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Ostschweizer Kulturmagazin

JANUAR 2013

N°219

OST-KUNST

Porträts, Posen und Provokationen zum Heimspiel

AUSSERDEM:

Paul Rechsteiner fordert Gerechtigkeit für «Administrativ Versorgte». Peter Stahlberger liest den Genossen die Leviten. Urs Widmer schickt die Banker in die Hölle.


Editorial Der Tag an dem wir das Hasten nach Blechhasen den Windhunden überlassen Ein kleines Gedicht, ein halber schöner Satz, ein dichterischer, auch ein zukunftsweisender Satz. Er steht auf dem Cover des feuerwehrroten Büchleins, das Ernst Bonda grad eben in die «Saiten»-Redaktion gebracht hat, eine Sammlung neuer und älterer Gedichte. Bonda, künstlerischer Tausendsassa, Lyriker und Collagist und nebenbei einst Erfinder des Umweltschutzpapiers: Da hofft einer wie er, weiss auf feuerwehrrot, unermüdlich auf kommende, bessere Tage, und ist doch schon bald neunzig. Beim Kurzbesuch im «Saiten»-Büro reden wir dann auch vom Heimspiel, dem alldreijährlichen Schaufenster des Ostschweizer Kunstschaffens, das eben eröffnet worden ist. Ernst Bonda ist als Ältester mit dabei, hat die Jury überzeugt mit einer stillen Arbeit, die sich listig gegen den Weiss-Terror der Leinwand auflehnt. Grade die Jungen hätten sehr auf sein Bild angesprochen, auf das Karge, Reduzierte, Formale, erzählt Bonda im Stehen zwischen Tür und Angel – das gebe doch Hoffnung, dass die Jungen eine solche Sprache heute zu lesen verstünden, Hoffnung vielleicht überhaupt, dass dem Rennen und Hasten, dass den Blechhasen und Windhunden etwas entgegengesetzt werden kann. Ja: Was treibt die jungen und halbjungen Kunstschaffenden um, und wo treibt es uns hin mit der Kunst? «Saiten» hat das Heimspiel zum Anlass genommen, Antworten zu suchen. Zum einen reden wir mit Jurymitglied Nadia Schneider, zum zweiten porträtieren wir fünf Heimspiel-Mitspielerinnen und -Mitspieler, zum dritten stellen wir zur Debatte: die Rolle der Kunst im öffentlichen Raum und das mangelnde Engagement von Kunstmuseum und Kunsthalle St.Gallen fürs regionale Schaffen. Weiter im Heft: kantonale Kunstsammlungen, neue Kunstbücher, aber auch musikalische, filmische und politische Aussichten aufs neue Jahr. Ein Motto für 2013? Wir setzen, knapp am Weltuntergang vorbeigeschrammt, auf Hoffnung - nochmal mit Ernst Bonda: Noch sind meine alten Tage jung schreibe ich ins Reine Schatten und Begeisterung Peter Surber und Andrea Kessler

Impressum Saiten – Ostschweizer Kulturmagazin 219. Ausgabe, Januar 2013, 18. Jahrgang, erscheint monatlich Herausgeber: Verein Saiten, Verlag, Schmiedgasse 15, Postfach 556, 9004 St.Gallen, Tel. 071 222 30 66, Fax 071 222 30 77, Redaktion: Andrea Kessler, Peter Surber, redaktion@ saiten.ch Verlag/Anzeigen: Peter Olibet, verlag@saiten.ch Sekretariat: Gabriela Baumann, sekretariat@saiten.ch Kalender: Anna Tayler, Michael Riederer kalender@saiten.ch Gestaltung: Carol Pfenninger, Michael Schoch, grafik@saiten.ch Vereinsvorstand: Susan Boos, Lorenz Bühler, Heidi Eisenhut, Christine Enz, Hanspeter Spörri (Präsident), Rubel Vetsch

Vertrieb: 8 days a week, Rubel Vetsch Druck: Niedermann Druck AG, St.Gallen Anzeigentarife: siehe Mediadaten 2010 Saiten bestellen: Standardbeitrag Fr. 70.-, Unterstützungsbeitrag Fr. 100.-, Gönnerbeitrag Fr. 280.-, Tel. 071 222 30 66, sekretariat@saiten.ch Internet: www.saiten.ch Fotografie, Illustration: Daniel Ammann, Florian Bachmann, Beni Bischof, Michael Bodenmann, Stefan Bösch, Christiane Dörig, Tine Edel, Adrian Elsener, Rahel Eisenring, Georg Gatsas, Mirjam Graf, Jonathan Németh, Lika Nüssli, Franziska Messner-Rast, Elias Raschle, Tobias Siebrecht, Theres Senn, Barbara Signer, Manuel Stahlberger, Felix Stickel, D-J Stieger, Lukas Unseld

Text: Eva Bachmann, Marcel Bächtiger, Anjana Bhagwati, Susan Boos, Wolfgang Bortlik, Matthias Brenner, Rolf Bossart, Kurt Bracharz, Sabina Brunnschweiler, Wendelin Brühwiler, Sina Bühler, Richard Butz, Bettina Dyttrich, Heidi Eisenhut, Marcel Elsener, Christian Erne, Andreas Fagetti, Hans Fässler, Tin Fischer, Mathias Frei, Silvio Frigg, Carol Forster, Christina Genova, Andrea Gerster, Flori Gugger, Giuseppe Gracia, Nathalie Grand, Eva Grundl, Michael Guggenheimer, Etrit Hasler, Frank Heer, Damian Hohl, René Hornung, Ralph Hug, Kathrin Haselbach, Lea Hürlimann, Marco Kamber, Daniel Kehl, Florian Keller, Thomas Knellwolf, Andreas Kneubühler, Fred Kurer, Noëmi Landolt, Manuel Lehmann, David Loher, Sandra Meier, Melissa Müller, Peter Müller, Fabienne Naegeli, Andreas Niedermann, Jürg Odermatt, Charles Pfahlbauer jr., Milo Rau, Holger Reile, Shqipton Rexhaj,

Corinne Riederer, Adrian Riklin, Mark Riklin, Roman Riklin, Harry Rosenbaum, Anna Rosenwasser, Andri Rostetter, Andreas Roth, Daniel Ryser, Kristin Schmidt, Verena Schoch, Anja Schulthess, René Sieber, Monika Slamanig, Barnaby Skinner, Yves Solenthaler, Hanspeter Spörri, Wolfgang Steiger, Johannes Stieger, Susi Stühlinger, Kaspar Surber, Florian Vetsch, Daniela Vetsch Böhi, Roger Walch, Michael Walther, Anne Käthi Wehrli, Bettina Wollinsky, Rafael Zeier Korrektur: Noëmi Landolt, Florian Vetsch. © 2013: Verein Saiten, St.Gallen. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung. Die Urheberrechte der Beiträge und Anzeigenentwürfe bleiben beim Verlag. Keine Gewähr für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen.


INHALT

Heimspiel spektakulär: Mit Marbod Fritschs Installation «Easy Come Easy Go» (Cover) ergiesst sich ein goldener Wasserfall in den Oberlichtsaal des Kunstmuseums St.Gallen. Und Roland Adlassnig legt Österreichs Fahne über den Treppenaufgang: «Tu Felix Austria».

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Reaktionen. Redeplatz. mit Heidi Eisenhut Nachtleben. von Timo Posselt Eiszeit. von Hansueli Stettler Mehrfach belichtet. mit Daniel Ammann und Marcel Elsener

TITEL 12 Zwischen Stuhl und Bank. Ein Gespräch mit der Kuratorin und HeimspielJurorin Nadia Schneider. von Peter Surber 16 Die Herren der Vögel. Die Zwillinge Reto und Markus Huber wollen vogelfrei bleiben. von Christina Genova 18 Den Kitsch herumrücken. Valentina Stieger ist eine Meisterin der Defunktionalisierung. von Claire Hoffmann 20 Die Kunst des Vergänglichen. Christoph Getzner ist Restaurator, sein Bruder Markus buddhistischer Mönch. Ein schillerndes Duo. von Corinne Riedener 22 Sakraler Trash. Wer steckt hinter dem Kollektiv U5 aus Zürich und was hat es in St.Gallen zu suchen? von Andrea Kessler 24 Die Verwandlerin. Katalin Deér ist Fotografin und weit mehr als das. Dank dem Sitterwerk ist sie in St.Gallen gelandet. von Kristin Schmidt 26 Ein U-Boot im Mannenweier. Im öffentlichen Raum schafft es die Kunst noch anzuecken – aber zu selten. von Wolfgang Steiger 29 Heimnachteil. Sollten sich Kunstmuseum und Kunsthalle St.Gallen stärker mit der Ostschweiz beschäftigen? Ein Diskussionsbeitrag von Marcel Zünd Das Titelthema fotografierte Elias Raschle. Der 1992 geborene St.Galler Fotograf studiert Kunst an der Hochschule der Künste Bern, wohnt in Biel und arbeitet zeitweise im Palace St.Gallen.

THEMA 30 Rundflug. von Kurt Bracharz, Christian Erne, Wendelin Brühwiler, Daniela Vetsch Böhi und Heidi Eisenhut 33 Wohin mit all der Kunst? von Gabriela Falkner 34 Stadtratswahlen: Überlegungen zur «Oppositionsrolle» der SP. von Peter Stahlberger 36 Fontanes Effi Briest lebte am Bodensee. von Heiko Strech 39 «Die Seele gewöhnt sich nie daran». Eine Rede von Paul Rechsteiner gegen das Schweigen zum Schicksal der Verdingkinder 40 Flaschenpost. von Noëmi Aepli aus Irland KULTUR 43 Film. «Rosie» und die St.Galler Filmförderung. von Andreas Kneubühler 44 Kunst. Ein Streifzug durch den Wald der Kunstbücher. von Richard Butz 46 Literatur. Ganz oben. Ein Auszug aus Andrea Gersters neuem Roman 47 Theater. Urs Widmers Finanzstück «Das Ende vom Geld» in St.Gallen. von Peter Surber 48 Musik. Schöne neue iWelt. von Chrigel Fisch 49 Von der Rolle. von Anja Schulthess 49 Schaufenster. 50 Literatour. mit Lea Hürlimann 51 Theaterland. 51 Forward. 52 Presswerk. von Anna Frei KALENDER 55 Termine im Januar. 73 Charles Pfahlbauer jr. 75 Nr. 113. von Theres Senn 75 Saitenlinie.


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REDEPLATZ

«Alles ganz modern» 2013 feiern die beiden Appenzell den Beitritt zur Eidgenossenschaft vor 500 Jahren. Kantonsbibliothekarin Heidi Eisenhut ist überzeugt, dass die alten Geschichten bis heute nachwirken.

«saiten»: «Wir fAIARn», heisst der Slogan zum Appenzeller Kantonsjubiläum 2013. Das Wortspiel regt manche Leute auf. heidi eisenhut: Das Wortspiel ist bemühend, aber ein bisschen steckt auch die Unmöglichkeit mit drin, die beiden Kantone zusammenzubringen. Es ist sperrig, und das kann anregend sein – die Diskussion über die Inhalte des Jubiläums hat ja in der Öffentlichkeit noch nicht richtig angefangen. Was gibt es denn inhaltlich zu feiern? Das Jubiläum betrifft den Beitritt des ungeteilten Landes Appenzell zur Eidgenossenschaft vor 500 Jahren. Eines der Ergebnisse davon war, dass die Appenzeller in den Genuss von Geldzahlungen und vom Anteil an der Kriegsbeute kamen. Entscheidender aber: 1513 ist ein wichtiger Meilenstein im Ablöseprozess vom Abt von St.Gallen. Eine Befreiung? Man muss noch ein Jahrhundert zurückblenden, zu den Schlachten an der Vögelinsegg und am Stoss 1403 und 1405. Dort hatten die Appenzeller zwar die Äbtischen geschlagen, aber der Mythos dieser «Freiheitskriege» wird überschätzt. 1408 wurden die Appenzeller vor Bregenz besiegt, ihr haudegenmässiger Expansionsdrang wurde gestoppt und sie wurden durch die Eidgenossen, die sie 1411 ins Burg- und Landrecht aufnahmen, für Jahrzehnte «neutra-

lisiert». Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts herrschte eine labile Balance zwischen den drei Playern Appenzell, Abt und Stadt St.Gallen im Zusammenspiel mit der Eidgenossenschaft. Die Appenzeller, die mit Schwyz eng verbunden waren, hatten in der Regel das Nachsehen, da Zürich den Abt schützte. Selbst nach dem Beitritt zum Bund mussten die Appenzeller dem Abt noch jahrelang Abgaben entrichten.

Unsere Gegenwart gilt als schnelllebig und vergesslich. Wie macht man Geschichte lebendig? Es gibt ein Festspiel, eine Wanderbühne – die «Ledi» – und das Projekt «Appenzeller Geschichte in Zeitzeugnissen»: Wir sammeln Texte, Bilder, Filme und Tondokumente und stellen Hat das Einfluss auf das Selbstverständnis sie ins Internet; parallel dazu gibt es ein Buch der Region heute? Die Appenzeller sehen sich gern unabhängig mit 120 solcher Zeitzeugnisse. So werden 500 und aufmüpfig und beanspruchen nicht sel- Jahre anschaulich gemacht in Objekten. ten für sich Sonderrechte. Stadt und Kloster 1991 hatte das Jubiläum 700 Jahre EidgeSt.Gallen bringen ihre alte Tradition ins Spiel, nossenschaft heftige Debatten über die das Kantonsgebiet von St.Gallen wiederum ist Identität der Schweiz ausgelöst. Wird 500 ein Konglomerat von Untertanengebieten des Jahre ARAI kritisch oder patriotisch? Abtes und gemeinen Herrschaften der Orte. Das prägt, und es macht die Politik bis heute Bis jetzt hört man noch nicht viel. Das Feiern soll unbedingt Platz finden, etwa beim Volksfest anspruchsvoll. am 1. August, aber auch das Diskutieren. Ich Was haben wir davon, wenn wir das alles hoffe, dass das Ganze nicht bloss ein Sich-nettwissen? auf-die-Schultern-Klopfen wird. Das Jubiläum bietet die Chance zum Zeitensprung: Wer die Umstände von damals kennt, Heidi Eisenhut, ist Leiterin der Kantonssieht das Heute klarer. Das Land Appenzell war bibliothek Appenzell Ausserhoden. Für «Saiten» in seinem Verhältnis zur Eidgenossenschaft in schreibt sie regelmässig Rundflüge und ist im einer vergleichbaren Situation wie die Schweiz Vorstand des Vereins. heute gegenüber Europa: im Spannungsfeld zwischen Einbindung und Selbstbehauptung. Interview: Peter Surber/Bild: Tine Edel Informationen zum Jubiläum: www.arai.ch Hinzu kamen die innereidgenössischen Span-

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nungen. Die Tagsatzung etwa funktionierte mit Vetorecht, die Orte waren uneins wie heute – alles ganz modern!


EISZEIT

Baggern statt Schlittschüele Seit 1860 liegt der Knabenweier in der heutigen Form zwischen Mannenweier und Chrüzweier über der Stadt St.Gallen. Die Drei Weieren dienten als Wasser-Reservoir für die Leinwandbleiche, aber auch zum Vergnügen – wintersicher, da drei Monate vollkommen im Schatten des Waldes. Das aber war noch vor der Einführung von Standortmarketing & Co. Heute darf nicht mehr vorkommen, was einmal geschah: ein Einbruch ins Eis, von dem niemand Genaueres erzählen will. Bekannt ist der Fall mit dem Schneepflug, der Fahrer trug eine Schwimmweste. Die Justiz regelt seither diese Bereiche gründlich. Und das Bauamt. Wie geht das grundsätzlich mit dem Eislaufen in romantischer Natur? Wenn das Tiefbauamt die Stadt fertig gepfadet, gesalzen und den Schnee verfrachtet hat, nimmt es sich vor, den Zustand des Eises zu prüfen. Falls eine Schneedecke liegt, kann das schon mal wegfallen – nur schon der Gedanken ans Betreten ist gefährlich. Weil öfter Schnee liegt, kommt es eher selten überhaupt zur nächsten Stufe des Verfahrens: die Eruierung der Eisstärke. In St.Gallen gelten besonders strenge Massstäbe: Waren es früher zwanzig Zentimeter, müssen es heute noch zwölf bis fünfzehn Zentimeter Klareis sein. Im Badischen gelten acht, im Kanton Zürich acht bis zwölf Zentimeter als Limiten zur Eisfreigabe. NACHTLEBEN

Wellen-Brecher Die Buena Onda gehört fest zur St.Galler Beizen- und Nachtschwärmer-Szene. Dort geht man abends hin, um zu trinken, zu reden oder intime Konzerte zu hören. Das kleine Lokal erweitert zusammen mit Nachbar-Beizen das Stadtzentrum gen Osten. Aber genau da beginnt auch das Problem: Sie liegt in einem Quartier, in dem nicht nur gefestet, sondern auch gewohnt wird. Die «gute Welle» an der Lämmlisbrunnenstrasse kämpft mit Lärmklagen, wie viele Kulturlokale in der Stadt. «Bis zu 5000 Franken Busse bezahle ich dieses Jahr», sagt Sawitri Benini, Beizerin der Buena Onda. Im September war es noch dicker gekommen: «Die Polizei kontrollierte mich gleich zweimal am gleichen Abend. Ich bekam eine Busse für ‹Aussenbewirtschaftung›, nur weil ein Tisch draussen stand. Und dann noch eine Anzeige wegen ‹Überwirtung›, obwohl nach den Öffnungszeiten gar keine Gäste mehr im Lokal waren, lediglich ein paar Helfer und meine Freundin.» In einem Schreiben wies man Benini dann darauf hin, dass ein Patentent-

Winterruhe am Knabenweier. Bild: Hansueli Stettler Ist die notwendige Dicke festgestellt, wird in der Regel gleichentags die Polizei informiert, zuständig für die letztinstanzliche Feststellung der Qualität des Eises. Wenn sie Zeit hat, entnimmt sie zusammen mit der Feuerwehr eine grössere Eisfläche zur Prüfung. Dann der Entscheid: Sollen wir oder sollen wir nicht? Nämlich die Schneedecke räumen. Das kann ein bis zwei Tage dauern. Dank diesem Verfahren war es in den letzten vier kalten Wintern möglich, die Eisfläche für einen (in Zahlen: 1) ganzen Tag freizugeben. Im letzten und in diesem Winter wird auch daraus

nichts: Die dringende Sanierung des Grund-Ablasses im letzten Winter und nun die dringende Sanierung des vierzig Meter langen NellusDammes, für die ökologische Aufwertung des Südufers, machten das Absenken des Wasserspiegels über den ganzen Winter notwendig. Kein Natureis-Glück also für die St.Gallerinnen und St.Galler? Vielleicht lässt sich doch noch über eine Eisfreigabe auf dem Chrüzweier reden. Freiwillige zur Schneeräumung würden sich gerne melden – je weniger Schnee, desto schneller die Eisbildung. Hansueli Stettler

zugsverfahren eingeleitet sei. Die Buena Onda soll laut der Polizei nach der Sperrstunde noch weiter offen gehabt haben. Nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen konnte sie das Verfahren abwenden. Das Gastwirtschaftsreglement unterscheidet zwischen Beizen mit und ohne Spezialbewilligungen. Ohne Bewilligung kann von sonntags bis donnerstags bis 24 Uhr und freitags und samstags bis ein Uhr gewirtet werden. Als Grundlage für eine Verlängerungsbewilligung dient eine baurechtliche Abklärung. Dafür werden alle möglichen Punkte wie Lärmbelastung, Littering oder öffentliches Urinieren geprüft. Warum gerade die Buena Onda so oft kontrolliert wird, weiss die Beizerin nicht: «Ich sehe einfach die Streife immer wieder die Lämmlisbrunnenstrasse runterfahren.» In der Brühlgasse, wo jedes Wochenende Party herrscht, ginge das eben nicht so leicht. Benjamin Lütolf, Mediensprecher der Stadtpolizei St.Gallen, gibt zum Fall der Buena Onda keine Auskünfte, da es sich um ein laufendes Verfahren handle. «Neben den Kontrollen wegen Reklamationen werden Stichproben individuell auf den jeweiligen Betrieb angewandt. Das sind interne Kriterien, die kann ich nicht preisgeben.» Allgemein kön-

ne man sagen, dass sich Reklamationen wegen Lärms auf die ganze Stadt verteilten. Im Frühling dieses Jahres wechselte die Leitung der Abteilung Gast- und Unterhaltungsgewerbe. Ivan Vollmeier trat den Posten an seinen Kollegen Stefan Ziegler ab. Seit dem Wechsel fahre die Polizei eine härtere Gangart, dies spürten auch andere Betriebe in St.Gallen, meint Benini. Ziegler ist seit 2007 im Korps der Stadtpolizei und schloss die Polizeischule in Amriswil mit der Bestnote 5.6 ab. Ob der Polizisten-Primus wohl etwas übereifrig ist? «Es gibt sicher keine Zunahme der Kontrollen», sagt Lütolf, «und es wird überall mit gleichen Ellen gemessen.» Ausserdem gelte: «Betriebe mit aufgehobenen Schliessungszeiten und Betriebe in Wohngebieten müssen sich gleichermassen an die Regeln halten.» Öffnungszeiten seien eine Verträglichkeitsfrage, und Wirtsbetriebe und Wohnräume hätten beide ihre Daseinsberechtigung. Sawitri Benini hat für die Buena Onda vorläufig die Konsequenzen gezogen und veranstaltet bis im September des nächsten Jahres keine Konzerte mehr. Doch sie bleibt zuversichtlich: «Kultur ist ein Menschenrecht, und ich werde weiter darauf pochen.» Timo Posselt

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MEHRFACH BELICHTET

mit Daniel Ammann (Bild) und Marcel Elsener (Text)

ACH, der Fachhochschul-Neubau, man traut ihm noch nicht, und die frisch montierten Buchstaben, die hängend Domino spielen wollten, passten da ebenso ins wacklige Bild wie die vielen besorgten Anrufe, als er Ende Oktober ein paar Tage und Nächte ununterbrochen beleuchtet war (um die Leuchtstoffröhren einzubrennen). Halb St.Gallen fühlt sich irgendwie verantwortlich für die Riesenkiste, die der Kanton mit viel Geld und baulicher Müh’ aufs Bahnhofareal gepflanzt hat; diesen klotzigen Turm mit Unterbau, den man als grundsätzlicher Hochhaus-Freund ja durchaus begrüsst,

aber nun doch noch nicht richtig liebgewonnen hat. Was auch mit den Erschütterungen im Quartier zu tun hat, die er auslöste; jetzt muss man gar ums Klubhaus bangen. Open-HouseTage für die Bevölkerung könnten Sympathie wecken, aber die sind vage erst für Frühling 2013 in Aussicht gestellt. Dabei verspricht man sich in der Stadt vielerlei Impulse und lebhafte Studenten, die am Fuss des Rosenbergs mehr Bewegungen versprechen als die andern oben in Rotmonten. Also anpacken, mithelfen – wie die Herren auf dem Bild, zwei bekannte Ws, beide auf ihre Art fürs Wohl der Stadt besorgt:

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Würmli (Martin), beflissen aufwärts strebender Parlamentarier und Präsident der städtischen CVP, und Welte (Franz), aus dem Ruhestand zurückgerufener Allesschreiber bei den «St.Galler Nachrichten». Ihr Dialog, vermutet: «Komm, ich helfe dir mit diesem Tisch!» «Danke, geht schon, die FHS hat den schwereren Lupf …» Der Fotograf Daniel Ammann schickt der «Saiten»-Redaktion monatlich ein Bild ohne Hintergrundinformationen. Wechselnde Autorinnen und Autoren schreiben die Legende.


Das Heimspiel, Schaufenster des Ostschweizer Kunstschaffens, ist erรถffnet: Installation von Ilona Ruegg (Ohne Titel, 2012) im Kunstmuseum St.Gallen

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Heimspiel

ZWISCHEN STUHL UND BANK

Wie steht es um die jungen Künstlerinnen und Künstler heute? Sie sind Profis, sie adaptieren Formen und künstlerische Strategien der Vergangenheit ebenso selbstverständlich wie die Gesetze des Marktes. Der Kunst bekommt das nicht nur gut, sagt Nadia Schneider. Die Kuratorin war in der Jury für das Ostschweizer Heimspiel und kennt als Präsidentin der Eidgenössischen Kunstkommission die Schweizer Szene blendend. Wir trafen sie Mitte Dezember, kurz vor der Heimspiel-Eröffnung, zum Gespräch. von Peter Surber

Inwiefern? Einerseits geht es um die klassische Moderne Anfang des 20. Jahrhunderts, mit ihren geometrischen Abstraktionen – auch etwas, das lange Zeit komplett verpönt war. Dreiecke oder Vierecke malen, das durfte man nicht. Heutzutage tauchen viele solcher Motive, etwa der Rhombus, wieder auf. Andere schauen auf die Anfänge dessen zurück, was man heute «zeitgenössische Kunst» nennt, auf die späten Sechziger- und Siebzigerjahre. Happening- und Performancekunst etwa: Das war lange Zeit überhaupt nicht aktuell, während viele jüngere Künstler Performances als Teil ihrer Arbeit wieder mit einbeziehen. Das Kollektiv U5 oder der Vorarlberger Robert Adlassnig zählen dazu. Auch die Minimal Art der Sechzigerjahre ist wieder ein Thema, ganz reduzierte oder industriell produzierte Formen, die aber völlig anders verwendet werden, oder aber die Arte povera. Das ist eine Charakteristik der jungen Kunst, dass sie ein überliefertes Vokabular auf neue Art und Weise verwendet. Diese Kunst fällt zwischen Stuhl und Bank. Sie erinnert an …, sie sieht aus wie … – aber daraus wird dann etwas ganz anderes.

«saiten»: Nadia Schneider, wo hat es bei Ihnen gezündet im Verlauf der Jurierung zum Heimspiel? Welche Werke haben Sie fasziniert? nadia schneider: Meistens ergibt sich diese Faszination noch nicht beim Jurieren. Wir haben zwar einige Originale gesehen, aber das wirkliche Kunst-Erlebnis passiert erst in der Ausstellung selber. Dossiers schaue ich mit einem distanzierteren Blick an; es braucht relativ viel Fantasie und Übersetzungsarbeit, um von einem Dossier auf die Arbeit selber zu schliessen. Drum, und das geht mir auch bei der Jurierung der Eidgenössischen Kunstpreise jeweils so: Die absoluten Highlights, die Entdeckungen, die Überraschungen kommen später. Dafür braucht es die Ausstellung, die Wirkung der Werke im Raum. Ich freue mich darauf. Auf wen besonders? Auf viele. Auf Markus Müllers Arbeiten zum Beispiel freue ich mich jedes Mal. Von der älteren Generation: auf Bernard Tagwerker oder von den Jungen, die ich bis dahin noch nicht kannte, etwa auf Sebastian Stadler oder David Berweger. Bei Rolf Graf ist immer wieder spannend, was kommt. Oder die Brüder Getzner aus Vorarlberg …

Das erinnert an die Debatte um «Retromania» in der Rockmusik: Kritisiert wird, dass es das Neue im Grunde gar nicht mehr gibt, sondern nur noch die Verarbeitung des Alten. Dass die Kraft nicht mehr da ist für etwas Neues. Was mir sehr stark auffällt, ist, dass sich vieles gleicht. Es gibt ja auch viel mehr Künstler, die nachstossen, was wiederum eine Folge der «Hochschulisierung» der Kunstausbildungen ist. Sie hat sehr starke Auswirkungen auf die Szene. Gab es früher in der Schweiz vielleicht maximal dreissig KunstschulAbgänger pro Jahrgang, so sind es heute zwischen hundert und zweihundert pro Jahr. Und es kann ja nicht sein, dass es deswegen so viel mehr gute Künstlerinnen und Künstler gibt. Aber die Zahl jener nimmt zu, die eine solide Ausbildung absolvieren, die natürlich gelernt haben, professionell zu arbeiten und ihre Arbeit auch professionell zu präsentieren. Sie wissen wie man eine Dokumentation zusammenstellt, sie beherrschen ihr Handwerk. Aber das bedeutet

Das waren bis jetzt nur Männer. Zufall. Also: Ilona Ruegg will ich unbedingt nennen. Oder: Beeindruckt hat die Jury der grosse Bildteppich der über achtzigjährigen Johanna Grosser-Nissen. Und darin sehe ich ein allgemeineres Phänomen. Vor ein paar Jahren noch wäre ein solches Werk als altmodisch angesehen worden, während heutzutage das Interesse am Handwerk wieder stärker da ist, an alternativen Kunstpraktiken, an technischen Fertigkeiten – Qualitäten, die man lange Zeit nicht vertragen hat. Da hiess es rasch einmal: Das ist Makramee-Kunst, das ist reaktionär. Heute ist Handwerk in neuem Kontext wieder attraktiv, meist in Verbindung mit einem narrativen oder konzeptionellen Ansatz. Eine solche Arbeit kann für junge Künstler zur Inspirationsquelle werden. Viele sind wieder sehr stark an Dingen interessiert, die formal historisch wirken. Die Moderne ist ja ein grosses Thema im Moment.

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Bild: pd

Heimspiel noch nicht unbedingt, dass ihre Arbeiten auch spannend und wirklich eigenständig sind. Es ist dann nicht leicht, auf diesem weiten Feld jene zu finden, die wirklich ihre eigene Sprache sprechen. Viele dieser Kunsthochschul-Abgänger sind digital natives, sie beherrschen die Medien. Eine pdfDokumentation kann schnell gut aussehen. Als ich anfing mit Jurierungen, gab es noch Dossiers mit eingeklebten Fotos in einem Ringordner … Das würde heute schon als eigenständig auffallen. Genau, man würde genauer hinschauen: Warum macht der das jetzt ausgerechnet so? Das heisst: Wer juriert, hofft auf das Widerspenstige, Ungebärdige, aus der Norm Fallende? Ich glaube zumindest: Wer viel juriert, kennt das Phänomen, müde zu werden vom Mittelmass, von jenem Bereich, wo vieles ähnlich aussieht. So hat dann vielleicht schon das, was widerspenstig heraussticht, gute Chancen. Aber man muss sich da auch hüten vor der Ausrichtung auf Outsider-Art, auf Kuriositäten, die es gerade im Hobby- oder AmateurBereich gibt, was ein falsches Zeichen an die Kunstschaffenden vermitteln würde.

Nadia Schneider Willen, Jahrgang 1971, hat unter anderem von 2001 bis 2007 das Kunsthaus Glarus geleitet, von 2008 bis 2010 war sie Kuratorin am Musée d’Art et d’Histoire in Genf, seither ist sie als freischaffende Kuratorin tätig. Seit 2012 präsidiert sie die Eidgenössische Kunstkommission. In der St.Galler Heimspiel-Jury arbeitete sie zusammen mit dem Genfer Künstler Claudio Moser und dem Voralberger Kurator Winfried Nussbaummüller. Nadia Schneider lebt in Zürich.

Sie sprechen von der Akademisierung der Kunstausbildungen. Kritisieren Sie diese Entwicklung? Ja, ich kritisiere das. Natürlich sind die Schulen Teil einer Entwicklung, die man nicht zurückschrauben kann oder soll. Aber die Begleiterscheinungen sind problematisch; es ist ein Riesenthema, welche Schule welches Diplom oder welchen Master anbieten kann, wie viele auswärtige, gut zahlende Studierende eine Schule hat – das sind strategische Fragen, die allesamt mit Kunst sehr wenig zu tun haben.

als «Salonlöwen» in Misskredit zu bringen. Es sind Tendenzen – aber sieht man genauer hin, auf die Einzelperson, auf ihr Werk, dann relativiert sich diese Kritik schnell wieder. Wenn man genau hinsieht, gibt es neben den paar Superstars ja weiterhin die grosse Zahl von Künstlerinnen und Künstlern, die finanziell bloss knapp über die Runden kommen. Das ist so. Und dennoch: Es bestehen heutzutage schon mehr Gelegenheiten, sich zu präsentieren, in Kunsthallen, Galerien, an Veranstaltungen wie dem Heimspiel. Das finde ich prinzipiell natürlich gut. Es fördert ja auch die Konkurrenz.

Was kritisierien Sie daran genau? Wer früher Künstler werden wollte, wusste: Ich lasse mich auf ein Leben ein, das relativ hart wird, das wenig lukrativ sein wird, aber darum ging es nicht. Ich will das nicht romantisieren, aber aus meiner persönlichen Erfahrung – und so alt bin ich ja noch nicht – kann ich sagen: Es gab mehr Leute, die das Künstlersein nicht als Beruf, sondern als Berufung ansahen. Es gab weniger den linearen Weg, Künstlerin oder Künstler zu werden. Künstler war kein Glamour- oder Traumberuf. Diese Vorstellung ist relativ neu, man könne dereinst auch ein Künstlerstar werden, wie ein Urs Fischer, ein Ugo Rondinone, ein Olaf Breuning und so weiter. Der Gedanke an den Markt insgesamt war weniger präsent. Das ist heute anders, und diese Ökonomisierung und die Tatsache, dass es Jahr für Jahr so viele Künstler aus diesen Schulen herausspült, hat eine gewisse Nivellierung zur Folge.

Würden Sie in die Kritik des Buchs «Kulturinfarkt» von Pius Knüsel & Co. einstimmen, es gebe im heutigen Kulturangebot «von allem zu viel und zu viel vom Gleichen»? Nein, der Meinung bin ich gar nicht, und Herrn Knüsels Meinung war noch nie meine Meinung. Aber er spricht einen problematischen Punkt an. Ich habe jedenfalls mit den Institutionen kein Problem hier in der Schweiz. Die Strukturen sind historisch gewachsen, angefangen bei den Kunstmuseen und Kunstvereinen, die im 19. Jahrhundert ihren Bildungs- und Erfreuungsauftrag für das Bürgertum wahrnahmen, bis zu den späteren Aufbrüchen. In den Achtzigerjahren wuchsen aus einer alternativen, antibürgerlichen Szene eigene Institutionen, Kunsthallen, die heute schon wieder zum Establishment gehören, in den Neunzigerjahren dann die Projekträume, bei denen es über das Ausstellen hinaus um den Diskurs ging oder um alternative Kunstpraxis. Zum Glück gibt es immer wieder diese Umbrüche auch in den Institutionen.

Da kann man die Riklin-Brüder in St.Gallen nennen, die ausdrücklich Kunst als Business deklarieren und in Anspruch nehmen, als Künstler auch Unternehmer zu sein. Das ist ein Spezialfall. Aber auch wer künstlerisch völlig konventionelle Produkte herstellt – ich sage das mit Absicht so warenbegrifflich –, braucht das Netzwerk des Marktes. Ich würde behaupten, es gab einst eine grössere Zahl von Kunstschaffenden, die sich dem Markt ausdrücklich verweigert haben. Was ich von den Jungen höre, ist das überhaupt kein Thema. Der Markt ist Teil der raison d’être des Künstlers. Bloss: Wenn ich das sage, muss ich aufpassen, nicht in eine sozialromantische Schublade zu geraten und Künstler

Also keine «Erstarrung», wie das Buch kritisiert? Über Deutschland kann ich nichts sagen, aber in den Schweizer Museen kann man nicht von Erstarrung reden.

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Heimspiel

Spielerische Kunstkabine: «Office Recovery/Disaster Continuity» von Yves Mettler und Gilles Aubry. St.Gallen zum Beispiel hat ein sehr aktives Museum, das für seine finanziellen Verhältnisse eine überzeugende Ankaufspolitik betreibt und spannende Ausstellungen macht.

Um aufs Regionale zurückzukommen: Bei kaum einem der Heimspiel-Werke kann man einen speziell ostschweizerischen Bezug erkennen. Haben Sie das anders gesehen? Nein. Aber das ist auch völlig normal. Künstler müssen dort sein, wo sie ihre Inspirationen finden, wo der Austausch stattfindet, also geht man in die Metropolen. Es gibt Ausnahmen, wie Patrick Rohner, der im Glarnerland arbeitet, weil die Landschaft sein Arbeitsmaterial ist, aber im übrigen ist die Kunstwelt globalisiert, Themen und Ausdrucksformen sind dieselben in Paris wie in St.Gallen.

Gerade die Galeriesituation ist in der Ostschweiz aber nicht rosig. Führende Galerien wie einst Lock, Kulli oder Erker gibt es längst nicht mehr. Solche Veränderungen passieren vielerorts. Galerien gehen dorthin, wo ihre Klientel ist, und das sind in erster Linie die urbanen Orte. Oder, ein Spezialfall, die Galerie Tschudi, die nicht mehr im Glarnerland ist, sondern nach Zuoz umgezogen ist und eine Welle von Galerie-Eröffnungen im Engadin nach sich gezogen hat.

Machen regionale Kunstschauen trotzdem noch Sinn? Eine gute Frage. Als Kuratorin habe ich sie nicht sehr geschätzt, aber sie sind wichtig als Plattform, für den Kontakt zwischen Künstlern und Institutionen, für die Diskussion. Anders als früher die traditionellen «Weihnachtsausstellungen» werden sie heute auch professionell aufgezogen und präsentiert. Grossartig finde ich, dass St.Gallen die ganze Ostschweiz und das Vorarlberg mit einbezieht. Das lüftet durch und öffnet Grenzen, und das Heimspiel wird nicht zur Nabelschau.

Was sagen Sie zur Kritik, dass Veranstaltungen wie die Art Basel mit ihrer Künstler-Champions-League das Bild des «normalen» Künstlers und seiner Kunst verderben? Dass der Markt dort die ganze Macht übernommen hat, was mit der Kunstrealität nichts mehr zu tun hat? Das mag sein, zumindest bei Leuten, die sich bloss am Rand mit Kunst befassen. Da vermittelt sich ein verfälschtes Bild einer überkandidelten Kunst-Schickeria, das nichts mit Kunst, sondern mit Handel zu tun hat. Aber ich kann da nur sagen: Wenn mir der «Betrieb» selber persönlich zu viel wird, dann denke ich an einzelne Künstler und Werke, die ich mag, deren Arbeit ich schätze, die mit ihrer Arbeit vielleicht knapp oder gar nicht durchkommen, die Brotjobs ausüben zum Überleben. Man darf nicht nur die Stars sehen.

Peter Surber, 1957, ist «Saiten»-Redaktor. Heimspiel 2012 Kunstmuseum und Kunsthalle St.Gallen Kunstraum Nextex bis 24. Februar, www.heimspiel.tv

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Heimspiel

Die Herren der Vögel

Die Zwillingsbrüder Reto und Markus Huber aus dem Thurgau haben einst mit Vogelhäuschen die Kunstwelt erobert. Und wollen als huber.huber weiterhin vogelfrei bleiben. von Christina Genova

Möwen segeln elegant über zwei riesige, runde Wasserbecken und lassen sich dann und wann darauf nieder. Die Aussicht aus dem Atelierfenster von Markus und Reto Huber in Zürich Altstetten erfreut jeden Hobbyornithologen: «Manchmal kann man auch Mäusebussarde und Milane beobachten», erzählen die beiden Künstler und lüften das Geheimnis der seltsamen Szenerie: Die Becken gehörten zur Kläranlage Werdhölzli, die Vögel seien auf der Jagd nach Fröschen und Molchen, die in die Klärbecken gespült würden. Der Blick nach draussen offenbart viel über das Kunstverständnis von Reto und Markus Huber. In ihren Werken thematisieren sie häufig das Spannungsfeld zwischen Natur und Zivilisation. Ausserdem begegnet man darin erstaunlich vielen Vögeln – überzüchteten Kanarienvögeln genauso wie mumifizierten oder ausgestopften Spatzen.

vor drei Jahren beworben, damals hat es nicht gereicht. Jetzt freuen sie sich umso mehr über ihre Teilnahme: «Wir haben noch nie in der Ostschweiz ausgestellt.» Schon in der Oberstufe wollten Reto und Markus Huber Künstler werden, mit sechzehn hatten sie ihr eigenes Atelier: «Wir haben schon immer gerne gezeichnet, es fiel uns leicht.» Doch vorerst arbeitete jeder für sich. Beide absolvierten eine Kochlehre und bildeten sich zu Hauswirtschaftslehrern weiter. Danach besuchten sie die Schule für Gestaltung in Zürich. Erst nach Abschluss des Studiums 2005 entschieden sie, fortan als Künstlerduo huber.huber gemeinsame Projekte zu realisieren – mit radikalen Konsequenzen. Sie warfen alles weg, was sie zuvor produziert hatten: «Unsere Mutter hat noch ein paar Arbeiten aus der Mulde gerettet.»

Durchbruch dank New York Noch im selben Jahr trug der Entschluss erste Früchte. Als Nobodys gewannen sie mit ihren Zeichnungen und Collagen ein Atelierstipendium der Stadt Zürich für New York: «Wir hatten das Glück, zum richtigen Zeitpunkt etwas ganz anderes zu machen als alle andern.» Denn damals waren Papierarbeiten alles andere als angesagt. Der Aufenthalt in New York erwies sich als Durchbruch für huber.huber. Auch dort realisierten sie Vogelhäuschen, doch diesmal solche, die den behelfsmässigen Behausungen von Obdachlosen nachempfunden waren. Auch hier klingt leise Kritik an einer Gesellschaft an, die solches Elend zulässt. Halb New York rätselte damals, was es wohl mit diesen seltsamen Objekten auf sich habe. Bereits 2008 konnten huber.huber ihre erste Museumsausstellung im Kunsthaus Glarus realisieren, 2009 folgte die zweite im Tessiner Kunstmuseum in Lugano. Mittlerweile bewältigen sie ein enormes Ausstellungspensum. Allein im vergangenen Jahr waren es etwa 24 Ausstellungen im In- und Ausland. Reto und Markus Huber strahlen die Gelassenheit der Erfolgreichen aus. Doch trotz ihres Erfolgs bleiben sie realistisch. Zwar können sie mittlerweile von ihrer Kunst leben, doch ihre Teilpensen in Rapperswil würden sie zurzeit nicht aufgeben: «Unsere Unabhängigkeit ist uns sehr wichtig.» Einerseits, weil sie so die Freiheit haben, Projekte zu realisieren, mit denen sich kein Geld verdienen lässt. Andererseits wisse man nie, ob ihre Kunst in ein paar Jahren noch gefragt sei: «Der Kunstmarkt ist ziemlich unberechenbar.»

«Wir wollen nicht moralisieren» Mit Vogelhäuschen begann die Zusammenarbeit des 1975 in Münsterlingen geborenen Brüderpaars. Einerseits war den beiden aufgefallen, wie viele noch brauchbare Holzabfälle man überall finden konnte. Anderseits staunten sie über Vogelfreunde, die viel Geld für den Kauf von artgerechten Vogelhäuschen ausgaben. Deshalb bauten sie aus Abfallholz dreissig Vogelhäuschen und hängten sie an verschiedenen Standorten in der Stadt Zürich auf – eine subtile und überaus poetische Kritik an unserer Konsum- und Wegwerfmentalität. Mit Vögeln sind Reto und Markus Huber auch am diesjährigen Heimspiel vertreten. «Sie schlafen nur» heisst die Arbeit. Die Brüder modellierten tote Spatzen nach und brannten sie im Keramikatelier ihrer Mutter. Schliesslich bemalte ihr sechsjähriger Neffe Til die Keramikspatzen mit bunten Farben. So wurden sie zu Paradiesvögeln und der Tod erhielt ein freundliches Gesicht. Til bestand darauf, dass die Vögel nicht tot seien, sondern nur schliefen. Der Tod und die ambivalenten Gefühle, die wir mit der Vergänglichkeit verbinden, ist im Schaffen der Künstler sehr präsent. Immer wieder versuchen sie, an Tabus zu rühren: «Wir wollen zum Nachdenken anregen, aber nicht moralisieren.» Die Zwillingsbrüder verbrachten ihre ersten sechs Lebensjahre in Arbon. Danach zog die Familie nach Zürich. Dank Thurgauer Bezug und Kirchberger Bürgerrecht war eine Teilnahme am Heimspiel möglich. Doch mit der Ostschweiz verbindet die Brüder sonst wenig, ausser ihre kleinen Lehraufträge an der Hochschule in Rapperswil. Für das Ostschweizer Heimspiel hat sich das Künstlerpaar erstmals

Christina Genova, 1976, ist Journalistin beim «St.Galler Tagblatt» und Kunsthistorikerin.

