DesP027de- Luftwäscher u. Befeuchter V2.1.pdf

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Sanosil Desinfektionsmittel

Einsatz in Luftwäscher/Luftbefeuchter

SANOSIL AG., CH- 8634 Hombrechtikon, Schweiz Tel.: 055 254 00 54, E-Mail:service@sanosil.com, Internet: www.sanosil.com

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„Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente.“ Hippokrates

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Warum ein Biozideinsatz in Raumlufttechnikanlagen? Viele Betriebe in der Papier -, Druck - und Textilindustrie etc. verfügen über Luftbefeuchter- oder Luftwäscheranlagen. Entweder weil sie aus produktionstechnischen Gründen auf eine gleichbleibende relative Luftfeuchtigkeit angewiesen sind, oder um die Staubbelastung in den Produktionsräumen zu senken. Raumlufttechnische Anlagen (kurz RLT genannt), die zuwenig häufig oder mangelhaft gereinigt und gewartet werden, können aber auf Grund sich explosionsartig ausbreitender Keime zu schweren Atemwegserkrankungen mit u.U bleibenden Schäden für die Erkrankten führen. Schon 1960 wurden Krankheitserscheinungen beschrieben, die in „krankmachenden Gebäuden“ auftraten. Diese als „Sick-building-syndrome“ beschriebenen Erkrankungen, die als Symptome Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel, Atemwegsinfektionen, Reizungen der Augenbindehäute sowie Ermüdungserscheinungen nennen, nehmen bis heute stetig zu.

Wie gefährden mikrobiell verseuchte Luftbefeuchter/Wäscher die Gesundheit? Das Wasser im System von Luftbefeuchter/Waschanlagen kann durch verschiedenste Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Amöben) aus der Aussen- und Raumluft besiedelt werden. Sie finden dort optimale Lebensbedingungen in Form von Temperatur, Feuchtigkeit und Nährstoff (z.B Papierstaub in Druckereien) vor. So können sich diese Mikroorganismen rasch vermehren (vor allem in stehendem Wasser), und weite Teile der Anlage innert kurzer Zeit verseuchen. Bakterien in Biofilm Wird das verseuchte Wasser mechanisch zerstäubt, entstehen lungengängige Aerosole, welche z.T grosse Mengen Krankheitserreger enthalten. Diese Aerosole verteilen sich anschliessend sehr schnell in allen Räumen Die Mikroorganismen selbst oder die beim Zerfall von gramnegativen Bakterien frei werdenden Bakteriengifte (Endotoxine) können beim Einatmen verschiedene Krankheiten hervorrufen. Beispiele:  Befeuchterfieber (humidifier fever) Symptome für Befeuchterfieber sind Fieberschübe, Schüttelfrost, Hustenreiz, Kurzatmigkeit, aber auch häufig allgemeine Beschwerden wie Kopfweh, Müdigkeit und Muskelschmerzen. Diese Beschwerden treten in der Regel zu Beginn der Woche (Montagsfieber) 4 bis 8 Stunden nach Beginn der Arbeit auf. Ausserhalb der verseuchten Räume tritt eine Besserung bereits innerhalb von 12 bis 24 Stunden ein. Spätfolgen sind beim einfachen Befeuchterfieber selten.  Befeuchterlunge (exogen allergische Alveolitis), Eine schwere Krankheit, die eine allergische Reaktion im Bereich der Lungenbläschen auf mikrobielle Antigene darstellt. Sie äussert sich zum Teil ähnlich wie das Befeuchterfieber; stark ausgeprägt sind Atemnot, Husten, Abgeschlagenheit und Auswurf. Wegen des schleichenden Verlaufs der Krankheit wird sie oft zuerst nicht erkannt. Auch wenn die erkrankte Person ärztlich behandelt und der verseuchten Luft nicht weiter ausgesetzt wird, kann in solchen Fällen leider nicht immer mit einer vollständigen Heilung, d.h. mit einer Normalisierung der Lungenfunktion, gerechnet werden. Alternativ äussern sich solche allergischen Reaktionen auch in Asthmaanfällen. Pneumonie (Lungenentzündung) Deutlich sichtbar der entzündete Lungenflügel auf der rechten Seite  Legionellose (Legionärskrankheit) Eine zwar nicht sehr häufige, jedoch bei Auftreten in bis zu 30% tödlich verlaufende schwere Lungenentzündung durch Bakterien der Gattung Legionella pneumophilia. Wird vorallem durch Einatmen von Aerosolen verursacht und spielt nicht nur im Betrieb, sondern vorallem auch bei der Wartung/Reinigung (Hochdruckreiniger) eine Rolle.

