition du SDS en 1986, les compétitrices universitaires étaient invitées à courir avec une licence SAS tout au long de leurs études. Ensuite, sans rancune et libres de toute obligation à notre égard, elles pouvaient rejoindre le club de ski de leur copain pour autant qu’il ne s’agît pas d’un SAS. Dès lors, pour garder le contact, il n’y avait d’autre solution que de troquer la licence compétition contre une licence de mariage. D’autres solutions ont bien été envisagées pour contourner le débat : statut de membre limité à la section, membre associé, admission en deux temps, etc. L’admission au rabais ne pouvait finalement satisfaire aucune des parties. Le statut de membre

Relève assurée avec Delphine Darbellay.

associé a bien été retenu pour honorer des personnes qui ayant œuvré à la cause du SAS ne répondaient cependant pas aux critères d’éligibilité du club. C’est ainsi qu’à l’occasion du 75e anniversaire du SAS à Zermatt en décembre 1999, Jojo Clavadetscher proposa la nomination de Marie-Luce Délez comme « membre associé ».

Les Kids à la rescousse

Alix Marxer, aujourd’hui présidente du SAS Genève.

Le problème relevé plus haut des compétitrices larguées en bord de piste dès la fin de leurs études – bien que pas très élégant vis-à-vis de personnes qui s’étaient engagées corps et âme dans la défense des couleurs du SAS – ne touchait en fait que peu de monde. Il en allait bien différemment avec les Kids qui eux présentaient une véritable problématique familiale. Ces Kids que nous avions attirés dans notre giron dès leur plus jeune âge se profilaient de plus en plus comme l’avenir du club. Pour la plupart d’entre eux, toute leur expérience du ski était intimement liée à la vie du SAS à laquelle ils étaient profondément associés sans distinction de sexe depuis toujours. Etait-il seulement envisageable de demander à la moitié de ces jeunes de quitter le clan et de lâcher leurs amis d’enfance arrivés à l’âge adulte ? Cette ségrégation devenait inconcevable pour ces jeunes filles qui avaient été élevées dans le plus pur esprit SAS, mais auxquelles on allait refuser pour une question de sexe l’appartenance à une culture qu’elles avaient pleinement intégrée et partagée. Cela n’avait plus de sens, et les parents n’alJean-Claude Falciola

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Idly Walpoth dans sa descente victorieuse de la Kandahar – Mürren 1950.

Thérèse Obrecht dans ses œuvres.

laient pas suivre. De fait, l’intégration des Kids dans le club s’est révélée comme l’une des plus belles initiatives du SAS pour assurer sa pérennité dans la tradition et l’esprit SAS.

oui ! Il n’y a pas lieu d’entrer dans les détails. Notre mémoire, sélective au demeurant, ainsi que la disparition de nombre de documents d’archives nous a finalement permis de nous retrouver. Les menaces de sécession n’ont pas été exécutées, l’implosion promise ne s’est pas vérifiée. C’est bien la preuve que l’amitié, le fair-play et l’intelligence étaient des valeurs fortes et bien présentes au sein du SAS. Il fallait « laisser du temps au temps » pour nous permettre de réaliser que sans évolution nous risquions à terme de compromettre notre salut. Il en allait de la survie du club. Au cours des années 90, le SAS se trouva confronté à une sérieuse crise de désaffection, crise relevée en 1995 par le président

Passion contre raison Le débat sur les femmes a véritablement débuté à l’automne 1990 avec le sondage sur le SAS et les femmes, lancé à l’initiative du Comité central de Zurich. Plus de la moitié des membres, soit environ 500, participa au sondage. La majorité souhaitait une mobilisation forte du Comité central sur la question (voir SAS News mars 1991). Quelque 60% des sondés étaient favorables à l’admission des femmes aux mêmes conditions que les hommes. Ce sondage n’allait pas seulement mobiliser le Comité central, mais également une fronde d’opposants qui ultérieurement se rassemblèrent sous la bannière du « Comité 24 », véritable gardien du Temple. Des membres SAS, aujourd’hui membres d’honneur et qui allaient devenir d’ardents défenseurs de la cause des femmes, n’hésitaient pas alors à monter aux créneaux pour défendre « l’esprit SAS » totalement incompatible avec une société mixte. Rapidement, la tension allait monter en puissance avec l’appel du 30 avril 1992 qui aboutissait vingt jours plus tard à un vote négatif sur l’admission des femmes à l’Assemblée générale de Leysin. Et ceci en dépit du sondage nettement favorable réalisé deux ans plus tôt. En coulisse, les passions se déchaînaient ; injures, chantages, menaces… Eh 50

Les femmes et le SAS

Caroline Kilchenmann (SAS Fribourg), vainqueur de la Petite Patrouille des Glaciers 2010.


Daniela Meuli (SAS Zurich) – Torino 2006. Première et seule membre du SAS à avoir gagné une médaille d’or à des Jeux olympiques.

sortant du Comité central de Genève ; vieillissement notoire des membres dû entre autres à la difficulté de recruter des jeunes compétiteurs, entraînant ainsi une baisse sensible de la participation aux manifestations du club. Le bilan était implacable. A peine une centaine de nouveaux membres tout au long des années 90, soit la moitié des décennies antérieures. Il fallait réagir, et vite, pour éviter « l’extinction de la race ». Fort de ce constat, un grand nombre de membres sérieusement concernés par la pérennité de notre institution se sont mis à reconsidérer leur position et à réaliser progressivement que notre salut passait peut-être par les femmes. La rotation triennale du Comité central a certainement accéléré le processus de réflexion en favorisant l’expression de sensibilités différentes. Une structure directionnelle centralisée et reconduite indéfiniment, tentée de défendre une orthodoxie immuable aurait pu bloquer l’évolution du club. Un sondage réalisé en 1998 plébiscitait à nouveau l’admission des femmes au sein du SAS. Cette position, grâce à l’arrivée tardive de quelques délégués malencontreusement en panne sur l’autoroute, allait finalement l’emporter par une voix lors de l’Assemblée générale du 17 juin 2000 à Gruyères. La légitimité du scrutin ne manquera pas d’être contestée. Mais finalement, par gain de paix, le bon sens et l’amitié vont l’emporter ouvrant ainsi la porte du SAS aux étudiantes. Dès lors, une nouvelle génération d’étudiants, femmes et hommes va pouvoir insuffler un air de jouvence des plus salutaires dans le club.

Bilan Revenons à la question liminaire : qu’avons-nous gagné ? Rétrospectivement, en laissant sur la touche de grandes et merveilleuses skieuses telles que Idly Walpoth, Renée Colliard, Heidi et Thérèse Obrecht, Irène Boehm, Anne-Marie Grobet et bien d’autres, nous avons dans le passé beaucoup perdu tant sur

Avec Letitzia Wilk, relève assurée également au SAS Norge.

Jean-Claude Falciola

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le plan sportif qu’au niveau de la dynamique du club. En abandonnant ces dames en bord de piste, nous avons aussi, peut-être à notre insu, blessé des sensibilités et généré des frustrations que l’on ne peut que regretter aujourd’hui. Heureusement, depuis le vote du 17 juin 2000, nous avons surtout beaucoup gagné. Une nouvelle dynamique s’est mise en place. Le club est reparti de plus belle. Plus de 200 nouveaux membres durant la dernière décennie, dont 80 femmes. D’emblée, nos premiers membres féminins SAS se sont engagées passionnément et avec charme dans la vie du club en prenant courageusement des responsabilités au sein des sections. A telle enseigne qu’aujourd’hui, une majorité de sections sont dirigées par des femmes. Elles n’ont pas hésité à faire leurs preuves sans se laisser démonter par les reproches de quelques irréductibles opposants à l’intégration des femmes. Sur le plan sportif, elles n’ont pas manqué de s’illustrer au cours de ces dix dernières années, notamment par une foison de médailles. L’or en snowboard pour Daniela Meuli aux Championnats du monde 2005 à Whistler Mountain, puis aux JO de Turin en 2006. A la dernière Universiade à Harbin en 2009 : médailles d’argent pour Bettina Gruber en ski de fond et pour Eliane Volken en slalom. Membre des cadres B de Swiss-Ski, Eliane Volken fut sacrée championne suisse du combiné en 2004. Caroline Kilchenmann remporte la Petite Patrouille des Glaciers 2010 en inscrivant le meilleur temps féminin de l’épreuve. Enfin cette année à l’Italo-Suisse, grâce au concours de quatre femmes, nous avons finalement réussi à battre les Italiens et ainsi pu lâcher le « Coniglio ». Gageons que ce n’est pas une relation à sens

unique. Le SAS apporte également beaucoup à ces jeunes étudiantes en termes sportifs et relationnels. L’émulation est présente sur les pistes certes, mais également au niveau intellectuel. De tout temps, le SAS a su attirer et retenir une majorité d’éléments de valeur promis à de belles réussites professionnelles. Le SAS, c’est surtout une culture et un état d’esprit basés sur le respect et l’amitié qui favorisent également l’épanouissement de la personnalité des jeunes. Et enfin, nos membres féminins SAS font preuve de beaucoup d’enthousiasme pour assumer des responsabilités leur permettant d’exprimer et roder leurs compétences de « leadership ».

Die Frauen und der SAS

Women and the SAS

Wird eine Tradition ohne gefestigtes Fundament für immer überleben können? Seit der Gründung des SAS wurde über die Aufnahme von Frauen in unseren Club diskutiert. Um jegliches Risiko einer weiblichen Einflussnahme zu vermeiden, veranlasste dies unsere Gründerväter, in den Statuten verbindlich vorzuschreiben, dass der Club ausschliesslich für Männer zugänglich sein sollte. Diese Vorschrift konnte sich ganze 75 Jahre lang halten und wurde erst im Juni 2000 wegen nur einer Stimme Unterschied geändert.

Can a tradition last forever without real and solid foundations? Since the creation of the SAS, the issue regarding the admission of women into the Club has been continuously debated to the extent that, to protect themselves forever from an unwelcome women invasion, our founding members had solidly anchored the principle of an all-male society in the Club bylaws. The principle survived some 75 years, but eventually collapsed by one voice in June 2000.

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Les femmes et le SAS

Et l’avenir ? L’acceptation des étudiantes au sein du SAS nous assure une relève pour quelques décennies. La pérennité du SAS appartient désormais à cette nouvelle génération qui aura pour tâche de gérer sur le long terme, de manière sensible et efficace, les défis posés par l’intégration des femmes dans le SAS, intégration qui va inéluctablement entraîner une évolution de la culture du club, mais pas forcément une révolution. La révolution est maintenant derrière nous. La jeune génération aura à cœur de relever ces nouveaux défis à l’image des SASlers qui, au cours des décennies passées, ont su gérer une transition délicate tout en maintenant la cohésion du club dans la tradition de « l’esprit SAS ». Enfin l’avenir est plus que jamais assuré grâce à une percée génétique majeure : la réalisation d’une nouvelle élite avec la venue au monde de bébés 100 % SAS. Vive le SAS et les SASlerinnes !


History of the Kandahar Ski Club Andrew Morgan President Kandahar Ski Club 1999 till 2004, England Beat Hodler President Kandahar Ski Club since 2004, SAS Bern

The Kandahar Ski Club was founded in January 1924 at a time when Alpine skiing was enjoying increased popularity in the tourist regions of the Alps, and in particular in the Bernese Oberland, but was not yet recognised at the international level. At more or less the same time, the FIS was founded during the Winter Olympic Games in Chamonix. However, then the FIS only recognised cross-country skiing and ski-jumping. It is to the merit of the founder of the Kandahar Ski Club, Sir Arnold Lunn, and his followers that the unilateral fixation of the FIS on the Nordic disciplines was overcome and the Alpine forms of skiing, downhill and slalom, were recognised at the international level. The Kandahar Ski Club was the driving force of this development. With perseverance Sir Arnold Lunn succeeded in having the Alpine disciplines admitted to the FIS Championships 1931, which were later recognised as the first FIS World Championships. The final breakthrough came on the occasion of the Winter Olympic Games 1936 in GarmischPartenkirchen. The name “Kandahar” continues to be present in the Arlberg-Kandahar Races, which today are one of the important events in the World Cup calendar. The Kandahar Ski Club was founded by British Skiers in January 1924, in Switzerland, with a very clear purpose. It was not to be just another ski touring and social club, where like-minded individuals could get together for day tours and to climb and descend the accessible summits. The Kandahar was founded as a ski racing club, and its declared objective was to promote downhill and slalom racing, and to get them recognised internationally. At that time, the Alpine ski events were in their infancy, and had few friends in the world of top level competition skiing, in which only the Nordic events were held.

1924 – a turning point Amongst other developments in the year 1924 were the first Winter Olympic Games and the foundation of the FIS. But the skiing events of those first Winter Games in Chamonix were only long distance

races (“Langlauf”), jumping, Nordic combination, and a military patrol race. No Alpine events, and no races for ladies! The Swiss Army team won the military patrol, partly because the course included some steep climbing, the crossing of a ravine, and a “hairraising descent on ice”, for which their wide skis were more suitable than the light narrow ones used by the Scandinavians. But all the other events were won by Norwegian skiers, who also took all the second places – in fact four out of the first five places in every event. No skier from an Alpine country finished in the top five in any event. These results were a fair reflection of the balance of power within the skiing world at that time. The Scandinavians had been organising langlauf and jumping events for decades – the Holmenkollen meeting in Oslo had been running since 1892. The Alpine nations had plenty of recreational ski clubs, but little established infrastructure for racing. So Andrew Morgan and Beat Hodler

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when representatives of the countries assembled at Chamonix for those Winter Olympics got together and founded a new governing body to organise international ski competitions, calling it the FIS, it was no surprise that its first president was Swedish, that the vice-president was Norwegian, and that its focus was entirely on the Nordic events. Great Britain was not represented in the skiing events of those first Winter Games. British visitors had been skiing in the Alps since the 1890s, had formed a couple of Ski Clubs as early as 1903, and had published books on how to ski and on ski mountaineering. But neither langlauf nor jumping had attracted many British enthusiasts. Their preference was for downhill racing, with perhaps a bit of flat or uphill included when the chosen course required so.

Sir Henry Lunn and the Alps One of the people who encouraged British skiing was a remarkable man called Henry Lunn. He had been a businessman, a medical missionary, and an organiser of international conferences; he was awarded a Knighthood, becoming Sir Henry Lunn, for services to international relations; and finally he became a travel agent, taking selected groups of British visitors to Switzerland under the brilliant marketing name of the “Public Schools Alpine Sports Club”. He persuaded several Swiss resorts to open in winter to meet the growing interest in skiing, and bought nice hotels for the use of his clients. Henry Lunn never skied himself, but in 1898 he had taken his ten year old son to Chamonix. Young Arnold Lunn learned to ski, loved it, loved the mountains, and devoted much of his long and energetic life to both, his father’s business enabling him to spend many winters in the Alps.

battle he had won in Afghanistan in 1880. (Roberts had visited Montana in summer, but he never put on a pair of skis). The ten competitors spent the night at the Wildstrubel hut, and then from a mass start they raced across the glacier and down through untracked snow, descending about 1,500 vertical meters to a finish below Montana. The competitors loved it. (Red.: An article about the 100. anniversary celebration of the first downhill race is published on page 80 of this Schneehase.) That same winter the hotel owners of Mürren and the Lauterbrunnen/ Mürren funicular and railway company had been persuaded by Henry Lunn to open during winter, and from 1912 onwards the Roberts of Kandahar race was held in Mürren as a pure downhill race. Arnold Lunn’s injuries from his climbing accident prevented him serving in the armed forces, and he spent much of the war years (1914–18) in Mürren helping to look after British prisoners of war, whom the Swiss had generously offered to feed and shelter.

The post World War I years By 1921 Arnold Lunn had written three books on skiing, was joint editor of the annual British Ski

Arnold Lunn and the “Roberts of Kandahar” In 1911, whilst recovering from a climbing accident, which prevented him from racing in it, Arnold Lunn watched a pioneering downhill ski race in Montana organised for clients of his father’s travel company. A cup for the winner was given by one of the most famous men of the time, Field Marshall Lord Roberts of Kandahar, who had won a Victoria Cross as a young man, risen to command the whole British Army, and had taken his title from a great 54

History of the Kandahar Ski Club

Lord Roberts of Kandahar.


Arnold Lunn at the beginning of his remarkable career in the interest of Alpine skiing.

publication, and was a leading British authority on skiing matters. He was a passionate enthusiast for downhill ski racing; and was highly intelligent, energetic, and persuasive. As a result of his efforts, the British National Ski Championships for 1921 included a downhill race, which counted for half the points, the other half being a style competition of a type then quite popular. This was not just a first time for the British Championship, it was the first time that any country had decided its national Ski Championship partly on the results of a downhill race. The event, held at Kleine Scheidegg in January 1921, attracted 15 entrants, who from a mass start on the Lauberhorn ran down to a finish below Salzegg on the Grindelwald side. The second part of the competition was for skiing style and required each entrant to perform linked turns of different

sorts – telemarks, stem turns, and jump turns, together with stop turns to left and right. Style marks were awarded by four judges. This was a common form of competition at the time, but on this occasion the overall British ski championship was decided by converting the downhill race results into points, converting the style marking into points, and adding them together. A fortnight later, the Ski Club of Great Britain, which later became the British governing body for the sport, held a club meeting at Davos, which included a downhill race from the Parsenn Furka to Küblis, the winner taking 37 ½ minutes. This was a sign of things to come – three years later a member of the Ski Club of Great Britain founded the great Parsenn Derby race, over much of the same course. Andrew Morgan and Beat Hodler

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Time vs. style

The first slalom

Arnold Lunn had been in charge of the calculations at the British Championship meeting at Scheidegg and he thought that the concept of combining two quite different elements into one result was fundamentally unsatisfactory. He thought that too much depended on subjective decisions by the judges in the style event, and the – essentially arbitrary – relative weightings given to race results and style results. He preferred competitions to be decided by entirely objective facts – stopwatch or tape measure. He saw style not as an end in itself, but as a means to an end – the racer with good technique would get down the course quicker. However, he fully recognised that there were some aspects of ski technique which were not tested in a downhill race, and he developed his ideas into his next contribution to skiing – the modern slalom. He sought to complement the speed, strength and bravery needed in a downhill race by testing also the skiers balance, agility, close control and smooth turns, without needing any subjective marks by judges. So he decided to turn the old Norwegian style test called a slalom into a pure race, down a short course tightly controlled by carefully placed artificial markers. Instead of single poles, around which slalom competitors had been obliged to do specified types of turns, he went for pairs of flags, between which the racers must pass, turning above or below or through the gate, how they liked. Instead of planting them in a convenient sequence down the slope, he planted them in inconvenient combinations, obliging competitors to make sharp but smooth changes of direction. Some commentators later suggested that this was not an entirely new idea, pointing out that the Austrian pioneer, Matthias Zdarsky, had in 1905 organised a “Torlauf ”, a downhill run through gates. But this had been more of a ski test than a race. Everyone who finished the course within a set time received a prize, and there were no tight turns or figures. Zdarsky’s passions were for technique, control, and equipment, not for racing. When Arnold Lunn developed the modern slalom, he was not aware of Zdarsky’s Torlauf. The differences between them were discussed in an article in the Schneehase, No. 20 by Dr. Walter Amstutz, who concluded that Lunn’s slalom was a genuine innovation.

Lunn set the first modern slalom in Mürren in January 1922, and it was the model for slalom racing ever since. He wished later that he had chosen a different name for it, to avoid confusion with the old Norwegian style competitions. His article in the British Ski Year Book for 1922 contains most of the principles of slalom racing which are still in use today: two runs on different courses with the times added together, competitors to walk up beside the course to memorise the gate patterns but not to practice through them, disqualification if a gate is missed without climbing back, and the starting order on the second run to be determined by positions in the first run. The first slalom was considered successful, and two more were held later in the season of 1922. The event was included in the British Ski Championships in 1923, and by the following year the British were organising competitions comprising a downhill and a slalom – the classic Alpine combination was born.

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History of the Kandahar Ski Club

Kandahar, DHO and SAS However, these events were of no interest to the skiing authorities of most countries – someone suggested that they were only suitable for women, who were too weak to do langlauf or jumping. So Lunn and his friends set out to change people’s minds. In January 1924 while the first Winter Olympic Games were taking place in Chamonix and a few days before national ski representatives there set up the FIS, Lunn and nine supporters established the Kandahar Ski Club during a dinner at his father’s hotel in Mürren. Its purpose was to promote downhill and slalom racing, and its name came from the pioneering race first held in Montana in 1911 and since run annually in Mürren, the Roberts of Kandahar. One of the club’s first actions was to send a challenge across the valley to British skiers in Wengen. A downhill and slalom were held, the Kandahar team won, and this prompted the Wengen visitors to found their own club the following year, which they called the Downhill Only (DHO). The first non-British skiers to support the objectives of the Kandahar Club were the Swiss. Mürren was the home of two remarkable brothers, Walter and Max Amstutz, whose father ran the Alpina Hotel. Both were keen downhill skiers and good


“In retrospect, it is astonishing how quickly the Lunn-Amstutz team, with the help of like-minded friends . . . managed to achieve the recognition of alpine skiing on an international level.“ Beat Hodler From Max D. Amstutz’ book “The Golden Age of Alpine Ski-ing“, AS Verlag, 2010 2

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Archive: Yvonne Gozon-Amstutz

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Archive: Verkehrsverein Mürren

Der Schneehase, SAS

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Archive: Yvonne Gozon-Amstutz

1 Arnold Lunn lost his ski gloves so often that his wife tied them together with strings. His own somewhat stiff skiing style is evident in this “jump turn” (used to change direction). 2 Walter Amstutz, winner of the first Swiss Academic Ski Championship held in 1925 in Mürren, with Arnold Lunn as the slalom gatekeeper. 3 Arnold Lunn with a Zdarsky pole, tied to Walter Amstutz at the Scaramanga Rope Race in Mürren, 1926. 4 Walter Amstutz was known for his elegant and athletic skiing style. Picture by Max J. Amstutz, January 1925.

Andrew Morgan and Beat Hodler

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Anglo-Swiss 1952, from left to right: Arnold Lunn, Nigel Gardner, Peter Kirwan-Taylor, Stewart Parkinson, Sandy Whitelaw, Jimmy Palmer-Tomkinson, Rupert de Larringa, Bill Broadhead, Peter Waddell, and Jak Schulman. All were Kandahar members apart from Nigel Gardner and Jak Schulman.

friends with the British visitors. Walter Amstutz went to Berne University, married an English girl, and founded a very successful publishing house in Zurich. In May 1924 Amstutz and Arnold Lunn made a ski ascent of the Eiger, and while resting at the Eigerjoch on return they talked about ski racing. In early January both had been involved in a friendly “international” ski meeting, downhill on the Scheidegg and slalom at Mürren, with British and Swiss competitors. It was very successful, and four months later on the Eigerjoch, Amstutz told Lunn that he intended to challenge the Kandahar in a more formal match. In order to do this and to support the Kandahar in promoting Alpine ski racing, Walter Amstutz, together with Dr Manfred “Manz” Gurtner and Willy Richardet, founded the SAS during a meeting in Berne in November 1924.

The first Anglo-Swiss On 11 January 1925 the two teams met on the Scheidegg. Walter Amstutz won the downhill, and they then moved to Mürren, where the slalom was won by Christopher Mackintosh of Oxford University, an outstanding Kandahar racer, who had also 58

History of the Kandahar Ski Club

represented Great Britain in the long jump at the Summer Olympic Games in Paris the previous year. Overall the Swiss won, but, as a Swiss reporter wrote, “the British proved themselves to be charming hosts”. Thus the Anglo-Swiss was born. The following year in order to achieve symmetry, it became a competition between the SAS and the newly established British University Ski Club (BUSC), and hence an equal competition between teams selected from students and former students. The Anglo-Swiss tradition continues to this day having seen 78 matches over 85 years, interrupted only by the dark years of 1940 to 1946. Walter Amstutz then invited German and Austrian students to compete in a downhill/slalom meeting in St. Moritz – they were soundly beaten by the Swiss and British – but outside university circles these events made slow progress. In 1926 the President of Britain’s ski governing body sent a paper about downhill/slalom racing to all the other national ski associations – it got little response –, and the experiment of including some downhill running in a long distance event in the Swiss National Championships was denounced in the influential Zurich sports newspaper “Sport” as being


unfair, chancy, and possibly dangerous. It would be another four years before a pure downhill race was included in the Swiss National Ski Championships. But the Kandahar Ski Club went from strength to strength. By 1927 it had over 200 members, including its first Royal member – others were to follow. Honorary members included Walter Amstutz and the President of the SAS, Dr. Hermann Gurtner (a couple of years later a promising younger Swiss skier called Marc Hodler joined the Club). Members raced annually in about 15 Club competitions, for which silver trophies were awarded. As well as gatherings in Mürren, the Club held three dinners in London each year. A young member who won a club race during his first season on skis in Mürren in 1924 became tragically famous; he was Andrew Irvine, who died a few months later with George Mallory near the summit of Mount Everest.

St. Anton and Hannes Schneider After the Swiss, the next big support for the Kandahar’s ideas at Alpine racing came from Austria. Hannes Schneider was a magnetic personality, one of the best allround skiers of his day, and the dynamic head of the Arlberg school of ski instruction. His collaboration with Arnold Lunn made the Kandahar Ski Club famous and was a big factor in winning international acceptance for slalom racing. The two met in St. Anton in February 1927 and instantly formed a close friendship. Lunn set a

Hannes Schneider, together with Arnold Lunn, founded the Arlberg Kandahar races, which still exist today.

demonstration slalom and gave a small cup for the winner. They agreed to establish a new series of downhill/slalom races and to call it the Arlberg Kandahar. Alternating between St. Anton and Mürren, it rapidly became the top prestige event of Alpine combination racing.

The first “Inferno” In January 1928, 13 male and 4 female members of the Kandahar Ski Club climbed the 2,970 meter high Schilthorn above Mürren and raced down to Lauterbrunnen, 14 kilometers away and over 2,100 vertical meters below, thus founding the Inferno race, now contested annually by more than 1,600 competitors from some 20 countries.

Convincing the FIS In February 1928, the second Winter Olympic Games were held, along with a FIS Congress, in St. Moritz. There were of course no downhill or slalom races, and no ski events for ladies. But shortly before the Congress an article had appeared in the influential Zurich newspaper “Sport” advocating the foundation of a new international ski federation to control downhill and slalom racing. No author’s name was given – it was assumed to be the work of a Swiss writer. Arnold Lunn attended the Congress, along with another Kandahar member, formally representing the British governing body, the Ski Club of Great Britain, and their main objective was to promote the Kandahar ideas on racing. They were cooly received by some of the delegates, but Lunn’s persuasive arguments led to the Congress inviting other national ski associations to try out some races under the British rules and to report back to the next Congress, due in 1930 in Oslo. Afterwards Arnold Lunn thanked the Swedish President of the Congress, who in return said that he appreciated Lunn’s point of view and persuasive use of argument, and that he was glad that Lunn had not used threats like the blackmailing article by the Swiss, which threatened to start a new downhill/slalom federation. Lunn did not mention that the author of the offending article in “Sport” had been himself! In 1929 it was the turn of the Polish Ski Association to organise the annual FIS Ski Championships, and they acted on the FIS Congress’ decision and included a downhill race along with the usual Andrew Morgan and Beat Hodler

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Nordic events. The meeting was in Zakopane, and of course it was intended only for men. But the Kandahar Club had some formidable female racers, and ladies downhill and slalom had already been included in the previous year’s first Arlberg-Kandahar. So Arnold Lunn sent a carefully worded telegram to the Polish Ski Association, innocently asking whether the downhill race was “open to all amateur skiers”. They replied yes, so the British team (all but one were Kandahar members) included two outstanding female racers. Once they had arrived in Zakopane and Lunn had reminded the Polish Association of the exchange of telegrams, the organisers gave in and let the women race. There were 60 starters in that downhill; the British ladies finished 14th and 15th and were wildly applauded. The winner was a Polish competitor, with Swiss racers 3rd, 4th and 5th. The British men took the 2nd, 6th, 8th, 10th, and 12th place.

FIS opens to Alpine racing Downhill and slalom became more and more popular. In 1930 Ernst Gertsch founded the Lauberhorn races in Wengen – the slalom and combined being won by a British Kandahar member from across the valley. A year later the first Hahnenkamm downhill was run in Kitzbühel – also won by a British Kandahar member. The momentum had become irresistible; the FIS Congress in Oslo in 1930 voted to admit the Alpine events to its programme and that the events would be run under the British rules. It decided that the following year, 1931, the FIS Championships would be in two parts, the Nordic events in Oberhofen in Germany and the new Alpine events in Mürren – to be organised by the British. The tide had turned, and it was nominally the Ski Club of Great Britain, though in practice mainly members of the Kandahar Ski Club with Arnold Lunn as Chairman of the Organising Committee, who ran what was at the time the first FIS Championship in downhill and slalom, later recognised by FIS as having been the first World Championships in those disciplines. The weather was unhelpful – the men’s downhill was run in a blinding snowstorm, and the men’s slalom was delayed. Swiss racers took the first four places in the downhill; the slalom results showed a wider international spread, a Swiss first, an Austrian second, a German third 60

History of the Kandahar Ski Club

Arnold Lunn on the Northern Eigerjoch on the occasion of the first ascent of the Eiger on skis, 17 May 1924. The party consisted of Walter Amstutz, Arnold Lunn, Willy Richardet and Fritz Ammacher (as porter). Photo: Walter Amstutz

and an Englishman fourth. Amongst the ladies, the British reigned supreme, winning both downhill and slalom and taking four of the top five places in both disciplines. The Norwegian vice-president of the FIS, who attended as an observer, was very impressed and after returning home wrote a series of articles supporting the Alpine events and urging that all opposition to them be dropped. Two years later the first official downhill/slalom meeting in Norway was held, the slalom being won by a British Kandahar member. In 1932 the FIS Alpine Championships were held in Cortina d’Ampezzo in Italy, and combined titles were added for the first time. The Swiss girl who won the ladies combined, Rösli Streiff, later became an honorary and much loved member of the Kandahar. The skiing events of that year’s Winter


Olympic Games in Lake Placid, USA, were still men only and Nordic events only; seven of the twelve medals went to Norway, three to Finland, and two to Sweden. But the Kandahar Alpine revolution did reach the North American continent that year. In March 1932 at Mount Tremblant in Canada, the first Quebec Kandahar was held, for a cup donated by the Kandahar Ski Club. This was the first of a number of initiatives by the Club to encourage Alpine racing around the world, and it was followed by the Kandahar of the Andes in South America and the Kandahar of the Far West in California. (By 1947 there was even a Holmenkollen Kandahar in Oslo!)

Winter Olympics 1936 in Garmisch The final barriers came down in 1936, when both the FIS World Ski Championships in Innsbruck and the Winter Olympic Games in Garmisch included Alpine combination events for men and for ladies. At Innsbruck the men’s downhill and the combined were won by a Swiss racer and the ladies downhill and combined by a British Kandahar member. In the Olympics, to the surprise of the German hosts, both downhill races were won by Norwegians – the Alpine skiing revolution had spread everywhere. But the skiers from the country which had started it, and which sent a team of four men and four ladies, all Kandahar Ski Club members, won no medals at Garmisch – Britain’s only consolation was the Gold Medal for ice hockey. So, by the late 1930s the Kandahar Ski Club’s original objectives had been fulfilled – downhill and slalom racing under British rules was held everywhere, and the Club itself was flourishing, perhaps at the height of its fame and prestige. Total membership was over 600, with the Duke of Kent as Patron and honorary members from three other European royal families, as well as distinguished skiers from Switzerland, France, Norway, Austria, Hungary, Sweden, and Canada. The Club’s programme of races, from December to March, included more that fifty events held in Mürren, Wengen, and Grindelwald. The premier race, the Roberts of Kandahar downhill, was the world’s senior challenge cup for downhill racing with a continuous history, and the “Alpine Ski Trophy” the world’s oldest slalom. Success in the Arlberg Kandahar was near the top of every Alpine skier’s ambition.

Sir Arnold charmed not only the FIS and the SAS . . . here shown together with the Kandahar Ladies Doreen Elliott (left) and Durrell Sale-Barker.

“Lowlanders” racing In 1937 the Club pioneered a new category of international racing, for skiers who lived in towns and spent only limited time on the snow. The first “Lowlanders” race took place in Mürren. There were 91 starters, the Duke of Kent gave a cup, and the first winner was Arnold Kaech of Berne, later Secretary General of the FIS. The runner up was a Frenchman from Paris. This Kent class racing developed into the Citadin racing now recognised by FIS and popular in many countries.

Kandahar becomes a brand In skiing circles the name Kandahar had enormous prestige – quite independent of the Club; there were Kandahar ski boots, Kandahar bindings, and Kandahar pistes in several resorts. An Austrian manufacturer of loden garments asked if he could call his new cloth “Lord Kandahar”. And in 1939, as the clouds of war gathered, a ship was made an honorary member of the Club. A new destroyer class ship for the Royal Navy was launched by the daughter of Lord Roberts of Kandahar and named “H.M.S. Kandahar”. Members of the Club sent food parcels to the crew, and the Captain asked if the ship could be listed as an honorary member of the Club. This was done. Alas, the ship was lost, along with many other members of the Club, in the terrible conflict which followed. After the war, ski racing resumed within the Kandahar influence still strongly. Arnold Lunn was Andrew Morgan and Beat Hodler

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chairman of the downhill/slalom committee of the FIS, and at the 1948 Winter Olympics in St. Moritz, he worked closely with Marc Hodler, who had won the slalom and the combined at the 1939 AngloSwiss meeting, who was a member of the Kandahar as well as the SAS, and who was in charge of the Olympic Alpine events. Three years later, Marc Hodler at the age of 33 became the first non-Nordic president of the FIS, a post in which he was to serve for 47 years (1951–1998). Arnold Kaech, an honorary Kandahar member, served as Secretary General of the FIS for ten years and became editor of the Schneehase. In 1949, Arnold Lunn resigned from the FIS in protest against the admission of Russia and the behaviour of Russian delegates. Many people in the skiing world admired his principled position, and he was invited back to be referee of the Olympic slalom in Oslo in 1952. In that year he was knighted for services to skiing and to Anglo-Swiss relations. He remained vigorously involved in skiing matters for another 20 years, receiving an Honorary Doctorate of Philosophy from Zurich University “for his affectionate interpretation of the Swiss way of life”. He died in 1974.

The Kandahar Ski Club today The Kandahar Ski Club which Arnold Lunn founded is still thriving and today has about 1,400 members. The Arlberg Kandahar races were gradually absorbed into the World Cup series in the 1960s and 1970s, and the Club focused its attention on Citadin racing, a development of the Duke of Kent races which the Club had started in the 1930s. Over a period of 26 years the Kandahar Martini meetings were the premier event in the FIS Citadin calendar. More recently the Club’s contribution to international racing has been the Kandahar Masters event held annually in France or Italy, which attracts entries from many countries in Europe and beyond, and counts towards the FIS International Masters Cup. The newest innovation by the Club is the InterClub Team Championship, which was launched in Mürren in 2008. It was immediately popular and after a visit to Cortina in 2010 it was hosted by the DHO in Wengen in 2011. Racing for fun has always been part of the Kandahar tradition. Club teams are regular competitors in the SAS Pentathlon, and at the Club’s biggest 62

History of the Kandahar Ski Club

The Roberts of Kandahar Challenge Trophy, designed by Henry George Murphy, now being presented at the annual Inferno race in Mürren.

gathering of the year when about 150 members enjoy themselves in Mürren every January during the Inferno week. The Inferno race, founded by Club members in 1928 is now superbly organised by a permanent Committee of Mürren interests, but the Kandahar is the biggest participating club with over 100 entrants, and also organises club races during the week in between the Inferno events. And, with a thriving programme of junior training always producing the next generation of members and racers, the Club’s future in the world of skiing is assured.


The newest innovation by the Kandahar Ski Club is the Inter-Club Team Championship, wich was launched by Cleeves Palmer in Mürren 2008.

Die Geschichte vom Kandahar Ski Club

Histoire du Kandahar Ski Club

Der Kandahar Ski Club wurde im Januar 1924 zu einer Zeit gegründet, als sich der alpine Skisport in den Tourismusgebieten der Alpenländer und in besonderem Masse im Berner Oberland einer zunehmenden Beliebtheit erfreute, auf internationaler Ebene aber keine Anerkennung fand. Fast zur gleichen Zeit wurde anlässlich der Olympischen Winterspiele in Chamonix die FIS gegründet. Sie anerkannte aber zu jener Zeit nur die Disziplinen Lang- und Sprunglauf. Es ist das Verdienst des Gründers des Kandahar Ski Clubs, Sir Arnold Lunn, und seiner Mitstreiter, dass die einseitige Ausrichtung der FIS auf die nordischen Disziplinen durchbrochen und der alpine Skirennlauf mit den Disziplinen Abfahrt und Slalom internationale Anerkennung fand. Der Kandahar Ski Club war die treibende Kraft dieser Entwicklung. Mit Beharrlichkeit erreichte Sir Arnold Lunn die Aufnahme der alpinen Disziplinen in das Programm der FIS Championships 1931, die später als erste FIS-Weltmeisterschaften anerkannt wurden. Der endgültige Durchbruch wurde an den Olympischen Winterspielen von 1936 in Garmisch-Partenkirchen erreicht. Der Name «Kandahar» lebt in den Arlberg-Kandahar-Rennen weiter, die heute fester Bestandteil des Weltcup-Programms sind.

Le Kandahar Ski Club fut fondé en janvier 1924, à une époque où le ski alpin connaissait une popularité grandissante dans les régions touristiques des Alpes, en particulier dans l’Oberland bernois, mais n’avait aucune reconnaissance au niveau international. A peu près au même moment, la FIS fut fondée à l‘occasion des Jeux Olympiques d‘hiver à Chamonix. A cette époque, les seules disciplines officielles de la FIS étaient le ski de fond et le saut à ski. C‘est grâce au fondateur du Kandahar Ski Club, Sir Arnold Lunn, et ses partisans que fut surmonté l‘alignement unilatéral de la FIS sur les disciplines nordiques et que le ski alpin fut reconnu au niveau international, avec les disciplines de la descente et du slalom. Le Kandahar Ski Club fut la clé de ce développement. La persévérance de Sir Arnold Lunn fut récompensée par l‘admission du ski alpin aux Championnats FIS de 1931, qui sont reconnus comme les premiers Championnats du monde FIS. La consécration finale fut atteinte aux Jeux olympiques d‘hiver de 1936 à Garmisch-Partenkirchen. Jusqu‘à nos jours, le nom « Kandahar » reste présent dans les courses de l’Arlberg-Kandahar, un des événements majeurs du calendrier de la Coupe du monde.

Andrew Morgan and Beat Hodler

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Le SAS au Groenland 2009 – rapport d’expédition Antoine Lombard SAS Fribourg

Pour la deuxième fois, après une première expédition réussie en 1973, une équipe du SAS Alpinisme est repartie pour une nouvelle aventure dans l’ouest du Groenland. Préparée de manière hautement professionnelle, l’expédition, sous la conduite des deux guides, Martin Fischer et Dres Schild, a permis à douze membres SAS de parcourir la haute route du Karale. Loin de toute civilisation, sous tente et en totale autonomie, les participants ont exploré le pays de la glace éternelle et de l’hiver permanent.

Groenland – pays des vastes terres

Où l’humain remplace les chiens de traîneau

Notre objectif : Kalaallit Nunaat – la terre des Groenlandais ; une île qui s’étend sur 2 millions de kilomètres carrés, presque entièrement couverte de glace, des glaces dont l’épaisseur peut atteindre 2000 mètres. Il s’agit de la région la moins peuplée au monde, probablement la dernière frontière de la civilisation. Avec des montagnes côtières qui s’élèvent à 3500 mètres, le Groenland est une destination mythique pour tous les adeptes de l’alpinisme hivernal.

Le 6 janvier 2009, douze membres du SAS se retrouvent à la gare de Berne pour préparer l’expédition. Sur une table de réunion, on découvre étalé pêle-mêle une montagne d’équipement : sacs de couchage, tentes, vêtements, nourriture et autre matériel. Tout ce dont on aura besoin pour survivre deux semaines en autonomie totale. Sur le côté, on aperçoit une sorte de baignoire : la pulka. C’est le traîneau qui servira à transporter notre matériel. Attaché à un harnais comme un chien de traîneau,

Quelle: http://www.toprope.ch

Vue de l’avion, un premier clin d’œil sur le Groenland.

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Le SAS au Groenland 2009


Le 4 x 4 inuit : économique, il franchit tous les terrains et peut être utilisé sans permis, mais n’est pas facile à conduire.

chacun de nous est censé tirer son équipement. Bien loin de toute civilisation, un téléphone satellite et l’hélicoptère en cas d’urgence comme seuls et faibles liens au monde extérieur. Nous avons droit à 20 kilos de bagage, y compris les skis, et 8 kilos de bagage à main. Martin nous conseille vivement de prendre avec nous dans l’avion vestes et souliers de skis. Lors de notre arrivée en Islande, j’ai enfin compris pourquoi Martin avait tellement insisté à voyager de la sorte. Je prépare mes bagages avec une balance de cuisine. Sont pesés et soumis à un examen rigoureux chaque barre de céréales, chaque slip. Je n’ai aucune envie de tirer plus que le stricte nécessaire, ayant à l’esprit l’image des chiens de traîneau haletants.

En souliers de ski à Reykjavík Fin avril 2009, les membres du SAS d’outre-Sarine, Jürg Schweizer, Ivan Wagner, Marc Achermann, Ossi Köchli, Thomas (Motti) Hug, Dres Schild, Peter Sprenger et moi, se retrouvent à l’aéroport de Zurich, tous équipés de sacs à dos, combinaisons et souliers de ski, portés à la main ou aux pieds. En

prévision des semaines sans nouvelles, les adieux aux familles s’éternisent. A Amsterdam, nous retrouvons la délégation romande, Olivier Brunisholz, Jean-Claude Falciola et les trois Michel (Michel Paquet, Mitch Bussard et Michel Degen) arrivés de Genève. Ensemble, nous embarquons pour Reykjavík. Pleins d’espoir et quelque peu nerveux, nous atterrissons à Reykjavík. Nous récupérons skis, sacs, et matériel d’expédition. Manquent alors deux bagages ! On compte et recompte, mais deux sacs manquent toujours à l’appel, celui d’Ivan et le mien. Nous sommes en partance pour une destination où il faut tout apporter avec soi. Sans équipement, je commence à me poser de sérieuses questions. Il y a de quoi s’inquiéter. L’idée de camper sur un glacier sans vêtements chauds m’enchante que moyennement. Le vol pour Kulusuk sur la côte est du Groenland est pour le lendemain matin !

Boulevard of « Broken Dreams » Nos bagages ne devant pas arriver avant plusieurs jours, nous décidons de mettre en place un plan Antoine Lombard

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d’urgence. Que pouvons-nous emprunter à nos collègues, que faut-il acheter ? Après un premier inventaire, nous constatons avec surprise qu’on peut rassembler une grande partie du matériel nécessaire. Un rapide détour dans un grand centre commercial sur le chemin de l’aéroport domestique de Reykjavík nous permet de compléter notre équipement : deux sous-vêtements neufs, un bonnet chaud et un nouveau col roulé. Nous sommes prêts à embarquer ! Une matrone au teint bien bronzé (acquis au prix de longues heures sous le solarium) nous informe d’une voix stridente qu’en raison du mauvais temps au Groenland, le vol est reporté au lendemain. Perplexes, on se demande comment occuper le reste de la journée ? On se décide pour une virée en taxi dans le sud de l’Islande. Notre récompense : des geysers, des cascades impressionnantes, des fjords profonds et des volcans lointains couverts de neige. Des paysages spectaculaires, une nature sublime, belle et impressionnante, mais ce n’est pas le Groenland. Le lendemain au petit-déjeuner, nous apprenons que le vol est à nouveau reporté au lendemain. Des Inuits groenlandais, qui font partie du même vol, sont beaucoup plus détendus que nous. Question

d’habitude. En leur parlant, je découvre que « Imaqa », qui veut dire « peut-être », est un des vocables les plus courants chez les Inuits. Entouré de bâtiments modernes, notre hôtel est situé sur Borgartúni, l’ancienne « Wallstreet » de l’Islande. L’île s’était rapidement transformée avec succès en un centre financier international, le premier pays au monde en termes de PIB/habitant. Avec la crise économique, le rêve s’est complètement écroulé. Seul un prêt d’urgence de la Banque mondiale a pu sauver l’Islande de la faillite. Un taux d’inflation de 12 %, un chômage élevé et des bâtiments vides le long du boulevard of « Broken Dreams », ainsi nommé par le concierge de l’hôtel, en sont les témoins. Notre voyage au Groenland va-t-il également se transformer en un « broken dream » ? Le troisième jour, en premier bonne nouvelle, notre vol est juste quelque peu retardé, pour être ensuite carrément annulé. Entre-temps, Ivan et moi avons finalement récupéré nos bagages. Un certain cynisme s’établit au sein du groupe ; plusieurs s’achètent un t-shirt de la marque « Lost in Iceland ». Finalement le quatrième jour, nous embarquons pour Kulusuk. La moitié des trente sièges est vide,

Martin Fischer – le chef en pleine action durant la préparation de ses menus miracle.

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Le SAS au Groenland 2009


alors que le vol est censé être complet. La Poste danoise transporte son courrier via les vols de ligne, une manière de les subventionner. Ainsi, je partage ma rangée de sièges avec un sac de pommes de terre, un sac d’oignons et des paquets d’une maison de vente par correspondance danoise. Des heures plus tard, nous apercevons par les hublots de la cabine les maisons éparses de Kulusuk. Une poignée de petits points gris dans la neige. Un moment tant attendu ! La manœuvre d’approche est interrompue. Le Fokker 50 sautille, le vent secoue tout l’avion. Le pilote nous informe qu’on retourne à Reykjavík à cause des conditions météo rendant impossible toute tentative d’atterrissage. Notre joie se transforme alors en une profonde frustration. Edda, la stewardess, a ouvert le bar et nous sert une généreuse portion de whisky. Est-ce qu’Imag sera par demain – qui sait ?

Watch out where the Huskies go, don’t you eat that yellow snow Cinq jours plus tard que prévu, nous atterrissons enfin à Kulusuk, près du cercle polaire. Nous avons un peu de retard. Pour atterrir, il a d’abord fallu

chasser un ours polaire de la piste. L’est du Groenland nous accueille avec un soleil radieux et un ciel bleu profond. Ici, l’hiver règne neuf mois par an, et la baie reste gelée. Les îlots du fjord émergent comme des montagnes blanches au milieu d’une plaine. Nous nous changeons rapidement dans le hall d’arrivée, car malgré le soleil, il fait un froid glacial. Les aboiements des chiens annoncent l’arrivée des traîneaux. Devant la petite baraque d’embarquement, nous faisons connaissance avec nos sept guides. On se répartit les traîneaux que l’on charge avec notre équipement C’est le départ face au vent frais, assis sur nos skis et tout notre barda. On traverse la banquise en direction du nord. Les Inuits guident leurs chiens en sifflant, voire en roucoulant. Confortablement casés sur nos traîneaux, nous traversons ce paysage magique comme les Inuits le font depuis des siècles. Une vie de chien au Groenland ne ressemble en rien à celle de nos chiens domestiques. Ils vivent toute l’année à l’extérieur, attachés séparément à des pieux. Ils sont nourris tous les deux jours en hiver, et une fois par semaine durant l’été. Leur comportement est plus proche de celui du loup que du chien.

Le SAS Hilton à Karale : exclusif et difficile à atteindre, mais vaut le déplacement.

Antoine Lombard

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Au milieu de nulle part, de petits bateaux à moteur nous attendent sur le bord de la banquise. La dernière partie du parcours vers Kuummiut se fera en naviguant à travers les icebergs. En arrivant dans ce petit village de pêcheurs, nous sommes accueillis par Lars, un Danois expatrié qui travaille comme chasseur et guide touristique. Il nous aide à répartir et attacher le matériel sur les pulkas. En plus de nos sacs personnels, nous devons également charger la nourriture, les tentes et le carburant pour les réchauds. En attendant que chacun soit prêt pour le départ, Ossi et moi allons nous promener dans le village. En plus de la lessive qui pend pour sécher devant les petites maisons, on a aussi découvert une peau d’ours polaire. Sur la place principale de Kuummiut, coincée entre le cimetière et l’héliport, nous faisons la connaissance de quatre garçons. Ils nous invitent à venir jouer au football avec eux. Comme tous les Groenlandais, ils sont passionnés de football. Ils nous montrent avec fierté leurs bonnets du Real Madrid et de l’Inter de Milan. L’occasion de jouer une rencontre internationale étant plutôt rare, ils insistent pour que nous nous engagions sur le terrain. C’est sportif ! Avec de la neige jusqu’aux hanches et en souliers de ski, nous nous lançons pour une partie au meilleur des trois buts. Leur enthousiasme compense des conditions plus que difficiles. On se fait battre par deux buts, mais Ossi sauve l’honneur des Suisses grâce à un penalty. Les traîneaux vont nous accompagner jusqu’au pied du glacier Karale. La nuit tombante nous incite à établir notre camp au plus vite, car sans soleil, la température baisse rapidement. Après quelques heures de sommeil, il faut se lever et commencer à

préparer notre matériel pour le transport. Heureusement, les traîneaux sont encore à disposition. Hélas plus pour longtemps. En remontant une langue glaciaire, on arrive sur un plateau élevé. On passe à côté d’immense tidaks, des icebergs de la taille de maisons. Si loin de la mer, ils semblent s’être perdus. Sous la lumière du soleil, ils brillent comme des saphirs géants, ils miroitent dans un bleu foncé. De loin, on entend des grondements ; ce sont les avalanches qui régulièrement dévalent les flancs escarpés des montagnes avoisinantes. Vers midi, les traîneaux nous ont rattrapés. Un col raide bloque le fond de la vallée. Les chiens s’enfoncent dans la neige profonde. Pour les aider, nous leur préparons avec nos skis un tracé dans la pente. Pendant ce temps, les mushers inuits font une pause. Ils s’occupent de leurs chiens qui ont bien besoin d’un peu de repos. En groupes de deux ou trois assis sur leurs traîneaux, ils fument des cigarettes et boivent du thé. Les plus âgées ont des noms typiquement danois comme Alois ou Knut, les jeunes par contre ont des noms groenlandais modernes, une manière en quelque sorte d’affirmer leur confiance et appartenance à un Groenland indépendant. De loin, nous apercevons la cabane de Tasilaq Mountain, notre destination de la journée. Posée sur une arête, elle se compare à un refuge dans les Alpes. Deux chambres simples chauffées par un petit fourneau qui nous procure une température très agréable. Sur la plaque du fourneau, nous faisons fondre de la neige. L’eau de fonte va constituer la base de notre cuisine : thé, soupes, pâtes, céréales avec du lait en poudre. Le tout transporté avec nos pulkas. Martin, notre guide, s’est également occupé

Marc Achermann devant la peau d’un des rares ours polaires abattus par un Inuit grâce à un quota très restrictif.

Une croisière à la Groenlandaise – on charge toute la famille avec les chiens.

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En route vers le col de la « Pyramid ».

de l’aspect diététique et nutritionnel de notre expédition. Notre nourriture riche et variée est bien adaptée aux besoins de sportifs évoluant toute la journée au froid. Elle comprend également légumes et fruits lyophilisés qui viennent compléter nos menus appréciés comme de véritables fêtes gastronomiques. Quant à la neige, Marc nous rappelle d’un grand rire la chanson de Frank Zappa « Watch out where the Huskies go, don’t you eat that yellow snow ».

Place de la concorde Après une nuit bien courte, nous préparons à nouveau nos pulkas pour repartir. Chacun d’entre nous tire environ 25 kilos. Contre toute attente, ceci fonctionne étonnamment bien et ne pose aucun problème. Arrivés au sommet d’un col à 980 mètres, on fait une pause. Assis sur nos pulkas, on admire les montagnes. Trillingerne, Strorebror et Pikkelhuben, entre 1800 et 2000 mètres d’altitude, s’élèvent déchiquetées dans le ciel. Devant nous, une longue descente. Nous discutons de la meilleure manière de procéder ; enlever les peaux de phoques ou pas ? Nous décidons de tenter notre chance sans les peaux. C’est l’heure de vérité pour les pulkas. Si le

poids n’est pas bien équilibré, le traîneau bascule. Ossi en particulier en fait la pénible expérience. A cause des cellules solaires et autres batteries qu’il a apportées pour son équipement vidéo, sa pulka se retourne régulièrement. Enfin, nous arrivons sur une plaine immense, une place de la concorde en plus grand. La seule différence ? Au lieu des sommets familiers des Alpes, le Rytterknechten se dresse majestueusement dans le ciel. En plein soleil, nous commençons à préparer le camp. Pour se protéger du Pitteraq (une tempête glaciale imprédictible), on creuse un fossé de 15 mètres de long et 3 mètres de profondeur dans lequel nous dressons notre tente. Dres se charge de monter la clôture qui devrait tenir éloignés les ours polaires. Ivan quant à lui creuse avec énergie et enthousiasme un trou pour le petit coin. Satisfaits et fatigués, nous nous retrouvons tous sous la tente pour dîner. Bloqués par le mauvais temps, nous sommes empêchés d’aller de l’avant. Autour de nous, tout est blanc ; c’est le fameux « whiteout » qui immobilise tout et cloue les hélicoptères au sol. De gros flocons de neige tombent du ciel. On passe la journée sous l’auvent. Certains jouent au jass, Olivier chante ses youtzes, d’autres rédigent leur journal de bord ou Antoine Lombard

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bien lisent, alors que la majorité dort. Les menus fantastiques de Martin contribuent à relever le moral du groupe. Ses resserves semblent sans fin ; fruits, légumes et lard fumé qui en noblissent nos spaghettis carbonara. Le matin du deuxième jour, il neige encore toujours et sur la place de la concorde. Le baromètre nous donne un peu d’espoir, temporairement. Il monte peu à peu, pour ensuite sombrer à nouveau. Sous l’effet de la condensation, nos vêtements et nos sacs de couchage sont mouillés. Si quelqu’un touche une paroi par inadvertance, l’eau se met à goutter dans la tente. On tire au sort pour désigner celui qui doit sortir pour peller la neige. La nature démontre toute sa puissance. Dans le brouillard et le mauvais temps, notre environnement est bien limité  ; quelques pistes dans la neige vierge.

Liberté Après deux jours d’immobilité forcée sous la tente, tout le monde est heureux de pouvoir enfin bouger. Martin donne ses instructions avec autorité. On se prépare gentiment pour une longue journée de dix

à douze heures. Il nous faut atteindre le col de la « Pyramid ». On laisse le Rytterknechten à notre gauche pour avancer le long d’une vallée interminable. La montée très longue est pénible. L’air froid souffle de face. On avance en suivant la trace de Martin dans la haute neige. Le groupe s’étend sur quelque 100 mètres, comme un long serpent. Nous apprécions le silence et l’immensité de ce pays. L’air pur et aussi le manque de points de référence rendent difficile l’estimation des distances. Il semble que cette vallée ne veut pas finir. Au bout de huit heures de marche, on atteint enfin le fond de la vallée. Devant nous, une dernière grande montée. Nous progressons en zigzag en direction du col, sur une pente bien raide. Les virages et conversions avec le traîneau ne sont pas évidents. Une fois le col franchi, nous décidons de descendre encore un peu plus bas pour monter notre tente dans une cuvette à l’abri du vent. Nous sommes soulagés de ne pas avoir besoin de creuser un fossé pour la tente. Le soleil à l’horizon nous fait oublier qu’il est 11 h du soir. La lune se lève rapidement, et le froid nous fait grelotter. Certains sont tellement fatigués qu’ils renoncent au dîner et vont directement au lit.

Toute l’équipe SAS Groenland 2009 : Jean-Claude Falciola, Ivan Wagner (comme toujours en jaune), Dres Schild, Olivier Brunisholz, Motti Hug, Ossi Köchli (toujours une caméra en main), notre guide Martin Fischer. Devant : Mitch Bussard, Michel Degen, Antoine Lombard, Michel Paquet et Marc Achermann. Manque sur la photo : Peter Sprenger.

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Le SAS au Groenland 2009


Les bottes en caoutchouc, chaussures préférées des Groenlandais, sont adaptés à toutes saisons – neige en hiver et boue au printemps.

Une chambre avec une vue : cela ne manque pas à Kuummiut.

La descente des pyramides Le lendemain, le soleil nous réveille. Un ciel bleu profond et des rayons intenses et chauds nous font oublier le froid de la journée précédente. Nous avalons notre petit déjeuner qui comme à l’ordinaire se compose d’un mélange de poudre de lait, de céréales et d’eau chaude. Tout le monde est content, car une grande descente nous attend. Elégamment comme des skieurs de fond, on glisse sur la neige. Le long des flancs des montagnes, l’eau de fonte ruisselle en cascade. Pour descendre le glacier, on décroche les pulkas que l’on retient par les cordes, toujours bien attentif à ne pas lâcher le traîneau des mains. Certains ne peuvent pas faire abstraction de leur esprit compétitif. Ils lancent une nouvelle catégorie dans les courses SAS, le géant longue distance avec pulka. Martin sourit d’un air malicieux. Il s’agit d’un risque professionnel qu’il doit assumer lorsqu’il part en expédition avec un club de ski. Nous nous

regroupons tout étonnés de ne compter aucun blessé. Après avoir consulté la carte et le GPS, nous découvrons que nous sommes encore à quelque quatre heures de Kuummiut. De loin, nous entendons approcher les chiens de traîneau qui viennent récupérer notre matériel. Contents, on leur laisse nos pulkas et on continue sans charge. En suivant la banquise, nous marchons en direction du village. Nous installons notre campement sur une colline à l’entrée du village. Bien emballés dans nos doudounes, heureux d’être arrivés, nous nous asseyons devant la tente pour profiter de la vue sur le fjord. Les sommets enneigés, le bleu de l’eau profonde et l’éclat du soleil font du Groenland une terre magique. En fonction de la direction du vent, nous pouvons capter un réseau GSM pour envoyer un SMS ou lancer un court appel. Après plus d’une semaine, nos familles apprécient recevoir un signe de vie et apprendre que nous sommes de retour et que tout va bien.

Die SAS-Expedition in Grönland 2009

The SAS expedition in Greenland 2009

Nach einer ersten erfolgreichen Expedition 1973 begab sich eine Delegation des SAS-Alpinismus auf ein erneutes Abenteuer in Westgrönland. Profimässig vorbereitet ermöglichte es die Expedition unter der Leitung von Martin Fischer und Dres Schild zwölf SAS-Mitgliedern, die Karale Haute Route zu absolvieren. Fernab der Zivilisation, in Zelten und in völliger Abgeschiedenheit erkundeten sie das Land des ewigen Eises und Winters.

After the successful expedition in 1973, a team of "SAS Alpinismus" went back to West Greenland for a new adventure. Organised in a highly professional manner under the leadership of the two guides Martin Fischer and Dres Schild, this expedition offered twelve SAS members the opportunity to traverse the Karale along the Haute Route. Far from civilisation and completely on their own, the participants explored the land of eternal ice and permanent winter. Antoine Lombard

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85 Years of Anglo-Swiss Ski Races 1925–2010 Fredi Wittenwiler Honorary Member SAS, Honorary Life Member BUSC, Responsible Anglo-Swiss 1986–2001

Many stories, true and important, funny and legendary, have grown up around the Anglo-Swiss, the oldest alpine team competition in the world, consisting of a downhill (today Super-G) and a slalom. Every year, since 1925, two teams, each made up of six skiers of the British Universities Ski Club (BUSC) and Swiss Academic Ski Club (SAS), have competed against one another. In each discipline, the four best results per team count. The founder of the Anglo-Swiss was Sir Arnold Lunn (BUSC), then residing in Mürren. With the support of Walter Amstutz, the son of a Mürren hotel owner, who later also became a publisher, Sir Arnold Lunn wanted to influence the development of alpine ski racing. He succeeded in a very impressive way. In those days, the International Ski Federation (FIS), founded in 1924 in Chamonix, as well as most of the other national federations, had tremendous reservations about these new British ideas. Lunn proposed instead of having just one pole to have two per gate and to combine the results of the slalom with those of the downhill. This method of scoring, together with the two pole slalom, was introduced for the first time in 1925 at the first Anglo-Swiss Race. Lunn’s initiatives finally led to an international breakthrough with the Arlberg Kandahar Race in 1928, also his brainchild. This race was then carried out in rotation between St. Anton and Mürren, as well as Chamonix, Sestrière and GarmischPartenkirchen. Only two years later, in 1930, the FIS recognised the British rules for downhill and slalom. However, teams of four to six skiers per nation have only recently started competing against eachother, in the World Championships in Bormio in 2005. Whoever participated in the 85th birthday celebrations of the Anglo-Swiss in Mürren in January 2010 could see for themselves that nothing can interfere with this unique team race, even in these fast moving times. The Anglo-Swiss has a more social history than any other international ski race and the spirit, which, since its beginnings, dominates 72

85 Years of Anglo-Swiss

this exclusive encounter of two teams of different nationalities, is still in evidence today. Exactly according to Lunn’s wishes, who described the AngloSwiss in his book “Mountain Jubilee”, published in 1943, as follows: “It was important enough to provoke keen rivalry and not important enough to attract the attention of people who exploit sport as a criterion of national prestige.”

Resuming of the history The races of 11th and 12th January 1925 are regarded by both Lunn and Amstutz as the beginning of the Anglo-Swiss, in spite of a combined downhill and slalom race, with no team result, which had taken place spontaneously in 1924 between British guests, locals and members of the Academic Alpine Club Bern (AACB). The two teams were made up of members of the Kandahar Ski Club, cofounded by Lunn in January 1924, and of the Swiss Academic Ski Club (SAS), founded by Walter Amstutz, Hermann Gurtner and Willy Richardet in November of the same year. In this first race, the British Team officially represented Great Britain and in 1926, it was the British Universities. A race on equal terms, in other words between two student ski clubs, only became possible when Lunn founded


Nicolas Français (Captain of the SAS Team) dominated the 77th Anglo-Swiss Jubilee Race in 2010, both the Super-G (picture) and slalom, in impressive style. However, the victorious team was deservedly BUSC.

the British Universities Ski Club (BUSC) in December 1926. For many years the BUSC team was made up almost exclusively of students from Oxford and Cambridge, whereas today it is the Scots who set the tone. In the first three years, only the slalom took place in Mürren, while the downhill was held on the “Kleine Scheidegg” above Wengen. Nobody can really explain today, why it was transferred to the other side of the valley. The most probable explanation being, that with the opening up of the railway leading to the “Kleine Scheidegg”, it made it possible to have challenging runs without an arduous climb beforehand. In 1925 both teams raced down to Grindelwald, and for the next two years, the race was run on the piste leading down to Inner Wengen, where the famous Lauberhorn Downhill Race has been held since 1930. In the early days, the customary mass start of the downhill race, led to frightening falls into rivers, trees and onto rocks. In 1928, as a result of this, it was the racers’ wish to start in pairs (one British and one Swiss) until it was decided in 1930 to go over to individual starts.

After nine consecutive Anglo-Swiss Races in the Bernese Oberland, the organisers broke with tradition and decided to move the tenth race to Engadine. As a result, Walter Amstutz, a Murrner, who had been appointed to the post of Kurdirektor of St. Moritz in 1929, was heavily criticised, in his opinion unjustly. This was because he had expressed a personal desire to keep the race in Mürren, even before the decision was made to relocate the venue. Subsequently the Anglo-Swiss was only ever held there again in 1936, 1938 and 2010. Why the race was moved to Zermatt in 1950, has never been explained. The race was moved to Engelberg in 1954 because of lack of snow, and in 1958 both BUSC and SAS teams trained in Zermatt, where the race was also subsequently carried out. For the first time in 1932, the race was cancelled as a result of the financial crisis, resulting from the suspension of the gold standard in Great Britain. From 1940 to 1945, the Second World War prevented the running of the races. In 1948, the British Government was again the culprit, this time because they banned the purchase of foreign currencies, and 1987 was a snowless year. Thus the AngloFredi Witternwiler

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Markus Almer (SAS) opens the ceremonial proceedings at the Jubilee Prize Giving Dinner in the beautiful art nouveau ballroom of the Hotel Regina with the traditional toast to “The Queen”.

Well protected by the racy Aline von Düring (SAS), Alastair Mathieson (captain of the BUSC team) enjoys a large swig from the Loving Cup to celebrate his team’s victory.

Swiss has been carried out seventy-seven times, on the occasion of the 2010 Jubilee. SAS leads with 48 victories against 29 of BUSC. This is of minor relevance. After all, we Swiss are closer to the Alps, however, we have not forgotten that it was an Englishman, Lunn, who directed alpine ski racing in the right direction, and who has gone down in history as the father of the downhill and the slalom. 74

85 Years of Anglo-Swiss

Traditional values – virtues – friendships Considering the development and commercialisation of ski racing, the Anglo-Swiss Race has become a bit of an anachronism. One has the feeling, as a competitor in this event, that one has been taken back in time. This is because of the meticulously strict adherence to old traditions. It extends,


“Jam Session” of a very rare kind, which took place in 1994 in the Stübli in Badrutt’s Palace, St. Moritz, with the alphorn of Hanspeter Danuser (Kurdirektor) and the bagpipes of Duncan Barton (BUSC).

Rory Macleod (BUSC) exuberantly strengthens his longstanding friendship with his SAS clan members in Mürren (from left to right: Rory MacLeod, Kurt Sieger, Martin Berthod, JoJo Stutzer, Fredi Wittenwiler, Guolf Gattiker).

amongst other things, from the drawing of the start numbers, to the racing outfits worn, namely club pullover, shirt and tie, on to the general dress code, the menu and the ceremonial procedure at the final dinner. However, the powers that be in BUSC and SAS are of the same opinion as the competitors, that the Anglo-Swiss would have lost some of its charm without these traditions and that it probably would have disappeared from the racing calendar, like so many other once proud ski competitions, without them. The always hotly contested Anglo-Swiss Challenge Cup is an exact replica of the Loving Cup used at the Battle of Trafalgar in 1805 by Admiral Nelson. Proudly handed over by the losing Captain to the winning Captain at the official dinner, this cup makes its way clockwise round the table, following a special ritual. As each person takes his turn to drink from the cup, the two persons sitting either side of him stand up facing outwards to symbolically protect him from attack. This custom goes back to the murder of King Edward I of England (962–978), who was stabbed in the back whilst drinking from such a cup with both hands raised. Furthermore, in true British tradition, nobody

is permitted to smoke or to make any speeches, until the toasts to “The Queen” and to “The President of the Swiss Confederation” have been made. English is the main language spoken, to the best of each person’s ability, and if the language skills are sometimes lacking, the statements are more often than not likely to be brief and to the point. “Gentlemen, it’s alright”, for example, were the few words spoken by Werner Salvisberg (SAS), which expressed the state of his feelings at the official dinner in 1925 and which were rapturously applauded by his colleagues. Speeches are as important as the race itself. A witty and clever speech can often compensate for a poor performance on the slopes. An equally high value used to be attached to victory on a skeleton bob down the notorious Cresta Run, in the days when this was still possible. Another important side event is the award of the Hans Kessler special prize consisting of an engraved pewter plate for the best individual result. It would be nice if every SAS member could witness this ceremony at the official dinner of the Anglo-Swiss at least once in their racing careers. Sport in general and ski racing in particular are seen from an entirely different viewpoint on such an occasion. Fredi Witternwiler

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Record breaking line-up post race for the Anglo-Swiss Jubilee in Mürren with six ladies – one from BUSC and five from SAS – being carried piggyback by the equally enthusiastic men.

As luck would have it, the 85th anniversary of the Anglo-Swiss coincided with the Vancouver Winter Olympics. Apart from the name, the modern Olympic Games have little in common with the classic Olympics. Contrary to reality, the Olympic spirit talks about friendship, fairness as well as about “participation is more important than winning”. The two Anglo-Swiss teams, on the other hand, together with the Alte Herren/Damen (AH/ AD), exemplify these principles, propagated by Baron Pierre de Coubertin, the founder of the modern Games. They race with undivided pleasure and compete in a good, clean and honest spirit. In how many modern international sporting events do the two opposing teams live, eat, drink and train together and wish one another “May the better team win” before the race. This is British sportsmanship at its best and is the absolutely indispensable virtue required of all the competitors. In the early days, the race brought together the British elite with the very down to earth Mürrners. Strong, lasting friendships were formed between the British and the Swiss, both on and off the slopes. The ability of this great sport to unite nations is long since a thing of the past. Thankfully, there still exist small pockets of resistance to uphold these “golden times”, such as between BUSC and 76

85 Years of Anglo-Swiss

SAS. In true British sporting tradition, these friendships invariably also lead to mutually beneficial business relationships. Many AH/AD keep in contact with one another especially at the Anglo-Swiss Jubilee meetings, during which they also get to meet the younger generation. When they watch the two teams in action during the races and witness a horrendous crash, their eyes glaze over. Memories are then rekindled of days gone by, when rocks or particular spots along the downhill course marked the names of racers, who had not so gently embraced them! For example, one of the compressions on the slopes of Corviglia in St. Moritz bore the name of “Winston’s hole”, where Winston Churchill (BUSC), the grandson of the most famous British Statesman of the 20th century, had a terrible fall in the 29th AngloSwiss in 1961.

Highlights A particular milestone was reached when Hans Kessler revived the Anglo-Swiss after the end of the Second World War. Colonel Robert Readhead, who was at the time stationed in occupied Italy, was instructed by telephone by the BUSC President, Jack Schulman, to get together a British Team. With the


successful deployment of large military resources, which were at his disposal, he arrived in Engadine with one Lieutenant colonel, three majors and two captains. Noteworthy also is the fact that one of them travelled over all the way from Hong Kong. Under these conditions, a British victory would not have been begrudged. However, in the event, SAS consisting of R. Fassbind, J. Frei, J. Hodler, R. Kölbener, and Ad. Odermatt proved to be the stronger team. It is hard to believe, but it was BUSC who first broke with the tradition of men only. In 1972 they selected a female racer, Isabel Mabey, a strong slalomer and hoped to secure a victory with this secret weapon. The attempt unfortunately failed. Nevertheless, this smoothed the way for the Swiss also to include ladies in their team. But it would be another thirty years before this came to fruition. Bianca Braun was the first lady in the SAS Team in 2003. At the 80th Anglo-Swiss Jubilee Race, the crack opened still wider when both Captains were ladies. The fact that five years later in Mürren, a total of six ladies, one from BUSC and five from SAS, took part, has set an absolute record. This development supports the theory that contrary to general opinion, traditions are not being maintained by blindly following the rules, but rather by daring to break them and to move on.

How contagious British lifestyle can be has not only been revealed since the BUSC Team consists mainly of Scots. Records clearly show that serious fun was had by all right from the beginning of the Anglo-Swiss. There have been many unforgettable parties, which went on into the early hours. No need to ask who the culprits were who awoke the hotel guests from their deep slumbers, and the erotic charms of the kilt are well documented, way before the film “Braveheart”, with Mel Gibson in the leading role, came out in 1994. More than once I have experienced a member of BUSC playing the bagpipes at the official dinner. In 1994, we were treated to an intercultural encounter of a special kind in the Stübli in Badrutt’s Palace Hotel. For the first time ever, Duncan Barton (BUSC) in his colourful kilt paired up with the longstanding Kurdirektor of St Moritz, Hanspeter Danuser, for a spectacular impromptu jam session with bagpipes and alphorn. There have also been other musical highlights at the Anglo-Swiss apart from this. Whilst in the early years it was the brilliance of Werner Salvisberg playing the accordion and the original Anglo-Swiss song composed by Hermann Gurtner, called “The good old times”, which livened up proceedings; in later years, it was the Anglo-Swiss yodelling of Hannes Mahrensberger and Sepp Waidacher.

A happy host, Hansjörg Badrut, holding a result list at the apero in 1999 in the Grand Bar of his Palace Hotel in the company of three generations of SAS/BUSC (from left to right: Hans Kessler, Mario Wittenwiler, Fredi Wittenwiler, Christian Rød, Mårten Rød).

Fredi Witternwiler

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Prospects – thanks It was a real priviledge to be selected as a member of the SAS team for the Anglo-Swiss Race during my student days (1967–73). Selection was based either on being a good ski racer or having contributed something special to the club. A prerequisite was having Swiss nationality and each member could in principle only compete once. Over time, these selection criteria changed. The main worry for SAS was to actually manage to raise a competitive team. In retrospect, it is clear that certain sections of SAS were no longer even represented at the Anglo-Swiss. There have been just too few top racers and not enough up and coming young racers available for selection. A solution to counteract this unfortunate situation should be possible. In future, every SAS skier who qualifies for the Students Racing Squad should be obliged to take part in the Anglo-Swiss at least once in their race career, either whilst still active or shortly after they have retired. Only in this way can we guarantee BUSC, who always put out their strongest team, a competitive and evenly matched contest of an acceptable international standard. However, there is even more to this race than just the two teams. What would this event be without the hospitable ambience, the smooth running of the races and the tremendous work of the organisers and the sponsors. We owe a huge debt of thanks over the many years to Badrutt’s Palace Hotel, the Corviglia Ski Club, as well as to the Kur- and Verkehrsverein, the Ski Club Alpina, and the Bergbahnen St Moritz. Both teams have made the journey to Engadine 61 times since 1935 and were able to benefit from their generosity and support. This exceptional commitment deserves a very special thank you. The fact that the 85th Anglo-Swiss Jubilee took place in Mürren in 2010, after many years of Engadine hospitality, is certainly not due to the ungratefulness of BUSC and SAS. It is simply because there is no longer the so called “January Hole” at Badrutt’s Palace Hotel and they were therefore unable to offer us the usual special terms that they have kindly offered us in the past. How things will look in the future is anybody’s guess. Included in this vote of thanks, in particular on the BUSC side, are Jack Schulman and Robert Readhead, as well as on the SAS side, Hans Kessler and Truls Berg. The spirit, enthusiasm and loyalty of 78

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A sincere written testimonial from the British founder of downhill and slalom, Sir Arnold Lunn, following the 40th Anglo-Swiss Race.

Arnold Lunn and Walter Amstutz, as instigators of the Anglo-Swiss have been passed on to the following generations, and it is this that gives the event its sense of continuity. BUSC and SAS are also very grateful to all the other officials, benefactors and competitors, who have contributed each year to the success of the Anglo-Swiss. The two current incumbents, Mårten Rød (BUSC) and Markus Almer (SAS), share the enthusiasm of their predecessors to continue the AngloSwiss and all its traditions. Just as it is the duty of the younger BUSC/SAS generation to continue to uphold the meaning and the spirit of this great event. Arnold Lunn, following the conclusion of the 40th race, stated that “it still remains my favourite race”! I share his testimonial entirely and I hope the same goes for all past and future participants. Long live the Anglo-Swiss! Translation from German by Carol and Ian Murray (BUSC/SAS)


Bibliography Books, essays, correspondence Amstutz W. Das 10. Anglo-Swiss Rennen, in: Der Schneehase, Nr. 9, 1935 Amstutz W. Vierzigmal Anglo-Swiss, in: SAS News, Nr. 2, 1971/72 Amstutz W. Die Skiwelt von Gestern, in: Der Schneehase, Nr. 30, 1974 Amstutz W. 50 Jahre Anglo-Swiss, in: SAS News, Nr. 1, 1975/76 Beck Hp. Anglo-Swiss-Rennen in St. Moritz, in: Der Hase, Nr.1, 1961 Berg N. 60 Jahre Anglo-Suisse, Medientext, 1986 Imseng R. Anglo-Swiss Jubiläum 1982 (50. Austragung), in: SAS News, Nr. 7, 1982 Kaech A. Über die Wiege des alpinen Skisports, in: SAS News, Nr. 5, 1981 Kessler H. Das Anglo-Swiss-Studentenskirennen, in: SAS News, Nr. 2, 1971/72 Lunn A. A History of Ski-ing, London 1927 Lunn A. Mountain Jubilee, London 1943 Lunn A. The Story of Ski-ing, London 1953 Lunn A. Birth of Alpine Ski Racing, 1968 Lunn A. The Kandahar Story, London 1969 Lunn A. The Origin and Influence of the Anglo-Swiss Races, in: SAS News, Nr. 2, 1971/72 und Nr. 1, 1975/76 Lunn A. Brief an H. Kessler vom 12. März 1972 Lunn A. Über das Anglo-Swiss, in: SAS News, Nr. 5, 1981 Marti R. 50 Jahre Anglo-Swiss, in: Neue Zürcher Zeitung, 14. Januar 1976 Mock K. Anglo-Swiss: Tradition in kleinem Kreis, in: Tages-Anzeiger, 16. Januar 1976 Readhead R. Fifty Years of the Anglo-Swiss,1925-1975, in: SAS News, Nr. 1, 1975/76 Sautter E. A. Zum 100. Geburtstag des Skipioniers Sir Arnold Lunn, in: Neue Zürcher Zeitung, 24./25. Dezember 1988 Spitzenpfeil R. Skirennen im Schlips, in: Neue Zürcher Zeitung, 17. Januar 2000 Weissbrod H. Anglo-Swiss Jubiläum 1972 (40. Austragung), in: SAS News, Nr. 3, 1971/72 Periodicals Der Schneehase, Jahrbuch des SAS, alle Bände Mitteilungen des SAS (Der Hase, SAS-News, SAS-Magazin), alle Erscheinungen The British Ski Year Book, 1925 und 1926, London Internet Wikipedia, freie Enzyklopädie

Nationen-Bewerb (Ski Alpin), Stand 3. Februar 2010

85 Jahre Anglo-Swiss Skirennen 1925–2010

85 ans de l'Anglo-Swiss compétition de ski 1925-2010

Viele Geschichten – wahre und wichtige, lustige und legendäre – ranken sich um das Anglo-Swiss, dem aus Abfahrt (heute Super-G) und Slalom bestehenden, ältesten alpinen Mannschaftsrennen der Welt. Seit 1925 stehen sich jährlich zwei Teams von je sechs Fahrern des British Universities Ski Club (BUSC) und des Schweizerischen Akademischen Skiclubs (SAS) gegenüber. Es zählen pro Mannschaft die vier besten Resultate in jeder Disziplin. Initiant des Anglo-Swiss war der damals in Mürren residierende Brite Sir Arnold Lunn (BUSC). Mit diesem Anlass wollte er, unterstützt vom Mürrner Hoteliersohn und späteren Verleger Walter Amstutz (SAS), die Entwicklung des alpinen Skirennsports beeinflussen. Das ist ihm auf eindrückliche Weise gelungen.

L’Anglo-Swiss, la plus ancienne compétition de ski par équipe au monde, composée d’une descente (aujourd’hui Super-G) et d’un slalom, est un terreau d’histoires uniques – vraies et importantes, drôles et légendaires. Depuis 1925, deux équipes de six coureurs du British Universities Ski Club (BUSC) et du Ski Club Académique Suisse (SAS) s’affrontent chaque année. Les quatre meilleurs résultats de chaque équipe sont retenus dans chacune des disciplines. Le fondateur de cette course est le Britannique Sir Arnold Lunn (BUSC), jadis résident de Mürren. Soutenu par Walter Amstutz (SAS), fils d'un hôtelier de Mürren et futur éditeur, Arnold Lunn entendait influencer le développement du ski alpin de compétition. Il a réussi de manière éclatante. Fredi Witternwiler

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One hundred years ago . . . the Roberts of Kandahar downhill race (January 7, 1911) Adam Ruck UK travel writer and Kandahar Ski Club member

When ten British skiers set off from the Wildstrubel Hut at ten o’clock on a January morning in 1911 and raced down to Montana in competition for a trophy to be presented by an old soldier called Lord Roberts of Kandahar, none of them could have foreseen the historic significance of their adventure. But Kandahar would become a key brand name in the development of alpine ski racing, Crans Montana would cherish its place in history, and the route taken by the early racers would become a spectacularly scenic piste enjoyed by thousands of recreational skiers every fine day of the winter season. One hundred years later to the hour, a small delegation from the Kandahar Ski Club joined a throng of local worthies in Crans Montana for the unveiling of a memorial to mark the centenary of “the world’s first downhill ski race”. In darkest January the skier’s thoughts turn naturally to the sunny slopes of Crans Montana: for the thrill of a roller coaster ride down the national racing piste, the glory of the panorama from the Plaine Morte glacier and the breathtaking beauty of the descent. There is nowhere quite like Crans Montana for lifting us out of the depths of midwinter gloom and giving us a dazzling glimpse of spring. This year we had an extra reason to diarise a visit: for the 100th anniversary of the grandfather of downhill ski races, the Roberts of Kandahar. The facts of the race are well known, thanks to Henry Lunn’s son Arnold, who set the course and was probably responsible for the account which appeared in The Times. Ten members of Henry Lunn’s Public Schools Alpine Sports Club climbed from Montana to the Wildstrubel Hut on January 6, 1911, and raced back down the next morning, 19 year old Cecil Hopkinson winning in 61 minutes, over an 11.5-kilometre course with a drop of around 1,500 vertical metres. A full century later, on a mild January morning, the ski club that took its name from the Roberts of Kandahar race proudly carried its banner and the trophy through the streets of Montana to the new 80

One hundred years ago ... the Roberts of Kandahar downhill race

memorial’s “symbolic” location, mid-way between Crans and Montana and close to the site of their first ski lift. The team was no more numerous than the original band of racers but included holders of high office and the first winner’s great-great-nephew James Hopkinson Woolley, a Cambridge surgeon and keen amateur ski racer. The great and the good of the Haut Plateau turned out in force, including Crans Montana’s “three musketeers” from the 1950s: André Bonvin – winner of the Arlberg Kandahar downhill at St Anton in 1953 – René Rey, and Bouby Rombaldi. Flags were raised, and a guard of honour from Chermignon came decked out in colourful uniforms perhaps more reminiscent of the Napoleonic era than the countdown to the First World War.

