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Neue Grafik im Osten – ein Heft ßber die Kreativen, ihre Ausbildung, Politwerbung und neue Typographie. Samt Postkarten.

Ostschweizer Kulturmagazin Nr. 245, Mai 2015

Saiten


Ausserdem: Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann zum St.Galler ÂŤLittle WEFÂť. Spuk im Kulturschloss. Silent Bass. She Dada. Mariella Mehr.


Junge Grafik? Frische Grafik? Neue Grafik? Oder schlicht: Ostschweizer Grafik? – Visuelles lässt sich bekanntlich schlecht in Worte fassen. Jedenfalls nicht in wenige. Und in unserem Fall ist es besonders tricky, denn: So wie «junge Grafik» nichts mit dem Alter zu tun haben muss, ist auch bei weitem nicht jedes grafische Produkt als «frisch» anzusehen. Und das Wort «neu» ist im gestalterischen Kontext ohnehin eine zunehmend relative Bezeichnung. Im WWW wird ja laufend alles erneuert, spätestens seit Web 2.0 sieht das Netz jeden Tag «neu» aus. Im Gegensatz zu all den Büchern, Plakaten, Prospekten, die, einmal gedruckt, so schnell kein neues Erscheinungsbild erhalten. Was aber ist das Problem am Label «Ostschweizer Grafik»? Dass es diese gibt, ist durchaus bekannt. Auch ennet den Grenzen. Dass der Osten seine Ikonen hat, ist dank Gestaltern wie Jost Hochuli, Agenturen wie TGG oder Verlagen wie der VGS ebenfalls mehrfach bewiesen. Dennoch scheint es nicht mehr zeitgemäss, Grafik und Design aufgrund von geografischen Kriterien zu benennen. Oder sie darauf zu begrenzen. Weil nämlich – und da ist es wieder, das WWW – die virtuelle Welt keine Kantons- oder Landesgrenzen kennt. Die Technologien auch nicht. Und die allermeisten Trends haben sich ohnehin noch nie um irgendwelche Grenzen geschert. Ostschweizer Grafik kann demnach auch aus Kuala Lumpur, Rekjavik oder Bern Bümpliz kommen. (Oder aus New York. Wie zum Beispiel im Sommer 2012, als unsere SaitenGrafiker ihr Studio für einige Wochen dorthin verlegt haben.) Auch wenn wir die perfekte Bezeichnung noch suchen, präsent ist sie natürlich trotzdem, die «Grafik im Osten». Höchste Zeit also für ein

Heft zum Thema. Entstanden ist es in Kooperation mit der Abteilung Weiterbildung der Schule für Gestaltung (SfG) in St.Gallen. Deren Leiterin Kathrin Lettner hat sich mit uns an den runden Tisch gesetzt. René Hornung beschreibt die durchwachsene, politisch erschwerte Geschichte einer Institution, und Ralph Hug erklärt, was die Politik sonst noch mit der Grafik zu tun hat. Dazu Beiträge zu Buchgestaltung und den Geheimnissen der Kreativität. Fehlen noch die neuen Ikonen. Wir haben sie angefragt, sie haben Grafik geliefert. In Form einer «Postcarte blanche», sechs sind es insgesamt. Ausgewählt wurde selbstverständlich höchst befangen und frei nach dem Lustprinzip. Und unter Einbezug von diversen, durchaus sehr parteiischen Fachgremien. Einziges Kriterium: Es sollten junge Gestalterinnen und Gestalter sein, die ein kleines Studio der grossen Agentur vorziehen. Ausserdem: Fünf Seiten zum HSG-Symposium, vier zum Schloss Werdenberg und immer noch zu wenig über die Frauen im Dadaismus.

EDITORIAL

Corinne Riedener


KORREKTUR

Esther Hungerbühler, Samuel Werinos

© 2015: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.

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Reaktionen Positionen

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Blickwinkel

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Redeplatz

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Einspruch

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Requiem auf einen Raum VI

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Halleluja für eine Skulptur

von Katalin Déer

mit Marco Baumann von Aline Bürgi

Neue Grafik im Osten 15

«Das Ziel ist, dass die anderen dich kopieren»

Vier Gestaltungsprofis über eine Branche im Umbruch. von Corinne Riedener

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Carte Blanche

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Carte Blanche

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Netzmonolog

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Alle zehn Jahre neue Konzepte

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Carte Blanche

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Carte Blanche

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Sieben Tassen Kaffee und viel, viel Zucker

von Laura Prim

von Rouven Stucki

20 Jahre nach den ersten, ruckligen Websites stellt das Internet Gestalter noch immer täglich vor Herausforderungen. von Jana Nobel

Wohin entwickelt sich die St.Galler Schule für Gestaltung? Alle zehn Jahre kommen neue Ideen auf den Tisch. von René Hornung

von Jonas Niedermann

von Bureau Collective

Mit Designern, Schriftstellern und Regisseuren auf der Jagd nach Kreativität. von Urs-Peter Zwingli

INHALTSVERZEICHNIS

Saiten 05/2015

Saiten Ostschweizer Kulturmagazin 245. Ausgabe, Mai 2015, 22. Jahrgang, erscheint monatlich HERAUSGEBER Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15 Postfach 556, 9004 St.Gallen Tel. 071 222 30 66 REDAKTION Corinne Riedener, Peter Surber, Urs-Peter Zwingli, redaktion@saiten.ch VERLAG/ANZEIGEN Marc Jenny, Philip Stuber, verlag@saiten.ch SEKRETARIAT Kristina Hofstetter, sekretariat@saiten.ch KALENDER Michael Felix Grieder kalender@saiten.ch GESTALTUNG Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio, Mel Books grafik@saiten.ch VEREINSVORSTAND Lorenz Bühler, Zora Debrunner, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Christoph Schäpper, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch VERTRIEB 8 days a week, Rubel Vetsch DRUCK Niedermann Druck AG, St.Gallen AUFLAGE 6000 Ex. ANZEIGENTARIFE siehe Mediadaten 2014/15 SAITEN BESTELLEN Standardbeitrag Fr. 70.–, Unterstützungsbeitrag Fr. 100.–, Gönnerbeitrag Fr. 280.– Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch INTERNET www.saiten.ch AN DIESER AUSGABE HABEN MITGEARBEITET Eva Bachmann, Rolf Bossart, Kurt Bracharz, Pascal Büsser, Richard Butz, Aline Bürgi, Katalin Deér, Tine Edel, Dorothee Elmiger, Yonas Gebrehiwet, Luca Ghiselli, Etrit Hasler, Annett Höland, René Hornung, Ralph Hug, Alex Huldi ,Silvan Lassauer, Kathrin Lettner, Stefan Keller, Thomas Kreienbühl, Rolf Müller, Pia Niebling, Jonas Niedermann, Jana Nobel, Laura Prim, Anna Rosenwasser, Ollie Schaich, Kristin Schmidt, Fabienne Steiner, Rouven Stucki, Ruedi Zürcher


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Carte Blanche

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Gestaltung gegen den Strich

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von Modo

Wie es einem Wahlteam gelang, konventionelle Wahlwerbung aufzubrechen. von Ralph Hug

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Nichts ist überstanden

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Spartanische Kämpfe

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Dada vor Dada

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Der «swarthy» Mittelholzer

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Heimleiter für Schwererziehbare

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Den Zeilen mehr Geschichten geben

Schiff ahoi

Zwei ehemalige Niggli-Verlagsleiterinnen gründen einen neuen Verlag: Triest. von Peter Surber

Carte Blanche von Annett Höland

Das Album Sound of Violence des Silent Bass-Projekts wird seinem Titel gerecht. von Silvan Lassauer

Im Dok-Film Spartiates lehrt ein Kampfsportler Jugendlichen aus den Marseiller Banlieues Disziplin – im Ring und im Leben. von Luca Ghiselli

Ein Jahr vor dem grossen Dadajubiläum feiert das Kunstmuseum Appenzell fünf Dadaistinnen, darunter Sophie Taeuber und Hannah Höch. von Kristin Schmidt

Saiten 05/2015

Perspektiven 34

Flaschenpost

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Vorarlberg Thurgau Rapperswil-Jona Schaffhausen Stimmrecht

von Thomas Kreienbühl aus Schottland

von Yonas Gebrehiwet

Report 39

«Little WEF» für die einen, «proudly small» für die anderen Im Mai trifft sich die Weltelite an der HSG – und muss sich dort nebst Networking auch harscher Kritik von aussen stellen. von Corinne Riedener

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«Für eine Infragestellung des neoliberalen Regimes bleibt kein Platz»

Der streitbare Ex-HSG-Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann im Interview. von Rolf Bossart

Kultur 44

Das CaBi stösst mit einem Migrationsroman eine Debatte über Integration an. von Eva Bachmann

René Oberholzer veröffentlicht mit Kein Grund zur Beunruhigung fordernde Gedichte. von Etrit Hasler

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Theater: Mariella Mehrs Angeklagt

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Weiss auf Schwarz

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Kalender Abgesang

Oben und unten

Werdenberg: Geschichtsunterricht statt Folklore. von Peter Surber

Porträt des kaum bekannten Schriftstellers Edgar Mittelholzer mit Innerrhoder Wurzeln. von Richard Butz

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Kellers Geschichten Bureau Elmiger Boulevard

NR. 245, MAI 2015


Es war der meistdiskutierte Beitrag der jüngeren Saiten-Online-Geschichte: Unter dem Titel «Die FHS muss sich endlich mit strenggläubigen Studierenden auseinandersetzen» berichtete Saiten-Redaktor Urs-Peter Zwingli am 30. März über strengreligiöse Studierende im Fachbereich soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen (FHS), die unter anderem mit homophoben Äusserungen auffielen. Die Grundsatzkritik im Text: Soziale Arbeit vertrage sich schlecht mit der Haltung, dass Gott die Lösung für jedes Problem sei. Aber auch: An der FHS mangle es an Diskussionskultur und Auseinandersetzung um die dort vermittelten Werte. Innert Kürze hagelte es Reaktionen, rasch war aus der Einzelfall- eine Wertediskussion geworden. Hier stellvertretend für die am Ende gegen 40 Kommentare ein paar Stimmen: Die FHS St. Gallen muss sich grundsätzlich überlegen, ob Studenten, welche religiöse Begründungen für die Lebenslagen und Lebenssituationen der Klientel der Sozialen Arbeit heranziehen, dem von der FHS angestrebten Prozess der Professionalisierung der Sozialen Arbeit und deren Anerkennung in der Gesellschaft und der Bevölkerung förderlich sind. Meines Erachtens beschneiden die genannten und beschriebenen religiösen Begründungen die Fachlichkeit der Sozialen Arbeit. Ob mit einem Grundlagenpapier dem Sachverhalt der Freikirchen und deren Hardlinern genüge getan wird, darüber sollte sich die FHS in einem weiteren Prozess dringend auseinandersetzen. Sebastian Mein Supervisor an der FHS hat mir vor Jahren bereits Intoleranz attestiert, als ich in der Vorstellungsrunde, angesprochen auf mein Wertesystem, meine christlichen Werte nannte und sagte, dass ich Gott glaube. Alle Freikirchler seien intolerant, meinte er. Aha, sehr tolerant und objektiv! Stellt euch vor, selbst in freikirchlichen Kreisen gibt es unterschiedliche Haltungen und Bibelauslegungen. Michaela

Studierende eines Fachbereiches, bei welchem der Mensch im Zentrum steht, benötigen ein Grundlagenpapier, um zu wissen, wie sie mit Menschen umzugehen haben? Das macht nachdenklich… und zeugt davon, dass in diesem Studienbereich wohl viele Fuss gefasst haben, die sich das Privileg gut zu sein auf die Fahnen schreiben wollen, um damit gut zu sein, indem sie sich am Nachteil anderer, indem sie dann angeblich helfen, ein besseres Selbstwertgefühl verschaffen…. Markus Spannender Bericht. Als bekennende Christin trage ich gerne meine Haltung zur Diskussion bei; was da passiert ist (Diskriminierung), finde ich absolut falsch. Ich stehe voll und ganz hinter den Werten von meinem Glauben, aber der absolute Grundsatz ist Annahme und Liebe gegenüber unseren Mitmenschen. Problematisch ist, dass ich mich durch solche Berichte (gleich wie die genannten homosexuellen Studenten, nur auf ihre Sexualität bezogen) verurteilt/abgelehnt fühle. Wir dürfen nicht stigmatisieren. Leute, wir formen die Gesellschaft! Unsere Lebenshaltung sollte durch Annahme geprägt sein (insbesondere bei uns Sozis)! Nicht durch gegenseitige Fehlersuche und Schuldzuweisungen. Egal ob Christ, Atheist, homo- oder heterosexuell. Sarah

Schliesslich reagierte auch Radio SRF3 in Person des Satirikers Peter Schneider. Sollte die Antirassismus-Strafnorm auf Fälle von Diskriminierung von Homosexualität ausgeweitet werden, dann hätten wir den undenkbaren Fall, dass Gott vorbestraft wäre. «Geht gar nicht», meinte Schneider. Nachzuhören auf http://goo.gl/HIAA4o Kurz vor Saiten-Redaktionsschluss luden die FHS-Verantwortlichen schliesslich am 20. April zum offenen Austausch über das Thema ein. Und rund 120 Studierende wollten hören, was FHS-Rektor Sebastian Wörwag, Fachbereichsleiterin Barbara Fontanellaz und Studiengangleiter Steve Stiehler zu sagen hatten – auch die Studierendenorganisation Soziale Arbeit (SOSA) war ob des Andrangs erstaunt. Wörwag, Fontanellaz und Stiehler stellten unter anderem das von der Hochschulleitung verfasste Grundlagenpapier zum «Umgang mit Diversität» vor. Dieses soll ab dem kommenden Studienjahr allen neu eintretenden Studierenden abgegeben werden.

Die FHSG sollte sich mal überlegen, was Soziale Arbeit bedeutet. Ein Blick auf die Aufnahmekriterien und Ausschlussregelungen reichen, um zu wissen, dass dort keine autonome Menschen ausgebildet werden, die dann gestärkt durch die AusbildungHilfe zur Selbsthilfe anbieten können. Die Schuld auf die FHSG zu schieben wäre aber sehr plump! Schuld ist das Bildungssystem (und ggf. dass sich die Leitung der FHSG nicht dagegen stellt), welches nicht auf die Entwicklung des einzelnen Menschen, sondern die Selektion ausgerichtet ist. Paul

Sie ärgern sich? Sie freuen sich? Kommentieren Sie unser Magazin und unsere Texte auf saiten.ch oder schreiben Sie uns einen Leserbrief an redaktion@saiten.ch.

REAKTIONEN

Saiten 05/2015

Die Toleranz-Debatte um die FHS

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Katalin Deér In die Fläche

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BLICKWINKEL


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Marco Baumann, 33, organisiert Konzerte und betreibt in St.Gallen ein Plattenlabel für Punkrock und Hardcore – ohne sich vom Zeitgeist beirren zu lassen. Wer Punkrock und Hardcore mag, denkt sich oft: Allzuviel ist in der Ostschweizer Szene nicht los, auch Konzerte sind eher rar. Tatsächlich kann auf den ersten Blick der Eindruck entstehen, dass die Ostschweiz tot ist. In vergleichbaren Regionen wie Luzern oder Bern oder aber in der Westschweiz geht im Punkrock-Bereich mehr. Allerdings gibt es doch auch hier erfreuliche Zeichen: Etwa das «Sing and Play»-Benefizfestival, das im März im Flon in St.Gallen mit vielen lokalen Bands über die Bühne ging. Dort hat man gesehen, dass es noch immer eine lebendige Szene gibt, in der man sich gegenseitig unterstützt. Und dass sich viele Leute engagieren, die seit Jahren dabei sind. Aber ja, früher hatte es Punkrock hier sicher einfacher. Wie meinst du das? In den 90er- und den frühen 2000er-Jahren war die Remise in Wil pumpenvoll, wenn an einem Dienstagabend drei US-Punkrockbands spielten. Das gleiche Bild in der Grabenhalle: Ein Freitagabend mit lokalen Bands füllte damals die Halle. Heute kannst du ein Line-Up mit internationalen Bands auf die Beine stellen und es verirren sich vielleicht doch nur 60, 70 Leute in die Halle. Wie kommt das? Schauen wir doch einmal über die Strasse, von der Grabenhalle zum Palace: ein gut gemachter, auch optisch schöner

Club, der musikalisch sehr progressiv unterwegs ist. Ich denke, dass der Zeitgeist besser zu solchen Orten passt, dass der Trend heute dort liegt. Gerade Jüngere fühlen sich davon eher angezogen als von Punkrock und Ähnlichem, selbst wenn auch in diesem Genre ständig Neues passiert. Und bei vielen Leuten aus meiner Generation spüre ich eine Art Lethargie, die leider für St.Gallen manchmal typisch ist: Man jammert zwar, es sei nichts los in der Stadt – und wenn dann doch mal ein Konzert ist, kommt niemand, weil sie lieber im Bermudadreieck in einer Bar sitzen. Das tönt ernüchternd. Andererseits gibt es auch Anlässe mit Punkrock-Hintergrund, die bei einem breiten Publikum gut ankommen: etwa das «Karaoke till Death», das an den letzten beiden Silvestern viel Erfolg hatte. Und dass es einen im Punkrock und Alternativen verwurzelten Ort wie die Grabenhalle gibt, ohne Altersbeschränkung und Konsumzwang, wo ein Konzert maximal 30 Franken Eintritt kosten darf, finde ich noch immer wichtig. Ich bin ebenfalls in der Grabenhalle-Programmgruppe und organisiere etwa zwölf Konzerte jährlich, von Post-Rock über Hardcore bis Metal. Und du betreibst ausserdem das Hardcoreund Punkrock-Plattenlabel «Berrymore & Flare». Wie kam es dazu? Ich habe selber immer in Bands gespielt, seit ich 15 Jahre alt war, darunter Car Drive Anthem oder Die by Design. Aktuell bin ich mit i.explode.i unterwegs. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass in St.Gallen ein Stützpunkt für Musik aus dem Punk-Bereich fehlt. Als mich dann Anfang 2012 die befreundete Band Turning Cold um Hilfe bat, habe ich kurzerhand das Label gegründet, weil ich die Idee eh schon einige Zeit gewälzt hatte. Heute betreut «Berrymore & Flare» zehn Bands aus der ganzen Deutschschweiz und eine

POSITIONEN

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Redeplatz «Früher hatte es die harte Gitarrenmusik in der Ostschweiz einfacher»


11 aus Deutschland, pro Jahr veröffentlichen wir drei bis vier Platten. Und das Label hat offenbar einen Nerv getroffen: Dank Mund-zu-Mund-Propaganda kommen laufend Anfragen von neuen Bands herein.

Einspruch: Aline Bürgi vom Sufo-OK Warum wird Krieg zur Perspektive?

In der Punkrock-Szene ist die D.I.Y.-Ideologie (Do It Yourself) weit verbreitet. Wie sieht das bei dir aus? Das Label betreibe ich in meiner Freizeit, es steckt viel Herzblut drin. Von daher ist D.I.Y. ein zentraler Gedanke. In der Labelarbeit – sprich Plattenproduktion, Booking, Werbung – läuft viel über Kontakte, die über die Jahre gewachsen sind. Wenn eine Band etwa eine Aufnahme braucht, schicke ich sie ins Pit Stop Music Studio in St.Gallen, das Tobias Hungerbühler, ein langjähriger Bandkollege, betreibt. Wenn man die Leute gut kennt, weiss man, dass die Zusammenarbeit stimmt. Das gilt auch bei den Bands: Es ist mir wichtig, sie persönlich zu kennen.

Mit dem Konflikt in der Ukraine ist der Krieg näher in unser Bewusstsein gerückt. Auch der Vormarsch des IS mitsamt den jungen Europäern, die sich ihm anschliessen, sorgt für Gesprächsstoff. Gleichzeitig werfen diese Geschehnisse Fragen auf: Wer profitiert? Wer verliert? Und vor allem, wie können wir verhindern, dass Krieg zur einzigen Perspektive wird? Die Podiumsdiskussion zum Sufo-Auftakt am Freitag, 29. Mai, im Palace setzt sich mit ebendieser Grundsatzfrage auseinander: Warum wird Krieg zur Perspektive? Im Gespräch sind Vertreter_innen der GSoA, der Swisspeace und der Sicherheitspolitischen Kommissionen (SiK) des Bundes, moderiert wird es vom St.Galler Historiker Hans Fässler. An diesem Abend besteht für Kurzentschlossene die Möglichkeit, sich noch für einen der über 30 Workshops anzumelden, welche am Samstag rund um das GBS Schulhaus an der Kirchgasse in St.Gallen stattfinden. Darunter passend zum Thema: «Leben in Palästina am Beispiel der westjordanischen Stadt Jenin», organisiert von OPSEF (Organisation Palästina – Schweiz für Entwicklung und Frieden), «Unterwegs für Menschenrechte» von Peace Watch Switzerland oder «Stopp Waffengeschäfte», organisiert von KWvB (keine Waffen vom Bodensee), der GSoA und dem Schweizerischen Friedensrat. Ziel des Sufo ist es, die Visionen einer nachhaltigeren und sozial gerechteren Zukunft in die Welt zu tragen. Eine Plattform der Vernetzung, die Hoffnung schafft und zeigen soll: Ich bin mit meinen Visionen und meinen Vorstellungen einer anderen Welt nicht alleine! Eine andere Welt ist möglich! Um die Gedanken nach aussen zu tragen, führt am Samstagnachmittag eine farbige Kundgebung durch die St.Galler Innenstadt. An Essensständen, die sozusagen die ganze Welt in die Ostschweiz bringen, kann man seinen Hunger stillen, dazu finden musikalische und tänzerische Darbietungen statt. Zum Ausklang steigt am Abend das traditionelle Strassenfest. In Zusammenarbeit mit dem Kinok wird im Vorfeld des Sozial- und Umweltforums und passend zur Thematik der Podiumsdiskussion der Dokumentarfilm Maidan gezeigt.

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Warum? Ich muss die Fähigkeiten und Ziele der Band kennen: Will sie eine Platte einfach wegen der Freude an der Musik aufnehmen und ab und zu ein Konzert spielen? Oder will sie die Sache pushen, möglichst viele Konzerte spielen, auch im Ausland aktiv werden und dafür viel Zeit aufwenden und auch Sicherheit opfern? Eine Band mit diesem kompromisslosen Anspruch betreue ich momentan allerdings nicht. Das Sicherheitsdenken geht also sogar in der Punkrock-Szene vor? Ich denke, dass das sehr typisch ist für die Schweiz: Hier ist kaum jemand bereit, alles auf eine Karte zu setzen für seinen Traum. In Deutschland oder in den USA spüre ich diesen Geist unter Musikern eher. Dazu kommt natürlich, dass Punkrock nach wie vor Underground ist, mit dem sich kaum Geld verdienen lässt. berrymoreandflare.com Interview: Urs-Peter Zwingli Bild: Tine Edel

Das 11. Sozial- und Umweltforum Ostschweiz findet am Freitag, 29. und Samstag, 30. Mai in St.Gallen statt. Infos und Anmeldung: sufo.ch Maidan von Sergei Loznitsa: Dienstag, 5. Mai, 19.45 Uhr, Kinok St.Gallen. kinok.ch

POSITIONEN


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Requiem auf einen Raum VI Die Bibliothek frisst ihre Kinder Kein solider Automatenkafi mehr für zwei Stutz. Kein kontemplatives und kostenloses Zeitungslesen mehr mitten in der Stadt: Im Zuge der grossen St.Galler Bibliotheksumwälzung hat nun auch das Lesezimmer der Ex-Freihandbibliothek dicht gemacht. Es handelte sich dabei um einen Geheimtipp der Extraklasse (jetzt kann ich ihn ja bedenkenlos streuen). Das Lesezimmer war tagsüber für alle offen und trotzdem immer angenehm halbleer bis völlig verwaist. Auf den schmucklosen Regalen und den grauen Tischen lag eine breite, aber nicht ausufernde Medienauswahl: Von NZZ über Tagi, Tagblatt, Zeit, Süddeutsche Zeitung und WoZ bis hin zu Zeitschriften wie dieser oder «Psychologie Heute». Im Raum war es angenehm kühl und dämmrig, ein bisschen schien er aus der Zeit gefallen, weil sich dort einfach nichts tat. Ausser, dass unsichtbare Bibliothekare jeden Morgen neue Zeitungen hinlegten. Nach ein paar Monaten regelmässigen Besuchs gehörte man zu den Habitués im Lesezimmer, die sich manchmal stumm gegenseitig zunickten. Aber vor allem wollten sie eines: Zeitung lesen, ohne gestört zu werden. Oder ein bisschen in die Luft starren. Und das ohne das Geschwätz, das im ansonsten ja sehr schönen Café St-Gall in der Bibliothek Hauptpost durch den Raum schwirrt. Im Lesezimmer herrschte zwar nicht streng verordnete Ruhe wie im ebenfalls geschlossenen grossen Bruder, dem Vadiana-Lesesaal. Aber dennoch: Die Atmosphäre galt der Konzentration und das war ohne Hinweisschild allen klar, die dort abhingen. Die Pensionärin, die das Tagblatt mit einer unglaublichen Genauigkeit sezierte. Der Randständige, der sich die NZZ vornahm und seine fingerlosen Handschuhe über Stunden nie auszog. Der militärisch frisierte Kurzkarohemdträger, der sich ins Triathlon-Magazin vertiefte. Der Schreiberling, der viel zu viel Zeit zum Lesen hatte. Sie alle – wo sollen sie jetzt hin? Natürlich, im Stadtzentrum wimmelt es von Cafés, in denen mal mehr, mal weniger Zeitungen herumliegen. Aber eben: Den Luxus, stundenlang ohne Konsumationszwang in abso-

13 luter Ruhe zu lesen, können auch die nicht bieten. Wer weiss, vielleicht steckt hinter der unnötigen Schliessung des Lesezimmers ja eine Verschwörung der Wirte, die so auf mehr Gäste und Kafitrinker hoffen. So oder so: Die Räume in dieser Stadt siechen und sterben weiter munter vor sich hin – aufmerksame Saiten-Leser werden sich erinnern: Über die Klinge springen mussten kürzlich der Vadiana-Lesesaal, auch das Variété Tivoli und bald auch der Kulturraum am Klosterplatz. Wobei dieser ja irgendwann in der kantonalen Notrufzentrale unter der St.Galler Pfalz einen neuen Platz finden soll (sorry, Herr Klöti). Sollte es dazu kommen, plädiere ich dafür, gleichzeitig in irgendeiner Besenkammer oder stillgelegten Gefängniszelle im Kapo-Gebäude einen fast geheimen Ersatz fürs Lesezimmer zu schaffen. Urs-Peter Zwingli

Halleluja für eine Skulptur

Bild: Ueli Vogt

Der «Schlitz» steht richtig

Jürg Altherr ist ein gelassener Mensch. «Mit solchen Dingen muss man rechnen als Künstler», sagt der Bildhauer mit Ausserrhoder Wurzeln am Telefon. Gemeint ist damit die Auseinandersetzung um eine seiner grossformatigen Installationen im öffentlichen Raum vor inzwischen sechzehn Jahren. Die namenlose Stahlplastik mit darüberliegendem Lichtkreis, das Ergebnis eines Wettbewerbs, lag damals in Aadorf beim Dorfzentrum – und polarisierte. 6,5 Meter lang, 2 Meter breit, 1,4 Meter hoch, einen «Meteoriten» nannten sie die einen, einen Schandfleck sahen andere darin.

POSITIONEN

1999 stimmte Aadorf über das Werk ab und wählte es demokratisch weg. «Mit solchen Dingen muss man rechnen. Und eine solche Debatte ist ja auch ein starkes Echo.» Es war die schweizweit erste Volksabstimmung über Kunst, und Altherr kaufte sein Werk zurück. Ein Teil dieser Skulptur hat jetzt einen neuen Platz gefunden. In Teufen vor dem Zeughaus steht sie seit letztem November, begleitend zur Ausstellung von Jürg und Thea Altherr mit dem Titel «Überlagerte Schwingungen». «Der grosse Schlitz» nennt Altherr sie jetzt, aufrecht und leicht schief steht sie auf dem grosszügigen Vorplatz des alten Militärgebäudes, als wäre sie schon ewig dort gestanden. Als präzise Marke in der Landschaft, als «wunderbares Messgerät, das den Raum auslotet und uns ein Verhältnis zum Raum gibt», wie es Zeughaus-Kurator Ueli Vogt bei der Vernissage Ende November 2014 formuliert hat. «Die schiefe Stellung verunsichert: Ist sie durch die Perspektive erzeugt oder steht etwas schief? Wir könnten auch einen guten Freund vermuten. Nähern wir uns also…». Inzwischen haben sich unzählige Besucherinnen und Besucher dem schiefen Freund genähert. Am 12. April ist die Ausstellung zu Ende gegangen. Der Schlitz steht immer noch da, und Künstler wie Kurator könnten sich gut vorstellen, dass er da stehenbleibt. Schon dass die Skulptur aufrecht nach Teufen kam, war Zufall – ein Freund, sagt Altherr, habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass die Plastik hochkant genau richtig wäre, nicht liegend wie damals in Aadorf. Sein Leben sei voll solcher glücklicher Zufälle, sagt Altherr – «bloss manchmal braucht man etwas lang, bis man es merkt.» Wenn die Teufner jetzt auch noch merken, was für ein glücklicher Zufall ihnen vors Haus geschneit ist, ist die Ostschweiz um ein künstlerisches Wahrzeichen reicher. «Gute Kunst setzt sich durch», hat der Direktor des Thurgauer Kunstmuseums, Markus Landert, die verwinkelte Geschichte der Altherr-Skulptur einmal kommentiert. Peter Surber


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Carte blanche zum Ostschweizer Kulturmagazin Saiten Nr. 245, Mai 2015 «Neue Grafik im Osten» saiten.ch

GESTALTUNG


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Branding, User Experience, Motionund Interactive Media Design: Gestaltung beschränkt sich längst nicht mehr auf Gedrucktes, Logos oder Websites. Daran muss sich auch die Ausbildung in gestalterischen Berufen orientieren. Kathrin Lettner (Abteilungsleiterin Weiterbildung an der Schule für Gestaltung St.Gallen), Jana Nobel und Alex Huldi (Namics) und Larissa Kasper (Saiten-Grafikerin) über ein Berufsfeld, das über die Jahre regelrecht explodiert ist. von Corinne Riedener

Larissa Kasper: Auch was Schrift und Typografie angehen, hat der rasante technologische Wandel vieles geändert. Nehmen wir etwa die Retina-Displays: Das Typedesign muss aufgrund der hohen Pixeldichte solcher Bildschirme viel weicher sein, da die Kontraste sonst unangenehm hart wären. Doch das ist lediglich ein Aspekt, die neuen Technologien verändern die Arbeitsweise ganz grundsätzlich: Heute ist unser Studio global vernetzt, wir haben Bekannte auf praktisch jedem Kontinent. So kommt es vor, dass wir für Kunden arbeiten, die wir noch nie persönlich getroffen haben – eine ungewohnt anonyme Situation. Gleichzeitig tauschen wir uns laufend mit Berufskollegen und Freunden in aller Welt aus. Wenn ich beispielsweise das Foto eines Entwurfs auf Instagram poste, bekomme ich in Kürze Feedback aus England, Amerika oder Australien. Das kann sehr motivierend sein, denn die Inputs geben Aufschluss darüber, was gefällt und was nicht. Gleichzeitig birgt diese Vernetzung aber auch das Risiko, dass man sich von all den Inspirationen und visuellen Reizen einengen lässt, dass man gewisse Trends imitiert, statt ein Problem richtig zu lösen und eine eigene Handschrift zu entwickeln. So gesehen ist dieser Wandel ein zweischneidiges Schwert und für die Branche, denke ich, wohl eines der grössten Probleme.

Das Denken der Gestalter hat sich massiv gewandelt. Sie sind dynamischer, offener, global vernetzt. Heute muss man viel beweglicher sein. Jana Nobel

«Das Ziel ist, dass die anderen dich kopieren»

Kathrin Lettner: Viel hat sich aus meiner Sicht nicht verändert in der Gestaltung. Manche Techniken und Kanäle sind neu, dadurch hat sich das Handwerk geändert, aber die Grundlagen guter Gestaltung sind nach wie vor dieselben. Jana Nobel: Das Denken der Gestalter hat sich aber massiv gewandelt. Sie sind dynamischer, offener, globaler vernetzt. Heute muss man viel beweglicher sein, um den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden. Die neuen Medien haben die Branche von Grund auf umgekrempelt, haben sie schnelllebiger gemacht. Damit muss man umgehen können, denn jede Website, jede App, die man heute konzipiert, ist ständig im Wandel und morgen vielleicht schon wieder verschwunden. Ein Buch hingegen existiert auch in der zehnten Auflage noch genau so, wie man es geplant hat. Alex Huldi: Das Virtuelle folgt anderen Gesetzen. Zu Beginn war es gar nicht so leicht, mit dieser digitalen Vergänglichkeit umzugehen. Gut möglich, dass man gewisse Arbeiten nie mehr zu Gesicht bekommt, wenn sie vom Kunden abgenommen worden sind. Jana: Ich kann bereits jetzt meine alten Datenträger nicht mehr lesen, ohne sie speziell aufbereiten zu lassen. Was das angeht, haben wir definitiv ein Archivierungsproblem. Und manche Websites, die ich um die Jahrtausendwende konzipiert habe, existieren heute gar nicht mehr. Zu merken, dass man etwas loslassen können muss, ist sehr zentral in der heutigen Gestaltung. Wenn ich in seltenen Momenten wieder einmal etwas für Print konzipiere, habe ich mittlerweile regelrecht Mühe, da ich es gewohnt bin, jederzeit alles korrigieren zu können.

Kathrin: Wobei ja nicht alles, was gehyped wird, auch zwangsläufig gutes Design ist. Ein Trend ist zu Beginn vielfach gar nicht so beliebt und stösst erstmal auf Skepsis oder gar Ablehnung. Zum Hype wird er erst, wenn irgendwann plötzlich alle schreien: Das ist jetzt aber mal was ganz Neues. Alex: Man hat sich auch früher schon an gewissen Vorbildern orientiert. Nur waren ihre Arbeiten nicht massenweise auf Online-Portfolios oder Design-Blogs zu finden, sondern in Büchern, Zeitschriften oder an Plakatwänden. Solange man diese leicht zugängliche Vielfalt heutzutage als Inspirationsquelle nutzt, finde ich das völlig legitim. Wichtig ist, dass man sich trotzdem noch hinsetzt, selber Skizzen macht und etwas Eigenes erschafft. Das Ziel ist ja schliesslich, dass die anderen dich kopieren, nicht umgekehrt. Jana: Kommt hinzu, dass sich die Trends vielfach auch auf Kundenseite auswirken, denn der Erfolg spricht für sie. Manchmal ist es ziemlich hart, wenn man glaubt, ein innovatives, zeitloses Design entwickelt zu haben, der Kunde aber stattdessen lieber «diese tollen Schlagschatten» will, die derzeit so in sind. Weil die Konkurrenz sie auch hat.

NEUE GRAFIK


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Jana: Je früher wir den Kunden miteinbeziehen, desto besser ist es für beide Seiten. Heute verkaufen wir in der Regel keine einzelnen Geschäftsberichte oder Prospekte mehr, sondern ganze Systeme für iPhones, Browser, Apps und viele weitere Anwendungen. Dabei ist es extrem wichtig, dass diese vom Kunden verstanden werden, da er sie anschliessend selber bedienen muss. Diese Mensch-Maschinen-Interaktionsebene ist ebenfalls neu in unserem Beruf. Und sie ist durchaus reizvoll, da es auch bei diesen interaktiven Schnittstellen um die Gestaltung geht. Nur schon deshalb ist es so wichtig, ganzheitliche Konzepte zu entwickeln und vor allem: diese interdisziplinär zu erarbeiten. Larissa: Die einzelnen Fachbereiche werden zunehmend wichtiger, das sehe ich auch in unserem Studio. Wir sind eher auf Printprodukte spezialisiert. Kleine Online-Projekte stemmen wir vielleicht noch alleine, doch sobald sie einen gewissen Umfang überschreiten, müssen wir Spezialisten hinzuziehen, ähnlich wie für Bildbearbeitung, Film und Fotografie. Alex: Früher war es auch noch gang und gäbe, dass eine Agentur das Erscheinungsbild, eine andere die Website und eine dritte das Intranet für ein und denselben Kunden erdacht hat. Heute arbeiten in der Regel mehrere Fachleute in einem Projektteam, was ich persönlich unheimlich reizvoll finde. Als Designer ist das nicht immer einfach, da man es

gewohnt ist, die Person zu sein, von der das «geile Design» stammt, das die anderen «nur noch adaptieren». Diese Denkweise ist heute völlig veraltet. Kathrin: Der Mythos des einsamen Künstlers bröckelt ohnehin schon lange – war er jemals real oder immer nur virtuell? Spätestens heute, im multimedialen Zeitalter, ist das Spezialwissen der Codierer, Motion Designer oder Prototyper unverzichtbar, wenn ein Konzept auf allen Medien und Kanälen einwandfrei funktionieren soll. Es benötigt Kommunikationsdesigner, die interdisziplinär denken und teamfähig sind. Interessant daran ist, dass dieses allseitige «Sich-zurücknehmen» dem gängigen Trend der Individualisierung eigentlich widerspricht. Fakt ist aber: Der Kunde kauft heute in der Regel ein ganzes Team. Jana: Dieses agile, prozesshafte Arbeiten kommt ursprünglich aus der Programmierung, wo bekanntlich der Kern die gesamte Infrastruktur bestimmt. Auf die Gestaltung übersetzt heisst das: Im Zentrum steht die Konzeptidee, anschliessend werden die verschiedenen On- und Offline-Ausprägungen um diese Idee herum gebaut – was natürlich nicht bedeutet, dass mir der Programmierer sagt, wie das Logo aussehen soll, sondern dass jedes Teammitglied Chef seines Fachbereichs ist und eine bestimmte Rolle hat. Daraus erwächst etwas, das man alleine niemals hinbekommen würde. Diese Verschmelzung aller Fachbereiche ist es letztlich, die uns staunen lässt, wenn wir beispielsweise zum ersten Mal ein iPhone in der Hand halten und alles völlig intuitiv funktioniert und zusammenspielt. Für uns «klassische Gestalter» ist diese interdisziplinäre Zusammenarbeit zwar sehr fruchtbar, sie erfordert andererseits aber auch eine gewisse Härte: Je komplexer ein Projekt ist, desto mehr braucht es einen kritischen scharfen Blick auf die technische und visuelle Exzellenz. Larissa: Wie geht ihr denn mit dieser Abhängigkeit um? Für mich war letztlich genau das der Grund, weshalb ich mich auf Printprodukte und Typografie spezialisiert habe, auf das vermeintlich Überschaubare... Alex: Das muss man in der Tat lernen. Am Anfang fiel es mir auch nicht unbedingt leicht – gerade weil ich nach wie vor eine grosse Affinität zum Analogen habe. Ich stelle jedoch immer wieder fest, dass vermeintliche «Technik-Probleme» gerne aufgeblasen werden, je nachdem wie gross die Unsicherheit ist. Mit dem richtigen Support lösen sich solche Fragen aber für gewöhnlich unerwartet rasch. Jana: Essentiell ist, dass man als Gestalterin oder Gestalter die richtige Haltung hat, dass man versteht, dass man heute ein Puzzleteil innerhalb eines Gesamtbildes ist und man dieses interdisziplinäre Arbeiten als Chance begreift und liebt. Das erfordert manchmal auch den Mut zu sagen: Ich weiss es nicht, und ich brauche dafür jetzt Fachleute. Alex: Interactive Media-Kompetenz gehört heute ohnehin zum Standard oder wird zumindest als Teil des Angebots vorausgesetzt – unabhängig davon, ob man diese Parts dann outscourced oder selber macht. Vor fünf oder zehn Jahren konnte man sich als Agentur noch mit Technik profilieren,

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Diese Vernetzung birgt das Risiko, dass man Trends imitiert, statt eine eigene Handschrift zu entwickeln. Das ist für die Branche eines der grössten Probleme. Larissa Kasper

Alex: Ich habe aber das Gefühl, dass diese «Trendgläubigkeit» langsam abnimmt. Gestaltung basiert zunehmend nicht mehr auf Effekthascherei, sondern ist wieder reduzierter und in erster Linie konzeptstark. Viele Kunden setzen heute auf Weissraum, wollen differenzierte und gezielte Inhalte statt überladene Artworks. Zudem orientieren sie sich crossmedial, sprich: Auch Kunden bevorzugen heute ganzheitliche Konzepte. Sie wollen nicht mehr für jeden Kanal eine separate Lösung wie noch vor einigen Jahren. Weil sie wissen: Ein gutes Konzept funktioniert fürs iPhone genauso wie am Computer oder in einer App. Um das zu verstehen, hilft es, die komplexen Zusammenhänge mit analogen Mitteln zu visualisieren. Manchmal bringen wir beispielweise einen Kartonbausatz mit ans Meeting und tüfteln direkt mit den Kunden an potenziellen Lösungen. Diese Art des Austauschs ist für uns enorm wichtig, da er zum Verständnis beiträgt und wir die Auftraggeber aktiv in den Kreationsprozess miteinbeziehen können.


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Heute arbeiten in der Regel mehrere Fachleute in Projektteams. Als Designer ist das nicht immer einfach, da man es gewohnt ist, derjenige zu sein, von dem das «geile Design» stammt. Alex Huldi

sprich: Web- oder Motion Design anzubieten war ein Verkaufsargument. Diese Zeiten sind vorbei. Doch die neuen Kanäle und Medien sind letztlich eine Bereicherung, auch wenn das einige alteingesessene Grafiker womöglich anders sehen. Ich erinnere mich, dass jemand an der letzten Tÿpo St.Gallen zu mir kam und sagte: Du bist der Totengräber der Buchbinderei. Dieser Ausschlussreflex ist bedauerlich und wurzelt, glaube ich, vor allem in der Angst vor Unbekanntem.

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Jana: Dabei verhält es sich in der Musik- und derzeit auch in der Pressebranche ganz ähnlich wie bei uns: Das Handwerk ist dasselbe geblieben, aber die Methoden und Mittel haben sich verändert. Kathrin: Diese Medienskepsis ist ja nicht nur auf ältere Generationen beschränkt. Es gibt durchaus auch junge Leute, die sich diesen Entwicklungen gegenüber abzugrenzen versuchen, etwa wenn sie ihren Facebook-Account lahmlegen, ihre Smartphones gezielt hin und wieder abschalten oder gar keines haben. Jana: Ein ähnliches Experiment habe ich in den 90erJahren einmal gemacht: Ein Jahr ohne TV und Massenmedien – eine eindrückliche Erfahrung! Und durch die Neuen Medien ist die Reizüberflutung noch zusätzlich gewachsen. Vieles wird gar nicht mehr aufgenommen, habe ich den Eindruck. Unsere Gesellschaft ist völlig übersättigt. Das ist eine grosse Herausforderung, die sich nicht zuletzt auch in der Gestaltungs-Branche spiegelt. Unser Auge wird permanent abgelenkt durch abertausende visuelle Impulse. Die Frage ist, was davon noch hängen bleibt. Ich begrüsse es deshalb sehr, dass wir Gestalter unseren Kunden nicht mehr aus Prinzip alles versprechen – riesige Websites, Imagefilme, Apps und dazu noch alle möglichen Mobilen-Applikationen –, sondern uns gemeinsam mit unseren Kunden die Frage stellen: Welches Medium ist für welchen Zweck das Richtige, wie muss die ideale Plattform sein und wann ist wofür die beste Zeit? Kathrin: Das Schöne an Gestaltung ist, neben dem Handwerk, dass sie immer auch ein Katalysator für gesellschaftliche Trends und Herausforderungen ist. Zeitgeist kann man riechen, fühlen, man kann ihn ausdrücken. Im Sinne eines zeitgemässen Aus- und Weiterbildungsangebots wäre es deshalb essenziell, die Auswahlkompetenz der jungen Gestalterinnen und Gestalter zu fördern, damit sie in der Masse das «Richtige» erkennen, inhaltlich und auf die Medien bezogen. Dazu gehört nicht nur Fachwissen, sondern auch ein doppel-

ter Bezug zur Praxis – mit Teilzeitarbeit einerseits und Dozenten aus der freien Wildbahn andererseits. Larissa: Davon kann man nur profitieren, gerade im Schulkontext. Bei Leuten, die aus einem Vollzeitstudium kommen, stelle ich oft fest, dass es ohne stetige Praxis im Berufsalltag an einer gewissen Effizienz und Professionalität fehlen kann. Nach meiner dreijährigen Lehre als Grafikerin habe ich in Zürich Visuelle Kommunikation studiert. Nebenbei war ich zu 40 Prozent in einer Agentur angestellt. So konnte ich meine Praxiserfahrung weiter vertiefen und gleichzeitig von der Ateliersituation an der Uni profitieren. Mir war beides wichtig, denn die Experimentiermöglichkeiten, die man im Rahmen einer Schule hat, gibt es in der Praxis nur selten, da die zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen dort nun mal wesentlich enger gesteckt sind. Kathrin: In meiner Vorstellung sollte jede Schule für Gestaltung diesen Laborcharakter haben, unabhängig vom Ausbildungsniveau. Lernende brauchen diesen Raum für Experimente und unabhängige Fragestellungen, um ihre eigenen Wege in der Gestaltung zu gehen. Mit der richtigen Mischung aus Freiheit und Anwendung entsteht eine wundervoll dynamische Atmosphäre, in der erst gedacht und dann gehandelt wird. Dieser Nährboden ist wichtig. Alex: Kommt hinzu, dass es ja auch für uns aus der Praxis enorm spannend ist, in einem experimentierfreudigen Umfeld zu unterrichten. Es braucht zwar jeweils eine gewisse Zeit, bis die Schüler mit dieser «Freiheit» umgehen können, wenn sie den Groove aber gefunden haben, passieren manchmal die wildesten Sachen. Das hilft auch mir, am Puls zu bleiben, denn im Idealfall befruchtet man sich ja gegenseitig. Kathrin: Wir wünschten uns natürlich, dass diese kreative Energie auch ausserhalb der Schule spürbar wird, dadurch könnte in der Ostschweiz eine grafische Dynamik entstehen. Wieso nicht einfach daran arbeiten: Vielleicht machen wir nicht gerade morgen «das neue Schweizer Design», aber bestimmt irgendwann. Jana: Wir machen bereits jetzt neues Design, nur sind die St.Galler vielleicht nicht gar so mutig wie andere. Dafür fabriziert unsere Schule für Gestaltung (SfG) keine «durchlauferhitzten» Gestalter, die von einer Agentur zur anderen gejagt werden. Im Moment, glaube ich, ist unsere Region eine der besten für Gestaltung und Design – allein schon, weil der Markt hier noch nicht übersättigt ist. Und mit den gestalterischen Ausbildungen auf HF-Stufe füllen wir erst noch eine Lücke, da es im Raum Zürich/Ostschweiz kein vergleichbares Angebot gibt. Insofern ist es doch müssig, sich an schicken Schulen in Zürich, Basel oder der Westschweiz zu orientieren. Larissa: Dass ich meinen Master in Art Direction jetzt in Lausanne mache, hat in erster Linie mit dem Angebot der Ecole Cantonale d'art de Lausanne (ECAL) zu tun – inhaltlich, aber auch im Bezug auf die Dozenten. Mir war es wichtig, bei Leuten zu studieren, die ich als «Koryphäen» wahrnehme. Die Atmosphäre ist um einiges leidenschaftlicher als etwa in der Berufsschule. Davon kann ich enorm profitieren. Was natürlich nicht heissen soll, dass die Dozenten an anderen Ge-

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18 staltungsschulen weniger gut wären. Wichtig ist doch nur, dass jemand die Leute anstecken kann, sie inspiriert, unterstützt und ihr Feuer entfachen kann.