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Verschiedene Luftbefeuchtermodelle (Quelle SUVA Pro) Verdunsterprinzip Bei diesem Modell wird ein drehendes Rad oder eine Matte im Wasserbehälter benetzt. Das Rad oder die Matte befeuchtet die durchströmende Luft. Mikroorganismen können sich an den Flächen und im Wasser bilden, es entstehen aber kaum kontaminierte Aerosole. Deshalb gelangen nur wenige Mikroorganismen * in die Luft. Es können aber unangenehme Gerüche entstehen.

Verdunster (niedriges Risiko)

* (Ausnahme: Bei stationären Befeuchtermatten wie auf dem Bild kommt es gerne zu Schimmelpilzbefall, die Luft wird dann durch allergieauslösende Schimmelsporen belastet) Verdampferprinzip Das Wasser wird durch eine Heizschlange aufgeheizt und gelangt als Wasserdampf in den Raum. Die hohe Temperatur des aufgeheizten Wassers verhindert das Wachstum von Mikroorganismen, es sind aber hohe Energiemengen für die Verdampfung sowie eine vorgängige Entkalkung des Wassers notwendig. Eine weitere Schwachstelle ist auch hier die Bildung von Schimmelpilzen an allen Flächen, an denen der Wasserdampf kondensieren kann.

Verdampfer (sehr niedriges Risiko)

Zerstäuber (hohes Risiko)

Luftwäscher (sehr hohes Risiko)

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Zerstäuberprinzip Durch einen Rotor werden Wassertröpfchen erzeugt, die durch Nutzung der vorhandenen Abwärme in der Raumluft verdunsten. Ein Teil des zerstäubten Wassers verbindet sich mit Staub und Schmutzteilchen und fällt anschliessend in das Speicherbecken zurück. Mikroorganismen finden hier optimale Lebensgrundlagen und können sich u.U explosionsartig vermehren. Wird das so kontaminierte Wasser daraufhin wieder zerstäubt, werden hohe Mengen an Mikroorganismen in die Luft geblasen. Diese Modelle werden gerne in Kombination mit einer Klimaanlage verwendet, um die zuvor gekühlte (und damit relativ trockene) Luft wieder auf einen angenehmen Wassergehalt anzufeuchten. Die berühmt/berüchtigte Masseninfektion (mit über 20 Toten) der American-Legion Mitglieder in Philadelphia, welche der Legionärskrankheit ihren Namen gab, ist genau auf so eine verseuchte Klima/Luftbefeuchtungsanlage zurückzuführen. Luftwäscherprinzip Bei diesen Modellen wird zirkulierendes Wasser mittels feinen Düsen in den Luftkanälen zerstäubt. Anschliessend werden die grösseren Wassertröpfchen mittels Abscheidern wieder aufgefangen und in ein Vorratsbecken geleitet. Solche Modelle werden nicht nur in Klimaanlagen eingesetzt, sondern auch vor allem dort, wo hohe Staubbelastungen herrschen. Die Luft soll nicht nur angefeuchtet, sondern auch von Staub und Schmutz gereinigt werden. Wegen der stärkeren Belastung des Waschwassers mit organischen Stoffen ist aber hier das Verkeimungsrisiko sogar noch höher als bei den weiter oben beschriebenen Zerstäubermodellen.

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Lösung Das Ziel (Schutz vor Gesundheitsgefährdung) kann erreicht werden, indem das Keimwachstum in den Wasserführenden Anlageteilen niedrig gehalten wird.