A partnership of sport and business “You are standing on a high mountain preparing to take part in one of the greatest races in history,” declared Marius Robyr, chairman of Crans Montana’s World Championship Organising Committee and mastermind of the day’s celebrations. “Two minutes to go – timing brought to you by Hublot!”


Some of the starters. From left to right: Brian Lunn, Capt. Collis Brown, M. Collis Brown, M.C. Baggallay, E. Russell Clarke, Capt. Buzzard.

Some of the finishers. From left to right: Brian Lunn (8th), M.C. Baggallay, Cecil Hopkinson (1st), E. Russell Clarke.

Kandahar heads nodded in approval. Henry and Arnold Lunn were visionaries, and their vision was the happy marriage of sport and business, hand in sponsored glove. Indeed, that fruitful partnership was the essence of this celebration. The old saying was repeated, that the British taught the Swiss to look at their mountains, but it might be more accurate to say that Henry Lunn showed how to turn them to profit, with prestigious ski racing events underpinning the success of the mountain resort. The grenadiers fired their guns in the air on the stroke of ten o’clock, and Marius Robyr paid eloquent tribute to the Public School pioneers. “C’était vraiment la course des héros,” he said; “une epreuve

qui, on peut le dire, révolutionna l’histoire mondiale du sport blanc.” Further tributes followed, from Francis Tapparel of the six communes of the Haut Plateau, and JeanMichel Cina of the Valais. Curé Gérald Voide invited all present to pray for snow and think of the downhill ski race as a metaphor for Our Lord’s descent among us. Whereupon he blessed the newly unveiled memorial rock and sprinkled the onlookers with Holy Water for good measure. For the Kandahar, Club President Beat Hodler spoke of Arnold Lunn’s achievement in “twelve golden years” from 1924, when the foundation of the Kandahar and SAS ski clubs marked the start Adam Ruck

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of the campaign for the recognition of Alpine racing, to 1936 when it made its debut at the Winter Olympics. As Beat Hodler pointed out, it took snowboarding twenty years to achieve comparable acceptance, thanks to the opposition of his father. “But was it really the world’s first downhill ski race?” the Kandahar’s former President and unofficial historian Andrew Morgan was asked after the ceremony. “It is now!” he replied. As Arnold Lunn knew, the best way to make history is to write it, and erect memorials. More than a commemoration, the meeting at Montana was a chance for interested skiers from Switzerland and Great Britain to get together, open old maps and photograph albums and ponder unanswered questions. Where was the Palace Hotel? Was the Wildstrubel Hut in the same place in 1911 as it is now? How much has the Plaine Morte glacier changed in one hundred years? Where exactly did the race end? Not all these questions found answers.

Captain Buzzard’s story For many present, it was also a first opportunity to study a fascinating account of the race unearthed by James Hopkinson Woolley from the archives of St Paul’s school magazine, and written by one of the competitors. As well as being a marvellously vivid piece of

descriptive writing, this account gives a wealth of detail about the race and a precious snapshot of skiing in Switzerland as practised in the early days of the sport: a world of adventure, sporting endeavour and much laughter. The article is signed CNB and dated February 1911. CNB says he came fifth in the race, and by cross-referencing with The Times, we can identify him as the imposingly monikered Captain Buzzard. CNB refers to the event as “the first race for the cup presented by Lord Roberts of Kandahar,” although anyone who inspects the trophy can observe that its winners go back to 1903, when AW Lawrence took the prize. Be that as it may, CNB describes the 1911 race as “somewhat of a novelty, at least for English people”. “Ski races are held in the neighbourhood of all Swiss winter resorts,” he continues, “but they generally consist of an hour or two’s climb and a rapid descent on the slopes near the hotels.” So the novelty of the 1911 race lay in its long-distance nature, and, perhaps, the fact that the uphill leg of the expedition was not part of the race. To describe the novelty race as a pure downhill, however, is not quite accurate since the competitors spent the first half of it climbing up to and across the Plaine Morte glacier. One competitor had the misfortune to fall in a crevasse. Whether this was Arnold Lunn’s younger brother Brian, who finished eighth with a broken collar bone, is not known.

Salute to the pioneers of downhill racing.

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The memorial rock in Crans Montana unveiled on the 100th anniversary of the Roberts of Kandahar downhill ski race.

Had the intention been to stage a “pure” downhill race, the skiers could have regrouped at the pass after crossing the glacier, and started from there. But they did not, because “downhill” had not yet crystallised as an objective. “The long-distance ski race is intended to encourage ski mountaineering,” states CNB. Here we may discern the guiding hand of Arnold Lunn, whose first love was mountaineering (closely followed by arguing), and who was on a mission to persuade more of his countrymen to take it up in winter, against the prevailing view in English mountaineering circles that skis should not be used in high Alpine terrain because of the risk of avalanche. “The ten thousand Englishmen that visit the Alps in winter prefer to ski on the lower hills,” Lunn wrote disapprovingly in “The Alps” (1914). “For every Englishman with a respectable list of glacier tours on ski to his credit, there are at least a hundred continental runners with a record many times more brilliant.”

The Public Schools Alpine Sports Club On a more practical note, races sponsored by a celebrity such as Lord Roberts might attract publicity at home and promote the family business. CNB

specifies that the Roberts of Kandahar Challenge Cup was reserved for members of the Public Schools Alpine Sports Club. This was the name Henry Lunn gave his travel company, it is said in recognition of the snobbish instincts of his clients, who would not wish to be associated with anything that smacked of holidays or “trippers”. A holiday disguised as an old school reunion, on the other hand, would be socially acceptable and quite proper. Montana was one of the 15 Swiss resorts Henry Lunn persuaded to open in winter, taking over entire hotels for the exclusive use of his clients, who preferred not to mix with foreigners. Arnold Lunn was based in Montana, and had published a guide to the resort in 1907. CNB records that some of the competitors visited the Plaine Morte glacier on January 5 and “found the snow in excellent condition” . Setting off from the Palace Hotel – now the Clinique Bernoise – on the morning of the sixth with guides and porters, the group took eight hours to reach the Wildstrubel Hut. Deteriorating weather ruled out a leisurely picnic lunch in the sun, and a blizzard greeted them to the Plaine Morte glacier where they were enveloped in swirling clouds of snow and had difficulty following their leader. Adam Ruck

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Key celebration speakers (from left to right): Beat Hodler, President of the Kandahar Ski Club, Marius Robyr, Director of CransMontana’s World Championship organising committee and mastermind of the celebration, Jean-Michel Cina, State Councillor, Canton Valais.

The Kandahar delegation (left to right). Back row: J. McGarry, S. Berry, P. Munn, B. Hodler, C. Palmer; front row: A. Ruck, K. Morgan, A. Morgan, J. Hopkinson Woolley, C. Hodler, I. Wagner.

By nightfall the temperature in the hut had fallen to minus 20°C. After a typical evening’s après-ski – story-telling and songs, huddled around the fire – all went to bed fully clothed but for their boots, one member of the party applying a top layer of pink pyjamas over breeches, coat and puttees. In the morning they woke to find everything frozen: oranges, wine, bottles of tea and, worst of all, the boots. After thawing their boots for an hour the skiers set off from the hut at ten o’clock, and CNB makes it clear that this was the start of the race. The gallant trail-breaker, Collins, closely followed by Cecil Hopkinson, took half an hour to cross the glacier and reach the pass between the Tubang and Mont Bonvin – leaving 31 minutes for Cecil Hopkinson’s descent. Half an hour from Plaine Morte to Montana, through untracked snow, would be a good time today. In 1911, it was a remarkable feat of skiing.

naturally without the assistance of a smooth zigzag piste. CNB writes of “a series of very steep slopes … In order to negotiate them one must ski down as steeply as possible in one direction then do an Alpine turn and ski in the other direction. A good skier will leave a beautiful track like a series of S’s.” Many of the racers were unequal to this challenge, performing “superb somersaults”. Cecil Hopkinson, by contrast, “was soon out of view. His turns are marvellous. One can single out his track with ease – skis close together, with scarcely a touch of the stick.” Even so, the runner-up finished only five minutes after Cecil Hopkinson, closely followed by the next three. The last man down completed the course in one hour and fifty minutes. For students of the evolution of skiing technique, these remarks are of the greatest interest. What stage had skiing reached by January 1911? And were the British, as we are often encouraged to believe, a bunch of incompetents floundering in dangerous terrain with more courage than skill or sense? Were they stick-riding, telemarking, or by “Alpine turn” does CNB mean Zdarsky’s Austrian method, which Hannes Schneider was just beginning to refine in the Arlberg?

Telemarks, S-turns and somersaults From the pass, the racers pointed their skis downhill and tackled the slopes familiar to anyone who skis down from Plaine Morte today, although 84

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CNB ends his account with comments that shed further light on this aspect: Future competitors are advised to familiarise themselves with “very steep awe-inspiring slopes of great altitude. You may be able to do ‘Telemark’ turns beautifully on suitable slopes near a hotel, and yet on a longer descent find yourself unequal to the simpler ‘S’ turns which are a sine qua non in mountaineering.” A combination of different methods was doubtless employed: Z-turns, S-turns, and the schussand-crash technique favoured by the French military and known as the Briancon Stop. But Cecil Hopkinson was clearly a skier of high class, and a master of the pure christiania. A group photograph of some of the racers shows them with two sticks, not one. The racers’ route down through the woods to Montana is more difficult to pin down with certainty. According to The Times, the racers went “to Pepinet and thence to Montana”. Pepinet is a zone of “alpage” below Les Violettes, not easily accessible from the Plaine Morte descent without a climb. The direct route now used by skiers, a track passing the Cabane de Bois lift, did not exist at the time, and the present keeper of the Pepinet restaurant believes the racers followed the narrowing gully to a lower road, where caves used for wintering sheep can still be seen. CNB describes the route thus: “through a troublesome wood to a finishing run down good slopes terminating near the Montana hotels.”

Marius Robyr believes the race finished much lower down, “below Mollens” (1,070 m). If true, this would make the winning time of 61 minutes more remarkable still. Wherever the finish was, Arnold Lunn was waiting a little above it, and Cecil Hopkinson stopped to shake hands with him before completing his victory.

After the event CNB records the express wish of Lord Roberts that future editions of the race would be held at Montana, where he was staying at the time of the outbreak of the South African War (1899). This did not stop the Lunns taking the Roberts of Kandahar to Mürren, where they opened the Palace Hotel in 1912. Racing from the top of the Schilthorn, J Mercer won three times in a row (1912–14) and kept the cup. Its replacement was later lost in a fire, so the present cup is the grandchild of that won by Cecil Hopkinson. After Arnold Lunn gave the Kandahar name to a Mürren-based ski racing club and the most prestigious international downhill and slalom meetings, the Roberts Trophy struggled to hold on to its “raison d’être”. Resurrected after a period of abeyance, it is now awarded to Kandahar members who achieve distinction in Mürren’s Inferno downhill over a number of years. Although tipped by Captain Buzzard to defend

Beat Hodler and Cleeves Palmer with the Roberts of Kandahar Trophy, now awarded at the annual Inferno downhill race in Mürren.

Adam Ruck

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his title, Cecil Hopkinson did not win the Roberts of Kandahar again. From Cambridge he joined an engineering firm in Newcastle, took a commission with the Royal Engineers on the outbreak of war and, 15 months after suffering a shrapnel wound to the head, died on 9 February 1917, aged 25. But Cecil Hopkinson lives on in our memory, skimming effortlessly down a pristine snowfield at exhilarating speed, in a glorious adventure. The serpentine track he leaves behind is beautiful; skis close together, with scarcely a touch of the stick. “The great sports, like the great cultures, have their prescribed cycles,” Arnold Lunn wrote in the Atlantic Magazine (1949); “and the springtime of a sport has the same charm as the first phase of a culture cycle. There was a spontaneity about Gothic skiing which one recalls with nostalgic regret.”

“Memories such as these encourage me to hope that the brotherhood of skiing is not an empty phrase and that skiing chauvinists will fail in the future, as they failed in the past, to ruin a noble sport.” Curé Gérald Voide described skiing in similar terms, as a civilising influence, a force for brotherhood between rival communes and peace between nations; sentiments that were at the heart of Arnold Lunn’s philosophy.

Vor hundert Jahren … das Roberts of Kandahar Abfahrtsrennen (7. Januar 1911)

Il y a cent ans... la descente pour le trophée Roberts of Kandahar (7 janvier 1911)

Als 1911 an einem Januarmorgen um 10 Uhr zehn britische Skiläufer in einem Rennen von der Wildstrubelhütte nach Montana fuhren, um einen Pokal, der durch einen alten Soldaten namens Lord Roberts of Kandahar überreicht wurde, zu erhalten, ahnte wohl keiner von ihnen die historische Bedeutung, die ihr Abenteuer dereinst haben würde. Der Name Kandahar jedoch wurde zum Markenzeichen für die Entwicklung des alpinen Skirennsports, und Crans-Montana sorgte für seinen Platz in der Geschichte. Die Strecke, welche von den ersten Rennläufern befahren wurde, sollte zu einer spektakulären, landschaftlich schönen Skipiste werden, die an jedem schönen Wintertag von Tausenden von Freizeitskifahrern genossen werden würde. Hundert Jahre nach dieser bedeutsamen Stunde traf sich eine kleine Delegation des Kandahar Ski Clubs mit einer Gruppe von lokalen Würdenträgern in Crans Montana, um ein Denkmal zu enthüllen, welches den hundertsten Jahrestag «des weltweit ersten Abfahrtsrennens» markieren sollte.

A 10 h un matin de janvier 1911, alors que s’élançaient dix skieurs anglais de la Cabane du Wildstrubel en direction de Montana pour un trophée décerné par un vieux soldat du nom de Lord Roberts of Kandahar, aucun n’aurait pu imaginer la portée historique de leur aventure. Pourtant Kandahar est à présent une dénomination de marque dans le développement du ski alpin, Crans Montana chérit sa place dans l’histoire, et le parcours des pionniers est devenu une piste que des milliers de skieurs empruntent chaque beau jour d’hiver. Cent ans plus tard, une petite délégation du Ski Club Kandahar s’est alliée à un afflux de locaux méritants pour dévoiler un mémorial marquant le centenaire de « la première descente du monde ».

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Adam Ruck is a Kandahar member and travel journalist, whose ski articles appear in UK newspapers and magazines including The Sunday Telegraph, The Guardian, Harper’s Bazaar, Ski & Board, and the Kandahar Review. He also writes for PrivatAir.


«Vor meinem Haus», Handzeichnung, Bleistift auf Papier, Robert Käppeli, SAS Basel, Davos Wolfgang, 2004.


Zukunft und Innovation Avenir et innovation Future and Innovation


Swiss-Ski: wieder auf Erfolgskurs Urs Lehmann Präsident Swiss-Ski, SAS Zürich Diana Fäh ehem. Leiterin Kommunikation Swiss-Ski

Der Schweizer Skiverband, heute auch als Swiss-Ski bekannt, gehört traditionellerweise zu den «grossen» Sportverbänden in der Schweiz. Viel entscheidender ist jedoch, dass Swiss-Ski zu den erfolgreicheren Verbänden gehört und in der breiten Bevölkerung tiefe Emotionen zu schüren vermag. Entsprechend stehen nicht nur die Athleten, sondern auch der Verband und seine Exponenten immer wieder im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Nach den ruhmreichen 70er- und 80er-Jahren wurden die Siege und Podestplätze immer rarer. Der Tiefpunkt war zweifelsohne die medaillenlose alpine Weltmeisterschaft in Bormio im Jahre 2005. Im selben Geschäftsjahr schloss der Skiverband mit einem finanziellen Verlust von 478 000 Franken, das Verbandskapital schmolz auf minimale 36 000 Franken. Lediglich sechs Jahre später ist der Verband zurück auf dem Erfolgspfad.

Ein traditionsreicher Sportverband In seiner mittlerweile über 106-jährigen Geschichte haben der Verband wie auch seine Botschafter, v.a. die Athleten, immer wieder die Schweiz zu bewegen vermocht. Man denke nur an die «Goldenen Tage von Sapporo», wo die Schweiz hinter der Sowjetunion und der DDR die drittbeste Nation überhaupt war und die Schweizer Skisportler mit einem Ab-

fahrts-Doppelsieg bei den Männern und dem Doppel-Olympiasieg von Maite Nadig unser Land in einen Freudentaumel versetzten. Die Erfolge von Sapporo begeisterten im Land; das bereits 1942 anvisierte Ziel von 100 000 Mitgliedern wurde erstmals erreicht: Ende Saison zählte der SSV 112 058 Beitragzahlende.

Adolf Ogi gratuliert Marie-Theres Nadig zu den zwei Goldmedaillen an den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo.

Doppelsieg in der Olympischen Abfahrt von Sapporo durch Bernhard Russi (Gold) und Roland Collombin (Silber) Quelle: Keystone

Quelle: Keystone

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Swiss-Ski: wieder auf Erfolgskurs


An den alpinen Skiweltmeisterschaften 1987 in Crans-Montana gewann die Schweizer Delegation 10 von 14 WM-Medaillen. Quelle: Swiss-Ski

1981 folgte ein weiteres Highlight, das die Schweizer Skifans aufjubeln liess: Die Schweiz gewann zum ersten Mal in der Geschichte des Skisports die Nationenwertung im alpinen Weltcup! Marie-Theres Nadig (Gesamtsiegerin) und Erika Hess (Gesamtzweite) trugen dank herausragenden Resultaten in der Weltcupsaison 1980–1981 wesentlich zu diesem lang ersehnten Triumph bei. Spätestens ab diesem Zeitpunkt waren die Namen von Erika Hess, Michaela Figini, Maria Walliser sowie Peter Müller, Franz Heinzer und Pirmin Zurbriggen jedem Schweizer Schulkind ein Begriff. Aber nicht nur die Athletinnen und Athleten, auch Funktionäre schafften es immer wieder, die Schweiz zu bewegen. Unvergesslich ist sicher Exbundesrat Adolf Ogi. Als technischer Direktor des Skiverbandes war er mitverantwortlich für die grossen Erfolge an den Winterspielen in Sapporo.

Ogi war 1964 in den Dienst des Schweizerischen Skiverbandes getreten, wurde 1969 technischer Direktor und war von 1975 bis 1981 SSV-Direktor, bevor er in die Privatwirtschaft wechselte. 1987 wurde er als SVP-Mitglied in den Bundesrat gewählt und später zum UNO-Sonderbotschafter für Sport ernannt. Auch nach seinem Weggang vom Schweizerischen Skiverband engagiert Ogi sich weiterhin für den Schneesport in der Schweiz. Der erfolgreiche Sportfunktionär und -politiker war zudem Präsident der Olympiakandidatur von «Sion 2006». Apropos Olympische Winterspiele: Der Schweizerische Skiverband brachte seit den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix 37 Olympiasieger sowie 66 Weltmeister hervor. Die nächsten Olympischen Winterspiele fanden 1928 in St. Moritz statt. 1948 kam St. Moritz nochmals zum Zuge. Ausserdem fanden in der Schweiz seit 1931 zehn Urs Lehmann und Diana Fäh

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Weltmeisterschaften statt, wobei Mürren im Berner Oberland zweimal zum Zuge kam und St. Moritz dreimal.

Die ruhmreichen 80er-Jahre Der Grundstein zum Aufschwung in der skisportlichen Neuzeit wurde wohl zu Beginn der 70er-Jahre gelegt, als mit Bernhard Russi, Marie-Theres Nadig, Roland Collombin, Edy Bruggman und Werner Mattle der legendäre Spruch «Ogis Leute siegen heute!» zur Wahrheit wurde und die Schweizer Delegation an den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo insgesamt zehn Medaillen gewann. Mitte der 80er-Jahre erreichte die Mannschaft unter der Ägide von Karl Frehsner eine Erfolgswelle von bis dahin nicht gekanntem Ausmass. An den alpinen Weltmeisterschaften im heimischen CransMontana im Jahre 1987 gewannen Erika Hess, Vreni Schneider, Maria Walliser, Michela Figini, Peter Müller, Pirmin Zurbriggen und Karl Alpiger acht von zehn möglichen Goldmedaillen und insgesamt sagenhafte 14 Medaillen – ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Skiverbands. In der Herrenabfahrt fuhr das Quartett Müller/Zurbriggen/Alpiger/Heinzer auf die ersten vier Plätze. Maria Walliser (Abfahrt und Super-G), Erika Hess (Slalom, Kombination) und Pirmin Zurbriggen (Super-G und Riesenslalom) rundeten als Doppelweltmeister die glorreiche Bilanz ab. Vreni Schneider unterstrich zudem mit ihrem Sieg im Riesenslalom die Dominanz der Schweizer Damen. Im selben Jahr erreichten die alpinen Damen auch im Weltcup Aussergewöhnliches: Sie stellten in sämtlichen Disziplinen der Saison die Siegerin. Die Olympischen Winterspiele 1988 in Calgary waren ebenfalls vom Erfolg gekrönt: Das SSV-Team gewann viermal Gold, fünfmal Silber und fünfmal Bronze. Dank den tollen Leistungen der alpinen

Vreni Scheider jubelt an der Ski-WM 1987 in Crans-Montana über ihren ersten Weltmeistertitel im Riesenslalom, Maria Walliser wurde Dritte. Quelle: Keystone

Athleten, dank Staffel-Silber und Hippolyt Kempfs Olympiagold in der Nordischen Kombination und nicht zuletzt dank Andy Grünenfelders Bronzemedaille über 50 Kilometer resultierte der sensationelle 3. Rang im Medaillenspiegel. Der alpine Weltcup blieb weiterhin fest in Schweizer Hand: Pirmin Zurbriggen und Michela Figini gewannen 1988 die Gesamtwertung. Maria Walliser (Abfahrt) und Vreni Schneider (Riesenslalom) gelang 1989 an den WM in Vail die erfolgreiche Verteidigung ihrer WM-Siege von 1987. Vreni Schneider dominierte in allen Weltcupslaloms und – mit einer Ausnahme – auch in allen Riesenslaloms. Mit 14 Saisonsiegen übertraf sie den bisherigen Rekord des Schweden Ingemar Stenmark und gewann nach 1987 erneut die grosse Kristallkugel. Die goldene Ära im Schweizerischen Skiverband dauerte noch bis 1990. Pirmin Zurbriggen wurde zum vierten Mal Weltcup-Gesamtsieger. Die Verteidigung von Rang 1 in der Nationenwertung gelang jedoch nicht mehr: Österreich überholte die Schweiz, die seit 1982/83

Ueli Maurer eröffnete 2010 das 69. Jugendskilager in der Lenk. Quelle: Swiss-Ski

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sollen. Wie sich zudem im Jahre 1992 trotz den damaligen sportlichen Erfolgen ein finanzielles Loch von knapp einer halben Million öffnen konnte, ist aus heutiger Sicht kaum mehr nachvollziehbar.

Schwierige Phase um die Jahrtausendwende

Die alpinen Skiweltmeisterschaften 2005 in Bormio waren ein Tiefpunkt in der Geschichte des Schweizerischen Skiverbands. Auch Bruno Kernen steht die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Quelle: Keystone

die Nationenwertung dominiert hatte. Das Goldene Jahrzehnt des Schweizer Skisports neigte sich dem Ende zu. Aus heutiger Sicht ist es nicht einfach darzulegen, ob die Erfolge der 80er-Jahre auf einer durchdachten und visionären Strategie des Skiverbands basierten, ob man mit Karl Frehsner und seinem Trainerstab schlicht die besten Ausbildner und Betreuer an Bord hatte oder ob wir damals im Sinne einer glücklichen Fügung eine Anhäufung von Ausnahmetalenten wie Pirmin Zurbriggen und «Chrampfern» wie Peter Müller hatten. Durch diese enorme Breite und Stärke an der Weltspitze war es für die Nachwuchstalente jedenfalls kaum mehr möglich, sich für den Weltcup zu empfehlen. In gewissem Sinne leitete die Dominanz der Zurbriggen-Generation die Malaise der 90erJahre ein. Als die erfolgreichste Mannschaft der Schweizer Skisportgeschichte schrittweise abtrat, fehlte mehr oder weniger die ganze nächste Generation, welche in deren Fussstapfen hätte treten

Gegen Ende der 90er-Jahre wie auch zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden zwar nach wie vor Siege und Spitzenleistungen durch Ausnahmekönner wie Mike von Grünigen oder Sonja Nef erzielt, doch bei Weitem nicht mehr im gleichen Ausmass. Verbandsseitig wurden die Anstrengungen in verschiedenen Bereichen intensiviert. Man scheute auch neue und unkonventionelle Wege nicht, um die Basis- und Nachwuchsarbeit zu verstärken und um den Anschluss an die Weltspitze nicht zu verlieren. Dabei waren die Vorhaben nicht immer vom Glück beschieden. So wurde zum Beispiel das Outsourcing der Vermarktung des Verbands nach relativ kurzer Zeit rückgängig gemacht. Mit dem Grounding der Swissair verlor Swiss-Ski quasi über Nacht den Hauptsponsor – glücklicherweise und auf Intervention vom Präsidenten Duri Bezzola sprang Swisscom in die Bresche. Der Versuch einer operativen Co-Leitung mit einem «Primus inter pares»-Ansatz hielt ebenfalls nur kurze Zeit. Eine Marketingkampagne mit dem vielsagenden Titel «Rettet den Schweizer Skistar» war ein weiteres Kapitel in einem Sammelsurium von Kuriositäten rund um den Verband. Auch im Umfeld der Athleten war Kontinuität in der Betreuung plötzlich ein Fremdwort – es war ein stetes Kommen und Gehen. Die Negativspirale gipfelte im Jahre 2005 an den alpinen Weltmeisterschaften in Bormio, als die Schweizer Delegation keine einzige Medaille nach Hause trug. Der Schweizerische Skiverband war in

Mike Schmid gewann bei der Olympiapremiere des Skicross Olympiagold und krönte seine Saison mit dem Sieg im Gesamtweltcup. Quelle: Keystone

Urs Lehmann und Diana Fäh

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Didier Cuche auf der Siegesfahrt am Hahnenkamm in Kitzbühl 2010. Quelle: Keystone

Swiss-Ski sorgt mit Breitensportanlässen wie dem Grand Prix Migros dafür, den Schneesport für alle attraktiv zu machen. Quelle: Swiss-Ski

der Krise. Dass die Misere nicht nur den Athleten, sondern auch dem Umfeld anzulasten war, drückte der österreichische Herrenchef, Toni Giger, am Rande der Geschehnisse in Bormio treffend aus. Leicht schmunzelnd meinte er, dass er überhaupt nicht nachvollziehen könne, wie man aus so viel Athletenpotenzial so wenig herausholen könne. Um den Skisport entbrannte in der Folge eine Diskussion von nationaler Dimension. Sponsoren und Politik mischten sich in die Verbandspolitik ein, Diskussionsforen in sämtlichen Medien leuchteten die Misere bis ins letzte Detail aus. Die Situation schien zu eskalieren, und man war wohl in Muri auf der Geschäftsstelle im Frühling froh, dass die Rückrunde der Fussballmeisterschaft startete. Unter den gegebenen Umständen war eine klare Führungslinie bei Swiss-Ski kaum mehr möglich, die externen Einflüsse im föderalistisch organisierten Skiverband waren zu gross. So mag es nicht erstaunen, dass Swiss-Ski das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 478 000 Franken schloss und das Eigenkapital auf minimale 36 000 Franken schmolz. Eines war klar: Es musste etwas passieren!

Die Krise als Chance Der Skiverband ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass sich Krisen auch als Chancen offenbaren können. Der neue Direktor Hansruedi Laich, seit Anfang 2006 im Amt, verstand es, die einzelnen Bereiche des Verbandes geschickt auf den richtigen Weg zurückzuführen, wieder «Bodenhaftung» zu finden und diese den Mitarbeitenden auch zu ver94

Swiss-Ski: wieder auf Erfolgskurs

mitteln. Tugenden wie Bescheidenheit, Sparsamkeit und Kontinuität entfalteten sich plötzlich sehr schnell wieder. Auf Stufe der Geschäftsleitung und Mitarbeitenden wurde mit neuen Personen frischer Wind eingehaucht. Und als es noch im gleichen Jahr 2006 um die Besetzung der vakanten Position im Präsidium ging, war die Schneesportfamilie anlässlich der Wahlen an der Delegiertenversammlung ebenfalls bereit für einen neuen Weg. Man entschied sich mit meiner Person für einen ehemaligen Athleten – ein absolutes Novum in der Geschichte des Skiverbandes. Wie gross der Leidensdruck gewesen sein muss, drückte Martin Born vom «Tages-Anzeiger» in seiner Kolumne mit den Worten «… jetzt holt sich der Verband einen seiner schärfsten Kritiker in seine Reihen …» aus.

Frischer Wind in den letzten Jahren Die neue Konstellation in der Verbandsführung und im Mitarbeiterumfeld (Trainer, Betreuer, Administration u.a.) führte zu einer inspirierenden Spirale. Bewährte Tugenden und die Athleten wurden in den Mittelpunkt der Überlegungen und Aktivitäten gerückt. Wohlwissend, dass der Verband nur so erfolgreich sein kann wie es die Athleten sind – oder anders ausgedrückt: Ohne Erfolg der Athleten kann auch Swiss-Ski als Verband nicht erfolgreich sein. Dass sich in diesem Kontext weitere Koryphäen wie Pirmin Zurbriggen, welcher die Nachwuchsförderung verinnerlicht hat und diese vorlebt, in den Dienst von Swiss-Ski stellten, war ein Glücksfall im Sinne des Sports.


Swiss-Ski kann heute als moderner Sportverband bezeichnet werden. Die im Jahre 2006 eingeleitete Professionalisierung ist in allen Bereichen weit vorangeschritten. Das unternehmerische Gedankengut hat Einzug gehalten und das negativ assoziierte klassische Funktionärentum weitgehend abgelöst. Denn mit einem jährlichen Etat von rund CHF 36 Mio. sind professionelle Strukturen und Verhaltensweisen unerlässlich. Das Verhältnis zur Politik hat sich in den letzten Jahren bei Swiss-Ski grundsätzlich verändert. Obwohl in den eigenen Reihen weniger Personen mit politischem Hintergrund zu finden sind, ist heute die Zusammenarbeit mit der Politik, dem Bund und sportpolitischen Gremien auf nationaler wie internationaler Ebene enger als je zuvor. Gerade im Schweizer Umfeld haben sich Bund und Politik in den letzten Jahren verstärkt für und im Sport engagiert. Dies ist als äusserst positives Zeichen und Bekenntnis zu werten. Die Strategie für den Nachwuchssport wurde noch vor derjenigen im Bereich Leistungssport verabschiedet. Klare, zukunftsorientierte Strukturen und vor allem top ausgebildete Trainer bilden

den Grundstein für nachhaltige Nachwuchsarbeit. Dabei wird in Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden auf das Konzept mit den nationalen und regionalen Leistungszentren gesetzt. Vor einigen Jahren wurden zu den klassischen Disziplinen Alpin und Nordisch neue Sportarten wie Snowboard, Biathlon und Freestyle im Verband aufgenommen – so gilt Swiss-Ski heute eigentlich als Schneesportverband und nicht mehr ausschliesslich als Skiverband. Es stellt eine strategische wie operative Herausforderung dar, diese neuen Sportarten im wachsenden und dynamischen Umfeld von Swiss-Ski zu positionieren und zu entwickeln. Offenheit gegenüber dem jugendlichen Gedankengut und dessen proaktives Einbinden in die Entwicklung von Ideen in diesen neuen Bereichen bewähren sich. Die positive Entwicklung der letzten Jahre im Bereich Leistungssport in beinahe sämtlichen Disziplinen ist sicherlich auch auf aussergewöhnlich talentierte Athleten wie Dario Cologna, Mike Schmid, Didier Cuche, Carlo Janka, Simon Ammann und auch Amélie Reymond zurückzuführen. Jedoch ist selbst der talentierteste Athlet

Carlo Janka gewann an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver Gold im Riesenslalom. Quelle: Keystone

Urs Lehmann und Diana Fäh

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Didier Cuche, Abfahrtsweltcupsieger 2010 und 2011. Quelle: Keystone

auf optimale Betreuung und Strukturen angewiesen, um sein Leistungspotenzial im richtigen Moment abrufen zu können. In diesem Sinne wird bei Swiss-Ski der Ausbildung der Trainer und Kontinuität im Trainerstab grosse Bedeutung beigemessen – im Wissen, dass dies eine der heikelsten Aufgaben ist.

Wo geht die Reise hin? Die «Marke» Swiss-Ski ist nach einer Durststrecke heutzutage wieder emotional und positiv besetzt. Die guten Resultate der Athleten und die professionalisierte Vermarktung des Verbandes haben das Image von Swiss-Ski enorm verbessert. Wir haben ein gutes Niveau erreicht. Nun geht es darum, nicht nachlässig zu werden und weiterhin fokussiert auf dem Pfad des Erfolges zu arbeiten. Es ist wichtig, dass wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Als wohl wichtigster Gradmesser für den Erfolg von Swiss-Ski müssen die positive Entwicklung in vielen Bereichen und die guten sportlichen Resultate nachhaltig auf dem erreichten Niveau gehalten 96

Swiss-Ski: wieder auf Erfolgskurs

werden können. Dies alleine dürfte Herausforderung genug sein in den kommenden Jahren. Darüber hinaus ist es ein Anliegen, über den Bereich Breitensport mit attraktiven Angeboten und Eventserien Kinder, Jugendliche und Familien für den Schneesport zu gewinnen – und für die bestehenden Mitglieder noch attraktiver zu werden. Überhaupt muss es ein stetes Bestreben sein, noch näher zur Basis, sprich zu den Clubs wie auch den Mitgliedern, zu gelangen. Auch hier gilt die althergebrachte Weisheit: Je breiter die Basis der Pyramide ist, umso höher kann sie in den Himmel wachsen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die zyklischen Muster der Vergangenheit zwischen Erfolg und Misserfolg des Schweizer Skiverbandes in absehbarer Zukunft nicht wiederholen werden. Swiss-Ski versucht bewusst, aus den Lehren der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen und es heute entsprechend geschickt anzugehen. Wir tun unser Bestes! Längerfristig lassen sich diese Zyklen jedoch leider kaum verhindern – das wird wohl nicht anders sein als in der Wirtschaft …


Facts & Figures Swiss-Ski Swiss-Ski zählt zu den grossen und erfolgreicheren Sport-

Präsidium

verbänden der Schweiz und vereint unter seinem Dach die

Die Delegiertenversammlung wählt den Präsidenten, den

acht Disziplinen Ski alpin, Langlauf, Nordische Kombina-

Vizepräsidenten sowie zwei weitere

tion, Skispringen, Biathlon, Snowboard, Freestyle und Te-

Mitglieder. Die drei Interregionen (IR) wählen je einen Ver-

lemark. Ebenfalls ein wichtiges Standbein sind der Breiten-

treter ins Präsidium. Das Präsidium setzt

sport und die Nachwuchsförderung.

sich wie folgt zusammen:

Gründung: 20. November 1904 in Olten Rechtsform: Swiss-Ski ist ein Verein im Sinne von Artikel 60ff. des ZGB Mitglieder Swiss-Ski (Stand 31. März 2011): Clubmitglieder

74 224

Einzelmitglieder

23 695

JO-Mitglieder

15 272

Total Total Skiclubs

128 462 799

– Präsident: Urs Lehmann – Vizepräsident: Jean-Philippe Rochat – Vizepräsident: Urs Winkler – Mitglied: Eloi Rossier – Vertreterin IR West: Florence Koehn – Vertreter IR Mitte: Johny Wyssmüller – Vertreter IR Ost: Roger Fehr Weitere Angaben zu Swiss-Ski Swiss-Ski-Athleten: rund 250

Oberstes Organ: Delegiertenversammlung.

Trainer, Ärzte und Betreuer: rund 100

Sie setzt sich wie folgt zusammen:

Mitarbeitende Swiss-Ski: 37

– Vertreter der Club- und Einzelmitglieder

Ehrenamtliche Mitarbeiter: rund 10 000

– Vertreter der Clubs und Kollektivmitglieder – Verbände

Swiss-Ski : le retour du succès

Swiss-Ski: On Course for Success Again

La tradition veut que la Fédération Suisse de Ski, appelée aujourd’hui Swiss-Ski, soit l’une des « grandes » fédérations sportives de Suisse. Le fait que Swiss-Ski soit l’une des fédérations qui remporte le plus de succès et qui suscite des émotions profondes dans la population est d’autant plus important. Par conséquent, ce n’est plus uniquement les athlètes, mais aussi la fédération et ses représentants qui sont encore et toujours au centre de l’attention publique. Après les glorieuses années 1970 et 1980, les victoires et les podiums ont commencé à se faire de plus en plus rares. Il ne fait aucun doute que le fond a été atteint lors des Championnats du monde de Bormio en 2005, où la délégation suisse n’avait pas remporté la moindre médaille. La même année, la Fédération Suisse de Ski avait bouclé son exercice avec une perte financière de 478 000 francs, alors que son capital fondait pour atteindre les 36 000 francs. Après seulement six ans, la fédération est à nouveau sur le chemin du succès.

The Swiss Ski Federation, also known today as Swiss-Ski, is one of the “big” sports federations in Switzerland. More importantly, Swiss-Ski is one of the more successful federations and is capable of stirring up deep emotions in the wider population. Not only the athletes but also the federation and its spokespersons are repeatedly the focus of public attention. After the glorious seventies and eighties, wins and podium places became increasingly rare. The low point was undoubtedly the 2005 Alpine World Championship in Bormio, where no medals were won by Switzerland. In the same financial year, the Swiss Ski Federation incurred a financial loss of 478,000 Swiss francs and its capital was down to 36,000 Swiss francs. Only six years later, the federation is back on the road to success.

Urs Lehmann und Diana Fäh

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Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz Mirco Auer SAS Bern

Schneefall und Schneedecke sind für weite Teile der Erdoberfläche wesentliche Gestaltungsfaktoren. 30 % der Landoberfläche unseres Planeten erlebten regelmässig saisonalen Schneefall. Die Nordhalbkugel ist Mitte Winter sogar zu ca. 60 % schneebedeckt. Das grosse Rückstrahlungsvermögen von schneebedeckten Flächen beeinflusst den Energiehaushalt der Erde und hat somit wiederum einen Einfluss auf das Klima. So weiss man, dass z.B. die Stärke des Sommer-Monsuns in Indien stark von der winterlichen Schneemenge in Tibet abhängt. Die auf der Erdoberfläche akkumulierten festen Niederschläge bilden im Rahmen des Wasserkreislaufs eine temporäre Rücklage, die erst beim Abschmelzen und durch die Verdunstung wieder frei wird. Die Dauer dieser Speicherung ist regional sehr unterschiedlich; während in wärmeren Klimaten der Rückhalt vielleicht Wochen, Tage oder gar nur Stunden anhält, hält in kalten Klimaten oder in grossen Höhen die Speicherung über Jahre an und wird zu festem Eis umgeformt. Für trockene Regionen haben darum die Schnee- und Eisspeicher in den Gebirgen eine immense Bedeutung als Wasserspeicher für Flüsse und Grundwasser in den heissen Sommermonaten. Da Gebirgsgletscher und Schneebedeckung aufgrund der Klimaerwärmung auf beiden Hemisphären abnehmen, sind die Wasserreserven für Millionen von Menschen Christoph Marty, SLF in solchen Gebieten gefährdet. 

Bedeutung von Schnee In Alpenländern wie der Schweiz sind die Schneeund Gletschervorkommen ebenfalls wichtig für ausgeglichene Wasserstände der Flüsse und Seen. Die Hauptbedeutung der winterlichen Schneedecke liegt aber eindeutig im Wintertourismus. 3 % des gesamten Bruttoinlandprodukts der Schweiz stammten aus dem Wintertourismus. Einzelne Talschaften sind zu über 80 % vom Schneesport und den dazugehörigen Übernachtungen abhängig. Schnee ist aber nicht nur eine Ressource, sondern greift in vielfältiger Weise auf den Lebensraum und die Aktivität des Menschen ein. In Hochgebirgen versperren die Schneemassen über Monate hinweg wichtige Verkehrswege. Die Schneeräumung und der Schutz vor Lawinen verursachen jeden Winter riesige Kosten für die Volkswirtschaft. Trotzdem

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Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz

passiert es immer wieder, dass Starkschneefälle ganze Transitachsen lahm legen. In dicht besiedelten Gebieten in den Alpen gefährden Lawinen infolge grosser Schneefälle ganze Dörfer und Täler und richten auch an Fauna und Flora grosse Schäden an.

Schneeanteil am Niederschlag Im Alpenraum fällt der Niederschlag oberhalb von 2000 m ü. M. zu rund 70 % als Schnee. Anhand der Messstationen Weissfluhjoch, Davos und Chur kann dieser Zusammenhang genauer erklärt werden: Für die Stationen Weissfluhjoch, Davos und Chur ist der mittlere Niederschlag (RR in mm) und der Schneeanteil in % ausgeschieden worden


Stationsname Weissfluhjoch Davos Chur

m ü. M. RR (in mm) Schneeanteil (in %) 2540 m 1172 80 1590 m 1059 45 550 m 884 15

Schneesicherheit und Schneebedeckungsdauer

(Abb. 1). Die Angaben beziehen sich auf Niederschlagsmessungen von 1960 bis 2000. Die Niederschlagsmengen dieser vierzig Jahre wurden gemittelt, ebenso die Neuschneemengen während dieser Periode. Der Schneeanteil wurde über die mittlere Neuschneesumme bestimmt, und zwar unter der Annahme, dass die mittlere Neuschneedichte 100 kg/m3 beträgt. 1 cm Neuschnee ergibt in diesem Falle 1 mm Niederschlag. Der Anteil der Neuschneemenge zum Gesamtniederschlag ergibt den Schneeanteil. Abbildung 1 zeigt, dass sich der Schneeanteil mit steigender Höhenlage infolge der Temperaturabnahme zusehends vergrössert. Auf dem Weissfluhjoch fällt während eines Jahres mehr als 80 % des Niederschlags in Form von Schnee – das sind im Durchschnitt mehr als 9 m Neuschnee. In Davos fallen noch 45 % und in Chur nur noch 15 % aller Niederschläge in Form von Schnee. Die mittlere Gebietshöhe der Schweiz liegt bei etwa 1000 m ü. M. – das bedeutet, dass etwa ein Drittel des Jahresniederschlags in Form von Schnee fällt. Für den Kanton Graubünden mit einer Gebietshöhe von rund 2000 m bedeutet dies unter Interpretation der obigen Untersuchungen, dass rund 70 % des Niederschlags in Form von Schnee fällt.

Der Schweizer Wintertourismus ist hauptsächlich auf den Schneesport ausgerichtet und deshalb auch in grossem Masse vom Schnee abhängig. Schneesicherheit ist per Definition dann gewährleistet, wenn in der Zeitspanne vom 16. Dezember bis zum 15. April an mindestens 100 Tagen in sieben von zehn Wintern eine für den Schneesport ausreichende Schneedecke von 30 cm (alpin) bzw. 15 cm (nordisch) vorhanden ist. Die Zahl der Tage mit mehr als 1 cm Schneedecke wächst statistisch knapp zehn Tage pro 100 m Höhe. Dieser statistische Wert unterliegt natürlich erheblichen örtlichen und zeitlichen Abweichungen. So beträgt die Anzahl Tage mit einer Schneedecke (>1 cm) für die Stadt Zürich (450 m ü. M.) im Mittel 48 Tage, für Davos (1560 m ü. M.) bereits 160 Tage und für das Weissfluhjoch (2540 m ü. M.) über 260 Tage (siehe Abb. 2). Mit der relativ langen Zeitreihe vom Weissfluhjoch lässt sich anhand der übergreifenden Mittelwerte kein Trend zu kürzeren Winterperioden feststellen, im Gegenteil, auf dieser Meereshöhe sind die Winter in den letzten Jahren generell etwas länger geworden als zu Beginn der Messungen. Auffallend ist die grosse Variabilität: So betrug die Schneebedeckungsdauer im Winter 1995 etwa 225 Tage, im folgenden Winter waren es mehr als 300 Tage. Markant anders ist dies in tieferen Lagen. Dort nimmt die Schneebedeckungsdauer infolge des Temperaturanstiegs seit dem Ende der 1980er-Jahre

Abb. 2: Dauer der permanenten Schneedecke auf dem Weissfluhjoch (2540 m) zwischen 1936 und 2004. 1940 meint dabei den Winter 1939/40, mit dem Einschneien im Herbst/Frühwinter 1939 und dem Ausapern im Frühling/Frühsommer 1940.

Abb. 3: Mittlere Abweichung der Tage mit Schnee verschiedener Stationen im Flachland auf der Alpennordseite zum Durchschnitt der Jahre 1961–1990.

Abb. 1: Schneeanteil am Gesamtniederschlag an den Stationen Weissfluhjoch, Davos und Chur.

Mirco Auer

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Abb. 4: Lineare Abhängigkeit der Schneehöhe von der Höhe über Meer für die Monate November bis April.

deutlich ab (siehe Abb. 3). Abbildung 3 zeigt die mittlere Abweichung der Tage mit Schnee von verschiedenen Messstationen auf der Alpennordseite zum Durchschnitt der Jahre 1961–1990. Auffallend ist einerseits wiederum die grosse Variabilität, andererseits fällt aber auch der markante Rückgang der Tage mit Schnee ab dem Ende der 1980er-Jahre auf. Dieser ist insbesondere für Stationen unterhalb von 1300 m ü. M. signifikant.

Höhenabhängigkeit der Schneehöhe Die mittlere Schneehöhe (Wintermittel November bis April) für die Station Küblis (810 m ü. M.) beträgt 20 cm, für Davos (1560 m ü. M.) 50 cm und für das Weissfluhjoch (2540 m ü. M.) 150 cm. Die Schneehöhe steigt grundsätzlich mit zunehmender Höhenlage markant an. Man spricht dabei von einem Höhengradient. Im Verlauf des Winters wird dieser Höhengradient stärker, da in tiefen Lagen gelegentliches Tauwetter und Regen auftritt, während in Hochlagen die Akkumulation weitergeht. Gegen Ende des Winters nehmen in den grossen Höhenlagen die Schneemächtigkeiten noch zu, während sie in den Tieflagen schon längst wieder ausdünnen bzw. der Schnee bereits wieder abgeschmolzen ist. So wurde beispielsweise die höchste je in der Schweiz gemessene Schneehöhe an der Messstation Grimsel Hospiz erst im Mai registriert (3.5.1970; 690 cm). In Höhenlagen unterhalb von rund 1300 m wird die grösste mittlere Schneehöhe im Februar, zwischen 1500 und 1800 m im März und oberhalb von 1800 m gar erst im April oder erst im Mai erreicht (Abb. 4). 100

Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz

Variabilität der Schneehöhe Die folgende Darstellung zeigt die relative Abweichung der Schneehöhen verglichen mit dem langjährigen Mittel von 1971–2006. So sind blau eingefärbte Gebiete Bereiche mit bis zu 150 % mehr und rot eingefärbte Gebiete Bereiche mit bis zu 150 % weniger Schnee als im langjährigen Durchschnitt. Die Darstellungen zeigen die grossen Schwankungen von Winter zu Winter – die Variabilität beträgt bis zu 350 %. Beim genauen Betrachten sind folgende Muster erkennbar: Die 1970er-Jahre begannen mit schneearmen Wintern. Zwischen 1977 und 1986 folgten schneereiche Winter (mehrheitlich blau eingefärbt). Deutlich erkennt man auch die schneearmen, hier mehrheitlich rot eingefärbten Winter ab dem Ende der 1980er-Jahre. Dabei fällt auf, dass vor allem das Mittelland jeweils tief rot eingefärbt ist. Dies zeigt wiederum die markante Abnahme der Schneehöhe insbesondere in tiefen Lagen, infolge des Temperaturanstiegs. Auffallend ist auch der Winter 1999, der auf der Alpennordseite als Lawinenwinter in die Geschichte einging. Auf der ganzen Alpennordseite lag damals überdurchschnittlich viel Schnee. Der Winter 2001 ist ein gutes Beispiel für einen Winter mit vielen Südstaulagen und dementsprechend viel Schnee auf der Alpensüdseite (blau) und wenig Schnee auf der Alpennordseite (rot).


Abb. 5: Relative Abweichung [%] der jährlichen Schneehöhe (November bis April) im Vergleich zum langjährigen Mittel (1972–2010).

Mirco Auer

101


Schneehöhenverteilung im Verlauf eines Winters In den Abbildungen 6 bis 8 sind stark verkleinerte Schneehöhenkarten der Monate November, Januar und April dargestellt; sie sollen die Entwicklung der mittleren Schneehöhen im Laufe eines Winters dokumentieren:

Abb. 6: Mittlere Schneehöhen 1983–2002 im November.

– November (Abb. 6): Die mittlere Schneehöhe beträgt auch in den hochalpinen Regionen kaum mehr als 50 cm. Gebiete unterhalb von 1000 m weisen keine feste Schneedecke auf. Die räumliche Variabilität der Schneehöhe ist gering. – Januar (Abb. 7): Die mittlere Schneehöhe beträgt im Hochgebirge bereits mehr als 150 cm. Ein besonders schneereiches Band zieht sich vom Nordtessin über die Gotthard- und Grimselregion und die Glarneralpen gegen den Alpstein. Weitere Gebiete mit überdurchschnittlichen Schneehöhen liegen im Chablais, im Saastal sowie im Prättigau. Auch in den Voralpen und im Jura findet man im Januar eine feste Schneedecke. – März (Abb. 8): Im Mittelland, den Voralpen und im Jura apert die Schneedecke bereits aus. Hingegen nehmen die Schneehöhen in Höhenlagen über 1500 m weiter zu. Die Verteilung der schneereichen bzw. der schneearmen Gebiete ist ähnlich wie im Januar.

Regionale Schneehöhenverteilung in der Schweiz Die regionalen Unterschiede der Schneehöhenverteilung in der Schweiz sind beträchtlich. Indem in Abb. 9 die relativen Schneehöhen zum gesamtschweizerischen Mittel ausgeschieden wurden, kommen die regionalklimatologischen Unterschiede in der Schneehöhenverteilung deutlich zur Geltung. Es lassen sich Gebiete erkennen, die im Vergleich zum Mittelwert überdurchschnittliche (positive Abweichungen, in blauer Farbe) oder unterdurchschnittliche (negative Abweichungen, in roter Farbe) Schneehöhen aufweisen.

Abb. 7: Mittlere Schneehöhen 1983–2002 im Januar.

Abb. 8: Mittlere Schneehöhen 1983–2002 im März.

102

Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz

Abb. 9: Regionalklimatologische Unterschiede in der Schneehöhenverteilung (Abweichung zum gesamtschweizerischen Mittel).


Ein auffallend schneereicher Bogen erstreckt sich vom Tessin über die Gotthard- und Grimselregion, das Goms, die Zentralschweiz, die Glarner Alpen gegen das Toggenburg und den Alpstein. Weitere schneereiche Gebiete der Schweiz sind das Prättigau, das Chablais im Unterwallis, das Saanenland sowie die Berner Voralpen. Schnee bringen meist west- bis nordwestliche Winde, welche feuchte Meeresluft an die Alpen führen. Die ganze Nordabdachung der Alpen wirkt dabei wie ein Schneefänger. Regionen, deren Schneehöhen unter dem Schweizer Mittel liegen, sind die Bündner Südtäler, das Engadin, Mittelbünden sowie das Wallis südlich der Rhone – also vor allem die relativ trockenen inneralpinen Täler, welche abgeschirmt zwischen den Nord- und Südalpen liegen. Ein Beispiel zeigt diese Unterschiede eindrücklich auf: Während in Grächen VS auf 1550 m im langjährigen Wintermittel nur etwa 21 cm Schnee

liegen, beträgt das Wintermittel im mit 1510 m ähnlich hoch gelegenen St. Antönien GR mit 62 cm fast das Dreifache und bei der Station Trüebsee, welche nur unwesentlich höher liegt, beträgt das Wintermittel sogar gegen 120 cm.

Zeitreihen der Schneehöhen Verschiedene Schneemessstationen verfügen über langjährige Messreihen von bis zu siebzig Jahren. Abbildung 10 zeigt die Zeitreihen der mittleren Schneehöhen eines Winters der Stationen Weissfluhjoch (2540 m), Davos (1560 m) und Küblis (810 m). Diese drei Stationen liegen sehr nahe beieinander (Entfernung <10 km), aber auf gänzlich verschiedenen Höhenbereichen. Deutlich erkennbar ist die Zunahme der Schneehöhe mit ansteigender Höhe über Meer sowie die sehr unterschiedlichen klimatologischen Ausprägungen innerhalb der verschiedenen Höhenberei-

Abb. 10: Zeitreihen der Schneehöhen von Küblis, Davos und dem Weissfluhjoch (Punkte = Wintermittel; Linie = 5-jähriges gleitendes Mittel).

Abb. 11: Zeitreihen der Schneehöhen von Zuoz, Zermatt und Trüebsee (Punkte = Wintermittel; Linie = 5-jähriges gleitendes Mittel).

Mirco Auer

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che: Während die fünfjährigen gleitenden Mittel der Stationen Küblis (rot) und Davos (schwarz) seit Mitte der 1980er-Jahre einen starken Rückgang der Schneehöhen aufzeigen, kann bei der Station Weissfluhjoch (blau) dieser Trend nicht festgestellt werden. Die Schneehöhen haben eher wieder zugenommen. Die ähnlich hoch gelegenen Stationen Trüebsee (1770 m), Zermatt (1600 m) und Zuoz (1710 m) können unterschiedlichen Klimaregionen zugeordnet werden (siehe Abb. 11). Diese drei Zeitreihen der Schneehöhen dokumentieren die regional unterschiedlichen Schneeverhältnisse in den Alpen. Die Station Trüebsee veranschaulicht den relativen Schneereichtum der nördlichen Alpen und Voralpen gegenüber den niederschlagsarmen Verhältnissen in den inneralpinen Tälern, so in Zermatt im Mattertal und in Zuoz im Engadin. Die fünfjährigen gleitenden Mittel zeigen auch bei diesen drei Zeitreihen einen markanten Rückgang der Schneehöhen seit der Mitte der 1980erJahre. Auffällig sind zudem die grossen Schwankungen der Schneehöhen von Jahr zu Jahr, welche bis zu 350 % des langjährigen Mittelwertes betragen können – ein Beweis für das komplexe Muster der Gebirgsklimatologie.

Fazit und Ausblick Es wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten immer wieder schneereiche, aber wohl oder übel auch vermehrt sehr schneearme Winter geben. Man darf das Wetter und gleichbedeutend auch den Schnee nicht mit Klima gleichsetzen. Wie bereits gesagt, unterliegen die Schneehöhen grossen Schwankungen – schneereiche und schneearme Winter können sehr eng nacheinander folgen, über mehrere Jahre betrachtet besteht aber trotzdem nachweislich ein Trend zu geringeren Schneehöhen

und kürzerer Schneebedeckungsdauer infolge der steigenden Temperaturen. Zusammenfassend kann festgestellt werden: – Seit Mitte/Ende der 1980er-Jahre ist eine Abnahme der Schneehöhe und der Schneebedeckungsdauer festzustellen. – Die kritische Höhenlage, unterhalb welcher statistisch nachweislich ein Trend hin zu geringeren Schneehöhen besteht, liegt je nach Region zwischen 1300 m und 1600 m. – Die Abnahme der Schneehöhe ist vor allem in tiefliegenden Regionen wie dem Mittelland oder den Voralpen infolge der Temperaturzunahme und dem dadurch resultierenden Anstieg der Schneefallgrenze stärker. – In sehr hoch gelegenen Gebieten ist bis anhin keine Abnahme der Schneehöhe resp. der Schneebedeckungsdauer feststellbar. Ein Temperaturanstieg ist wohl auch im Hochgebirge nachgewiesen, die Wintermitteltemperatur liegt jedoch immer noch deutlich unter Null, und die Niederschläge fallen in Form von Schnee. Die oben erwähnten Fakten haben natürlich auch Konsequenzen für den Schneesport und den Wintertourismus. Modellierungen deuten darauf hin, dass in 30 bis 50 Jahren nur noch Skigebiete oberhalb von rund 1600 bis 2000 m ü. M. schneesicher wären. Die bereits heute wenig rentablen Skigebiete der tieferen Höhenlagen in den Voralpen, im Tessin und im Jura haben kaum Überlebenschancen. Ihnen sind entweder aus topografischen Gründen die Hände gebunden, oder sie können die erwünschten Anlagen zur künstlichen Beschneiung nicht finanzieren. Sie werden sich nach Alternativen umsehen oder sich aus dem Skitourismus zurückziehen müssen. Der Skisport wird sich in Zukunft wahrscheinlich auf die hoch gelegenen Skigebiete in der Kernzone der Alpen konzentrieren.

Kennziffern Grösster Neuschneefall (in 24 Stunden)

160 cm

(Simplon VS,15.3.1980)

Grösste je gemessene Schneehöhe

690 cm

(Grimsel BE, 3.5.1970)

Mittlere Anzahl Tage mit Schnee auf 500 m

48 Tage

(Zürich ZH)

Mittlere Anzahl Tage mit Schnee auf 2500 m

265 Tage

(Weissfluhjoch GR)

Anzahl Schadenlawinen pro Winter

138

Quelle: SLF

Anzahl Schadenlawinen 1999

1200

Quelle: SLF

104

Global Warming: Schneeklimatologie der Schweiz

Quelle: SLF Quelle: SLF

Quelle: MeteoSchweiz Quelle: SLF


«Der Klimawandel wird nicht von heute auf morgen für eine neue Ausgangslage im schweizerischen Wintertourismus sorgen, sondern als Katalysator den bereits in Gang gekommenen touristischen Strukturwandel verstärken» (Abegg, 1996). Und damit ist nicht nur der Ausbau der Beschneiungsinfrastruktur gemeint.

Abegg B. (1996): Nationales Forschungsprogramm «Klimaänderungen und Naturkatastrophen» (NFP 31), Schlussbericht. Auer M. (2003): Regionalisierung von Schneeparametern. Diplomarbeit, Geographisches Institut der Universität Bern, Bern. Fliri F. (1975): Das Klima der Alpen im Raume von Tirol. Monographien zur Landeskunde Tirols. Wagner, Innsbruck/ München.

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Global Warming : climatologie de neige en Suisse

Global Warming: Snow Climatology of Switzerland

Chutes de neige et manteaux neigeux sont des facteurs déterminants pour des parts substantielles de la surface de notre planète ; 30 % de sa surface est sujette à des chutes saisonnières. L’hémisphère nord en est même couvert à environ 60 % en plein hiver. Le fort potentiel de réflexion des surfaces couvertes de neige influence grandement le bilan énergétique de la Terre et influence par là même le climat. Ainsi, on sait désormais que l’intensité de la mousson en Inde dépend fortement de l’enneigement hivernal du Tibet. L’accumulation de neige en surface forme une réserve temporaire dans le cadre du cycle de l’eau, qui n’est libérée que par la fonte et l’évaporation. La durée de cette accumulation varie fortement selon les régions ; si elle dure des semaines, des jours ou même quelques heures dans les climats chauds, en revanche elle dure plus longtemps dans les climats froids ou en altitude, jusqu’à se transformer en glace vive sur des années. Pour les régions les plus sèches, la neige et les glaciers revêtent une immense importance comme réserves d’eau pour les fleuves et sources d’approvisionnement en eau pendant les brûlants mois de l’été. Comme ces glaciers et la couverture neigeuse des montagnes diminuent dans les deux hémisphères en raison du réchauffement climatique, les réserves d’eau de millions de personnes sont en danger dans ces régions.

Snowfall and snow cover substantially shape broad parts of our planet’s surface; 30% of the Earth’s surface experiences regular seasonal snowfall. 60% of the northern hemisphere is covered with snow in the middle of the winter. The great radiation potential of snow-covered surfaces impacts on the energy budget of the earth and therefore influences the climate. For example, we know that the intensity of the Indian monsoon is largely dependent on the snowfall in Tibet in any given winter. The layers of accumulated snow on the surface form a temporary reservoir in the water cycle that only gets released when the snow melts and evaporates. The duration of storage varies regionally. In warm climates it will last weeks, days or only hours; in colder climates this storage function can last years, eventually leading to the forming of solid ice. In dry regions, the snow and ice storage in mountains acts as indispensable reservoir for rivers in the heat of summer. The receding of mountain glaciers and snow cover in both hemispheres on account of global warming represents a threat to the water reserves for millions of humans in such regions.

Quellen

Mirco Auer

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Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement Jean-Philippe Rochat Membre d’honneur, Président central 1994–2000, Vice-président Swiss-Ski, SAS Lausanne «Donnez-nous des juristes sportifs à la tête bien faite !» Gilles Schwa ar (Conférence Skilex 1991)

Le SAS a contribué activement à l’évolution du ski et du sport. Le sport devenu activité commerciale a pris au fil des ans une dimension telle qu’il implique désormais systématiquement une intervention du droit. Plusieurs membres du SAS ont été les témoins et acteurs de cette évolution parmi lesquels Marc Hodler, Président de la FIS et membre du CIO, ou Gilles Schwaar, avocat conseil du CIO et Premier Secrétaire général du TAS. D’autres membres jouent aujourd’hui un rôle actif dans le développement de l’arbitrage juridictionnel sportif. Le TAS fait désormais autorité dans les conflits sportifs au niveau international, et le ski a fait son entrée dans les tribunaux à la suite de décisions rendues par la FIS ou le CIO. La justice sportive est en marche, et le ski n’y échappe pas.

L’intervention du droit dans le sport Au cours des cinquante dernières années, le monde du sport de compétition a subi une mutation profonde et des bouleversements considérables. L’activité sportive, longtemps marginale, est devenue ainsi un véritable phénomène de société, tributaire d’intérêts politiques et sociaux-économiques qui multiplient les sources de conflits. En extrême synthèse, les parties engagées dans un différend sportif ont trois possibilités de résoudre leur litige, soit : – s’en remettre à la justice sportive et aux tribunaux créés par les fédérations compétentes dans le sport considéré ; – porter le différend devant des tribunaux ordinaires lorsque ces derniers sont compétents ; – soumettre leur litige à l’arbitrage juridictionnel. Face à l’augmentation du contentieux sportif, la justice sportive et les tribunaux ordinaires ont montré des limites. Les tribunaux internes des fédérations posent ainsi un problème majeur d’indépendance lorsqu’il s’agit de juger des décisions prises au sein de la même fédération et se caractérisent souvent par des procédures approximatives. Les tribunaux ordinaires se sont quant à eux souvent révélés peu adaptés au règlement des litiges sportifs, 106

Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement

notamment de par la lenteur des procédures ou l’absence d’une connaissance suffisante des spécificités du sport. Dans ce contexte, l’arbitrage juridictionnel – par quoi l’on entend un mode conventionnel de règlement des litiges par des particuliers choisis par les parties et investis du pouvoir de trancher à la place des juridictions étatiques – est apparu comme une troisième voie alternative à même de répondre aux besoins spécifiques du sport. Rassuré par la perspective de pouvoir désigner ses propres juges et définir les règles de procédure adaptées au rythme et aux besoins spécifiques, le monde sportif a aujourd’hui adopté l’arbitrage comme un mode alternatif de règlement des litiges sportifs et comme une solution intermédiaire qui répond aux aspirations d’autonomie que cultive toujours le mouvement sportif.

Le Tribunal Arbitral du Sport et la contribution des membres du SAS à son développement Confronté à l’augmentation des litiges sportifs et aux limites des systèmes juridictionnels rappelés ci-dessus, le mouvement sportif s’est interrogé dès


1980 sur la mise en place d’un système alternatif permettant de faire trancher le contentieux sportif par des tribunaux spécialisés mieux adaptés. A l’initiative de Juan Antonio Samaranch, alors Président du CIO, quelques avocats et juristes proches du CIO reçurent pour mission de rédiger les premiers statuts d’une « autorité spécialisée capable de trancher les conflits internationaux et offrant une procédure souple, rapide et peu onéreuse »1, autorité qui allait devenir le TAS. 1 Art. 1 Code TAS, 1984

Parmi ces pionniers figuraient notamment deux membres d’honneur du SAS que furent Marc Holder (SAS Bern) et Gilles Schwaar (SAS Lausanne). Les premiers statuts et règlements de procédure du TAS furent adoptés par le CIO en 1983 et entrèrent en vigueur le 30 juin 1984. Le TAS se composait alors de 60 arbitres, tous de formation juridique et choisis par le CIO, son Président, les fédérations internationales et les comités nationaux olympiques. Plusieurs membres du SAS furent parmi les premiers à figurer sur la liste des arbitres. On citera

Gilles Schwaar, SAS Lausanne, Premier Secrétaire général du Tribunal Arbitral du Sport sur les skis et prêt au départ !

Jean-Philippe Rochat

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Photo prise à l’occasion des Championnats du monde de ski à Crans-Montana en 1997 (Marc Hodler et Gilles Schwaar, initiateurs du TAS, bien entourés par leurs pairs !). De gauche à droite, Daniel Oyon (SAS Lausanne), Paul Choffat (SAS Lausanne), Pierre Hirschy (SAS Bern), Gilles Schwaar (SAS Lausanne), Jean-Pierre Clivaz (SAS Lausanne), Guy Praplan (SAS Fribourg), Marc Hodler (SAS Bern), Philippe Gilliéron (SAS Genève), Jean-Jacques Clavadetscher (SAS Zürich) et un membre du Comité d’organisation des championnats.

notamment Marc Hodler (SAS Bern), Anton Cottier (SAS Fribourg), Hans Nater (SAS Zürich), Jacques Baumgartner (SAS Lausanne), Luc Argand (SAS Genève) ou encore Beat Hodler (SAS Bern). Le TAS créé, encore fallait-il en assurer la promotion et convaincre les fédérations et les acteurs du monde sportif de reconnaître l’institution et d’insérer des clauses arbitrales dans leurs statuts ou dans leurs contrats. C’est l’une des tâches principales à laquelle s’attela Gilles Schwaar (SAS Lausanne), Premier Secrétaire général de l’institution. Dès 1984, il multiplia ainsi les conférences et les contacts afin de vendre au mieux l’institution, avec pour premier résultat l’adhésion de la Fédération Equestre Internationale qui devint rapidement un utilisateur majeur du TAS. Au fur et à mesure du développement de l’activité arbitrale, Gilles Schwaar n’eut de cesse que de chercher à associer d’autres membres du SAS à l’activité de l’institution, et notamment des greffiers tels que Patrice Girardet, avocat (SAS Lausanne), ou l’auteur du présent article qui purent ainsi se familiariser à l’institution et à l’arbitrage sportif. En 1992, le cavalier allemand Elmar Gundel 108

Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement

contesta une sentence du TAS qui confirmait une décision de suspension pour dopage de cheval, imposée par la Fédération International d’Equitation. Dans son arrêt du 15 mars 19932, le Tribunal fédéral exprima certaines réserves quant à l’indépendance du TAS et à son organisation, réserves qui conduisirent à une réorganisation en profondeur de l’institution. Initiateur des travaux de réorganisation du TAS, Gilles Schwaar disparaissait en mars 1994 à la veille de son 70e anniversaire. Le SAS perdait alors un membre exemplaire apprécié de tous et le TAS un ambassadeur de la première heure, infatigable et convaincu. Moins d’un mois plus tard, j’eus le privilège d’être désigné en qualité de Secrétaire général avec pour première mission de conduire la finalisation d’un accord entre les fédérations internationales, les comités nationaux olympiques et le CIO, qui conduisit, le 22 juin 1994, à la signature de la Convention de Paris3. Cette convention eut pour effet principal la constitution 2 ATF 119 II p. 271 3 Le texte de la Convention de Paris est publié dans le Recueil des Sentences du TAS II p. 881. 4 Voir Code de l’Arbitrage en matière de Sport TAS (4 e édition, janvier 2010)


du Conseil International de l’Arbitrage en matière de sport (CIAS), fondation de droit suisse indépendante du CIO, destinée à garantir l’entière autonomie du TAS. La convention marquait également la mise en place d’un nouveau Code de l’Arbitrage en matière de Sport. Cet accord, décisif pour le développement du TAS et de l’arbitrage sportif, entraîna la reconnaissance du TAS par toutes les fédérations internationales olympiques, parmi lesquelles la Fédération Internationale de Ski alors présidée par Marc Hodler (SAS Bern). L’introduction du nouveau code eut quant à elle deux conséquences organisationnelles majeures : le nombre d’arbitres du TAS, qui passa à plus de 150 membres, et la création de deux chambres d’arbitrage, soit une chambre d’arbitrage ordinaire disposant d’une compétence juridictionnelle générale et d’une chambre d’arbitrage d’appel spécialement chargée de résoudre les contentieux relatifs aux décisions d’instances internes des organisations sportives4. A nouveau, les membres du SAS se retrouvèrent nombreux parmi la liste des arbitres, au nombre desquels l’on vit accéder Bernard Welten (SAS Bern), Corinne Schmidhauser (SAS Bern) et le soussigné, une fois son mandat de secrétaire général terminé. Le TAS allait alors connaître un développement remarquable caractérisé par une augmentation substantielle du nombre de procédures dépassant d’abord 50 affaires par année pour atteindre aujourd’hui plus de 250 affaires par an. Le contentieux augmentant au fil des ans, l’arbitrage sportif a confirmé les avantages indéniables de l’arbitrage par rapport à la justice ordinaire ou aux juridictions sportives internes. Ainsi, le choix des juges disposant de connaissances spécifiques reste un avantage majeur, de même que la flexibilité de la procédure – qui permet de prendre en compte les besoins spécifiques des litiges propres aux litiges sportifs – ainsi que la rapidité qui est souvent un avantage décisif. Il convient en outre de souligner que le caractère international qui caractérise souvent les litiges en matière sportive trouve dans l’arbitrage une solution idéale qui permet de réduire l’emprise des législations nationales et assure une reconnaissance quasi universelle de la sentence. Le TAS est désormais reconnu par la totalité des fédérations internationales olympiques et des comités nationaux olympiques. Il en résulte une quantité de sentences diverses qui ont créé une véritable jurisprudence arbitrale qui fait figure de référence au

niveau international et contribue à l’existence d’un véritable ordre juridique sportif. Dans l’ensemble, la qualité et la cohérence des sentences du TAS sont confirmées par le nombre limité des recours à l’encontre des quelque 250 sentences rendues chaque année. Le Tribunal fédéral est en effet compétent pour connaître tous les recours contre les sentences arbitrales internationales du TAS et n’a eu au cours des deux dernières années à connaître qu’une trentaine de recours, dont seuls deux ont été accueillis favorablement.

Le ski dans la jurisprudence du TAS La Fédération Internationale de Ski (FIS) comme les autres fédérations internationales olympiques a reconnu formellement le TAS en adhérant à la Convention de Paris en 1994. Les statuts de la FIS ont été adaptés et prévoient expressément aux articles 31.2 et 52.6 que le TAS est compétent pour connaître des recours soit directement à l’encontre des décisions de sanctions prises par le Conseil de la FIS concernant les cas de dopage, ou soit à l’encontre de toutes décisions de la Cour de la FIS. Il en résulte que le TAS dispose d’une compétence générale pour connaître sur recours des litiges internes à la FIS et des décisions finales rendues par un organe de la fédération. Depuis 1994, le TAS a tranché dans le domaine du ski et du snowboard près de trente litiges portés soit devant la Chambre d’appel, soit devant la Chambre ad hoc des Jeux olympiques. Les procédures concernent essentiellement des questions de dopage touchant au ski nordique, au ski alpin ou au snowboard, et quelques litiges relatifs à l’application des règlements de la FIS, ou aux sélections pour les Jeux olympiques. Quelques sentences concernant le ski et le snowboard ont joué un rôle important dans la jurisprudence du TAS. Tel fut le cas de l’affaire « Rebagliati », du nom de l’athlète qui remporta la médaille d’or de snowboard aux Jeux olympiques de Nagano en 1998. Le 11 février 1998, la Commission exécutive du CIO disqualifia Ross Rebagliati et lui retira sa médaille au motif que le contrôle antidopage effectué après l’épreuve avait révélé la présence dans son urine de métabolite du cannabis. Cette disqualification suscita un émoi considérable parmi les médias et les athlètes olympiques ; Ross Rebagliati soutenu par le Comité olympique national canadien Jean-Philippe Rochat

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interjeta immédiatement appel contre la décision de la Commission exécutive du CIO. Après audition, le TAS annula la décision de la Commission exécutive du CIO après avoir constaté que le Code médical alors en vigueur conditionnait une éventuelle sanction pour consommation de cannabis à un accord formel entre la fédération internationale concernée et les autorités responsables des tests. Tel n’était pas le cas en l’espèce, la FIS n’ayant pas conclu un tel accord avec le CIO. En cours d’enquête, Marc Hodler (SAS Bern), alors Président de la FIS, soulignait que le cannabis ne présentait à ses yeux des risques particuliers que dans les deux épreuves spécifiques que sont la descente et le saut à ski, en considérant que « la marijuana pouvait aider à surmonter une résistance naturelle contre le risque excessif ». En revanche, il confirma que l’approbation de la FIS pour sanctionner un cas de dopage au cannabis n’avait jamais été demandée par le CIO, s’agissant du slalom géant ou du snowboard pour lequel selon lui, la consommation de cannabis ne créait « aucun risque particulier ». A la suite de cette déclaration et constatant que, pour le surplus, le Code médical ne considérait pas les cannabinoïdes comme un produit interdit, la Chambre ad hoc du TAS annula la décision de la Commission exécutive du CIO, restituant à l’athlète canadien son titre et sa médaille5. Cette décision qui fut très largement commentée par les médias du monde entier eut pour effet une modification immédiate du Code médical et l’insertion systématique des cannabinoïdes dans la liste des produits interdits, entraînant sanctions et disqualifications des athlètes contrôlés positivement. Ce sont à nouveau les Jeux olympiques qui furent le point de départ des affaires « Lazutina » et « Danilova » – toutes deux membres de l’équipe russe de ski de fond – qui allaient donner lieu à de multiples procédures aboutissant à une décision fondamen  5   6   7   8   9 10

Recueil des sentences du TAS 1986-1998, p. 427 ATF 129 III, p. 445 Affaire Canadian Olympic Association/FIS CAS Awards Salt Lake City, publié par TAS p. 24 Affaire Bassani/IOC CAS Awards Salt Lake City, op. cit., p. 29 2005/A/847 Knauss/FIS CAS 2002/A/400 Recueil des sentences du TAS III, p. 396 ; 2006/002 Schuler/Swiss Olympic ; Association & Swiss-Ski ; 2006/004 Deutscher Skiverband & Evi Sachenbacher/FIS ; 2006/008 Dal Balcon/Coni & FISI ; 2006/A/1053 Swiss Ski/FIS ; 2006/A/1102 Eder/Ski Austria ; 2006/008 2006/A/1146 AMA/Eder and Ski Austria

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Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement

tale du Tribunal fédéral suisse. Ces deux athlètes avaient été soumises à des contrôles anti-dopage qui avaient révélé la présence dans leurs organismes d’une substance prohibée, la darbepoïétine. Suite à une enquête, la Commission disciplinaire du CIO avait disqualifié les deux skieuses et retiré leurs médailles d’or et diplômes gagnés à Salt Lake City. Le dossier fut ensuite transmis à la FIS pour qu’elle modifie le résultat de la course et prenne les sanctions qui s’imposaient. Le Conseil de la FIS ayant suspendu les deux skieuses de toute compétition internationale pour une durée de deux ans, les athlètes en appelèrent au TAS. Le TAS rendit ensuite quatre sentences rejetant les appels déposés par les deux athlètes à l’encontre des décisions du CIO et de la FIS, et confirmant les cas de dopage et les sanctions prononcées. Devant le Tribunal fédéral, les athlètes changèrent de tactique en soutenant principalement que le TAS ne pouvait être considéré comme un tribunal indépendant dans un litige auquel le CIO était partie et que les sentences rendues devaient être annulées. Elles soutenaient ainsi que les liens entre le CIO et le TAS étaient tels que l’indépendance garantie par l’article 6 de la Convention européenne des Droits de l’Homme était violée. Après une analyse très complète de l’organisation et du fonctionnement du TAS ainsi que de ses liens avec le monde sportif, le Tribunal fédéral rendit une décision essentielle pour le développement du TAS aux termes de laquelle, la Haute Cour soulignait que : « Le TAS est suffisamment indépendant du CIO, comme de toutes les autres parties qui font appel à ses services, pour que les décisions qu’il rend dans les causes intéressant cet organisme puissent être considérées comme de véritables sentences, assimilables au jugement d’un tribunal étatique. »6 Les Jeux olympiques de Salt Lake City donnèrent également lieu à deux procédures arbitrales impliquant directement ou indirectement la FIS7 et concernant les critères de sélection aux Jeux, imposés par la FIS, ou encore la compétence des comités nationaux olympiques à inscrire des athlètes, dans le cas d’espèce, une skieuse courant sous les couleurs de Grenade8. Hans Nater (SAS Zürich) fut d’ailleurs parmi les juges impliqués dans certains de ces dossiers en sa qualité de membre de la Chambre ad hoc mise sur pied à l’occasion des Jeux de Salt Lake City. La sentence rendue par le TAS en 2005 dans


Le Tribunal Arbitral du Sport pendant les Jeux olympiques 2004 à Athènes. Au centre, le feu Président arbitre Pathak, éminent juge de la Cour suprême indienne et charismatique Brahma, et debout 4 e depuis la gauche, l’arbitre Hans Nater, membre d’honneur du SAS, juge aux JO 2004.

l’affaire « Knauss » s’est révélée également importante s’agissant de la lutte contre le dopage. Hans Knauss, membre de l’équipe de ski autrichienne, avait été soumis à un contrôle antidopage à l’occasion d’une course de Coupe du monde au Canada en 2004. Celui-ci avait révélé la présence d’une substance prohibée, la norandrostérone. Suite à une procédure disciplinaire, la FIS avait ensuite rendu une décision suspendant l’athlète de toute compétition pour une période de dix-huit mois. La fédération admettait que l’athlète avait vraisemblablement assimilé la substance prohibée en consommant des suppléments alimentaires et sans intention de se doper. Elle soulignait toutefois que la Fédération de ski autrichienne avait publié une liste des suppléments alimentaires autorisés et avait attiré l’attention des athlètes sur les risques liés à l’usage de suppléments non autorisés. La décision relevait ensuite que, quand bien même Hans Knauss était un skieur respecté, il aurait dû en tant qu’athlète d’expérience s’informer complètement sur le contenu des suppléments alimentaires qu’il avait achetés. Sur la base de ce constat, la FIS concluait qu’il avait agi par négligence et rendait une décision le condamnant à une suspension de dix-huit mois.