Jana Nobel, 1968, ist Creative Director bei Namics, Künstlerin und HF-Lehrgangsleiterin Interactive Media Design. Alex Huldi, 1969, ist Senior Art Director bei Namics. Soundkünstler und Macher des iPad-Magazins «Lampenfieber». Er ist Dozent bei der grafischen Grundausbildung und lehrt Interactive Media Design auf HF-Stufe an der SfG.

Das Schöne an Gestaltung ist, neben dem Handwerk, dass sie immer auch ein Katalysator für gesellschaftliche Trends und Herausforderungen ist. Zeitgeist kann man riechen, fühlen. Kathrin Lettner

Kathrin: St.Gallen hat ja schon seine Ikonen, Jost Hochuli beispielsweise. Dann gab es den kürzlich erneut umfirmierten Niggli-Benteli-Verlag und nach wie vor die Verlagsgenossenschaft St.Gallen (VGS). Spontan fallen mir auch noch der Vexer- und der Triest-Verlag ein. Und als Lehrgangsleitung an der SfG ist Roland Stieger bei uns. Wir haben für unsere Verhältnisse momentan ein paar junge, durchaus aussergewöhnliche Dozenten. Was uns fehlt, ist die Konstanz. Gegründet wurde die SfG lange vor anderen Schulen. Aber im Unterschied zu vergleichbaren Institutionen hat sie es in den letzten Jahren nicht geschafft, wieder zu einer starken Marke zu werden. Das wollen wir ändern – nur schärft man das Image bekanntlich nicht in einem Jahr ...

Larissa: … oder eben Teilzeit studieren und nebenher arbeiten – was, zugegeben, relativ stressig sein kann, mich aber optimal auf den Beruf vorbereitet. Das ständige Switchen zwischen Ausbildung, Job und Privatleben ist zwar nicht ganz einfach, doch nirgendwo sonst kann ich mich in diesem Mass vertiefen und eigene Projekte verfolgen. Das gibt mir viel. Ohne diese Mischung kann man leicht im Berufsalltag versinken. Dann spürt man die gestalterische Freiheit nicht mehr.

Kathrin Lettner ist Abteilungsleiterin Weiterbildung an der SfG, dipl. Kommunikationsdesignerin, Systemischer Coach, Initiatorin und Projektleiterin einer Kinderbetreuung und zweifache Mutter. 2013 erschien ihr Buch Avantgarde und Sonnenschein über den St.Galler Jugendstil.

Larissa: Die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) etwa hat eine lange Tradition und dadurch auch ein starkes Profil. Womöglich kann sie sich deshalb als Dozenten renommiertere Namen leisten als St.Gallen. Die ECAL in Lausanne ist diesbezüglich noch einen Tick ambitionierter. Dort wurde in den letzten Jahren unter der Leitung von Pierre Keller viel Geld investiert, um Top-Leute aus der ganzen Welt einzufliegen, die wiederum hochkarätige Bewerberinnen und Bewerber anziehen. Kommt hinzu, dass man dort pro Semester auch nicht mehr Studiengebühr zahlt als an anderen Schweizer Unis. Einziger Nachteil: Es braucht eine Matura. Hier kann die SfG mit den HF-Lehrgängen in der Tat punkten. Jana: Einverstanden. Real gesehen, bleibt dein Weg einer Minderheit vorbehalten. Der Grossteil strebt vermutlich einen weniger hochkarätigen Werdegang an. Zudem führen solche «High-End-Dozenten» bei manchen zu einem überhöhten Selbstverständnis: Ich habe mehrfach erlebt, dass jemand mit Weltklasse-Professoren geprahlt hat. Die eigene kreative Leistung war im Endeffekt eher lau. Ob supertalentiert oder normalbegabt, wichtig ist, dass es für alle einen Ausbildungsweg gibt. Egal ob Uni, FH oder HF. Entscheidend ist letztlich ein guter Mix aus Laborsituation, praxisorientiertem Arbeiten und dem Bedürfnis, sich gestalterisch weiterzuentwickeln. Kathrin: Ein Studium ist nun mal nicht jedermanns Sache. Die Abbruchquote ist nicht umsonst relativ hoch. An einer HF falle ich nicht durchs Raster und bin nach drei Jahren wirklich fertig. Und ohne Stipendien steigt auch der finanzielle Druck, vier Jahre Vollzeitstudium muss man sich leisten können.

Corinne Riedener, 1984, ist Saiten-Redaktorin.

Ausbildungswege an der Schule für Gestaltung St.Gallen (SfG): Vorbereitung und Propädeutikum: Gestalterischer Vorkurs Jugendliche, Gestalterischer Vorkurs Erwachsene (Vollzeit oder Teilzeit), Öffentliche und Kurse für Lernende Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis EFZ: Grafiker/in, Interactive Media Designer, Polydesigner/in, Polygraf/in, Printmedienpraktiker/in, Steinbildhauer/in, Steinmetz/in, Fachklasse Grafik, Fotofachmann/-frau, Goldund Silberschmied/in, Bekleidungsgestalter/in (möglich auch mit Couture Lehratelier), Drucktechnologe/-login Berufsbegleitende Weiterbildungen der Höheren Fachschule HF (dreijährig): Interactive Media Design, Visuelle Gestaltung, Schrift und Typografie, Fotografie, Industrial Design, Bildende Kunst (ab August 2016) Berufsbegleitende Weiterbildungen mit Eidgenössischem Fachausweis FA: Betriebsfachmann/-frau Druck- und Verpackungstechnologie (3 Semester) und Coiffeur/Coiffeuse (verschiedene Module, ab August 2016) Weitere Infos: gbssg.ch, kathrin.lettner@sg.ch, 058 228 26 30/31

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Larissa Kasper, 1986, ist Grafikerin bei KasperFlorio und gestaltet monatlich das Magazin Saiten. Sie studiert an der ECAL Lausanne im Masterprogramm Art Direction.


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LAUR A PRIM Seit einem Jahr arbeitet die St.Galler Grafikdesignerin Laura Prim (1984) selbständig. «Der Mut, ein eigenes Studio für Grafik und Typografie zu gründen, hat sich gelohnt», sagt sie heute. So arbeitet sie derzeit an zwei schon lange gehegten Wunschaufträgen. Sie gestaltet den Auftritt des Kulturfestivals und ein Architekturbuch, das sich mit Städtebau beschäftigt. Zuvor, als Prim während fünf Jahren für eine Werbeagentur in St.Gallen tätig war, «waren die Grenzen der Aufträge enger gesteckt». Neben ihrem Studio arbeitet Prim beim Historischen und Völkerkundemuseum im Bereich Visuelle Kommunikation. «Ich gestalte Plakate und Ausstellungen, eine schöne und sinnvolle Aufgabe», sagt sie. Und eine, die manchmal grosses öffentliches Echo hat: Die Tina Modotti-Ausstellung sorgte für Wirbel, weil auf dem von Prim gestalteten Plakat ein Aktfoto von Modotti abgedruckt war. Die Bildauswahl hatte damals aber nicht Prim getroffen. Dass sie gleichzeitig selbständig und beim Museum arbeitet, habe den Vorteil, dass sie Aufträge für verschiedenste Kunden bearbeite. «So muss ich mich und meinen Stil immer wieder neu erfinden.» Die junge Ostschweizer Grafikszene, in der Laura Prim als gebürtige Stadtsanktgallerin heute wieder tätig ist, findet sie inspirierend und spannend. «Ich spüre viel Leidenschaft für gute Grafik, die uns alle antreibt.»

In ihrem Berufsleben ist Prim in der Schweiz und der Welt herumgekommen. Auf eine Grafiklehre bei der Agentur Festland folgten Praktika in Zürich und Berlin und ein Jahr in London. Ab 2005 studierte sie Visuelle Kommunikation an der School of Art and Design in Luzern und absolvierte 2014 eine Weiterbildung im Bereich Typografie an der ZHdK. Für St.Gallen würde sie sich eine ähnliche Institution wünschen: «Es fehlt hier eine Fachhochschule für Kreative, an der etwa Grafik, Textilgestaltung oder Musik studiert werden kann. Das würde der Stadt auch allgemein gut tun, da so neue Leute angezogen würden.» In Luzern seien aus dem Umfeld der Design-Schule viele spannende Projekte – Grafikbüros, Ausstellungen, Bars – entstanden. (upz)

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lauraprim.ch


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ROUVEN STUCKI Hätte sie einen Namen, hiesse Rouven Stuckis Postkarte «Durchatmen». Etwas mehr Gelassenheit, das wünsche er sich. Im Leben allgemein und manchmal auch in der Ostschweizer Grafikszene. Diese leiste tolle Arbeit, sagt er, ihm fehle aber das Verspielte. «Die Arbeiten kommen sehr solid, aber relativ reduziert daher – was nicht heisst, dass ich das langweilig finde. Gerade die Jungen, die bei ‹alten› Ikonen gelernt haben, treiben den klassischen Schweizer Stil weiter. Das muss man ihnen hoch anrechnen.» Mit der Grafik verhalte es sich heute wie mit einem Tattoo, sagt er: «Es gibt unzählige Stile, als Kunde muss man den richtigen Tätowierer beziehungsweise Grafiker für sich finden.» Mit seiner Karte will Stucki zeigen, dass Gestaltung nicht nur rein informativ sein muss, sondern auch suggestiv und emotional sein kann. Sie sei eine digitale Collage. Diese Technik gefalle ihm sehr, sie passe zu seinem Stil: frei und ungezwungen. Damit hebt er sich ab vom derzeit eher sachlichen und typografiestarken Mainstream. «Ich konzentriere mich vor allem auf Illustrationen, versuche mittels Handwerk und Technologie meine Handschrift weiter zu entwickeln. Meine Bildideen setze ich deshalb mit möglichst unterschiedlichen Mitteln und Techniken um. Bis mein Bauchgefühl stimmt.» Selbstverständlich gehöre es dazu, dass man als Grafiker Kompromisse mache, sich für die Kunden ein Stück weit verbiege, sagt Stucki. Trotzdem müsse man sich treu bleiben und dürfe den Auftrag nie über die Prinzipien stellen.

«Sonst verliert man die Freude am Beruf.» Mit seinen Arbeiten bewegt sich der St.Galler grösstenteils im urbanen und kulturellen Bereich –unter anderem verdankt ihm die genossenschaftlich organisierte Tankstell-Bar ihr grafisches Gesicht. Auch das Völkerkundemuseum, Grabenhalle oder Kugl und nicht zuletzt seine Freunde aus der Party- und Rapszene gehören zu Stuckis Kundschaft. Ein Grossteil seiner Auftraggeber komme aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, sagt er. «Ich schätze das sehr, denn je besser ich meine Kunden kenne, desto präziser kann ich ihre Gefühle und Vorstellungen umsetzen.» Gelernt hat der 32-Jährige im Vorkurs und in der Grafikfachklasse an der Schule für Gestaltung in St.Gallen. Eine Anstellung in einer Agentur kam für ihn nie ernsthaft in Frage. «Die grossen Agenturen machen zunehmend schlechte und langweilige Grafik oder eben schlichte Werbung, absatzorientiert und ohne Herz.» Seit seinem Abschluss 2004 kann er sich mit eigenen Projekten über Wasser halten. Meistens arbeite er von zu Hause aus, sagt Stucki, «oder in unserem Atelier an der Brauerstrasse, das ich zusammen mit drei Freunden betreibe». Nebenher arbeitet er 60 Prozent in der Printlounge St.Gallen. (co)

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rouvenstucki.ch


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Netzmonolog von Jana Nobel Alles hat sich verändert. Wir kommunizieren über unfassbare, virtuelle Kanäle, teilen unser Innerstes und viel von unserem Äusseren mit der ganzen Welt, messen in «Likes» und «Followers» unseren persönlichen Erfolg, denken uns frei. Jedes Ding hat seinen Platz im Hier und Dort. Bedienungsanleitungen für ein einfaches (Er)Leben antworten in Videostreams auf alle möglichen und unmöglichen Fragen. In allen Farben und Sprachen. Leben. Lebendiges Netz. Immer im Wandel. Das Internet ist die neue, grosse, alles verändernde Geschichte der Menschheit. Wäre es nicht einfach ein für sich gesehen neutrales «Netz», wäre es Gott, wären wir heute an einem neuen, anderen Punkt der Geschichte. Aber wir haben das Glück oder Unglück, dass das Internet neutral und wertfrei ist. Wir gestalten, verändern und prägen sein Bild, wir geben ihm Namen, Daten, Geschichten, wir füttern es mit Ideen, Wahrheiten, Schönheit, Lügen, Gewalt, Pornografie. Wir missbrauchen es als Waffe, für Propaganda, als kriminelles Instrument, als Falle. Ich bin Gestalterin, wir sind Gestalter, wir alle. Das erste Mal, als ich in «Photoshop 3» eine Website mit 760 auf 420 Pixel gestaltete, konnte ich die ganze Dimension noch nicht begreifen. Für mich waren diese paar Pixel, die gefüllt werden sollten, zu dicht, zu nah und zu wenig. Und wer zum Teufel hat entschieden, dass diese blöde Navigation links stehen muss?! – Aha; HTML codiert von oben links nach unten rechts, und aha; das Browserfenster funktioniert auch in der linken Ecke. 1996, gekachelte Hintergründe... darauf ein Hypertext und ein zu Tode komprimiertes Bildli... für die Emotion, aber hallo! Der Datenfluss war so langsam und soooo teuer... Verdammt. Ich wollte schon wieder aufgeben, mit dieser neuen digitalen Welt brechen. Doofes Internet. Dieses Ding verlassen und nie wieder ein Modem besitzen. Sollte sich doch ein anderer Gestalter über diese kleine Auflösung der Pixelverschönerung setzen und rumfuchteln, oder schieben. Und plötzlich erfasste ich den Raum! Die ganze unendliche Dimension, den Platz, die Möglichkeiten. Auf einmal waren die 760 auf 420 Pixel Raum. Das Format unendlich und voller Ideen. Ich verstand den sichtbaren Raum als Ausschnitt von etwas Grossem, Mächtigem, Weitem. Er war nun kein statischer Raster mehr, sondern vielmehr ein fluides dynamisches System in neuen Dimensionen. Raum. Für Gestaltung. Zwanzig Jahre später bin ich immer noch verzaubert von dieser neuen alten Welt. Das Unberechenbare, ständig Neue macht mich fertig und zugleich fasziniert es mich. Ich muss es verstehen, muss es verinnerlichen. Diese Dynamik der digitalen Medien ist aussergewöhnlich für jeden Gestalter. Keine Konservierung, kein fertiger Moment, alles kann jederzeit visuell ganz anders sein. Kein Gut zum Druck, aber dafür unzählige Browser, die alle ihren eigenen Charakter haben und meine Gestaltung nach eigener Lust und Laune übersetzen, keine Kontrolle. Im Gegenzug dafür kann alles immer Beta sein. Und wieder hat jemand etwas entwickelt und wow: Ist das cool! Und ja, wieder stehe ich am Anfang, muss alles aufsaugen, testen, ausprobieren und gestalten. Hier eine App, dort eine Onlinekampagne und, ach ja: ein Multi-Device Konzept. Und der Raum ist noch genau so unendlich wie am ersten Tag. Für interaktive Medien zu gestalten, endet nicht mit einem ästhetisch-visuellen Anspruch, sondern bezieht die Ebene der Interaktion als Gestaltungselement mit ein. Wie sich das interaktive Medium anfühlt, was es in der Bedienung auslöst, welche Werte in der Markenführung transportiert werden, ist genau so wichtig wie die typografische und gestalterische Aussage. Ich gestalte nicht den Browser, das iPad oder iPhone, ich konzipiere und gestalte Erlebnisse. Nicht für Maschinen, sondern für Menschen. Alles ist offen. Heute ist die digitale Szene immer mehr in Prozessen und Standards verhaftet. Es braucht darum neue Ansätze und Lösungen, neue Arten der digitalen Kommunikation. Zum Glück erneuern sich die Devices und Herangehensweisen rasant und lassen uns keine Zeit stillzustehen. Das ist die Chance der Gestalter: wieder neue Wege zu gehen, Experimente der Mensch-Maschinen-Kommunikation zuzulassen … Das ist Freiheit. Jana Nobel, 1968, ist Creative Director bei Namics und Dozentin im HF-Lehrgang Interactive Media Design an der Schule für Gestaltung (SfG) in St.Gallen.

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Alle zehn Jahre neue Konzepte In welche Richtung soll sich die St.Galler Schule für Gestaltung mit ihrer Höheren Fachschule entwickeln? Im Abstand von zehn Jahren kommen immer wieder neue Vorschläge auf den Tisch. Ein Rückblick. von René Hornung

«Schon rund dreissig Jahre dauert der Kampf gegen den Abbau an der Schule für Gestaltung», fasst der Künstler Josef Felix Müller das Engagement der Freunde der Schule zusammen. Blickt man auf die Geschichte zurück, stösst man im Abstand von zehn Jahren auf immer wieder neue Diskussionen. Die Gründerzeiten liegen weit zurück: Weil die Schweizer Industrie und das Gewerbe an der Weltausstellung von Wien 1873 feststellten, dass die technische und formale Qualität der Schweizer Produkte im aufkommenden internationalen Wettbewerb nicht mehr genügten, kam der Ruf nach besserer Ausbildung auf. Als Folge dieser Debatten wurden – so das Historische Lexikon der Schweiz – überall Kunstgewerbeschulen gegründet. In St.Gallen bestand als Vorläufer seit 1783 eine Zeichenschule. Rund hundert Jahre später entstanden aus diesen Zeichenschulen die Kunstgewerbeschulen, die meisten mit einem direkten Bezug zur lokalen Industrie. Ab Mitte der 1860er-Jahre werden in St.Gallen Mode- und Textilzeichner ausgebildet. Als der Bund ab 1884 die Kunstgewerbeschulen subventioniert, aber auch kontrolliert, entstehen Fachklassen für gestalterische Berufe, Lehrwerkstätten und Nähateliers. In diesen Jahren weiht die St.Galler Textil- und Stickereiindustrie 1886 ihren «Palazzo Rosso» an der Vadianstrasse ein – das heutige Textilmuseum. Das Haus war nicht zuletzt eine Ausbildungsstätte. Die ersten Baupläne stammten übrigens vom Zürcher Landesmuseum-Architekten Gustav Gull. Die aktuellen Diskussionen um die Bedeutung der Schule beziehen sich immer wieder mal auf diese Gründerzeit. In St.Gallen besuchten später bekannte Künstlerinnen und Künstler den Unterricht: Sophie Taeuber-Arp 1907–1914 oder Varlin (Willy Guggenheim) 1919–1921. Zu den wohl bekanntesten Lehrern gehörten zwischen 1892 und 1897 Emil Nolde und ab den 1960er-Jahren Clément Moreau (Carl Josef Meffert). Die Ausbildung im Lehrbetrieb und im begleitenden Schulunterricht ist seit 1930 in der noch heute bekannten Form geregelt. Dies brachte den Kunstgewerbeschulen neue Ausbildungsaufgaben: Von der Schaufenstergestalterin bis zum Goldschmied wurden fast 50 Berufe betreut. In St.Gallen besuchten Lehrlinge aus 28 Berufen die Gewerbeschule – heute sind es noch ein Dutzend Berufe.

Die Schule am Blumenbergplatz

In den 1960er-Jahren standen Namens- und Statuswechsel an. Aus den Kunstgewerbeschulen wurden die GestaltungsHochschulen. Max Bill hatte 1963 diesen Schritt auch für die Zürcher Ausbildungsstätte gefordert, stiess damit aber auf breiten Widerstand. Die Diskussionen verstummten allerdings nicht. In St.Gallen führten diese Debatten ab 1964 zu einer anderen Weichenstellung: zum ersten eigenständigen gestalterischen Vorkurs, der rasch zum grossen Erfolg wurde. Schon sechs Jahre später wurde er in drei Parallelklassen geführt, denn ohne Vorkurs kam man kaum in eine Fachklasse. Auch immer mehr Lehrbetriebe machten ihn zur Voraussetzung für eine Berufsausbildung. Und parallel wurde eine gestalterische Fachklasse mit bis zu 18 Schülerinnen und Schülern geführt. Um diese Jahre ranken sich Legenden. Die Schule bekam am Blumenbergplatz ihr eigenes Haus. Im Vorkurs und der Fachklasse Grafik lehnten sich die Inhalte unter anderem an Max Bill und die Lehrgänge der Hochschule für

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Gestaltung in Ulm an. Regional bekannte Künstler unterrichteten, darunter Köbi Lämmler, der die Textilplastik, den nach ihm benannten Brunnen auf dem Kornhausplatz beim Bahnhof schuf. Und Architekt Max Graf, der selbst zu den ersten Schülern von Max Bill gehörte. Keine zehn Jahre später intervenierte der damalige Rektor der gewerblichen Berufsschule, Norbert Bischof. 1970 verfasste er mit Blick auf das bereits in der Planung steckende neue Schulhaus im Riethüsli eine «Studie zur Reorganisation der kunstgewerblichen Abteilung der Gewerbeschule». Er forderte eine Aufwertung, die Einführung der Berufsmittelschule und eine Umbenennung in Schule für Gestaltung. Nötig sei ausserdem eine schweizweite Koordination unter den Ausbildungsstätten: Jede sollte sich auf einige Schwerpunkte konzentrieren. Für St.Gallen forderte die Studie neben der Grafikausbildung die Wiedereinführung des inzwischen nach Zürich abgewanderten Lehrgangs Typografische Gestaltung in einer Fachklasse. St.Gallen habe hier eine reiche Tradition und ideale Voraussetzungen. Darüber hinaus müsse «überlegt werden, ob die Kunstgewerbeschule nicht auch eine Aufgabe im gestaltenden Sektor der Textilindustrie zu übernehmen hätte». Auf der anderen Seite war man bereit, Ausbildungen an andere Institutionen abzugeben, etwa jene der Schaufensterdekorateure, der Fotografen oder der Gold- und Silberschmiede.

Streit ums Schulgeld

Seit der Übernahme durch den Kanton gab es auch Auseinandersetzungen um das höhere Schulgeld. Unter der früheren Trägerschaft kostete der Vorkurs für Stadtbewohner 3300 Franken und doppelt so viel für Kantonseinwohner. Mit der Übernahme durch den Kanton fielen die städtischen Verbilligungen weg. Zusätzlich erhöhte der Kanton die Schulgelder weiter, was allerdings zu einer Klage führte. Schliesslich setzte das Kantonsparlament vor zwei Jahren die Kosten für den Erwachsenen-Vorkurs auf 6’500 Franken für den einjährigen Vollzeitkurs und auf 9’750 Franken für den zweijährigen, berufsbegleitenden Kurs fest. Die Regierung wollte zuerst doppelt so hohe Schulgelder verlangen. Der öffentlichen Kontroversen nicht genug: Als 2013 Thomas Gerig, der Leiter der Weiterbildung, entlassen wurde, war die Schule für Gestaltung wieder in den Schlagzeilen. Gerig hatte sich unter anderem gegen die höheren Vorkursgebühren eingesetzt. Diesmal machte der Freundeskreis der Schule mobil. An einer Veranstaltung in der Lokremise plädierten Künstler und Lehrer, darunter Josef Felix Müller, Hansjörg Bachmann und Norbert Völkle, für eine aus der gewerblichen Berufsschule herausgelöste Ausbildungsstätte. Seither geistert als mögliches neues Schulhaus das Zeughaus auf der Kreuzbleiche durch die Köpfe.

Höhere Fachschule und neue Trägerschaft

Wieder dauerte es bloss zehn Jahre, bis die nächste Umstrukturierungsdiskussion einsetzte: 1981 wollte der damalige Teamleiter der St.Galler Grafikfachklassen, Hansruedi Buob, die Ausbildung zum Visuellen Gestalter auf «Technikumsebene» aufwerten, was den heutigen (Fach-)Hochschulen entsprach. Doch das Erziehungsdepartement blockierte diesen Schritt. Bis heute wird darüber diskutiert, ob man hier nicht eine wesentliche Weichenstellung verpasst habe. In den 1980er-Jahren wurden nämlich die Schulen in Zürich, Basel, Luzern und jene von Genf und Lausanne zu Hochschulen. St.Gallen blieb bei der «Höheren Fachschule», deren Zutrittshürden etwas tiefer sind – die beispielsweise keine Matura verlangt (mehr dazu ab Seite 15). Ein neuer Wirbel entstand, als 2003 der Kanton die Trägerschaft der gewerblichen Berufsschulen und damit auch die Schule für Gestaltung übernahm. Die damalige städtische Schuldirektorin, Liana Ruckstuhl, protestierte beim kantonalen Amt für Berufsbildung, dass die neuen Vorgaben für die Schule für Gestaltung praktisch deren Aus bedeuteten. Sie warnte davor, dass «nur ein Vorkurs und massiv überteuerte Weiterbildungslehrgänge» übrig bleiben würden. In einem ganzseitigen Zeitungsinserat forderten 200 prominente Personen und die Gruppe Gestaltung und Kunst (GuK): «Kein Abbau an der Schule für Gestaltung» und sammelten Petitionsunterschriften. Wieder wurde die Aufwertung zur Fachhochschule gefordert – wieder ohne Erfolg, weil diesmal Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling davon nichts wissen wollte. Und als der Kanton 2007, vier Jahre später, die St.Galler Schule für Gestaltung in die Abteilungen Grund- und Weiterbildung aufteilte, setzte bereits die nächste Protestwelle ein.

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René Hornung, 1948, ist Journalist beim Pressebüro St.Gallen. Mehr zum Thema im Märzheft von Saiten (Dichter Nebel im Osten) und auf Saiten-Online (saiten.ch/die-kultur-rueckt-zusammen).


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JONAS NIEDERMANN Zwölf Buchstaben, zwölf verschiedene Schriften, zwar kein gemeinhin «lesbarer» Text, aber formale Vielfalt: Jonas Niedermann fasziniert das unerschöpfliche Repertoire an Schriftvarianten. Ob plakative Letter oder buchtaugliche Lesetextschrift: Die hier verwendeten Buchstaben stammen allesamt aus von ihm selbst entwickelten Schriften. Dazu gehören die Nicolas (das kleine «g») oder die Caligula (das «a» und «n» rechts), letztere nicht umsonst nach dem als brutal geltenden römischen Feldherrn benannt: Ihre Formen haben etwas Aggressives. Wie weit kann man gehen zwischen Lesbarkeit und Eigenwilligkeit – das sei eine der Fragen, die sich ihm bei der Caligula stellten. «Schriftdesign heisst unter anderem: Lösen von optischen Problemen.» Der heute 32-jährige Jonas Niedermann hat sich früh darauf spezialisiert. Den Anstoss gab nach dem Studium an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst seine erste Stelle bei der St.Galler Agentur TGG: Dort ging es darum, die von Jost Hochuli entwickelte Schrift Allegra zu digitalisieren, daneben wirkte er u.a. bei der Gestaltung von Typotron-Publikationen mit, etwa dem Heft über Albert Nufer. Seither brennt ihm die Buchstabenwelt «unter den Nägeln», wie er sagt. Er schloss nach rund fünf Jahren bei TGG einen CAS in Schriftgestaltung in Zürich an und anschliessend ein Masterstudium in Type Design im englischen Reading – einer von drei Universitäten weltweit, die diese Ausbildung anbieten. Hier studierte er mit Leuten aus aller Welt, kam

mit nicht lateinischen Schriftsystemen in Berührung, musste sich als «der Schweizer» mit dem landestypischen Hang zu strengen Schriftbildern manche Kritik anhören – und sagt heute: «Ich finde es entscheidend, wegzugehen und mit neuen Erfahrungen zurückzukehren.» Gegenwärtig hat Jonas Niedermann ein 60-Prozent-Pensum als Assistent am Bachelor-Studiengang Visuelle Kommunikation der ZHdK inne und ist daneben selbständig. Jüngste Arbeit war das Buch Why Hong Kong, eine Publikation des Connecting Space der ZHdK. Neben dem eigenen Studio führt er mit Jost Hochuli und Roland Stieger die Schriftfirma abclitera. Sie vertreibt Hochulis Allegra, Stiegers Alena und Niedermanns Nicolas. Schriftformen: Das ist, wenn Niedermann erzählt, ein abenteuerlicher Trip in Mikrobereiche. So wird ein einzelner Buchstabe in tausendfache Pixel zerlegt: «Haarspalterei» im Wortsinn, sagt Niedermann. Und dies wiederum hundertfach, denn eine vollständige Schrift umfasst pro Schnitt mindestens 700 Buchstaben und Sonderzeichen, in minimal vier, zumeist aber mehr Schnitten. Sie auszutüfteln, ist eine Riesenarbeit, bei der Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis stünden. Eine «nerdige» Passion also, wie er selber es nennt – die er mit Erfolg zur Profession gemacht hat. (Su.)

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niedermann.org abclitera.ch


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BUREAU COLLECTIVE «Aufgeräumt»: Das Wort gilt für die Räume an der St.Galler Unterstrasse, die Ollie Schaich mit Bureau-Partner Ruedi Zürcher (der zurzeit in den USA ist) teilt. Und es gilt für den Stil des Bureau Collective. Man kennt ihn etwa von den Plakaten des Theaters St.Gallen, die das Bureau Collective zwei Spielzeiten lang gestaltet hat mit jenen schrägen Formen, die dem Theaterbau nachempfunden waren. Oder von der Kampagne zur Reithallen-Abstimmung – eine Auswahl davon hat es unter die 100 besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geschafft. Vom Erscheinungsbild des Kafi Franz. Von der jüngsten CD von Kaltehand/Natasha Waters. Oder von Publikationen der Modedesignerin Stefanie Biggel. Eigenständig, auf den Kunden zugeschnitten, stringent, einfach, typografisch klar: Das sind Stichworte, die Ollie Schaich nennt, wenn er den Stil des Bureaus beschreiben soll. Sie bestätigen sich auch bei kleineren Projekten: Zum Beispiel Einholz – feine hölzerne Visitenkarten für einen Schreiner, jede ein Unikat, karg und doch sinnlich. Oder das «Corporate Design» für ein Architekturbüro: eine auf den ersten Blick nüchtern wirkende serifenlose Schrift, die auf den zweiten Blick ungemein präzis auf die Drucksachen plaziert ist. Solche Lösungen zu finden, sei so spannend wie zeitintensiv. Jede Aufgabe ein weisses Blatt, das Thema muss gären, Stichworte werden notiert, es folgen Skizzen von Hand, schliesslich die detaillierte Umsetzung: So beschreibt Ollie Schaich den Arbeitsprozess. Nichts für die rasche Copy-Paste-Gene-

ration. Das Gefühl für «aufgeräumte» Gestaltung bekomme man in der Schweiz mit auf den Berufsweg, findet Ollie Schaich. Sein eigener Weg begann als Polygraf, anschliessend schnupperte er Agenturluft, bildete sich weiter in visueller Kommunikation an der St.Galler Schule für Gestaltung und kam dort mit den heutigen Saiten-Grafikern Kasper-Florio in Kontakt. Eine Ateliergemeinschaft entstand in der dem Abbruch geweihten alten Stadtgarage an der Teufenerstrasse: ein Ort zum Arbeiten, aber auch zum Festen, noch etwas unaufgeräumter als das jetzige Bureau, sagt er und lacht. Heute reitet das Bureau Collective (sein Wahrzeichen ist der galoppierende Jimmy) mehrere Rösser. Kommerziellere Aufträge sichern das Einkommen; Beispiel sind die Verpackungen eines Pharmaunternehmens. Kulturelle Projekte böten mehr Freiheiten – aber auch viel Gratisarbeit. «Wir versuchen die Balance zu finden.» Sein Traum ist es, dereinst von Kulturprojekten leben zu können. Nicht reich werden – aber überleben. In der Ostschweiz stünden die Chancen dafür nicht schlecht. Die Konkurrenz sei weniger heftig als in Zürich, man kenne sich und gönne den andern die Aufträge. «Es gibt Arbeit für alle.» (Su.)

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bureaucollective.ch


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Grafikdesigner kämpfen berufsmässig mit ihr, aber jeder Mensch kennt sie: die Angst vor dem «weissen Blatt». Doch Kreativität kann man trainieren. Mit Experten auf der Suche nach der flüchtigen Schaffenskraft. von Urs-Peter Zwingli Ich bestelle mir einen Schokoladenshake und vier, fünf, sechs, sieben Tassen Kaffee und reichlich Zucker. In dem Milchshake ist auch eine Menge Zucker. Der ganze Zucker versetzt mich in einen Rausch und mir kommen unendlich viele Ideen. (David Lynch, Regisseur)

Menschen mit so einfachen und berechenbaren Rezepten wie der Kultregisseur David Lynch sind die Ausnahme: Neues zu erschaffen oder zu denken ist mit harter Arbeit verbunden. Und wenn die Ideen nicht kommen wie gewünscht, entsteht schnell Verkrampfung – gerade auch in der Grafik- und Designbranche, die sich wie kaum eine andere über Kreativität definiert. «Das Problem ist, dass bei Grafikern bereits die Ausbildung zu verkopft ist. Im Berufsalltag geht das nahtlos weiter: Man kommuniziert am Computer, man entwirft und arbeitet am Computer und geht die Aufgaben analytisch an. Kombiniert mit Zeitdruck leidet darunter auf lange Sicht die Kreativität», sagt Thomas Poschauko. Der 35-Jährige führt mit seinem Zwillingsbruder Martin in der Nähe von München ein Atelier für Gestaltung. Die Brüder entwerfen etwa Plattencover für Sony Music, illustrieren Poster oder designen Briefmarken für die Deutsche Post. 2010 haben sie das Buch Nea Machina – Die Kreativmaschine veröffentlicht. Das mehrere Kilo schwere, knallbunte und 408-seitige Buch ist nur schon optisch eine Erscheinung. Einigen in der Grafikbranche gilt es aber auch inhaltlich als «Kreativbibel».

Am Pult hirnen, dann beim Töggelen verbessern

Diese Maschine ist eigentlich «recht banal», wie die Autoren im Buch selbst eingestehen: Sie läuft mit der Methode Kopf – Bauch – Hand – Computer. Keines dieser vier Elemente soll beim kreativen Arbeiten ausgeschlossen werden, sie sind gleichberechtigt. Beispielsweise denkt man eine Aufgabe zuerst durch (Kopf). Dann erweitert man die am Pult gewonnenen Ideen spielerisch, vielleicht im Garten oder auch beim Tischfussball (Bauch). Umgesetzt werden sie anschliessend mit einer Skizze auf Papier oder einem Modell (Hand). Das Ergebnis wird dann am PC bearbeitet (Computer). Das alles geht auch in umgekehrter Reihenfolge. Wer beim Kreieren feststeckt, soll laut Nea Machina frei zwischen den Ebenen (Kopf – Bauch) und Techniken (Hand – Computer) wechseln. Durch die Abwechslung bleibe das Arbeiten spannend.

Die Poschauko-Brüder haben sich dieser Maschine mit äusserster Konsequenz ausgesetzt, als sie das Buch erarbeiteten: Innert vier Monaten fertigten sie damit über 1000 verschiedene Varianten von Grafikdesign an. Für diese Entwürfe, die in einem irren Bilderrausch das Buch durchziehen, waren zwei Elemente vorgegeben, die beliebig verfremdet und kombiniert werden konnten: ein Porträtbild eines Mannes sowie der Schriftzug Nea Machina. «Grundsätzlich probierten wir nach jeder entstandenen Variante sofort deren grösstmögliches Gegenteil aus», schreiben die Autoren. Aus den Erkenntnissen des viermonatigen Experiments leiteten sie rund 60 Seiten «Thesen zu Gestaltung und Kreativität» ab, die in das Buch einführen. Mit ihrer einfachen, aber mit der Digitalisierung der Grafikbranche immer mehr in den Hintergrund gerückten Methode sind Martin und Thomas Poschauko mittlerweile gefragt: Sie unterrichten Menschen aus kreativen und anderen Berufen und Studierende an Schulen und Universitäten im ganzen deutschen Sprachraum. «Gerade Grafikagenturen buchen uns mit dem Anspruch, dass wir auch deren «Maschine» besser zum Laufen bringen», sagt Thomas Poschauko. «Man muss dann aber ehrlicherweise sagen, dass sich Kreativität nur beschränkt planen lässt. Ein kreativer Prozess verläuft nie von A nach B. Fehler und Experimente sind dabei wichtig.» Sie verstünden Nea Machina auch nicht als fertiges Konzept. «Es ist eher ein Reminder, offen zu bleiben für alles», sagt Poschauko. Viele meiner Ideen sind mir nachts gekommen, wenn ich nach ein paar Stunden Schlaf aufgewacht bin. In diesen Momenten sind meine Gedanken klar und hochsensibel. Ich schalte das Licht nicht an, sondern schreibe direkt im Dunkeln drauflos, wenn mich etwas durchströmt. (Knut Hamsun, Schriftsteller)

«Das Geniegetue bringt nichts»

Der Zugang der Poschaukos zur Kreativität ist also handwerklich und pragmatisch: Man wird tätig, ohne vorher stundenlang im Kopf Konzepte zu wälzen. Ein Vertreter einer noch viel «verkopfteren» Branche als das Grafikdesign – die Schriftstellerei – sieht das ähnlich: «Das Getue, dass nur auserwählte Genies schreiben können, bringt nichts. Kreatives Schreiben muss und kann man trainieren», sagt Michael Stauffer, Dozent am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Der 43-jährige Stauffer, der in Frauenfeld aufgewachsen ist, arbeitet als freier Schriftsteller. Er veröffentlicht Romane, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele und engagiert sich in der Schweizer Autorengruppe «Bern ist überall». Das Problem beim Schreiben und bei kreativer Arbeit allgemein sei selten, dass Menschen gar keine Ideen haben: «Viele leiden einfach an Entscheidungsfaulheit. Sie haben zwar Ideen oder Ansätze, können sich aber nicht entscheiden, welche sie ernsthaft verfolgen wollen. Oder sie befürchten, ihre Idee sei zu wenig originell.» Dabei sei genau der Anspruch, etwas müsse von Anfang an perfekt sein, ver-

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Herumzusitzen und auf eine Idee zu warten ist gefährlich. Man muss die Idee suchen. (Gerhard Richter, Maler)

Sieben Tassen Kaffee und viel, viel Zucker


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Im Schreiben wie im Schlafen lernen wir, körperlich stillzuhalten und ermuntern gleichzeitig unseren Geist, sich vom alltäglichen rationalen Denken zu befreien. Und genau so, wie sich Geist und Körper an eine bestimmte Menge Schlaf gewöhnen, kann der wache Geist darauf hintrainiert werden, in einen schöpferischen Schlaf zu fallen und die lebhaften Wachträume heraufzubeschwören, aus denen erfolgreiche Literatur besteht. (Stephen King, Schriftsteller)

Als Dozent und Mentor am Literaturinstitut begleitet Stauffer die Studierenden über Jahre. «Ich sehe mich als Schreibender, der anderen Schreibenden dabei hilft, vorwärts zu kommen und sich freut, wenn diese am Schluss besser schreiben als ich selber.» Doch nebst dem kreativen Handwerk brauche, wer schreibt, auch «Biss, einen starken Willen und eine Vision. Das sind Dinge, die jede und jeder selber in sich finden muss.»

«Schon von klein auf wird alles bewertet»

Schweizerische Gesellschaft für Ideen-Innovationsmanagement, vernetzt vor allem Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Zu Güttinger hingegen kommen Büroangestellte, Mütter, Gärtner, andere Kursleiter und Heilpraktiker, auch ein Entwicklungshelfer war schon unter ihren Kunden. «Viele denken, sie seien eigentlich kreativ, können das aber nicht umsetzen. Sie haben Ideen, die sie nie auf die Welt bringen. Einige stecken in einem langweiligen Job fest und wollen sich mit einem kreativen Zugang neu orientieren», sagt Güttinger. Kreativität brauche grundsätzlich Zeit, Raum und Präsenz. «Das allein ist ja ein Problem: Wer hat schon einen Nachmittag pro Woche, an dem nichts läuft, nichts geplant ist?» Jede kurzzeitige Veränderung entfacht bei mir einen frischen geistigen Energieschub. Wenn ich zum Beispiel in einem Zimmer bin und dann in ein anderes gehe, hilft das schon. Wenn ich auf die Strasse gehe, hilft das noch mehr. Manchmal dusche ich auch extra. (Woody Allen, Regisseur)

Neben Zeit und Raum brauche es den Mut zur inneren Leere, eine Abkehr von vorgefertigten Konzepten und Schubladisierungen. «Ich setze dafür auf Techniken wie Meditation, urteilsfreies Assoziieren und Körperübungen und Methoden, die einen in Fluss bringen», sagt Güttinger. Und ähnlich wie die Poschauko-Brüder und Stauffer betont sie, wie wichtig Abwechslung ist: «Wenn man kreativ nicht weiterkommt, lohnt es sich, eine Viertelstunde rauszugehen und dort seinen Stimmungen und Impulsen nachzugeben.» Sie sei keine Esoterikerin, sagt Güttinger. «Der Begriff ist mir mit zu vielen Vorurteilen beladen. Zudem versuche ich, mit klaren Anweisungen und Methoden zu arbeiten.» Aber natürlich sei Kreativität etwas Flüchtiges, das man kaum erklären oder begreifen könne. «Will man zu stark mit dem Kopf dahinter, hat man schon verloren.»

Kreativität braucht es nicht nur in Branchen wie Grafikdesign oder Schriftstellerei: «Wer kreativ ist, kommt einfacher durch das Leben, in dem man ja auch ständig auf Unerwartetes trifft», sagt die Kreativtrainerin Monika Güttinger. Sie bezeichnet Kreativität als Kraft, die alle in sich tragen. «Nur wird diese in unserer Gesellschaft selten gefördert, sondern eher unterdrückt. Das fängt manchmal schon im Elternhaus an und in der Schule geht es weiter. Wir sind uns gewohnt Leistungen, Ideen und Handlungen allzu schnell zu bewerten, zu benoten und somit zu beurteilen. Das ist der grösste Kreativitätskiller.» Güttinger ist Coach, Kursleiterin und ursprünglich soziokulturelle Animatorin. Daneben spielt sie Didgeridoo und malt intuitive Bilder. Ihre Kreativitätstrainings im aargauischen Brugg hat sie vor drei Jahren lanciert, «weil ich immer wieder sehe, dass ungelebtes Potential zu Unzufriedenheit führt». Güttinger bedient auch eine Nische: Im Bereich Kreativtraining gibt es kaum Angebote, die sich auf den normalen Alltag und Persönlichkeitsentwicklung beziehen. Die meisten Kreativkurse in der Schweiz sind auf Bedürfnisse von Firmen ausgerichtet und bearbeiten Fragen wie: Wie fördern wir Kreativität im Betrieb? Wie arbeitet das Team dadurch besser? Auch ein Verband wie die Idee-Suisse, die

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Urs-Peter Zwingli, 1984, ist Saiten-Redaktor. Die Zitate stammen aus: Mason Currey: Musenküsse. Die täglichen Rituale berühmter Künstler. Kein & Aber, 2014. Literatur: Thomas & Martin Poschauko: Nea Machina. Die Kreativmaschine. Hermann Schmidt, 2010. Michael Stauffer: Alles kann lösen. Der gesunde Menschenversand, 2013. Michael Stauffer: Ansichten eines alten Kamels. Voland & Quist, 2014. Michael Stauffer im Mai auf Radio SRF 2: 16. Mai, 21 Uhr: Leben nach Noten, 20. Mai, 20 Uhr: Radio till you drop Kreativtraining unter raido.ch


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MODO Zusammen sind Pia Niebling und Fabienne Steiner Modo, ein Design Studio mit Sitz in St.Gallen. Niebling war während ihrer Ausbildung in der Grafikfachklasse einen Monat lang in Berlin. Anschliessend sammelte sie bei der Agentur TGG in St.Gallen weitere Praxiserfahrung. Agenturpartnerin Steiner machte den Bachelor in Visueller Kommunikation an der Hochschule der Künste in Bern und fand nach Praktika in Zürich und Kapstadt wieder zurück nach St.Gallen. Alleine seien sie damit nicht, sagen sie. «Schulabgänger von Zürich, Bern, Basel, Luzern oder Lausanne kommen vermehrt wieder zurück in den Osten. Viele bauen sich selber etwas auf, wir begrüssen das. So bleibt die visuelle Sprache vielseitig und die Szene weiterhin im Wandel.» Modo arbeite konzeptionell, medienübergreifend, individuell und zielorientiert. Die Schwerpunkte von Niebling und Steiner liegen in den Bereichen Buchgestaltung, Corporate Design, Web Design, Ausstellungsgestaltung und Signaletik. «Zudem können wir auf bewährte Partnerschaften mit Fachleuten aus Fotografie, Illustration, Text, Coding und Szenografie zurückgreifen.» Das grundlegende Vertrauen in die Kompetenzen aller Beteiligten sei die Grundvoraussetzung gelungener Projekte. Ebenso wichtig seien der Dialog mit dem Kunden, ein verlässsliches Budget und nicht zuletzt: gestalterische Freiheit. «Wir mögen es klar und konsequent, einfach aber raffiniert und auf das Wesentliche reduziert.»