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Heimspiel

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Heimspiel

Den Ki tsch herumrücken

Hemmungslos nimmt sich Valentina Stieger alltäglicher Materialien an, verwandelt sie und lässt sie haltlose Versprechungen machen. Das ist nicht als Gesellschaftskritik zu verstehen – diese praktiziert die in Basel lebende St.Gallerin lieber mündlich bei «Radio Arthur». von Claire Hoffmann

Mehrere Arbeiten stehen im Atelier von Valentina Stieger noch verpackt herum, Spuren ihrer jüngst Ausstellungstätigkeit. Eingepackte Keilrahmen kleinen und grossen Formats sind mehrreihig an die Wand gelehnt. Durch die Luftpolsterfolie hindurch scheinen farbenfrohe gemusterte Stoffe. Eine aus einer verbogenen Kleiderstange gebildete ausladende Skulptur ist trotz der Verpackung gut erkennbar. Über die Leuchtstoffröhren an der Decke ist eine grosse, mit einem Camouflage-Muster bedruckte Papierbahn geschwungen. Im Hintergrund läuft elektronische Musik – nebst Kunst ist Musik eine andere Passion von Valentina Stieger. Auf dem Tisch liegen zwischen dampfender Kaffeetasse und Laptop stapelweise Magazine und Drucksachen, ältere Arbeiten mit Glitzerfarbe und diverse Materialproben. Oft entstehen an diesem Tisch ihre Arbeiten, sagt die St.Galler Künstlerin, die auch schon die Tischplatte selbst mit einem Regenbogenstift dicht vermalte und zum Tableaux erhob. Ihr Atelier befindet sich im Dreispitzareal, im Atelierhaus Oslo am Rande von Basel. Trotz der vielen Künstler hier schätzt sie ihren Raum besonders als Rückzugsort, an dem sie in Ruhe arbeiten und mit Dingen experimentieren kann. Gelegenheit zum Austausch über ihre Arbeiten gebe es im Master-Studium an der Hochschule in Zürich genug, sagt Valentina Stieger.

sie werden rein wegen ihrer visuellen Erscheinung gewählt und ernst genommen. Valentina Stieger interessiert es weniger, völlig aus sich heraus Werke zu schöpfen und eine eigene Welt zu schaffen. Sie möchte Bestehendes aufgreifen, den kritischen Diskurs zur Malerei, ihre Infragestellung seit der technischen Reproduzierbarkeit und ihre Abgrenzung zu oder ihre Verwendung als Dekoration problematisieren. Die auf Keilrahmen gespannten Bettlaken zeugen zum Beispiel davon, wie die expressionistische oder konstruktivistische Malerei in den Achtzigerjahren einen wesentlichen Einfluss auf das Design hatte. Indem Stieger diese Textilien eins zu eins übernimmt, mit Firnis überzieht und als «Gemälde» an die Wand hängt, verwischen sich die Grenze zwischen Auf- und Abwertung, zweckorientierter Verwendung und Autonomie der Malerei.

Die Kunstszene sprengen Als gelernte Grafikerin ist sie besonders sensibilisiert für die Instrumentalisierung von Formen, Farben und Gestaltung, um eine bestimmte Botschaft zu übermitteln. Nicht zuletzt deshalb kommt bei ihr der Defunktionalisierung eine so grosse Rolle zu, denn damit entwickelt sich eine Resistenz gegenüber ideologischer Vereinnahmung. Kunst versteht Stieger als einen Raum, in dem mit Vorhandenem gespielt und der Fokus auf die Handhabung der Materialien, auf Inszenierung und Selbstreflexivität gesetzt werden kann. In diesem «Schutzraum» können Ideen und Projekte entwickelt werden, welche dann in die Gesellschaft zurückfliessen. Tatsächlich sind ihre Arbeiten eher «stumm», folgen formalen und nicht inhaltlichen Kriterien. Ihre visuellen Arbeiten behandeln Themen, meint Stieger, von denen sie nicht durch zusätzliche Aussagen und Inhalte ablenken möchte. Ihr Sendungsbedürfnis und die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen erfüllt sie dafür mit ihrem Engagement bei «Radio Arthur». Das gesprochene Wort sei dafür geeigneter als ihre visuellen Arbeiten. Diese «Plattform für auditive Kunst» gründete sie zusammen mit Franziska Glozer und Lucie Kolb. Hier kommen theoretische und philosophische Themen zur Sprache, die Moderatorinnen laden unterschiedliche Kunst-Akteure ein, präsentieren Audioarbeiten, Interviews und Lektüren. So lasse sich ein Raum schaffen, der durch das niederschwellige Medium Radio und die freie Zugänglichkeit auf dem Internet das enge Feld der Kunstszene sprengt, hofft Stieger.

Objekte, die ihre Versprechen nicht halten Hier im Atelier sind noch die Spuren ihrer Vorbereitung für die Ausstellung im Kunsthaus Baselland zu sehen. Mehrere Meter der gefleckten schwarz-weissen Ausdrucke hat sie hängend im Raum platziert. Das Papier erhält durch diese Inszenierung eine dreidimensionale, objekthafte Präsenz. Die repetitive, reproduzierbare Arbeit «Wallpaper» lässt Assoziationen an dekorative Tapeten zu, aber auch Bezüge zur AllOver-Struktur von Werken des Abstrakten Expressionismus. Die Arbeit wirft eine ganze Palette an Fragen auf, die in beinahe all ihre Werke in ganz unterschiedlichen Ausführungen hineinspielen. Kunst ist das Spielfeld, auf dem die Gattungen Malerei und Skulptur, die Kategorien Dekoration und Kitsch von Valentina Stieger herumgerückt werden. Ungehemmt geht sie an die Materialien heran, viele ihrer Oberflächen zeichnen sich durch eine Täuschung oder ein Versprechen aus, das die Objekte nicht halten können: Marmor-Laminat und Holzimitat oder Hologrammfolien gaukeln ihre Wertigkeit oder Dreidimensionalität nur vor. Stieger vermeidet bewusst alle traditionellen, historisch beladenen Werkstoffe (etwa Bronze oder Öl auf Leinwand) und zieht billige, alltägliche Materialien vor, die sie im einfachen Bastelbedarf, Baumarkt oder Brockenhaus findet und dann in ihre Arbeiten übernimmt und ihrem ursprünglichen Zweck entfremdet. Dabei verlieren sie ihre Funktion, denn

Claire Hoffmann, 1985, studierte Kunstgeschichte und Anglistik in Basel und Pisa. Sie ko-kuratiert den Projektraum deuxpiece und ist zurzeit wissenschaftliche Volontärin im Schaulager, Münchenstein.

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Die Kunst des Vergänglichen

Markus und Christoph Getzner stammen aus Vorarlberg und gehen sehr verschiedene Wege – auch in Sachen Religion. In der gemeinsamen Arbeit aber treffen sie sich. Und schaffen «Behausungen für die Kürze des Daseins». von Corinne Riedener

Draussen liegt Schnee. Im Schwarzen Engel angekommen, zieht Christoph Getzner seine Wollmütze vom Kopf. Ein brauner Wuschelkopf kommt zum Vorschein. Er trägt einen dicken Pullover mit riesigen, farbigen Schafen darauf. Dazu eine orange Hose. Neben ihm steht Markus Getzner mit dunkelblauer Hose und Hemd. Wenn er seine Mütze auszieht, gibt es nichts zum Kämmen. Buddhistische Mönche tragen einen Kurzhaarschnitt oder eine Glatze. Der optische Unterschied lässt erahnen, wie verschieden die gebürtigen Vorarlberger sind: Christoph, der gelernte Bildhauer, arbeitet als Restaurator am römisch-katholischen Stephansdom in Wien. Markus ist seit achtzehn Jahren tibetisch-buddhistischer Mönch im Kloster Rabten Choeling am Genfersee. Zuvor hatte er in Wien Bildende Kunst studiert. Alle paar Monate kommt er nach Wien, um mit Christoph an ihren gemeinsamen Werken zu arbeiten. Den Rest der Zeit gehen die beiden ihre eigenen Wege. 

leben: den Umgang mit anderen Menschen, die Hilfsbereitschaft und die Wertschätzung gegenüber anderen. «Diese Dinge betreffen uns alle und verbinden uns», sagt Christoph.

Die Summe der Möglichkeiten Aber wie soll man auf ihre Werke zugehen? Soll man sie als eine Art Gesellschaftskritik verstehen? Markus winkt ab. «Das ist niemals unsere Absicht. Eine solche Kritik steht uns auch nicht zu. Wir wollen nicht werten und auch keine Urteile fällen.» Der Bilderrahmen aus Beton, der zurzeit im Kunstmuseum St.Gallen ausgestellt ist, könnte als Brücke zu ihrer Welt dienen. Er hängt einsam an der Wand. Ohne Inhalt. «Jede und jeder soll diesen Rahmen für sich selber mit einer Bedeutung füllen», sagen die Brüder. «Das Kunstwerk ist die Summe seiner Anschauungsmöglichkeiten.» Ein Blick auf ihre anderen Arbeiten zeigt: Sie sind ebenso vielfältig und vielschichtig aufgebaut. Aus vielen Einzelteilen entsteht ein Ganzes. Mal sind es filigrane Bilder, dann wieder grobe, dreidimensionale Objekte. Aber sie alle bergen immer etwas Fragmentarisches, etwas Unfertiges – eben Vergängliches. Das geht bis hin zur Wahl der Materialien: Holz, Gips, Beton, Wachs oder Papier. «Ich mache beispielsweise Papiermaché aus alten Zeitungen», sagt Christoph. «Daraus forme ich dann meine Objekte.» Markus schmunzelt. Wenn er alle drei Monate nach Wien komme, habe Christoph jeweils schon fleissig vorgelegt. «Im ganzen Atelier stehen Gussformen, Experimente und angefangene Objekte herum.» Auch Christoph lacht. «Ich bin quasi sein Vorarbeiter. Wenn Markus dann da ist, setzen wir unsere Konzepte gemeinsam um.» Trotz gegenseitiger Inspiration ist die Arbeitsteilung klar: Christoph ist für das Dreidimensionale zuständig, Markus fürs Grafische und die Malerei. Im Kunstmuseum stellen die Brüder während des Heimspiels neben dem Werk «In einem Fort geht dieses Leben verloren» ihre «Behausung für die Kürze des Daseins» aus. Es ist ein Stück Parkettboden, auf dem zwei Kinderstühle stehen. Darüber liegen verschiedene Holzstücke, einige geschliffen und sauber verleimt, andere nur rudimentär mit einer Stichsäge bearbeitet. Ganz oben thront ein Häuschen aus Papiermaché, in dem ein Herz aus Wachs schlägt. Rechts davon liegen zwei Eier. Eines ist heil, aus dem anderen quillt Flüssigkeit. Auf der anderen Seite steht eine kleine Figur. Ihre Form erinnert an eine Mutter mit einem Kind auf dem Arm. «Alle diese Elemente haben irgendwie mit Vergänglichkeit zu tun», sagt Christoph. Ob es nun die Kinder sind, die irgendwann flügge werden, oder ob es die Behausung selbst ist, die nicht ewig standhält – Getzners überlassen uns auch hier die Deutung.

«In einem Fort geht dieses Leben verloren» Der eine Katholik, der andere Buddhist – lässt sich das vereinbaren? «Markus ist halt bei der Konkurrenz», sagt Christoph lachend. «Aber das finden nur die Hardliner.» Er selber sehe das nicht so eng. «Die Konfession als Thema spielt in unserer gemeinsamen Arbeit nicht die geringste Rolle», bestätigt Markus. «Es ist uns ein Rätsel, warum sich Menschen aus sogenannt religiösen Gründen gegenseitig die Köpfe einschlagen. Reine Kinderei. Als hätten wir nicht schon genug andere Probleme auf dieser Welt. Jeder soll seinen eigenen Glauben leben können.» In der Essenz – losgelöst von kirchlichen Institutionen – stünden Christentum wie Buddhismus für Grundsätze wie Toleranz, Güte, Nächstenliebe und Abkehr vom Materiellen. Und nicht zuletzt sei das Leiden Bestandteil beider Religionen. Das übergreifende Thema, das die Arbeiten der Brüder dominiert, ist denn auch die Vergänglichkeit der Dinge, die Flüchtigkeit der Ereignisse und die Auseinandersetzung mit dem Tod. Ihre Werke heissen «Behausung für die Kürze des Daseins» oder «In einem Fort geht dieses Leben verloren». Das sei aber nicht in einem depressiven Sinne gemeint, sagt Markus. Vielmehr gehe es darum, sich zu vergegenwärtigen, dass die Dinge, die wir für so selbstverständlich und gegeben nehmen, nur in Abhängigkeit von vielen anderen Ursachen und Umständen zustande kommen. «Unsere Eltern beispielsweise: Oft merken wir erst, wenn sie sterben, was sie alles für uns getan haben. Dann ist es zu spät, noch etwas direkt und unmittelbar zurückgeben zu können.» Oder noch simpler: «Nehmen wir ein Haus. Es ist uns viel zu wenig bewusst, dass es von anderen Menschen gebaut worden ist – mit kontinuierlicher Mühe, Entbehrungen, Opfern und manchmal unter schwierigen Bedingungen», sagt Markus. Es gehe darum, die wesentlichen Dinge im Leben zu erkennen und zu

Corinne Riedener, 1984, studiert in Winterthur Journalismus.

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Sakraler Trash

Ein Kollektiv, dessen Kunst aus allen Poren wuchert – monströs, bunt und spassig. Ein Kollektiv, das alles nicht ist, was gerade «in» ist, und trotzdem mitten drin steht. Wer ist U5? von Andrea Kessler

Sie sind die grossen Geheimnisvollen des diesjährigen Heimspiels. Hier kennt kaum jemand die Typen mit dem brachial bunten Gewurstel. Auch das Internet will nicht so recht reden, trotz Homepage, Facebook-Account und Youtube-Videos. Bis auf einen gewissen Franz Peterson, ein 302 Jahre altes Skelett mit dickem Bauch und tellergrossen Augenhöhlen, findet sich kein Hinweis auf die Mitglieder des Kollektivs U5, das in Zürich arbeitet, aus der Schweiz, Deutschland und Österreich stammt. Die Namen verschweigt es konsequent. Sein Beitrag für das Heimspiel, eine Installation, hat in der Kunsthalle einen eigenen, abgedunkelten Ort erhalten. Ein Foto des ägyptischen Pharaos Echnaton, bekrönt von einem Federfächer, ein Schattenkreuz nach hinten werfend, flankiert von einem Eisberg aus Kühlakkus, bildet das Zentrum der so trashig wie sakral wirkenden Installation. Auf einer dritten Säule wurden Farbtuben und Strausseneier mit Gold überzogen und zu einem symmetrischen Etwas zusammengefügt. Es wirkt, als wäre eine tanzende, Hühnerfüsse schwingende indische Gottheit in ihrem Rausch eingefroren worden. Wechselnde Beamerprojektionen tauchen die Objektkomposition mal in ruhiges korallenweisses Licht, mal in grelle Neon-Ornamentik und legen neue Welten darüber. Ist vielleicht doch alles ganz anders gemeint? Zeit, beim Kollektiv nachzufragen.

Kollektiv – abgesehen von Franz Peterson, der mit offenem Mund und schwerem Bauch in einer Ecke steht – kramt in seiner Ledertasche und holt einen Gegenstand heraus, das Geschenk einer Freundin. «Ein Beitrag zu unserer Bibliothek der Flüssigkeiten», sagt er. Hände greifen nach der handballgrossen Plexiglaskugel, die mit «Siemens» beschriftet und mit einer orangen Flüssigkeit gefüllt ist. Was es genau ist, weiss niemand. Aber so kommen alle ihre Objekte zusammen: Sie finden sie auf der Strasse, wie den Porzellanelefanten, der jetzt auf einem Spiegelsockel in der Kunsthalle steht, sie ersteigern sie bei Konkursverkäufen, wie die silbrige Brandlöschbombe, die noch unbearbeitet ist, oder sie bekommen sie eben geschenkt.

Mehr Maximalismus Die Vorarlbergerin in der Runde, die das Dossier für das Heimspiel zusammengestellt hat und die Verbindung in den Osten bildet, erinnert sich an die Herkunft der Sparerips von einem Tessiner Schlachter, die jetzt aus dem Fell eines indischen Performancekünstlers lugen und zu einer Maske verschmolzen sind. Sie reden über ihre Werke: Jemand beginnt, ein anderer arbeitet weiter, die dritte entfernt wieder etwas. Nie finden die Objekte ihre endgültige Form. Das gehört zum organischen Kunstverständnis von U5: «Die Kunst ist wie die Natur. Sie ist da.» Und wie die Natur wächst und wuchert ihre Kunst aus ihrem kollektiven Inneren heraus, konzeptlos und zielbefreit. Kunst sei spannender, wenn sie sich irgendwo anders aufhalte als in der Welt der klaren Positionen und der politischen Aussagen, sagen sie und wissen wohl, dass gerade heute politische Positionen in der Kunst erwünscht wären. Doch ihr Paradigma ist der Maximalismus, der in den Neunzigern «Mehr ist mehr» forderte – heute auch nicht gerade en vogue. Doch um verschwenderische Materialschlachten und Exzesse geht es dem Maximalismus nicht, sondern um Komplexität. «Zu einem Objekt kommt so viel dazu, bis daraus etwas Eigenes entsteht», erklären U5 ihre Kunst. Und schliessen sich selbst mit ihren Körpern als Objekte mit ein: Verborgen hinter Masken gehen sie durch ihre Installationen, verharren und verschmelzen zu einem einzigen Bild. Es ist mit U5 wie mit einem Medium, das sich zu einem Sprachrohr entindividualisiert und so Sprachen sprechen kann, die es selber nicht versteht. «Es ist ein Gerücht, dass Kunst verstanden werden muss», schreiben U5 in ihrer Abschlussarbeit. Ihre wilde Materialschlacht von Bügelperlen, Heissleim und Schädelknochen ist eine für alle offene Welt, die Sprache ihrer Kunstwerke eine Glossolalie, die jedem ein anderes Geheimnis aus jener anderen Welt, fern unseres matschigen Einerleis, verrät.

Die Bibliothek der Flüssigkeiten Ein trüber Montagmorgen hängt über Altstetten in Zürich, der Matsch dringt auf dem Weg an die Flüelastrasse schnell durch die Schuhe. Doch ein paar Stiegentritte im Haus Nummer sechs später sind die nassen Socken vergessen. Eine mit Lichteffekten verspielte Dämmerung im 200 Quadratmeter grossen Atelier des Künstlerkollektivs U5 knipst das graue Einerlei draussen aus. Auf weisse Stoffstreifen, die das Atelier durchlässig zweiteilen, werden verspielte Muster projiziert. In einer Ecke rattert leise ein mit Bügelperlen und Heissleim verzierter Getränkekasten vor sich hin. Hier gibt es Bier für zwei Franken, dienstags für alle, die vorbei kommen. Das Kollektiv wird zwar als starke Gruppe wahrgenommen, aber seine Mitglieder verstehen sich nicht als geschlossene Gesellschaft. Ganz im Gegenteil – sie sind geradezu antiindividualistisch drauf. «Unsere Namen? Die sind unwichtig. Schon während unserer Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste haben wir für die Wahrnehmung als Kollektiv gekämpft.» Und es schliesslich geschafft. Ihre letztjährig eingereichte Masterarbeit haben sie zu viert als U5 eingeben können. Normalerweise kommen sie nicht bereits um neun Uhr morgens im Atelier zusammen, Frühaufsteherin ist nur eine von ihnen. Ein Sofa und Stühle stehen um eine schwarze Truhe, auf der sich Gipfeli, blaubemalte Porzellantassen, Zuckerdosen und Cocktailgläser drängen. Der einzige Mann im

Andrea Kessler, 1980, ist «Saiten»-Redaktorin.

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Heimspiel

Die Verwandlerin

Kunst schaffen heisst Dinge und Blickwinkel transformieren. Ein Porträt der Fotografin und Objektkünstlerin Katalin Deér, die vor zwölf Jahren dank dem Sitterwerk in der Ostschweiz gestrandet ist. von Kristin Schmidt

New York? Berlin? St.Gallen! Katalin Deér hatte zwölf Jahre in Berlin gelebt und dort an der Hochschule der Künste studiert. Weitere fünf Jahre pendelte die in Kalifornien geborene Künstlerin zwischen Berlin und New York. Dort arbeitete sie im Atelier mit Blick auf Manhattan. Dann stand sie 2003 vor der Entscheidung. New York oder Berlin? Berlin oder New York? Eine der beiden Metropolen sollte zum endgültigen Wohn- und Arbeitsort werden. Dann kamen ein St.Galler und St.Gallen ins Spiel. Die Stadt konnte sich gegen die grosse Konkurrenz durchsetzen. Der Kunst wegen? Auch der Kunst wegen. Katalin Deér war schon seit den Neunzigerjahren immer wieder zu Gast gewesen in der Kunstgiesserei. Schliesslich wurden die hervorragenden Arbeitsbedingungen ein wichtiger Grund für ihr Bleiben. Als weiteren Grund nennt sie das kulturelle Leben in St.Gallen, das sich in den letzten zwanzig Jahren sehr entwickelt habe. Zudem ist die internationale Kunstwelt nicht fern, für den, der gut vernetzt ist.

«Katalin Deér fotografiert doch nur.» Nein. Katalin Deér fotografiert weder «nur» noch «ausschliesslich». Sie fotografiert viel, aber wenn die Künstlerin die Kamera zur Hand nimmt, entstehen nicht nur Aufnahmen des Gesehenen. Deérs Fotografien sind der Ausgangspunkt ihrer Auseinandersetzung mit dem dreidimensionalen Raum. Die Künstlerin interessieren gewachsene bauliche Strukturen im urbanen oder ländlichen Umfeld. Mit ihrem offenen Blick entdeckt sie selbst im unscheinbarsten Betonbau eigentümliche Details. Sie stellt formale Parallelen heraus und wird dabei nie formalistisch. Sie zeigt in ihren Fotografien die Seele des Gebauten als Summe des Gewordenseins und der jeweiligen Atmosphäre des Ortes.

Die Präsenz der Dinge Im Zentrum der Bilder Deérs stehen die Gestalt und das Körperhafte von Architektur. Zugleich nimmt die Künstlerin jedes Foto selbst als Körper wahr. Jeder Abzug ist mehr als ein auf Papier belichtetes Bild, er ist ein Objekt, das sich im Raum manifestiert. Es liegt also nahe, die Fotografien in den dreidimensionalen Raum zu überführen. Den Anfang machten kleine Pappmodelle, deren Kontur den fotografierten Bauten entsprach mit allen kippenden und fliehenden Linien. Inzwischen giesst Katalin Déer Fotografien in Beton oder Gips ein, legt sie auf vorgefundenen Tischen aus oder auf eigens gefertigten Podesten. Sie wechselt die Perspektive und rückt die Bilder als eigenständige Objekte in den Blick. Überhaupt gelingt es der Künstlerin, Dingen zu einer neuen Präsenz zu verhelfen: In Deérs Atelier stehen diese kleinen Hocker – unscheinbar, ein bisschen windschief und nicht eben neu aussehend. Nur der wirklich aufmerksame Blick oder besser noch eine Berührung enthüllt, dass sie ein Nickelbronzeguss sind. Warum also diese Verwandlung? Die Transformation in ein anderes Material bringt die archetypische Gestalt des Gegenstandes ins Bewusstsein. Deér sieht, was ist, und lässt es die Betrachter sehen, mit jeder Arbeit wieder von neuem. Was nun aber so einfach klingt, ist ein Weg voller Wagnisse und Entscheidungen, der nicht nur die Auswahl aus Tausenden von Bildern betrifft, sondern auch neue Materialien, Verarbeitungsprozesse und Präsentationsformen. Künstlerische Entscheidungen – andere gibt es auch noch, denn wie landet eine international arbeitende Künstlerin mit einem Mal in der Ostschweiz?

Textilmetropolen finden sich Auch Zufälle helfen manchmal, vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Ein Beispiel ist Katalin Deérs «photographic mission» für Guimarães, die europäische Kulturhauptstadt 2012: Deérs Künstlerbuch «Present Things» entstand anlässlich einer Ausstellungsreihe im Museum of Contemporary Photography des Columbia College, Chicago, im Kunstverein in Heilbronn und dem Museum Moderner Kunst Kärnten in Klagenfurt. Irgendwie hatte es seinen Weg in eine Londoner Kunstbuchhandlung gefunden. Dort fiel es dann jenem portugiesischen Kurator in die Hände, der die Künstlerin prompt in die portugiesische Textilmetropole einlud. Guimarães war ein europäisches Zentrum der Textilindustrie, bis dort der wirtschaftliche Niedergang verheerende Folgen hatte. Katalin Deér fotografierte den Zustand der Fabriken, der Häuser der Zuarbeiter, der Infrastruktur. Sie wertet nicht, sie klagt nicht an, sondern akzeptiert, was ist. Sie gibt dem Moment Gewicht. Dies verzahnt ihre fotografischen Arbeiten einmal mehr mit ihren Werken aus Stein oder Stuckmarmor, wie sie in Amden zu sehen waren oder in der Doppelturnhalle Arbon zu sehen sind: Jede offen gelegte Schicht ist nur eine Möglichkeit im Universum aller möglichen Zustände. Die künstlerische Entscheidung macht den Unterschied. Kristin Schmidt, 1971, ist Kunsthistorikerin und -kritikerin in St.Gallen

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Heimspiel

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Heimspiel

Ein U-Boot im Mannenweier

Wenn Kunst aneckt, geht es meist um Werke im öffentlichen Raum. Oder herrscht auch da inzwischen die grosse Beliebigkeit? Wolfgang Steiger erzählt von ein paar bemerkenswerten Kunstplätzen im Stadtraum und hofft auf neue Provokationen.

Bildmontage: pd

Jeder darf sich als Experte fühlen. Auch wer nie einen Fuss in ein Kunstmuseum setzt und für wen die Schwellen von Galerien unüberwindliche Hindernisse darstellen. Um die Kunst im öffentlichen Raum kommt niemand herum. Plastikbären und andere öffentliche Möblierungen bringen die Menschheit zwar nicht wirklich weiter. Aber kontroverse Kunstwerke schon. Sie erweitern den Horizont und ermöglichen einen Schritt aus der Borniertheit heraus. Berühmtestes regionales Beispiel: 1987 löste Roman Signers «rotes Fass» im St.Galler Grabenpärkli noch einen riesigen Wirbel aus. Die Leserbriefspalten waren voll von Tiraden in der Art: «Was? Dieses pinkelnde Fass soll Kunst sein?» Heute ist das ehemals umstrittene Kunstwerk zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Ausserdem befindet sich eine Reihe weiterer Arbeiten von Roman Signer im öffentlichen Raum. Niemanden regt das mehr auf. Die Bürgerinnen und Bürger haben den neuen, erweiterten Skulptur-Begriff angenommen. Das macht die Stadt ein Stück lebenswerter.

Freie Sicht aufs Mittelmeer Mit dem Kunstprojekt «zürich-transit-maritim» findet derzeit in Zürich ein Kampf um ein Kunstwerk statt, der noch um einiges heftiger ausgetragen wird als seinerzeit die St.Galler Signer-Fass-Geschichte. Aus 57 teilnehmenden Teams aus dem In- und Ausland entschied sich die Jury einstimmig für das Projekt einer Stadtzürcher Künstlergruppe. Diese möchte für 600'000 Franken an der Limmat einen riesigen Hafenkran aufstellen, wie er an den Docks der Hochseehäfen zum Ent- und Beladen der Frachtschiffe steht. Zusätzlich verbreitet von Zeit zu Zeit das Tuten eines Schiffshorns Hafenatmosphäre. Am Ufer der Limmat warten spezielle Gusseisen-Poller auf Ozeanriesen, die niemals kommen werden. Erinnerungen an die Forderung aus der AchtzigerBewegung «Freie Sicht aufs Mittelmeer» werden wach. Die zeitlich befristete Installation öffnet in Zürich ein Tor zur Welt und dürfte den Zürchern gehörig die Köpfe auslüften, wenn sie das denn zuliessen. Dem Projekt erwuchs aus Kreisen der SVP, der Jung-SVP und der Jungfreisinnigen Opposition («Das soll Kunst sein? Was für ein Hafenkäse!»). Am 5. Dezember, nach nur einem Monat, reichten die Hafenkrangegner die Volksinitiative «Hafenkräne – Nein» mit 6000 Unterschriften ein. 3000 Unterschriften wären nötig gewesen und die Sammelfrist wäre erst am 30. April 2013 abgelaufen. Doch wahrscheinlich kommt das Volksbegehren erst 2015 zur Abstimmung. Zu spät, um den Hafenkran zu verhindern. Dieser wird 2014 neun Monate lang über dem Limmatquai stehen und bei der Abstimmung schon wieder abgebaut sein.

Bildmontage: Carol Pfenninger

Zürich am Meer.

St.Gallen im Kalten Krieg.

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Bild: pd

Heimspiel Gegen die grosse Beliebigkeit Der Hafenkran mit den Spinnenbeinen und einer alle Altstadthäuser überragenden Höhe wird sich gut machen am Limmatquai. Eine Bildhauerarbeit ist er nicht, schon eher ein Readymade, ein vorgefundenes Objekt, das mit einer Geschichte Bedeutung aufgeladen bekommen hat. Konzeptkunst eben. Neidisch auf die Zürcher Kollegen, wünschte man sich für St.Gallen ein Pendant im öffentlichen Raum mit mindestens so heftigem Widerstand, und seis von der SVP. Weil so ein Skandal die Chance bietet, wieder einmal die grosse Beliebigkeit aufzumischen. Passend wäre da etwa ein Sowjet-Unterseeboot auf Drei Weieren. Es könnte dort Peter Kamms Steinskulptur mit dem Titel «Nicht pflanzen – stechen» und der Schillerlinde, 1905 von der «dankbaren Jugend» gepflanzt, zeitlich befristet Gesellschaft leisten. Man stelle sich vor: Eines Tages taucht das U-Boot der AlphaKlasse im Mannenweier auf. Die Besatzung weiss noch nichts vom Ende des Kalten Krieges. Das wäre eine Metapher über verborgene, über Zeit und Raum hinweg wirksame Kanäle in Politik und Kultur. In Russland rosten solche Geräte vor sich hin. Sie wären zum Schrottpreis zu haben. Der «Vanessa-Effekt» Nicht utopisch wie das U-Boot, sondern real ist der «Vanessa-Effekt». Alex Hanimann entwarf die über fünf Meter hohe Skulptur «Vanessa» aus getriebenem Chromstahlblech für die Kantonsschule Heerbrugg. In einem Casting hatte er eine absolut durchschnittliche Gymnasiastin gesucht. Vanessa schliesslich vereinigte mit ihrem Auftreten, ihrer Ausstrahlung und distanzierten Selbstsicherheit die Vorstellungen des Künstlers von einem heutigen Teenager. Er liess von Vanessa einen 3-D-Scan herstellen. Eine davon hergestellte Vergrösserung aus Styropor legte den weiten Weg nach Schanghai zurück, wo chinesische Handwerker in einer spezialisierten Werkstatt über die Form Chromstahlblech hämmerten. Diesen Sommer stand die Skulptur im Rahmen der Ausstellung «Art and the City» auf dem Zürcher Steinfelsplatz. Der Ausdruck «Vanessa-Effekt» besitzt eine Doppelbedeutung. Zum einen steht er für die Rehabilitation des Kunstwerks im öffentlichen Raum als Solitär. Einzelne Objekte, die den öffentlichen Raum möblieren, waren lange Zeit verpönt. Es musste alles irgendwie eine sogenannte Intervention sein, die man dann im besten Fall nicht bemerken durfte. Die chromglänzende Vanessa in King-Kong-Grösse macht es wieder möglich, der Menschendarstellung ihren Raum auf einem Stadtplatz zurückzuholen. Der andere Aspekt des «Vanessa-Effektes» bezieht sich auf das automatisierte Verfahren zur Herstellung von Skulpturen. Die Technik des rein mechanischen, dreidimensionalen Gestaltens ist jetzt definitiv so ausgereift, dass der Bildhauer von jedem subjektiven Ausdruck befreit ist. Anders noch August Bösch (1857–1911): Als er die Figuren zum Broderbrunnen in Ton modellierte, liess er für die Studien an der Hauptfigur, einer Nymphe, extra ein Aktmodell aus Zürich kommen, was zu einiger Aufregung im kleinstädtischen St.Gallen des Fin de Siècle führte. Die Anekdote erzählt, dass der St.Galler Polizeivorstand Zuppiger die «Dame Modell» mit einem Billet «Zürich einfach» in den Zug setzte. Der aufgebrachte August Bösch beschwerte sich lauthals beim Polizeichef: «Herr Zuppiger, wenn ich einen schönen Frauenbusen modellieren soll, kann ich doch nicht Ihren Hintern verwerten.» Der «Vanessa-Effekt» erzeugt keine solchen Geschichten mehr. Er ist kalt und technisch. Die Skulptur ist nur noch ein Erzeugnis globaler Wirtschaftsströme.

Der Mensch technisch: Alex Hanimanns «Vanessa» in Zürich

Die Philosophin im Gebüsch Menschen brauchen Geschichten. Wie die vom Seeungeheuer Mocmoc in Romanshorn. Das Künstlerduo Com&Com veräppelte dort die Bevölkerung mit dem an die Pokémon-Figuren angelehnten Fabelwesen, das auf einem Sockel den Bahnhofplatz ziert. Aber es darf auch ernster sein. Die Marmorstatue der trauernden Sappho im Park der Villa an der Rosenbergstrasse 38, gleich hinter dem St.Galler Bahnhof, gehört zu den berührenden Kunstwerken im Stadtraum. Auch weil sie versteckt ist, wie wenn sich die Stadt ihrer schämen müsste. Geschaffen wurde die Statue der antiken Dichterin Sappho aus Lesbos von der italienischen Bildhauerin Adelaide Maraini-Pandiani (1836 –1917). Sie war eine Schenkung des Generalkonsuls Geisser aus Turin an den Kunstverein. Der Jahresbericht 1894/95 enthält eine sechzehnseitige Würdigung der Skulptur und der Dichter-Philosophin. Ein Jahrhundert später wusste kaum jemand mehr etwas über sie, sie war vermoost, beschädigt und im Gebüsch eingewachsen, bis Feministinnen sie nach Recherchen wiederentdeckten. Im Rahmen einer Philosophinnen-Ausstellung im Kulturraum im Regierungsgebäude vor zwei Jahren kam dann die «Sappho» einer breiteren Öffentlichkeit erstmals ins Bewusstsein. Wenn in den nächsten Jahren in St.Gallen Plätze neu gestaltet werden – Marktplatz und Bahnhofplatz stehen an –, darf die Kunst nicht zu kurz kommen. Da ging doch tatsächlich im Neubau des Bundesverwaltungsgerichts die Kunst am Bau «vergessen». Noch schlimmer: Achselzuckend entschuldigte sich ein Verantwortlicher damit, das Haus sei ja so schon Kunst genug.

Wolfgang Steiger, 1953 ist Bildhauer in Flawil und freier Journalist

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Heimspiel

Heimnachteil

Wäre es nicht Aufgabe des St.Galler Kunstmuseums und der Kunsthalle, auch abseits des Heimspiels Ostschweizer Künstlerinnen und Künstler auszustellen? Ein Diskussionsbeitrag. von Marcel Zünd

Aus der Vogelschau gesehen, ist das Kunstmuseum St.Gallen (im weiteren liebevoll «KuMu» genannt) zu loben als eines von nicht wenigen guten städtischen oder kantonalen Kunstmuseen in der Schweiz, die sich mit etablierter Qualitätskunst befassen. Ihr Referenzsystem ist die internationale art community, das globale Kunst- und Kunstmarktsystem. In dieser Hinsicht sind sich die Kunstmuseen in der Schweiz ähnlich: Sie behandeln etwa denselben Stoff und spielen in der obersten «Liga» – das heisst: auf ähnlichem Niveau und immer auch gegeneinander. Um bei der Fussballmetapher zu bleiben: Neben dem Erreichen der Champions League gilt auch die Nachwuchsförderung als Leistungsausweis eines guten Klubs. Wie steht es in dieser Hinsicht beim KuMu?

statt, im KuMu St.Gallen gab es im selben Jahr von ihm einige frühe Bleistift-Grossformate in der «Trotzwurzel»-Ausstellung zu sehen. Auch die übrigen Trotzwurzeln Roman Signer, Bernard Tagwerker, Rolf Hauenstein wurden vom KuMu nicht besonders gefördert. Signer, der Überflieger, segelte quasi am KuMu vorbei direkt in den internationalen Luftraum, ohne im Museum bleibende Spuren zu hinterlassen. Josef Felix Müller, Peter Kamm, Alex Hanimann und weitere Protagonisten der frühen Achtziger? Im KuMu nicht besonders präsent. H. R. Frickers Retrospektive fand in Ittingen statt.

Zerschlagene Hoffnungen Damals, in den frühen Achtzigern, war das St.Galler Kunstleben geprägt von einem Aufbruch der «autonomen Szene», der zu einer Umkehrung der Verhältnisse führte: Plötzlich hatten die Künstlerinnen und Künstler selber den Lead und handelten an den etablierten Institutionen vorbei. Die freien Szene-Ausstellungen in Abbruchliegenschaften generierten viel Aufmerksamkeit und leisteten der Künstlerei insgesamt gewaltig Vorschub. In der Folge übernahm dann der Kanton die Ausrichtung der Szene-Ausstellungen, zunächst zweijährlich und unjuriert unter dem Titel «Ostschweizer Kunstschaffen». Es waren Riesenschauen in Olma-Hallen, vom rauen Charme der Szene war wenig übriggeblieben. Der Titel implizierte bereits, dass der Hype vorüber war. Kunstschaffen tönt irgendwie angestrengt und verwaltungskategorisch. Das Konzept wurde dann zum Heimspiel revidiert. Qualitätssicherung durch Jurierung? Ja, aber … Auch eine andere Hoffnung erfüllte sich nicht: Die Kunsthalle, aus der Szene hervorgegangen, hätte durchaus auch eine Plattform für die regionale Künstlerschaft sein sollen. Doch auch dort hielt mit den Jahren und mit dem Wechsel der Kuratoren der Internationalismus Einzug. Und es sei auch gar nichts dagegen gesagt, dass wir in St.Gallen eine aktuelle Kunsthalle haben, die frische Kunst in die Provinz bringt. Sie hat sich aber vor allem als Sprungbrett für die Kuratorinnen und Kuratoren entpuppt (Strauss, Jetzer, Carmine), und weniger für Ostschweizer Künstlerinnen und Künstler. In Bezug auf diese kann gesagt werden, dass auch sie heute überregional bis international agieren und das regional Spezifische sich zwischen Zürich, Düsseldorf, Berlin und New York zunehmend verliert. Aber einige leben immerhin noch hier. Das Naturmuseum hat einen Leistungsvertrag mit dem Kanton (SG sowie AR/AI), der die Abgeltung eines regionalen Natur-Monitorings regelt. Wäre so ein Modell auf das KuMu übertragbar? Warum eigentlich nicht? Mit einem Leistungsauftrag könnte nicht nur den heutigen hiesigen Kulturschaffenden mehr Raum gewährt werden, vielleicht läge sogar die Aufarbeitung des 20. Jahrhunderts drin.

Ausgeblendete Ostschweizer Trotzwurzeln Man kann nicht vom KuMu verlangen, eine Nachwuchsabteilung zu führen. Aber man könnte von ihm erwarten, dass es sich um die regionale Kunst kümmert (besser, mehr). Denn der Hauptunterschied zu den übrigen Kunstmuseen der Schweiz ist der, dass dieses Museum in St.Gallen steht und natürlicherweise die Ostschweiz repräsentiert. Aber tut es das wirklich? Man zweifelt gelegentlich an der Ernsthaftigkeit des Bemühens. Und dies nicht nur mit Blick auf die aktuelle Künstlerszene, die sich beim alldreijährlichen Heimspiel zum Casting anstellen darf und von einer externen Jury ein- oder aussortiert wird (53 von 400). Auch beim Blick zurück ins 20. Jahrhundert ist das eigene künstlerische Hinterland nicht eben aussergewöhnlich stark vertreten. Aufarbeitung ostschweizerischer Positionen? Warum musste das Historische Museum einspringen, um Ausstellungen über Wilhelm Meier oder Hedwig Scherrer auszurichten? Hans Brühlmann tauchte im Museum im Lagerhaus auf, dort im Kontext Psychiatrie. Zwischenkriegszeit: «Verlorene Moderne» hiess 2004 eine Ausstellung in der Propstei St.Peterzell, die eine Überschau über Ostschweizer Künstler vermittelte, die von der offiziellen Kunstgeschichtsschreibung kaum wahrgenommen werden (Epper, Gehr, Glinz, Herzig, Kirchgraber, Schneider, Thaler, Wanner). Selbst wenn die meisten dieser Künstler (es gäbe noch weitere zu erwähnen) es nie ganz nach oben geschafft haben, verkörpern sie doch das regionale Destillat des Durchlaufs der Kunst ihrer Zeit. Ihre künstlerischen Auseinandersetzungen, ihre Wirkungsgeschichten, ihre Ostschweizer Künstlerbiografien sind zumindest interessant. Nachkriegszeit, Sechzigerjahre: Kennt jemand noch den Namen Diogo Graf? Er wurde von Kultur im Bahnhof aus der Versenkung geholt. (Im Januar findet in der Atelier-Galerie in St.Gallen eine Ausstellung mit seinen Malereien statt.) Oder Ben Ami? War einmal. Wenn der Gaukler vor dem KuMu nicht stünde, wäre auch Max Oertli nicht zu fassen. Wer, wenn nicht das KuMu, nimmt sich ihrer an? Auch in neuerer Zeit scheint eine gewisse Berührungsangst des KuMu mit regionaler Kunst zu bestehen. 2007 fand in Olten eine grosse Retrospektive zu Hans Schweizer

Marcel Zünd, 1954, ist Museologe und arbeitet freischaffend vor allem an volkskundlichen Kulturprojekten.