Le 20 juillet 2005, saisi sur recours, le TAS rendit à son tour une décision fondamentale9 s’agissant de la présomption de faute et de la définition de la négligence en matière de dopage. Après avoir examiné l’entier des circonstances et entendu les parties, le TAS confirma la décision de la FIS relevant également que, compte tenu de l’expérience de l’athlète et des avertissements donnés par la Fédération autrichienne, celui-ci aurait dû prendre conseil auprès de la fédération ou d’un expert indépendant. La formation arbitrale constatait ainsi que le skieur n’avait pas pris toutes les mesures que l’on pouvait attendre de lui pour s’assurer que les suppléments alimentaires ne contenaient aucune substance dopante. Cette sentence constitue une décision fondamentale s’agissant de la définition de la négligence et de la diligence à respecter par les athlètes, notamment lorsqu’ils font usage de compléments alimentaires. Il est impossible de traiter ici toutes les quelque trente décisions rendues par le TAS10 et concernant le ski ou le snowboard, mais ce survol de quelques cas marquants serait incomplet si l’on ne mentionnait pas les circonstances malheureuses qui conduisirent le CIO à retirer la médaille de bronze conquise Jean-Philippe Rochat

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par le skieur anglais Alain Baxter au slalom des Jeux Olympiques de Salt Lake City. Alain Baxter souffrait de longue date de problèmes récurrents de congestion nasale. Depuis plusieurs années, l’athlète avait utilisé régulièrement un produit figurant sur la liste des substances autorisées par le Conseil du sport anglais et fabriquées par l’entreprise pharmaceutique Vicks. Victime de congestion nasale pendant les Jeux à Salt Lake City, Alain Baxter acheta un produit comparable à celui qu’il avait l’habitude d’utiliser, également produit par l’entreprise Vicks, mais destiné au marché américain. L’athlète ignorait cependant que la version américaine du produit contenait des composants légèrement différents de ceux caractérisant le produit européen et notamment de la levmétamfétamine, produit interdit. Convaincu qu’il utilisait le même produit que d’habitude, Alain Baxter eut recours au produit américain pendant les jours qui précédèrent la compétition de slalom des Jeux. Ayant été soumis à un contrôle antidopage immédiatement après la compétition, des traces de levmétamfétamine furent trouvées dans ses urines en quantité suffisante pour justifier sa disqualifica-

tion et le retrait de sa médaille de bronze. Ayant recouru au TAS contre la décision rendue par la Commission exécutive du CIO, Alain Baxter plaida qu’il n’avait pas commis de faute et que la sanction prononcée apparaissait disproportionnée au vu du cas d’espèce. Le TAS rendit une décision le 15 octobre 200211 confirmant la décision rendue par le CIO et rappelant que la simple présence d’une substance interdite dans le corps d’un athlète était constitutive d’un délit de dopage, et ce indépendamment de l’existence d’un comportement fautif de l’athlète. La formation arbitrale du TAS confirmait en outre que la levmétamfétamine constituait bien une substance interdite de la famille des amphétamines et pouvait avoir un effet stimulant sur la performance athlétique. Bien que reconnaissant qu’Alain Baxter avait agi en toute bonne foi, le TAS dut constater que la sanction était proportionnée et que la disqualification ainsi que le retrait de la médaille s’imposaient au vu de la règlementation en vigueur. Ainsi prit fin l’aventure judiciaire d’Alain Baxter, privant l’Angleterre d’une médaille 11 2002/A/396 Baxter/FIS Recueil des sentences du TAS III, p. 373

Jean-Philippe Rochat avec le Juge Keba M’baye, fondateur et Président du Tribunal Arbitral du Sport, Vice-président du CIO, à l’occasion des 20 ans du TAS.

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Le Tribunal Arbitral du Sport en mouvement


olympique historique et l’athlète d’une performance couronnant sa carrière. Le lecteur constatera que, au cours des 25 ans de l’histoire du TAS, les sports de glisse ont apporté leur contribution à la jurisprudence sportive et dans des domaines très différents. Quand bien même on sait que le ski n’est pas épargné par le phénomène du dopage, il est toutefois rassurant de constater que le nombre de cas reste très inférieur à ceux que connaissent d’autres sports. De surcroît, la plupart des sentences du TAS ont confirmé les décisions rendues par les autorités de la FIS, ce qui permet sans doute de conclure à une bonne gestion des procédures disciplinaires liées à la lutte antidopage au sein de la fédération.

L’arbitrage sportif en marche

Der Internationale Sportgerichtshof in Bewegung

The Court for Arbitration of Sport on the Move

Der SAS hat tatkräftig zur Entwicklung des Skisports und des Sports allgemein beigetragen. Im Laufe der Jahre hat der Sport eine derart wirtschaftliche Bedeutung und ein solches Ausmass erlangt, dass dies nunmehr systematisch die Intervention des Rechts verlangt. Zahlreiche Mitglieder des SAS haben diese Entwicklung als Zeitzeugen miterlebt und mitgestaltet, wie beispielsweise Marc Hodler, ehemaliger Präsident der FIS und Mitglied des IOC, oder Gilles Schwaar, Rechtsberater des IOC und erster Generalsekretär des TAS. Andere Mitglieder des SAS haben heutzutage eine aktive Rolle in der (Weiter-)Entwicklung der Sport-Schiedsgerichtsbarkeit inne. Der TAS ist nunmehr massgebend bei internationalen Auseinandersetzungen im Sport, und auch der Skisport hat seine Bekanntschaft mit dem Gericht aufgrund von Entscheiden der FIS oder des IOC gemacht. Die Sportgerichtsbarkeit ist in Bewegung, und der Skisport kann sich dem nicht entziehen.

The SAS has actively contributed to the evolution of skiing and sport at large. Over the years sports have gained economic importance and are now of a dimension that systematically calls for legal intervention. Numerous SAS members, such as Marc Hodler, former President of the FIS and member of the IOC, or Gilles Schwaar, legal adviser of the IOC and first TAS Secretary General, have witnessed this evolution while taking an active part in it. Other SAS members continue to play an active role in the development of legal arbitration in sports. Today, the TAS is a recognised authority in sports conflicts at international level, and skiing has moved into the court room following decisions rendered by the FIS or the IOC. Sports justice is on the move and skiing can’t escape it.

Grâce à quelques-uns de nos membres SAS – arbitres, avocats ou administrateurs du sport – notre club a pu jouer un rôle important dans le développement du droit du sport en général et du TAS en particulier. Cet article est l’occasion de rendre hommage à l’action de Marc Hodler et de Gilles Schwaar notamment, qui surent non seulement s’intéresser aux choses du sport et du droit, mais faire partager leur passion avec d’autres et en faire profiter quelques membres du SAS. A ceux d’entrenous qui participons aujourd’hui activement au développement du ski ou de l’arbitrage sportif de nous en rappeler !

Jean-Philippe Rochat

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Caractéristiques, danger des skis modernes carvés

Jacques Ménétrey Swiss Olympic Medical Center, HUG Genève, SAS Lausanne

Le ski alpin est une activité magnifique et physiquement exigeante, qui peut s’avérer dangereuse. L’apparition du ski carvé a augmenté les risques de lésion du genou et notamment du ligament croisé antérieur par différents mécanismes lésionnels, où l’équilibre antéro-postérieur et le contrôle de la rotation apparaissent primordiaux. Nos fixations de sécurité ne parviennent pas à prévenir ces lésions. Les mesures de prévention incluent une excellente préparation physique, où exercices d’équilibre et de gainage doivent être favorisés ; un matériel bien réglé en adéquation avec le niveau du pratiquant ; un conditionnement du réflexe en cas de chute ; une gestion intelligente de l’approche, de l’environnement et de l’effort, spécialement en compétition. Le skieur est un funambule sur un fil glissant et exposé au vent, qui doit être prêt à affronter des conditions sérieuses, voire extrêmes. Introduction Le ski alpin est certainement l’un des plus beaux sports à pratiquer, mais il n’est pas sans danger. Sport de glisse et de déséquilibre permanent, il est le deuxième sport qui génère le plus de traumatismes en Suisse, après le football. Le nombre d’accidents de ski est stable depuis le début des années 2000 et est d’environ 250 00 par an (figure 1). En ce qui concerne le type de lésions, il s’agit, dans près de la moitié des cas, d’entorse du genou, et pour 11 % des cas, des lésions de l’épaule qui sont la plupart du temps des luxations. L’incidence des lésions est de 4,2 blessures par 100 000 jours de ski (Hunter Am J Sports Med 1999). Au cours des vingt dernières années, on a noté une diminution de 82 % des lésions de la jambe, alors que les lésions du genou augmentaient de 252 % (Johnson et al. ISSS 2004). Le ski de compétition est définitivement un sport dangereux, puisque près de 30 % des athlètes participant au circuit sont blessés au cours d’une saison. Dans 68 % des cas, il s’agit de lésions du genou qui vont souvent générer un arrêt de l’activité sportive durant plus d’un mois. Le risque de blessure est augmenté si l’on est un homme et si 114

Caractéristiques, danger des skis modernes carvés

l’on pratique les disciplines de vitesse. En effet, le super-G et la descente génèrent plus de lésions que les disciplines techniques (Florenes Br J Sports Med 2009).

Causes de ces blessures Plusieurs facteurs de risque ont été identifiés dans la survenue des blessures du ski alpin : – Amélioration de la qualité de préparation des pistes (les boulevards d’aujourd’hui) – Augmentation de la densité de skieurs – Augmentation de la vitesse de ces skieurs – Augmentation de la prise de risque des skieurs (notamment en compétition) – Matériel loué – Matériel inadapté ou mal réglé – Nouveau design des skis L’introduction des skis carvés à la fin des années 1990 a engendré une augmentation de 30 % de l’incidence des lésions, notamment du genou, chez le débutant ou le skieur intermédiaire, et de 50 % chez le skieur de haut niveau (Johnson et al. ISSS 1998, 2000, 2004).


Fig. 1 : Statistiques des lésions engendrées par le ski en Suisse.

Nombre d’accidents de sports d’hiver : 1992-2004 (tous les salariés) 40 000 35 000 30 000 25 000 20 000 15 000 10 000 5 000 0 1992

1993 Ski

1994

1995

1996

1997

1998

1999

2000

Snowboard

2001

2002

2003

2004

Snowboard : enreg. sép. à partir de 1995

Avec le ski carvé, les contraintes du couple skineige sont augmentées. En d’autres termes, le grip du skieur sur la neige est augmenté, notamment sur les neiges très agressives. Il devient par conséquent difficile de déraper. Une fois le ski inscrit dans la courbe, il poursuit son chemin sur sa taille, et si l’équilibre du skieur n’est pas optimal, des contraintes en rotation très importantes s’appliquent sur les membres inférieurs, et notamment sur le genou. De nos jours, il est de l’intérêt général de tenter de prévenir ces lésions du genou. Pour y parvenir, il est important d’en comprendre les mécanismes, qui vont du classique valgus-rotation externe (figure 2), au valgus-rotation interne, en passant par

les mécanismes dits de « phantom foot », où le skieur est pris en déséquilibre sur l’arrière avec une bonne partie de son poids sur le ski intérieur, les hanches sont en position inférieure aux genoux et le haut du corps regarde vers la pente (figure 3). Chez le skieur de compétition, il a été récemment démontré qu’une des formes très fréquentes de lésion du ligament croisé antérieur (figure 4A, B) du genou est le « slip and catch » qui engendre un mouvement de valgusrotation interne sur le ski extérieur. Avec les anciens skis, le skieur devait appliquer une pression très importante pour obtenir un maintien correct de son ski et y ajouter une angulation dans le genou (figure 5A). Le skieur moderne réalise son angulation au niveau du bassin avec une jambe très proche de

Fig. 2 : Mouvement typique de valgus (jambe déformée en X) et rot ation externe qui s’applique dans ce cas sur le genou gauche.

Fig. 3 : Le mouvement de « phantom foot » est parfaitement illustré par la position de ce jeune coureur. Notez les forces de rotation qui s’appliquent sur le genou gauche en comparant la position du ski et du bassin.

Jacques Ménétrey

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Fig. 4A : Le ligament croisé se situe au centre du genou et relie le fémur au tibia. Il contrôle le déplacement antérieur et la rotation interne du tibia sous le fémur (source : Interactive Knee Surgery Primal pictures 2003).

Fig. 4B : Une lésion du ligament croisé antérieur est souvent confirmée par une imagerie en résonance magnétique. Le ligament croisé antérieur se situe au centre du genou, et un signal perturbé en IRM signe sa lésion (flèche).

l’extension sur le ski extérieur (figure 5B). De ce fait, la position du bassin devient absolument cruciale, notamment dans l’équilibre antéro-postérieur du skieur. La position proche de l’extension du genou est moins favorable et plus à risque. L’augmentation de la taille des skis et des conditions de neige agressive augmentent les contraintes articulaires et les risques de lésions sévères.

Tableau 1 : Impact d’une collision entre deux skieurs pour une vitesse donnée. Cet impact correspond à une chute d’une hauteur donnée en mètre. Vitesse en km/h

Hauteur de chute en m

30 3,5 40 6,3 50 9,8 60 14,2 70 19,3

Matériels autres que les skis Le casque Le nombre de collisions par hiver est en augmentation. D’après une étude réalisée par la SUVA, une collision à 50 km/h correspond à l’impact d’un saut d’une hauteur de 9,8 m (tableau 1 et figure 6). 50 % des décès dans le ski alpin surviennent suite à des lésions du cerveau ou de la tête. Le port du casque réduit le risque de mort de 85 %. La protection dorsale Le rôle préventif d’une protection dorsale est encore débattu de nos jours. Actuellement, l’incidence des lésions du dos et du thorax est d’environ 10 % dans 116

Caractéristiques, danger des skis modernes carvés

le ski alpin (source BPA : Statistiques parties du corps blessées dans le ski alpin ; www.bpa.ch). Ceci dit, avec la mode des « snowparks » et du « freestyle », cette incidence devrait augmenter dans les années à venir. L’expérience et la technologie de la protection dorsale nous viennent des sports motorisés, où elle a définitivement fait preuve de son efficacité. Même si celle-ci n’est pas encore entièrement démontrée dans le ski alpin, la protection dorsale peut être recommandée aux adeptes du « freestyle », aux adolescents qui vont dans des « snowparks » et aux compétiteurs qui s’exposent à des lésions à haute énergie.


angulation angle angulation = edge - lean

lean angle

edge angle

Fig. 5A : Position haute, l’angulation est dans le genou, l’angle de prise de carre est peu marqué.

Fig. 5B : Position basse, l’angulation est dans le bassin, la jambe est presque tendue, l’angle de prise de carre est extrême.

La fixation de sécurité En ski alpin, la fixation de sécurité est toujours perdante. Son rôle est de protéger les blessures du membre inférieur et d’éviter le déchaussage impromptu lorsque le skieur est suspendu dans une pente vertigineuse ou lancé à haute vitesse sur une piste. La mise au point des fixations est le fruit d’un travail très empirique mené durant plus de 25 ans. Historiquement, la fixation de sécurité a été développée pour prévenir la fracture du tibia. Les normes et les échelles de réglage des fixations ont été développées par l’observation et l’empirisme. Depuis quelques années, ces échelles ont été homogénéisées dans la norme ISO 8061 qui se base sur le poids, la taille de la chaussure, ainsi que sur le niveau et le

style de ski (tableaux 2 et 3). Quelque soit la marque de la fixation, l’échelle chiffrée représente le même réglage de dureté. Ceci dit, une valeur de 4 ne réprésente pas 40 kg, mais correspond à un réglage de 4 sur l’échelle ISO 8061. Le problème reste que 96 % des lésions des ligaments surviennent sans l’ouverture de la fixation (Urabe et al. J Orthop Science 2002). En fait, le mécanisme d’entorse et de lésion ligamentaire survient entre 20 et 60 millisecondes, et aucune fixation n’a la possibilité de se déclencher dans un laps de temps aussi court. Les snowblades Les snowblades et plus particulièrement les snowblades longs présentent un danger particulier. Sans

Tableau 2 : Exemple de l’échelle ISO 8061 édictée pour l’homme par le groupe de travail incluant l’EPFL à Lausanne, l’AFNOR (Association Française de Normalisation), Association des médecins de montagne, Look/ Rossignol, Salomon, Sécurité sociale.

Jacques Ménétrey

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Tableau 3 : Modération de l’échelle en fonction de différents paramètres.

fixation de sécurité, ils reproduisent les « vieilles lésions », à savoir les fractures de cheville et de jambe. Actuellement, les accidents de snowblades sont la cause du plus grand nombre de fractures du membre inférieur dans le cadre des sports d’hiver (Greenwald et Schw Zeitsch Sportmedizin Sporttraumatol 2001).

Prévention La prévention des lésions dans le ski alpin comporte quatre axes distincts : – Le matériel – La réaction en cas de chute – Le conditionnement et la préparation physique – La performance Le matériel Le matériel doit être adapté et bien réglé. Les skis haut de gamme actuels sont extrêmement exigeants et réclament une conduite très fine et très technique (n’achetez pas une Formule 1 si vous n’êtes pas à l’aise dans une VW polo ! ; et n’oubliez pas que, si vous êtes un ancien pilote de Formule 1, il y a peutêtre un peu de temps qui s’est écoulé depuis vos exploits !). Si vous utilisez du matériel loué, le risque de blessure est plus marqué. La réaction en cas de chute Il a été démontré que la sensibilisation d’un public averti à la réaction en cas de chute peut être efficace dans la prévention des blessures, notamment du 118

Caractéristiques, danger des skis modernes carvés

ligament croisé antérieur. Une étude américaine d’Ettlinger et al. (Ettlinger et al. Am J Sports Med 1995) a basé son programme de prévention sur les recommandations suivantes : – N’étendez pas vos jambes lorsque vous tombez. – Gardez vos genoux fléchis. – N’essayez pas de stopper votre glissade, lorsque vous êtes par terre, restez-y. – Retombez sur vos deux pieds et gardez vos genoux fléchis. – Gardez les bras en avant, les skis ensemble et les mains au-dessus des skis. Ce programme de sensibilisation par vidéo était destiné à des professionnels du ski (professeurs de ski, patrouilleurs, équipes sanitaires) et a démontré qu’il était possible de diminuer de 60 % la survenue de lésion du ligament croisé antérieur dans ce groupe (Ettlinger et al. Am J Sports Med 1995). Le conditionnement physique Il s’agit là d’un des paradoxes du ski alpin actuel, car le skieur moderne aura besoin de moins de force qu’à l’époque pour réaliser des virages bien conduits. Par contre, lorsqu’il va élever l’intensité de son ski, la force nécessaire pour soutenir ses courbes, les contraintes en rotation sur ses articulations et l’effet de rail vont sérieusement s’accroître. En compétition, il a été mesuré qu’à chaque virage de slalom géant, un athlète peut être contraint de supporter des charges allant jusqu’à 2500 newtons (250 kg). De ce fait, celui qui s’exposera à de telles contraintes devra posséder une excellente condition physique.


Les facteurs tels que l’endurance et la force-endurance doivent permettre d’encaisser les milliers de virages réalisés chaque jour. Les qualités d’équilibre et de contrôle neuro-musculaire (proprioception) sont indispensables pour contrôler parfaitement le guidage du ski. Un gainage du tronc est primordial pour supporter les contraintes mécaniques de l’effet rail des virages avec skis carvés (figure 7A, B, C). L’entraînement en force devrait se faire sur des plans instables tels que ceux rencontrés sur une piste de ski. La performance Le skieur est un peu un funambule sur son fil et doit par conséquent réaliser énormément d’exercices de proprioception, notamment pour prévenir tout déséquilibre vers l’arrière, facteur de risque de lésions du genou. En effet, un skieur qui se fait asseoir crée une dissociation entre la position du bassin et

la position du ski, qui peut provoquer la rupture du ligament croisé antérieur, même sans chuter. Ainsi, dans sa préparation physique, le skieur de compétition doit réaliser des exercices de saut créant des contraintes en rotation et des stimulations multidirectionnelles (entraînement pliométrique sur plan instable). Il lui est également recommandé d’entraîner la proprioception avec les souliers de ski, la mobilité et la stabilisation dynamique du bassin, et de procéder à des exercices de contrôle de la rotation sur les skis. Un skieur de compétition doit également se méfier des températures très basses, inférieures à – 20° C, car celles-ci présentent un facteur de risque de blessures. Le calendrier doit également tenir compte des contraintes exceptionnelles du ski alpin, de l’absence de récupération en cas de décalage horaire et veiller à ne pas générer de fréquents changements de types de skis. Les fédérations devraient

Fig. 6 : Source suvaLiv !

Jacques Ménétrey

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aussi mieux gérer le facteur météorologique et éviter de réaliser à tout prix des compétitions dans des conditions défavorables. Encore une fois, le skieur, particulièrement celui de compétition, est un funambule sur son fil. Il est donc essentiel qu’il pratique son sport dans des conditions optimales. Un des premiers paramètres à contrôler est la vitesse, un autre est la qualité de la neige. Celle-ci devrait être la moins agressive possible et homogène sur tout le parcours, permettant ainsi une préparation des skis moins extrême. Un travail important devrait être également réalisé sur le design des sauts (afin que ceux-ci soient parfaitement adaptés aux conditions et à la situation) et sur les portes de direction (en effet, lorsqu’on frappe une porte directionnelle à 130 km/h, celle-ci s’apparente à un mur !). Finalement, et ceci est valable pour les skieurs de tous les niveaux, il s’agit d’être préparé à assumer les contraintes du ski alpin moderne, non seulement pour en retirer un maximum de plaisir, mais aussi pour se protéger de la blessure qui nous privera durablement de la plus belle activité du monde.

Eigenschaften, Gefahren der modernen Carvingski Skifahren ist eine wunderschöne und physisch anspruchsvolle Aktivität, die sich auch als gefährlich erweisen kann. Durch das Aufkommen von Carvingski hat sich das Risiko von Knieverletzungen erhöht, insbesondere dasjenige betreffend vorderes Kreuzband, das durch verschiedene verletzungsgefährdende Mechanismen, wie die besonders wichtig scheinende Vor- und Zurückbewegung sowie die Rotationskontrolle, betroffen ist. Diese Verletzungen können auch durch unsere Sicherheitsbindungen nicht verhindert werden. Die den Verletzungen vorbeugenden Massnahmen umfassen ein ausgezeichnetes physisches Training, bei dem das Gleichgewicht und die Körperhaltung bzw. -spannung vorzugsweise trainiert werden sollten; gut eingestelltes Material, das dem Können des Skifahrers angepasst ist; ein geübtes Reflexverhalten bei Stürzen; ein intelligentes Verhalten in Bezug auf Vorgehen, Umgebung und Einsatz, speziell beim Skirennfahren. Der Skifahrer ist wie ein Seiltänzer auf einem rutschigen Seil, der dem Wind ausgesetzt ist und somit bereit sein muss, ernsthaften, ja sogar extremen Bedingungen zu trotzen. 120

Caractéristiques, danger des skis modernes carvés

Références : Burtscher M, Gatterer H, Flatz M, Sommersacher R, Woldrich T, Ruedi G, Hotter B, Lee A, Nachbauer W : Effect of modern ski equipment on the overall injury rate and the pattern of injury location in Alpine skiing. Clin J Sports Med 2008 ; 18 : 355-7. Delbert MC, Aronsson DD, Johnson RJ, Ettlinger CF, Shealy JE : Skiing injuries in children, adolescents, and adults. J Bone Joint Surg Am 80 : 25-32. Ettlinger CF, Johnson RJ, Shealy JE : A method to help reduce the risk of serious knee sprains incurred in alpine skiing. Am J Sports Med 1995; 23 : 531-7. Florenes TW, Bere T, Nordsletten L, Heir S, Bahr R : Injuries among male and female World Cup alpine skiers. Br J Sports Med 2009 ; 43 : 973-8. Greenwald R, Senner, Swanson S : Biomechanics of carving skis Schw Zeitsch Sportmedizin Sporttraumatol 2001 ; 49 : 40-5. Johnson RJ, Ettlinger CF, Shealy JF, Meader C : Impact of super sidecuts skis on the epidemiology of skiing injuries. Sportsverletz Sportschaden 1997 ; 11 : 150-2. McBeth PB, Ball CG, Mulloy RH, Kikpatrick AW : Alpine and snowboarding traumatic injuries : incidence, injury patterns, and risk factors for 10 years. Am J Surg 2009 ; 23 : 41-6. Natri A, Beynnon BD, Ettlinger CF, Johnson RJ, Shealy JE : Alpine ski bindings and Injuries : Current findings. Sports Med 1999 ; 28 : 35-48. Johnson RJ et al. : International Ski Safety Society 1998, 2000, 2004. Hunter RE : Skiing injuries. Am J Sports Med 1999 ; 27 : 381-9. Urabe Y, Ochi M, Onari K, Ikuta Y : Anterior cruciate ligament injury in recreational alpine skiers : analysis of mechanisms and strategy for prevention. J Orthop Science 2002 ; 7 : 1-5.

Characteristics, Dangers of the Modern Carving Skis Alpine skiing is a fabulous activity which is physically demanding and dangerous at times. The appearance of the carving skis increased the risk of knee injuries, especially those to the anterior cruciate ligament. Injury is caused by various damaging mechanisms, to which the front-back balance and the control of rotation appear to be crucial. Safety bindings do not prevent these injuries. Preventive measures include thorough physical training with the emphasis on balance and posture exercise; well adjusted material adapted to the level of the skier; a conditioned reaction when falling; intelligent management of the approach, the environment and the effort required especially in racing. The skier is like a tightrope walker on a slippery rope exposed to the wind, who must be ready to face serious, and even extreme conditions.


Fig. 7A : Exemples d’entraînement de gainage adaptés au ski alpin.

Fig. 7B : Exemples d’entraînement de gainage proprioceptif.

Fig. 7C : Exemples d’entraînement des muscles ischio-jambiers et gainage du tronc pour le ski alpin.

Jacques Ménétrey

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Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern – eine unvollständige Bilanz Christine Kopp Alpinautorin und -übersetzerin

Viele Bergsteiger sind exzellente Skifahrer. Und einige unter ihnen beherrschen ihre Ski so vollkommen, dass sie den Wunsch verspüren, dort hinunterzufahren, wo es andere niemals tun würden, etwa über fünfzig Grad steile Flanken und durch wilde Couloirs – oder aber über die Normalroute eines Achttausenders, die sie zuvor im Aufstieg begangen haben. Damit sind wir bei unserem Thema: der Geschichte des Skifahrens an Achttausendern. Spielart des Extremskifahrens Das Skifahren an Achttausendern ist eine Spielart des Extremskifahrens: Die dabei befahrenen Routen sind in der Regel weniger steil als die extremsten Linien, die heute in den Alpen und in anderen Gebirgen der Welt befahren werden. Doch an den Achttausendern kommen andere Probleme dazu, allen voran die Höhe, die sich bei einer Skiabfahrt schnell negativ auf die Kontrolle des eigenen Körpers auswirken und damit zur grossen Gefahr für den Sportler werden kann. Dazu kommt die Kälte an den beim Skifahren in extremer Höhe besonders ausgesetzten Händen und Füssen. Die Geschichte des Skifahrens an den höchsten Bergen der Welt umfasst heute, Mitte 2010, einen Zeitraum von einem knappen halben Jahrhundert, wobei sich die Versuche erst ab Beginn der 1980erJahre zu häufen begannen. 1964 fuhr der Österreicher Fritz Stammberger am Cho Oyu von etwa 7300 m ab, also unterhalb

1982: Sylvain Saudan am Gasherbrum I, auch Hidden Peak genannt. Quelle: Archiv Saudan


des gelben Felsbandes – eine Pionierleistung! Und 1970 kurvte der österreichische Meteorologe Karl Gabl, heute der Wetterfrosch vom Dienst für viele Achttausender-Besteiger, vom 7492 m hohen Noshaq mit Ski hinunter – damals der höchste mit Ski befahrene Gipfel. Weitere acht Jahre später, am 16. Oktober 1978, fuhren die Franzosen Jean Afanassiev und Nicolas Jaeger am Everest, den sie mit Flaschensauerstoff bestiegen hatten, von 8200 auf 6200 m ab. Ein halbes Jahr danach, am 30. April 1979, trat der Franzose Yves Morin seine Skiabfahrt vom Gipfel der Annapurna I an, den er gemeinsam mit Henry Sigayret um fünf Uhr nachmittags erreicht hatte. Morin fuhr von 8091 m bis zu Lager VI auf rund 7600 m ab, wo er mit anderen Mitgliedern der Expedition die Nacht verbrachte. Am nächsten Tag setzte er seine Abfahrt fort. Doch in einer sehr steilen Passage auf 6800 m verhedderte er sich mit einem Fixseil, an dem er – mit den Ski an den Füssen – abstieg. Nachdem er ein paar Minuten lang vergeblich versucht hatte, sich zu befreien, starb Morin. Trotz diesem tragischen Tod war der Keim

gelegt: Es war nur eine Frage der Zeit, wann die erste Skibefahrung eines Achttausenders gelingen würde.

Welche war die erste AchttausenderSkibefahrung? Hier beginnen die Probleme: Welche Achttausender-Skibefahrung kann als die erste betrachtet werden? In der Literatur herrscht darüber einige Verwirrung: «Es scheint, als ob die Annapurna der erste Achttausender war, der mit Ski 1979 in einem Stil befahren wurde, der als wahre ‹Skibefahrung› angesehen werden kann.» «Auf dem Manaslu legen Peter Wörgötter und Sepp Millinger 1981 die erste Schiabfahrt von einem Achttausender hin ...» «Sylvain Saudan, 27. Juli 1982: Abfahrt vom Gasherbrum I: erste integrale Abfahrt mit Ski von einem Achttausender.» Die Widersprüche erschöpfen sich nicht in gegensätzlichen Bemerkungen über diese ersten Skiabfahrten, sondern gehen bis heute weiter, oft im Internet, wo etwa eine eben kommunizierte Acht-

2009: Fredrik Ericsson bei einem früheren Versuch am K2, wo er im August 2010 tödlich verunglückte. Quelle: Foto M. Fait, Archiv Ericsson

Christine Kopp

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tausender-Skibefahrung diskutiert und infrage gestellt wird. Warum ist das Erstellen einer unumstösslichen Statistik so schwierig? Wo liegen die Probleme? Es sind drei Punkte, die das Aufarbeiten der Geschichte dieser Disziplin erschweren: An erster Stelle sind der Wandel der Kriterien und der Rezeption einer Skiabfahrt von einem Achttausender im Lauf der Geschichte zu nennen, zweitens die klare Definition einer vollständigen Skibefahrung in «sauberem» Stil. Dazu kommt ein dritter Aspekt: Wie immer, wenn es um Ruhm und Ehre geht, berichten gewisse Leute über ihre Leistungen ungenau oder übertreiben gar masslos ... Doch werfen wir einen Blick auf die ersten Punkte.

Früher und heute: unterschiedliche Kriterien Ski wurden schon früh, nämlich sicher ab den 1950er-Jahren, an grosse Expeditionen mitgenommen – etwa bei der Erstbesteigung des Broad Peaks im Jahre 1957 (die Österreicher Schmuck, Diemberger, Buhl und Wintersteller hatten kurze Ski dabei)

oder bei jener des Beinahe-Achttausenders Gasherbrum IV (7925 m) im Jahr 1958; sie dienten aber damals vorwiegend als Fortbewegungsmittel über mässig steile Strecken im ersten Teil der Aufstiegsrouten. Das Skifahren an sich war nicht von Bedeutung. Als dann die ersten richtigen Schwünge an Achttausendern gezogen wurden – also 1964 und dann speziell ab Ende der 1970er-Jahre, als die Versuche zunahmen –, wurde dies als derart grosse Leistung betrachtet, dass der Stil, in dem sie gemacht wurden, nicht weiter zählte. So war es nicht besonders wichtig, ob und wie oft sich der Skifahrer bei seiner Unternehmung abseilte, wo genau er die Abfahrt begann – am Gipfel oder darunter? – und ob er beim Aufstieg oder bei der Abfahrt Sauerstoff aus der Flasche verwendete. Das erschwert aber das Verfassen einer genauen Statistik: Kann die Skibefahrung von Peter Wörgötter und Sepp Millinger 1981 am Manaslu als die erste der Geschichte bezeichnet werden, obwohl sie die Abfahrt (verständlicherweise, betrachtet man die Steilheit des Gipfelaufbaus) «erst» 30 Höhenmeter unter dem höchsten Punkt antraten?

Sylvain Saudan – «Le skieur de l’impossible» Sylvain Saudan wird 1936 in Lausanne geboren. Seine Fa-

punkten seiner Abfahrten fliegen lässt. Doch er beweist,

milie kehrt, als er noch ein kleiner Bub ist, aus wirtschaftli-

dass er auch ein guter Bergsteiger ist: 1977 besteigt er

chen Gründen ins heimatliche Wallis zurück. Nach der

den Nun Kun (7135 m) und befährt die im Aufstieg erst-

Schulzeit beginnt er, als Chauffeur zu arbeiten – und fährt

begangene, bis zu über 50 Grad steile Route mit Ski. 1982

daneben schon eifrig Ski. Im Alter von 25 Jahren wird

dann sein grösster Erfolg: Er besteigt als Leiter einer

Saudan Skilehrer. Er übt diesen Beruf von nun an im Win-

schweizerisch-französischen Expedition den Gasherbrum I

ter in Crans-Montana aus, während er sich im Sommer

oder Hidden Peak (8068 m) und fährt mit Ski vom Gipfel

dem Bergsteigen widmet. 1962 bricht er zu einer Welt-

ab. Saudan: «Ich wollte nicht ohne ‹Background› auf

reise auf, bei der er als Skilehrer in Aspen (Colorado),

8000 m steigen – ich begann in den Alpen, und dann

Christchurch (Neuseeland) und Glenshee (Schottland) ar-

kam das, was ich ‹logische Progression› nenne – Abfahrt

beitet. Nach seiner Rückkehr arbeitet er in Chamonix, Zer-

von 6000 m am Mount McKinley, 7000 m am Nun Kun

matt und Arosa. An den Hängen des Rothorns oberhalb

und dann diese erste Achttausender-Befahrung.» Oft mit

von Arosa gelingt ihm 1967 seine erste Steilwandskiab-

von der Partie (auch am Gasherbrum I, wo ihr die erste

fahrt durch ein 40 bis 45 Grad steiles Couloir. Von da an

Besteigung durch eine Frau gelingt) ist Saudans Gattin,

ist Saudan nicht mehr zu bremsen: Jedes Jahr unternimmt

die Französin Marie-José Valençot. Heute verbringt Sau-

er mindestens eine extreme Erstbefahrung, darunter so

dan, der in Chamonix und Genf lebt und immer noch Ski-

beeindruckende wie das Whymper-Couloir an der Aiguille

unterricht gibt, mehrere Wochen im Jahr im indischen

Verte und das Gervasutti-Couloir am Montblanc du Tacul

Kaschmir, wo er Heliskiing-Reisen leitet. Saudan, bekannt

(beide 1968), dann das Marinelli-Couloir am Monte Rosa

unter dem Namen «Skieur de l’impossible», kann neben

und die Nordwand der Aiguille de Bionnassay (1969). Pu-

Heini Holzer als der ganz grosse Pionier des Extremskifah-

risten werfen ihm vor, dass er sich – um gewisse Anstiege

rens bezeichnet werden.

zu verkürzen – manchmal im Helikopter zu den Ausgangs-

124

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern


1982: Sylvain Saudan bei seiner Abfahrt vom Gipfel des Gasherbrum I. Quelle: Archiv Saudan

Heute hat sich die Situation verändert: Die meisten hohen Berge sind bestiegen und in vielen Fällen auch mit Ski befahren worden. Die Kriterien bei der Anerkennung einer neuen Leistung werden entsprechend strenger angewendet. Im Klartext: Eine perfekte Skiabfahrt von einem Achttausender kann als solche bezeichnet werden, wenn der Berg vom Bergsteiger, der seine Ski selber hochträgt, ohne Flaschensauerstoff bestiegen wird, und er den Berg dann vom Hauptgipfel und ohne Abseilen bis zurück an seinen Fuss befährt. Doch es gibt ein paar Details, die sich nicht immer so einfach präsentieren ...

Was ist eine vollständige Skibefahrung? Dazu hatten wir die Meinung des Schweden Fredrik Ericsson eingeholt, der bis zu seinem tragischen Tod am K2 am 6. August 2010 mit Abfahrten vom Zentralgipfel des Shisha Pangma, vom Gipfel des Gasherbrum II, von 8000 m am Dhaulagiri und 7000 m am Kangchendzönga einer der führenden Skifahrer in grosser Höhe war: «Meine Vorstellung einer kompletten Skibefahrung eines Achttausenders ist: Abfahrt vom Gipfel bis hinunter zum Ba-

sislager oder zur Schneegrenze. Keine Verwendung von Hilfsmitteln bei der Abfahrt wie Flaschensauerstoff oder Fixseile und ohne Abseilen, Abklettern usw. Wird die Abfahrt so ausgeführt, ist sie fraglos vollständig. Dann gibt es die Ausnahmen: Einige Achttausender sind zu felsig, um sie vom Gipfel an zu befahren, oder weisen Abschnitte auf, die nicht ohne Abseilen zu bewältigen sind. Gewisse Routen weisen nur alle zehn Jahre gute Verhältnisse auf. Diese Berge und diese Routen müssen anders beurteilt werden. Das ist der Punkt, wo alles kompliziert wird. Ich denke, man muss sich jeweils einig werden, ob der Versuch in der richtigen Jahreszeit und bei bestmöglichen Verhältnissen gemacht wurde und ob die fragliche Person wirklich so viel wie möglich mit Ski gefahren ist.» So weit, so gut. Reduziert man alles auf Statistik, dann kommt man zu folgendem Resultat: Acht von vierzehn Achttausendern sind heute mindestens einmal mit Ski befahren worden; dies sind Manaslu, Gasherbrum I, Gasherbrum II, Shisha Pangma, Cho Oyu, Nanga Parbat, Annapurna und Everest. An folgenden Gipfeln fehlt eine komplette Skibefahrung: K2, Kangchendzönga, Lhotse, Makalu und Dhaulagiri. Und am Broad Peak ist die Lage etwas Christine Kopp

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2008: Fredrik Ericsson fährt Ski am Kangchendzönga. Quelle: Foto J. Aamot, Archiv Ericsson

unklar. Doch statt uns länger mit Zahlen aufzuhalten, werfen wir nun einen Blick auf die bereits gemachten Skibefahrungen – Achttausender für Achttausender.

1981: Manaslu (8163 m) «Gipfelgier um jeden Preis kann nicht die Botschaft sein», so die Überzeugung von Peter Wörgötter, dem österreichischen Versicherungskaufmann, passionierten Filmer und OeAV-Referenten, dem zusammen mit Sepp Millinger am 19. Mai 1981 die erste Skiabfahrt vom Manaslu gelang – was damals als Weltrekord in die Geschichte und ins GuinessBuch der Rekorde einging. Millinger und Wörgötter begannen ihre Abfahrt rund 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfels, also auf ca. 8130 m, in einer Scharte am Fuss des Gipfelgrates. Dieser war messerscharf, weshalb sie ihn nicht mit Ski begehen konnten. Von da fuhren sie hinunter bis zur Schneegrenze auf ca. 4300 m (das Basislager lag auf 3800 m). Diese Skiabfahrt wird bis heute meist als erste von einem Achttausender betrachtet und ist distanzmässig eine der längsten, die an den höchsten Bergen der Welt je gemacht wurde.

1981: Manaslu, Peter Wörgötter steht in der hinteren Reihe ganz rechts. Quelle: Archiv Wörgötter

geleiteten franko-schweizerischen Expedition erreichte Saudan den Gipfel am 27. Juli mit drei Franzosen und einem pakistanischen Träger. Vom Gipfel fuhr Saudan in zwei Etappen (er übernachtete auf 7600 m) in einer insgesamt acht Stunden dauernden Abfahrt über teilweise bis zu oder gar über 50 Grad steile Hänge zum Basislager auf ca. 5000 m auf dem Baltoro-Gletscher ab. Saudan erinnert sich: «Die erste Schwierigkeit war, den Gipfel ohne Flaschensauerstoff zu erreichen, den ich natürlich auch bei der Abfahrt nicht verwendete. Alle Reflexe und Bewegungen sind durch die Höhe und Erschöpfung verlangsamt. Doch der Ski gleitet mit der gleichen Geschwindigkeit wie bei uns in den Alpen auf 1500 m, und er will nichts anderes als gleiten! Die Schwierigkeit, oder besser gesagt die Technik, besteht also darin, Kurven in über 50 Grad steilen Hängen zu machen, wo ein Fehler oder Sturz – er würde den Tod bedeuten – nicht erlaubt ist. Man muss die Kontrolle behalten, nicht zu schnell werden,

1982: Gasherbrum I oder Hidden Peak (8068 m) «Ich lebe nicht für die Berge. Ich könnte nicht ohne sie leben. Ich lebe mit ihnen.» Sylvain Saudan: Es konnte nur eine Frage der Zeit sein, bis der «Skieur de l’impossible» genannte Schweizer sich für seine extremen Kurven einen Achttausender vorknöpfte. 1982 war es so weit: Im Rahmen einer von ihm 126

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern

1981: Peter Wörgötter bei der Skibefahrung des Manaslu auf dem Gipfelplateau auf ca. 8000 m. Quelle: Archiv Wörgötter


2006: Sebastian Haag auf ca. 7000 m am Gasherbrum II.

1981: Am Gipfelgrat des Manaslu, vor der Skibefahrung.

Quelle: Foto Dynafit-Gore-Tex-Team

Quelle: Archiv Wörgötter

jederzeit anhalten können, die Situation beherrschen ungeachtet der Schneeverhältnisse. Dazu kommt das psychologische Element: die Einsamkeit (ich hatte keinen Rucksack und kein Funkgerät dabei). Der einzige Ausweg: bis ans Ende der Abfahrt zu gelangen. Dazu ist mentales Training nötig: Man muss seine Möglichkeiten kennen, sich nicht über- oder unterschätzen und die Schwierigkeiten und Risiken eines solchen Abenteuers einschätzen können.» Saudans Material am Gasherbrum I: zwei Meter lange (sic!) Ski, Modell «Sylvain Saudan», produziert von Lamborghini im italienischen Biella, Skistöcke von Scott (Rohrdurchmesser 19 mm, Länge 135 cm), Skischuhe von Salomon mit Rückeinstieg. Diese Abfahrt kann als die erste wirklich komplette Abfahrt von einem Achttausender betrachtet werden, da sie auf dem Gipfel begann, und zugleich als eine der längsten in einem Gelände dieser Steilheit. Da unserer Meinung nach aber auch die Be-

fahrung des Manaslu durch Wörgötter und Millinger Gültigkeit hat, würden wir jene von Saudan als zweite Achttausender-Skibefahrung insgesamt betrachten – mit dem kleinen Zusatz «die erste völlig vollständige» ... Die Abfahrt vom Gasherbrum I war die Krönung der Skilaufbahn von Saudan, dem in den Jahren zuvor grossartige Erstbefahrungen an den Aiguilles Verte, de Blaitière und de Bionnassay sowie an Mont Blanc du Tacul, Monte Rosa, Eiger, Mount Hood und Nun Kun gelungen waren. Saudan war zweifelsohne, neben Heini Holzer, Toni Valeruz und Patrick Valençant, einer der führenden Extremskifahrer jener Zeit. Übrigens: Heute noch spielt sich ein grosser Teil seines Lebens auf den zwei Brettern ab, die Sylvain Saudan die Welt bedeuten. Und wer das Vergnügen hat, mit ihm zu sprechen, ist begeistert von der Vitalität des 1936 geborenen Saudan – Skifahren hält jung!

Die Höhe macht es schwierig Skibefahrungen von Achttausendern sind schwierig; dazu

in einer so brutalen und ernsthaften Umgebung sicher zu

nochmals Fredrik Ericsson, der uns geschrieben hatte, be-

bewegen, ist eine der grössten Herausforderungen. Es

vor er seine letzte Expedition zum K2 antrat: «Das grösste

gibt viele Gefahren in den Bergen: Lawinen, Eis- und

Problem ist die Höhe. Alles ist so viel härter in grosser

Steinschlag, Spalten, menschliche Fehler. Als Skifahrer und

Höhe. Fünf Schwünge auf 8000 m sind wie eine Abfahrt

Bergsteiger musst du demütig bleiben und all deine

über 1000 Höhenmeter in den Alpen. Du musst dich

Kenntnisse und Erfahrung einsetzen. Schliesslich ist das

selbst gut kennen, mit deiner Kraft haushalten, sodass sie

Wetter das grösste Hindernis an Achttausendern, da du

nicht nur bis zum Gipfel, sondern bis zurück ins Basislager

daran nichts ändern kannst. Alles, was du tun kannst, ist,

ausreicht. Als Skifahrer musst du deine Ski auf dem Rü-

dich in Geduld zu üben, dich auf gute Wetterprognosen

cken hochtragen (meine wiegen etwa vier Kilo), was na-

abzustützen und etwas Glück zu haben ...»

türlich ein Nachteil gegenüber den Bergsteigern ist. Sich

Christine Kopp

127


Das Training – zwei Beispiele Benedikt Böhm absolviert für seine Speedbegehungen in den zwölf Monaten vor einer Expedition ein fast unvorstellbares Trainingspensum von 400 000 Höhenmetern: «Die Motivation kommt täglich von innen, durch die Liebe zu meinem Sport und den Bergen. Nach jedem Training spüre ich das Leben intensiver, und Glücksgefühle machen sich breit. Ich sehe es als Riesenprivileg, die Möglichkeit zu haben, oft sehr früh oder spät, vor oder nach der Arbeit, 2500 Höhenmeter mit Stirnlampe zu machen. Oft stehe ich am Gipfel der Alpspitze, während andere noch schlafen oder gerade ins Bett gehen – ein irres Gefühl bei Sonnenaufoder -untergang vom Gipfel bis nach München zu schauen, dann völlig allein in die lange Abfahrt einzutauchen und pünktlich im Büro zu sein! In den Monaten vor einer Expedition trainiere ich an einem Samstag und Sonntag jeweils 5000 bis 6000 Höhenmeter, um den Körper an die extremen Belastungen bei einer Speedbegehung zu gewöhnen, oft mit wenig Verpflegung, um maximale Leistung mit minimaler Energiezu-

waren; unterwegs mussten sie über einen zehn Meter hohen Sérac abseilen. Ende Juli 1985 folgte eine weitere Befahrung in zwei Tagen durch die Franzosen Thierry Renard und offenbar auch Michel Metzger. Nochmals zwei Jahre später, am 28. Juni 1987, stürzte der Schweizer Jean-Pierre Hefti aus Leysin bei seinem Versuch zu Tode. Hefti erreichte den Gipfel mit einem Gefährten der «British New Zealand Gasherbrums Expedition» am 27. Juni; beide waren nach dem Aufstieg erschöpft und zeigten Symptome akuter Bergkrankheit. Sie nahmen mehrere Tabletten Lasix ein. Am Tag darauf querte Hefti von der Aufstiegsroute in die Südwand, wo er in einer eisigen Passage die Kontrolle über seine Ski verlor. Ein Jahr später kam auch der Franzose Henri Albet bei seinem Versuch, den Berg mit Monoski zu befahren, ums Leben; sein Kamerad Pascal Hittinger brach danach die Abfahrt auf 7000 m ab. Heute ist der Gasherbrum II nach dem Cho Oyu der Achttausender, der am meisten Skibefahrungen verzeichnet, nämlich – Irrtum vorbehalten – dreizehn.

fuhr zu trainieren. Steilabfahrten spielen im Training auch eine wichtige Rolle. Es ist unglaublich, wie man

1985: Shisha Pangma (8047 m)

seine mentalen und körperlichen Grenzen verschie-

Peter Wörgötter begnügte sich nicht mit der Abfahrt vom Manaslu: 1985 nahm er die Ski an den Shisha Pangma mit; sein Expeditionsgefährte Oswald Gassler fuhr dabei am 10. Mai 1985 vom Hauptgipfel ab, während Wörgötter die Ski ca. 150 Höhenmeter unter dem Gipfel anschnallte. 1987 folgten die Neuseeländer Mike Perry und Mark Whetu sowie der berühmte polnische Höhenbergsteiger Jerzy Kukuczka. Nur ein Jahr später, im September 1988, fuhr der Italiener Giorgio Daidola mit Telemarkski vom Gipfel ab (gemeinsam mit dem Franzosen Didier Givois, der mit Ski unterwegs war). Die meisten Skibefahrungen des Shisha Pangma begannen und beginnen wohl allerdings am Zentralgipfel (8008 m) und nicht am Hauptgipfel, der von Ersterem durch einen scharfen Grat getrennt ist.

ben kann.» Da nahm sich das Training von Fredrik Ericsson, im August 2010 am K2 verunglückt, geradezu konventionell aus – Skifahren und Bergsteigen so viel wie möglich, Gewichte stemmen, Berg- und Intervallläufe, mentales Training; Ericsson: «Ich visualisiere, wie ich schwierige Passagen überwinde, wie ich weitergehe, auch wenn mein Körper nein sagt, wie es ist, auf einem Gipfel zu stehen und dann die Freude der Skiabfahrt von einem grossen Berg in der schönsten Umgebung der Welt zu spüren. Das inspiriert mich und gibt mir die Energie für die harte Arbeit, die eine Achttausender-Skibesteigung und -abfahrt verlangt.»

1984: Gasherbrum II (8035 m) Zwei Jahre nach seinem höheren Bruder wurde auch der Gasherbrum II mit Ski befahren, und zwar vom Schweizer Wim Pasquier und dem Franzosen Patrice Bournat bei einer Expedition des CAF Besançon. Sie hatten den Gipfel am 6. August 1984 erreicht und kehrten am 8. August ins Basislager zurück, nachdem sie mit Ski bis auf 5450 m abgefahren 128

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern

1987 oder 1988: Cho Oyu (8201 m) Nach dem Pionierversuch von Fritz Stammberger im Jahr 1964 hatte der Cho Oyu einige Zeit Ruhe von den Skifahrern. Über seine erste Befahrung findet man Verwirrendes: Sie wird meist den Italienern Flavio Spazzadeschi und Lino Zani, Anfang


Mai 1988, zugeschrieben. Das ist aber falsch. Laut Flavio Spazzadeschi trugen Zani und er die Ski bis auf gut 7000 m hoch und liessen sie dort zurück. Nach der Rückkehr vom Gipfel, sagt Spazzadeschi heute, «dachten wir nicht im Entferntesten daran, sie zu benützen, müde wie wir waren ...»! Eine vollständigere Skibefahrung war dem Franzosen Thierry Renard vielleicht bereits im Jahr zuvor gelungen: Am 23. September 1987 fuhr er vom Gipfel bis zu Lager 1 (6200 m) ab, was sicher sowieso oft der Endpunkt der Abfahrten am Cho Oyu ist, weil der mächtige Geröllhang darunter meist keinen oder zu wenig Schnee aufweist. Diese Befahrung könnte also als die erste am Cho Oyu gewertet werden – wenn da nicht zwei Probleme wären: Renard hatte offenbar kein Besteigungspermit für den Berg. Und gemäss Aussagen anderer Bergsteiger war er gar nicht am Gipfel; seine Besteigung ist also sehr umstritten und kann kaum «gewertet» werden. Am 12. September 1988 folgten weitere «französische» Befahrungen des Cho Oyu vom Gipfel durch Véronique Périllat (erste Skiabfahrt, und zwar mit Monoski, von einem Achttausender durch eine Frau) und Bruno Gouvy (Snowboard); Bruno Cormier startete mit dem Gleitschirm vom Gipfel. Périllat war die führende Extrem(mono)skifahrerin und ihr Freund Bruno Gouvy der führende Ex-

tremsnowboarder jener Zeit, mit Steilwandabfahrten im Montblanc-Gebiet; 1986 wurde Périllat auch Speedweltmeisterin. Eine Einschränkung gibt es allerdings auch hier: Vielleicht begannen Périllat und Gouvy ihre Abfahrt, wie in gewissen Statistiken angegeben, erst auf 8150 m. Der Expeditionsleiter Michel Vincent schreibt uns, sie hätten ihre Abfahrt «depuis le sommet» gemacht. Der ersten Version – einer Befahrung von ca. 8150 m an – würde wiederum die Aussage von Erik Decamp entsprechen, der mit normalen Ski abfuhr und zwar, wie er sagt, «nicht ganz vom Gipfel bis zu C1» (also bis auf 6200 m, was am Cho Oyu als normal betrachtet werden kann, weil der darunterliegende Geröllhang meist nicht genug Schnee aufweist). Unklar ist ferner, ob Vincent selber auch von der gleichen Stelle mit Ski abgefahren ist, wie in gewissen Statistiken aufgeführt. Bis zum Abschluss dieses Beitrags konnte leider nicht zweifelsfrei geklärt werden, wer am Cho Oyu die erste Befahrung mit «normalen» Ski gemacht hat. Soll sie Erik Decamp und evtl. auch Michel Vincent zugeschrieben werden? Oder dem Kroaten Branko Šeparović, der gemäss den vorliegenden Statistiken am 25. September 1995 vom Gipfel zum Lager 2 abfuhr? Der Cho Oyu ist damit ein typisches Beispiel, wie schwierig das Aufarbeiten der Geschichte der Skiabfahrten an den Achttausen-

1990: Diego Wellig bei der Abfahrt über die Kinshofer-Route, Nanga Parbat. Quelle: Archiv Wellig

Christine Kopp

129


dern ist: Alles scheint auf den ersten Blick einfach; in Tat und Wahrheit ist vieles unklar! Sicher ist der Cho Oyu aber heute der Achttausender, der am meisten Skiabfahrten verzeichnet (je nach Quelle und Wertung von rund 20 bis 45), darunter auch eine Handvoll durch Frauen. Dies dank der technisch relativ einfachen Aufstiegsroute, die bei guten Verhältnissen keine felsigen und nur kurze ausgesetzte Abschnitte aufweist.

1990: Nanga Parbat (8125 m) 1990 tauchen zwei neue Namen im erlauchten Kreis der Achttausender-Skifahrer auf: Hans Kammerlander, der bekannte Südtiroler Extremalpinist, und der 1961 geborene Walliser Bergführer Diego Wellig, einer der führenden Schweizer Bergsteiger jener Jahre. Gemeinsam steigen sie am 1. Juli über die Kinshofer-Route zum Gipfel auf, und Hans Kammerlander erreicht den höchsten Punkt des Nanga Parbat (8125 m), Diego Wellig die Nordschulter (8070 m). Während des Aufstiegs trennen sie sich also auf den letzten 100 m; bei der Abfahrt treffen sie sich wieder in der Aufstiegsrinne und fahren

zusammen die gleiche Route hinunter. Laut Hans Kammerlander ist der Gipfelaufbau (ungefähr die letzten zehn Meter) felsig; er habe die Abfahrt unmittelbar darunter begonnen. Er und Diego Wellig orientieren sich bei der Abfahrt an der Aufstiegsroute. An einigen Stellen, speziell an der ca. 50 m hohen Kinshofer-Wand, müssen sie anhalten und über felsige Passagen abseilen. Ein Biwak auf 6100 m unterbricht die Abfahrt über die steilen Flanken des Nanga Parbat, bevor sie das Basislager auf 4200 m erreichen. Ihre Fahrt wird bis heute als eine der steilsten und schwierigsten an einem Achttausender betrachtet.

1994 oder 1981: Broad Peak (8047 m) Hans Kammerlander zum Zweiten: Nachdem sein Gefährte Friedl Mutschlechner die Besteigung auf 7800 m Höhe abbrechen musste, stieg Kammerlander allein weiter und stand am 21. Juni 1994 auf dem Gipfel des Broad Peak. Seine Ski hatte er auf einer Höhe von ca. 7500 m deponiert; er fuhr damit bis ins Basislager ab. Einen früheren, vielleicht sogar noch etwas vollständigeren Versuch einer Skibefah-

2009: Benedikt Böhm im Aufstieg zum Broad Peak auf ca. 5900 m. Quelle: Foto Dynafit-Gore-Tex-Team

130

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern


2009: Benedikt Böhm zieht eine Kurve auf ca. 6100 m, Broad Peak. Quelle: Foto Dynafit-Gore-Tex-Team

rung hatte der Franzose Patrick Vallençant unternommen, der 1981 offenbar von rund 7600 m abfuhr. Wer die erste Skibefahrung des Broad Peak unternahm, ist also unklar: In den verfügbaren Unterlagen wird meist Kammerlanders Abfahrt erwähnt. Wobei vollständig hier vom Sattel auf ca. 7800 m bis hinunter auf den Gletscher am Fuss des Bergs bedeuten würde (Hans Kammerlander fuhr von rund 7500 m zum Gletscher ab, bei Vallençant ist dies nicht ganz klar): Laut Benedikt Böhm und Hans Kammerlander ist eine komplette Skibefahrung am Broad Peak erst ab dem genannten Sattel zwischen Haupt- und Zentralgipfel möglich; oberhalb davon ist eine Skibefahrung unmöglich und sinnlos. Damit würden am Broad Peak aber noch die zwei- bis dreihundert obersten Meter fehlen ...

1995: Annapurna (8091 m) Nach dem unglücklichen frühen Versuch von Yves Morin war es den slowenischen Brüdern Davo und Andrej Karničar am 29. April 1995 vergönnt, die Annapurna erfolgreich von zuoberst bis zuunterst, nonstop vom Gipfel bis zum Basislager, zu befahren.

2000: Everest (8848 m) Natürlich wurde der höchste aller Gipfel schon früh von Extremskifahrern umworben – auf die anfangs erwähnten Afanassiev und Jaeger im Jahr 1978 folgte, unter anderen, 1992 ihr Landsmann Pierre Tardivel. Er kam auf der Südseite bis ins Basislager, war aber unterhalb des gefürchteten Hillary Step gestartet. Im Frühjahr 1996 erreichte Hans Kammerlander den Gipfel von Norden und begann mit der Abfahrt; doch wegen der ungenügenden Schneelage musste er seine Ski zwischen 8600 und 8300 m dreimal abschnallen und tragen; deshalb wurde seine Tour nicht als erste Skiabfahrt vom Everest gewertet. Allerdings: Der Südtiroler verwendete weder beim Aufstieg noch während der Abfahrt zusätzlichen Sauerstoff. Wie er heute sagt, war seine Befahrung «für mich schon die erste vom Everest» – zu Recht deutet er an, dass es ja keinen Sinn macht, riesige Querungen zu machen, nur um ein paar Meter mehr abzufahren oder die Ski bei Abseilstellen angeschnallt zu lassen, wenn die Verhältnisse eine Abfahrt an sich nicht ermöglichen – das würden wir ja auf einer «normalen» Christine Kopp

131


1996: Hans Kammerlander bei seiner Skibefahrung vom Everest. Quelle: Archiv Kammerlander

Skitour auch nicht machen ... Damit wären wir wieder bei der von Ericsson formulierten Problematik der Definition einer Achttausender-Skibefahrung. Im Jahr 2000 besteigt Davo Karničar den Everest über die nepalesische Südseite. Um acht Uhr morgens am 7. Oktober schnallt er seine Ski auf dem Gipfel an. Da es sehr kalt ist und er «einen klaren Kopf» wünscht, verwendet er, wie schon beim Aufstieg, beim ersten Teil seiner Abfahrt Sauerstoff aus der Flasche – der grosse Schönheitsfehler dieser an sich beeindruckenden und vollständigen Skibefahrung. Bereits um 8.40 Uhr ist er zurück im Südsattel (7900 m), wo er eine drei Kilo schwere Kamera an seinen Helm montiert. In Camp 2 auf 6500 m hält er kurz an, und um 12.40 Uhr erreicht er das Basislager auf 5350 m – er braucht vier Stunden und vierzig Minuten für die Abfahrt über 3500 Höhenmeter mit extrem schwierigen und ausgesetzten Passagen! Nicht der sehr steile, felsdurchsetzte Hillary Step war dabei für Karničar die schwierigste Stelle, sondern der ausgesetzte Gipfelgrat oberhalb davon. Im Khumbu-Eisfall, dem Gletscherabschnitt zwischen Camp 1 und Basislager, voller Spalten und wackliger Eistürme, wich Karničar auf eine objektiv sehr gefährliche, Séracs ausgesetzte Route am äussersten 132

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern

rechten Rand des Gletschers unmittelbar unterhalb der Everest-Südwestwand und des Lho-Lha-Passes ab. Seine Freunde wiesen ihm von Camp 1 aus per Funk die Abfahrtsroute an, da er sie selber nicht einsehen konnte. Karničar in einem Interview: «Mit diesem Abenteuer habe ich einen Schritt nach vorne gemacht. In ein paar Jahren wird vielleicht jemand die erste komplette Skibefahrung vom Everest ohne Flaschensauerstoff machen. Hoffen wir es! Meine Abfahrt war nur ein Schritt, weitere werden folgen.» Dazu ist allerdings zu sagen, dass zwischen einer Befahrung mit Flaschensauerstoff und einer ohne Welten liegen; um es mit den Worten von Kammerlander zu sagen: «Für mich ist eine Besteigung (und damit auch Abfahrt) mit Sauerstoff gar keine Besteigung; man schaltet damit alles aus ...» Zudem liess sich Karničar offenbar die Ski hochtragen. Müsste man also korrekterweise nicht die Befahrung von Hans Kammerlander als erste bezeichnen – auch wenn er die Ski wegen des Schneemangels nicht immer einsetzen konnte? Ein Jahr nach Karničar fuhr der Franzose Marco Siffredi mit Snowboard vom Gipfel des Everest über die Nordseite durch das Norton-Couloir ab – zweieinhalb Stunden Abfahrt von 8848 m auf 6400 m ohne Abseilmanöver und Fixseile (am Tag davor war bereits der Österreicher Stefan Gatt mit Snow-


Das Material heute Den heutigen Achttausender-Skifahrern steht hervorra-

von Scarpa mit einem speziell angepassten Fussbett. Für

gendes Material zur Verfügung. Dazu hatte uns Fredrik

zusätzliche Wärme setze ich eine Therm-IC-Fussbett-Hei-

Ericsson, der erfahrene Achttausender-Skifahrer, vor sei-

zung ein sowie eine isolierte Gamasche, die den ganzen

ner letzten unheilvollen Reise zu einem Achttausender ge-

Schuh abdeckt.» Benedikt Böhm (von Beruf internationa-

schrieben: «Ich brauche Material, das du auch im Ge-

ler Geschäftsführer von Dynafit, spezialisiert auf Speedbe-

schäft kaufen kannst, aber ich passe es an, um Gewicht

gehungen): «Ich verwende superleichtes Material, aus-

zu sparen. Ich nehme gerne leichte Ausrüstung mit, aber

schliesslich von Dynafit (Bekleidung und Hartware). Ski,

sie muss zugleich funktionell und zuverlässig sein. So

Schuhe, Bindungen wiegen im Paar, alles zusammen, nur

brauche ich z.B. einen Dynastar-Pro-Rider-Ski mit der

sechs Kilo. Meistens werden die Ski für die kraftrauben-

Low-Tech-Bindung von Dynafit. Der Ski ist recht ‹fett› und

den Speedaufstiege und die steilen Abfahrten speziell in

nicht der leichteste auf dem Markt; aber er garantiert eine

Zusammenarbeit mit dem Dynafit-Produktmanagement

unglaubliche Performance bei allen Schneeverhältnissen,

entwickelt. Das Material ist auf maximale Effektivität wäh-

und das ist das, was ich brauche. Die Bindung anderer-

rend der Besteigungen ausgelegt, d.h. Rucksack bedien-

seits ist superleicht und gleichzeitig sehr solide – für mich

bar, ohne ihn an- oder ausziehen zu müssen, Ski mit

die perfekte Kombination. Eine weitere Herausforderung

Schnellverschluss, fixier- und abnehmbar, Steigeisen griff-

sind die Skischuhe, die nicht so bequem und warm wie

bereit in einem Extrafach am Rucksackboden.»

normale Bergschuhe sind. Ich brauche einen Skookum

board abgefahren, allerdings bewältigte er dabei offenbar längere Passagen zu Fuss). 2002, nur ein Jahr später, verscholl Marco Siffredi bei einer weiteren Everest-Snowboardbefahrung durch das schwierige Hornbein-Couloir. Auch Schweizer – Dominique Perret (Ski) und Jean Troillet (Snowboard) – hatten bereits 1996 versucht, über die Nordflanke des Everest abzufahren; Perret wurde im Jahr 2000 als «bester Freerider des Jahrhunderts ausgezeichnet», Troillet ist insbesondere für seine zehn Achttausender-Besteigungen

bekannt. Perret: «Wir brachen von der tibetischen Seite in purem Alpinstil ohne Camps oder Flaschensauerstoff auf. Nach drei Monaten vor Ort und drei Versuchen über 8000 m, von der Kälte (bis –60 Grad), vom Schnee und bis zu über 200 Stundenkilometer starkem Wind zurückgewiesen, konnten wir dennoch von 8500 m abfahren.» Troillet kam 1997 an den Berg zurück; dieses Mal trat er seine Snowboardabfahrt gemäss seiner Aussagen auf 8700 m an – und vollbrachte damit sicher eine der bemerkenswertesten Achttausender-Befahrungen durch einen Schweizer.

Ausblick

1996: Hans Kammerlander mit Ski auf dem Gipfel des Everest. Quelle: Archiv Kammerlander

Eines vorab: Betrachtet man die tatsächlich gemachten Skibefahrungen und die Versuche, kann Hans Kammerlander zweifelsohne als der Alpinist betrachtet werden, der an den Achttausendern am meisten Ski gefahren ist und bis heute die insgesamt herausragendste Leistung vollbracht hat. Und wie wir gesehen haben, spielten verschiedene Schweizer Bergsteiger in dieser Disziplin ebenfalls eine wichtige Rolle. An Lhotse, Dhaulagiri, K2, Kangchendzönga und Makalu fehlen offenbar vollständige Skibefahrungen, am Broad Peak fehlt wahrscheinlich der Christine Kopp

133


alleroberste befahrbare Teil. Doch die Extremskifahrer trainieren fleissig: So wollte etwa Fredrik Ericsson 2010 und 2011 Everest, K2 und Kangchendzönga ohne Flaschensauerstoff besteigen und mit Ski befahren. Am 6. August 2010 verunglückte der sympathische und extrem starke Schwede jedoch weit oben am K2. Er war mit Gerlinde Kaltenbrunner zum Gipfel unterwegs und stürzte in der Nähe des «Flaschenhalses» ab, als er einen Haken schlagen wollte. Bereits hat sich eine Unterdisziplin der Disziplin entwickelt: Speedbesteigungen und -befahrungen mit Ski an Achttausendern. Ihre Protagonisten sind die Deutschen Benedikt Böhm, Sebastian Haag und Luis Stitzinger. Böhm und Haag gelang etwa 2006 die Besteigung des Gasherbrum II in nur 12,5 Stunden – nach 17 Stunden standen sie, nach einer Abfahrt von zuoberst, wieder im vorgeschobenen Basislager. Stitzinger erregte 2009 Aufsehen mit einer Befahrung der Diamir-Flanke am Nanga Parbat. Höhenrausch? Sinnsuche? Alltagsflucht? Rekordsucht? Selbstbestätigung? Lebensfreude? Wie bei allen Unternehmungen hart an der Grenze des Möglichen kann man sich auch bei AchttausenderSkibefahrungen fragen, wozu sie taugen und wodurch sie motiviert sind. Sind sie wirklich Inspiration für andere Menschen, Grenzen zu überwinden und Neues anzupacken? Oder ist es nur die Auseinandersetzung einer kleinen Gruppe von rastlosen Individualisten mit sich selbst? Hoffen wir, dass möglichst viele der Protagonisten extremer Kurven an Achttausendern nicht von ihren eigenen Vorgaben unterjocht werden, sondern unterwegs vor allem Lebenslust und Spass verspüren. So wie Fredrik Ericsson es formulierte – eine Aussage, die nach seinem tragischen Tod erst recht

Fredrik Ericsson, verunglückt im August 2010 am K2; hier bei einem Versuch am Kangchendzönga. Quelle: Foto J. Aamot, Archiv Ericsson

wie ein Credo anmutet: «Ich klettere und fahre Ski, weil ich es liebe, in den Bergen unterwegs zu sein. Ich liebe die Herausforderung, das Abenteuer, und so kümmere ich mich letztlich nicht allzu sehr um Regeln und Statistiken. Ich denke, dass die meisten Skifahrer dort draussen mit mir einig sind.» Quellen: Die Alpen; planetmountain.com; wildsnow.com; Unterlagen von Eberhard Jurgalski, Richard Salisbury, Andrej Tercelj; ˇ Wikipedia; diverse weitere Internetseiten; Korrespondenz und Gespräche mit Benedikt Böhm, Erik Decamp, Fredrik Ericsson, Elizabeth Hawley, Jochen Hemmleb, Hans Kammerlander, Dominique Perret, Sylvain Saudan, Vinicio Stefanello, Jean Troillet, Michel Vincent, Diego Wellig, Peter Wörgötter. Unsere Gedanken gehen besonders an Fredrik Ericsson und seine Familie: Fredrik war bei den Arbeiten zu diesem Artikel sehr hilfreich, stand zur Verfügung mit Wort und Bild und gab äusserst aufschlussreiche Antworten zu den ihm gestellten Fragen, bevor er seine letzte Expedition zum K2 antrat und dort am 6. August 2010 hoch oben verunglückte.

Virages extrêmes – skier sur les 8000

Extreme Turns – Skiing 25,000 Feet above Sea Level

Bien des alpinistes sont d’excellents skieurs. Et certains sont même tellement sûrs de leur technique qu’ils ont envie de descendre là où personne d’autre n’irait : des pentes à 50 degrés, des couloirs sauvages ou encore la voie normale d’un 8000, qu’ils auront gravie auparavant. Voilà donc notre sujet : l’histoire du ski sur les 8000.

Many mountaineers have perfected the art of skiing and keep searching for the ultimate descent. Slopes of fifty degrees, wild couloirs or even down the route of an eight-thousand-metre peak they have just climbed. And this leads us to our tale: the history of skiing on eight-thousand-metre peaks.

134

Extreme Kurven: Skifahren an Achttausendern


Die ersten Skibefahrungen an Achttausendern Nr.

Vorname

Name

Nation

Berg

Datum

Abfahrt (wo bis wo)

Bemerkungen

1

Josef Peter

Millinger Wörgötter

A A

Manaslu (8163 m)

19.5.1981

Ca. 30 m unter Gipfel bis 4500 m

1. Skibefahrung eines 8000ers

2

Sylvain

Saudan

CH

Gasherbrum I (8068 m)

27.7.1982

Gipfel bis BC (5000 m)

1. «völlig vollständige» Skibefahrung eines 8000ers

3

Patrice Wim

Bournat Pasquier

F CH

Gasherbrum II (8035 m)

6.–8.8.1984

Gipfel bis 5450 m

4

Oswald

Gassler

A A

Shisha Pangma (8027 m)

10.5.1985

Gassler vom Hauptgipfel, Wörgötter begann Abfahrt ca. 150 Hm weiter unten

5

Véronique Bruno Erik (Michel

Périllat Gouvy Decamp Vincent?)

F F F F

Cho Oyu (8201 m)

12.9.1988

Gipfel (?) oder ca. 8150 m (wie Decamp für seine Abfahrt bestätigt) bis ca. 6200 m (Abfahrt bis an den Fuss des Berges auf 5800 m nur sehr selten möglich, da der Geröllhang zwischen 5800 und 6200 m selten genug Schnee aufweist).

6

Hans Diego

Kammerlander Wellig

I CH

Nanga Parbat (8025 m)

1.7.1990

Kammerlander von ca. 10 m unter Gipfel, Wellig von Nordschulter (8070 m)

7

Andrej Davo(rin)

Karnicˇar Karnicˇar

SLO SLO

Annapurna I (8091 m)

29.4.1995

Gipfel bis BC (erste Nonstopbefahrung)

8

Davo(rin)

Karnicˇar

SLO

Everest (8848 m)

7.1.2000

Gipfel bis BC, aber mit Sauerstoff

Périllat fuhr mit Monoski ab, Gouvy mit Snowboard, Decamp mit Ski; Decamp sagt, er habe die Befahrung nicht ganz am Gipfel begonnen, was evtl. auch auf Périllat und Gouvy zutrifft. Ferner fuhr evtl. auch Michel Vincent am selben Tag mit Ski ab. Es ist also nicht klar, wem die erste Befahrung mit «normalen» Ski gelungen ist (evtl. erst Branko Šeparovic´ am 25.9.1995).

1. vollständige EverestBefahrung, aber mit Flaschensauerstoff; zudem liess sich Karnicˇar offenbar die Ski hochtragen; u.E. müsste deshalb Kammerlanders Abfahrt (1996, Nordseite, Auf- und Abstieg ohne Sauerstoff, Abfahrt mit Unterbrüchen wegen Schneemangels) als 1. Everest-Skibefahrung gewertet werden.

An folgenden Achttausendern fehlen offenbar komplette Skibefahrungen: K2 (8611 m): Versuch von Hans Kammerlander 2001; Versuch von Dave Watson 2009 (Befahrung zwischen 8350 und 7300 m und wieder zwischen 6600 und 5200 m). Kangchendzönga (8586 m): Befahrung durch Hans Kammerlander 1998 aus einer Höhe von 7600 m. Lhotse (8516 m): «Höchste» Abfahrt bis heute offenbar durch Jamie Laidlaw 2007. Makalu (8485 m): Befahrung durch Hans Kammerlander 1986 aus einer Höhe von 7500 m. Dhaulagiri (8167 m): Befahrung durch David Fojtik 2009, aber mit einem Unterbruch von 600 Höhenmetern. Broad Peak (8047 m): Befahrung durch Patrick Vallençant 1981 aus einer Höhe von 7600 m (?) und durch Hans Kammerlander 1994 aus einer Höhe von 7500 m. (Stand Dezember 2010)

Christine Kopp

135


Œil et altitude : quels dangers ? Christian de Courten SAS Lausanne Geoffrey Tabin Salt Lake City (Utah, USA)

L’altitude provoque sur le corps humain des effets généraux bien étudiés allant du syndrome du mal aigu des montagnes à celui plus grave d’œdème cérébral, parfois associé à un œdème pulmonaire de haute altitude. L’œil n’échappe pas non plus aux effets d’un traumatisme photique ou de l’hypoxie, par atteinte de la cornée, du cristallin, de la rétine ou du nerf optique, voire du cerveau visuel. Sur le plan fonctionnel, les troubles de la vue sont corrigés par les extraordinaires progrès de la chirurgie réfractive, au laser, ou par les implants intraoculaires simplifiant la vie des alpinistes. Des précautions liées à cette chirurgie sont néanmoins conseillées. Sur le plan structurel, les tissus nerveux de l’œil sont de même nature que le cerveau et réagissent de façon similaire à l’hypoxie d’altitude : microhémorragies, œdème tissulaire touchant les différents centres d’analyse de la vue ou régissant les mouvements oculaires. Baisse de vue, atteinte partielle du champ visuel mono ou binoculaire, hallucinations visuelles ou troubles des mouvements oculaires en sont les signes cardinaux. La prise en charge et les traitements adéquats sont décrits ci-après. En 1988, sur la face sud-ouest du Mt Everest, deux alpinistes sont morts au-dessus des 8000 mètres ; leur dernier message radio évoquait leur cécité bilatérale. En 1996, un autre alpiniste a perdu sa vision et s’est égaré près du sommet de l’Everest. Sa baisse de vision faisait suite à une ancienne chirurgie de ses défauts optiques, effectuée quelques années auparavant. Ces épisodes et d’autres, moins dramatiques, nous ont incités à vous présenter les effets de l’altitude et des sports de haute montagne sur le système visuel. L’œil ressemble à un appareil photo (fig. 1). D’abord, les lentilles (cornée et cristallin) concentrent la lumière. L’image est formée sur une couche de cellules nerveuses délicate et sensible appelée la rétine, qui ressemble au film dans l’appareil photo. Les dessins que l’œil observe sont alors transférés le long d’un nerf, le nerf optique, jusqu’au cerveau, où le développement du signal s’exécute dans les cortex visuels (fig. 2). La vue dépend du bon fonctionnement de la cornée, du cristallin, de la rétine, du nerf optique et du cerveau. Toutes ces 136

Œil et altitude : quels dangers ?

structures peuvent être affectées par la haute altitude. Le pouvoir optique de convergence vient pour les deux tiers de la cornée, fenêtre transparente à la surface de l’œil, et pour l’autre tiers du cristallin. On notera que la surface cornéenne est en contact direct avec l’extérieur et que l’action de lubrification du film lacrymal stabilise la surface réfractive la plus importante et détermine la qualité visuelle. Si la cornée est trop mouillée ou trop sèche, la vision se brouille. De plus, la cornée a une des plus hautes densités de fibres de nerfs sensoriels du corps, la rendant hypersensible à la douleur. Les lunettes noires avec protection latérale doivent être portées en altitude, particulièrement en marchant sur la neige et la glace. Les nuages bloquent partiellement les rayons UV. Les rayons UV en altitude sont réfléchis à 80 % par la neige, l’index UV augmente de 10 % par 1000 mètres d’ascension. Le brouillard n’atténue quasiment pas le rayonnement UV, le ciel voilé environ 10 %, nuageux de 30 à 70 %. Ainsi, les lunettes filtrent la lumière visible


Christian de Courten, ophtalmochirugien, arête sud des Salbitschin ( UR ) 2008. En pratique privée à Lausanne et Crans-Montana. Leader en Suisse romande de la correction chirugicale des troubles optiques de l’œil.

Geoffrey Tabin, ophtalmochirurgien, sommet de l’Everest, 1988. Enseigne à Salt Lake City (Utah), est passionné par les soins à apporter aux malvoyants dans le tiers-monde, spécialement dans l’Himalaya.

selon un indice de transmission de 0 à 4 (correspondant à une transmission de 100 % à 5 %). En plus, pour être performantes, les lunettes doivent aussi filtrer la lumière bleue dangereuse pour la macula, et les rayons infrarouges (fig. 3). L’anneau coloré visible au travers de la cornée est l’iris, qui représente le diaphragme de l’appareil photo. L’iris se dilate ou se contracte pour changer la quantité de lumière entrant dans l’œil. Le cristallin se trouve immédiatement derrière et permet de faire converger l’image pour voir les objets de près. C’est le phénomène d’accommodation. Nous perdons tous lentement cette faculté d’accommodation avec l’âge. C’est la raison pour laquelle même un

individu qui possède une vision parfaite à son jeune âge doit porter des lunettes aux environs de 50 ans. Le problème oculaire le plus commun de l’alpinisme est un dommage mineur à la surface de la cornée. La couche supérieure de cellules, l’épithélium, peut être endommagée par une érosion, par un dessèchement de la surface, ou par les rayons UV (ultraviolets) du soleil. Comme les terminaisons nerveuses les plus nombreuses sont dans l’épithélium, ces lésions sont très douloureuses et provoquent un larmoiement qui brouille la vision. La « cécité des neiges » est due au rayonnement important et intense d’UV, qui lèse la surface cornéenne (fig. 4) et provoque une douleur intense ainsi qu’une

Fig. 1 : Coupe sagittale de l’œil.

Fig. 2 : Le cerveau visuel et ses différents relais jusqu’au cortex visuel, dans la partie postérieure du cerveau.

Christian de Courten et Geoffrey Tabin

137


Le rayonnement solaire 4% Ultraviolet

52%

44%

Lumière visible

UV C UV B UV A 200 nm 290 nm 320 nm 380 nm

Infrarouge 780 nm

Exosphère Ionosphère Mesosphère Stratosphère

80 km 50 km 20 km

Couche d’ozone

11 km

5 km

2 km

Troposphère

0 km

Fig. 3 : Fractionnement de la lumière en lumière visible et invisible dans les différentes couches de l’atmosphère.

photophobie. Ce qui peut vite handicaper un montagnard, même un jour nuageux. La déshydratation, le froid et le vent nuisent aussi à la surface cornéenne. Cette situation a été plusieurs fois relatée lors de la Patrouille des Glaciers, sur le trajet de montée de Schönbiel à Tête Blanche par vent du nord (fig. 5) : des patrouilleurs arrivent au sommet avec l’hémiface droite gelée, entraînant une malvoyance droite et doivent être neutralisés au poste sanitaire. Heureusement, ces blessures guérissent vite, bien que des antibiotiques en gouttes (collyre) soient nécessaires pour prévenir une infection cornéenne, mais rendent l’alpiniste inapte pour 48 heures à cause d’un œdème cornéen dû au froid. Il s’agit du syndrome de la cornée gelée (fig. 6a et 6b). Le fait de cligner des yeux, de se frotter les

paupières sur une cornée blessée exacerbe la douleur : les gens atteints de cécité des neiges sont plus confortables avec une occlusion par pansement des deux yeux. Le traitement par collyre anesthésiant est à proscrire, car toxique pour la cornée, et ne ferait qu’aggraver la situation (fig. 7). Pratiquement tous les cas de cécité des neiges, de cornée gelée ou d’abrasion superficielle guérissent spontanément, avec restauration d’une vision normale dans les 48 heures. Pendant la période aiguë pourtant, la cécité peut rendre l’alpiniste

Fig. 4 : Kératite ponctuée superficielle modérée, dans le cadre d’une ophtalmie des neiges. Douleurs, rougeurs et baisse de vision durent environ 24 à 48 heures.