Die Lehrinhalte in ihrer Ausbildung seien «up to date», Zukunftstendenzen ein Thema gewesen, sagt Niebling. Die Fachklasse habe nicht nur die Pflichtfelder eines Grafikdesigners abgedeckt, sondern auch modulare Einblicke in verwandte Bereiche wie Industrial Design, Interactive Design, Film und Video ermöglicht. «Aufgrund der auf drei Jahre verkürzten Ausbildung hatte man jedoch wenig Zeit für die Vertiefung der einzelnen Bereiche. Es freut mich deshalb sehr, dass sie nun wieder vier Jahre dauert.» Ihre Ausbildung in Bern sei ebenfalls sehr vielseitig gewesen, sagt Steiner. Dank der angeschlossenen Bereiche Musik, Theater, Literatur, Kunst, Design und Vermittlung sei der Dialog – auch über die einzelnen Studiengänge und Kurse hinaus – immer gepflegt worden. «Zudem hatte ich das Glück, in einer ehrgeizigen Klasse zu sein. Ich bin überzeugt, dass mich der rege Austausch mit den anderen Studierenden genauso stark beeinflusst hat wie die zahlreichen Anregungen seitens der Lehrpersonen». Wie auch bei ihrer Agenturpartnerin ist die Praxiserfahrung bei Steiner erst nach der Ausbildung gekommen. «Es war quasi ein Sprung ins kalte Wasser», sagt sie: «Nachdem der Krampf im Fuss vergangen ist, macht das Schwimmen erst richtig Spass – besonders wenn das Erlernte in der visuellen Kommunikationspraxis auch umgesetzt werden kann.» (co)

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modo-studio.ch


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Gestaltung gegen den Strich

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Politische Wahlplakate gelten als Wiederholung des Immergleichen. Doch vor vier Jahren suchte ein Wahlteam einen Ausweg. Ralph Hug* gehörte dazu – und wirft einen Blick zurück. Ein Kopf, ein Claim, ein symbolischer Hintergrund: Nach diesem Strickmuster werden Tausende von Wahlplakaten gestaltet. Auch im kommenden Herbst, wenn die National- und Ständeratswahlen anstehen. Schon jetzt ist der grosse «Kopfsalat» in Sicht. In den nächsten Monaten posieren Politikerinnen und Politiker vor den Kameras, schwitzen in den Spots der Fotostudios und müssen dabei locker bleiben. Und lächeln. Immer nur lächeln. Was aber, wenn gewohnte Optiken und Erwartungshaltungen plötzlich in Frage gestellt werden? Wenn einer ernst schaut statt zu lächeln? Wenn eine Botschaft im Vordergrund steht und nicht der Kopf? Und wenn das Ganze typografisch mutig daherkommt? Etwa mit kursiven Grossbuchstaben? Ein solches «schräges» Plakat gab es vor vier Jahren auf den St.Galler Strassen und Plätzen zu sehen: in der Wahlkampagne von Paul Rechsteiner für den Ständerat. Bekanntlich wurde der SP-Politiker und Gewerkschaftschef im November 2011 überraschend in die kleine Kammer gewählt. Die Wahl galt landesweit als Sensation.

Voegeli lieferte rund hundert Entwürfe ab, die allesamt im Kontrast zur konventionellen Wahlpropaganda mit Politikerporträts im Grossformat standen. Er wählte eine Fotografie Rechsteiners aus einer Debatte aus und kombinierte sie in der Schlussversion mit typografischen Elementen, die an den russischen Konstruktivismus der 1920er-Jahre gemahnen und dessen vorwärtstreibende Dynamik übernehmen: Der übergrosse Text mit roten Versalien erregt Aufmerksamkeit, spitz zulaufende Flächen erinnern an Vektoren, die Schnelligkeit und Durchschlagskraft symbolisieren – Charakteristika, die zu Rechsteiners Politstil und auch zu seiner Persönlichkeit passen. Voegeli selber sagte zu seiner Arbeit: «Ich suchte nach einer einfachen und direkten Lösung ohne Symbolik, Antisymbolik und Stereotypen. Es ging mir auch um eine Rückkehr zum verbalen Medium, zum eigentlichen Vorgänger des Plakats, also zum Flugblatt.» Voegeli spielte mit dem Regelbruch und fokussierte auf die Typografie. Dadurch schuf er einen Gegensatz zur personenlastigen MainstreamGrafik.

Bitte nicht lächeln

Ist Rechsteiner wegen des ungewöhnlichen Plakats gewählt worden? Sicher nicht. Aber der Aushang brachte gestalterisch die Alternative zum Ausdruck, die seine Kandidatur politisch darstellen sollte. Der Claim «Gute Löhne, gute Renten» trug auch in formaler Hinsicht eine klare Botschaft ins Land: Wählt diesen Mann, er ist anders. Dieses Signal haben viele intuitiv verstanden. So auch jener Passant, der an einer von Rechsteiners Standaktionen aufkreuzte. Er meinte, er wähle sicher keinen Politiker, der von der Plakatwand herablächle. Warum nicht? Weil das ein Zeichen sei, dass er nichts von der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage verstanden habe, die alles andere als zum Lachen sei. Wie kam dieses Plakat zustande? Rechsteiners Wahlteam legte am Anfang einige Ziele fest. Das wichtigste: dass der Aushang zum Profil des Kandidaten passen müsse. Es sollte nicht aufgesetzt wirken, sondern Authentizität ausstrahlen. Rechsteiner ist als Politiker von hoher Glaubwürdigkeit bekannt. Er verkörpert das, was er sagt. Diese strikte Sachorientierung gebot also Zurückhaltung in der Präsentation der Person. Der Slogan «Gute Löhne, gute Renten» sollte im Vordergrund stehen. Dazu sollte es ein geeignetes Porträt geben, das die Ernsthaftigkeit dieses Anliegens unterstreicht. Die grafische Umsetzung lag in den Händen des jungen Zürcher Gestalters Jonas Voegeli (1979). Von ihm stammte das avantgardistische Buchdesign von Thomas Stahels Werk Wo-Wo-Wonige über die Zürcher Hausbesetzerszene (Paranoia-City-Verlag 2006). Auch «Das Magazin» des Tages-Anzeigers hatte er gestaltet und zweimal den Eidgenössischen Förderpreis für Design erhalten.

Produktwerbung taugt nicht

Die Frage war, ob dem Wahlvolk dadurch nicht zu viel zugemutet würde. War ein solches Plakat am Ende gar kontraproduktiv? Die Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet. Ein unerwünschter Einfluss auf den Wahlprozess war nicht feststellbar. Das Ziel, einen klaren Unterschied zum Einheitsbrei der übrigen Wahlwerbung zu markieren, war erreicht. Möglich, dass dies den einen Wähler oder die andere Wählerin zur Stimmabgabe für den SP-Vertreter motiviert hat. Messen lässt sich das aber kaum. Der Wahlsieg belohnte das Experiment. Mit billiger Antiwerbung oder schrillem Aufmerksamkeitsmanagement wäre das nicht möglich gewesen. Dies zeigen Versuche mit solchen Konzepten, die zunehmend aus der Produktwerbung ins Politmarketing einsickern. In Deutschland machte kürzlich die serbelnde FDP schlechte Erfahrungen damit. «Keine Sau braucht die FDP» lautete etwa ein abverheiter Slogan, den sich die Rechtspartei auf Geheiss von Werbefachleuten zugelegt hatte. Sie verlor, wohl nicht zuletzt weil das Wahlvolk immer noch so weise ist, dass es blosse Effekthascherei von substanzieller Politik unterscheiden kann. Mit simpler Erregung von Aufmerksamkeit, und sei sie noch so professionell erzeugt, ist es längst nicht getan.

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*Ralph Hug, 1954, ist Journalist in St.Gallen. Er war Mitglied von Rechsteiners Wahlteam, 2012 erschien sein Buch Eine andere Wahl ist möglich. Wie Paul Rechsteiner Ständerat wurde.


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«Kehraus bei Niggli»: Das meldete Saiten vor einem halben Jahr. Jetzt gründen zwei ehemalige Niggli-Verlagsleiterinnen einen neuen Verlag. Er heisst Triest und startet mit dem Reprint eines Niggli-Klassikers. von Peter Surber Kerstin Forster und Andrea Wiegelmann kennen die Branche. Beide waren jahrelang für die in Sulgen domizilierten Verlage Niggli und Benteli tätig, Kerstin Forster als Lektorin und Programmleiterin für Design und Typografie, Andrea Wiegelmann als Verlagsleiterin. «Kurz vor der Frankfurter Buchmesse wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt. Und dann erhielten wir alle die Kündigung per Ende Jahr», hatte Kerstin Forster letzten Herbst auf saiten.ch zu Protokoll gegeben. Grund: Die beiden Verlage waren per 1. Oktober 2014 an den deutschen Verlag Braun Publishing AG verkauft worden. Der neue Besitzer erklärte damals auf Anfrage, er wolle «mit dem Ohr am Markt» einen grösseren Leserkreis ansprechen und die Verlage internationaler positionieren. Niggli und Benteli sollten nach Zürich umziehen, aber als Marken erhalten bleiben. Kerstin Forster damals: «Ich werde das Gefühl nicht los, dass weder der alte noch der neue Besitzer wissen, was sie am Niggli-Verlag haben.»

Neues Kapitel, neuer Verlag

«Gut möglich, dass hier ein Traditionsbruch passieren wird», stellte Saiten-Autorin Eva Bachmann fest und brachte im Dezemberheft Statements von Typografen wie Willy Kunz oder Peter Renn, von Architektinnen wie Astrid Staufer oder Rahel Lämmler, die den «Bruch» bei Niggli bedauerten. Wie weit dieser eintreten wird, ist ein halbes Jahr später schwer abzuschätzen: Thematisch zumindest führt Niggli die Verlagsschwerpunkte weiter, aktuell etwa mit einem Band über Innenarchitektur oder über Figürliches Zeichnen. Für sie sei das Kapitel Niggli-Benteli abgeschlossen, sagt Kerstin Forster heute. Und schlägt ein neues auf. Zusammen mit Andrea Wiegelmann startet sie einen eigenen Verlag. Er nennt sich Triest – Verlag für Architektur, Design und Typografie, und hofft, «eine Lücke zu füllen». Denn auf Typographie spezialisierte Verlage sind rar; neben Niggli nennt Kerstin Forster in der Schweiz den Verlag Lars Müller, Hermann Schmidt in Mainz oder August Dreesbach in München. Das erste Buch ist symbolträchtig: ein Klassiker des 1950 in Teufen von Arthur Niggli gegründeten Verlags, ein Buch, das längst vergriffen und antiquarisch hoch begehrt ist: Schiff nach Europa. Markus Kutter schrieb den «synthetischen Roman», eine Art Gesellschaftsstudie einer Schiffsreise von New York nach Genua auf dem später gesunkenen Atlantikliner Andrea Doria. Er erschien 1957, im gleichen Jahr wie Max Frischs Homo faber, in dem auch eine Schiffsreise eine Rolle spielt. Kutter und Frisch hatten zwei Jahre zuvor das Manifest Achtung: die Schweiz publiziert, gestaltet vom sel-

ben Grafiker, der auch Kutters Roman «optisch organisierte», wie es im Untertitel heisst: Karl Gerstner. Er wählte je nach Kapitelinhalt unterschiedliche Spalten, variierte Einzüge, Fett- und Magerschrift oder zeichnete eine dramatische Partie als Theatertext aus: eine experimentelle Haltung, die Schule machen sollte und es unter die schönsten Schweizer Bücher des Jahres 1957 schaffte.

Hommage an die Akzidenz-Grotesk

In einer «notwendigen Nachbemerkung» erklärte Kutter im Buch: «Ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass es Komponisten zum Beispiel gar nicht einerlei ist, wie ihre Werke aufgeführt werden, dass Architekten ihre Bauführer überwachen, und dass Schriftsteller umgekehrt dem Druck ihrer Bücher in vielen Fällen gefühllos zuschauen – gefühllos oder durch die Verleger eingeschüchtert, denen es nie an Beweisen mangelt, warum das Publikum den nur eben flachsten und nichtssagendsten Umbruch dulden wolle? Ich darf mich also glücklich schätzen, dass ich einen Verleger und dann vor allem einen Gestalter fand, denen die gedruckte Letter nicht der Allerweltskarren ist, auf dem jede Ware gleichermassen geschleppt werden kann.» Ziel war, so Kutter, «mehr als nur eine sichtbare graphische Begleitmusik (der Greuel, genannt illustriertes Buch), vielmehr ein sehr wissentlich, sehr willentlich angestrebter kumulativer Effekt: Die Typographie will nichts anderes als der Text.» Im Nachwort zur jetzigen, typografisch natürlich unveränderten Neuauflage nennt Felix Wiedler den Roman «eine Hommage an die Akzidenz-Grotesk»: die Schrift der funktionellen Schweizer Typografie der Fünfzigerjahre, die Mutter aller serifenlosen späteren Schriften wie Futura, Helvetica oder Univers. Schiff nach Europa sei ein «Typografieklassiker des 20. Jahrhunderts, der den Test der Zeit bestanden hat». Das lässt sich nächstens überprüfen, wenn das Buch im Mai auf den Markt kommt – parallel zu einer Ausstellung in Zürich über das Lebenswerk von Ida und Arthur Niggli, kuratiert von deren Enkelin Diana Keller. Für den Herbst kündigt Kerstin Forster weitere fünf Bücher an, noch ohne Titel zu nennen. Und sie ergänzt: Aktuell habe der Triest-Verlag sein Büro in Zürich – man sei aber auf der Suche und käme gern nach St.Gallen.

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Markus Kutter: Schiff nach Europa, Triest Verlag Zürich 2015, Fr. 39.Ausstellung «Retro-Perspektive. Ida und Arthur Niggli»: Kunstraum Bellerive (Villa Windegg), Zürich Eröffnung und Buchvernissage Schiff nach Europa: 8. Mai, 17.30 Uhr

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Schiff ahoi


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ANNETT HÖLAND Die Grafikdesignerin Annett Höland (1985) nähert sich neuen Projekten gerne mit dem Fokus einer Forscherin, wie sie sagt: «Ich will ein Projekt oder ein Thema möglichst gut verstehen, bevor ich es grafisch verarbeite», sagt sie. Offenheit für Neues braucht Höland auch als Lehrbeauftragte an der Universität Liechtenstein in Vaduz: Dort unterrichtet sie seit 2014 nicht Grafiker, sondern angehende Architekten. «Das Unterrichten fordert mich heraus: Ich muss dabei immer wieder meine eigene Tätigkeit als Grafikdesignerin reflektieren. Und dabei überprüfen, ob das, was ich erzähle, Sinn macht und verstanden wird.» Erste Lehrerfahrungen machte sie zuvor als Dozentin für Grafik am Vorkurs der Kunstschule Chur. Ihre Heimat, das Fürstentum Liechtenstein, verliess Höland als 20-Jährige, um sich in der Schweiz und Europa auszubilden: Auf den gestalterischen Vorkurs in Biel folgte ein Studium in Graphic Design in London, anschliessend ein Master of Design in Typography im niederländischen Arnhem. «Im Bereich der Grundausbildung für Grafiker ist die Situation in der Ostschweiz solid. Wenn man sich aber ernsthaft weiterbilden will, muss man halt nach Zürich, Lausanne oder ins Ausland», sagt Höland. Seit 2011 arbeitet sie als selbständige Grafikdesignerin wieder im liechtensteinischen Schaan. «In erster Linie bin ich wegen Familie und Freunden zurückgekommen. Ich habe aber gestaunt, wie viel Spannendes in Liechtenstein passiert ist, als ich weg war.» Etwa die Aktivitäten des neuen Vorstands des Kunstvereins Schichtwechsel, in

dem Höland heute auch mitarbeitet. Der Verein organisiert Kunstprojekte und veröffentlicht Werkdokumentationen und Interviews im Eigenverlag. Höland arbeitet auch als Grafikdesignerin bevorzugt für kulturelle oder soziale Institutionen: Sie konzeptionierte etwa mit Yves Schweizer die Präsentation einer Holzbibliothek im St.Galler Sitterwerk. Oder sie entwirft den optischen Auftritt der Zukunftswerkstatt, einer NGO, die Menschen und Ideen vernetzt. Gerade die Holzbibliothek war aber kein Zufallsprojekt: Bibliotheken und Ordnungssysteme faszinieren Höland. So erarbeitete sie schon während ihres Studiums Neuorganisationen von Bibliotheken: Dabei werden Bücher etwa nach Leitmotiven wie Landschaft oder Körper geordnet anstelle von herkömmlichen Kategorien wie Fotografie oder Kunst: So wird das Stöbern in den Bücher intuitiver, der Leser trifft auf Unerwartetes – ein Aspekt, den Höland auch an ihrer Arbeit schätzt: «Ich treffe ständig auf neue Themen und lerne Leute kennen. Es bleibt spannend.» (upz)

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Flaschenpost aus Schottland

Reist man durch Schottland, trifft man, neben den immer noch zahlreichen «Yes»-Botschaften an allen möglichen und unmöglichen Orten, auf eine unglaubliche Vielfalt an Sinneseindrücken und Erlebnissen. Beginnend bei den Highlands oberhalb von Glasgow und Edinburgh mit ihren moorigen Hügeln und weichen Kanten. Im Frühjahr sind sie erst braun und gelb, dann hellgrün und letztlich satt. Im Sommer erstrahlen in rosa von der Blüte der Heather (Heidekraut), und wenn es Herbst wird, werden sie rot, vom Bracken (Adlerfarn), der oberflächlich abstirbt, um dann wieder ins Braune und Gelbe überzugehen. Und im Winter, da schneit es manchmal. Dann sieht man all die Rothirsche. Unglaublich. Auf einer Fahrt durch die Cairngorms, einer Berggruppe im Norden, haben wir sie (ungelogen) zu Hunderten beobachtet. Die Nähe der Tierwelt ist in Schottland beinahe greifbar. Kaum macht man einen Schritt vor die Haustüre, sieht man sie: Rothirsche, Fasane, Birkhühner (Black Grouse), Falken, Fischadler (Osprey), Steinadler (Golden Eagle) und viele mehr. Der Fasan ist nicht einheimisch, wurde aber zu Jagdzwecken ausgesetzt und hat sich wunderbar vermehrt. Im Frühjahr scheint er besonders oft Strassen aufzusuchen, denn zu dieser Zeit sieht man ihn hier (überraschend oft) lebend. Interessant zudem: Auf einer Insel im Loch Lomond, einem See, gibt es eine Population von Wallabys (gehören zur Familie der Kängurus). Erstaunlich. Die nordwestlichen Highlands ums Loch Assynt bieten eine ganz eigene Landschaft. Berge treten hier, ausgeschliffen von den Gletschern der letzten Eiszeit, surreal und grotesk zu Tage. Mit ihren skurrilen Formen stechen sie wie Mahnmale aus der Landschaft. Die Highlands gehen in dieser Region in eine teilweise mondähnliche Landschaft über, mit Geröllfeldern, von Flechten durchsetzten Birkenwäldchen, hügelig und mit kleinen Seen, die dunkel glänzen. Und Schafen. Die sind überall. Die raue Westküste mit ihren Felsformationen und den Sandstränden, die ins Türkise übergehen können, sind

besonders reizvoll, wenn es stürmt. Ich habe einen Herbststurm auf Skye erlebt. Der Wind peitschte die meterhohen Wellen gegen das Land, blies mich beinahe von den Beinen. Diese Urkraft, direkt aus den Weiten des Atlantiks, unbändig und faszinierend zugleich, lässt das eigene Dasein kleiner erscheinen. Hinterlässt eine reinigende Wirkung. Nach der Strandwanderung zieht man sich zurück, in einen alten Ledersessel an einem Feuer. Trinkt einen Schluck Whisky, torfig-rauchig, und sinniert. Die Küsten bieten neben wilden Stürmen aber auch sehr viel Fischerromantik. Die kleinen Häfen mit ihren schmucken Booten, umsäumt von farbigen Häuschen. Ganz Verwegene pflanzen gar Palmen an. Und die wachsen meist auch ganz gut, das Klima ist dank des Golfstroms sehr ausgeglichen in Schottland. In diesen Dörfchen findet man mit etwas Glück sehr gute Restaurants, die frischen Seafood servieren. Einmal verspeiste ich zum Beispiel «locally hand dived Scallops», von Hand gesammelte und ertauchte Jakobsmuscheln. Von der Bucht nebenan, einfach grossartig.

Die Wälder Schottlands

Wenig mit Wildheit und Naturschönheit gemein haben die exzessiven Waldplantagen. Das ganze Land ist damit überzogen. Gerade noch ein mickriges Prozent der alten Caledonian Woodlands, die Wälder der Granny Scots Pine («Grossmutter Waldföhre», wächst in der Schweiz v.a. im Pfynwald im Wallis), stehen noch. Es ist imposant: Von den Lowlands über alle Nationalpärke, von Skye bis in die nördlichsten Highlands, was man bestimmt vorfindet, sind Waldplantagen. In Reih und Glied, ganz eng gepflanzt, häufig mit Windschäden, da die Bäume, dünn und lang wie sie sind, schnell einknicken. Das Holz wird grösstenteils exportiert und zu Papier verarbeitet. Man versteht es nicht. Die Forestry Commission, Hauptverantwortliche und über die Zeit zur grössten Landbesitzerin in Schottland aufgestiegen, versucht seit einiger Zeit natürliche Wälder zu fördern. Ganz einfach ist das nicht, ge-

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Land der vielen Gesichter


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rade auch wegen der unglaublich grossen Anzahl von Hirschen. Die Wälder müssen eingezäunt und Jäger eingestellt werden. Auf natürliche Weise kann sich ein Wald sonst kaum mehr etablieren.

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Land der Geschichten

Schottland ist ein Land mit tausend und einer (düsteren) Geschichte. Von Burgen, Schlachtfeldern, Königen, Prinzessinnen, Heeren, echten Männern und vielen Bauernopfern (Stichwort: Highland clearings). Helden wurden geboren, Schlachten wurden geschlagen, Clan gegen Clan, Schotten gegen Schotten (und Engländer). Denn, das muss man wissen, die schottischen Clans haben sich Jahrhunderte bekämpft bis aufs Blut. Deshalb sind sie ja letzten Endes den Engländern in die Hände gefallen. Doch man findet nicht nur Burgen und Schlachtfelder. Übers ganze Land verteilt lassen sich Relikte aus prähistorischer Zeit finden. Seltsam stehende Steine, im Kreis angeordnet auf einem englischen Rasen (wohl unterhalten von Schafen). Grabhügel, die sich wie die Pocken aus dem Land erheben, Fundstätten aus neolithischer Zeit. Alles Mögliche. Ein faszinierendes Fleckchen Erde. Tradition hat auch das sogenannte Storytelling – da trifft man sich in einer Bar und erzählt einander Geschichten, die zumindest einen wahren Kern haben sollten. Es gibt noch heute wahre Meister dieses Genres. Es lässt sich ebenfalls gut mit Whisky und Feuer kombinieren.

Eigener Kaffee im Gepäck

bris wirken, sie sind nicht wie unsere Hügel. Hat man mal einen erklommen, merkt man schnell weshalb: Es windet meist sehr stark, man kühlt schnell aus, da nützt auch der obligatorische Dram Whisky nichts. Dazu ist gutes Schuhwerk Pflicht (keine Trekkingschuhe): Schottland ist ein riesengrosses Moor. Was man nicht tun muss: den viel gerühmten West Highland Way absolvieren. Der ist so überlaufen wie der Alpstein am Wochenende. Und zum Abschluss: Bring deinen eigenen Kaffee mit, wenn du kannst. Denn wenn sie auch so tun, als hätten sie Kaffeehäuser mit fantastischen Kaffeemaschinen, ist es nicht das Geld wert. Keine Ahnung weshalb. Oder halte dich an Tee. Thomas Kreienbühl-Rovina, 1983, studiert seit Oktober 2014 Aquatic System Science in Glasgow. Er schätzt die Stadt für ihre Herzlichkeit und ihr vielfältiges kulturelles Angebot. Bilder: Carmen Kreienbühl-Rovina Bildlegenden (v.l.n.r.): 1 Ein junger Rothirsch. 2 Eine Ruine am Loch Assynt. Auch hier haben sich die Clans bekämpft. 3 Skye nach dem Sturm. In der Ferne ist das Neist Point Lighthouse erkennbar. 4 Der Fischerhafen von Dunbar.

Dieses Land eignet sich wunderbar fürs Mountainbiken. Für Wanderer gilt: Man darf überall durchlaufen und wild campieren. Mitnehmen sollte man eine Karte und ein GPS (oder Kompass). Denn hier kann man sich verlaufen, gerade weil viele Wege nur schlecht erkennbar sind und das Wetter schnell wechseln kann. Und auch wenn die Berge wie der Gä-

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Vorarlberg Lechts und rinks

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Ernst Jandls zum geflügelten Wort gewordene Gedichtzeilen «lechts und rinks kann man nicht verwechsern. werch ein illtum!» kommen einem wieder einmal in den Sinn, wenn man aktuelle Geschehnisse in Vorarlberg betrachtet. Ein Politiker stolpert über eine sieben Jahre alte Dummheit, eine «Pegida» erweist sich als ein Häuflein Neonazis, Besoffene erklären, sie wollten nicht Asylbewerber, sondern Asylgeber verprügeln, ein Pfarrer beruft sich auf Hitler. Doch der Reihe nach: Der Hohenemser FPÖ-Politiker Dieter Egger verlor die Stichwahl gegen den bisherigen ÖVP-Bürgermeister nicht zuletzt deshalb, weil vor allem seitens der Grünen gegen ihn ins Feld geführt wurde, dass er 2008 den Leiter des Jüdischen Museums in Hohenems einen «Exil-Juden aus Amerika in seinem hochsubventionierten Museum» genannt hatte. Ich habe damals die Vermutung ausgesprochen, dass es sich bei dieser Formulierung um Eggers unbeholfene Ausführung eines opportunistischen Tipps der Schweizer Agentur «Goal» gehandelt habe, von der auch Blochers SVP-Propaganda mit Ratten und schwarzen Schafen stammte. Egger entschuldigte sich nie, sondern erklärte, mit «Amerika» habe er sich einfach nur geirrt, «Exil-Jude» sei kein Schimpfwort und das Museum doch tatsächlich subventioniert – was solle an alledem antisemitisch sein? Diese Naivität nehme ich ihm zwar nicht ab, aber für einen Antisemiten halte ich ihn auch nicht. Und Hohenems hätte ein Bürgermeisterwechsel gut getan. Eine «Pegida» führte eine Kundgebung in Bregenz durch. Im Vorfeld wurde zu Recht behauptet, dass der Name geklaut worden sei und es sich bei den Veranstaltern um ein bekanntes Netzwerk von regionalen Rechtsradikalen handle. Der Sicherheitslandesrat rief österreichweit 500 Polizisten zusammen, die sich dann zwischen ungefähr 70 Rechte – von denen sich die FPÖ ausdrücklich distanziert hatte – und weit über 1000 rot-grüne Gegendemonstranten stellten. Krawall gab es nur im halb-privaten Bereich: Da der Kornmarktplatz gesperrt worden war und seine Kultureinrichtungen (Museum, KUB) aus Angst vor Schäden geschlossen hielten, geriet ein der ÖVP angehöriger Gastwirt über seinen Einkommensverlust derart in Rage, dass er die beiden Hauptinitiatoren

der Gegendemonstration in einem Aushang an seinem Restaurant sehr persönlich beschimpfte und bedrohte, was zu einer öffentlichen Auseinandersetzung führte, die aber zuletzt auch mit seiner Entschuldigung und Spenden an Einrichtungen für Kinder und Jugendliche endete. Mehrere betrunkene junge Männer rissen nachts in Alberschwende «Wir sind Asyl»-Plakate ab und wurden dabei von Vertretern dieser Initiative gestellt. Die sich anbahnende Schlägerei wurde von «Neutralen» verhindert, deshalb kehrten die Randalierer später zur Asylunterkunft zurück und schlugen dort unter anderem eine Fensterscheibe ein. Nach ihrer Ausforschung erklärten sie, sie hätten nicht die syrischen Asylanten, sondern jene Männer, mit denen sie in Streit geraten waren, verprügeln wollen. Das ist im Bregenzerwald übrigens nicht ganz unglaubwürdig. Für ein Possenspiel sorgte wieder einmal der 85-jährige Pfarrer von St.Gallenkirch, Eberhard Amann, indem er im Pfarrblatt «gegen die Absicht der Neomarxisten (68er Revolution, Marcuse)» anschrieb, denen es «um die Schleifung des Bollwerkes: die sakramentale unauflösliche Einehe» gehe. Das beste Argument des Klerikers für den Zölibat im Pfarrblatt-Artikel: «In Mein Kampf nimmt Hitler den Cölibat zum Vorbild. Er heirate nicht, weil er wie die Priester für ihre Pfarrgemeinde so auch er ganz nur für das deutsche Volk da sein will.» Der keineswegs demente, aber als harmloser Spinner seit Jahrzehnten bekannte Priester ist nun wegen des Verdachts der Wiederbetätigung angezeigt worden. Er wies darauf hin, dass er sich selbst aus einem Beitrag zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum zitiert habe und diese Sätze damals, also vor 20 Jahren, unbeanstandet geblieben seien. Zur Bitte, das Gespräch mit seiner Arbeitgeberin, der Diözese Feldkirch, zu suchen, erklärte er, er lasse sich nicht gerne bevormunden. Dazu fällt mir nun auch nichts mehr ein. Kurt Bracharz, 1947, arbeitet als Schriftsteller, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz.

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«Wir sind Asyl»-Plakat in Alberschwende: Das passt nicht allen. Bild: vindex.or.at


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Thurgau Bussen-Bilanz: Mann beisst Hund Es schrieb Justizdirektor Claudius Graf-Schelling (SP) auf Facebook zur Bilanz der Kantonspolizei Thurgau 2014: «Das freut mich als politisch Verantwortlicher (…): Rückgang bei den Straftaten, höhere Aufklärungsquote, Erfolge bei der Bekämpfung der Einbruchskriminalität, weniger Schwerverletzte und Todesopfer auf den Strassen.» – Kommentar eines Likers: «Leider berichten die Medien nicht darüber.» Das stimmt… nicht ganz. Berichtet wurde, nur der Aufreger war ein anderer. Nämlich der: «Kantonspolizei Thurgau verteilt zu wenig Bussen», titelte die «Thurgauer Zeitung» (TZ) einen Frontaufmacher im März 2015 vorwurfsvoll. Im Innenteil als Überschrift ein Zitat des Polizeikommandanten: «Wir sind keine Bussenpolizei» – was im Kontext rechtfertigend wirkt. Völlig klar, dass diese überraschende Umkehr der News die Schlagzeilen dominierte. «Mann beisst Hund» statt «Hund beisst Mann» ist der Knaller. Lernt man schon in der «Journischule». Die Kantonspolizei wertet die Mindereinnahmen von 10,2 statt 11,4 Millionen Franken bei den Ordnungsbussen bei vergleichbarer Anzahl Geschwindigkeitsmessungen als Erfolg und gutes Zeugnis für die Verkehrsteilnehmenden. Aber darf die Polizei das, weniger Cash machen? Immerhin fliessen die Einnahmen nicht zweckgebunden in den allgemeinen Staatshaushalt, so auch in die Kultur. Die TZ interessierte sich also bei der Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates dafür. «Es stelle sich die Frage, ob Geschwindigkeitskontrollen für die Einnahmenoptimierung eingesetzt werden dürfen», hiess es da. (Natürlich nicht.) Es sei richtig, dass die Polizei die Busseneinnahmen «nicht einfach hochschraube». Und: «Diese Budgetunterschreitung ist akzeptabel.» Akzeptabel. Glück gehabt! Alles andere hätte wieder ein schönes Geschrei gegeben. Die Thurgauer ACS-Sektion etwa wäre subito in den Keller gestiegen, um der 2007 wie 2008 total rohrkrepierten Kampagne «Wir lassen uns nicht länger kriminalisieren» neues Leben einzuhauchen. Sie wollte damals fortan nicht hinnehmen, «wie der Staat den Autofahrern das Geld mit immer perfideren Kontrollen aus der Tasche zieht». Alle Stammtisch-Polterer hätten diesmal sofort unterschrieben. Oder die Nationsratswahlen im Herbst: Ein politisches Bussendiktat wäre möglicherweise für die SVP Anlass gewesen, ihr pensioniertes Urgestein J. Alexander Baumann erneut an die Front zu schicken. Der verkehrsaffine kalte Krieger mit den immer schicken Poschettli hatte sich 2006 (erfolglos) mit der originellen Motion «Vermummungsverbot für Blechpolizisten» in Bundesbern profiliert. Die gefiel auch dem rechten Verein «Sicherheit für alle» von «Schweizerzeit»-Chefredaktor Ueli Schlüer prima. Ist ja jetzt gar nicht so. Im Gegenteil. Aber neues Jahr, neues Spiel: Für 2015 sind unverändert 11,4 Ordnungsbussenmillionen budgetiert. Ich höre schon heute das Gezeter, sollten sie erreicht werden.

Rapperswil-Jona Nur noch Provinz Über zwei Jahrzehnte durfte sich Rapperswil-Jona selbstbewusst in eine Reihe mit Genf, Bern oder Zürich stellen. Seit Kurzem aber befindet sich die Rosenstadt nur noch auf Augenhöhe mit Provinznestern wie Visp, Langenthal oder Weinfelden. Was ist passiert? Der beste Eishockeyklub am gesamten oberen Zürichsee ist abgestiegen. Die Rapperswil-Jona Lakers sind nur noch zweitklassig. So what?, werden Sie sagen. Ist ja nur Sport. Was einerseits stimmt. Aber nur die halbe Wahrheit ist. Sport ist in der Schweiz zwar nicht Big, aber immerhin Business. Mit knapp 50 Angestellten und einem Umsatz von rund 12 Millionen Franken sind die Lakers ein KMU. Kein rentables allerdings. Die ungedeckten Rechnungen von 1 bis 2 Millionen Franken pro Saison hat in den letzten Jahren hauptsächlich Hans-Ueli, genannt «Jöggi», Rihs übernommen. Er scheint ein Faible für Verliererteams zu haben. Zusammen mit seinem Bruder Andy Rihs tritt er auch bei den Young Boys Bern, dem ewigen Zweiten des Schweizer Fussballs, als «Investor» – sprich Mäzen – auf. Da soll noch einer sagen, die Wirtschaft habe kein Herz für die Schwachen der Gesellschaft. Die knapp 50 Arbeitsplätze bei den Lakers seien trotz Abstieg gesichert, sagt der Verwaltungsrat. Immerhin. Wäre ja noch schöner, wenn nach dem Frankenschock auch noch die Importfirmen Jobs abbauen. Importiert hatten die Lakers zuletzt vier Schweden, drei davon Weltmeister. Der langsame Untergang des Lakers-Dampfers war aber auch mit Hilfe von oben (geografisch gesprochen) nicht mehr zu verhindern. Denn es ist nicht so, dass das Abdriften in die Zweitklassigkeit überraschend gekommen wäre. Bereits in den letzten sechs Saisons konnten die Lakers jeweils nur mit Ach und Krach die Liga halten. Dem Optimismus von Sportchef Harry Rogenmoser und Geschäftsführer Roger Sigg konnte das wenig anhaben. «Es wächst etwas zusammen», predigte ersterer Geduld. «Es chunt scho guet», prägte letzterer ein inzwischen geflügeltes Wort am Obersee. Wie es die beiden schafften, dem Verwaltungsrat auch die x-te Niederlage als Fast-Sieg zu verkaufen und so ihre Position zu halten, gehört zu den beeindruckenderen Leistungen der jüngeren Sportgeschichte. Die Fans ertrugen die Tristesse lange mit erstaunlicher Fassung. Der schreibende Schweizer «Eishockeypapst» Klaus Zaugg zitierte in Zusammenhang mit den Lakers kürzlich den grossen Victor Hugo. «Melancholie ist das Vergnügen, traurig zu sein», hielt dieser fest. Aufs Eishockey übertragen könnte man sagen (analog zu Zaugg): Melancholie ist das Vergnügen, Fan der Lakers zu sein. Den treuen Fan-Seelen wäre ein bisschen Fröhlichkeit wieder mal zu gönnen. Wenn auch nur in der Provinz. Pascal Büsser, 1984, ist Redaktor bei der «Südostschweiz». Er übernimmt mit dieser Ausgabe die Kolumne aus Rapperswil-Jona.

Rolf Müller, 1967, ist Redaktor bei thurgaukultur.ch. Von 1999 bis 2011 war er Informationschef der Kantonspolizei Thurgau.

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Schaffhausen Alternder Kuchen

Kultur hat es an sich, dass sie Grüppchen bildet, mit einem Kern, der sich immer wieder an ähnlichen Anlässen trifft. Absichtlich, unabsichtlich, aber nicht ungern. Es ist eine Binsenwahrheit, dass Kulturen durch soziale Bindungen zusammengehalten werden; das gilt für Subkulturen ebenso, vom Rollbrettler bis zur Liebhaberin der Video-Performancekunst. Dass der Kulturkuchen in kleinen Städtchen filziger ist als in der grossen Stadt, könnte eine Behauptung von unwissenden Städterinnen sein – oder von Leuten, die in einer solchen Kleinstadt wohnen, die sie zugleich leidenschaftlich hassen. (Übrigens interessant in der Subkultur des Pop-Punk: Der Satz «I hate this fucking town» kehrt immer wieder. Der Hass auf das eigene Heimatstädtchen, häufig ein US-amerikanischer Vorort, scheint ein leidenschaftlich zelebrierter Aspekt dieser Musikrichtung zu sein. Was machen die Poppunker eigentlich, wenn sie in eine Stadt gezogen sind – oder gar hineingeboren wurden –, die sie lieben? Ich habe noch nie «I love this fucking town» in einem Songtext gehört. Vielleicht wechseln sie die Subkultur und machen Country. Taylor Swift hat nie etwas Schlechtes über ihre Heimat gesungen. Aber die wohnt ja mittlerweile auch in New York und macht Pop.) Ob die eigene Kleinstadt nun gehasst oder geliebt wird: Ein filzig schmeckender Kulturkuchen wird noch immer gähnender Leere vorgezogen. Das zeigte sich beispielsweise am Grossaufmarsch zum 30-Jahr-Jubiläum des Vebikus. Der Verein heisst neu «Stadthalle Vebikus Schaffhausen», hat sich ein neues Logo und laut Stadtrat Urs Hunziker ein «sanftes Facelifting» verpasst. Doch auch das (ausgesprochen kreative) Rahmenprogramm der Feier konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Verein finanziell bangen muss. Bereits die nähere Zukunft der regelmässigen Doppelausstellungen ist nicht ganz gesichert und vieles hängt von kommenden politischen Entscheiden ab. Nicht, dass der Vebikus noch nie hätte kämpfen müssen – die Gründung 1985 geschah im Gegenteil aus einer kämpferischen Haltung. Freiheitlich denkende Kunstschaffende wollten sich Zugang verschaffen zu Institutionen und Räumen, in die sie gar mal einbrachen, um sie zu inspizieren. Von Punks besetzte Hallen wurden von Künstlern übernommen, das heutige Taptab war der erste Raum des Vebikus, anfangs wesentlich chaotischer organisiert als heute. Dies alles erfuhr man nicht aus den Reden, sondern erzählte mir mein ehemaliger Kunstlehrer, bei dem ich drei Jahre lang Bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule hatte. Nie wurden die Kämpfe angesprochen, nie betraten wir als Kunstklasse die Ausstellungen der Munotstadt. Erst Nadja Kirschgarten, die neue Präsidentin des Vebikus-Vereins, setzt sich dafür ein, dass Kunst-Lehrpersonen der Kanti Zugang haben zur Kunsthalle. Spät genug; schliesslich sind unter anderem Kantischülerinnen und -schüler die künftigen Kunstschaffenden. Auch ein treuer Kulturkuchen altert einmal. Sorgen wir dafür, dass wir den Nachwuchs nicht vergraulen.

Stimmrecht Hochdeutsch vs. Schweizerdeutsch

Das ist meine erste Kolumne. Aus diesem Grund habe ich mir gedacht, dass ich euch zuerst ein wenig über mich erzähle: Mein Name ist Yonas Gebrehiwet. Ich komme aus Dekemhare in Eritrea und bin 18 Jahre alt. Seit September 2011 lebe ich in Rheineck. Da meine Mutter schon ein Jahr vor uns hier war, konnte ich mit meinen drei Brüdern per Familiennachzug in die Schweiz kommen. Ich bin der Zweitälteste. Als ich hier ankam, war alles total neu: die Kultur, die Sprache, die Leute usw. Doch ich wollte mich so schnell wie möglich integrieren und die fremde Sprache beherrschen. Vor dreieinhalb Jahren habe ich mit der Schule angefangen. Ich wurde in die zweite Oberstufe eingeteilt. Dass ich direkt in die Oberstufe gehen konnte, half mir sehr und ich konnte meine Sprachkenntnisse seither deutlich verbessern. Im Oktober 2012, genau 13 Monate nach meiner Ankunft in der Schweiz, bekam ich meine Lehrstelle bei der Firma Sefar in Thal. Dort mache ich eine Ausbildung als Textiltechnologe mit der Fachrichtung Mechatronik. Jetzt bin ich im zweiten Lehrjahr. Immer mittwochs fahre ich nach Zürich in die Gewerbeschule. Ich mag meine Arbeit und bin mit meinen Schulleistungen sehr zufrieden. Am Anfang ging es aber nicht so einfach mit der Sprache. Den Grund dafür habe ich erst nach ein paar Monaten herausgefunden: Es war das Schweizerdeutsch. In der Schule lernte ich Hochdeutsch, aber draussen redeten die Leute anders. Wenn die Schüler miteinander geredet haben, habe ich sogar immer extra auf Wörter gewartet, die ich in der Schule gelernt habe. Ich wollte mir alles genau anhören, um zu sehen, was ich schon alles kann. Aber leider waren mir viele Wörter unbekannt, weil die Schüler alle Schweizerdeutsch geredet haben. Aus diesem Grund dachte ich damals, dass ich nur sehr kleine Fortschritte gemacht habe, obwohl es gar nicht so war. Heute verstehe ich das Schweizerdeutsch schon viel besser. Ich versuche, mit meinen Kollegen so gut es geht im Schweizer Dialekt zu sprechen. Und ich schreibe mittlerweile sogar schweizerdeutsche SMS. Yonas Gebrehiwet, 1996, ist im September 2011 aus Eritrea in die Schweiz gekommen. Derzeit macht er eine Ausbildung zum Textiltechnologen. Willkommen bei Saiten!

Anna Rosenwasser, 1990, schreibt für die «Schaffhauser Nachrichten» und das Winterthurer Kulturmagazin «Coucou».

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proudly small

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Little WEF

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«Little WEF» für die einen, «proudly small» für die anderen

Wenn der HSG-Campus abgeriegelt und mit weissen Zelten übersät ist, wenn Dutzende Sicherheitsleute im Einsatz und alle Parkplätze voll sind, dann ist Symposium an der HSG – «das kleine Davos», wie es manche auch nennen. Immer im Mai treffen sich die «Leaders of Today», mehrere Hundert Spitzenkräfte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, zum Dialog mit den «Leaders of Tomorrow», einer handverlesenen Gruppe von 200 Studierenden aus aller Welt. Ihr Ziel: die «Förderung einer liberalen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung». Am 8. und 9. Mai findet das Symposium zum 45. Mal statt. Fast 1000 Personen aus über 50 Nationen sind involviert, eröffnen darf Bundesrat Johann Schneider-Ammann. «Viele meiden die Uni an diesem Wochenende», sagt Till*. Er studiert seit drei Jahren an der HSG. Der reguläre Studienbetrieb sei lahmgelegt, die Räume entweder geschlossen oder den «Leaders» vorbehalten. «Studierende, die nicht zu den Helfern gehören, haben ohnehin nur sehr beschränkt Zutritt.» Er selber hat 2013 mitgeholfen, als Chauffeur: «Meistens bin ich zwischen Flughafen, Bahnhof, Hotel und Uni hin- und hergefahren, ansonsten hatte ich Bereitschaftsdienst.» Sein Wagen: ein Premium-Modell von BMW. Die Fahrgäste: ein Industrieller aus Zürich und zwei deutsche Jungunternehmer. «Die Autos reflektieren sozusagen den Status der Passagiere. Was nicht heisst, dass sich alle entsprechend benehmen. Es soll nämlich Herren geben, die unflätig werden, wenn Alkohol fliesst. Daher wohl auch das ungeschriebene Gesetz: nur noch männliche Chauffeure ab 22 Uhr.» Till fand seinen Job «vergleichsweise locker». «Andere hatten wesentlich fragwürdigere Arbeits- und Ruhezeiten.» Beliebt seien die Helfer-Jobs dennoch. Nicht zuletzt, vermutet er, weil sich manche davon ein paar nützliche Kontakte erhofften. «Als Helfer trifft man allerlei Persönlichkeiten. Ich hatte ein paar recht erhellende Gespräche mit meinen Fahrgästen, mein Kommilitone wurde sogar zum Kaffee eingeladen, falls er zufällig einmal in New York sein sollte. Sein Passagier war ein hochrangiger Militärstratege.»

Bekannt dank Wachstumskritik

Erdacht wurde das Symposium einst von fünf HSG-Studenten aus Deutschland, Österreich, Norwegen, Holland und der Schweiz. Sie gründeten das «International Students’ Committee» (ISC) – ihre «Alternative zu den europaweiten Studentenunruhen» –, und organisierten 1970 ein erstes Symposium mit etwa 200 Teilnehmenden. Vier Jahre und eine Krise später wurde die St.Galler Stiftung für Internationale Studien ins Leben gerufen, samt Förderkreis zur finanziellen und ideellen Unterstützung des ISC. 1978 kam die Max Schmidheiny Stiftung hinzu. Diese verlieh bis 2003 im Rahmen des Sym-

posiums ihren Freiheitspreis. Der letzte ging an Kofi Annan, wurde allerdings erst drei Jahre später überreicht, als der damalige UN-Generalsekretär St.Gallen besuchte. Die Preissumme von 100’000 Dollar, schrieb die Stiftung damals, wolle Annan dem UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) zukommen lassen. Besondere Beachtung fand das dritte Symposium 1972, an dem der «Club of Rome» seine Grenzen des Wachstums präsentierte und damit erstmals eine umfassende Wachstumskritik artikulierte. Weniger erfreulich waren die Medienberichte im Nachgang des 1977er-Symposiums mit Hanns Martin Schleyer. Der Deutsche Arbeitgeberpräsident und ehemalige SS-Untersturmführer wurde noch im gleichen Jahr von der RAF erschossen. Was die konkreten Inhalte der Konferenzen angeht, ist die Berichterstattung mager angesichts der 45-jährigen Geschichte. Nicht zuletzt, weil die «Sessions», mit vereinzelten Ausnahmen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Zudem halten sich die Teilnehmer an die sognannte Chatham House Rule. Diese besagt, dass Informationen nur nach aussen dürfen, wenn Urheber und Beteiligte inkognito sind.

Konstruktiv dank Kontroversen?