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Thema beträgt zwei Wochen. Bei einem Urteil sind es vier Wochen, und offenbar hatte der Rechtsanwalt Hadeyer, der beim mündlich verkündeten Beschluss anwesend gewesen war, diesen für ein «Unzuständigkeitsurteil» gehalten, das es aber juristisch nicht gibt (journalistisch schon, aber das ist halt falsch, ein Beschluss ist kein Urteil). Offiziell ist natürlich die Kanzlei des Klagevertreters schuld, die aus irgendwelchen Gründen an vier Wochen Rekursfrist geglaubt haben soll. Jedenfalls versäumte es Hadeyer, den Rekurs während der Einspruchsfrist einzubringen. Jetzt schäumten die Kläger («unverzeihlich», «peinlich», «Riesenfehler»). Hadeyer hat noch einen Antrag auf Wiedereinsetzung des Verfahrens gestellt, aber mittlerweile ist ihm das Mandat entzogen worden, und die Kläger sprechen von Schadenersatzforderungen gegen die Kanzlei (der Grünen-Klubobmann Rauch formulierte: «Wers verbockt, der zahlts»). Der schon erwähnte Bregenzer Rechtsanwalt Weh, der in Völkerrechtsfragen gewiss qualifizierter gewesen wäre als der Linzer Anwalt, wird sich in der Angelegenheit nun aber auch nicht «Wers verbockt, der zahlts». Das AKW Mühleberg ist den engagieren können, weil er schon vor Hadeyers Vorarlbergern ein Dorn im Auge. Bild: pd Fauxpas im Lokalfernsehen über diesen in einer wenig kollegialen Art hergezogen war und sich VORARLBERG Mühleberg beeinträchtigt» werden dürfe. Der anschliessend selbst ohne falsche Bescheidenheit Bregenzer Anwalt Dr. Ludwig Weh, der lieber lautstark angepriesen hatte. Das sehen die Krävölkerrechtlich argumentieren wollte und sich hen eben nicht so gerne, wenn eine der anderen erfolglos um das Mandat bemüht hatte, hielt in aller Öffentlichkeit ein Auge auszuhacken diese Formulierung für dilettantisch und «ge- versucht. Im Geheimen wärs was anderes. Alles andere als lustig für Vorarlberg sind radezu lachhaft». Aber es sollte noch weit diletObwohl die Betriebsbewilligung für das 1972 in tantischer kommen. natürlich auch jene Dilettanten, die offenbar Betrieb genommene AKW Mühleberg im Juni Am 18. September hatte sich das Feldkircher nicht in der Lage waren, den Beschluss, den sie 2013 ausläuft, hatten die vier Klubobleute des Landesgericht als nicht für die Klage zuständig als Kläger ja alle erhalten hatten, bis zum Ende Vorarlberger Landtags (von ÖVP, SPÖ, FPÖ und erklärt. Die Richterin begründete den Beschluss durchzulesen. Dort steht bekanntlich immer die den Grünen) und die Obfrau des Naturschutz- mit dem Europäischen Übereinkommen über Einspruchsfrist. bundes im Frühjahr gegen das Schweizer Kraft- die gerichtliche Zuständigkeit, nach welchem Kurt Bracharz, 1947, arbeitet als Schriftsteller, werk eine zivilrechtliche Klage auf Unterlassung das Landgericht Feldkirch nur zuständig wäre, Kolumnist und Übersetzer in Bregenz. einer erhöhten Gefährdung eingebracht. In Ös- wenn eine drohende Gefahr vorhanden wäre, terreich, nicht in der Schweiz, und durch ei- welche die Richterin aber nicht erkennen konnnen Anwalt aus Oberösterreich, nicht aus Vor- te. Der Rechtsanwalt, der die Klage eingebracht hatte, der Linzer Dr. Christian Hadeyer, sagte SCHAFFHAUSEN arlberg. Die Basis für die Klage, hinter der auch der zur grossformatigen Vorarlberger RegionalzeiLandeshauptmann und der Umweltlandesrat stan- tung, «natürlich» sei das «eine Enttäuschung». den, war ein Gutachten der Abteilung Nuklear- Der erst seit einem Jahr im Amt befindliche koordination des österreichischen Lebensminis- Landeshauptmann Wallner äusserte sich noch teriums, das ein überdurchschnittliches Gefähr- geistreicher, indem er von dem AKW von einer dungspotential durch das 200 Kilometer ent- «nennenswerten Bedrohung» sprach, die «alles Als Stadtpräsident Thomas Feurer an einem Montagabend Anfang Dezember als Kulturrefefernte schweizerische AKW für Vorarlberg be- andere als lustig für Vorarlberg» sei. hauptete. Die Klage brachte das auf den Nenner, Klar, dass alle für einen Rekurs gegen den rent verabschiedet wurde, gab es Geschenke und dass «die ortsübliche Nutzung der Wohnungen» Beschluss des Landesgerichts waren. Die Frist, Danksagungen zuhauf, und das brachte selbst eider fünf Vorarlberger Kläger «nicht durch ra- innerhalb welcher ein Rechtsmittel gegen ei- nen homo culturalis wie ihn an den Rand der dio-aktive Immissionen aus dem Kernkraftwerk nen Gerichtsbeschluss eingelegt werden kann, Rührung. Denn schliesslich war das nicht ir-

«Alles andere als lustig»

Sechzehn wunderbare Jahre

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Rundflug gendeine Verabschiedung. Es waren die Kulturschaffenden selber, die den grossen Schutzheiligen der Stadtschaffhauser Kultur nach sechzehn Jahren verabschiedeten. Dabei sollte es um mehr als bloss rührende Dankesreden gehen. Darum nämlich, dass sich Kulturschaffende austauschen. Das wird bei uns Kulturtreff genannt und vom Kulturrat organisiert. Im Kulturrat sitzen: Kurt Gallmann für die IG Kammgarn, Cornelia Wolf für den Vebikus, Esther Hermann für die Musikschule, Helene Bieler für die Chöre, Alfred Wüger für die Literaten, Roland E. Hofer für die kantonale und Jens Lampater für die städtische Kulturförderung sowie der städtische Kulturreferent. Ich bin ebenfalls Kulturrat, obwohl ich nie gewählt wurde. Kurt Gallmann hat mich vor zwei Jahren und mit der Drohung, er werde aus dem Kulturrat austreten, wenn keine Jungen reingeholt würden, quasi hineingeputscht. Seither nehme ich als Vertreter der sogenannten «Freien Szene» an Sitzungen teil und versuche dort, den Stapi darauf aufmerksam zu machen, dass es in dieser Stadt zu wenig Proberäume für Bands und Atelierräume für Künstlerinnen gibt. 1996 wurde Thomas Feurer für die ÖBS (Ökoliberale Bewegung) in den Stadtrat gewählt. Und was wir heute haben: den Kulturrat, den Kulturtreff, eine professionelle Kulturförderung wie ennet dem Rhein auch, mit sogenannten Leistungsvereinbarungen für grosse Institutionen, mit Förderpreisen, Atelierstipendien und Kleinbeträgen für Leute, die Musik, Theater, Filme oder Kunst produzieren, und dass im Detail darüber berichtet wird, wer genau was bekommt ‒ das alles entstand während der Ära Feurer. Wie Schaffhauser Kultur in den finsteren Jahren zuvor gefördert worden sein muss, wissen wir durch mündliche Überlieferung. Es sind Storys, die an den Dorfkönig mit Geldbündel im Sakko erinnern. Zwischen Tür und Angel habe man den Stadtschreiber um ein paar hundert Franken angebettelt oder dem Stapi einen Brief geschrieben, worauf jener sein Kässeli geöffnet habe. Oder auch nicht. Wie viel Geld im Spiel war und wohin es floss, wusste niemand so genau. «Provinzielle Mauscheleistrukturen», nannte dies eine Gruppe Kulturschaffender anno 1998

Fördern statt mauscheln: Kulturtreff im Vebikus Bild: Christian Erne

– die Kult-Gruppe. Unter der Federführung des Künstlers Lukas Baumann informierte sie sich über Kulturfördermodelle aus anderen Kantonen und setzte die Regierungen von Stadt und Kanton über Jahre unter Druck. Dass die Mauscheleien in der Kulturförderung ein Ende hatten, ist ihr zu verdanken. Die zentralen Forderungen der Kult-Gruppe sind heute umgesetzt. Nur in einem Punkt scheiterte sie: Es gab nie eine gewählte Kulturkommission mit unabhängigen Fachleuten. Stattdessen entstand der besagte Kulturrat. Er hat keine Entscheidungskompetenz, dient dem Stadtrat lediglich als Berater. Unter dem neuen Kulturreferenten, Urs Hunziker, soll die Diskussion geführt werden, ob es den Kulturrat überhaupt noch braucht. Bevor Thomas Feurer rührend verabschiedet wurde, berichteten alle Kulturräte, was in ihren Bereichen passiert war. Ich bat Philipp Lippuner nach vorne. Der erzählte, dass im Januar eine Band-Gewerkschaft gegründet werde. Ein Brainstorming habe allein achtzig Bands aus der Region aufs Papier gebracht und falls sich nur fünfzig von ihnen organisieren liessen, seien das gegen 200 Leute, die zusammen für Proberäume kämpfen könnten. Kulturrat hin, Kulturrat her. Damit sich etwas ändert, dafür braucht es Druck. Und dafür muss man sich zuerst verbünden. Das hat nicht erst die Kult-Gruppe bewiesen. Christian Erne, 1980, ist Lehrer, Kulturschaffender und Blogger. WINTERTHUR

Neues Heft, neues Glück? Vielleicht erkennen Menschen erst mit dem Glück, dass sie vorher unglücklich waren. Vielleicht aber auch nicht. Interessanter ist ohnehin, was zwischen Glück und Unglück liegt und was dagegen getan wird. Auch in einer kleinen Stadt wie Winterthur. Manche beklagen sich, während andere ganz zufrieden sind und wieder andere etwas Neues ausprobieren. Und so ist es gekommen – die Stadt hat ein neues Kulturmagazin. Nach der Einstellung der «Landbote»Beilage «Spots» im Jahr 2005 gab es in Winterthur kein regelmässig erscheinendes Kulturheft und keinen gedruckten Veranstaltungskalender mehr. Zwar hat der «Landbote» Teile des «Spots» in den eigenen Kulturteil integriert, doch gut versteckt auf den hinteren Seiten gingen die Veranstaltungshinweise unter und landeten oft unbeachtet im Altpapier. Die eigenständige Strahlkraft des «Spots» liess sich auch inhaltlich nicht kompensieren. Bei den Veranstaltungshinweisen sprang bald das Internet ein. Jetzt kommt also ein neuer Anlauf. Das Heft heisst «Coucou» und soll zehnmal im Jahr erscheinen; die erste Nummer umfasst dreissig Seiten in Farbe, samt Veranstaltungskalender im

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THEMA

Ambitioniert: Die erste Nummer des Kulturmagazins «Coucou». A2-Format. Optisch fällt die grosszügige Gestaltung auf: lockere Komposition, zwei Spalten im Flattersatz, ambitioniertes Bildkonzept. Der neue Titel hat etwas von einem Ausstellungskatalog und auch von einer Lifestyle-Beilage, bleibt aber originell im Detail. Inhaltlich fällt die Ausgabe etwas brav aus. Sie ist nicht auf Überraschung getrimmt, vielmehr halten sich die Macher daran, abzubilden: den Stabwechsel bei den Kurzfilmtagen, eine Ausstellung von Radio Stadtfilter oder den langjährigen Leiter des Sommertheaters (in einem doppelseitigen Porträt). Ein wenig Eigensinn und Unmut ist dann aber doch dabei, was sich in einer klaren Ansage niedergeschlagen hat: Diese Stadt ist tot. Nachzulesen ist dies im sechsseitigen Hauptbeitrag. Darin fühlt Sandra Bieberstein, Redaktorin der neuen Zeitschrift und Präsidentin des Trägervereins, der Kulturszene auf den Zahn. Unter dem Titel «Engagement bleibt Randnotiz» montiert sie Zitate des Standortmarketings und Bekenntnisprosa der Politiker («Weniger kann auch eine Chance sein») mit den Ansprüchen der Veranstalter («Moderne, experimentelle Theaterprojekte will das Publikum nicht bei uns sehen» oder «Für Konzerte arbeiten viele Menschen, deshalb kostet es etwas»). Das Resultat ist aufschlussreich. Und der Grundtenor klar: Kultur bedeutet Arbeit. Der Vorschlag, wie es besser werden könnte: Es brauche Innovation, aber auch Subvention. Man könnte auch sagen: Geld und Ideen. Den Initianten des Magazins wird hoffentlich beides so rasch nicht ausgehen. Und vielleicht kommt mit dem Unmut auch noch etwas mehr Mut dazu. Wendelin Brühwiler, 1982, arbeitet an der Forschungsstelle für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Uni Zürich. TOGGENBURG

In anderen Sphären In der Hofstattstrasse in Wattwil ertönen nachts oft sphärische Klänge. Wenn ich ganz oben unter dem Dach arbeite bis nachts um drei, dann


THEMA

Rundflug

Lorenz Schwarz jodelt, spielt Alphorn und Gitarre, meist gleichzeitig, zu Gottes Ehren. Bild: pd höre ich ganz leise, wie unten noch Partituren geübt werden, es wird wiederholt, verbessert und irgendwann denk ich mir: Ja, es ist perfekt (soweit ich das beurteilen kann). Ich habe von ihr schon viele Einladungen erhalten, aber es hat bisher zeitlich nie gereicht. Am 3. Dezember, an einem wundervoll verschneiten Abend, hat es schliesslich gepasst und ich konnte an ein Konzert von Erika Schmied. Erika kommt aus Wattwil und studiert Jazz in Zürich. Bereits 2008 wurde der damaligen Maturandin der Anerkennungspreis für das beste Diplom mit Schwerpunkt Musik von der Eppenberger Stiftung für das Toggenburg verliehen. Unter der Leitung von Marianne RacineGranvik haben sich zwölf Studierende in einem Workshop mit dem Thema «begleiten und begleitet werden» befasst und das Ergebnis im «Sphères» in Zürich präsentiert. Wunderklangvoll und fetzig-frech. Die Soirée «Chansonnerie» war ein Genuss. Wunderbare Songs von schwerstem Schmalz bis groovigstem Jazz, Duette, multilingual, kammermusikalisch, pathetisch, sensibel, ironisch. Ja, so ist es perfekt und ich freue mich über alle Klänge, auch nachts, wenn sie sphärisch durch das Haus klingen. Anders klingend sind auch die Töne eines ganz speziellen Musikers, Lorenz Schwarz aus Wattwil. Er singt und jodelt, spielt Alphorn und Gitarre, meist gleichzeitig, und immer zu Gottes Ehren. Es ist einzigartig, denn Lorenz ist nicht ausgebildeter Musiker. Er hat, wie er selber sagt, diesen Weg durch eine Fügung eingeschlagen. Er war viele Jahre lang Alkoholiker und jähzornig und niemand konnte mit ihm umgehen. Durch seinen Glauben an Gott aber wurde er gerettet, davon ist er überzeugt. Seinen Berich-

ein, und in den Zwickeln der oberen rechten und linken Ecke sitzen je ein Querpfeifer und ein Trommler. Ein Kenner der Materie wies mich darauf hin, dass diese Scheibe bekannt sei, aber als verschollen gelte, als zerstört: abhanden gekommen nach 1913, nachdem sie oder mindestens eine identische Version im ehemals königlichen Kunstgewerbemuseum Berlin zum letzten Mal inventarisiert worden sei. Der Handel war schnell besiegelt: Wir mussten die Scheibe haben, alleine der bärtigen Wilden wegen. Und so kam es, dass ich Anfang Dezember bei Schneetreiben und rauer Kälte in Krefeld in Nordrhein-Westfalen ein freundliches betagtes Ehepaar traf, das mir das wertvolle Paket auf dem Bahnhof überreichte. Wir tranken Kaffee am Buffet, plauderten über Zufälle und seltsame Begebenheiten, waren uns sympathisch und verabschiedeten uns mit einer schnellen Umarmung. Ich fuhr nach Düsseldorf zum Zollamt Nord, liess mir eine Ausfuhranmeldung ausstellen, verwickelte die Sachbearbeiterinnen in ein Gespräch über bärtige Wildleute in fernen Landen, bestellte ein Taxi zum Flughafen, liess mir am Flughafenzollamt die Papiere abstempeln, flog zurück und verweilte zu guter Letzt eine Dreiviertelstunde am Schweizer Zoll, wo es darum ging, abzuklären, ob altes Glas auf der Liste der Kulturgüter stehe Daniela Vetsch Böhi, 1968, Textildesignerin, oder nicht. Nachdenklich und müde kam ich umweltpolitisch Aktive und Mutter. in Trogen an. Der seltsame Gegenstand – das Stück Kulturerbe aus der Zeit, in der die beiden APPENZELL Appenzell noch eins waren – hatte mich an nur einem Tag mit unterschiedlichen interessanten Menschen ins Gespräch gebracht. Eigentlich sollte man mehr mit wundersamen GegenstänVor Jahren, ich war noch keine zehn Jahre alt, den durch die Welt ziehen. bekam meine Wohngemeinde Wald in AusHeidi Eisenhut, 1976, Historikerin und Leiterin serrhoden eine Wappenscheibe geschenkt; eine der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden. teure Neuanfertigung, die mit Getöse eingeweiht und im Sitzungszimmer des Gemeinderats in der damals ganz neuen Mehrzweckanlage platziert wurde. Ich fand das Ding schrecklich, es passte nicht zum Neubau. Überhaupt fand ich Wappen von vorgestern. Die Zeiten ändern sich und die Menschen offensichtlich auch. Wer hätte gedacht, dass ich 2012 für eine Wappenscheibe 1200 Kilometer weit nicht nur fahren, sondern auch fliegen würde? Und das kam so: Dank Google war eine Familie aus Krefeld im Ruhrpott auf die Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden als Verwalterin kulturellen Erbes aufmerksam geworden. Die Familie sei, weshalb auch immer und ohne dass je darüber gesprochen worden wäre, im Besitz einer Wappenscheibe, die auf einem Schriftband die Inschrift «Lannd Appenzell. 1526» trage. Das mitgeschickte Foto weckte mein Interesse: Anstelle der häufig abgeschilderten Landsknechte flankieren zwei bärtige Wildleute mit Keulen und so bekränzt wie spärlich mit Eichenlaub bekleidet, das gedoppelte Standeswappen von Appenzell mit zur Wappenpyramide ergänztem bekröntem Reichswappen. Zurück im Land: die Standesscheibe von 1526 mit Zwei Renaissancesäulen rahmen die Szenerie bärtigen Wildleuten als Schildhaltern. Bild: pd ten zufolge hat der Glaube sein Leben verändert und erneuert. Lorenz Schwarz reist viel und bringt seine Botschaft von der Rettung durch Jesus Christus zu «verlorenen Menschen». Auch das gehört zu «begleitet und begleitet werden». Themenwechsel. Der Aufforderung «Chönd is Toggeburg» kann man nicht so einfach nachkommen, wenn eines der wenigen Business- und Seminarhotels die Tore schliessen muss. Der Verwaltungsrat der IGT Management AG hat am 3. Dezember Konkurs und die sofortige Schliessung des Hotels Kapplerhof in Ebnat Kappel bekannt gegeben. Vor sieben Jahren wurde die IGT Management AG durch regionale Industrieund Gewerbebetriebe gegründet, um das Seminarhotel mit Hallenbad und Wellnessbereich in der Region erhalten zu können. 22 Angestellte, darunter sechs Lehrlinge, verlieren nun ihren Job und die Region verliert ein einigermassen zeitgemässes Hotel im mittleren Toggenburg. Die Hoffnung ist gering, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Gallo Gruppe, Besitzerin des Hotels Kapplerhof, hat es versäumt (mit oder ohne Absicht) die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten vorzunehmen. Einmal mehr sind die Pächter durch eine Besitzergesellschaft in einer anderen Sphäre stehen gelassen worden. Klingt nicht gut.

Reisen mit altem Glas

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Kantonale Kunstsammlung THEMA

Ballastbeseitigung Kantone sammeln Kunst und stellen sie der Öffentlichkeit oder ihren Angestellten zur Verfügung. Doch was tun, wenn die Keller voll von Werken sind, die niemand sehen will? von gabriela falkner Auch der Kanton St.Gallen hat eine Kunstsammlung – zugänglich und sichtbar gemacht werden zurzeit ausgewählte Einzelstücke im Kulturraum am Klosterplatz in der Ausstellung «Amtskarussell». Überraschend und irritierend zugleich sind die Auswahlkriterien, welche für die Werke in dieser Ausstellung gelten: Es sind nicht die Neuankäufe der letzten Jahre, nicht die begehrtesten und auch nicht die wertvollsten Werke, sondern es sind die «ungeliebten» und «ausgedienten». Wie kommt es zu dieser wenig charmanten Bezeichnung für Bilder der Kantonalen Kunstsammlung – und welche Werke sammelt ein Kanton überhaupt?

Setzen Sie sich ins Wartezimmer Der Hauptzweck der Kantonalen Kunstsammlung St.Gallen wie auch der Appenzell Ausserrhodischen und der Mehrzahl der öffentlichen Sammlungen ist, in der kantonalen Verwaltung der Bevölkerung die Begegnung mit bildender Kunst zu ermöglichen. Wer jetzt neugierig wird, was überhaupt alles mit den öffentlichen Geldern in den letzten Jahren angekauft wurde, setzt sich an den Computer und klickt sich durch die digitalisierten Kunstsammlungen, sofern sie öffentlich zugänglich sind. In Appenzell Ausserrhoden ist dies der Fall (www.ar.ch), im Kanton St.Gallen bleibt Ihnen der Gang in die öffentlichen Gebäude nicht erspart. Besuchen Sie Amtsstellen, setzen Sie sich in Empfangshallen und Wartezimmer, lassen Sie sich von der Polizei verhören, erkundigen Sie sich im Regierungsgebäude nach einem freien Sitzungsraum, lassen Sie sich einen neuen Pass ausstellen oder fragen Sie das Amt für Kultur, ob Sie eine Archivbesichtigung machen können. Neben der Ausleihe gibt es ein weiteres Ziel, das mit den Kantonalen Sammlungen verfolgt wird: die Förderung von Kunstschaffenden. In Leitfäden werden Kriterien aufgeführt, nach welchen ein Ankauf getätigt werden kann. Sind die formalen Kriterien wie Alter, Regions- und Sparten-Zugehörigkeit erfüllt, gilt es auch, die inhaltlichen Kriterien zu erfüllen. Nicht überraschend wird der Qualitätsbegriff genannt, ergänzt durch Begabung, Experimentierfähigkeit, künstlerischen Gehalt, Innovation, Niveau, Originalität, Professionalität, Relevanz, Risikofreudigkeit. Die Umsetzung dieser Ansprüche in der konkreten Entscheidung für ein bestimmtes Werk dürfte sich oft als schwierig erweisen – vor allem dann, wenn sie sich nicht mit dem künstlerischen Geschmack der Kantonsangestellten vereinbaren lassen.

Für den Moment sind sie ans Licht geholt, die Archivhüter, die niemand haben will. Blick in die Ausstellung «Amtskarussell» im Kulturraum am Klosterplatz in St.Gallen. Bild: Katalin Deér Nicht alle Bilder und Objekte, die im Laufe der Jahre gekauft wurden, können in den Amtsräumen platziert werden. Für sie besteht kein Interesse, und somit stellt sich die Frage, was mit ihnen geschehen soll, da sie offenbar dem Zweck, um dessentwillen sie angekauft wurden, nicht (oder nicht mehr) entsprechen. In Gesetzen und Verordnungen wird dieser Aspekt nicht erwähnt. Die überbordende Sammlungstätigkeit bezeichnet der Historiker Philipp Blom als ein typisches Phänomen unserer Zeit: «Wir sammeln und archivieren, wir konservieren, editieren und klassifizieren eine unabsehbare Flut von Dokumenten aller Art, von Akten bis Zugwaggons. Keine Fassade darf angetastet werden, jedem noch so trivialen Gegenstand wird historische Bedeutung zugesprochen. Unsere Hochkultur ist ein Repertorium ihrer eigenen Vergangenheit; der Sammelimpuls, der einmal subversiv und künstlerisch gewesen ist, ist ins Kuratorische, im Wortsinn Konservative umgeschlagen.»

Wohin mit den Archivhütern? Die Folge: Kunstmagazine platzen aus den Nähten, die Restaurationskosten steigen. Damit müssen sich alle Museen und Sammlungen auseinandersetzen. Aber eine Sammlung wie die Kantonale Kunstsammlung, deren Verwendungszweck primär die Ausleihe ist, kann dem Problem der Ballastbeseitigung nicht aus-

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weichen. Was soll mit den «Ungeliebten» und «Ausgedienten» geschehen? Die Ausstellung im Kulturraum am Klosterplatz konfrontiert uns mit diesen «AusschussWerken». Natürlich beschäftigt in diesem Zusammenhang die Frage, warum gerade diese Werke zu den ungeliebten gehören und ob sie jetzt – befreit vom negativen Kontext – neu gesehen und gewertet werden können. Allerdings wäre es naiv zu glauben, dass die Werke eine Wiederbelebung erfahren. Und somit ist auch die Frage nicht aus der Welt geschafft, was mit diesen Werken geschehen soll. Als Möglichkeiten bieten sich an: Die Werke werden verkauft oder versteigert; die Werke werden an Sammlungen oder Stiftungen verschenkt, um deren Bestand zu vervollständigen; die Werke werden einem Pool übergeben, der über den künftigen Verwendungszweck befindet; unbrauchbare und stark beschädigte Werke werden entsorgt. Die Frage wird die Kunstsammlungen in Zukunft beschäftigen müssen. «Amtskarussell» Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen. Bis 3. Februar. Mehr Infos: www.sg.ch Veranstaltungen siehe Kalender Gabriela Falkner, 1967, hat ihre Masterarbeit über die Kunstsammlung des Kantons St.Gallen geschrieben und arbeitet im Kulturbüro St.Gallen.


THEMA

Stadtrat ohne SP

Augen auf und durch Gezielte Personalpolitik, mehr Fantasie, Augenmass im Gebrauch der Volksrechte, harte Arbeit an der Basis: So kommt die SP (vielleicht auch die SVP) am besten über ihre Niederlage bei den St.Galler Stadtratswahlen hinweg. von peter stahlberger Auch wenn es die Wahlverlierer des vergangenen Herbstes nicht gern hören, ja vielleicht als Hohn empfinden werden: 2013 kündigt sich in der Stadt St.Gallen als das politisch interessanteste Jahr seit langem an. Eine Regierung, in der die stärkste Partei (SP) keine Vertretung mehr hat. Ein Abstimmungsgeschäft, das die Gemüter schon jetzt im tiefsten Winter erhitzt (Bahnhofplatz). Und ein städtischer Finanzhaushalt, dessen Entlastung zum wichtigsten, jedenfalls aber zum konfliktträchtigsten Thema der Legislaturperiode 2013-2016 werden dürfte (Leistungsabbau und/oder Steuerfusserhöhung). Da ist der Wunsch für einmal keine Floskel: E guets Neus.

Nirgendwo ungetrübte Freude Doch blicken wir noch einmal auf das Jahr 2012 zurück. Wer war denn wirklich Wahlverlierer, wer Sieger? So eindeutig ist das gar nicht auszumachen – und genau daher rührt die Spannung, die das politische Leben St.Gallens nun wohl während einiger Zeit prägen wird. Im fünfköpfigen Stadtrat zwar haben die bürgerlichen Traditionsparteien CVP und FDP ihre jeweils zwei Sitze recht problemlos verteidigt; im 63 Mitglieder zählenden Stadtparlament dagegen sind ihre Fraktionen auf bestenfalls noch die Hälfte der Grössen geschrumpft, wie sie vor dem Einfahren der Autopartei, dem Aufstieg der SVP und der parteipolitischen Zersplitterung der Mitte üblich waren (CVP in der Amtsperiode 1977/80: 24 Sitze, 2013/16: 12; FDP 1981/84: 22 Mandate, 2013/16: 10). Genau umgekehrt sieht es bei den Sozialdemokraten aus. Ihr Verschwinden aus dem Stadtrat, in dem sie vor 1965 und von 2000 bis 2004 sogar doppelt vertreten gewesen war, ist ein Novum in der mittlerweile fast hundertjährigen Geschichte St.Gallens in seinen heutigen Grenzen; anderseits erreichte sie mit total 18 Parlamentssitzen – die zwei der Juso eingeschlossen – das beste Ergebnis, seit die Ratsgrösse vor rund einem halben Jahrhundert auf 63 festgelegt wurde. Weiterhin ohne Regierungsvertretung und bloss viertstärkste, auf neun Abgeordnete reduzierte Parlamentskraft bleibt die SVP; doch selbst sie kann einen kleinen Erfolg insofern verbuchen, als die von ihr leidenschaftlich kritisierte, bis 2000 von einem Christlichsozialen und danach von einer Sozialdemokratin geführte Bauverwaltung wieder fest in bürgerlicher Hand ist. Und in dem Zusammenhang: Sogar

der parteilose neue Stadtrat Markus Buschor stand am Ende nicht einfach nur als strahlender Sieger da. Sein Wahlkampf, ein Appell an Unzufriedene und «Idealisten» zugleich, bescherte dem engagierten Architekten zwar einen überraschenden Erfolg; doch bereits bei der Ressortverteilung (er musste mit dem Bereich Schule und Sport vorliebnehmen) fand er sich auf dem Boden der typisch schweizerischen Realität

nämlich schon deshalb nicht verwirklichen, weil die Mitte-Rechts-Entente mehrfach in Volksabstimmungen scheiterte. Hinzu kam, dass sich die beiden Lager in den jeweils neuen Rollen ungleich gut zurechtfanden. Die Bürgerlichen, zerstritten vorab in der Finanzpolitik und geschüttelt teilweise noch durch parteiinterne Querelen, gaben bei den Wahlen 1997 kampflos zwei der sieben Regierungssitze preis. Auf der

Die erste und wichtigste Folgerung aus Debakeln bei Regierungswahlen besteht darin, aussichtsreichere Kandidatinnen und Kandidaten für das nächste Mal aufzubauen.

wieder: Für Regierungen hierzulande gilt das Kollegial-, aber eben nicht zwingend auch das Einstimmigkeitsprinzip.

Das Genfer Experiment 1994-1997 … Schaut man nicht bloss zurück, sondern auch ein bisschen in die Weite, so lassen sich zumindest Ähnlichkeiten zwischen der neuen St.Galler Stadtrats-Konstellation und der Zusammensetzung des Genfer Staatsrates während der Amtsdauer 1994-1997 ausmachen. Zum ersten Mal in der Genfer Nachkriegsgeschichte setzte sich die siebenköpfige Kantonsregierung nach den Wahlen von 1993 ausschliesslich aus Bürgerlichen zusammen (drei Liberale, je zwei FDP- und CVP-Mitglieder). Im hundert Sitze umfassenden Genfer Parlament dagegen waren die Verhältnisse weit weniger eindeutig: Insgesamt 56 Mandate hielten Vertreterinnen und Vertreter der Regierungsparteien, total 44 entfielen auf die SP, die Grünen und eine vom dissidenten Sozialdemokraten Christian Grobet angeführte «Alliance de gauche». Vier Jahre später war das Experiment bereits wieder zu Ende. So etwas wie ein schlüssiges bürgerliches Regierungsprogramm liess sich

links-grünen Seite hingegen führten sowohl die Tatsache als auch die Umstände des «Totalschadens» von 1993 zu einem Schulterschluss. Ausserdem nutzte sie die Jahre in der Opposition geschickt dazu, die Zukunft auch personell vorzubereiten. Davon profitierten namentlich etwa die Sozialdemokratin Micheline Calmy-Rey und der Grüne Robert Cramer: Beide wurden 1997 erstmals in die Kantonsregierung gewählt (neue Zusammensetzung: zwei FDP, zwei SP, je ein LP, CVP, GP). Und beide führte der Weg schliesslich nach Bern: Calmy-Rey wurde 2002 Bundesrätin (im Amt 2003-2011), Cramer vertritt den Kanton Genf seit 2007 im Ständerat.

… und mögliche Lehren für St.Gallen Selbstverständlich lassen sich die damaligen Genfer Erfahrungen nicht im Massstab eins zu eins auf die Stadt St.Gallen übertragen. Insbesondere sind hier das politische Klima bei weitem nicht so rau und die inner- wie interparteilichen Gräben viel weniger tief wie dort. Gleichwohl liefert das Genfer Beispiel ein paar Hinweise. Grund, sie ernst zu nehmen, haben in St.Gallen insbesondere – aber keineswegs nur – die Pol-Parteien SP und SVP.

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Stadtrat ohne SP T H E M A

Die erste und wichtigste Folgerung aus Debakeln bei Regierungswahlen besteht darin, aussichtsreichere Kandidatinnen und Kandidaten für das nächste Mal aufzubauen. Aufbauen wiederum heisst, sie sowohl als Stimmen ihrer Partei wie auch als unverwechselbare Persönlichkeiten einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen. Plattformen dafür bieten die herkömmlichen Medien (vom Auftritt in Radio- und Fernsehsendungen bis zur Wortmeldung im Leserbriefteil), die Veranstaltungen der jeweiligen Partei (am besten nicht irgendwo hinten im «Stübli», sondern mit attraktivem Programm auch für interessierte Dritte), die von verschiedenen Organisatoren gebotenen Auftrittsmöglichkeiten (Podiumsgespräche, Referate), vor allem aber die Parlamente der Stadt und des Kantons mit ihren vielfältigen Profilierungsgelegenheiten (Kommissions-, Fraktions-, Ratspräsidien, Vorstösse). Dabei sollte parteiintern selbstverständlich Einigkeit über die förderungswürdigen Exponenten herrschen. Die SP der Stadt St.Gallen vermittelte zuletzt nicht gerade den Eindruck solcher Einigkeit, und bei der SVP scheint sich die mutmasslich chancenreichste Kandidatin gleich selber aus dem Rennen genommen zu haben. Das sind, wie zuzugeben ist, nicht besonders originelle Ratschläge. Ein Zweites muss deshalb hinzukommen: Fantasie. Für Parteien ohne eigene Vertretung im Stadtrat könnte das etwa heissen, dass sie sich um regelmässige öffentliche Diskussionsrunden mit Stadtratsmitgliedern bemühten. Oder es könnte – nein, müsste – bedeuten, dass die Selbstdarstellung und die Kommunikation via neue Medien deutlich verbessert würden. Erkundige ich mich heute, am 11. Dezember 2012, auf der Homepage der städtischen SP zum Beispiel nach Terminen, so werde ich unter dem Stichwort «aktuelle Veranstaltungen» zum «Jassen mit Huber & Blumer» am 12. September eingeladen. Und bei der SVP kann ich nachlesen, welche Voten ihre Fraktionssprecher 2011 und 2012 im Stadtparlament abgegeben haben; allerdings endet das Jahr 2012 am 6. November.

eine etwas andere als in parlamentarischen Systemen wie beispielsweise dem deutschen. In der Schweiz kann fallweise jede Gruppierung – ob Partei mit oder ohne Regierungsverantwortung, ob Wirtschaftsverband oder Quartierverein – gegen den Mehrheitsbeschluss eines Parlaments opponieren. Sie kann einen derartigen Beschluss auch per Volksinitiative erzwingen. Die beliebteste Variante schliesslich besteht da-

Empörung über tatsächliche oder vermeintliche Machtdemonstrationen des politischen Gegners mag als kurzfristige Motivationsspritze taugen; dauerhaft wirksam indes ist nur harte, meist unspektakuläre Basisarbeit.

rin, den Verweis auf das allfällige Beschreiten des Referendumswegs als Trumpf im parlamentarischen Entscheidungsverfahren einzusetzen. So oder so verlangt der Umgang mit diesen Instrumenten vor allem eines: Augenmass. Wenn also die links-grüne Seite im St.Galler Stadtparlament bei wirklich wichtigen Geschäften künftig mehr vom Mittel des Ratsreferendums Gebrauch machen würde – es sind dafür ja lediglich 21 Stimmen nötig –, so läge das in der Logik des Systems. Wenn sie dagegen mit dem Referendum allzu oft bloss taktisch zu spielen oder via erzwungene Sachabstimmungen einen Dauerwahlkampf zu führen versuchte, dann würde sie dem Instrument seine Schärfe nehmen. Für so etwas wie Selbstregulierung sorgt aber wohl ein Viertes: Aussichtsreiche Kandidaten aufzubauen, vernünftige Oppositionspolitik zu betreiben und gute Ideen nicht nur zu haben, sondern sie auch konkret umzusetzen – das verlangt einer Partei in personeller wie finanzieller HinOpposition mit Augenmass sicht sehr viel ab. Schweizerische Parteien, die Der dritte Punkt betrifft das, was man landläu- ja eigentlich Vereine sind, stossen da rasch an fig Oppositionspolitik nennt. Ihre Wirkung ist ihre Grenzen. Und Empörung über tatsächliche unter den Bedingungen der halbdirekten De- oder vermeintliche Machtdemonstrationen des mokratie schweizerischen Zuschnitts allerdings politischen Gegners mag als kurzfristige Moti-

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vationsspritze taugen; dauerhaft wirksam indes ist nur harte, meist unspektakuläre Basisarbeit. Jüngeren SP-Mitgliedern sei als Beispiel die leidenschaftliche parteiinterne Auseinandersetzung in Erinnerung gerufen, die nach dem Scheitern der SP-Kandidatin Lilian Uchtenhagen bei der Bundesratswahl 1983 losbrach und die schliesslich – entgegen dem Antrag der Parteispitze – zur Bekräftigung der sozialdemokra-

tischen Regierungsbeteiligung führte. Losgelöst von den Zwängen des Konkordanz- und des Kollegialsystems könne man freier, glaubwürdiger, letztlich erfolgreicher politisieren, betonten damals die Befürworter eines freiwilligen Gangs in die Opposition. Jetzt, wenn auch nicht ganz freiwillig, sind in St.Gallen vereinzelt ähnliche Töne zu vernehmen. «SP draussen – gut so!», freute sich im «Saiten»-Politblog unlängst mit Harry Rosenbaum ein engagierter Linker. Konsequente Oppositionspolitik nämlich, fuhr er fort, eröffne der Stadtpartei die Chance zur Neuprofilierung in «Richtung Sozialismus». Da passt die Abwandlung eines berühmten Wortes des Vorsitzenden Mao trefflich dazu. «Die Revolution», heisst es in seinem Roten Büchlein, «ist kein Deckchensticken». Für die Opposition, auch die fallweise, gilt das genauso. Peter Stahlberger, 1945, ist Historiker. Von 1987 bis zur Pensionierung 2004 war er Ostschweizer Korrespondent der «Neuen Zürcher Zeitung».


THEMA

Auf Fontanes Spuren

Das Wohnhaus von Elisabeth von Ardenne am Hochbucher Weg in Lindau.

Bild: Heiko Strech

Effi Briest lebte am Bodensee Vor fünfzig Jahren starb in Lindau Elisabeth von Ardenne. Ihr Schicksal war das reale Vorbild für den berühmten Roman von Theodor Fontane. Eine Spurensuche zwischen Leben und Literatur. von heiko strech 27. November 1886. Morgengrauen auf Berlins Hasenheide. Rittmeister Armand Léon von Ardenne und Amtsrichter Emil Hartwich sind zum Duell angetreten, beide hervorragende Pistolenschützen. Hartwich feuert bewusst in die Luft. Ardenne trifft Hartwich tödlich. Des Offiziers «Ehre» ist wiederhergestellt. Ardennes Frau Elisabeth (Else) und Hartwich hatten geplant, sich von ihren Ehepartnern zu trennen. Ardenne wusste davon, nachdem er mit einem Nachschlüssel Briefe Hartwichs an Else aus einer Kassette entwendet hatte.

Ende des 19. Jahrhunderts, in den OstseeDünen bei Kessin. Landrat von Innstetten und Major von Crampas treffen einander zum Duell. Crampas fällt. «Ehrenpunkt»: Das Verhältnis von Innstettens Frau Effi mit dem Major. Innstetten hat durch Zufall Liebesbriefe entdeckt. Die Übereinstimmung ist nicht zufällig; Theodor Fontane (1819-1898) kannte die Ardenne-Affäre und brachte 1895 den Roman «Effi Briest» heraus, mit Gustave Flauberts «Madame Bovary» und Leo Tolstois «Anna Karenina» der dritte herausragende Ehebruch-Roman des 19.

Jahrhunderts. Sie wurden häufig verfilmt, jüngst wieder «Anna Karenina». Oktober 2012, Lindau am Bodensee. Strahlender Spätherbst. Einheimische und Touristen geniessen ihn mit Einkaufen und Einkehren. Auf einer Anhöhe am Stadtrand Wiesen, Pferde, hübsche Häuser. Am Hochbucher Weg steht das Haus Nummer 45. Von der überwachsenen Gartenseite her sieht man See und Säntis. Hier lebte Effi Briest – pardon, Else von Ardenne, geboren 1853 als Edle und Freiin von Plotho, von 1918 bis 1952. Die gelernte Krankenschwester

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Auf Fontanes Spuren THEMA

Tödliches Ehren-Duell: Elisabeth von Ardenne, ihr Mann Armand und ihr im Duell getöteter Geliebter Emil Hartwich. Bilder: pd

hatte nach verschiedenen Stationen – darunter Heiden – mit der psychisch labilen Margarethe Weyersberg das von deren Eltern gekaufte Haus bezogen. Das von starken Spannungen geprägte Miteinander von Pflegerin und Patientin ertrug Else mit christlicher Geduld und preussischer Disziplin. Und weil sie Geld brauchte.

Effi. Auf alle Vorschläge, gemeinsam etwas zu unternehmen, antwortet Papagei Annie: «Oh gewiss, wenn ich darf.» Effi bricht zusammen, wünscht sich den Tod. Er ist nicht mehr fern. Aber obwohl die Sympathien der Leserschaft seit je bei Effi liegen: Vorsicht! Würde der hohe Beamte Innstetten gegen die Gesellschaft angehen, griffe er sich damit selbst zuerst Das Duell als «Götzendienst» als einen ihrer vorzüglichsten Repräsentanten Von einer neuen Liebe Elses ist nichts bekannt. an. Gleichzeitig Karriere und Revolution – das Armand aber heiratete wieder. Für das Duell geht nicht. Auch Innstetten ist ein Opfer der kassierte er pro forma zwei Jahre Festung. Nach Gesellschaft. Wie Effi. Adelshochzeiten wurden achtzehn Tagen begnadigte ihn Kaiser Wil- arrangiert: im Grunde schnöde Kuppelei. Else helm I. und beförderte ihn zum Major. Ar- und Effi geraten als Teenager in die Heiratsfalle. mand brachte es bis zum Generalleutnant. Er Instinktiv lehnen beide zunächst ihre Bewerber ab. Die späteren Ehen scheitern. «Banale» starb 1919. Else lebte zurückgezogen in Lindau. Klatsch Ursache: Die verkuppelten Frauen lieben ihre drang offenbar nicht aus Berlin bis hierher. Eine Ehemänner nicht. kleine Strassenumfrage heute: Effi Briest weckt hier und da Assoziationen. Else von Ardenne Fontanes Kunst «Effi Briest», diese Geschichte von Liebe und kennt niemand. Ein paar Worte zu Fontanes Umgang mit Tod, hat Fontanes Kunst unsterblich gemacht. dem Stoff. Armand war fünf Jahre älter als Else. Nur ein Beispiel: Auf der ersten Seite des RoFontane machte Innstetten eine Generation älter mans beschreibt Fontane den Herrensitz von Efals Effi, verschärfte so die Distanz zwischen den fis Eltern: «Fronthaus, Seitenflügel und KirchEhepartnern. Den Offizier Ardenne verwandel- hofsmauer bildeten ein einen kleinen Ziergarte der Autor ausserdem in den Beamten Inns- ten umschliessendes Hufeisen, an dessen offetetten. Das hat Folgen für die moralische Frage ner Seite man eines Teiches mit Wassersteg und in Sachen Duell. Ardenne stand unter krassem angeketteltem Boot und dicht daneben einer Druck. Kaiser Wilhelm hielt auf die intakte Ehe Schaukel gewahr wurde – die Pfosten der Bal– Mätressen mal beiseite – seiner Offiziere. Und kenlage schon etwas schief stehend. Zwischen er duldete keinen Offizier, «welcher seine Ehre Teich und Rondell aber und die Schaukel halb nicht zu wahren weiss». Das bedeutete praktisch: verdeckend standen ein paar mächtige alte PlaDuellzwang. tanen.» Zivilist Innstetten hatte mehr Spielraum. Im Zeichenhaft die schon etwas schiefe SchauGegensatz zum strammen Militär Ardenne quä- kel Effis, das Wassermotiv, die Kirchhofsmauer, len ihn im Roman schwere Skrupel. In einem die Platanen, das Rondell – auf ihm liegt am aufwühlenden Dialog ringt er mit seinem Kol- Ende Effis Grabstein –: Sie alle haben Anteil an legen Wüllersdorf um den Sinn des von beiden einer untergründigen Todesmelodie. Auf einer als absurd erkannten Duells – und beugt sich Schlittenfahrt an der Ostsee hört Effi einen feischliesslich doch dem verinnerlichten «Gesell- nen Ton. Und im Schlitten am Meeresstrand schafts-Etwas». Wüllersdorf: «Das mit dem ‹Got- küsst Crampas Effi zum ersten Mal. Und später, tesgericht› ist freilich ein Unsinn, umgekehrt, in den Dünen am Meer, kommt es zu heimliunser Ehrenkultus ist ein Götzendienst, aber chen Liebestreffen. Und zum Rendezvous mit wir müssen uns ihm unterwerfen, solange der dem Tod beim Duell. Effi nimmt am Ende nicht Arsen wie Emma Götze gilt.» Der reale Ardenne und der fiktive Innstetten Bovary, wirft sich nicht vor den Zug wie Anna halten ihre Kinder Margot und Egmont bezie- Karenina. Fontane gönnt ihr ein sanftes Verlöhungsweise Annie nach der Scheidung lange schen: «Effi setzte sich ans offene Fenster, um grausam von den Müttern fern. Innstetten rich- noch einmal die kühle Nachtluft einzusaugen. tet Annie ab wie einen Papagei, dann darf sie zu Die Sterne flimmerten. Und im Parke regte sich

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kein Blatt. Aber je länger sie hinaushorchte, je deutlicher hörte sie wieder, dass es wie feines Rieseln über die Platanen niederfiel. Ein Gefühl der Befreiung überkam sie. ‹Ruhe, Ruhe›.»