Fig. 5 : Patrouille des Glaciers entre le poste de Schönbiel et Tête Blanche. Conditions difficiles, par vent du nord, gelant l’hémiface droite, et par là même la cornée.

138

Œil et altitude : quels dangers ?

Fig. 6a : Cornée normale vue de face.


Fig. 7 : intoxication cornéenne aux anesthésiants locaux en goutte, à proscrire dans tout traitement. Ces gouttes ont pour but uniquement d’examiner un œil dans de bonnes conditions et pour enlever un corps étranger.

Fig. 6b : Cornée gelée, noter le trouble par l’œdème cornéen, provoquant une baisse de vue et un éblouissement. Ces symptômes peuvent durer deux à trois jours.

complètement infirme. Ainsi, le meilleur traitement est la prévention par le port de lunettes noires équipées de protections latérales et filtrant les rayons UV et infrarouges (classe 4). La cécité des neiges se produit dans plusieurs cas quand les alpinistes enlèvent leurs lunettes, gênés par l’opacification des verres due à la condensation – problème souvent aggravé par l’utilisation d’oxygène supplémentaire, lorsque le gaz tiède s’échappe autour du masque. Le choix de lunettes spécifiques « antibrouillard » et d’un masque à oxygène bien adapté, prévenant la fuite de gaz tiède, sont de bonnes mesures préventives.

Les défauts optiques de la vision et la montagne Les défauts de mise au point de l’image sur la rétine sont très communs (myopie, hypermétropie et astigmatisme). Ils sont corrigés par des lunettes, des verres de contact ou par la chirurgie, par implants intraoculaires ou chirurgie au laser. Une vision parfaite exige que l’image soit concentrée et focalisée sur la surface de la rétine. Les lunettes sont la première option pour corriger les erreurs de réfraction. Le traitement antibrouillard des verres, la prescription de lunettes de glacier ou les lunettes de protection peuvent grandement améliorer la qualité de la vision de l’alpi-

niste. Pourtant, dans les conditions de brouillard et de pluie, les lunettes se révéleront un handicap réel. Alors que les verres de contact souples et jetables peuvent être portés de façon prolongée et apportent un confort ajouté lors d’escalades de plusieurs jours lorsque le nettoyage des lentilles est difficile. Portés trop longtemps, ils peuvent cependant prédisposer l’alpiniste aux infections cornéennes. De plus, quel que soit le verre de contact porté, l’apport d’oxygène à la cornée diminue et compromet la santé cornéenne. A haute altitude, les verres de contact peuvent causer un réel inconfort par œdème cornéen secondaire. C’est ainsi que les alpinistes ont accueilli favorablement les nouveaux développements dans la chirurgie des troubles optiques de la vision (chirurgie réfractive) pour leur permettre d’abandonner leurs lunettes. Toute chirurgie réfractive a pour but de restaurer une image nette, focalisée sur la rétine. En modifiant la courbure de la cornée, il est possible de corriger les défauts optiques tels que la myopie, l’hypermétropie et l’astigmatisme. Les moyens pour y parvenir ont changé avec le temps : il y a 30 ans, on utilisait pour ce faire le bistouri par la kératotomie radiaire, puis il y a 25 ans, le laser de surface et la photoablation. Enfin, depuis 20 ans, le traitement se fait en profondeur selon la technique du lasik, et plus récemment du femtolasik, technique tout laser (fig. 8). Christian de Courten et Geoffrey Tabin

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Ainsi en 30 ans de chirurgie réfractive, nous sommes passés de la précision de la main de l’homme – précision 0,5 mm par la kératotomie radiaire – à celle du laser à coupe ultra-fine-femtolasik – précision de 0,005 mm, soit cent fois plus précise ! Il va s’en dire que les incisions manuelles sont proscrites depuis longtemps, elles sont inadaptées aux conditions extrêmes d’altitude et présentent de nombreux effets secondaires  : vision fluctuante, halos et baisse de vision, même quasi-cécité d’altitude (ce qui a conduit au décès des alpinistes de l’Everest). L’emploi plus précis du laser, de surface ou de profondeur cornéen, est actuellement la technique de choix. Sa stabilité en haute altitude a été confirmée par de nombreuses études. Pour les adeptes des sports violents, il est recommandé de procéder à une photoablation de surface pour une myopie jusqu’à 4 dioptries, et en profondeur jusqu’à 10 dioptries. Au-delà de ces dioptries, de nouvelles techniques avec addition d’un implant intraoculaire sont sûres et confirmées depuis 15 ans. D’autres techniques, comme le presbylasik, correction de la presbytie au laser, permettent de se libérer de la contrainte des lunettes à tout âge. Il est important de savoir que le patient opéré par laser ne devrait pas s’engager durablement en haute montagne dans les trois mois suivant la correction chirurgicale, temps nécessaire à une réinnervation cornéenne complète. Sans ce temps de cicatrisation, il pourrait être victime d’une complication oculaire de surface sans la ressentir ! D’autre part, l’œil opéré par lasik est rendu plus fragile au simple traumatisme ou infection de surface (fig. 9), et prolonge sa récupération fonctionnelle. De ce fait, les alpinistes opérés par lasik doivent le faire savoir au médecin d’expédition.

Fig. 8 : Chirurgie moderne de la myopie par lasik. Les trois étapes de l’aplatissement cornéen, typique d’un traitement de myopie.

Cristallin et altitude Il est connu depuis longtemps qu’une exposition prolongée aux UV provoque une cataracte, c’est-àdire une opacification progressive et invalidante du cristallin. Les populations les plus exposées sont donc celles qui vivent en altitude ou sous les tropiques, et risquent de développer des cataractes jeunes (fig. 10, 11 et 12). A contrario, une exposition momentanée en moyenne ou haute altitude, de surcroît bien proté140

Œil et altitude : quels dangers ?

Fig. 9 : Inflammation et infection cornéenne sur un œil opéré d’une myopie il y a deux ans. A noter l’inflammation dans la cornée, beaucoup plus fragile à cause de ce type d’opération aux érosions cornéennes et aux infections.


gée par des lunettes filtrantes et adéquates, ne provoque pas de cataracte. L’extraction de la cataracte et son remplacement par un cristallin artificiel (implant) (fig. 13) est l’opération de loin la plus pratiquée dans le monde. La sécurité opératoire ainsi que la qualité des implants font que dans le même temps opératoire de nombreux défauts optiques préexistants sont corrigés par un implant adéquat (correction de la myopie, de l’hypermétropie, de l’astigmatisme et même de la presbytie). L’altitude ne change en rien la stabilité et le devenir de ces implants, et par là même la qualité de la vision. Fig. 10 : Geoffrey Tabin et ses patients de tout âge fraîchement opérés de la cataracte au Népal.

Fig. 11 : Cataracte blanche des pays du tiers-monde. A noter que dans le monde il existe 47 millions d’aveugles et que le 90% sont dans les pays qui n’ont pas ou peu d’accès aux soins oculaires de qualité.

Fig. 12 : Cataracte typique des pays occidentaux.

Rétine et altitude La rétine est la deuxième structure visuelle la plus souvent touchée quand les alpinistes s’aventurent en haute altitude. Les cellules nerveuses fragiles de cette couche communiquent directement avec le cerveau et partagent une physiologie semblable. Tant le cerveau que la rétine exigent des réserves énormes et régulières d’oxygène. Un réseau spécialisé de vaisseaux sanguins nourrit les cellules rétiniennes. Un apport diminué d’oxygène aux cellules rétiniennes ou une fuite de sang ou de liquide dans la rétine provoque une perte de vision. En haute altitude, la pression atmosphérique diminue, engendrant ainsi une baisse d’oxygène se diffusant dans le système sanguin. Parce que la rétine et le cerveau exigent une quantité constante d’oxygène, une des réponses à une saturation plus basse d’oxygène est une augmentation du flux sanguin apporté à ces structures essentielles. Ailleurs dans le corps, les artères ont des couches musculaires pour pallier une augmentation du flux, mais les vaisseaux rétiniens sont conçus pour rester transparents et ne pas obstruer les signaux lumineux avec ces couches musculaires dans les vaisseaux. Au lieu de cela, des cellules de soutien délicates appelées péricytes entourent ces vaisseaux. Mais sensibles à un manque d’oxygène, ils peuvent aussi se rompre en cas de flux sanguin élevé. Il en résulte une fuite de sang dans la rétine, appelée hémorragie rétinienne (fig. 14). Les hémorragies rétiniennes de haute montagne se produisent en général vers les 8000 mètres, mais des cas ont été également rapportés chez des skieurs dans le Colorado et les Alpes. La plupart de ces hémorragies rétiniennes de haute altitude n’affectent pas la vision. Cependant, un épanchement dans la Christian de Courten et Geoffrey Tabin

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Fig. 13 : Chirurgie moderne de la cataracte avec mise en place d’un implant dans le sac du cristallin, implant de type multifocal diffractif, permettant une vision éloignée et rapprochée sans lunettes.

Fig. 14 : Les quatre stades d’hémorragie du fond d’œil, hémorragie rétinienne en rapport avec l’altitude.

région des couches nerveuses qui acheminent les signaux vers la macula, région de la rétine responsable de la vision centrale, peut provoquer une perte majeure de la vision. En redescendant en plaine, l’hémorragie se résorbe en général, mais elle peut causer une désorganisation des connexions neuronales et laisser l’alpiniste avec une dégradation permanente de la vision. Le problème majeur que rencontrent les alpinistes est le dommage aux cellules rétiniennes par manque d’oxygène. Il peut être assimilé à une attaque cérébrale, et la perte visuelle peut être étendue et permanente. La vascularisation rétinienne centrale est particulièrement susceptible à l’occlusion quand le sang devient plus visqueux par l’effet combiné d’une augmentation des hématies et d’une déshydratation. Ainsi, les personnes souffrant d’hémorragie maculaire devraient rapidement redescendre en cas de baisse de vision prolongée. Les cellules rétiniennes qui sont impliquées en situation de faible luminosité sont les bâtonnets. Ils sont particulièrement sensibles au manque d’oxygène. Le résultat est une diminution de la vision nocturne, même à une altitude de 2000 mètres. Un autre traumatisme maculaire est lié à l’effet toxique des rayons UVA/UVB et infrarouges. Sur un terrain de faiblesse maculaire, ils peuvent précipiter une dégénérescence grave dans le futur, laissant une acuité résiduelle de vision ambulatoire

(cécité légale). Ces graves problèmes sont souvent liés à la non-observance des règles élémentaires de protection par de bonnes lunettes certifiées UE, filtrant les rayons toxiques pour la macula. Les animaux comme les chiens d’avalanche ou de cabane portent aussi souvent un masque de protection sur leurs yeux…

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Œil et altitude : quels dangers ?

Nerf optique et altitude Un autre élément indispensable à la vision est le nerf optique. Cette connexion essentielle relie l’œil au cerveau. L’augmentation de la pression dans le cerveau due au gonflement des cellules nerveuses engendre une augmentation du volume sanguin, et l’œdème est transmis au nerf optique. Il en résulte un œdème papillaire, une enflure des deux nerfs optiques, qui provoque un blocage transitoire de la vision. Le blocage du flux sanguin au niveau du nerf optique peut provoquer une perte visuelle permanente. Les alpinistes qui souffrent de glaucome doivent être prudents en montant à haute altitude. Le glaucome est le dommage au niveau du nerf optique, associé à une augmentation de pression dans l’œil ou à une vascularisation déficiente de la tête du nerf optique. La diminution de l’oxygène en altitude rend le nerf optique beaucoup plus vulnérable au dommage spécifique des glaucomateux. Le Diamox®


est souvent pris pour aider les reins à corriger le problème d’alcalose respiratoire provoquée par l’hyperventilation de l’altitude. Le Diamox® est aussi un médicament puissant contre le glaucome qui diminue la quantité de liquide aqueux dans l’œil. Les patients atteints de glaucome devraient prendre tous leurs médicaments courants et considérer aussi la prise de Diamox® lors d’ascensions à haute altitude. Un nombre toujours plus important d’alpinistes décrivent une confusion brève ou, rarement, la cécité complète en altitude, quelques fois dès 4500 mètres. Les symptômes disparaissent rapidement avec la descente. Cette confusion visuelle peut être accompagnée de flashes de lumière (scotomes scintillants). De tels phénomènes ont été décrits chez les migraineux, avec ou sans maux de tête, et cette cécité temporaire peut être apparentée à des équivalents migraineux déclenchés par l’hypoxie.

Cerveau et altitude Finalement, le cerveau visuel peut être endommagé par le manque d’oxygène, créant un œdème cérébral (High Altitude Cerebral Edema : HACE) ou une attaque cérébrale. Contrairement aux atteintes rétiniennes ou aux atteintes du nerf optique, qui affectent un œil seulement, les dommages cérébraux affectent toujours le champ visuel des deux yeux. Comme on l’a vu, le cerveau et la rétine ayant une physiologie semblable, il est évident que des événements similaires se produisent simultanément dans l’un et l’autre. De surcroît, certains scientifiques pensent que des microhémorragies semblables à celles de la rétine se produisent dans le cerveau. Cette hypothèse a incité certains à conseiller aux alpinistes souffrant d’hémorragie rétinienne à redescendre, mais ce symptôme étant très fréquent, le conseil est en général ignoré.

SYMPTOMES

Baisse vision   -­‐ -­‐ -­‐ -­‐ -­‐ -­‐ -­‐  

Douleurs et  intolérance  à  la  lumière    

Sécheresse  oculaire   Cornée  gelée  :  œdème  cornéen     Post  chirurgie  vision  :  kératotomie  radiaire   Cataracte  progressive  aux  ultraviolets   (habitants  de  haute  altitude)   Post-­‐traumatique  (sang  chambre  antérieure   ou  hyphéma)   Hémorragies  prémaculaire  et  rétinienne   Dégénérescence  maculaire    

Hallucinations  visuelles,  diplopie  

-­‐ Corps  étranger,  contusion  oculaire.  

-­‐ Intolérance aux  verres  de  contact     -­‐ Kératite  ponctuée  superficielle  (ophtalmie  des   neiges)     -­‐ Erosion  cornéenne  post-­‐traumatique  

-­‐ Migraine  simple  ou  ophtalmique   -­‐ Mal  aigu  des  montagnes     -­‐ Œdème  cérébral  d’altitude       -­‐ Troubles  vestibulaires  ou  centraux   -­‐ Si  associé  à  une  dyspnée  :  œdème   pulmonaire  d’altitude.    

-­‐ Kératite  infectieuse  

PREVENTION  :       PROTECTION    OPTIQUE    -­‐  ACCLIMATATION    -­‐  HYDRATATION  MAXIMALE   -­‐ Lunettes  classe  IV  à  protection  latérale   -­‐ Protection  au  froid   -­‐ Masque  facial  et  capuche    

-­‐ Protection  lunettes  et  caches  latéraux  UV  –IR    (classe  IV)  

-­‐ Acétazolamide (Diamox  ®)  3x  125  mg  /  j)     -­‐ Eventuellement    Dexaméthasone  3  x  4  mg   /j  

TRAITEMENT Enlever  les    verres  de  contact         -­‐ Collyre    avec  acide  hyaluronique  (Viscotears,   Genteal)     -­‐ Collyre  antibiotique    (Chloramphénicol)     -­‐ Collyre  anti-­‐inflammation  non  stéroïdien                Voltarène  SDU  (3x  1  goutte/j)    

-­‐ Ablation  corps  étrangers  (éventuel  pansement   compressif)   -­‐ Collyre  anesthésiant  à  proscrire  (toxicité)   -­‐ Collyre  antibiotique    (Chloramphénicol)   -­‐ Collyre  anti-­‐inflammation  non  stéroïdien   -­‐ Voltarène  SDU  (3x  1  goutte/j)   -­‐ Post-­‐traumatique  :  position  semi-­‐assise,  et  repos   forcé    et  dilatation  pupille  à  la  scopolamine      

Tableau résumé

  -­‐ -­‐ -­‐ -­‐ -­‐ -­‐  

Evacuation rapide  vers  la  plaine     O2    4l./min     Caisson  de  recompression       Acétazolamide  (Diamox®3  x  125  m/j)   Nifédipine  20  mg  (3x  1  cpr./j)    Dexaméthasone  3  x  4  mg  /j  de  J1  à  J3   puis  dégressif  sur  5  jours  

Christian de Courten et Geoffrey Tabin

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Heureusement, la cécité par atteinte rétinienne du nerf optique et/ou du cerveau visuel est relativement rare. D’autres ont aussi rapporté des troubles binoculaires transitoires, sous forme de vision double de courte durée, spécialement sur le plan horizontal. Une atteinte de la VIe paire de nerfs crâniens par compression et œdème du tronc cérébral en serait la cause.

Nous avons ainsi parcouru les dangers réels mettant en prise l’œil et les sports d’altitude, mais la conclusion qui s’impose avant tout est la prévention des risques potentiels impliquant l’œil dans ces situations extrêmes. Protéger cet organe si noble qu’est l’œil, véritable excroissance du cerveau, telle est notre mission.

Das Auge und die Höhe: Was sind die Gefahren?

Eye and Altitude: What Are the Dangers?

Die Höhe hat auf den menschlichen Körper allgemein gut bekannte Einflüsse – von der Höhenkrankheit bis zum schwerwiegenden Hirnödem, manchmal von einem Höhenlungenödem begleitet. Auch das Auge kann Zeichen der Höhenkrankheit aufweisen: Fototrauma, Hypoxiezeichen mit Beteiligung der Hornhaut, der Linse, der Netzhaut, des Sehnervs, ja sogar des visuellen Kortex. Was die Anatomie anbelangt, sind die Nervenfasern des Sehnervs gleicher Natur wie diejenigen des Gehirns, und sie reagieren ähnlich auf Sauerstoffmangel in der Höhe: Mikroblutungen in den Sehbahnen oder in den Nervenzentren, welche für die Augenbewegungen zuständig sind. Sehverminderungen, einoder beidseitige Gesichtsfeldausfälle, visuelle Halluzinationen und Augenmotilitätsstörungen sind wichtige Symptome. Heute kann man durch die ausserordentlichen Fortschritte der Refraktionschirurgie den Alpinisten das Leben vereinfachen, indem man deren Sehfehler mittels Laser oder Intraokularlinsen korrigiert. Diesbezüglich sollten aber auch da einige Vorsichtsmassnahmen getroffen werden.

The general effects of altitude on the human body have been well documented, from acute mountain sickness to the more serious cerebral oedema, sometimes associated with high altitude pulmonary oedema. The eye may show signs of mountain sickness, too: photic trauma, or hypoxia, involving the cornea, lens, retina or optic nerve, even the visual cortex. Anatomically, the nerve tissue of the eye is the same as that of the brain and reacts in a similar way to altitude hypoxia: micro-haemorrhages, involving the various centres of vision analysis or the control of eye movements. Thus, loss of vision, partial loss of visual fields in one or both eyes, or disturbance of eye movements are the cardinal signs. Alpinists with optical defects may now benefit from the extraordinary progress in refractive surgery, by laser or with intraocular implants, but there are precautions to be taken relating to this type of surgery.

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Œil et altitude : quels dangers ?


Sport ist Mord? Walter O. Frey move>med, Swiss Olympic Medical Center, SAS Zürich

«Sport» ist ein tief ambivalenter Begriff. Beim Sport, gerade beim Skisport, besteht ein hohes Verletzungspotenzial. Und nicht nur das, es kommt sogar zu Todesfällen. Dennoch ist der Sport auch der wichtigste Schutzfaktor vor Herzinfarkt und Hirnschlag. Wie also schütze ich meine Gesundheit am besten, ohne mich gleichzeitig den Gefahren des Sportes allzu sehr auszusetzen? Dazu gibt es neue Erkenntnisse: Wer gesund bleiben will, benötigt «nur» (ungefährliche) körperliche Aktivität. Sie ist klar definiert: mindestens täglich 30 Minuten zügiges Gehen. Wer aber höher hinaus und fit werden will, muss sich dem Risiko Sport aussetzen. Der Artikel zeigt die Fakten auf und setzt praktische Leitplanken. Wir erfahren, wann und wieso der Sport den Körper bis hin zum Tod schädigen kann. Umgekehrt lernen wir das richtige Mass an Bewegung kennen, die für uns alle lebenswichtig ist.

In Der Schneehase mit sportbegeisterKriegsgefangenenlager legte er ter Leserschaft einen Beitrag zum unter grössten Strapazen 500 km Thema «Sport ist Mord» zu schreiben, zurück. Dass Churchill von durch und durch sportlicher Einstellung ist ein an sich beinahe selbstmörderiwar, belegt sein «Never, never, nesches Unterfangen. Der Ursprung dieses Zitates ist denn auch einem ver give up». Es gilt daher, als Erstes ganz und gar kriegerischen Staatsgleich mit verschiedenen in Stein mann zuzuschreiben. Sir Winston gemeisselten Irrtümern aufzuräuChurchill wird ja gern mit seinem men. «No Sports» zitiert. Angeblich, um Bei rein oberflächlicher Betrachsein hohes Alter zu begründen und tung scheint der Sport serienweise als faule Ausrede aller Sportmuffel Menschen zu töten. Allein in der und Couch Potatoes. Im Deutschen Schweiz ereignen sich jährlich Winston Churchill, wurde «No sports» später übersetzt 293 000 Sportunfälle mit 135 Toten. oft zitiert, manchmal falsch! als Wortspiel «Sport ist Mord». 70 % davon in nur zehn Sportarten. Das ist aber genau so falsch, wie die Behauptung, Wobei Ski- und Snowboardfahren sowie das Bergbesagter englischer Premierminister hätte nie gerne wandern dazu gehören. Pro Jahr verunfallen von und intensiv Sport getrieben und sei nicht tief von den über zwei Millionen Personen, welche in der solidem sportlichem Charakter geprägt gewesen. Schweiz im Winter auf und neben den Pisten unDie Wahrheit ist, dass Churchill nicht nur sehr terwegs sind, rund 45 000 Skifahrer und 26 000 polysportiv aktiv, u. a. in Reiten, Schwimmen, Polo, Snowboarder (bfu 2009). sondern auch Fect-Champion an der Harrow School Die Skibindung zu optimieren war lange Zeit die 1888 während seiner College-Jahre war. Im BurenPräventionsmassnahme Nummer 1. Mit der neuen krieg auf der Flucht nach Ausbruch aus einem Skibauweise und der pickelharten Schnee-(oder Walter O. Frey

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Fränzi Aufdenblatten – wegen eines Skiunfalls im Januar 2010 musste sie auf die Olympischen Spiele in Vancouver verzichten. Dank optimaler Sportrehabilitation hat sie bereits im Winter 2010/11 den Anschluss an die Weltspitze wieder gefunden.

lität überprüft, sondern auch die andern Elemente der schon beinahe mittelalterlichen Rüstungen ähnlichen Schutzkleidung wie Rückenpanzer, Handgelenk-, Schienbeinschoner und Thoraxschutz (bfu 2009). Aber selbst bei so harmloser und eigentlich grundgesunder sportlicher Aktivität wie dem Langlaufen kommt es zu Todesfällen. Am 9. März 2010 am Engadin Skimarathon mit über 10 000 Teilnehmern verstarb ein 60-jähriger Langläufer an Herz-

besser: Eis-)Qualität der künstlich beschneiten Pistenanlagen ist das Tragen des Sturzhelmes nun zur wichtigen Präventionsmassnahme aufgestiegen. Auch die Seilbahntechnik mit immer höheren Personenbeförderungszahlen bei gleichen Pistenlängen hat zu einer Überbevölkerung der Skipisten und damit ähnlich dem Strassenverkehr zu vermehrten direkten Zusammenstössen zwischen Skifahrern geführt. Es wird daher in Analogie mit der Strasse in eigentlichen Crashtests nicht nur die HelmquaAbb 4

Die körperliche Aktivität inSchweizer der Die körperliche Aktivität in der Bevölkerung

Risikofaktoren für den Herztod Hoher Blutdruck Erhöhtes Cholesterin Fehlernährung Übergewicht Zuckerkrankheit Stress Rauchen Inaktivität

Schweizer Bevölkerung

Fit Bewegung

Fig. 1: Die körperliche Inaktivität ist einer der Risikofaktoren für den frühen Herztod. Durch Bewegung werden alle andern Risikofaktoren (ausser dem Rauchen) positiv beeinflusst. Durch diese • Schlüsselfunktion wird die Bewegung zum wichtigsten Baustein der Prävention unserer Gesellschaft.

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Sport ist Mord?

Inaktiv Aktiv

Fig. 2: Rund ein Drittel der Bevölkerung ist zu wenig aktiv, um gesund zu bleiben. Nur ein Drittel darf von sich selbst Rundlangfristig ein Drittel der Bevölkerung ist zuwenig aktiv um langfristig behaupten, fit zu sein. Die Selbstüberschätzung ist in der Regel gesund zu bleiben. Nur ein Drittel darf von sich selbst behaupten, fit recht hoch.

zu sein. Die Selbstüberschätzung ist in der Regel recht hoch.


kreislaufversagen. Dieser sogenannte plötzliche Herztod (englisch: sudden death) hat, obwohl selten auftretend, in den Medien in letzter Zeit eine hohe Publizität erhalten. In den USA, mit rund 10,7 Mio. Sport treibenden Amerikanern, liegt die jährliche Inzidenz bei 0,6 Todesfällen pro 100 000 Personen/ Jahr (Maron, Circulation, 2009). Dies allerdings verglichen mit einer normalen Sterblichkeitsrate pro 100 000 Einwohner von rund 900 Personen pro Jahr (Bundesamt für Statistik 2008). Hoch gerechnet sind also rund zwei bis drei dieser 900 Personen beim Sport (Unfall oder Herztod) verstorben. Im Vergleich zur Gesamtsterblichkeitsrate spielt somit Sport eine marginale Rolle. Von Sport ist Mord darf daher aufgrund der mit Zahlen erhärteten Fakten nicht gesprochen werden.

Nicht der Sport, sondern die körperliche Inaktivität bedeutet Tod Während sehr viel von den rund um den Sport jährlich verstorbenen 150 Schweizern publiziert wird, verschweigt man die über zehnmal höhere Todesrate bedingt durch das umgekehrte, nämlich die körperliche Inaktivität. Über 2000 Personen versterben in der Schweiz pro Jahr, weil sie zu wenig körperlich aktiv sind. Bei mehreren Tausend Toten pro Jahr muss man sogar von einer «Epidemie der Inaktivität» sprechen. Auch der volkswirtschaftliche Schaden dieser Epidemie ist enorm. Die Kosten der Inaktivität belaufen sich in der Schweiz auf über 1,6 Milliarden Franken pro Jahr. Abb 5

Die Epidemie der Inaktivität Wer bei guter Lebensqualität lange leben will, muss sich bewegen. Im Jahre 1953 berichtete Morris, dass die Schaffner in den Doppeldeckerbussen in London, welche pro Tag allein berufsbedingt über 600 Treppenstufen zu bewältigen hatten, ein nur halb so grosses Herzinfarktrisiko zeigten wie die Buschauffeure, welche rund 90 % ihrer Arbeitszeit sitzend verbrachten. Da mit körperlicher Aktivität keine grossen Pharma-Umsätze zustande gebracht werden, dauerte es bis Ende der 80er-Jahre, bis weitere grosse Studien in diesem Bereich publiziert wurden. Den Amerikanern Blair 1989 und Paffenberger 1994 gelang es, den für die Gesundheit notwendigen Anteil an Bewegung zu quantifizieren. Diese Zahlen gelten auch heute noch unverändert, werden aber allen Anstrengungen zum Trotz von einem immer geringeren Teil der Bevölkerung erreicht (Fig. 1). Wer gesund bleiben will, muss mindestens 1500 kcal/Woche durch körperliche Aktivität verbrennen. Das sind 30 Minuten tägliche Bewegung. Es besteht eine klare Dosis-Wirkungs-Korrelation: Mehr ist besser. So sollte eigentlich für wirklich Gesundheitsbewusste ein Verbrauch von 2500– 3500 kcal/Woche angestrebt werden. Dies entspräche dann 60–90 Minuten an täglicher Bewegung (brisk walking). Das gilt insbesondere für all diejenigen, welche ihr Körpergewicht konstant halten wollen (Fig. 3). Wir müssen aber nicht über eine Stunde pro Tag am Stück unterwegs sein. Es genügen sechs bis acht

Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Bewegung und Gesundheit

Bewegungsminuten pro Tag

kcal Verbrauch durch Bewegung pro Woche

30

1500

60–90

2500–3500

Effekt auf die Gesundheit

positiv sehr positiv evtl. Fitness

Körpergewicht bleibt konstant

nein ja

Fig. 3: Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen der täglichen aktiv bewegten Zeit, der Gesundheit und dem Körpergewicht. Als Bewegung gewertet werden kann zügiges Gehen von mindestens 10 Minuten Dauer. Wer gesund und schlank bleiben will, muss jeden Tag 60–90 Minuten marschieren.

Walter O. Frey

• Dosis-/ Wirkungsbeziehung zwischen Bewegung und Gesundheit

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Persönliche Ziele: Gesundheit und/oder Fitness

Körperliche Aktivität

Gesundheit

Sport

Fitness

Fig. 4: Es braucht körperliche Aktivität, um das Ziel Gesundheit zu erreichen. Wer fit werden oder bleiben will, muss sich intensiver betätigen und Sport treiben.

Mal 10–15 Minuten. Allerdings kommen wir mit den Slogans «Treppe statt Lift» etc. niemals auf die gewünschten 30–90 Minuten. Es braucht echte zusätzliche Aktivität, wie wir sie im Alltag nur ungenügend absolvieren. Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist zu wenig körperlich aktiv, um langfristig gesund zu bleiben (Fig. 2). Dabei sprechen wir bis jetzt aber nur von Gesundheit und nicht von Fitness. Wer fit sein will, muss ein regelmässiges Training und nicht nur tägliche Bewegung absolvieren (Fig. 4).

Das Sport-Paradoxon – ein Grundaxiom unseres Lebens Wollen wir länger und gesünder leben, müssen wir körperlich aktiv sein. Gleichzeitig aber setzen wir uns bei dieser Aktivität einem Risiko aus. Nicht nur besteht wie einführend gezeigt ein direktes Unfall-

Die drei Phasen des Trainings

risiko beim Sport, wir können unserem Körper auch durch das Überfordern Schaden zufügen, was im totalen Zusammenbruch und schliesslich im Tod enden kann. Diese einleitend erwähnte Ambivalenz des Sportes wird auch das «Sport-Paradoxon» genannt. Dahinter versteckt sich ein uns aus allen Lebensbereichen bestens bekanntes Axiom: «Es braucht Zerstörung, um Neues, Besseres zu erschaffen.» Das Auftreten einer Zerstörung beim Sporttreiben lässt sich am einfachsten am Beispiel des Muskelkaters zeigen. Die schmerzenden Muskeln ein bis drei Tage nach einer ungewohnten körperlichen Aktivität sind jedem bestens bekannt. Dahinter steckt aber nicht einfach ein etwas saurerer Muskel, sondern eine echte Läsion, Zerrung und damit Verletzung von Muskelfasern. Diese müssen im Rahmen eines komplexen regenerativen Prozesses wieder heilen. Die körperliche Belastung muss nicht beständig derart heftig sein, dass ganze Zellen dabei kaputt gehen. Eine gewisse «Schädigung», in der Trainingslehre «Reiz» genannt, muss aber gesetzt werden, damit der Körper mit einem regenerativen Aufbau antwortet. Ist der Trainingsreiz optimal gesetzt, kommt es zu einer überschiessenden Antwort, der sogenannten Superkompensation. Der Körper legt sich dabei eine Reserve zu, damit er bei einer nächsten Belastung besser gewappnet reagieren kann (Fig. 5). Dem Skifahrer ist dieses Phänomen aus den Bergen bestens bekannt. Die Lawine setzt Zerstörung in eine friedlich schöne Bergwelt. Danach im Sinne eines reperativen Aufbauprozesses werden die Hütten wieder aufgebaut, der Wald aufgeforstet

Folge der körperlichen Inaktivität

Superkompensation Belastung

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Belastung

Regeneration

Fig. 5: Beim Training kommt es in einer ersten Phase zu einer Belastung. Damit kann auch dem Körper Schaden zugeführt werden. Erst dananch kommt es zu einer Aufwärtsbewegung.

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Sport ist Mord?

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Ina

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Regeneration

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Fig. 6: Mit kleinen Zyklen von Bewegung/Regeneration halten wir unsere Gesundheit auf konstantem Niveau. Bei körperlicher Inaktivität würde es mit der Gesundheit kontinuierlich bergab gehen.


und die Lawinenverbauungen wieder hergestellt – die Regeneration. Damit das Ganze nun nicht wieder passiert, erhält die Gemeinde Subventionen aus Bern. Die Verbauungen können nun noch etwas grösser, breiter und höher gebaut werden – die Superkompensation. Es muss nun aber dauernder Unterhalt geleistet werden, sollen Wald und Verbauungswerke nicht vermodern. Genau wie beim Sport: sobald wir rasten, beginnt sich die Resultierende, unsere Fitness- und Gesundheitskurve, gegen unten zu neigen (Fig. 6). Es eröffnet eine neue philosophische Dimension, wenn wir uns bewusst werden, dass sich in den naturwissenschaftlichen Fakten der körperlichen Aktivität und den psychosozialen Elementen des Sportes ein Grundaxiom unseres Lebens reflektiert.

Alles fliesst und bleibt in Bewegung. Dies ist ein weiteres Grundaxiom unseres Lebens und das zentrale Element für unsere Gesundheit, für unsere körperliche und geistige Fitness. Der Mensch ist aber in seinem tiefsten Innern faul und bequem. Er sucht sich nun geschickt eine Argumentation, wel-

che ihm und seiner Umwelt selbstredend erklärt, warum gerade er nicht Sport treiben dürfe. Er würde sich dabei ja extremen, sogar tödlichen Gefahren aussetzen … Dem aus dem Zusammenhang gerissenen Zitat Churchills steht mittlerweile ein Bollwerk an wissenschaftlichen Fakten gegenüber. Die Forschungsresultate überzeugen. Allein, ob sie auch umgesetzt werden, ist fraglich. Trotz grösstem Aufwand an finanziellen Mitteln und mehr oder weniger originellen, landesweiten Bewegungskampagnen ist von einer Trendumkehr zu wieder vermehrter Bewegung nichts zu spüren. Die Menschheit wird von Jahr zu Jahr dicker und bewegungsfauler. Neue Bevölkerungsschichten wie Kinder und Jugendliche sowie neue Populationen aus den zunehmend motorisierten Schwellenländern sind in den letzten Jahren sogar noch dazugekommen. Die Trendumkehr wird der breiten Masse nicht gelingen. Aber das aufgeklärte, intelligente Individuum kann für sich und seine engste berufliche und private Umgebung die Weichen anders stellen. Der SAS bietet das ideale Umfeld, aus der trägen Masse auszubrechen.

Le sport : un mal ?

No Sports?

Le « sport » est un concept profondément ambivalent. Il y a dans le sport, et tout particulièrement dans le ski, la possibilité réelle de se blesser, ou même pire de se tuer. Et pourtant, le sport est la meilleure manière de prévenir une attaque cardiaque ou cérébrale. Comment dès lors protéger ma santé au mieux sans m’exposer trop aux dangers du sport ? On le sait désormais : celui qui veut rester sain n’a besoin « que » d’activité physique (non dangereuse) qui se définit aisément : au moins 30 minutes de marche rapide par jour. Celui qui veut par contre aller plus loin et acquérir une forme supérieure doit s’exposer au risque « sport ». Cet article en montre les faits et pose des limites pratiques : on découvre pourquoi et dans quelles conditions le sport peut nuire au corps jusqu’à en devenir mortel. Et, au contraire, on apprend la quantité juste d’activité physique qui nous est à tous indispensable.

“Sport” is a deeply ambivalent concept. In sports, and even more so in skiing, there is a high potential for injury or even death. However, participation in sports is also the most important protective factor against heart attack or stroke. So how do I best protect my health without at the same time excessively exposing myself to the dangers of sport? We now know that in order to stay healthy, we “only” need moderate (not dangerous) physical activity, easily defined as at least thirty minutes of brisk walking each day. Anyone who wants to do more than this and get really fit will be exposed to the risk factor “sport”. This article reveals the facts and sets practical limits: we learn why and when sports can cause serious (or even fatal) physical damage. Conversely, we get to know how much exercise really is essential for us all.

Panta rhei

Walter O. Frey

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PersĂśnlichkeiten und Werte PersonnalitĂŠs et valeurs Personalities and Values


Der SAS-Geist JoJo Stutzer SAS Zürich

Das ist der wohl untaugliche Versuch, den SAS-Geist in Zeilen zu bannen – so Erfolg versprechend, wie das Bild des Yetis einzufangen. Viele seiner Spuren sind schon im Schnee Tibets gesehen worden, aber niemand konnte sich seiner selber habhaft machen. Dasselbe gilt für den SAS-Geist – allgegenwärtig, viel beschworen, aber dennoch ungreifbar, wie ein flüchtiges Gas. Welche Gemeinsamkeiten treiben diesen Geist, der aus einem magischen «Topf von Individualisten» entweicht? In kecker SAS-Manier und eingedenk des Mutes vieler unserer Clubkollegen, die sich an unbezwingbare Gipfel gewagt haben, versuchen wir nun, den Olymp des SAS-Geistes zu erklimmen. Und wenn wir scheitern, gilt: «Failure teaches more than success!» Artikel 4.1 der SAS-Statuten beschreibt den Zweck des SAS. Nebst der Förderung und Organisation des Skisportes unter Studenten an Hochschulen soll mit «der Schaffung und Förderung von freundschaftlichen Beziehungen im Rahmen sportlicher Aktivitäten» dieser Zweck u.a. durch «die Pflege der Freundschaft …» erreicht werden (Artikel 4.2 f. der Statuten). Allein daraus aber nun den SAS-Geist herleiten zu wollen, würde die trockene Statutensprache wohl ziemlich überfordern! Aber vielleicht helfen uns die drei Buchstaben «SAS» weiter: Beginnen wir mit dem letzten: «S» für «Skiclub». Der SAS ist dem Skirennsport (alpin und nordisch) als Leistungssport verpflichtet, bei unseren Aktiven zweifelsohne der treibende Geist. Man kann dem SAS nicht einfach beitreten, sondern muss sich vielmehr als Kandidat mit einem entsprechenden sportlichen Leistungsausweis zur Aufnahme empfehlen. Bei den Alten Herren treibt dann später dieser Sportgeist allerdings oft sonderbare Blüten, wie dies Raoul Imseng so trefflich umschrieben hat: «Der Vorabend eines Rennens ist faustisch und komödiantisch zugleich. (…) Ein Kabarett erlahmender Artisten, in deren Seelen der einstmals aufgenommene Kampfgeist nicht zu verglühen scheint. Ihre Reflexe und ihre robusten Instinkte verdrängt die Vernunft, die, selber nach Luft ringend, den Verstand benebelt.» Der SAS152

Der SAS-Geist

Geist ist und bleibt aber sicher einmal ein sportlicher Geist, unbeachtlich des Alters! Das erste «S», nämlich «Schweizerischer», trägt gleichfalls zum SAS-Geist bei. Es gibt wohl nur wenige Sportclubs, die gesamtschweizerisch vertreten sind. Jeder Aktive des SAS ist damit schon frühzeitig mit der Pluralität unseres Landes auch sportlich vertraut. Es gibt keinen skisportlichen Röstigraben im SAS – im Gegenteil. Der SAS-Geist ist somit sicher auch ein (welt-)offener Geist. Bleibt das «A» im SAS, der wohl schwierigste Teil in dieser Beschreibung. Ist der SAS ein «besserer» Sportclub, weil er sich ausschliesslich aus Akademikern zusammensetzt? Wohl nicht. Der SAS ist nicht elitär, aber er ist dank seiner einheitlichen akademischen Ausrichtung zweifelsohne ein «anderer» Sportclub. Der SAS-Geist hat damit vielleicht auch einen leicht verschrobenen Teil – good old England and Sir Arnold Lunn lassen grüssen! Der SAS-Geist ist aber zugleich ein moderner Geist, weil der SAS neuen Entwicklungen immer offen gegenüberstand, ja diese Entwicklungen im alpinen Skirennsport selbst massgebend geprägt hat. Aber er ist damit kein modischer Zeitgeist, da er ja gleichzeitig Traditionen hochhält, was sich nur schon in seinem äusseren Auftritt – man denke an den SAS-Pullover – zeigt. Wie sind nun diese ersten Erkenntnisse mit


Auf der Suche nach dem SAS-Geist. Quelle: The Art of Skiing, Palazzo Editions Ltd

konkreten Inhalten zu füllen? Was ist der gemeinsame Nenner einiger mir spontan einfallenden «Höhepunkte» aus meinem SAS-Leben? Mit 30 Kilometer Langlauferfahrung im Jahr 1970 am 2. Engadiner Marathon teilzunehmen? An den SHM 1972 mit zitternden Knien am Nachtspringen in der Anlaufspur in Gstaad zu stehen? Mit Walter Amstutz am Seil das Grosse Wannenhorn herun-

terzufahren und nachher mit ihm in Interlaken Champagner zu trinken? Sir Arnold Lunn im Zunfthaus zum Schmiden die Geburtstagsansprache für Walter Amstutz halten zu hören? Mit Kurt Sieger und Guolf Gattiker am John Player᾽s Highland Pentathlon teilzunehmen und diese Idee nachher nach Grindelwald zu tragen und umzusetzen? Aus dem Loving Cup des Anglo-Swiss zu JoJo Stutzer

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Der wilde Haufen der SAS-Schneehasen. Quelle: The Art of Skiing, Palazzo Editions Ltd

trinken, beschützt von zwei Guards? Mit Ivan Wagner und Kurt Sieger auf dem Gipfel des Kilimandscharo zu stehen? Mit Karl Enzler und anderen SAS-Freunden im Mittelmeer zu segeln und zum Mittagessen auf Deck in der sportlichen Erinnerungskiste zu kramen? Der SAS somit als «Summe aller Spezialerinnerungen»? Diese komplett willkürliche Auswahl belegt, wie persönlich dieser Versuch gefärbt sein muss, den SAS-Geist konkret zu umschreiben. Ich komme deshalb nicht umhin – wohl etwas narzisstisch – kurz meinen Weg zum Sport zu beschreiben. Angefangen hat bei mir alles mit einem Buch – bezeichnenderweise geschrieben durch einen SASler: Paul Martin (SAS Lausanne), mit dem Titel «Im Banne des Sportes» (I. Auflage 1937). Paul Martin beschreibt darin seine Teilnahme an fünf Olympiaden als Mittelstreckenläufer, mit der Silbermedaille über 800 Meter im Jahr 1924 in Paris als Höhepunkt. Seine eindrückliche Sportkarriere 154

Der SAS-Geist

führte ihn, im Zusammenhang mit seinem Medizinstudium, auch nach Amerika, wo er im New York Athletic Club trainierte. Für mich war damit schon als Primarschüler klar, dass ich einmal etwas von den von Paul Martin so eindrücklich beschriebenen Gefühlen über Wettkampf und Kameradschaft miterleben wollte. Ich fand dies zuerst – und auch heute noch – im Rudern. Kurt Sieger und Peter Berweger, mit denen ich das Gymnasium durchlief, brachten mich dann zum SAS. Mit dem damals aufkommenden Langlauf und meiner Freude an diesem Ausdauersport fand ich, zwischen den Toren kein Star, immerhin das Wohlgefallen von Willy Bürgin und Charles Schneiter und wurde aufgenommen. Es folgten dann vergnügliche Jahre als Aktiver mit zahlreichen Höhepunkten, allerdings nicht so sehr auf der sportlichen Ebene, aber immer noch gut für eine muntere Geschichte in einer Stammtischrunde! 1982 verbrachte ich ein Berufsjahr in New York und konnte mir meinen


Jugendtraum verwirklichen, nämlich einmal wie Paul Martin über die Bretter der Hallenbahn im New York Athletic Club zu laufen. Ich tat dies mit Ehrfurcht und schien mit meinen Gedanken an Paul Martin und seine Erfolge gleichsam über diese Bretter zu schweben. So viel zu meinem persönlichen Weg zum Sport. Was soll nun dies alles zur Beschreibung des SAS-Geistes beitragen? Es soll primär den Leser einladen, sich selber zu fragen, was ihn zum Sport gebracht hat und was der Motor für sein Engagement im Wettkampfsport war. Eine Reise zu sich selbst. Wo hat alles angefangen? Was war der eigentliche «Treiber»? Was fasziniert ihn noch immer am SAS? Für einzelne von Euch waren das sicher hohe Ansprüche und Ziele, wie einmal Schweizer Meister zu werden oder ein berühmtes Event zu gewinnen. Für andere gelten aber auch bescheidenere, aber immer noch relevante Beweggründe. Alle diese individuellen Beweggründe, so verschieden auch immer, sind ein Teil des SAS-Geistes. Sie sind gleichsam dessen individuelle Würze. Das für alle massgebende Fundament für den SAS-Geist bleibt aber immer der Leistungssport. Auch der Sportler, der eher bescheidenere Ziele anstrebt, muss trainieren, muss etwas wollen und muss leiden, dass heisst in der Lage sein, sich selber zu fordern und sich selber gegenüber Härte zu zeigen. Das ist für mich das Element, welches uns alle verbindet. Auf dieser Basis wächst dann die Kameradschaft mit all ihren aus den drei Buchstaben «SAS» erwachsenden Schattierungen. Die Kameradschaft ist aber auch Konkurrenz. Einem seiner besten Kollegen ein Schnippchen zu schlagen ist ein

erstrebenswertes Ziel und die darauf folgende kollegiale «Analyse», durchaus angereichert mit einigen faulen Sprüchen, sind das Herz jeder guten Sportkameradschaft. Oft wird dann der SAS-Geist zum Geist aus der Flasche – eben dieses flüchtige, berauschende Gas! Wenn dann zum Kampf um 100stel-Sekunden aber noch längere, grössere gemeinsame Erlebnisse kommen wie zum Beispiel gemeinsame Bergtouren, ja sogar gemeinsame Expeditionen, dann entsteht für mich eine Kombination, die das Einzigartige an diesem SAS-Geist ausmacht. Auch auf diesen Touren und Expeditionen werden individuelle Leistungen gefordert, aber dies gemeinsam mit guten Kollegen zu tun, das stellt das grosse bindende Element dar, das in jedem von uns prägende Spuren hinterlässt und lebenslange Freundschaften erhält. Der SAS-Geist ist somit auch, ja wohl vor allem, ein Geist der Freundschaft, somit ein nachhaltiger Geist. Wie könnte man dies besser belegen als mit einem Zitat von Walter Amstutz im Zusammenhang mit dem Ableben von Hermann Gurtner, Mitgründer des SAS: «Wie wir durchs Leben ziehen, müssen wir Freundschaften schliessen – und hier hat mich der Club aufs Reichste beschert. Aus einem Freundeskreis ist der SAS entstanden, und ein Freundeskreis wird und muss er immer bleiben.» Für mich ist der SAS-Geist somit eine «potion magique», gemischt aus Leistung, Leidenschaft und Freundschaft, angereichert mit viel Humor und etwas Spleenigkeit. Wie bei unseren Freunden im kleinen gallischen Dorf verleiht dieser SAS-Zaubertrank viel Kraft und hält jung!

L’esprit SAS

The SAS Spirit

Voici une tentative bien inapte pour saisir l‘esprit SAS – entreprise aussi prometteuse que de capturer une photo du yéti. Ses traces ont été aperçues dans les neiges tibétaines, mais nul n’a réussi à poursuivre plus avant. Il en va de même pour l’esprit SAS – omniprésent, tant de fois mentionné et pourtant insaisissable comme une vapeur volatile. Quels dénominateurs communs créent l’esprit émanant de ce « chaudron magique » d’individualistes ? Hardiment à la manière du SAS, comme tant de courageux amis membres qui se sont hissés à des sommets indomptables, essayons de gravir l’Olympe de l’esprit SAS. Et si nous échouons, que cet échec nous apprenne plus qu’un succès !

This is a futile attempt to seize the SAS Spirit – as promising a venture as trying to provide a picture of the yeti. His traces have been sighted in the Tibetan snow, but no one has ever been able to take a snapshot of the yeti. The same could be said for the SAS Spirit – omnipresent, invoked on all occasions, yet as untouchable as a volatile gas. What commonalities produce this Spirit among all the individuals in the SAS “melting pot”? In brash SAS manner, and following upon the footsteps of so many of our members who have crested unreachable summits, let us try to climb the Olympus of the SAS Spirit. And should we fail, let’s remember that failure teaches more than success! JoJo Stutzer

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Hermann (Manz) Gurtner: Mitgründer und erster Präsident des SAS, 1893–1950 Niklaus Gurtner SAS Bern

Der Lauterbunner Hotelierssohn studierte in Bern, Neuenburg und München Nationalökonomie. Mit seinem Bruder Othmar, Hans Lauper und Hans Wendling unternahm er grosse Bergtouren. Geprägt durch seine Eindrücke aus München entstand die Idee eines akademischen Skiclubs unmittelbar vor Ausbruch des 1. Weltkrieges. Als dann nach den Kriegswirren zur Gründung geschritten wurde, stand der bereits erfahrene Geschäftsmann Pate und wurde zum ersten Präsidenten gewählt. Ein Militärunfall dämpfte seine alpinistischen Ambitionen. Umso mehr engagierte er sich als Mentor und Organisator im jungen SAS und wurde dank seinem Netzwerk und Multitalent zum erfolgreichen Touristiker und Verleger. Eine heimtückische Krankheit hat ihn allzu früh aus dem Leben gerissen. Sein Wirken als SAS-Mitgründer soll nicht in Vergessenheit geraten.

Schneehase sein ist hart. Unter schwierigsten Umständen muss die Art erhalten bleiben. Was, wie und wo wirklich geschieht, ist weniger wichtig, als dass die jungen Hasen lebensfähig sind. Ähnlich verhält es sich mit den Ideen zum alpinen Skilauf, zum Slalom und zur Abfahrt. Ausgeheckt von zwei Hasenpaaren im Umfeld von Mürren, dem SAS und den Engländern. Schwer zu ermitteln, welches Häslein zu welchem Wurf gehört. Auf der einen Seite die behänden Schweizer Studenten, die einen Berg nach dem andern mit Ski ersteigen und internationale Rennen mit Abfahrt und Slalom organisieren. Auf der anderen Seite die Briten, allen voran Arnold Lunn, dem es darum ging, den alpinen Skilauf zu erfinden. Als ganz grossen Coup, um die ganze Welt vom Sinn des alpinen Skilaufs zu überzeugen, organisierte Arnold Lunn im Frühjahr 1924 die ersten Besteigungen des Eigers mit Ski. Von der Station Eigergletscher aus erreichte er über den wild zerklüfteten Eigergletscher das Nördliche Eigerjoch und von da aus zu Fuss den Gipfel. Auf- und Abstieg dauerten 18 Stunden, und alles war eine arge Schinderei. Lunn ist des Lobes voll über tolle Abfahrten, gibt aber zu, in den Seraks an Leslie Stephen gedacht 156

Hermann Gurtner – erster Präsident des SAS

zu haben, dem zu früheren Zeiten bei einer Sommerbegehung eine Leiter bessere Dienste geleitet hatte als Ski. Die Tour war kein Paradebeispiel einer genussvollen Skitour. Sie wurde glorifiziert, aber auch kritisiert, besonders wegen der objektiven Gefahren. Eine Stunde nachdem die Seilschaft die Station Eigergletscher wieder erreicht hatte, löste sich vom Mönch eine gewaltige Lawine und deckte den Eigergletscher zu. Die Fahrt wird von Daniel Anker im Buch «Eiger, die vertikale Arena» anhand der Urtexte von Arnold Lunn ausführlich beschrieben. Sie ist an dieser Stelle erwähnenswert, weil zwei der drei Begleiter Lunns zukünftige Mitgründer des SAS waren, Walter Amstutz und Willy Richardet. Auf dem Eigerjoch sollen sie beschlossen haben, zusammen mit Manz Gurtner den SAS zu gründen. Der Vierte, Fritz Amacher aus Grindelwald, später erfolgreicher Bergführer, wird von Lunn als Träger und leicht herablassend als «Liftboy des Hotels Bear in Grindelwald» aufgeführt. Er durfte nie führen, war aber gut genug, auf vorgeschobenen Ski bäuchlings über labile Schneebrücken den Weg zu bahnen. Wie sich Arnold Lunn ihm gegenüber verhielt, zeigt, dass er noch Altlasten aus der Blütezeit des


Britischen Empirismus zu bewältigen hatte. Diesen stand aber ein trockener Humor gegenüber, mit dem er viele Freunde gewann.

Clubidee am Vorabend des 1. Weltkrieges Im Schneehasen von 1934 berichtet Manz, wie er im Wintersemester 1913/14 in München studierte und begeistert von den winterlichen Aktivitäten seiner deutschen Kommilitonen war. «Wie in den bayrischen Bergen die Münchner Studenten an stadtnahen Schanzen sich im Sprunglaufen übten, wie Männlein und Weiblein, notabene in langer Skihose, vom Kreuzeck abfuhren und wie trotz eifrigstem Faschingstreiben halb München auch im Februar in skibewehrten Harsthaufen dem Starnbergerbahnhof zuströmte, um in den kalten Wintermorgen hinauszuziehen. Der Bündner Capaul hatte das Abfahrtsrennen an den deutschen Meisterschaften gewonnen, ein Edler von der Planitz war 42 Meter vom Schanzentisch gesprungen, während

Norwegen den Langlauf für sich entschied. Wir Schweizer Studenten hatten entdeckt, dass unsere Abfahrtstechnik eine Disziplin wäre, die unseren Farben Erfolgsaussichten eröffnen könnte, und mit Bedauern dachten wir zurück an unsere schönen Schneeberge, wo unsere Berner Kommilitonen in mutziger Gemächlichkeit Touren fuhren.» Davon erzählte er seinen Kameraden begeistert beim Vorschieben der Ski über den Windharst an der Lötschenlücke und schreibt weiter: «Beim Rückblick in die Gletschermulde des Grossen Aletschfirns beobachteten wir die Mühen einiger skiungewohnten Kameraden, und die Idee einer Clubgründung zur Förderung des sportlichen Skifahrens unter Studenten war irgendwoher, vom Aletschhorn oder Gletscherhorn her, uns zugeweht worden.» Hans Wendling hatte schon beim Aufstieg entschieden: «So wei mer ne doch gründe!» Hinter dem «Stiegenfässler» beim Posthalter von Kippel ging die Diskussion weiter. Die Runde wunderte sich über die Unvernunft, ohne genügende Fahrkunst Gefahr

Das Kampfgericht der 3. Internationalen Universitäts-Skiwettkämpfe in Wengen. V.l.n.r.: Dr. H. Gurtner, Dr. O. Hug, Arnold Lunn, Dr. H. Hoek, Dr. Roesen, unbekannt. Foto: W. Amstutz

Niklaus Gurtner

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und Mühe einer Hochgebirgsfahrt auf sich zu nehmen. Bei Goppenstein streckte der verdatterte Bahnhofvorstand den Herren von Bern ein Extrablatt des Bund hin: Mord in Sarajevo! «Wir alle steckten bald darauf für lange Zeit im Bundestuch. Zwischendurch Hochschule und wiederum Grenzdienst. Uni – Grenzdienst – ein ständiger Wechsel bis zur Grippeerkrankung 1918. Ohne den fanatischen Studenten Princip könnten wir heute den zwanzigsten Geburtstag des SAS feiern.» Zehn Jahre später standen Walter Amstutz und Willy Richardet unter Zugzwang. Über sein Diktaphon hatte Arnold Lunn in alle Welt berichtet, sie hätten am 18. Mai 1924 auf dem Eigerjoch beschlossen, einen Schweizerischen Akademischen Skiclub zu gründen. Der Akt wurde im Herbst desselben Jahres zusammen mit Manz vollzogen, im Hinterlokal einer Beiz an der Aarbergergasse in Bern. Manz wurde erster Zentralpräsident. Erstes Stammlokal war das Restaurant Du Théatre in Bern, was zu späteren Verwechslungen und zu einer Schönung der Gründungsgeschichte geführt hatte. Allerdings nur im Bezug auf das Renommé des Gründungslokals. Manz, der erste SAS-Präsident

In seinem ersten Jahresbericht, im allerersten vervielfältigten Schneehasen vom 25. Dezember 1925, kann Manz die Wettkampfordnung des SAS präsentieren, die für die jährlichen Akademischen Skirennen der Schweiz angewendet wird. «Der Wettkampf gliedert sich in Abfahrt und Slalom. Die Abfahrt führt wenn möglich ohne Gegensteigung über schwieriges Gelände mit einer Höhendifferenz von ca. 600–1000 Metern. Der Slalom besteht aus: a. Slalom auf Hartschnee, b. Slalom auf Weichschnee. Beim Slalom ist durch Streckenmarkierung auf mässig bis stark geneigtem Hang der Fahrer zu Schwüngen verschiedensten Charakters zu zwingen. Bei der Übung im Weichschnee sind wenn möglich Hindernisse einzuschalten, die in Fahrt genommen werden können. Neben diesen offiziellen Wettkämpfen können auch Übungen im Sprunglauf, Flachlauf, Seilfahren usw. durchgeführt werden.» Die Wettkampfordnung ist an der Vorstandssitzung vom 31. Oktober 1925 beschlossen worden. Markige Unterredungen mit dem Schweizeri158

Hermann Gurtner – erster Präsident des SAS

Manz am Ende einer rassigen Abfahrt

schen Skiverband (SSV) gingen voraus. Man glaubte, die international ausgeschriebenen Studentenrennen würden in Konkurrenz zu eigenen Anlässen stehen. Manz ist es zusammen mit seinen Kameraden gelungen, die Wogen zu glätten. Im Schneehasen Nr. 2, erschienen am 8. Januar 1926, kann er die erfreuliche Mitteilung machen: «Schon seit Neujahr hat dieser zweite Schneehase die Löffel gestellt, doch zum Abhüpfen ist er erst heute gekommen, nachdem der Schweizerische Ski-Verband seinen landesväterlichen Segen erteilt hat. Seit dem 6. Januar 1926 sind wir Mitglied des schweizerischen Landesverbandes. Der SSV hat unsere Statuten und Wettkampfbestimmungen genehmigt.» Die Ausschreibung Alpiner Skirennen hatte sich schon vorher überstürzt. Arnold Lunn hatte Manz bereits im Winter 1923/24 gebeten, eine «gemischte Gruppe» zu organisieren, d.h. Akademiker und Nichtakademiker, die bereit wären, sich in Slalom und Abfahrt gegen eine gleich grosse Gruppe Briten


tralpräsident ab. Seine Erfahrung und sein Wissen, und wo es notwendig war auch seine Durchschlagskraft, blieben jedoch dem SAS erhalten. Er wurde Präsident der TK des SAS, eine Funktion, die er mit viel Geschick und Fachkenntnis ausübte. So steht es in der Laudatio zur Ehrenmitgliedschaft des SAS im Schneehasen von 1929. Anerkennend auch die Bemerkung: «Er selber einer der wägsten und forschesten Geländefahrer seiner Zeit, verstand es wie kein anderer, den jungen Club in die Bahnen zu leiten, die für ein Gedeihen Grundsatz waren.» Lehrbuben und ihre Meister

An den internationalen und nationalen Universitätsskimeisterschaften 1926 im Engadin: auf dem Sprung ins Gigantische.

zu messen. Bekanntlich hat der Anlass als AngloSwiss grosse Tradition erlangt, wobei sich seit dem Winter 1924/25 nur Akademiker gegenüberstehen. Der erste Wettkampf der schweizerischen Akademiker fand im Winter 1924/25 im Berner Oberland statt. Für das folgende Jahr hatte man sich entschlossen, internationale Universitäts-Skikämpfe in St. Moritz und nationale in Pontresina durchzuführen. Durch den Rutsch ins Engadin erhoffte sich Manz einen starken Zuzug aus München. Er erinnerte sich dabei an die begeisternden Erlebnisse. Dies war gleichzeitig der Rutsch ins Gigantische, der sich aus der ganzen Konstellation heraus ergab: der grenzenlose Ehrgeiz von Arnold Lunn und der kaum geringere der jungen SASler. Was noch wichtiger ist, die Erfindung eines neuen Sports, der explosionsartig die Welt erobern sollte, rechtfertigte es, den Zentralsitz des SAS von der gemächlichen Bundesstadt in die Weltmetropole Zürich zu verlegen. Oskar Hug löste Manz als Zen-

Die Familie Gurtner besass die Hotels Steinbock in Lauterbrunnen und Des Alpes in Mürren, samt Fuhrhalterei und Landwirtschaft. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges war der Steinbock wegen seiner Lage zuvorderst im Tal fast zwangsläufig Treffpunkt aller Touristen. Durch die Eröffnung der Bergbahnen verlor er diese Bedeutung, und die Sattel- und Wagenpferde wurden arbeitslos. Noch in die «Goldene Zeit» fielen die Jugendjahre von Manz (1893–1950) und Othmar (1895–1958). In ihrem Elternhaus gingen die Bergführer der beiden Lütschinentäler ein und aus. Ihr Vater sorgte dafür, dass diese seine Buben zu Bergsteigern erzogen. Alfred Gurtner war ein starker Mann im Tal, Grossrat und Guiden-Feldweibel. Er verlangte nicht nur korrekten Sitz im Sattel und einwandfreie Zügelhaltung, sondern auch Perfektion, Vor- und Umsicht im Gebirge. Einer der Lehrmeister war Fritz Steuri aus Grindelwald. Manz beschreibt in einem Schneehasen, wie dieser Othmärel ihn sowie den Lauterbrunner Pfarrer bei eingebrochener Nacht den Grossen Aletschfirn hinaufführte. Hunger und Durst waren gross, die Kälte grimmig. Die Egon von SteigerHütte war nur noch zwanzig Meter entfernt. Bald würde ein prasselndes Feuer alles wieder gut machen. Da liess sich Fritz vernehmen: «Pirschtla, mier miessen aseilen!» Dazu trägt Othmar im Herbst 1912 in sein Tourenbuch ein: «Wie nötig diese Vorsichtsmassregel gewesen war, zeigte sich sogleich. Kaum hatte Fritz einen Schritt getan, so sank er auch schon bis zu den Knien ein. Manz zog ihn am Seil zurück, und weiter oben ging es dann ausgezeichnet. Ich bückte mich über den Spaltenrand und sah hinab. Man sah keinen Boden. Jedenfalls hätte man da unten gute Nacht geboten. Dieses Niklaus Gurtner

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kurze Stück liess uns allen die linke Hand erstarren, die die Ski hielt. Doch in der Hütte gab sich die Sache von selbst wieder. Als ich am andern Morgen erwachte, hatte ich sechzehn Decken auf mir. Nach beendeter Hüttenarbeit banden wir die Ski wieder an und seilten uns an. Fritz erklärte uns die Art und Weise der Abfahrt am Seil. Der bessere Fahrer fuhr immer hinten. Der Pfarrer wäre gerne vorausgefahren, aber Fritz wollte mich, er sagte, ich sei der Jüngste und zu mir müsse er Sorge tragen, er wolle mich an seinem Seil haben. Ich war ihm sehr dankbar dafür. Er mir auch, denn er wusste, wie ich als sein Schüler skifahre. Wir zwei, Fritz und ich, hatten auch eine wunderschöne Abfahrt, während der Pfarrer Manzen in einem fort zu Boden riss. Auf dieser Fahrt lehrte mich Fritz viele Gletscherkenntnisse. Er zeigte mir, wie man Schneebrücken sondiert, wie man Gwächten am Spaltenrand abschlägt und so weiter. Wir hatten sehr viel Zeit zu solchen Studien, da Manz mit dem Pfarrer seine liebe Not hatte und sie viel länger brauchten zur Abfahrt. «Es gab kein Ausplampen durch gemächlichen Marsch nach Goppenstein, denn die Lötschbergbahn wurde erst ein Jahr später eröffnet. Über Burst und Inneres Faflertal wurde zum Petersgrat aufgestiegen, um schliesslich beim Schein der Laternen heim zu zotteln.» Ein anderer Lehrmeister war «Petschli» von Allmen aus Lauterbrunnen. Mit diesem durchstiegen sie den Mönchsnollen. Petschli zeigte während acht Stunden, wie man eine perfekte Treppe hackt.

Englische Freunde Zu Beginn des Ersten Weltkrieges erwarb der Vater von Arnold Lunn durch seine «Alpine Sports Ltd» das Des Alpes Mürren. Das Haus war durch Erbgang an Willhelm Gurtner, einen Onkel von Manz, übergegangen. Dessen Witwe verkaufte es, solche Transaktionen natürlich nicht gewohnt, gegen ein grosses Paket von Aktien und wenig Bargeld. Aus dem Des Alpes wurde das Palace. Es wurde mit britischen Fliegern belegt, die durch Austausch aus deutscher Kriegsgefangenschaft befreit worden waren. Manager der illustren Schar wurde Arnold Lunn. Zum Zeitvertreib begannen die Briten, zusammen mit den Einheimischen Ski zu laufen und Hochtouren zu machen. Es entstanden Seil- und Freundschaften, an denen auch Manz beteiligt war. Einen gewissen Captain Dowding führte er mit Ski über die Route Jungfraujoch–Lötschenlücke–Ebnefluh–Blatten–Petersgrat–Stechelberg. Sie wurden Freunde. Vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges leitete Manz das Sekretariat der Fabrikanten Technischer Lagersteine. In dieser Funktion hatte er vernommen, dass die britische Rüstungsindustrie dringend

Avis à mes amis (et amies) romands Si on peut pour une fois croire quelque chose, qu’on ait pu lire dans les journaux, ma vallée est un Eldorado pour toutes sortes de sauteurs. Pour commencer mon article, j’ai donc imité ces gens courageux, en écrivant en français. Malheureusement, je me trouvais très tôt en chute libre, sans parachute – mille excuses donc. Manz a eu avant la Première Guerre mondiale que quelques années pour faire de la montagne. Mais il en profita amplement pour faire les cimes de la région de la Jungfrau. En 1914, il a commencé son service actif comme caporal. Il finissait la guerre après 402 jours de service. Lieutenant maintenant et officier alpin dans l’ancienne Division 3. 160

Hermann Gurtner – erster Präsident des SAS

Mit dem Chrysler 70 Richtung Furka, zum Auto-Ski-Meeting.


einen Lieferanten für Uhrensteine suchte. Diese wurden zur Herstellung der Bordinstrumente der Spitfires benötigt, die 1938 in Serie gingen. Manz erinnerte sich an seinen Freund und flog sofort nach London. Beim Kriegsministerium musste man ihn enttäuschen. «We have no Captain Dowding!», sagte die nette Dame. Kurz später: «Could it be Sir Hugh Dowding? Air Chief Marshal he is now.» – Dieser empfing ihn sofort. Formlos und kameradschaftlich, als stünden sie nach fünfstündigem Steiss von Blatten her wieder auf dem Petersgrat. Der Deal war sofort perfekt, sollte aber noch heikel werden. Ende Oktober 1938 konnte Dowding eine erste Staffel mit neun Spitfires ausrüsten. Am 3. September 1939 wurden 306 an die RAF-Kampfverbände übergeben. Bis zum Produktionsende im Jahre 1949 waren in verschiedenen Versionen 20 000 Spitfires hergestellt worden, versehen mit technischem Potenzial aus der Schweiz.

Et la fin de l’affaire Après l’occupation de la France, l’expédition des pierres devenait compliquée. Manz les rendait à un

Prospekt des Auto-Ski-Meetings.

courrier de la RAF, qu’il rencontrait normalement à Genève. Reste à dire qu’un jour – vraisemblablement en 1943 – ma sœur était témoin de la scène suivante : A la maison, le téléphone sonne. Notre mère répond. Elle appelle notre père : « C’est le Bundeshaus. » Notre père le prend dans sa bibliothèque. Il ferme la porte. Après peu de temps, il sort et dit : « Maintenant c’est fini. » Vraiment la fin ? – En tout cas, après l’armistice, Manz à été invité à Londres pour fêter la victoire de la RAF.

The Roaring Twenties In bestem Mannesalter durchlebten Manz und Othmar die «roaring twenties». Und sie mischten mit. Gedanken an diese Zeit suggerieren noch heute, nebst einem Hauch von Coco Chanel, den Duft von Benzin, Äther und Rizinus. Was mit Pferden ging, musste auch mit PS gehen. Walter Amstutz frischt im Schneehasen von 1934 Erinnerungen an den ersten SAS-Freundeskreis auf: «An Wochenenden wurde vom Stamm inmitten der Stadt Bern zu rasendem Auto-Skijöring nach Grindelwald oder Lauterbrunnen gestartet. Chauffeure waren Pierre von Schumacher und Manz. Ehrenkodex: Durchschnittsgeschwindigkeit nicht unter 60 km/h, Auflage der Polizei: ‹Achtung Anhänger›.» Manz und Pierre von Schumacher bildeten eine nicht alltägliche Seilschaft. Sie fuhren beide einen Bignan Grand Sport, einen Sportwagen, der sowohl wegen seiner Fahrleistung wie der Anfälligkeit ausserordentlich war. Sie hatten deshalb vereinbart, sich gegenseitig abzuschleppen, wenn immer einer der beiden Wagen gerade fahrbar sein sollte. Ein Notruf erreichte Manz eines Tages aus der Gegend von Chamonix. Der Rückweg führte über die Forclaz. Von der Passhöhe bis nach Martigny waren zu jener Zeit auf eine Horizontaldistanz von viereinhalb Kilometer 40 Kurven, zum grossen Teil Haarnadeln, zu fahren. Die Höhendifferenz betrug 1030 Meter. In diesem enggesteckten Slalom fuhr Manz voraus, Pierre am Seil hintennach. Vom Col des Montets her näherte sich ein heftiges Gewitter. Sie nahmen sich deshalb nicht Zeit, an Fritz Steuris Anweisung vor der Egon von Steiger-Hütte zu denken: «Der Bessere fährt hinten». Manz mag sich gelegentlich im Sitz aufgebäumt haben, um nach Abkürzungen Ausschau zu halten, wusste aber schliesslich seinen Hang zur Falllinie zu zügeln. Niklaus Gurtner

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Trotzdem wurde es für Schumacher ungemütlich. Das Bodenbrett, auf dem sein Sitz befestigt war, hatte von der Handbremse her Feuer gefangen. Manz interpretierte das folgende Hupkonzert als Ausdruck höchster Lebensfreude und setzte noch zu. In einer 270-Grad-Kurve fiel sein Blick schliesslich auf die zurückgelegten Serpentinen. Über diesen hing ein langes Rauchband, ähnlich wie nach einer Darbietung der Patrouille Suisse. Dem Bignan folgte ein «Chrysler 70», Jahrgang 1926, ein Roadster mit Rumpleseat und breiten Trittbrettern. Diesen fiel bei der Durchführung der Schweizerischen Auto-Ski-Meetings am Rhonegletscher, welche Manz mit Dr. Edward Seiler organisierte, grosse Bedeutung zu. Die Anlässe waren eine Kombination von Sternfahrt mit dem Auto und weitgestecktem Slalom auf dem Gratschluchtgletscher, mit Ziel an der Furkastrasse. Organisatoren waren der Ski-Club Monte Rosa Zermatt-Gletsch, bestehend aus den SASlern Gebrüder Seiler und Manz, sowie die Sektion Wallis des ACS. An den illustren Konkurrenzen beteiligte sich die Elite der Skiläufer der Dreissigerjahre. Transportprobleme wurden wie gewohnt unkonventionell gelöst. Wer vom Slalomziel an den Start wollte, rief vom SOSTelefon Muttbach das Rennbüro im «Belvédère» an. Manz holte die Läufer mit dem Chrysler ab und führte sie auf die Furka-Passhöhe, von wo aus der Start durch einen Fussmarsch erreicht wurde; zwei,

drei im Rumpleseat, einer vorne und je drei auf den breiten Trittbrettern. Othmar liess die Motoren ebenfalls aufheulen. Als Kurdirektor von Wengen ersann er die legendär gewordene Jungfrau-Stafette.

Unfallfolgen 1924 stürzte Manz im Militärdienst vom Pferd. Er luxierte seine rechte Schulter. Die Verletzung wurde offenbar kaum behandelt, das Gelenk kugelte oftmals wieder aus. Auf lange, führerlose Touren im Hochgebirge musste er fortan verzichten und auch beim Skifahren aufpassen. Der Unfall ereignete sich beim Abverdienen des Hauptmanns in Luzern und kostete ihn den Grad. Als Subalternoffizier hat er sich offenbar in eigener Regie von der Schiesspflicht dispensiert, da ihn der Rückschlag schmerzte. Eine Ansammlung von Stempeln in seinem Dienstbüchlein zeugt von einem endlosen Gerangel mit der Militärdirektion: «Schiesspflicht dispensiert», «Schiesspflicht nicht erfüllt», «Schiesspflicht erfüllt», aber wieder gestrichen. «Besonderer Schiesskurs der 3. Division: 3 Tage.» Quintessenz: Ohne zum Hauptmann befördert worden zu sein, wird er schliesslich z.D. gestellt. Manz ist nicht im Geringsten verbittert. 1935 gibt er mit seinem ELMA-Verlag «Wehr und Waf-

Auszug aus der ersten Skitourenkarte GadmenBietschhorn von SAC und SSV (1922).

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Hermann Gurtner – erster Präsident des SAS


Sonniger Rast auf der Kleinen Scheidegg.

fen» heraus, «eine Schrift zur Vertiefung des Wehrgedankens». Als die traditionsreiche Berner Formation durch eine Armeereform aufgelöst wird, folgt ihr «Die 3. Division 1912–1937». Autoren beider Publikationen sind Kameraden, die militärische Karriere gemacht haben.

Vom Skiführer zum Hotelgurtner und Verleger Raoul Imseng glaubt, in Manz den urchigen Bergler zu sehen. Mag sein. Auch wenn er vieles andere auch war, beispielsweise begnadeter Violinist, konnte er unter eine Kuh liegen und sich in den Mund melken. Aber oftmals, welch ein Wunder, leckten andere die Milch. Zusammen mit Othmar hat er die zentralen Gipfel des Kartenblattes «Gadmen-Bietschhorn» 1:50 000 begangen, um die besten Skirouten zu erfahren. Er war Guide und Routenleger, Othmar führte das Protokoll. Die Skikarte mit rot eingetragenen Routen ist 1922 erschienen. Sie trägt den Aufdruck «Bearbeitet von O. Gurtner und A. Lunn, SAC und SSV». Manz ist nicht erwähnt. Ich vermute, dass er sich gar nicht darum kümmerte und sich auch nicht aufregte. Bestimmt hatte er längst neue Pferde gesattelt und war neuen Ideen nachgeritten. Aus Bescheidenheit war es nicht, denn Hermann

Gurtner ist ein sehr stolzer Mann gewesen. Ohne Weiteres hätte er jeden König angesprochen, hasste aber Angeberei und Schulterklopfen. Selbst Bluff durch Understatement hatte er nicht nötig. Vor allem seine wissenschaftlichen Arbeiten erfüllten ihn mit Genugtuung. Sein Hauptwerk war der 400-seitige Band «Die wirtschaftliche Bedeutung des schweizerischen Hotelgewerbe», den er im Auftrage des Schweizer Hotelier-Vereins auf die Landesausstellung 1939 hin veröffentlicht hat. Unzählige weitere Untersuchungen und Expertisen hatte er vorher und nachher gemacht. Zu seinen Auftraggebern gehörten der Bund, die Fremdenverkehrskantone, Banken und Tourismusorganisationen. Er war zu seiner Zeit unter dem Namen «Hotelgurtner» als der Experte schlechthin bekannt. Eine eindrucksvolle Skiroute, sie ist auf der erwähnten Skikarte nicht eingetragen, ist von Grindelwalder Bergführern erst später eröffnet worden. Sie führte vom Jungfraujoch über das Obere Mönchsjoch zu Punkt 3687, von wo zur Station Eismeer und anschliessend über den Grindelwalder Fiescherfirn, Zäsenberg und Unterer Grindelwaldgletscher in den Talboden von Grindelwald abgefahren wurde. Über diese Tour hat Manz mit seiner «Firma Swiss Film» 1947 einen Film gedreht. Akteure waren Hermann (Mändel) Steuri als Bergführer und Rosmarie Bleuer (später Gattin von Pierre Niklaus Gurtner

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Hirschy). Kamera und Regie führten E.O. Stauffer und Hans Brügger aus der bekannten MeiringerDynastie. Beide gehörten zu einer Bergfilmequipe der Schweizer Armee, welche von «Swiss Film» nach dem Ende des Aktivdienstes übernommen worden war. Manz stellte mit dieser Mannschaft auch einen Streifen über die Schneeräumung auf Passstrassen her. Dieser war im Einklang mit seiner jährlichen Publikationen «Auf Schweizer Alpenstrassen.» Beide Filme wurden damals von der Schweizerischen Verkehrszentrale übernommen. Sie wurden in den Kinos als Vorspann zu den Wochenschauen gespielt. Ein Skisonntag mit Manz Gurtner und seiner Familie

Rund 15 Minuten nach zehn Uhr Abfahrt «Im Mätteli» in Goldswil. Der Zug in GrindelwaldGrund fährt um 10.48. Um 10.45 Uhr Durchfahrt bei der Grundsäge. Hupkonzert, damit der Zug nicht abfährt. 10.50 Ankunft bei der Station. Der Zug ist noch da. Mit Hilfe aller Bähnler werden die Ski verladen. 10.54 sind wir alle im Abteil. 10.55: Zufrieden stellt der Vorstand fest: «Gurtners sin da. Mu cha fahren.» Im Zug sitzt mit jeder Garantie schon jemand, den Manz kennt und mit dem sich ein ausführliches Gespräch über die Weltpolitik ergibt. Dazwischen, beim Vorweisen des Kilometerabonnementes, ein kurzes Spässchen mit dem Kondukteur: «Vier mal acht ischt 24!» (zweimal 8 Coupons für die Eltern und zweimal 4 für meine Schwester und mich). 11.48: Die Verspätung ist aufgeholt, Ankunft auf der Kleinen Scheidegg. Gang ins Hotel «Bellevue», wo wir eine Tagessuppe und einen kleinen Lunch einnehmen. Draussen, es ist ein sonniger Tag, sorgt Johann Sebastian Bach von Gstaad mit seiner Harmonika für Stimmung. Mittlerweile hat sich aber Manz entfernt. Sein Freund Fritz von Almen hat ihn abgefangen: «Manz, i mues der niewis zeigen.» Er führt ihn in sein Büro und zieht die Türe hinter sich zu (die Söhne von Kaspar von Almen, die auch meine Freunde sind, berichten mir, dass in jenen Vorkriegs- und Kriegsjahren ihr Grossvater manchmal Grund dazu hatte). Für Manz ergibt sich eine Art Synergie, bevor diese erfunden war. Fritz von Almen war Nationalrat und sass im Vorstand der Schweizerischen Verkehrszentrale, mit der er bei seiner wissenschaftlichen Arbeiten oftmals zusammenarbeitete. 164

Hermann Gurtner – erster Präsident des SAS

Manz mit Ehefrau Hedi vor dem Familien-Mercedes.

Nach etwa einer Stunde taucht Manz wieder auf. Wir begeben uns zum Ausgangspunkt der Tschuggenabfahrt. Unterwegs spricht ihn Ernst Gertsch auf seinen GoldenK am Revers an. «Wieso heschd Du n’en nid?», kontert Manz und fügt im Hinblick auf die tobende Schlacht über England sofort bei: «Jetzen miessen mier sa traagen.» Nun schnallt er seine 230 cm langen Hickory-Ski von Attenhofer an. Sie haben die traditionelle Telemark-Form, d.h. sie sind bei der Bindung am schmälsten, unter der Schaufel am breitesten, weniger breit hinten. Durch leichtes Kantengeben kann er ohne Tempoverlust einen weiten Bogen fahren oder einen Schwung auslösen. Die Molitor- oder Kandaharskischuhe mit ganz gewöhnlicher Schnürung sind durch eine Alpina4-Bindung mit dem Ski verbunden. Deren Vorteile werden im Schneehasen Nr. 9 von 1935 in einem ganzseitigen Inserat aufgeführt. Zum Fahren können Diagonalzughaken ausgeschwenkt werden.