Die fehlende Transparenz in Verbindung mit zum Teil massiv umstrittenen Gästen – jüngst etwa UBS-Chef Sergio Ermotti (2013), Glencore Xstrata-CEO Ivan Glasenberg (2014) oder in diesem Jahr Anders Fogh Rasmussen, der ehemalige NatoGeneralsekretär – führt regelmässig zu Kritik am Symposium. Auch Till gehört mittlerweile zu den Gegnern. Es sei beschämend, sagt er, dass sich eine HSG für dieses alljährliche «Stelldichein der Global Player aus Finanz-, Rohstoff- und Rüstungsindustrie» zur Verfügung stelle. «Solche multinationalen Konzerne sind mitverantwortlich für die grossen Krisen der jüngeren Geschichte. Daran sehen wir, wie weit es die sogenannt liberale Wirtschaftsordnung gebracht hat.» Angesichts des diesjährigen Symposiums scheint diese Kritik bereits angekommen: «Proudly small» ist das Thema. Es geht also um Kleinheit. Um Herausforderungen, aber vor allem um die Potenziale kleiner Firmen (Small units and lean organisations matter a great deal as well), kleiner Länder (Small states are well suited to weather crises, they can adapt their structures, institutions and strategies with more ease than the supertankers that steer the global economy), kleiner Ziele (Small political units have proven to be very effective at finding suitable solutions and legitimising decisions). Ganz ohne Grösse will man dann aber doch nicht: Das Editorial endet mit einer Maximalrendite dank «Kooperation von Klein und Gross» (Small players only fully unlock their potential in concert with bigger players). Und all

REPORT

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Am zweiten Maiwochenende trifft sich zum 45. Mal die Weltelite am St.Gallen Symposium. Um sich den Nachwuchs zu beschauen und über heikle Fragen unserer Zeit nachzudenken. Erneut rufen linke Kreise zum Protest auf. von Corinne Riedener


41 players). Und all das, weil die Menschheit nach der Finanzkrise misstrauisch wurde gegenüber den «Leaders of Today» (There is no question that the gigantic consequences of the financial crisis have fuelled scepticism regarding the global economy and the trustworthiness of its key players). Immerhin, die Gästeliste war auch schon kontroverser. Dieses Jahr hat sich Nestlé-Chef Peter Brabeck entschuldigt, es bleiben neben Rasmussen zum Beispiel noch Novartis-Präsident Jörg Reinhardt, Unilever-CEO Paul Polman oder Douglas Flint von der HSBC.

«Wir dulden es nicht länger»

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Tim Rüdiger und Matthias Fässler beruhigt das wenig. Sie sind Teil des «Smash little WEF»-Aktionsbündnisses, das schon im letzten Jahr gegen das Symposium protestiert hat. Getragen wird es von Wendepunkt, Juso und Jungen Grünen. Ihre Kritik sei systembezogen und richte sich nur indirekt an einzelne Teilnehmer, sagen die Aktivisten. «Der Neoliberalismus folgt einer reinen Marktlogik und zementiert die ökonomischen und sozialen Machtverhältnisse. Reformen innerhalb dieses Systems sind Scheinlösungen. Wir dulden es nicht länger, dass die HSG Schirmherrin dieses Treffens der neoliberalen Elite wird.» Die diesjährige Demo findet am 2. Mai um 13.30 Uhr auf dem Bahnhofplatz statt.

Ende März hat sich Philip Erzinger von der St.Galler Stiftung für Internationale Studien per Brief bei den Aktivisten gemeldet und zum Gespräch im Uni-Rektorat eingeladen. «Das haben wir schon letztes Jahr gemacht. Nicht, um kritische Stimmen im stillen Kämmerlein auszuschalten», versichert er auf Nachfrage. «Im Gegenteil: Wir begrüssen diese Debatte, schliesslich ist Meinungsfreiheit ebenfalls ein Ausdruck des Liberalismus.» Das Symposium sei, entgegen der öffentlichen Annahme, äusserst heterogen aufgestellt, ausserdem scheue man sich keineswegs, marktpolitische Alternativen anzudenken. Wettbewerb bedeute ja immer auch Ideenwettbewerb, fügt Erzinger an. «Somit können wir uns durchaus vorstellen, jemanden von der Juso oder auch andere kritische Stimmen an eines der künftigen Symposien einzuladen.» Die Aktivisten dazu: «Es freut uns, wenn der Neoliberalismus so an Überzeugungskraft verloren hat, dass sogar den ärgsten Gegnern Gehör geschenkt wird. Letzten Endes sind wir jedoch der demokratischen Überzeugung, dass sich auch antikapitalistische Kritik primär an alle Menschen richten muss – nicht nur an die ‹Leader von Morgen› oben am Hügel.» *Name geändert

«Für eine grundlegende Infragestellung des neoliberalen Regimes und des Erfolgs- und Gewinndenkens bleibt kein Platz» Ulrich Thielemann, Leiter einer unabhängigen Denkfabrik und ehemaliger Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen, über globale Verantwortung und die «Leaders of tomorrow». von Rolf Bossart

Im Mai findet an der HSG das 45. St.Gallen Symposium statt. Seit seiner Gründung wird immer wieder Kritik daran geübt. Welchen Wert hat dieses Symposium nach Ihrer Einschätzung für die Universität St.Gallen? Ulrich Thielemann: Es ist ein Stelldichein derjenigen, die sich als «Leader» – klingt weniger schön, wenn man es auf Deutsch übersetzt – dieser Welt verstehen und es faktisch auch sind. Mit dem deutschen Soziologen Wolfgang Streeck gesprochen: das «Marktvolk» und seine Top-Repräsentanten. Ein Stelldichein der bestehenden «Leader» und der

kommenden, der sogenannten «Leaders of Tomorrow». Dies sind Studierende aus aller Welt, die begierig darauf sind, in den Zirkel aufgenommen zu werden, wozu sie durch einen Essay ihre «Exzellenz» zu erweisen haben. Diese «Leader» sind zwar nicht unbedingt identisch mit dem Top-Management grosser, häufig multinational operierender Unternehmen, finden aber allesamt nichts Anstössiges in dem, was diese nach vorherrschender Auffassung tun und tun sollen: den Shareholder Value für Investoren, im Management-Jargon Prinzipale genannt, zu maximieren.

REPORT


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Das diesjährige Thema des Symposiums heisst: «Proudly small». Klingt das nicht nach neuer Bescheidenheit und Selbstbeschränkung? Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass diese sogenannten gesellschaftlichen Themen solcher Symposien mit einer anderen denn einer neoliberalen Ausrichtung aufwarten. Wobei man Neoliberalismus mit dem deutschen Ökonomen Hans-Werner Sinn kurz und bündig als «Hofierung» des Kapitals definieren könnte. So erinnert das diesjährige «Proudly Small» ja an das «Subsidiaritätsprinzip» in der üblichen – notabene falschen – neoliberalen Auslegung, nach dem Motto: Nur ja keine übergreifende weltinnenpolitische Perspektive, nur ja keine globale Regulierung, Abstimmung und Zähmung, nur keine globalen wettbewerblichen Waffenstillstandsabkommen, damit der Wettbewerb der Standorte um die Gunst des global vagabundierenden Kapitals hübsch weitergehen kann. Ausserdem rangieren Kleinstaaten, das heisst Steueroasen und dezidierte Wettbewerbs- und Kapitalhofierungsstaaten wie Singapur, Liechtenstein, Luxemburg und die Schweiz ja auch höher in verschiedenen globalen Rankings, wie die Organisatoren festhalten – weil sie den anderen das Wasser abgraben. «Proudly small» eben. Nochmal zum Motto: Könnte da nicht auch ein gut schweizerisches «small is beautiful» mitschwingen? Niemand dort denkt ja daran, die grossen globalen wettbewerblichen Kräfte, vor allem die des Kapitals, wodurch die zu «Standorten» degradierten Nationalstaaten ausgespielt werden, einzuschränken. Insofern bleibt es hintergründig beim «large is beautiful». Die politische Konzentration auf «Kleinheit» soll nur dazu beitragen, dass es dabei bleibt. Überdies können dadurch auch Akzeptanzprobleme gelöst werden. «Den Leuten bleiben die Bedingungen ihres eigenen Lebens und Arbeitens unbegreiflich», heisst es im Programm. So geben wir, die «Leader», ihnen doch ein paar lokale Kaufgelegenheiten, so dass sie wenigstens ab

und zu das «seltene Gefühl haben, an der Kontrolle des wirtschaftlichen Geschehens teilzuhaben». Vielleicht merken sie ja dann nicht, dass die tatsächlichen, die globalen Kräfte von anderen bestimmt und von diesen zu ihrem eigenen geldwerten Vorteil genutzt werden. Hätte man tatsächlich ein Interesse an «Small is beautiful», wäre es eine gute Idee, etwa Philipp Löpfe und Werner Vontobel einzuladen, die dazu kürzlich ein sehr gutes Buch schrieben: Wirtschaft boomt, Gesellschaft kaputt. Dort lässt sich auch nachlesen, dass wir ohne einen wettbewerblichen «Waffenstillstand» zwischen den Nationen nicht zu einer Kontrolle der Wirtschaft und zu tatsächlicher Lokalität werden zurückfinden können. Nach der Finanzkrise 2008 konnte man immer wieder Beteuerungen der Wirtschaftswissenschaften hören, dass Selbstkritik und ein Umdenken dringend notwendig seien. Was davon wurde auf dem Platz St.Gallen konkret umgesetzt? Was wurde versprochen und nicht gemacht? Die Landschaft ist unübersichtlicher geworden. Das Zeitalter des Markttriumphalismus, wie der amerikanische Philosoph Michael Sandel sagt, ist zu einem gewissen Ende gekommen. Allzu steile Thesen wie «Der globale Wettbewerb dient dem Wohle aller» oder «Gewinnmaximierung ist die beste Unternehmensethik» gehören eher der Vergangenheit an, waren aber schon vorher eher untypisch für St.Gallen. Man muss auch sehen: Die HSG ist mehr oder minder eine Wirtschaftsfakultät als Universität. Und sie unterscheidet sich kaum von anderen Wirtschaftsfakultäten. Man möchte nicht so sehr anders, als vielmehr «besser» als andere sein. Für eine grundlegende Infragestellung des neoliberalen Regimes und des Erfolgs- und Gewinndenkens bleibt da kein Platz. Das stört eher. Welche Art Umdenken müsste in den Wirtschaftswissenschaften Ihrer Meinung nach stattfinden? Es müsste eine Entwicklung geben hin zu einer echten, das heisst paradigmatischen Pluralität mit grundsätzlich verschiedenen Standpunkten und gewollt gegensätzlichen Sichtweisen. Zwischen diesen sollte die wissenschaftliche Auseinandersetzung stattfinden. Es widerspricht der Idee und dem Sinn der Wissenschaft, wenn es nur ein hegemoniales Paradigma gibt. Diese Pluralität fordern ja auch immer mehr Studierende der Wirtschaftswissenschaften. Dort sind allerdings noch ziemlich dicke Bretter zu bohren. Durch die Vorherrschaft des neoklassischen Einheitsparadigmas bestanden ja auch kaum Chancen, alternative Ansätze zu entwickeln. Wer das versuchte, bekam keinen Lehrstuhl. Und darum versuchte man es gar nicht erst. Was könnte heute ein solcher Ansatz sein? Ich vertrete die integrative Wirtschaftsethik. Diese ist angetreten, eine solche neue Ausrichtung der Wirtschaftswissenschaften zu begründen. Der Ausgangspunkt ist dabei die systematisch begründete Ansicht, dass das Thematisieren des Wirtschaftens immer normativ ist. Ökonomen wollen, dass das Marktprinzip herrscht, sie sprechen sich für die Ökonomisierung der Lebensverhältnisse aus, dafür, sich politisch immer konsequenter an der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes und persönlich am Markter-

REPORT

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Welchen Wert haben solche Symposien überhaupt für Teilnehmende und Organisatoren? Was ist der Subtext einer solchen Veranstaltung, was seine Funktion in der symbolischen Ordnung einer Institution und konkret der HSG? Es geht, soweit ich dies von aussen beurteilen kann, an solchen Veranstaltungen vordergründig eher selten um schnöde Gewinnmaximierung, sondern um «höhere», häufig wolkig formulierte Themen. Dies könnte darauf verweisen, dass es gar nicht so sehr um die Inhalte geht – jedenfalls findet man für das St.Gallen Symposium online kein einziges Vortragsmanuskript –, sondern ums Networking. Ich erinnere mich, dass die Studierenden, die aktiv mitmachten, ganz scharf darauf waren, mit einer dieser Luxuslimousinen einen Vorstandschef zum Hotel oder Flughafen zu kutschieren – vielleicht schaut ja eine Vorstandsassistenz dabei heraus? Bei den etablierten «Leaders of Today» geht es natürlich auch um handfeste Interessen. Nicht zuletzt auch darum, unmittelbar im Kontakt zu sein mit der aufstrebenden Jugend, das heisst mit den gewinnbringenden guten Ideen von Morgen. Denn es gilt: «Start-ups sow the seeds for what might become the next big idea.»


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43 folg zu orientieren. Dies alles ist normativ. Doch ist das richtig? Die Schlüsselfrage einer ethisch-kritischen Ökonomie ist meines Erachtens die: Welchen Status sollen die Marktlogik, das Vorteilsstreben und der Wettbewerb in unserem Leben haben? Natürlich geht es hier um Interessenkonflikte, um Verteilungskonflikte, auch um Lebensformkonflikte. Diese laufen allerdings hinter der berühmten «unsichtbaren Hand» des Marktes weitgehend verborgen ab. Darum tut Aufklärung not. Und es ist einfach unredlich, diesen Diskurs nicht in ethischer Münze zu führen. Nur so würde die «Ökonomie» auch wieder zur «Politischen Ökonomie».

Zuge der Finanzkrise stand damals wohl plötzlich so etwas wie ethische Wirksamkeit im Raum. Am Gedanken, dass Wirtschaftsethik für bestimmte Interessen dysfunktional wird, wenn ein Lippenbekenntnis nicht mehr genügt und man ihre inhaltliche Arbeit tatsächlich beachten muss, ist vielleicht etwas dran. Das trifft sich mit meinen Erfahrungen und Vermutungen: In St.Gallen will man eine Wirtschaftsethik. Man hat sie ja sogar mit einer zweiten Professur verstärkt. Aber man will eine bloss separativ ausgerichtete Wirtschaftsethik, sprich: eine, die die in den Kernfächern verbreiteten Botschaften nicht in Frage stellt.

Wie widerstreitend kann denn ein Studium für Führungskräfte in der Wirtschaft überhaupt sein, ohne seinen Ruf als Kaderschmiede einzubüssen? Das Totschlagargument hier lautet: Würde nicht die «Arbeitsmarktfähigkeit» der Absolventen leiden, wenn man sie nicht mehr so ausbildet, wie es «die Wirtschaft», sprich: das Kapital, verlangt? Ich denke allerdings, das Wissenschaftssystem hat mehr Autonomie, als man ihm zuweilen zugestehen mag. Ansonsten hätte man sich auch von der Idee der Universität, die so ja nur noch externen Vorgaben folgen würde, verabschiedet. Allerdings folgt man, so scheint mir, diesen Vorgaben häufig allzu bereitwillig. Etwa wenn man die Lehre so ausrichtet, dass die Studierenden das Studium als «rentable Investition in sich selbst» begreifen können. Ein wahrhaft wissenschaftlich autonomes Studium müsste auf eine Relativierung dieser Erfolgslogik hinauslaufen. Und mit diesem Geist würden die Absolventen dann in die Unternehmen eintreten.

Dieses separative Verständnis stünde also dem von Ihnen skizzierten Ansatz einer integrativen Wirtschaftsethik entgegen. Ja, denn der Separatismus nimmt die Hegemonie das Marktund Erfolgsdenkens, er nimmt den Neoliberalismus, stellt sich bloss neben diesen und akzeptiert ihn stillschweigend. Der integrativ-ethische Ansatz hingegen macht gerade diese Hegemonie – in Theorie und Praxis – zum Thema. Ich denke, es liegt an den Studierenden, eine solche umfassendere kritische Sicht als einen normalen Teil eines modernen Curriculums einzufordern.

Die Uni St.Gallen verlangt von ihren Studierenden ein anspruchsvolles Kontext-Programm in verschiedensten Disziplinen wie Philosophie und Kulturwissenschaften. Wäre damit nicht eine gewisse Pluralisierung und akademische Eigenständigkeit gegeben? Eigentlich eine gute Idee. Die Fächer werden ja Kontextfächer genannt, und die Frage entscheidet sich tatsächlich an diesem Wort. Sind sie nur Beigemüse, die über den Kontext informieren, in dem die sogenannten Kernfächer stehen, so dass diese auch von dort noch einmal legitimiert und gefestigt werden? Oder sind es diese Kontextfächer, die die Kernfächer erst in einen sinnhaften Kontext setzen und damit auch auf diese zurückwirken müssten, nämlich dann, wenn sich herausstellt, dass es mit dem Sinn und der Legitimität schlecht bestellt ist? Ich befürchte, das erste Verständnis dominiert. Wie steht es denn in diesem Zusammenhang mit dem Institut für Wirtschaftsethik? Sie selber standen 2009 wegen einer pointierten Aussage im Deutschen Bundestag zur Bankenpolitik der Schweiz im Zentrum eines Skandals und verliessen danach kaum ganz freiwillig die Universität St. Gallen. Damals hatte ich in einem Kommentar die These vertreten, dass die Wirtschaftsethik nur solange populär ist, wie man an ihre Unwirksamkeit glaubt. Durch die enorme Publizität, die Sie damals hatten, und durch die Nervosität im

REPORT

Ulrich Thielemann, 1961, war von 2001– 2010 Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik und Lehrbeauftragter für Philosophie und Wirtschaftsethik an der Universität St.Gallen. Zurzeit leitet er die unabhängige Denkfabrik für Wirtschaftsethik MeM (Menschliche Marktwirtschaft) in Berlin. mem-wirtschaftsethik.de Bild: Oswald Grübel, UBS-Chef, am Symposium 2011. Bild: pd


und

unten

Schloss Werdenberg ist nach der Sanierung als Museum neu eröffnet worden – nicht ohne Nebengeräusche. Es inszeniert 800 Jahre St.Galler Geschichte auf kluge Art. Und holt mit der Schlossmediale jeweils im Mai die künstlerische Avantgarde ins Rheintal. von Peter Surber

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Oben

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Dis Hus ist min und doch nit min, wer vorher da, s’was ouch nit sin. Wer nach mir kunt muos ouch hinus, sag lieber fründ wem ist diss hus? So steht es aufgemalt auf der Fassade beim Eingangstor zum «Städtli», wie die circa 60 Einwohner ihren Ort zu Füssen des fast 800 Jahre alten Schlosses nennen. Im März konnte man den Eindruck erhalten, in Werdenberg gehe es wieder einmal um genau diese Frage: «Wem ist diss hus?» Der Kanton St.Gallen, dem das Schloss seit 60 Jahren gehört, hat es seit 2013 aufwendig saniert und als Museum neu gestaltet. Ein Teil dieses Museumsprojekts sind Hörstationen zur Geschichte von Stadt und Schloss. 40 sollten es gemäss den Plänen des Gestalterteams ursprünglich sein, eine Zahl, die zwar reduziert wurde – dennoch regte sich im Städtli später aber heftiger Widerstand. Einzelne Einwohner fürchteten um ihren Hausfrieden und sahen eine schleichende Ballenbergisierung auf ihre Häuser zukommen. «Dis Hus ist min und doch nit min»: Werdenberg dürfe nicht zum Museum werden. «Wir lassen uns nicht instrumentalisieren und nicht fremdbestimmen», tönte es im Städtli. Der Unmut gipfelte in Protesten gegen die Baubewilligung für die Hörstationen und die mit ihnen verbundenen Stereoskope, durch deren Linsen man in die Vergangenheit blicken kann. Der Verein Schloss Werdenberg lenkte schliesslich ein, gestand Kommunikationsversäumnisse ein, verzichtete auf die Hörstationen im Freien und beschränkte sich auf jene im Innern. Am letzten Märzwochenende wurden beide Museumshäuser, das bereits 2014 erneuerte «Schlangenhaus» unten im Dorf und das jetzt sanierte Schloss oben, feierlich als «Museen Werdenberg» eingeweiht. Die Proteste seien inzwischen weitgehend verstummt, versichern Museumsleiter Thomas Gnägi und Schlossverwalter Kurt Scheidegger.

Original – aber nicht museal

Thomas Gnägi ist ein überlegter Mann. Er hat in Zürich Kunstgeschichte, Multimedia und Mittelalter-Archäologie studiert, war Assistent an der ETH Zürich und an der Uni Bern, kennt sich aus in Städtebau und Denkmalpflege und modernen Medien. Gnägi bringt die Problematik in Werdenberg auf den Begriff der Idylle. Idylle: Das suchen die Städtlibewohner selber, teils jene der «ersten Generation», welche die mittelalterliche Siedlung seit den Sechzigerjahren neu belebt und saniert haben, teils jene, die erst später ins pittoreske Ensemble eingezogen sind und hier verständlicherweise ihr Privatleben wollen. Idylle suchen aber auch die Touristen. Wer durch die paar Häuserreihen des Mini-Städtchens und die steile Treppe zum Schloss hochsteigt, ist tatsächlich schlagartig in eine vergangene Welt versetzt – in ein akkurat bis zu den Holzbeigen und zum Schnitt der Reben gepflegtes und gepützeltes, scheinbares Märchenland. Der Mensch von heute sehnt sich nach dem Originalen, sagt Gnägi. In Werdenberg findet er es buchstäblich auf Schritt und Tritt. Original – aber nicht museal. Faktentreu – statt märchenhaft: Das ist der Spagat, den die Museen Werdenberg versuchen. Und den sie mit der Sanierung des Schlosses bemerkenswert gut bewältigt haben. Kein virtueller «Overkill», keine Idealisierung oder Mythenbildung rund um Schloss und Städtli. Hauptdarsteller, sagt Gnägi, soll der Ort selber


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mit seinen zwei Schauplätzen sein: Das Schloss auf dem Hügel mit den ehrfurchtgebietenden Mauern ist der Herrschaftsgeschichte gewidmet, das Schlangenhaus unten im Städtli, ein Holzbau mit Fassadenmalereien, der Geschichte des «einfachen» Volks. Oben und unten: Die beiden Sphären prallen ständig zusammen, nicht erst 2015 beim Trotz des Städtlis gegen die Museumspläne, sondern vom Bau des ersten Bergfrieds um 1228 an. Oben residierten etwa zwei Jahrhunderte lang die Grafen von Montfort, die sich später Werdenberg nannten. Dann wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer, 1485 verkaufte ein Graf von Sax Herrschaft samt Schloss an den Stand Luzern, nach weiteren Herrschaftswechseln kam 1517 Glarus in seinen Besitz, und von da an gaben sich die Glarner Landvögte alle drei Jahre den Schlossschlüssel in die Hand, ungeliebte Herren zumeist, walteten und richteten über ihre Untertanen, bis der letzte Vogt 1798 vor dem Einzug der Franzosen das Schloss bei Nacht und Nebel verliess. 1835 erwarb die Familie Hilty das verwahrloste Gebäude, richtete es zum herrschaftlichen Wohnsitz her, und 1956 schenkte es die legendäre letzte Besitzerin, Frieda Hilty, dem Kanton.

Nicht in Kafkas Schloss

Der Kanton wusste lange nicht so recht, was damit zu tun sei. Erst mit dem kulturpolitischen Aufschwung unter Regierungsrätin Kathrin Hilber und dem Konzept «Südkultur» kam vor rund zehn Jahren Bewegung ins Schloss. Vorläufiger Schlusspunkt ist die jetzt (für 4,8 Millionen Franken) realisierte Renovation, bei der die Statik gesichert, das Schloss entrümpelt, ein Besucherpavillon gebaut und auch noch Frieda Hiltys schwarzer Flügel im einstigen Wohntrakt überholt wurde. Geschichtsanschauung von unten nach oben: vom Keller, wo die Baugeschichte im Zeitraffer abspult und KinderArchäologie betreiben können, bis zur obersten Etage. Diese ist fast leer, ein bespielbarer Kultur-Freiraum unter dem gewaltigen Dachstuhl. «So ging er wieder vorwärts, aber es war ein langer Weg. Die Strasse nämlich, die Hauptstrasse des Dorfes, führte nicht zum Schlossberg, sie führte nur nahe heran, dann aber, wie absichtlich, bog sie ab, und wenn sie sich auch vom Schloss nicht entfernte, so kam sie ihm doch auch nicht näher. Immer erwartete K., dass nun endlich die Strasse zum Schloss einlenken müsse und nur, weil er es er-

wartete ging er weiter; offenbar infolge seiner Müdigkeit zögerte er, die Strasse zu verlassen, auch staunte er über die Länge des Dorfes, das kein Ende nahm». «Das Schloss, dessen Umrisse sich schon aufzulösen begannen, lag still wie immer, nie mals noch hatte K. dort das geringste Zeichen von Leben gesehen, vielleicht war es gar nicht möglich, aus dieser Ferne etwas zu erkennen, und doch verlangten es die Augen und wollten die Stille nicht dulden. Wenn K. das Schloss ansah, so war es ihm manchmal, als beobachtete er jemanden, der ruhig dasitze und vor sich hinsehe, (…) und wirklich – man wusste nicht, war es Ursache oder Folge –, die Blicke des Beobachters konnten sich nicht festhalten und glitten ab. Dieser Eindruck wurde noch verstärkt durch das frühe Dunkel; je länger er hinsah, desto weniger erkannte er, desto tiefer sank alles in Dämmerung.»

Bekanntlich wird Landvermesser Josef K. das Schloss nie erreichen. Der Wirt unten im Dorf hat ihn schon bei der ersten Begegnung gewarnt: «Du kennst das Schloss nicht.» Franz Kafkas Roman Das Schloss ist das Porträt einer monströsen Behörde, die zugleich allgegenwärtig und unnahbar das Leben der Menschen ruiniert. Der Schloss-Prototyp… Mag sein, dass vor 1798 Schloss Werdenberg einige Verwandtschaft mit Kafkas Schloss gehabt hat – unerreichbar war es allerdings nicht, die historischen Hörszenen unten im Schlangenhaus und oben im Schloss lassen eher das Gegenteil erkennen: eine enge Verbindung, so symbiotisch wie konfliktträchtig. Wieweit das Regime der Grafen Montfort und später der Glarner Vögte Verwandtschaft mit jenem des Kafka’schen Grafen Westwest hatte, darüber könnten am ehesten die zwei Schattenspiele im Schlossmuseum Auskunft geben. Das eine dreht sich in der freigelegten ehemaligen Schlossküche, einem sieben Meter hohen Raum, dessen Ausmasse und russgeschwärzten Fensternischen jahrzehntelang verbaut waren und jetzt freigelegt wurden. Ein archaischer Höhlenraum, ein Alptraum vermutlich für die Mägde, die hier kochen mussten, ein Glücksfall für die Denkmalpflege heute. Und Projektionsfläche für das Schattenspiel, das die Epoche der Glarner Landvögte im Zeitraffer nacherzählt. Es zeigt: Da gab es Phasen von «Tauwetter» zwischen Städtli und

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Schloss und Städtli (Vorderseite), Schattenspiel in der mittelalterlichen Turmküche, Fassadenmalerei am Schlangenhaus. (Bilder: Daniel Ammann)


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zept der Museumsleitung und der Gestalter (Arbeitsgemeinschaft Fischteich-Groenlandbasel) deshalb, weil es den Besucherinnen und Besuchern Zeit lässt, sie nicht überwältigt – und vor allem: weil es kein Mittelalterspektakel veranstaltet, wie dies sonst allenthalben Mode ist. Schloss Werdenberg gäbe die perfekte Kulisse dafür ab – dass man gerade hier der Versuchung widersteht, Geschichte zum Kostümball werden zu lassen, ist ein Glück.

Avantgarde und Flüchtlingsstimmen

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Baugeschichte im Zeitraffer am Schlossmodell. (Bild: Su.)

Vogt, dann wieder Perioden der Unterdrückung und des Widerstands, bis zum Aufstand 1719–21, der mit Gewalt niedergeschlagen wurde. Die heutigen Schlossbehörden, der Verein Schloss Werdenberg und seine Trägerschaft (Gemeinden und Kanton) inklusive Schlossverwalter Scheidegger machen einen bürgernahen, unbürokratischen Eindruck. Anders als Kafkas Kastellane und Unterkastellane und Sekretäre; was der Autor 1922 an bürokratischem Irrwitz schilderte (K.s Herumirren im Schnee, der Aktenwust des Gemeindevorstehers, Klamms Schlitten, die nächtliche Aktenverteilung im Flur des Herrenhofs und so weiter), gäbe zwar eine Performance her, aber sie wäre ein Zerrbild des heutigen Schlosses. Das hinderte bei der jüngsten Auseinandersetzung um die Hörstationen einen Leserbriefschreiber allerdings nicht, zum verbalen Zweihänder zu greifen: «Es scheint, dass wieder neue Schlossherren das Zepter über die Städtlibewohner führen», schrieb er und beschwerte sich über das Museumskonzept als «PrestigeBlendwerk».

Das Knarren der Geschichte

Wer sich als Besucher auf dieses Konzept einlässt, erlebt jedenfalls kein «Blendwerk», sondern muntere GeschichtsAufklärung. Sie dreht sich immer wieder ums Oben und Unten. Zum Beispiel auch an einer der Hörstationen im ersten Stock, jener Etage, die der Vögtezeit gewidmet ist. Nachtwächter Andres aus dem Städtli muss sich vor dem Landvogt für einen angeblichen Fischdiebstahl verantworten. Man hört seine schweren Schritte im Kopfhörer, der Boden scheint zu knarren, die Stimmen kommen näher, es folgt das peinliche Verhör, eine Zeugin sagt aus, am Schluss setzt der Vogt unwirsch acht Gulden Strafe fest für den Nachtwächter. Wer zuvor unten im Schlangenhaus den Kopfhörer aufgesetzt hatte, weiss allerdings, dass das nicht die ganze Wahrheit der Story aus dem 16. Jahrhundert ist. Sitzend auf dem «Hörbänkli», wird Geschichte als Hör-Spiel lebendig. Alltag von anno dazumal: «Vom Hunger», «Die Reise nach Amerika», «Revolution», «Tod auf der Baustelle» oder «Fronarbeit im Weinberg» heissen einige der Stationen, die von der Ausbeutung der Bevölkerung bei Bau und Versorgung des Schlosses erzählen. Im Rittersaal wird dagegen gejagt, gefestet und lautstark verdaut. Die Hörspiele sind in teils etwas gar treuherzigem Tonfall und rustikalem Hochdeutsch aufgenommen. Aber im Ganzen überzeugt das Kon-

Zum intelligenten Museumskonzept gesellt sich die jetzt zum vierten Mal stattfindende Schlossmediale. Jeweils im Mai ist das Schloss Schauplatz eines Festivals, das seinerseits nicht Hellebarde und Kettenhemd verherrlicht, sondern Obertöne, Lichtspiele und künstlerischen Tiefgang. Die Schlossmediale bringt eine internationale musikalische und szenische Avantgarde ins Rheintal, wie man sie sonst nur in (Gross-)Städten findet. Alte und neuste Musik, oft eigens komponiert oder an die Lokalitäten adaptiert, bildnerische Installationen, Wandelkonzerte und andere experimentelle Formen machen das Schloss für zehn Tage zum Klang- und Bildkörper. «Randerscheinung» heisst das diesjährige Programm. Politisch aufgeladen wird es von Daniel Wetzel und Rimini Protokoll: Die Dokumentartheater-Truppe befragt junge Flüchtlinge, die es allerdings nicht bis ins Schloss, sondern nur an die europäische Aussengrenze, nach Athen geschafft haben. Gastkomponist ist Helmut Oehring, ein Musiker, der in der DDR mit gehörlosen Eltern aufwuchs und die Geräusche der Welt erst vierjährig als Schock erlebte. Spitzenmusiker wie das Early Bird Ensemble, die Neuen Vocalsolisten, Klangkünstler Leo Hofmann, Theatermusiker Jürg Kienberger (am Hilty-Flügel) oder Sängerin Nadja Räss sind unter den insgesamt fünfzig Mitwirkenden, daneben bildende Künstlerinnen und Künstler wie das Fotografenpaar Ute und Werner Mahler. Intendantin Mirella Weingarten ist sich der «privilegierten Situation» bewusst, die das Kulturschloss geniesst, wie sie an der Medienkonferenz im Schloss-Bistro sagte. Geografisch am Rand zwar, aber ökonomisch und künstlerisch im Zentrum des Wohlstandseuropas, stehen Festival und Schloss auch finanziell komfortabel da. Der Kanton steuert 870000 Franken zum Gesamt-Jahresbudget von rund 1,4 Millionen bei, Schloss Werdenberg ist damit nach dem Theater St.Gallen der zweitgrösste kantonale Kulturgeld-Empfänger. Die weiteren Beiträge kommen aus Eigeneinnahmen, von den Gemeinden, von Stiftungen, vom Casino Bad Ragaz oder, für Geschäftsführer Kurt Scheidegger ein Gütesiegel, von der Pro Helvetia. «Sag lieber fründ wem ist diss hus?» Die Antwort der Museen Werdenberg lautet: Dies Haus gehört allen, die an schlauer Geschichtskunde interessiert sind.

SCHLOSS

Schlossmediale 2015: 22. bis 31. Mai, schlossmediale.ch Museen Werdenberg, Schlangenhaus und Schloss: schloss-werdenberg.ch


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Nichts ist überstanden Der Ostschweizer Bassist, Loop- und Effektspezialist Lorenz Niederer präsentiert ein neues Album seines Projekts Silent Bass. Zusammen mit dem Schlagzeuger Christoph Koller durchkämmt er auf Sound of Violence düstere Landschaften und vergessene Gegenden. von Silvan Lassauer

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Bild: Jessy Wirth

Der grossartige Opener Forest kommt ohne Umschweife gleich zum Punkt. Es ist unwichtig (wenn auch nicht uninteressant), dass Silent Bass «nur» zu zweit sind. Die verwendete Technik lässt das Duo oft wie eine mindestens fünfköpfige Band klingen. Lorenz Niederer beherrscht die Looper und Effektgeräte, und natürlich nicht zuletzt seinen Bass, auf eine Art und Weise, die ihm ein riesiges Spektrum an Klängen, Harmonien und Soundeffekten eröffnet. Aber Sound of Violence wirkt zu keiner Zeit wie eine aufdringliche, technische Demonstration, die beweisen soll, was als Team mit Christoph Koller alles so möglich ist. Es ist ein wunderbar durchdachtes Album. Musik voller Bilder und Geschichten.

Im Bann der Gewalt

Forest ist der Ausgangspunkt einer intensiven Reise durch eine düstere, postapokalyptische Welt. Eine verworrene, dunkle und gefährliche Gegend, die langsam aber unaufhaltsam ausgekundschaftet wird. Es gibt keine andere Wahl. Gallery verschafft eine kurze Verschnaufpause, die Möglichkeit, mit der Erinnerung an längst vergangene in bessere Zeiten einzutauchen. Doch die Harmonie ist trügerisch. Gegen Ende kippt die Nummer in ein lautes Gewitter mit harten Beats und verzerrten Sounds. Die Gewalt hat einen eingeholt. Der grandiose Titeltrack Sound of Violence startet mit einer bedrückenden Stimmung aus langen, tiefen, warnenden Tönen. Doch erneut kann man der Gewalt entfliehen, durchatmen und Kräfte bündeln im Mittelteil. Aber man muss auch auf der Hut sein. Stimmen aus dem Nirgendwo tauchen auf, versuchen etwas mitzuteilen, verworrene, unverständliche Botschaften voller Eindringlichkeit. Freund oder Feind? Die Botschaft scheint zum Greifen nahe, bleibt aber doch in der Ferne verborgen. Vielleicht war es eine Warnung vor den im nächsten Stück umherkrabbelnden Ants, die unruhig aber unaufhaltsam ihren Weg gehen. Eine beeindruckende Menge von Ameisen umgibt einen, man will ihren Rhythmus, ihren Weg nicht stören. Sie ziehen vorbei – noch einmal davongekommen. Das Durchhalten wird belohnt, plötzlich kann man in der Ferne romantischen Robotern beim erotischen Liebesspiel zuschauen. Robot Love ist alles andere als eine ungelenke, mechanische Angelegenheit. Die Berührungen von kaltem auf kaltem Metall strahlen etwas faszinierend Warmes, Hoffnungsvolles aus.

Tauchgänge und Eruptionen

Diese Hoffnung wird auf 150 m u .d. M. bekräftigt: ein- und abtauchen in eine farbenfrohe Unterwasserwelt. Die Gewalt rückt in weite Ferne, sie ist für einen Moment nahezu vergessen, die Welt hört sich tief unter dem Meeresspiegel entspannt gedämpft an. Aber irgendwann muss man wieder auftauchen, wieder Luft holen. Und Drive erinnert wieder daran, dass die Gefahr alles andere als vorüber ist. Hypnotisch geht der Weg weiter. Am Horizont ziehen wieder diese düsteren Wolken auf. Nichts ist überstanden: Die Reise führt weiter zum Vulkan Arenal. Schleppend und erschöpft, gezeichnet von den bisherigen Strapazen. Der Vulkan brodelt, bricht aber nicht aus. Nicht jetzt. Aber die allgegenwärtige Gefahr ist spürbar, die Eruption nur eine Frage der Zeit. Das Ende dieses Trips führt ans Meer, The Sea. Eine gewisse Entspannung macht sich breit. Ein versöhnlicher Abschluss nach all den durchlebten Gefahren? Vorsichtiges Füsseplantschen im klaren, frischen Wasser. Doch gegen Ende zieht sie erneut auf, die Düsternis. Die Ungewissheit, sie bleibt. Gewiss ist: Silent Bass ist mit Sound of Violence ein hervorragendes Album gelungen, auf dem alles stimmt. Die Musik, die Produktion und das schöne Artwork, besonders das Signet; auf den ersten Blick an ein Ambigramm erinnernd, aber erst um 180 Grad gedreht vollständig – ein Metagramm quasi. Sound of Violence ist ein intensives Album, das einlädt, sich in seiner eigenen Fantasiewelt zu verirren.

MUSIK

Silent Bass live: 18. Juli, Tankstell St.Gallen. Eine kleine Tour im Herbst ist in Planung.


Spartanische Kämpfe in den Banlieues

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In Spartiates begleitet der Genfer Regisseur Nicolas Wadimoff einen Kampfsportlehrer durch den rauhen Alltag der Marseiller Cité. Yvan Sorel, selber ein erprobter MMA-Fighter, bringt Kindern und Jugendlichen dort das Kämpfen im Ring bei – damit sie sich auch im Leben durchschlagen. von Luca Ghiselli trifft oder sich in Liverpool auf einen Cagefight vorbereitet: Sorel wirkt zwar schroff, aber ehrlich und humorvoll. Die klassische Kampfdevise – nie aufgeben – hat er verinnerlicht und gibt sie weiter. Er scheint aber gegen Windmühlen zu kämpfen. Auf der Suche nach einem geeigneten Trainingsraum im Quartier stösst er bei Politik und Verwaltung auf taube Ohren. «Wir werden im Stich gelassen», beklagt er an einem Infoanlass.

KINO

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Ein unvergessliches Martyrium

Seine Schützlinge, die fast durchs Band Mehdi, Yassine oder andere nordafrikanische Namen tragen, vergöttern Sorel. Er ist eine strenge, aber faire Vaterfigur. Ein Vorbild, das neben Kampftechniken auch Werte zu vermitteln versucht. Gegen RasLehrer Yvan Sorel (rechts) mit einem seiner Schüztlinge: Hart, aber fair. sismus und Fremdenhass zum Beispiel. Das klingt Bild: Filmcoopi dann etwa so: «Wir alle haben rotes Blut, sind aus Yvan Sorel ist ein Kämpfer durch und durch. Er brüllt, er tritt dem Bauch unserer Mütter gekommen. Wir schlagen unseren und schlägt. Das ist sein Job. Seit neun Jahren bringt der bald Gegnern die Köpfe ein, egal ob sie Araber, Juden, Weisse oder 25-Jährige seinen Sprösslingen in einem Marseiller Nord- Schwarze sind. Wir schlagen ihnen die Köpfe ein, weil sie quartier, einem sozialen Brennpunkt, genau das bei. «Ich eine Prüfung für uns sind, die es zu bestehen gilt.» Dass seine werde euch nie alleine lassen, ich bin immer für euch da», unkonventionellen Erziehungsmethoden besser funktioniesagt er zu Beginn des 80-minütigen Dokumentarfilms Sparti- ren als jene mancher Eltern, zeigt eine Szene des Dokumenates zu seinen Schülern. Es folgt ein martialischer Ausruf: tarfilms exemplarisch. Sorel droht seinem Schüler, einem Fünftklässler, mit einem «calvaire inoubliable» – einem un«Was sind wir?» – «Spartaner!» Und wie einst das legendäre Kriegervolk von Sparta vergesslichen Martyrium – wenn dieser zur Strafe für sein fordert auch Sorel viel Disziplin: Er ist nicht nur Kampfsport- Fehlverhalten nicht 20 positiv konnotierte Wörter aufschreibt trainer, sondern nimmt für seine Schützlinge auch die Rollen und sie bis zum nächsten Training auswendig lernt. Der renieines Bewährungshelfers, Psychologen und Lehrers ein. Dass tente Schüler gehorcht wie ein braves Lamm – seine Mutter seine Methoden von der Strasse kommen und alles andere als kann es kaum glauben und fragt den Kampfsporttrainer depädagogisch einwandfrei sind, versteht sich von selbst. So mütig, ob sie ihm auf die Schulter klopfen dürfe. Der Film rutscht, trotz seiner klaren Rollenverteitritt er einem siebenjährigen Jungen buchstäblich in den Hintern, weil dieser die Schule geschwänzt hat. Vor allen an- lung und der Porträtierung von Yvan Sorel als Helden eines deren sagt Sorel zu ihm: «Wenn das noch mal vorkommt, sozialen Brennpunkts, nie in den Kitsch ab. Dies auch, weil der Kampfsportler Schwäche zeigt. Es fliessen auch mal Träschlag ich dir den Kopf ein.» nen, die dann aber – man muss ja den Macker markieren – von einem homophoben Spruch begleitet aus den Augen geSchroff, aber humorvoll Der Dokumentarfilm des Genfers Nicolas Wadimoff, der im wischt werden. Wegen seines für einen Dokumentarfilm aussergeJanuar den Prix de Soleure gewonnen hat, ist ein authentisches Zeitdokument davon, wie gross die Verdrossenheit und wöhnlich hohen Tempos überzeugt der Film gerade auch in Frustration in den Vororten von französischen Grossstädten den seltenen Momenten der Entschleunigung: sparsam einist. Es gelingt dem Streifen aber trotz allem, einen durch und gestreuten Slow-Motions von Kampfszenen, unterlegt von durch positiven Vibe auszustrahlen. Das liegt hauptsächlich leiser Hintergrundmusik und einem keuchenden Atem zum an der Persönlichkeit des Protagonisten Sorel. Er wird als eine Beispiel. Oder wenn Sorel seine Werte an die Sprösslinge ehrliche Haut porträtiert, der die eigene Karriere als Kämpfer bringt: «Respect, fidélité, persévérance, courage, loyauté!» Wie diese Werte eingebläut werden – darüber lässt sich streizurückfährt, um in seinem Quartier etwas zu verändern. Die Kamera begleitet ihn nicht nur in den Ring und ten. Effektiv scheint die Methode jedenfalls zu sein. zum Training, sondern unter anderem auch zum Hausaufgabenmachen mit seinen Neffen. Ob er gerade in einem Café an Spartiates feiert am 14. Mai im Kinok einer Shisha zieht, sich mit der Bürgermeisterin des Bezirks Deutschschweizer Premiere.


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Dada vor Dada Ein Jahr vor dem grossen Dadajubiläum feiert das Kunstmuseum Appenzell fünf Dadaistinnen. Zu den Gratulantinnen gehören auch zeitgenössische Künstlerinnen. von Kristin Schmidt

Aber um sich manifestieren zu können, brauchte Dada die komprimierte Atmosphäre der neutralen Schweiz mitten im grossen Krieg. Hier fanden Hennings und Ball gleichgesinnte junge Menschen. Hier gründeten sie am 1. Februar 1916 das Cabaret Voltaire. Aber diesem überlassen Boesch und Schneider das Jubiläumsfest im kommenden Jahr. «Die Dada La Dada She Dada» untersucht weniger das grosse Anti-Kunst-Spektakel als vielmehr den wichtigen Beitrag Dadas zur Kunst, insbesondere den der Künstlerinnen. Sie überwanden die Grenzen zwischen Malerei, Plastik und Zeichnung. Sie hoben die Hierarchie zwischen bildender und angewandter Kunst auf. Sie konnten einfach alles. Sophie Taeuber-Arp zum Beispiel: Neben ihren freien Arbeiten unterrichtete sie textiles Gestalten in Zürich und ermöglichte damit Hans Arp sein unabhängiges Schaffen. Aber sie war um ihrer Stelle willen gezwungen, bei Dada-Soireen unter Decknamen und mit Maske aufzutreten. Ihre Marionettenfiguren sind in Appenzell leider nicht im Original zu sehen, werden aber gleichzeitig mit den Tanzperformances im Video von Anka Schmid zum Leben erweckt. Die Zürcherin ist eine der fünf Gegenwartskünstlerinnen, die eingeladen wurden, sich mit dem Werk je einer Dadaistin auseinanderzusetzen.

Aufräumen mit alten Frauenbildern

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Elodie Pong: Moustache. Bild: Kunstmuseum Appenzell

«Die Dada La Dada She Dada» – ein Ausstellungstitel wie ein Ohrwurm: Summ Dada, sing Dada, kling Dada! Und das alles im Femininum. Dada wird weiblich; ist es immer gewesen. Künstlerinnen haben Dada geprägt. Sie tanzten und texteten, sie malten und montierten, sie zeichneten und politisierten. Sie hegten eine Vorliebe fürs Unkonventionelle, in der Kunst wie im Leben, und entgegen allen bürgerlichen Wertvorstellungen. Allerdings traten auch ihre Künstlerkollegen oft als Verhinderer auf und degradierten die Frauen zu Beiwerk. Daran änderte die lange, von Männern dominierte Kunstgeschichtsschreibung wenig. Allerhöchste Zeit also, die Dadaistinnen ins Rampenlicht zu stellen. Die Kuratorinnen Nadine Schneider und Ina Boesch haben fünf von ihnen ausgewählt und zeigen dabei mehr als nur den weiblichen Blick. Sie bringen das ganze Dada-Panoptikum nach Appenzell, denn jede der Künstlerinnen steht zugleich für ein Dada-Zentrum und seine spezifische Dada-Spielart: Hannah Höch für Berlin, die Schriftstellerin Céline Arnauld für Paris, Angelika Hoerle für Köln, die Baroness Elsa von Freytag-Loringhoven für New York und Sophie Taeuber-Arp für Zürich.