Elses Tod Effi starb mit 29 in der Mark Brandenburg, Else mit 99 Jahren am Bodensee. Nach langen Jahren schwersten Leidens unter der Kinder-Quarantäne Armands gab es endlich beglückenden Kontakt mit Margot und Egmont. Über die Liebe ihres Lebens schwieg Else. Doch als ihr Enkel Manfred von Ardenne, später ein bekannter Physiker in der DDR, sich lobend über eine Vortrags-Sammlung Hartwichs äussert, bricht es aus der Neunzigjährigen heraus: «Dass dir die Freude wurde, durch einen Verwandten in ein gerechtes gutes Licht den Mann gerückt zu sehen, der unendliches Leid, aber auch unendliches Glück in mein Leben gebracht, war mir ein Geschenk.» Am 5. Februar 1952 hörte Elses Pflegerin nachts Schritte: «Ich schlich mich in den Flur und machte Spannemännchen. Was höre ich? Im Wohnzimmer werden Schubladen aufgezogen. Im Büffet lag immer Schokolade, die war aus der Schweiz, und die Baronin hatte Naschereien doch so gern. Ich ging wieder auf mein Zimmer, und da hörte ich, wie die Baronin vom Flur zurückkommt – ins Schlafzimmer. Alles war plötzlich so still. Und am Morgen – na ja, da war sie eben nicht mehr.» Heiko Strech, 1940, ist Literaturkritiker und Sprechausbildner und hat seine Dissertation über Fontane geschrieben.


Verdingkinder THEMA

«Die Seele gewöhnt sich nie daran» Die Ausstellung «Verdingkinder reden» holt ein Stück dunkler Schweizer Geschichte ans Tageslicht. Dass deren Aufarbeitung erst noch aussteht, daran hat Ständerat paul rechsteiner an der Vernissage in St.Gallen erinnert. Hier seine Rede in Auszügen. Das lange verdrängte, vergessene, unterdrückte Schicksal der Verdingkinder – es sind mehr als man annehmen würde – ragt mitten in unsere Zeit hinein. Viele Betroffene, ihre Angehörigen, ihre Nachkommen trauen sich bis heute nicht zu sprechen. Weil viele von ihnen das, was ihnen widerfahren ist, als persönliches Verhängnis erlebt haben, obschon es nackte gesellschaftliche Gewalt und grosses kollektives Unrecht war. Bleischwer lasten die Scham, die Schande und das Schweigen auf ihren Seelen. Die Ausstellung über die Verdingkinder in der Schweiz schlägt hier eine Bresche und öffnet neue Horizonte. In jeder Gesellschaft ist es entscheidend, worüber gesprochen und worüber geschwiegen wird. Das Bewusstsein funktioniert zentral über die Sprache. Wenn man über etwas nicht spricht, kann man es auch nicht einordnen, begreifen. Auch Machtstrukturen, Machtverhältnisse funktionieren über die Sprache und über das Schweigen. Die Ausstellung zeigt elementare Bilder und elementare Texte über die real existierende Schweiz der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Und sie sind nur die Spitze des Eisbergs. Es lässt einen frieren, wenn das ehemalige Verdingkind Max Schmid sagt: «Der Körper könnte sich vielleicht an die Schläge gewöhnen, aber die Seele gewöhnt sich nie daran»

Es braucht politische Antworten Es gibt eine dunkle Geschichte der Schweiz. Die Verdingkinder gehören zu dieser dunklen Geschichte. Deshalb ist es entscheidend, dass die Tabus gebrochen werden, solange noch Menschen leben, die das selber erlebt haben. Die Wanderausstellung ist ein Anfang. Aber eigentlich gehört das Thema Verdingkinder ins Landesmuseum, als elementarer Teil der Sozialgeschichte unseres Landes. Weshalb das Landesmuseum sich bisher diesem Anliegen verschlossen hat, ist schwer zu verstehen. Wer einmal das Bild der eingespannten Verdingkinder gesehen hat, die an Stelle von Arbeitstieren eine Walze über einen Acker ziehen, der wird es nicht wieder vergessen. Und es braucht politische Antworten. In jüngster Zeit – erst in jüngster Zeit – ist einiges in Bewegung gekommen. Auch dank der Frauen und Männer, die hinter dieser Ausstellung stehen. Wenn nicht alles täuscht, dann wird es im neuen Jahr erstmals zu einem offiziellen Gedenkanlass für Heim- und Verdingkinder unter Beteiligung des Bundesrates kommen.

Eine interessante Entwicklung hat sich auch bei den (sogenannt) «Administrativ Versorgten» ergeben, Menschen, die ohne Delikt und ohne Gerichtsurteil in Gefängnissen und Anstalten eingesperrt wurden, ein skandalöser und menschenrechtswidriger Missstand, der erst mit der Ratifikation der Europäischen Menschenrechtskonvention abgestellt wurde. Bei jungen Frauen konnte beispielsweise eine uneheliche Geburt genügen, dass sie für ein Jahr oder länger nach Hindelbank kamen. Die Administrative Versorgung und das Verdingkindwesen überschneiden sich, wie das vor kurzem erschienene Buch über Anna Maria Boxler «Zwischen Sehnsucht und Schande» illustriert («Saiten» besprach das Werk in der Oktoberausgabe 2012. Anm. d. Red.). Am Beginn des Kampfs für Gerechtigkeit für die Administrativ Versorgten stand eine Gruppe von betroffenen Frauen. Ein erstes Ergebnis war ein Gedenkanlass in Hindelbank. Inzwischen ist der Prozess ein grosses Stück weiter. Aufgrund einer parlamentarischen Initiative hat die zuständige Nationalratskommission ein Rehabilitierungsgesetz ausgearbeitet. Dieses ist vor wenigen Wochen, am 12. November 2012, in die Vernehmlassung geschickt worden. Sie dauert bis Ende Februar. Kommt das Gesetz zustande, würde zum ersten Mal das Unrecht der administrativen Versorgung formell anerkannt. Wermutstropfen bleibt, dass auf Bundesebene keine Entschädigungen vorgesehen sind.

Verdingbub während des Besuchs des Armeninspektors, Kanton Bern, 1940 Bild: Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep. GKS. © GKS

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Wird der Entwurf zum Gesetz, so bringt er über die Anerkennung des Unrechts hinaus dennoch substanzielle Fortschritte, etwa den unbedingten Anspruch der Betroffenen oder, wenn sie nicht mehr leben, ihrer Angehörigen, auf Zugang zu den Akten. Oder, fast noch wichtiger, die Verpflichtung des Staates, die Geschichte offiziell, aber unabhängig aufzuarbeiten.

Armut und Ausgrenzung sind vererblich Wer die Augen vor diesem Unrecht nicht verschliesst, der wird auch sensibel für Entrechtungsprozesse in der Gegenwart. Es ist nichts Neues, dass Armut auch in unserem reichen Land, auf einem anderen Niveau, wieder enorm virulent geworden ist. Auch heute gilt die Feststellung, dass Armut und Ausgrenzung vererblich sind. Ohne die Unterschiede von damals und heute zu verwischen, gibt es auch heute wieder Benachteiligungen und Diskriminierungen von Kindern Unterprivilegierter, die man nur als soziale Gewalt bezeichnen kann. Auch unsere Generationen werden einst daran gemessen werden, welche Zukunftsperspektiven sie den Kindern jener ermöglicht haben, die in der sozialen Stufenleiter unten stehen. «Verdingkinder reden» Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen. Bis 1. April 2013. Mehr Infos: www.hvmsg.ch Veranstaltungen siehe Kalender


FLASCHENPOST

aus Irland

Mountaineering in den Sheeffry Hills, County Mayo, im Hintergrund die Twelve Bens, wolkenverhangen wie meist.

Bild: Noëmi Aepli

«Great craic» an Irlands Westküste Man nehme eine von Flüssen und Steinmauern durchzogene sowie vom Atlantik umgebene, seenbespickte, grüne Fläche und füge einige weisse Schafe hinzu. So klischeehaft diese Vorstellung auch sein mag, trifft sie doch nahezu ins Schwarze. Zu recht, würde man sagen, kommen einer Alpenbewohnerin, an Irland denkend, Berge nicht in den Sinn – und doch wimmelt es nur so von Mountaineering Clubs. Diese treffen sich für Klettereien an Klippen oder für Gipfelstürme bei Bergketten. Zugegeben, der Begriff «wandern» ist hier wohl etwas anders definiert, was jedoch auf das Erlebnis keinen Einfluss hat. Die Aussicht ist, wenn auch nur auf gerade mal 700 Metern über Meer, einzigartig, und mit den typischen «after-hike-pints» wird der Event jeweils stilvoll abgerundet. So entdeckt man an einem Tag die zwei gegensätzlichen Facetten der Kultur Irlands: die einsamen Hügel, wo einzig gelegentlich herumliegende Schafwollknäuelchen von weiteren Lebewesen zeugen einerseits, sowie die berühmte Pubstimmung andererseits.

mit nur ungefähr 70’000 Einwohnern zugleich relativ klein. So verströmt sie das Flair einer grossen Familie, in welcher man sich nicht nur willkommen, sondern sofort als ein Mitglied fühlt. Wenn man beispielsweise mit dem Freundeskreis eines Arbeitskollegen der Mitbewohnerin in einem Pub eine Mitarbeiterin trifft, welche den Freund des Kollegen kennt, und im nächsten Pub ein bei der letzten wöchentlichen Wanderung getroffenes Mountaineering-Club-Member, das sich als Ex-Mitbewohner eines Kollegen des Freundes der Mitbewohnerin herausstellt, läuft man zwar Gefahr, nicht nur den Leser, sondern auch den eigenen Überblick zu verlieren – gleichzeitig hat man jedoch ein entscheidendes Stück Galway kennengelernt. Man kennt sich hier, und wenn nicht, fühlt man sich so, in Anbetracht der Offenheit und Freundlichkeit, welche die Iren an den Tag legen. Doch Galway ist nicht nur für Ausländer ein beliebtes Ziel, sondern zieht auch Iren aus allen Regionen der Insel an, wobei nicht selten halb Dublin für einen Abend «craic» an die Westküste reist. Die unzähligen Pubs bieten Raum Eine einzige grosse Familie für jegliche Arten von Live-Gigs, dominierend natürlich Galway, gemäss Einheimischen fraglos die beste Adresse Ir- stimmungsboostende traditionelle irische Musik sowie Publands, hat einen unglaublichen Charme. Die Stadt ist nicht Songs. Manchmal ist es nicht nur das Publikum, übrigens bekannt für Standard-Touristenattraktionen, bietet jedoch ein Mix aus allen Generationen, das sich zum Rhythmus mit der lebendigen Musikszene, der malerischen Altstadt so- der Musik bewegt; ab und zu werden die Bands zudem von wie viel Süss- und Salzwasser in der Stadt und um sie herum traditionellen irischen Tänzen begleitet beziehungsweise viel Abwechslung. Des weiteren ist Galway mit der National umgekehrt. So gehört der, welcher mit dem Besen neben University of Ireland eine renommierte Studentenstadt und der Bühne steht, nicht etwa zum Putzkomitee, sondern ist

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Galway-Spezialitäten: Live music im O’Connor’s Famous Pub; Sweetie Pies. vielmehr der Tänzer, welcher sich auf seinen «brush dance» zum nächsten Stück vorbereitet. Das Nachtleben findet irischerweise nicht nur an den Wochenenden statt, auch unter der Woche kommt man kaum an Konzertchen und anderen Events vorbei. So erstaunt es nicht, dass Arbeitszeiten etwas nach hinten verschoben sind und in Irland zwischen sechs und zehn Uhr morgens nicht viel zu wollen ist. Pubs haben in Galway aber nicht nur einen zentralen Stellenwert in Sachen Ausgang, sondern eine weitere, so lebenswichtige wie unerwartete Aufgabe: Der Standort einer Wohnung wird nicht etwa anhand von Strassennamen erklärt, denn das würde ja sowieso niemand verstehen – nein, viel wahrscheinlicher ist, dass man eine Erklärung bekommt wie etwa «in der Nähe von Pub X» oder «gleich neben Pub Y». Ach so, «craic», hmmm – ich bin schon einige Male am Versuch gescheitert, ein deutsches Äquivalent für dieses Wort zu finden, es kann in so vielen verschiedenen Kontexten verwendet werden und wird von Iren auch in jedem zweiten Satz erwähnt. Vielleicht müsste man es am ehesten mit etwas wie «eine gute Zeit haben» übersetzen, in Übereinstimmung mit Wörterbuch-Erklärungen wie diesen: «Irish word for banter, having a good time» oder «Means partying, enjoying the company of others, having a good time and a fair amount more».

Bilder: Noëmi Aepli

korierten Cupcakes und unschlagbaren Scones mit Clotted Cream gibt es auch interessante Hauptmahlzeiten zu entdecken. Einerseits werden die traditionell irischen Gerichte, von Irish Breakfast inklusive Blutwurst über Irish Stew und Seachowder bis zu Austern oder irischem Lachs, angeboten. Andererseits sind da jedoch die typischen Alltagsgerichte, die sehr interessante und für Nicht-Iren eventuell etwas gewöhnungsbedürftige Kombinationen auftischen. Nein, es ist weder ein Fehler auf der Speisekarte noch ein Scherz des Kochs: Zu Lasagne sowie Riz Casimir werden Pommes Frites serviert, zu Sandwiches gehören Pommes Chips und auf die Pizza kommt eine Art Knoblauch-Mayonnaise. Nicht zu vergessen die Kartoffelpizza – denn diese köstlichen Knollen finden in Irland den Weg in sämtliche Menüs, in jeder möglichen Form und Konsistenz schleichen sie sich auf jegliche Teller. Manchmal schaffen es sogar zwei verschiedene Varianten gleichzeitig, wovon beispielsweise die Kombination von Sheperd’s Pie, eine Art Hackfleisch-KartoffelstockAuflauf, garniert mit Pommes Frites zeugt. Es scheint, als ob Irländer mit Erdäpfeln den Bedarf an Früchten und Gemüse kompensieren wollen. Die Vielfalt des Grünfutters ist nämlich eher beschränkt, denn sowohl das Angebot als auch die Preise scheinen die eher geringe Nachfrage nach Rohkost zu widerspiegeln. Ach ja, fast hätte ich es vergessen – wie konnte ich nur – das Wetter! Gemäss meiner bescheidenen Erfahrung nach eiSeachowder und Leprechaun nem halben Jahr an Irlands Westküste investiert man die Zeit, Wer jetzt jedoch denkt, dass Iren nur Guinness trinken, hat welche man braucht, um die Wettervorhersage anzuschauen, weit gefehlt. Anscheinend übertreffen sie nicht nur die Eng- besser in das Auffinden des Leprechaun, eines Wesens aus der länder im Teetrinken (zubereitet mit Milch und Zucker), sie irischen Mythologie. Geduldig muss man jedoch sein, denn mischen auch in Sachen Milchkonsum ganz oben auf der obwohl man hier mehrere Male pro Tag die Gelegenheit Konsumskala mit. Irland gibt sein bestes, seinen Einwohnern bekommt, nach ihm zu suchen, lässt er sich doch nicht so diese Milchfett-in-Wasser-Emulsion immer und überall ser- einfach aufspüren. vieren zu können. Ob zu einem Hamburger in Supermac‘s Noëmi Aepli, 1988, ist in Trogen aufgewachsen, oder zur Pizza beim Italiener, Milch steht immer im Angestudiert Computerlinguistik und Sinologie in Zürich bot. Verglichen mit Ländern wie etwa Italien oder Spanien und ist gegenwärtig Praktikantin im Digital Enterprise kann hier vielleicht nicht von einer hochstehenden EsskulResearch Institute (Deri) Galway. tur gesprochen werden, doch es ist auf jeden Fall ein köstliches Erlebnis. Nebst Desserts wie erstklassigen Cheesecakes und Guinnesskuchen, typischem Applepie, wundervoll de-

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Kultur dem Lotteriefonds 3,6 Millionen Franken verteilt, an den Bereich Filme gingen 35’000 Franken. «Wir werden von Gesuchen nicht überschwemmt», sagte der damalige Leiter des Amtes für Kultur, Walter Lendi. Kein Wunder, denkt man heute.

Weltpremiere in Solothurn: «Rosie» gespielt von Sibylle Brunner.

Bild: pd

Ideale Förderung «Rosie» heisst der Eröffnungsfilm der Solothurner Filmtage. Das ist ein Erfolg für Marcel Gisler – und ein Beispiel, wie sich die neue St.Galler Filmförderung auswirken könnte. von andreas kneubühler Ein Blick voraus, auf den 24. Januar im meist vernebelten Solothurn: In der Reithalle starten die Filmtage. Zuerst gibt es wie immer Reden: Von Direktorin Seraina Rohner, von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. Dann folgt die grosse Premiere von Marcel Gislers «Rosie», gedreht im letzten Sommer in Altstätten. Der Regisseur ist anwesend, natürlich auch die Hauptdarsteller. Für den laut Programm «warmherzigen Film über Familienbande und Verlust, über Literatur und Liebe» wird es auf jeden Fall Applaus geben. Und noch etwas ist bereits heute schon klar: Im Abspann des Films wird der Kanton St.Gallen verdankt. An «Rosie» könnte man deshalb auch aufzeigen, wie die St.Galler Filmförderung idealerweise funktionieren sollte – auch wenn sie erst seit 2012 neu organisiert ist. Bereits Gislers Drehbuchentwurf wurde unterstützt, 2008 mit 15’000 Franken aus dem Lotteriefonds. Drei Jahre später wurden weitere 180’000 Franken für die Produktion gesprochen. Müsste man nun den Gegenwert aufrechnen, könnte man aufzählen, dass der Film in Altstätten – und nicht irgendwo in Deutschland – gedreht wurde und nun mit der Wahl zum Eröffnungsfilm bereits eine erste Auszeichnung erhalten hat. Ganz abgesehen davon, dass Marcel Gisler nach einer Kinopause

von vierzehn Jahren die Rückkehr als Filmemacher geschafft hat. Bei «Rosie» soll es nämlich nicht bleiben, bestätigte Gisler im September«Saiten». Aber: «Ich bin abhängig von Gremien, die über meine Projekte entscheiden.»

Neu lancierte Förderung Zumindest hat nun auch der Kanton St.Gallen seit 2012 ein solches Gremium, das Filmprojekte ermöglichen kann – die dann irgendwann in Solothurn oder Locarno gezeigt werden. Künftig stehen jährlich 550’000 Franken aus dem Lotteriefonds zur Verfügung. Ist das viel? Eher nicht, denkt man an die zweimal 500’000 Franken, die im letzten Jahr für die Auftritte am Zürcher Sechseläuten und an einer Erlebnismesse in Luzern gesprochen wurden. Es ist aber auch nicht wenig – wenn man mit früher vergleicht. Eine kleine Rückblende: 1995 erhielten Peter Liechti für «Marthas Garten» sowie Michael Steiner («Sennentuntschi», «Missen Massaker») für seinen Debütfilm «Nacht der Gaukler» insgesamt 50’000 Franken. Danach gab es ein paar Jahre überhaupt keine Beiträge mehr an Filmprojekte. 1999 waren es dann gleich 170’000 Franken. Das war derart aussergewöhnlich, dass im «St.Galler Tagblatt» Artikel dazu erschienen. Doch 1999 war nur ein Ausreisser. Im Jahr 2000 wurden aus

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Koryphäen in der Filmkommission Inzwischen ist alles besser. Der neue Rahmenkredit erlaubt eine kontinuierliche Förderung. Über die Gesuche entscheidet eine Filmkommission, in der neben dem Dok-Filmer Luc Schaedler auch die Produzentin Ruth Waldburger sitzt, der man getrost die Bezeichnung Koryphäe anhängen kann. Sie hat neben diversen kommerziell erfolgreichen Schweizer Produktionen auch den ersten Film mit Brad Pitt («Johnny Suede») produziert, hat mit Jean-Luc Godard, Robert Frank oder Bela Tarr zusammengearbeitet. Und nun brütet sie zusammen mit den anderen Mitgliedern der Kommission über die Eingaben von Filmschaffen aus dem Kanton St.Gallen. Ein besonderes Augenmerk gilt der ersten und oft entscheidenden Phase für ein Filmprojekt, der Drehbuchentwicklung. Maximal 30’000 Franken können dafür gesprochen werden. Für die Erarbeitung von Drehvorlagen und Recherchearbeiten für Kino- und Fernsehfilme gibt es höchstens 80’000 Franken. Die Herstellung von Spiel- oder Dokumentarfilmen kann mit bis zu 200’000 Franken gefördert werden. Unterstützt werden aber auch Veranstalter wie etwa der Verein Kurzfilmtage, der dafür einen Block mit St.Galler Beiträgen zusammenstellt. 2012 seien rund dreissig Gesuche eingegangen, sagt Barbara Affolter, Geschäftsführerin der Filmkommission. Die Kommission diskutiert jeweils ausgiebig über die Gesuche. Wer abgelehnt wird, erhält eine Begründung. Das ist nicht unwichtig: Die Kunst, solche Eingaben richtig zu formulieren, muss gelernt sein. Wer sie nicht beherrscht, hat im verschachtelten Schweizer Fördersystem keine Chance. Und wird es nie bis nach Solothurn schaffen. «Rosie» Reithalle Solothurn. Donnerstag, 24. Januar, 17.30 Uhr. Landhaus Solothurn. Donnerstag, 24. Januar, 18.30 Uhr, Montag, 28. Januar, 17.30 Uhr. Mehr Infos: www.solothurnerfilmtage.ch


KULTUR

Kunst

Klaus Lutz (1940–2009).

Bild: pd

Kunst im Buch richard butz hat sich durch Neuerscheinungen geblättert und entdeckte unter anderem: Bernard Tagwerkers nach erster Irritation faszinierendes Buch «To Whom It May Concern» und die Ausstellungspublikation «Im Universum» über Klaus Lutz, den bis heute zu Unrecht fast niemand kennt. Chaos und Zufall Bernard Tagwerker, 1942 in Herisau geboren und seit langem in St.Gallen arbeitend, hat zu seinem siebzigsten Geburtstag eine Ausstellung im Lagerhaus erhalten: «To Whom It May Concern». Diese wurde von einem aussergewöhnlichen und gleich wie die Ausstellung betitelten Buch begleitet. Beim ersten Durchblättern mag das Buch irritieren, die Frage aufwerfen, was das soll: Seiten um Seiten mit Farbe bedruckte Zahlen. Eine intensivere Beschäftigung führt zu einem beeindruckenden Seherlebnis und enthüllt ein System, das den Text verlässt und einen Prozess sichtbar macht. In aller Kürze geht das so: Tagwerker nimmt zwölf Texte von ebenso vielen Theoretikern, unter ihnen Werner Heisenberg («Der Teil und das Ganze»), Douglas R. Hofstadter («Gödel, Escher, Bach») oder Norbert Bolz («Chaos und Simulation»), die sich alle mit Chaos, Zufall, Erkenntnistheorie und Verwandtem befasst haben und die ihm für sein Denken und Schaffen wichtig sind, und setzt sie in verschiedene Zahlensysteme um. Damit sind

sie zwar nicht mehr direkt lesbar, aber sie sind dennoch vorhanden, so als befänden sie sich auf einer sich ständig überschreibenden Festplatte. Jeder dieser Texte wird nun vom folgenden überdruckt, wodurch Zufallsmuster entstehen. Als zweites Element kommen, ebenfalls in einer Abfolge und fast folienartig, zwölf Druckfarben hinzu. Diese Farben vermischen sich in einer sich stets steigernden Intensität. Die Linguistin Beate Henn-Memmesheimer bringt in ihrem Vorwort, was hier geschieht, so auf den Punkt: «Ab dem Start des Programms und der Umsetzung durch die Druckmaschine wird ein Prozess in Gang gesetzt, dessen Ergebnis offen, dem Künstler unverfügbar ist. Der Künstler akzeptiert das Ergebnis in seiner Komplexität als ästhetisches Ereignis im künstlerischen Raum, das sich definiert durch seine Grenzüberschreitung und Singularität.» Anmerkung: Wer nach der Beschäftigung mit diesem Künstlerbuch, das selber – hier für einmal keine leere Floskel – zum Werk wird, immer noch irritiert ist, dem sei die eingehende Besichtigung des sogenann-

ten «Leopards» hinter der St.Galler Lokremise empfohlen. Hier nämlich hat Tagwerkers Zufallsprinzip eine «Architektursünde» ersten Grades in ein Kunstwerk verwandelt. Bernard Tagwerker: To Whom It May Concern. Vexer Verlag, St.Gallen 2012. Nummerierte und signierte Auflage von 300 Exemplaren, Fr. 90.–

Alles für den Film Klaus Lutz, 1940 in St.Gallen geboren und 2009 in New York gestorben, gehört zu den Geheimtipps der Schweizer Kunst. Lutz fiel erstmals 1973 mit 31 Kaltnadelradierungen in LeporelloForm – basierend auf Robert Walsers «Das Ende der Welt» – auf. Ab Mitte der Achtzigerjahre be-

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Kunst KULTUR gann er zu filmen. Dem Leporello blieb er weiterhin treu, ob als Radierung, Zeichnung oder Filmskript. Lutz lebte nach seiner Übersiedlung nach New York im Jahre 1993 stets in prekären Verhältnissen, er steckte alles Geld in seine insgesamt 22 Filmprojekte. 1999 vermittelte das Zürcher Helmhaus einen umfassenden Einblick in sein Schaffen. 2012 ehrte ihn das Museum Haus Konstruktiv in Zürich mit einer Gedenkausstellung, verbunden mit der Katalogpublikation «Im Universum», die alle Aspekte des Werks von Klaus Lutz zeigt: Kaltnadelradierungen, Zeichnungen, Proposals, Filme und Performances. In ihrem Vorwort schreibt die Haus-KonstruktivDirektorin Dorothea Strauss: «Klaus Lutz wurde zu Lebzeiten leider viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Dies verwundert natürlich, denn seine Kaltnadelradierungen, die Zeichnungen und seine aussergewöhnlichen Filme sind von solcher Einzigartigkeit, dass man nur schwer nachvollziehen kann, weshalb dieser Künstler bislang so wenig bekannt ist. In den Jahren zwischen 1982 bis zu seinem Tod wurde Klaus Lutz zu lediglich zehn Einzelausstellungen eingeladen …» Anmerkung: St.Gallen gehört nicht zu diesen zehn Orten, hier ist er einzig 2005 in einer Gruppenausstellung mit Grafiken bei Kultur im Bahnhof in Erscheinung getreten. Klaus Lutz: Im Universum. Mit Fotos von Hans Danuser und weiteren Texten von Martin Jaeggi und Frank Matter, Kehrer Verlag, Heidelberg/Berlin 2012. Fr. 38.–

Der listige Kunst-Fuchs H. R. Fricker, 1947 in Zürich geboren und in Trogen wirkend, erhielt im vergangenen Jahr mit «Erobert die Wohnzimmer dieser Welt!» eine umfassende Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen, zu der ein gleich betiteltes Katalogbuch erschienen ist. Es ist kaum zu fassen, was H.R. Fricker seit den Siebzigerjahren fotografiert, plakatiert, künstlerisch geschaffen, initiiert, kommuniziert und vernetzt hat: im öffentlichen Raum (erlaubt oder nicht), im Internet, als Mail-Art-Künstler auf Briefumschlägen, mit Ausstellungen (gerne auch ausserhalb des Kunstbetriebs), mit eigenen Museen (zum Beispiel das «Alpstein-Museum»), mit politischen Aktionen und mit Auftritten an ungewöhnlichen Orten. Ein Beispiel: Im Unterengadiner Dorf Vnà begegnet der unvorbereitete Besucher 88 an Häusern angebrachten Fricker-Schildern und damit einem begehbaren Wörterbuch. Es besteht aus Wörtern im rätoromanischen Idiom Vallader, übersetzt ins Deutsche, Französische, Italienische und Englische. Dies ist nur eine von vielen Aktionen, die im Buch beschrieben und mit zahlreichen Abbildungen illustriert sind. Gleiches gilt auch für

den «Rückgrat, 1966» in St.Gallen, mit der diese Stadt (etwa als Folge der sich fast geschwürartig ausbreitenden, pseudoantiken «Innenstadt-Verpflästerung») wenig sorgsam umgeht. Aber H.R. Fricker, dieser listige Kunst-Fuchs und zeitgenössische Dadaist, ist sich einiges gewöhnt. Und anstatt zu lamentieren macht er lieber weiter, dringt immer mehr auch in die Privatsphären von Einzelpersonen ein. Das Katalogbuch dokumentiert gut vierzig Jahre unermüdlichen Schaffens, darin zu blättern und zu lesen ist ein Erlebnis und ein Augenvergnügen. H. R. Fricker: Erobert die Wohnzimmer dieser Welt! Mit Texten von Markus Landert, Kornelia Räder, Ursula Badrutt, Ute Christiane Hoefert und Matthias Kuhn. Edition Fink, Zürich 2012. Fr. 48.–

«Reglose Präsenz» Nesa Gschwend, 1959 in Altstätten geboren, hat in Zürich szenische Gestaltung studiert und lebt nach Stationen in St.Gallen, Bologna und Berlin nun im Kanton Aargau. Seit 1987 arbeitet sie in den Bereichen Performance, Installation, Video und Zeichnung und realisiert Projekte im In- und Ausland. Seit einigen Jahren steht die Künstlerin in einem künstlerischen Dialog mit Indien, aber auch mit Salvador da Bahia (Brasilien) und Zürich. «Knotted Threads» besteht aus Textil-Installationen, Fotografien und Videoprojektionen, die sie an den drei Orten im öffentlichen Raum aufgenommen hat. Die indische Kunsthistorikerin Alka Pande schreibt dazu: «Die Künstlerin erforschte damit das Sichtbare und das Verborgene der drei Orte, die durch ihre eigene reglose Präsenz miteinander verbunden wurden. Dies illustriert auch den globalen Kontext ihrer Arbeitsweise als zeitgenössische Künstlerin, die ohne weiteres drei Kontinente erfassen kann.» Nesa Gschwend: Knotted Threads. Mit Texten von Alexandre Caldara, Gabrielle Obrist und Alka Pande. Benteli Verlag, Bern/Sulgen/Zürich 2012. Fr. 48.–

Zu Neuem vermengen Regula Baudenbacher, 1942 in Mattwil (Thurgau) geboren und seit 1985 im Appenzellerland wohnhaft, hat als Künstlerin einen erstaunlichen Weg zurückgelegt. Sie beginnt in den späten siebziger Jahren mit impressionistischen Aquarellen und konventionellen Zeichnungen, geht

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über zu Werken in Mischtechniken und zu Collagen und wendet sich in der Folge zunehmend dem Papier zu. Es entstehen ganze Werkreihen, für eine von ihnen verarbeitet sie tagtäglich ihren Briefkasteninhalt. Sie weicht das Material auf, vermengt es und lässt daraus etwas Neues entstehen, im Sinne von, wie sie selber sagt: «Nichts Geschehenes kann ungesehen gemacht werden: Was passiert ist, ist passiert. Geschehenes kann nur verwandelt werden, indem ihm durch Farbgebung und Oberflächenbehandlung eine neue Bedeutung gegeben wird: eine Vision, die Neues entstehen lässt.» Vierzig Jahre des künstlerischen Schaffens von Regula Baudenbacher lassen sich in der schön gestalteten und reich illustrierten Monografie «Experimentieren mit Wahrheiten» chronologisch nachverfolgen, eingeleitet von einer anrührenden Hommage ihres Sohnes Felix. Regula Baudenbacher: Experimentieren mit Wahrheiten. Mit Texten von Mark Riklin und Kathrin Zellweger. Benteli Verlag, Bern/Sulgen/Zürich 2012. Fr. 58.–

Ausserdem erschienen Roman Signers «Vexer-Necker-Skulptur», die er für die Ausstellung «Felix der Verleger» in der Propstei St.Peterzell geschaffen hat, gibt es mit einem Text von Josef Felix Müller und Fotos von Ramon Lenherr jetzt auch als Buch. Hans Rudolf Bosshard, geboren 1929 in Balm/ Lottstetten (Deutschland), stellt in seinem Buch «Max Bill kontra Jan Tschichold» den «Typografiestreit der Moderne», den die beiden legendären Gestalter 1946 ausfochten, dar. Dabei beschuldigten sie sich gegenseitig einer Affinität zur nationalsozialistischen Ästhetik. Mit einem Essay des Verfassers, den Originalstreitschriften, zahlreichen Abbildungen und einem informativen Nachwort des St.Galler Gestalters und Typografieexperten Jost Hochuli. Marlies Pekarek, 1957 in Bern geboren und seit 1996 in St.Gallen arbeitend, und die Comiczeichnerin Geraldine Searles, 1953 in Sidney geboren und jetzt in Newcastle (Australien) tätig, haben zusammen «A Cautionary Tale» geschaffen: eine Gemeinschafts-Comic-Produktion, in der Pekareks dreidimensionale Zuckerskulptur «Sugar Queen» von der Australierin aufgenommen wird und als Comicfigur ein neues Leben beginnt. Roman Signer: Vexer-Necker-Skulptur. Buch mit beiliegender DVD, limitierte Auflage von 300 Exemplare, Fr. 55.– Hans Rudolf Bosshard: Max Bill kontra Jan Tschichold. Niggli Verlag, Fr. 38.– Marlies Pekarek/Geraldine Searles: A Cautionary Tale. Niggli Verlag, Fr. 22.–


KULTUR

Literatur

«Ganz oben» Ein Auszug aus dem neuen Roman von Andrea Gerster Herr Vorsitzender, Hohes Gericht, sehr geehrte Damen und Herren, dass ich hier als Angeklagter vor Ihnen stehe, ist das Resultat einer langen Reihe von Missverständnissen. Darf ich Ihnen die Geschichte kurz ausführen? Ich verspreche, mich kurzzufassen. Ich bitte Sie: Schenken Sie mir für einige Minuten Ihr Gehör! Gehör schenken. Schwachsinn! So wirst du das Spiel nie und nimmer gewinnen, Kamm. Schenken Sie mir Ihr Ohr, das linke oder das rechte, oder Ihr Herz, lieben Sie mich doch einfach, so wie Sie den Teddybären Ihrer Kindheit liebten. Ich versuche, in den Rissen und Flecken an den Wänden Formen zu erkennen, Menschen, Tiere oder Monster. Wie damals als Kind, wenn ich krank war und im Bett bleiben musste. Doch die Tapeten meiner Kindheit hatten einen seidenen Glanz und phantastische Muster, Flecken waren da nie. Irgendwann wird der Tag kommen, Kamm, dein grosser Tag, und darauf musst du vorbereitet sein. Du musst dir eine Vorstellung davon machen, musst wissen, wie du dich dann präsentieren willst. Vielleicht Jeans, ein helles Hemd und eine dezent gemusterte Krawatte? Schwieriger ist die Wahl der Schuhe. Ob sie eher zu Hemd und Krawatte oder zu den Hosen passen müssen? Nicht in Frage kommen Sneakers. Lederschuhe, Halbschuhe müssen es sein. Eventuell dunkelbraune Mokassins, nein, keine Mokassins, blankgeputzte Sonntagsschuhe mit Schnürsenkeln, ordentlich gebunden. Und die Haare müssen bis dann nachgewachsen sein, was für ein Eindruck das machen würde, dieser kahlgeschorene Schädel. Geben Sie mir fünf Minuten, nur fünf Minuten, und Sie erfahren, wie es wirklich war! So geht das nicht. Ich bin doch kein Marktschreier, ich will keine fünf Minuten, ich will einen Einstieg. Darauf muss ich mich konzentrieren. Es geht um mein Leben, und das ist, zumindest für mich, nicht wenig. So fühlt es sich an, wenn man am Ende ist. Kamm, du bist am Ende, aber da willst du nicht sein, da will keiner sein, obwohl es immer und bei allem darauf hinausläuft. Ich kann Ihnen nichts versprechen, sagte ich, vielleicht wird es ein zusammenhängender Bericht, vielleicht aber auch nicht. Frau Kesselring übergab mir lächelnd eines dieser edlen schwarzen Notizbücher mit Gummiband und meinte: Sie schreiben das nicht für mich, Ihnen soll es helfen.

Ja, so ist es, Olivier Kamm hat Sitzungen bei einer Psychotherapeutin. Und weil er derzeit, oder vielleicht war das schon immer so, nicht gern über sich selbst redet, schreibt er. Doch wie gesagt, versprechen kann er nichts. Was Kamm, kahlgeschoren, umgeben von Wänden mit Rissen und Flecken, fehlte, war jemand, mit dem er hätte reden können. Zum Beispiel darüber, wie es ist, wenn es von ganz oben nach ganz unten geht. Und oben, wohlverstanden nicht ganz oben, war er schon immer. Unten war er nie. Nicht einmal in der Mitte. Immer oben, und von da auf dem Weg nach ganz oben. Als dann alles zusammen mit ihm den Bach runterging, war er bereits ganz oben angekommen. Doch geschenkt wurde ihm nie etwas, nur das Leben und das Glück, in eine Familie hineingeboren worden zu sein, die ihm den Weg nach ganz oben ebnete, aber auch erwartete, dass er sich auf diesen Weg machte. Ein Wunderkind war er nie. Kein Fünfjähriger mit Violine. Kein Klassenüberspringer. Da waren keine Abklärungen wegen Hochbegabung nötig. Guter Durchschnitt in allem, im Ehrgeiz Der vierzigjährige Rechtsmediziner Oliver Kamm hat es geschafft. Beruflich ist er auf dem Höhepunkt angelangt. Er arbeitet für das Bundesamt für Polizei an einem internationalen Projekt von Europol mit, um Kinderpornografie im Internet zu bekämpfen. Eines Tages wacht er in einem verschlossenen Raum auf und kann sich nicht erklären, wie er hierher gekommen ist, noch wo genau er sich befindet. Er glaubt in einer Gefängniszelle zu sitzen und dass er bald vor Gericht zitiert werden wird ... «Ganz oben» ist, nach «Dazwischen Lili» und «Schandbriefe» und nebst Erzählungen wie «Mimosa fliegt» und «Käfermanns Liebe» Andrea Gersters dritter Roman. Die 1959 geborene Autorin lebt in der Ostschweiz und schreibt als freie Journalistin unter anderem auch für «Saiten». Im «Saiten»-Verlag sind auch die «Instantgeschichten» erschienen: Die Autorinnen Andrea Gerster und Monika Slamanig schreiben in fünf Minuten zu einem Begriff eine Geschichte, Lika Nüssli zeichnet dazu. Ihr Roman «Ganz oben» erhielt einen Förderbeitrag vom Kanton Thurgau und einen Werkbeitrag von Pro Helvetia. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Lenos Verlags.

überdurchschnittlich, und gerade das hielt ihm für den Weg nach ganz oben die Türen offen. Später hätte er in die Politik gehen können, Bundesrat, warum nicht. Eine neue Spielwiese hätte sich da aufgetan. Er mochte Spiele, vor allem Rollenspiele. Nicht um zu gewinnen, sondern um weiterzukommen. Immer das Ziel vor Augen: nach ganz oben. Da ist die Aussicht am schönsten. Nach dem Medizinstudium hängte er den Facharzt in Rechtsmedizin an, denn ihn interessierte, was in den Menschen drin war, und ihm war lieber, wenn sie dabei stillhielten. Das mit dem Stillhalten kam jeweils in einer Runde von medizinischen Laien ausserordentlich gut an. Überhaupt fanden es die Leute meistens sehr interessant, wenn er von seinem Beruf erzählte, damit fand er sofort Zugang zu den Menschen, vor ihrem Tod und auch danach. Mein Kopf ist rasiert, ist bequemer so, die Stoppeln spüre ich wie die Borsten einer Nagelbürste, wenn ich aus Gewohnheit über meinen Schädel fahre und dabei erwarte, in volles Haar zu greifen. Ganz oben: Das hiess, Leiter des Instituts für Rechtsmedizin, da war Kamm gerade mal Mitte dreissig. Leider war es nur ein kleines Haus, die interessanten Fälle fehlten, und kurz bevor es ihm langweilig wurde, kam eine Anfrage des Bundesamtes für Polizei, an einer grossangelegten Untersuchung mitzuarbeiten, einem Projekt in Zusammenarbeit mit Europol. Dano, sein Freund aus Kindertagen, hatte ihn empfohlen. Früher hatte Dano seiner Familie nicht gepasst, da seine Mutter und er zur Miete wohnten und sie selber putzten und es keinen sichtbaren Vater gab. Heute ist Dano stellvertretender Bundesanwalt, heute passt er. Ziel der grossangelegten Untersuchung war es, die Kinderpornographie im Internet zu bekämpfen. Das wiederum passte Kamm: die Suche im Inneren der Cyberwelt, des Unsichtbaren, des Göttlichen. Ein befristetes Projekt, er sagte zu. Andrea Gerster: Ganz oben. Lenos Verlag, Basel 2013. Das Buch erscheint im Februar 2013. Mehr Infos: www.lenos.ch Buchvernissage: Kulturforum Amriswil. Dienstag, 12. Februar, 19 Uhr. Lesung: Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen. Mittwoch, 6. März, 19.30 Uhr.

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Theater KULTUR

Kein Ausweg, nirgends – auch nicht bei Urs Widmer.