«Bei geöffnetem Federstrammer wird der Doppelriemen unter die Haken geschoben und der Strammer geschlossen.» Mit dunkelblauer Skihose, englischem Tweedveston, Krawatte und Poschettli tritt er hochgeschlossen und elegant die Fahrt an. Der Schuss zwischen der «Villa Maria» und dem Nebengebäude hindurch sind die einzigen hundert Meter, auf denen er Spuren folgt. Nun zeigt er, was die Engländer meinen, wenn sie sagen: «Who does the line?» Rund um den Imberg zieht er hoch am Hang eine Spur, die vollen Fahrgenuss bietet und mit der man bei Bustigeln hoch hinaus kommt und viel Gegensteigung erspart. Dann beschliesst er, gegen die Hohnegg aufzusteigen, um den etwas langweiligen Waldweg zu umfahren. Das Gelände kennt er bestens, denn hier hat er zusammen mit Arnold Lunn den Start zum ersten Anglo-Swiss-Abfahrtsrennen festgesetzt. Nach einer guten halben Stunde sind wir oben. Durch eine Lichtung und Holzerwege geht es hinab zum Bärhag. In gestreckter Fahrt, mit drei vier Schwüngen, kommt man zum Felliport, das nun Mac’s leap heisst, im Andenken an einen

gewaltigen Sturz von Macintosh beim Anglo-Swiss. Manz hält rechts und erstellt sich vor einem tief verschneiten Steilhang. Hier will er «polzegredi» hinunter. Das Problem ist, dass das Ganze in einem schmalen Brücklein endet, das zudem abgewinkelt zum Hang steht. Er schaut also genau hin, ob keine Holzerwerkzeuge herumliegen, inspiziert eine Wegböschung, die sich zum Auslösen einer raschen Richtungsänderung anbietet. Dann: Zack! Mit einem entschlossenen Blick, der John Wayne hätte alt erscheinen lassen. Beim Finish über die Güter von Itramen und Wärgistal wird die «line» nun im Wesentlichen durch die Haglücken bestimmt. Zurück im Grund genehmigt sich Manz ein Glas heisse Milch, mit einem Cognac und zwei Zuckerbrocken. Nun geht es wieder ins Auto und unzimperlich werden alle unterwegs aufgegabelten SASler hineingepfercht. Am ausgezogenen Tisch im Esszimmer in Goldswil serviert Mutter, welche den wilden Ritt aus grosser Distanz und mit vielen Umwegen mitverfolgt hat, einen Risotto.

Hermann (Manz) Gurtner : cofondateur et premier président du SAS 1893-1950

Hermann (Manz) Gurtner: Co-founder and First President of the SAS 1893–1950

Ce fils d’hôtelier de Lauterbrunnen étudia l’économie nationale à Berne, Neuchâtel et Munich. Avec son frère Othmar, ainsi qu’avec Hans Lauper et Hans Wendling, il entreprit d’importantes courses en haute montagne. C’est sous l’influence de ses expériences munichoises que l’idée d’un ski club académique germa peu avant le début de la Première Guerre mondiale. Après les remous de la guerre, lorsque la fondation fut achevée, l’homme d’affaires déjà expérimenté en fut l’inspiration et fut élu premier président. Un accident militaire mit un bémol à ses ambitions de haute montagne, mais il s’impliqua d’autant plus comme mentor et organisateur pour le jeune SAS. Grâce à son réseau et ses multiples talents, il eut beaucoup de succès dans l’édition et le tourisme. Une insidieuse maladie eut raison de lui trop tôt, mais ses activités en tant que cofondateur ne sauraient tomber dans l’oubli.

The son of a Lauterbrunnen hotelier studied National Economics in Bern, Neuchâtel and Munich. He was an avid mountain climber often accompanied by his brother Othmar, Hans Lauper and Hans Wendling. Influenced by his experience in Munich, he hatched the idea of an academic ski club just before World War I. When the club was founded after all the troubles of war, the experienced businessman stood sponsor and was elected as the first president. After a military accident put a damper on his mountain climbing activities, he became even more involved in the young SAS. Thanks to his network and many talents, he was very successful in publishing and tourism. An insidious illness took him all too early, but we shall not forget his role as a co-founder of the SAS.

Niklaus Gurtner

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Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug 1886–1968 Raoul Imseng Ehrenmitglied, Schriftleiter Der Schneehase 1975–1996, SAS Zürich

Life must always be somewhat of an adventure – the mysterious reaction of the personality on his environment. Ich habe diesen faustischen Aphorismus irgendwo gelesen, nicht in einer leicht frivolen Todesanzeige oder, noch düsterer, auf einem Grabstein. Dieser Sinnspruch könnte für Oskar Hug als einer der Sterne seiner Leitbilder hell mitgeflackert haben. Man muss nicht wissen, was es mit Hugs Zeitgenossen, dem nur zwei Jahre jüngeren Lawrence of Arabia, genau auf sich hatte, aber durch den Schleier des Nebels erkennen wir hier eine mythische Gestalt in der Wüste, dort nicht weniger legendär jene Oskar Hugs, allein kletternd auf einem Grat, im Winter einsam irgendwo im Gotthard Skispuren ziehend oder im Kaukasus seine russische Geliebte küssend. Der junge SAS, die Rebellen im damals noch massvollen Skirennbetrieb, nutzte Oskar Hugs Vitalität. Als zweiter Zentralpräsident, der in den ersten Schneehasen als visionärer Manitu sprach, trieb er an, beherzt und fordernd.

Die Bronceplastiken von Alberto Giacometti, die schreitenden Hominiden, sind in Ordnung. Man kann das so hochziehen oder formen, wenn man will. «L’Homme qui marche I» hat sehr lange Beine, plumpe Füsse oder Schuhe – man weiss nicht, ob er angezogen ist oder nackt, ein männlicher Akt. Die Arme sind affenartig lang. Der Mann sieht krank aus, aber er lebt ja nicht. Etwas grotesk wird es, wenn für dieses Spaghettifigur-Kunstwerk aus dem Jahr 1960/61 fünfzig Jahre nach seiner Geburt in einer Auktion in London 65 Millionen Pfund geboten und bezahlt worden sind. Unsere BanknotenKreateure waren gut beraten, diesen Homme samt Schöpfer in der Hunderternote zu würdigen. Doch dieser Marschierende hätte keinen Rucksack buckeln können. Auch nicht den Pickel schwingen. Das geht bei diesen Armen gar nicht. Statt Stufen in Firn oder Eis hätte er auf seine Knie geschlagen. Als Alberto Giacometti seinem Homme wohl in Paris das Schreiten beibrachte, stand Hug in Zürich in einer period of transition. Er rang mit dem Entschluss, seine erfolgreiche Praxis für orthopädische 166

Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug

Chirurgie, Orthopädie, Sportverletzungen und Neurochirurgie aufzugeben. Als Rotkreuz-Feldarzt im 1. Weltkrieg, u.a. an der serbischen Front, hatte er einen harten, aber lehrreichen Einstieg in medizinischem Laborieren an Fleisch und Knochen. Amputationen waren häufig, um Infektionen zu verhindern. Als sich eine Flecktyphus-Epidemie ausbreitete, erwischte es auch ihn, doch gelang ihm die Selbstheilung. Vor und nach diesem Feldeinsatz war er als Assistenzarzt tätig, und später bildete er sich weiter in spezialisierten Kliniken aus. Seine erste Praxis eröffnete er in Luzern, wenige Jahre danach jene in Zürich. Den Namen «Hug» kann ein SASler der Romandie nicht aussprechen. Seine Familie und gute Freunde nannten ihn «Oga». Da unaufhörlich mit neuen Ideen aufwartend, wäre «Oha» auch angemessen gewesen. Aber auch mit «Oga», noch weniger mit «Oha», kann sich ein Welscher richtig verständigen, ebenso wenig wie mit Ogi. Vielleicht geht es besser mit «Oski», für Oga in Freundeskreisen auch gebräuchlich.


Im SAS seit 7. September 1925 Es ist nicht sicher, welche mit als Der Schneehase betitelte Ausgabe die Nr. 1 ist. Vor mir liegt eine Nr. 1, datiert vom 15. Dezember 1925, Redaktion Dr. H. A. Gurtner. Robert Kessler sandte mir eine andere Nr. 1: Der Schneehase, Schriftleitung Walter Amstutz und die Jahre 1924 bis 1927 umfassend. Im Vorläufer Nr. 1 ist das Ur-Mitgliederverzeichnis wiedergegeben. Danach gab es bei der Gründung im November 1924 zwei Mitglieder, Gurtner, Präsident, und Amstutz, Sekretär, mein damaliger ultraprofessioneller Schriftleitung-Lehrmeister. Doch es gab einen dritten Mitgründer, Willy Richardet. Der Grund, weshalb in diesem ersten Verzeichnis schon nicht mehr enthalten, war ein Steinschlagtod an der Aiguille Blanche de Peuterey. Es hätte auch Walter Amstutz treffen können, denn er war Seilkamerad. Es wirkt deshalb etwas befremdlich, dass Richardet als prominenter SAS-Geburtshelfer im 1. gedruckten Jahrbuch nur knapp gewürdigt worden ist. Vielleicht ernannte dieses Trio bereits am Neujahrstag 1925 den legendären Arnold Lunn zum Ehrenmitglied, in dessen Obeliskschatten sich die Gründung vollzogen hatte. Am 11. Januar 1925 gab es einen ersten zaghaften Beitrittsschub: Anton

Oskar Hug, gemalt vom russischen Kunstmaler Beilin, der damals in Zürich ein Atelier führte. Raoul Imseng porträtiert ihn als den visionären Manitu des SAS.

V.l.n.r.: Guido Reuge, André Roch, Jakob Strickler, Oskar Hug, Jakob Kielland und Walter Amstutz.

Raoul Imseng

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Escher aus Brig, den ich als jovialen Sportkameraden sehr schätzte, Walter Jordi und Werner Salvisberg. Oskar Hug folgte in einem Pulk von sechs am 7. September 1925. Als er dem Club beitrat, war er bereits 41-jährig. Die Idee, den Alpin-Rennsport voranzutreiben, muss ihn, den Sportbegeisterten, für den Downhill-Speed sofort befeuert haben. Oskar war nicht der Mann des zweiten Glieds. Bereits 1927 wurde er Präsident der «Gruppe Zürich» und im gleichen Jahr nach Hermann Gurtner schon zweiter Zentralpräsident.

Skiclub Luzern, 1903 Schauen wir mal kurz zurück. Oskar Hug wurde 1886 in Kreuzlingen TG geboren, wo er aufwuchs. Es kann sein, dass er als Teenager nur schwierig zu bändigen war. Internate sind für diesen Fall eine gute Lösung. So kam Oskar nach Schwyz und schliesslich nach Luzern in die Obhut einer ledigen Tante. Dort fand er eine Gruppe Skibegeisterter, die auf den Mülimäs-Hängen am Pilatus ihre ersten Schwünge übten. Die gute Tante schenkte ihm Skilatten mit Ballata-Bindung und einen Stock. Damit war er für das Mitmachen ausgerüstet. Der aus der Initiative dieser Gruppe hervorgegangene 1903 gegründete Skiclub Luzern organisierte auf Rigi-Kaltbad im Winter 1906 einen achttägigen Skikurs unter Leitung der beiden Norweger PolyStudenten Leif Berg und Thorlauf Björnstad. Da sie in vielen aufkommenden Wintersportstationen als Meister eines neuen Sports gesucht wurden, ist denkbar, dass die beiden als Skiwandermissionare die Gunst der Zeit nutzten, um sich ihre Studien zu finanzieren. Der Skikurs auf der Rigi endete mit einer Konkurrenz, aus welcher Hug als Erster im Hindernislaufen – damalige Bezeichnung für einen Torlauf mit Telemark- und ChristianiaSchwüngen – und als Zweiter im Springen hervorging. Der Siegerpreis war ein Paar Hansen-Ski.

Scharfzüngige Sprache 1906 begann er sein Medizinstudium in Lausanne. Diese Universität oder vielleicht vor allem die medizinische Fakultät muss einen Europa umspannenden Ruf gehabt haben. Jedenfalls immatrikulierten sich dort u.a. auch elitäre Studentenschaften aus Russland. Hug schrieb in einer kurzen Autobiografie, im 1. Semester habe es neben 15 Studenten 168

Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug

aus der Schweiz über 100 russische gegeben, vorwiegend jüdische. Das Skilaufen ging für Oskar weiter. 1908 gewann er an den französischen Skimeisterschaften den Sprunglauf und wurde Zweiter im Langlauf. In Skirennen in den Pyrenäen siegte er in einem 28-km-Lauf mit 2000 Meter Steigung, und verfehlte den Sieg im Sprunglauf nur knapp. In den in der Mitte der 20er-Jahre aufkommenden alpinen Disziplinen ist er in den Ranglisten unseres Jahrbuchs kaum mehr anzutreffen. Sein Ressort war aber der Skilauf im Gebirge und dann die Szene der SAS-Literatur. Es gibt in den ersten Dezennien des SAS kaum Jahrbücher, in denen Oskar Hug nicht zu finden ist. Er schrieb neben seinen Jahresberichten mit Vorliebe über Neutouren, Erstbegehungen, wobei zunächst die Schneegipfel rund um den Gotthard ausgewählt wurden, da mit der neuen Bahn von Zürich aus gut erreichbar. Aber Hug ist auch der scharfe Beobachter im SAS, ja im Sportgeschehen überhaupt. Er berichtet, lobt, animiert, analysiert, durchleuchtet, kritisiert auch. Er stritt mit in der aufständischen, manchmal rebellischen Skirennsportpolitik des SAS. Er geisselte im Jahrbuch 1936 die lasche Haltung des Internationalen Olympischen Komitees, da in Berlin Sportler zugelassen worden waren, die die heute längst verlassenen Urgesetze der olympischen Idee verletzten. «Ich nenne es, wenn nicht gerade Kollektivbetrug, zum Mindesten rücksichtsloseste Unsportlichkeit gegen den in ehrlicher Individualform sich vorbereitenden Sportkameraden», schrieb er in scharfer Anklage. «Das ist vom IOC offiziell gebilligter und von ihm selbst durchgeführter Betrug am olympischen Grundgedanken.» Hug rügt in seiner Philippika das sich durch Kooptation ergänzende weltfremde hohe Komitee, welches gegen die brandende Kritik seiner Haltung versuchte, den Kopf mit dem Hinweis aus der Schlinge zu ziehen, es sei Sache der nationalen Verbände, über die olympische Grundidee des Amateurismus zu wachen. Weiter Hug: «Heute gilt bereits die Maxime Macchiavellis: Erlaubt ist alles, was nicht geahndet wird!» Das war ätzende Sprache aus einem kleinen Nachbarland des sich drohend aufblähenden Deutschlands und geschrieben erst noch in einem beachteten Sportjahrbuch.


Kurz nach einem Massenstart in einem Abfahrstlauf um 1925. Foto: Archiv W. Amstutz

Hug und sein Credo Wie schildern ihn seine Kameraden? Walter Amstutz, der anlässlich der Gedenkfeier für den verstorbenen Kameraden in der erhaben gelegen Kirche von Kilchberg, nach Kult und Brauch der Reformierten schlicht ausgestattet, eine Grabrede hielt, nennt sein Porträt profiliert, seine Wesenszüge eigenwillig. Wenn von der Kanzel herab an eine Trauergemeinde gewendet, werden Wort und Wertung besonders gewogen. «Das Fluidum, das von ihm ausstrahlte, vermittelt Persönlichkeit. Er war ein Mensch, dem man nicht alltäglich begegnet. Wenn es um einen Standpunkt ging, war er entweder dafür oder dagegen. Ambivalenz war nicht gerade sein Wesen. Das entsprach seinem polemischen Naturell.» Amstutz, 15 Jahre jünger als der Verstorbene, hielt weiter mit seiner Porträtzeichnung eines hoch Geehrten nicht zurück, indem er fortfuhr: «Seinem originellen Denken folgte sprühendes Feuerwerk. Das Temperament führte Oga auf eine kirgisische Urgrossmutter zurück. Diskussionen

waren immer stimulierend, seine Präsenz erfrischend. Es blies ein frischer Wind um ihn. Geistige und physische Vitalität waren bei ihm gleichermassen gepaart. Für eine Idee konnte er sich restlos begeistern.» Und dieser Idealismus sollte weiter gesät werden. Hier und dort liest man von langen Briefen und Memos, mit denen er den Clubkameraden alpinistischen und Club-Kodex beibringen wollte. Man nahm sie kollegial als «Steisserbriefe» zur Kenntnis. Aus einem Beitrag im 1934er-Jahrbuch Der Schneehase ist sein Credo nachzulesen. Er sah in einem Club einen Zusammenschluss von Eliten im Gegensatz zu einem Verein. Dort schliesst sich eine Gruppe von Gleichgesinnten zusammen, die sich als eine Art Korps mit leicht fanatischem Idealismus verstehen. Als Präsident des seine Mitglieder sorgfältig auswählenden Skiclubs Zürich 1901, heute noch standfest, begeistert und unverrückbar ein Männerclub wie eine Zürcher Zunft, verstieg er sich mit dem Antrag, Frauen aufzunehmen. Raoul Imseng

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Alpinist und Publizist Oskar Hug wurde ein herausragender Alpinist. Walter Amstutz würdigte ihn zum Anlass der Ernennung zum Ehrenmitglied des SAS und schrieb vor allem über dessen grosse Bergfahrten. Er nannte etwa 50 Neutouren und Erstbesteigungen unter 400 bis 500 bestiegenen Gipfeln. Es dürften über 700 gewesen sein. Aber Hug engagierte sich auch in Sportverbänden. Bereits als 20-Jähriger wurde er Mitglied des kurz zuvor gegründeten Akademischen Alpen Clubs Bern, nachdem er schon Jahre vorher in der Sektion Pilatus des SAC aktiv geworden war. Der Skiclub Zürich 1901 wurde bereits erwähnt. Dazu kam die Mitgliedschaft im NSKZ. 1930 wurde er in die exklusive Bergsteigergilde des Haute Montagne, Paris, und ungefähr um die gleiche Zeit in den Alpine Club und Alpine Ski Club, London, aufgenommen. Dazu kamen Ehrenmitgliedschaften, worunter jene des BUSC. Als der Schweizerische Alpenclub plante, den Hochgebirgsführer durch die Berner Alpen, Band IV Petersgrat-Finsteraarjoch-Unteres Studerjoch in 3. Auflage 1931 neu zu bearbeiten, übernahm Oskar Hug zusammen mit den renommierten Alpinisten

Maya Reinhart-Hug, Schweizer Meisterin im Eiskunstlauf aufeinanderfolgend 1945 bis 1950.

Lauper und Siegfried die Redaktion. Die Verantwortung für einen Unterabschnitt lag bei Samuel Brawand. In diesem Führer sollte erstmals die Routenwahl in Skizzen dargestellt werden. Der Mediziner Hug und der Ingenieur Simon nahmen

Federzeichnungen von Oskar Hug mit Routeneintragungen für den Berner Alpenführer des SAC. Archiv: Luzius Hug

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Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug


sich dieser anspruchsvollen Aufgabe an. Dies bedeutete das detaillierte alpinhistorische Studium von Berichten, die zeichnerische Darstellung der Gipfel und ihrer Grat- und Wandstrukturen und das genaue Eintragen der Routen. Das Sammeln früherer Erstrouten war eine Sisyphusarbeit, zumal bei Weitem nicht alles publiziert war. Aus Zuschriften im Ausdruck ungeübter Seilführer mussten die Durchgänge interpretiert und dann auf Skizzen übertragen werden. Und solche konnten nur gezeichnet werden, wenn sich die angepeilten Berge nicht gerade eine Nebelburka überzogen. Einige hier wiedergegebene Illustrationen zeigen eindringlich, auf was für eine zeitaufwendige Arbeit sich die Recherchenjäger eingelassen hatten. Hug arbeitete auch bei den Bänden III und V des Berner Alpenführers mit. Aber Dr. med. Hug ist auch in wissenschaftlichen Publikationen anzutreffen. Beispiele im Ar-

chiv von SASler Luzius Hug: Orthopädische Improvisationen für Kriegsverletzte, Pseudoarthrosen, sportärztliche Beobachtungen im Marathonlauf. Interessant sind weiter u.a. tiefschürfende kulturphilosophische Streifzüge durch die Geschichte der Körperkultur bis weit zurück in die Antike. Hier schimmert das Rassen-Gerassel der Nationalsozialisten durch, das in jener Zeit ganz Europa beschäftigte.

Familie Hug Gab es neben all diesen beruflichen, alpinistischen, skisportlichen, literarischen, wissenschaftlichen und Club- wie Verbandsaktivitäten auch noch eine Familie? Hug heiratete erst im Alter von 41 Jahren. Seine Auserwählte war eine Patientin, Margrit Übersax. Sie gebar 1926 Franz, 1928 Maja, 1932 Hansruedi und 1937 Luzius. Ausser Hansruedi sind

Federzeichnung der Tödi-Ostwand von Oskar Hug. Archiv: Luzius Hug

Raoul Imseng

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im SAS alle bekannt, zumal Maja SASler Anton Reinhart heiratete. Ihr Sohn Alex ist ebenfalls Mitglied des SAS wie auch Thomas, einer der Söhne von Franz. Maja war 1945 bis 1950 nacheinander Schweizer Meisterin im Eiskunstlauf und wirkte 1976 bis 1994 als Preisrichterin in internationalen Wettbewerben. Thomas Hug folgte seinem erfolgreichen Grossvater als orthopädischer Chirurg.

Casimir de Rham Auf Weiterungen dieses Porträts wollen wir hier nicht mehr eingehen. Wenden wir uns nun einer Geschichte zu, die mehr als solche Zeichnungen lebhaftes Beispiel seines Urgesteins ist. Ich schrieb diesen Text im Juni 2010. Genau vor hundert Jahren, im Juni des Jahres 1910, zogen zwei Lausanner Studenten und Abenteurer aus, um Landschaft, Volk und Berge im Kaukasus zu erkunden. Es waren dies Oskar Hug und Casimir de Rham, Oskar kurz vor Abschluss seines Medizinstudiums, Casimir werdender Bauingenieur. Beide hatten sich vier Jahre früher kennen und schätzen gelernt, und beide waren von der Bergsteigerei fasziniert. Sie wurden rasch zu einer renommierten Seilschaft. Wann immer möglich zogen sie in die Berge der Waadt, des Wallis und des Montblanc-Gebiets. Die Alpinliteratur enthält Berichte von zahlreichen Erstbegehungen und Gipfeln, die sie bestiegen.

Kaukasus Doch im Juni 2010 bestiegen sie in Genua ein Schiff. Gepäck war neben dem Notwendigsten nicht viel dabei: Konserven, Rauchwaren, für de Rham Pfeifentabak, Zigarren für Hug. Dazu kamen Pickel, Steigeisen, zwei 40-Meter-Bergseile, eine Merzbacher-Karte vom Kaukasus. Oskar Hug hielt in seinem Bericht in «Die Alpen» ausdrücklich fest: weder Mauerhaken und Hammer noch Abseilschlinge und Steigbügel. Darin kommt die Philosophie des klassischen Alpinismus zum Ausdruck. Es war die Zeit der durchbiegenden Nagelschuhe und schweren Hanfseile, es war das Bergsteigen der Pioniere zweiter bis dritter Generation. Sie suchten ihre Wege in einem no-law-Bereich, dort wo noch nichts geregelt ist. Es gab für die meisten Gipfel, die sie im Kaukasus suchten, keine Begehungsskizzen oder Erfahrungsberichte, geschweige denn so etwas wie 172

Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug

Hütten. Man las sich einen Grat oder eine Wand aus, ersann eine Route, stieg ein, kam durch, wurde abgedrängt, fand eine Umgehung, einen Ausweg, ein Band, eine Rinne, eine Verschneidung, erreichte den Gipfel oder wurde abgewiesen. Erhard Loretan, der nach Messner als Zweiter alle Achttausender erreicht hatte, schrieb einmal oder liess festhalten: «Bei allem, was ich im Himalaja unternahm, habe ich mich immer dem Gelände angepasst. Ich habe nie Dokumentationen konsultiert, Literatur gelesen oder Routenbeschreibungen studiert. Ich weiss, wo der Gipfel ist und wo der Ausgangspunkt. Von dort an ist es wie sonst im Leben: Ich improvisiere.»

Zwei Zelte, drei Schlafsäcke Aber zwei Zelte hatten unsere beiden Expediteure doch dabei und Schlafsäcke, jetzt aber mehr als zwei: nämlich drei! Denn sie waren in Begleitung eines, wie man damals noch freundlich sagen durfte, Fräuleins, einer Kommilitonin von Hug. Eine Russin aus Moskau, Freundin, u.a. auch Reiseführerin durch Russland, Dolmetscherin: Tatjana Nikitine. Sie war wohl eine Tochter aus gehobenen Kreisen in Moskau. Oskar Hug schrieb in einem Bericht zu seinem Bergsommer im Kaukasus, es sei sehr klug gewesen, die Tatjana dabei zu haben. Dank ihrem Drängen und Beharren habe sich die Reise in die Länge gezogen, bis Batum zweieinhalb Wochen. Denn immer wieder verliess die Gruppe für mehrere Tage den Dampfer und bummelte, strolchte oder schweifte in Hafenstädte hinaus. So in Neapel, in Piräus, Smyrna und Konstantinopel am Bosporus. In Odessa endete die Mittelmeerfahrt. Dort wurde nach einer lästigen Nacht in einem Grand Hotel auf einen Küstendampfer umgestiegen. Und hier lässt sich entdecken, wie sich diese Gesellschaft das Bett teilte. Casimir habe Oskar im Schlaf mit einem Geschrei aufgeweckt. Wanzenstiche trieben die beiden aus dem Bett und im Nachthemd auf den Korridor, wohin der Hoteldirektor angefordert wurde. Doch an dessen Stelle erschien aus einem Nebenzimmer ein Herr, der sich, ebenfalls im Nachthemd, als General vorstellte und die Geplagten mit dem Hinweis beruhigte, in Russland gebe es Flöhe nahezu überall. Darauf verschwanden die drei wieder in ihren Schlägen. Die Tatjana war nicht dabei. Der Hoteldirektor beklagte sich morgens, dass die Wanzen leider von Gästen eingeschleust


V.l.n.r.: Otto Furrer aus Zermatt, Weltmeister der alpinen Kombination 1932 in Cortina d’Ampezzo, Oskar Hug und Karl Weber, beide SAS Zürich.

werden. Das Flanieren und Erkunden ging weiter mit einer Autofahrt nach Yalta mit Villen und Palästen des Zaren, der Grossfürsten, des russischen Hochadels.

Kreishauptmann, Friedensrichter und Stammfürst Ich folge weiteren Sequenzen des mit grosser Poesie und Sachkenntnis verfassten Berichts von Oskar Hug. Bei einem Besuch eines Kreishauptmanns, geschildert als quicklebendiges Männchen in übergrosser Uniform, kam es zum Genuss bayrischer Knödel, gekocht von Frau Kreishauptmann, einer Bayerin, die sich auf die Unterhaltung in ihrer Landessprache freute. Doch nach den Knödeln begann das Bergerlebnis. Es wurden zwei Träger angeheuert. Mit ihnen überquerte das helvetisch-russische Trio zunächst einen 4000 Meter hohen Grenzkamm zwischen Grusinien und Swanetien mit erstmaliger grandioser Sicht auf die Pyramide des Tetnuld, vom Chronisten Hug als dem Walliser Weisshorn ähnlich beschrieben. Dieses Weisshorn war flankiert vom Fünftausender der Dschanga-Skara-Kette sowie dem zweigipfligen Uschba, doppelgipflig wie der Walliser Dom. Der Tag endete im Dorf Betscho.

Dort Trägerwechsel. Neu dabei war als Träger der Friedensrichter und der Armenier Abulop, beide als äusserst hilfsbereit und liebenswürdig gelobt. Abulop wurde als Zeltwache, Koch und Fourier eingesetzt. Doch zunächst musste dem Tal- oder Stammfürsten eine Aufwartung gemacht werden. Der Herr, Fürst Dadisch-Kiliani, residierte in einem von einem mächtigen Turm bewehrten Berghof. Dessen Entourage führte die Eidgenossen mit der Russin direkt ins Schlafzimmer des Häuptlings, der, wie hier geläufig, ohne Schutz und Orientierung durch eine komödiantische, ebenfalls in einer Art Nachthemd steckende Statur eines helvetischen Bundesweibels, neu auch Weibelin, im Bett lag. Die Wände waren mit Sex-Illustrationen aus dem Vorleben des Fürsten mit den üblichen Streifzügen in Paris geziert. Sein Französisch war klassisch und korrekt, aber sein Gesundheitszustand bedenklich. Hug vermutete Lepra.

Basislager und Biwaks Tags darauf stieg die inzwischen auf sieben angewachsene Kolonne (Tatjana, Oskar, Casimir, Friedensrichter, Abulof und zwei Träger) zu einem Basislager im Kwisch-Tal auf eine Höhe von Raoul Imseng

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2400 Metern. Nun starten die beiden Seilkameraden ihre Ausmärsche. Nachstehend verzichte ich auf eine Liste der Begehungen ausser dem Angriff auf den Elbrus und Uschba. Unser SASler Expeditions-Fan Hans Grimm weilt leider nicht mehr unter uns, und die SASler Bergkameraden rund um den bis über 8000 Meter erfahrenen Christoph Jezler, die den Elbrus mit Ski erreicht haben, kennen sich vielleicht aus. Für weitere Leser sind Namen unbekannter Gipfel eher eine Last. Hug sah dort auch etwa Ähnlichkeiten mit uns geläufigen Bergen und diese sind imposant: Aiguille Verte, MonteRosa-Überschreitung, Schreckhorn. Tatjana war nicht am Seil. Sie blieb im Lager, kochte auch, studierte ihr chirurgisches Lehrbuch und las Romane. Doch die Kelle schwang in erster Linie Abulof. Er wartete mit Spanferkel, Omeletten und sogar mit einer Bachforelle auf, die er nachts mit Fackel und Dreizack aus einem Bach gefischt hatte: Lagerleben im Kokon des Zelts und Schlafsacks, der Tatjana, des Kochs und des üppigen Reisegelds – Oskar zehrte von den 5000 Franken, die er von einer Tante aus Spanien geerbt hatte, und Casimirs Cash war nicht geringer. Weitere nun anspruchsvollere Begehungen und Überschreitungen erfolgten von Hochlagern aus ohne Zelt und Schlafsack. Unsere Explorer wechselten nun mehrmals das Basislager. Die Begleitmannschaft wurde entlassen. Dafür kam aber ein Pferd dazu, das der Friedensrichter beschafft hatte. Tatjana liess sich von diesem Gaul herumtragen. In einem Dorf kam es zu einem Festchen mit fröhlichen Ossetiern. Es war dort ein schottischer Dudelsackpfeifer eingetroffen, und die Jungfern brachten unseren Älplern ossetische Tänze bei. Casimir begann, wippend und mit empathischer, leicht brünftiger Stimme, das «Rince des vaches» vorzutragen, das die kräftigen ossetischen Bäuerinnen und Bergler wie andere in ihrer dunklen, in Mythen verlorenenen Romantik bald begeistert mitsummten. Der Abend endete mit einer leicht beduselten Standrede Hugs, deren Inhalt eher mit der Gestikulierkunst der Kommunikation unter Taubstummen als von der Sprache her verstanden wurde. Ob auch Abschiedsworte dabei waren, wissen wir nicht. Denn Tatjana verliess am nächsten Morgen unsere Freunde und eilte ihren Eltern, die in einem nahen Kurort gastierten, entgegen.

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Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug

Tatjana (Tina) Nikitine, russische Kommilitonin von Oskar Hug an der med. Fakultät in Lausanne und Reisebegleiterin in den Kaukasus.

Erstbegehungen Oskar und Casimir wandten sich wieder ihren Bergen zu. Wie Carl Egger in «Die Eroberung des Kaukasus», 1932, schrieb, begann dort die bergsteigerische Erforschung bereits 1868 u.a. durch Douglas W. Freshfield, dem späteren Präsidenten der Royal Geographical Society. Diese Glanzzeit endete ausgangs der 80er-Jahre, doch für Hug und de Rham warteten immer noch unerschlossene Routen. Egger nennt folgende Erstbegehungen: Dolra Tau, 3849 m, Nakra Tau, 4277 m, Maseri-Tau Ostgipfel, um 3900 m, Schcheldü NW-Gipfel, 4229 m, Tscharinda-Murkwebi, um 3300 m. Weiter kam es zur lange geplanten und erstmaligen Überschreitung des Elbrus, Ostgipfel mit 5533 m, und gleichentags Westgipfel mit 5623 m Höhe. Ihnen blieb vor allem die ausgedehnte Fernsicht in Erinnerung, die sogar bis zum 500 km entfernten Ararat in Armenien und dem Kleingebirge Georgiens gereicht haben soll. Das nächste Hauptziel war der Uschba, das «Matterhorn des Kaukasus», der von ungemütlichen Biwaks aus angegangen wurde.


Pferdehandel, Moskau, St. Petersburg, Rückschau

Oskar Hug und Casimir de Rham, 1910 im Kaukasus.

Doch schlechtes winterliches Wetter zwang sie 200 m unter dem Nordgipfel (ca. 4700 m, Erstbegehung 1888) zur Umkehr. Und der darauffolgend anvisierte Südgipfel, 4698 m (Erstbegehung durch Helbling, Reichert, Schulze, Schuster und Weber 1903) fiel einem Missgeschick bei einem vorgängig erreichten Viertausender zum Opfer. Im Abstieg hatte Oskar seine Kamera, die über Felswände entschwand, verloren. Die Berglust fiel schlagartig in sich zusammen. Hug beschrieb dies wie folgt: «Wir hatten ganz plötzlich, bei beiden in nahezu gleicher Stärke, vom Bergsteigen genug und sehnten uns nach Reisen im Tiefland. Ich habe mich schon damals gefragt, weshalb eine solche Stimmungsänderung zu diesem spontanen Entschluss führte. Der Vorfall mit der Kamera war lediglich nur ein ‹äusserer Stupf›. Ähnlich rasch erfolgende Planänderungen hatte ich auch schon in den Alpen erlebt, bewirkt durch ein unwiderstehliches Verlangen, von den erhabenen Höhen wieder ins prosaische Tiefland hinunterzusteigen, unabhängig von bestem Wetter und guter Kondition.»

Zurück nach dem Dorf Betscho. Kauf eines zweiten Pferds. Ritt und Marsch talwärts bis nach Tiflis. Verkauf der beiden Pferde mit Gewinn, denn bei der Übernahme waren die Tiere abgemagert und von den Sätteln abgeschürft. Nun standen sie wohl genährt und muskulös vor den feilschenden Tartaren oder Georgiern. Im damaligen Wolgograd trafen sie wieder auf Tatjana. Hugs Bericht schliesst mit Flussfahrten auf Vergnügungsdampfern, Moskau und St. Petersburg. Rückreise. Aufschlussreich ist seine nach bald 60 Jahren aufgeschriebene Rückschau. Obwohl die Kaukasusreise in seiner Erinnerung ein Höhepunkt seiner Bergerlebnisse war, schrieb er, aus alpinistischer Sicht lohne sich eine Fahrt zu den Bergen des Kaukasus nicht. «Diese Kette ist viel einfacher gebaut als die Alpen und entbehrt der grossen und zahlreichen Schönheiten unserer Berge. Es gibt keine Bergseen zu finden, noch weniger auch nur eine Spur von Wild. Eine Ausnahme dazu ist die Besteigung des Elbrus. Sie ist zwar leicht, schenkt aber eine so ausgedehnte Fernsicht wie auf keinem Gipfel der Alpen.» Und zur Berührung mit der russischen Gesellschaft fügte er bei: «Dass dieses Volk 1917 sich in Revolution in völliger Umschichtung der Lebensformen austobte, war wohl berechtigt und zeitgemäss. Schon meine Kaukasusreise und mehr noch ein kurz darauf folgender Winteraufenthalt in Moskau hatten mir klar die ‹Wurmstichigkeit› der höheren Volksschichten gezeigt. Dem konnte nur ein radikaler Abbruch helfen … Wir müssen von grossem Glück reden, dass wir Schweizer diese Entwicklung schon vor Jahrhunderten und auf leichtere Weise hinter uns gebracht haben.»

Krieg und Tragik, Georges de Rham Und was geschah mit Tatjana? Oga traf sie immer wieder in Moskau. Doch dort wollte er nicht sesshaft werden. Tatjana aber auch nicht in der Schweiz. Kurz vor dem 1. Weltkrieg wurde Hug auf seiner Rückreise über Berlin als vermeintlicher Spion verhaftet und drei Wochen ins Gefängnis geworfen. Der Krieg schnitt das Band durch, und die bitteren Jahre liess das Feuer ihrer Liebe verglühen. Es war hart genug, sich im dürren Gestrüpp des Kriegsalltags zurechtzufinden. Raoul Imseng

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Und Casimir de Rham? Nach seinem Diplom als Bauingenieur war er u.a. mit hydraulischen Arbeiten im Piemont befasst, zwei Jahre später mit Bodenuntersuchungen, Wassereindämmungen und Tunnelbau im Dauphiné. 1914 mobilisiert, wurde er nach 18 Dienstmonaten entlassen und kehrte nach Frankreich zurück. 1918 leitete er den Durchstich eines Tunnels, der das Wasser des Lac Bramant nutzbar machen sollte, ein See auf 2500 Metern Höhe im Massiv der Grandes Rousses in Savoyen. Als er am 3. September mit seinem Vorgesetzten in diesen Tunnel einstieg, wurden sie von Gasen erstickt. Eine seltsame Fügung wollte es, dass auch seine drei Brüder in den Bergen umkamen: alle drei in Lawinen, André 1900, Charles und David 1922. Sie waren Vettern des berühmten Alpinisten und Mathematikers Georges de Rham (1903–1990), u.a. Ehrendoktor der ETH Zürich (als Beispiel: direkte Südwand des Bietschhorns mit Alfred de Tissières), Mitglied des SAS Lausanne.

Oskar Hug starb im August 1968 in seinem auf dem Kilchberger Kamm gelegenen Haus, einem hohen Logenplatz über dem See und mit weiter Panoramasicht bis zu Säntis, Glärnisch, Tödi, Clariden. Es glich einer geräumigen Luxusberghütte, erreichbar über einem kurzen Fussweg. Seeseits hätte man fast einen Slalom ausstecken können. Dort lernte ich ihn bei Besuchen zu Luzi Hug kennen. Er pflegte, beim Esstisch auf einem breiten Sofa zu sitzen und debattierte eindringlich und lodernden Geistes. Ungemein vital, präsent, dominant bleibt er in meiner Erinnerung. Ich wusste damals nicht, dass er sich ebenso intensiv und stark an die Ergründung der letzten Fragen und Antworten wagte und 1966 seine von Grund auf selbst erarbeitete Philosophie in einem Buch publizierte. Einleitend schrieb er in seiner Vision, eine Klärung stehe vorerst noch aus, aber die Menschheit werde irgendwann eine erschöpfende Antwort finden.

Oskar Hug, pionnier de la montagne et du SAS, 1886-1968

Mountain and SAS Pioneer Oskar Hug 1886–1968

«Life must always be somewhat of an adventure – the mysterious reaction of the personality on his environment.» J’ai lu cet aphorisme faustien quelque part, non pas dans une nécrologie quelque peu frivole ou, encore plus lugubre, sur une pierre tombale. Cette maxime aurait pu être l‘un des principes fondamentaux autour duquel s‘articulait la vie d’Oskar Hug. Inutile de chercher à deviner ce qu’en pensait Lawrence d’Arabie, contemporain d’Oskar Hug de deux ans plus jeune que lui. A travers le voile du brouillard, nous reconnaissons une figure mythique dans le désert, là celle non moins légendaire d‘Oskar Hug gravissant seul une arête, dessinant des traces sur la neige au Gothard ou encore embrassant sa bien-aimée russe dans le Caucase. Le SAS, club de rebelles dans l’univers alors encore mesuré du ski de compétition, profita pleinement de la vitalité d’Oskar Hug. Second Président central, il s‘exprima en manitou visionnaire dans les premières annales du club. Hardi et exigeant, il donnait les impulsions.

“Life must always be somewhat of an adventure – the mysterious reaction of the personality on his environment.” I read this faustian aphorism somewhere, but not in a faintly light-hearted obituary, or, even gloomier, on a gravestone. This maxim could have been one of the guiding lights of Oskar Hug’s principles. You do not have to know all about Oskar Hug’s contemporary, Lawrence of Arabia, just two years his junior; through the veil of mist, we recognise here a mythical figure in the desert and over there, no less legendary, the figure of Oskar Hug, climbing alone on a ridge, making solitary tracks in the snow somewhere in the Gotthard region, or kissing his Russian mistress while with her in the Caucasus. The early SAS, a club of rebels at a time when competitive skiing was still very measured, thrived on Oskar Hug’s vitality. As its second Central President, who made a lot of noise with his far-sighted views in the early publications, Oskar Hug pushed on courageously and unrelentingly.

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Berg- und SAS-Pionier Oskar Hug


Rolle und Werte des Sports in unserer Gesellschaft Matthias Remund Direktor Bundesamt für Sport BASPO, SAS Bern

Vor ziemlich genau 100 Jahren gab es in der Schweiz erste Vorboten einer Sportförde­ rung; allerdings profitierten lange Zeit nur die Knaben (als künftige Soldaten) vom so­ genannten Vorunterricht. Mit der zunehmenden Motorisierung stieg die Bewegungs­ armut und sank die körperliche Leistungsbereitschaft in einem Mass, dass sich der Bundesrat ernsthaft um die Volksgesundheit zu sorgen begann. Es reifte die Erkenntnis, dass eine umfassendere Sportförderung Not tue. Seither ist nicht nur die Zahl der Sport­ treibenden stetig gestiegen; auch Wirkung und Nutzen des Sports wurden zunehmend erkannt. Sport ist nicht nur physische Aktivität, Sport beeinflusst die Bereiche Gesund­ heit, Bildung, Wirtschaft und Ethik in steigendem Masse. Der Bund hat deshalb grosses Interesse, diese Entwicklung mitzuprägen und den Sport in der Bevölkerung und an der Leistungsspitze – wenn auch subsidiär – weiter zu fördern.

«Alarmierende Haltungsschäden» Die Nachkriegszeit war geprägt von einem grossen wirtschaftlichen Aufschwung und einer damit einhergehenden kontinuierlichen Abnahme der körperlichen Alltagsaktivitäten. Die Botschaft des Bundesrats an die Bundesversammlung über die Förderung von Turnen und Sport vom 1. September 1971 sprach von einer ernsthaften Gefährdung der Volksgesundheit durch die damalige Lebensweise. «Bewegungsarmut und Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit sind bedrohliche Folgen von Motorisierung, Automation und Verstädterung.» Die zunehmenden Haltungs- und Kreislaufschäden seien alarmierend. «Es ist dringend geboten, dass Gegenkräfte mobilisiert werden.» Zusätzlich verlangten die veränderten Verhältnisse nach mehr Sport zur Schulung des Intellekts. Die Bedeutung der körperlichen und geistigen Widerstandskraft zur Landesverteidigung sollte mit «geeigneten Massnahmen» gefördert werden. Turnen und Sport sei auch eine wertvolle Möglichkeit zur sinnvollen Gestaltung der vermehrten Freizeit, die zur Verfügung stehe. Schliesslich erwarte die Öffentlichkeit, dass unser

Land Erfolge im internationalen Leistungssport erringt. Dabei würden die Vorbereitungen für das Bestehen im internationalen Wettbewerb an die Turn- und Sportverbände Anforderungen stellen, die sie nur bei angemessener Unterstützung erfüllen könnten. Nicht zuletzt erforderte die Gleichberechtigung, dass die Zurücksetzung der Sportausübung für Frauen formell aufgehoben wurde. Seither sind die Wirkung und der Nutzen des Sports kontinuierlich gestiegen. Der Bundesrat hat im Jahr 2000 ein sportpolitisches Konzept verabschiedet. Insbesondere sah er in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Leistung, Wirtschaft und Nachhaltigkeit Handlungsbedarf, was verschiedene neue oder vertiefte zusätzliche Sportförderungsmassnahmen zur Folge hatte.

Rolle und Wirkung des Sports in der heutigen Zeit Heute sind die positiven Wirkungen des Sports politisch anerkannt und wissenschaftlich nachgewiesen. Sport vermittelt Lebensfreude und trägt zur Matthias Remund

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Lebensqualität bei. Bewegung und Sport leisten wichtige Beiträge zur Gesundheit, ganzheitlichen Bildung, Entwicklung kognitiver Fähigkeiten, sozialen Kompetenz und Integration. Sportliches Leistungsvermögen und Bereitschaft zur Leistung sind nicht nur im Leistungssport, sondern auch im Alltag gefragte Qualitäten. Die Schweizer Bevölkerung betrachtet den Sport als wichtigen Lebensbereich. Der Sport ist primär auf privater Basis (Vereine, Verbände) organisiert. Die Sportvereine leisten damit einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen. Der Staat engagiert sich im Sport subsidiär. Die Bereitstellung von Strukturen und Angeboten für den Sport ist abgesehen vom obligatorischen Schulsport in erster Linie Aufgabe der Sportverbände und der einzelnen Sportvereine. Wenn die Privatinitiative nicht genügt oder das staatliche Engagement deutliche Effizienz- und Effektivitätsvorteile bringt, soll sich der Staat engagieren. Der Sport entfaltet über die eigentliche sportliche Aktivität hinaus mannigfaltige positive Wirkungen, auf die ich nachstehend kurz eingehen möchte.

Aktive Menschen sind gesünder Die positiven Effekte regelmässiger Sport- und Bewegungsaktivitäten auf die Gesundheit sind mehrfach belegt. Mehr als 60 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind körperlich ungenügend aktiv. Nach übereinstimmender Überzeugung wird vom Bundesamt für Gesundheit und Bundesamt für Sport BASPO empfohlen, sich täglich mindestens eine halbe Stunde zu bewegen, Kinder und Jugendliche deutlich mehr (mindestens 1 Stunde). Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen werden zunehmend Bewegungsmangel, motorische Defizite, Übergewicht bzw. Fettleibigkeit und damit eine verminderte Leistungsfähigkeit festgestellt. Die Folgen sind vermindertes Leistungsvermögen, erhöhte Unfallgefahr und zivilisationsbedingte Krankheitssymptome, die heute bereits im Jugendalter einsetzen. Neue Forschungsergebnisse belegen, dass regelmässige körperliche Aktivität sich positiv auf die psychische Befindlichkeit und die Denkleistung auswirkt (siehe dazu auch untenstehende Tabelle). Aktive Menschen fühlen sich körperlich und psychisch besser in Form, beanspruchen weniger ärztliche Leistungen und benötigen seltener oder kürzere Spitalaufenthalte. Entsprechend weisen sie weniger Absenzen bei der Arbeit auf.

Die Entwicklung der Sportaktivitäten in der Schweiz, 1978–2008 Anzahl Befragte: 10246. Die Angabe der Fallzahlen beruht immer auf den ungewichteten Daten. Die Prozentwerte beziehen sich auf die Schweizer Wohnbevölkerung im Alter von 15 bis 74 Jahren. Ein Prozent entspricht rund 57 000 Personen. Den Prozentwerten liegen die gewichteten Daten zugrunde.

100 % 90 % 80 % 70 % 60 % 50 %

«Wie viel Mal pro Woche treiben Sie Sport?»

40 % 30 %

nie

20 %

weniger als einmal pro Woche

10 %

etwa einmal pro Woche

0% 1978

mehrmals pro Woche 1984

1990

Observatorium Sport und Bewegung Schweiz c/o Lamprecht & Stamm Sozialforschung und Beratung AG Bundesamt für Sport BASPO

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Rolle und Werte des Sports

1994

2000

2008


Sport fördert den Bildungsprozess

Spitzensport als Schrittmacher

Die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Sport und Bewegung leisten wesentliche Beiträge an die physische, psychische, kognitive und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sport unterstützt die Entwicklung der Persönlichkeit und fördert die Ausbildung sozialer Kompetenzen. Sport vermittelt Werte wie Respekt, Toleranz und Fairness. Sportliche Aktivitäten können dazu beitragen, dass Fitness und Wohlbefinden, Selbstvertrauen und sozialer Rückhalt gestärkt werden. Sport ist daher unverzichtbares Element eines ganzheitlichen Erziehungs- und Bildungsprozesses.

Spitzensport ist ein wichtiger Motor der Sportentwicklung. Er beeinflusst als Motivator und Schrittmacher den Breitensport, ist internationale Präsentationsplattform nationaler Leistungsfähigkeit, nationaler Identitätsstifter und ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Spitzensport ist Wettkampf und Streben nach Höchstleistungen. Im Vordergrund stehen internationale Leistungsvergleiche in weltweit verbreiteten Sportarten. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg im Spitzensport ist eine gezielte Nachwuchsförderung. Ziel ist es, Athletinnen und Athleten an den internationalen Spitzensport heran und zum Erfolg zu führen. Dies verlangt eine koordinierte Zusammenarbeit der beteiligten Partner des öffentlichen und privaten Bereichs (Familie, Verbände, Clubs, Schulen, Sportanlagenbetreiber, Sportförderer u.a.m.). Es liegt im öffentlichen Interesse, diese Entwicklung zu steuern. So lässt sich erreichen, dass auf dem Weg zum Spitzensport grundlegende ethische Prinzipien beachtet und Synergien möglichst optimal genutzt werden. Die mit der Nachwuchsförderung einhergehende Sporterziehung wirkt sich zudem positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen aus. Darin liegt ein wichtiger gesellschaftlicher Nutzen. Wer sportliche Spitzenleistungen anstrebt, muss leistungsbereit sein und kann aus den Wettkampferfahrungen lernen. Eine Sportlerin oder ein Sportler lernt insbesondere, sich auf ein Ziel zu konzentrieren, ergebnisorientiert zu arbeiten und mit Niederlagen umzugehen, Erfahrungen, die unabhängig vom sportlichen Erfolg im späteren Leben von grossem Wert sind.

Sport trägt bei zur Kohäsion Sport veranschaulicht und vermittelt Werte wie Leistungsorientierung, Kooperationsbereitschaft und Fairplay und ermöglicht wichtige Erfahrungen für die Gemeinschaft und das Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Mit den zahlreichen Vereinen und Verbänden integriert der Sport mehr Menschen als jede andere Freiwilligenorganisation. Heute sind in der Schweiz 1,6 Millionen Menschen in 20 700 Sportvereinen sportlich aktiv. Rund 300 000 Personen arbeiten ehrenamtlich im sportlichen Vereinsumfeld. Diese unentgeltlich erbrachten Arbeitsleistungen entsprechen einem Gegenwert von 1,5 bis 2 Milliarden Franken pro Jahr. Auf der Grundlage des Milizprinzips leisten die Sportvereine so einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und zur Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen. Ehrenamtliches Engagement hat im schweizerischen Sport eine lange Tradition und ist die wichtigste Säule. Das Potenzial von Sport und Bewegung für die gesellschaftliche Entwicklung wird in jüngster Zeit zunehmend erkannt und genutzt. Sport ist ein wichtiger gesellschaftlicher Bereich, in dem Integrationsprozesse stattfinden und gefördert werden. Sport spricht eine eigene Sprache, ermöglicht unmittelbare Begegnungen und überwindet sprachliche, ethnische und kulturelle Differenzen. Als neutrale und populäre Plattform erreicht der Sport einen grossen Teil der Gesellschaft. Er bringt Menschen verschiedener Kulturen zusammen und regt den interkulturellen Dialog an.

8 Milliarden Franken Wertschöpfung Die Bedeutung des Sports als Wirtschaftsfaktor ist heute anerkannt. In der Schweiz erwirtschaftet der Sport jährlich eine Bruttowertschöpfung von knapp 8 Milliarden Franken und beschäftigt, gemessen in Vollzeitstellen, rund 80 000 Personen (Rütter+ Partner 2007). Dies entspricht rund 1,8 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). In einer ähnlichen Grössenordnung ist der BIP-Anteil der Nahrungsmittel-, Getränke- und Tabakindustrie (2 %) oder im Bereich der Land- und Forstwirtschaft (1,2 %). Die positiven volkswirtschaftlichen Effekte von Matthias Remund

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sportlichen Grossanlässen sind ebenso bekannt wie die negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Bewegungsmangels.

Faire Sportler sind Vorbilder Vom Sport gehen vielfältige positive gesellschaftliche Effekte aus. Sportlerinnen und Sportler haben eine Vorbildfunktion und können durch ihr Auftreten und die Werte, die sie verkörpern, eine er-

Arnold Kaech 1947–1957

hebliche Breitenwirkung erzielen. Um gesellschaftliche Wirkung zu entfalten, muss Sport glaubwürdig sein. Fairness, Sicherheit bei der Ausübung des Sports und die Einhaltung der sportlichen Regeln sind wesentliche Erfolgsfaktoren dafür. Sport ist jedoch auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Der Einhaltung ethischer Grundregeln im Sport kommt daher besondere Bedeutung zu. Dies zeigt sich in den Regelungen zur Bekämpfung negativer Erscheinungen wie Doping, Korruption

Kaspar Wolf 1968–1985

Matthias Remund ab 2005

Das Bundesamt für Sport BASPO und der SAS

180

Mehrere Mitglieder des Schweizerischen Akademischen

sowie Verwaltungstätigkeiten im Bereich Sport mit rund

Skiclub SAS haben an der Spitze der Schweizer Sportför-

400 Mitarbeitenden.

derung aktiv und innovativ mitgewirkt – und zwar als Di-

Zahlreiche Sportler, darunter viele Spitzensportler und

rektoren der 1944 gegründeten Eidgenössischen Turn- und

-sportlerinnen, geniessen am BASPO Unterstützung in

Sportschule (heute Bundesamt für Sport BASPO): Von

Leistungsdiagnostik, Sportmedizin, Rehabilitation, Sport-

1947 bis 1957 war dies Arnold Kaech, Ehrenmitglied, SAS

psychologie, Ernährungsberatung und vieles mehr. Dazu

Bern, († 1998), 1968–1985 Kaspar Wolf, Ehrenmitglied,

werden in Magglingen Ausbildungen zur Erlangung der

SAS Basel († 2007) und seit 2005 Matthias Remund, SAS

höchsten Trainerdiplome, Sportlehrerdiplome und Experten

Bern. Zudem amtet Walter Mengisen, SAS Bern, als Rektor

in den Bereichen Jugend und Erwachsenensport durchge-

der Eidgenössischen Hochschule für Sport EHSM, Magg-

führt. Forschungsprojekte in den Bereichen Sport und

lingen.

Gesundheit, Schulsport und Spitzensport runden die wis-

Das BASPO ist Kompetenzzentrum des Bundes in Sachen

senschaftlichen Tätigkeiten ab. Dazu ist das BASPO besorgt

Sport und vereinigt Ausbildung, Wissenschaft, Dienstleis-

für die Ausschüttung von Subventionen für Jugend und

tung und Sportförderung unter seinem Dach. Zum BASPO

Sport, Sportverbände, nationale Sportanlagen sowie inter-

gehören zwei Betriebsorte in Magglingen und Tenero, die

nationale Sportanlässe. Magglingen und Tenero beherber-

Eidgenössische Hochschule für Sport, die Sportförde-

gen jährlich rund 200 000 sport- und wissensbegeisterte

rungstätigkeiten (Jugend und Sport, Erwachsenensport)

Kursteilnehmende und Trainierende.

Rolle und Werte des Sports


oder gewalttätige Ausschreitungen anlässlich von Sportveranstaltungen. Ein Element stellt in diesem Zusammenhang die gemeinsam vom BASPO und dem Dachverband des Schweizer Sports, der Swiss Olympic Association (Swiss Olympic), erarbeitete Ethikcharta im Sport dar.

Sportgrossveranstaltungen in der Schweiz und Auftritte von international erfolgreichen Schweizer Athletinnen und Athleten finden weltweit Beachtung. Sie prägen das Image unseres Landes mit und

tragen unsere Werte in die Welt. Sie bieten die Chance, die Schweiz als moderne und attraktive Tourismusdestination und als modernen und attraktiven Wirtschaftsstandort zu präsentieren. Dieser Sachverhalt hat eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für das Standortmarketing. Was einst zaghaft begann mit der Leibesertüchtigung für Knaben, wird heute in allen Bevölkerungsschichten betrieben: Der Sport in der Schweiz ist zu einem bedeutenden Faktor in allen Bereichen unserer Gesellschaft geworden. Der Bund hat alles Interesse, diese Entwicklung weiterhin zu steuern und zu fördern.

Le sport et son encouragement, miroir de notre société

Sports and Sports Promotion as a Reflection of Society

Les premiers signes d’un encouragement du sport en Suisse se sont manifestés il y a 100 ans sous la forme d’une instruction préparatoire réservée aux futurs soldats. Pendant longtemps, donc, seuls les garçons ont pu bénéficier de cette formation. Avec la montée en puissance de la motorisation, la popu­ lation devint plus sédentaire et moins active physi­ quement, ce qui poussa le Conseil fédéral à se pencher sérieusement sur les problèmes de santé publique. Il prit notamment conscience de la néces­ sité d’encourager le sport de manière globale. Depuis, le nombre de sportifs est en constante augmentation. L’utilité et les vertus du sport sont de plus en plus reconnues. Le sport est plus qu’une simple pratique physique 181 : c’est aussi une acti­ vité qui a un impact toujours plus grand sur la santé, la formation, l’économie et l’éthique. La Confédé­ ration a donc tout intérêt à suivre cette évolution et à continuer à encourager le sport populaire et le sport d’élite, même à titre subsidiaire.

Almost exactly 100 years ago, the forerunners of sports promotion programmes first emerged in Switzerland. However, for a long time, only boys benefitted from the renowned preparatory training course (for the military). As society became increas­ ingly motorised, people exercised less and less, and the tendency to be less physically active became so extreme that the national government began to seriously worry about the health of its citizens. It came to the realisation that exercise and sports desperately needed to be promoted on a wider scale. Since then, the number of physically active Swiss has continually risen. Even the effects and benefits of sports are being increasingly recog­ nised. Sports are not merely physical activity. They have a growing influence in areas such as health, education, economy and ethics. That is why the Swiss federal government is interested in shaping these developments and continuing to promote sports, albeit indirectly, among the population and at the highest levels of competition.

Repräsentation der Schweiz

Matthias Remund

181


Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing Pål S.C. Troye President SAS Norge

It was the Norwegians who brought the technique of skiing to central Europe around 1900. At that time, “skiing” included mainly cross-country and jumping. However, enthusiasts in the Alps soon developed the special technique required for Alpine skiing. In the early 1920s, it was the Englishman, Arnold Lunn who shaped modern Alpine skiing competition, and assisted by Walter Amstutz, gained the acceptance of the FIS for Alpine events in 1930. In the early 1930s, alpine skiing was introduced to Norway by Norwegian ski jumpers who had been competing in central Europe. Several people deserve credit for pioneering the new disciplines in Norway, and our Honorary Member Rolf Lonnevig is undoubtedly one of them. In this article you will learn how alpine skiing came to Norway, and how the SAS and its members played a role in its development. Norwegians introduce skiing to central Europe Norwegians have been skiing for more than 4,000 years. During the 1800s Norwegians began to ski solely for the sake of pleasure and fun. The first competition rules were defined by “Centralforeningen” in 1866 and the further development was inspired by agile mountain farmers from Telemark like Sondre Norheim, and Fridtjof Nansen’s book about the crossing of Greenland in 1888. At the end of the century the Norwegians had developed skills and an international standing as the leading skiing country in the world, and several Norwegians traveled to central Europe where they taught the skiing technique to the French, Swiss, Austrians, Germans and Italians. Their performances inspired, and involved them in, the founding of the first ski clubs in the Alpine countries, like Ski Club Glarus in Switzerland and Ski Club Torino in Italy. However, it was all about ski jumping, and crosscountry skiing. The term “slalåm” was already known, being the name used in Telemark for a trail or a track (låm) in a gentle hillside or slope (sla). This, however, had little to do with modern Alpine skiing, as no gates and timing were used, but was more about awarding all-round skiing skills. 182

Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing

While the slalom technique developed rapidly in central Europe during the first decades of the new century, it was not on the agenda in Norway. It was not until a small group of Norwegians returned from their stays in central Europe around 1930, that Alpine skiing was “reintroduced” in Norway. Several of these Alpine enthusiasts were members of SAS (Swiss Academic Ski Club), and Sigmund Ruud and Jacob de Rytter Kielland were especially active. Despite tremendous effort and commitment the developement went slowly, and when World War II broke out, it was difficult to maintain an Alpine ski community. It was only after the war, when Rolf Lonnevig and another group of SAS members returned after studying in Switzerland, that Alpine skiing in Norway boosted. SAS has, in other words, played a large, though indirect, role in the development of Alpine skiing in Norway.

Alpine skiing develops into a competition form Alpine skiing in its modern form was developed by adventurous English tourists who traveled to Swit-


The Norwegians Kjeldsberg and Krefting inspired Christof Iselin to found the first Swiss ski club in Glarus in 1893. The photo shows the Norwegian students Anders Holte, Leif Berg and Thorleif Bjørnstad who were invited to Glarus by Iselin in 1904 and boosted ski interest in Glarus and Davos in 1904/05. Holte had been the champion of the “Grosses Skirennen der Schweiz” the year before with three long, standing jumps.

Harald and Trygve Smith (world record of 45 m in Davos 1909) inspired the Swiss skiing for many years and contributed to the foundation of Ski Club Torino (with Adolfo Kind, SAS member Camillo Kind’s grandfather).

zerland to conquer the Alps on ski at the beginning of the 1900s. Arnold Lunn of The Ski Club of Great Britain became the groundbreaking pioneer. He came from an adventurous community at the best private schools and the Universities of Oxford and Cambridge, from which Brits were coaxed into coming to Switzerland at the beginning of the century. His father᾽s travel agency played a role in this development and brought him to Switzerland, in particular to Wengen and Mürren, where railroads in the mountains had been built already around 1910. In Mürren, Lunn met hotelier’s son Walter Amstutz. They soon discovered that they shared a common passion for skiing. It was also in Mürren in 1922, that Lunn organised what many consider to have been the first modern slalom race with twopole gates and solely time measurement. In 1923 he published the first set of Alpine ski racing rules. In January 1924, he took the initiative to found the Kandahar Ski Club and three weeks after organised the first international competition in the Alpine combined, downhill and slalom. Later that year, Amstutz co-founded the ski club SAS. In the following years, Arnold Lunn with the Ski Club of Great Britain, assisted by Walter Amstutz, persistently worked for the recognition of Alpine skiing based on their competition rules. Their efforts were crowned with success at the FIS congress in Oslo in 1930.

The task had not been easy. Few of the leaders of the Nordic-controlled FIS were interested in, or had any knowledge of Alpine skiing, and those who had some, thought it unworthy as a competitive form, compared to Nordic skiing. However, The FIS approval of the Alpine competitions leading to the inclusion in the Olympic programme later on was no doubt an essential prerequisite for the develop-

Arnold Lunn wrote in Atlantic Magazine 1949: “Eric Horn, who was assigned the task of looking after me during the Holmenkollen meeting, was a very fine straight runner, and having failed to impress me by the comparatively gentle downhill sections of the Holmenkollen race, dived down one of the few steep slopes in the Holmenkollen woods and just failed to stop without falling before a clump of bushes. I avoided a fall by a few cautious S turns. This was the first time, Horn told me when we met again in 1946, that he had seen four continuous downhill turns. ‘Your father,’ he explained to my son Peter, ‘did some slalom turns which were more economical’ – that is, economical of falls, a delightful phrase which I must remember now that I have reached the ‘economical’ phase of an aging skier’s career. This demonstration of ‘economy’ and some copies of the Year-Book of the Ski Club of Great Britain transformed Eric Horn into an ardent pioneer of Alpine skiing.”

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ment of the Alpine ski sport. Without the “Wettkampf” rules, which defined the form of the competition, this would not have been possible.

Norwegian jumpers bring Alpine skiing back to Norway After the turn of the century, Norwegians continued to travel to central Europe to teach skiing and participate in competitions. In his book “The Kandahar Story”, Lunn wrote that it was Eric Horn, Einar Bergsland and Jacob de Rytter Kielland (SAS) who created the “new school” of Norwegian skiing. Their only challenge was, according to Lunn, to convince the Norwegians that they still had something to learn ... Einar Bergsland (later FIS Secretary General) writes in his book “Skiing” in 1946: “It is our ski jumpers who can take main credit for the reintroduction of slalom in the years 1930–33, first and foremost represented by Sigmund Ruud, Emil Petersen, Dagfinn Carlsen, Henning Tønsberg, Tunold Hansen and Jacob de Rytter Kielland. They promoted the new sport, each in their own personal way, at first without receiving much recognition.”

The book “L’enchantement du ski”, which Emil Petersen gave out together with Arnold Lunn and Alfred Couttet in 1930.

Ruud, Tønsberg and Hansen were part of the ski jumping community at Kongsberg which produced the world’s best ski jumpers at the time. Sigmund Guttormsen, who became member of the SAS in the 1920s, was also part of this environment. Tunold Hansen had lived several years in the Czech Republic and was Czech champion several times. Sigmund Ruud and Jacob de Rytter Kielland, both SAS members, played a significant role in the development of

Sigmund Ruud (SAS member since 1929) in St Anton 1931 (left) and in Holmenkollen 1930. One source suggests that he uses the same pair of skis! Photos: Norsk Bergverksmuseum, Kongsberg

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the Alpine ski sport in Norway in the 1930s, both as athletes, inspirers and in organisational tasks. Emil Petersen (born 1901) was based in France and published a book together with Arnold Lunn (!) and Alfred Couttet in 1930 (“L’enchantement du ski”) and two more in 1934 and 1935, the latter about Alpine skiing technique. It is likely that he inspired Tomm Murstad to engage in ski instruction in Norway. Tomm had met Hannes Schneider, an Austrian expert on slalom techniques (founder of the “Arlberg technique”, who had originally learnt turning techniques by the Norwegian Jacob Schappel Jacobsen in 1910), in Grenoble already as a 17-year-old in 1932, and was certified as ski instructor in 1934-35 by Dagfinn Carlsen, who had taken the initiative to authorization of ski instructors in Norway. Murstad is considered a legend in the field – particularly known for his ski schools for children and the training of thousands of children. It was him, Bergsland and Hans Troye (author’s grandfather) who organised the first modern Alpine ski competition for children in the 1930s. Jacob de Rytter Kielland studied in Zurich in the 1920s. As a brilliant jumper, he came early in contact with SAS and became a member in 1928. His parents had a property by Kongsberg, where he had jumped together with the Ruud brothers (three of them later world champions) when growing up. The oldest of the brothers, Sigmund Ruud, won the world championship on the large hill at Zakopane 1929, and became a SAS member the same year, probably introduced by his friends Jacob de Rytter Kielland and Sigmund Guttormsen.

Jacob de Rytter Kielland (SAS) at Holmenkollen 1938, the year he took over as Secretary General of FIS, a position he held until Einar Bergsland took over in 1949.

Tomm Murstad, the style icon that did a somersault in Madison Square Garden in New York on artificial snow! More important he started the first Alpine ski schools, where he became famous for focusing on the children. Known as “Uncle Tomm” he educated thousands of children on skis, following his slogan “Give children the chance!”

Jacob de Rytter Kielland (SAS member 1928) as Swiss Academic Ski Champion 1931.

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Jacob was the one who took his friend Bjarne Nilssen (a Munich student who’s father had become the first German ski champion in 1900) to Mürren for the SAS student championships in 1929. Here they experienced the latest development within slalom competitions, knowledge they brought back to Norway. Later that winter, Bjarne was given the task of setting the course in the first official slalom race in Norway at Rjukan. When the first downhill race in Norway was held in 1934, the Galdhøpiggrennet, it was Jacob who set the course. He arrived a day ahead of the others to inspect and suggest the course. Jacob was also one of the leaders of the national team for the Alpine skiers to the Olympics in 1936 and Secretary General of the FIS from 1938 to 1949, when Einar Bergsland took over.

The interest in Alpine skiing in Norway started in a relatively small group in Oslo in hillside of Holmenkollen. Most stations on the Holmenkollen tram-line

have had an international skier living close to it. An example is “Voksenlia”, where Nils Dybwad lived. He was an active organiser and chairman of Skiforeningen (The Association for the Promotion of Skiing, founded 1883) before and after the war. Skiforeningen was, even more so than today, an important organisation in Norway. Besides organising the Holmenkollen Ski Races, the organisation has also been influential in a number of areas within the sport of skiing. Nils Dybwad’s daughter Johanne (“Hannemor”, born 1918) was a brilliant skier and participated in the first Olympic Winter Games in Alpine skiing in Garmisch in 1936 at 17! She went to school with Rolf Lonnevig and definitely inspired him to start Alpine skiing. Hannemor says about her upbringing and interest for skiing: “In the late 1920s, there was very little traffic, so we skied to school alongside the road. After school we took the tram straight up to the top and went skiing into the woods. We only had one pair of skis each, but we jumped in the ski jumps and skied downhill in between the trees and down the ski slopes.” Hannemor Dybwad’s further stories show how small the first Alpine ski communitiy in Norway was.

Marius Eriksen Jr. top international skier, spitfire pilot, and, and … here wearing the sweater named after him, designed by his mother; Norway's most popular knitting pattern, still today.

Younger brother Stein Eriksen at the Olympic Games in Oslo 1952, where he won a gold and a silver medal ... and drinking Swiss Ovomaltine!

Rolf Lonnevig and his contemporaries are inspired

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“The Eriksen family lived near Holmenkollen. Marius Eriksen had a renowned sporting goods store in Oslo and was a close family friend of Willy Bogner from Germany. Erikson was the first in Norway to sell special slalom skis in the famous shop in Oslo in 1934. His wife, Bitten, contributed a great deal to the development of the Alpine skiing in Norway in the following years and their sons, Stein and Marius, were both among the world’s best slalom skiers. The so-called “Marius-sweater” – the ski sweater of all Norwegians – is named after Marius Jr., who was four years younger than me.” Hannemor also knew the earlier mentioned Dagfinn Carlsen (born 1898), who lived at Besserud. As a ski jumper he had won competitions in Switzerland, Germany and Austria, was on the board of Österreichischer Winter Sport Club 1926–28 and was a member of Skiclub Engelberg. Dagfinn took the initiative for the authorising of ski instructors in 1934 and composed the first Norwegian Alpine ski rules in 1930 (together with Sigmund Ruud [SAS] and Nicolai Ramm Østgaard, President of FIS from 1934). Erik Horn, mentioned by Lunn as one of the pioneers, lived just down the road from Hannemor.

Birger Ruud was so famous as a jumper that few people know that he was a pioneer of Alpine skiing. The pictures show him winning the first Olympic downhil race in Garmisch in 1936. Later in the games he also won the jumping competition. Photos: Norsk Bergverksmuseum, Kongsberg

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Hannemor Dybwad with two prizes, probably at the time when she went to school with Rolf, and inspired him to try Alpine skiing.

Arild Schlytter: The engineer from the ETH Zurich and SAS member who designed and built the first ski lift in Scandinavia at Tryvann. Arild also organised numerous Alpine ski races in Norway after the war.

Hannemor’s team leaders in the Garmisch Olympics were Jacob de Rytter Kielland (SAS) and Jacob Vaage. Vaage was Hannemor’s and Rolf Lonnevig’s teacher at Ris school and beside his job a driving force and organiser. Jacob de Rytter Kielland sat on several committees, and Hannemor says that the SAS member was liked very much. She remembers well when he came home after studying in Switzerland: “Kielland was a very handsome man and made a big impression with his SAS sweater with stripes on the sleeves. Everyone admired him and his sweater! Our team-mate and legendary jumper Birger Ruud (brother of Sigmund, already world champion in 1932) had lived in Germany and was already a star there. He won the first Olympic downhill race and later the skijump. My friend Laila Schou Nilsen was my age and not so famous (yet), but she managed to win a bronze medal in the Alpine combination. The two of us were too young to participate in the following World Championship (different rules) and had to go home after the games, but Laila was back at the Olympics in St Moritz in 1948.” Hannemor Dybwad also remembers when Emil Petersen came home from France: “He had been the

French ski jump champion in 1929 and had learned much about ski instruction. He taught us, among other things, to put the weight on the lower ski. It was essential to us who were self-taught. In 1934 I got my first special slalom skis from Thorvald Hansen’s skishop at Majorstuen in Oslo”. Rolf Lonnevig says he remembers Hannemor Dybwad’s first slalom skis! They went to the same school, and “everyone” knew who the skilled girl was. The 14-year-old Rolf knew immediately what he wanted for Christmas! His wish came true, and Rolf got slalom skis for Christmas in 1935. In Rolf’s circles more and more people began to learn the slalom technique. At the time, the slopes of Tryvannskleiva in the forest northwest of Oslo were popular for slalom skiing, but lacked a lift. Rolf wanted to learn more, but all the ski classes of Tomm Murstad and Emil Petersen were fully booked. Instead, he bought a book on turning technique, probably Emil Petersen’s book, studied indoors and tried it out outdoors. It gradually went quite well. In 1938, around the time when Rolf traveled to Switzerland as a student, a ski lift was constructed at Tryvannskleiva at the initiative of the SAS mem-

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ber and ETH engineer Arild Schlytter. Neither representatives of the Norwegian Ski Federation nor of Skiforeningen were present at the opening of the ski lift, illustrating the modest interest for Alpine skiing that still existed in the circle of ski leaders. Slalom was by many still considered to be a vanity and was often called “slim-slam”.

Rolf Lonnevig’s “flying start” in Switzerland – from Wengen to SAS When Rolf traveled to Zurich in the fall of 1938 to study, he had already developed considerable skills in the new sport. During the first Christmas holiday, 1938/39, he and a friend decided to stay in Switzerland and try out their skills in the Alps in Wengen. There is no doubt that Rolf’s skiing career in Switzerland got a flying start when the boys turned up at the tourist office (Verkehrsverein) and signed up for something they thought was a tourist New Year’s slalom race. At the start, the Chairman of the Skiclub Wengen, Ernst Gertsch, asked Rolf if he had a license. “Yes, but I don’t have it with me. I did not know I was going to need it, but I can send it to you later,” he said. This was not quite true; Rolf didn’t have a license, only a letter from Einar Bergsland (mentioned earlier) of the Norwegian Ski Federation, opening up the possibility for him to become

a member of a Swiss club so he could participate in competitions. However, Gertsch accepted Rolf’s explanation and let him start. The race turned out not to be a competition for tourists, but a race with eminent skiers, including the famous Karl Molitor. Rolf raced well in the first round, and Karl Molitor came over to him and asked if he was a “Norweger” referring to a Norwegian flag above his “Heming” club badge on the sleeve of his sweater. When Rolf confirmed this, Molitor replied: “Du er trøtt i trynet, din gamle kalosj” (a Norwegian teasing expression, meaning something like “you tired old rag”). Laughingly he explained that he had learned it from Per Fossum (international Norwegian skier and definitely a pioneer). Rolf and “Moli” rather quickly hit it off with one another. After the race it turned out Rolf had finished second, ahead of Karl Molitor! – and Ernstyx Gertsch told Rolf that he did not need to see his license after all ... A few days later a man called at Rolf’s mother’s house in Norway and introduced himself as a journalist from Norway’s largest newspaper, Aftenposten. He asked if she was the mother of Rolf Lonnevig. “Is he dead?” was his mother’s first reaction. The astonishment was great when the journalist told that Rolf was not dead. On the contrary, he had come second in a big ski race in Switzerland, and the newspaper wanted an interview with the proud mother.

Facsimile from ”Aftenposten”; when young Rolf won the second prize in an international ski race in Switzerland in 1939, it aroused astonishment in his home country. The country’s largest newspaper, Aftenposten, immediately went to see Rolf’s mother and asked for a picture of the successful slalom skier.

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Swiss Student Championships in Zermatt 1944. The happy top 3 in the 4-combined (downhill, slalom, jump, cross-country). From left, Rolf Lonnevig 3rd, Georges Piguet 2nd and Halvdan Nilsen Moe 1st.

Back in Zurich with his student buddy and ski colleague, Calle Smestad, back from Christmas break, the friends were eager to become members of a club as soon as possible and came in contact with the SAS. Rolf says: “We went to Dr. Hubert Weissbrot in his office and told him that we were two Norwegians who wanted to ski race, and after a brief conversation, we became candidates for admission to SAS.” The boys participated in many races and behaved well, and the year after they were admitted into the club. Rolf’s and Calle’s mentors were “Heiri” Binder and Willi Bürgin, both very important members at the time. (Bürgin was also the mentor for Gubbe Tandberg approximately ten years later.)

Skiing during the war – Switzerland and Rolf get ahead At the outbreak of the war, Lonnevig and Smestad tried to return to Norway. It would prove, after some miserable attempts, to be impossible. The border was closed. The boys then decided to continue their studies. Being eager skiers, they also grabbed every opportunity to go skiing. Many SAS members were busy with their military duties, and sometimes there was a lack of people to take on tasks, thus Rolf was offered to work in section Zurich, training athletes and organising submissions to the races. 190

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This is how Rolf taught himself all about technique and organisation of Alpine ski competitions. At the same time, Rolf and Calle took part in races, and Rolf won a number of Swiss student championships in all disciplines, including the combination and team contests. In the 1945 yearbook of Skiforeningen, Rolf writes that among 40–50 Norwegian students that stayed in Switzerland during the war, 5 were active SAS members. During this period, they made many good Swiss friends and quickly adapted this new form of skiing. The Norwegians were Calle Smestad, Arthur Nordlie, Halvdan Nilsen Moe, Calle Behrens and Rolf Lonnevig. Rolf, Arthur, Halvdan and Calle were given the chance to attend FIS cross-country and ski jumping training sessions as interpreters for Nisse Englund and Sven Selånger, who were hired as coaches by the SSV. Englund was a world-class cross-country skier and Selånger had won the ski jump at Holmenkollen in 1939. For downhill and slalom training they stayed with ex-world champion Otto Furrer. The Norwegian SAS athletes trained in other words with people who in their respective disciplines were among the best in the world. Every Christmas SAS held a training camp in Mürren where the Hodlers had a chalet, and Rolf and the others often went to stay with them and play bridge. The Norwegian boys also participated in the


New Year slalom in Wengen with Karl Molitor on the other side of the valley. Rolf and Calle Smestad were especially eager, and in the slalom and downhill, they often participated in races with worldclass Swiss Alpine skiers such as Karl Molitor and Heinz and Otto von Almen. And not to mention Rudolf Rominger and his team mates in the “Guardia Grischa” from Skiclub Alpina St. Moritz. These were athletes often to be found on the podium in the World Championships and Olympic competitions at the time. In Rolf’s opinion the development of the training program in the SSV had for some years wavered between different styles, but under Marc Hodler’s management in SSV and as a training manager at SAS from 1942, the training was significantly improved and intensified. The highlight of the season was probably the Student Championships (SHM) hosted by SAS in which Rolf competed against his best friends and fellow students. Each year, about twenty Norwegians participated and did “pretty good”, as Rolf modestly puts it. The principal at ETH said it was all very well with the Norwegians, but did they have to win all the competitions! Rolf claims that they were not quite as superior as the principal suggested ... An estimate, made in collaboration with Rolf, suggests that the boys participated in at least

250 races during the war, of which perhaps 200 were Alpine skiing races in Rolf’s and Calles’ cases. Most of these races must be said to have been on a very high level, both in terms of organisation and, in many cases, participation, taking into consideration the conditions of the time. Remember that skiing lay more or less fallow in the rest of the ski world because of the war. The descriptions of the SAS races suggest that they were among the best organised. The many participants (in SHM, up to 180 in the downhill!) made demands and shared their experience on the technical conditions for track preparations. Furthermore, the SAS organisers practiced interval starts (30 sec and 1 min) with several competitors in the course simultaneously. Also, cheap rail transport, accommodation and lift passes for both races and training were organised. There is no doubt that it was in this field that progress was made, at least during the war. SAS member Marc Hodler was badly injured in the World Championships in Engelberg in 1938 and could not continue his promising career as a top competitor, although he was still quite capable. However, he devoted himself with full force to the role as a coach and sports director. He was definitely a trendsetter during and after the war, among others in FIS and IOC. Rolf and the other Norwegians, living in the middle of

In the Downhill in Grindelwald in 1942. Rolf at the start, followed by Oscar Gertsch (95) with the new goggles. They were both petrified about the conditions in the slope, which were very hard and icy. To the right, the starter and timekeeper with his chronometer.