Elodie Pong reagiert auf Elsa von Freytag-Loringhoven. Letztere ist eine der besonders spannenden und schillernden Dada-Figuren. In Pongs Installation wird das Tempo der Metropole ebenso nach Appenzell geholt wie die Selbstinszenierung urbaner Individuen. Chantal Romani wiederum arbeitet die grotesken Körperverformungen heraus, mit denen Angelika Hoerle auf die Versehrten des Ersten Weltkrieges reagiert hatte. Judith Alberts schlägt den Bogen von Hannah Höchs Collagen in die Gegenwart. Diese räumte mit tradierten Frauenbildern auf – Alberts zeigt, was vom Aufbruch geblieben ist. Und wer aufs Kleine achtet, wird mit einer wundersamen Tintenwolke auf Haushaltspapier belohnt. Anne-Julie Raccoursier schliesslich findet filmisch poetische Pendants zu Céline Arnaulds rätselhafter Dichtung. Die zeitgenössischen Künstlerinnen geben der Ausstellung entscheidendes Gewicht, denn dadaistische Originale sind leider nur sehr wenige zusehen – das einzige Manko der Ausstellung. Aber dank der gut gestalteten Plakate und der begleitenden Zeitung kommt dennoch Dada-Atmosphäre auf. Das Wissen ist hier nicht nur dicht gesät, sondern lesenswert aufbereitet: übersichtlich, kompakt und gut.

Es lag in der Luft. Und am Krieg.

Hat nahe der Limmat alles angefangen? Oder doch in Paris, wo Marcel Duchamp bereits 1913 eine Fahrradgabel mit Rad in einen Küchenhocker steckte? Oder 1915 in New York, wohin er emigrierte und Zugang zu dem Zirkel des Sammlerehepaares Arensberg fand? Oder eben doch in Zürich, wohin auf den Monat genau vor einhundert Jahren die Vortragskünstlerin Emmy Hennings und der Philosoph und Dramaturg Hugo Ball flüchteten? Die Ideen lagen mehrerenorts in der Luft.

KUNST

Die Dada La Dada She Dada: bis 28. Juni 2015, Kunstmuseum Appenzell. kunstmuseumappenzell.ch Buchvernissage mit Ina Bösch: 28. Mai, 18.30 Uhr Dada Soirée mit Cora Chilcott: 20. Juni, 19.30 Uhr


Der «swarthy» Mittelholzer Bis Anfang Mai ist im Kulturraum am Klosterplatz die Ausstellung zu Walter Mittelholzer zu sehen, dem St.Galler Afrikaflieger. Ins komplexe Kolonialthema hätte auch ein anderer Mittelholzer gepasst: Edgar Mittelholzer (1909–1959), Schriftsteller mit Wurzeln in Guyana und Innerrhoden. von Richard Butz

Irgendwann in den 1950erJahren, so will es eine von Peter K. Wehrli aus dem südamerikanischen Guyana mitgebrachte Anekdote, taucht an einem stürmischen Winterabend auf dem Weg von Haslen nach Schlatt im Gehöft Mittelholz ein dunkelhäutiger Mann mit europäischer Haartextur auf und klopft an die Tür: «Mein Name ist Mittelholzer. Sie heissen auch Mittelholzer. Deshalb möchte ich Sie kennenlernen.» Er wird nach einigem Edgar Mittelholzer als Kind. Zögern eingelassen, und die verdutzte Bauernfamilie erfährt, um wen es sich handelt: Es ist Edgar Augustin Mittelholzer, 1909 in New Amsterdam in der damals noch britischen Kolonie Guyana geboren, und im englischen Sprachbereich ein bereits erfolgreicher Schriftsteller.

Ein Paket mit Silberlöffel

Mittelholzer ist auf der Suche nach seinen appenzellischen Vorfahren. Sein Urahn, den er «Herr C. Mittelholzer» nennt, kam zwar im 18. Jahrhundert aus Genf nach Guyana und arbeitete als Plantagenmanager, die Familienspuren aber führen ins Innerrhodische. Mittelholzers Suche bringt ihn zum Appenzeller Tierarzt Dr. Johann Mittelholzer, der im Besitz einer für ihn interessanten vergilbten, in deutscher Sprache verfassten Familien- und Geschäftschronik ist. Diese war im Jahre 1886 bei seinem Vater gelandet, abgeschickt in Guyana, ohne Absender. Miteingepackt in das Paket war ein grosser Silberlöffel, welcher der Tierarzt dem Schriftsteller zeigen kann. Im Gespräch weist er ihn darauf hin, dass in dieser Chronik immer wieder die Vornamen Constanz und Constantine vorkommen. Daraus zieht der Guyaner den Schluss, dass es sich beim «C» des «Herrn Mittelholzer» wohl um die männliche Variante dieses Vornamens gehandelt haben muss. Ein weiteres Indiz: Der Säbel im Besitz eines Onkels in Guyana, mit dem sich ein altvorderer Onkel in den blutigen Aufständen von 1763 gegen rebellierende Sklaven verteidigt haben soll.

Als «Mischling» diskriminiert

In seinen 1963 veröffentlichten Memoiren A swarthy boy, beschreibt Mittelholzer seine Suche in Appenzell, allerdings ohne den Besuch auf dem Gehöft Mittelholz zu erwähnen. Aber, so berichtet Peter K. Wehrli 2001 in der Zeitschrift «orte»: In seiner Heimat, wo er fast den Status eines Nationalhelden geniesse, bestehe kein Zweifel an der Appenzeller Herkunft. «Und wenn die Bibliothekarin in der ‹National-Library› gar die Namen von Orten wie Appenzell, von Weilern wie Mittelholz, Haslen, Honegg oder Rämsen so selbstverständlich ausspricht, als seien es jedermann bekannte Hauptstädte wichtiger Länder, dann weckt dies die Neugier des heutigen Besuchers aus der Schweiz, mehr zu erfahren…» In seinen Erinnerungen beschreibt Mittelholzer eindrücklich das Entsetzen seines hellhäutigen Vaters, als er mit Edgar einen negroiden Knaben in den Armen hält. Sein einziger Trost: Seine Haare wachsen steckengerade, und «kein Anzeichen von negroiden Spiralen». Im Anhang dieses Buches vermittelt er ein genaues und erschreckendes Bild über die Gesellschaftsstruktur seiner Heimat und die dort verbreiteten Diskriminierungspraktiken. Themen wie Rasse, das «alte Blut» (gemeint ist das möglichst reine), religiöse Bigotterie, Klassengrenzen, sexuelle Gewalt und Inzest, Geister und dunkle Schatten prägen Mittelholzers gesamtes literarisches Schaffen. In der rasant geschriebenen, bewusst mit den Mitteln der Kolportage arbeitenden Trilogie Kaywana, seinem grössten Bucherfolg, breitet er diese Themen fast schon genüsslich aus. Zuletzt lässt er die 93-jährige, rassen- und klassenbewusste Nachfahrin der Titelfigur im Sklavenaufstand bei der Verteidigung des Familienbesitzes umkommen. Als Schriftsteller hat er erst 1950 mit seinem Debütroman A morning at the office Erfolg bei der Kritik und beim Lesepublikum. Fortan kann er fast im Jahrestakt einen Roman veröffentlichen, bis er wegen Pornografievorwürfen bei seinem Verleger auf Ablehnung stösst. Nach Stationen in Kanada, Barbados, Scheidung, Kauf einer Farm in Surrey und Neuverheiratung gerät Mittelholzer finanziell in eine desolate Situation und nimmt sich im Mai 1959 das Leben. Im deutschsprachigen Raum ist er trotz einiger Übersetzungen, mit einer Ausnahme alle in den 1950er-Jahren erschienen, heute weitgehend unbekannt. In der Innerrhoder Kantonsbibliothek findet sich einzig die deutsche Teilübersetzung seiner Memoiren. Noch harrt diese spannende Appenzeller Familien-, Auswanderer- und Kolonialgeschichte einer intensiven und verlässlichen Aufarbeitung.

GESCHICHTE

Peter K. Wehrli: Tropische Erzählkunst vom Äquator, in: «Orte» Nr. 122, Zelg AR 2001. Peter K. Wehrli: Schreiben unter dem Kreuz des Südens. Edgar Mittelholzer, Rui Knopfli, Blaise Cendrars, Alfonsina Storni, in: Beat Schläpfer (Hrsg.): Swiss Made. Die Schweiz im Austausch mit der Welt. Zürich 1998. Edgar Mittelholzer: A swarthy boy. London 1963 (teilweise übersetzt von Olga Mitteholzer als Ein schwärzlicher Knabe, Eigenverlag 1968). Kaywana. Berlin 1954. Weitere deutsche Übersetzungen (nur antiquarisch erhältlich): Glühende Schatten. Hamburg 1957; Hurrikan Janet. Bremen 1959; Glühende Schatten. Frankfurt am Main 1989.

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Heimleiter für Schwererziehbare

Lies mit uns! Die CaBi-Anlaufstelle gegen Rassismus hat eine Lesekampagne mit Irena Brežnás Buch Die undankbare Fremde gestartet. von Eva Bachmann

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«Wir liessen unser Land im vertrauten Dunkel zurück und näherten uns der leuchtenden Fremde. ‹Wie viel Licht!›, rief Mutter. Die Strassenlaternen flackerten nicht träge orange wie bei uns, sondern blendeten wie Scheinwerfer. Mutter war voller Emigrationslust und sah nicht die Schwärme von Mücken, Käferchen und Nachtfaltern, die um die Laternenköpfe herumschwirrten, bis sie, angezogen vom gnadenlosen Schein, verbrannten und auf die saubere Strasse herunterfielen.»

So beginnt Irena Brežnás Roman, und so beginnt nach der Flucht aus der düsteren Diktatur die lichte Zukunft im neuen Land. Doch Glücksgefühle wollen sich keine einstellen, das Mädchen ist vielmehr auf das Unerwünschte, die Mücken und Käfer, fixiert. Niemals will es so werden wie die Fremden, sich niemals so nah heranwagen, dass es sich verbrennt. Das führt zu Konflikten: «Hier herrschte das System und ich war der pure Zufall.» – «Sie hielten die Zeit an kurzer Leine, meine Zeit war ein steiler Schwalbenflug.» – «Ich hielt sie für verklemmt, sie mich für unberechenbar.» Das Mädchen begehrt auf. Es motzt. Fazit: Integration fehlgeschlagen?

Von Jodeln bis Pilates

«Unter Integration wird heute weitgehend Assimilation verstanden», sagt Marina Widmer von der CaBi-Anlaufstelle gegen Rassismus in St.Gallen. «Dankbarkeit und Anpassung wird erwartet», die Migrantinnen und Migranten sollen unauffällig sein. Sie sollen sich integrieren, doch Integration sei ein gemeinsamer Prozess. «In welche Gesellschaft sollen sie sich denn integrieren: in den Jodlerklub, in die Pilates-Gruppe, in eine städtische oder ländliche Kultur? Die Schweizer Gesellschaft in sich ist vielgestaltig.» Für Marina Widmer ist das Ziel der gegenseitige Respekt gegenüber dem Anderssein. Und das Öffnen von Räumen für ein Miteinander. Dass die Fremden an ihrer Kultur festhalten, akzeptieren viele schlecht, dabei wäre das gegenseitige Kennenlernen eine grosse Bereicherung. Genau davon erzählt das Buch von Brežná. Die einen verlangen von der Zugewanderten, dass sie zuverlässig und pünktlich wird wie eine Schweizer Uhr. Die anderen spielen die Mitleidskarte angesichts des schweren Schicksals. Die gegenseitigen Vorurteile sind zementiert. Und das Buch findet dafür deutliche Worte: Die Schweizer seien in ihrem Herzen «passionierte Heimleiter für Schwererziehbare», heisst es darin. «Das muss man aushalten», sagt Marina Widmer. Das Buch fordert zur Diskussion heraus.

nem feinen Schalk durchzogen, der schwere Erfahrungen in ein Lächeln auflöst. Eingeflochten sind auch Geschichten von anderen Migranten, mit denen Brežná als Dolmetscherin in Kontakt kam. Am Schluss findet die Protagonistin zu einer Versöhnung mit ihrer neuen Heimat, indem sie sich selbst und allen anderen zugesteht, so zu leben, wie sie halt sind. Dass Auseinandersetzung und Versöhnung möglich sind, hat Irena Brežná bei Lesungen erfahren. Aus der Betroffenheit auf beiden Seiten entstanden Gespräche. Sie schreibt dazu: «So stelle ich mir die Einwanderungsgesellschaft vor, als eine schmerzvolle und befreiende gegenseitige Annäherung. Wir erzählen uns Geschichten, schöne, schreckliche, witzige, Erfahrungen und Gedanken vom anderen Ufer. Doch der Fluss ist derselbe. In die multikulturelle Gesellschaft – und sie ist nicht mehr rückgängig zu machen – müssen sich alle integrieren.»

Geschichten, die menscheln

Die Lesekampagne will diese vertiefte Diskussion darüber anstossen, wie wir alle miteinander leben können. «Das Buch spricht viele an», sagt Marina Widmer, «das Erzählen ermöglicht es, andere Menschen in ihren Gefühlen wahrzunehmen». Für Gruppen, die gemeinsam Die undankbare Fremde lesen wollen, hat das CaBi-Team eine Lesemappe zusammengestellt, und es unterstützt Organisationen, die eine Lesung mit Irena Brežná organisieren wollen. In St.Gallen, Heerbrugg, Herisau und Rorschach hat die Idee schon Fuss gefasst, auch Dozentinnen an der Pädagogischen Hochschule und der Fachhochschule für Soziale Arbeit wollen den Roman aufgreifen. Weitere – hoffentlich viele – sollen folgen.

Wut und Schalk

Irena Brežná ist 1968 aus der Tschechoslowakei in die Schweiz gekommen. Und sie hat sich lange Zeit gelassen, um Die undankbare Fremde zu schreiben. Es brauchte Mut, aber es brauchte auch die Überwindung der Wut. Der Text ist von ei-

LITERATUR

Alle Veranstaltungsdaten und Materialien zum Buch: liesmituns.ch Irena Brežná: Die undankbare Fremde, Galiani Berlin, 2012, Fr. 23.90, TB Fr. 12.90


Den Zeilen mehr Geschichten geben

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Kein Grund zur Beunruhigung, aber dennoch eine Herausforderung: René Oberholzers neuer Lyrikband. von Etrit Hasler Es mag absurd sein, wenn ausgerechnet ein Vielschwätzer wie ich über René Oberholzer schreibt. Denn Oberholzer ist das Gegenteil eines Vielschwätzers. Er ist eher ein Heimlifeis mit lakonischen Geschichten. Ein lyrisches Orakel. Einer, dessen Sätze und Wendungen man seitenweise interpretieren könnte, wenn man denn wollte. Der schreibt, «Man sollte den Geschichten nicht mehr Zeilen geben / sondern den Zeilen mehr Geschichten», und das selber ernst meint. Als Gegenentwurf zu Goethes Axiom, wonach Gedichte «gemalte Fensterscheiben» sind. Aber Absurdes passt zu ihm. Oberholzer nimmt Geschichten und reduziert sie mit poetischem Skalpell, so lange, bis nichts mehr wegzulassen ist. Nicht einmal Satzzeichen. Das macht ihn zu einem der wenigen konsequenten Ostschweizer Lyriker. Wobei: Lyriker sei er keiner, sagt er. Seine Gedichte sind nicht im Versmass geschrieben, reimen sich nicht, tragen keinen eingeschriebenen Singsang. Dafür eine Spannung in sich, die sich meist erst am Schluss eröffnet – eine Art mehrstrophige Haikus mit kafkaesken Punchlines.

arten und keine Markennamen. Stattdessen Hunde und Vögel. Ein Telefon. Bäume. Menschen, die auf Vornamen reduziert werden, und statt mit grossen psychologischen Backstories ausgestattet, in den Oberholzerschen Wendungen aus ihrer Zweidimensionalität befreit werden. Meist in der letzten Zeile. «Ich verliere die Beherrschung», kann er da in eine serene Bergszenerie werfen. Oder feststellen, dass sowohl ein Baby und ein Handy strahlen, wenn man mit ihnen spricht. Es schaffen, mit sieben Worten auf acht Zeilen die Sprachgefangenheit eines Dementen auszudrücken. Die Toten eines undemokratisch befohlenen Bombenabwurfs in einem undemokratischen Land zu Demokraten zu machen. Und über Gedichte wissen: «Verbrannt / Schmecken sie /Am besten».

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Teamplayer auf Ohrenhöhe

Falls Sie Oberholzer nicht kennen: Er ist ein Kuriosum in der Ostschweizer Literaturszene. Obwohl er seit knapp 30 Jahren Gedichte und Kurzgeschichten schreibt, hat er in der ganzen Zeit gerade einmal vier Bücher veröffentlicht – stattdessen steht er immer wieder auf der Bühne, und das, ohne dabei auf die Slambühne ausweichen zu müssen. Dort war er nur einmal zu sehen – an einem der allerersten überhaupt, im April 2000, im Gaswerk Winterthur. Stattdessen sucht er sich Bühnen, auf denen seine absurden Kurzgeschichten und Gedichte Platz bekommen. Vor allem aber ist er ein Teamplayer, was gerade in der Literatur eine Seltenheit ist. Seit 14 Jahren betreibt er die Autorengruppe Ohrenhöhe, eine Art literarischer Workshop mit wechselnder Besetzung (derzeit mit Helen Knöpfel und Eva Philipp), die sich alle zwei Wochen trifft, um sich auszutauschen und gemeinsam zu schreiben. Sich dabei immer wieder an den «Stilübungen» des surrealistischen Dichters Raymond Queneau orientiert. Und konstant mit szenischen Lesungen in Erscheinung tritt. Parallel dazu gründete er mit seiner damaligen Partnerin, der inzwischen verstorbenen Schauspielerin und Autorin Aglaja Veteranyi, die Experimentiergruppe «Die Wortpumpe». Und seit er das Internet entdeckt hat, treibt er sich aktiver als viele andere Ostschweizer Schriftsteller auf diversen elektronischen Portalen herum.

Hunde, Kinder, Krieg und Sport

Mit Kein Grund zur Beunruhigung veröffentlicht Oberholzer nun sein erstes Buch seit neun Jahren und seinen ersten Lyrikband seit 2002. Es ist, wenn man das so sagen darf, eine Sammlung von «typischen» Oberholzer-Texten, auch wenn man von der Bühne her eher seine Kürzestgeschichten kennt. Seine Gedichte sind noch reduzierter. In der ihm eigenen abstrakten Sprache geschrieben – da tummeln sich keine Tier-

Über die 236 Texte leitet er die Lesenden durch diverse Themenblöcke, ohne diese als Kapitel zu kennzeichnen. Die Klammer bilden Liebesgedichte zu Beginn und zum Schluss, dazwischen begegnen uns Hunde, Kinder, Krieg und Sport – der Übergang ist dabei fliessend. Über Beatles und Poesie geht es in die Natur und an den Strand, wo die Liebe wieder auftaucht. Die Texte sind fast ausnahmslos kurz gehalten (ausgerechnet ein Fussballgedicht ist das einzige, das nicht auf einer Seite Platz hat), spielen mit Formen von Einkaufslisten, dem Gebet oder dialektischen Zeilenpaaren – sogar ein Bergsteigerrap ist dabei. Kein Grund zur Beunruhigung ist kein Buch, das man am Stück durchlesen will. Oder sollte. Wie jede gute Lyrik fordert sie dazu auf, selber zu denken. Bei Oberholzer sowieso. Die falschen Fährten, die er gerne legt und sofort wieder aufsprengt, laden viel eher dazu ein, jeden Tag eines zu lesen. Vielleicht beim Zugfahren. Oder auf einer Parkbank. Oder beim Kaffee. Oder auf dem Klo. Jedenfalls irgendwo, wo man ungestört ist. Denn auch wenn Kein Grund zur Beunruhigung besteht: Fordernd sind seine Texte allemal. Und wert, dass man sich die Zeit dafür nimmt.

LITERATUR

René Oberholzer: Kein Grund zur Beunruhigung, Driesch Verlag, Drösing 2015, Fr. 18.–. Im Buchhandel oder unter reneoberholzer.ch erhältlich. Buchvernissage: 1. Mai, 19.30 Uhr, Raum für Literatur, Hauptpost St.Gallen


56 Weiss auf schwarz Seien Sie auf der Hut

Eine französische Studie, publiziert im April in «Libération», hat in Sachen Fremdenhass Erschreckendes ergeben: Mit Abstand am verhasstesten unter den Volksgruppen sind demnach die Roma. In der Grande Nation, Mutterland der Menschenrechte, finden es rund 70 Prozent der Bevölkerung völlig in Ordnung, wenn Angehörige der Roma-Minderheit beschimpft werden. Gegenüber arabischen Migranten ist die Zurückhaltung laut Studie weit grösser. Mariella Mehr, die Schweizer Schriftstellerin, ist eine Jenische, ein Kind Fahrender. 1947 geboren, wurde sie von der Aktion «Kinder der Landstrasse» ihrer Mutter entrissen, wuchs in Heimen auf, kam ins Gefängnis. Ihre schmerzliche Geschichte hat sie in Romanen, Gedichtbänden und Reportagen verarbeitet und sich auch politisch engagiert, unter anderem als Mitgründerin der Radgenossenschaft der Fahrenden. In den 1990er Jahren zog sie nach Italien, seit kurzem lebt sie wieder in der Schweiz. Herausragend ist ihre als «Gewalttrilogie» publizierte Romanreihe, Daskind (1995), Brandzauber (1998) und schliesslich Angeklagt. Der letzte Teil, 2002 publiziert und 2013 als Hörbuch neu aufgelegt, kommt jetzt in einer Theaterfassung auf die Bühne und im Mai in die Ostschweiz, produziert von «lux&ludus». Ein verstörender Text – Kari Selb, Opfer und Täterin zugleich, erzählt ihrer Gerichtspsychologin von den Brandstiftungen und Gewalttaten, die ihr zur Last gelegt werden, aber auch von den traumatischen Erinnerungen an ihre Kindheit. Es geht vordergründig um die Zurechnungsfähigkeit der jungen Frau, auf der sie selber besteht – hintergründig aber steht eine Gesellschaft am Pranger. Missbrauch durch den Vater, eine alkoholkranke Mutter, eine hermetisch verschlossene Gesellschaft: Das ist der Ausgangspunkt für Karis Rebellion. Gemeinsam mit ihrem Alter Ego Malik legt sie Brände und begeht Morde an weiblichen Opfern. In einem ausufernden Monolog, auf der Hör-CD packend gesprochen von Susanne-Marie Wrage, legt Kari Rechenschaft ab. «Ich bin im Zustand der Gnade. Ich töte. Ich bin» heisst einer der provokativen Sätze. Dazu zitiert Mariella Mehr im Vorwort Michel Foucault: «Weibliches Töten ist ein Schritt aus der weiblichen Sprachlosigkeit.» Die Bühnenfassung hat ein Team um Regisseurin Gisela Nyfeler, die in St.Gallen aufgewachsene Produzentin Lucia Bühler, Schauspielerin Julia Monte und Klangkünstlerin Rea Dubach erarbeitet. Faszinierend sei «die Poesie der Sprache, die Wucht der Geschichte und deren Aktualität», heisst es im Programm. Nach der Uraufführung in Bern kommt Angeklagt jetzt als Gastspiel ins Theater 111 in St.Gallen und in die Alte Stuhlfabrik Herisau. (Su.) Aufführungen: 1. und 2. Mai, 20.15 Uhr, Theater 111 St.Gallen 9. Mai, 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik Herisau angeklagt.ch

Sie gehen nach Deutschland. Dorthin gehen Sie als Teil der Streitkräfte der Vereinigten Nationen, die bereits an vielen Fronten vernichtende Schläge gegen die deutsche Kriegsmaschinerie ausgeteilt haben. (…) Es mag Ihnen merkwürdig vorkommen, dass die Deutschen zugleich sentimental sind. Sie lieben melancholische Lieder. Sie neigen zu Selbstmitleid. Selbst kinderlose alte Ehepaare bestehen auf ihrem eigenen Weihnachtsbaum. Deutsche Soldaten haben mit polnischen und russischen Kindern gespielt, und dennoch gibt es genügend authentische Berichte, dass ebendiese Kinder erschossen oder verbrannt wurden oder verhungerten. Diese Mischung aus Sentimentalität und Gefühlskälte zeugt nicht von einem ausgewogenen Selbstbewusstsein. Die Deutschen haben ihre Gefühle nicht gut im Griff. Sie weisen einen hysterischen Charakterzug auf. Sie werden feststellen, dass Deutsche häufig bereits in Wut geraten, wenn auch nur die kleinste Kleinigkeit danebengeht. Zehntausende junger Männer sind in der SS systematisch zu Folterknechten und Henkern gedrillt worden. Manche wurden darüber wahnsinnig, aber andere gelangten an einen Punkt, wo sie jede Grausamkeit mit Gleichgültigkeit, wenn nicht gar mit Vergnügen ausführen konnten. Einfachen Bürgern wurde beigebracht, sich gegenseitig zu bespitzeln. Kleine Jungen und Mädchen wurden in der Hitlerjugend dazu aufgefordert, ihre Eltern und Lehrer zu denunzieren, wenn sie so unvorsichtig sein sollten, kritische Bemerkungen über Hitler oder seine Regierung zu machen. Das führte dazu, dass in Nazideutschland niemand seinem Nächsten trauen kann. Das bedeutet nicht, dass alle Deutschen Lügner, Heuchler und Unmenschen sind. Selbst die Erziehungsmethoden der Nazis waren am Ende nicht sehr erfolgreich. Es bedeutet jedoch, dass sich der deutsche Nationalcharakter unter dem Einfluss der Nazis deutlich verschlechtert hat. Seien Sie auf der Hut. Aus: Leitfaden für britische Soldaten in Deutschland 1944, aus dem Englischen von Klaus Modick, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2014. Im Herbst 1944 verteilte das britische Außenministerium einen Leitfaden an die 400’000 Soldaten der Invasion: ein Benimmbuch für die Eroberung Nazideutschlands. Im Rahmen seiner Theatertrilogie The Dark Ages lässt der Regisseur Milo Rau diesen Leitfaden vom Schauspieler Manfred Zapatka am 9. Mai im Westdeutschen Rundfunk lesen – 70 Jahre nach der Verkündigung der deutschen Kapitulation.

THEATER/WEISS AUF SCHWARZ

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Angeklagt: die Gesellschaft


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Monatstipps der Magazine aus Aarau, Basel, Bern, Luzern, Olten, Vaduz und Winterthur

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Vom Kampf für gleiche Rechte Aarau leistet sich ein neues Stadtmuseum, das dieser Tage eröffnet. Die erste Wechselausstellung kreist um Fragen der Demokratie. Mit historischen Objekten, Fotografien und Dokumenten wie etwa dem Brief einer Schulklasse, die sich im zweiten Weltkrieg beim Bundesrat über die Abweisung jüdischer Flüchtlinge empörte, erzählt sie die Geschichte vom Kampf um gleiche Rechte in unserer Gesellschaft. Demokratie! Von der Guillotine zum Like-Button Bis Sonntag, 31. Januar 2016, Stadtmuseum Aarau. stadtmuseum.ch

Aus- und Aufbruch Kriege, Krisen, Katastrophen, Korruption – das Bild Afrikas hat in den Medien ein Abo auf Bad News. Dass dieser Kontinent mehr zu bieten hat, zeigt eine Ausstellung im Vitra Design Museum zur Vielfalt des afrikanischen Designs, bei der zweierlei augenfällig wird: der Ausbruch aus den westlichen Prägungen und der Aufbruch in eine eigenständige Alltagsästhetik, die dem vermeintlichen Lost Continent eine Fülle von zukunftsweisenden Ansätzen entgegenhält. Making Africa Bis Sonntag, 13. September, Vitra Design Museum, Weil am Rhein. design-museum.de

Miró für die Ohren

Randerscheinung

Farbe, Form, Rhythmus, Komposition – Malerei und Musik teilen viele Begriffe. Oft wird Musik als farbig beschrieben und Bilder tragen einen Rhythmus in sich. Eine schwarze Melodie zu gelben Akkorden, rote Klänge zu den Rhythmen von Pinselstrichen: Der Baritonsaxophonist Matthias Tschopp vertont mit seiner hervorragend besetzten Band Bilder des grossen Malers Joan Miró (1893–1983). Moderne Kunst gespielt als Jazz: kreativ, originell, farbig. Matthias Tschopp Quartet plays Miró Samstag, 9. Mai, 21 Uhr, Vario Bar, Olten. jazzinolten.ch

«Alles Grosse entsteht in der Stille. Eine Blume, die sich öffnet, macht noch keinen Lärm.» So ein japanisches Haiku. Es steht für die Schlossmediale Werdenberg, ein internationales Festival für Alte Musik, Neue Musik und audiovisuelle Kunst. Es findet jedes Jahr über Pfingsten statt und steht dieses Jahr unter dem Thema «Randerscheinung». Schlossmediale Freitag, 22. bis Sonntag, 31. Mai, Schloss Werdenberg, Buchs. schlossmediale.ch

Gegen den Strom schwimmen «Leave the winning team» lautet das Motto des diesjährigen Theaterfestivals Auawirleben. 14 Produktionen setzen sich mit Gegenentwürfen und neuen Weltanschauungen auseinander. Gegen den Strom schwimmen ist in! Zu sehen ist zum Beispiel die Produktion «Sirens» (Bild), in der sechs Performerinnen der Gruppe Ontroerend Goed aus Gent den alltäglichen Sexismus und heutigen Feminismus sezieren. Auawirleben Donnerstag, 30. April bis Sonntag, 10. Mai, diverse Orte in Bern. auawirleben.ch

Stadt mit offenen Türen Wird der Grossteil des Jahres hindurch hinter verschlossenen Türen gemalt, geschliffen, gegossen, genäht, gezeichnet, gewerkt und gewirkt, so werden genau diese während dreier Tage im Jahr sperrangelweit geöffnet. Ziel des Atelier Marathons ist es, die Arbeit hiesiger Künstlerinnen und Künstler, interessierten Menschen zu präsentieren – mit rund 72 verschiedenen Lokalitäten. Atelier Marathon Donnerstag, 7. Mai bis Sonntag, 10. Mai, diverse Ateliers in Winterthur. ateliermarathon.ch

KULTURSPLITTER

Der Teufelsmaler Kürzlich war der eindrückliche Dokumentarfilm «Danioth – Der Teufelsmaler» im Kino zu sehen, nun widmet das Haus für Kunst in Uri dem Künstler eine Ausstellung. Sie zeigt Werke von Heinrich Danioth, kombiniert mit Arbeiten anderer zeitgenössischer (vielfach expressionistischer) Künstler wie etwa Hodler, Segantini, Kirchner oder Giacometti, um Verwandschaften und Unterschiede aufzuzeigen. Danioth und Weggefährten bis Sonntag, 17. Mai, Haus für Kunst, Uri. hausfuerkunsturi.ch

Mit Saiten zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. kulturpool.biz


Wird unterstützt von Schützengarten Bier

MONATSPROGRAMME 2 48 54 62 66 68 74 78

82 86 88

Theater St.Gallen Sufo St.Gallen Kellerbühne St.Gallen Salzhaus Winterthur Gare de Lion Wil Grabenhalle St.Gallen Palace St.Gallen Kinok St.Gallen Kugl St.Gallen Musig uf de Gass St.Gallen Zeughaus Teufen Museum im Lagerhaus St.Gallen Kunst Halle St.Gallen Schlossmediale Werdenberg Kunstmuseum Thurgau Heimspiel Promenaden Festival Rorschach

streichende Beats. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Primestyle HipHop. Phumaso & Smack, Fratelli-B. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Steve Kuhn Trio. Fein durchdachte Triomusik. Jazzhuus Lustenau, 21 Uhr Stickerei Jazz Trio & Jasmin Maissen. Jazz – Love. Einstein St.Gallen, 21 Uhr The Sunwashed Avenues (Winti), Jærven (SH), Suchas (LU). HC. TapTab Schaffhausen, 21 Uhr The Underground Youth. Shoegaze und Post-Punk in gespenstisch-schönem Gewand. Kaff Frauenfeld, 22 Uhr WildWildEast – Durch den Wilden Osten. Live: Gypsy Sound System Orchestra (Genf). Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr Captain Hook @ Outerspace. Progressive. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Norte, the End of History. Bildgewaltiges Porträt der philippinischen Gesellschaft. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Giulias Verschwinden. Regie: Christoph Schaub. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Fr 01. KONZERT

Beizenfestival Rockamfreitag. Altstadt Wil, 18 Uhr Laurenzen Vesper. Musik von Johannes Brahms, Texte von Hildegard von Bingen. Laurenzenkirche St.Gallen, 18 Uhr Gary Hoffmann, Nelson Goerner. Virtuoses Duo. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Max Lässer und das kleine Überlandorchester. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Odeon-Chôro Quintett. Ein emotionales und lebendiges Musikerlebnis. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Ravenking. Blues & Rock vom Feinsten. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Schubert – Die schöne Müllerin. Christoph Prégardien & Michael Gees. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Fatima Spar & Jazzorchester Vorarlberg. Völlig neues Programm der einzigartigen Stimme. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr First Attack in May. Metal Event. Flon St.Gallen, 20:30 Uhr Hosoo & Transmongolia. Meister des Kehlkopfgesangs und der mongolischen Musik. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Rough (CH). Kraftvolle und leidenschaftliche Rock-Musik. Bluesclub Bühler, 20:30 Uhr 1. Maifest: Fraine. Klavierklänge, Gitarren-Riffs mit Tiefe,

Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas. Von Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky. Spiegelhalle Konstanz, 19:30 Uhr Hexenjagd. Schauspiel von Arthur Miller. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Angeklagt. Theaterproduktion von Lux&Ludus. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Durchzug. Junges Theater Thrugau. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr On air. Mit dem Duo Luna-tic. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Das Tal. Uraufführung des Stücks von Pamela Dürr. Lokremise Wil, 20:15 Uhr

LITERATUR

Kein Grund zur Beunruhigung. Buchvernissage mit Lesung von René Oberholzer. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr

VORTRAG

Festakt zum 50jährigen Bestehen der Neuen Schubert-Ausgabe. Festvortrag von Thomas Seedorf. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Flüchtlinge und Arbeit. Belluna Abend. Solidaritätshaus St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Jass-Nachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach,

14 Uhr Phénoménal. Zirkus Knie. Spelteriniplatz St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Cosmic Boyz. Vernissage. Projektraum 4 1/2 St.Gallen, 18 Uhr Imagination of Nature – Der Traum von gebändigter Wildnis. Vernissage. Alte Fabrik Rapperswil, 19 Uhr Willi Keller – Malerei. Vernissage. Galeria d’Oséra Diepoldsau, 19 Uhr Réprobation du Travail. Ein Mittwoch wie jeder andere. Point Jaune Museum St.Gallen, 20 Uhr

Sa 02. KONZERT

Musikalische Unterhaltung. Akkordeon-Orchester. Alterszentrum Schwalbe Gossau, 15:15 Uhr Ständli mit dem Trachtenchor Heiden. Appenzeller Lieder, Zäuerli. Betreuungs-Zentrum Heiden, 15:15 Uhr Schubertiade. Carolina Ullrich & Marcelo Amaral. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Jazz Downtown. Max Petersen Trio. Spiegelhalle Konstanz, 19 Uhr Internationale Domorgelkonzerte. Mit Willibald Guggenmos, Domorganist. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr Maikonzert zu Maria. Kirche St.Maria Neudorf St.Gallen, 19:15 Uhr Female Bandworkshops. Musikzentrum St.Gallen, 20 Uhr Pontem Live Jazz. Claude Diallo & Jessica Galliker. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Schubertiade. Werner Güra & Christoph Berner. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Urstimmen. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Jenny Chi Quintett – Nosso Mar. Bossa Nova. Alte Fabrik Rapperswil, 20:30 Uhr Tommy Harris mit Dynamite Daze. Der Gentleman und die Topbegleitband. Bluesnights in Degersheim (Lokal), 20:30 Uhr Basement Roots (LU), Souljourney Sound. TankstellBar St.Gallen, 21 Uhr Clanx-Party. Ryan McGarvey, Support: Superjam. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Delilahs & Rock’n’Soul Club. Die ungezähmte Lust zur Weiterentwicklung. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Jazz-Rats feat. Waltraud Köttler. Mit einem Schuss Valse Musette, und einer Prise Bossa Nova. Casino Bad Ragaz, 21 Uhr Sina & Band. Vom ersten Ton an hat sie uns wieder am Haken. Altes Kino Mels, 21 Uhr Nomadton feat. Fa Ventilato. Die passende Tonspur zum Film «Tishe!». Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr Blumio, Jessica Jean, JayJay & DJ Stylo (D). Rap, HipHop. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr Das Lied schläft in der Maschine. Hypnorex, Playlove & Raban. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Rotfront. Soviet Klub Balkan-

01.–02.05.

beatz Party. Gare de Lion Wil, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Clouds 3 Jahre Jubiläum. Sound, Drinks und Grill. Kammgarn Schaffhausen, 18 Uhr BarPub.ch: HouseNight. Markthalle Toggenburg Wattwil, 20 Uhr Music Night 2015 by Stickyfingers. Tanzen und Leute treffen. Hotel Uno Wilen b. Wil, 20 Uhr Saisonschluss. Mit DJ Don8 & FJ Igor. Triebwerk Arbon, 20 Uhr Yarr Harr! Die Piratenparty. Freibeuterische Frivolitäten. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr We Love 80s. Music & Visuals by Clip Extensions. Salzhaus Winterthur, 22 Uhr Sascha Sibler, Floyde Lavine, Manuel Moreno. House. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Zu Ende leben. Trotz Gehirntumor will Tom sein Leben bis zuletzt auskosten. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Big Eyes. Tim Burtons neuster Streich mit Christopher Waltz. Kinok St.Gallen, 17 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Blue Velvet. Filmreihe David Lynch. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Kingsman: the Secret Service. Regie: Matthew Vaughn. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Marjolaine Minot. Mir stinkt das Glück! Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Written on Skin. Première. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Angeklagt. Theaterproduktion von Lux&Ludus. Theater 111 St.Gallen, 20 Uhr Che – die Möglichkeit einer Revolution. Von Annette C. Daubner. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Durchzug. Junges Theater Thurgau. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Irish Night – Swiss Made. Eine Chorkomödie in zwei Akten. Markthalle Altenrhein Staad, 20 Uhr Maria de Buenos Aires. TangoOperita von Astor Piazolla. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr On air. Mit dem Duo Luna-tic. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Philipp Galizia. Erzähltheater mit Kontrabass und Liedern. Mehrzweckhalle Walzenhausen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Sibylle und Michael Birkenmeier.

Theaterkabarett. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Theater Ariane «Peer Gynt». Ein schillernd buntes Stück Theater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Pit Stop or the lollipop man. Nachtzug Tanz. Lokremise St.Gallen, 21 Uhr

LITERATUR

Generalprobe. Vernissage neues Buch: mit Andreas Stahel und Hans Gysi. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Gabriel Vetter. Viva la Résidence – Poetryslam. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr

VORTRAG

Musikwerkstatt: Musikforschung und -praxis im Dialog (I). C. Prégardien, W. Dürr, U. Liska, T. Seedorf. Sittikus-Saal Hohenems, 10 Uhr

KINDER

Die kleine Hexe. Dialektmärchen nach dem Kinderbuchklassiker. Stadttheater Schaffhausen, 14 und 17 Uhr Pinocchio. Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Pinocchio? Migros Seepark Kreuzlingen, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Rolf der Wolf. Schulhaus für Brückenangebote Frauenfeld, 17 Uhr Cinderella. Regie: Kenneth Branagh. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr

DIVERSES

Kurs «Maibock». Braukurs mit Stör- & Mikrobrauerei Gabier. Brühlstr. 14 Arbon, 09 Uhr Kulturlandsgemeinde 2015. Wir erben – wir Erben. Kursaal Heiden, 10 Uhr Tag der offenen Tür. Schaudepot St.Katharinental Diessenhofen, 11 Uhr Touched by the Dance of Life. Nia Playshop. Nia/GymAllegro GmbH St.Gallen, 11 Uhr Phénoménal. Zirkus Knie. Spelteriniplatz St.Gallen, 13:30, 17 und 20:30 Uhr Heimspiel. FC Fortuna – SC Bronschhofen. Kreuzbleiche St.Gallen, 16:30 Uhr Jahresfestefeiern – Walpurgis/ Beltane. Offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr Philosophiestunde. Philosophieren im KulturPunkt. Kultur Punkt Flawil, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Malerei! Vernissage. Galerie Adrian Bleisch Arbon, 16 Uhr Franz Wolgensinger – Deine Bilder in meinen Bildern. Vernissage. Schloss Dottenwil Wittenbach, 17 Uhr

Saiten 05/2015

Kalender Mai 2015

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Saiten 05/2015

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The Underground Youth in Frauenfeld

Am Anfang war ich sehr verliebt…

Theaterkabarett mit den Birkenmeiers

Sinas berührende Geschichten

Frauenfeld ist um ein Kulturkaffee reicher! Das «Käptn» ist im Erdgeschoss vom KAFF einquartiert und wird gebührend eröffnet. Dazu reisen nämlich The Underground Youth aus Manchester an. Die Band um Craig Dyer spielt Shoegaze und PostPunk: Do-it-yourself-Sound mit viel Fuzz und hedonistischen Heilsversprechen. Neben The Underground Youth hat das KAFF am «Käptn»-Eröffnungswochenende die italienische StonerBand Black Rainbows und das französische Dub-Quartett D’Aqui Dub geladen. Oh Käptn, my Käptn! Freitag 1. Mai, 21 Uhr, KAFF Frauenfeld. kaff.ch

Ein berührendes Theaterprojekt zu häuslicher Gewalt, entwickelt und gespielt von der fabriggliTheatergruppe unter der künstlerischen Leitung von Brigitte Walk. Ausgehend vom gemeinsamen Gespräch und intensiver Recherchearbeit wurden Szenen entwickelt. Entstanden ist ein Theaterstück, das anhand von vier Frauengeschichten einige der Facetten dieser Gewalt zeigt und sich fragt, wie aus Liebe plötzlich Gewalt werden kann. Doch das Stück gibt auch Anlass zur Hoffnung, dass sich etwas ändern wird. Premiere Samstag, 2. Mai, 20 Uhr, Fabriggli Buchs. Weitere Termine siehe fabriggli.ch

Das Geschwister-Duo aus Basel gehört zu den Erfahrensten und Vielseitigsten in ihrem Fach. Mit virtuosem und rasantem Wechselspiel aus Wort, Gesang, Instrumentalmusik und Szenerie sind die Birkenmeiers ein Begriff für gesellschaftskritisches Theaterkabarett in der Schweiz geworden. Immer an der Weiterentwicklung ihres Genres interessiert, sind ihre Programme heute humorvoll und bitterbös, engagiert und sachverständig, immer aber steht ihr Engagement auf der Bühne für das, was Menschen nährt und lebendig macht. Samstag, 2. Mai, 20:15 Uhr, Chössi Lichtensteig. choessi.ch

Auf ihrem neuen Album «Tiger&Reh» mischen sich folkige Songs mit Balladen, treffen kraftvolle Popsongs auf melancholische Heimatlieder. Und natürlich wieder Geschichten über Fernweh und das Hierbleiben, die Suche nach dem Glück und die Liebe. Sinas Geschichten sind die unsrigen. Auch nach 20 Bühnenjahren ist genau das immer noch ihre Stärke. Sie besingt das Leben ihres Publikums: beschwörend, betörend und berührend. Und auf einmal strahlt der eigene Alltag ein kleines bisschen schöner. Samstag, 2. Mai, 21 Uhr, Altes Kino Mels. alteskino.ch

So 03. KONZERT

Klassikmatinée – Zeit zum Zuhören. Werke von Telemann, Schumann, Bach, Fauré und DeFord. Schloss Dottenwil Wittenbach, 11 Uhr Schubertiade. Liederabend. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Biel-Bienne Jazz & Impro Orchestra. Slawisch folkloristische Jazzsuite von Daniel Erismann. Grabenhalle St.Gallen, 17 Uhr Im wunderschönen Monat Mai. Liederabend mit Jürg Hanselmann und Karl Jerolitsch. Vaduzer-Saal, 17 Uhr Jam-Point. Mit Basisband. Schlosshof Altikon, 17 Uhr Kornelia Bruggmann – Canti del Capricorno. Musikalisch-visuelle Neuinterpretation. Munot – Kasematte Schaffhausen, 17 Uhr Sonntags um 5. Kammermusik mit Werken von Schostakowitsch und Tschaikowsky. Forum St.Katharinen St.Gallen, 17 Uhr Frühlingskonzert. Töbi Tobler, Stefan Baumann & Franz Pfab. Pfarrkirche Oberegg, 19 Uhr Loom. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Canciones a mi Habana. Kubanischer Liederabend. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr D’Aqui Dub (F). Dub. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Schubertiade. Benjamin Appl & Graham Johnson. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr

FILM

Unter Menschen. Wiedergutmachung für traumatisierte Forschungsschimpansen. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Zu Ende leben. Trotz Gehirntumor will Tom sein Leben bis zuletzt auskosten. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Big Eyes. Tim Burtons neuster Streich mit Christopher Waltz. Kinok St.Gallen, 15 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr The Second Best Exotic Marigold Hotel. Regie: John Madden. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Isidor – Wohnen im Wald. Schweiz 2014, Lukas Schwarzenbacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Wer bist du denn? Stück über Fremdsein, Neugierde und Freundschaft. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 15:15 Uhr Durchzug. Junges Theater Thurgau. Eisenwerk Frauenfeld, 17 Uhr Monte Verità, Ascona (1900 – 2015). Collage mit Texten, Bildern, Musik und Tanz. Theater 111 St.Gallen, 17 Uhr

Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 18 Uhr Theater Ariane «Peer Gynt». Ein schillernd buntes Stück Theater. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Gespenster. Schauspiel von Henrik Ibsen. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Musikwerkstatt: Musikforschung und -praxis im Dialog (II). Mit Graham Johnson, Carolina Ullrich, Benjamin Appl, uvm. Sittikus-Saal Hohenems, 10 Uhr

KINDER

Picknick & Genusstag. Hofladen Osterhalden, Familie Büchi Frauenfeld, 11 Uhr Die kleine Hexe. Dialektmärchen nach dem Kinderbuchklassiker. Stadttheater Schaffhausen, 14 Uhr Frühlingsknall im Wurzelstock. Waldfigurentheater. Falkenwald Riethüsli St.Gallen, 14 Uhr Spielen für Kinder & Erwachsene. Spielenachmittag. Treppenhaus Rorschach, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen,

03.–04.05.