Bild: pd

Der Höllensturz Das Theater St.Gallen spielt als Schweizer Erstaufführung «Das Ende vom Geld» von Urs Widmer. Das Stück spielt am Wef in Davos und treibt im Wintersturm eine Gruppe von Topshots in die Hölle – beinah. von p eter surber Urs Widmer hat eine Wut. «Es geht verdammt nochmal nicht an, dass Wenige Milliarden besitzen und Millionen gar nichts. Das bedeutet, dass man die ausbeuterische Macht der Grossfinanz brechen müsste», sagte der Zürcher Autor in einem Interview mit der «Sonntagszeitung» vor knapp einem Jahr. Anlass zum Gespräch war damals, dass das Schauspielhaus Zürich Widmers neues Stück «Das Ende vom Geld» abgelehnt hatte, mit der Begründung, es sei nicht gut genug. Jetzt kommt es dafür in St.Gallen zur Schweizer Erstaufführung. Und Schauspieldirektor Tim Kramer hat auch eine Wut, oder besser: eine grosse Sorge. Das Finanzsystem sei aus dem Ruder gelaufen, im Moment herrsche zwar wieder etwas Ruhe, die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Und dieser, sagt Kramer im Gespräch, könnte sich zum Tsunami entwickeln und die Volkswirtschaften wie Dominosteine umkippen lassen. «Wir hängen an einem seidenen Faden.»

Stecken geblieben In Widmers Stück bricht der Sturm in Form eines Schnee-Orkans über die feine Gesellschaft

herein, die sich zum Abschluss des Wef in der Lobby eines Nobelhotels in Davos versammelt hat. Plötzlich ist die Handyverbindung tot, das Personal verschwunden, kein Taxi mehr erhältlich und das Hotel zur Falle geworden für den Banker, den HSG-Professor, den Bundesrat, die NGO-Vertreterin, den Bischof und die Geliebte des Bankers. Zuerst nimmt man es locker, dann bricht nach und nach die nackte Angst durch, der Hunger, die Gier, das Tier im Menschen. Und gegen Ende holt Widmer zu einer verstörenden apokalyptischen Vision aus. Ein Weltenbrand, die City in Flammen, «oh wie sieht unsere Stadt aus diese schöne Stadt die Glastürme in Scherben die Menschen ihre Haut verlodert, ihr Fleisch verkohlt ihre Knochen glühen …». Und er gibt noch einen drauf, mit einem Bild, das einen nicht so leicht wieder loslässt: «… dass die Menschen in den Türmen aus den Fenstern springen so lange bis sie im obersten Stock ebenerdig ins Freie gehen können und trotzdem sterben». Ein Höllensturz. «Niemand hätte gedacht, dass es alle trifft»: Der Satz geht Regisseur Kramer an die Nieren wie so vieles in diesem Stück. Er will es denn

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auch weniger von seinem Haupttitel her inszenieren – «Das Ende vom Geld» – als vielmehr zum Untertitel hin. Und der heisst: «Ein TodesExperiment». Dieses Experiment wird in einem stark abstrahierten Raum stattfinden – und zugleich konkret sein. Wie konkret allerdings, das habe man intensiv diskutiert. Soll «der Banker», der wie alle Figuren im Stück keinen Namen trägt, kenntlich werden als konkrete Person? Hummler? Ospel? Ackermann? Von allen stecke ein Stück in Widmers Figurenzeichnung drin, ist Kramer überzeugt und sucht den Mittelweg: «’Das Ende vom Geld’ ist kein lokal verankertes Stück, die Figuren gibt es überall. Und zugleich hat der Fall Hummler in St.Gallen ein solches Beben ausgelöst, dass man nicht darum herumkommt. Der Name ’Wegelin’ muss irgendwann einmal fallen», sagt Kramer. Banker und Bundesrat reden zwischendurch schweizerdeutsch, der HSG-Professor sei «natürlich ein Deutscher», sagt Kramer lachend, die NGO-Vertreterin «natürlich auch» – und den Bischof spielt Bruno Riedl mit hörbarem Churer Akzent. So komme, anders als bei der Uraufführung 2012 in Darmstadt, Widmers Realitätsnähe und auch sein Witz stärker zum Tragen.

Oben die HSG, unten Wirtschafts-Theater Es ist erst knapp zwei Jahre her, seit das Theater St.Gallen mit Elfriede Jelineks «Kontrakten des Kaufmanns» ein Wirtschaftsstück gespielt hat. Auch in der jüngsten Jelinek-Produktion, der «Winterreise» in der Lokremise, galt eine lange Szene dem Skandal um die Hypobank, der bis heute Österreich erschüttert. Was kann das Theater unten in der Stadt ausrichten, wenn die Topshots oben auf dem Rosenberg es nicht mehr richten? Tim Kramer antwortet zögernd. Zitiert Schiller: «Die Revolution überfordert alle.» Heute komme diese Revolution als Elektronisierung und Durch-Ökonomisierung des Lebens daher – eine Krise, aus der natürlich auch das Theater keinen Ausweg wisse; auch ein Widmer komme mit seinem Schreiben mit dem Irrsinn des Finanzsystems nicht mit. Immerhin ist er einer der wenigen, die das Thema anfassen. Kramer nennt daneben René Pollesch, Felicia Zeller oder Falk Richter und sieht insgesamt «vielleicht zwanzig Stücke im deutschsprachigen Raum», die ausdrücklich Wirtschaftsthemen anpacken. Was das Theater in Sachen Krise leisten könne, sei, das Publikum zum Nachdenken zu bringen. Drum will Kramer in seiner Inszenierung auch Widmers Wut nicht kleiner machen. Der «Höllensturz» soll aufrütteln. Nicht dass am Ende wieder business as usual herrscht. Urs Widmer: Das Ende vom Geld Theater St.Gallen. Freitag, 11. Januar, 19.30 Uhr (Premiere). Mehr Infos: www.theatersg.ch


KULTUR

Musik 2007 das iPhone), setzte der Siegeszug der fiesen Datei ein. Und der Niedergang der Musikindustrie. Wie auch immer. Schliesslich geht es nur um Technologie (also um alles). High Tech schlägt Pop. Die smarte körperlose iWelt hat die Popkultur übernommen. Heute wird die Niederkunft des neuen iPhones weltweit etwa so gefeiert, als würden Elvis, Bob Marley, John Lennon und Amy Winehouse gemeinsam auf Welttournee gehen. Ist das nicht etwas zuviel der Ehre für ein Ding, mit dem man telefonieren, die Temperatur in Hongkong abfragen und den Puls beim Joggen messen kann?

Kleiderbügel in Männervagina: Death Grips.

Bild: pd

Schöne neue iWelt Das «i» ist der Star. Die Musikindustrie ist am Boden. Aber aus den USA kommt neue Hoffnung: Death Grips brüllen «Pop Pop Pop ... your crisis is my alarm», und Kendrick Lamar ist der Homie-next-door. chrigel fisch rudert schon mal vor ins 2013. Ja, und dann holen sie wie jedes Jahr das neue Boot aus der Werft und all die Menschen, die den Planeten in der irrigen Absicht durchwaten, es sei ihr alleiniger, steigen murrend ein, hocken sich hin und warten, bis jemand den Anker einholt und das Boot in See sticht. An die Bootswand hat jemand «2013» gepinselt, richtig, wir reden hier vom neuen Jahr, das Kurs nimmt auf gefährliche Gewässer voller elender Flauten und klosterturmhoher Freak Waves, voller erbarmungsloser Stürme. Und irgendwann später, als der 43. Sturm immer neue Wasserfontänen ins Boot wirft, wird einer fluchen: «Verdammt, warum haben wir den verfickten Kahn nicht einfach in der Werft gelassen?!» Wie so oft im Leben wird niemand eine Antwort haben, nur ein paar werden kurz hochblicken und knurren: «Halt die Klappe und schöpf weiter.» Manche sitzen den ganzen Tag irgendwo rum, mit den Kopfhörern ihrer smarten MP3Player verwachsen, und wollen überhaupt nichts mehr wissen von der Welt. Das ist ihr Recht, nur gut ist es nicht. Andere wiederum grübeln den ganzen Tag über die Krise der Welt und der Musikindustrie nach und werden nicht mehr glücklich ob der Mittelmässigkeit in allem. Verständlich, aber auch nicht gut.

Die Datei, die alles veränderte Die These, dass aufregende Musik und Szenen als Rebellion vor allem dann entstehen, wenn die Regierung konservativ, repressiv und minderheitenverachtend ist, lässt sich an den USA gut belegen. Die gesamte Ära, in der so wichtige Bands wie Bad Brains, Black Flag, Hüsker Dü, Public Enemy, Bikini Kill, Beastie Boys, Dead Kennedys, Soundgarden oder Nirvana ihre elementaren Beiträge zur Popkultur lieferten, also 1981–1993, ging unter der HaudraufRegie der Republikaner über die Bühne (1981– 1989: Ronald Reagan; 1989–1993: Georg Bush). Als der smarte Demokrat Bill Clinton 1993 das Ruder übernahm und bis 2001 nicht mehr weglegte, ausser zwischendurch mal für einen entspannenden Blowjob, wurde auch die US-Popmusik wesentlich gefälliger. Heute heisst der neue Popstar schlicht «i» – iPhone, iPad, iPod und iTunes haben massentauglich schick gemacht, was davor nur Nerds ein Begriff war: die Datei, genauer die Audiodatei MP3. Als PC-Datei spielte das komprimierte Teil keine grosse Rolle. Erst als die Datenleitungen und damit das Internet immer muskulöser wurden und die ersten tragbaren MP3Player auf den Markt kamen (2001 der iPod,

Kendrick Lamar, Death Grips Mitten in die ratlose Diskussion jumpen 2012 zwei afroamerikanische Kalifornier ins Blickfeld der Musik und drehen das verfickte Ruder um 180 Grad: einerseits Kendrick Lamar aus Compton, Los Angeles, und andererseits MC Ride und seine Kumpels von Death Grips aus Sacramento. Kendrick Lamar plumpste im Oktober mit seinem Album «Good Kid, m.a.a.d. City» wie ein bekiffter Meteorit vom Himmel. Sein schnöder storytelling Rap und sein schläfriger Charme des Homie-next-door machten ihn innert Kürze zum neuen schwarzen Stern auch am weissen Pophimmel. Fertig GangstaRap, fertig mit säusligem R’n’B! Death Grips prügeln sich am anderen Ende von Hip Hop mit Hardcore-Manier in die Gehirne der Hörerschaft. «No Love Deep Web» erschien ebenfalls im Oktober, ohne Plattenfirma, dafür mit dem miserabelsten Albumcover der gesamten Musikgeschichte. Death Grips ist ein hochgepitchter, paranoider und schmerzhafter Trip durch die innere Apokalypse des MC Ride. Da reimt sich «Kamikaze» auf «fuck a Nazi», da brüllt MC Ride «Ich bin der Kleiderbügel in deiner Männervagina!» Auch dieses Album macht allen Prophezeiungen über das Ende der kreativen Subkultur mit einem gewaltigen Schlag den Garaus. «Pop Pop Pop ... your crisis is my alarm», rappt er. Da hat einer was begriffen. Die Krise ist immer auch ein Weckruf. Doch es geht auch leiser. Am 5. Februar erscheint eine verloren geglaubte Studiosession des texanischen Folkpoeten Townes Van Zandt (1944-1997) unter dem Namen «Sunshine Boy». Den Titelsong gibt es schon mal bei Youtube. Und so sollten wir das alte Jahr nochmals umarmen und dann zur Seite schieben, in den brandneuen Kahn steigen und dem Ufer den Rücken zukehren. Es wird nicht leicht werden da draussen im verfickten neuen Jahr, aber: So war es immer. Platten: Death Grips, «No Love Deep Web», thirdworlds.net Kendrick Lamar, «Good Kid, m.a.a.d. City», kendricklamar.com Townes Van Zandt, «Sunshine Boy – The Unheard Studio Sessions & Demos 1971–1972», omnivorerecordings.com

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KULTUR

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VON DER ROLLE von Anja Schulthess

SCHAUFENSTER

Gräben und Drainagen

Jensiits vom Unterland Von «SF bi de Lüt» verspreche ich mir volksnahes Fernsehen. Aus dem Volk für das Volk sozusagen. Die Sendung gibt Einblick in das Leben von «echten» Schweizern, und wo zeigt sich das besser als «uf da Hütta dooba» – ist doch der «wahre» Schweizer seit eh und je ein Bergler. Meine Erwartungen (viel Hütten- und Naturromantik) werden nicht enttäuscht: Hochaufgelöste Naturbildaufnahmen von Bergblumen und Bergseen und Panoramabilder von gewaltigen Bergmassiven und im Schatten der Berge die kleinen Berghütten mit Schweizerfahne und das alles untermalt von dem immergleichen Singsang eines einsilbigen Heimwehbündners – da kann einem gar nicht anders als ein bisschen warm werden ums Herz. «Schön ischs do dooba und gsund gohts do dooba no zua und her». Und wahrlich, die Hüttenwartinnen der Rotondahütte, «dia wüssend no wia dr Karra lauft, dia könn no apacka, fufzig Gäscht bewirta – dia nehmen das logger und iisi.» Manches Tüpfi aus dem Unterland würde da noch staunen beim Anblick der grossen Töpfe mit vor Fett triefenden Älplermagronen. Für Weicheier ist das nichts. Mir wird schlecht. Friedlich gehts auch auf der Fridolinshütte im Glarnerland zu und her: «Chli höggla, chli tringga, chli schaffa», und ab und zu stattet gar Ex-Mister-Schweiz André Reithebuch der Hüttenwartin Gabi einen Besuch ab, den er mit einem Bad im Bergsee abschliesst. Der vor Jugend und Gesundheit strotzende Mensch, ganz eins mit der unberührten Natur – ein prächtiger Anblick, den nicht einmal die Vermutung zu trüben vermag, das Schweizer Fernsehen habe den Ex-Mister mit dem Heli angeflogen. Mit dem Fernsehteam spricht man über die Begattung der Hennen und natürlich über das Wetter, denn «do dooba bestimmt z Wetter was goht und was nit goht». Dazwischen wird die Glarnerfahne gehisst und schon einmal ein lauter Jauchz ins Tal runter abgegeben – was aber auch das Einzige ist, was in dieser Sendung daran erinnert, dass es noch die von unten, die vom Tal, gibt und überhaupt noch eine Welt jenseits des Schweizer Alpenmythos. Doch darin scheint mir gerade der Zweck der Sache zu liegen: im Rückzug von der unübersichtlich gewordenen Welt, im Ausblenden von sämtlichen Krisen – wofür die Bergwelt Sinnbild ist. Das Eintauchen in eine heile Welt der Einfachheit und Geborgenheit mit dem Label Swissness stiftet Sicherheit und Identität. Beschworen wird der Mythos der Berge als letzte Bastion einer allseitig bedrohten Nation, deren Wohlstand gottgegeben scheint. Es fällt mir jedoch schwer zu glauben, der ureigenste Schweizer habe seit je die Alpen besiedelt, ist doch die Bergwelt ein unwirtlicher, ja bedrohlicher Ort. Rundherum Stein und Geröll, es fehlt die Luft zum Atmen und die Weite zum Denken. Das Laufen am Berg stählt das Gebein und höhlt das Gehirn. Der Berg und der Mensch, das ist keine Symbiose, sondern ein immerwährender Kampf um Bewegung und Stillstand. Der verzweifelte Ruf an den trotzigen Berg hallt hohl zurück. Mag es «jensiits vom Unterland» noch so friedlich und die vielbeschworene Einfachheit noch so angenehm sein: Wer sich freiwillig in die Enge der Bergwelt verdammt, muss verrückt sein – oder ein «echter» Schweizer mit tiefster Sehnsucht nach seinem Reduit. 49 SAITEN 01.13

Mit roten kurzen Fingernägeln tippt die vierzigjährige Künstlerin Yto Barrada auf einen bestimmten Punkt auf einem Tableau («Tectonic Plates»), auf das sie die hölzernen Kontinente gesteckt hat. Sie sind in den Bahnen verschiebbar, wie sie sich in Zukunft andriften oder voneinander entfernen werden. Nicht ideologisch, sondern geografisch-wissenschaftlich. Yto Barrada arbeitet mit der Realität, sie habe nicht viel Fantasie, sagt sie. «Das hier ist der Punkt, der mich beschäftigt, der ‹Tipping Point of Africa›.» Sie meint die marokkanische Stadt Tanger. Hier lebt sie und hier beobachtet die ehemalige PolitikwissenschaftStudentin (später hat sie Fotografie studiert) die Entwicklungen. In eineinhalb Millionen Jahren werde die Strasse von Gibraltar verschwunden sein, und sie können sich endlich frei bewegen, sagt die Künstlerin, die zu den Glücklicheren gehört, da sie in Paris geboren wurde und einen französischen Pass hat. Als Marokkanerin könnte sie nicht überall dorthin reisen, wo sie möchte. Als Französin ist das kein Problem. Yto Barrada gastiert mit ihren Bildern, Filmen und Skulpturen unter dem Titel «Riffs» seit dem 1. Dezember im Fotomuseum in Winterthur – nach Stationen in Berlin, Brüssel, Birmingham, Rom und Chicago. In zehnjähriger Arbeit sind ihre dezenten Werke entstanden, die sich mit der gesellschaftspolitischen Situation in Nordafrika auseinandersetzen, wo sich die Gräben zwischen Europa und Afrika vertiefen, mit jedem Schiff, das zur Überfahrt ansetzt. Aber auch innerhalb von Marokko öffnen sich neue Gräben. «In der Öffentlichkeit akzeptieren die Unterdrückten die Unterdrückung, aber hinter den Kulissen stellen sie diese ständig infrage. Subversive Taktiken der Armen, ihre Strategien, die Klassengesellschaft anzufechten, und ihre Formen der Sabotage – das ist es, was mich am meisten interessiert.» Einer Form von Sabotage begegnen die Besucherinnen und Besucher der Aus-

stellung bereits im ersten Raum. Dort zeigt Barrada den achtminütigen Film «Beau Geste». Ein neues Gesetz gibt Grundstücke zur Bebauung frei, sollten dort kein Baum und keine Früchte mehr wachsen. Der Immobilienboom führe zu jährlich 5000 neuen Baubewilligungen. Neue Grundstückbesitzer haben begonnen, ihrem Schicksal Beine zu machen, und schlagen tiefe Kerben in Palmen. Sie warten, bis diese eingehen. Mit einer etwas ernster gemeinten, aber genauso hoffnungslosen «Guerilla gardening»-Aktion wie in den Grossstädten des Westens hat Yto Barrada drei Baumaktivisten engagiert und sie dabei gefilmt, wie sie die Kerbe einer Phoenix Canariensis-Palme mit Steinen füllen, Erde aufschütten, Beton mischen, um dem Baum zu einem besseren Halt zu verhelfen. Flankierend zeigen ihre grossformatigen quadratischen Bilder diese Auf- und Abbrüche in sanfter, poetischer Bildsprache. Yto Barrada ist keine lautlärmende Frau. Nebst ihrem fotografischen Arbeitsschwerpunkt verschreibt sich die Künstlerin immer stärker dem Film. 2003 hat sie die Cinémathèque de Tanger zusammen mit anderen Kunst- und Filmschaffenden gegründet und das seit 1938 am Grand Socco, dem Hauptplatz von Tanger, beheimatete, bankrotte Cinéma Rif übernommen. 2007 eröffneten sie das Filmzentrum, das mittlerweile zehntausende von Besuchern anzieht. Filmemacher, Schulklassen und Studenten treffen sich hier, um zu diskutieren und zu arbeiten oder einen der 300 Filme pro Jahr zu schauen, die aus über zwanzig Ländern kommen. Aus diesem Fundus schöpfte die Cinémathèque de Tanger, um für die Ausstellung «Riffs» eine Drainage durch das heutige Marokko, durch die Geschichte und die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen und Zusammenhänge zu legen. (ak) YTO BARRADA – RIFFS Fotomuseum Winterthur. 1. Dezember 2012 bis 17. Februar 2013. Mehr Infos: www.fotomuseum.ch


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THOMAS MEYER: Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse. Salis Verlag, Zürich 2012. Fr. 34.80

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EMMANUEL GUIBERT, ALAIN KELLER, FRÉDÉRIC LEMERCIER: Reisen zu den Roma. Verlag bbb Edition Moderne, Zürich 2012. Fr. 32.–

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FESTIVAL «HÖHENFEUER» Theater Chur. 10. Januar bis 2. Februar. Mehr Infos: www.theaterchur.ch

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O.K. MALT PALLOTTI Pauluskirche Gossau. Freitag, 25. Januar, 13.30 Uhr und 19.30 Uhr. Kirche St.Ulrich Oberbüren Freitag, 1. Februar, 19.30 Uhr.

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DJ MARCELLE (NL) Palace St.Gallen. Samstag, 2. Februar, ab 23.30 Uhr. Mehr Infos: www.palace.sg

Bilder: pb

Jiddisch und beinhaltet zudem Mame Wolkenbruchs Knajdl-Rezept, das man einfach ausprobieren muss, nachdem man so viel über die Knödel gelesen hat. A gitn appetit!

LITERATOUR mit Lea Hürlimann

Der Sinele will ein Gojim werden Mordechai Wolkenbruch – kurz Motti – ist ein 25-jähriger Zürcher Student der Wirtschaftswissenschaften. In erster Linie aber ist er jüngster Sohn einer streng orthodoxen jüdischen Familie und als solcher gehalten, nun endlich einmal vorwärts zu machen mit dem Heiraten. Seine Mame stellt ihm also fleissig eine verlegene junge Frau nach der anderen vor – allesamt aus ebenso orthodoxen jüdischen Familien stammend wie er –, die seiner Mutter unglücklicherweise alle furchtbar ähnlich sehen. Die Mame verzweifelt fast darüber, dass ihr Sinele so farakschnt (stur) ist, und umgekehrt verzweifelt der Sinele ebenso über die unglücklichen Schidech (Heiratsvermittlungen) seiner Mame. Denn es ist ja keineswegs so, dass Motti an den Frauen nicht interessiert wäre. Bloss ist seine Auserwählte, seine hübsche Studienkollegin Laura, dummerweise nicht jüdisch, also eine Schickse. Die Reise nach Israel, wo er sich gemäss Anordnung des Rabbiners in eine jüdische Frau verlieben soll, erweist sich ebenfalls als kontraproduktiv. Denn da wird Motti erst so richtig bewusst, dass er aus den ganzen engen Traditionen seiner Familie ausbrechen will. Er kauft sich bunte Kleidung und eine Brille, wie sie nur die Gojim (Nichtjuden) tragen, und tappt sich langsam vor in Zürich, der Stadt, in der er eigentlich schon sein ganzes Leben verbracht hat. Er lernt dabei so viel über die Physis der Frau und die Beschaffenheit von WG-Partys, dass er sich fürchterlich mit seiner Mame verkracht. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Thomas Meyers humorvoller Roman ist nebenbei ein Sprachkurs in

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Das Leben der Roma 2 Alain Keler war 1999 kurz nach dem bewaffneten Konflikt erstmals im Kosovo und dokumentierte die Zerstörung. Dort traf er auf die Roma, eine Begegnung, die ihn seither nicht mehr losgelassen hat. Seit über zehn Jahren ist er im alten Skoda seines Vaters auf Reisen und dokumentiert das Leben der Roma. Er besucht sie in ihren armseligen Lagern im Kosovo, in Serbien, in Tschechien, in der Slowakei, aber auch in Italien und Frankreich und hält mit seiner Kamera Elend und Diskriminierung fest. «Reisen zu den Roma» enthält Fotografien, Comics, Geschichten aus dem Leben der Roma und aus der Familie des Fotografen, Portraits von seinen Bekanntschaften und den Orten, die er besuchte, dem Flüchtlingslager, den Festen und Traditionen. Sehr zu empfehlen für alle, die sich jenseits der immer negativeren Medienberichte über die Roma ein eigenes Bild machen möchten, geschildert aus einem wohlwollenderen Blickwinkel.

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KULTUR

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THEATERLAND

Alpenhimmelsrein 1796 gründen Anhänger des Philosophen Rousseau auf Alp Stierva das «Institute Mountain Glory», eine Naturerziehungsanstalt, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts existiert hat. Das Projekt steht am Anfang einer bis heute anhaltenden Alpenbegeisterung – bei Rousseau tönt sie etwa so: «Es scheint, als ob man, sobald man sich über die Wohnstätten der Irdischen erhebt, alle niederen Gefühle zurücklässt, und als ob die Seele, je mehr man sich den ätherischen Regionen nähert, etwas von deren stets gleichbleibender Reinheit annimmt.» 2012 zieht der Zürcher Theatermacher Markus Gerber mit Mitstreitern aus Island, England, Holland und der Schweiz seinerseits auf die Alp Stierva, setzt sich auf 2500 Metern den Elementen aus und erforscht im Rousseau’schen Geist das Wesen der Natur und die Geschichte des Instituts. Daraus entsteht das Stück «Mountain Glory». Das Theater Chur zeigt es im Rahmen des Festivals «Höhenfeuer» jetzt im Januar – und umrahmt es mit einer ganzen Reihe ähnlich schlauer und inspirierender Alpen-Meditationen und -Irritationen. Dazu gehört auch «Die Fremdenindustrie», eine laut Untertitel «Verkaufsshow» des aus Chur stammenden, in Berlin lebenden Schauspielers und Regisseurs Georg Scharegg, die sich mit den Totalschäden des Tourismus auseinandersetzt. «Graubünden gibt sich für einmal extrovertiert, applausgeil und unverschämt», heisst es in der Ankündigung. Das Festival «Höhenfeuer» bietet darüberhinaus bis zum 3. Februar weitere Theaterstücke, Konzerte und Podien rund ums Thema «Die Zukunft der Natur». (Su.)

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sau, nimmt den Seufzer gleich vorweg in seiner Ankündigung des neusten Musiktheater-Projekts am Friedberg. Nicht schon wieder: Erst gerade, im Gallusjahr 2012, führten die FriedbergEnsembles Krejcis Stück «Gall» über den St.Galler Stadtheiligen auf, vor insgesamt 4500 Zuschauerinnen und Zuschauern. Anschliessend sollte eigentlich Ruhe sein bis 2014 – dazwischen gekommen sei dann jedoch die Anregung, ein Musical über Vincenzo Pallotti zu schreiben. Ende Januar ist es soweit, dann bringen Librettist Krejci und Komponist Urs Pfister «O.K. malt Pallotti» in Gossau und Oberbüren zur Uraufführung. Der Titel ist gleich mehrfach erklärungsbedürftig und soll denn auch irritieren. «O.K.» ist Oskar Kokoschka, der 1980 gestorbene expressionistische Maler. Und «Pallotti» ist der italienische Mönch und Ordensgründer Vincenzo Pallotti (1795 – 1850), der vor fünfzig Jahren in Rom heiliggesprochen worden ist. Die Pallottiner haben das Gymnasium Friedberg gegründet – und Kokoschka hat tatsächlich ein Porträt des Ordensmannes gemalt, mehr als hundert Jahre nach dessen Tod. Wie es dazu kam, malt das Musical aus und will damit zugleich drängende Fragen nach dem heutigen Glauben stellen. Kokoschka, der gottzweifelnde «Oberwildling», seine Frau Olda und die zwei Pallottiner-Patres Mitterer und Hiller streiten im Stück über den fernen und nahen Gott, aber auch über die Malerei und das Sehen. Das kann schon mal deftig werden: «Ja wer, himmelkreuzsapperlot, schickte dann den Menschen die Sintflut an den Hals?». (Su.)

FORWARD

Alle Platten im Gestell Das erste Mal einen Auftritt von DJ Marcelle mitzuerleben, kann sich unter Umständen anfühlen wie eine Entwarnung: Zum Glück, man war also doch nicht depressiv oder sozial gestört, nur weil man jeweils nicht so gern tanzte wie die anderen. Die Musik war sonst einfach noch nie so gut! Von solchen überraschenden Erkenntnissen erzählen die meisten nach einer Musiknacht mit der 42-jährigen Holländerin Marcelle Van Hoof. Sei es nun jenes St.Galler Reisegrüppli am letzten Bad Bonn Festival, das Stammpublikum vom Hamburger Pudel-Club, der verstorbene Radiopionier und enge Marcelle-Freund John Peel oder auch Musiklegende und Faust-Gründungsmitglied Hans Joachim Irmler. Bei ihm hat Marcelle ihr letztes Album mischen lassen. Der Handschlag dafür erfolgte, nachdem er ihren Auftritt am von ihm kuratierten Klangbad Festival in Süddeutschland gesehen hat. «Vor ihr hat mich zwanzig Jahre niemand zum Tanzen gebracht», sagt er. Woran liegts? Vielleicht daran, dass Marcelle nichts mit dem Einheitsbrei der heutigen DJ-Welt zu tun hat. Zum Glück! Endlich eine Künstlerin, die weiss, dass die allgegenwärtigen PartyRituale (zu Rumsteh-Techno darauf warten, dass etwas passiert, um am Ende der Nacht doch wieder nur angetrunken und unglücklich im Taxi zu hocken) nichts weiter als blöd sind. Die alte Journalistenfrage nach Marcelles «Style» stellt man lieber nicht. In ihrer Amsterdamer Wohnung stehen gut 15’000 Platten im Gestell, viele davon aus der späten Siebziger-Punk-Ära. Im Club soll man aber mit allem rechnen; eine Schande findet es die gute Frau, dass die heutigen DJs oft nur eine Richtung spielen. Doch kein anderer Mensch kann so gut afrikanische Folkmusik mit The Fall vermischen, darauf eine B-Side von Lee Perry bringen und gleich auch noch

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Himmelkreuzsapperlot «Nicht schon wieder ein Musical über einen Heiligen!» Lukas Krejci, Lehrer am Friedberg Gymnasium Gos-

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chinesischen Techno-Dub mit tschechischen Revolutionsslogans vermengen, ohne dass das Ganze gekünstelt wird. Ein Auftritt von DJ Marcelle ist nicht nur ein hitziges Fest mit viel Liebe und Charme, sondern immer auch eine Doppellektion in Musikgeschichte. Die Frau nimmt ihre Gäste an die Hand und führt sie über selten begangene Schotterpfade des Musik-Alls. Dass man herausgefordert wird, sei ihr wichtig: «Ein Lied klingt doch viel schöner, wenn eine Minute zuvor noch ein ganz anderer Stil gelaufen ist», sagt sie. Und hat Recht: Gehör und Geist bleiben frisch, egal wie spät es schon ist. Und eben: Man kann dazu tanzen, ganz ungeniert und unglaublich gut. Marco Kamber


KULTUR

PRESSWERK von Anna Frei

Die Beatbox für die nächsten 365 Der umtriebige, in Thun geborene Trommler und Klangkünstler Julian Sartorius begann am 1. Januar 2011 jeden Tag einen Beat zu produzieren – ein Jahr lang mit Aufnahmegerät und Sticks im Sack. Das Tagebuch, bestehend aus 365 Tracks, ist nun auf zwölf Vinyl-LPs chronologisch nach Monaten geordnet in einer äusserst liebevoll gemachten Box in einer Auflage von 365 Stück beim Berner Label Everest Records erschienen. Und wie es sich für Konzeptalben gehört, gab es auch hier ein paar selbstauferlegte Regeln. Die Beats sind alle in Realtime getrommelt, gespickt mit Fieldrecordings, keine Effekte, keine Samples, Looping forbidden! Overdubben durfte er. Dazu gibts ein Buch mit 365 Fotos und ein Poster, welche zwar allerlei verwendete Instrumentarien sicht bar machen und etwas die Kontexte der jeweiligen Tracks vermitteln, dann aber doch etwas zu viel der Schlagsahne sind. Idee schön, und irgendwie wie schon mal irgendwo. But how the hell does it sound? Minimal-Everyday-Polyrhytmica könnte das Kästchen zum Reinstellen heissen. Dort kann das Ohr mit auf Reisen gehen und wippen und sich selber ausdenken, wo es sich wohl gerade befindet. Er war in den Bergen, auf Wiesen, im Zug, in allerlei Backstageräumen und in Berlin. Ein bisschen scheint es so, als ob der Trommelmeister, die Ohren scharf gespitzt, durch eine nationslose Matrix von potenziellen Resonanzkörpern der So-called-reality marschiert, bereit, alles mit Stöckchen und Besen zu behauen und einzufangen, was von selbst taktet und schwingt. Der jazzgeübte Schlagzeuger scheint seine Unlearning-Hausaufgaben gemacht zu haben, so unprätentiös, verschroben und sympathisch klingt das alles. A World to play on, jeden Morgen there was rhythm und beaucoup des surprises! Kein Wunder, gefällts dem Matthew Herbert und dem Weltweitradiotausendsassa Gilles Peterson. Und fast scheint es, als ob ein Track am Tag zu wenig Aufgabe war in Relation zu den Ideen, die die Maschine in Schwung brachte. Ein Toy Piano eisert dahin à la Apex Twin, am 1. April furzt ein dubby Bass um die Ecke, da fährt ein Lift tief hinab und die Stöcke klappern der Wand entlang, am 31. Mai schleppen sich die Scheibenwischer, es beatet down und freejazzelt hie und da, am 9. Juni schwingen die Geländer einer Tiefgarage, Filzstifte zeichnen Striche im Takt, am 20. Juni dümpelt ein Ruderboot den Track von selbst auf irgendeinem See,

Bild: Anna Frei

Luft zum Atmen und köchelt das Ganze auch mal in Ruh so dahin. Unsere Rüben sind vollgestopft these days, auch wenn wir Löcher in den Hosentaschen haben. Begrenzt scheinen die Konzentrationsspannen und ach zu kurz sind die ruhigen Zeitfenster zum ImmerwiederPlatte-Wechseln. Beat Diary ist ein Konglomerat to get lost in. Verloren gehen in Ideen. In diesem Falle arbeitet man als Zuhörerin und Zuhörer gern mit, denn es ist wie spielen. Knock, knock on everything!

ein Drumset holpert unter ner Berliner U-Bahn-Brücke, die Gongs wabern wie beim Favre Pierre, am 2. Juli zupft sich melancholisch die Mbira aus Kinshasa, am 19. August wummerts wie bei den Feinmotorikern in Bad Säckingen, am 9. November mein ich permanent jemanden an mein Fenster klopfen zu hören, am 24. Dezember wird die Stille Nacht verdrehorgelt. Und am 31. knallt das Feuerwerk. Ein Jahr in Tracks scheint länger als ein Arbeitstag, doch gibts da drin immer

JULIAN SARTORIUS Beat Diary Everest Records, 2012.

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KULTURSPLITTER MONATSTIPPS DER MAGAZINE AUS AARAU · BASEL · BERN · OLTEN · LUZERN · VADUZ

L. A. Stories

Multimediale Zeiterkundung

Lange Nächte

Franz Dobler ist Schriftsteller, Dichter, Journalist, DJ, Hörspielmacher. Zu seinen Einflüssen zählen Jörg Fauser ebenso wie Johnny Cash, Rosa Luxemburg oder Charles Bukowski. «Er sei der letzte Cowboy unter den deutschen Schriftstellern». Franz Dobler ist aber auch Übersetzer. Sein jüngstes Projekt: «Auf den Strassen von Los Angeles» des US-Gitarristen Ry Cooder. Darin werden finstere Seitengassen von Los Angeles erkundet. Die Orte, wo sich Arbeiter und Kleinkriminelle zum Drink treffen.

Die Zeit ist eine wichtige Komponente in den darstellenden Künsten. Was für eine Rolle kann sie in der bildenden Kunst spielen? Die Galerie Domus in Schaan zeigt das aktuelle bildnerische Schaffen des Ruggeller Multimediakünstlers Arno Oehri zu diesem Thema. Eine Leinwand, eine Holztafel, ein Blatt Papier, stellt jeweils ein ganz bestimmtes Feld dar, das für den malerischen Akt aufbereitet wurde. Am 8. Februar findet eine themenbezogene musikalische Lesung mit Erika Kronabitter und dem Klanglabor statt.

1997 fand erstmals in Berlin eine «Lange Nacht der Museen» statt und wurde zu einem erfolgreichen Grossevent. Seit 2001 veranstaltet auch Basel jährlich eine gut besuchte Museumsnacht. An der 13. wird erneut Verlockendes für jedes Alter geboten, wobei neben den Häusern in der Stadt auch Kunsträume im nahen Baselbiet, im Elsass und in Südbaden beteiligt sind. In über vierzig Institutionen kann man allerhand Lehrreiches und Unterhaltsames erfahren, dazu gibts vielfältig Kulinarisches und für Nimmermüde diverse After Hour Partys.

Das Vergehen der Zeit 24. Januar bis 17. Februar, Galerie Domus Schaan. Mehr Infos: www.domus.li

13. Museumsnacht Freitag, 18. Januar, 18 bis 2 Uhr, div. Orte Basel. Mehr Infos: www.museumsnacht.ch

Helden des Alltags

«Gärn z Bärn»

Hans oder Heiri?

Die Bühne für Text und Ton präsentiert Frölein Da Capo, Lara Stoll und Reto Stampfli. Frölein Da Capo kokettiert mit eigenen Songs das Landpommeranzen-Dasein und bringt das Publikum zum Lachen und Mitwippen. Lara Stoll wird in Olten mit ihren bissigen und aberwitzigen Texten für Furore sorgen und der Solothurner Philosoph und Theologe Reto Stampfli wird Geschichten über die stillen Helden des Alltags erzählen und seine Zuhörer zweifelsfrei in den Bann ziehen.

Schmidi Schmidhauser ist fast seit Menschengedenken ein Wert in der Berner Musikszene. In der Mühle Hunziken tauft seine Band Chica Torpedo das neue Album mit dem etwas käsigen Namen «Gärn z Bärn». Schmidhauser bezeichnet seine Gruppe selbst als «die groovigste aller Berner Mundartbands». Das ist, sagen wir, vollmundig, aber nicht ganz falsch, denn die Mischung von Latin, Reggae und Berner Pop hat es in der Tat in sich.

Soll ich die rote oder die schwarze Mütze anziehen, soll ich mit Anita ausgehen oder mich mit Max treffen, soll ich einen Master in Kulturmanagement machen oder zwei Sommer auf der Alp Ziegen hüten? Tagtäglich müssen wir einen Haufen kleiner und grosser Entscheidungen treffen. Mit diesem «Wohlstandsphänomen» befasst sich die neuste Erlebnis-Ausstellung des Stapferhauses in Lenzburg: In einem anregenden Parcours werden wir mit Fragen und Antworten zum Thema «Entscheiden» konfrontiert und erhalten am Ende die Rechnung dafür.

Franz Dobler Montag, 28. Januar, 20 Uhr, Café Kairo Bern. Dienstag, 29. Januar, 20 Uhr, Loge Luzern. Mittwoch, 30. Januar, 20 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos: www.franzdobler.de

Wortklang Sonntag, 27. Januar, 20 Uhr, Vario Bar Olten. Mehr Infos: www.wortklang.ch

Chica Torpedo Samstag, 28. Januar, 21 Uhr, Mühle Hunziken, Rubigen. Mehr Infos: www.muehlehunziken.ch

Entscheidungen Bis 30. Juni, Stapferhaus Lenzburg. Mehr Infos: www.stapferhaus.ch

Mit «Saiten» zusammen bilden diese unabhängigen Kulturmagazine die Werbeplattform «Kulturpool» und erreichen gemeinsam eine Auflage von über 200’000 Exemplaren. www.kulturpool.biz


Kalender 01.01. – 31.01.2013

Inhaltsverzeichnis Kulturprogramme 2 Konzert und Theater St.Gallen. 4 Nordklang Festival St.Gallen. 6 Kulturkreis Gossau. 8 Innovantiqua Winterthur. J.S. Bach-Stiftung Trogen. Zeughaus Teufen. 38 Kunstmuseum St.Gallen. 54 Diogenes Theater Altstätten.

DI

54 Figurentheater St.Gallen. Kultur is Dorf Herisau. Schloss Wartegg Rorschacherberg. 58 Grabenhalle St.Gallen. Kellerbühne St.Gallen. 62 Kinok St.Gallen. Palace St.Gallen. 66 Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen.

01.01

KONZERT Festliches Neujahrskonzert. Werke von Tartini, Cherubini, Vivaldi u.a. Kath. Stadtkirche St.Nikolaus Frauenfeld, 17 Uhr Ungarische Kammerphilharmonie. An der Orgel: Làszló Deàk. Kath. Kirche Oberegg, 17 Uhr CLUBBING/PARTY Nacht.tanz. Hits!Hits!Hits! Kraftfeld Winterthur, 00:30 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Charade. Der beste Hitchcock Film, der nicht von Hitchcock ist. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:45 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Life of Pi. Die schicksalhafte Reise eines Teenagers wird zunehmend ein episches Abenteuer. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Skyfall. Der neue Bond, ab 14 Jahren, Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 14 und 16 Uhr KINDER Heidi. Familienstück nach Johanna Spyri. Theater St.Gallen, 14 Uhr Sammy’s Abenteuer 2. Animationsfilm mit den Schildkröten Sammy und Ray. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

MI 02.01 KONZERT Diamond Dog. Waldundwiesencountryhundstrümmerlrock. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Musikanten-Ländlertreffen. Hotel Ochsen, Stein, 15 Uhr

66 Museum im Lagerhaus St.Gallen. 69 Gare de Lion Wil. Kugl St.Gallen. Löwenarena Sommeri. Salzhaus Winterthur. 72 Heimspiel St.Gallen.