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this active Alpine community, learned a lot, as athletes, coaches and organisers. In Norway, the situation was very different. During the war, ski races were prohibited, except those organizsed by the Nazis. Most Norwegians kept away from those, however. Instead, the patriots held the so-called “Jøssingrenn” at secret locations in the woods and hills in the outskirts of Oslo. A few elite athletes (seniors) took part in these illegal races, along with many young athletes who made their mark on international records after the war. Among these were Stein Eriksen, Bjarne Arentz, Guttorm Berge, Per Rollum, Jack Nielsen, Aksel “Peik” Arstal, Jann Bjørne, Kalle Nergaard, Jalle Schjødt-Iversen and Per Klippgen. Several of them also traveled to Switzerland as students. The German occupation of Norway undoubtedly inhibited the development of Alpine technique training and professional organisational skills. When the war ended, Norway was therefore on a completely different level than Switzerland.

After the war: Norway catches up Back in Norway after the war in 1945, Rolf was undoubtedly among those who had the best expertise in the sport of Alpine skiing in Norway, developed through the SAS community in Switzerland. Einar Bergsland and others knew this, and Rolf was assigned several key positions in his old club Heming and the Norwegian Ski Federation. Rolf not only had top knowledge and skills, he also had a burning desire to do something for Alpine skiing in Norway. In addition, he had a distinct organisational talent and a personality that lodged trust. It was particularly Bergsland, who was secretary general of FIS in the period 1949–1951 (followed by the SAS member Arnold Kaech), who included Rolf immediately, and asked him, among others, to help him with the manuscript for the book “Skiing”. Rolf was to update the chapters with all the latest in Alpine skiing on technology and organisation. The book was published in 1946 and was considered the ski bible of its time in Norway. Einar Bergsland was the driving force of Alpine skiing, both in Skiforeningen and the Ski Federation. He also led the so-called instructors committee and knew that it was essential to educate coaches and instructors in order to spread knowledge 192

Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing

Einar Bergsland in 1946, at the time when he asked Rolf for advice with his new book “Skiing”. Bergsland was not only an alpine pioneer, but organising president of over twenty Holmenkollen ski festivals.

throughout the country. To achieve this, Bergsland engaged Rolf Lonnevig, Tomm Murstad and Per Fossum (Karl Molitor’s friend) to work with him. Tomm Murstad was already famous and had started up instruction courses in Oslo as early as the 1930s. Thus, there was no doubt that Rolf Lonnevig’s expertise was considered absolutely first-class when he was included for this important task. The four men Bergsland, Murstad, Fossum and Lonnevig wanted to train new instructors, but at the same time they had to avoid coming into conflict with the strict amateur rule. Therefore they decided to educate so-called “amateur instructors” and, in lack of other “authority”, they authorized each other. In 1946, at three sessions at Norefjell, Voss and Stryn, they educated almost 100 amateur instructors, of whom all went back to their clubs respectively. In this manner the knowledge about training and organisation from SAS in Switzerland had a direct and important influence on the development in Norway after the war. Through Rolf Lonnevig’s active role one could say that there is a


direct line from Marc Hodler, who developed training during the war, to Rolf in Norway after the war.

was done with a double set of chronometers from a clocksmith in Oslo without contact between the start and finish line, but later on they were able to borrow army sets.

International downhill race at Galdhøpiggen Mountain

Holmenkollen Kandahar

Before the war the downhill races at Galdhøpiggen (Norway’s highest mountain) had been essential to the development of Alpine skiing in Norway. The idea came after Jacob de Rytter Kielland, Einar Bergsland and others had been on Easter vacation at Spiterstulen with Willy Bogner, and were inspired by his impressive Alpine skills down the Norwegian mountain slopes. They decided to organise a race from Galdhøpiggen the following year. The first race was held during Easter of 1934 with twelve participants, and Jacob Kielland had arrived a few days ahead to set the first official downhill course. In the years before the war, a number of world-class skiers, especially from France, came to compete in the races. After the war the Galdhøpiggrennen were reintroduced, and Rolf Lonnevig’s club, Heming, again took on the responsibility as the technical host. Rolf soon came to play an important role in this. Again world-class participants were attracted to participate, such as James Couttet and Henri Oreiller. Twice in the 1950s Rolf succeeded in having a number of SAS members participate, for instance Max Steinebrunner and Vincent Losinger (see starting list on next page). Rolf says that timing

In 1947, for the first time, Alpine skiing competitions were held as part of the annual Holmenkollen Ski Races in Oslo. Arnold Lunn had been a guest at the peace celebration competition at Holmenkollen in 1946 that became a symbol of peace, a tribute to the King and was held in memory of the many athletes fallen during the war. This made a great impression on all those present, and Lunn writes: “The Norwegian flag has a super national appeal. It is the flag of our sport.” Lunn talked with his good Norwegian friends amongst the Alpine skiers, and they agreed that Alpine disciplines ought to be part of the Holmenkollen Ski Races. Already the following year, 1947, slalom and downhill were included in the race programme for the first time with participants from France, USA, Sweden and Denmark (!). Race organiser for the whole event was the SAS member Arild Schlytter. His preparations for the races were formidable, making way for a perfect performance as stated in Skiforeningen’s yearbook. Stein Eriksen won, followed by capacities like Bjarne Arentz, Kalle Nergaard and Per Klippgen, who had all been active junior athletes during the war. The following slalom race at Rødkleiva in Oslo

The young Stein Eriksen recieves the first Norwegian Kandahar Trophy (later Holmenkollen Kandahar) from Arnold Lunn in Oslo in 1947.

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ticipation. In the yearbook of the Ski Club of Great Britain 1955, Lunn writes: “The combination Holmenkollen-Kandahar links in one name the greatest Nordic competitions and the greatest of Alpine competitions, both of which are older than the World Championships in their respective disciplines.” Way into the 1960s a certain status is maintained and international top competitors are still attracted to the races. As we will learn later on, Rolf Lonnevig is at this point manager for the national Alpine ski team.

Rolf in his ski club Heming As mentioned, Rolf’s heart had always been with the club of his youth, Heming, where he took on numerous tasks as coach and race organizer after the war. In the 1940s and 1950s, Rolf Lonnevig organized a number of national competitions. The competitions were normally held outside Oslo, and the skiers traveled by night train to the ski resort on a Friday, staying on the train during the weekend, and returned by night train on Sunday evening. In 1953 Rolf was chairman of the club, and he and his wife, Gerd, designed the new Heming sweater, blue with a narrow green and white stripe across the chest. The sweaters were hand-knitted, and Gerd even knitted an extra round of the green stripe, so that it optically would seem as broad as the white one!

Facsimile: starting list from Galdhøpiggen race in 1955, including a handful of SAS members, the grandson of Frithjof Nansen, several members of the Ski Clubs of Oxford and Cambridge. Of course also members of Heming, including the father of SAS member Lorentz Kielland! In the programme also; the author's mother, who came second in the actual race!

was organised by Einar Bergsland, assisted by Tomm Murstad. The Swede Dalberg won, but Stein Eriksen won the combination and the popular trophy. It was presented by Arnold Lunn himself on September 26 of the same year in Oslo. Lunn had come from England solely for this ceremony. “The Norwegian Kandahar Cup” for men and “The British Challenge Cup” for ladies were specially designed in England. It was not until the mid-1950s that the races were acknowledged in that they, and the Herre-pokalen (the Men’s Trophy), were renamed “The Holmenkollen Kandahar Cup”, to Arnold Lunn’s great an194

Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing

The Author in his ”Heming” sweater, designed by Rolf and his wife Gerd in 1951, around the time when ”SAS Norge” was founded.


The apine ski team of the Olympics in 1952; a bunch of pioneers, including champion Stein Eriksen and coach Tomm Murstad, third and fourth from right.

The Olympic Games in Oslo 1952 In view of the standards of the time, the efforts put into the preparations for the Olympic Games in Oslo where immense. Rolf Lonnevig was appointed track manager for Rødkleiva, where the slalom competitions were to be held. In fact, he also ended up setting the course, as the persons in charge, Einar Bergsland and his foreign colleague, could not agree on the course. As track manager Rolf was responsible for the state of the track, which turned out to be an enormous task because there were little snow and difficult conditions that winter. And again Rolf showed his creativity: he arranged for long slides to be made out of corrugated plates for the snow to be transported from the woods and onto the tracks. Experiments were also made with snow cement, i.e., various salts either from farming or the Public Roads Administration. The whole of the course was packed firm by soldiers stepping uphill, and in order for the course to be long enough and in compliance with FIS rules a scaffold was built at the top by the start point. Stein Eriksen won silver in the slalom and at the time Marc Hodler (SAS) had just succeeded Nicolai Ramm Østgaard as FIS President. For Rolf it was of course a delight

to welcome his old friend to Oslo after having spent so much time with the Hodlers in Switzerland.

Rolf heads the Alpine ski team from 1962 to 1971 After the Olympics in 1952, Alpine skiing was considered reinstated in Norway. “Everybody” wanted to ski Alpine. However, not many resources were put into the national team compared to other countries in the 1950s and 1960s, especially in central Europe, and Norway fell behind. Despite this, Rolf and other enthusiasts kept up their work. In 1962 Rolf took over as head of TKA Alpine (National Alpine Ski Team) in the Ski Federation. This was an unpaid leisure time position and the poor conditions came to show when the men’s coach, Helge Støylen, broke his leg just before departure for the Olympic Games in Grenoble in 1968. There was no one to take over as team coach, so Rolf urgently had to persuade the all-round athlete, SAS member Aksel Gresvig, who had passed the instructor’s exam, to join as part of the support team. On this trip to the Olympics, Rolf functioned both as manager for the national team, coach, tour leader, ski waxer, and was in charge of tickets and hotel acPål S.C. Troye

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commodation. He was the last one in bed and the first one up. All this he did without any salary from the Ski Federation, spending his vacation time. During the World Championships in Val Gardena in 1970, Rolf was again manager for the national team under more or less the same modest conditions. Even Rolf, who normally was a patient person, felt a certain frustration at this point. The level of competency in the Ski Federation was in his opinion too low. During a debate on alterations of the competition rules at the annual assembly, Skitinget, he finally spoke up. Rolf entered the speaker’s chair and uttered: “How can we discuss this matter when there are only seven of us present who have knowledge of Alpine skiing?” The chairperson demanded that Rolf step down from the speaker’s chair without even commenting on whether or not his statement was true. Had Rolf hit the nail on the head? To oppose the Skitinget was a brave thing to do. The enthusiast Rolf did it and was thrown off the speaker’s chair. In retrospect, it is likely that he looks upon the episode with a certain pride.

A new era starting with Furuseth and Lillehammer In the 1970–80s Norway had some excellent Alpine skiers like Erik Håker, but unfortunately they and

their teams did not receive proper support. It was not until Ole Christian Furuseth succeeded with his “new” style of skiing, that Alpine skiing was placed on the map again. After Lillehammer was selected host for the Olympic Games, resources were finally provided. Private sponsors, such as the shipping company Bergesen and others, provided substantial amounts, thus enabling proper focus on talents like Lasse Kjus and Kjetil André Aamot. Results were achieved, and others have continued the success. Few of these athletes, however, are familiar with the story of Rolf Lonnevig and the other pioneers of Alpine skiing so crucial to the development of the sport in Norway. All ski enthusiasts should be grateful to Rolf and his contemporaries for what they have accomplished solely based on voluntary work and the love of the sport of skiing. They stand as shining examples for the future.

Sources The yearbooks of “Skiforeningen” Interviews with Rolf Lonnevig and Hannemor Dybwad Roland Huntford’s book ”To planker og en lidenskap” Arnold Lunns' book “The Kandahar Story” SAS publication “Schneehase” from 1924 till today Einar Bergsland’s book “Skiing” from 1946 Norske Skiløpere, Østlandet Sør

When Lasse Kjus (center) won the alpine combination before Kjetil André Aamot (left) and Harald Strand Nielsen at Lillehammer 1994, it represented a new era in the modern history of alpine skiing in Norway. Photo: Scanpix

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Rolf Lonnevig and the Norwegian Pioneers of Alpine Skiing


When Rolf Lonnevig turned ninety, on April 17, 2009, an anniversary celebration race was held in honor of his birthday! The race took place on the slopes where Tomm Murstad started his alpine ski school in 1934 and where thousands of children have learned how to ski. Family, friends and an impressive amount of old alpine stars were there to celebrate him. And of course, the ever young Rolf took part in the race!

Rolf Lonnevig und die norwegischen Pioniere des alpinen Skilaufs

Rolf Lonnevig et les pionniers norvégiens du ski alpin

Es waren die Norweger, welche die Technik des Skifahrens um 1900 nach Zentraleuropa brachten. Zu dieser Zeit umfasste das «Skifahren» jedoch hauptsächlich Skilanglaufen und Skispringen. Nichtsdestotrotz entwickelten einige Enthusiasten in den Alpen schon bald eine spezielle Technik für das Skifahren. Der Brite Arnold Lunn förderte den modernen alpinen Skiwettkampf in den 1920erJahren und erreichte, unterstützt durch Walter Amstutz, dass die FIS 1930 die alpinen Anlässe homologierte. In den frühen 1930er-Jahren brachten norwegische Skispringer, welche zuvor in Zentraleuropa an Wettkämpfen teilgenommen hatten, das alpine Skilaufen nach Norwegen. Einigen Personen ist es zu verdanken, dass sie diese neuen Disziplinen nach Norwegen brachten, und unser Ehrenmitglied, Rolf Lonnevig, ist ohne Zweifel eine von diesen. Dieser Artikel zeigt auf, wie das alpine Skifahren nach Norwegen kam und was für eine Rolle der SAS und seine Mitglieder in dessen Entwicklung spielten.

Ce sont les Norvégiens qui amenèrent la technique du ski en Europe continentale vers 1900. A ce moment-là, le « ski » comprenait surtout le ski de fond et le saut à ski. Et pourtant, des enthousiastes dans les Alpes développèrent bientôt une technique spéciale pour le ski alpin. L’Anglais Arnold Lunn façonna la pratique moderne du ski alpin de compétition au début des années 1920, et assisté par Walter Amstutz, il poussa la FIS à reconnaître les compétitions alpines en 1930. Au début des années 1930, le ski alpin fut présenté en Norvège par des sauteurs à ski qui avaient fait des compétitions en Europe centrale. On doit l’introduction des disciplines alpines en Norvège à plusieurs pionniers, et notre membre d’honneur Rolf Lonnevig est sans aucun doute l’un d’eux. Dans cet article, vous lirez comment le ski alpin arriva en Norvège, et comment le SAS et ses membres jouèrent un rôle dans son développement.

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Bjørn Dæhlie: From Ski Legend to a Successful Brand Tine Flinder Nyquist Journalist and author, Norway

Bjørn Dæhlie is one of the greatest Nordic skiers of all time. Nobody has won more Olympic gold medals, World Championship gold medals and World Cup races. His sports career ended a long time ago, but as a skiing icon his name lives on in sportswear bearing the Bjørn Dæhlie imprint. What’s behind all the success? The 1990s belonged to Bjørn Dæhlie. As the decade passed, more and more of the world’s elite crosscountry skiers realised with frustration that he was unstoppable. „We have no chance against this man who comes from another planet”, a Finnish competitor lamented. Forty-six times, Bjørn Dæhlie stood atop the winner’s podium after World Cup events. He also earned nine World Championship gold medals and eight Olympic gold medals, the latter achievement unmatched in Winter Olympics’

history. Even the Norwegian ski champion Vegard Ulvang felt overshadowed by his younger teammate, saying: “Bjørn Dæhlie has destroyed all statistics for all time.”

The first collection When Bjørn Dæhlie was at the peak of his form, in 1996, he received a call from the small Norwegian sportswear producer Bona Ratio Sport. Would he

Bjørn Dæhlie in 1998 in Nagano, the way we got used to see him; winning medals at championships.

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Bjørn Dæhlie: From Ski Legend to a Successful Brand


The famous image of Bjørn Dæhlie in Nagano; the ultimate competitor, completely exhausted, but winning the 50-kilometre race.

like to help launch a collection of ski attire with his name on it? “My first impulse was to say no,” Bjørn Dæhlie recalls. “I was very unsure whether this could be a success. But the two founders of Bona Ratio, Bernt Lund and Ole Anker-Rasch, were so pleasing and likable that after thinking about it for a couple of weeks, I said yes.” “After Bjørn Dæhlie confirmed he would take part, things went terribly fast”, says designer and product developer Bernt Lund. “Bjørn came in with a thirty percent ownership stake in the company, and in record time, a collection was designed and developed. We also contacted several design bureaus and asked them to propose logos on a ‘no cure, no pay’ basis. Interest was a little weak; since all we could offer the winner was 18,000 kroner. The Scandinavian Design Group took the prize. They came up with a super simple logo based on Bjørn Dæhlie’s signature (Bj). The fun thing is, even though they solved the task in record time, the logo was very well received and got lots of positive attention.” Bjørn Dæhlie Technical Wear was a success from the outset. There were three main reasons: 1) Bjørn Dæhlie had put his name on the collection, 2) all the garments were highly functional and innovative, and 3) the collection received massive coverage in the Norwegian media because the International Ski Federation (FIS) ruled that Dæhlie was breaking its amateur status regulations by linking his name to a commercial product. The federation forbade him to show up at the starting line in clothes from

his own collection. It also threatened him with exclusion and disqualification from races including World Cup events. “It became a big flop, and the whole thing was very uncomfortable,” Ole Anker-Rasch, who was the chairman of the company, recalls. “But we also realised there was huge commercial value in it. In just a few weeks, without our buying a single ad, everyone in Norway knew we had a new collection of skiwear. We were in the big national papers and on the debate programmes and TV sports shows. For a company like Bona Ratio that was a real stroke of luck. We were a small start-up and hadn’t budgeted one krone for advertising.” All the same, Bjørn Dæhlie was frustrated by the ski federation’s decision and tried to find a solution. He sought permission to race using only “Bjørn D”

The three founders of the ”BJ” brand; Ole Anker-Rasch, Bjørn Dæhlie and Bernt Lund. Ole is today President of the famous ”Skiforeningen” in Norway.

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on his products. That would follow the precedent of athletes like Anita Moen Guidon, a biathlon star, who competed wearing her own “Anita G” collection. When the federation said no again, a disappointed Bjørn wrote directly to FIS President Marc Hodler – and got results. The conflict was resolved by a simple rule change. Most people agreed that the rule on amateurism, originally formulated to prevent athletes from being exploited, was past its expiry date. A headline in Norway’s largest newspaper, VG, called the change a “gift worth millions” to Dæhlie. In any case, he was allowed to race in the Norwegian Championships and other events, clad in his own line of clothes. “It was great finally getting to race in my own collection without having to worry about the FIS taking medals and honour away from me,” says Bjørn Dæhlie. “It didn’t really dawn on me how serious these issues were till the conflict with the FIS was over. We had a great collection, and we’d begun to build a brand.”

Functional and technical clothing Among Norwegian skiers, Bjørn Dæhlie Technical Wear was an unqualified success. Keen amateurs and competitive racers alike welcomed the collection with open arms. The garments were of high technical quality and gave every indication of having been designed by people who knew the ins and outs of Nordic skiing. “We had a small but fantastic group of experts at Bona Ratio”, Dæhlie recalls. “Ole and Bernt had been enthusiastic cross-country skiers for many years, and even the secretaries were eager skiers. Altogether, it was a highly qualified team.“ Designer and product developer Bernt Lund adds: “You can’t design ski clothing without being a skier yourself. You have to understand the patterns of motion involved. For instance, crosscountry ski suits have to have long sleeves so the material doesn’t pull away from the wrists when you stretch one arm forward and the other backward at the same time. Cut and fabric are crucial too. And so is high breathability – more so in the back than in the front. One of my first Bjørn Dæhlie designs, the Pants Winner model, is a good example of that. It’s become a classic and sells as well today as it ever did.”

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Bjørn Dæhlie: From Ski Legend to a Successful Brand

Sale to Odlo Bona Ratio sports enjoyed a period of enormous growth. In three years, revenues went from zero to NOK 24.3 million. Distribution, which in the first year was restricted to a handful of stores, grew to 250 stores. “The brand grew strong very rapidly,” says Ole Anker-Rasch. “We had Bjørn Dæhlie as a living billboard, of course. We also provided uniforms to several national ski teams, including the American and Estonian teams.” Designer Bernt Lund, too, placed a strong emphasis on brand building. “The basic principle was functionality”, he recalls. “I developed ‘brand guidelines’ that were followed very carefully so all the items in the collection would be easily recognisable. It had to do with design elements like style lines, colours, text fonts and the mix between the name label (‘Bjørn Dæhlie’) and the ‘Bj’ logo. Another important thing was that no matter which angle you saw a Bjørn Dæhlie item from, you would see the logo.”

The first flyer to the sports shops in 1997/98, presenting the first collection of Bj skiwear.


Top left: The Bj brand sponsoring the Estonian ski team: Bjørn Dæhlie flanked by world-class cross-country skier Jaak Mae (left) and Andrus Verpalu. Bottom left: The Bj brand sponsoring the US ski team: Bjørn Dæhlie and the top US cross-country skier Kris Freeman. Right: The Bj brand sponsoring the Norwegian biathlon team: Bjørn Dæhlie and the legendary biathlete Bjørndalen.

Eventually, of course, Bona Ratio wanted to expand its market reach and began exporting to the United States, Japan and several European countries. But international sales took off slowly, so in 1999, with Bjørn Dæhlie leading the way, the company began checking out potential partners abroad. The next year, the Swiss company Odlo bought Bona Ratio. The sales price is not known, but the Norwegian press estimated that the original owners earned a profit of about NOK 100 million. Bjørn Dæhlie pocketed 30 percent of that, along with a licensing agreement that provided millions for the use of his name. He also retained rights to the collection’s name and logo. “The deal makes him Norway’s richest sports performer, with a total package including annual pay that astonishes the top Alpinists and Norwegian football stars in England”, the financial newspaper Dagens Naeringsliv wrote. “I was satisfied with the sale,” says Dæhlie. “It was time to internationalise the brand, and we had faith in Odlo’s expertise in textiles and distribution. To maintain continuity on the design end, Bernt Lund stayed on and went to Switzerland.”

Back to Norway With Odlo as part owner, sales shot up immediately. Norway remained the largest market, but the collection also sold well in countries like Switzerland, Germany, Estonia and Russia. In 2007, however, the licensing agreement between Bjørn Dæhlie and Odlo came to an end, and Norway’s ski king decided to bring home the flag. “I learned a lot in those seven years with Odlo”, says Dæhlie. “It was a positive experience, but I felt that Odlo’s collection and my own were starting to look more and more alike. I also wanted to add underwear to my collection, and that would have put me at cross-purposes with Odlo, which is big in underwear.” After parting as friends with his Swiss partners, Bjørn Dæhlie founded Bj Sport AS in Norway, with the investment firm Katalysator AS as major shareholder. Designer and product developer Bernt Lund came home, too, and served two more years as the guardian of brand continuity before deciding to move on. “By then I had worked 13 years developing the ‘Bj’ brand,” he says. “It’s been a terrific journey, Tine Flinder Nyquist

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Emil Hegle Svendsen, another champion wearing the Bj logo, demonstrates the advantage of sponsoring biathlon; while shooting, the athlete stands still, and thus the sponsor logos are visible on the TV-screen.

and I don’t mind handing the ball on to others. I look with pride on the brand’s position today as the leader in Nordic skiwear.” Now that Bjørn Dæhlie has brought his sportswear back to Norway, he is more active than before in product development and design. He tries out everything and gives constructive feedback. “Revenues declined the first couple of years after we moved home, but 2010 looks promising”, he says. “We could see a 50 percent pick up in sales this year over last.” The undisputed ruler of Nordic skiing in the 1990s has every reason to smile. First he was the marvel of his sport, then of business. How many people have sold their name three times? With a net

worth now approaching NOK 300 million, Bjørn Dæhlie has won more financial success than any Norwegian athlete before him. “I think everything about the Bjørn Dæhlie brand has gone really well,” he says. “I’m not sure I deserve all the success, but at least I’m glad for it! I hope the Bjørn Dæhlie brand will outlive me, and I truly believe it will. The other day I met a little boy who was very proud of the Bjørn Dæhlie ski clothes he had on. I said to him, ‘Do you know who I am?’ and he had no idea.” Bjørn Dæhlie smiles at the story. “When I think about it, that’s actually quite nice!”

Bjørn Dæhlie: von der Legende auf Langlaufski zum erfolgreichen Markenartikel

Bjørn Dæhlie : de la légende à skis de fond à une marque à succès

Bjørn Dæhlie ist einer der erfolgreichsten Langläufer aller Zeiten. Niemand gewann mehr Goldmedaillen an Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften und Weltcup-Rennen. Zwar beendete er seine Sportkarriere schon vor längerer Zeit, aber als Langläuferikone lebt sein Name auf Sportbekleidungsartikeln, welche den Bjørn-Dæhlie-Aufdruck tragen, weiter. Was steht hinter diesem Erfolg? 202

Bjørn Dæhlie: From Ski Legend to a Successful Brand

Bjørn Dæhlie est l’un des plus grands skieurs de fond de tous les temps. Personne n’a jamais gagné autant de médailles d’or aux Jeux olympiques ou aux Championnats du monde, et n’a remporté autant de courses de Coupe du monde. Il y a longtemps que sa carrière sportive s’est terminée, mais son nom perdure comme icône du ski de fond sous la forme d’une ligne d’habits de sport à son nom. Que se cache-t-il derrière tous ces succès ?


The Bjørn Dæhlie brand Like the skier himself, the brand Bjørn Dæhlie is an international success, according to Rachel K. B. Troye, a graphic designer and professor of visual communication at the Oslo School of Architecture and Design. “The brand has a distinct personality with clear values,” she says. Like the athlete in his active days, the Bjørn Dæhlie brand aims to set the standard for innovation and performance, building on two simple values: purity and function. Dæhlie, as an athlete, was known as honest and straightforward (pure) with an extreme focus on what was necessary to win (function). Today these values continue to be the main leading stars for the brand, as described on the website: “In the creation of all sportswear, strict attention is given to fit, so as to allow freedom of movement and zoned function. With regard to performance, all materials and construction are integrated aspects of the design”. “The Bjørn Dæhlie brand emerged from the sports icon, and hence it became strongly associated with the man himself. Therefore the brand has a clear personality easy to relate to, unique and attractive for its target audience.” “In the industry, ‘living the brand’ is considered an important factor for success. In other words, the whole organisation, its products and marketing must all be aligned with the company’s strategy, its vision and values. As Bjørn Dæhlie was a part of the company from the start, this developed naturally.” “In the public mind, the sporting icon will always remain strongly associated with the clothes collection and the logo. Therefore it is important that the hero continues to fulfil our expectations and to behave well,” Troye believes. Dæhlie is a successful businessman in Norway today, regularly present in the media. He still has a very positive image and continues to be a good brand ambassador. “So far the Bjørn Dæhlie brand is a success,” Troye says. His collection has been in the market for 13 years. It is impressive how he, the designers and the various coowners have managed to maintain the brand’s personality over so many years. One reason is certainly the use of ‘brand guidelines’ that define brand strategy and design rules. It has also been important, naturally, that the brand has evolved and stayed at the forefront of technology and design. It will be exciting to follow the brand in the years to come.”

Sources: Dagens Naeringsliv; VG; Anders B. Kullseng, Department of Information Science and Media Studies, University of Bergen: “On brand-building in sport”

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Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser Dres Schild SAS Zürich

«Augusto Gansser – Aus dem Leben eines Welterkunders»: so der Titel der 2008 erschienenen Monografie. Sein Schaffen hat in zahlreichen Publikationen und Sachbüchern Spuren hinterlassen. Weniger bekannt ist, dass der konditionsstarke Güst in den ersten SAS-Rennen allen andern davongelaufen ist. Seine Kondition hat er sich auf langen und anspruchsvollen Bergtouren geholt. Nach dem Studium wurde der gebirgstüchtige Geologe zum Forscher und Entdecker. Expeditionen und Erkundungsaufträge führten ihn nach Grönland, Nepal und Tibet, Südamerika und Asien. Als anerkannter Geologieprofessor hat er den Engländern in Bhutan ein Schnippchen geschlagen und die gewaltige Kette der Siebentausender an der Grenze zu China erforscht. Sein erstes Tagebuch gibt einen Einblick in das Studentenleben eines leistungsstarken SASlers und Berggängers.

Indiana Jones ist SASler: Gansser als Mönch verkleidet im verbotenen Tibet. (Quelle: «Thron der Götter»)

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Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser


«ich, als stud.geol.», Titelseite aus dem Tagebuch. (Foto: Kappenberger)

Die erste Tödifahrt Ende März 1930: Tücken des Gletschers, Fahren am gestreckten Seil und Spaltenrettung. (Tagebuch, Foto Kappenberger)

Ursprünglich Bergsteiger und Skialpinist Auf ausgedehnten Streifzügen über die verschneiten Hänge des Val Colla bei Lugano weihte Vater Gansser seine Söhne Augusto und Fritz in die Geheimnisse des Skilaufes ein. Später lieferten sich die Brüder bei jeder Gelegenheit Laufduelle und trieben einander zu Höchstleistungen an. Nicht verwunderlich, dass sich Augusto zu Beginn seines Studiums an der Uni Zürich für den noch jungen SAS interessierte. Er wollte seine Kräfte im Wettkampf messen. So fuhr der junge SASler Mitte Januar 1932 zu seinem ersten grossen Skirennen nach Andermatt: «16./17. Januar 1932: mein 1. Skirennen in Andermatt, Zentralschweiz. Skirennen V. Gütsch bei schlechter Sicht die Oberalp hinunter. Mein Startfieber war nicht gering, mein erstes grosses Rennen. Anfangs gings gut. Dann begannen die Stürze, die einem gleich kaputt machten. Ich glaubte mich sehr schlecht, lag ich doch scheinbar ewig auf der Nase. Der Schluss ging wieder gut, doch war ich erstaunt, im 7. Rang zu stehen. Anderntags kam der Langlauf. Der ging anfangs gut, dann ging die Bindung auseinander, und mit losen Skis ziemlich weit ab, kam ich fluchend doch noch ins Ziel.» Das erste Album seiner beeindruckenden Notizbücher beginnt mit einer fein aquarellierten Skizze aus seinem Studentenzimmer. Hier erahnen wir, mit welchem Geschick der angehende Geologe Landschaften und Phänomene mit wenigen Federstrichen treffend festhalten kann. Diese besondere

Gabe bildet das Grundgerüst für den erfolgreichen Feldgeologen, der unter misslichsten Bedingungen in unerforschten Gebirgsgegenden seine Beobachtungen innert kurzer Zeit so festhalten muss, dass er zu Hause seine Aufschlüsse wissenschaftlich genau darlegen kann. Hautnah erleben wir in seinen Tuschzeichnungen Spaltenstürze und Aufstiege über ausgesetzte Gratpartien mit. Kurzbeschreibungen und Fotos lassen uns an aussergewöhnlichen Bergtouren und spannenden Wettkämpfen auf schmalen Latten teilnehmen. Die originellen und strengen Skitouren beginnen oft am Freitag und enden erst am Montag. Die Wintersaison 1930/31 beginnt im November mit einer Skitour auf den Oberalpstock und einer rassigen Abfahrt: «Dann die Abfahrt – ein Traum dieser Schnee. Man wusste gar nicht, dass man raste. Nur der Boden ging ziemlich eilig vorn unter den Skiern nach hinten.» Nach den Altjahrstagen mit Centrale–Lucendro–Schneehüenerstock folgt der nächste Eintrag: «7./8. Februar 31: Nun gings mit Sonntagsbillett schnell aufs Blinnenhorn: 19.30 Airolo, 2.00 Cornohütte, –23 Grad und fast keine Decken. Das Blinnenhorn wurde dennoch bestiegen.» Eine Woche später wählen die kecken Burschen am Galenstock ein steiles Couloir in der Ostwand für den schnellen Abstieg. (Skizze Seite 206) Frühlingstouren im Damma-, Trift- und Rotondogebiet, auf Clariden und Sustenhorn bilden die Vorbereitung für eine nächste Grosstat am Tödi, die wir leibhaft nachfühlen: «13.–17. Mai: Tödi über Pfiglahü, im Pseudokarakorum (Hüfifirn): Häbt’s oder häbt’s nöd? Planura: Planura ist rassig, aber Dres Schild

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Abstieg vom Galenstock: «Nur gabs beim Überspringen des Schrundes ein kleines Missgeschick, weil der Diem beim Hinüberspringen vom Sicherungspunkt in die Spalte zurückgeworfen wurde.» (Tagebuch, Foto Kappenberger)

Gansser erinnert sich genau an das Attenhofer-Klappsystem mit einem einfachen Scharnier anstelle der Stabilisierungsschiene, welches Campell und Co. im Frühsommer 1931 bei der MonteRosa-Traversierung verwendeten. (Tagebuch, Foto Kappenberger)

Ofen funktioniert halt doch nicht gut: kalt und ruhelos oder warm und tränende Augen. Dann zur Fridolinshütte und im Sturm auf den Tödi. Mit Kutsche zurück.» Am Zentralschweizer Skirennen in Andermatt Mitte Januar 1932 entdeckt Güst sein Talent fürs Skirennen und macht Bekanntschaft mit dem SAS. Einen Monat später erfolgt das Abenteuer ASAL (Akademische Skimeisterschaften aller Länder) in Grindelwald und die Woche darauf der Zürcher Hochschulbecher in Engelberg. Die Rennsaison währt nur kurz. Wieder geht es in die Berge, mit einer Skiquerung vom Arlberg ins Engadin und anschliessend vom Cevedale zum Stelvio. Bei den «tre canonni» auf dem Cevedalegletscher schreibt er: «Sie stehen noch, nach Bormio gerichtet, auf 3400 m.» Dann müssen sie sich sputen, um rechtzeitig zum legendären SAS-Grossanlass in Zürich

zu sein: «30. April – 1. Mai: Skichilbi in Engelberg. Man besammelte sich in einer langen Autokolonne in der Bahnhofstrasse, mit Ski hinten fixiert, und fuhr hinauf nach Engelberg und mit der Bahn nach Trübsee. Viel essen, trinken und schwatzen, mit einer Lampionpolonaise über den Trübsee getanzt. Anderntags war man allgemein etwas bekatert und beschränkte sich auf die Hänge überm Hotel.» Nach einer Fahrt ins Voralp- und Chelenalpgebiet folgt die Gotthardlichtwochenfahrt von Airolo ins Campo Lungo mit langem Skitragen. Hier finden wir den ersten Hinweis auf Klappski. Gleich darauf bewähren sich diese im Hochgebirge, auf einer bemerkenswerten Tour in den östlichen Berneralpen, von der Lauteraar zum Finsteraarhorn, stufenschlagend durch das steile Agassizcouloir hinauf, mit den Klappski auf dem Rucksack.

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Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser


Der SASler Güst Gansser «Ursprünglich waren wir Bergsteiger …» Der Wettkampfsport war gewissermassen das Nebenprodukt seiner anspruchsvollen Bergfahrten. Im SAS fand er gleichgesinnte und leistungsfähige Bergkameraden, welche der damalige Vizepräsident und erste SAS-Tourenobmann Oskar Hug regelmässig zu gemeinsamen, originellen und strapaziösen alpinistischen Unternehmungen animierte. Bei seinem Eintritt in den SAS hatten sich die Grabenkämpfe um Abfahrt, Slalom, Lang- und Sprunglauf geklärt, die alpinen Disziplinen waren etabliert. Ein faszinierender Mannschafts-Kombinationswettkampf bildete den Höhepunkt eines jeden grossen Anlasses: der Staffellauf. Gansser zog jeweils mit seinen fulminanten Aufholjagden in den Aufstiegen die Aufmerksamkeit auf sich. «Die ASAL in Grindelwald: 16.–21. Februar 1932: Übers Schwänzen kann man versch. Meinung sein. Diesmal durften wir für sechs Tage los. Die ASAL sollten eine gute SAS-Vertretung erhalten. Besonders da ich nun im SAS bin, musste ich so was einmal mitmachen. 16.: Per Motorrad, ausgerechnet an diesem Tag begann es zu schneien, wollten wir nach Interlaken. Nach zwei Stürzen auf dem Glatteis, einer mit 30 km im Sihltal, ein zweiter mit 50 km am Vierwaldstättersee, von dem wir uns ohne einen Fussraster erhoben. In Sarnen war der Sport zu Ende, es schneite stärker. Ovig Thomas hats doch noch bis Interlaken gebracht.

17.: Training der Abfahrtsstrecke. Wir sind alle im Hotel Baer. Told und ich haben Zimmer mit Bad. Tun auch fast nichts anderes als baden. 18.: Abfahrtsrennen bei Prachtsschnee. Ich klassierte mich als 19., es ging nicht gerade glänzend. Natürlich die ersten fünf alles Innsbrucker – die roten Teufel. 19.: Langlauf. Ich klassierte mich als 9., als erster Schweizer (war einfach, da die Schweizer schlechte Langläufer sind). Von meinem ersten Slalom am Nachmittag ists besser man schweigt. 20.: Heute die Stafetten. Das ist schon interessant und hat mir gut gefallen. Gespannt erwartete man die Ankunft des ersten Läufers. Bracher, mein Vormann, kam früher als ich dachte, und so konnte ich gut gelaunt losziehen, was auch die eher kurze Zeit zur Folge hatte, schlug ich doch den armen Gyr um vier Min. 21.: Als Ski-Routiniers fuhren wir auf Scheidegg, rasch über die Böms nach Wengen, fahren wieder hinauf auf Männlichen, super Abfahrt (Weisser Rausch) mit dem Basler Antiflieger. Und dann ‹springender Linx›. 22.: Per Zug auf langweiliger Fahrt nach Sarnen, und weiter mit dem reparierten Motorvelo nach Zürich zurück, diesmal ohne Unfall.» Von Herbst 1932 bis Herbst 1933 absolviert Gansser als Aspirant und Zugführer den Militärdienst. Das Tagebuch wird zum Geheimnis, in Spiegelschrift. Tenente Gansser hat während seiner Offizierslaufbahn nochmals körperlich zugelegt und befindet sich zu Beginn des Winters 1934 in

«Unser Güst Gansser lief wie ein Gott.»

Die Staffel-Silbermedaillengewinner der ASAL 1934 mit Gansser, Zweiter von rechts.

(Tagebuch, Foto Kappenberger)

(Tagebuch, Foto Kappenberger)

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einer beneidenswerten Verfassung. Dank einer unwiderstehlichen Aufholjagd des jungen Leutnants belegt seine Staffel am Schweizer Militärstafettenlauf Gotthard–Lucendro den 3. Schlussrang. Karrierehöhepunkt bilden die ASAL vom 9. bis 11. Februar 1934 in Wengen. In der Staffel siegt München vor Zürich, welche die favorisierten Japaner in einem dramatischen Finale auf den dritten Platz verweisen. Dazu in der NZZ: «Weitaus die stärkste Leistung, die auch ästhetisch hochwertig war, wies der Zürcher Gansser auf, der in leichtem und flüssigem Aufstieg mehrere Minuten aufholte.» Der ausführliche Bericht im Schneehasen 1934 beschreibt, wie Gansser die Zürcher mit einem hoffnungslosen Rückstand von über acht Minuten wieder auf die Medaillenränge bringt: «Und nun kommt die grossartigste Leistung der ASAL: Unser Güst Gansser lief wie ein Gott und brachte die Strecke noch 4½ Minuten schneller hinter sich als der Deutsche Stützl und holte auf den Japaner sieben Minuten auf. Wir standen auf der Wengernalp und schauten seinem Aufstieg aus dem grossen Fernrohr zu und waren restlos begeistert.» Im Einzellauf über 18 km überzeugt Güst nochmals und lässt sich nur vom klaren Favoriten Kigoshi aus Japan schlagen. Auch an den Deutschen Hochschulmeisterschaften Ende März läuft es der Zürcher Stafette rund. Gansser stellt absolute Bestzeit auf, vor den hors concours mitlaufenden Reichswehrstaffeln. Dabei avanciert er zum Liebling der Japaner. Japanische Abzeichen zieren seine Brust, und zum Abschluss erhält er ein Paar japanische Langlaufski. Den Abschluss der Studentenaufzeichnungen bildet eine der ersten, vom Tourenobmann «Oschki» geleiteten SAS-Expeditionen ins Ausland: SASOstertour 1934 durch die Hohen Tauern. Schon die abenteuerliche Anreise im Zug über Innsbruck zeugt von Anpassungsvermögen und Improvisationstalent. Im Schneehasen 1934 haben die Tagebuchnotizen witzige Spuren hinterlassen: «Eine Leistung von 12 Millionen m/kg oder der SAS in den Hohen Tauern.» Schon damals zeigten sich Disziplinprobleme und Individualismus auf SAS-Touren: «Seil, Steigeisen, Pickel, alles herrliche Instrumente, so man sie zur Hand hat. Liegen sie aber 600 m weiter unten, und vertieft sich ein allzu wissbegieriges Expeditionsmitglied ausgerechnet wenige Meter unter dem Venedigergipfel in interne Glacialstudien, so ist ein Langlauftraining auch für menschliche Nächstenliebe anwendbar. Dass sich eine Spalte in 208

Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser

Die mitgeschleppten Ski werden auf den aperen Gletschern Grönlands zweckentfremdet und kurzerhand zu Schlitten umfunktioniert. (Tagebuch, Foto Kappenberger)

6 m Tiefe zufällig etwas verschmälert, um die schwarze Unergründlichkeit nicht ins volle Licht zu setzen, dass eine grosse Portion Schwein bei so Spässen nicht ausser Acht gelassen werden darf, lässt das Intermezzo in einer knappen Stunde beenden. 2300 m Höhendifferenz, 18 km Horizontaldistanz treiben uns zum Aufbruch …» Hier endet die verheissungsvolle SAS-Karriere von Güst. Sein Rücktritt hinterlässt Spuren im Schneehasen 1935. Viktor Streiff beklagt sich im Bericht zur 11. Hochschulmeisterschaft: «Von den Akademikern erobert sich die letztjährige Siegerequipe der Uni Zürich wiederum den Titel eines Hochschulmeisters im Stafettenlauf, trotzdem zwei neue Leute im Team sind und besonders das Ausfallen des grossen Gansser aus der Wengener Anti-Japan-Stafette eine merkliche Lücke hinterlässt.»

Forscher, Entdecker und Abenteurer Mit Ski auf aperen Gletschern in Ostgrönland: Nach der Geselligkeit im SAS und den bemerkenswerten sportlichen Erfolgen beginnt im Frühsommer 1934 der Ernst des Lebens. Augusto erkundet von nun an unerforschte Gebirge auf der ganzen Welt. Sein Geologieprofessor, der renommierte Arnold Heim, hat den hoffnungsvollen Studenten zum Assistenten ausgewählt. Im Sommer 1934 kann der erst 24-Jährige an einer der ersten wissenschaftlichen Expeditionen nach Ostgrönland teilnehmen. Die Reise und der Aufenthalt auf dem Dreimaster «Gustave Holmes» ist sehr abenteuerlich, oft stürmisch, in einer engen Kabine und ohne Fünfsterneküche wie auf


den heutigen SAS-Fahrten. Der 100-Jährige erinnert sich, dass das sommerliche Eis mit einer Sandschicht überzogen war, welche Steigeisen und Ski meist überflüssig machte. Mit viel Anstrengung und Glück, auch dank dem mitgeführten Wasserflugzeug, entkommen die Forscher knapp vor Wintereinbruch dem heimtückischen Packeis. Skifahren im verbotenen Land: Im Sommer 1936 unternimmt Arnold Heim eine Expedition in den unerforschten und teilweise verbotenen zentralen Himalaja. Nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Fähigkeiten, sondern auch wegen seiner robusten körperlichen Verfassung und alpinistischen Kenntnissen begleitet ihn der junge Gansser. Während der dreivierteljährigen Forschungsfahrt überqueren die beiden zahlreiche Pässe über 5000 m ü.M., legen mehrere Hundert Kilometer in schwer zugänglichen Bergregionen zurück und kehren mit sensationellen geografischen und geologischen Entdeckungen zurück. Im Buch «Thron der Götter» schildern sie ihre Abenteuer und erklären ihre praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse auf spannende Art. Im Vorbeigehen gelingt Gansser die Erstbesteigung von zwei Sechstausendern. Und er verleitet seinen Professor zu echt SASlerischem Tun, wie Heim zur Erkundungsfahrt vom 15. Mai 1936 im verbotenen Nepal festhält: «Zum ersten Mal schnallen wir unsere Klappski an, die uns Attenhofer für den Himalaja angefertigt hat. Ein Griff mit dem Schlüssel genügt, um sie gebrauchsfertig zu machen. Die kurze Fahrt zum Api-

Mit Klappski im 5600 m hohen Sabu-Sattel. (Quelle: «Thron der Götter»)

Gletscher hinab ist sicherlich die erste im nördlichen Nepal, vielleicht in Nepal überhaupt.» Wenig später führt Gansser den Professor zu einer Exkursion auf den jungfräulichen Sabu (5800 m ü.M.) im Grenzgebiet zwischen Nepal und Tibet. Kurz nach dem jungfrauähnlichen Abstieg über die Gipfelflanke zieren die ersten Skispuren auch tibetische Schneeflanken. Abenteuerlich ist Ganssers Privatausflug tief hinein ins verbotene Land zum heiligsten Berg der Welt, dem Kailash. Als tibetischer Mönch verkleidet, begleitet ihn die eintönige Gebetsmelodie des «Om mani padme hum»; die NZZ meint zur Verkleidung: «Indiana Jones ist Schweizer.» Die Neugier ist grösser als alle Bedenken und Entbehrungen. Kälte, Schnee, Sturm und kriegerische Gestalten können Gansser nicht zurückhalten. Die gewonnenen geologischen Erkenntnisse über die Überschiebungen des Himalaja-Gebirges gelten als eine der wichtigsten Ergebnisse der Forschungsexpedition. Die reiche Beute an Gesteinsproben, die in Doppelsäcken auf Schafsrücken zurückgeschmuggelt wird, rechtfertigt das grosse Risiko. Südamerika – Beruf und Berge in Kolumbien: Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erforscht Gansser für die Ölfirma Shell die kolumbianische Pazifikküste bis hinunter zum Orinoco-Fluss. Seine sportliche Frau Toti, Schweizer Meisterin im Rückenschwimmen, begleitet ihn. Die Kriegswirren verunmöglichen eine Rückkehr. Die Familiengrün«Obwohl der Schnee ausgezeichnet ist, verspüre ich beim Schwingen erst jetzt so recht die Anstrengung in der dünnen Luft, während Gansser nur so tänzelnd in mathematischen Sinuswellen mir weit voraus den Steilhang hinuntergleitet …» Für den SASler gehört der skifahrerische Genuss dazu. (Quelle: «Thron der Götter»)

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dung findet im fernen Südamerika statt. Die Kinder sehen ihre schweizerische Heimat erst nach dem Krieg, nach der Rückfahrt auf einem ausrangierten Flugzeugträger. Auch in Kolumbien finden die Ganssers Zeit, neben den strengen geologischen Erkundungen die Gipfel der Kordilleren zu besteigen und Spuren zu hinterlassen. 1939 gelingt ihnen die Erstbesteigung eines 5100 m hohen Berges. Während in Europa der Krieg tobt, steht Gansser auf dem Nevado del Ruiz und erkennt die grosse Gefahr, die von dem gletscherbedeckten Riesenvulkan ausgeht. Nach dem Ausbruch im November 1985 finden über 25 000 Einwohner der Stadt Armero in den Fluten und Schlammmassen den Tod.

Professor Augusto Gansser Nachdem Gansser ab 1950 als Chefgeologe für die staatliche iranische Ölgesellschaft in Persien nach neuen Ölquellen gesucht hat, wird er 1958 zum ordentlichen Professor für Geologie an die Uni und die ETH Zürich berufen. Vor dem Antritt erkundet er weitere wenig bekannte Gebirgsregionen in Asien und Südamerika. Ab 1963 zieht ihn ein weisser Fleck auf den Karten zwischen Indien und Tibet in seinen Bann. Bis 1977 weilt er fünfmal in dem für den Westen geschlossenen Königreich Bhutan. Die Briten wollten seine Erkundungen stets mit allen Mitteln verhindern und machten ihren ganzen Einfluss als ehemalige Kolonialmacht geltend, um Gansser in Indien festzuhalten. Aber auch Schweizer haben ihr Netzwerk. Fritz von Schulthess, enger Vertrauter und Berater des Königs, vermittelt ihm den Zugang zum Königshaus, wo er bald als gern gesehener Freund ein und aus geht. Auf unsäglich einsamen und entbehrungsreichen Expeditionen, begleitet von wenigen Trägern und Yaks, erkundet und kartiert er das gebirgige Gebiet vor dem abweisenden weissen Kranz der unerstiegenen Siebentausender entlang der Grenze zu Tibet. Dank seinen geomorphologischen und glaziologischen Beobachtungen kann er dem König bereits Ende der 1960erJahre die von den gefürchteten Gletscherseeausbrüchen bedrohten Talgebiete angeben. Seinen umfangreichen Schatz an geologischen Karten und Skizzen überreicht er der Königsfamilie. Das später erschienene und ausgezeichnete Buch «Geology of the Bhutan Himalaya» ist dem König gewidmet, ohne dessen Interesse und Unterstüt210

Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser

Erstbesteigung eines 5100  m hohen kolumbianischen Gipfels. Er nennt ihn Pico Toti, nach seiner Frau Toti. (Quelle: «Amarcord»)­

zung die abenteuerlichen Expeditionen undenkbar gewesen wären. Der mit seinen Bildern und Skizzen lebendig und anschaulich gestaltete Geologieunterricht machte Gansser zu einem der beliebtesten Professoren der 1960er- und 70er-Jahre in Zürich. Kaum ein anderer verstand es, sein grosses Wissen und den unermesslichen Erfahrungsschatz so klar und lebendig hinüberzubringen. Gebannt lauschte das Auditorium den fesselnden Erläuterungen des Professors über die Entstehung der Alpen, über die Quetschungen im Innern des Gebirges rund um den Gotthard und über die Gestaltung der heutigen Schweiz im Laufe der Eiszeiten. Keine graue Theorie, der Professor lebte seine Geologie, die Zuhörer lebten mit. Wie hat unser Land während den Eiszeiten ausgesehen? Mit Bildern aus Grönland, mit gewaltigen Gletschern und Bergspitzen, die aus dem Eis ragen, den Nunataks, veranschaulichte Gansser die Vorgänge in den jungen Alpen. Raunen und Staunen im Hörsaal, wenn der Professor in beide Hände eine Kreide nahm, mit links eine geologische


Am 31. Dezember 1939 fährt Gansser als erster mit Ski vom 5400 m hohen Vulkan Nevado del Ruiz ab. (Quelle: «Amarcord­»)

Formation an die Tafel zeichnete und gleich mit der rechten Hand die Skizze beschriftete. Kunstwerke, die am Ende der Vorlesung weggewischt wurden. Tiefe und unvergessliche Spuren haben diese verwischten Kunstwerke bei den Studierenden hinterlassen. «Spuren sind gleichsam die Visitenkarte des Phänomens, das sie prägt …» So beginnt Gansser seinen Beitrag im Schneehasen Nr. 32. Er setzt sich darin mit Yeti-Spuren auseinander. Bezeichnend für sein Wirken nach der Emeritierung ist die Broschüre über den Yeti, die er mit einer Auslese von Skizzen aus seinen Tagebüchern und Bildern aus seinem reichen Fundus fein illustriert hat. Seine Spuren finden wir auch auf der grossen Weltbühne, durch die wissenschaftlichen Tätigkeiten in den 1980er-Jahren im tibetischen Himalaja, welche auf Einladung des chinesischen Präsidenten Deng Xiaoping zustande kamen, oder durch seine Ehrungen

wie die Gustav-Steinmann-Medaille und die King Albert Medal of Merit. Die grossen Verdienste bei der Erforschung des Himalajas haben ihm den Titel «Baba Himalaya», Vater des Himalaja, gebracht. Spuren schuf Gansser in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen und Büchern über Exkursionen und Abenteuer im Himalaja, und in verschiedenen geschickt gestalteten Broschüren. Mit den aussergewöhnlichen Tagebüchern hat er für seine Familie unvergessliche Spuren über sein Wirken geschaffen. Hie und da ist es uns vergönnt, einen Blick in diese privaten Kunstwerke zu erhaschen, und wir stossen dabei auf SAS-Spuren. Ich danke Augusto Gansser und seiner Familie für die einmalige Gelegenheit, in den Schatz der Tagebücher hineinblicken zu dürfen, und für die freundliche Unterstützung, welche diesen Beitrag ermöglicht hat.

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Lebensstationen von Augusto Gansser 1910

Am 28. Oktober in Mailand geboren

1978

Besuch des polaren Urals als Gast der russi-

1914

Rückkehr nach Lugano, Schule in Lugano

schen Geologischen Akademie

und Trogen

1980–85 Exkursionen quer durch Tibet auf Einladung des

1929

Geologiestudium an der Uni Zürich

chinesischen Präsidenten Deng Xiaoping

Eintritt in den SAS

1982

Verleihung der Gustav-Steinmann-Medaille

1934

Wissenschaftliche Expedition nach Ostgrönland

1983

Verleihung des Titels «Baba Himalaya» (Vater

unter Leitung des Dänen Lauge Koch

des H.) durch die Universität von Peshawar

1936

Promotion, wissenschaftliche Expedition in den

1995

Verleihung der King Albert Medal of Merit für

zentralen Himalaja mit Professor Arnold Heim

seine Erforschung der Berge

1937

Heirat mit Linda Biaggi, genannt Toti

2005

Ehrenmitglied der Nepal Geological Society

1932

1938–49 Geologische Untersuchungen für Shell in

Kolumbien und Trinidad

1950–57 Chefgeologe der staatlichen persischen

Ölgesellschaft im Auftrag des Schah

1958

Berufung als ordentlicher Professor für

Geologie an der Uni und ETH Zürich

Forschungsarbeiten in Ladakh, Nepal, Bhutan,

Kanada, Ural, Afghanistan, Patagonien und in

der Antarktis

1963–77 Fünf Expeditionen nach Bhutan, Erforschung

der Gebirgskette entlang der Grenze zu Tibet

1968

Begleitung einer Forschergruppe nach Axel-

Heidberg-Land (nördlichste Insel Kanadas)

1977

Emeritierung; Reisen in der ganzen Welt und

zahlreiche Publikationen

«Je älter man wird, desto wichtiger werden die Erinnerungen.» Der Professor mit dem Autor in seinem Haus «Kailash» in Massagno, oberhalb Lugano. (Foto Kappenberger)

Extraits du journal de bord d’Augusto Gansser

Extracts from the Diary of Augusto Gansser

« Augusto Gansser – Aus dem Leben eines Welterkunders » : tel est le titre de la monographie publiée en 2008. Son œuvre a laissé des traces dans de multiples livres et publications. On sait moins que « Gust », le vigoureux, laissait tous les autres derrière lui aux premières courses SAS grâce à une condition physique bâtie en haute montagne. Après ses études, le géologue féru de montagne est devenu chercheur et découvreur. Des missions l’ont emmené jusqu’au Groenland, au Népal, au Tibet, en Amérique du Sud et à travers l’Asie. C’est en tant que professeur reconnu de géologie qu’il a joué un tour aux Anglais au Bhoutan, en explorant l’imposante chaîne de 7000 à la frontière chinoise. Son premier journal de bord nous donne une impression de la vie estudiantine d’un impressionnant membre du SAS et alpiniste.

“Augusto Gansser – Aus dem Leben eines Welterkunders”; this is the title of the monograph that was published in 2008. His work is well documented in various publications and textbooks. It is less known that a very fit “Güst” outskied everybody in the first SAS races. He owed his excellent physical condition to long demanding mountain tours. After his studies, the mountaineer geologist became an explorer and discoverer. Expeditions led him to Greenland, Nepal, Tibet, South America and Asia. He was already a well-known professor of geology when he explored the imposing chain of mountains – most of them seven thousand metres above sea level – in Bhutan, close to the Chinese border, beating the British to it. His first diary gives an insight into the student life of the SAS member and high-performance Alpinist.

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Aus dem Tagebuch von Augusto Gansser


Sport de compétition et conduite des entreprises Paul Choffat Président central 1986-1989, SAS Lausanne

Comment certaines organisations sportives parviennent-elles à maintenir leur performance au plus haut niveau, alors même que leurs membres changent au fil des années ? Les pratiques des meilleures équipes sportives nous enseignent la clé de ce succès. Elle est simple et réside dans quatre recommandations, à savoir : motiver ses troupes, concentrer ses efforts, développer la relève et former une équipe. Le sport de compétition est sans aucun doute synonyme de performance de pointe ; aucun autre domaine, à l’exception peut-être de l’art, n’est à ce point reconnu pour son excellence. Le monde économique des entreprises est lui aussi en proie à une concurrence sans merci. Aujourd’hui plus que jamais, les sociétés se battent pour augmenter leur part de marché et améliorer leur profitabilité. Et l’opinion publique ne leur décerne que trop rarement la palme de l’excellence ! Il semble dès lors logique de penser que l’exemple des meilleures organisations sportives puisse inspirer le monde des affaires. Et cet enseignement du sport de compétition est bénéfique à la fois sur le plan individuel et également au niveau collectif  ; plus spécifiquement dans le cadre de la conduite d’organisations. D’abord, en tant que personne, tout sportif de haut niveau apprend à aller continuellement plus loin sur le chemin de sa performance et à repousser ses propres limites. Cette obsession de n’être jamais satisfait avec le résultat obtenu et de chercher constamment à améliorer son jeu est une constante des sportifs de pointe. Une autre leçon de la pratique de la compétition sportive réside dans le fait que chaque athlète a pleinement conscience de ses propres limites (self-awareness). Cette connaissance et l’acceptation de ses forces et faiblesses sont des préalables indispensables pour pouvoir s’améliorer. Il en va de même dans le monde économique. Les res-ponsables qui sont dépourvus d’une telle humilité ont bien de la peine à progresser ; leur entou-

rage éprouve fréquemment des difficultés à communiquer de manière ouverte et franche, voire à travailler en harmonie avec de tels chefs. Il en résulte des rapports dénués de confiance qui empêchent la constitution d’une vraie équipe. Ensuite, au-delà du plan individuel, l’exemple du sport de compétition est utile dans le domaine de la conduite des entreprises. Nous connaissons tous des clubs caractérisés par l’excellence ; de telles équipes nous impressionnent par leur capacité à se maintenir au plus haut niveau de l’élite mondiale pendant de nombreuses années. Il en va ainsi, par exemple, de l’équipe autrichienne de ski, des joueurs de rugby des All Blacks (Nouvelle-Zélande) ou en-

«Passion. Passion for the game. I think there’s no one in this organisation who doesn’t have a genuine love and passion for what we do. Passion makes this place tick, along with good leadership and good governance. And all the Blacks are the pinnacle of that passion.»  Event Crawford, development manager of the All Blacks rugby team.

Paul Choffat

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core du FC Bayern München. Que nous enseigne la pratique des meilleures organisations sportives en tant qu’entités organisationnelles ? A mon sens, elles font preuve des quatre caractéristiques suivantes : la motivation (Inspire), la concentration (Focus), le développement des talents (Coaching & Developing Talents) et enfin la formation d’une équipe (Team Building).

Passons brièvement en revue ces différents éléments :

• La motivation (Inspire) : pour tout sportif ou

équipe d’élite, l’envie de gagner ou la rage de vaincre est une seconde nature. En revanche, dans le monde de l’entreprise, tous les collaborateurs ne sont pas habités par cette même passion. Souvent, ils ne connaissent pas non plus la stratégie de leur entreprise, ni sa vision ou son rêve. Ils ont bien souvent de la peine à s’identifier avec les buts poursuivis par ceux qui les dirigent. Au-delà de l’objectif financier ou de part de marché, ils ne comprennent pas non plus la contribution positive que leur employeur tente d’apporter à son environnement ou en faveur de la société dans son ensemble. Et pourtant les collaborateurs n’excellent aujourd’hui que s’ils s’identifient avec la mission de leur entreprise. En même temps, ils doivent voir pour eux-mêmes la possibilité de contribuer de façon positive à la réalisation de la stratégie et des objectifs de leur employeur. Enfin, leur travail doit leur permettre un développement personnel. Motiver des collaborateurs de la sorte est défini en anglais par le terme de Inspire. •  La concentration (Focus) : pour gagner et être toujours et encore le meilleur, les sportifs se concentrent sur les activités essentielles à l’amélioration de leur performance, et uniquement sur celles-là, abandonnant tout ce qui ne sert pas cette cause. Par suite de leur complexité, de leur taille ou d’une large couverture géographique, les entreprises ont beaucoup plus de peine à se concentrer sur ce qui est décisif à leur succès. Cette focalisation (Laser-Sharp Focus) requiert d’abord une analyse approfondie afin d’identifier les activités-clés ; elle nécessite ensuite d’allouer un maximum de ressources à leur réalisation. A titre d’exemple, une société active dans le secteur des médicaments en vente libre a récemment défini que toutes ses activités devaient tendre « à obtenir la recommandation des profes214

Sport de compétition et conduite des entreprises

sionnels de la santé, à convaincre le consommateur à l’achat du produit et à pleinement le satisfaire lors de l’utilisation de ce dernier (ce qui conduit à de nouveaux achats) ». Vouloir l’emporter systématiquement dans ces trois moments de vérité implique notamment de pouvoir offrir des produits innovateurs ou de meilleur qualité, au juste prix et avec un service irréprochable. Chaque fonction de l’entreprise peut interpréter cette formule et en tirer les conséquences quant à son propre mode de fonctionnement ; chaque unité peut ainsi, à la lumière de son objectif arrêté de façon très pointue, définir les activités qu’il convient de diminuer ou même supprimer, ou au contraire, celles à augmenter, voire à démarrer. •  Le développement des talents  (Coaching & Developing Talents) : à l’inverse des équipes de football, par exemple, les sociétés industrielles et de service se contentent souvent de « boucher les trous » lors de l’embauche de nouveaux collaborateurs. A tout niveau de la hiérarchie, chaque recrutement d’un nouvel associé est pourtant une chance unique d’améliorer la qualité du personnel. Cette opportunité n’est que trop rarement saisie. Dans le monde sportif, le secteur du développement des jeunes, des talents, et bien sûr des sportifs de pointe, est l’un des domaines, sinon le domaine, auquel il est attaché la plus grande importance. Ce n’est pas assez souvent le cas dans le monde de l’entreprise. Et pourtant, les responsables qui dédient avec bonheur une grande partie de leur temps à former, conseiller et promouvoir leur capital humain sont souvent ceux qui obtiennent les meilleurs résultats ; sans parler de leur propre satisfaction à développer des talents ! •  La formation d’un team (Team Building) : combien de fois n’avons-nous pas assisté à un match entre deux équipes au cours duquel le camp le plus fort, de par la qualité de ses individualités, se faisait ridiculiser par le plus faible ? La raison tient toujours à la meilleure cohésion et à la complémentarité des membres de l’équipe victorieuse. A fortiori, dans une entreprise qui comporte différentes fonctions comme la recherche, la production et la vente, et ceci sur plusieurs sites, un alignement de toute l’organisation est encore plus nécessaire. Seuls une sensibilité à cet impératif et un engagement de tous les instants permettent aux meilleurs cadres du milieu économique de former une équipe de tous les associés de leur entreprise.


Triple victoire autrichienne dans le slalom des Jeux olympiques de Turin en 2006 ; de gauche à droite : Reinfried Herbst, Benjamin Reich, Rainer Schönfelder.

S’il suffit de motiver ses collaborateurs, de se concentrer sur les activités-clés, de développer ses talents et de créer une équipe pour obtenir des performances exceptionnelles dans les entreprises, pourquoi celles-ci ne pratiquent-elles pas ces recettes plus fréquemment ? J’y vois deux explications. D’abord, mettre en œuvre ces facteurs de succès dans des organisations comptant des milliers, voire des dizaines de milliers d’employés dispersés à travers le monde, est à l’évidence beaucoup plus ardu que s’il s’agit d’unités de quelques dizaines de personnes. Ensuite, et de manière plus importante, trop de cadres ou patrons d’entreprises se comportent plus en managers qu’en leaders suivant la maxime bien

connue en Suisse : « Vertrauen ist gut, Kontrolle ist noch besser » (Faire confiance, c’est bien ; contrôler, c’est mieux). Un manager accomplit des tâches, il administre, réagit, organise, accepte la situation présente, contrôle et impose la discipline. A l’inverse, un leader réfléchit, défie le statu quo, impose le rythme, initie le changement, supprime les obstacles, crée des opportunités, motive et inspire la confiance. N’y a-t-il pas trop de managers et pas assez de leaders dans nos entreprises ? Puisse l’exemple des meilleures organisations sportives nous aider à évoluer vers beaucoup plus de conduite de la part des cadres supérieurs du monde économique (leadership), tâche autrement plus passionnante !

Spitzensport und Unternehmensführung

Competitive Sports and Business Leadership

Wie können sich ein paar wenige Sportorganisationen auf dem höchsten Niveau behaupten, obwohl ihre Mitglieder über Zeit wechseln? Die Erfahrungen aus der Führung der besten Sportmannschaften zeigen den Schlüssel zu diesem Erfolg. Er ist einfach und liegt in den folgenden Empfehlungen: motivieren, fokussieren, Talente entwickeln und ein Team aufbauen.

How can a few sport organisations maintain top performance despite constantly changing team members? The leadership practices of the best sport teams teach us the four key pillars for success: inspire, focus, coach and develop talents, and build a team.

Paul Choffat

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Clubleben und Resultate Vie du club et rĂŠsultats Club Life and Results


SAS-Sektionen Sections SAS SAS sections

Wie gemeinhin unter Mitgliedern des SAS bekannt ist, besteht der SAS aus sieben Sektionen, wobei sich der eine oder andere wohl schon die Frage gestellt hat, ob man nun einer SAS-Sektion und/oder einfach dem SAS angehört. Ohne auf diese Beziehung zwischen den SAS-Sektionen und dem SAS weiter einzugehen, ist zu bemerken, dass sich seit Bestehen des SAS noch keine ausreichende Gelegenheit ergeben hat, die einzelnen Sektionen und deren (Eigen-)Leben genauer zu präsentieren. Die Würdigung der Sektionen und das ehrenamtliche Engagement der einzelnen Mitglieder des SAS in ihren Sektionen und damit auch im SAS allgemein geben Anlass genug, um in den folgenden Ausgaben des Schneehasen Charakteristika aus der Geschichte, dem Leben und der Entwicklung der einzelnen Sektionen anhand von Fakten und Kommentaren kurz zusammenzufassen und somit auch ihre Bedeutung für den SAS, wenn auch nur andeutungsweise, hervorzuheben. So werden denn in dieser 38. Ausgabe des Schneehasen die Profile des SAS Fribourg und der SAS AH Sektion Norwegen vorgestellt.

Fait connu parmi les membres du SAS, le SAS est composé de sept sections, et l’un ou l’autre d’entre nous s’est certainement déjà posé la question de savoir s’il appartient à sa section ou tout simplement au SAS. Sans approfondir le sujet de la relation des sections au SAS, on remarque tout de même qu’il n’y a, depuis la fondation du club en 1924, jamais eu de moyen approprié de présenter les sections et leur dynamique propre. Faire honneur aux sections et à l’engagement de certains membres dans ces dernières et dans le SAS en général nous semble approprié. Dès cette édition du Schneehase, l’histoire, les caractéristiques, le développement et la vie des sections seront relatés dans les faits et agrémentés de commentaires pour souligner leur importance au sein du SAS. Ainsi sont présentés dans cette 38 e édition du Schneehase, le SAS Fribourg et la section SAS AH Norvège.

It’s a well known fact among SAS members that the SAS is composed of seven sections. And many a SAS member has pondered whether he was part of his section or part of the SAS. Without further investigation into the complex relationship between the SAS and its sections, one notes that, since the founding of the SAS, no forum was ever offered to present the sections and their inner life. The appraisal of the sections as well as of the honorary engagement of members to them and to the SAS as a whole seems due. From this 38th edition onwards, the quirks of the history, the characteristics, the development and the life of the sections will be shortly narrated in facts and spiced up with comments in order to emphasise, if ever so little, their importance to the SAS. In this 38th edition, the SAS Fribourg and the SAS AH Section Norway are presented in short profiles. 218


Profil du SAS Fribourg

C’est en 1946 que la section du SAS Fribourg a été créée sous l’impulsion de Claude Blancpain et de Pius Pally suite à l’appel de Bernhard Rüfenacht (SAS Berne). Claude Blancpain était, dès les années 1930, membre et président de la section Genève, mais gardait l’espoir de créer une section Fribourg. C’est grâce au soutien de Pius Pally, chef des sports de l’Université qu’ils fondent finalement la section du SAS Fribourg. Le nombre de membres de la section Fribourg s’élève à 12 en 1946.

La section Fribourg s’est très bien développée durant les années qui suivirent, et les membres ont pu de plus en plus briller grâce à leurs succès sportifs. Un élément-clé de la section, reflétant bien la tradition fribourgeoise, a été de tout temps son bilinguisme. De ce fait, il n’y a rien d’étonnant que les membres viennent des quatre coins de la Suisse et qu’une fois leurs études accomplies, ils se dispersent à nouveau de Genève à Appenzell.

Les présidents de la section dans l’ordre chronologique (autant que connu) et les membres d’honneur de la section de Fribourg : Président 1946-1951 Claude Blancpain † 1951-1958 Paul Siegwart 1958-1966 Anton Cottier 1966-1974 Dominique de Weck 1974-1979 Klaus Burlet 1979-1985 Olivier Brunisholz 1985-1988 Alain Touron 1988-1990 Charles Hermann 1990-1994 Philippe Calame 1994-1995 Michael Kinzer 1995-1996 Jan Wellensiek 1996-1997 Bertrand Siffert 1997-1998 Nicolas Nussbaumer 1998-2002 Bertrand Siffert 2002-2004 Mathieu Boucher 2004-2007 Felix Gey 2007-2008 Frédéric Clément 2008- Emily Clément

1970 2009

Membre d’honneur Claude Blancpain † Olivier Brunisholz

Présidents du SAS Fribourg de 1958 à 1995. 1er rang, de g. à d. : Michael Kinzer, Philippe Calame. 2e rang, de g. à d. : Charles Hermann, Dominique de Weck, Alain Touron, Anton Cottier, Olivier Brunisholz, Klaus Burlet. Photo : màd.

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De g. à  d. : Santé avec Jürg Willi, Alexander Arnesen, Marco le Candidat, Alain Touron, Jean de Skowronski, Georg Roux. Photo : màd.

Saas Fee 1986 : de g. à  d. : Eric Bersier, Walo von Mühlenen, Emanuelle Bloch, Alexander Arnesen, Alain Touron, Markus Jungo. Photo : màd.

Un grand pas pour la section fut la création d’un premier Comité central fribourgeois en 1998. Cette période de Comité central fribourgeois est encore présente dans beaucoup d’esprit du fait de la question très débattue de l’acceptation ou non des femmes au SAS. Finalement lors de l’Assemblée des délégués du 17 juin 2000, les étudiantes ont enfin pu devenir membres du SAS. Il ne reste maintenant qu’à attendre le prochain Comité central fribourgeois pour savoir si des décisions aussi capitales seront prises…

La situation actuelle reflète le développement réjouissant de la section. Depuis 2008, la section Fribourg est menée par une femme, et ses membres ont augmenté pour s’établir à 118 membres. La course de slalom organisée conjointement avec la section Genève à Jaun s’est révélée comme un grand succès et accueille chaque année environ 130 participants. De même les événements organisés par la section durant l’été permettent à chacun de passer des moments inoubliables.

Le seul Comité central pour l’instant de la section de Fribourg de 1998-2001 :

Evénements de la section Fribourg :

Alain Touron Président Jan Wellensiek Vice-président Olivier Brunisholz Vice-président Hippolyte de Weck Finances Eric Bersier Chef Alpin José Kaelin Chef Nordique Walo von Mühlenen Sponsoring Frédy Bienz Chef Matériel Marc-Antoine Glauser Jeunes SAS Yves de Kalbermatten Liste des membres Klaus Burlet Alpinisme Jacques Pittet SAS News Marie-Luce Délez Assistante officielle du Comité central

1960 1988 1994 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2005 2006 2006 2007 2007 2008 2008 2009 2009 2010

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Fête centrale au lac Noir Fête centrale à Nonan Fête centrale au lac Noir Fête centrale en Gruyère Dégustation de vin à Fribourg Dégustation de vin au Moléson Dégustation de vin à Fribourg Via ferrata aux Diablerets Ropetech à Berne Grassski à Marbach Descente de l’Aare Via ferrata de la face nord de l’Eiger Retrouvailles zermattoises Via ferrata au Moléson Retrouvailles zermattoises Via ferrata au Moléson Visite NFLA/NEAT Via ferrata au Moléson Via ferrata au Moléson


1er rang, de g. à  d.  : Olivier Brunisholz, Diego Leis, Grégory Braillard, Aris Kellenberger, Marc Walpoth, Philippe Döbeli. 2e rang, de g. à  d.  : Silvan Bözinger, Walo von Mühlenen, Beda Murer †, Pierre Mazurek, Markus Jungo, . . ., Charles Goumaz. 3 e rang, de g. à  d.  : Pierre Michel, Felix Gey, Bertrand Siffert, Emily Clément, Ivan Brustlein, Virginie Glassey, Charles von Wurstemberger. Photo : Roland Eggspühler

Les témoignages qui suivent des divers membres de la section Fribourg (tant en français qu’en allemand) reflètent très bien l’atmosphère particulière de la section ainsi que certains souvenirs bien ancrés dans les mémoires. Christof Siffert, membre depuis 1998 Peux-tu nous énumérer une anecdote qui t’a marqué ? Lors du Pentathlon, à l’épreuve du ski de fond, mon matériel était tellement pourri que les chaussures se sont désintégrées dans la neige, et j’ai terminé ma course en courant avec les skis de fond à la main. Charly von Wurstenberger, Mitglied seit 1980 Gibt es eine Geschichte/Anekdote, welche Du gerne erzählen möchtest? Mein erstes Studentenabfahrtsrennen in Bad Hofgastein vergesse ich nie mehr. Das Rennen bestand aus einem Steilhang, bei dem man bis 130 km/h erreichte. Alle (insbes. Marc Russenberger) hatten mich auf der Hinreise schon gewarnt davor. Im 1. Training tastete ich mich an die Strecke ran – es war jedoch nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte, da es doch noch leichte Kurven gab im Steilhang. Am Abend anlässlich der Mannschaftsführersitzung hiess es dann, dass der junge Schweizer mit der Nr. 48 bitte im nächsten Training nicht mehr die Damentore fahren sollte. Damit war ich gemeint. Ich versuchte es dann richtig am

nächsten Tag. Es war wie beim Anlauf einer Sprungschanze, der Puls jagte nach oben – es war grausam schnell. Keine Abschrankungen weder links noch rechts auf einem Ziehweg. Um ein Haar wäre ich ins Unterholz gerast, da ich mit einem Ski hängen blieb. Im Rennen klassierte ich mich genau vor Hubertus von Hohlenlohe, auf Rang 42, der im gleichen Jahr sein erstes WC-Rennen bestritt. Jürg Willi, Mitglied seit 1982 Was war Deine Motivation/aus welchem Grund bist Du dem SAS beigetreten? Mein erster Winter in Fribourg verlief sehr zermürbend. Ich hatte auch keine guten Freunde im Sinn von fröhlichen, positiven Menschen, sondern war von «Nörglern» umgeben. Im 2. Studienjahr überredete mich eine Kommilitonin, an ein SAS-Wochenende (Retrouvailles) nach Zermatt mitzufahren. Es war ein tolles Wochenende. Endlich waren da lässige Leute. Meine Freude am Skirennsport war sofort wieder entfacht. Mein Studentenleben verlief ab diesem Zeitpunkt viel zielorientierter. Ich sage oft, die SAS-Mitgliedschaft hat mir sehr geholfen, den Elan aufzubauen, den es braucht, um ein Studium erfolgreich abzuschliessen. Bertrand Siffert, membre depuis 1992 Comment le SAS, respectivement ta section, ont-ils évolué depuis ton admission ? La section Fribourg a énormément changé. Lors de 221


mon admission, les membres de la section étaient très peu actifs, en tous les cas sur les pistes... Par la suite, la section a vu croître le nombre de ses membres, et surtout la fréquentation aux courses à ski et autres activités du SAS. La section Fribourg a été pendant quelques années la seule à participer à absolument toutes les manifestations SAS d’une saison. Son dynamisme lui a par ailleurs permis d’assumer pour la première fois la charge de la présidence centrale de 1998 à 2001. Frédéric Holzbaur, Mitglied seit 1997 Was waren persönliche Erlebnisse in Deiner SASler Zeit, welche Du speziell erwähnenswert findest? Die Iran-Alpinismus-Reise 2005 mit dem SAS. Frédéric Sottas, membre depuis 1977 Quels sont les événements particuliers que tu as vécus durant ta vie au SAS ? Les différents Championnats universitaires suisses ainsi que les Italo-Suisses (Cortina et Rome, Grando Sasso). Quelques fêtes centrales et notamment celle du 75e anniversaire en Gruyère avec l’admission des femmes. Marc Walpoth, membre depuis 2002 Quel est pour toi l’événement SAS qui te tient à cœur et pour quelles raisons ? Les grands rendez-vous internationaux du club

comme les Anglo-Suisses, les Italo-Suisses et le Pentathlon. Ces trois événements offrent à tous (jeunes et moins jeunes, suisses et étrangers) l’occasion de se retrouver autour d’une même passion. Ces rendez-vous m’ont permis de rencontrer divers sportifs du monde entier et de garder contact en les retrouvant d’année en année. Roger Roth, Mitglied seit 1998 Wie sieht Deiner Ansicht nach die Zukunft des SAS/ Deiner Sektion aus? Die letzten Jahre haben gezeigt, dass der SAS vor allem im Langlauf national immer mehr im Rampenlicht steht und seine Mannen und auch Frauen in vorderster Front anzutreffen sind. Auch in den Verbänden sind stets Persönlichkeiten mit SASHintergrund anzutreffen, und das ist gut so und sollte auch zukünftig gepflegt werden. Andrea von Däniken, Mitglied seit 2003 Würdest Du heute wieder dem SAS beitreten? Wenn nein, was müsste sich allenfalls ändern? Wenn ja, weshalb, was hat Dir der SAS gebracht? Ja sicher. Dank dem SAS konnte ich unvergessliche und interessante Momente sowohl auf als auch neben den Skipisten geniessen. Freundschaften können auch nebst dem Universitäts- und (nun) Berufsleben gepflegt werden. Der SAS erweitert den Horizont auf jeden Fall.

SAS Opening à Saas Fee 2003 : 1re rang, g. à  d.  : Mathieu Boucher, Louis Burrus, Antoine Aviolat, Maxime Morard, Marc Walpoth, Guillaume Tofel, Andrea von Däniken, Michael Tschudin, Felix Gey, Philippe Döbeli. 2e rang, de g. à  d.  : Charly von Wurstemberger, Beda Murer †, Walo von Mühlenen, Daphne Lebel, Roselyn Ormond, Ségolène Altweg, Manale Aebischer, Moritz Neun. Photo : màd.

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Raphaelle Bayard, membre depuis 2009 Quel est pour toi l’événement SAS qui te tient à cœur et pour quelles raisons ? La course SAS de Jaun, c’est Fribourg (et Genève) qui l’organise et les gens qui y participent repartent avec le sourire. C’est toujours un succès.

Arnold Koller, Mitglied seit 1957 Gibt es eine Geschichte/Anekdote, welche Du gerne erzählen möchtest? Ich gewann den Slalom 1959 nach durchzechter Nacht, was mich offenbar locker gemacht hatte.

Philippe Döbeli, Mitglied seit 2003 Gibt es einen SAS-Anlass, den Du speziell erwähnenswert findest und warum? Natürlich den SAS-Coup FR/GE in Jaun. Es herrscht immer ein super Ambiente, und für ein SAS- Rennen hat es sehr viele Teilnehmer.

Virginie Glassey, membre depuis 2000 Quel est pour toi l’événement SAS qui te tient à cœur et pour quelles raisons ? Le SAS Opening parce que toutes les sections sont réunies. L’ambiance de ces retrouvailles (à Zermatt ou Saas Fee) et le ski mélangé avec la fiesta sont très spéciaux.

Mike Tschudin, Mitglied seit 2002 Wann bist Du dem SAS beigetreten? Welcher Sektion und warum? Ich bin in meinem ersten Jahr an der Uni 2001 zum SAS gekommen (auf Empfehlung von Thomas Almer, der mich auf den SAS aufmerksam gemacht hatte), und ich habe es nicht bereut!