14:30 Uhr Rolf der Wolf. Schulhaus für Brückenangebote Frauenfeld, 14:30 Uhr Gespensterjäger. Regie: Tobi Baumann. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Käpten Knitterbart. Männer raus aufs Boot! Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr

DIVERSES

Phénoménal. Zirkus Knie. Spelteriniplatz St.Gallen, 10:30, 14:30 und 18 Uhr Kulturlandsgemeinde 2015. Wir erben – wir Erben. Kursaal Heiden, 11 Uhr Tag der offenen Tür. Schaudepot St.Katharinental Diessenhofen, 11 Uhr Fluchtwege. Auf den Spuren des Films «Akte Grüninger». Jüdisches Museum Hohenems, 11:30 Uhr Heimspiel. FC Winti – FC Biel. Schützenweise Winterthur, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 10 Uhr Ursula Forster – Textile Transformationen. Apéro. Galerie vor der Klostermauer St.Gallen, 10 Uhr Sammlung Mina und Josef John – im Museum im Lagerhaus. Führung mit dem Sammlerpaar. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr St.Gallen im Bild – Stadtbilder

erzählen Stadtgeschichte. Einblick mit Stadtrundgang. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. Finissage mit Gästen. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 16 Uhr

Mo 04. KONZERT

Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Bluesonix. Musikalisches Können & Spielfreude. Gambrinus Jazz Plus St.Gallen, 20 Uhr Schubertiade. Liederabend. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Faber (Zürich). Wort(wahn)witz und feiner Versagerhumor. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

FILM

Norte, the End of History. Bildgewaltiges Porträt der philippinischen Gesellschaft. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Isidor – Wohnen im Wald. Schweiz 2014, Lukas Schwarzenbacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr

BÜHNE

Roméo et Juliette. Tanzstück von Beate Vollack, Musik von Hector Berlioz. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Der Wetterfrosch. Die Erstellung eines Wetterberichts. Gymnasium


Biel-Bienne Jazz & ImproOrchestra

Architektonische «Strategy of the Wild»

Vadian Lectures mit Alois Riklin

Kanti spielt Mozarts Zauberflöte

Das BBJIO präsentiert seine aktuelle CD «Derwish-Suite». Die slawisch-folkloristische Jazz-Suite stammt aus der Feder des Bieler Jazztrompeters Daniel Erismann und entführt das Publikum auf eine Reise zwischen sehnsüchtigen osteuropäischen Melodien und vorwärtstreibenden, verspielten Rhythmen. Eindringliche Melodien, überraschende Klangfarben und die Spielfreude von elf Musikerinnen und Musikern machen das BBJIO zu einem einzigartig-frischen Klangkörper mit Ausstrahlung weit über Biel hinaus. Sonntag, 3. Mai, 17 Uhr, Grabenhalle St.Gallen. grabenhalle.ch gambrinus.ch

Die Landschaftsarchitekten Lukas Schweingruber und Robin Winogrond sprechen über das Spannungsfeld von «Structure – Non Structure»: In der überbestimmten Stadtlandschaft wächst die Sehnsucht nach Unkontrolliertem. Auf den Spuren eines Gefühls von Wildnis irren Städter durch schrumpfende Territorien am Stadtrand, um etwas von der Sinnlichkeit der Natur zu erhaschen. Landschaftsarchitekten hingegen sind angetreten, um Struktur herzustellen. Das schafft Reibungsflächen im Land, wo alles unter Kontrolle ist. Montag, 4. Mai, 19:30 Uhr, Architektur Forum Ostschweiz. a-f-o.ch

Die zweite Veranstaltung der Vadian Lectures des Zentrums für Ethik und Nachhaltigkeit ZENFHS widmet sich dem Thema «Dialog statt Zusammenprall der Kulturen». Der Politikwissenschaftler Alois Riklin spricht in seinem Vortrag aus einer globalen Perspektive darüber, wie der Dialog zwischen verschiedenen Kulturen gelingen kann. Die Veranstaltung ist öffentlich und kostenfrei, eine Anmeldung an zen@fhsg.ch ist erforderlich. Donnerstag, 7. Mai, 18 Uhr, Kantonsratssaal St.Gallen. fhsg.ch/vadianlectures

Mit der Zauberflöte von W.A. Mozart nimmt sich die Kantonsschule Trogen eines der populärsten Werke der Operngeschichte vor, vielgespielt und wohlvertraut. Doch dieser Stoff lässt immer wieder auch neue Blicke zu. Hinter der märchenhaften Geschichte zeigen sich existenzielle Grundthemen des Menschen. Diese tieferen Schichten werden in der szenischen Umsetzung sichtbar gemacht. Dazu erklingt die unsterbliche Musik, die die Sängerinnen, Sänger und das Orchester vor grosse Herausforderungen stellt. Donnerstag, 7. Mai bis Samstag, 9. Mai, 19 Uhr, Sonntag 10. Mai, 17 Uhr, Kantonsschule Trogen. kst.ch

Friedberg Gossau, 20 Uhr Falling in Love. Jukebox-Musical von Stephan Benson. Löwen Andelfingen, 20 Uhr Freudenfrau. Susanna Schwager & Nadja Zela. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Egersdörfer und Puntigam – Erlösung. Kabarett. Tak Schaan, 20:09 Uhr

LITERATUR

Dichtungsring St.Gallen Nr.96. Kerzenschein und Absinth vorhanden. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr

VORTRAG

Struktur und Raum. Mit Lukas Schweingruber, Robin Winogrond. Architektur Forum Ostschweiz St.Gallen, 19:30 Uhr

DIVERSES

Phénoménal. Zirkus Knie. Spelteriniplatz St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Vom Lustgarten ins Paradies. Vernissage. Rathaus St.Gallen, 17 Uhr

Di 05. KONZERT

Schubertiade. Emmanuel Pahud & Khatia Buniatishvili. SittikusSaal Hohenems, 16 Uhr Schubertiade. Jerusalem Quartet. Sittikus-Saal Hohenems,

20 Uhr Blue Dogs Under. Klassischer R&B mit viel Soul und Funk. Freihof Gossau, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

Disasterbar. DJ ST 1.0037, Ambient. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Bestiaire. Zauberhafter, philosophischer Essay über Mensch und Tier. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Die Sprache des Herzens. Die wahre Geschichte eines blinden und gehörlosen Mädchens. Spielboden Dornbirn, 19 Uhr Maidan. Blick zurück auf die zunächst friedlichen MaidanProteste. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Der kleine Tod – The little death. Regie: Josh Lawson. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Shanghai, Shimen Road. Jung sein in China in den späten 1980er Jahren. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

BÜHNE

Reinhold Würth im Dialog mit der Moderatorin Bernadette Schoog. Forum Würth Rorschach, 17 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Hexenjagd. Schauspiel von Arthur Miller. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr

Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas. Von Walter Hasenclever und Kurt Tucholsky. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Gespenster. Zum letzten Mal. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Das Tal. Uraufführung des Stücks von Pamela Dürr. Lokremise Wil, 20:15 Uhr Blözinger. Kabarett. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

VORTRAG

Weisheit des Alters? – Mythos und Wirklichkeit.Zur Psychologie der Lebenserfahrung. Mit Ingrid Riedel. Katharinensaal St.Gallen, 14:30 Uhr Bedeutung des internationalen Rechts für Recht und Verfassung der Schweiz. Mit Bardo Fassbender. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Meinungsforschung und Politik. Mit Felix Keller. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Wer ernährt die Welt? Tischgespräch über lokale Märkte und globalen Handel. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr

DIVERSES

Persönlichkeiten, die St.Gallen prägten. Stadtwanderung mit Charlie Wenk und Walter Frei. Rathaus St.Gallen, 18 Uhr Phénoménal. Zirkus Knie. Spelteriniplatz St.Gallen, 20 Uhr

05.–06.05.

AUSSTELLUNG

Werkschau. Eröffnungsapéro. Hechtremise Teufen, 16 Uhr Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 06. KONZERT

Mit Zimbeln und Schalmeien. Studierende der EKMS musizieren. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Schubertiade. Belcea Quartet. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr MusicaMundo im Bistro. Karacan Kombo. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Schubertiade. Klavierabend. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Bullaugenkonzert #49. Mit Zardt (LU). Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Tevana & special guest Karen Lugo. Atemberaubende Virtuosität und spielerische Leichtigkeit. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

FILM

Nénette. Die Orang-Utan-Dame ist das älteste Tier im Pariser Zoo. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Matterhorn. Queer-Filmreihe. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19 Uhr Written on Skin. Oper von George Benjamin und Martin Crimp. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Glückliche Tage. Schauspiel von Samuel Beckett. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Messer & Gabel. Comedy-Duo. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Rausch. Knuth und Tucek. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr

LITERATUR

Im Herbst, als ich Klavier spielen lernte. Café littéraire für Menschen im aktiven Unruhezustand. Villa Grunholzer Uster, 15 Uhr Wir zählen unsere Tage nicht. Mit Silvio Blatter. Klappentext – Buchladen Weinfelden, 19:30 Uhr

VORTRAG

Wozu eine Sonderausstellung über das Reh? Mittagstreff mit Hannes Geisser. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr

Saiten 05/2015

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VORTRAG

Dialog statt Zusammenprall der Kulturen. Vortrag des Politikwissenschaftlers Alois Riklin. Anmeldung unter zen@fhsg.ch. Kantonsratssaal St.Gallen, 18 Uhr.

KINDER

Saiten 05/2015

Albanische Erzählstunde. Erzählt von Teuta Jashari. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

Julian Sartorius & Eric Hattan

Betroffenheitslyriker und Weltverbesserer

Aufgetischt! – Kultur auf der Strasse

Mit dem Schlagzeuger Julian Sartorius und dem bildenden Künstler Eric Hattan treffen zwei Persönlichkeiten für eine Performance aufeinander, deren künstlerischer Hintergrund zwar unterschiedlich ist, in der Zusammenarbeit jedoch kongenial zusammenpasst. Beide lieben das Unvorhersehbare – an diesem Abend treffen sie aufeinander für ein Performance-Konzert der besonderen Art: Eric Hattans Stühle werden von Julian Sartorius zum Klingen gebracht. Eine aussergewöhnliche räumliche und rhythmische Begegnung! Donnerstag, 7. Mai 2015, 20:30 Uhr, Kunstmuseum St.Gallen. kunstmuseumsg.ch

Der deutsche Comedian Olaf Schubert wurde mit seinen TV-Auftritten im Quatsch Comedy Club einem breiten Publikum bekannt. Er nennt sich selber Betroffenheitslyriker und sein neues Programm schlicht «So!». Denn wer «So!» sagen kann, hat Reserven. Dass Schubert diese Reserven benötigt, ist unwahrscheinlich, seine Akkus sind voll und selbst im Standby gibt er 150% Leistung. Seine Bühnenauftritte sind legendär. Schubert wird wie immer viel erzählen, obendrein singen und es ist zu befürchten, dass er auch tanzt. Freitag, 08. Mai, 20 Uhr, Tonhalle St.Gallen. dominoevent.ch

Das Buskers-Festival ‹Aufgetischt!› St.Gallen verwandelt die Gallusstadt zum 4. Mal in einen lebhaften Schauplatz zeitgenössischer Strassenkunst. Über 80 Artisten und Musiker aus 20 Nationen präsentieren während zwei Tagen ihre Shows – direkt auf der Strasse und zum Greifen nah. Vielfältige Darbietungen in den Sparten Musik, Comedy, Tanz, Artistik, Theater und Magie machen den Event zu einem fröhlichen und erlebnisreichen Begegnungsfest für die ganze Familie – mit freiem Zugang (Hutgeld für die Künstler). Freitag 8. Mai, ab 14 Uhr & Samstag 9. Mai ab 12 Uhr, Altstadt St.Gallen. aufgetischt.sg

Entwicklungsrisiken bei Kindern und Jugendlichen. Mit Oliver Bilke-Hentsch. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Wie Spiel- und Dokumentarfilme unser historisches Bewusstsein prägen. Mit Caspar Hirschi. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Das Schweizer Politikmodell: Hat es eine Zukunft? Mit Michael Hermann. Universität St.Gallen, 20:15 Uhr

KINDER

Zauberlaterne Filmclub. Der König und der Vogel. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Zauberlaterne Filmclub. Der König und der Vogel. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr

DIVERSES

8. Ostschweizer Innovationstagung. Vom Institut für Innovation, Design und Engineering. FHS St.Gallen, 15 Uhr Selbstgemacht. Es wird gestickt, gestrickt und gehäkelt. Treppenhaus Rorschach, 19 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung. Sitterwerk St.Gallen, 17:30 Uhr Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

St Macrotatoure, caudataire. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 07. KONZERT

Schubertiade. Quator Ebène – Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Mozarts Zauberflöte. Von Darstellern und Musikern der Kanti. Kantonsschule Trogen, 19 Uhr Free Style Bar. Open Mic. Flon St.Gallen, 19 Uhr La nuit du monde. Worldvibe Exchange. La Buena Onda St.Gallen, 19 Uhr Nomadton feat. Fa Ventilato. Der passende Soundtrack zum Film «Tishe!». Zeughaus Teufen, 19 Uhr A-Cappella-Festival Appenzell. Pagare Insieme (CH), Maybebop (DE). Aula Gringel Appenzell, 19:30 Uhr Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Knopiloten. Ganz schön verschrobene Lieder. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Max Küng - Wir kennen uns doch kaum. Moritz schreibt Meta. Meta schreibt zurück. So geht das. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr Julian Sartorius & Eric Hattan. Performance-Konzert. Kunstmuseum St.Gallen, 20:30 Uhr

Black Patti (D). Blues. Bierhalle Balgach, 21 Uhr Wanda. Austropop, Rock’n’Roll und Wiener Dialekt. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr

Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Der Elefantenmensch. Filmreihe David Lynch. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

19:30 Uhr Durchzug. Junges Theater Thrugau. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr I hate myself and I want to die – Durch die Nacht mit Kurt Cobain. Szenische Lesung. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Das Tal. Uraufführung des Stücks von Pamela Dürr. Lokremise Wil, 20:15 Uhr Share this Moment 1. Laboratorium für zeitgenössischen Tanz. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Tanz: Now. Solographes – Cie Linga. Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr The Paper Cinema. Puppen-, Papier- und Musiktheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

BÜHNE

LITERATUR

NACHTLEBEN

Zunami. Reclaim the Bass! Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr DJ Bob Loko (BS). 26. Schaffhauser Jazzfestival. TapTab Schaffhausen, 21:30 Uhr

FILM

Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Gräfin Mariza. Operette von Emmerich Kalman. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Krieg. Stell dir vor er wäre hier. Von Janne Teller. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Rubel, Riet & Rock’n’Roll. Schauspiel (Uraufführung) von Stefan Sprenger. Tak Schaan,

07.–08.05.

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Lesung mit Richard Lehner. Der Schatzsucher erzählt und liest Geschichten. Generationentreff Negropont Rorschach, 14:30 Uhr Michèle Minelli: Die Verlorene. Ein historischer Roman über Leben und Schicksal. Kantonsbibliothek Thurgau Frauenfeld, 19:30 Uhr

DIVERSES

Singen für jedermann – ProSenectute. Singen macht fröhlich! Andreaszentrum Gossau, 14 Uhr Déjà-bu. Cocktail-Abend. Treppenhaus Rorschach, 19 Uhr Play it: Analog. Brettspiel’n’Bier. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Rock’n Roll-Kurs – Jive für Fortgeschrittene. Lernen Sie tanzen! Pauluszentrum Gossau, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Vom Lustgarten ins Paradies. Führung. Rathaus St.Gallen, 17 Uhr Confound expectations – oder das Glück der Flechten. Les oiseaux migrateurs – Kurzfilm. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 08. KONZERT

Aufgetischt! St.Gallen. Das Internationale Buskers-Festival. Altstadt St.Gallen, ab 14 Uhr Schubertiade. Yaara Tal & Andreas Groethuysen. SittikusSaal Hohenems, 16 Uhr Mozarts Zauberflöte. Von Darstellern und Musikern der Kanti. Kantonsschule Trogen, 19 Uhr A-Cappella-Festival Appenzell. Meedle (CH), Duo Edeldicht (CH), Voxset (CH). Aula Gringel Appenzell, 19:30 Uhr Carmina. Alte Volkslieder in neuem Gewand. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr D’Schiksn. Klezmer-Duo. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Devi Reith und Simon Krauer. Eine musikalische-gesangliche Traumreise. Obere Mühle Dübendorf, 20 Uhr Eliane & Band. Piano, Balladen und eine sanfte wunderschöne Stimme. Stadtsaal Wil, 20 Uhr Little Town Jazzband. Traditioneller Jazz mit einer bekannten Jazzband. Alte Mühle Wolfhalden, 20 Uhr Lux et Sonitus (CH). Hip Hop. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Mezzoforte. Jazz, Fusion. Jazzclub Rorschach, 20 Uhr Natascha Flamisch & Martin Giebel. Jazz: Gesang & Piano. Krug – Die Quartierbeiz St.Gallen, 20 Uhr Schlosshof Musik Kollektiv. Improvisierte Musik. Schlosshof Altikon, 20 Uhr Schubertiade. Liederabend. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Stiller Has. Alterswild – 25 Jahre Stiller Has. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Europa – neue Leichtigkeit. Zwischen Schlager und Variété. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 20:15 Uhr Alcoholic Faith Mission (DK). Sechsköpfiges Independent Kollektiv. Spielboden Dornbirn,


63 20:30 Uhr Blue Bolero. Klangreise durch Lateinamerika von Havanna bis Rio. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Les Fréres de Son – Burkina Faso/CH. Zwischen Jazz & Traditionen. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Hell & Back, Irish Handcuffs, American Blend. Punkrock der alten Schule. Treppenhaus Rorschach, 21 Uhr Karma to burn. Mit Supportact. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Pouba Honk & The Plugins (GE), DJs. 26. Schaffhauser Jazzfestival. TapTab Schaffhausen, 21:30 Uhr Live: iSkream ft. Kurt Söldi. Bedroom-Producer-Reality-Show. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Dance Free. Alkoholfreier Tanzraum, ohne Strassenschuhe. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Tanznacht 40. Für alle ab 40 Jahren, mit Disco-Hits von alt bis neu. Flair Cocktail Lounge Rapperswil, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr

Saiten 05/2015

FILM

Das persische Krokodil. Zwei Wildhüter wollen ein bockiges Krokodil retten. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 19 Uhr Ninas himmlische Köstlichkeiten. Queer-Filmreihe. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr A Little Chaos – Die Gärtnerin von Versailles. Regie: Alan Rickman. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Krieg. Stell dir vor er wäre hier. Von Janne Teller. Theater Winterthur, 10 Uhr Tausend und eine Nacht. Chaos im Filmstudio mit dem Comedyexpress. Bildungsstätte Sommeri, 18:30 Uhr Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19 Uhr Brigitta Schrepfers Somafon Les Amuse Bouches. Tanz und Theater auf minimalem Raum. Alte Fabrik Rapperswil SG, 19:30 Uhr Bühne Frei: U16. Gesang, Performance, Poetry Slam, uvm. Alte Kaserne Winterthur, 19:30 Uhr Hexenjagd. Schauspiel von Arthur Miller. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Maria de Buenos Aires. TangoOperita von Astor Piazolla. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Rubel, Riet & Rock’n’Roll. Schauspiel (Uraufführung) von Stefan Sprenger. Tak Schaan, 19:30 Uhr Durchzug. Junges Theater Thrugau. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater

Kosmos Bregenz, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Olaf Schubert & Freunde. Comedy. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr Professor Unrat. Gastspiel mit Volker Ranisch. Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Das Tal. Uraufführung des Stücks von Pamela Dürr. Lokremise Wil, 20:15 Uhr Tanz: Now. Solographes – Cie Linga. Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr Theater Ariane «Peer Gynt». Ein schillernd buntes Stück Theater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr The Paper Cinema. Puppen-, Papier- und Musiktheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

VORTRAG

Fachstelle Demokratiebildung und Menschenrechte PHSG. Eröffnung. Olma Messen St.Gallen, 17 Uhr Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Andrew Bond. Kinderanlass. Zeltainer Unterwasser, 18 Uhr

DIVERSES

Englisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr Powerpoint Karaoke. Das grosse Finale. Kugl St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Erster Weltkrieg. Drei Ausstellungen. Vernissage. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

Sa 09. KONZERT

Aufgetischt! St.Gallen. Das Internationale Buskers-Festival. Altstadt St.Gallen, 13 Uhr Carmina. Alte Volkslieder in neuem Gewand. Pfarrsaal Feldkirch-Tisis, 16 Uhr Kornelia Bruggmann – Canti del Capricorno. Musikalisch-visuelle Neuinterpretation. Munot – Kasematte Schaffhausen, 17 Uhr Mozarts Zauberflöte. Von Darstellern und Musikern der Kanti. Kantonsschule Trogen, 19 Uhr Bluebones. Blues & Bones. Schlösslekeller Vaduz, 19 Uhr Internationale Domorgelkonzerte. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr A-Cappella-Festival Appenzell. Engel Chörli (CH), Rock4 (NL), Diverse Workshops. Aula Gringel Appenzell, 19:30 Uhr Battalion & Guests. Trash Attack. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Budapest Ragtime Band. Ragtime, Dixieland, Swing, Ever-

green. Casino Herisau, 20 Uhr Filmmusik im Holzbau. Blumer Lehmann Erlenhof Gossau, 20 Uhr Gion Stump & The Lighthouse Project. Mehrzweckgebäude Schwellbrunn, 20 Uhr Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Sebastian Krämer. Musikkabarettist aus Berlin. Rösslisaal Flawil, 20 Uhr Verbrennt das Feuer. Ein Jan Hus Oratorium von Francisco Obieta. Münster Konstanz, 20 Uhr Prader und Knecht. König und Königin der Entschleunigung. Café- und Weinbar Zum Hut Uster, 20:30 Uhr Silvia Kircherr & Amin (D). Mit Hang & Gesang. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Span. Legendäre Mundart-Rockband. Bitzihalle Bischofszell, 20:30 Uhr Thomas Stipsits & Manuel Rubey – Triest. Kabarett. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Live It Up! Loo & Placido, Old Kidz. Salzhaus Winterthur, 21 Uhr Afro Reggae Night. Saf-Sap, Raggabund, The Dubby Conquerors, uvm. Grabenhalle St.Gallen, 21:30 Uhr Klashnekoff. Hip-Hop, Rap. Gare de Lion Wil, 21:30 Uhr Pierre Omer’s Swing Revue, DJs Rutmicz & Pierre Omer. 26. Schaffhauser Jazzfestival. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Good Vibez. Dub, Reggae, Offbeat. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Kubanischer Abend mit Tanzkurs. Mit der Grupo Sonoro. Rotes Schulhaus Niederteufen, 20 Uhr Schlaflos in Winterthur. Disco, HipHop, (Elektro-)Funk & Soul. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Ü33 1/3 Party. Schwelgen zwischen den 70ern und heute. Tanzhalle Feld Urnäsch, 20:30 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr Klaudia Gawlas @ Fix & Fertig. Techno. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

FILM

Big Eyes. Tim Burtons neuster Streich mit Christopher Waltz. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 16:45 Uhr Conducta. Regie: Ernesto Daranas. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Gewässerblau. Premiere des Films von Miro Schawalder. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 19 Uhr The Straight Story. Filmreihe David Lynch. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Les combattants. Regie: Thomas Cailley. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

09.–10.05.

BÜHNE

Hope – Auf der Suche nach dem Glück. Premiere des Kidsclubs. Spiegelhalle Konstanz, 18 Uhr Das Geheimnis der alten Bibliothek. Zwölf Kinder kreieren ihre eigene Geschichte. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 19:15 Uhr Warum gehst du, wenn du tanzen kannst? Step on Stage Vol. 5. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Written on Skin. Oper von George Benjamin und Martin Crimp. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Angeklagt. Theaterproduktion von Lux&Ludus. Alte Stuhlfabrik Herisau – Das Kleintheater, 20 Uhr Durchzug. Junges Theater Thurgau. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Eine Jugendtheaterclub-Produktion. Theater St.Gallen, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Massimo Rocchi – EUä. Comedy. Stadtsaal Wil, 20 Uhr Rausch! Knuth und Tucek. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Ferruccio Cainero «Cosmo». Kabarett. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr Theater Ariane «Peer Gynt». Ein schillernd buntes Stück Theater. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr The Paper Cinema. Puppen-, Papier- und Musiktheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

VORTRAG

Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Italienische Erzählstunde. Erzählt von Rossella Ill und Gabriella Macri Mitruccio. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:15 Uhr Eene meene miste – rein in die Geschichtenkiste. Es wird erzählt, gespielt und musiziert. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Kasperletheater. In Kasperhausen passieren seltsame Dinge. Spielboden Dornbirn, 15 Uhr Grimm & Co.: Rumpelstilzchen. Erzähltheater frei nach den Brüdern Grimm. Tak Schaan, 16 Uhr Animal Bohême – Das Musical. Mit beschwingten und anmutigen Liedern. Hochschulgebäude Mariaberg Rorschach, 19:30 Uhr

DIVERSES

Maria in der Theologie der Kathedrale. Führung: Barbara Walser. Kathedrale St.Gallen, 10:30 Uhr Heimspiel. SC Brühl – FC Tuggen. Paul-Grüninger-Stadion SC Brühl St.Gallen, 16:30 Uhr Jukult-Fest. Konzerte, Inszenierungen und Performances. Altes Kino Mels, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Andrea Ostermeyer – White Collar. Vernissage. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 17 Uhr CH-Variationen – Neuere Schweizer Zeichnungen. Vernissage. Kunstmuseum Winterthur, 17 Uhr Denis Klook – Absurdia: Satire, (Kunst) & Kommerz. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 17 Uhr Susan Dogan & Ahmad Garhe. Vernissage. Habibi St.Gallen, 17 Uhr B15 – Kunst ums Wild. Vernissage. Wildpark Bruderhaus Winterthur, 18 Uhr Cosmic Boyz. Finissage. Projektraum 4 1/2 St.Gallen, 18 Uhr

So 10. KONZERT

Carmina. Alte Volkslieder in neuem Gewand. Sport- und Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 11 Uhr Malcolm Green & den Greenhorns. Muttertagskonzert. Habsburg Widnau, 11 Uhr Schubertiade. Cuarteto Casals. Sittikus-Saal Hohenems, 11 Uhr Tino Flautino. Familienkonzert mit Werken von Mozart, Sammartini, Vivaldi. Tonhalle St.Gallen, 11 Uhr Voces Suaves, Motettenchor und Instrumentalisten. Barockensemble. Kloster Fischingen, 16 Uhr Carmina. Alte Volkslieder in neuem Gewand. Rudolf Steiner Schule St.Gallen, 17 Uhr Mozarts Zauberflöte. Von Darstellern und Musikern der Kanti. Kantonsschule Trogen, 17 Uhr Verbrennt das Feuer. Ein Jan Hus Oratorium von Francisco Obieta. Kath. Kirche Amriswil, 17:15 Uhr Anne Frank – A Living Voice. Der Jugendchor St.Gallen und das Manesse Quartett. Kirche St.Mangen St.Gallen, 18 Uhr Das schwarze Piano. Chansons von und mit Thorsten Knoll. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr


Mo 11. KONZERT

Kimm Trio. Beseeltes Rumpeln zwischen Folk, Klezmer und Jazz. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Rita Braga (Lissabon). Zuckersüss und sehr frech. Portier Winterthur, 20:30 Uhr

Rumpeln zwischen Freigeist und Wehmut

Max Uthoffs Gegendarstellung

Die Grenzlinie, wo sich auf dem offenen Meer Wasser und Himmel berühren, wird Kimm genannt. Dieser Ort der Sehnsucht ist vielleicht das Ziel vom Kimm Trio. Dass sie dieses nie wirklich erreichen werden, scheint die drei Freigeister nicht gross zu kümmern. Nein, sie machen sich umso enthusiastischer auf, mit Saxophon, Kontrabass und Schlagzeug Grenzen zu überwinden! In ihren Satteltaschen mit dabei ist eine grosse Improvisationslust, Selbstgebranntes sowie ein Notvorrat an Spielfreude und Begeisterung. Montag, 11. Mai, 20 Uhr, Weinlokal 1733 St.Gallen. gambrinus.ch

Max Uthoff, Träger des Breiten Kreuzes und des Ordens pour la verité, erzählt seine Sicht der Dinge: Von der Wucht der Behauptung, mörderischen Geschäften, gesellschaftlichem Inzest, Drehzahlmessern und teuflischen Kreisläufen. Nicht ganz unwahrscheinlich, dass an diesem Abend Teilnehmer der deutschen Politik Erwähnung finden. Wie immer gilt dabei: Die Sprache ist die Waffe des Pazifisten. Als Leiter der ZDF-«Anstalt» hat er sich endgültig in die 1. Liga der politischen Kabarettisten gespielt. Montag, 11. Mai, 20:09 Uhr, TAK Schaan. tak.li

FILM

El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 11 Uhr Zu Ende leben. Trotz Gehirntumor will Tom sein Leben bis zuletzt auskosten. Kinok St.Gallen, 13 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 15 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Das Deckelbad. Regie: Kuno Bont. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Le Scaphandre et le Papillon. Frankreich 2007, Regie Julian Schnabel. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr

BÜHNE

Der Rosenkavalier – Richard Strauss. Opera im Kino. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 10 Uhr Filmmusik im Holzbau. Kinosaal Blumer&Lehmann Gossau, 10:30 Uhr Hope – Auf der Suche nach dem Glück. Premiere des Kidsclubs. Spiegelhalle Konstanz, 11 Uhr Violin-flamenco MioA. Café- und Weinbar Zum Hut Uster, 11 Uhr B – Eine theatrale Installation mit Audiowalk. Theatererlebnis der ganz besonderern Art.

Alte Kaserne Winterthur, 15 Uhr F:inn – Begehbares Hörspiel. Nach Mark Twain. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Warum gehst du, wenn du tanzen kannst? Step on Stage Vol. 5. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 17 Uhr Getanzter Sonderzug. Mit Hella Immler und Yannick Badier. Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Gräfin Mariza. Zum letzten Mal. Theater St.Gallen, 17 Uhr Tausend und eine Nacht. Chaos im Filmstudio mit dem Comedyexpress. Bildungsstätte Sommeri, 17 Uhr Das Geheimnis der alten Bibliothek. Zwölf Kinder kreieren ihre eigene Geschichte. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Professor Unrat. Gastspiel mit Volker Ranisch. Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr Wings by Rigolo. Swiss Nouveau Cirque. Halle 52 Winterthur, 18 Uhr Das grüne Seidentuch. Schauspiel. Hotel Krone Gais, 19 Uhr Dimi-Tri-Generations. Das neue Programm der Famiglia Dimitri. Forum Würth Rorschach, 19 Uhr Virgins – oder das geheime Leben von Teenagern und Erwachsenen. Bravebühne. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr

LITERATUR

Kirchberger Idyllen: Räto Harder & Hansrudolf Twerenbold. Mit Texten von Hermann Burger.

FILM

Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 11 Uhr 33. Lesebühne Tatwort. Mit Slamlegende Felix Römer aus Berlin. Baracca Bar St.Gallen, 18 Uhr

KINDER

Erster Weltkrieg. Drei Ausstellungen. Familienführung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Emil und die Detektive. Eigenproduktion nach Erich Kästner. FigurenTheater St.Gallen, 14:30 Uhr Home. Regie: Tim Johnson. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Animal Bohême – Das Musical. Mit beschwingten und anmutigen Liedern. Hochschulgebäude Mariaberg Rorschach, 15:30 Uhr

DIVERSES

Heimspiel. FC Wil – FC Schaffhausen. Stadion Bergholz Wil, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Der Zeit voraus – Drei Frauen auf eigenen Wegen. Führung. Stadtmuseum Rapperswil, 11 Uhr Endstation Sehnsucht. Vernissage. Jüdisches Museum Hohenems, 11 Uhr Willi Keller – Malerei. Führung. Galeria d’Oséra Diepoldsau, 11 Uhr CH-Variationen – Neuere Schweizer Zeichnungen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr Zwischenstellung. Vernissage. Zeughaus Teufen, 14 Uhr

11.–12.05.

Unter Menschen. Wiedergutmachung für traumatisierte Forschungsschimpansen. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Virgins – oder das geheime Leben von Teenagern und Erwachsenen. Bravebühne. Theater am Gleis Winterthur, 10 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Eine Jugendtheaterclub-Produktion. Theater St.Gallen, 20 Uhr Max Uthoff – Gegendarstellung. Kabarett. Tak Schaan, 20:09 Uhr

VORTRAG

Überlegungen zu den Materialien und ihren Bedeutungen in der Kunst. Mit Anne Krauter. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Hildegard von Bingen (1098– 1179), Äbtissin, Mystikerin, Ärztin, Künstlerin. Mit Ernst Tremp. Universität St.Gallen, 20:15 Uhr

DIVERSES

Geschichten von Juden in St.Gallen. Altstadtrundgang mit Walter Frei und Charlie Wenk. Broderbrunnen St.Gallen, 14:30 Uhr Sprachencafé Spanisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 15:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Flüchten, vergessen, erinnern. Kunstintervention mit Margit Bartl-Frank. Naturschutzgebiet Alter Rhein Lustenau, 14 Uhr

Di 12. KONZERT

Young People On Stage. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Söndörgö. Volks- & Weltmusik, Ungarn. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Ghost (Ventilator Records). Music with Taste and Style. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Humus – Die vergessene Klimachance. Bodenkultur statt Bodenbarbarei. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

The Second Best Exotic Marigold Hotel. Regie: John Madden. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Medianeras. Erwachsen werden in Buenos Aires. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Umberto D. De Sicas Meisterwerk um einen alten Mann und seinen Hund. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Erik Kaiel «O Snap». Tänzerische Ode an die Freundschaft. Theater am Gleis Winterthur, 10 Uhr und 20:15 Uhr Die Zauberflöte. Oper von Wolfgang Amadeus Mozart. Theater Winterthur, 19 Uhr Roméo et Juliette. Tanzstück von Beate Vollack, Musik von Hector Berlioz. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Eine Jugendtheaterclub-Produktion. Theater St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr The Good, the Bad & the Ugly. Szenische Arbeit zum Thema «Amerika». Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Theater Jam. Für improvisationshungrige Theaterfans. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr

LITERATUR

Guy Helminger «Etwas fehlt immer». Hochsuggestiven, raffiniert verzahnte Erzählungen. Raum für Literatur St.Gallen, 19:30 Uhr

VORTRAG

Weisheit des Alters? – Mythos und Wirklichkeit.Zur Psychologie der Lebenserfahrung. Mit Ingrid Riedel. Katharinensaal St.Gallen, 14:30 Uhr Meinungsforschung und Politik. Mit Felix Keller. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Angela Dietz – Verstehen und Verstanden-werden. Vortrag. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 19:30 Uhr

KINDER

Grimm & Co.: Rumpelstilzchen. Erzähltheater frei nach den Brüdern Grimm. Tak Schaan, 10 Uhr Animal Bohême – Das Musical. Mit beschwingten und anmutigen Liedern. Hochschulgebäude Mariaberg Rorschach, 13:15 und 19:30 Uhr Französische Erzählstunde. Erzählt von Elodie Tassin. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr

DIVERSES

Eröffnungsfest. Autonome Schule Frauenfeld, 18 Uhr Rundgang durch den Friedhof Feldli und seine Geschichte. Mit dem Theologen Walter Frei. Friedhof Feldli St.Gallen, 18 Uhr Textilland Ostschweiz. Referat, Lesung und Vorstellung. Evang. Kirche Rehetobel, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Vom Lustgarten ins Paradies. Führung durchs Quartier, Treffpunkt Reithalle. Rathaus St.Gallen, 12:30 Uhr Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Führung.

Saiten 05/2015

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Saiten 05/2015

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Etwas fehlt immer – Guy Helminger

Junge Violin-Talente spielen auf

Nicole Durrer Band: Jazz- und Songwelt

Tanztheater in Nachbars Garten

Nachdem er beim BachmannWettbewerb 2004 ausgezeichnet wurde, legte der vielseitige luxemburgische Autor Guy Helminger einen Band mit hochsuggestiven, raffiniert miteinander verzahnten Erzählungen vor. Das Unerwartete dringt darin subtil und ganz schlagartig in den Alltag ein. Die Figuren stehen auf der Kippe zwischen Wahn und Wirklichkeit, reagieren unverhältnismässig oder geraten in Situationen, die verschüttete Emotionen zutage fördern: In jedem Menschen brodelt es. Weil jedem etwas fehlt. Dienstag, 12. Mai, 19:30 Uhr, Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen. hauptpost.ch gdsl.ch

Die Zakhar Bron School of Music ist die erste Schule der Schweiz für musikalisch hochbegabte Kinder. Die Kinder spielen, improvisieren und komponieren mehrmals wöchentlich und erhalten so eine musikalisch umfassende und anregende Förderung – sowohl als Kinder wie auch als zukünftige Musikerinnen und Musiker. Im Konzertsaal vom Schloss Wartegg präsentieren sieben zwischen sechs und vierzehn Jahre alte Kinder ein Programm von Bachs Barock über die Wiener Romantik bis hin zu virtuosen Geigenkompositionen. Sonntag, 17. Mai, 16 Uhr, Schloss Wartegg. warteggkultur.ch

Die Nicole Durrer Band spielt vorwiegend Eigenkompositionen – Musik aus den Zwischenräumen der Jazzwelt und der Songwelt, erfreulich vielseitig, immer aber mit dem Fokus auf die warme, melancholische Stimme von Nicole Durrer. Sie singt von heiteren Nächten in Berghütten, HeimwehFieber und der unseligen Leidenschaft «Jazz». Dabei wird sie begleitet von Michael Neff, Adrian Egli, Marc Jenny und Lukas Meier – allesamt schillernde hiesige Musikerpersönlichkeiten – und mit Zwischenräumen bestens vertraut. Montag, 18. Mai, 20 Uhr, Weinlokal 1733 St.Gallen. gambrinus.ch

Sie sind stets grösser und glänzender als die eigenen und schmecken immer etwas süsser: die Kirschen in Nachbars Garten. Wir sind täglich mit unserem übersteigerten Wertesystem konfrontiert. Natalie Wagner choreografiert ein Stück über den ständigen Leistungswettbewerb und Individualisten, die sich perfekt in die grosse Masse der scheinbaren Individualisten integrieren. Wer hat mehr? Wer ist wertvoller? Ein Tanztheaterstück über die Tragik des Wetteiferns, gespickt mit einer Prise Ironie – zum Glück! Dienstag, 19. und Mittwoch, 20. Mai, 20 Uhr, Grabenhalle St.Gallen. naway.ch

Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Paul Strand – Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert. Führung. Fotomuseum Winterthur, 19 Uhr

Mi 13. KONZERT

Sibelius 4. Öffentliche Generalprobe. Stadthaus Winterthur, 10 Uhr Songmanufaktur – nur so! Andreas Bücklein; Gitarre und Gesang. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Alcoholic Faith Mission (DK). Indierock. Gare de Lion Wil, 19 Uhr Verbrennt das Feuer. Ein Jan Hus Oratorium von Francisco Obieta. Vorarlberger Landeskonservatorium Feldkirch, 19 Uhr Schoren rockt. Bands mit Schülern vom BORG Dornbirn Schoren. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Ghosts & Guests mit Birgit Hauser. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Hellmüller Risso Zanoli. Jazz am Mittwoch. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Gabby Young & Other Animals. Circus-Swing, Großbritannien. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Starlord & L’arbe bizarre. Heavy Psych, Blues und Rock. Treppen-

haus Rorschach, 21:30 Uhr Live: Dachs (SG). Feat. Laserwolf DJ Tag Team. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Mellow Mood (I), DJs. «Twinz» Tour: Reggae. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr Oh! Mon Dieu! feat. Joachim Pastor. Support: Luca Mosso. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Milonga. Tangoabend. Oya St.Gallen, 19 Uhr

FILM

Trucker and the Fox. Einem Tierfilmer im Iran wird sein liebstes Tier gestohlen. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Work Hard – Play Hard. Ein zutiefst beunruhigender Film über moderne Arbeitswelten Kinok St.Gallen, 20 Uhr You drive me crazy. Regie: Andrea Thiele. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Mile(S)Tones. Musiktheaterperformance. Tak Schaan, 18 Uhr Geld und Gott. Von Brigitte und Nikolaus Helbling. Theater Kosmos Bregenz, 20 Uhr iFach Zucco. Claudio Zuccolino. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Eine Jugendtheaterclub-Produktion. Theater

St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr

VORTRAG

Wie Spiel- und Dokumentarfilme unser historisches Bewusstsein prägen. Mit Caspar Hirschi. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Do 14. KONZERT

Band it. NachwuchsbandWettbewerb. Salzhaus Winterthur, 19 Uhr The Legacy of Jazz: Laquartett Allstars. Jazz. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Oysterband. Beste Roots-Rock Band Englands. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Ein kleines Konzert #63. Tba. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

Märchen im Museum. Mit Jolanda Schärli. Historisches und Völkerkundemuseum St. Gallen, 14 Uhr Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Monika Enderli. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr

Goldoni. Deep Dub Disco. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

DIVERSES

FILM

Heimspiel. FC Fortuna – FC Uzwil. Kreuzbleiche St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Ammann. Vernissage mit Konzert von Odeon Chôro Quintett. Altes Zeughaus Herisau, 19 Uhr Ste Lumelle, écuyère. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

13.–14.05.

NACHTLEBEN

Zu Ende leben. Trotz Gehirntumor will Tom sein Leben bis zuletzt auskosten. Kinok St.Gallen, 11 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 12:45 Uhr Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 14:30 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 16:30 Uhr

3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Big Eyes. Tim Burtons neuster Streich mit Christopher Waltz. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Musicalgala. Frank Wildhorn & Friends. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Hans Gysi: Generalprobe. Gedichte, präsentiert mit Seelenhänger. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

LITERATUR

Lesung von Richard Lehner. Der Schatzsucher erzählt und liest Geschichten. Generationentreff Negropont Rorschach, 15:30 Uhr Generalprobe. Mit Seelenhager und dem neuen Buch «generalprobe». Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

DIVERSES

Wellenreiten. Spiritueller 5-Rhythmen-Tanz mit Beatrice Fischer. Offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Ursula Forster – Textile Transformationen. Apéro. Galerie vor der Klostermauer St.Gallen, 13 Uhr Fernando Botero – Boterosutra. Filmvorführung. Forum Würth Rorschach, 17 Uhr


Fr 15.

Saiten 05/2015

KONZERT

Musse & Melodie über Mittag. Werke von Puccini, Ottorino Respighi und Hugo Wolf. Rathaus Winterthur, 13:30 Uhr Arbon Süd. Soul, Pop, Jazz & Bossa. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr My lovely Mr. Singingclub – eine superknorke Musik-Action. Liederabend. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr The Good, the Bad & the Ugly. Literarisches Konzert mit Musik von Daniel R. Schneider. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Twisted Turns: Luk & Fil (DE). Hip Hop, Rap. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr White Coffee. Tanz, Bar mit Live Musik. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Carrousel. Französischer Chanson-Folk-Pop. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Doyle Lawson & Quicksilver. Bluegrass, Volks- & Weltmusik, USA. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Musikbar. Yelva – leise, besinnliche Klänge. Rab-Bar Trogen, 20:30 Uhr Attwenger. Ride on! Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Einar Stray Orchestra. Mit Supportact. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Magnetix – Avenue Z. Das legendäre Duo aus Bordeaux. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr Stadtfilter-Party. Live: Grand Pianoramax (CH/USA). Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Das lila Lamm feiert mit. Krankbrother & Perel. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr

NACHTLEBEN

DJs Leonard, Damian, Pierre & Herr Mehr. «Bar 2000» – Das Erdloch im TapTab. Kammgarn Schaffhausen, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr

FILM

Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 15:15 Uhr Bestiaire. Zauberhafter, philosophischer Essay über Mensch und Tier. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Der Fremde am See. QueerFilmreihe. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Driften. Regie: Karim Patwa. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Eden. DJ Paul geniesst ein Leben voller Beats und Bettgeschichten. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr iFach Zucco. Claudio Zuccolino. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Sutter & Pfändler. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr

67 DIVERSES

Mittagsimpuls. Mit Franz Kreissl. Kathedrale St.Gallen, 12:15 Uhr Jass-Nachmittag. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Naivität. Vernissage. Projektraum 4 1/2 St.Gallen, 18 Uhr Rik Beemsterboer «down town». Vernissage. Galerie Paul Hafner (Lagerhaus) St.Gallen, 18 Uhr Schwere Leichtigkeit. Finissage. Galerie Sonja Bänziger St.Gallen, 18 Uhr Ammann. Manuel Stahlberger. Altes Zeughaus Herisau, 21 Uhr

Sa 16. KONZERT

Deadline Fest ‘15. 5 Years Anniversary. Gare de Lion Wil, 17 Uhr Internationale Domorgelkonzerte. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr The Lutz Brothers in Concert. Rudolf & Matthias Lutz. evangelische Kirche Walzenhausen, 19:30 Uhr Crying Children. Plattentaufe Punkrock. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Female Bandworkshops. Fünfzig junge Frauen präsentieren einstudierte Songs. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Hund. Grizzley and The Kids (AT) / Panda Lux (SG). Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Microguagua (ES). Reggae ‘n’ Gipsy. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Rub A Dub Club. Real Rock Sound (SH). Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hangwallah. Das Schweizer Hangduo. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Finest HipHop. Mit NZN, Freezy & Undisputet. Flon St.Gallen, 21 Uhr Lou runs the bases. Casino Bad Ragaz, 21 Uhr

Generationen. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Blue Velvet. Filmreihe David Lynch. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Kingsman: the Secret Service. Regie: Matthew Vaughn. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr 3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Teatro Zuffellato. Ein Mann, eine Bühne, eine Show! Bären Hundwil, 18 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr iFach Zucco. Claudio Zuccolino. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Philip Maloney. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr I Baccalá Clown. Clowntheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Dr Erbvetter. Lustiger Schwank in 3 Akten von Flugdax. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

FILM

Work Hard – Play Hard. Ein zutiefst beunruhigender Film über moderne Arbeitswelten Kinok St.Gallen, 15 Uhr Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Die abhandene Welt. Regie: Margarethe von Trotta. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei

BÜHNE

Jam on Poetry. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

Written on Skin. Oper von George Benjamin und Martin Crimp. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 15 Uhr Opernabend – Ensemble L’estro melodico. Einblicke in eine bezaubernde Welt. Kirche St.Notker Häggenschwil, 17 Uhr Bachelorprojekte Musik und Bewegung. ZHdK. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr Bodenfee und Wellenzwerg. Nach einer Idee von Norbert Heizmann. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Eine Jugendtheaterclub-Produktion. Theater St.Gallen, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

VORTRAG

LITERATUR

Heimspiel. FC Wil – FC BielBienne. Stadion Bergholz Wil, 17:45 Uhr

AUSSTELLUNG

Inside / Outside – Ansichten XXII. Vernissage. Quadrart Dornbirn, 17 Uhr Ammann. Anpan & Dim Sum feat. Mitsu Akihabara. Altes Zeughaus Herisau, 21 Uhr

So 17.