Wird unterstützt von:

Schützengarten Bier

FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Dead fucking last. Wer bremst, verliert. Ab 14 Jahren, Dialekt. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

THEATER Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Frohe Feste. Komödie der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Rigoletto. Oper von Giuseppe Verdi. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Super Theo. Erziehungskomödie von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

THEATER Die Dreigroschenoper. Brechts Oper aus der Londoner Unterwelt. Theater Winterthur, 14:30 Uhr Ja Schatz. Musikalisches Beziehungsdrama. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Super Theo. Eine Erziehungskomödie von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 19 Uhr

KUNST/AUSSTELLUNGEN Hans Breinlinger. Führung. Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, 15 Uhr KINDER Fünf Freunde I. Abenteuerfilm ab 8 J., Kino Rosental Heiden, 15 Uhr DIVERSES Museumsnacht. Le 5 Décervelage, Sts Giron, Palotins. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

DO 03.01 KONZERT Linksabbiega. Vorarlberger Mikrofon-Junk. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Tango Tivoli. Tangonacht. Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr CLUBBING/PARTY Badewanne. Wipf zum Beat. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Folk Klub. Singer/Songwriter Abend. Oya St.Gallen, 20 Uhr GareTango. Tanzabend mit DJ Patrick. Kulturbahnhof Gare de Lion Wil, 20 Uhr Hallenbeiz. PingPong. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr FILM Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Intouchables. Hauptverlosung Adventstombola und Film «Intouchables» Kino Rosental Heiden, 19 Uhr

KABARETT Urs Welter. Kanal 13, die neue Fernsehwelt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

FR

0 4.01

KONZERT Bossaffair. Weiche, sanfte Melodien und brasilianische Rhythmen. Apérolokal Wein Berneck, 20 Uhr Gitarrenvirtuose Attila Vural. Klänge aus Jazz, Latin und Rock. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Iamthemanonthemoon. PostRock. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr Malema. Rock, Pop, Soul, Funk, von den 60ern bis zur Jetztzeit. Kammgarn Vorarlberg, 20:30 Uhr Monotales & Rita Hey. Americana-Folk-Pop und Singer-Soulwriting. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Musique Simili. Gipsykonzert. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 20 Uhr Neujahrskonzert. Ostschweizer Blasorchester Philharmonic Winds. Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr Swing & More. Stickerei Jazz Trio. Einstein St.Gallen, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Remember Bravo Hits Party. DJ drunken Monkey. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Solee. Techno und House Liveset aus Stuttgart. Kugl St.Gallen, 20 Uhr FILM 33 Szenen aus dem Leben. Kino Polska: Die Krebskrankheit ihrer Mutter erschüttert das Leben der Fotografin Julia. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:15 Uhr Beasts of the Southern Wild. Hushpuppy will ihre Mutter finden. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr

55 SAITEN 01.13

THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Frohe Feste. Komödie der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Super Theo. Eine Erziehungskomödie von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KABARETT Urs Welter. Kanal 13, die neue Fernsehwelt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr TANZ Das Russische Nationalballett tanzt Schwanensee. Fantasievolles Tanz-Märchen zur Musik von Tschaikowsky. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr MUSICAL Chicago. Musical von John Kander und Fred Ebb. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Öffentliche Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr DIVERSES Englisches Sprachencafé. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr

S A 05.01 KONZERT Das Grossmütterchen Hatz Salon Orkestar. Jazz mit Witz und Musik vom Balkan. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Konzert zum neuen Jahr. Orchestermusik für Orgel und Flöte. Kirche St.Maria Neudorf St.Gallen, 19:15 Uhr Krebshilfe Benefizkonzert. We can be heroes – just for one day. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Painhead Invites. Mit Painhead, Velvet Two Stripes, The Tilts u.a. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Retrogott & Hulk Hodn. Hip Hop-Ära der Neunziger. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Vokalensemble Cantemus. Chormusik zu Weihnachten und Neujahr. Evang. Kirche Altnau, 19:30 Uhr Zéphyr Combo. Chansons, Valse Musette, Mazurkas und bretonische Klänge. Kultur Punkt Flawil, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Café Tango. Einen Kaffee geniessen und dabei Tango tanzen. Kaffeehaus St.Gallen, 16 Uhr

DJ Badrockar. Indie Britpop und Elektro. Oya St.Gallen, 20:30 Uhr Kaboom. Welcome to the Future, Bass Zone, Dubstep und Wonkybeats. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Kula Club Party. Less talk, more Rock. Kulturladen Konstanz, 20 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15 Uhr More than Honey. Dokumentarfilm von Markus Imhoof. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Skyfall. Der neue Bond. Ab 14 Jahren. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Der Zigeunerbaron. Operette von Johann Strauss, Operettenbühne Wien. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Frohe Feste. Komödie der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Super Theo. Eine Erziehungsko mödie von Katja Früh und Patrick Frey. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KABARETT Urs Welter. Kanal 13, die neue Fernsehwelt. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr MUSICAL Das Phantom der Oper. Originalproduktion der Central Musical Company. Tonhalle St.Gallen, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 14 Uhr Werkschau Otto Bruderer. Führung. Otto Bruderer Haus Waldstatt, 10 Uhr LITERATUR New Orleans. Ein Hörspiel für die Bühne, von Jens Nielsen. ChössiTheater Lichtensteig, 20:15 Uhr KINDER Fridolin. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr


KALENDER

05.–09.01.

Béla Bartók im Ohr

Kaffee mit Schlag anstatt Klatsch

Alles nur Sudel?

Winterträume

Kaleidoscope String Quartet in der Alten Kirche Romanshorn

«An Einspänner bittschen!» im Theater Parfin de siècle

Zsuzsanna Gahse im Raum für Literatur

Tschaikowsky, Walton und Schostakowitsch im Stadthaus Winterthur

Felden heisst der Ort – vermutlich im ThurEs sei «eine Musik, die weder in den Kon- Georg Danzers Lied ist Allgemeingut ge- gau –, wo die Erzählerin zu Hause ist. Von zertsaal noch in den Jazzclub passt, aber in worden: «Neilich sitz i umma hoiba zwa im dort aus unternimmt sie Reisen nach Sübeide hingehört». Das junge Streichquartett hawelka bei a poa wuchteln und bei an bier, den, etwa nach Granada, wo der legendäre um den Berner Geiger Simon Heggendorn auf amoi gibts beim eingang vuan an mords Grossvater Endre Barpianist gewesen sein soll. spielt eine rhythmusbetonte Musik voller Le- trara, weu a nackerter kummt eine bei der tür». Stets dabei ist das Sudelbuch, in das sie ihre bensfreude und Spielwitz. Mit verblüffender Herr und Frau Hawelka sind nimmer, aber die Beobachtungen schreibt. Je mehr man darin Lockerheit verbinden die Eigenkomposi- Geschichten ihres Kaffeehauses und Dutzend liest, umso deutlicher wird, dass Zsuzsanna tionen jazzigen Groove und differenzierte anderer sind unvergessen. Regine Weingart Gahse aber einmal mehr auf Erkundungstour Klänge aus der neueren Klassik, wie man sie und Arnim Halter laden zu einem Abend mit im Hinterland der Sprache ist. Es ist der Ort, etwa von Béla Bartók kennt. Nicht nur die Liedern, Geschichten und Textsplittern aus an dem sich die Autorin am besten auskennt Fachwelt reagierte begeistert. Mit dem Preis der Welt der Wiener Kaffeehäuser. und wohin man gern von ihr mitgenommen der Zürcher Kantonalbank 2012 gewann das Mi. 9., Fr., 11., Fr., 18., Sa., 19., wird. Ensemble die prestigeträchtigste Auszeich- Di., 22., Mi., 23. und Fr., 25. Januar, Mittwoch, 9. Januar, 19.30 Uhr, jeweils 20 Uhr; So., 13. und So., 20. Januar, nung der Schweizer Jazzszene. Raum für Literatur Hauptpost St.Gallen.

Sonntag, 6. Januar, 17 Uhr, Alte Kirche Romanshorn. Mehr Infos: www.klangreich.ch

Heidi. Familienstück nach Johanna Spyri. Theater St.Gallen, 14 Uhr Himmelblau muss heiraten. Ein Spiel mit Puppen. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 15 Uhr

SO 06.01 KONZERT Bo Katzman Chor. Der grösste Gospelchor Europas. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Il Profondo. Italienische Triosonaten, Solosonaten und Cembalomusik aus dem 17. Jahrhundert. Pfarreizentrum Klösterli Frauenfeld, 11 und 14 Uhr J.S. Bach: Weihnachtsoratorium. Kantaten 4-6. Vokalensemble und Barockorchester Bacchanto. Klosterkirche St.Ulrich Kreuzlingen, 16:30 Uhr Kaleidoscope String Quartet. Junges Streichquartett um den Berner Geiger Simon Heggendorn. Alte Kirche Romanshorn, 17 Uhr Vokalensemble Cantemus. Chormusik zu Weihnachten und Neujahr. Evang. Kirche Wängi, 16:30 Uhr Weihnachtsoratorium 4-6 von J.S. Bach. Cappella Vocale Thurgau und Camerata Instrumentale St.Stefan. Evang. Kirche Weinfelden, 17:15 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr und Kino Rosental Heiden, 19.15 Die Girls vom Shopping Center. Junge Mädchen verkaufen sich für Schuhe, Kleider und Mobiltelefone. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Die kleinen Superstrolche. Kultkinderfilm: Die Bubenbande hat nichts mit Mädchen am Hut. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr

jeweils 17.30 Uhr, Theater Parfin de siècle St.Gallen. Mehr Infos: www.parfindesiecle.ch

Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 11 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 13:15 Uhr Matchmaker. Trouvaillen jüdischer Filmemacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr THEATER Der Zigeunerbaron. Operette von Johann Strauss, Operettenbühne Wien. Stadttheater Schaffhausen, 17:30 Uhr Frohe Feste. Komödie der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr KABARETT Urs Welter. Kanal 13, die neue Fernsehwelt. Kellerbühne St.Gallen, 17 Uhr MUSICAL Chicago. Musical von John Kander und Fred Ebb. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 14 und 16 Uhr Verdingkinder reden. Fremdplatzierungen damals und heute. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Von Hans Arp bis Victor Vasarely. Führung. Museum Liner Appenzell, 14 Uhr VORTRAG Matinée: Das Ende vom Geld. Einführung in das Schauspiel von Urs Widmer. Lokremise St.Gallen, 11 Uhr KINDER Fridolin. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Fünf Freunde I. Abenteuerfilm, ab 8 J. Kino Rosental Heiden, 15 Uhr

Mehr Infos: www.hauptpost.ch

Himmelblau muss heiraten. Ein Spiel mit Puppen, ab 3 Jahren. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 15 Uhr

MO 07.01 KONZERT Jürgen Waidele’s Friends. SoulJazz, handgemacht und ehrlich. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Martina Linn. Tiefgehende Stimme vom Fusse des Albula. Portier Winterthur, 20 Uhr FILM Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Die Welt ist gross und Rettung lauert überall. Ein Schelmenromanfilm. Kino Rex St.Gallen, 20 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr THEATER Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr LITERATUR Dichtungsring Nr. 73. Lesebühne. Grabenhalle St.Gallen, 20:30 Uhr VORTRAG Verleihung des 2. Kunstpreises der Südostschweiz Medien. Im Rahmen der Jahresausstellung. Bündner Kunstmuseum Chur, 18:30 Uhr Kleine Preise, grosse Wirkung. Werben im SAITEN. Einzelheiten und Tarife: www.saiten.ch/werbung, verlag@saiten.ch oder Tel. +41 71 222 30 66

DI

Es ist ein musikalischer «Wintertraum» der besonderen Art: William Waltons Violakonzert entstand im Winter 1928/29. Ebenfalls im tiefsten Winter, nämlich im Dezember 1924, begann Dimitri Schostakowitsch mit der Komposition seiner beiden Stücke für Streichoktett. «Winterträume» nannte Tschaikowsky seinen sinfonischen Erstling und den ersten Satz «Traum von einer Winterreise». Das Musikkollegium spielt ihre Werke im kalten und hoffentlich schneereichen Januar unter Leitung von Douglas Boyd. Die Viola spielt Jürg Dähler (Bild). Mittwoch, 9. Januar, 19.30 Uhr, Stadthaus Winterthur. Mehr Infos: www.musikkollegium.ch

08.01

CLUBBING/PARTY Disaster.bar. DJ Fliegerova, Eclectic Sound Collage. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM 33 Szenen aus dem Leben. Die Krebskrankheit ihrer Mutter erschüttert das Leben einer Fotografin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr More than Honey. Dokumentarfilm von Markus Imhoof. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Paris, Paris – Faubourg 36. Eine Hommage an das Paris der dreissiger Jahre. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Vivement Dimanche. Truffauts Hommage an den Film Noir. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr THEATER Kunst. Yasmina Rezas scharfsinnige Erfolgskomödie. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Theatersport. Das spontane Bühnenspektakel. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Comics, Cartoons & Karikaturen im Bistro. Vernissage. Alte Kaserne Winterthur, 19 Uhr Giordano Gelli/Veronique Bovet. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 18 Uhr Die Impressionisten und deren Nachfolger. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr

VORTRAG VHS-Vortrag. Winterstrategie von Säugetieren. Dr. Jürg Paul Müller. Gewerbliches Berufsbildungszentrum (BBZ) Weinfelden, 20 Uhr DIVERSES Öffentliche Dorfführung. Dorfzentrum, Treffpunkt bei der Tourist Information. Appenzell, 10 Uhr

MI 09.01 KONZERT Das goldene Tor. Jazz am Mittwoch. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr DeFrank. A Tribute to Frank Sinatra. Stickerei St.Gallen, 20 Uhr Duo Appassionata. Werke von Beethoven, De Falla, Svendsen, Grieg. Casino Herisau, 20 Uhr Forum am Mittwoch. «Königliche» Musik zum Dreikönigstag. Musikschule Weinfelden, 19:30 Uhr Musikkollegium Winterthur. Winterträume. Leitung Douglas Boyd. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Wolfgang Verocai & Band. Zigeunermusik. Kulturbühne Ambach Götzis, 20 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Lisa und Yvonne. Lisa, ehemaliges Verdingkind erzählt. Anschliessend Diskussion. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr

56 SAITEN 01.13


09.–11.01.

KALENDER

Taufrische Clownerie

Let it roll again!

A Tribute to Frank Sinatra

Ab in den Süden

Die Lufthunde im Alten Zeughaus in Herisau

Oldies-Disco im Lindensaal Flawil

DeFrank in der Stickerei St.Gallen

Pippo Pollina in der Lokremise in St.Gallen

1981 gründeten Ueli Bichsel und Marcel Joller Kunz die Theatergruppe «Lufthunde» und tourten durch die Schweiz und Europa, ehe sie 1998 eine Pause einlegten. Ein rundes Dutzend Jahre später lassen die Zürcher ihre Lufthunde mit «Knill und Knoll» wieder aufleben. Die zeitlosen Episoden haben in keiner Weise an Charme eingebüsst. Bichsel und Joller Kunz stehen für taufrische und in Würde gealtere Clownerie. Sie halten dem Publikum den Spiegel vor, entlarven, wie unbedeutend und lächerlich doch manches in unserem Leben ist, und füttern es mit Klassiker-Leckerbissen.

Es ist wieder soweit: Oldies-Disco im Lindensaal Flawil. Seit 1997 organisiert das Greenteam am zweiten Samstag im Januar eine Rock- und Beat-Disco der alten Schule. Angesagt sind schweisstreibender Rock, BeatPop, Funk und Discostampf, gefühlvoller Blues, Reggae, Soul und verdauliche Häppchen von Wave und Jazzrock. Den dreissig Jahren Rockgeschichte mit ihren Trendbrechern huldigen DJ Rip Fossil (Dani Müller) und DJ Hot Pännz (Roger Dieckmann) mit ihren Vinyl-Plattensammlungen und lassen gnadenlos dazu tanzen.

Gambrinus lädt jeden Mittwoch zur «Jazz Stickerei» in das gleichnamige Restaurant ein, und das Jahr beginnt gefährlich, denn SinatraTribute-Konzerte sind Hochseilakte. Viele Plagiate scheitern an der Übergrösse ihres Vorbildes. Der Pianist Daniel Rieser hat mit seinem Trio allerdings genau die richtige Herangehensweise gefunden: De Frank ist eine Jazzband, die gekonnt zwischen Nostalgie und moderner Frische balanciert, und ihr herausragender Sänger Tobias Degen tönt eben genau nicht wie Sinatra, sondern wie Tobias Degen. Und das ist eine wahre Freude.

Der Sizilianische Cantautore Pippo Pollina präsentiert zusammen mit Werner Schmidbauer und Martin Kälberer ihr erstes gemeinsames Programm «Süden». Alle drei Musiker sind im Süden ihres Landes daheim. Der eine kommt vom Meer, die anderen aus dem bayerischen Voralpenland. Im Gepäck haben sie Lieder, die bei einem Aufenthalt in Palermo entstanden sind, und zusammen sorgen sie dafür, dass aus diesem musikalischen Projekt eine einzigartige Klangreise in den Süden der Herzen der Zuhörer wird, dahin, wo die Sonne scheint.

Samstag, 12. Januar, 20 Uhr, Lindensaal Flawil. Mehr Infos: www.kulturverein-touch.ch

Mittwoch, 16. Januar, 20 Uhr, Stickerei St.Gallen. Mehr Infos: www.gambrinus.ch

Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, Lokremise St.Gallen. Mehr Infos: www.pippopollina.com

Samstag, 12. Januar, 20.30 Uhr, Altes Zeughaus Herisau. Mehr Infos: www.kultagentur.ch

Kunst. Yasmina Rezas scharfsinnige Erfolgskomödie. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Frohe Feste. Komödie der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr KABARETT Coirason. Wortakrobatisches Tonturnfest. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Ante Timmermans. Ante Post Ante. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr Das Kaisermanöver 1912 bei Kirchberg. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr Yto Barrada – Riffs. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Zsuzsanna Gahse. «Südsudelbuch». Neue Schweizer Literatur in der Hauptpost. Raum für Literatur – Hauptpost St.Gallen, 19:30 Uhr VORTRAG Mittagstreff. «Frischer Fisch aus dem Bodensee». Zu Gast: Peter Klingenstein. Naturmuseum St.Gallen, 12:15 Uhr KINDER Fridolin. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Kinderführung. Das Geheimnis des Appenzellers - Eine Austellung, die Fragen stellt. Appenzeller Volkskunde-Museum Stein, 14 Uhr Märchen im Museum. Geschichten aus dem Puppentheater. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr

Zauberlaterne. Filmclub für Kinder von 6 bis 12 Jahren. Alte Kaserne Winterthur, 14 Uhr DIVERSES Museumsnacht. Le 12 Décervelage, St.Landru, gynécologue. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

DO 10.01 KONZERT Downhill - under construction. Patrick Kessler und Stefan Baumann. Altes Zeughaus Teufen, 17 Uhr Ingrid Lukas. Nordische Klänge. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Overdrive Amp Explosion. Straighte Rhythmen und subtile Botschaften. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Badewanne. Jazzy and Soulfull HipHop Tunes. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt, Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Quelques heures de printemps. Yvette steht ihrem Sohn unversöhnlich gegenüber, als sie erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr THEATER Kunst. Yasmina Rezas scharfsinnige Erfolgskomödie. Theater Winterthur, 9:30 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr Worst Case Szenarios. Folge drei. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr

KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Tivoli Bar. Barbetrieb im Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr TANZ Nachtzug – Alberto, der Mann der geht. Gastspiel: Rotes Velo. Lokremise St.Gallen, 22 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 19 Uhr LITERATUR Deutschland-Ortlos. Heiner Müller und die Wende. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr KINDER Albanische Erzählstunde. Für Kinder ab 4 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 17 Uhr

FR

11.01

KONZERT Daniel Kahn & The Painted Bird. Klezmer. Palace St.Gallen, 22 Uhr Flamencos de moron. Puro y vivo. Eine Musik- und Tanzshow der Superlative. Grabenhalle St.Gallen, 20 Uhr Kurt Sternik und Thomas Reuz. Liedermacher. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 20:30 Uhr Neujahr mit A la Q Art. Musik zum Jahresanfang. KulturKeller Stettfurt, 20 Uhr Nicnikas. Zwei Frauenstimmen unterstützt von vier besaiteten Männerhänden. Apérolokal Wein Berneck, 20 Uhr Popof. Französischer DJ, Produzent und Arrangeur. Kugl St.Gallen, 21 Uhr

57 SAITEN 01.13

CLUBBING/PARTY Dance Free. Bewegen, tanzen & begegnen. Alte Kaserne Winterthur, 20 Uhr Dunschtix-Jazz. Lulu Surprise. Kulturbeiz Kaff Frauenfeld, 20 Uhr FILM Atalante. Die tragikomische Liebesgeschichte in Schwarzweissbildern. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr Der Hobbit, eine unerwartete Reise. Die Reise von Bilbo Beutlin, ab 12 Jahren. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Die Girls vom Shopping Center. Junge Mädchen verkaufen sich im Einkaufszentrum. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:45 Uhr Il violino di Cervarolo. Der Prozess von 2009 zum Massaker faschistischer Truppen in Cervarolo 1944. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 22 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Das Ende vom Geld. Schauspiel von Urs Widmer. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Das Herz eines Boxers. Stück von Lutz Hübner. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Joachim Król. Das South Of The Border Jazztrio. Theater am Kirchplatz Schaan, 20 Uhr

Theatersport Schauwerk Cup. Die Gorillas Berlin, Improvisationstheater Konstanz, Winterthur TS, Improphil Luzern. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Duo Luna-tic. Obladiblada. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr Flurin Caviezel. Zmizt im Läba. Musikkabarett. Kultur i de Aula Goldach, 20 Uhr TANZ Espaces blancs. Flowingdancecompany. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Öffentliche Führung. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr Langer Abend. Führung. Kunsthaus Glarus, 20 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr VORTRAG Umdenken not-wendig. Schuld, Schuldenlast und Erbschuld, Umdenken sozialer Ordnung. Referent Marcus Schneider. St.Gallen, 19:30 Uhr DIVERSES Bignik Nähfestival. Anmeldung über bignik.ch ist erforderlich. Olma Messen St.Gallen, 09 Uhr Informationsanlass. Master in Sozialer Arbeit. FHS St.Gallen, 17:45 Uhr Spiel.Wiese. Quiz der Populärkultur. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Trans:bar:ent. Artem vitrum Bilder und Objekte aus Glas von Tobias Sziraki. Rab Bar Trogen, 20 Uhr


12.–16.01.

SA

12.01

KONZERT Basskerade. High End Audio Ritual. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Bodan Art Orchestra. Bigband Jazz Konzert. Schulhaus Sommertal Schwellbrunn, 20 Uhr Christian Zehnder und Barbara Schirmer. Neue alpine Musik. Bühne am Gleis in der Kultur-Werkstatt Wil, 20 Uhr General Levy Soundsystemshow. Reggae, Dancehall, Jungle. Kulturladen Konstanz, 22 Uhr Jazz-Konzert. Swiss German Dixie Corporation. Steigenberger Inselhotel Konstanz, 20 Uhr Jim Boyd. Singer/Songwriter, Pop, Folk, Blues, Native American, Rock. Alte Kaserne Winterthur, 16 Uhr Maria Doyle Kennedy. Irish Songwriting. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Nina Dimitri, Silvana Gargiulo, Andy Aegerter. Ricette in Musica. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Patrick Miller. Ibiza in the House. Kugl St.Gallen, 20 Uhr Rock-Konzert. Mit der Band Pariah. Z88 Kreuzlingen, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Hanne und Lore. Techhouse. Kastanienhof St.Gallen, 20:45 Uhr Oldies Disco Flawil. Musik von den 60ern bis in die 80er. Lindensaal Flawil, 20 Uhr DJ Yimvtn. New Sounds. Oya St.Gallen, 20:30 Uhr Rub A Dub Club. Real Rock Sound und Signals From Mountain. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr Soul Gallen. Soul, Funk und R'n'B Klassiker. Palace St.Gallen, 22 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15 Uhr und Kino Rosental Heiden 20.15 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt:, Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr Quelques heures de printemps. Yvette steht ihrem Sohn unversöhnlich gegenüber, als sie erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Skyfall. Der neue Bond, ab 14 Jahren. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der ganze Faust II. Szenische Lesung an zwei Abenden. Theater am Kirchplatz Schaan, 20.00 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Der Operndirektor. Opera buffa. Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, 19 Uhr

Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Guten Morgen, du Schöne. Frauenmonologe von Maxie Wander. Rathaus Weinfelden, 20 Uhr New Orleans. Die Geschichte eines Mannes, dessen Hauptbeschäftigung das Unterwegssein geworden ist. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Olga und Pierino. Zweier Circus. Kulturforum Amriswil, 16:30 Uhr Theatersport. Improvisationstheater. Figurentheater St.Gallen, 20 Uhr Theatersport Schauwerk Cup. Improvisationstheater. Kammgarn Schaffhausen, 20:30 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Coirason. Wortakrobatisches Tonturnfest. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Die Lufthunde. Mit Ueli Bichsel und Marcel Joller. Altes Zeughaus Herisau, 20:30 Uhr Duo Luna-tic. Obladiblada. Diogenes Theater Altstätten SG, 20 Uhr Urs Welter: Kanal 13. Die neue Fernsehwelt. Kleintheater Kul-tour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr MUSICAL Rebecca. Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Diogo Graf. Vernissage. Atelier Galerie, St.Gallen, 16 Uhr Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 14 Uhr Kathedrale erleben. Führung. Kathedrale St.Gallen, 10:30 Uhr KINDER Das kalte Herz. Schauspiel. Stadttheater Konstanz, 11 Uhr Die verzauberten Brüder. Weihnachtsmärchen für Kinder ab sechs Jahren. Theater am Kornmarkt Bregenz, 15 Uhr Fridolin. Stück von Tobias Ryser. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Grimm & Co. Der Zauberwettkampf. Theater am Kirchplatz Schaan, 16 Uhr Himmelblau muss heiraten. Ein Spiel mit Puppen. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 15 Uhr Italienische Erzählstunde. Für Kinder ab 3 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 10 Uhr DIVERSES Bignik Nähfestival. Anmeldung über bignik.ch ist erforderlich. Olma Messen St.Gallen, 09 Uhr

SO

13.01

KONZERT Bodan Art Orchestra. Jazz, Salsa, Pop, Rock, Soul. Grabenhalle St.Gallen, 17 Uhr Neujahrskonzert. Blasmusikkonzert, Westmusik St.Gallen und der Musikgesellschaft St.Georgen. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr FILM Der Hobbit, eine unerwartete Reise. Die Vorgeschichte zur Herr der Ringe Trilogie. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr

Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 11 Uhr Herrn Kukas Empfehlungen. Der junge Pole Waldemar reist zum ersten Mal nach Wien. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Le Chat du Rabbi. Trouvaillen jüdischer Filmemacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Quelques heures de printemps. Yvette steht ihrem Sohn unversöhnlich gegenüber, als sie erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 13:15 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 17 Uhr Der ganze Faust II Szenische Lesung an zwei Abenden. Theater am Kirchplatz Schaan, 18 Uhr Der Operndirektor. Der Operndirektor Opera buffa. Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, 16 Uhr Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Othello. Tragödie von William Shakespeare. Theater St.Gallen, 17 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Fünf Frauen am Werk. Vernissage. Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, 11:30 Uhr Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 16 Uhr Hans Breinlinger. Führung. Städtische Wessenberg Galerie Konstanz, 11 Uhr Junge Menschen. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Ottmar Hörl. Führung. Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell, 14 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr KINDER Bremer Stadtmusikanten. Mit Linard Bardill und den Bläserkids Wil. Stadtsaal Wil, 10:30 Uhr Das kalte Herz. Schauspiel. Stadttheater Konstanz, 11 Uhr Die kleinen Superstrolche. Die Bubenbande um Alfalfa hat nichts mit Mädchen am Hut. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Die verzauberten Brüder. Weihnachtsmärchen für Kinder ab sechs Jahren. Theater am Kornmarkt Bregenz, 15 Uhr Fridolin. Stück von Tobias Ryser. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Fünf Freunde I. Abendteuerfilm ab 8 Jahren, Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Himmelblau muss heiraten. Ein Spiel mit Puppen. Kammgarn Hard, Vorarlberg, 15 Uhr Vom Feuerstein zur LED-Birne. Beleuchtung früher und heute. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr Warum guckst du so? Familienführung mit Rahel Flückiger. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 14 Uhr

59 SAITEN 01.13

DIVERSES Bignik Nähfestival. Anmeldung über bignik.ch ist erforderlich. Olma Messen St.Gallen, 09 Uhr Gesprächsrunde und Neujahrsapéro. Mit Stefan Keller und Stephan Bosch. Kunstraum Kreuzlingen, 11 Uhr

MO 14.01 KONZERT Corretto. Songs reduced to the Max. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Eowyn. Von orthodoxen Kirchengesängen über russische Romanzen zu weltbekannten Klavierwerken. Trotte Pfyn, 20 Uhr Migros Kulturprozent Classics. Orchestre de la Suisse Romande. Tonhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Richard Walters. Falsetto, ganz ohne Theatralik. Portier Winterthur, 20 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr THEATER Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr VORTRAG Das Sammelsurium hat seine Grenzen. Über das Entsorgungsrecht des Käufers. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 18:15 Uhr

DI

15.01

KONZERT Konzert mit Violine und Klavier. Andrzej und Lukas Kowalski. Lyceumclub St.Gallen, 15 Uhr Mangoexpress. Latin Covers. Kultur Punkt Flawil, 21 Uhr Zapzarap Ochsentour. Vierstimmiges Theater/A-cappella Ensemble, Schweizerlieder und -texte. Ekkharthof Lengwil-Oberhofen, 19:30 Uhr CLUBBING/PARTY Disaster.bar. From Rock’n’Roll to Indie. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Der Hobbit, eine unerwartete Reise. Die Vorgeschichte zur Herr der Ringe Trilogie. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Der Kratzer. Joanna wird ein Video zugespielt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Inside Piano. Witzige Dokumentation über den Architekten Renzo Piano. Einführung durch Hannes Dubach, Städteplaner, Bern. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Manhatten Murder Mystery. Woody Allens Hitchcock Parodie. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr THEATER Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr

KALENDER

Ja Schatz. Musikalisches Beziehungsdrama. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Heimspiel 2012. Führung. Kunsthalle St.Gallen, 18:30 Uhr VORTRAG Kanada, Leben in der Wildnis. Reportage mit Sabrina und Markus Blum Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr Pilgerbericht. Zu Fuss von der Schweiz nach Jerusalem. Kath. Pfarreiheim St.Martin Bruggen St.Gallen, 19:30 Uhr KINDER Französische Erzählstunde. für Kinder ab 2 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 16 Uhr Grimm & Co. Der Zauberwettkampf. Theater am Kirchplatz Schaan, 10 Uhr DIVERSES Öffentliche Dorfführung. Dorfzentrum, Treffpunkt bei der Tourist Information. Appenzell, 10 Uhr

MI

16.01

KONZERT Andreas Krämer. Geschichten und Chansons. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Forum am Mittwoch. Konzert mit Musikschülern des Musikvereins Weinfelden. Musikschule Weinfelden, 19:30 Uhr Herman van Veen. Mit seinem neuen Programm: Bevor ich es vergesse. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr FILM Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Guets Neus. Schöö, wüescht ond schöwüescht. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Quelques heures de printemps. Mutter Yvette steht ihrem Sohn Alain unversöhnlich gegenüber, als sie unheilbar erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr


KALENDER

16.–19.01.

KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Junge Menschen. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Verdingkinder reden. Fremdplatzierungen damals und heute. Führung. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 17:30 Uhr VORTRAG Natur am Sibni. Felchen und Buntbarsche. Vortrag von Ole Seehausen. Naturmuseum St.Gallen, 19 Uhr KINDER Der Sonnenwecker. Ein Erzählstück über stolze Güggel und schlaue Hühner. Fabriggli Buchs, 16 Uhr Fridolin. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Geschichtenzeit. Für Kinder von 2-6 Jahren in Mundart. Freihandbibliothek St.Gallen, 14:15 Uhr Heidi. Familienstück nach Johanna Spyri. Theater St.Gallen, 14 Uhr DIVERSES Bar & Spiele. Session Room. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Museumsnacht. Le 19 Décervelage, St et Ste Cartouche, Vétérinaires. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

DO

17.01

KONZERT Blue Pearl. Konzert. Restaurant Habsburg Widnau, 21 Uhr Hans Unstern. The Great Hans Unstern Swindle. Spielboden Dornbirn, 21 Uhr The Black Atlantis. Ein kleines Konzert aus Neuseeland. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Badewanne. Bond-Melodien von Dr. No bis Silva. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Courage. Ein Unglück entlarvt das Lügengebäude einer polnischen Familie. Greg Zglinkis neustes Meisterwerk. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr THEATER Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Ente, Tod und Tulpe. Vom Theater Hora. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Ja Schatz. Musikalisches Beziehungsdrama. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr m2. Vier atemberaubende Jongleure auf einer Bühne. Theater am Kirchplatz Schaan, 19 Uhr The Blues Brothers. Musical Show. Fürstenlandsaal Gossau, 20 Uhr

KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Claus von Wagner. Theorie der feinen Menschen. Kammgarn, Vorarlberg, 20:30 Uhr Tivoli Bar. Barbetrieb im Varieté. Tivoli St.Gallen, 20 Uhr TANZ Lucky Seven. Stets geht es um das Glück und den Humor in den sieben Choreografien. Theater Winterthur, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Florian Pumhösl. Führung. Kunsthaus KUB Bregenz, 19 Uhr Werkschau mit Marisa Fuchs. Führung. Atelier Syntharp Lustmühle, 20 Uhr LITERATUR Frühschicht. Lesung mit Manfred Heinrich und einem Gast. Alte Kaserne Winterthur, 06:30 Uhr Rose-Marie Uhlmann, Albin Brun. Lyrik und Schwyzerörgeli. Alte Fabrik Rapperswil, 20 Uhr VORTRAG … einmal wie Juden, einmal wie Christen. Vortrag von Martha Keil. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr

FR

18.01

KONZERT Andreas Krämer. Geschichten und Chansons. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Comme Dieu en France. Chansons, Troubadourlieder und Folk. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr Heidi Happy. On the Hills. Eisenwerk Frauenfeld, 21 Uhr Jersey Julie Band. Rockabilly, Roots Blues, Bluegrass aus den USA.Apérolokal Wein Berneck, 20 Uhr Nadja Zela, Papst & Abstinenzler. Die Zürisumpfblues-Queen und der Johnny Cash vom Munot machen einen drauf. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr Romobil. Appenzell meets Balkan. Altes Kino Mels, 20:15 Uhr S.O.D.A. Stilmix aus zeitgenössischem Songwriting. Kammgarn Hard, 20:30 Uhr Süden. Mit Pippo Pollina, Wer ner Schmidbauer und Martin Kälberer. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Subtil, The Dues, Tobias Kölla. Rockabend mit drei Bands. Grabenhalle St.Gallen, 21:45 Uhr The Great Hans Unstern Swindle. Der Skeptiker im deutschen Songwriterpop. Palace St.Gallen, 21 Uhr Thomaten und Beeren. Rumpelkammermusik mit komischen Texten. Kultur Punkt Flawil, 21 Uhr Unterhaltungsshow. Musikgesellschaft. Restaurant Adler Muolen, 19 Uhr Yuan Trio. Mit Claude Diallo. Alte Fabrik Rapperswil, 20 Uhr FILM Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr

C’est la vie. Vom Leben einer Familie, wie es ist oder zumindest sein könnte. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr Elena. Elena ist nicht einverstanden, dass ihr Mann seine Tochter als Alleinerbin einsetzt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:30 Uhr Twilight Saga. Bi(s)s zum Ende der Nacht 2. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Das Ende vom Geld. Schauspiel von Urs Widmer. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Der Besuch der alten Dame. von Friedrich Dürrenmatt. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Hurra: Knuth & Tucek. Musikalisches Satire-Duo. Kultur im Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Markus Linder. Hinter-Arlberg. Musikkabarett. Kulturlokal 3Eidgenossen Appenzell, 20 Uhr Wyss / Straumann. Das Leben ist ein Heimweg. Kulturforum Amriswil, 20:15 Uhr TANZ Lucky Seven. Stets geht es um das Glück in den sieben Choreografien. Theater Winterthur, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Öffentliche Führung. Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Grandmaster Poetry Slam. Der legendär gewordene Konstanzer Slam. Kulturladen Konstanz, 22 Uhr Kinder schreiben Freundschaftsgeschichten. Lesung und Buchpräsentation. Theater am Kirchplatz Schaan, 18 Uhr VORTRAG Die Gemeinwohl-Ökonomie. Mit Christian Felber. Katharinengasse 11, St.Gallen, 17:30 Uhr DIVERSES 5 Rhythmen tanzen. Mit Beatrice Fischer. Bühne am Gleis in der Kultur-Werkstatt Wil, 20 Uhr

SA

19.01

KONZERT Andreas Krämer. Geschichten und Chansons. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Electro Ferris aka Ferris Hilton. Hip-Hop-Chartstürmer, Schauspieler, Produzent und DJ. Kugl St.Gallen, 21 Uhr Frölein Da Capo. Einfrauorchester aus Willisau. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Musikkollegium Winterthur. Virtuoses Violoncello, Solist Pieter Wispelweg, Leitung Jonathan Morton. Stadthaus Winterthur, 17 Uhr Nordlichter. Musikalische Sagen aus dem Norden. Rathaus Weinfelden, 19:30 Uhr Reverend Beat-Man. One-ManBand. Rümpeltum St.Gallen, 20 Uhr Rock from the Region 4. Regionales Rockfestival. Kulturladen Konstanz, 20 Uhr Romobil. Appenzeller Volksmusik trifft sich mit traditioneller Roma-Musik. Diogenes Theater Altstätten, 20 Uhr Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz. Werke von Sibelius und Rachmaninoff. Kulturzentrum Dreispitz Kreuzlingen, 20 Uhr Sophie Hunger. Schweizer Liedermacherin. Saal am Lindaplatz Schaan, 20 Uhr Trust. Synthpop. Palace St.Gallen, 22 Uhr Tuliaisia. Schwedische Winterlieder. Kunsthaus Glarus, 21 Uhr Vera Kaa. Eine der unverwechselbarsten Stimmen der SchweizerSzene. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Yuan Trio. Mit Claude Diallo, der Sängerin Wen Hui Tsai und dem Bassisten Martjin Vanbuel. Sitterwerk St.Gallen, 19:30 Uhr CLUBBING/PARTY Endstation Club. Gothik and more. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Final Bass. Tanzen, tanzen. Grabenhalle St.Gallen, 22 Uhr Kulturpunkt Disco. Funk, Blues, World, 60, 70. Kultur Punkt Flawil, 20 Uhr Loo & Placido. The Electronic Popstar Killers. Kulturbahnhof Gare de Lion Wil, 22:30 Uhr Schlaflos in Winterthur. DJ Reezm & J.Sayne. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr schwoof.ch. Let your soul fly. Lagerhaus St.Gallen, 21 Uhr FILM Courage. Ein Unglück entlarvt das Lügengebäude einer polnischen Familie. Greg Zglinkis neustes Meisterwerk. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:30 Uhr Der Hobbit, eine unerwartete Reise. Bilbo Beutlin auf der Reise durch Mittelerde. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Hannah Arendt. Das Leben der deutsch-jüdischen Philosophin, Theoretikerin und Publizistin. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15 Uhr Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr THEATER Dantons Tod. Von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr

Das Herz eines Boxers. Stück von Lutz Hübner. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Der Besuch der alten Dame. Von Friedrich Dürrenmatt. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Operndirektor. Opera buffa in zwei Akten. Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, 19 Uhr Ente, Tod und Tulpe. Vom Theater Hora. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Frohe Feste. Neue Produktion der Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr Si Jamais. Musikhumor für alle Lebenslagen. Asselkeller Schönengrund, 20:15 Uhr Theater Colori. Alles zum Thema Alter und Altern. A Bewegungsraum St.Gallen, 19:30 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Die Lufthunde. Ueli Bichsel und Marcel Joller-Kunz. Löwenarena Sommeri, 20:30 Uhr Hanspeter Müller-Drossaart. Mit dem Programm «Menu» 3. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Hurra: Knuth & Tucek. Musikalisches Satire-Duo. Kultur im Bären Häggenschwil, 20:15 Uhr Ohne Rolf. Unferti. Eisenwerk Frauenfeld, 20 Uhr TANZ Lucky Seven. Stets geht es um das Glück und den Humor in den sieben Choreografien. Theater Winterthur, 19:30 Uhr MUSICAL Rebecca. Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Sangallensia IV. Finissage. Galerie Christian Roellin St.Gallen, 14 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Franz Hohler. Spaziergänge. Gasthaus Rössli Mogelsberg, 20:15 Uhr KINDER Arabische Erzählstunde. Für Kinder ab 3 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 13 Uhr Franz Hohler. Es war einmal ein Igel – Familienprogramm. Gasthaus Rössli Mogelsberg, 16 Uhr Kinderclub. Jedes Kind möchte glücklich sein – warum Kinder auch Rechte haben. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Schneewittchen. Figurentheater. Eisenwerk Frauenfeld, 15 Uhr Schneewittchen. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr DIVERSES Klangspaziergang und Klanginstallation. Mit Andres Bosshard und Manuela Hitz. Palais Bleu Trogen, 16 Uhr

60 SAITEN 01.13


20.–22.01.

Ederlezi und Zäuerli

Die Ökonomie des Gemeinwohls

Romobil im Alten Kino Mels

Christian Felber kommt in die FreihandbiblioAppenzeller Volksmusik trifft sich mit tradi- thek St.Gallen tioneller Roma-Musik aus dem Balkan. Jeder Auch in der Schweiz sind sich viele Menschen bringt etwas mit. Sei es ein virtuoses serbi- bewusst, dass sich auf politischem und wirtsches Akkordeon, eine swingende Geige, ein schaftlichem Gebiet Grundsätzliches bewegen experimentierfreudiges Hackbrett, Romalie- muss. Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) der oder Arrangierlust. Daraus entsteht eine ist ein Gegenvorschlag, ein alternatives Wirtneue Musik, in der bekannte Elemente wie schaftsmodell, welches bei Werten wie MenEderlezi und Zäuerli aufeinandertreffen. Es schenwürde, Solidarität und Demokratie einmusizieren: Töbi Tobler (Hackbrett, Gesang), hakt. Entstanden ist sie aus der Attac, und ihr Goran Kovacevic (Akkordeon), Matthias Lin- bekanntester Verfechter ist der Wiener Chriscke (Violine), Gavro Nikolic (Violine, Ge- tian Felber. Nach St.Gallen eingeladen hat ihn sang), Demco Bajramovic (Gitarre, Gesang), die kürzlich gebildete Ostschweizer Initiative Stefan Baumann (Violoncello) und Patrick «GWÖ SG, AI, AR». Nach dem Vortrag des Kessler (Kontrabass). Pioniers gibt es eine offene Diskussionsrunde zum Gemeinwohl. Freitag, 18. Januar, 20.15 Uhr, Altes Kino Mels. Mehr Infos: www.alteskino.ch

SO 20.01 KONZERT Ittinger Sonntagskonzert 03. Werke von Mozart, Chopin, Ravel und Lutoslawski. Kartause Ittingen Warth, 11:30 Uhr Jazz-Matinee. Mit Dixie Kids. Theater Winterthur, 10:30 Uhr Neujahrskonzert der Knabenmusik St.Gallen. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr Nordlichter. Musikalische Sagen aus dem Norden mit dem Sinfonischen Orchester Arbon. Gemeindesaal Steinach, 17 Uhr Perpetuum Mobile. Konzert für neun Barockinstrumente und drei Druckmaschinen. Niedermanndruckerei Winkeln. St.Gallen, 17 Uhr Warum nicht ruhig sein? Das Ensemble TaG hat für den Liederabend eine Auswahl von Walser-Vertonungen zusammengestellt. Theater am Gleis Winterthur, 17 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen eine Kindheit zu zerbrechen. Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Inside Piano. Dokumentation über den Architekten Renzo Piano. Kinok, Lokremise St.Gallen, 11 Uhr Punk Jews. Trouvaillen jüdischer Filmemacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Quelques heures de printemps. Mutter Yvette steht ihrem Sohn Alain unversöhnlich gegenüber, als sie unheilbar erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 13:15 Uhr

Captain Beefheart auf Helium

Kokette Landpomeranze

The Great Hans Unstern Swindle im Palace

Frölein Da Capo im fabriggli in Buchs

Der grosse Pop-Mystiker und Sprachskeptiker lädt ein in eine wundersame, unerhörte Welt zwischen Diskurs-Pop, Rock, R&B, Improv-Rummelplatz und verwunschenem Folkblues. Hier bläst die volkstümliche Tuba zur Haltsmaultrommel. Es schämen sich sogar die Blattläuse. Hans Unstern, das ist Captain Beefheart auf Helium, ist mit neuer Platte samt einem Gedichtband («Hanky Panky Know How») auf Tournee. Denn wie heisst es auf dem Umschlag des Buches so schön: «‹Du bist ein Dichter› haben sie zu Hans Unstern gesagt; und seither versucht er, das zu werden, wofür andere ihn halten.»

Seit 2007 ist Frölein Da Capo als Einfrauorchester unterwegs und spielt abendfüllende Konzerte. Einem grösseren Publikum bekannt, wurde das Frölein durch ihr Mitwirken in der Sendung Giacobbo/Müller. Neben ihrer Stimme kommen Euphonium, Trompete, Gitarre und Klavier zum Einsatz. Mit einem Loopgerät kann sie Live-Sequenzen einsingen oder -spielen und wiedergeben. In den selbst komponierten oder adaptierten Songs kokettiert das Frölein Da Capo mit dem Landpomeranzen-Dasein und sinniert über das Leben und seine Unzulänglichkeiten.