Eric Bersier, membre depuis 1984 Es-tu nordique, alpin ou randonneur, et à quelles compétitions as-tu participé ? Je suis un alpin et j’ai participé aux Universiades (3x), aux Coupes d’Europe universitaires, aux Championnats suisses universitaires, aux Coupes SAS, aux Anglo-Suisses, aux SAS Opening.

Silvan Bözinger, Mitglied seit 2004 Gibt es einen SAS-Anlass, den Du speziell erwähnenswert findest und warum? SAS-Opening und -Closing: Alle SASler sind vereint, alte Freundschaften pflegen, neue schliessen. Die Trainingslager in Zermatt (Intersection): Ich konnte meine Skitechnik erheblich verbessern. Zudem herrschte im Camp eine gute Stimmung. Das polisportive Weekend in Morschach/ Magglingen: Möglichkeit, die SAS-Mannschaften kennenzulernen sowie einmal etwas andere Sportarten im SAS zu betreiben (OL, Unihockey, Wellness etc.). Das Norge-Suisse: ein spezielles Erlebnis, SASler aus einem anderen Land als der Schweiz kennenzulernen.

Charles Hermann, membre depuis 1983 Quels sont les événements particuliers que tu as vécus durant ta vie au SAS ? Les courses, les week-ends et les sorties à vélo et les Italo- et Anglo-Suisses dans les palaces (sympa en tant qu’étudiant…).

Mathieu et Natascha Boucher, membres depuis 2000, resp. 2003 Comment décrirais-tu l’« Esprit SAS » à un nonmembre ? Un club amical et très convivial, qui permet un rapprochement entre les différents membres par l’intermédiaire du ski de compétition. De plus, la rencontre avec les membres d’autres générations, dans une atmosphère agréable, est extrêmement intéressante.

Grégory Braillard, membre depuis 2004 D’après toi, à quoi ressemble l’avenir de ta section, respectivement du SAS ? L’avenir devrait être assez fructueux avec les nouveaux membres motivés et surtout avec les anciens qui sont toujours présents. La section sera dynamique ! Olivier Brunisholz, membre depuis 1976 (membre d’honneur depuis 2009) Quel est pour toi un événement qui te tient à cœur et pour quelles raisons ? Le Camp d’été des Jeunes SAS. En effet, cela me tient très cœur car cela permet de transmettre le plaisir et l’esprit SAS à des futurs membres SAS. Après dix éditions, il me semble que j’ai réussi à développer un contact avec les jeunes et je constate que la relève et là. Chaque année de nouveaux membres rejoignent les sections après avoir eu leur première expérience lors de ces Camps d’été SAS.

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Profile of SAS-AH Sektion Norwegen

Almost since the foundation of the SAS in 1924 there have been Norwegian members. Jakob de Rytter Kielland and Sigmund Ruud, accepted as members in 1928 and 1929 respectively, were some of the best-known from that time. Both would later go on to play a pivotal role for the development of Alpine skiing in Norway. During the 1930s, more Norwegians joined the ones in Switzerland and during the war there were 40 to 50 Norwegian students in Zurich. At that time, there was a small group of five Norwegian SAS membres who were forced to stay (behind) in Switzerland and the SAS became the centre of their social winter activities. After the war, new contingents of Norwegian students came to Switzerland and at the peak they accounted for more than ten percent of the student mass at ETH. Many of them, such as Jack Nielsen and Peik Arstal, were very good skiers. Unfortunately for the current Section Norway, the number of Norwegians was too great for the SAS to accept them all. Instead only a few became SAS members, at least initially, so instead they competed for Nordiska Roddföreningen. They participated in skiing competitions organised by the SAS and won many Swiss championships for Nordiska. In the late 1940s and early 1950s, some of the Norwegians like Jack Nielsen and Gubbe Tandberg, who had not originally joined the SAS, finally became SAS members. After the war, most Norwegians were preoccupied in rebuilding the country, but the Norwegian SAS members soon felt the yearning for the SAS life from which they had so many good memories. They all felt they shared something special through their unique experiences from skiing events with the SAS in Switzerland. One of the most active skiers at the time was Rolf 224

The five Norwegian SAS members who were very active during the war 1940–45, from top left: Rolf Lonnevig, Halfdan Nilsen-Moe, Arthur Nordlie, Calle Behrens, Calle Smestad. Photos: by courtesy

Lonnevig. He was very busy with work, family, skiing and participating in various competitions. However, he kept contact with his Norwegian friends in SAS and also with his many friends in SAS in Switzerland. In 1950 Rolf got the idea to start a Norwegian section of SAS. The aim was first and foremost to arrange occasions to get together and share the well-known “SAS-Geist”. At the same time it gave a reason to maintain and improve the connection with all the SAS friends in Switzerland. Rolf mentioned the idea to Halfdan Nilsen-Moe, who at first was sceptical, but soon warmed to the idea and supported it wholeheartedly. Rolf got Arild Schlytter to gather “the old boys” around the idea and soon Jakob de Rytter Kielland, Dag Klaveness, among others, joined in. At the time Rolf’s best friend in SAS, Hans Kessler, was Central President. Rolf reached out to Hans and presented the idea. Hans was immediately positive and he said: “I can be part of starting something new!” Rolf’s close relation to Hans Kessler and Hans’ positive attitude towards the Norwegian


members were both key aspects in determining the support Rolf got for his idea about a Norwegian SAS section. And thus it so happened that for the first (and probably last) time a Norwegian section of a Swiss ski club was founded. The founding meeting was held in May 1951 at Frognerseteren Restaurant outside Oslo. Reidar Hoff even travelled from Trondheim to participate. The club was named “SAS AH-Sektion Norwegen”. The first members were: Arild Schlytter, Jacob de Rytter Kielland, Calle Smestad, Dag Klaveness, Reidar Hoff, Rolf Lonnevig, Arthur Nordlie, Sigmund Ruud, Holger Sinding, Calle Behrens, Halfdan Nielsen-Moe, Johnny Lunde, Sigmund Guttormsen, Petter Mustad. At the meeting Arild Schlytter presented his suggested Board. He suggested Halfdan Nilsen-Moe as Chairman and Dag Klaveness as Secretary General. To everybody’s surprise, Dag refused and left the room. As a result, the meeting was suspended. After

the break Dag declared that he, as a Norwegian with very close maritime ties, could not be associated with any title with such close resemblance to military land forces. If, however, the members of the club could accept the title “Secretary Admiral” he would gladly accept the position. And so he became the first Secretary Admiral amongst much laughter and applause. The term «Beisitzer» was coined «Stets schlafender Beisitzer». The club also established a Council whose mandate was to wisely guide the development of the club in the right Alpine spirit. The first members of the Council were: Sigmund Guttormsen Jacob de Rytter Kielland Dag Klaveness Sigmund Ruud Arild Schlytter While many of its members were active on the skiing arena in various positions, it was agreed by the members that SAS AH-Sektion Norwegen

Successful SAS AH-Sektion Norwegen: Presidents, Secretary Admirals and Highlights Year President Secretary Admiral 1951–1954 Halfdan Nielsen-Moe Dag Klaveness 1954–1956 Dag Klaveness Dag Klaveness 1957–1969 Halfdan Nielsen-Moe Dag Klaveness 1969–1970 Halfdan Nielsen-Moe Johnny Lunde 1971–1973 Arild Schlytter Johnny Lunde 1973–1977 Lars A. Backer Esben Thrane 1977–1979 Aksel Gresvig Esben Thrane 1979–1983 Aksel Gresvig Knut Ellingsen 1984–1987 Aksel Gresvig Einar Dahle 1988–1989 Aksel Gresvig Nils Klaveness 1990–1991 Alf G. Astrup Nils Klaveness 1992–1994 Alf G. Astrup Thomas Langaard 1995–1996 Tom Amundsen William Rode 1996–2000 Tom Amundsen Lorentz Kielland 2000 –2002 Tom Amundsen Christian Rolfsen 2002–2004 Ivar Sandvik Christian Rolfsen 2005–2006 Pål Troye Christian Rolfsen since 2006 Pål Troye Nicolay Bérard-Andersen

Highlight 10th years anniversary in Tuddal in 1961 Halfdan Nielsen-Moe in Turkey Speed skating during club championship in 1958 Honorary price "Die Goldene Bindung" initiated "Sommerkrokklåm" from 1973–79 with events such as wood stacking, dart and crocket 25-years anniversary at Vestlia, Geilo, in 1976 (13 Swiss, 30 Norwegians) Summer parties from1980–89

40th anniversary at Vestlia, Geilo, in 1991 (115 Swiss participants); 120 SAS members dining together, new record outside Switzerland Olympic SAS chalet at Skeikampen during the Lillehammer games Beginning of the Golf Club Championship 50th anniversary at Kvitfjell in 2001 (115 Swiss participants)

60th anniversary in Oslo and at Norefjell in 2011 during the Nordic WC in Oslo 225


Gathering before the ice skating competition in Sigmund Ruud’s home garden. Photo: by courtesy

Norwegian Student National Ski Team. Photo: by courtesy

should only be for pleasure and fun. (Ref. excerpt from the Annual Report from 1951 [translated]: “to work to reestablish the club spirit and further the coexistence of the former travelers to Switzerland, and thereby to revive old and festive memories from a happy student life in the Alps.”) From its very beginning the Section has been an extracurricular activity at times kept alive by enthusiastic members like Dag Klaveness. On several occasions SAS members from Switzerland have visited, both for festive occasions, but also for events like the Galdhøpiggrennet. Club activities have varied throughout the years, although the General Assembly in the Fall, a Winter “Stamm” and its Club Championship with Hopplom have always been included in the Annual Programme. For a period of many years in a row an annual summer party was held. In the later years an annual golf tournament has been arranged. The SAS AH-Sektion Norwegen has organised four larger jubilees with participating SAS members from Switzerland:

1976 25-years jubilee at Geilo (approx. 13 from Switzerland) 1991 40 years at Geilo (approx. 115 from Switzerland) 2001 50 years at Kvitfjell (approx. 130 from Switzerland) 2011 60 years in Oslo and at Norefjell (approx. 115 from Switzerland) In recent years a declining number of students in Switzerland have led to fewer recruits for Sektion Norwegen, which has sparked a discussion about the club’s future. In early 2000, Fritjof Fredriksen challenged the club at several occasions to send participants from Norway to the Swiss University Championships, where he had been an active organiser for several years. In 2004 a small team of young athletes from Heming were sent and returned thrilled with their experience. In 2005 the team was significantly strengthened with both Alpine and cross-country skiers and was awarded the status as a Student National Team by the Norwegian Student Athletes organisation. For the first year several persons and

Left to right: Christian Rolfsen, Willliam Rode, Helge Opdahl, Felix Steinebrunner, Thomas Langaard, Pål Troye, Leif Erik Haleen; AH week at Kvitfjell, 50th anniversary Section Norway, 2001. Photo: by courtesy

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First Norge-Suisse in 2007: Pål Troye, Aline Bütikofer, Marc Achermann. Photo: by courtesy

Winners of the Norge-Suisse 2011. Photo: by courtesy

organisations donated funds to get the project started, but after that the participants paid their own share and continued to collect sponsorships. Since then there has been a Student National Team participating in Swiss competitions every year, but in 2010 they chose to only participate in the Engadin Marathon, achieving very good results. This initiative unfortunately did not lead to a significant strengthening of ties between Norwegian and Swiss SAS members as intended. Therefore President Pål Troye played with more ideas on how to accomplish this task. During a walk with Charly von Wurstemberger in the new Tryvann Winterpark in Oslo 2006 he got the idea of a “Norge-Suisse” event. This was intended to be a biannual event (alternating with the Italo-Suisse) where SAS members from Switzerland would travel to Norway and participate in the Club Championship Hopplom and other events. The guests should be accommodated privately by Norwegian SAS members. “Norge-Suisse” has developed since then into a symbol for activities strengthening the friendly ties and get-together between SAS

Norway and its Swiss SAS friends, including participation and co-organising of arrangements in Switzerland like the Pentathlon. Before its upcoming 60-years jubilee, the section seems in better shape than it was for a long time and looks forward to welcoming everybody to a week’s celebration of SAS and Sektion Norwegen in Oslo and Norefjell. After more than a year of planning and preparing, the organisational committee proudly received 115 guests from Switzerland for the 60th anniversary of SAS Sektion Norge. It started off with an aperitif «Chez le President» Pål and his charming wife Rachel, where Robert Kessler was introduced as the guest of honour. The subsequent programme included watching (through the fog) several of the events at the Nordic Ski World Championship culminating in the ski jumping competition at the new Holmenkollen hill where 150 Swiss and Norwegians waved their flags as Simon Ammann jumped to his bronze medal. In the evenings we were hosted by the Swiss ambassador in his residence, toured the Ski museum of Holmenkollen and dined at the Opera with lovely opera

Ski jumper at the Holmenkollen 2011. Photo: Carole Jauffret

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Participants of the Norge-Suisse 2011. Photo: Ivan Wagner

music and at the wooden Frognerseteren, built by the Swiss Thomas Heftye. On that occasion, several from the party took sleds down the hill towards Oslo after dinner. After that, the whole party moved on to ski resort Norefjell (two hours from Oslo), where the races took place. Despite heavy wind (what a change of weather) a giant slalom and “Sie und Er” competition were held. Carole Jauffret and Florian Schmid came out on top of the giant slalom whereas Marina and Armin Siegwart emerged as winners of the “Sie und Er”. Saturday was reserved for the traditional Hopplom race (slalom with a ski jump) and the overall winner was Fredi Wittenwiler just like ten years ago. The whole week came to an end with a lovely gala dinner with prize-giving ceremony and speeches. Some statements from members of the SAS AHSektion Norwegen: Tom Amundsen, Mitglied seit 1966 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Warst/bist Du ein alpiner, nordischer oder Tourengeher-SASler? Welche Wettkämpfe hast Du bestritten? Ich war Langläufer und Schweizer Hochschulmeister im Staffellauf sowie Teilnehmer an der Universiade in Innsbruck 1968. Fredrik von Zernichow, Mitglied seit 2002 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Was waren persönliche Erlebnisse in Deiner SASler 228

Zeit, welche Du speziell erwähnenswert findest? Der Pentathlon und die jährliche GV der Sektion mit nachfolgendem Käsefondue bei Pål und Rachel Troye. John Platou, Mitglied seit 1958 (Aufnahme in der Sektion Genf) Würdest Du heute wieder dem SAS beitreten? Wenn nein, was müsste sich allenfalls ändern? Wenn ja, weshalb, was hat Dir der SAS gebracht? Joining SAS as a keen student skier has given me lots of fun, fantastic friendships and lifelong contacts. Tore Elstad Forbrigd, Mitglied seit 1982 (Aufnahme in der Sektion Fribourg) Was war Deine Motivation/aus welchem Grund bist Du dem SAS beigetreten? Neue Freunde zu finden und Skiwettkämpfe zu bestreiten. Frithjof Frederiksen, membre depuis 1963 (Admission dans la section Zurich) Comment décrirais-tu l’« Esprit SAS » à un nonmembre ? La convivialité dans le sport de compétition et des amitiés pour la vie. Espen Wiik, Mitglied seit 1992 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Wie sieht Deiner Ansicht nach die Zukunft des SAS/ Deiner Sektion aus?


Die Sektion Norwegen ist abhängig von norwegischen Studenten, die in der Schweiz studieren und gleichzeitig Freude am Skifahren haben. Wie gut wir diese Herausforderung lösen, bedeutet viel für die Zukunft der Sektion Norwegen. Erik G. Tandberg, membre depuis 1952 (Admission dans la section Genève) Peux-tu nous énumérer une anecdote qui t’a marqué ? Val d’Isère, Concours des Citadins, Descente 1953. Dino Zamboni du Ski club Penna Nera à Milan avait le numéro 2 au départ. En montant dans le téléphérique pour arriver au départ, on a vu par la fenêtre que toutes les filles italiennes (les petites amies de Dino) étaient en train de préparer un « raccourci » dans la forêt. En arrivant en bas (j’avais le numéro 10), j’ai vu Dino (le pauvre) transporté sur un brancard…

Lars A. Backer, Mitglied seit 1957 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Hast/hattest Du in Deiner Sektion/im SAS eine Funktion übernommen und warum? Ich war Kassierer, Präsident und Vorsitzender des Rates, da ich Verantwortung übernehmen wollte. Nicolay Bérard-Andersen, Mitglied seit1989 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Würdest Du heute wieder dem SAS beitreten? Wenn nein, was müsste sich allenfalls ändern? Wenn ja, weshalb, was hat Dir der SAS gebracht? Ja, weil der SAS die sozialen und sportlichen Erlebnisse so gut vereint. Knut E. Schrøder, Mitglied seit 1963 (Aufnahme in der Sektion Zürich) Was war Deine Motivation/aus welchem Grund bist Du dem SAS beigetreten? Ich wollte Skifahren und mit (neuen) Freunden zusammen sein.

Quelle: The Art of Skiing, Palazzo Editions Ltd

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Universiade 2009 in Harbin, China Text und Fotos: Roland Eggspühler

Harbin 2009 war eine Universiade, die neue Massstäbe setzte: 100 000 freiwillige Helferinnen und Helfer; 10 000 Polizisten, Armee- und Sicherheitsdienstangehörige; über 1000 akkreditierte Journalisten, mehr als 100 Stunden Live-TV-Übertragung (und maximal 100 Millionen Zuschauer, erreicht beim Hockeyfinal der Frauen). Die Schweizer Delegation liess sich von diesen Zahlen anstecken und ergatterte sich so viele Medaillen wie noch nie zuvor an einer Universiade: 14 waren es am Ende, die Hälfte davon leuchtete in Gold. Besonders erfreulich: Vier Medaillen gingen auf das Konto von SASlern. Zwei Jahre zuvor in Torino war die Bronzemedaille von Snowboard-Olympiasiegerin Daniela Meuli, die im Frühling 2009 in den SAS Zürich aufgenommen wurde, das einzige Schweizer Universiade-Edelmetall geblieben. In Harbin (China) gab es wiederum eine Schweizer Snowboardmedaille: Diesmal im Snowboardcross durch Clemens Bolli – Daniela Meuli war als Disziplinenchefin und Standortverantwortliche in der Aussenstation Maoershan dabei. Alle anderen Schweizer Medaillen an der Universiade 2009 wurden im Skiresort Yabuli gewonnen. Der Auftakt war bombastisch: Nach der Abfahrt baumelten vier von sechs Medaillen an Schweizer Hälsen: Tamara Wolf und Sandro Boner

siegten souverän, Mirena Küng (Silber) und der nicht mit Sandro verwandte Christoph Boner

(Bronze) komplettierten das Podest. Im gleichentags ausgetragenen Skicross gab es die fünfte Schweizer Medaille: Manuel Eicher sicherte sich in einem spannenden Finish die bronzene Auszeichnung. Fünf Medaillen für die Schweiz an einem Tag, das hatte es an einer Universiade noch nie gegeben. Und das gleich zum Auftakt! Was das bedeutet, ist von Olympischen Spielen hinlänglich bekannt: Wenn die ersten Trümpfe stechen, nimmt das allen weiteren Medaillenkandidaten den Druck von den Schultern. Und es folgen nicht nur jene Medaillen, die man sich erhofft, sondern gleich noch einige mehr. Details siehe Olympische Spiele 2006.

Wenn es läuft, dann läufts

Der Zieleinlauf im Langlauf-Sprint der Frauen an der Universiade 2009: Bettina Gruber (SAS Zürich) gewinnt die Silbermedaille.

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Und so war es auch in China: Gleich drei der vier Abfahrts-Medaillengewinner und -gewinnerinnen doppelten im Super-G nach und holten gleich nochmals Edelmetall – alle in der gleichen Farbe! Für Tamara Wolf waren diese beiden Siege Balsam auf ihre tiefen Wunden, die sie sich mit den schweren Verletzungen zugezogen hatte. Endlich machte die Engadinerin nicht mit furchterregenden Stürzen, sondern mit Siegen auf sich aufmerksam. Auf ihrem Weg zurück wurde sie von Karl Frehsner begleitet.


Die glücklichen SAS-Medaillen-Gewinnerinnen: Bettina Gruber (links, Silber im Sprint) und Eliane Volken (Silber im Slalom).

In China war der frühere Schweizer Nationaltrainer Berater der Organisatoren und Alpin-Betreuer in der Schweizer Delegation. Angesichts der vielen Verschiebungen (und der daraus resultierenden allgemeinen Verunsicherung) war Frehsners Doppelmandat für das Schweizer Team Gold wert. Denn die neuesten Informationen zu einem möglichst frühen Zeitpunkt zu erhalten, war das A und O in einem perfekt organisierten, aber bei Umdispositionen etwas trägen Umfeld. Für weitere Alpinmedaillen sorgten Dimitri Cuche (Gold im Riesenslalom und im Slalom) und Eliane Volken (Silber im Slalom). Der Coucousin von Didier Cuche war zum Zeitpunkt der Universiade aus den Swiss-Ski-Kadern verbannt. Aber er kämpfte sich mit diesen Siegen auf die Erfolgsspur zurück und fand in der Saison 2010/2011 Aufnahme

im nationalen B-Kader. Eliane Volken hingegen blieb die Rückkehr auf diese Stufe trotz anerkannten Leistungen vergönnt. Sie wurde als «zu alt» eingestuft und nicht berücksichtigt, bei Tamara Wolf war es ein Jahr später ähnlich. Angesichts der Leistungsdichte und der generellen Situation im Schweizer Frauenteam fiel es vielen schwer, diese Entscheide nachvollziehen zu können.

Erste Universiade-Medaille für Langläuferin Bei den Nordischen gab es in China die erste Medaille für eine Schweizer Langläuferin überhaupt an einer Universiade, und erst noch für eine lupenreine SASlerin: Bettina Gruber kämpfte sich in ihrer Spezialdisziplin Sprint bis in den Final vor – wie 231


Die Schweizer Goldmedaillen der Universiade 2009 auf einen Blick (von links): Dimitri Cuche (Slalom und Riesenslalom), Tamara Wolf und Sandro Boner (beide in Abfahrt und Super-G) im «Ice-World» in Harbin.

schon zwei Jahre zuvor in Torino. Sie spielte ihre Stärke aus: In jedem Heat diktierte sie das Rennen von der Spitze aus. Mit dem Vorteil, nicht in jene Rangeleien verwickelt zu sein, die im dümmsten Fall neben der Loipe enden. Im Final lief es ähnlich: Bettina Gruber hielt hinter der Führenden mit der Spitze mit und kam in den Medaillenpositionen ins Stadion zurück. Im Ziel war klar, dass die Bündnerin Edelmetall gewonnen hatte, die Frage war nur welches. Der Fotofinish ging zugunsten von Bettina Gruber aus, und so war es Silber. Nach den 30-kmBronzemedaillen von Ueli Wenger (1972 in Lake Placid) und Andrea Florinett (2005 in Innsbruck) war dies die dritte Einzelmedaille für die Schweiz. Die vierte Langlaufmedaille gelang der Schweiz 1991 in Sapporo (Japan) in der Staffel. Erlaufen wurde diese Bronzemedaille von den Berner SASlern Matthias Remund, Raoul Volken (inzwischen aus dem SAS ausgetreten), Urs Schmidig und Toni Dinkel. In China dokumentierte Bettina Gruber mit dem 4. Rang in der Doppelverfolgung und der Übergabe als Führende in der Staffel ihre hervorragende Verfassung. Rahel Imoberdorf und Muriele 232

Hüberli (beide SAS Bern) sicherten der Schweiz ein Staffeldiplom. Dieses sorgte für grosse Freude, denn zwei Jahre zuvor mussten die Schweizerinnen ihre Teilnahme kurz vor dem Start krankheits- und verletzungsbedingt zurückziehen. In Pragelato, dem Nordisch-Zentrum in den Turiner Bergen, war der 4. Rang von Toni Livers das höchste aller Gefühle. Im Endspurt scheiterte der Bündner Oberländer an den übermächtigen Russen. Dass die Form stimmte, bewies Livers eine Woche nach Universiadeschluss: Er gewann das 15-km-Weltcuprennen in Davos. Und die Russen blieben im Langlaufen auch in Harbin die alles dominierende Mannschaft.

Viele Unterschiede zwischen Italien und China Die Universiaden 2007 und 2009 waren sehr unterschiedlich: In Italien erlebte der Hochschulsport ein in organisatorischer Hinsicht gelungenes «Recycling» der Olympischen Spiele, in China noch nie da gewesene Dimensionen: In Harbin waren mehr Sicherheitskräfte als Athleten im Einsatz, die Kon-


trollen zu den Universiade-Zonen liessen sich mit dem von Flughäfen bekannten Standard vergleichen. Die Chinesen hatten (fast) alle Arenen extra für diese Universiade aus dem Boden gestampft, und vor allem zu Beginn der Spiele gab es ein paar logistische Probleme – unter anderem, weil für die Helfer alles neu war und weil die meisten von ihnen etwa so gut Englisch sprachen wie ein Durchschnittsschweizer der chinesischen Sprache mächtig ist. Bei genauerem Hinschauen erkannte man jedoch auch die chinesischen Hierarchien und Entscheidungsabläufe als Ursache der Probleme, die alles in allem doch eher im Diminutiv umschrieben werden sollten und objektiv betrachtet «Problemchen» blieben – weil sich Mittel und Wege finden liessen, sich mit ihnen zu arrangieren. In Torino hingegen war das anders. Über Italienisch, Englisch und Französisch fand sich erstens schnell eine sprachliche Lösung. Und zweitens standen zu 90 Prozent dieselben Helferinnen und Helfer wie ein Jahr zuvor bei Olympia im Einsatz. Sie wussten bestens, wie das läuft. Und so lief alles bestens. Doch gegen Petrus hatte auch das eingespielte Team nichts auszurichten: 27 Grad Celsius im Piemont lassen beim besten Willen nicht das Gefühl einer Winteruniversiade aufkommen, und wie man

Mitglieder der Schweizer Delegation in Torino, Harbin und Erzurum: Daniela Erni (Medienverantwortliche) und Alexander Walpen (Chef Nordisch, SAS Bern).

Gräben schaufelt, damit das Wasser abfliessen kann, wusste niemand – das ist eine «Sommerdisziplin», die allenfalls bei Gewittern auf Campingplätzen praktiziert wird. Für eine Universiade und die italienischen Helfer handelte es sich um echtes Neuland: Im Sprint der Langläufer war es so warm, dass einzelne Athleten in kurzen Hosen liefen. Zwei Tage später drehte das Wetter: Es fielen 30 cm Schnee, und der Start musste wegen Kälte verschoben werden! Zum Vergleich: Als in China «nur» noch minus 16 Grad gemessen wurden, fanden es die meisten ganz angenehm. Denn zwei Tage zuvor war es am Morgen minus 31 Grad kalt.

Tamara Wolf kurz vor der Zieleinfahrt. Sie gewann in Yabuli an der Universiade 2009 in beiden Speed-Disziplinen die Goldmedaille.

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Universiade 2011 in Erzurum, Türkei Text und Fotos: Roland Eggspühler

Felix Kläsi (SAS Zürich) sorgte für die erste Universiade-Medaille eines SASlers auf der Schanze.

Der SAS war an der Universiade in der Türkei sehr stark vertreten. Er stellte mehr als einen Viertel der Schweizer Delegation und half mit, Geschichte zu schreiben: Der neue Nationenrekord steht in engem Zusammenhang mit zwei SASlern, die für Kolumbien und Dänemark am Start standen. Geschichtsträchtig ist auch die einzige SAS-Medaille dieser Spiele: Sie hat ihre Wurzeln auf der Sprungschanze, dem neuen Wahrzeichen von Erzurum. Felix Kläsi (SAS Zürich) sorgte für das sportliche Highlight aus SAS-Optik, er gewann zusammen mit den in Norwegen lebenden Christian Kuster Erichsen und Tommy Schmid im Teamwettkampf der nordischen Kombination die Bronzemedaille. Möglich wurde dieses Edelmetall durch den Nationenwechsel von Christian Kuster Erichsen – der norwegische Juniorenmeister von 2009 startet seit dem Winter 2010/2011 für die Schweiz. Mit seinen 5. Rängen in den Einzelbewerben überzeugte er bei seinem ersten internationalen Grossanlass auf Anhieb, und der frühere Junioren-Vizeweltmeister Tommy Schmid war der Schweizer «Star der Spiele»: 234

Im Gundersen-Wettkampf siegte er souverän, beim Massenstartrennen erkämpfte er sich die bronzene Auszeichnung. Dass es bei den Nordischen eine solche Medaillenflut gibt, war ein Novum – bislang gab es das nur bei den Alpinen.

Total sechs Schweizer Medaillen Die drei Medaillen und zwei Diplome in der nordischen Kombination waren eindeutig das Schweizer Highlight der Universiade 2011 – weil man zwar auf Erfolge hoffen, sie aber nicht in diesen Dimensionen erwarten durfte. Beim Skicross-Gold von Manuel


Eicher und bei der Curling-(Silber-)Medaille war das anders: Das waren hoch gesetzte Ziele, und die Athleten reüssierten. Snowboarder Nevin Galmarini, neben Tommy Schmid der zweite Olympiateilnehmer in der Schweizer Delegation, freute sich über die Bronzemedaille im Parallel-Riesenslalom, obwohl er wie Eicher Gold angestrebt hatte. Aber ihm unterlief im Halbfinal genauso ein Fehler – übrigens der einzige seines Wettkampftages – wie Patrizia Kummer in ihrem Viertelfinal. Für die Walliserin war der Wettkampf damit beendet, ohne dass sie in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen konnte. Doch damit war sie nicht die Einzige. Die Langläufer Philip Furrer und Mauro Gruber (SAS Zürich) glänzten in der Sprint-Qualifikation mit den Rängen 3 und 6, doch im Finaltableau kämpften sie unglücklich: Gruber schied nach Fotofinish in seinem Viertelfinal aus. Auch Furrer zog im Fotofinish den Kürzeren, kam aber wenigstens als «Lucky Loser» über die Zeit in den Halbfinal.

Langlauf-Frauen überraschten Mit ihren Leistungen sehr zufrieden durften die beiden Langläuferinnen sein: Die Gommerin Rahel

Imoberdorf (SAS Bern) realisierte im 5-km-Klassisch-Rennen die besten FIS-Punkte ihrer Karriere, und Annina Strupler (SAS Genève) kam im Verlaufe der Universiade immer besser in Fahrt: Sie begann mit Rang 24, und zum Schluss wurde sie im 15-kmRennen starke 15. Für die Berner Oberländerin war die Universiade 2011 aus einem anderen Grund ein einziges «Happy End». Sechs Jahre zuvor hatte sie es als Alpinrennfahrerin versucht, sich für die Universiade in Innsbruck zu qualifizieren. Nach der Enttäuschung von damals wechselte sie auf die schmalen Latten und nahm zum aufgrund ihres Alters letztmöglichen Zeitpunkt einen zweiten Anlauf als Langläuferin. Dass es in Erzurum keine Frauenstaffel gab, hängt mit zwei Swiss-Ski-Läuferinnen zusammen: Tatjana Stiffler erhielt ein Aufgebot an die U23-WM in Estland, und Bettina Gruber (SAS Zürich) war nach einer im Sommer erlittenen Schulterverletzung noch nicht für Wettkämpfe bereit – sie musste auf eine UniversiadeTeilnahme verzichten. Neben Gruber, die 2009 Sprint-Silber gewonnen hatte, fiel mit Tamara Wolf eine zweite Schweizer Medaillengewinnerin von Harbin kurzfristig aus. Die Engadinerin verletzte sich zwei Wochen vor Beginn der Universiade im Slalomtraining.

Patrik Boner (links) und David Sonderegger mit Universiade-Maskottchen. Foto: Daniela Erni

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SHSV-Präsident Andreas Csonka (links) mit Swiss-Olympic-Präsident Jörg Schild vor der Schanzenanlage, dem neuen Wahrzeichen von Erzurum.

Die Alpinen hatten sich mehr erhofft Das war ein Schock für alle, und im Alpinteam sass er sehr tief. In Erzurum fehlte Tamara Wolf an allen Ecken und Enden. Denn sie ist nicht nur bezüglich den sportlichen Leistungen eine Teamleaderin, sondern auch mit ihrer Art: Sie ist eine, die die

anderen mitreissen kann. Das hätte dem Schweizer Alpinteam in Erzurum gut getan. Denn die Piste in Konakli verlangte den Athletinnen und Athleten alles ab, auch in mentaler Hinsicht. Und der sehr trockene Kunstschnee war wie Gries, der Neuschnee wie Puderzucker – der Mix ergab eine unmögliche Kombination. Aber alle hatten dieselben Verhältnisse, und die Frage war einzig, was man daraus macht. Die SASlerinnen und SASler klassierten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die positivste Überraschung war der 15. Slalomrang von Corinne Lötscher (Kandidatin SAS Basel). Alexandre Rochat (SAS Lausanne) gelang im Super-G und im Slalom der Sprung in die Top 20, ebenso wie Patrick Boner (SAS Zürich) im Slalom. Sein Bruder Sandro (Kandidat SAS Zürich) kam im Kombi-Super-G auf den 5. Rang, Mirena Küng im «richtigen» Super-G auf Rang 6. Bei ihnen hatte man auf Medaillen gehofft, doch daraus wurde nichts. In den technischen Disziplinen schied Sandro Boner zweimal aus, ebenso wie sein Swiss-Ski-Kollege Dimitri Cuche (der in Harbin zweimal Gold gewonnen hatte). Thomas Zumbrunn (SAS Zürich) und Christoph Boner (SAS Bern) fuhren in der Türkei die letzten internationalen Rennen ihrer langen Karriere.

Das Schweizer Bronze-Team der nordischen Kombination (von rechts): Startläufer Christian Kuster Erichsen, Felix Kläsi (SAS Zürich) und Schlussläufer Tommy Schmid. Rechts vorne gratuliert der Schweizer Karl Lustenberger, Delegierter der FISU.

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Riesige Identifikation der Bevölkerung Die Universiade in der Türkei setzte neue Massstäbe bezüglich Publikumsinteresse. Die lokale Bevölkerung war stolz auf «ihre» Spiele und strömte so zahlreich in die Stadien und Arenen wie zuvor noch nie an einer Winteruniversiade. Die Eröffnungsund Schlussfeier im grossen Fussballstadion waren ausverkauft. Dass der türkische Staat allein für Bauten und Infrastruktur 260 Millionen Franken zur Verfügung gestellt hatte, wurde von der von Ankara oft etwas vergessenen Region sehr geschätzt. Erzurum ist die grösste Universitätsstadt der Türkei, 43 000 Studierende sind an der Atatürk-Universität eingeschrieben. Rund um die Universiade ruhte der Studienbetrieb während zwei Monaten, so konnten die Studentenunterkünfte als «Village» genutzt und viele Studierende als Volunteer eingesetzt werden.

Statistik und Geschichtsschreibung Insgesamt 18 SASlerinnen und SASler wurden vom Schweizer Hochschulsportverband (SHSV) für die Universiade in der Türkei selektioniert oder mit einer Aufgabe in der Delegation betraut, die wie schon in Harbin 2009 von Erich Hanselmann (De-

legationsleiter Swiss Olympic Team 2010) geführt wurde. Daniela Meuli (SAS Zürich) wäre wiederum als Disziplinenchefin Snowboard vorgesehen gewesen, musste aber wegen einer Rückenverletzung auf eine Teilnahme verzichten. Auch ohne die verletzten SASlerinnen handelte es sich bei mehr als einem Viertel aller Schweizer Delegationsangehörigen um Mitglieder oder Kandidaten des SAS. Zählt man die drei Studentenkaderfahrerinnen und zwei Alpinbetreuer ebenfalls mit, so war der gesamte Alpinbereich fest in SAS-Händen. Fünf weitere SAS-Mitglieder standen im Dienste des Internationalen Universitätssportsverbandes FISU oder in einer anderen Delegation im Einsatz. Dass es an der Universiade 2011 einen Nationenrekord gab (neu 52 Länder, bisher 51 Nationen in Innsbruck 2005), hängt stark mit Cynthia Denzler (SAS Basel) und Christian Vial (SAS Lausanne) zusammen. Die Doppelbürger starteten nämlich für eine andere Nation. Olympiateilnehmerin Denzler tat dies wie schon 2010 in Vancouver in den Farben von Kolumbien – wobei Claudio Calonder (SAS Zürich) «Head of Delegation» war. Und der zweifache WM-Teilnehmer Vial bildete das dänische «Team», das administrativ und logistisch in die Schweizer Delegation integriert war.

Manuel Eicher (rechts) holte die einzige Schweizer Medaille auf Alpin-Ski: Er siegte im Skicross nach einem packenden Duell.

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SAS-Alpinismus im Ausland 1995–2009 Christoph Jezler SAS Zürich

Die SAS-Alpin-Stiftung führt unter der Leitung von Christoph Jezler, SAS Zürich, regelmässig Bergreisen mit Ski oder zu Fuss im Ausland durch. Alle SASler, Aktiven und AH sind dazu eingeladen. Um den Aktiven die Teilnahme zu erleichtern, bezahlt die Stiftung diesen jeweils die Hälfte der Reisekosten; auch trägt sie die Bergführerkosten. Im Schneehasen und im SAS-Magazin wurde über einzelne Fahrten bereits ausführlicher berichtet. Das Folgende ist eine kurze Zusammenstellung der letzten 15 Jahre. Norwegen «Von Hütte zu Hütte» 21.–31. Mai 1995 In Jotunheimen, wo sich die höchsten Berge Norwegens befinden, waren wir während sieben Tagen mit Telemarkski unterwegs. Alles Gepäck wurde im Rucksack mitgetragen. Die Übernachtungen erfolgten in unbewarteten, aber mit Proviant versehenen Hütten der «Norske Turistforening». Am Schluss ging es von den Bergen hinunter ans Meer, zum Sognefjord, und mit Schiff und Flamsbahn zurück nach Oslo. Im Besonderen haben wir von der OlavsbuHütte aus die Gipfel Snöholtind, Mjölkedalstind, Skardalstind und Raudalstindane (alle ca. 2000– 2100 m hoch) mit Telemarkski bestiegen. Trotz der relativ späten Jahreszeit waren die Schneeverhältnisse gut, nur den letzten Teil des Weges nach Vetti (nahe Sognefjord) mussten wir zu Fuss gehen. In den Hütten waren wir mit einer Ausnahme die einzigen Touristen. Wir hatten keinen Führer und haben uns anhand von Karte und Kompass orientiert, einmal in schwierigem Gelände mit grosser Präzision selbst bei dichtem Nebel!

Kilimandscharo 1.–17. August 1997 Wir haben für die Besteigung des Kilimandscharo etwas mehr Zeit als üblich eingeplant, um einen umfassenden Eindruck vom gesamten Massiv zu gewinnen und gleichzeitig die Höhenakklimatisation zu fördern. Derart sollte das Unternehmen als Ganzes Vergnügen bereiten, bei optimalen Gipfelchancen. Dieses Ziel wurde erreicht. Ein ausführlicher Bericht ist im Schneehasen Nr. 37 (2002–2007) auf S. 221 ff. publiziert. Im Anschluss an die Besteigung machten die meisten Teilnehmer noch eine Safari zum Ngorongoro-Krater und in die Serengeti. Teilnehmer: Max und Marianne Steinebrunner,

Thomas Steinebrunner, Jürg und Vreni Steinegger, Madeleine Antonini, Jürg Schweizer, Thomas Gugler, Christoph und Khandan Jezler Organisator: Christoph Jezler

Teilnehmer: Madeleine Antonini, Jürg Schweizer,

Peter Sprenger, Markus Fiechter, Christoph Jezler Organisator: Christoph Jezler, unter Mitwirkung

von William Rode und Ivar Sandvik, SAS Norge

Erfolg dank Disziplin; der SAS am Kilimandscharo.

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Kyangjin Gompa (Kloster), Ort unseres Basislagers in Nepal.

Christoph Jezler in einem Couloir in den Abruzzen.

Abruzzen 8.–14. März 1998 Skitouren in den Abruzzen waren damals noch wenig bekannt. Mit einem gemieteten Minibus fuhren wir über Mailand und entlang der Adriaküste nach Süden. Vorerst war weit und breit kein Schnee zu sehen, aber als es dann in die Berge ging, wurden die Verhältnisse winterlich. Überraschend viel Schnee, grosse Kälte und starker Wind prägten die Touren. Die Abfahrten führten teils durch eindrückliche Couloirs. Ausgangspunkte der Touren waren Caramanico Therme, Castel del Monte und Prati di Tivo. Teilnehmer: Madeleine Antonini, Jürg Schweizer,

Jürg Steinegger, Peter Sprenger, Thomas Hug, Markus Fiechter, Christoph Jezler Organisator: Franz Zürcher

Nepal 8.–9. Oktober 1999 Expeditionsziel war der Gangchenpo (6387 m) im Langtang-Himal, der erst zwei Besteigungen aufwies. Um die Route und die möglichen Lager am Berg zu rekognoszieren, wurde ein Vorausteam gebildet, bestehend aus dem bekannten Bergführer Kari Kobler und Markus Baumann, einem NichtSASler. Letzterem gelang dabei die dritte Besteigung des Berges, z.T. auf einer neuen Route. Als eine Woche später das Hauptteam im Basislager eintraf, schlug das Wetter um. Tagelange Schneefälle führten zum Abbruch des Unternehmens. Parallel dazu

war für weniger erfahrene Bergsteiger ein Trekking zu den Gosainkunde-Seen vorgesehen. Obschon auch dessen Teilnehmer mit dem vielen Schnee zu kämpfen hatten, konnten sie das strapaziöse Trekking erfolgreich zu Ende führen. Ein ausführlicher Bericht findet sich im Schneehasen Nr. 36 (1997–2001) auf S. 128 ff. Teilnehmer Bergsteigergruppe: Kari Kobler (Leiter), Stefan Lauenstein, Georg Grommé, Jürg Schweizer, Markus Baumann, Christoph Jezler Teilnehmer Trekkinggruppe: Marianne

Steinebrunner, Khandan Jezler, Gerhard von Mutzenbecher, Christian Röd, Hanspeter Rossner, Kurt Sieger Organisator: Christoph Jezler

Iran 15.–29. September 2002 Nach einer Akklimatisationstour auf den 4811 m hohen Mount Sabalan haben wir mit insgesamt zwölf Personen den höchsten Berg Irans, den

Der eisbedeckte Kratersee des Mount Sabalan, Iran.

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5671 m hohen Demavend, bestiegen. Abgerundet wurde das Programm mit dem Besuch historisch und kulturell interessanter Sehenswürdigkeiten, insbesondere in Teheran, Täbriz, Ardabil, Shiraz und Persepolis. Teilnehmer: Madeleine Antonini, Emilie

Pittet, Sima und Hamid Habibi, Khandan und Christoph Jezler, Marc Achermann, Lorenz Heer, Frederic Holzbaur, Markus Jungo, Jürg Lindecker, Etienne Lutz, Hanspeter Rossner, Gabriel Schnetzler, Alain Touron, Gerhard von Mutzenbecher Organisator: Khandan und Christoph Jezler

Äthiopien 25. September–9. Oktober 2004 Als «Dach Afrikas» gilt nicht etwa der Kilimandscharo, sondern das Hochland Äthiopiens. Es ist eine einzigartige Landschaft mit weiten, als Hochebenen wirkenden Bergketten, die von tiefen, durch Erosion entstandenen Schluchten durchzogen sind. Dort, im Simiengebirge, haben wir ein einwöchiges Trekking in Höhen um 4000 m unternommen. Ferner besuchten wir den Tana-See und die Quelle des Blauen Nil, die Stadt Lalibela mit ihren aus den

gewachsenen Felsen herausgehauenen Felskirchen, die ehemalige Kaiserstadt Gondar sowie die Hauptstadt Addis Abeba. Teilnehmer: Lorenz Heer, Markus Jungo, Dalila

Gillespie, Madeleine Antonini, Reiseleiter Khandan Jezler, Marcel Müller, Christoph Jezler, Jürg Steinegger, Sandrine Kunz, Etienne Lutz, Michel Bussard, Peter Braun, Hanspeter Rossner, Alain Touron, Emilie Pittet, Hilde Braun und Vreni Steinegger. Organisator: Christoph Jezler, Nature-Team Bern

Italien 18.–24. März 2006 Ausgangspunkt dieser Skitourenwoche in den Dolomiten war die Fanes-Hütte im Trentino Alto Adige. Es wurden dort und anschliessend noch im Sella-Gebiet unter der Leitung von Hans Berger bei gutem Wetter und ansprechenden Schneeverhältnissen diverse skifahrerisch anspruchsvolle Touren und Variantenfahrten unternommen. Teilnehmer: Marcel Müller, Hanspeter Rossner,

Marina Osterwalder, Fritz Maurer, Christoph Jezler Organisator und Bergführer: Hans Berger

Zwischen den beiden bewaffneten Guides stehend von links nach rechts: Lorenz Heer, Markus Jungo, Dalila Gillespie, Madeleine Antonini, Reiseleiter, Khandan Jezler, Marcel Müller, Christoph Jezler, Jürg Steinegger, Sandrine Kunz, Etienne Lutz, Michel Bussard, Peter Braun. Kniend: Hanspeter Rossner, Alain Touron, Emilie Pittet. Es fehlen auf dem Foto: Hilde Braun und Vreni Steinegger.

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Russland 14.–28. April 2007 Unser Ziel war eine Skibesteigung des höchsten Berges Europas, des Elbrus (5642 m), den schon 1971 ein SAS-Trupp mit Erfolg bestiegen hatte. Das Interesse war gross. Wir waren eine Gruppe von 19 Teilnehmern sowie zwei schweizerischen und zwei russischen Bergführern. Die Anreise erfolgte via Moskau und Mineralny Vody. In dem dem Elbrus vorgelagerten Adyr-su-Tal unternahmen wir zur besseren Akklimatisation während dreier Tage Skitouren in einer Höhenlage zwischen 2200 m und 3500 m. Dies sollte sich später auszahlen. Die Verhältnisse am Elbrus selbst waren nicht günstig. Es hatte wenig Schnee. Bis auf eine Höhe von ca. 4400 m konnte man dennoch recht gut Ski fahren. Weiter oben jedoch hatte der Wind den Schnee weggefegt und es trat hartes Eis hervor. Eine Besteigung mit Ski war unmöglich. Der gesamte Auf- und Abstieg musste mit Steigeisen gemacht werden. Andrerseits hatten wir riesiges Wetterglück. Nach mehreren wolkenverhangenen Tagen mit Schneefall und Wind blieb nur noch ein einziger Tag als Gipfeltag übrig – und an diesem hatten wir nur leichte Bewölkung, moderate Temperaturen und keinen Wind. Dennoch erwies sich der Aufstieg wegen der eisigen Unterlage als beschwerlich. Alle Teilnehmer erreichten den Gipfel, und auch der Abstieg erfolgte ohne Zwischenfall. Nachträglich zu denken gab uns der Umstand, dass in den nachfolgenden Tagen zwei Bergsteiger aus zwei verschiedenen Gruppen auf derselben Route durch Absturz den Tod fanden. Zurück in Moskau standen wir vor der angenehmen Aufgabe, zwischen dem Besuch von Tchaikovskys Ballet «Sleeping Beauty» im Theatersaal des Kreml oder der Oper «Boris Godunov» von Modest Mussorgsky im Bolschoi-Theater zu wählen, beides grosszügig offeriert von Ivan Wagner. Teilnehmer: Simone Bürgler, Lisa Leutenegger,

Caroline Zumsteg, Marc Achermann, Ueli Bollag, Giorgio Gattiker, Martin Hug, Thomas Hug, Roman Januth, Christoph Jezler, Markus Jungo, Jürg Kuoni, Marcel Müller, Christoph Schmid, Gabriel Schnetzler, Jürg Schweizer, Jürg Steinegger, Ivan Wagner, Alexander Walpen Bergführer: Ruedi Kellerhals, Pius Henzen Organisatoren: Kobler & Partner, Christoph Jezler, Jürg Schweizer

Die Skitour beginnt auf der Terrasse unserer Unterkunft am Meer, im Bild Peter Sprenger.

Norwegen 4.–13. April 2008 Neun Teilnehmer erlebten eine ganz besondere Skitourenwoche. In der weiten Umgebung von Tromsö in Nordnorwegen gibt es eine «LyngenAlpen» genannte Region, die die Bezeichnung «Alpen» verdient. Die Berge zeichnen sich aus durch steiles, kombiniertes Gelände von Fels, Schnee und Eis. Nur die Gipfelhöhen erreichen lediglich etwa 1500 m. Dies wurde aber kompensiert dadurch, dass im April auf Meereshöhe noch viel Schnee lag. Es war eine spezielle Erfahrung, eine Tour auf 0 m Höhe zu beginnen und nach zwei Stunden Anstieg gerade einmal die Höhe von 800 m erreicht zu haben. Unsere Unterkunft war in einem ehemaligen Fischerhaus gleich am Meer. Dank gutem Wetter konnten wir von dort aus täglich eine Tour unternehmen. Bestiegene Gipfel: Tromsdalstinden (1238 m), Rastebyfjellet (720 m), Rörnestinden (1041 m), Gillaväri (1163 m), Lillegalten (832 m), Tafeltinden (1395 m). Teilnehmer: Madeleine Antonini, Gerhard von

Mutzenbecher, Antoine Lombard, Peter Sprenger, Jürg Schweizer, Jürg Kuoni, Ernst Jundt, Christoph Jezler Bergführer: Martin Fischer, Dres Schild Organisatoren: Martin Fischer, Christoph Jezler

Grönland 2009 Siehe Detailbericht von Antoine Lombard in diesem Schneehasen.

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Rapport du Comité central SAS 2007-2010 Alexander Troller Président central

Après trois ans de présidence genevoise vient le temps du bilan et des remerciements. Les objectifs du Comité central 2007-2010 portaient sur la structure de notre club, sa projection vers l’extérieur, son avenir par la formation de sa relève, la communication entre membres et l’équilibre financier face à de nouveaux défis. Concernant la structure, nous avons hérité de nos prédécesseurs zurichois une nouvelle ossature, concentrée sur un noyau dur composé de la section qui fournit le Comité central stricto sensu, mais épaulée de responsables techniques dont la durée du mandat est décorrélée de celle du Comité central proprement dit. Mise en place sous l’égide de Marc Russenberger (Président central 2004-2007) et avec notre accord préalable, cette formule vécut son baptême du feu avec notre équipe. Nous avons très rapidement pu mesurer les avantages de ce chevauchement, notamment par l’assistance efficace qu’ont continué à nous fournir Hans Grüter (responsable alpin), Hanspeter Denzler (entraîneur alpin), Marc Russenberger (liaison avec Swiss-Ski et ses sous-comités), Martin Hauser (liste des membres), Werner Lüthi (Coupe SAS), Alexander Walpen (chef nordique) et Roland Eggspühler (rédaction SAS Magazin, seul poste rémunéré). Débuter un mandat dans ces conditions revient à reprendre la barre d’un navire dont la salle des machines est parfaitement huilée et tourne déjà à plein régime. Si Hans Grüter et Hanspeter Denzler ont cédé leur place après la saison 2007-2008 à Pierre-Alain Ceralli (directeur technique alpin) et Harald Menge (entraîneur alpin), les autres responsables susvisés nous ont accompagnés tout au long de notre mandat. Qu’ils soient ici tous remerciés de leur engagement exemplaire et de la nouvelle envergure donnée au Comité central. Grâce à cette formule hybride, l’objectif déclaré de voir les plus « petites » sections assumer leur tour au Comité central devrait se concrétiser dès 2013 avec un nouveau comité fribourgeois. Durant notre mandat, la carte de visite maîtresse de notre club dans notre projection vers l’extérieur fut incontestablement les U-Games, soit les Championnats suisses universitaires sous leur nouvelle formule conçue et développée par Christophe Barthe, l’incontournable Président du Comité d’organisation et âme vivante de cette manifestation. Avec l’aide de Jacques Weber (directeur technique), de Caroline Falciola (communication), d’Yvan Girardet (nordique) et de nombreux volontaires de Veysonnaz, d’Evolène et bien entendu du SAS, Christophe Barthe a réalisé un véritable exploit. Jadis relativement confidentiels, les championnats suisses s’ouvrirent au grand nombre, drainant non seulement des équipes de plusieurs universités suisses, mais aussi et surtout de nombreux gymnasiens et futurs étudiants, qui forment le réservoir naturel par excellence de la relève et de l’avenir de notre club et le terrain de chasse favori de notre entraîneur Harald Menge. Le succès de la formule des U-Games ne passa pas inaperçu auprès de la Fédération Suisse des Sports Universitaires (SHSV/FSSU), valant à notre club les louanges des nombreux amis qu’il compte au sein de cet organisme. L’excellente collaboration développée avec les stations de Veysonnaz (ski alpin) et d’Evolène (nordique) aura également permis aux stations valaisannes de marquer des points dans la course à la candidature pour l’organisation des prochaines universiades sur sol suisse, que l’on peut raisonnablement espérer pour la fin des années 2010. Le défi que notre comité s’est ainsi lancé a eu des conséquences financières inévitables. Le budget du 242


Comité central, qui avoisinait le quart de million sous nos prédécesseurs, oscillait entre 50 0000 francs et 600 000 francs par an durant notre mandat. L’équilibre financier n’allait pas de soi dans un cycle économique baissier, après les années de forte croissance 2003-2007. C’est ici le lieu de remercier d’une part nos sponsors, annonceurs et donateurs de leur fidèle soutien, avec une mention particulière à nos deux sponsors principaux, Bordier & Cie et Ernst & Young. Mais tirons aussi notre chapeau à ceux qui par leur rigoureux travail ont permis à nos comptes d’afficher des chiffres noirs au terme de notre mandat. Je pense en particulier à Mathieu Berger, responsable des finances et trésorier, ainsi qu’à Lionel Schürch, en charge du sponsoring. Sachons enfin remercier la Fondation SAS et son Président Christoph Schmid de leur fidèle soutien et de la très agréable collaboration au cours de notre mandat. La communication avec nos membres passe par divers vecteurs. L’identification visuelle résulte notamment du matériel SAS que portent les membres lors des manifestations. Pierre Hagmann a su dynamiser son dicastère et offrir des nouveautés de choix tout au long de l’exercice. Quant aux moyens de communication plus classiques, ils ont pu compter notamment sur l’engagement de Carole Jauffret, par ailleurs pilier des camps intersections, dans la rénovation longtemps attendue – mais finalement réussie – de notre site internet (http://www.sas-ski.ch). Le concours d’Annina Strupler nous fut tout aussi précieux dans la rédaction et la traduction de nombreux textes. Enfin, après de nombreuses années aux commandes de la rédaction du Schneehase, Martin Hodler et son équipe bernoise ont passé le flambeau à Ivan Wagner (SAS ZH). Le fil rouge de nos saisons est constitué de manifestations récurrentes désormais ancrées dans une tradition bien établie. Nous avons ainsi choisi d’organiser le SAS Opening à Saas Fee pendant trois exercices consécutifs. L’enneigement garanti sur glacier, l’accessibilité et la convivialité sportive de la station hautvalaisanne nous ont convaincus dans notre choix, conforté par une participation importante à chaque édition. Que Frédéric Tournier et Carole Jauffret soient remerciés de leurs efforts dans l’organisation de nos débuts de saison. Nous avons eu la chance de disputer durant notre mandat deux rencontres ItaloSuisses, à Cortina en mars 2008 et à Chamonix en avril 2010. La première des deux manifestations consistait à un jumelage inédit avec la Semaine SAS, qui vit plus de 100 membres de notre club faire le déplacement des Dolomites grâce à l’harmonieuse coopération d’Olivier Brunisholz et d’Armin Siegwart. En avril 2010, Chamonix vécut une édition tout aussi réussie de ce grand classique, ponctuée par une victoire sportive du SAS qui renvoyait enfin l’infâme mais attachant coniglio au sud des Alpes. J’eus la chance de participer aux Championnats de club de la section Norvège en mars 2009 à Oslo. L’hospitalité nordique n’est pas un vain mot ! Nos amis scandinaves fêteront les 60 ans du SAS Norge en 2011 en accueillant la Semaine SAS lors d’une grande rencontre Norge-Suisse qui est déjà promise à un succès retentissant, grâce en particulier à l’enthousiasme communicatif de Pål Troye, Président de la section norvégienne. Le Pentathlon vit un changement de capitaine avec l’arrivée de Rolf Ringdal à la timonerie. Quant à l’Anglo-Suisse, il continue d’être mené de main de maître par Markus Almer, qui a marqué le 85e anniversaire de cette rencontre par un jubilé dans le berceau historique de Mürren en janvier 2010. Ce résumé serait incomplet s’il n’évoquait la vie des sections, dont le rythme et l’intensité dépendent pour beaucoup du dynamisme de leurs présidents respectifs. Que tous soient ici remerciés de leur engagement et des efforts consentis durant des années universitaires souvent très exigeantes, notamment dans l’organisation des Coupes SAS. A l’heure des remerciements finaux, que ceux qui ont été oubliés ici me pardonnent. S’agissant de l’avenir, la qualité du recrutement est une condition essentielle à la pérennité de notre club. Nous devons à tout prix favoriser des manifestations d’un haut niveau sportif, mais permettant aussi à toutes les générations de se rencontrer. Il est inutile de se voiler la face sur les difficultés rencontrées pour motiver certains membres de notre club à participer aux courses, le même commentaire était valable il y a un quart de siècle déjà. La nouveauté, inquiétante, est que d’autres associations régionales rencontrent aujourd’hui des mêmes problèmes de participation qui leur étaient alors inconnus. C’est notamment par une collaboration accrue avec ces associations voisines que nous pouvons assurer un niveau de participation sportive qui nous permettra de continuer à occuper – ou de retrouver – la tête du tableau sportif, et le futur Comité central bernois travaillera dans ce sens. Les objectifs du sport d’élite ne doivent pourtant pas signifier l’abandon ou la dégradation de la touche sociale indispensable à la garantie et la survie de l’esprit SAS. Vive le SAS ! Genève, juillet 2010 243


Organisation SAS 2007-2010 Comité central ( Genève ) : Président Alexander Troller Vice-président Pierre-Alain Ceralli Vice-président Jacques Weber Finances Mathieu Berger Sponsoring Lionel Schürch Secrétaire central Frédéric Tournier Matériel Pierre Hagmann Communication Carole Jauffret U-Games Christophe Barthe U-Games (nordique) Yvan Girardet U-Games (communication) Caroline Falciola Traductions Annina Strupler Membre Sean Kelly

Comité central élargi ( « techniques » ) : Liaison Swiss-Ski Marc Russenberger Coupe SAS Werner Lüthi Chef alpin Hans Grüter (2007-2008) Pierre-Alain Ceralli (2008-2010) Entraîneur alpin Hanspeter Denzler (2007-2008) Harald Menge (2008-2010) Entraîneur nor. Alexander Walpen SAS Magazin Roland Eggspühler Liste des membres Martin Hauser SAS homepage Matthias Nyikos (2007-2009) Carole Jauffret (2009-2010) Semaine SAS Armin Siegwart et Marina Pentathlon Rolf Ringdal Anglo-Suisse Markus Almer Italo-Suisse Olivier Brunisholz Fondation SAS Christoph Schmid

«SAS-Expedition 09, Greenland Up», Ossi Robertson (Künstlername von Ossi Köchli, SAS Zürich), Videostill on Canvas – Mixed Media, 100 × 60 cm.

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Bericht SAS-Stiftung 2010 Christoph Schmid Präsident der SAS-Stiftung

Die SAS-Stiftung bezweckt die Unterstützung von Training und Wettkampf der Skisport treibenden Studenten in der Schweiz sowie die Mitfinanzierung der Herausgabe der SAS-Publikation Der Schneehase. Die SAS-Stiftung wurde im Jahre 1968 gegründet, dies auf tatkräftige Initiative unseres leider kürzlich verstorbenen Ehrenmitglieds Dr. Martin Hafter, der auch als erster Stiftungsratspräsident amtete. Der SAS-Stiftung gelang es, ihr Vermögen über die Jahre im Zuge verschiedener, gross angelegter Sammelaktionen substanziell zu erhöhen. Herausragende Verdienste kamen dabei unserem leider ebenfalls bereits verstorbenen Ehrenpräsidenten Dr. Hans Kessler zu, der selbst von 1986 bis 1989 das Amt des Stiftungsratspräsidenten innehatte. Das Stiftungsvermögen blieb in der Berichtsperiode, d.h. seit Herausgabe der 37. Ausgabe 2007, nicht gänzlich verschont von den Auswirkungen der globalen Finanzkrise. Dank einer grossartigen Spende unserer SAS-Freunde Martin und Robert Kessler, die alles Bisherige weit übertrifft, konnte per 31. März 2010 wieder ein Stiftungsvermögen von rund 650 000 Franken ausgewiesen werden. Unser herzlichster Dank gilt den beiden Spendern wie auch der ganzen Familie Kessler. Der Stiftungsrat legt seine Vergabepolitik in enger Abstimmung mit dem Zentralvorstand des SAS fest. Der Stiftungsrat will und soll nicht in eigener Regie über Kurs und Prioritäten der skisportlichen Aktivitäten im SAS und im Studentensport bestimmen; er überlässt die Festlegung der strategischen Ausrichtung grundsätzlich den verantwortlichen Organen der jeweils amtierenden Zentralvorstände. Die Stiftung richtet alljährlich Beiträge von rund 40 000 bis 50 000 Franken zugunsten der Aktivitäten des SAS und des Studentensportes in den nordischen und alpinen Disziplinen aus. Daneben unterstützt die SAS-Stiftung die Herausgabe des Schneehasen mit jährlichen Beiträgen von 5000 bis 7500 Franken. Der Stiftungsrat setzt sich traditionsgemäss aus Vertretern aller Sektionen zusammen. Er besteht zur Zeit aus Eric Bersier (Sektion Fribourg), Robert Kessler (Sektion Zürich), Pierre-Etienne Poncet (Vizepräsident, Sektion Genf), Jean-Philippe Rochat (Sektion Lausanne), Wilfred Stoecklin (Sektion Basel), Andreas Zuber (Sektion Bern) sowie dem Schreibenden als Präsidenten. Der amtierende Stiftungsrat ist weiterhin gewillt, die Stiftungsmittel in erster Priorität für den Studentensport im SAS einzusetzen. Die Förderung von studentischen Skisportlern, die auf Universiade- und FIS-Niveau mithalten können, bleibt dabei von zentraler Bedeutung. Die durchschnittlichen Vermögenserträge der Stiftung allein reichen nicht aus, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Die SAS-Stiftung ist daher weiterhin auch auf Spenden und Legate der SAS-Mitglieder angewiesen, dies im Zeichen der dem SAS eigenen, traditionellen Solidarität zwischen Alten Herren und Aktiven. Aus der Berichtsperiode zu vermerken ist schliesslich, dass es dem Stiftungsrat gelungen ist, für die SAS-Stiftung (endlich) die wohlverdiente Steuerbefreiung zu erwirken. Delegiertenversammlung SAS und Aufsichtsbehörde haben dem Unterfangen zugestimmt, die Sitzverlegung nach Schwyz ist erfolgt. Die Steuerbefreiung hilft der Stiftung nicht nur, die Kosten zu reduzieren; sie erlaubt namentlich den Spendern, ihre Beiträge von den Steuern abzusetzen. Zürich, Juli 2010

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In Memoriam Ehrentafel unserer verstorbenen SAS-Freunde 2007–2011

Walter Bachmann, Zürich Jan Branger, Zürich Fritz Britt, Bern Theodor Brunner, Zürich René Buser, Zürich François Cérésole, Genève Jean-Paul Darbellay, Zürich Pierre-François Dysli, Genève Jürg Frei, Zürich Walter Frey, Zürich Hans Flueler, Basel Pierre Gallay, Genève Philippe Giesbrecht, Bern Hans-Peter Gurtner, Bern Martin Hafter, Zürich Jan (sen) Loopuyt, Zürich Louis Maissen, Zürich Beda Murer, Fribourg André Paschoud, Lausanne Claude Reverdin, Genève François Reverdin, Genève André Roch, Genève Peter Rüedi, Zürich Walter Ryser, Bern Rudi Schmid, Zürich Lucas Schweizer, Zürich Rudolf Sontheim, Zürich Adolf Tüscher, Zürich Frédéric Urfer, Genève Peter John Wanner, Zürich Peter Waser, Zürich Christian Wiedmer, Bern Jean-Claude Vuilliomenet, Lausanne Robert C.F. Zoelly, Zürich

Stand Mai 2011 246


Martin F. Hafter, 1916–2008 Ehrenmitglied des SAS

Martin Hafter war eines der vielseitigsten SAS-Mitglieder. Während seines Architekturstudiums in Lausanne wurde er 1945 Aktivmitglied, im Jahr 1948 trat er in die Sektion Zürich über. Im Jahr 1950 wurde er im Zürcher Zentralvorstand der technische Leiter. Dank seinen gründlichen Kenntnissen und Sympathien im europäischen Ausland erfolgte die Wahl in die Technische Kommission Wintersport der FISU, die er in der Folge präsentierte. Wie im Beruf und Militär war er «in allen Chargen verwendbar», als erfolgreicher Starter sämtlicher Skiwettkämpfe, als Chef des Rechnungsbüros, als Sprungrichter (1. Klasse des SSV/Swiss-Ski). Martin war ein Allroundsportler. 1942 gewann er im Wintervierkampf die Silbermedaille (übergeben von General Guisan), daneben mehrere Disziplinsiege im modernen Fünfkampf (mit Schiessen, Fechten, Schwimmen, Reiten, Laufen). Aufgrund seiner grossen Verdienste, insbesondere um die Gründung und Äufnung der SAS-Stiftung (Fondation SAS), wurde er im Jahr 1971 auf Antrag der Sektion Genf zum Ehrenmitglied ernannt. Martin hatte ein reich erfülltes Leben. Er war ein Unternehmer durch und durch und bestimmte sein Leben stets selbst. Bereits im Jahr 1948 gründete er mit seinem Schwiegervater die später bekannte Baufirma Jäggi & Hafter AG und leitete diese während Jahrzehnten mit Erfolg. Martin Hafter war für uns alle ein Gentleman, eine wirklich liebenswürdige Person. Das weibliche Geschlecht hat ihn besonders angezogen. Bereits zu Hause schenkte ihm seine Frau Dory die drei ABC-Töchter, Adrienne, Brigitte und Christiane. Aber auch in fortgeschrittenem Alter ausserhalb der Familie war er stets von den weiblichen Wesen in den Bann gezogen. Das Militär bei der berittenen Artillerie prägte ihn. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges hatte er schon 430 Diensttage auf dem Rücken. Er stand im Rang eines Hauptmanns und war stolz, seine Truppe nicht durch nackte Befehle, sondern aus Überzeugung zu führen. Diesen Grundsatz befolgte er auch in seinem zivilen Leben. Seit der Jugendzeit war er ein begeisterter Autofahrer und wirkte auch im Zentralkomitee des ACS (Automobil Club der Schweiz). Autofahren machte ihm Spass, bis ins letzte Jahr seines 92-jährigen Lebens. Daneben war er auch ein bekannter Ballonpilot. Damals gab es erst Gasballone, und die Startorte waren daher beschränkt. «Fuchsjagd» hiessen die Rennen, als die sich konkurrenzierenden Verfolger per Auto möglichst rasch und mit möglichst wenigen Umwegen den vorher unbekannten Landeplatz des Ballons erreichen mussten. Martin Hafter hatte ein gutes Herz und wollte den Mitmenschen helfen. Mit der Gründung der SASStiftung ging es primär darum, die jungen SAS-Mitglieder für die Renntätigkeit finanziell zu unterstützen. Seit 1965 war er ein aktiver Rotarier im Club Thalwil und damit involviert in humanitären Projekten. Im Clubjahr 1977/78 war er Distrikts-Governor, Chef über die Hälfte der Schweizer Rotary Clubs. Die gute Freundschaft zu vielen Rotariern blieb bis zu seinem Tode. Seine Vielseitigkeit zeigen auch seine weiteren Hobbies: Er war Zauberer und faszinierte vor allem Kinder; er war während vieler Jahre im Gemeinderat von Kilchberg; er war 33 Jahre lang Richter am Handelsgericht (und hatte so immer einen reservierten Parkplatz für den SAS-Stamm, am Dienstag über Mittag am Neumarkt/Kantorei). Martin hatte aber ein grosses Laster, das Rauchen. Trotz den Warnungen der Ärzte über Jahrzehnte war er als Kettenraucher bekannt. Die Tabakindustrie hat an ihm ordentlich verdient. Martin war stets unternehmungslustig und reisefreudig. Er war ein grosszügiger Mensch mit Weitblick. Mit der Institution der SAS-Stiftung haben wir SASler ein dauerndes, nachhaltiges Andenken an das Wirken unseres verstorbenen Ehrenmitglieds Martin F. Hafter. In Dankbarkeit, Robert Kessler 247


Ehrungen    Distinctions    Honours

Laudatio Ehrenmitglied SAS 2008

Vinzenz Losinger

In diesem Jahr ist Vinzenz Losinger seit 55 Jahren Mitglied des SAS. Vermutlich hatte der skirennbegeisterte Gymeler Silo Ende der 1940er-Jahre durch unseren EM Pierre Hirschy und seine spätere Ehefrau Rosmarie Bleuer in Grindelwald die aktiven Berner SASler Raoul Imseng, «Ratz» Schaeppi, Adi Kurt und Coni Hew kennengelernt, mit denen er dann (mit gefälschter Lizenz) an den Skirennen teilnehmen konnte. Dabei wurde er von den älteren Freunden bestens betreut. 1953 wurde er kurz nach der Immatrikulation an der damaligen EPUL (Lausanne) in den SAS Bern aufgenommen, und dem ausserstatutarischen «Jeune SAS» wurde die Probezeit erlassen. Nach einem Jahr setzte er sein Studium an der ETH in Zürich fort und wechselte in den SAS Zürich. Er hat an vielen regionalen, nationalen und internationalen Skirennen teilgenommen. Besondere Erlebnisse waren die Teilnahmen am Lauberhornrennen, an den Arlberg-Kandahar-Rennen und an den Schweizer Skimeisterschaften. Besonders gefreut haben ihn der Hochschulmeistertitel in der Abfahrt 1955 in Saas-Fee, seine Einzelsiege an den Wendling-Cups und der Sieg im Slalom am Galdhöppigen, Norwegen. Im SAS Zürich ergaben sich auch rasch bergsteigerische Verbindungen zum EM Hans Grimm und zu dessen Freund «Bibof» Stüssi (Vater von Ueli Stüssi) sowie zum leider verunglückten Thomas Szekely. Das bei Noldi Glatthard in der Rosenlaui angeeignete bergsteigerische Rüstzeug fand nun Anwendung in vielen gemeinsamen Touren aller Art. Eindrücklich war u.a. die Besteigung des Monte Rosa über das Marinelli-Couloir. Mit Hans Grimm durfte er die SAS-Expeditionen auf den Kilimandscharo und den Mt. Kenia erleben, und mit den SASlern «Dodo» Tissières und Michel de Rham war Spitzbergen ein weiteres schönes Expeditionsziel. Dass er später die Ausbildung zum patentierten Bergführer abschloss, hatte direkt mit dem SAS wenig zu tun. Nach Abschluss des Studiums und der aktiven Zeit im SAS Zürich wurde er wieder Mitglied im SAS Bern. Seine Rennski stellte er in die Ecke und genoss das Skifahren auf Touren und mit seinen Freunden vorerst in Grindelwald und später im oberen Simmental und im Saanenland. Die Teilnahmen an den SAS-Wochen und an anderen Anlässen dienten zur Pflege der gewachsenen Freundschaften. Als der SAS-Stiftungspräsident Hans Kessler in den 90er-Jahren das Stiftungsvermögen massiv aufsto248


cken wollte, half die Sektion Bern mit originellen Aktionen (z.B. Wetten auf einen Lauf mit Rollski von Bern nach Herisau) sehr aktiv mit, und Vinzenz organisierte den abschliessenden Galaabend, an dem der damalige Ehrenpräsident Walter Amstutz eine glanzvolle Rede hielt und im Beisein des SASlers Bundesrat Arnold Koller der «schwere» Check übergeben werden konnte. SAS-intern wurde er sehr aktiv, als das CC der Sektion Freiburg endlich wieder die Frage der Aufnahme von Frauen in den SAS anpackte und dabei regelrecht verunglimpft wurde. Nach langen und beidseits nicht nur fair geführten Auseinandersetzungen wurde die Frauenfrage an der Delegiertenversammlung in Greyerz positiv entschieden – zum Glück für den SAS. Auch bei der Statutenrevision unter dem CC der Sektion Lausanne wirkte er aktiv mit. Unter seinem Impuls stifteten Lorenz Heer, Jack Heuer und er den Preis der Musketiere für den besten alpinen Rennläufer (Rennläuferin) des Jahres. Zusammen mit Lorenz Heer startete er das Event «SAS Ski Ex» (SAS Ski Expedition). Dabei geht es darum, dass vorwiegend ältere SASler diejenigen Skiorte besuchen, die in den 1950er-Jahren als solche noch gar nicht bekannt waren. Nach einem Probelauf 2005 in Serre Chevalier wurden mit vollem Erfolg die SAS Ski Ex 2006 in Val Gardena und 2007 in Ischgl-Samnaun durchgeführt. Und es geht zum Glück weiter … Als der Bücherfan Vinzenz 1996 von EM Martin Hodler (Präsident der Redaktionskommission Schneehase) zur Mitwirkung in dieser Kommission eingeladen wurde, sagte er gerne zu. Dies war der Start zu einem zwölfjährigen Engagement für den SAS, und das Ergebnis waren die Ausgaben Nr. 36 und Nr. 37. Der Einsatz für den Schneehasen und die freundschaftlichen Beziehungen innerhalb des Teams machten ihm (mit wenigen Ausnahmen) grosse Freude. Einige Beiträge entstanden durch seinen direkten Impuls – so beispielsweise «Wintersport und Mobilität», «Die Schweizer Bergbahnen auf dem Weg in die Zukunft», «Sportliche Spitzenleistungen in Gebirge und Schnee», «Beiträge zu einem halben Jahrhundert Entwicklung der Sicherheit im alpinen Skisport», «Skibuchslalom-Schneehasen, Skimänner und ihre Bücher» und «Wir waren ursprünglich Bergsteiger und Skialpinisten …». Zu besonderem Dank war er dem leider verstorbenen Walter Ryser für seinen Beitrag «Le ski héliporté» und Jack Heuer für seine umfassende Studie über die Kosten der Skiunfälle verpflichtet. Auch der Beitrag «Merci aus Bern» mit den Hinweisen auf den Gelehrten Albrecht von Haller und den Veduten von Gabriel Lory fils aus dem Berner Oberland entstand aus seiner Initiative. Konklusion: Vinzenz ist in Geist und Engagement ein treuer, guter und einsatzfreudiger SASler. Hans Kessler, unser leider letztes Jahr verstorbener Ehrenpräsident, hat noch vor seinem Ableben die Ernennung von Vinzenz initialisiert und eine Wappenscheibe erstellen lassen. Die Sektion Zürich hat diesen Vorschlag, der auch von sämtlichen Ehrenmitgliedern unterstützt wird, wieder aufgenommen. Max Steinebrunner

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Membre d’honneur SAS 2009

Olivier Brunisholz

Passionné et grand défenseur de la cause du SAS, Olivier Brunisholz est le représentant type de « l’Esprit SAS ». Il s’impose à nombre de membres du SAS comme un modèle des valeurs qui font la force de notre club. Un de ses admirateurs inconditionnés le décrit ainsi : « Fabuleux skieur, parfait gentleman, homme de cœur et d’honneur qui a su conserver l’âme et l’enthousiasme de ses vingt ans », pour ensuite enchaîner : « Je te vois encore passer dans les portes, c’était à couper le souffle : élégance suprême, vitesse supérieure, un morceau de virtuosité, comme l’archet de Paganini sur un Stradivarius ! » Que dire de plus ? Plusieurs fois champion suisse universitaire et dernier champion suisse de l’histoire du Combiné 4, il savait même skier, et plutôt bien. Cependant ses exploits sportifs ne sont pas ses plus grands mérites. Il en va de même pour le yodel, encore que ses vocalises auront grandement contribué à le faire connaître à l’ensemble de la communauté du SAS, voire bien au-delà. Très tôt comme OJ, alors qu’il entend faire des études universitaires, il comprend que son avenir n’est pas au sein de la FSS. Il découvre le SAS à l’occasion d’un concours de ski du Collège St-Michel où il fait la connaissance de Dominique de Weck, alors Président de la section Fribourg. Immatriculé en droit à l’Université de Fribourg, il rejoint le SAS en 1975. Sous le patronage de Claude Blancpain, il s’engage aussitôt dans l’animation d’une section qui ne compte plus que cinq actifs. Elu président en 1978, il insuffle un dynamisme communicatif à la section qui bientôt rassemble 45 membres actifs, dont une quinzaine de « cousines », bien qu’à l’époque il n’est aucunement favorable à l’entrée des femmes au sein du SAS. Ses études de droit terminées, il vient s’établir à Genève tout en restant très attaché à sa section de Fribourg qu’il va continuer à présider jusqu’en 1985. Il tient à respecter l’engagement moral qu’il avait pris en son temps auprès de Claude Blancpain, soit tout mettre en œuvre pour permettre à Fribourg de prendre un jour le Comité central du SAS. Finalement en juin 1998, Fribourg accède pour la première fois à la Présidence centrale de notre club. A l’heure du bilan, le Comité central fribourgeois dont Olivier Brunisholz est Vice-président pourra entre autres s’enorgueillir d’avoir réussi à ouvrir les portes du SAS aux étudiantes. Dans le cadre du Comité central, Olivier Brunisholz fait valoir ses talents d’organisateur. En décembre 1999, il préside l’organisation du 75e anniversaire du SAS à Zermatt. La manifestation qui rassemble plus de 300 participants reste à ce jour la plus grande manifestation du SAS jamais réalisée. Elle allait donner naissance deux ans plus tard au SAS Opening mis sur pied avec le plus grand succès par le Comité central de Lausanne. Comme organisateur, Olivier Brunisholz va encore s’illustrer dans d’autres registres, notamment le golf. En 1986, il lance la première compétition universitaire suisse de golf. Cette compétition est le prélude aux Championnats Suisses Universitaires enfin reconnus par l’ASUS en 1989. En 1996, il prend à son compte personnel l’organisation des Championnats du monde universitaires de golf, à Lausanne et Beaumont, l’ASUS n’accordant son soutien que formellement. Ce fut également un succès. Plus récemment, en 2002, il reprend à son compte l’organisation des Italo-Suisses, aujourd’hui une des manifestations phare du SAS qui attire toujours plus de monde. Les derniers Italo-Suisses organisés à Chamonix en avril 2010 ont rassemblé plus de 100 participants. La plus belle réalisation d’Olivier Brunisholz en faveur du SAS reste sans conteste son initiative auprès 250


Olivier Brunisholz et ses « Kids », Saas Fee 2010.

des jeunes pour favoriser la relève. Soucieux des problèmes de recrutement que le SAS connaissait à la fin des années 1990, Olivier Brunisholz a l’idée de mettre sur pied un camp de ski pour les jeunes, et plus particulièrement les enfants des membres. Son but est de sensibiliser ces jeunes à l’esprit SAS tout en les initiant au ski de compétition. Avec son ami Jacques Luthi, il organise en juillet 2001 à Saas Fee le premier camp d’entraînement pour les « Kids ». C’est un succès qui dès lors se renouvelle d’année en année. En dix ans, quelque 200 jeunes de 10 à 16 ans ont participé à ces camps. Entre-temps beaucoup sont devenus membres du SAS. Lors du SAS Opening de Zermatt en décembre 2010, ils étaient plus d’une vingtaine à être présents dont trois Brunisholz membres de la section Genève. La section Fribourg peut être fière de compter parmi ses membres une personnalité telle qu’Olivier Brunisholz qui a tant contribué par sa générosité et son enthousiasme à l’épanouissement du SAS. Jean-Claude Falciola, SAS Genève (février 2011)

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Laudatio Membre d’honneur SAS 2011

Pierre Poncet « Pierre Poncet, plutôt discret mais quel sacré crocheur ; il en a passé et repassé des piquets, et ce n’est pas par hasard s’il a gagné ses médailles aux Championnats suisses juniors », se rappelle Michel Bonvin, un de ses premiers entraîneurs, lorsqu’il évoque le souvenir de Pierre au Ski-Club de CransMontana. Il a fait partie des cadres de l’équipe valaisanne jusqu’à son passage en junior en 1968. A 16 ans, alors confronté aux critères de sélections « valaisans », il opte pour une licence « Jeune SAS ». Désormais, il reste fidèle à son club. En 1972, il devient à 20 ans membre du SAS Genève, parrainé par deux de ses amis, Luc Argand et Olivier Guinand. Cette même année, l’équipe suisse de ski est en pleine euphorie : à Sapporo, Bernhard Russi est champion olympique, Marie-Thérèse Nadig collectionne deux médailles et Roland Collombin décroche l’argent en descente ! De son côté, Pierre Poncet devient champion suisse junior de slalom spécial à Laax et rejoint les cadres de la Fédération suisse de ski (FSS) comme « candidat ». Déjà étudiant en sciences économiques à l’Université de Genève, avec plein de rêves et d’espoirs, Pierre est qualifié pour les Universiades de Lake Placid (USA). Deuxième meilleur temps de la première manche du slalom géant, derrière Jan Bachleda, il vole vers le titre de champion du monde universitaire lorsqu’il chute deux portes avant l’arrivée. Il termine finalement cinquième, avec une épaule déboîtée, ratant au passage une autre médaille au combiné ! C’est le tournant de la carrière sportive de Pierre. En effet, il ne se remettra plus jamais complètement de sa blessure à l’épaule. Toujours passionné et enthousiaste, il complète son palmarès avec plus de dix titres de champion suisse universitaire et de nombreuses places d’honneur dans les courses universitaires et citadines internationales. A 22 ans, licence universitaire en poche, il quitte les cadres de la FSS et se consacre à sa carrière professionnelle. Deux ans plus tard, diplômé de l’Insead Fontainebleau, il part pour une période de cinq ans à New York acquérir une expérience bancaire. De retour à Genève en 1981, il entame, toujours discrètement, une carrière de banquier privé. En 1987, Pierre Poncet rejoint en qualité d’« associé », Bordier & Cie, une famille de banquiers privés actifs depuis 1844 ! Apprécié par ses pairs, Pierre Poncet a deux fois l’honneur de présider, en 1994 et en 1999, l’Association des Banquiers Privés Genevois. Parallèlement, Pierre est un pilier du SAS. Tout d’abord comme « chef alpin », il a mis ses compétences sportives au service de la section genevoise. Plus tard, à son retour des USA, il accepte le poste de « chef alpin », cette fois, au sein du Comité central présidé par Kamen Troller entre 1981 et 1983. Dix ans plus tard, il prend la Présidence centrale du SAS, entouré de quelques amis. Dans un style nouveau, il a su leur faire confiance en leur accordant une grande indépendance dans leurs tâches respectives. Il s’engage de plus en plus dans la vie du club et n’hésite pas en 2000, avec son frère Nicolas, à soutenir et à participer activement aux efforts du Comité central fribourgeois dans le dossier ô combien délicat de l’entrée des femmes au SAS ! Son engagement et son enthousiasme ne faiblissent jamais ! Lors du dernier Comité central genevois, Bordier & Cie est devenu l’un des deux « Hauptsponsoren des SAS » en accordant au club un soutien financier important et bienvenu pendant plusieurs années ! Entre-temps, Pierre a rejoint la Fondation SAS qu’il éclaire également de ses conseils financiers avisés. Son expérience, son engagement responsable, sa fidélité, la sagesse de ses prises de position ainsi que la qualité de ses relations d’amitié font manifestement de Pierre Poncet un membre de référence pour les générations futures de notre club. Vive le SAS ! Vive Pierre Poncet ! Olivier Brunisholz, SAS Fribourg 252


Alix Marxer, Präsidentin SAS Genève, auf dem Gipfel der Jungfrau. Foto: Ueli Stüssi

Das Triumvirat im Berner Oberland. Foto: Ivan Wagner

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Recipient of the 2010 Arnold Lunn Medal

Ivan Wagner At the Annual General Meeting of the Kandahar Ski Club of November 26, 2010, (birthday of the SAS) in London, Ivan Wagner was presented with the 2010 Arnold Lunn Medal. The Arnold Lunn Medal is an international award that can be awarded annually by the board of directors of the Kandahar Ski Club. The criteria for selection are wide and they encompass ski racing performance, race organisation, contributions to skiing, ski racing, ski art and ski literature. Ivan joined the SAS in 1969 and the Kandahar Ski Club in 1985. Through these years he participated in many Nordic and Alpine competitions including the Engadin Marathon and the Highland Pentathlon in Aviemore. He has been head of the Alpine section of the SAS and was President of this Technical Commission from 1977 until 1987. He has been a particularly great friend to the Kandahar Ski Club through the years, most notably through his involvement with the annual SAS Pentathlon in Grindelwald. He was its co-founder in 1978, was its President from 1993 and is now its Patron. This event has always been superbly organised and through the years it has always purveyed the same warm, welcoming spirit. Ivan was made an Honorary Member of the SAS in 1997, and recently he became editor of their renowned publication, the Schneehase. Ivan has thoroughly deserved this honour and he is a very worthy addition to the Arnold Lunn Medal list of winners. Beat Hodler President of the Kandahar Ski Club 

Cleeves Palmer Chairman of the Kandahar Ski Club

From left to right: Cleeves Palmer, Christina Wagner, Ivan Wagner, Stephen Lunn (grandson of Sir Arnold Lunn), Beat Hodler.