Wasseranalyse Das Wasser in allen wasserführenden Teilen der RLT muss konsequent überprüft werden. Dies gibt Hinweise für ein allfälliges weiteres Vorgehen bzw. bestätigt die Wirksamkeit der schon getroffenen Massnahmen. Die Sanosil AG führt geeignete Mess- und Analysegeräte im Sortiment, welche auch von Laien bedient werden können und trotzdem zuverlässige Ergebnisse liefern.

Sanosil Minilab Kleinbrutkasten

Anzahl aerobe mesophile Keime/ml Wasser, bzw. m3 Luft Empfohlene Massnahme:

0-500

Legionellentest

500-1000

Keine Aktion

1000-5000

5000-10’000

Ursachenforschung, Luftanalyse, Gegenmassnamen

10’000+

sofortige Sanierung der RLT

Wichtig: Grenzwert Legionellen – 1KBE/ml Wasser

Desinfektionsmittel und UV-C Röhren im RLT Prozesswasser Ein naheliegender Gedanke ist, sämtliche wasserführenden RLT-Teile einfach mit Desinfektionsmitteln und/oder dem Einsatz von UV-C Lampen vor Verkeimung zu schützen. Dies sind grundsätzlich durchaus geeignete Massnahmen, unterliegen aber der einen oder anderen Einschränkung: So sind viele handelsübliche Desinfektionsmittel (z.B Chlorlauge) nur für eine Schockdesinfektion und nicht für den Dauergebrauch/Unterhaltsdesinfektion vorgesehen. Andernfalls können solche Produkte beim Zerstäuben in die Raumluft gelangen und dann zu Schleimhautund Augenreizungen führen. Des Weiteren verfügen die wenigsten Desinfektionsmethoden über eine lang anhaltende Wirksamkeit und sind deshalb für eine kontinuierliche Behandlung des Wassers unmöglich exakt zu dosieren. Eine UV-C Bestrahlung des RLT-Prozesswassers hemmt das Wachstum von Mikroorganismen wirkungsvoll- allerdings bedingt dieser Vorgang aber relativ klares Wasser. (Trübung < 30NTU) . Schon eine leichte Trübung des Wassers durch Schwebeteilchen schränkt die Wirkung der UV-C Röhren erheblich ein…

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Sanosil Desinfektionsmittel Produktbeschreibung Sanosil Desinfektionsprodukte sind hochwirksame, universell anwendbare Breitbanddesinfektionsmittel auf der Basis von Wasserstoffperoxyd und Silber. Durch diese Wirkstoffkombination sind sie speziell für die Wasserdesinfektion hervorragend geeignet, da sie im Gegensatz zu den meisten anderen eingesetzten Bioziden in der Lage sind, erstens Biofilme zu durchdringen, zweitens eine lang anhaltende Wirkung besitzen und drittens nach Gebrauch praktisch zu 100% in Wasser und Sauerstoff zerfallen.

Wirkungsweise Als Hauptaktivstoff dient Wasserstoffperoxid (H2O2), welches in der Wirkung gegen Mikroorganismen durch Zugabe von 0.0075% Silber aktiviert und verstärkt wird. Dadurch wird einerseits eine um ein Mehrfaches verbesserte antimikrobielle Wirkung erreicht, andererseits die Neuverkeimung effektiv gehemmt. Der durch das Wasserstoffperoxid abgespaltene elementare Sauerstoff (-O2) greift bei direktem Kontakt die Zellwände der Mikroorganismen an (1). Durch die chemische Reaktion des Sauerstoffes mit Molekülen der Zellwände werden diese denaturiert und zerstört. (Kalte Verbrennung) Verstärkt wird der Effekt durch Silberionen, welche einerseits katalytisch das Wasserstoff-peroxid verstärken, sich andererseits sich an die Schwefelbrücken von bestimmten Proteinen der Mikroorganismen binden und diese dadurch inaktivieren oder ausfällen. (2) Wasserstoffperoxid zerfällt dabei vollständig und ohne Geruchsbildung zu Sauerstoff und Wasser. Es hinterlässt in behandeltem Wasser, Leitungen und Tanks keinerlei Geschmacksveränderung. Das zurückbleibende Silber wirkt dank dem bewährten Depoteffekt konservierend.