NACHTLEBEN

DJs ATA & Rina Lou, Selim & Armin, Fredomat & Herr Mehr. Tanzabend mit Anstand und Stil. Kammgarn Schaffhausen, 21 Uhr Hitparaden-Party. Feat. Floorfillers und Knightrider Soundsystem. Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr Son Caribe. Salsa-Tanzfest. Spiegelhalle Konstanz, 22 Uhr Breakfast at Tiffany’s. Früher war alles besser. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr Super Flu @ Bunte Hunde. Deep-Techhouse. Kugl St.Gallen, 23 Uhr

mor will Tom sein Leben bis zuletzt auskosten. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Das persische Krokodil. Zwei Wildhüter wollen ein bockiges Krokodil retten. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Norte, the End of History. Bildgewaltiges Porträt der philippinischen Gesellschaft. Kinok St.Gallen, 18:15 Uhr X&Y. Regie: Morgan Matthews. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr The Tribe. Ukraine 2014, Regie Miroslav Slaboshpitsky. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr

KONZERT

Junge Geigentalente. Zakhar Bron School of Music. Schloss Wartegg Rorschacherberg, 16 Uhr Sacred Bridges. Musikprojekt mit Psalmvertonungen. Laurenzenkirche St.Gallen, 17 Uhr Abendmusikzyklus Flawil-Gossau. Werke von Händel, Bach, Mozart bis Tiziol. Kirche Oberglatt Flawil, 19 Uhr Danny Santos. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Vögeli/Sartorius (SH/BE). Experimental, Groove, Heavy Listening, Blues. TapTab Schaffhausen, 20 Uhr

FILM

Umberto D.. De Sicas Meisterwerk um einen alten Mann und seinen Hund. Kinok St.Gallen, 10:30 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 12:30 Uhr Zu Ende leben. Trotz Gehirntu-

16.–19.05.

Matinée. Einführung ins Stück «Katharina Knie». Lokremise St.Gallen, 11 Uhr Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Internationaler Museumstag. Es ist aufgetischt! Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 10:30 Uhr Internationaler Museumstag. Führungen für Gross und Klein. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Internationaler Museumstag. Forum Würth Rorschach, 11 Uhr Gespensterjäger. Regie: Tobi Baumann. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

DIVERSES

Frühlingsbrunch. Treppenhaus Rorschach, 10 Uhr

AUSSTELLUNG

Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. Internationaler Museumstag. Kunstmuseum St.Gallen, 10 Uhr Internationaler Museumstag. Führungen, Parcours und Drohnenflug im Stadtpark. Naturmuseum St.Gallen, 10 Uhr Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. Internationaler Museumstag. Kunstzone Lokremise St.Gallen, 11 Uhr Vivarium. Führung. Textilmuseum St.Gallen, 11 Uhr Surfin’ Safari – Bildstein und Glatz. Finissage. Kunsthalle Arbon, 13 Uhr Internationaler Museumstag 2015. l’invention de nouveaux modes de pensée et d’action.

Point Jaune Museum St.Gallen, 14 Uhr Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Internationaler Museumstag mit Führungen. Kunstmuseum Winterthur, 14:30 Uhr Ammann. Andacht mit Pfarrer P. Schwarzenbach. Altes Zeughaus Herisau, 14:30 Uhr Willi Keller – Malerei. Finissage. Galeria d’Oséra Diepoldsau, 15 Uhr Ammann. Vortrag von Dr. Walter J. Ammann. Altes Zeughaus Herisau, 16 Uhr

Mo 18. KONZERT

Nicole Durrer Band. Eigenkompositionen von Nicole Durrer und Adrian Egli. Weinlokal 1733 St.Gallen, 20 Uhr Small Houses (USA). Alternative Country. Portier Winterthur, 20 Uhr

FILM

Work Hard – Play Hard. Ein zutiefst beunruhigender Film über moderne Arbeitswelten Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Au hasard Balthazar. Robert Bressons Meisterwerk: die Passion eines Esels. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Bachelorprojekte Musik und Bewegung. ZHdK. Theater am Gleis Winterthur, 19 Uhr König der Bücher. Komödie von Urs Widmer – Uraufführung. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Liebe, Sex & Drogen und ein bisschen Glück. Zum letzten Mal. Theater St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

OstSinn – 2. Forum Enkeltauglich. Diverse Referate, Apéro. Festsaal der Ortsbürgergemeinde St.Gallen, 13 Uhr Überlegungen zu den Materialien und ihren Bedeutungen in der Kunst. Mit Anne Krauter. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr

DIVERSES

Sprachencafà Italienisch. Generationentreff Negropont Rorschach, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

Flüchten, vergessen, erinnern. Kunstintervention mit Margit Bartl-Frank. Naturschutzgebiet Alter Rhein Lustenau, 14 Uhr

Di 19. KONZERT

Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 19 Uhr Mudhoney (USA). Grunge, Support: While Hills (USA), Barton Carroll (USA). Kammgarn Schaffhausen, 19 Uhr Vielfältiger Konzertabend der PHSG. Gospel, Chôro-Musik und Klezmer-Lieder. Kirche Haldenbüel Gossau, 19:30 Uhr


69 Ben Frost (Aus). Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Pocket Swing Orchestra. Tobias Preisig und Michael Flury. Alte Fabrik Rapperswil, 20 Uhr

NACHTLEBEN

The Uncomfortable Silence. Conscious Rap And Well Known Underground. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

FILM

El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Der Gruen Effekt. Victor Gruen und die Shopping Mall. Ein Film von Anette Baldauf und Katharina Weingartner. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr Miners Shot Down. Das grösste Massaker in Südafrika seit Ende der Apartheid. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr A Little Chaos – Die Gärtnerin von Versailles. Regie: Alan Rickman. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Death for Sale. Jugend im Maghreb. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr

Saiten 05/2015

BÜHNE

Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 10 Uhr Afro-Dites / Kaddu Jigeen! Choreografie von Germaine und Patrick Acogny. Theater Winterthur, 19:30 Uhr König der Bücher. Komödie von Urs Widmer – Uraufführung. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr Nachbars Garten. Tanzproduktion von der Naway Company. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr

VORTRAG

Weisheit des Alters? – Mythos und Wirklichkeit.Zur Psychologie der Lebenserfahrung. Mit Ingrid Riedel. Katharinensaal St.Gallen, 14:30 Uhr Meinungsforschung und Politik. Mit Felix Keller. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Der richen spital zuo Apenzell. Mit Cand. phil. Tatjana Popoff. Kleiner Ratsaal Appenzell, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

CH-Variationen – Neuere Schweizer Zeichnungen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Ammann. Dienstags-Club zum Thema «Ist der Journalismus am verludern». Altes Zeughaus Herisau, 20 Uhr

Mi 20. KONZERT

Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 10 Uhr Horn to be wild – Brassquintett. Trompeten, Horn, Posaune, Tuba. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Session-Room. Anstatt «Guitar Hero» zu Hause spielen.

Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Simone Kermes und das La Folia Barockorchester. Königin des Ba-Rock. Vaduzer-Saal, 20 Uhr The Exploited. Support: Code Red. Kula Konstanz, 20:30 Uhr

FILM

Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 10 Uhr Afro-Dites / Kaddu Jigeen! Choreografie von Germaine und Patrick Acogny. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Bänz Friedli – Gömmer Starbucks. Comedy. Kino Theater Madlen Heerbrugg, 20 Uhr Die Entdeckung der Currywurst nach Uwe Timm. Jaap Achterberg erzählt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Liebes(w)irren. Tanzstück von Daniel Hay-Gordon und Konstantin Kechel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Nachbars Garten. Tanzproduktion von der Naway Company. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Andreas Vitasek. Kabarett. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

LITERATUR

Krimilesung Klaus-Peter Wolf. Im Singsaal. Schulhaus Dorf Gais, 19:30 Uhr

VORTRAG

Vom Fräulein zur Frau – ZeitzeugInnen berichten. Liechtensteinisches Landesmuseum Vaduz, 18 Uhr Entwicklungsrisiken bei Kindern und Jugendlichen. Mit Oliver Bilke-Hentsch. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Wie Spiel- und Dokumentarfilme unser historisches Bewusstsein prägen. Mit Caspar Hirschi. Universität St.Gallen, 18:15 Uhr Das Reh, überraschende Neuigkeiten zur häufigsten Wildart. Referent: Dominik Thiel. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Völkerschauen in der Schweiz und Winterthur. Vortrag von Buchautorin Rea Brändle. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr

KINDER

Scheu wie ein Reh. Kindernachmittag. Naturmuseum St.Gallen, 14 Uhr Ungarische Erzählstunde. Erzählt von Eva Csokona. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr Peter Madsen and CIA play Silent Movies. La Glace A Trois Faces + La Chute de la Maison. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

DIVERSES

Kulturtafel – Bildung zur kulturellen Teilhabe. Anlässlich der IMTA 2015. Tak Schaan, 11:30 Uhr Singen für jedermann – ProSenectute. Singen macht fröhlich! Andreaszentrum Gossau, 14 Uhr

AUSSTELLUNG

CH-Variationen – Neuere Schweizer Zeichnungen. Kunstgenuss über Mittag. Kunstmuseum Winterthur, 12:15 Uhr Florian Graf. Kunsthäppchen. Kunsthalle St.Gallen, 12:30 Uhr Erster Weltkrieg. Drei Ausstellungen. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. Tour du Patron. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Ammann. Brandhölzler Striichmusig. Altes Zeughaus Herisau, 19 Uhr St Siège, sous-pape. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Endstation Sehnsucht. Vortrag von Max Küchler (Fribourg). Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr

Do 21. KONZERT

Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 19 Uhr HSG Big Band. Live. Kugl St.Gallen, 19 Uhr So klingt die Welt. Musikkollegium Winterthur. Stadthaus Winterthur, 19 Uhr Fine Coda Schlussakkord Abschlag. Werke von Schumann und Schostakowitsch. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Jam Session. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Talib Kweli. USA – Only Swiss German Show. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Klavierstunde die IV. Mit Überraschungsgast. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Luiz Simas. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr

NACHTLEBEN

DJ Del Phin & Bad Vibes Corti. Spreading some Really Bad Vibes. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong und Sounds vom Plattenteller. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr

FILM

Cyclique. Drei Lausanner Velokuriere an Wendepunkten ihres Lebens. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Der Gruen Effekt. Victor Gruen und die Shopping Mall. Ein Film von Anette Baldauf und Katharina Weingartner. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

BÜHNE

Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 10 Uhr Tanz mit Bruce Nr. VI. Offenes Atelier. Eisenwerk Frauenfeld,

20.– 22.05.

17 Uhr Afro-Dites / Kaddu Jigeen. Choreografie von Germaine und Patrick Acogny. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Richard III – Revolution Baby. Nach Shakespeare. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Tatort Liebe. Am Anfang war ich sehr verliebt... Fabriggli Buchs, 20 Uhr Andreas Vitasek. Kabarett. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

LITERATUR

Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Beat Brechtbühl: Farben, Farben! Böime, Böime! Moderation: Stefan Keller. Bodman-Literaturhaus Gottlieben, 20 Uhr Icon Poet live. P. Lippuner, P. Steinmann, V. Todisco, C. Zemp. Militärkantine (Kastanienhof) St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Ägypten auf dem Weg zur Grossmacht – Thutmosis III. Mit Sigrid Hodel-Hoenes. Katharinensaal St.Gallen, 09:30 Uhr Neue Spielräume – Sexualität und Autonomie unter patriarchaler Kontrolle. Gespräch, Vortrag. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr

KINDER

Afro-Pfingsten Fairfair-House. Interaktives Programm für die ganze Familie. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Geschichtenzeit. Geschichten erleben mit Marianne Wäspe. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 14:15 und 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Auf den Spuren schwarzer Geschäfte. Dreieckshandel, Sklaverei und helvetische Verwicklungen. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Confound expectations – oder das Glück der Flechten. Vortrag von Markus Schürpf. Nextex St.Gallen, 19 Uhr Manon – die gesammelten Ängste. Vernissage. Station (Agathe Nisple) Appenzell, 19 Uhr Ammann. Phunkfader DJ’sStrictly 45’s vinyl set. Altes Zeughaus Herisau, 21 Uhr

Fr 22. KONZERT

Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 10 Uhr Er rufet seinen Schafen mit Namen. Bach: Kantate BWV 175. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Eröffnungskonzert: nach dem lauten Weltgewühle. Kartause Ittingen Warth, 19 Uhr Karin Enzler. Appenzeller Echo, Knut Jansen. Treibhaus Appenzell, 19 Uhr Fine Coda Schlussakkord Abschlag. Werke von Schumann und Schostakowitsch. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Antonio Malinconico. Weltoffenheit. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Texas Flood. Blues, Rock. Jazzclub Rorschach, 20 Uhr

Tony Allen. From Nigeria – Only Swiss Show. Salzhaus Winterthur, 20 Uhr Werkstattkonzert – Duo Simana. KlangWelt Toggenburg Alt St.Johann, 20 Uhr Jazz. Tba. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Illumenium. Rock, Metal, Grunge, Post-Hardcore aus Estland. Gare de Lion Wil, 20:30 Uhr Michael Wespi. Feinster Pop und Gitarrenkunst. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr Stickerei Jazz Trio & Friends. Jamsession mit mehr als einem Dutzend grossartiger Musiker. Bistro Panem Romanshorn, 20:30 Uhr Jazz Poetry Slam. Worte treffen auf Improvisation. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Madjive. Punkrock aus Frankreich. Bierhalle Balgach, 21 Uhr Steve Grossman Quartet. Tenorsaxophonist aus den USA mit europäischem Quartet. Jazzhuus (Jazzclub) Lustenau, 21 Uhr The Peacocks & DJ Squarehead. Punkrock-Rock mit Bassgetriebenem Rockabilly-Einfluss. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr Dagobert, SIND. Palace St.Gallen, 22 Uhr Hipstory. Female Special. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Bad Taste Party. Hoch lebe der schlechte Geschmack! Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr Live Over 9000. Live Electro. Flon St.Gallen, 22 Uhr 7 Johr Nogohome – Mues mä no meh däzue säge? House, Techno. Kugl St.Gallen, 23 Uhr DJs Les Profs de Gym. «Tummelplatz»: Nu Disco, Indie Dance, Deep House. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr

FILM

Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Sauacker. Bodenkultur statt Bodenbarbarei. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Das ewige Leben. Der neue Brenner-Kultkrimi: Vorpremiere mit Josef Hader. Kinok St.Gallen, 20:15 Uhr Der kleine Tod – The little death. Regie: Josh Lawson. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr

BÜHNE

Ixypsilonzett. Ein Clownstück von F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 09:30 Uhr Katharina Knie. Ein Seiltänzerstück von Carl Zuckmayer. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Blockbuster Theater. Findet Nemo. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Der Vater. Stück von August Strindberg. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Die Entdeckung der Currywurst nach Uwe Timm. Jaap Achterberg erzählt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Ingo Börchers (D). Zeltainer


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Saiten 05/2015

BÜHNE

Buch Kunst Fest in Appenzell

Antonio Malinconico & Amici

Zum Gedenken an Christian Mägerle

Da und dort im Dorf Appenzell wird sich an Pfingsten ein kleiner Frühling aufblättern. Autoren, Kunstschaffende und Musikerinnen bringen dazu Buchstaben und Formen, Töne und Gedanken zum frischen Spriessen und fröhlichen Treiben. An der Eröffnung präsentiert die Künstlerin MANON «die gesammelten Ängste». Weiter geht es über das ganze Wochenende mit Musik, Lesungen an verstohlenen Orten und einem Gedankenspaziergang. Mit Ruth Schweikert, Thomas Hürlimann, Dorothée Elmiger, Jens Steiner, Nadja Zela uvm. Donnerstag, 21. bis Sonntag, 24. Mai, an diversen Orten in Appenzell. buecherladen-appenzell.ch

Malinconicos Musik atmet jene Weltoffenheit, die nur dem Leben eines Reisenden wirklich eigen ist. Mag sein, dass südamerikanische Folklore noch am ehesten den stilistischen Kern des Trios trifft, doch viel eher sind die sensibel arrangierten Eigenkompositionen ein musikalisches Plädoyer für die Leidenschaft. Mit Thomas Sonderegger an der Gitarre und Martin Lorber am Bass kreiert der virtuose Chitarrista einen wunderbaren akustischen Gesamtklang, der natürlich und luftig stets auch Raum für Spontanes bietet. Freitag, 22. Mai, 20 Uhr, Kaffeehaus St.Gallen. gambrinus.ch

«Lass uns dann und wann die Spur im Schnee erneuern» – zum ersten Todestag erweist Noisma dem St.Galler Lehrer und Dichter Christian Mägerle (1946–2014) die Referenz. Die gemeinsame Geschichte von Christian Mägerle und Noisma reicht zurück bis zu ihren Anfängen 1979. Grund genug, den unvergessenen Freund noch einmal zu grüssen. Sein langjähriger Freund und literarischer Begleiter, Rainer Stöckli, der seinen Nachlass betreut, liest im Kult-Bau aus dessen Werk und verleiht dem Dichter noch einmal eine Stimme. Dienstag, 26. Mai, 20 Uhr, Noisma im Kult-Bau St.Gallen. kultbau.org/noisma

Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 15 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Der Vater. Stück von August Strindberg. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Die Entdeckung der Currywurst nach Uwe Timm. Jaap Achterberg erzählt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Strohmann und Kauz. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Michael Elsener – Try Out. Kabarett. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr

LITERATUR

Kleiner Frühling Appenzell. Lesungen an verstohlenen Orten. Bücherladen Appenzell, 11 Uhr Märchen mit Ibo. Autor, Musiker und Schauspieler aus dem Senegal. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr Andrej Kurkow. Jimi Hendrix Live in Lemberg. Treibhaus Appenzell, 19:30 Uhr

VORTRAG

Verwanzt. Einführung in das Stück. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr

KINDER

Afro-Pfingsten Fairfair-House. Interaktives Programm für die ganze Familie. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr

DIVERSES

Unterwasser, 20 Uhr Liebes(w)irren. Zum letzten Mal. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Koko La Douce & The Lamperts. Las Vegas Burlesque Country Show. Tak Schaan, 20:09 Uhr Die Freischwimmer vs. Planlos. Theatersport. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Michael Elsener – Try Out. Kabarett. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Jamie Adkins. Circustheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr

VORTRAG

Die Schweiz und ihre koloniale Vergangenheit. Harald FischerTiné, Miguel Garcia, Silvan Gisler. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr

KINDER

Afro-Pfingsten Fairfair-House. Interaktives Programm für die ganze Familie. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Wie kommen die Bilder in die Bücher. Ab 4 Jahren. Bücherladen Appenzell, 14 Uhr Polnische Erzählstunde. Erzählt von Elzbieta Barandun. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 16 Uhr Wie kommen die Bilder in die Bücher. Ab 8 Jahren. Bücherladen Appenzell, 16:30 Uhr

DIVERSES

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Austellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 18 Uhr

Heimspiel. FC Winti – FC Wil. Schützenweise Winterthur, 19:45 Uhr

AUSSTELLUNG

Auf den Spuren schwarzer Geschäfte. Dreieckshandel, Sklaverei und helvetische Verwicklungen. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Vom Lustgarten ins Paradies. Führung. Rathaus St.Gallen, 12:30 Uhr Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee. Vernissage. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Frenzi Rigling / Alois Mosbacher. Vernissage. Forum Vebikus (Kulturzentrum Kammgarn) Schaffhausen, 19 Uhr Ammann. Daniel Ziegler, danach DJ Set movement Nikon& Eazek. Altes Zeughaus Herisau, 21 Uhr

Sa 23. KONZERT

Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 11 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Lust-WandelKonzerte. Kartause Ittingen Warth, 11 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Bewitched – oder die Geometrie der Gefühle; Alte

Musik. Kartause Ittingen Warth, 17 Uhr Afro-Pfingsten Festival 2015 – 25 Jahre Musik, Kultur und Begegnungen. Reagge-Night. Sulzerareal Winterthur, 19 Uhr Internationale Domorgelkonzerte. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr Das schwarze Piano. Chansons von und mit Thorsten Knoll. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Timothy J. Fairplay (UK/Emotional Response). Heavy Psychedelic Slow-Mo House. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Marlene Dietrich singt Marlene Dietrich. Bierhalle Balgach, 20:30 Uhr Selkies. Irishfolk. Kultur Punkt Flawil, 20:30 Uhr The 69 Cats + Sir Psyko & His Monsters + Doghouse Rose. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Goodbye Levin. Mit Royal Riot, Levin Foxx & Private Blend. Flon St.Gallen, 21 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Wernherchens Mondfahrt – Concert Somnambule. Kartause Ittingen Warth, 21 Uhr The Pile Bucks. Country. Treppenhaus Rorschach, 21:30 Uhr

NACHTLEBEN

TKNOrama. Techno von Ragesh Nair (ZH) und Konsorten. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Milonga im Dance Inn. Dance Inn Münchwilen TG, 20:30 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr

23.– 24.05.

Flicflac @ Deepvibes. Deephouse. Kugl St.Gallen, 22 Uhr GdL Bad Taste Party. Hyper! Hyper! Gare de Lion Wil, 22 Uhr Purplemoon Party. Progressive, Elektro, Pop, RnB und Mashups. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Maral’s Superjam. 90’s HipHop, Classics, New School & Bassmusic. Salzhaus Winterthur, 23 Uhr

FILM

Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 15:45 Uhr Das Deckelbad. Regie: Kuno Bont. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Cyclique. Drei Lausanner Velokuriere an Wendepunkten ihres Lebens. Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr 3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr Film: «Burning an Illusion» (UK, 1981), DJs. «The Code Of The Samurai» – Brit Special. Kammgarn Schaffhausen, 20 Uhr Young@Heart. Regie: Stephen Walker. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Driften. Regie: Karim Patwa. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Heimspiel. SC Brühl – Etoile Carouge FC. Paul-GrüningerStadion SC Brühl St.Gallen, 16 Uhr Heimspiel. FC Fortuna – AS Calcio Kreuzlingen. Kreuzbleiche St.Gallen, 16:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Auf den Spuren schwarzer Geschäfte. Dreieckshandel, Sklaverei und helvetische Verwicklungen. Alte Kaserne Winterthur, 10 Uhr Vivarium. Museumsgespräch mit Paola Felix-del Medico. Textilmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Ammann. The Selfies, various styles of music. Altes Zeughaus Herisau, 21 Uhr

So 24. KONZERT

Blechquartett Rhenus. Werken von Pierre Passerau, Bruce Fraser und Jan Koetsier. Treibhaus Appenzell, 11 Uhr Bodenseefestival. Forum Würth Rorschach, 11 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Das Fleisch ist stark – TanzWortMusik. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. LustWandel – Kammermusik. Kartause Ittingen Warth, 17 Uhr


72

FILM

Nénette. Die Orang-Utan-Dame ist das älteste Tier im Pariser Zoo. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Pepe Mujica – el Presidente. Vom Widerstandskämpfer zum Präsidenten von Uruguay. Kinok St.Gallen, 13 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 15 Uhr 3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 17 Uhr Die abhandene Welt. Regie: Margarethe von Trotta. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 19:15 Uhr The King’s Speech. England 2010, Regie Tom Hooper. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Big Eyes. Tim Burtons neuster Streich mit Christopher Waltz. Kinok St.Gallen, 21 Uhr

– Elftausend Jungfrauen II. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr

FILM

Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 11 Uhr Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 13 Uhr 3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr Umberto D. De Sicas Meisterwerk um einen alten Mann und seinen Hund. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 20 Uhr

BÜHNE

F:inn – Begehbares Hörspiel. Nach Mark Twain. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 15 Uhr Artus – Excalibur. Musical. Theater St.Gallen, 17 Uhr

AUSSTELLUNG

Ludy Bauer (*1950) and Kuk (*1979) meet Heinrich Herzig (1887 - 1964). Vernissage. ExDenner Frasnacht Arbon, 14 Uhr Ammann. Mark Staff Brandl, Quicky crash Kurs in Kunstgeschichte. Altes Zeughaus Herisau, 15 Uhr

Mo 25. KONZERT

Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Ensemblekonzert

AUSSTELLUNG

Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

Mi 27. KONZERT

FILM

Ammann. Finissage mit Felipe Sauvageon, Gitano de la Camargue. Altes Zeughaus Herisau, 19 Uhr

Di 26. KONZERT

FILM

DIVERSES

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Austellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Wie die Kanzel der Verkündigung dient. Führung: Stefan Kemmer. Kathedrale St.Gallen, 16 Uhr Italienisches Sprachencafé. Sprachkenntnisse praktizieren. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

KINDER

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr

DIVERSES

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 11 Uhr 1. Transrationaler Tag des politischen Lesebriefs. Auch Trolle sind nicht gerne einsam. Enten-Weiher St.Gallen, 20 Uhr

DIVERSES

Thomas Hürlimann. Nietzsches Regenschirm / Gedankenspaziergang. Treibhaus Appenzell, 12 Uhr Cinderella. Regie: Kenneth Branagh. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

Rainer Stöckli. Zum ersten Todestag von Christian Mägerle. Kult-Bau – Konkordiastrasse 27 St.Gallen, 20 Uhr

Mhm, Aha, Oho. Susanne Bolt, Noldi Alder. Laurenzenkirche St.Gallen, 12:15 Uhr Ghosts & Guests mit Birgit Hauser. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Jazz Now. Matthias Tschopp Quartet Plays Miró. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Trigger Concert Big Band. Leitung: Martin Winiger. Alte Fabrik Rapperswil, 20:30 Uhr

Bürgerturnerchörli. Frühlingskonzert. Restaurant Erlenholz Wittenbach, 20 Uhr Live: Des Ark (USA). In Your Face and Crushingly Intense. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr

LITERATUR

LITERATUR

A Little Chaos. Opulent ausgestatteter Kostümfilm mit Starbesetzung. Kinok St.Gallen, 18 Uhr Young@Heart. Regie: Stephen Walker. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Conducta. Regie: Ernesto Daranas. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Bombai Diaries. Das Leben entdecken in Mumbai. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Trucker and the Fox. Einem Tierfilmer im Iran wird sein liebstes Tier gestohlen. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Katharina Knie. Ein Seiltänzerstück von Carl Zuckmayer. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

Rocker, Punks und Pfadilager. Einzigartige Archivdokumente aus Film und Fernsehen. Kinok St.Gallen, 18:30 Uhr Sauacker. Bodenkultur statt Bodenbarbarei. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Cyclique. Drei Lausanner Velokuriere an Wendepunkten ihres Lebens. Kinok St.Gallen, 20:30 Uhr

BÜHNE

Ixypsilonzett. Ein Clownstückvon F.K. Waechter. Spiegelhalle Konstanz, 15 Uhr Roméo et Juliette. Tanzstück von Beate Vollack, Musik von Hector Berlioz. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Münchhausen – das Original! Walter Sigi Arnold und Carlo Ghirardelli. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

LITERATUR

Olga Grjasnowa: Die juristische Unschärfe einer Ehe. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr

KINDER

Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. Kinder Kunst Klub. Kunstzone Lokremise St.Gallen, 14 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee. Museum für Kinder. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Märchenstunde. Erzählt von Kathrin Raschle. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 15 Uhr

25.– 29.05.

DIVERSES

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Austellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Arbeitsgruppe Philosophie. Thema: Toleranz. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr Der Zeitgeist in St.Gallen in früheren Zeiten. Stadtwanderung mit Charlie Wenk und Walter Frei. Gallusplatz St.Gallen, 18 Uhr Joulangerie. Klassiker des gemütlich- gemeinschaftlichen Zeitvertreibs! Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr

AUSSTELLUNG

Der Zeit voraus – Drei Frauen auf eigenen Wegen. Lesung mit Bettina Schöller. Stadtmuseum Rapperswil, 18:30 Uhr St Barbapoux, amant. Museumsnacht. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

Do 28. KONZERT

Legends on Stage. Barclay James Harvest. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Musig uf em Chirchplatz. Tomorrows Tulips. Treppenhaus Rorschach, 20 Uhr Fabienne Ambühl Trio. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Camille O’Sullivan. Chansons aus Irland. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Agent Side Grinder. Mit Supportact. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr

NACHTLEBEN

Gare Tango. Tango Tanzen. Gare de Lion Wil, 19 Uhr DJ 5 PM & Def Domingo. A Let ‘em Spin Special. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Roots Rock Caravane. Offbeats zwischen Kingston und Tokyo. La Buena Onda St.Gallen, 20:30 Uhr Tanznacht40. Die Disco für alle ab 40 Jahren. P1 Club Dübendorf, 20:30 Uhr

FILM

Cyclique. Drei Lausanner Velokuriere an Wendepunkten ihres Lebens. Kinok St.Gallen, 17:15 Uhr Das dunkle Gen. Ein Neurologe sucht nach dem Ursprung seiner Depression. Kinok St.Gallen, 19 Uhr Im Weltraum gibt es keine Gefühle. In Kooperation mit der Lebenshilfe Vorarlberg. Spielboden Dornbirn, 19 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Schweizer Theaterpreise 2015. Preisverleihung. Theater Winterthur, 18 Uhr Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 18:30 Uhr Jürg Kienberger & Wolfram Berger: «Ringelnatz». Ein liederlicher Abend mit Musik. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr

Roméo et Juliette. Tanzstück von Beate Vollack, Musik von Hector Berlioz. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Arno Camenisch. Spoken-WordVortrag. Militärkantine St.Gallen, Eintopfessen ab 19 Uhr, Abendverlesen 20 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 20 Uhr Sketchforce #1: Episode 2. Intergalaktisches Kabarett. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr

VORTRAG

Ort der List und der Baukultur. 14. List. Zeughaus Teufen, 17 Uhr Die Dada – wie Frauen Dada prägten. Buchvernissage von Ina Boesch (Hg.). Kunstmuseum Appenzell, 18:30 Uhr

DIVERSES

Seniorenzmittag. Gemeinsam essen. Stiftung Vita Tertia Gerbhof und Weiher Gossau, 11:30 Uhr Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Wellenreiten. Spiritueller 5-Rhythmen-Tanz mit Beatrice Fischer. Offene Kirche St.Gallen, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Wir essen die Welt. Führung. Naturmuseum Thurgau Frauenfeld, 17:30 Uhr Confound expectations – oder das Glück der Flechten. Finissage. Nextex St.Gallen, 19 Uhr

Fr 29. KONZERT

15 Jahre Rab! Ein Fest von früh bis spät. Rab-Bar Trogen, 18 Uhr Bandcontest-Finale. Eine CoProduktion von Stars In Town & KiK. Kammgarn Schaffhausen, 20 Uhr Blues Station Festival. John Lyons, Demian Band, Morblus. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Café Deseado. Unterwegs von 47 1/2 ° N nach 47 1/2 ° S. Gasthaus zum Schäfli Trogen, 20 Uhr Cantamos-Chor. Glamour! Altes Kino Mels, 20 Uhr Fishermans Friends. Old Scool Rock & Eigenkompositionen. Weinbau Genossenschaft Berneck, 20 Uhr Legends on Stage. Legends on Stage – Matt Bianco vs. José Feliciano. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Open Session. Die vielfältige Jamsession. Kultur Punkt Flawil, 20 Uhr Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Sexteto Visceral. Tango! ChössiTheater Lichtensteig, 20:15 Uhr Tough Tenor. Jazz. Esse Musicbar Winterthur, 20:15 Uhr Sud – Lieder vom Mittelmeer. Openair im Diogenesgarten mit dem Diogeneschor. Diogenes Theater Altstätten, 20:30 Uhr

Saiten 05/2015

Notturno. Werke von Haydn, Crumb und Golijov. Stadthaus Winterthur, 17 Uhr Trilogie Männer – Teil 2. AachSänger Amriswil. Kath. Kirche Amriswil, 17 Uhr Afro-Pfingsten Festival 2015. Halle 52 Winterthur, 18 Uhr Afro-Pfingsten Festival 2015 – 25 Jahre Musik, Kultur und Begegnungen. Dele Sosimi’s Afrobeat Experience, Sally Nyolo, Keziah Jones Sulzerareal Winterthur, 18 Uhr Chillifunk Pfingst-Special. Feat. Gee-K & Band. Kugl St.Gallen, 19 Uhr Funkstreife 6. Habsburg Widnau, 20 Uhr Ittinger Pfingskonzerte 2015 – Lustwandeln. Alte/Junge Musik – Elftausend Jungfrauen I. Kartause Ittingen Warth, 21 Uhr The Gories. Motor City Detroit. Palace St.Gallen, 21 Uhr


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Saiten 05/2015

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Arno Camenisch im Wilden Westen

Eine andere Welt ist möglich

Sud – Lieder vom Mittelmeer

Liederabend über Fabrizio De André

Camenischs Geschichten liegen auf den Strassen. So kommen wir von Neapel nach Lissabon, über den Kunkelspass direkt nach Paris. Schöne Polizistinnen, dicke Zöllner, Kellner wie Kühlschränke und gefährliche Frauen sind seine Begleiter, von einer Bredouille in die andere, und oft weiss man nicht, wie einem geschieht. Camenisch hat ein Faible für die Sonderlinge, eigen, uns aber doch sehr vertraut. Abendverlesen ist die neue SpokenWord-Reihe in St. Gallen. Jeweils mit einem gemeinsamen EintopfEssen. Donnerstag, 28. Mai, 19 Uhr Eintopfessen, 20h Abendverlesen, Militärkantine St.Gallen. militaerkantine.ch

Zum Auftakt des 11. Sozialund Umweltforums (Sufo) steigt wieder ein Podium im Palace. «Warum wird Krieg zur Perspektive?» fragen sich Vertreter_innen von Gsoa, Swisspeace und Politik. Kurzentschlossene können sich ab Freitag, 18.30 Uhr noch für die über 40 Workshops am Samstag anmelden. Wie üblich das Rahmenprogramm: Kinderbetreuung, Kultur am Mittag, um 16 Uhr Kundgebung, abends das Strassenfest. Und ansonsten: Sufo-Kino im Kinok mit «Maidan» im Mai und «Capitaine Thomas Sankara» im Juni. Freitag, 29. Mai, 19.30 Uhr, Palace St.Gallen und Samstag, 30. Mai, ab 10 Uhr, GBS-Schulhaus an der Kirchgasse St.Gallen. sufo.ch, kinok.ch

Der Diogeneschor blickt in seiner aktuellen Produktion auf das Mittelmeer als musikalische Wiege und Schmelztiegel verschiedenster Kulturen. Die halbszenische Aufführung wird wieder vom Ensemble Imago begleitet und findet dieses Mal im schönsten Garten von Altstätten statt – dem traumhaften Diogenesgarten. Uralte Lieder werden frisch zu hören sein. Melodien, die bereits in Klöster und barocken Höfen gesungen wurden, Tarantellas und Volkslieder, zu denen schon (fast) die alten Römer tanzten. Freitag 29. Mai, 20.30 Uhr, Diogenesgarten Altstätten. Weitere Termine: diogenes-theater.ch

Vento di Mare, auf Deutsch Meereswind, ist ein theatralischer Liederabend, von und über die Musik Fabrizio De Andrés. Seine Lieder erzählen von Italiens Schauplätzen und Menschen. Er kombiniert die tragischsten Geschichten mit den fröhlichsten Melodien und die gewöhnlichen mit den ungewöhnlichen Geschehnissen. Valentina Bianda, Lea Lechler und Enrico Ballardini fühlen und singen mit und von De André und hoffen, die Zuschauer, -hörer mögen am Ende des Abends mit einem neuen Bekannten nach Hause gehen. Samstag, 30. Mai, 20.30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. kulturisdorf.ch

Altstadt Swing. No Marching Band. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Real Rock Sound & Boom Di Ting. What A Bam Bam» Upstairs Edition. TapTab Schaffhausen, 22 Uhr

NACHTLEBEN

Rümpeltum Soli-Fest. Powered and supported by H.E.A.RSoundsystem and Friends. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Duell der Plattenleger. Kino Cameo vs. Ventilator Records. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Milonga. Tangotanznacht. Tango Almacén St.Gallen, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr Thirtylicious. Tanzen ab 30. Salzhaus Winterthur, 21:30 Uhr Deep Water. Deep- & Tech-House, mit Basstronauten & Devin Martinez. Flon St.Gallen, 22 Uhr

FILM

El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr Les souvenirs. Herzerwärmende Familiengeschichte über drei Generationen. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr Kingsman: the Secret Service. Regie: Matthew Vaughn. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 18:30 Uhr Tanz: Now. Asphaltpiloten «Tape Riot». Phönix-Theater Steckborn, 18:30 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Katharina Knie. Ein Seiltänzerstück von Carl Zuckmayer. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Seymour oder ich bin nur aus Versehen hier. Von Anne Lepper. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Tanz: Now. Madame Bütikofer im Pavillon. Phönix-Theater Steckborn, 19:30 Uhr Kirschwälderkrimimaschen. Eine Veranstaltung von CSI comedy. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Münchhausen – das Original! Walter Sigi Arnold und Carlo Ghirardelli. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Philipp Galizia und Roman Wyss. Kabarett. 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 20 Uhr Sarah Hakenberg (D). Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Thomas C. Breuer – Kabarett Sauvignon. Wein, Witz & Gesang. Alte Mühle Gams, 20 Uhr Tanz: Now. Tabea Martin «Duet for two dancers». Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr

Familie Flöz. Maskentheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Romeo und Julia. Von William Shakespeare. Kirchplatz Winterthur, 20:30 Uhr Tanz: Now. Madame Bütikofer im Pavillon. Phönix-Theater Steckborn, 21 Uhr

LITERATUR

Un verano antes del verano. Buchpräsentation. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr

VORTRAG

Herausforderungen im Theateralltag. 2. Schweizer Theatertreffen: Fachreferate. Theater Winterthur, 10 Uhr «Warum wird Krieg zur Perspektive?». Sufo-Podium mit Vertretern von GSOA, Swisspeace und der Politik. Palace St.Gallen. 19:30 Uhr

DIVERSES

Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Freitags in der Fabrik. Barbara Bürer präsentiert Menschen ihrer Heimatstadt. Alte Fabrik Rapperswil, 19:30 Uhr

AUSSTELLUNG

Führung durchs Haus. Museum Appenzell, 14 Uhr Vom Lustgarten ins Paradies. Führung durchs Quartier, Treffpunkt Reithalle. Rathaus St.Gallen, 17 Uhr

29.– 30.05.

Beastly / Tierisch. Vernissage. Fotomuseum Winterthur, 18 Uhr Das Leben ein Sport Jules Decrauzat – Pionier der Fotoreportage. Vernissage. Fotostiftung Schweiz Winterthur, 18 Uhr Grubenmann Ausstellung. Führung. Zeughaus Teufen, 20 Uhr

Sa 30. KONZERT

Musik für einen Gast. Musikkollegium Winterthur. Stadthaus Winterthur, 17 Uhr Appenzeller Echo & Goran Kovacevic. Appenzeller Balkanstobete. Bären Hundwil, 18 Uhr Internationale Domorgelkonzerte. Kathedrale St.Gallen, 19:15 Uhr Sommerparty. La Minor – Russian Beat mit Gipsy-Jazz und Ska-Elementen. Fabriggli Buchs, 19:30 Uhr Blues Station Festival. Catfish, Rob Tognoni, Dögz, Rob Orlemans & Half Past Midn. Pontem Kultur am Viadukt Herisau, 20 Uhr Cantamos-Chor. Glamour! Altes Kino Mels, 20 Uhr Düzgün Celebi (Türkei) & Lichtermeer (A). Tiefgreifende, tanzbare Weltmusik. Kultur Punkt Flawil, 20 Uhr Legends on Stage. The former ladies of the Supremes vs. The Temptations Review Halle 52 Winterthur, 20 Uhr

Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 20 Uhr Fabrikjazzlabor. Jazz ist eine spontane Kunst. Alte Fabrik Rapperswil, 20:15 Uhr Pflanzblätz. Volksmusik von nah und fern. Restaurant Frohsinn Weinfelden, 20:15 Uhr Sylvie Courvoisier Trio. Jazz in Winterthur. Alte Kaserne Winterthur, 20:15 Uhr Post Rock Show. I Made You A Tape, L’Arbre Bizarre, Starlord. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr Liederabend über Fabrizio De André. Theatralischer Liederabend unter dem Titel Vento di Mare. Altes Zeughaus Herisau, 20.30 Uhr Sud – Lieder vom Mittelmeer. Openair im Diogenesgarten mit dem Diogeneschor. Diogenes Theater Altstätten, 20:30 Uhr Warm Soda. Süffige Lieder mit viel Gitarren. Treppenhaus Rorschach, 22 Uhr

NACHTLEBEN

All About Minimal. Mit Chris P. (TG) und Freunden. Kaff Frauenfeld, 20 Uhr Electronic Music Review. Jungle & Drum’n’Bass (1997-2004). Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr The 5 Salsa. Casino Bad Ragaz, 21 Uhr Turnbar. Die Jugendbeiz mit Stil. Talhof St.Gallen, 21 Uhr Bravo Hits Party. Feat. Ibrahim Bassiv (ZH) und Knightrider Soundsystem (SH). Kammgarn Schaffhausen, 22 Uhr


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Geometrie.Poesie.1 – Werke aus der Sammlung Otten. Führung. Otten Kunstraum Hohenems, 17 Uhr Endstation Sehnsucht. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 18:30 Uhr

So 31. Ironischer Blick auf die Surfkultur

Wir essen die Welt – auch im Thurgau

Noura Mint Seymali, die Tochter der legendären Dimi Mint Abba, setzt Mauretanien auf die Landkarten der Weltmusik. Doch ihre Musik, die in den Traditionen der Griots und der Wüstensounds fusst, geht weit darüber hinaus – da sind neben ihrer eindrucksvollen Stimme auch geradezu psychedelische Gitarrensounds und transzendentale Grooves zu hören. Die Musik von Noura Mint Seymali und ihrer bestechenden Band ist sowohl «Desert Blues» als auch «full blown Desert Psychedelia», wie man sie noch nicht gehört hat. Sonntag, 31. Mai, 20 Uhr, Palace St.Gallen. palace.sg

Der Schweizer Philippe Glatz und der Österreicher Matthias Bildstein spielen in der knalligen Ausstellung «Surfin’ Safari» ironisch mit dem «Versprechen der Freiheit» in der Surfkultur. Am Bodenseeufer, in unmittelbarer Nähe zur Kunsthalle, wird ab 1. Mai die 22 Meter lange und knapp 7 Meter hohe rampenartige Grossplastik «Step» zu sehen sein. In ihrem Werk beschäftigen sie sich locker, ironisch aber auch tiefgründig und vielschichtig mit Extremsportarten, die zum letzten Nervenkitzel unserer Gesellschaft wurden. Bis 17. Mai, Kunsthalle Arbon. kunsthallearbon.ch

Wir müssen essen! Doch woher stammen unsere Lebensmittel? Wie wurden sie produziert? Unsere Kaufentscheide haben unmittelbare Auswirkungen auf unseren Speisezettel und unsere Gesundheit. Sie beeinflussen aber auch die Umwelt und das Leben anderer Menschen, hier in der Schweiz und anderswo auf der Welt. Die Ausstellung «Wir essen die Welt» der Entwicklungsorganisation Helvetas beleuchtet Facetten rund ums Essen, um Produktion und Handel von Nahrung, um Genuss und Geschäft, Hunger und Überfluss. Bis 23. August, Naturmuseum Kt. TG, Frauenfeld. naturmuseum.tg.ch

Saiten 05/2015

Desert Blues aus Mauretantien

Avrosse @ Minimal Attack. Minimal. Kugl St.Gallen, 23 Uhr DJs La Febbre, Larry King, Tabis. «Aykaism» presents: Electro, House, Disco. TapTab Schaffhausen, 23 Uhr Feine Musik. Electronic. Gare de Lion Wil, 23 Uhr

FILM

3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 15:30 Uhr X&Y. Regie: Morgan Matthews. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 17:45 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 19:45 Uhr Humus – Die vergessene Klimachance. Bodenkultur statt Bodenbarbarei. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr Les combattants. Regie: Thomas Cailley. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Cyclique. Drei Lausanner Velokuriere an Wendepunkten ihres Lebens. Kinok St.Gallen, 21:30 Uhr

BÜHNE

Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 16 und 17:30 Uhr Tanz: Now. Madame Bütikofer im Pavillon. Phönix-Theater Steckborn, 17 Uhr

Duocalva: Zauberflöte. Zwei Celli spielen gegeneinander. Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Tanz: Now. Asphaltpiloten «Tape Riot». Phönix-Theater Steckborn, 18 Uhr Les Brigands – Die Räuber. Von Friedrich Schiller. Theater Winterthur, 18:30 Uhr Tanz: Now. Madame Bütikofer im Pavillon. Phönix-Theater Steckborn, 19 Uhr Flashdance. Musical von Tom Hedley, Robert Cary und Robbie Roth. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Abschiedstournee. Musikalischer Theaterabend mit V. Wojdacki und R. Hartmann. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr Der nackte Wahnsinn. Eine Farce in 3 Akten von Michael Frayn. Curling Center St.Gallen, 20 Uhr Die Vermessung der Welt. Nach Daniel Kehlmann von Dirk Engler. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Einsam Lehnen am Bekannten. Stück von Felicia Zeller. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 20 Uhr Marjolaine Minot. Zeltainer Unterwasser, 20 Uhr Münchhausen – das Original!. Walter Sigi Arnold und Carlo Ghirardelli. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Die Wellküren. Herz sticht. Rössli Mogelsberg, 20:15 Uhr Tanz: Now. Tabea Martin «Duet for two dancers». Phönix-Theater Steckborn, 20:15 Uhr Compagnia Grande Giro – Vento di Mare. Ein theatralischer

Liederabend. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr Familie Flöz. Maskentheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Romeo und Julia. Von William Shakespeare. Kirchplatz Winterthur, 20:30 Uhr Nachtzug Bach – Flamenco. Late Night Music. Theater St.Gallen, 21 Uhr

LITERATUR

Grosser Ohrnuschel-Poetry Slam. Mix aus Popcornlyrik und Gourmet-Poesie. Spielboden Dornbirn, 20 Uhr

VORTRAG

Plädoyer für den Tanz. Mit Ludwig Hasler, Philosoph. PhönixTheater Steckborn, 20:15 Uhr

KINDER

Griechische Erzählstunde. Erzählt von Kiriaki Christoforidou. Stadtbibliothek Katharinen St.Gallen, 10:30 Uhr Kinderclub. Mit Jolanda Schärli und Sarah Leib. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr

DIVERSES

Sozial- und Umweltforum Ostschweiz (Sufo). Workshops ab 10 Uhr. Gesang- und Tanzdarbietungen um 12 Uhr. Kundgebung um 16 Uhr. Strassenfest ab 17 Uhr. GBS Schulhaus St.Gallen, ab 09 Uhr Klamottentausch. Walk-in Closet: Mit Kleidertausch zur

30.– 31.05.

neuen Sommergarderobe. Salzhaus Winterthur, 13 Uhr Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Ausstellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Spielst du oder probst du? ACT-Fachtagung zur Tourneeförderung. Theater Winterthur, 13:30 Uhr Heimspiel. FC Winti – Servette FC. Schützenweise Winterthur, 17:45 Uhr Heimspiel. FC Wil – FC LausanneSport. Stadion Bergholz Wil, 17:45 Uhr Rund um dä Säntis. Food & Film. Schloss Dottenwil Wittenbach, 18:30 Uhr