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“Kandahar and SAS: Good Old Friends” In Mürren, in the good old days, Some eighty-six years ago, Sir Arnold founded Kandahar in many ways, Soon followed the SAS and DHO. In great snow, on hard, in powder, They mostly skied down straight, The FIS got convinced and louder That downhill and slalom are really great! Lunn and Amstutz were great friends, They got it started and it trends, It’s our task to keep it going, And our commitment is growing. Many years later, the SAS Pentathlon Was mostly honoured by Peter Lunn, To Grindelwald from Scottish Highlands, We cherish the British-Swiss ski friends. Der Schneehase is the snow rabbit, It documents it all, as habit, The next one is in the pipeline, The history of Kandahar is all fine. So, anyhow! I think, I guess: We drink one on the SAS We drink another in the bar To our friends from Kandahar! Cheerio!

By Ivan Wagner, inspired by Hermann Gurtner’s Anglo-Swiss Mürren song and presented as a toast to the Kandahar-SAS friendship at the Kandahar AGM 2010 dinner, on November 26, 2010, in London. 255


Resultate   Résultats   Results 2008–2011

75th Anglo-Swiss University Race in St. Moritz 19. Januar 2008  Super-G   1 CAMPBELL John   2 SCHÖPFER Pius   3  BRUGSON Scott   4 BRUCE Jas   5 CLÉMENT Frédéric   6 BRUTON Matt   7 DENZLER Cynthia   8 FRÔTÉ Léonie   9 HARRIS Gemma 10 WYATT Dan 11 SCHRAFL Constantin 12 MARXER Alix

BUSC SAS BUSC BUSC SAS BUSC SAS SAS BUSC BUSC SAS SAS

110.15 110.91 111.05 111.64 111.87 113.60 116.40 116.85 117.34 120.56 121.50 122.62

Slalom   1 BRUTON Matt   2 CAMPBELL John   3 SCHÖPFER Pius   4 BRUGSON Scott   5 BRUCE Jas   6 WYATT Dan   7 HARRIS Gemma   8 FRÔTÉ Léonie   9 DENZLER Cynthia 10 MARXER Alix 11 CHOFFAT Patrice

BUSC BUSC SAS BUSC BUSC BUSC BUSC SAS SAS SAS SAS

75.70 76.11 76.36 76.65 77.32 80.24 83.17 84.63 87.01 101.38 112.97

BUSC wins the University Challenge Cup with 0 pts against SAS with 109.12 pts Individual combined winner: CAMPBELL John (BUSC)

75. Anglo-Swiss hinten v.l.n.r.: Constantin Schrafl, William Tauton-Burnet, Mårten Rød, Pius Schöpfer, John Campbell, Patrice Choffat, Dan Wyatt, Scott Bryson, Frédéric Clément, Alasdair MacDonald, Markus Almer vorne v.l.n.r.: Fredi Wittenwiler, Matt Bruton, Cynthia Denzler, Gemma Harris, Léonie Frôté, Jas Bruce, Alix Marxer

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76th Anglo-Swiss University Race in St. Moritz 13. Dezember 2008 Super-G   1 BRUHIN Björn   2 FREI Emmanuel   3 BRUCE James   4 MATHIESON Ali   5 GEY Felix   6 CAMPBELL John   7 BRAILLARD Grégory   8 NORMAN Robert   9 HARRIS Gemma 10 TCHAKHOTIN Quentin 11 DORSAZ Stéphane 12 LESINSKi Lukas

SAS SAS BUSC BUSC SAS BUSC SAS BUSC BUSC BUSC SAS SAS

75.63 77.98 78.33 78.63 78.92 79.09 82.03 82.50 85.14 85.19 86.90 96.28

Anglo-Swiss University Challenge Cup

Slalom   1 BRUHIN Björn   2 MATHIESON Ali   3 FREI Emmanuel   4 CAMPBELL John   5 GEY Felix   6 NORMAN Robert   7 BRAILLARD Gérard   8 HARRIS Gemma   9 DORSAZ Stéphane 10 BAYARD André-Samuel 11 BRUCE James 12 ROBB Claire Ann

SAS BUSC SAS BUSC SAS BUSC SAS BUSC SAS SAS BUSC BUSC

77.26 77.86 78.40 78.70 79.94 80.38 81.30 81.37 83.39 87.08 91.78 94.35

SAS wins the University Challenge Cup with 0 pts against BUSC with 12.31 pts Individual combined winner: BRUHIN Björn (SAS)

77th Anglo-Swiss University Race in Mürren 16. Januar 2010 Super-G  1 Français Nicolas  2 Mathieson Ali  3 Hall Ben  4 Macfie Ali  5 Candrian Simona  6 Filsell James  7 Gabus Andrea  8 Aellen Jacqueline  9 Tchakhotine Quentin 10 Marxer Alix 11 Robertson Bruce

SAS BUSC BUSC BUSC SAS BUSC SAS SAS BUSC SAS BUSC

118.94 119.58 120.77 121.28 122.82 123.21 125.72 127.91 129.07 131.28 136.94

Slalom  1 Français Nicolas  2 Hall Ben   3 Filsell James  4 Mathieson Ali  5 von Düring Aline  6 Aellen Jacqueline  7 Jauffret Carole  8 Candrian Simona  9 Marxer Alix 10 Adcock Rachel 11 Tchakhotine Quentin

SAS BUSC BUSC BUSC SAS SAS SAS SAS SAS BUSC BUSC

88.49 91.07 93.10 95.26 99.87 100.74 104.28 104.29 104.92 105.04 138.95

BUSC wins the University Challenge Cup with 0 pts against SAS with 37.07 pts Individual combined winner: FRANçAIS Nicolas (SAS)

77. Anglo-Swiss v.l.n.r.: Bruce Robertson, Andrea Gabus, Rachel Adcock, Jacqueline Aellen, Ali Macfie, Alix Marxer, Ali Mathieson, Carole Jauffret, Quentin Tchakhotine, Aline von Düring, James Filsell, Nicolas Français, Ben Hall, Simona Candrian Foto: Roland Eggspühler

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78th Anglo-Swiss University Race in St. Moritz 19. Januar 2011 Giant Slalom   1 BRUCE Jas   2 HALL Ben  3 FRANçAIS Nicolas   4 HARRIS Phil  5 CLÉMENT Emily   6 AELLEN Jacqueline   7 GABUS Andrea   8 TCHAKHOTINE Quentin   9 BRUNISHOLZ Henri 10 VON DUERING Aline 11 ADCOCK Rachel

BUSC BUSC SAS BUSC SAS SAS SAS BUSC SAS SAS BUSC

97.42 98.67 101.32 106.05 107.66 108.42 108.78 110.90 111.58 112.69 116.58

Slalom   1 HALL Ben   2 FRANÇAIS Nicolas   3 CAMPBELL John   4 BRUCE Jas   5 HARRIS Phil   6 GABUS Andrea   7 BOWMAN Michelle   8 AELLEN Jacqueline  9 CLÉMENT Emily 10 TCHAKHOTINE Quentin 11 VON DUERING Aline 12 BRUNISHOLZ Henri

BUSC SAS BUSC BUSC BUSC SAS BUSC SAS SAS BUSC SAS SAS

75.81 79.76 80.29 80.91 83.02 86.39 87.22 87.27 88.03 89.96 90.59 91.77

BUSC wins the University Challenge Cup with 0 pts against SAS with 68.15 pts Individual combined winner: HALL Ben (BUSC)

78. Anglo-Swiss hinten v.l.n.r.: Kurt Sieger, Fredi Wittenwiler, Marco Pool, Guolf Gattiker, Jean-Pierre Hertig, Phil Harris, John Campbell, Jacqueline Aellen, Aline von Düring, Michelle Bowman, Quentin Tchakhotine, Emily Clément, Rachel Katie, Alasdair MacDonald, Markus Almer, Mårten Rød, Ivan Wagner vorne kniend v.l.n.r.: Andrea Gabus, Henri Brunisholz, Jas Bruce, Nicolas Français, Ben Hall, Marc Walpoth, Thomas Almer

Italo-Suisse 2008 in Cortina d’Ampezzo 26.–30. März 2008 Super-G  1 pirro Sebastiano  2 pirro Leopoldo   3 DONATACCI Niccolò  4 pardon Gaspard   5 FRANçAIS Nicolas   6 MARIANI Nicolò   7 FREI Emmanuel   8 KROPF Massimiliano   9 GASSER Stefan 10 PASSARELLI Michela 11 SCHWESER Pascale 12 CLÉMENT Emily 13 REALE Pierandrea 14 KROPF Giulia 15 DORSAZ Nicolas 16 KESSLER Tom

SC18 SC18 SC18 SAS SAS SC18 SAS SC18 SAS SC18 SAS SAS SC18 SC18 SAS SAS

1:07.60 1:08.16 1:09.36 1:09.46 1:09.57 1:09.72 1:09.93 1:11.13 1:11.86 1:13.29 1:13.30 1:13.77 1:14.08 1:14.29 1:14.35 1:16.12

Slalom   1 PIRRO Leopoldo   2 PIRRO Sebastiano  3 FRANçAIS Nicolas   4 DONATACCI Niccolò   5 KROPF Massimiliano   6 MARIANI Nicolò   7 GASSER Stefan   8 PARDON Gaspard   9 SCHWEIZER Pascale 10 PASSARELLI Michela 11 CLÉMENT Emily 12 DORSAZ Nicolas 13 KROPF Giulia 14 KESSLER Tom 15 REALE Pierandrea 16 FREI Emmanuel

Total: SC 18 wins with 18:50.20 against SAS with 19:31.04 Challenge Combinato: PIRRO Leopoldo (SC 18) – Captain SAS: Walpoth Marc 258

SC18 SC18 SAS SC18 SC18 SC18 SAS SAS SAS SC18 SAS SAS SC18 SAS SC18 SAS

1:54.88 1:55.31 1:58.18 1:58.21 1:58.34 1:59.08 2:02.54 2:03.52 2:05.10 2:05.12 2:06.85 2:06.96 2:07.45 2:09.14 2:10.43 3:48.98


Italo-Suisse 2008, hinten v.l.n.r.: Pierandrea Reale, Massimiliano Kropf, Nicolas Français, Sebastiano Pirro, Tom Kessler, Niccolò Donatacci, Pirro Leopoldo, Stefan Gasser, Nicolas Dorsaz, Emmanuel Frei, vorne v.l.n.r.: Mariani Nicolò, Giulia Kropf, Emily Clément, Michela Passarelli, Pascale Schweizer, Gaspard Pardon

Italo-Suisse-Delegation 2008. Fotos: Marc Walpoth

Italo-Suisse 2010 in Chamonix 9.–10. April 2010 Riesenslalom   1 CANDRlAN Simona   2 MARXER Louis   3 RADICE Alexandra   4 DONATACCI Niccolò   5 DORSAZ Stéphane   6 ZULIAN Sébastien   7 GABUS Andrea  8 CLÉMENT Emily   9 PASSARELLI Michela 10 RADICI FOSSATTI Eugenio 11 CORSETTI Francesco 12 WALPOTH Marc

SAS SAS SC18 SC18 SAS SAS SAS SAS SC18 SC18 SC18 SAS

2:07.18 2:10.85 2:13.72 2:14.77 2:19.86 2:23.63 2:25.14 2:28.20 2:30.22 2:31,02 2:32.63 2:36.81

Parallelslalom   1. DONATACCI Niccolò   2 MARXER Louis   3 RADICE Alexandra   4 DORSAZ Stéphane   5 ZULIAN Sébastien  6 CLÉMENT Emily   7 D’AMELIO Carlo   8 CANDRlAN Simona   9 GABUS Andrea 10 RADICI FOSSATTI Eugenio 11 CORSETTI Francesco 12 EMO CAPODILISTA Pietro 13 PASSARELLI Michela 14 WALPOTH Marc

SC18 SAS SC18 SAS SAS SAS SC18 SAS SAS SC18 SC18 SC18 SC18 SAS

53.48 55.02 55.36 55.73 56.15 57.70 58.53 58.90 59.20 59.38 59.88 1:02.93 1:03.09 1:24.58

Total: SAS wins with 973.22 against SC 18 with 1,044.54 Challenge Combinato: DONATACCI Niccolò (SC 18) – Captain SAS: Gabus Andrea

Italo-Suisse 2010 hinten v.l.n.r. Michela Passarelli, Carlo d’Amelio, Corsetti Francesco, Sébastien Zulian, Stéphane Dorsaz, Andrea Gabus, Caroline Falciola vorne v.l.n.r. Pietro Emo Capodilista, Alexandra Radice, Simona Candrian, Emily Clément, Donatacci Niccolò, Radici Fossatti Eugenio, Marc Walpoth

259


2. Norge-Suisse 2009 in Oslo 5.–8. März 2009 Norge-Suisse-Familie.

Der Gewinner des Hopplom 2009 war Bjørne Jann.

3. Norge-Suisse 2011 in Oslo und Norefjell 28. Februar – 6. März 2011 Hopplom 2011  1 Wittenwiler Fredi  2 Rosenberg Jan Fredrik  3 Heer Lorenz  4 Gey Felix  5 Bjørne Jann  6 Tandberg Harald  7 Arnesen Alexander  8 Troye Pål  9 Choffat Pablito 10 Sandvik Ivar M 11 Rochat Jean-Philippe 12 Brunisholz Olivier 13 Schmid Christoph 14 Hammer Bruno 15 Astrup Alf Grieg 16 Stuessi Ueli 17 Schweizer Jürg 18 Nater Christoph 19 Friis Nicolay 20 Girardet Patrice 21 von Mühlenen Walo 22 Dehli Arne-Kristian 23 Sieger Kurt 24 Langaard Thomas 25 Schmid Florian 26 Schmid Carlo 27 von Wurstemberger Charly 28 Moser Christian 29 Opdahl Helge 30 Fuhrer Andreas 260

Zürich –72.6 Norge –71.6 Zürich –70.0 Fribourg –68.6 Norge –68.4 Norge –65.8 Norge –65.3 Norge –64.8 Lausanne –62.7 Norge –60.3 Lausanne –59.0 Fribourg –59.0 Zürich –58.6 Bern –56.7 Norge –56.1 Zürich –55.8 Zürich –54.6 Zürich –53.3 Norge –52.8 Lausanne –52.2 Fribourg –52.1 Norge –50.4 Zürich –47.1 Norge –46.1 Zürich –45.8 Zürich –45.7 Fribourg –45.5 Zürich –45.3 Norge –45.0 Bern –44.8

Rolf Lonnevig, Ehrenmitglied.


31. Internationaler SAS-Pentathlon in Grindelwald 28.–30. März 2008 GS Jump Curling X-Ski Swim Total   1 SCHWEIZER Jürg Die Schweizer Familie 1104 1098 723 1133 1133 5191   2 PRUSSING Mathias The Bode’s 1005 1000 938 960 1247 5150   3 VON WURSTEMBERGER Charly Organizers 1129 1101 708 1079 1072 5089   4 KNAPP Martin Knapp Molson 1101 936 692 1091 1157 4977   5 KESSLER Andy Engiadina 926 924 785 1147 1147 4929   6 TROYE Pål Heming 1073 1139 538 1073 1072 4895   7 GIRARDIN Luc Global Warming 1134 1057 615 950 1112 4868   8 SAROTT Constant Engiadina 1229 1084 354 1227 967 4861   9 ROSENBERG Jan Fredrik Heming 1116 1106 554 1076 996 4848 10 MEULI Daniela Anfängerglück 1149 1062 446 1025 1152 4834 11 SCHMID Florian Sieg oder Sarg 1095 1105 646 948 1028 4822 12 GEY Felix Global Warming 1069 1089 815 854 859 4686 13 JAUFFRET Carole Global Warming 1159 1135 277 987 1116 4674 14 GRAND Reidum ULL 856 1021 508 1226 1058 4669 15 NATER Christoph CCC 1091 1067 569 969 923 4619 16 SCHNYDER Philippe The Bode’s 978 1011 523 897 1191 4600 17 RUSSENBERGER Marc Sieg oder Sarg 557 1137 569 1199 1046 4508 18 WEDER Walter Norge Suisse 951 1068 600 1011 824 4454 19 GLEDITSCH Einar Norge Suisse 1035 1172 708 1085 431 4431 20 GYLLENHAMMAR Raaum Fredrik Team Agerup 972 1015 646 973 802 4408 21 ZARRO Dario Engiadina 734 870 323 1129 1320 4376 22 JAEGER Urs Black Pudding 943 874 785 871 879 4352 23 MOOR-FUCHS Christine ULL 1038 1021 446 1013 806 4324 23 KAISER Barbara Startnummerngirls 873 926 892 763 870 4324 25 GERICKE Markus Black Pudding 892 983 308 1033 1087 4303 26 PENG Mario The Flying Hirsches 701 924 415 1098 1028 4166 27 ROETLISBERGER Frank Anfängerglück 638 1010 585 969 939 4141 28 NYIKOS Matthias Gigaskier 820 831 492 1104 888 4135 29 HOLZER Alice The Ace 968 904 185 960 1095 4112 30 SCHNYDER Simone Börts 843 836 308 956 1162 4105 Mannschaftsklassement 1 Global Warming JAUFFRET Carole, GEY Felix, GIRARDIN Luc 14228 2 Engiadina KESSLER Andy, SAROTT Constant, ZARRO Dario 14166 3 Heming TROYE Pål, ROSENBERG Jan Fredrik, RINGDAL Rolf 13653 4 Sieg oder Sarg SCHMID Florian, RUSSENBERGER Marc, SCHMID Carlo 13107 5 Organizers VON WURSTEMBERGER Charly, WAGNER Ivan, MURER Beda 13058 6 ULL MOOR-FUCHS Christine, TROYE Rachel, GRAND Reidum 12837 7 Anfängerglück MEULI Daniela, ROETLISBERGER Frank, SONDEREGGER David 12691 8 Norge Suisse WEDER Walter, GLEDITSCH Einar, HOLZER Andreas 12690 9 Knapp Molson KNAPP Martin, KNAPP Patrick, KNAPP Pascal 12024 10 Börts SCHNYDER Simone, SCHNYDER Corinne, KNAPP Michelle 11689

Sieger des Pentathlon 2008

261


32. Internationaler SAS-Pentathlon in Grindelwald 20.–22. März 2009

Sieger-Team «Farté à la raclette»: Carole Jauffret, Felix Gey, Annina Strupler.

Der Sprungchef Pål Troye erkärt, wie man springt!

GS Jump Curling X-Ski Swim Total   1 STRUPLER Annina Farté à la raclette 1288 1140 662 1323 991 5404   2 VON WURSTEMBERGER Charly fit4fun 1157 1051 877 1096 1060 5241   3 SCHWEIZER Jürg Schweizer Familie 1112 1063 692 1165 1204 5236   4 JAUFFRET Carole Farté à la raclette 1244 1086 646 1059 1127 5162   5 TROYE Pål Heming 1086 1103 677 1129 1109 5104   6 SAROTT Constant Engiadina 1195 1079 677 1223 895 5069   7 ROSENBERG Jan Fredrik Heming 1154 1195 600 1028 935 4912   8 SCHMID Florian Team Hydrophob 1141 1127 615 965 994 4842   9 JAEGER Urs Black Puddings 1012 953 954 1019 894 4832 10 TANDBERG Harald Heming 1026 1191 615 1155 749 4736 11 HOLZER Alice ACE 1052 1066 477 1037 1070 4702 12 ACHERMANN Marc fit4fun 1012 1014 538 1136 1001 4701 13 WEDER Walter Norge Suisse 976 893 754 1098 843 4564 14 BERTOSSA Pascale Les implanteurs 1299 1035 277 1087 846 4544 15 GERICKE Markus Black Puddings 787 919 554 1109 1110 4479 16 DORSAZ Stéphane chic & choc 893 1038 585 858 1071 4445 17 GOTHUEY Florian Les Manchots du Jura 781 979 354 987 1264 4365 18 SCHMID Carlo Team Hydrophob 920 905 708 930 874 4337 19 VON MÜHLENEN Walo Zauberer 961 911 523 976 965 4336 20 GEY Felix Farté à la raclette 1072 1067 446 918 823 4326

Sieger des Pentathlon 2009

262


21 SCHWEIZER Luca 22 SIFFERT Bertrand 23 HOLZER Andreas 24 PENG Mario 25 STRÄSSLER Daniela 26 LAUBER Tamara 27 KUENZLI Stephan 28 KESSLER Christof 29 WEDER Elena 30 SCHNEIDER Franco Mannschaftsklassement   1 Farté à la raclette   2 Heming   3 Engiadina   4 ACE   5 Norge Suisse   6 Zauberer   7 Ein Fall für drei   8 Team Hydrophob   9 Schweizer Familie 10 Les Manchots du Jura

GS Jump Curling X-Ski Swim Total

Schweizer Familie 801 860 523 931 1121 4236 Gasenzner Legends 1027 997 985 819 390 4218 Norge Suisse 979 1020 369 1150 697 4215 Engadina 861 949 215 1107 1058 4190 Ein Fall für drei 1064 932 462 884 842 4184 Ein Fall für drei 1249 880 185 972 817 4103 Zürcher Singstudenten 749 890 769 849 844 4101 Zauberer 732 867 292 1073 1097 4061 ACE 838 754 462 965 1037 4056 Zauberer 985 1047 446 873 646 3997

JAUFFRET Carole, STRUPLER Annina, GEY Felix TROYE Pål, ROSENBERG Jan Fredrik, TANDBERG Harald KESSLER Tom, SAROTT Constant, PENG Mario WEDER Elena, HOLZER Alice, EGLI Carla HOLZER Andreas, WEDER Walter, GLEDITSCH Einar SCHNEIDER Franco, VON MÜHLENEN Walo, KESSLER Christof STRÄSSLER Daniela, LAUBER Tamara, KAISER Barbara SCHMID Florian, SCHMID Carlo, ANDRI Fritz SCHWEIZER Romy, SCHWEIZER Luca, SCHWEIZER Jürg BERTHAUDIN Alice, GOTHUEY Florian, CATTIN Philippe

14892 14752 12981 12702 12669 12394 12195 12143 11942 11470

SAS-Pentathlon: Fliegender Schottenrock (Alasdair MacDonald)

33. Internationaler SAS-Pentathlon in Grindelwald 19.–21. März 2010 1 SCHWEIZER Jürg 2 DARBELLAY Nicole 3 LUETHI Werner 4 SCHMID Florian 5 JAUFFRET Carole 6 STRUPLER Annina 7 RUSSENBERGER Marc 8 SAROTT Constant 9 BRUNNER Reto

GS Jump Curling X-Ski Swim Total

Old and New Names 1028 1227 The Comebackers 1347 1258 The Comebackers 1273 1184 Alpine Convertibles 1126 1098 Last Minute 1034 1202 Challigroseni 1217 1080 Alpine Convertibles 1153 1146 Engiadina 1214 1160 Alpine Convertibles 1026 1014

908 1129 1200 5492 538 1198 1066 5407 538 1076 961 5032 754 957 1082 5017 631 1027 1098 4992 354 1268 1039 4958 400 1197 1048 4944 385 1202 972 4933 585 1111 1083 4819 263


GS Jump Curling X-Ski Swim Total 10 TROYE Pål Heming 1032 1125 492 1102 1059 4810 11 ROSENBERG Jan Fredrik Heming 1107 1149 462 1077 1004 4799 12 AESCHLIMANN GUGGISBERG Ch. The Treupels 734 851 538 1284 1388 4795 13 KESSLER Andy Engiadina 939 1009 585 1105 1123 4761 14 DORSAZ Stéphane chic & choc 949 1024 677 926 1082 4658 15 HOLZER Andreas Norge Suisse 1112 985 723 1075 740 4635 16 GRUETER Hans Old and New Names 1167 1132 215 1039 1072 4625 17 ACHERMANN Marc fit4fun 846 964 723 1081 993 4607 18 HOLZER Alice Parsennstein 1000 892 569 992 1105 4558 19 SCHMID Carlo Team OBE-USE 895 964 785 892 960 4496 20 SCHWEIZER Luca Old and New Names 911 910 538 967 1134 4460 21 WEDER Elena Parsennstein 880 866 738 946 1028 4458 22 GEY Felix Last Minute 1114 1038 538 878 851 4419 23 LANGMUIR Roddy Scottish old boys 979 1071 585 879 880 4394 24 SCHMIDHAUSER Corinne 3 Kreuzbänder 1079 972 185 1141 973 4350 25 MORRIS Alexandra Norwegian Sardines 619 959 569 1232 954 4333 26 HAMMER Bruno 3 Kreuzbänder 1107 1013 46 1183 976 4325 27 MOOR-FUCHS Christine Ull 1079 939 369 1103 799 4289 28 Marxer Louis Last Minute 984 991 431 873 1004 4283 29 PLUESS Rhéa The Treupels 890 951 92 1077 1267 4277 30. JAEGER Urs fit4fun 910 1019 400 994 913 4236

Sieger-Team «Alpine Convertibles»: Marc Russenberger, Reto Brunner, Florian Schmid.

Mannschaftsklassement   1 Alpine Convertibles   2 Old and New Names   3 The Comebackers   4 Engiadina   5 Heming   6 Last Minute   7 Scottish old boys   8 Parsennstein   9 3 Kreuzbänder 10 Ull 264

BRUNNER Reto, SCHMID Florian, RUSSENBERGER Marc GRUETER Hans, SCHWEIZER Luca, SCHWEIZER Jürg DARBELLAY Nicole, LUETHI Werner, GABUS Andrea KESSLER Andy, SAROTT Constant, ZARRO Dario TROYE Pål, ROSENBERG Jan Fredrik, RINGDAL Rolf JAUFFRET Carole, Marxer Louis, GEY Felix LANGMUIR Roddy, STEEL Roby, STEEL Andrew WEDER Elena, HOLZER Alice, HOLZER Tobias SCHMIDHAUSER Corinne, HAMMER Bruno, REMUND Matthias MOOR-FUCHS Christine, TROYE Rachel, GRAND Reidum

14780 14577 14135 13824 13747 13694 12736 12699 12640 12606


34. Internationaler SAS-Pentathlon in Grindelwald 25.–27. März 2011

Sieger des Pentathlon 2011

GS Jump Curling X-Ski Swim Total   1 DARBELLAY Nicole The Comebackers 1217 1296 738 1186 1104 5541   2 ROSENBERG Jan Fredrik Hopp Hopplom 1110 1111 1077 1053 953 5304   3 MUELLER Jenny The Comebackers 1270 1183 554 1067 1080 5154   4 SCHMID Florian Dartclub Schweiz 1109 1084 769 896 1087 4945   5 GEY Felix Hopp Hopplom 1134 1098 954 835 899 4920   6 TROYE Pål Norge Suisse 1038 1124 585 1035 1100 4882   7 PLUESS Rhéa The Treupels 1002 882 677 1001 1299 4861   8 JAUFFRET Carole Hopp Hopplom 1210 984 508 945 1190 4837   9 VON WURSTEMBERGER Charly fit4fun 1144 1059 492 1018 1046 4759 10 SAROTT Constant Engiadina 1170 1073 400 1172 933 4748 11 LANGMUIR Moira ERICANDMO 1160 1060 508 715 1259 4702 12 KESSLER Andy Engiadina 824 975 646 1102 1148 4695 13 AESCHLIMANN GUGGISBERG Ch. The Treupels 782 861 462 1180 1397 4682 14 NATER Christoph CCC 1095 955 723 942 967 4682 15 LUETHI Werner The Comebackers 899 1203 554 1017 966 4639 16 BREITSCHAEDEL Tobias RE3 825 1012 785 990 1000 4612 17 FLURY Gaudenz Flury Family 739 941 631 1118 1119 4548 18 LANGMUIR Roddy ERICANDMO 1025 981 600 870 1041 4517 19 SCHMID Carlo Team Schlittler 937 970 815 776 983 4481 20 LANGMUIR Sean ERICANDMO 1027 989 462 915 1072 4465 21 JAEGER Urs fit4fun 922 1080 631 909 917 4459 22 ACHERMANN Marc fit4fun 859 938 600 1053 1001 4451 23 FRENCH James KANDAHAR Mixed Team 1107 970 308 858 1112 4355 24 PENG Mario Viva 686 934 769 1042 920 4351 25 FLURY Stefan Flury Family 848 1055 446 1067 927 4343 26 GUGGISBERG Konrad The Treupels 730 846 369 1042 1283 4270 27 JIRSA Lukas RE3 861 884 677 845 989 4256 28 STRÄSSLER Daniela Schneehaesli 951 991 615 856 840 4253 29 ZARRO Dario Engiadina 596 717 554 1052 1328 4247 30 DOERIG Thomas Team Schlittler 823 1027 708 831 823 4212   Mannschaftsklassement   1 The Comebackers DARBELLAY Nicole, MUELLER Jenny, LUETHI Werner 15334   2 Hopp Hopplom JAUFFRET Carole, GEY Felix, ROSENBERG Jan Fredrik 15061   3 The Treupels PLUESS Rhéa, AESCHLIMANN GUGGISBERG Ch., GUGGISBERG Konrad 13813   4 Engiadina KESSLER Andy, ZARRO Dario, SAROTT Constant 13690   5 ERICANDMO LANGMUIR Moira, LANGMUIR Roddy, LANGMUIR Sean 13684   6 fit4fun JAEGER Urs, ACHERMANN Marc, VON WURSTEMBERGER Charly 13669   7 Norge Suisse TROYE Pål, WEDER Walter, HOLZER Andreas 12843   8 RE3 BREITSCHAEDEL Tobias, JIRSA Lukas, BOEHM Martin 12772   9 CCC KESSLER Tom, NATER Christoph, SCHRAFL Constantin 12701 10 RAPID WEDER Elena, HOLZER Alice, HOLZER Tobias 11984 265


Gesamtwertung SAS-Cup 2007/2008 Damen Open  1 Denzler Cynthia  2 Fuchs Jeanette  3 Jauffret Carole  4 Frôté Léonie  5 Schweizer Pascale  6 Strässler Daniela  7 De Courten Poupy  8 Clément Emily  9 Falciola Véronique 10 Müller Jenny 10 Kaiser Barbara 10 Cornaz Natalia 10 Brunisholz Louise 14 Minicio Françoise 15 Falciola Caroline

BS 475 ZH 255 GE 123 LA 118 GE 100 BS 84 LA 79 FR 72 GE 57 ZH 45 ZH 45 LA 45 GE 45 GE 43 GE 42

Alte Herren  1 Weinmann Nicolas   2 Denzler Hanspeter   3 Michel Christian  4 Grüter Hans  5 Ceralli Pierre-Alain  6 Reymond Philippe  7 Heer Lorenz  8 Almer Thomas  9 Guyot Philippe 10 Baltzinger Jean-Claude 11 Von Mühlenen Walo 11 Nater Hans 13 Jungo Markus 14 Girardin Luc 15 Ringdal Rolf

LA 285 FR 224 ZH 150 ZH 132 GE 130 LA 127 ZH 114 ZH 90 LA 70 GE 61 FR 57 ZH 57 FR 54 GE 50 ZH 44

Herren Elite  1 Rigamonti Alessandro  2 Clément Frédéric  3 Auer Mirco  4 Gasser Stefan

ZH FR BE BS

270 206 172 142

Podest Damen Nordisch SAS-Cup 2007/2008, v.l.n.r.: Sandra Gredig, Muriel Hüberli, Annina Strupler. Foto: Roland Eggspühler

266

 5 Russi Ian  6 Menge Patrick  7 Braillard Grégory  8 Bruhin Björn  9 Menge Philipp 10 Nay Dominik 11 Gey Felix 12 Nater Christoph 13 Kessler Tom 14 Walpoth Marc 15 Schmid Florian

BS 138 BS 133 FR 115 BS 112 BS 106 ZH 92 FR 84 ZH 65 ZH 63 FR 57 ZH 54

Damen Nordisch  1 Hüberli Müriel 160  2 Gredig Sandra 151  3 Strupler Annina 139  4 Imoberdorf Rahel 110  5 Bünter Antonia 85  6 Gruber Bettina 57  7 Bürgler Simone 48  8 Lattmann Chantal 10 Herren Nordisch  1 Nyikos Thomas 138  2 Flury Gaudenz 132  3 Gruber Mauro 81  4 Bürgler Jonas 80  5 Burckhardt Christoph 44  6 Chevrier Stéphane 34  7 Walpen Alexander 32  8 Florinett Andrea 20  9 Steiner Armon 14 10 Cagienard Flavio 11 11 Peng Arno 10 12 Caviezel Gian 8 13 Fischer Boris 7 14 Remund Matthias 6 15 Russenberger Marc 5

Podest Herren Nordisch SAS-Cup 2007/2008, v.l.n.r.: Gaudenz Flury, Thomas Nyikos, Mauro Gruber. Foto: Roland Eggspühler


Gesamtwertung SAS-Cup 2008/2009 Damen Open  1 Falciola Caroline  2 de Courten Béatrice  3 Gattiker Seraina  4 Brunisholz Anne  5 Jauffret Carole  6 Glassey Virginie

GE 190 LA 160 ZH 95 FR 60 GE 50 FR 25

Damen Elite  1 Zurbuchen Angela  2 Boss Tina  3 Candrian Simona  4 Bertossa Pascale  5 Frôté Léonie  6 Marxer Alix  7 Brunisholz Ségolène  8 Denzler Cynthia  9 Falciola Véronique 10 Clément Emily 11 Braun Tanja 12 Brunisholz Louise 13 Strässler Daniela 14 Volken Eliane 15 Schmid Carole

BE 184 BS 148 ZH 140 GE 138 LA 112 GE 111 GE 93 BS 84 GE 81 FR 72 BS 64 GE 55 BS 52 ZH 50 ZH 45

Alte Herren  1 WEINMANN Nicolas  2 Reymond Philippe  3 Murer Beda  4 Denzler Hanspeter  5 Almer Thomas  6 Lüthi Werner

LA 280 LA 137 FR 93 FR 84 ZH 82 BE 75

 7 Brunishloz Olivier  8 Nater Hans  9 Siffert Bertrand 10 Von Wurstemberger Charly 10 Schweizer Jürg 12 Girardin Luc 13 Turrettini Samuel 14 Walpoth Marc 15 Troller Alexander 15 Grüter Hans

FR 73 ZH 61 FR 59 FR 52 ZH 52 GE 50 GE 45 FR 42 GE 40 ZH 40

Herren Elite  1 Gey Felix  2 Zurbuchen Dominik  3 Merz Robin  4 Bruhin Björn  5 Hofmann Oliver  6 Kessler Tom  7 Braillard Grégory  8 Menge Patrick  9 Schmid Florian 10 Menge Philipp 11 Russi Ian 12 Dellenbach Lukas 13 Spörri Jörg 14 Frei Emanuel 15 Fallet Benedict 15 Gasser Stefan 15 Schweizer Luca

FR 210 BE 158 BS 129 BS 119 BE 89 ZH 81 FR 70 BS 69 ZH 67 BS 66 BS 65 BE 61 ZH 50 LA 40 GE 36 BS 36 ZH 36

Damen Nordisch  1 Imoberdorf Rahel 178  2 Gredig Sandra 126  3 Strupler Annina 101  4 Hüberli Müriel 84  5 Gruber Bettina 47  6 Bünter Antonia 24  7 Bürgler Simone 10 Herren Nordisch  1 Nyikos Thomas 108  2 Florinett Andrea 94  3 Gruber Mauro 90  4 Flury Gaudenz 85  5 Burckhardt Christoph 75  6 Bogdanov Evgeniy 52  7 Walpen Alexander 34  7 Bürgler Jonas 34  9 Brunner Reto 32 10 Chevrier Stéphane 19 11 Birbaum Fabian 14 11 Spoerry Hans Heiri 14 13 Russenberger Marc 12 14 Caviezel Gian 11 15 Lattmann Simon 10 15 Peng Mario 10

Tina Boss, SAS-Cup Jaun.

267


Gesamtwertung SAS-Cup 2009/2010 Damen Open  1 Falciola Caroline  2 De Courten Béatrice  3 Schmid Barbara  4 Holden Tara  5 Darbellay Nicole  5 Müller Jenny  7 Siegwart Marina  8 Jauffret Carole  9 Falciola Véronique 10 Juillard Anne 11 Raymond Arlette

GE 229 LA 115 ZH 100 GE 94 BE 90 ZH 90 LA 40 GE 30 GE 20 GE 12 GE 10

Damen Elite  1 Boss Tina BS 274  2 Zurbuchen Angela BE 177  3 Candrian Simona ZH 170  4 Lötscher Corinne BS 147  5 Bertossa Pascale GE 133  6 De Gauthard Géraldine GE 79  7 Bachmann Caroline ZH 63  8 Zlauwinen Stefanie ZH 58  9 Brunisholz Ségolène GE 50  9 Frôté Léonie LA 50 11 Schmid Carole ZH 40 11 Volken Eliane ZH 40 11 Kaiser Barbara ZH 40 14 Castella Isabelle GE 38 15 Aufdenblatten Steffi BE 35 Alte Herren  1 Lüthi Werner  2 Reymond Philippe  3 Weinmann Nicolas  4 Darbellay Alain  5 Almer Thomas  6 Dellenbach Stefan  7 Siffert Bertrand

BE 170 LA 137 LA 130 LA 100 ZH 90 BE 89 FR 73

Podest Damen Elite SAS-Cup 2009/2010, v.l.n.r.: Angela Zurbuchen, Tina Boss, Simona Candrian. Foto: Roland Eggspühler

268

 8 Troller Alexander GE 68  9 Eggen Karl BE 65 10 Schneiter Alexandre GE 50 11 Soto Martinho GE 48 12 Schmid Christoph ZH 46 13 Girardin Luc GE 45 14 Barthe Christophe GE 44 15 Balzinger Jean-Claude GE 43 Herren Elite   1 Lötscher Lukas   2 Hofmann Oliver   3 Menge Patrick   4 Bruhin Björn   5 Zurbuchen Dominik   6 Marxer Louis   7 Boner Patrick   7 Oyon Quentin   9 Brasey Pierre-Antoine 10 Gey Felix 11 Dellenbach Lukas 12 Nater Christoph 13 Menge Philipp 14 Schmid Florian 15 Eggen Nils

BS 225 BE 151 BS 127 ZH 110 BE 83 GE 80 ZH 75 LA 75 FR 70 FR 67 BE 66 ZH 61 BS 59 ZH 57 BE 52

Damen Nordisch   1 Imoberdorf Rahel 181   2 Strupler Annina 155   3 Bünter Antonia 40   4 Gruber Bettina 30   5 ClÉment Emily 14   6 Faciola Caroline 12   7 Gredig Sandra 10   7 Bürgler Simone 10 Herren Nordisch   1 Bogdanov Evgeniy 176   2 Birbaum Fabian 150   3 Florinett Andrea 130   4 Flury Gaudenz 129   5 Bürgler Jonas 109   6 Nyikos Thomas 99   7 Lutz Tobias 81   8 Gruber Mauro 65   9 Bühl Michael 61 10 Peng Mario 47 11 Brunner Reto 46 12 Spoerry Hans Heiri 40 13 Peng Arno 22 14 Walpen Alexander 20 14 Schnetzler Gabriel 20


Gesamtwertung SAS-Cup 2010/2011 Damen Open  1 Jauffret Carole  2 Müller Jenny  3 Brunisholz Anne   4 Darbellay Nicole  5 Falciola Caroline  6 Holden Tara  7 JUillard Anne   8 De Courten Béatrice  9 Schmid Barbara

GE 220 ZH 90 FR 60 BE 50 GE 45 GE 40 LA 35 LA 27 ZH 23

Damen Elite  1 Zurbuchen Angela BE 261  2 Candrian Simona ZH 227  3 Boss Tina BS 164  4 Marxer Alix GE 103  5 Lötscher Corinne BS 90  5 Golaz Mathilde GE 90  7 Bachmann Caroline ZH 82  8 Fuchs Jeanette ZH 80  9 Schneiter Virginie GE 67 10 Brunisholz Ségolène GE 66 11 Troyanov Dorothée GE 52 12 Büchler Caroline GE 38 13 Mégevand Vanya FR 32 14 Tasso Audrey FR 30 14 Clément Emily FR 30 Alte Herren  1 Gey Felix   2 Weinmann Nicolas  3 Dellenbach Stefan  4 Lüthi Werner  5 Almer Thomas  6 Reymond Philippe  7 Walpoth Marc  8 Nater Christoph  9 Nater Hans 10 von Mühlenen Walo 11 Auer Mirco 12 Binkert Christoph 13 Pardon Jean-Louis 14 Sieger Kurt 15 Aerni Dominik

FR 212 LA 186 BE 127 BE 121 ZH 100 LA 99 FR 92 ZH 87 ZH 61 FR 59 Be 50 ZH 48 LA 34 ZH 33 BS 32

Herren Elite   1 Dellenbach Lukas  2 Hofmann Oliver  3 Vial Christian  4 Schmid Florian  5 Zurbuchen Dominik  6 Toneatti Michael  7 Brasey Pierre-Antoine  8 Oyon Quentin  9 Boner Patrick 10 Rochat Alexandre 11 Braillard Grégory 12 Cherkasenko Arsenly 13 Maus Jan

BE 221 BE 179 LA 170 ZH 127 BE 121 BE 96 FR 90 LA 81 ZH 75 GE 70 FR 58 ZH 57 GE 52

14 Oyon Gaetan 15 Boner Christoph

LA 43 BE 40

Damen Nordisch  1 Strupler Annina  2 Imoberdorf Rahel   3 Zeiter Sarah   4 Bünter Antonia

178 177 20 10

Herren Nordisch  1 Bogdanov Evgeniy 205   2 Birbaum Fabian 187   3 Gruber Mauro 168  4 Walpen Alexander 53  5 Flury Gaudenz 44  6 Brunner Reto 35   7 Nyikos Thomas 24  8 Bühl Michael 20  8 Armon Steiner 20 10 Spoerry Hans Heiri 16 11 Kessler Andi 14 11 Florinett Andrea 14 13 Russenberger Marc 12

Beat Walpoth (SAS Zürich) mit einem Schneehasen in Zermatt. Foto: Marc Walpoth

269


82. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Veysonnaz 12.–15. März 2008 Super-G Damen 1 FUS Veronika 2 VIKRE Linn 3 GERBER Samantha 4 CORNAZ Natalia 6 BONVIN Sabrina 9 LÖTSCHER Melanie

GER NOR SUI SUI SUI SUI

1:08.27 1:08.82 1:09.07 1:09.73 1:11.07 1:13.10

Super-G Herren 1 MURISIER Justin 2 SCHMUTZ Roman 3 GASPOZ Vincent 4 ROCHAT Alexandre 5 BOUDUBAN Colin 6 FELDER Julian

Super-Kombination Damen 1 BAGGIO Jayme 2 FUS Veronika 3 SPICHTIG Daniela 4 CORNAZ Natalia 6 ERNST Manuela 7 BUGNARD Valérie

GBR GER SUI SUI SUI SUI

2:10.87 2:11.05 2:11.70 2:11.88 2:12.57 2:12.66

Riesenslalom Damen 1 SPICHTIG Daniela 2 CANDRIAN Simona 3 HANSEN-TANGEN Charlotte 4 MOOSER Saskia 5 STUDER Jennifer 6 GIVEL Margaux

SUI SUI NOR SUI SUI SUI

Slalom Damen 1 HANSEN-TANGEN Charlotte 2 BUGNARD Valérie 3 METRAILLER Karen 4 OBERSON Marine 5 ROESTI Nathalie 8 SMITH Fanny

NOR SUI SUI SUI SUI SUI

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:05.54 1:06.33 1:06.64 1:06.91 1:07.01 1:07.15

Super-Kombination Herren 1 MURISIER Justin 2 KORNBERGER Siegfried 3 SCHMUTZ Roman 4 METRAILLER Grégory 5 ROCHAT Alexandre 6 BOUDUBAN Colin

SUI AUT SUI SUI SUI SUI

2:03.29 2:03.63 2:04.39 2:04.70 2:04.89 2:04.90

1:55.12 1:55.26 1:55.37 1:55.39 1:55.45 1:55.54

Riesenslalom Herren 1 SCHMUTZ Roman 2 GASPOZ Vincent 3 KORNBERGER Siegfried 4 ZENHAEUSERN Jean-Pierre 5 ROCHAT Alexandre 6 BOUDUBAN Colin

SUI SUI AUT SUI SUI SUI

1:52.24 1:52.32 1:52.40 1:53.03 1:53.05 1:53.23

1:56.52 1:56.75 1:58.84 2:01.15 2:01.52 2:02.42

Slalom Herren 1 BOUDUBAN Colin 2 WITZMANN Klaus Hermann 3 ROCHAT Alexandre 4 MURISIER Justin 5 ZENHAEUSERN Jean-Pierre 6 NOVOA Christian

SUI GER SUI SUI SUI SUI

1:49.90 1:50.08 1:50.27 1:50.69 1:51.16 1:51.18

U-Games 2008

270


82. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Arolla 12.–14. März 2008 Damen 5 km Skating   1 HUEBERLI Muriele   2 IMOBERDORF Rahel   3 GREDIG Sandra   6 STRUPLER Annina   8 LATTMANN Chantal

SUI SUI SUI SUI SUI

15:33.4 16:01.7 16:04.9 16:21.0 18:40.7

Damen Teamsprint   1 TOLAROVA S.+ CHRASTKOVA M. CZE   2 BORSTAD Kaja P.+ JUST Kaja NOR

13:30.2 15:38.8

Herren 10 km Skating   1 RUBIN Philipp   2 RAZYM Vladislav   3 LURY Gaudenz   6 BURCKHARDT Christoph 10 NYIKOS Thomas 11 CHEVRIER Stéphane

27:59.4 28:24.9 28:46.5 29:34.5 30:33.6 30:54.1

SUI CZE SUI SUI SUI SUI

Herren 7,5 km Klassisch + 7,5 km Pursuit   1 FLURY Gaudenz SUI   2 ZACH Martin CZE   3 RAZYM Vladislav CZE   6 BURCKHARDT Christoph SUI   7 NYIKOS Thomas SUI 10 CAGIENARD Flavio SUI

42:45.6 42:47.7 42:58.8 43:54.1 44:36.1 46:52.4

Herren Teamsprint   1 RAZYM V. + ZACH M. CZE II   2 HLAVACEK A. + HAMR J. CZE I   3 JANDA M. + BOGDANOV E. CZE/SUI   4 VOLKEN R. + REMUND M. SUI   5 PENG Arno + CAGIENARD Flavio SUI   8 SPADIN Daniel + RENNER Niklas SUI

17:30.9 17:52.9 18:09.4 18:25.0 18:34.1 20:31.7

83. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Veysonnaz 12.–15. März 2009 Super-Kombination Damen 1 FUCHS Daniela 2 BLESS Corina 3 WYSS Laura 4 GMUER Chiara 5 ZAMUDIO Lisa 6 MARMET Stéphanie

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

2:12.18 2:12.32 2:13.86 2:14.16 2:14.76 2:16.00

Riesenslalom I Damen 1 HOSTETTLER Sophie 2 FUCHS Daniela 2 CANDRIAN Simona 4 CHASTAN Zoé 5 UTZINGER Chantal 6 MOOSER Saskia

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:55.22 1:55.67 1:55.67 1:55.75 1:56.64 1:57.04

Riesenslalom II Damen 1 CANDRIAN Simona 2 BRAEM Gabi 3 CHASTAN Zoé

SUI SUI SUI

2:01.58 2:02.60 2:03.45

U-Games 2009

4 HOSTETTLER Sophie 5 SCHMID Carol 6 BARMAZ Coralie

SUI SUI SUI

2:03.83 2:04.82 2:05.42

Super-Kombination Herren 1 SCHMIDIGER Reto 2 BOUDUBAN Colin 3 RUDIN Michael 4 CAVIEZEL Gino 5 GASPOZ Vincent 6 ROCHAT Alexandre

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

2:03.38 2:03.88 2:05.42 2:06.04 2:06.22 2:06.29

Super-G Herren 1 CAVIEZEL Gino 2 BOUDUBAN Colin 3 MURISIER Justin 4 JORDAN Remy 5 SCHMED Fernando 6 SCHMIDIGER Reto

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:08.22 1:09.10 1:09.26 1:09.36 1:09.56 1:09.64

U-Games 2009

271


Riesenslalom I Herren 1 MURISIER Justin 2 JORDAN Remy 3 SCHAERER Adrian 4 GASPOZ Vincent 5 BOUDUBAN Colin 7 ZENHAEUSERN Jean-Pierre

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:49.92 1:50.32 1:50.49 1:50.67 1:50.70 1:51.02

Riesenslalom II Herren 1 STRICKER Martin 2 BOUDUBAN Colin 3 GASPOZ Vincent 4 JORDAN Remy 5 CUCHE Dimitri 6 ILIANO Nicolas

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:56.86 1:56.99 1:57.04 1:57.29 1:57.73 1:57.89

83. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Evolène 11.–15. März 2009 Damen 10 km (2 × 5 km Klassisch) 1 IMOBERDORF Rahel 2 GREDIG Sandra 3 STANISIC Lucija 4 LEONARDI CORTESI Natascia 5 SPRECHER Patricia 6 SPRECHER Stefanie

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

33:14.5 33:34.9 34:20.9 34:24.7 34:33.0 34:49.9

Damen 1000 m Sprint 1 GREDIG Sandra 2 STRUPLER Annina 3 JAEGER Barbara 4 IMOBERDORF Rahel 5 KILCHENMANN Caroline 6 BUENTER Antonia

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

02:52.24 03:01.13 03:05.22 02:59.80 03:16.59 03:35.86

Herren 15 km (3 × 5 km Klassisch) 1 KINDSCHI Joeri 2 DIETER Felix 3 VOLKEN Dominik 4 TAMBORNINO Eligius 5 FURRER Philipp 6 GRUBER Mauro

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

42:39.3 42:54.7 44:12.8 44:27.8 44:56.7 45:23.7

SUI SUI SUI RUS SUI SUI

02:25.64 02:28.63 02:28.95 02:39.47 02:46.85 02:48.15

Herren 1000 m Sprint 1 KINDSCHI Joeri 2 FURRER Philipp 3 GRUBER Mauro 4 BOGDANOV Evgeniy 5 CHEVRIER Stéphane 6 BIRBAUM Fabian

Wettlauf mit dem Osterhasen

272

Sandra Gredig an den U-Games 2009

Sprintstart an den U-Games 2009


84. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Veysonnaz 11.–13. März 2010 Riesenslalom Damen 1 OBERSON Marine 2 HERMANN Samira 3 CANDRIAN Simona 4 ZURBRIGGEN Maria 5 OERTLE Mirjam 6 LOETSCHER Corinne

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

2:00.56 2:04.01 2:04.03 2:04.28 2:04.46 2:05.05

Riesenslalom Herren 1 ZENHAEUSERN Ramon 2 NOGER Cédric 3 BONVIN Marc 4 SCHNEEBERGER Stefan 5 YULE Daniel 6 BELLWALD Emanuel

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:58.56 1:58.75 1:59.49 1:59.55 1:59.60 1:59.78

Slalom Damen 1 OBERSON Marine 2 CHABLE Charlotte 3 SIGG Chelsea 4 CANDRIAN Simona 5 LOETSCHER Corinne 6 MUELLER Jorinde

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:58.85 2:00.91 2:01.97 2:02.16 2:03.16 2:03.57

Slalom Herren 1 LUESCHER Tim 2 MARX Laurent 3 ZENHAEUSERN Ramon 4 BOUDUBAN Colin 5 STRICKER Martin 6 JORDAN Remy

UI SUI SUI SUI SUI SUI

1:48.50 1:50.50 1:50.72 1:50.77 1:50.96 1:51.20

Super-G Damen 1 RUDAZ Elodie 2 CHABLE Charlotte 3 HERMANN Samira 4 MATHIS Katrin 5 HUGO Rebecca 6 SIGG Chelsea

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:35.00 1:35.01 1:36.42 1:36.68 1:37.00 1:37.41

Super-G Herren 1 MARX Laurent 2 VOGEL Andreas 3 STEIMLE Simon 4 JORDAN Remy 5 ROCHAT Alexandre 6 GASPOZ Vincent

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:29.96 1:30.28 1:30.42 1:30.63 1:31.03 1:31.31

Super-Kombination Damen 1 MATHIS Katrin 2 SIGG Chelsea 3 MUELLER Jorinde 4 VOLKEN Ramona 5 ZURBRIGGEN Maria 6 GIOVANOLA Laureen

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

2:39.67 2:40.21 2:40.85 2:41.31 2:41.65 2:41.99

Super-Kombination Herren 1 MARX Laurent 2 BONVIN Anthony 3 ROCHAT Alexandre 4 STEIMLE Simon 5 VOGEL Andreas 6 ZENHAEUSERN Ramon

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

2:25.24 2:26.07 2:26.41 2:26.52 2:26.72 2:26.88

84. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Evolène 6.–7. März 2010 Damen 10 km 1 IMOBERDORF Rahel 2 KILCHENMANN Caroline 3 HABENICHT Sara 4 LUGGER Rosi 5 O’CARROLL Elise

SUI SUI AUS AUS CAN

31:37.5 33:56.2 37:53.0 38:51.6 40:06.9

Damen 10 km – Scratch 1 STRUPLER Annina 2 IMOBERDORF Rahel 3 KILCHENMANN Caroline 4 HABENICHT Sara 5 LUGGER Rosi 6 O’CARROLL Elise

SUI SUI SUI AUS AUS CAN

Damen Sprint 1 STRUPLER Annina 2 IMOBERDORF Rahel 3 HABENICHT Sara 4 LUGGER Rosi 5 CLÉMENT Emily 6 FALCIOLA Caroline

SUI SUI AUS AUS SUI SUI

Herren 15 km 1 PRALONG Charles 2 RATTI Rafael 3 BOGDANOV Evgeny 4 SCHWAB Dominique 5 BUERGLER Jonas 7 BIRBAUM Fabian

SUI SUI RUS SUI SUI SUI

40:13.9 40:41.4 41:37.4 42:19.6 43:35.6 45:38.6

30:49.1 31:37.5 33:56.2 37:53.0 38:51.6 40:06.9

Herren 10 km – Scratch 1 PRALONG Charles 2 RATTI Rafael 3 BOGDANOV Evgeny 4 SCHWAB Dominique 5 BUERGLER Jonas 7 BIRBAUM Fabian

SUI SUI RUS SUI SUI SUI

40:13.9 40:41.4 41:37.4 42:19.6 43:35.6 45:38.6

3:17.0 3:20.5 3:56.3 4:14.1 6:19.3 6:58.5

Herren Sprint 1 BOGDANOV Evgeny 2 SCHWAB Dominique 3 RASSINGER Robert 4 THOMPSON Sean 5 BUERGLER Jonas 6 BIRBAUM Fabian

RUS SUI AUS CAN SUI SUI

2:50.8 2:56.2 2:58.2 2:58.6 3:00.0 3:00.6 273


85. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Schönried 18.–19. Dez. 2010 Studentenmannschaft Alpin 2010 mit Chef Alpin Harald Menge (mit roter Mütze) und Cheftrainer Christian Schnepf (mit Sonnenbrille). Foto: Roland Hofmann

Slalom I Damen 1 ZURBUCHEN Julia 2 FUCHS Daniela 3 RADICE Alessandra 4 LOETSCHER Corinne 6 CANDRIAN Simona 7 SCHMID Carol

SUI SUI ITA SUI SUI SUI

1:32.27 1:33.46 1:35.72 1:35.81 1:36.31 1:37.43

Slalom I Herren 1 BONER Patrick 2 ROCHAT Alexandre 3 STEIMLE Simon 4 ZBINDEN Marco 6 BRUEGGER Matthias 7 TRACHSEL Matteo

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:25.60 1:25.71 1:26.29 1:26.39 1:26.91 1:26.93

Slalom II Damen 1 LOETSCHER Corinne 2 NOBIS Chiara 3 FUCHS Daniela 4 CANDRIAN Simona 6 SCHMID Carol 8 BOSS Tina

SUI ITA SUI SUI SUI SUI

1:29.83 1:29.98 1:30.32 1:31.33 1:31.71 1:32.42

Slalom II Herren 1 STEIMLE Simon 2 TRACHSEL Matteo 3 SCHNEEBERGER Stefan 4 KERNEN Jan 5 MEY Andy 6 BOUDUBAN Yann

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

1:21.57 1:23.14 1:23.32 1:23.73 1:24.24 1:24.48

85. Schweizerische Hochschulmeisterschaft in Feutersoey 26.–27. Feb. 2011 Damen 10 km Klassisch   1 STIFFLER Tatjana   2 PICHARD Lucy   3 EMMENEGGER Carmen   6 STRUPLER Annina Herren 15 km Klassisch   1 BAUMANN Jonas   2 COLOGNA Gianluca   3 HEDIGER Jovian 11 LUTZ Tobias 274

SUI SUI SUI SUI

SUI SUI SUI SUI

31:07.0 31:45.9 32:07.1 33:42.4

41:20.6 41:27.9 41:38.9 47:18.3

12 BIRBAUM Fabian 13 BOGDANOV Evgeniy 14 BRUNNER Reto Herren 15 km Massenstart   1 BAUMANN Jonas   2 PRALONG Candide   3 COLOGNA Gianluca 10 LUTZ Tobias 12 BIRBAUM Fabian 14 WALPEN Alexander

SUI RUS SUI

48:47.5 49:07.2 51:37.6

SUI SUI SUI SUI SUI SUI

43:27.1 43:31.4 43:38.3 49:41.2 50:07.0 55:56.7


Universiade in Daguokui Skiing Field, Yabuli (Harbin, China) 20.–27. Feb. 2009 ALPIN Abfahrt Damen   1 WOLF Tamara   2 KUENG Mirena   3 KATO Chika 20 CORNAZ Natalia

SUI SUI JPN SUI

1:39.35 1:40.50 1:40.56 1:45.66

Super-G Damen   1 WOLF Tamara   2 SOCQUET-CLERC Pauline-Flor   3 HRSTKOVA Lucie   9 VOLKEN Eliane 15 SPICHTIG Daniela 29 CORNAZ Natalia 31 CANDRIAN Simona

SUI FRA CZE SUI SUI SUI SUI

Riesenslalom Damen   1 HOSHI Mizue   2 BARTHET Anne-Sophie   3 KARASINSKA Katarzyna   7 WOLF Tamara 11 KUENG Mirena 29 CANDRIAN Simona 33 SPICHTIG Daniela Slalom Damen   1 KARASINSKA Katarzyna   2 VOLKEN Eliane   3 KLUS Aleksandra 15 KUENG Mirena 17 CANDRIAN Simona 23 CORNAZ Natalia 26 SPICHTIG Daniela

Abfahrt Herren   1 BONER Sandro   2 SABLATNIK Michael   3 BONER Christoph 17 BLAESI Aron 26 BONER Patrick

SUI AUT SUI SUI SUI

1:35.39 1:35.48 1:35.56 1:38.09 1:39.14

1:27.37 1:28.66 1:28.93 1:29.67 1:31.16 1:33.82 1:34.09

Super-G Herren   1 BONER Sandro   2 BABUSIAK Jaroslav   3 BONER Christoph 21 BONER Patrick 28 BLAESI Aron

SUI SVK SUI SUI SUI

1:24.75 1:25.24 1:25.25 1:27.16 1:28.76

JPN FRA POL SUI SUI SUI SUI

2:18.20 2:18.65 2:18.68 2:19.53 2:20.41 2:23.59 2:24.68

Riesenslalom Herren   1 CUCHE Dimitri   2 OHKOSHI Ryuunosuke   3 MIDOL Jonathan   6 BONER Sandro 11 ZUMBRUNN Thomas 16 BONER Christoph 31 FAESSLER Manuel 36 BONER Patrick

SUI JPN FRA SUI SUI SUI SUI SUI

2:11.20 2:11.49 2:11.57 2:12.86 2:13.11 2:13.39 2:15.93 2:17.36

POL SUI POL SUI SUI SUI SUI

1:25.39 1:26.15 1:27.34 1:29.95 1:30.85 1:34.54 1:36.68

Slalom Herren   1 CUCHE Dimitri   2 PESCOLLDERUNGG Manuel   3 MIDOL Jonathan   5 BONER Sandro 13 ZUMBRUNN Thomas

SUI ITA FRA SUI SUI

1:33.98 1:34.86 1:35.26 1:35.68 1:36.35

Siegerehrung Universiade 2009: Sandro Boner, Tamara Wolf, Christoph Boner. Foto: Roland Eggspühler

275


NORDISCH Damen 15 km Klassisch Massenstart   1 CHERNOUSOVA Marina RUS   2 IVANOVA Julia RUS   3 TCHEKALEVA Yulia RUS 23 HUEBERLI Muriele SUI 32 IMOBERDORF Rahel SUI 39 GREDIG Sandra SUI 43 VAN DER GRAAFF Laurien SUI Damen Staffel 3 × 5 km   1 Russia RUS TCHEKALEVA Yulia CHERNOUSOVA Marina NOVIKOVA Valentia   2 Ukraine UKR LOSEVA Marya MALETS LISOGOR Marina ZAVALIJ Tatjana   3 France FRA DABUDYK Aurelie FAIVRE PICON Anouk CAPRINI Pauline   5 Switzerland SUI GRUBER Bettina IMOBERDORF Rahel HUEBERLI Muriele Damen 10 km Pursuit   1 NOVIKOVA Valentina   2 CHERNOUSOVA Marina   3 TCHEKALEVA Yulia   4 GRUBER Bettina 19 HUEBERLI Muriele 21 IMOBERDORF Rahel 35 GREDIG Sandra 41 VAN DER GRAAFF Laurien Damen Sprint 1,39 km   1 ILJINA Natalja   2 GRUBER Bettina   3 MALETS LISOGOR Marina   9 VAN DER GRAAFF Laurien 12 GREDIG Sandra Damen 5 km   1 NOVIKOVA Valentina   2 TCHEKALEVA Yulia   3 SLEPOVA Anna 31 HUEBERLI Muriele 39 IMOBERDORF Rahel

276

RUS RUS RUS SUI SUI SUI SUI SUI

0:48:02.3 0:48:03.3 0:48:04.2 0:52:16.5 0:54:01.9 0:55:30.4 0:56:55.7

43:33.7 18:05.3 12:29.9 12:58.4 44:31.3 18:14.1 13:00.8 13:16.4 44:58.1 18:39.2 13:07.3 13:11.5 45:31.7 18:04.0 14:02.1 13:25.5

0:30:43.8 0:30:46.7 0:30:48.3 0:31:11.3 0:33:06.1 0:33:11.8 0:34:19.1 0:34:54.4

RUS SUI UKR SUI SUI

RUS RUS RUS SUI SUI

0:15:07.0 0:15:17.7 0:15:18.4 0:16:50.8 0:17:08.7

Herren 30 km Klassisch Massenstart   1 ZHMURKO Artem RUS   2 NOVAK Petr CZE   3 MASHKOV Ilya RUS 38 KINDSCHI Joeri SUI 48 FURRER Philipp SUI 53 HEER Piet SUI

01:27:00.7 01:27:04.5 01:27:05.6 01:37:10.8 01:40:50.9 01:45:17.9

Herren Staffel 4 × 10 km   1 Russia RUS GLAVATSKIKH Konstantin SORIN Egor TURYCHEV Sergey TCHERNOUSOV Aleksey   2 Japan JPN TACHIZAKI Mikito SHIMIZU Kohhei KIMURA Masaya YOSHIDA Keishin   3 Czech Republic CZE NOVAK Petr KUPILIK Vaclav HAMR Jan RYKR Jan 11 Switzerland SUI KINDSCHI Joeri FURRER Philipp HEER Piet HEER Joel

1:52:32.7 33:38.0 32:45.3 22:34.3 23:35.0 1:54:41.9 34:44.7 32:55.0 23:04.2 23.57.9 1:55:22.2 33:36.6 34:08.5 23:41.8 23:55.1 2:02:02.6 35:44.2 36:40.7 24:29.5 25:08.1

Herren 15 km Pursuit   1 TURYCHEV Sergey   2 SORIN Egor   3 MASHKOV Ilya 61 FURRER Philipp

RUS RUS RUS SUI

0:40:39.5 0:40:39.9 0:41:05.2 0:46:15.3

Herren Sprint 1,39 km   1 SORIN Egor   2 KASHIWABARA Nobuhito   3 GLAVATSKIKH Konstantin 12 KINDSCHI Joeri

RUS JPN RUS SUI

Herren 10 km   1 TCHERNOUSOV Aleksey   2 TURYCHEV Sergey   3 GLAVATSKIKH Konstantin 42 HEER Piet 47 HEER Joel

RUS RUS RUS SUI SUI

0:27:10.1 0:27:19.3 0:27:46.6 0:29:45.0 0:29:54.3


Universiade in Erzurum (Türkei) 27. Jan.–6. Feb. 2011 26 ZUMBRUNN Thomas 28 BONER Christoph

ALPIN Super-G Damen   1 HARTMAN Katie   2 CHRAPEK Karolina   3 CARRATU Chiara   6 KUENG Mirena 19 FUCHS Daniela

USA POL ITA SUI SUI

1:11.26 1:11.41 1:11.55 1:12.11 1:13.27

Superkombination Damen   1 AGUILANIU Aude   2 GHENT Erika   3 VION Charline 15 FUCHS Daniela 17 CANDRIAN Simona

FRA USA FRA SUI SUI

1:52.00 1:52.31 1:52.78 1:56.78 1:56.86

Riesenslalom Damen   1 VANWAGNER Jennie   2 MAZZOTTI Lucia   3 CHRAPEK Karolina   7 KUENG Mirena 42 LOETSCHER Corinne 44 CANDRIAN Simona

USA ITA POL SUI SUI SUI

1:53.26 1:53.55 1:53.73 1:54.75 1:59.74 2:00.80

Slalom Damen   1 GRANT Sterling   2 KLUS Aleksandra   3 GANTNEROVA Jana 15 LOETSCHER Corinne 22 CANDRIAN Simona 24 KUENG Mirena

USA POL SVK SUI SUI SUI

1:44.28 1:44.42 1:44.66 1:48.80 1:51.24 1:51.89

SUI SUI

1:09.43 1:09.78

Superkombination Herren   1 GRAF Bernhard   2 LINDH Calle   3 ZIKA Adam   5 BONER Sandro 30 BONER Patrick 34 ROCHAT Alexandre 46 ZUMBRUNN Thomas 48 BONER Christoph

AUT SWE CZE SUI SUI SUI SUI SUI

1:49.45 1:49.97 1:50.14 1:51.20 1:53.85 1:54.44 1:57.08 1:57.20

Riesenslalom Herren   1 GRAF Bernhard   2 ZIKA Adam   3 HEDIN Doglas 21 CUCHE Dimitri 31 BONER Patrick 43 BONER Christoph 44 ZUMBRUNN Thomas

AUT CZE SWE SUI SUI SUI SUI

1:52.04 1:52.53 1:53.66 1:56.06 1:57.52 2:00.03 2:00.20

Slalom Herren   1 STIEGLER Seppi   2 MLINSEK Filip   3 LINDH Calle 17 ROCHAT Alexandre 20 BONER Patrick 29 ZUMBRUNN Thomas

USA SLO SWE SUI SUI SUI

1:45.71 1:45.84 1:45.92 1:48.47 1:48.97 1:52.38

Damen 5 km Klassisch   1 IKSANOVA Alija RUS   2 GRYGORENKO Kateryna UKR   3 DE MARTIN TOPRANIN Virginia ITA 16 IMOBERDORF Rahel SUI 24 STRUPLER Annina SUI

14:45.7 15:03.1 15:12.3 16:08.7 16:23.1

NORDISCH Super-G Herren   1 ZIKA Adam   2 LINDH Calle   3 GRAF Bernhard 20 ROCHAT Alexandre 22 BONER Patrick

CZE SWE AUT SUI SUI

1:06.88 1:07.08 1:07.14 1:09.01 1:09.14

Mirena Küng (mit Helm) mit dem Schweizer Silber-Curlingteam an der Universiade in Erzurum. Foto: Daniela Erni

277


Damen Sprint 1,3 km   1 PROCHAZKOVA Alena   2 NYVLTOVA Eva   3 KASHINA Alina 17 STRUPLER Annina 20 IMOBERDORF Rahel

  7

SVK CZE RUS SUI SUI

Switzerland SUI FURRER Philip RUEEGG Florian HEER Piet GRUBER Mauro

1:51:47.3 32:00.9 26:49.7 25:57.8 26:58.9

NORDISCHE KOMBINATION

Damen 10 km Pursuit   1 PROCHAZKOVA Alena SVK   2 IKSANOVA Alija RUS   3 GRYGORENKO Kateryna UKR 26 IMOBERDORF Rahel SUI 27 STRUPLER Annina SUI

31:11.6 31:12.2 31:27.3 35:17.7 35:26.6

Herren Individual K95/10 km   1 SCHMID Tommy   2 TEPEL Steffen   3 PANIN Ivan   5 ERICHSEN Christian 19 KLAESI Felix

SUI GER RUS SUI SUI

27:53.8 28:04.6 28:09.1 28:55.9 30:50.4

Frauen 15 km   1 PROCHAZKOVA Alena   2 IKSANOVA Alija   3 GRYGORENKO Kateryna 16 STRUPLER Annina

SVK RUS UKR SUI

43:33.2 43:34.1 43:42.0 47:09.1

Herren Massenstart K95/10 km   1 SHIMIZU Aguri   2 POCHWALA Tomasz   3 SCHMID Tommy   5 ERICHSEN Christian

JPN POL SUI SUI

29:27.4 29:44.8 30:13.3 29:26.3

Herren 10 km Klassisch   1 SKOBELEV Vladislav   2 LENTING Akira   3 MATVIYENKO Gennadiy 27 HEER Piet 30 RUEEGG Florian

RUS JPN KAZ SUI SUI

25:43.1 26:38.4 26:41.6 28:36.8 28:41.5

Herrten Team K95/3 × 5 km   1 Russia I RUS BARINOV Michail VORONIN Konstantin PANIN Ivan   2 Poland POL WANTULOK Mateusz ZARYCKI Andrzej POCHWALA Tomasz   3 Russia II RUS KHINSERTDINOV Damir ISAYKIN Denis NABEEV Niyaz   4 Switzerland SUI ERICHSEN Christian KLAESI Felix SCHMID Tommy

Herren Sprint 1,3 km   1 GAZIEV Radik   2 GROS Baptiste   3 VOLOTKA Denis 11 FURRER Philip 13 GRUBER Mauro 19 RUEEGG Florian Herren 15 km Pursuit   1 SKOBELEV Vladislav   2 NIGMATULLIN Ilshat   3 OSSIPOV Aleksandr 17 HEER Piet 28 GRUBER Mauro 29 RUEEGG Florian

RUS FRA KAZ SUI SUI SUI

RUS RUS KAZ SUI SUI SUI

43:58.7 44:40.9 44:47.9 46:30.4 47:39.7 47:44.7

Herren 4 × 10 km Staffel  1 France FRA MOLLIET Clément GAILLARD Cyril EGRAZ Martin GROS Baptiste   2 Russia RUS BAKLANOV Dmitriy SKOBELEV Vladislav SUZDALEV Anton NIGMATULLIN Ilshat   3 Kazakhstan KAZ MATVIYENKO Gennadiy DROBYAZKO Ivan OSSIPOV Aleksandr VOLOTKA Denis

1:40:44.8 25:21.4 25:33.0 24:56.5 24:53.9 1:40:46.0 26:20.6 24:30.0 25:01.6 24:53.8 1:42:28.3 25:27.1 26:12.5 25:21.4 25:27.3

278

40:26.7

40:26.8 41:07.8

41:24.7

SKISPRINGEN Damen Einzel K95   1 RUNGGALDIER Elena   2 HIRAYAMA Yurika   3 DEMETZ Lisa   5 WINDMUELLER Sabrina

ITA JPN ITA SUI

240.8 221.4 218.6 203.6

Herren Einzel K95   1 DOBOVSEK Matej   2 KOT Maciej   3 MANDL Ziga 15 FRANçAIS Rémi

SLO POL SLO SUI

269.0 254.9 254.5 229.1

Herren Einzel K125   1 DOBOVSEK Matej   2 KOT Maciej   3 MANDL Ziga 17 SCHMID Tommy 18 FRANçAIS Rémi 27 KLAESI Felix

SLO POL SLO SUI SUI SUI

285.7 281.9 271.6 221.8 219.9 159.8


Organisation SAS 2010–2013

Der neue (Urs Schaeppi, links) und der alte (Alexander Troller) Zentralpräsident des SAS. Foto: Roland Eggspühler

Zentralvorstand Bern: Präsident Urs Schaeppi 1. Vizepräsident Urs Schüpbach 2. Vizepräsident/ Gilles Frôté Sektionen/ Events Finanzen Daniel Pfanner Sponsoring Andreas Fuhrer/ Andreas Zuber Material Philippe Schnyder/ Mathias Prüssing Opening Karl Eggen Kommunikation/Website Andri Staub Mitgliederliste Roland Kuhny U-Games Bernhard Welten Sektionspräsidenten/-innen: Basel Ian Russi Bern Jaqueline Aellen Aline von Düring Fribourg Emily Clément Genf Alix Marxer Lausanne Andrea Gabus Norge Pål Troye Zürich Tom Kessler

Technische Ressorts: Verbindung zu Swiss-Ski Marc Russenberger SAS-Stiftung Christoph Schmid Alpin-Stiftung Jürg Schweizer SAS-Cup Werner Lüthi Chef Alpin Harald Menge Trainer Alpin Christian Schnepf Chef und Trainer Nordisch Alexander Walpen SAS-Magazin Roland Eggspühler Der Schneehase Ivan Wagner Pentathlon Rolf Ringdal Semaine SAS Armin et Maria Siegwart Anglo-Swiss Markus Almer Italo-Suisse Olivier Brunisholz Norge-Suisse Pål Troye/ Rolf Ringdal Alpinismus Christoph Jezler Übersetzungen Annina Strupler

279


Die bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliografie ist über www.d-nb.de abrufbar. © Schweizerischer Akademischer Skiclub SAS · 2011 Konzept & Schriftleitung Ivan Wagner, SAS Zürich Koordination Susann Trachsel, Stämpfli Publikationen AG, Bern Gesamtherstellung Stämpfli Publikationen AG, Bern Umschlagbild

Robert Bösch, Oberägeri

Kapitelbilder

Geschichte und Tradition: Die SAS-Pioniere, Archiv Luzius Hug Zukunft und Innovation: Carlo Janka, Swiss-Ski, 2008 Persönlichkeiten und Werte: Augusto Gansser, Archiv Gansser Clubleben und Resultate: Anglo-Swiss 2011 (SAS-Team), Foto Ivan Wagner

Inhalt Bilder aus «The Art of Skiing» von Jenny de Gex, publiziert in Englisch bei Palazzo Editions Ltd und in Deutsch beim Christian Brandstätter Verlag. Seite 153: Dwight Shepler © New England Museum Seite 154: Berta Czegka © The Beekley Collection Seite 229: Knut Yran © The Beekley Collection Verkauf an SAS-Mitglieder & Partnerorganisationen SAS-Verlag c/o Kessler & Co AG, Forchstrasse 95, 8032 Zürich Telefon +41 (0) 44 387 87 11 Telefax +41 (0) 44 387 87 00 E-Mail info@kessler.ch www.sas-ski.ch Verlag & Auslieferung Buchhandel Simowa Verlag AG, Bern, www.staempfliverlag.com ISBN 978-3-908152-38-5 Printed in Switzerland

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Der Schneehase Nummer 38  

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