Produktvarianten Die Sanosil Desinfektionsmittel sind für die Wasserdesinfektion in verschiedenen Konzentrationen erhältlich und sind in der jeweiligen vergleichbaren Anwendungskonzentration praktisch identisch in der Wirksamkeit. Produkt

- Konzentration - Produktart

Sanosil Super 25 DesinfektionsmittelHoch konzentriert Sanosil S015 Desinfektionsmittel-Konzentrat

100 %-ige Lösung Konzentriertes Produkt zum weiter verdünnen 15 %-ige Lösung Konzentriertes Produkt zum weiter verdünnen 6 %-ige Lösung Gebrauchsfertig

Sanosil S006 W Desinfektionsmittel

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Anforderung an den Anwender (Handhabung) Anwendung nur durch professionelles Personal. Anwendung durch einfaches Personal nach Instruktion möglich. Anwendung durch einfaches Personal nach Instruktion möglich.

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- H2O2-Gehalt - Transport - Warnsymbole Enthält 50% H2O2 Gefahrengut UN 2014 C, O Enthält 7,5% H2O2 Kein Gefahrengut Enthält 3% H2O2 Kein Gefahrengut

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Anwendung der Sanosil Desinfektionsprodukte: 1: Reinigung & Schockdesinfektion

Sobald die Wasseranalyse eine hygienekritische Grenze anzeigt, wird die ganze Anlage mechanisch gereinigt (Hochdruckreiniger, dabei unbedingt Atemschutzmaske P3 tragen) und anschliessend desinfiziert. Zuerst wird das verschmutzte Wasser abgelassen. Dann werden die gereinigten Oberflächen (leeres Bassin, Tropfenabscheider etc.) mit einer 3% Sanosil Super 25 bzw. einer 20% Sanosil S015 Lösung eingesprüht. Die Pumpen, Leitungen und Düsen werden desinfiziert, indem das Vorratsbecken mit sauberem Wasser gefüllt wird. Anschliessend werden dem Wasser ca. 1000 ml Sanosil Super 25 bzw. 6600ml S015 pro m3 Wasser beigemischt und die Zerstäuber bzw. Umwälzpumpe in Betrieb genommen. (Ventilationsgebläse nicht einschalten). Es sollen möglichst alle wasserführenden Teile mit der Desinfektionslösung in Kontakt kommen. Nach einer Einwirkzeit von 8-12 Stunden (am Besten über Nacht) kann die Desinfektionslösung abgelassen werden. (Lösung kann problemlos über die Kanalisation entsorgt werden, Neutralisation oder Nachspülen nicht notwendig). Die gereinigte und desinfizierte Anlage ist anschliessend wieder für den Betrieb bereit.

Filter/Sieb einer RLT kurz nach Zugabe von Sanosil Die abgelösten Biofilmbeläge sind deutlich sichtbar

Starker Biofilmaufbau Hier wurden vorgängig zur mechanischen Reinigung alle Flächen zuerst mit einer 20%igen S015 Lösung eingesprüht, um das biologische Risiko für das Reinigungspersonal zu senken. Nach der Reinigung erfolgte eine 2. Desinfektion sowie eine Schockdesinfektion des Wassers.

2:kontinuierlicheDesinfektion /Nachbehandlung

Dabei wird dem Frischwasser einer gereinigten Anlage kontinuierlich eine kleine Menge Sanosil beigemischt. Die Dosierung ist von verschiedenen Faktoren wie Wassertemperatur, organische Belastung, Frischwassermenge etc. abhängig. Durch eine kontinuierliche Desinfektion kann der Reinigungsturnus der RLT stark hinaufgesetzt werden und sie arbeitet stets im hygienischen Bereich.

Uebliche Dosierungen betragen bei Super 25= 10 – 30 ml/m3, bei S015 = 60 – 200ml/m3 und bei S006 = 120 -450ml/m3.

Während Super 25 und S015 nur mit einer Dosierpumpe exakt dosiert werden können, kann S006 auch mit Hilfe eines Dosatron D3 RE 3000 Proportionaldosiergerätes eingebracht werden.

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SANOSIL AG, CH- 8634 Hombrechtikon, Schweiz Tel: 055 254 00 54, Fax: 055 254 00 59, E-Mail: info@sanosil.com, Internet: www.sanosil.com

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