Freitag, 18. Januar, 21 Uhr, Palace St.Gallen. Mehr Infos: www.palace.sg

Samstag, 19. Januar, 20 Uhr, werdenberger kleintheater fabriggli Buchs. Mehr Infos: www.fabriggli.ch

Freitag, 18. Januar, 17.30 Uhr, Freihandbibliothek St.Gallen. Mehr Infos: www.ostschweiz.gwoe.net

THEATER Dantons Tod. Von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 18 Uhr Der Operndirektor. Opera buffa. Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, 16 Uhr Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 14:30 und 19.30 Uhr Frohe Feste. Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 17:15 Uhr Theater Colori. Alles zum Thema Alter und Altern. A Bewegungsraum St.Gallen, 17 Uhr KABARETT Bundesordner 2012. Ein satirischer Jahresrückblick. Casinotheater Winterthur, 17 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Giordano Gelli / Veronique Bovet. Führung. Museum im Lagerhaus St.Gallen, 11 Uhr Heimspiel 2012. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 11 Uhr und 13 Uhr Junge Menschen. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11:30 Uhr Sammler sammeln für das Museum. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 11:30 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses Theater Parfin de siècle St.Gallen, 17:30 Uhr VORTRAG Kultur am Sonntag. Aufwachsen ohne Zuhause, Margrith Walliser erinnert sich. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 11 Uhr KINDER Das kalte Herz. Kindertheater. Stadttheater Konstanz, 11 Uhr

Die kleinen Superstrolche. Die Bubenbande hat nichts mit Mädchen am Hut. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Ein toller Hecht. Famlilienbanden bei den Fischen. Familienführung durch die Ausstellung Fische. Naturmuseum St.Gallen, 10:15 Uhr Schneewittchen. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Tinker Bell. Das Geheimnis der Feenflügel. Ab 6 Jahren, Kino Rosental Heiden, 15 Uhr Tösstaler Marionetten. Lubomir, mit Werner Bühlmann und Mariann Amstutz. Chössi-Theater Lichtensteig, 17 Uhr DIVERSES DRS 1 Persönlich. Live zu Gast in der Lokremise St.Gallen, 10 Uhr

MO 21.01 KONZERT Annalise Bereiter. From Tango to Chick Corea. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Franky Silence & Ghost Orchestra. Marimba, Banjo & wehmütige Klarinetten aus Luzern. Portier Winterthur, 20 Uhr Glauser Quintett. Literaturkonzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr FILM Chungking Express. Film über Hongkong. Cineclub Kino Rex St.Gallen, 20 Uhr Oh Boy. 24 Stunden im Leben Nikos und der Stadt, in der er lebt: Berlin. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Quelques heures de printemps. Mutter Yvette steht ihrem Sohn Alain unversöhnlich gegenüber, als sie unheilbar erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

61 SAITEN 01.13

KALENDER

THEATER Das Ende vom Geld. Schauspiel von Urs Widmer. Lokremise St.Gallen, 19:30 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr KABARETT Frischlingsparade. Die zukünftigen Stars der Kleinkunst bei Marco Fritsche. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr TANZ Gauthier Dance. Lucky Seven. Dance Company Theaterhaus Stuttgart. Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr LITERATUR Scharfer Blick für einfache Dinge. Klaus Merz in der Bibliothek Gais. Schulhaus Dorf Gais, 19:30 Uhr VORTRAG Mit Kunst die Welt besser ertragen. Ein Lichtbildvortrag über das, was Kunst so alles kann. Im Rahmen der Ausstellung von Anita Zimmermann. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 18:15 Uhr

DI

22.01

CLUBBING/PARTY Disaster.bar. Post-Rock Ambient & Electrofunk. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Beasts of the Southern Wild. Ein wahres Biest von einem Film, archaisch und stürmisch. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

Guets Neus. Schöö, wüescht ond schöwüescht. Kino Rosental Heiden, 14:15 Uhr Hannah Arendt. Das Leben der deutsch-jüdischen Philosophin, Theoretikerin und Publizistin. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Huit Femmes. Französische Kriminalkomödie. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr Jew by Choice. Dokumentation über drei Deutsche, die zum Judentum konvertieren wollen. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr THEATER Before your very eyes. Sieben Kids setzen sich in einem einseitig verspiegelten Glashaus unseren Blicken aus. Saal am Lindaplatz Schaan, 20 Uhr Das Land des Lächelns. Operette von Frant Lehár. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr Filmriss. Junges Theater Liechtenstein. Theater am Kirchplatz Schaan, 10 Uhr KABARETT Zweierleier. Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller Abschiedstournee. Casinotheater Winterthur, 19:30 Uhr TANZ Gauthier Dance. Lucky Seven. Dance Company Theaterhaus Stuttgart Stadttheater Schaffhausen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Bendicht Fivian. Führung. Kunstmuseum Winterthur, 18:30 Uhr Kathedrale erleben. Führung. Kathedrale St.Gallen, 16 Uhr


22.–26.01. LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Kunst-Krimi-Abend. Kriminalgeschichten. Städtische WessenbergGalerie Konstanz, 19 Uhr DIVERSES Öffentliche Dorfführung. Dorfzentrum, Treffpunkt bei der Tourist Information. Appenzell, 10 Uhr

MI 23.01 KONZERT Glauser Quintett. Literaturkonzert. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Laufender Hund. Rhythmisches Sprechen, Gesang, elektronische Clusters. B-Post Bar St.Gallen, 20 Uhr Plurism. Jazz am Mittwoch. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr FILM Courage. Ein Unglück entlarvt das Lügengebäude einer polnischen Familie. Greg Zglinkis neustes Meisterwerk. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Homevideo. Drama über Mobbing und die Medialisierung aller Lebensbereiche. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Quelques heures de printemps. Mutter Yvette steht ihrem Sohn Alain unversöhnlich gegenüber, als sie unheilbar erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Der Besuch der alten Dame. Von Friedrich Dürrenmatt. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Messias. Schauspiel von Patrick Barlow. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Filmriss. Junges Theater Liechtenstein. Theater am Kirchplatz Schaan, 20 Uhr Frohe Feste. Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr KABARETT Bundesordner 12. Ein satirischer Jahresrückblick. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Elke Maria Riedmann. Spielt ein Stück von Rosemie Warth. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr Zweierleier. Birgit Steinegger und Walter Andreas Müller Abschiedstournee. Casinotheater Winterthur, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Hans Breinlinger. Führung. Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, 15 Uhr Yto Barrada – Riffs. Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr

LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr Carl Weissner Revisited. Gedenklesung für den grossen Übersetzer, Herausgeber und Autor mit Anna Böger und Florian Vetsch. Palace St.Gallen, 20.30 Uhr VORTRAG Sänger, Kulissen, Emotionen. Vortrag und Probenbesuch für Schulklassen. Theater St.Gallen, 9:30 Uhr Theaterskandal in der Alpenrepublik. Schauspieler Bruno Riedl über «Heldenplatz» von Thomas Bernhard. Alte Stuhlfabrik Herisau, 19:30 Uhr KINDER Feuer und Licht. Wie wir die Dunkelheit verbannten. Historisches und Völkerkundemuseum St.Gallen, 14 Uhr Schneewittchen. Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Ungarische Erzählstunde. Für Kinder ab 3 Jahren. Freihandbibliothek St.Gallen, 15 Uhr DIVERSES Museumsnacht. Le 26 Décervelage, Escrime. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr Talk im Kaffeehaus. Bettina Castaño und Gallus Hufenus. Kaffeehaus St.Gallen, 20:00 Uhr

DO 24.01 KONZERT Andrina. Singer-Songwriterin. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr Downhill - under construction. Patrick Kessler, Kontrabass und Stefan Baumann, Violoncello. Altes Zeughaus Teufen, 17 Uhr Festival Innovantiqua. Mit der Grupo Anima aus Brasilien. Ref. Kirche St.Arbogast Winterthur, 19:30 Uhr Giantree. Ein kleines Konzert aus Austrien. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Never Say Die. Support Alory & Clint. Club Conrad Sohm Dornbirn, 21 Uhr Romobil. Appenzell meets Balkan. Palace St.Gallen, 20:30 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr THEATER Before your very eyes. Sieben Kids setzen sich in einem einseitig verspiegelten Glashaus unseren Blicken aus. Saal am Lindaplatz Schaan, 20 Uhr Dantons Tod. Von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Filmriss. Junges Theater Liechtenstein. Theater am Kirchplatz Schaan, 10 Uhr

Frohe Feste. Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Love, Marilyn. Ein Theaterstück von und mit Hanna Scheuring. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr KABARETT Bundesordner 12. Ein satirischer Jahresrückblick 2012. Stadttheater Schaffhausen, 20 Uhr Martin Zingsheim. Kabarett und Zukunftsmusik. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Simon Enzler. Vestolis. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr Timo Wopp. Passion. Theater an der Grenze Kreuzlingen, 20 Uhr Tivoli Bar. Barbetrieb im Varieté. Tivoli St.Gallen, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Gilles Rotzetter «new works». Vernissage. Galerie Paul Hafner St.Gallen, 18 Uhr Prostor Oblik. Führung. Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz, 18 Uhr Werkschau Syntharp. Führung. Atelier Syntharp Lustmühle, 20 Uhr LITERATUR Sagenhaft. Mit Valeria Küng. Geschichten aus dem Alpstein für Erwachsene. Appenzeller VolkskundeMuseum Stein, 19:30 Uhr VORTRAG Guten Morgen, du Schöne. Lebensporträts von Frauen zwischen 16 und 92 aus verschiedensten Gesellschaftsschichten Deutschlands. Fabriggli Buchs, 20 Uhr Neue religiöse Bewegungen und altbekannte Fragen nach dem Sinn. Vortrag von El Awadalla aus Wien. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr

FR

25.01

KONZERT Amusement Parks on Fire. Rock Avantgarde aus UK. Kulturbahnhof Gare de Lion Wil, 21 Uhr Cecilia Arellano und Band. Eine Erfindung zwischen Mythos, Oper und brasilianischem Karneval. Festival Innovantiqua. Fabrikkirche Töss, 21 Uhr Che Sudaka. Worldmusic-Punk aus Barcelona. Spielboden Dornbirn, 20:45 Uhr Ensemble Turicum. Christliche, jüdische und islamische Musik Portugals. Festival Innovantiqua. Reformierte Kirche Töss, 19 Uhr Gavin James. Irish Folk. Apérolokal Wein Berneck, 20 Uhr J.S.Bachstiftung. Kantate BWV 144. Reflexion: Gerhard Walter. Evang. Kirche Trogen, 19 Uhr Mario Santamaria. Rock, Pop, Funk von 1960 bis heute und eigene Songs. Kultur Punkt Flawil, 21 Uhr Musikkollegium Winterthur. Musik über Mittag. Stadtkirche Winterthur, 12:15 Uhr Musikkollegium Winterthur. Kammermusik aus der Schweiz. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Radi. Rock. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Smiling Toasters. Music Comedy aus dem Rheintal. Kulturbar RABBar Trogen, 20 Uhr

63 SAITEN 01.13

Tuliaisia 2. Schwedenmusik-Kapelle. Kaffeehaus St.Gallen, 20 Uhr CLUBBING/PARTY Altstadt Swing. Mit Lindy-Hop Crashkurs. Alte Kaserne Winterthur, 21 Uhr Semesterend Party KSBG. Tanzen tanzen. Kugl St.Gallen, 20 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 22 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Inside Piano. Witzige Dokumentation über den Architekten Renzo Piano. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17 Uhr Urs Fischer. Der Schweizer Künstler feiert mit seinen Zeichnungen, Objekten und Installationen seit Jahren internationale Erfolge. Kulturcinema Arbon, 20:30 Uhr Vergiss mein nicht. David Sieveking dokumentiert zärtlich die Alzheimerkrankheit seiner Mutter. Vorpremiere in Anwesenheit des Regisseurs. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19 Uhr THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Schauspiel von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 19:30 Uhr Der Besuch der alten Dame. von Friedrich Dürrenmatt. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Mensch erscheint im Holozän. Gastspiel nach Max Frisch. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Filmriss. Junges Theater Liechtenstein. Theater am Kirchplatz Schaan, 19 Uhr Frohe Feste. Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Jugendclub momoll: Spring. Schauspiel. Fassbühne Schaffhausen, 20 Uhr Love, Marilyn. Ein Theaterstück von und mit Hanna Scheuring. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Theatersport. Die Freischwimmer vs. Gastmannschaft. Theater am Gleis Winterthur, 20 Uhr KABARETT Simon Enzler. Vestolis. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr Stermann & Grisseman. Das neue Bühnenprogramm. Altes Hallenbad Feldkirch, 20:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Öffentliche Führung. Museum Appenzell, 14 Uhr Plat(t)form 2013. Führung. Fotomuseum Winterthur, 19:30 Uhr LITERATUR An Einspänner bittschen. Lieder, Geschichten und Textsplitter aus der Welt des Kaffeehauses. Theater Parfin de siècle St.Gallen, 20 Uhr DIVERSES Italienisches Sprachencafé. Kino Rosental Heiden, 18:30 Uhr Spiel.Wiese. Das Spiel mit dem Ping. Kraftfeld Winterthur, 21 Uhr

KALENDER

S A 26.01 KONZERT 3nd January Rock. Alles was ein Rock-Herz in einer kalten Januar-Nacht erwärmt. Grabenhalle St.Gallen, 19:30 Uhr Distant Bells. Tribute to Pink Floyd. Kammgarn, Vorarlberg, 20:30 Uhr Eliane. Das grosse Schweizer Talent. Pentorama Amriswil, 19:30 Uhr Ensemble La Chimera. Die Leidneschaft von Madrigalen und Tango. Festival Innovantiqua. Ref. Kirche St.Arbogast Winterthur, 19:30 Uhr Festival Innovantiqua. Abschlussparty mit der Grupo Anima in der Fabrikkirche Töss, 22 Uhr Glauser Quintett. Inspiriert von Hannes Binders illustrierter Ausgabe der Knarrenden Schuhe. Chössi-Theater Lichtensteig, 20:15 Uhr Tinu Heiniger. Und seine Allstarband. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr CLUBBING/PARTY Modestep DJ Set. Dub, D’n’B, Techno. Kugl St.Gallen, 20 Uhr Rap History. 1998. Palace St.Gallen, 22 Uhr Sputnik. DJ Malcolm Spector, Lounge Lizard & The Trottles of Dead. Kraftfeld Winterthur, 22 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Lokremise St.Gallen, 21:30 Uhr und Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Die Wand. Eine Frau wird durch eine Glaswand von der Welt abgeschnitten. Kinok, Lokremise St.Gallen, 19:15 Uhr Jew by Choice. Dokumentation über drei Deutsche, die zum Judentum konvertieren wollen. Spielboden Dornbirn, 19:30 Uhr R E K LA M E


26.–30.01.

KABARETT Bernd Kohlhepp. Die Räuber oder so. Hotel Löwen Appenzell, 20 Uhr Simon Enzler. Vestolis. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr Sternmann & Grissemann. Neues Programm. Casino Herisau, 20 Uhr MUSICAL Christine Lather. 8er Himmel. Chansons. Kultour auf Vögelinsegg Speicher, 18 Uhr Rebecca. Musical von Michael Kunze und Sylvester Levay. Theater St.Gallen, 19:30 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Mäddel Fuchs und Marisa Fuchs. Finissage. Atelier Syntharp Lustmühle, 16 Uhr Plat(t)form 2013. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11 Uhr Schürzen und Schoosse. Vernissage der Fotoausstellung von Luzia Broger. Museum Appenzell, 20 Uhr LITERATUR Kamingeschichten. Kulturschaffende aus Winterthur lesen ihre Lieblingsgeschichte vor. Alte Kaserne Winterthur, 20:30 Uhr KINDER Schneewittchen. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr DIVERSES Djembe-Treffen. Mit Ananda Geissberger. Kultur Punkt Flawil, 15 Uhr

SO

27.01

KONZERT Eleni Mandell. Alternative, Pop, und Folkmusik. Palace St.Gallen, 21 Uhr Kat Frankie. Liedermacherin. Kulturladen Konstanz, 20:30 Uhr Kollegi Chor Appenzell. Requiem von Gabriel Fauré, op. 48. Kapuzinerkloster Appenzell, 19:30 Uhr

FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 13:15 Uhr Courage. Ein Unglück entlarvt das Lügengebäude einer polnischen Familie. Greg Zglinkis neustes Meisterwerk. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18 Uhr Der Kratzer. Joanna wird ein Video zugespielt, das ihren Mann als Geheimdienst-Offizier denunziert. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20 Uhr El Abrazo Partido. Trouvaillen jüdischer Filmemacher. Gaswerk Winterthur, 19:30 Uhr Hannah Arendt. Ab 14 Jahren, Kino Rosental Heiden, 19:15 Uhr Quelques heures de printemps. Mutter Yvette steht ihrem Sohn Alain unversöhnlich gegenüber, als sie unheilbar erkrankt. Kinok, Lokremise St.Gallen, 11 Uhr THEATER Der Mensch erscheint im Holozän. Gastspiel nach Max Frisch. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Der Operndirektor. Opera buffa. Evang. Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, 16 Uhr Eine Nacht in Venedig. Operette von Johann Strauss. Theater St.Gallen, 14:30 und 19 Uhr TANZ I would prefer not to. Präsentiert vom Kollektiv Dialoge. Grabenhalle St.Gallen, 19 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Anita Zimmermann. Führung. Kulturraum am Klosterplatz St.Gallen, 16 Uhr Hans Breinlinger. Führung. Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz, 11 Uhr Plat(t)form 2013. Führung. Fotomuseum Winterthur, 11 Uhr LITERATUR Peter Eggenberger. Mundartgeschichten. Alte Stuhlfabrik Herisau, 15 Uhr VORTRAG Matinée zu La finta giardiniera. Einführung in die Oper von W.A. Mozart. Theater St.Gallen, 11 Uhr KINDER Die kleinen Superstrolche. Die Bubenbande hat nichts mit Mädchen am Hut. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Michel aus Lönneberga. Ein musikalisches Theater für Klein und Gross. Casinotheater Winterthur, 11 und 14 Uhr Pinocchio. Für Kinder ab 5 Jahren. Theater am Gleis Winterthur, 15 Uhr Schneewittchen. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr Tinker Bell. Das Geheimnis der Feenflügel. Ab 6 Jahren, Kino Rosental Heiden, 20 Uhr Tino Flautino, der Märchenprinz. Ab vier Jahren. Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Antonio Vivaldi. Stadthaus Winterthur, 11 Uhr

Einzelheiten und Tarife im Internet: www.saiten.ch/werbung

THEATER Alle Lust will Ewigkeit. Ein schaurig sinnlicher Liederabend. Tröckneturm St.Gallen, 20 Uhr Dantons Tod. Von Georg Büchner, Regie Wolfram Mehring. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der Besuch der alten Dame. von Friedrich Dürrenmatt. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Frohe Feste. Bühni Wyfelde. Theaterhaus Thurgau Weinfelden, 20:15 Uhr Gaias Garten. Symbolische Fantasie über die Jahreszeiten und das Geborenwerden. Theater am Gleis Winterthur, 15 Uhr Love, Marilyn. Ein Theaterstück von und mit Hanna Scheuring. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr

Wiener Johanns Strauss KonzertGala. Operettenmelodien, Walzer, Polkas und Märsche der Strauss-Dynastie. Tonhalle St.Gallen, 17 Uhr

Sparen Sie nicht am falschen Ort! Werben Sie im SAITEN.

KALENDER

Searching for Sugar Man. Auf den Spuren des mysteriösen Musikers Sixto Rodriguez. Kinok, Lokremise St.Gallen, 17:15 Uhr Twilight Saga, Bi(s)s zum Ende der Nacht 2. Ab 12 Jahren. Kino Rosental Heiden, 17:15 Uhr

Danger of Light

Theater um das Alter

Sophie Hunger in Schaan

Das Theater COLORi im Sala St.Gallen

«Es sind nun bereits 1,5 Jahre her, seit die ‹1983› Tour ein Ende nahm. In dieser Zeit hab ich mich verwickelt, verirrt und vergeben in ‹The Danger of Light›, mit dem ich nun gerne wieder in Eurem Leben auftauchen möchte» schreibt Sophie Hunger auf ihrer Homepage. Und viele wollen sie zurück in ihrem Leben haben. Das Doppelkonzert im Dezember im Palace war im Nu ausverkauft. Wer für die begehrten Konzerte kein Ticket mehr bekommen hat, der hat nun noch die Chance, sich rechtzeitig Karten für ihr einziges Konzert in Liechtenstein zu sichern: 00423 237 59 69.

Eine Reinigungsequipe, eine Forschungsgruppe, ein Rentner am Jasstisch, Pflegefachleute, das Verkaufsteam der Firma «Lejeune & Schön» und andere machen sich laut und leise, vehement und schüchtern, ernsthaft und humorvoll Gedanken über das Alter, das Altern, das Sterben und den Tod. Die ausgewählten Szenen aus dem Theatermenü vom Theater Colori werden schön der Reihe nach serviert. Zum Dessert gibts schaumig geschlagenen Pflegehorror in zwei Variationen mit Happy End. Für die leeren Mägen steht nach der Premiere ein arabisches Buffet bereit.

Samstag, 19. Januar, 20 Uhr, Saal am Lindaplatz Schaan. Mehr Infos: www.tak.li

MO 28.01 KONZERT Je ne regrette rien. Mit Chansons von Charles Aznavour, Yves Montand u.a. Theater am Gleis Winterthur, 20:15 Uhr Klee-Musik weltweit. Ensemble Sortisatio. Kunstmuseum Winterthur, 20 Uhr Thomas Scheytt. Klassiker des Blues, Boogie Woogie auf dem Piano. Restaurant Park Flawil, 20 Uhr Toby Strozzini. Singer & Songwriter. Portier Winterthur, 20 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr KINDER Der Traumschlüssel. Eine Reise an der Grenze zwischen Puppentheater, Tanz und Bildender Kunst. Theater am Kirchplatz Schaan, 10 Uhr

DI

29.01

KONZERT Rea Garvey. Support: Ryan Sheridian. Event Center Hohenems, 21 Uhr CLUBBING/PARTY Disaster.bar. Editanstalt. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr

Samstag, 19. Januar, 19.30 Uhr; Sonntag, 20 Januar, 17 Uhr, Sala (Gottfried-Keller-Strasse 40) St.Gallen. Mehr Infos: www.colori.ch

Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kino Rosental Heiden, 20:15 Uhr Herrn Kukas Empfehlungen. Der junge Pole Waldemar reist zum ersten Mal nach Wien, das einige Abenteuer bereithält. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Komm süsser Tod. Krimigroteske. Kino Loge Winterthur, 20:30 Uhr THEATER Comedian Harmonists. Ein neuer Frühling. Ein szenischer Konzertabend. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr Der kleine schwarze Niederdorf-Hecht. Opéra fidelio in einem Akt für Paul Burkhard. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr Les liaisons dangereuses. Nach dem Briefroman von Choderlos de Laclos. Theater Winterthur, 19:30 Uhr KABARETT Coirason. Wortakrobatisches Tonturnfest. Klibühni – das Theater Chur, 20:30 Uhr LITERATUR Texte von Corinna S. Bille. Mit Eva Bachmann. Lyceumclub St.Gallen, 15 Uhr DIVERSES Öffentliche Dorfführung. Dorfzentrum, Treffpunkt bei der Tourist Information. Appenzell, 10 Uhr

MI 30.01 KONZERT Emily Wells. Bullaugenkonzert Nr. 31. Grabenhalle St.Gallen, 21 Uhr Jazz Now, Grand Pianomarax. Eisenwerk Frauenfeld, 20:15 Uhr

Musikkollegium Winterthur. Honegger – nur dem Besten. Stadthaus Winterthur, 19:30 Uhr Trio Landolt. Frischer kontemporärer Modernjazz. Stickerei St.Gallen, 20 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Courage. Ein Unglück entlarvt das Lügengebäude einer polnischen Familie. Greg Zglinkis neustes Meisterwerk. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:30 Uhr Kurz & Knapp. Europäische Kurzfilme: Kurzfilm Kontra Krise. Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr Show People. Peter Madsen and CIA play Silent Movies. Spielboden Dornbirn, 20:15 Uhr THEATER Comedian Harmonists. Ein szenischer Konzertabend. Stadttheater Konstanz, 15 Uhr Dantons Tod. Von Georg Büchner. Stadttheater Konstanz, 19 Uhr Das Herz eines Boxers. Stück von Lutz Hübner. Theater am Kornmarkt Bregenz, 19:30 Uhr Der kleine schwarze Niederdorf-Hecht. Opéra fidelio in einem Akt für Paul Burkhard. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr KABARETT Rolf Schmid. Bündner Komiker. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr KUNST/AUSSTELLUNGEN Ante Timmermans. Ante Post Ante. Führung. Kunstmuseum St.Gallen, 18:30 Uhr

64 SAITEN 01.13


30.–31.01.

Scharfer Blick für einfache Dinge

«nuevo mundo antiguo»

Willkommen Österreich

Das Festival Innovantiqua in Winterthur

Stermann und Grissemann im Casino Herisau

Der Schriftsteller Klaus Merz in Gais

Fünf Ensembles und Künstlerinnen und Künstler aus Brasilien, Argentinien, Spanien, Deutschland, Italien und der Schweiz verbinden mit ihrer Musik die alte Welt Europa mit der neuen Welt Lateinamerika. Das dreitägige Festival Innovantiqua bietet neben sechs Konzerten und musikalischen Workshops zwei konzerteinführende Podiumstalks zum Thema Nachhaltigkeit in Kunst und Kultur. Als Ensemble in Residence wird die siebenköpfige Grupo Anima aus Saõ Paulo das Festival mit traditionell indianischer Musik Brasiliens und alter Musik Spaniens und Portugals eröffnen.

Klaus Merz, geboren 1945 in Aarau, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Unterkulm. Er schreibt Lyrik und Prosa und hat sich mit schmalen, aber gewichtigen Büchern in die deutschsprachige Literatur der Gegenwart eingeschrieben. Der Ton, die schnörkellose und poetische Sprache, die Melancholie und Skepsis, der hintergründige Witz und das Spielerische sind das, was sein Schreiben ausmachen. 2012 wurde er mit dem renommierten Friedrich-Hölderlin-Buchpreis ausgezeichnet. Die Bibliothek Gais hat ihn zu einer Lesung in den Singsaal des Dorfschulhauses eingeladen. Montag, 21. Januar, 19.30 Uhr, Dorfschulhaus Gais. Mehr Infos: www.bibliogais.ch

Junge Menschen Führung. Fotomuseum Winterthur, 18:30 Uhr KINDER Schneewittchen. Für Kinder ab 5 Jahren. Figurentheater St.Gallen, 14:30 Uhr DIVERSES Museumsnacht. Le 5 Gueules, Ste Gale, Abbesse. Point Jaune Museum St.Gallen, 19 Uhr

DO

31.01

KONZERT Brigitte Oelke. Solo-Konzert mit Hits aus Rock und Pop, sowie Musical songs. Lokremise St.Gallen, 20 Uhr Downhill - under construction. Patrick Kessler, Kontrabass und Stefan Baumann, Violoncello. Altes Zeughaus Teufen, 17 Uhr Filipa Cardoso. Die Nacht des Fado. Spielboden Dornbirn, 20:30 Uhr CLUBBING/PARTY Badewanne. DJ Hermes Conrad Reggae, Soul and other British favorites Kraftfeld Winterthur, 20 Uhr FILM Blancanieves. Schneewittchen als Stierkämpferin im Spanien der 20erJahre. Kinok, Lokremise St.Gallen, 18:15 Uhr Broken. Die Probleme der Erwachsenen drohen die Kindheit der elfjährigen Skunk zu zerstören. Kinok, Lokremise St.Gallen, 20:30 Uhr Hiver Nomade. Carole und Pascal treiben eine Schafherde durch die winterliche Schweiz. Kinok, Lokremise St.Gallen, 15:30 Uhr THEATER Der kleine schwarze Niederdorf-Hecht. Opéra fidelio in einem Akt für Paul Burkhard. Casinotheater Winterthur, 20 Uhr

Donnerstag, 24., bis Samstag, 26. Januar, Diverse Orte Winterthur. Mehr Infos: www.innovantiqua.ch

Kasimir und Karoline. Volksstück von Ödön von Horvath. Gastspiel Staatstheater Stuttgart. Theater Winterthur, 19:30 Uhr Romeo und Julia. Stück von William Shakespeare. Stadttheater Konstanz, 20 Uhr KABARETT Maria Neuschmid. Garage. Kammgarn, Vorarlberg, 20 Uhr Rolf Schmid. Bündner Komiker. Kellerbühne St.Gallen, 20 Uhr Tivoli Bar. Barbetrieb im Varieté Tivoli St.Gallen, 20 Uhr MUSICAL Brigitte Oelke – The Private Session. Rock, Pop und Musicalsongs. Theater St.Gallen, 20 Uhr LITERATUR Vorsicht Gruusel. Musikalisch szenische Lesung für Erwachsene. Alte Fabrik Rapperswil, Uhr VORTRAG Grönland, Patagonien, Himalaya. Live Reportage mit Roger Schäli. Stadtsaal Wil, 19:30 Uhr DIVERSES Konversion, Liebe und Judentum. Michal und Dana Kobsa im Gespräch mit Katarina Holländer. Jüdisches Museum Hohenems, 19:30 Uhr

Inside-Outside-Jazz

Trio Landolt – Massey – Landolt in Mit seinem letzten Programm «Die deutsche der Stickerei St.Gallen Kochschau» trat er bis jetzt vor insgesamt Im Trio haben sich zwei ausgefuchste Pro825‘000 begeisterten Zuschauern auf. Seine fis, Albert Landolt (Altsaxophon/Flöte) und Fernsehsendung «Willkommen Österreich» Chris Massey (Schlagzeug) mit dem vielverist so erfolgreich, dass er als einziger Fernseh- sprechenden Nachwuchsmusiker und Sohn schaffender freiwillig auf die Auszeichnung von Albert Landolt, Ramon Landolt (Piano/ «Romy» verzichten kann. Jetzt hat Dirk Ster- Synthesizer), zusammengetan. Das Ergebnis mann ein neues Programm. In «Stermann» ist frischer, kontemporärer Modernjazz mit werden alle wichtigen Fragen rund um seine komplexer Polyrhythmik, Inside-OutsideExistenz beantwortet. Wie schon in den letz- Playing, ungeraden Taktarten, asymmetriten Programmen in einer kleinen Nebenrol- schen Takteinheiten und Multitonalitäten. le zu sehen: Christoph Maria Grissemann. Das Trio, das am letzten Januar-Mittwoch – Dass dieser das nicht auf sich sitzen lässt, von Gambrinus zur «Jazz Stickerei» geladen versteht sich von selbst. ist, spielt eigene Kompositionen und aktuelle Standards. Samstag, 26. Januar, 20 Uhr, Casino Herisau. Mehr Infos: www.dominoevent.ch

K uns t Fotomuseum Winterthur. Grüzenstrasse 44 & 45, Winterthur, +41 52 234 10 60, www.fotomuseum.ch Junge Menschen. Die distanziertere Betrachtung jugendlicher Phänomene aus der Erwachsenen-Perspektive. Bilder verschiedener Jugendgenerationen sind immer auch Begegnungen mit der eigenen Geschichte, persönlichen Erfolgen und Niederlagen, sei es in gelebter Gegenwart oder reflektierter Vergangenheit. bis 10.02.2013 Yto Barrada. Yto Barrada setzt sich in ihren Arbeiten seit über einem Jahrzehnt intensiv mit den politischen Realitäten in Nordafrika auseinander. Ihr Werk kreist um das Leben in ihrer marokkanischen Heimatstadt Tanger, deren spezielle Situation an der Strasse von Gibraltar sinnbildlich für den historischen Umbruch in vielen Ländern Nordafrikas steht. bis 10.02.2013 Kulturraum am Klosterplatz. Klosterhof 1, St.Gallen, www.sg.ch Anita Zimmermann – Amtskarussell. Die St.Galler Künstlerin Anita Zimmermann, geboren 1956, nimmt sich in der Ausstellung der Ungeliebten an und rückt sie in neues Licht. Dabei stellt sich die Frage nach dem Wandel von Begehrlichkeiten. Und dem sich stetig drehenden Amtskarussell. bis 03.02.2013 Kunst Halle Sankt Gallen. Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 222 10 14, www.k9000.ch Heimspiel 2012. Das Ausstellungsformat «Heimspiel» macht alle drei Jahre die St.Galler Institutionen

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KALENDER

Mittwoch, 30. Januar, 20 Uhr, Restaurant Stickerei St.Gallen. Mehr Infos: www.gambrinus.ch

Kunsthalle St.Gallen, Kunstmuseum und Projektraum Nextex zu Drehscheiben heimischen Kunstschaffens. Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. bis 24.02.2013 Kunsthalle Ziegelhütte. Ziegeleistrasse 14, Appenzell, +41 71 788 18 60, www.kunsthalleziegelhuette.ch Ottmar Hörl. Für seine erste museale Einzelausstellung in der Schweiz versetzt der deutsche Bildhauer und Konzeptkünstler das Matterhorn in das Appenzellerland. »Berge versetzen» ist nicht nur ein Wortspiel, sondern auch ein Hinweis auf das utopische Potential, auf den Wunsch nach kreativer Weltveränderung, die der modernen Kunst seit ihren Anfängen eingeschrieben sind. bis 13.01.2013 Kunsthaus Glarus. Im Volksgarten Glarus, +41 55 640 25 35, www.kunsthausglarus.ch Kunstschaffen Glarus und Linthgebiet A-H 2012. Fokus: Claudio Zopfi featuring U5 Kollektiv und Suleika de Vries. bis 20.01.2013 Kunsthaus KUB. Karl-Tizian-Platz, Bregenz, +43 5574 485 94 0, www.kunsthaus-bregenz.at Florian Pumhösl. Auf allen drei Etagen werden neue Werke gezeigt, in denen er sich unter anderem mit historischen Stickereien aus Peru beschäftigt, die schon Bauhaus-KünstlerInnen wie Anni Albers seit den späten 1930er Jahren inspirierten. Dabei werden diese historischen Referenzen, wie häufig im Werk von Pumhösl, lediglich den Subtext bilden, vor deren Hintergrund sich seine als raumgreifende Installationen präsentierten und visuell eindrücklichen Werke entfalten. bis 20.01.2013

Kultur im Hauptbahnhof. Bahnhofplatz 2, St.Gallen, +41 71 228 15 00, www.klubschule.ch Johanna Klasing und Marietta Widmer. Atempause. Zwei Künstlerinnen und eine gemeinsame Ausstellung, die mit überraschenden Motiven von Tauchern trotzdem oder gerade deshalb so gut in die Weihnachtszeit passt. bis 07.01.2013 Kunstmuseum Liechtenstein. Städtle 32, Vaduz, +41 423 235 03 00, www.kunstmuseum.li Don’t Smile. Vom Humor der Kunst. Die Ausstellung spürt einem leisen, einem leichten, einem verschmitzten, einem trockenen als auch selbstreflexiven Humor der Kunst nach. bis 20.01.2013 Prostor Oblik. Die besonderen künstlerischen Traditionen BosnienHerzegowinas im 20. Jahrhundert sind in Mitteleuropa so gut wie unbekannt. Dies nahm das Kunstmuseum Liechtenstein als Nationalgalerie des Fürstentums Liechtenstein zum Anlass, die Schwesterinstitution aus Sarajevo einzuladen, eine Präsentation zur Geschichte der abstrakten Kunst in Bosnien-Herzegowina zu erarbeiten. bis 17.02.2013 Kunstmuseum St.Gallen. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 71, www.kunstmuseumsg.ch Ante Timmermans. Ante Post Ante. Was ist eine Zeichnung? Die grundlegende Frage hat Timmermans in ein eigentliches künstlerisches Universum übersetzt mit Alltagsbeobachtungen, Systemanalysen oder Visionen urbaner Räume zwischen Disneyfication und Gotham City Ästhetik. Die Stadt als Methapher sowie der Schaffensprozess an sich bilden die Grundlagen seines künst-


   

   

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AUSSTELLUNGEN

St.Galler Kunstpionier

Berühren ist erlaubt

«Zwischen den Jahren»

Römer, Alemannen, Christen

Diogo Graf in der Atelier-Galerie in St.Gallen

Das Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

Walter Angehrn im Haus «Stahl» in St.Gallen

Er gehört zu den Pionieren der modernen Kunst im St.Gallen des 20. Jahrhunderts, der Künstler Diogo Graf (1896–1966). 2007 zeigte Kultur im Bahnhof in St.Gallen Werke aus allen Schaffensabschnitten und 2009 Aquarelle des Künstlers. Jetzt ermöglicht die Ausstellung «Bilder + Aquarelle» in der St.Galler Atelier-Galerie (Mühlensteg 3) eine intensive Begegnung mit dem frühen Wirken dieses Künstlers, ergänzt durch Aquarelle und Bilder, die in späteren Jahren entstanden sind. An der Vernissage reden Fred Kurer und Richard Butz, die Musik macht Urs C. Eigenmann.

Saukaltes Sauwetter im Januar? Warum nicht Es war einmal ein Lattenzaun, einen Ausflug ins Naturmuseum Thurgau mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. nach Frauenfeld machen? In lebensechten Darstellungen sind viele einheimische PflanEin Architekt, der dieses sah, zen und Tiere zu entdecken. Fossilien lassen stand eines Abends plötzlich da – längst vergangene Zeiten lebendig werden. und nahm den Zwischenraum heraus Ein naturgetreu nachgebauter Biberbau gibt und baute draus ein grosses Haus. Einblick ins Leben der emsigen Nager und Christian Morgenstern die Ameisenarena zählt mit ihren lebenden Ameisen zu den Höhepunkten der Ausstellung. Berühren ist erlaubt und Streichelfelle, Oder es entstehen aus Zwischenräumen BilHör- und Riechstationen und vieles mehr der – wie in dieser Ausstellung. laden zum Entdecken, Begreifen und Staubis 27. Januar, nen ein. Eintritt frei.

Das Frühmittelalter im Museum für Archäologie Thurgau Vom 5. bis 8. Jahrhundert verlebten die Menschen am Bodensee äusserst ereignisreiche Zeiten: die römische Armee zog sich zurück, die germanischen Siedler übernahmen die Herrschaft und mit dem Konstanzer Bischofssitz etablierte sich schliesslich das Christentum. Befunde und Funde – darunter kostbare Goldobjekte wie das Goldblattkreuz aus Stein am Rhein (Bild) – aus Grabungen rund um den Bodensee liefern neue Ergebnisse zur Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, zu Handwerk, Leben und Tod im Frühmittelalter.