AUSSTELLUNG

À discrétion – Gabriela Falkner, Brenda Osterwalder, André Büchi, Stefan Rohner. Vernissage und szenische Lesung mit Marcus Schäfer. Projektraum am See (Kornhaus) Rorschach, 11 Uhr Wunderbare Orte jüdischer Sozialisation. Eine literarische Viertelführung im Rahmen der Emsiana. Jüdisches Museum Hohenems, 14 Uhr Geometrie.Poesie.1 – Werke aus der Sammlung Otten. Führung. Otten Kunstraum Hohenems, 15 Uhr Endstation Sehnsucht. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 15:30 Uhr Dauerausstellung und Jüdisches Viertel. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 17 Uhr

KONZERT

Schubertiade. Kammerkonzert. Sittikus-Saal Hohenems, 16 Uhr Trio Arazon. Tango & argentinische Folklore. Giesserei Musikzentrum Winterthur, 17 Uhr Odeon-Chôro Quintett. Chôro – der brasilianische Blues. Militärkantine (Kastanienhof) St.Gallen, 17:30 Uhr Europa Cantat. Die Chöre der St.Galler Singschule. Laurenzenkirche St.Gallen, 18 Uhr 1. Meisterzyklus-Konzert. Klavierrezital Hélène Grimaud. Tonhalle St.Gallen, 19 Uhr Kedem Ensemble. Folk & More. Esse Musicbar Winterthur, 19:30 Uhr Legends on Stage 31.05.2015. Boney M. feat. Liz Mitchell vs. Village People. Halle 52 Winterthur, 20 Uhr Noura Mint Seymali. Palace St.Gallen, 21 Uhr

FILM

Spartiates. Ein Kampfsportclub in Marseille vermittelt Jungen Respekt. Kinok St.Gallen, 11 Uhr El tiempo nublado. Was tun, wenn unsere Eltern alt und krank sind? Kinok St.Gallen, 13 Uhr 3 Coeurs. Aussergewöhnliches Liebesdrama von bewegender Intensität. Kinok St.Gallen, 15 Uhr Au hasard Balthazar. Robert Bressons Meisterwerk: die Passion eines Esels. Kinok St.Gallen, 17:30 Uhr The Second Best Exotic Marigold Hotel. Regie: John Madden. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Blancanieves. Spanien 2011, Regie Pablo Berger. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Pause. Vorpremiere: Er ist glücklich, sie nicht mehr. Kinok St.Gallen, 19:30 Uhr

BÜHNE

The Project. Dokumentarisch fiktive Theatermatinee über Identität. Federmann Kultursaal Hohenems, 11 Uhr Lucrezia Borgia. Oper von Geatano Donizetti. Theater St.Gallen, 14:30 Uhr F:inn – Begehbares Hörspiel. Nach Mark Twain. Werkstatt Inselgasse Konstanz, 15 Uhr Rimini Protokoll. Evros Walk Water. Schloss Werdenberg, 16 und 17:30 Uhr Schlaf gut, süsser Mond. Musiktheater. Tak Schaan, 16 Uhr Theater aus dem Nichts. Alles entsteht aus dem Moment für den Moment. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Mamma Helvetia. Gastspiel. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Märtyrer. Stück von Marius von Mayenburg. Spiegelhalle Konstanz, 20 Uhr


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KINDER

Rotchäppli – Ein Märchen. Gespielt und erzählt von Laura und Barbara. Treppenhaus Rorschach, 10 Uhr Bock, Ricke und Kitz: Die Rehfamilie. Natur entdecken für Jung und Alt: Familienführung. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee. Familienführung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Florian Graf. Familienworkshop. Kunsthalle St.Gallen, 14 Uhr Tinker Bell und die Legende von Nimmerbiest. Regie: Steve Loter. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Silberbüx. Für alle ab 4 Jahren. Chössi-Theater Lichtensteig, 17 Uhr

DIVERSES

Seitenwechsel 1 und 2. Publikums-Workshop. Theater Winterthur, 10 Uhr Schlossmediale 2015 – Randerscheinungen. Konzerte, Austellungen, uvm. Schloss Werdenberg, 13 Uhr Steine der Erinnerung – Ein Rundgang über den Jüdischen Friedhof. Führung im Rahmen der Emsiana. Jüdischer Friedhof Hohenems, 14 Uhr Seitenwechsel 1 und 2. Publikums-Workshop. Theater Winterthur, 15 Uhr

AUSSTELLUNG

Wunderbare Orte jüdischer Sozialisation. Eine literarische Viertelführung im Rahmen der Emsiana. Jüdisches Museum Hohenems, 09:30 Uhr Malerei! Begegnung mit den KünstlerInnen. Galerie Adrian Bleisch Arbon, 11 Uhr Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr Endstation Sehnsucht. Führung. Jüdisches Museum Hohenems, 15:30 Uhr

Kunst ALTE FABRIK. Klaus-Gebert-Strasse 5, Rapperswil, +41 55 225 74 74, alte-fabrik.ch Imagination of Nature – Der Traum von gebändigter Wildnis. Eine Ausstellung der Gebert Stiftung für Kultur, kuratiert von Alexandra Blättler. 02.05.2015 bis 28.06.2015 ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Denis Klook – Absurdia: Satire, (Kunst) & Kommerz. 09.05.2015 bis 12.06.2015 Eugen Bänziger. Ausstellung im Rahmen von Fairfair-House. 20.05.2015 bis 23.05.2015 Martin Rutishauser – Ansichten

& Einsichten. Aktuelle analoge Photographie aus dem Finistère und Winterthur. 30.04.2015 bis 18.05.2015 ALTES ZEUGHAUS. Poststrasse 13, Herisau, Ammann. Daniel Ammann – Skulptur und Intervention & Hans-Jörg Ammann – Malerei, Zeichnung und Skulptur. 13.05.2015 bis 25.05.2015 APPENZELLER VOLKSKUNDE-MUSEUM. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, avm-stein.ch Gret Zellweger: Holz – Blech – Farbe. Retrospektive. 28.03.2015 bis 13.09.2015 BÄREN HÄGGENSCHWIL. Unterdorf 5, Häggenschwil, 071 243 20 83, kulturimbaeren.ch Otto Forster. In den Bildern und Objekten von Otto Forster verwandelt sich alles zu Poesie und Phantasterei. Jedes Kunstwerk erzählt eine kleine Geschichte und lässt den Betrachter schmunzeln. 26.04.2015 bis 10.05.2015 BASAR BIZARR AM ZEBRAPLATZ. Linsebühlstrasse 76, St.Gallen, basarbizarr.ch Schaufensterausstellung «Glücksboten & Seelenstreichler». Idee: Gastfrau Susanne Bürgi – Fenstergestaltung: Anita Sonnabend. 04.05.2015 bis 14.06.2015 BIBLIOTHEK HERISAU. Poststrasse 9, Herisau, +41 71 351 56 16, biblioherisau.ch Federvieh. Christine Gsells Geflügel aus Papier belebt die Vitrine der Bibliothek Herisau. 07.04.2015 bis 27.06.2015 EX-DENNER FRASNACHT. Egnacherstrasse 79, Arbon, 0041 79 335 08 12, kultur-palast.ch Ludy Bauer (*1950) and Kuk (*1979) meet Heinrich Herzig (1887 – 1964). Raum für Visionen und Utopien. 18.04.2015 bis 14.06.2015 FLATZ MUSEUM. Marktstrasse 33, Dornbirn, +43 5572 306 48 39, flatzmuseum.at David Lynch – Transient. Fotorafien. «Schwarz ist wie eine Pforte. Dahinter setzt die Phantasie ein» David Lynch. 11.04.2015 bis 27.06.2015 FORUM VEBIKUS (KULTURZENTRUM KAMMGARN). Baumgartenstrasse 19, Schaffhausen, +41 52 625 24 18, vebikus.ch Frenzi Rigling / Alois Mosbacher. Seit 25 Jahren leben die gebürtige Schaffhauser Künstlerin Frenzi Rigling (*1958) und der Österreichische Maler Alois Mosbacher (*1954) zusammen in einer gemeinsamen Wohnung in Wien und arbeiten in getrennten Ateliers. 23.05.2015 bis 28.06.2015

FORUM WÜRTH. Churerstrasse 10, Rorschach, +41 71 225 10 70, wuerth-haus-rorschach.ch Fernando Botero – Boterosutra. Mit Boterosutra zeigt das Forum Würth Rorschach eine aktuelle Werkserie aus dem Schaffen des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero (*1932, Medellin). 28.03.2015 bis 06.09.2015 Waldeslust. Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung Würth. 26.01.2015 bis 22.01.2016 FOTOMUSEUM WINTERTHUR. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, fotomuseum.ch Beastly / Tierisch. Die Menschen scheinen regelrecht besessen von Tierbildern. Gleichzeitig sind Tiere im Zusammenhang mit Artenschutzprogrammen, gentechnischen Experimenten oder rechtlichen Fragen auch immer wieder Gegenstand öffentlicher Kontroversen. 30.05.2015 bis 04.10.2015 Paul Strand – Fotografie und Film für das 20. Jahrhundert. Der amerikanische Vertreter der Moderne erschloss neue ästhetische Möglichkeiten für das fotografische Medium und blieb gleichzeitig der Welt, die er porträtierte, engagiert verbunden. 07.03.2015 bis 17.05.2015 Situations. Mit Situations werden wir die Zukunft des Fotografischen begleiten, mitgestalten und gleichzeitig ein innovatives Zusammenspiel von physischen und virtuellen Räumen wagen. 10.04.2015 bis 31.12.2015 FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ. Grüzenstrasse 45, Winterthur, +41 52 234 10 30, fotostiftung.ch Das Leben ein Sport Jules Decrauzat – Pionier der Fotoreportage. Eine Entdeckung: rund 1’250 Glasnegative aus der Zeit zwischen 1910 und 1925, die im Archiv der Schweizer Bildagentur Keystone dem Zahn der Zeit getrotzt haben. 30.05.2015 bis 11.10.2015 Meinrad Schade – Krieg ohne Krieg. Meinrad Schade versucht Zusammenhänge zu ergründen und menschliche Schicksale dazustellen, die überall ähnlich sind, sei es in Osteuropa oder in Israel und Palästina. 07.03.2015 bis 17.05.2015 GALERIA D’OSÉRA. Rheinstämpflistrasse, Diepoldsau, artdosera.ch Willi Keller – Malerei. 01.05.2015 bis 17.05.2015 GALERIE ADRIAN BLEISCH. Schmiedgasse 4, Arbon, +41 71 446 38 90, galeriebleisch.ch Malerei! Fredi Bissegger, Markus Dulk, Ute Klein, Rahel Müller, Kerstin Schiesser, Peter Schneebeli, Conrad Steiner, Maria Zgraggen. 02.05.2015 bis 27.06.2015 GALERIE CHRISTIAN ROELLIN. Talhofstrasse 11, St. Gallen,

KUNST

+41 71 246 46 00, christianroellin.com Schaulager Zeichnung. Alfred Sturzenegger, Marien Schouten, Malgorzata Jankowska, Alex Hanimann, Othmar Eder. 16.05.2015 bis 15.08.2015 GALERIE FAULER PELZ. Landungsplatz / Seepromenade 2, Überlingen, 00497551 99-1071, staedtischegalerie.de Seen und Meere in der Malerei – Albert Wenk (1863-1934) und seine Epoche. Seine Bilder sind gemalte Hymnen an die Natur und ihre tausend Wunder. Er malt das Meer in seiner tosenden Wut und seinem keuschen Frieden. Er beseelt das Meer… 23.05.2015 bis 04.10.2015 GALERIE FEURSTEIN. Johannitergasse 6, Feldkirch, +43 5522 210 34, galeriefeurstein.at Karl-Heinz Ströhle. 28.03.2015 bis 23.05.2015 GALERIE LISI HÄMMERLE. Anton-Schneider-Strasse 4 a, Bregenz, +43 5574 524 52, galerie-lisihaemmerle.at Christian Eder – Peter Paszkiewicz. Das Vorhaben beider Beteiligten ist konsequent abstrakt und in vitaler Weise der Geometrie verbunden. Genau genommen wäre das ein Widerspruch, denn Konstruktivismus vermeidet Sinnlichkeit, wenngleich diese dem Menschen unleugbar eigen ist. 18.04.2015 bis 23.05.2015 GALERIE PAUL HAFNER (LAGERHAUS). Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 223 32 11, paulhafner.ch Rik Beemsterboer «down town». 16.05.2015 bis 04.07.2015 GALERIE SCHÖNENBERGER. Florastrasse 7, Kirchberg SG, +41 71 931 91 66, galerie-schoenenberger.ch Summer Special. 17.05.2015 bis 09.08.2015 GALERIE SONJA BÄNZIGER. Magnihalden 17, St. Gallen, galerie-sonjabaenziger.ch Schwere Leichtigkeit. Ulrike Urban – Malerei, Claus Tittmann – Skulpturen & Objekte. 24.04.2015 bis 15.05.2015 GALERIE VOR DER KLOSTERMAUER. Zeughausgasse 8, St. Gallen, +41 78 775 56 49, klostermauer.ch Ursula Forster – Textile Transformationen. 24.04.2015 bis 17.05.2015 GALERIE.Z. Landstrasse 11, Hard, +43 650 648 20 20, galeriepunktz.at Christian Eisenberger – Züldjafndfwjopcnpüaüldfmmc. 23.04.2015 bis 23.05.2015 HABIBI CAFÉ BISTRO. Zürcherstrasse 42, St. Gallen, 079 636 41 13, facebook.com/habibi.st.gallen Susan Dogan & Ahmad Garhe.

Das Habibi verwandelt sich am Samstag 9. Mai in eine Gallerie. Mit 5 Bildern von Suna Dogan und 5 Bildern von Ahmad Garhe. 09.05.2015 bis 31.08.2015 HÄUSLER CONTEMPORY. Lustenau, Keith Sonnier «the Collection». Sonniers künstlerische Experimente mit damals kunstfremden Materialien wie Neon, Glas oder Kunststoff waren wegweisend für die Bildung eines neuen Skulpturenbegriffs. 10.10.2014 bis 31.08.2015 HECHTREMISE. Hechtstrasse, Teufen, Werkschau. Ingrid Koss Staffa – Objekte und Bilder; Gisela Andres-Wagner – Bilder. 05.05.2015 bis 10.05.2015 IG HALLE. Postfach, Rapperswil, +41 55 214 10 14, ighalle.ch Vera Singer und dekern – Kunstwege aus der ehem. DDR. Mauerfall und Bilderreise. 01.03.2015 bis 17.05.2015 KULTURRAUM AM KLOSTERPLATZ. Klosterhof 1, St.Gallen, sg.ch Modell Mittelholzer – Die Afrikaflüge als Anlass. 27.02.2015 bis 03.05.2015 KUNST IM FOYER. Hauptstrasse 20, Bronschhofen, stadtwil.ch Esther Wiesli – Was und wo ist Heimat. Esther Wiesli zeigt in dieser Ausstellung, dass sich ihre zum Teil bodenständige Motivwahl und die moderne Maltechnik gut miteinander arrangieren lassen. 10.04.2015 bis 30.07.2015 KUNSTHALLE. Grabenstrasse 33, Wil SG, +41 71 911 77 71, kunsthallewil.ch Matthias Rüegg – No idea... (Arbeitstitel). 11.04.2015 bis 17.05.2015 KUNSTHALLE ARBON. Grabenstrasse 6, Arbon, +41 71 446 94 44, kunsthallearbon.ch Surfin’ Safari – Bildstein und Glatz. In der Ausstellung «Surfin’Safari» treffen Unsterblichkeitsmythen, Freiheitsversprechen und Vermarktung, die sich im Lifestyle der Fun- und Extremsportarten manifestieren, aufeinander. 18.04.2015 bis 24.05.2015 KUNSTHALLE ST.GALLEN. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, k9000.ch Florian Graf. Florian Graf (*1980 in Basel/CH, lebt und arbeitet in Basel) reflektiert in seinen Arbeiten architektonische und soziale Situationen. 18.04.2015 bis 28.06.2015 KUNSTHALLE ZIEGELHÜTTE. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, kunsthalleziegelhuette.ch Andrea Ostermeyer – White

Saiten 05/2015

Familie Flöz. Maskentheater. Freudenhaus Bregenz, 20:30 Uhr Romeo und Julia. Von William Shakespeare. Kirchplatz Winterthur, 20:30 Uhr


77 Collar. Unter dem Titel White Collar zeigt die Künstlerin Plastiken aus textilen Materialien. Ihre künstlerische Position beschreibt sie selbst als radikal minimalistisch. 10.05.2015 bis 06.09.2015 KUNSTHAUS EGNACH. Buch, Egnach, +41 79 335 08 12, Ludy Bauer and kuk featured by Erwin Feurer. 20.11.2012 bis 31.12.2015

Saiten 05/2015

KUNSTHAUS KUB. Karl-Tizian-Platz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, kunsthaus-bregenz.at Berlinde de Bruyckere. Die Künstlerin arbeitet mit Abgüssen aus Wachs und Kunstharz nach Bäumen, Tieren und Menschen, deren durchscheinende Oberfläche darunterliegende Farben und Strukturen sichtbar macht. 18.04.2015 bis 05.07.2015 Dexter Sinister. Für die KUB Arena wird Dexter Sinister eine ortsspezifische Präsentation entwickeln, die Einblicke in ihre Verlagsarbeit an der Schnittstelle von Design, redaktioneller Arbeit, Verlegertätigkeit und Verteilung bietet. 18.04.2015 bis 05.07.2015 KUNSTHAUS RAPP – GALERIE FÜR ZEITGENÖSSISCHE KUNST. Toggenburgerstrasse 139, Wil, +41 71 923 77 44, kunsthaus-rapp.ch Birgit Lorenz «Behind the Smile». Sie ist keine Unbekannte im Hause Rapp, die Künstlerin Birgit Lorenz. Wie hintergründig und doppelbödig ihre farbfrohen Bilder sind, konnte man schon in verschiedenen Ausstellungen sehen. 25.04.2015 bis 26.06.2015 KUNSTMUSEUM APPENZELL. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, kunstmuseumappenzell.ch Die Dada La Dada She Dada. 22.03.2015 bis 28.06.2015 KUNSTMUSEUM RAVENSBURG. Burgstrasse 9, Ravensburg, Fremde Blicke: Simone Ruess. Im Mittelpunkt ihres Interesses steht die zeichnerische Erforschung des städtischen Raumes. 28.03.2015 bis 21.06.2015 Lothar Fischer. Lothar Fischer (1933–2004) zählt zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Nachkriegszeit. 14.02.2015 bis 21.06.2015 KUNSTMUSEUM ST.GALLEN. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 71, kunstmuseumsg.ch Andreas Schulze – Nebel im Wohnzimmer. 07.03.2015 bis 17.05.2015 Beni Bischof – Manor-Kunstpreis St.Gallen 2015. «Mich interessiert der Kontrast» – Beni Bischof entglamourisiert den edlen Schein der vermeintlichen Exklusivität und zeichnet ein abgründiges Bild der Gesellschaft. 14.02.2015 bis 21.06.2015 KUNSTMUSEUM THURGAU. Kartause Ittingen, Warth,

+41 58 345 10 60, kunstmuseum.tg.ch Das Universum des André Robillard. Seit über einem halben Jahrhundert bastelt er aus alltäglichen Fundstücken komplexe Objekte und evoziert damit mal erschreckende, mal faszinierende Welten der Phantasie. 29.03.2015 bis 12.08.2015 Der Himmel brennt am Horizont. Kunst in der Ostschweiz im Banne des 2. Weltkriegs. 17.01.2015 bis 30.08.2015 KUNSTMUSEUM WINTERTHUR. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62, kmw.ch Alfred Jensen – Werke aus Schweizer Sammlungen. Jensen war fasziniert von Ordnungssystemen, mit denen sich Zahlen und Farben in rhythmische Abläufe bringen liessen, und dafür griff er auf mannigfaltige Quellen zurück. 25.04.2015 bis 26.07.2015 CH-Variationen – Neuere Schweizer Zeichnungen. Die Ausstellung vereint rund zwanzig Positionen in einer Vielfalt, die von konzeptuellen Bildfindungen bis hin zu lyrischen Malereien auf Papier reicht. 10.05.2015 bis 30.08.2015 Die Sammlung. Von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart. 01.01.2015 bis 31.12.2015 KUNSTRAUM. Jahngasse 9, Dornbirn, +43 5572 550 44, kunstraumdornbirn.at Berlinde de Bruyckere – The Embalmer. Die Visualisierung purer Ästhetik bei gleichzeitigem Transfer beängstigender Botschaften erreicht im Werk von Berlinde De Bruyckere eine Eindrücklichkeit, der man sich nicht entziehen kann. 17.04.2015 bis 05.07.2015 KUNSTRAUM ENGLÄNDERBAU. Städtle 37, Vaduz, +41 423 233 31 11, kunstraum.li Heiko Blankenstein – Kicked it into the sun. Zeichnerische, skulpturale sowie installative Auseinandersetzungen mit Asteroiden, Planeten und Sternen, der Chaostheorie sowie der Kernfusion. 14.04.2015 bis 21.06.2015 KUNSTZONE LOKREMISE. Grünbergstrasse 7, St.Gallen, +41 71 277 82 00, lokremise.ch Isabelle Lartault & Michel Verjux – Correspondances. 07.02.2015 bis 26.07.2015 KURSAAL HEIDEN. Seeallee 3, Heiden, +41 71 898 33 33, kursaalheiden.ch Georg Benz – Bildhauer-Werkschau. Die Ausstellung dokumentiert die Entstehung von Skulpturen. Vom Entwurf über das Modell bis zum vollendeten Objekt wird der aufwendige Arbeitsprozess erkennbar. 01.03.2015 bis 30.06.2015

LAURENZENKIRCHE. Marktgasse 25, St.Gallen, +41 71 222 67 92, Chlausenhut der Künstlerin Michaela Tröschen. 17.05.2015 bis 29.05.2015 MACELLERIA D’ARTE. Gartenstrasse 11, St.Gallen, +41 71 220 10 35, macelleria-darte.ch Pop brut in der Macelleria d’Arte. Eigenwillig, farbenfroh und dicht sind die Werke ZanRé und Alain Kaiser. Leere Flächen sucht man bei den beiden Zürcher Aussenseiter-Künstlern vergeblich. Beide gehen in der Kunst ihren ganz eigenen Weg. 10.04.2015 bis 10.05.2015 MUSEUM FÜR LEBENSGESCHICHTEN. im Hof Speicher, Speicher, 071 343 80 80, museumfuerlebensgeschichten. ch Roswitha Merz – schöpfen durch Schöpfen. Die Ausstellung im Museum für Lebensgesichten im Hof Speicher legt den Schwerpunkt auf die 90er-Jahre, in denen wichtige Werke von Roswitha Merz entstanden. 08.05.2015 bis 18.10.2015 MUSEUM IM LAGERHAUS. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, museumimlagerhaus.ch Sammlung Mina und Josef John – im Museum im Lagerhaus. 20.04.2015 bis 18.10.2015 NATURMUSEUM. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, naturmuseumsg.ch Kunstwerk Alpen – Fotografien von Bernhard Edmaier. Eine Bilderreise in die Entstehungsgeschichte des mächtigen Gebirgszuges im Herzen Europas. 06.02.2015 bis 10.05.2015 NEXTEX. Blumenbergplatz 3, St.Gallen, +41 71 220 83 50, nextex.ch Confound expectations – oder das Glück der Flechten. Regula Engeler, Jochen Heilek und Martin Benz zeigen aktuelle Arbeiten aus den Bereichen Film und Fotografie. 23.04.2015 bis 28.05.2015 OTTEN KUNSTRAUM. Schwefelbadstrasse 2, Hohenems, +43 5576 904 00, ottenkunstraum.at Geometrie.Poesie.1 – Werke aus der Sammlung Otten. Reduktion und die Auseinandersetzung mit geometrischen Grundformen kennzeichnen die Werke der Konstruktiven und Konkreten Kunst sowie des Minimalismus. 22.04.2015 bis 05.11.2015 POINT JAUNE MUSEUM. Linsebühlstrasse 77, St.Gallen, +41 71 222 14 91, postpost.ch Collection permanente. Le musée éduque de manière ludique; c’est un lieu d’initiation sans obligation. Les dispositifs de conservation s’améliorent et le musée devient un véritable laboratoire

KUNST

où les techniques de travail ne cessent d’évoluer. 08.09.2014 bis 07.09.2015 PROJEKTRAUM 4 1/2. Lämmlisbrunnenstrasse 4, St. Gallen, viereinhalb.ch Cosmic Boyz. Blei, Papier, Gewagtes, Gewolltes, Zufälliges, Farbe, Folie und Muskelkraft. Fünf junge Künstler zeigen Werke. 01.05.2015 bis 09.05.2015 Naivität. Ein Kunstprojekt von Eltern und Kindern – Familie Lam. Malen mit Kindern ist wie ein Spiel, man nimmt den Stift in die Hand, lässt ihn über die Fläche tanzen und verliert sich in der eigenen unendlichen Vorstellung. 15.05.2015 bis 24.05.2015 PROJEKTRAUM AM SEE (KORNHAUS). Hafen, Rorschach, kulturfruehling.ch À discrétion – Gabriela Falkner, Brenda Osterwalder, André Büchi, Stefan Rohner. Es ist nicht alles paradiesisch oder Schlaraffenland, was uns die Welt heute bietet an Ernährungsmöglichkeiten. Unsere heutige Nahrung ist das Produkt hochkomplexer Zusammenhänge. 30.05.2015 bis 14.06.2015 QUADRART DORNBIRN. Sebastianstrasse 9, Dornbirn, +43 5572 909 95 8, quadrart-dornbirn.com Inside / Outside – Ansichten XXII. Joseph Beuys, Christo, Egs, Heinz Gappmayr, Manuel Gorkiewicz, Richard Hoeck/ John Miller, Martin Kippenberger, Willi Kopf, Jani Leinonen, Jens-Ole Remmers, Riiko Sakkinen, Karin Sander, Rainer Splitt, Heimo Zobernig. 17.05.2015 bis 03.08.2015 SAMMLUNG OSKAR REINHART AM RÖMERHOLZ. Haldenstrasse 95, Winterthur, +41 52 269 27 40, roemerholz.ch Victor Chocquet: Freund und Sammler der Impressionisten Renoir, Cézanne, Monet, Manet. 21.02.2015 bis 07.06.2015 SCHLOSS DOTTENWIL. Dottenwil, Wittenbach, +41 71 298 26 62, dottenwil.ch Franz Wolgensinger – Deine Bilder in meinen Bildern. 02.05.2015 bis 12.07.2015 SILBERSCHMUCKATELIER O’LA LA. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70, Scherenschnitte – Ernst Oppliger. 08.04.2015 bis 30.06.2015 TEXTILMUSEUM. Vadianstrasse 2, St.Gallen, +41 71 222 17 44, textilmuseum.ch Vivarium. Textile Arbeiten von Francisca Artigues nach Zeichnungen ihres Sohnes Miquel Barceló. 19.04.2015 bis 15.11.2015 THEATER KOSMOS. Mariahilfstrasse 29, Bregenz, +43 5574 440 34, theaterkosmos.at

Riot 1394 – Philipp Vogl. In seinen Arbeiten spielt Philipp Vogl mit figürlichen, organischen, grafischen und illustrativen Elementen und erzeugt mit Licht, Schatten und Kontrastfarben Tiefe und Plastizität. 16.04.2015 bis 13.05.2015 TILLY’S ATELIER. Seeallee 4, Heiden, buob.werner@bluewin.ch Spiegelung und Widerschein. eine fotografische Erkundung. Tilly Neuweiler und Peter Kühnis-Dietz zeigen ihre Bilder. 11.04.2015 bis 08.05.2015 WERKGALERIE PAUL HÜBERLI. Stofelrain 2, Teufen, +41 71 333 29 08, paul-hueberli.ch Expressionistische Malerei. Ständige Werkschau. 19.11.2014 bis 31.12.2015 WILDPARK BRUDERHAUS. Winterthur, B15 – Kunst ums Wild. Die Ausstellung erstreckt sich entlang des leicht aufsteigenden Fussweges zum Wildpark Bruderhaus auf einer Länge von ca. 2 km und befindet sich hauptsächlich im Wald. 09.05.2015 bis 08.11.2015 XAOX-ART. Langgasse 16, St. Gallen, xaoxart.ch.vu XaoX-Art: By Bobby Moor. Ein Delirium im Wachzustand, geäussert mit allen Sinnen. Gebündelt das Leben, in Schüben, in Schlaufen, in Pirouetten, in Albträumen und auf langen Strecken in tiefsten Abgründen. 01.01.2015 bis 31.12.2015 ZEUGHAUS TEUFEN. Hauptstrasse 65, Teufen AR, Justasniker. 31.05.2015 bis 14.06.2015 Zwischenstellung. Vera Markes digitales Archiv wird online geschaltet. 10.05.2015 bis 24.05.2015

Weitere Ausstellungen ALTE KASERNE. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, altekaserne.ch Afro-Pfingsten Fairfair-House. Kunsthandwerk aus Westafrika, Schmuck, Sisaltaschen, Stoffe, Kaffee etc., aber auch Informationen über diverse Projekte & Engagements vor Ort. 21.05.2015 bis 23.05.2015 Auf den Spuren schwarzer Geschäfte. Die Ausstellung zeigt Hintergründe des kolonialen Wirtschaftssystems und der Schweizer Beteiligung. 21.05.2015 bis 23.05.2015 GEWERBEMUSEUM WINTERTHUR. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, gewerbemuseum.ch


79 Der entfesselte Raum. Die Ausstellung ermöglicht die Konventionen der gewohnten Raumvorstellungen zu verlassen, um sich von neuartigen Situationen überraschen zu lassen. 10.05.2015 bis 04.10.2015 Oled – Licht der Zukunft? 10.05.2015 bis 18.10.2015 HAMMERSCHMIEDE IM MOOS. Moosweg 3, Buchs, 081/771 16 23, Handgewobene Kostbarkeiten, Kunst- und Handwerk. 23.04.2015 bis 10.05.2015

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HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDEMUSEUM. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, hmsg.ch Erster Weltkrieg. Drei Ausstellungen. Schweiz – St.Gallen – Umbrail: 14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg, Im Atemzug der Zeit – St.Gallen 1914-1918, Krieg im Hochgebirge – Der Maler A.M.Bächtiger am Umbrail. 09.05.2015 bis 28.02.2016 Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee. 23.05.2015 bis 17.01.2016 St. Gallen im Bild – Stadtbilder erzählen Stadtgeschichte. 07.03.2015 bis 31.12.2015 HOCHSCHULGEBÄUDE HADWIG (PHSG). Notkerstrasse 27, St.Gallen, +41 71 243 94 00, phsg.ch Flüchtlinge im Hadwig. Die Ausstellung thematisiert die Unterbringung von 1’000 Jüdinnen und Juden, welche im Februar 1945 aus dem Konzentrationslager Theresienstadt gerettet wurden, im damaligen Schulhaus und heutigen PHSG-Hochschulgebäude Hadwig in St.Gallen. 08.05.2015 bis 25.09.2015

RATHAUS ST.GALLEN. Postfach 1664, St. Gallen, +41 71 224 51 21, stadt.sg.ch Vom Lustgarten ins Paradies. Jahresausstellung der Denkmalpflege zur baulichen Geschichte der Quartiere St.Otmar, Vonwil und Paradies. 05.05.2015 bis 05.06.2015 STÄDTISCHES MUSEUM ÜBERLINGEN. Krummebergstr. 30, Überlingen, 00497551 99-1079, museum-ueberlingen.de Mystik am Bodensee. Vom Mittelalter bis zur Moderne. 01.04.2015 bis 19.12.2015 STADTMUSEUM. Herrenberg 40, Rapperswil SG, +41 55 210 71 64, stadtmuseum-rapperswil-jona.ch Der Zeit voraus – Drei Frauen auf eigenen Wegen. Drei bemerkenswerte Biografien aus drei Jahrhunderten. 23.04.2015 bis 18.10.2015 STIFTSBIBLIOTHEK. Klosterhof 6 d, St. Gallen, +41 71 227 34 16, stiftsbibliothek.ch Wenn Bücher Recht haben – Justitia und ihre Helfer in Handschriften der Stiftsbibliothek. 30.11.2014 bis 08.11.2015 TEXTILMUSEUM. Vadianstrasse 2, St. Gallen, +41 71 222 17 44, textilmuseum.ch S’isch – s’isch nöd – Das St.Galler Kinderfest. 11.02.2015 bis 09.08.2015 VORARLBERGER LANDESMUSEUM. Kornmarkt 1, Bregenz, +43 5574 460 50, vlm.at Römer oder so. 21.06.2013 bis 31.12.2015

JÜDISCHES MUSEUM. Schweizerstrasse 5, Hohenems, +43 5576 739 89 0, jm-hohenems.at Endstation Sehnsucht. Eine Reise durch Yerushalayim–Jerusalem–Al Quds: eine Fahrt durch die Stadt, die Juden, Christen und Muslimen als heilig gilt. 10.05.2015 bis 14.02.2016 LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM. Städtle 43, Vaduz, +41 423 239 68 20, landesmuseum.li Die Ära Napoleons im Spiegel seiner Medaillen. 19.02.2015 bis 28.06.2015 NATURMUSEUM THURGAU. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, naturmuseum.tg.ch Has im Glas – Die Nasssammlung des Naturmuseums Thurgau. D12.12.2014 bis 28.06.2015 Wir essen die Welt. Die Ausstellung beleuchtet Facetten rund um unser Essen, die Produktion und Handel von Nahrung, um Genuss und Geschäft, Hunger und Überfluss. 17.04.2015 bis 23.08.2015

WEITERE AUSSTELLUNGEN


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Kinder Clownina als Geburtstagsgast Übende Clownin freut sich über Einladungen zu Kindergeburtstagen. Für ein Stück Kuchen komme ich gerne mit einem viertelstündigen Programm vorbei. Mehr als drei Stücke schaffe ich nicht. Post an clownina@gmx.ch

Kultur

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De Oxesepp witzlet Der Appenzeller Witzeerzähler «De Oxesepp» sucht einen Manager oder eine Managerin für diverse Humorideen. Kleinkunst, auch Ausland, volles Abendprogramm. Kontakt: Harry André, Hotel Stossplatz, Riederstr. 13, 9050 Appenzell KUNSTINTERVENTION FLÜCHTEN, VERGESSEN, ERINNERN Hinterfragende Schilder beim Wanderweg Lustenau – Widnau erinnern an den Schrecken der Zeit vor und während des 2. Weltkrieges. Ort: Naturschutzgebiet Alter Rhein Lustenau, Parkplatz Forststrasse 111. Geführte Spaziergänge am 11.5. und 18.5. – Treffpunkt Zollamt Schmitter/Lustenau/AT – 14 Uhr. Oder nach Vereinbarung: 079 224 73 91 Margit Bartl-Frank

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Kellers Geschichten

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Rote Fahne

Ab und zu ragte im Strandbad Arbon die Sprungfeder einer Matratze aus dem Rasen, so dass man aufpassen musste, sich nicht zu verletzen. Dem Vernehmen nach kommt das schon lange nicht mehr vor, der Müll, der auf dem Gelände einst abgeladen wurde, ist offenbar verrottet. Bestimmt wäre es heute auch nicht mehr nötig, die Schweizer Fahne so demonstrativ in die Ansichtskarte hinein zu montieren, wie es der Arboner Fotograf Max Burkhardt hier tat. Foto: Max Burkhardt, Arbon. Archiv Stefan Keller Sein Bild gibt es in zwei Versionen, einmal mit hängender, kaum erkennbarer, und einmal mit wehender Fahne, als ob es bei schönstem Sommerwetter stark aus Norden winden würde. Das Bad liegt etwas ausserhalb des Städtchens an der Grenze zum Nachbardorf Frasnacht, wahrscheinlich weil das Wasser dort sauberer war und man weniger in Fäkalien und Gift schwimmen musste als bei der hölzernen Badehütte in Zentrumsnähe. Das Strandbad wurde 1933 eröffnet. Es war eine Errungenschaft der Linken, die in Arbon seit 1925 die politische Mehrheit stellte: Der Architekt soll ein Schüler Le Corbusiers gewesen sein, und noch viele Jahrzehnte später konnte man alte Arbeiterinnen und Arbeiter im eleganten Restaurantpavillon erzählen hören, wie sie damals Wochenende für Wochenende Fronarbeit geleistet hatten, um das Land zu entwässern, mit Gerümpel aufzufüllen und soweit auszuebnen, dass die Gemeinde bloss noch den Rasen ansäen musste. Es war das erste Bad auf der Schweizer Seite des Bodensees, das zum Entsetzen der katholischen Pfarrherren die Geschlechtertrennung aufhob. Während des Sommers legte die SBB beim Strandbad einen Halt für Badegäste ein, obwohl es da keinen Bahnhof gab. Der Ort wurde beliebt, eine Zeit lang galt er sogar als mondän. Die Besucherzahlen stiegen trotz Krise viel höher als erwartet, die Baukosten konnten abbezahlt werden. Und das rote Arbon war einen wichtigen Schritt weiter mit dem Projekt, das örtliche Seeufer ganz in die öffentliche Hand zu bringen und den Besitzlosen zugänglich zu machen. Was schliesslich auch gelang. Stefan Keller, 1958, organisiert mit der Kulturstiftung des Kantons Thurgau am 3. Mai eine historisch-literarische Blustfahrt, die unter anderem nach Arbon führt.

ABGESANG


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Bureau Elmiger

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Aber da war die Nachricht schon alt

Im Februar ging ich an der Seite eines Schriftstellers am südlichen Rand des Juragebirges. Das Wetter war rau an diesem Tag, etwas flatterte vor unseren Augen im Wind davon, ein Vogel oder ein kleiner Plastiksack von C&A oder ein kleiner, bedruckter Papiersack oder vielleicht ein Plastikhandschuh, und weil ich wusste, dass der Schriftsteller Jahre lang Kolumnen geschrieben hatte, fragte ich ihn irgendwann, ob ihn denn niemals die Furcht befallen habe, kurz vor Redaktionsschluss, rechtzeitig nichts aufs Papier zu bringen, ob ihn nicht die Angst umgetrieben habe, so wie mich, die ich jeweils unruhig zwischen Küche und Schlafzimmer hin und her gehe und die Zeitungen nach einer Idee, nach einer grossen Neuigkeit durchsuche, von der die Leute noch nichts wissen, tagelang vor dem Radio sitze und warte, ob er auch so, fragte ich also, und der Schriftsteller lachte, ja, panisch sei er immer gewesen, und auch wenn er jedes Mal doch noch rechtzeitig etwas aufgeschrieben habe, habe ihn das nicht beruhigt. Die Kolumne möchte in der nahen Zukunft gültig sein, so sagt das Handbuch im Regal des Bureaus, lehrreich oder zumindest mit Pointe, sie möchte für kurze Zeit etwas bedeuten, aber was könnte das sein, wenn im Bureau doch jeweils niemand einen Schimmer hat, was in den Tagen bis zur Erscheinung noch geschehen wird. Was, fragt sich die versammelte Belegschaft jeden Monat, haben wir gesehen, welche gültige Erkenntnis haben wir uns in den vergangenen Wochen ins Heft geschrieben, was haben wir beobachtet, abgesehen davon, dass ein Vogel in manchen Fällen nicht von einem Papiersack zu unterscheiden ist oder von einem Plastikhandschuh? Lässt sich darüber schreiben, dass wir gestern einen Film über Lemuren gesehen und gelernt haben, dass es davon viele Arten gibt, dass sie aber allesamt mit grossen Augen durch die Nacht fliegen wie die Geister der Verstorbenen? Darüber, dass wir vor zwei Tagen in einem Flugzeug über den Ort unserer Jugend hinwegflogen und kleine Ziegen sahen, die Richtung Wald rannten; dass wir Stunden davor in der hintersten Reihe eines Raumes sassen, der viel länger als breit war, dass ganz vorne ein kleiner Mann sass und erklärte, dies sei

eine ganz einfache Geschichte über einen ganz einfachen Mann und wir dann auf der Stelle riefen, dies sei doch gar nicht wahr; dass wir nachts schlecht schliefen; dass wir vor vier Tagen am Ausläufer des Dunkelsteinerwaldes einen Raum betraten, in dem ein Benediktinermönch in schwarzer Kutte und vier Winzer in Anzügen standen und dass wir diesen Umstand zur Kenntnis nahmen, ohne ihn in diesem Augenblick bemerkenswert zu finden; dass wir vor einer Woche träumten, wir hätten bei einer Konferenz Michel Foucault getroffen, der mit braun gelocktem Haar in seinem Auto vor einem Hotel sass und freundlich das Fenster herunterkurbelte; dass wir an Ostern auf einer Driving Range standen und alle Bälle so weit wie möglich ins unendliche All hinausschlugen, aber niemals weit genug; dass wir eine Radiosendung hörten über das politische Buch und eine andere Sendung über eine Frau, die durch ihr Fenster unbemerkt ihre Nachbarn beobachtete, Tag für Tag, bis die Nachbarn für längere Zeit verschwanden und irgendwann zurückkehrten, verändert, die Nachbarin in sich zusammengesunken, der Nachbar immer dünner, dass wir hörten, wie die Frau dann dem Nachbarn durchs Fenster beim Sterben zusah, wie er dünner wurde, wie die Verwandtschaft am Bett zusammenkam, um sich zu verabschieden, wie die Nachbarin sich neben ihn legte, bis er gestorben war, wie sie in den Wochen danach noch ab und zu am Fenster zu sehen war. Oder darüber, dass wir einem Mann begegneten, den wir seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hatten und dann drei Tage später 700 Kilometer entfernt an einer Bushaltestelle zufällig noch einmal; dass wir Borges’ neue Widerlegung der Zeit lasen, während wir am Radio hörten, in Second Life seien kaum noch Menschen unterwegs, dass wir lasen, Günter Grass sei gestorben, aber da war die Nachricht schon alt und draussen blühten irgendwelche Bäume.

ABGESANG

Dorothee Elmiger, 1985, stammt aus Appenzell und lebt in Zürich. Letztes Jahr erschien ihr zweiter Roman Schlafgänger. Sie schreibt seit zwei Jahren monatlich in Saiten.


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Boulevard

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Kommt er? Kommt er nicht? St Gallen is «Looking for Eric» – ERIC, Sie wissen schon, CANTONA, Kultfigur und kantiger Denker des britischen Fussballs. Im Juni, so viel ist sicher, kommt die Filmkomödie über ihn nach St.Gallen. «Looking for Eric» ist ein Highlight eines neuen StadtFestivals, von dem so viel verraten sei: Es findet am 12. und 13. Juni statt, dreht sich um Kino, Fussball und Politik, bringt zusammen, was bisher nicht selbstverständlich zusammengehörte, nämlich Sport und Kultur – und beschert der Stadt eine bisher zu wenig gewürdigte, neue Kulturmeile: die Lämmlisbrunnenstrasse.

Kommt es oder kommt es nicht? Es kommt: Winterthur erhält ein unabhängiges Programmkino von Format, an bester Stelle, auf dem Lagerplatz im Sulzerareal. Die Finanzierung für den Rohbau des «Cameo» ist grösstenteilsgesichert, aber für Ausstattung und Kinobetrieb fehlen noch Mittel. Kino ohne Leinwand? Damit das nicht passiert, hat das 14-köpfige Cameo-Team eine Sammelaktion auf wemakeit.ch gestartet. Von den erhofften 10’000 Franken ist rund die Hälfte schon beisammen. Der Start ist auf Herbst 2015 geplant. Kulturgeld und Winterthur: Das ist sonst keine LiebesGeschichte. Das Kulturmagazin Coucou hat im April seine Titelseite überschmiert mit dem Slogan «Streichen und abschaffen». «Balance» nennt sich pikanterweise die 30-Millionen-Sparerei in Winti, die unter anderem das Theater und auch sonst allerhand aus der Balance bringt. So schrieb Musiker NICO FEER im Coucou ein «Lamento» über die sparbedingte Verteuerung von Proberäumen, und Redaktorin SANDRA BIBERSTEIN malte sich einen Abend anno 2024 aus: lärmbereinigte, zu Tode sanierte und öd gesparte Innenstadt. Hoffentlich kommt das nicht so.

Auf Herisau kommt derweil eine anregende Ausstellung samt «Interventionen» zu: «Ammann» heisst sie simpel. Einer der beiden im Alten Zeughaus vertretenen Ammänner ist Fotograf und Saiten-Mitarbeiter DANIEL AMMANN. Im Rahmenprogramm lässt er unter anderem am 19. Mai über die Frage diskutieren, ob der Journalismus verludere. Soweit kommt es hoffentlich nicht. Und Fotograf FLORIAN BACHMANN, seinerseits den Saiten-Lesern wohlbekannt, stellt am 29. Mai im St.Galler Kaffeehaus sein mit Helen Ebert geschaffenes Buch «Un verano antes del verano» vor: Poesie, Fotografien und Notizen aus Buenos Aires. Da ist einer weit herumgekommen.

So unsicher sonst ist, was kommen wird, so sicher ist, wer alles gekommen ist - an jenem geschichtsträchtigen 30. März: Mehr als 300 Kulturinteressierte liessen sich am Saiten-Anlass in der Lokremise von Bundesrat ALAIN BERSET über die nationale Kulturpolitik informieren und von einer illustren Diskussionsrunde in die Untiefen der Ostschweizer Kultur verwickeln. Zwar ging die Bratwurst für den Kulturminister vergessen, Schande über uns – aber sonst wars, wie man rundherum hörte, ein gelungener Abend.

Wichtiger Satz von Diskussionsleiter STEFAN KELLER dabei: Es müsste doch gelingen, die Kantönligrenzen zu «perforieren». Das kann tatsächlich noch kommen, spätestens 2027: Dann wollen die Ostschweizer Kantone eine gemeinsame Expo durchführen. Ende April (nach SaitenRedaktionsschluss) wurde informiert. Die Innerrhödler halten sich bei der Expo-Planung bis jetzt bekanntlich zurück. Böse Zungen sagen: weil es vorderhand noch nichts zu profitieren gibt. Aber das kann noch kommen.

Dass Kulturgeld gut investiertes Geld ist, muss man an dieser Stelle nicht zweimal sagen. Mehrmals gesagt wurde es am Kulturforum der Internationalen Bodensee Konferenz IBK am 20. April auf dem Alpenhof Oberegg. Eine Reihe von Kunstschaffenden gab dort Auskunft über die befreiende und zündende Wirkung von Kulturpreisen, darunter die Filmemacherin MICHAELA MÜLLER, die mit ihrem vielfach ausgezeichneten Animationsfilm «Miramare» reichlich PreisErfahrung gesammelt hat. IBK-Förderpreise kommen also weiterhin auf uns zu. Bilder: talksport.com, kurzfilmtage.ch, tink.ch, location1.org, mare.de facebook.com, wikimedia.org, vhs-mittelthurgau.ch

ABGESANG


N°245 · Neue Grafik im Osten  

Mai 2015 · Ausserdem: Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann zum St.Galler «Little WEF». Spuk im Kulturschloss. Silent Bass. She Dada. Mariell...

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