12. Januar bis 2. Februar, Atelier-Galerie St.Gallen.

Dauerausstellung, Naturmuseum Thurgau Frauenfeld. www.naturmuseum.tg.ch

19. Januar bis 21. März, Museum für Archäologie Thurgau. Mehr Infos: www.archaeologie.tg.ch

lerischen Handelns. Die Ausstellung ist die erste umfassende Werkschau in einem Schweizer Museum. bis 17.03.2013 Heimspiel 2012. Das Ausstellungsformat «Heimspiel» macht alle drei Jahre die St.Galler Institutionen Kunsthalle St.Gallen, Kunstmuseum und Projektraum Nextex zu Drehscheiben heimischen Kunstschaffens. Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. bis 24.02.2013 Kunstmuseum Thurgau Kartause Ittingen Warth, +41 58 345 10 60, www.kunstmuseum.ch François Burland. Atomik Submarine. Im Grossen Ausstellungskeller des Kunstmuseums Thurgau ist ein UBoot gestrandet.bis 24.02.2013 Willi Oertig – Wenn ich etwas bin, dann bin ich ein Indianer. Fotografische Realitätsspiegelungen. Seit vier Jahrzehnten bilden Landschaftsbilder, Stillleben und Interieurs die wichtigsten Themen seines Schaffens. bis 31.03.2013 Kunstmuseum Winterthur. Museumstrasse 52, Winterthur, +41 52 267 51 62 www.kmw.ch Bendicht Fivian: Werke aus der Sammlung. In der Reihe der Sammlungsausstellungen im Neuen Saal werden die Gemälde und Zeichnungen Fivians gezeigt, die zusammen eine repräsentative Werkgruppe bilden. bis 01.04.2013 Dezember-Ausstellung: Focus. Eine fokussierte Auswahlausstellung, zu der das Kunstmuseum Winterthur einlädt. bis 06.01.2013 Giovanni Anselmo. «Un disegno a ovest della pietra grigia, un disegno a est, due particolari a sud, il paesaggio a nord». Die Austellung entwirft eine imaginäre Landschaft, die sich an den Himmelsrichtungen orientiert

und die zugleich an die Einzelheiten eines bestimmten Ortes gebunden ist. 26.01. bis 14.04.2013 Luciano Fabro: 100 Disegni. 100 Disegni sollte die Ausstellung heissen, die Luciano Fabro 2007 für Schanghai ausgedacht hatte. Doch noch bevor der Plan in die Tat umgesetzt wurde, verstarb der eben 70 Jahre alte Mailänder Künstler überraschend. Nun ist Winterthur der Austragungsort dieser Ausstellung geworden. 26.01. bis 14.04.2013 Sammler sammeln für das Museum – Geschenke an die Graphische Sammlung. Für einmal wird eine Auswahl von Zeichnungen nicht nach kunsthistorischen Gesichtspunkten, sondern nach ihrer Herkunft aus Schenkungen und Legaten präsentiert. 16.01. bis 01.04.2013 Kunstraum Kreuzlingen. Bodanstrasse 7 a, Kreuzlingen, +41 71 688 58 30, www.kunstraum-kreuzlingen.ch Patrick Kull und Rudy Decelière. Patrick Kull im Kunstraum: «Max Daetwyler (1886-1976) – Was wa(h)r» und Rudy Decelière im Tiefparterre: Insulaires. bis 17.01.2013 Magazin 4. Bergmannstrasse 6, Bregenz, +43 5574 410 15 11, www.magazin4.at Mo(v)ment. Mo(ve)ment nimmt entscheidende Grundlagen des Kunst-Machens in den Blick und bricht diese mit eben solchen Grundlagen des Kunst-Sehens. Bewegung und Augenblick sind dabei wörtlich wie metaphorisch zu verstehen. Mo(ve)ment führt vier künstlerische Positionen zusammen, die zunächst nur ihre absolut elementare Geste im jeweiligen Medium verbindet: die Zeichnerin Silvia Bächli, den Bildhauer Heinz Breloh, die Tänzerin und Choreografin Anna Huber und den Maler David Reed. bis 17.02.2013

Haus «Stahl» St.Gallen. Mehr Infos: www.walterangehrn.ch

Museum im Lagerhaus. Davidstrasse 44, St.Gallen, +41 71 223 58 57, www.museumimlagerhaus.ch Giordano Gelli / Veronique Bovet. Die zwei Künstler der Art Brut intenationalen Ranges sind im vergangenen Jahr verstorben, das Museum im Lagerhaus widment ihnenmit dieser Ausstellung eine Hommage. Es handelt sich um zwei sehr unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten, die jedoch manches verbindet. Beide galten in ihrem Lebensraum als gesellschaftliche Aussenseiter. bis 10.03.2013 St.Gallen sind wir. Dauerausstellung mit Stadt-Bildern anlässlich des Gallus-Jubiläums 2012. bis 01.02.2013 Museum Liner. Unterrainstrasse 5, Appenzell, +41 71 788 18 00, www.museumliner.ch Von Hans Arp bis Victor Vasarely. Eine Auswahl von neun für die Sammlung Arp signifikanten Mappenwerken aus den Jahren 1937 bis 1976 zeigt nicht nur Meisterwerke der druckgraphischen Kunst, sie gibt auch einen Einblick in die Vernetzung der Moderne. bis 03.03.2013

Museum Appenzeller Brauchtumsmuseum. DorfplatzUrnäsch, +41 71 364 23 22, www.museum-urnaesch.ch Öseri Tracht aus modischer Sicht. Trachten vermitteln Zeitlosigkeit, Beständigkeit und Tradition. Dass sie mit der Mode gehen könnten, ist ungewohnt. Die Vergangenheit macht jedoch deutlich, dass dies einmal so war. Die Ausstellung stellt den modischen Aspekt und die Entwicklung der Frauen- und Sennentracht heraus. bis 13.01.2013

Nextex / visarte.ost Blumenbergplatz 3, St.Gallen, +41 71 220 83 50, www.nextex.ch Heimspiel 2012. Das Ausstellungsformat «Heimspiel» macht alle drei Jahre die St.Galler Institutionen Kunsthalle St.Gallen, Kunstmuseum und Projektraum Nextex zu Drehscheiben heimischen Kunstschaffens. Die Ausstellung wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. bis 24.02.2013

Appenzeller VolkskundeMuseum. Postfach 76, Stein AR, +41 71 368 50 56, www.avm-stein.ch Ueli Alder. Die Ausstellung «Das Geheimnis des Appenzellers» wird mit einer speziellen Sonderschau angereichert. Fotograf Ueli Alder sucht das Geheimnis des Appenzells schon länger und zeigt diese Suche mit fantastischen Selbstporträts und Landschaftbildern auf. bis 24.02.2013 Das Geheimnis des Appenzellers. Eine Ausstellung die Fragen stellt und durch interaktive, alters- und zielgruppengerechte Zugangsarten ein Wissen über Kultur, Land, Leute und Käse vermittelt. bis 24.02.2013

Zeughaus Teufen. Zeughausplatz 1, Teufen AR, +41 71 335 80 30, www.zeughausteufen.ch Zwischenstellung. mit Christian Ka-

Gewerbemuseum Winterthur. Kirchplatz 14, Winterthur, +41 52 267 51 36, www.gewerbemuseum.ch Wood loop – auf Biegen und Bre-

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thriner, Vera Marke, Michel Pfister, Christian Ratti, Jürg Rohr, Thomas Stüssi, Samuel Bänziger, Paul Hugentobler & Martin Benz, Patrick Kessler & Stefan Baumann. bis 01.02.2013

chen. Die Ausstellung zeigt Exponate aus Architektur, Kunst und Design, historische Klassiker ebenso wie zeitgenössische Interpretationen. Mit der Präsentation des Einschneideverfahrens «dukta» der beiden Schweizer Gestalter Christian Kuhn und Serge Lunin erlaubt die Schau gleichzeitig einen vertieften Einblick in eine neue Technik. bis 21.04.2013 Historisches und Völkerkundemuseum. Museumstrasse 50, St.Gallen, +41 71 242 06 42, www.hmsg.ch … der Kaiser kommt. Das Kaisermanöver 1912 bei Kirchberg – Die Schweiz am Vorabend des Ersten Weltkrieges. bis 10.02.2013 Verdingkinder reden. Fremdplatzierungen damals und heute. Im Zentrum der Wanderausstellung stehen Hördokumente aus 300 Interviews mit ehemaligen Verdingund Heimkindern aus der Deutschschweiz sowie der Romandie. bis 01.04.2013 Ittinger Museum (Kartause Ittingen). Warth, +41 52 748 41 20, www.ittingermuseum.tg.ch Die Welt im Kästchen. Klosterarbeiten als Objekte der Andacht. bis 20.05.2013 Jüdisches Museum. Schweizerstrasse 5, Hohenems, +43 5576 739 89 0, www.jm-hohenems.at Treten Sie ein! Treten Sie aus. Warum Menschen ihre Religion wechseln. Gesellschaftliche Diskussionen über das Thema verlaufen auch heute keineswegs konfliktfrei, ja sie berühren neue Tabus und offene Fragen. Die Jüdischen Museen in Hohenems, Frankfurt am Main und München bieten diesen Kontroversen mit einer gemeinsamen Ausstellung eine Bühne. bis 24.03.2013


AUSSTELLUNGEN

Museum Appenzell. Hauptgasse 4, Appenzell, +41 71 788 96 31, www.museum.ai.ch Schürzen und Schoosse. Die Schürze war bis in die 1960er Jahre ein allgegenwärtiges Kleidungsstück. Für Generationen von Frauen und Männern war es undenkbar, keine Schürze zu tragen. Das Museum Appenzell zeigt über 70 Alltags- und Berufsschürzen. Ergänzt werden diese durch eine reiche Auswahl an Fotos, die einen Zeitraum von 1890 bis heute abdecken. bis 20.05.2013 Brüechli – Schmuckstück der Innerrhoder Frauentracht. Das Brüechli der Innerrhoder Frauentrachten ist ein dekorativer Blickfang. Dieses spezielle Trachtenteil – ein über das Dekolleté verlängertes Göller – hat sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts herausgebildet. bis 31.08.2013 Museum für Archäologie Freiestrasse 24, Frauenfeld. www.archaeologie.tg.ch Römer, Alamannen, Christen – Frühmittelalter am Bodensee Vom 19. 1. bis 21. 3. zeigt das Museum für Archäologie in Frauenfeld eine Ausstellung über das Frühmittelalter. Im 5. bis 8. Jh. erlebten die Menschen am Bodensee ereignisreiche Zeiten: die römische Armee zog sich zurück, die germanischen Siedler übernahmen die Herrschaft und mit dem Konstanzer Bischofssitz etablierte sich das Christentum. Befunde und Funde – darunter kostbare Goldobjekte – aus Grabungen rund um den Bodensee liefern neue Ergebnisse zur Siedlungs- und Wirtschaftsgeschichte, zu Handwerk, Leben und Tod im Frühmittelalter. 19.01 bis 21.05.2013 Museum für Lebensgeschichten Zaun 5 bis 7, Speicher, +41 71 343 80 8, www.museumfuerlebensgeschichten.ch Hans Krüsi. Unter dem Titel «Mit der Kuh per Du» zeigt das Museum für Lebensgeschichten ausgewählte Werke aus der Hans-Krüsi-Sammlung des Kantons Appenzell Ausserrhoden. bis 30.03.2013 malen statt reden. Werke von Menschen mit Behinderung. bis 30.09.2013 Naturmuseum Thurgau. Freie Strasse 26, Frauenfeld, +41 52 724 22 19, www.naturmuseum.tg.ch Entdecken – Begreifen – Staunen. In lebensechten Darstellungen sind viele einheimische Pflanzen und Tiere zu entdecken. Fossilien lassen längst vergangene Zeiten lebendig werden. Ein naturgetreu nachgebauter Biberbau gibt Einblick ins Leben der emsigen Nager. Die Ameisenarena mit lebenden Ameisen zählt zu den Höhepunkten der spannenden Ausstellung bis 01.05.2013 Naturmuseum St.Gallen. Museumstrasse 32, St.Gallen, +41 71 242 06 70, www.naturmuseumsg.ch Fische. Das Naturmuseum Solothurn hat eine Sammlung preisgekrönter Präparate einheimischer Fische angelegt, welche es im Rahmen einer Sonderausstellung auf Reise schickt. bis 03.03.2013

Wasserwelten. Unterwasser-Fotografien von Michel Roggo. Der Fribourger Naturfotograf porträtiert seit 25 Jahren die Welt der Süssgewässer und ihrer Bewohner. Seine eindrücklichen Aufnahmen zeugen nicht nur von der märchenhaften Fülle dieser Lebensräume, sondern zeigen auch deren Zerbrechlichkeit. Auf rund 40 grossformatigen Aufnahmen ist ein Querschnitt durch sein Werk zu sehen. bis 05.05.2013 Seemuseum. Seeweg 3, Kreuzlingen, +41 71 688 52 42, www.seemuseum.ch Industriekultur in der Ostschweiz. Eine Wanderausstellung der Schweizerischen Gesellschaft für Technikgeschichte und Industriekultur führt Ihnen eindrückliche Zeugen der Industrialisierung in der Nordostschweiz vor. bis 30.04.2013 Stiftsbibliothek. Klosterhof 6 d, St.Gallen, +41 71 227 34 16, www.stiftsbibliothek.ch Im Anfang war das Wort – Die Bibel im Kloster St.Gallen. Mehr als die Hälfte aller rund 500 Pergamenthandschriften des 5. bis 12. Jahrhunderts in der Stiftsbibliothek überliefern in reiner oder kommentierter und bearbeiteter Form das Wort Gottes. Nirgendwo lässt sich die Beschäftigung mit der Heiligen Schrift besser studieren und untersuchen als im ehemaligen Kloster St.Gallen. bis 10.11.2013 Textilmuseum. Vadianstrasse 2, St.Gallen, +41 71 222 17 44, www.textilmuseum.ch Traum & Realisation – Stoffe aus der Ostschweiz. Sie gibt einen Einblick in die facettenreiche Textilproduktion der Ostschweiz vom 16. Jht bis heute. Vom weissen Gold Leinen spannt sich der Bogen bis zu Hightec Textilien der neuesten Generation. Feinbestickt, bunt bedruckt, oder täuschend unscheinbar breiten sich die Produkte vor den Besuchern aus. bis 31.12.2013 Vision – Winter 2013/14. Aktuelle Textilkreationen der Saison Winter 2013/14. bis 01.03.2013

Galerie Atelier-Galerie. Mühlensteg 3, St.Gallen Diogo Graf (1896 – 1966). Gehört zu den Pionieren der modernen Kunst im St.Gallen des 20. Jahrhunderts. 2007 zeigte Kultur im Bahnhof St.Gallen Werke aus allen Schaffensabschnitten, 2009 Aquarelle des Künstlers. Jetzt ermöglicht die Ausstellung „Bilder und Aquarelle“ in der St. Galler Atelier-Galerie eine intensive Begegnung mit dem frühen Wirken dieses Künstlers, ergänzt durch Aquarelle und Bilder, die in späteren Jahren entstanden sind. bis 02.02.2013 Galerie Arte Nuova. Weidwiesstrasse 2, Amriswil, +41 71 393 55 45, www.artenuova.ch Hans Krüsi / Ulrich Bleiker. Hans Krüsi und Ulrich Bleiker waren zu

Lebzeiten befreundet und verstanden es ihr Seelenleben mit kindlicher, unverdorbener Phantasie in ihren Werken auszudrücken. bis 31.03.2013 Galerie Christian Roellin. Talhofstrasse 11, St.Gallen, +41 71 246 46 00, www.christianroellin.com Sangallensia IV. Beni Bischof, Jean-Christophe de Clercq, Felix de la Concha. bis 19.01.2013 Galerie Paul Hafner (Lagerhaus). Davidstrasse 40, St.Gallen, +41 71 223 32 11, www.paulhafner.ch Gilles Rotzetter ‚new works’. 25.01. bis 09.03.2013 Galerie.Z. Landstrasse 11, Hard, Vorarlberg, +43 650 648 20 20, www.galeriepunktz.at Lukas Moll. Lukas Moll ist Beobachter, Sammler und Zeichner. Über die Konturen nimmt er sich des Gegenstandes an, wobei er intuitiv das Vorne,Hinten, Links und Rechts auf eine Ebene reduziert, nebeneinander anordnet. bis 05.01.2013 Macelleria d’Arte. Gartenstrasse 11, St.Gallen, +41 71 220 10 35, www.macelleria-darte.ch Tobias Bucher. Neue Werke. bis 01.02.2013 Städtische WessenbergGalerie. Wessenbergstrasse 43, Konstanz, +49 7531 900 37 6, www.konstanz.de Hans Breinlinger. Hans Breinlinger (1888-1963) zählt zu jenen Künstlern, die das kulturelle Leben am Bodensee in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig bestimmten. Anlässlich des 50. Todestag des vielseitigen Malers, der nach dem Zweiten Weltkrieg auch die Leitung der Wessenberg-Galerie übernahm, widmen wir Hans Breinlinger eine Gedächtnisausstellung. bis 03.03.2013

We it e r e Alte Kaserne. Technikumstrasse 8, Winterthur, +41 52 267 57 75, www.altekaserne.ch Comics, Cartoons & Karikaturen im Bistro. Lawrence Grimm – Teatime for a Universe / Fractal Dog Fraktalität ist ein Begriff der Chaostheorie und beschreibt die Wiederkehr identischer Strukturen innerhalb eines oft chaotischen Systems. 08.01. bis 01.02.2013 Atelier Syntharp. Battenhussstrasse 1, Lustmühle, +41 71 333 55 11, syntharp.ch Mäddel Fuchs und Marisa Fuchs. bis 26.01.2013 Clienia Littenheid AG Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Littenheid, +41 71 929 60 60, www.clienia.ch Claudia Kündig. bis 01.02.2013

Haus Stahl Feldlistr. 2, 4. Stock, St.Gallen www.walterangehrn.ch Zwischen den Jahren. Walter Angehrn zeigt neue Bilder. bis 27.01.2013 Kesselhaus Josephsohn (Sitterwerk). Sittertalstrasse 34, St.Gallen, +41 71 278 87 47, www.kesselhaus-josephsohn.ch Hans Josephson. Das Kesselhaus Josephsohn zeigt in ständigem Wandel eine Auswahl von Gipsmodellen und Bronzen des Zürcher Bildhauers Hans Josephsohn (*1920). Es dient als museale Ausstellungshalle und zugleich als Lager und Arbeitsraum, wo Josephsohns Oeuvre an Ausstellungen vermittelt, konservatorisch betreut und in einem Verzeichnis aufgearbeitet wird. bis 16.08.2014 Restaurant Frohsinn. Wilerstrasse 12, Weinfelden, +41 71 622 30 40, www.frohsinn-weinfelden.ch Friedrich Kappeler – Fotografien. Der Filmemacher Friedrich Kappeler gibt ein exklusives Gastspiel als Fotograf. Dafür entstehen zum Teil eigens für Weinfelden und für diese Ausstellung neue s/w Fotografien. bis 25.01.2013 Schaukasten Herisau. Poststrasse 10, Herisau, +41 79 648 32 24, www.schaukastenherisau.ch Natalie Hauswirth, liquid time. bis 17.02.2013 Silberschmuckatelier O’la la. Oberdorfstrasse 32, Herisau, +41 71 351 35 70 Silvesterchläuse. von Andreas Brunner, Karten Silvesterchläuse von Stefan Ziegler bis 31.01.2013

Kurse KÖRPER Atem. Bewegung.Raum. Bewusstheit durch den Atem und die Bewegung. Doris Willi, Multergasse 31, SG, 071 222 47 59, dowilli@ bluemail.ch, www.emindex.ch/ doris.willi Atemkurs. Atem als Kraftquelle erfahren und in Beziehung zu uns selbst kommen. Esther Bugmann, 071 288 59 52, e_bugmann@bluewin.ch, jew. Mi 19 – 20 Uhr und Do 9:30 – 10:30 Uhr. Entspannungsgymnastik für Frauen ab 40. B. Schällibaum, Felsenstrasse, Sala, 071 277 37 29. Do 18:30–19:30 Uhr Felicebalance. Biosynthese und Craniosacrale Behandlung für Erwachsene und Kinder. Astrid Bischof, Vadianstrasse 40, St.Gallen, 078 609 08 09, 071 344 29 56, Sandra Töngi, 076 596 58 86, 071 877 45 77, www.felicebalance.ch Hatha Yoga. Vanessa Schmid, Sa 9–10:30 Uhr. Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen. 071 222 28 78, www.ballettundtanz-haindl.ch Feldenkrais. Bewusstheit durch Bewegung, Gruppen in St.Gallen Claudia Sieber Bischoff, Dipl. Feldenkrais Lehrerin SFV, 071 222 95 68, Di 19:10-21:10 Uhr. Feldenkrais kombiniert mit kreativem Tanz, Do 18:05 – 19:30 Uhr, Fr 17 – 18:20 Uhr Tanz- und Contact-Improvisation / Stocktraining. Regelmässige Abendkurse und Workshops mit Claudia Roemmel, St.Gallen. 071 222 98 02, www.tanztheatertext.ch, Nia/GymAllegro, Dance/ Fitness/Wellness. Ganzheitliche Fitness für Körper, Geist und Seele. Nia/Rückentraining/Bodybalancing/ Beckenbodentraining/ Meditation. Studio Nia/GymAllegro, Buchentalstr. 27, SG, 071 244 44 38, Alexandra Kunz, Esther Thürlimann, info@gymallegro.ch, www.gymallegro.ch Kultur-Werkstatt Wil. Zentrum für Musik, Bewegung, Gestaltung, Begegnung. 5Rhythmen, FreiTanz, Yoga, Qi Gong, Tai Chi, Modern, Rhythmik, Kindertanz, Feldenkreis, Klangtanz, Bühne am Gleis, Seminare, Raumvermietung. 071 912 22 66, www.kultur-werkstatt.ch, www.buehne-am-gleis.ch Yogaschule. Hatha-Yoga, Atem, Haltungstherapie, Norma de Luca, Turmgasse 8, St.Gallen, Tel./Fax 071 222 80 71, info@yogaschule-deluca.ch, www.yogaschule-de-luca.ch, Mo – Fr, Gruppen/Privat, Studio 8. Hatha Yoga, Pilates, Bewegung & Tanz. Susanna Koopmann, 078 623 06 43, Christine Enz, 076 458 10 66. Teufenerstr. 8, St.Gallen, info@studio-8.ch, www.studio-8.ch Körperarbeit, Bewegung, Tanz, Improvisation. Kurse und Workshops mit Wilma Vesseur, SubsTanz, 9043 Trogen, 071 344 91 16, www.subsTanz.ch Mehr Ruhe und Gelassenheit. Meditative Wege zu physischem und psychischem Wohlbefinden. Naturheilpraxis Jacqueline Vogel, Rehetobel, 071 877 30 90, www.der-ganze-mensch.ch

68 SAITEN 01.13


KUR SE

Meditation. Dankbarkeit und Verbundenheit. Meditationskurs mit Yesche Udo Regel in Hefenhofen/ TG. www.achtsamerleben.ch, 15. – 17.03.2013. SundariYoga. Ein kraftvolles Yoga, das bewegt. Eine Oase der Stille, die entspannt. Ein zeitgemässer Yogi, der inspiriert. 071 440 20 02, www.sundariyoga.ch Von Frau für Frau. Teil oder Ganzkörpermassage. Über den Dächern St.Gallens, Ruth Weber, 078 749 34 30, immer Sonntags MUSIK/GESANG KlangWelt Toggenburg. Erfahrene KursleiterInnen bieten ein Programm in inspirierender Umgebung. In eine besondere Klangwelt eintauchen, sich während mehreren Tagen dem Naturjodel, der Stimme, dem Alphorn oder einem anderen Instrument intensiv widmen und die eigene Musik erleben. KlangWelt Toggenburg, 9656 Alt St. Johann, 071 998 50 00, info@klangwelt.ch, www.klangwelt.ch Neue Klangerfahrung. Mit Monochorden. Klangmeditationen, Verkauf, Bau- und Spielkurse für den ungezwungenen Umgang mit Obertönen. Heinz Bürgin, Im Uttenwil, 9620 Lichtensteig, 071 988 27 63, www.pythagoras-instrumente.ch SeelenGesänge. Erfahre die befreiende Kraft des intuitiven Singens und deiner ursprünglichen Lebendigkeit. WE 26. & 27.01.13, Bea Mantel, Hadwigstr. 4, SG, 079 208 98 02, bea@stimmraeume.ch, www.stimmraeume.ch Stimmenfeuer. Frauentempel – Naturtage – Einzelsessions, St.Gallen und Teufen AR, 078 722 78 15, info@stimmenfeuer.ch, www.stimmenfeuer.ch Cellounterricht. Erfahrene Cellistin und Pädagogin erteilt Cellounterricht für Anfänger und Fortgeschrittene. Bettina Messerschmidt, 071 525 35 17, b.messerschmidt@ bluewin.ch Afrikanisches Djembe-Trommeln. Yamoussa Sylla aus Guinea. Anfänger: Mi 19 – 20:30 Uhr, Fortgeschrittene: Mo 18:30 – 20 Uhr, Einzel auf Anfrage: afrikakultur@ hotmail.com, 079 450 33 75, www.yamoussasylla.com Charly’s Musikschule. Saxophon, Tin-Whistel, Irish-Bouzuki. Für Anfänger und Fortgeschrittene. Charly Rütsch. 071 260 15 30 oder 079 744 47 21, charly.sax@hotmail.com Schlagzeugunterricht im Rheintal. Trommeln mit Händen und Füssen. Enrico Lenzin, Rebstein, 077 424 87 33, enrico.lenzin@gmx.ch TANZ/THEATER Theatertanzschule. Zeitgenössischer Tanz, Ballett, Jazz, Hip-Hop, Contact Jam, Flamenco, Tanzchäferli, Tanzbäärli, Yoga, offene Workshops. Künstlerische Leitung: Marco Santi, Schulleiterin: Aliksey Schoettle, Notkerstr 40, St.Gallen. Information im Tanzbüro, 071 242 05 25, tanzschule@theatersg.ch, www.theatersg.ch ChoRa – Plattform für Tanz und Bewegung. Diverse Tanztage in Sitterdorf, Tanzimprovisation, Kreistanz, Volkstanz, meditativer Tanz, u.a. Infos: 071 422 57 09, www.chora.ch

Tanzschule Karrer. Zeitgenössischer Kindertanz, Kinderjazz, Rhythmik, Teeny-Dance, Jazz, Improvisation, Flamenco, Pilates Matwork. Regina M. Karrer, Schule 071 222 27 14, P: 071 352 50 88, reginakarrer@bluewin.ch, www.rhythmus-tanz.ch Hilal Dance. Moderner Ägyptischer Tanz. Tanz-Zentrum, Haggenstr. 44, St.Gallen, Yvette Blum, +49 7531 65418, yvette@blum-tanz.de Tanz.Impro. Ein Angebot für alle Altersstufen. Körpertraining, Bewegungsgestaltung, Entspannung, Gisa Frank, Aula Kantonsschule, Notkerstr. 20, SG, 071 877 49 37, info@ frank-tanz.ch, jew. Mo 18 – 19:30 Uhr und 19:45 – 21:15 Uhr. Tanze was dich bewegt. Aktuelle Lebensthemen frei tanzen, keine Vorkenntnisse nötig. Erika Friedli, dipl. Tanztherapeutin, Gais, 076 376 36 77 und 071 793 33 06, ein Samstag/Monat 10 – 14 Uhr, auch Einzeltage möglich. Tanzimprovisation und Körperarbeit für Frauen. B. Schällibaum, 071 223 41 69, Sala, Do 20 – 21:30 Uhr, Fr 17:30 – 19 Uhr Taketina – Rhythmische Körperarbeit. Urs Tobler, 071 277 37 29, Mi 18:30 – 21 Uhr Tango Argentino. Kurse für alle Niveaus. Tango Almacèn, Lagerhaus 42, St.Gallen, 071 222 01 58, www.tangoalmacen.ch Schule für Ballett und Tanz, St.Gallen, Workshop für Anfänger bis Fortgeschrittene, 071 222 28 78, Modern Dance Workshop. Johannes Bönig, www.ballettundtanz-haindl.ch, 18. – 20.01.2013 Tanz, Bewegung & Ausbildung. Danielle Curtius. Laienkurse: Jazz-/Moderndance, HipHop für EW und Jugendliche, Bewegungstraining, Pilates, Zumba, Moderner Kindertanz, Teenie Dance. Ausbildungen: Bewegungspädagogik, Bewegungstrainer, Zusatzausbildung Tanzpädagogik & Kinder-/Teeniedance Pädagogik. Schachenstrasse 9, 9016 St.Gallen, 071 280 35 32, www.curtius-tanz.ch, info@curtius-tanz.ch Schule für Tanz und Performance Herisau. Weiterbildung Tanz Intensiv, www.tanzraum.ch/ schule Flamencoprojekt Schweiz Bettina Castano. Flamencotanz für Anfänger bis Fortgeschrittene. Systematischer fortlaufender Unterricht. Einstieg jederzeit möglich. Intensivkurse, Shows und Gitarrenunterricht. Gallusplatz 32, SG. Bettina Castano, 079 708 13 41, b.castano@ interbook.net., www.castano-flamenco.com AFRO. Afrikanisch inspirierter Tanz. Traditionell-Modern-Pop. Wir tanzen zu versch. Rhythmen. Tanja Langenauer, Höhenweg 64, St.Gallen, 079 783 68 70, tanja.langenauer@gmx.net, jeden Do 18.30– 20 Uhr (Mittel-Fortgeschr.) und 20– 21.30 Uhr (Anfänger), Amriswil jew. Di 9–10.30 Uhr Contact Improvisation. Tanz mit Körperkontakt. Die Bewegung entsteht aus dem Moment heraus. Zu zweit, zu mehreren, alleine. Mit Musik und ohne. Felsenstr. 33, Rhythmikraum der HPS, SG, Leitung: Katharina Schwander, Tanzpädagogin, 079 267 56 17, 071 222 72 65, kschwander@gmx.ch, jeden Do

19:15 – 21 Uhr, Einstieg auch für Anfänger möglich. Körperwahrnehmung, Bewegung, Tanzimprovisation. Annlies Stoffel, Bewegungs- und Tanztherapeutin, St.Gallen, Auskunft und Anmeldung: 079 790 97 53 Tanzschule: raumbewegen bewegungsraum. Kindertanz, Streetdance, Zeitgenösssischer Tanz, Ballett, Gymnastik. Kerstin Frick, Merkurstr. 2, St.Gallen, 071 223 30 12, info@raumbewegen.ch, www.raumbewegen.ch Tanz, Improvisation, Körperarbeit, Bewegung. Kurse und Workshops mit Wilma Vesseur, SubsTanz, 9043 Trogen, 071 344 91 16, www.subsTanz.ch Zauberland im Theaterwerk. Theaterkurse für Kinder, 5-12J. Sandra Sennhauser, Teufenerstr. 73b, St.Gallen, 079 677 15 89, sandra_spoerri@yahoo.com, jew. Mi. IG – TANZ TRAINING Weiterbildung für Tanz- und Bewegungsschaffende. Theatertanzschule, Notkerstrasse, St.Gallen. Infos: www.igtanz-ostschweiz.ch, Cordelia Alder, 071/ 793 22 43, alder.gais@gmx.ch FERNOST Wen-Do. Selbstverteidigungskurse für Frauen und Mädchen. Verein Selbstverteidigung Wen-Do, Bühlbleichestr. 2, St.Gallen, 071 222 05 15, wendo.sg@bluewin.ch Aikido Einführungskurs. www.aikido-meishin-sg.ch, Einführungskurs 18:30 – 19 Uhr, Fortgeschrittene Mo/Mi/Fr 19:30 – 21 Uhr Escrima. Philippinische Stockkampfkunst. Offene Abende. Alle Niveaus willkommen. Felsenstrasse 33, 1. Stock. Claudia Fantelli, 071 277 90 42, cfantelli@gmx.ch, jeden zweiten Mittwoch Abend, 18 – 19:30 Uhr. Ab 9.01.2013 I Ging Kurs. der richtige Zeitpunkt. Michael Zwissler, 071 534 33 23, fengshui@zeitimraum.ch, www.zeitimraum.ch MALEN kleine Kunstschule. Gestaltungsschule für Kinder und Jugendliche St.Gallen. Verein kleine Kunstschule, Lucia Andermatt-Fritsche, 071 278 33 80 Atelier Sonja Hugentobler. Mal- und Zeichnungskurse wöchentlich /diverse Themensamstage als Experiment. Infos & Anmeldung: www.sokunst.ch, 071 260 26 86. Begleitetes Malen für Kinder/ Erwachsene. In Gruppen oder Einzel. Karin Wetter, 071 223 57 60 Malatelier für Kinder und Erwachsene. Marlis Stahlberger, Museumstr. 41, St.Gallen. 071 245 40 30, p.stahlberger@bluewin.ch Seelennahrung. Malen über die Mittagspause, Bernadette Tischhauser, Brühlgasse 39, St.Gallen, 071 222 49 29, jew. Do. 12.15 – 13.30 Uhr Kurs im Malatelier. Arbeiten mit Öl, Acryl, Spachtel. Gruppen und Einzel. Vera Savelieva, Schwertgasse 23, St.Gallen, 078 768 98 07, info@doma-sg.ch Vorbereitungskurs für gestalterische Berufsrichtungen. Lisa Schmid, Atelier Galerie, St.Gallen. 071 222 40 88 oder 071 223 37 01, www.atelier-lisaschmid.ch. il pennello Kulturraum03.ch.

Malerlebniswerkstatt für Erwachsene und Kinder. Individuelle Einzelbegleitung. Maya Bärlocher, Bahnhofstr. 30, 9402 Mörschwil, 071 845 30 32, www.kulturraum03.ch, info@kulturraum03.ch Freies Malen. Im Atelier am Singenberg, Rorschacherstrasse 71A, St.Gallen, Judith Schläpfer 079 515 37 84 DREIDIMENSIONAL kleine Kunstschule. Gestaltungsschule für Kinder und Jugendliche St.Gallen. Verein kleine Kunstschule, Lucia Andermatt-Fritsche, 077 414 10 94 Atelier Keramik Plus. Atelier für Kunst-Keramik und ausdrucksorientiertes Gestalten mit div. Materialien. Tages und Wochenkurse, Ferienangebote. Margrith Gyr, Degersheim, 071 371 54 32, www.keramik-plus.ch Offenes Atelier für freies Malen und Gestalten. In Kleingruppen für Jugendliche und Erwachsene. AtelierPraxis, Brigitta Bertozzi, Im Lagerhaus, Davidstr. 40, St.Gallen 077 476 49 25, www.kunsttherapiepraxis.ch Landart und NaturKunst Kurse. Patrick Horber, Altstätten, 071 222 32 33, patrick.horber@gmail.com, www.streuwerk.ch Modellieren. Anfänger bis Fortgeschrittene. Natalia Kaya Zwissler. Filzen. für Kinder und Erwachsene. Yukiko Kawahara, Atelier Oberstrasse 167, St.Gallen, 071 277 26 36 NATUR WWF Naturlive Naturerlebnisse & Kurse. Exkursionen, Ferien- und sanfte Reiseangebote für Kinder, Familien und Erwachsene. WWF-Regiobüro AR/AI-SG-TG, Merkurstrasse 2, Postfach 2341, 9001 St.Gallen, 071 223 29 30, Kursangebote und Infos unter: www.wwfost.ch/naturlive Heilpflanzen und gesundheitliche Selbstkompetenz. Sie erkennen und erleben Heilpflanzen, ihr Wesen und ihre Wirkung. Naturheilpraxis Jacqueline Vogel, Rehetobel, 071 877 30 90, www.der-ganzemensch.ch

these – Körpertherapie & somatische Psychotherapie. Können als Berufsbildung, als Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung besucht werden. Ort: Heiden, Infos: www.biosynthesis.org Biosynthese. Die Biosynthese ist eine somatische und tiefenpsychologisch fundierte Therapie. Kurse können als Berufsausbildung oder Selbsterfahrung besucht werden. Infos 071 790 02 20, www.psychotherapie-ausbildung.ch Legen und Lesen der Zigeunerkarten. Für Anfänger und Fortgeschrittene. Maria Fischer, 079 543 79 67, www.zigeunerkartenmaria.ch DACHATELIER Verein Dachatelier. Teufenerstr. 75, St.Gallen, 071 223 50 66, Detailliertes Kursprogramm unter: www. dachatelier.ch GBS ST.GALLEN Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum, Demutstrasse 115, St.Gallen, 058 228 26 00, gbs.info@sg.ch, www.gbssg.ch Schule für Gestaltung. Kurse und Lehrgänge HF Visuelle Kommunikation. Typografie. HF Fotografie und Video. HF Bildende Kunst. Farbdesigner – FFR Farbe Form Raum. Gestalterische Vorkurse für Jugendliche. Gestalterischer Vorkurs Erwachsene Propädeutikum Vollzeit und Teilzeit. Digitale Medien. Zwei- & Dreidimensionales Gestalten. Malen, Drucken, Aktzeichnen etc. Baukaderschule. Kurse und Lehrgänge Allgemeine Weiterbildung. Kurse und Lehrgänge, BMSVorbereitungskurse.

DIVERSES Atelier am Harfenberg – Der Ort fürs Wort und Werken. Das Wort – gelesen oder geschrieben wird im Atelier am Harfenberg, Harfenbergstr. 15, St.Gallen mit Sorgfalt gepflegt. Der Austausch über Geschriebenes beflügelt zum weiterschreiben. Kurse vermitteln das Rüstzeug dazu. Infos unter www. schreibwerk.ch Schreibwerkstatt. Kurse in Kleingruppen für Kreatives Schreiben. Literarisch, szenisch, autobiographisch, Gruppenschreiben. Rosmarie Lutz, St.Gallen, 078 774 08 97, www. schreib-werkstatt.ch PaTre. Väter in Trennung/ Scheidung. 1x monatlich Austausch. Info: 079 277 00 71 oder www.forummann.ch/patre.html Systemisches Aufstellen. Bernadette Tischhauser, Brühlgasse 39, St.Gallen, 071 222 49 29, www.praxis-tischhauser.ch The work – Lieben was ist. Bernadette Tischhauser, Brühlgasse 39, St.Gallen, 071 222 49 29, www.praxis-tischhauser.ch Einführungskurse in Biosyn-

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LOKALE

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Nachrichten aus dem Sumpf Nachmittags zu siebt losgestapft, aber jetzt nur noch zu fünft, waren wir nach über vier Stunden und 600 Höhenmetern in Sichtweite unserer Hütte hoch über dem Steinbruch gekommen. Unter uns breitete sich in einem ausufernden matten Dunkelgrau mit eigenartigen zackensternförmigen Aufhellungen der Grosse Pfahlbauersee aus; in einer sichtigen Spätdezembernacht glaubte man weit über Konstanz und nordwärts bis nach Stuttgart sehen zu können. Ich liess die andern vorausgehen und blieb unter der alten Eiche einen Moment hocken, um die bereits notierten Vorsätze und Wünsche fürs neue Jahr durchzusehen; nicht alle machten Sinn oder waren zwingend, und einige konnte ich, wohl irgendwann im Nieselregen an einer gottverlassenen Bushaltestelle hingekritzelt, kaum mehr entziffern, und von irgendeiner logischen oder bedeutungsgemässen Ordnung konnte keine Rede sein, aber hey, ich gehe holprigen Schrittes über die Mittelebensschwelle, da muss noch was gehen: Gelassener werden. Aber wissen, wann Wut Wut bleiben muss. Nicht immer zu spät kommen. Mehr Vergessen. Weniger vergesslich sein. Weniger vergesslich sein. Weniger Salami. Wieder mehr Güggel im Ofen, knoblauchgestopft à la Johann, und Bratkartoffeln mit viel Rosmarin. Weniger geschmolzener Käse, in welcher Form auch immer. Aber doch ein paar Fonduerunden mehr, auch im Sommer. Mehr Whisky, manchmal auch mit heissem Wasser; die Verlagerung muss wohl oder übel zulasten von Grappa gehen. Maul halten, öfter. Aber Feiglingen das Maul aufreissen. Und Kläffern das Maul stopfen, mit Feigen, Datteln, Mandarinen, was auch immer. Büchergestelle und -kisten entrümpeln, sagen wir jedes zweite Kunstbuch weg, und alles, was schon damals nur so halbgut war, z.B. Sloterdjik, Florescu, Wolf Haas … Endlich wieder einmal Otmar-Handballspiel schauen gehen, drei Jahrzehnte nach dem letzten Mal bei Fortitudo und STV in der Semihalle unten am See. Doch noch wie immer ersehnt noch ein Fallschirmsprung? Oder wenigstens Bungee Jumping? Noch netter zu Tieren sein, eigentlich zu allen, abgesehen vielleicht von Hunden und den beiden Rossschnecken, die sich übelst an meinem Basilikum gütlich taten. Und irgendwie bestimmter zu den Menschen, im Guten wie im Schlechten.

Wörter sammeln, wie FAGIU; kein italienischer Kinderdrache, sondern der Fluch, den Grügürs Siebenjähriger kürzlich mit Zahnpasta an den Badezimmerspiegel geschmiert hatte, weil er stinkwütend auf die Eltern war. Weil die Tränen lachten, als sie endlich das gemeinte FUCKYOU erkannten, war er dann noch stinkwütender.

Den Morgenstern abstauben Den Morgenstern abstauben und polieren. Und wieder mal einsetzen, der Verlockungen werden 2013 nicht weniger sein. Den eigenen Pirelli abbauen, wenigstens um zwei Ringe oder drei Kilo. Doch noch ein Abonnement im Einstein-Migros-Fitnesszentrum? Mehr Quartierbeizen besuchen, im Osten und vor allem im Westen; eine neue Rockandroll-Platte ins Papillon bringen. Ausgebrannten Freunden helfen, ihren Docht wieder zu finden. (Achtung, Pathos.) Nach wie vor darauf verzichten, den eigenen Kot zu studieren, wie es ein guter Freund tut, und dann mögliche Krankheitsbilder darin lesen zu müssen. Obwohl, bei meinem derzeitigen Pilzkonsum …? What you feel is what you are. Ein grundsätzlich freundlicheres Gefühl zu Grafikern entwickeln. Einige davon haben sogar

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PFAHLBAUER

was im Kopf. Und nicht mehr immer so unwirsch sein zu Typen, die massive Hornbrillen tragen, ohne dass sie einen massiven Sehfehler haben. Besser ignorieren statt attackieren. (Siehe auch: gelassener werden.) Mehr Zitronen auf den Salat, und den Salat kleiner, sehr klein geschnitten, wie die Türken. Überhaupt mehr türkisch essen. Weniger vergesslich sein. Den verlorenen albanischen Bekannten mit dem Schwarzgurt wiederaufstöbern, der vor Jahren vor der Olma fünf Hohlköpfe aus dem Weg räumte, die eine Frau blöd anmachten. Dass mein Kühlschrank nachts endlich seine Klappe hält oder den Eissturm wenigstens halbwegs regelmässig heulen lässt. Und mein Avocadobäumchen etwas weniger wolllüstig tut. Altersradikalität ankurbeln, Jugendbonus reloaded; keine Drogen sind auch keine Lösung. Sagt Pilzkopf Harry Grimm im JuraExil immer; in der eigenen Praxis überprüfen. Kein Rassismus, kein Hauch, auch nicht gegenüber Chinesen und nicht mal gegenüber Goldachern. Felle für in die eigene Höhle, Biberfelle, Murmeltierfelle, Schaffelle, Kuhfelle, auch wenn das schwer in Mode gekommen ist. Und einen Bärenstuhl, einen superkuscheligen Gallusbärenstuhl. Soll jemand sagen, der Thurgau habe keine Kultur. Hat er: Willi Oertig. Wie ich mich auf seine Ausstellung freue! Einen Tag in der Woche, oder sagen wir einen halben, die Dinge einfach hinnehmen, wie sie sind. Also zum Beispiel nicht nach dem Mangel oder der Lüge oder versteckten bösen Absichten suchen. Halbgut gut sein lassen. Morgensternübungen. Schlagkräftiger, zielsicherer werden. Den Keller entrümpeln; die Holzkonstruktion für eine tragbare Privatraucherzone auf Ricardo verscherbeln, die Sammlung aufblasbarer Sumpfstiefel der Nachbarfamilie schenken. 1x im Jahr mit C. essen gehen, 2x im Monat mit D., K., M. und W. Und 3x mit Oskar segeln gehen. Wieder mal Squash? Demut. Dankbarkeit. Grossherzentum. Aufhören, wenns Zeit ist. Also eher eher als später. Genug, allseits üppig Kraft und Gesundheit fürs Dreizehn, werte Leserschaft, und ein Biberfell, mindestens. Und denken Sie an den Satz des grossen Eric: Die Möwen folgen dem Fischkutter, weil die glauben, dass die Sardinen wieder ins Meer geworfen werden. Charles Pfahlbauer jr.


Lassen Sie sich neue Ideen zeigen. Kaschieren Die Druckbogen werden auf andere Materialien wie z.B. dicke, andersfarbige Kartons oder sonstige ebene Materialien aufgezogen. Diese Materialien werden mit einer selbstklebenden Folie beschichtet, auf die dann der Druckbogen gleichmässig und faltenlos aufgetragen wird. Anwendungsbeispiele Aufsteller, Bushänger, Schilder, Hängeplakate, extradicke und wertige Karten oder ähnliches. Diese Technik mit Folie behält die absolute Planlage der Druckprodukte bei und ist speziell für Kleinauflagen sehr interessant.

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Nr. 113 von THERES SENN

Saitenlinie Auf diesen Jahresstart mag man sich in Güllen nicht so richtig freuen. Sich fit turnen für 13 plus ist angesagt, und turnen ist bekanntlich nur dann lustig, wenn man es freiwillig tut. Hier aber wird das Spar-Abspecken befohlen, und erst noch von Scheit-Lin, der im «Weltwoche»-Ranking der bestverdienenden Stadtpräsidenten der Schweiz dummerweise auf dem siebten Platz, wo er hingehörte, vergessen ging, wie Odilia Hiller vom «Tagblatt» weiss. Fit und fett bezahlt steht dafür, Andreas Fagetti hat es auf dem Ost-Blog kommentiert, Rorschachs Thomas Müller auf dem zweiten Podestli stramm; seinen Powerriegel Würth hat er als Energiereserve noch im Sack. Aber wenn der Unmut steigt, die Demos und die Leserkommentare zur Stadtratsmauschelei zeigen es, dann tut Wählernähe not. Also hat St.Gallen eine Wunschbox auf mysg.ch eingerichtet. Bürgerinnen und Bürger, moppelig oder nicht, dürfen da ihren Ballast abladen. Das Top-Seven-«Saiten»Ranking daraus: 1. Ein Hochhaus mit Einzimmerwohnungen in St.Georgen oder Rotmonten für Talschulhausflüchtlingsmütter.

2. Ein Sesselrücken bei den Stadträten! (mehrfach gefordert) 3. Ein Stadtteil für Schwule und Lesben, wo Menschen sich vereinen, homo oder hetero. 4. Ein Wolkenkratzer (ca.150 Meter). 5. Eine neue Brücke im Riethüsli über die Strasse. 6. Offene Busspuren für Velos. 7. Schlittelstrassen in allen Quartieren. Wenn wir schon bei bewegungsaktiven Politikern sind: Eine wahre Pirouette haben die Thurgauer Regierungsräte Monika Knill und Jakob Stark beim Thema Neubau für das Kunstmuseum Ittingen aufs Glatteis gezaubert. In letzter Minute zogen sie das geplante Projekt zurück, weil es nicht ordnungsgemäss aus einem Wettbewerb hervorgegangen war. Kurz zuvor hiess es noch, es sei alles rechtens. Den Sinneswandel bestärkt haben sicher die hartnäckigen Nachfragen der Journalistin Brigitta Hochuli für thurgaukultur.ch. Wie man Architekturwettbewerbe erfolgreich umkurvt, hätte der Thurgauer Köbi von seinem Ausserrhoder Namensvetter, Baudirektor Köbi Brunnschweiler, und dessen Kantonsbaumeister Otto Hugen-

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tobler lernen können. Ihre Direktvergaben sind notorisch – jetzt haben sie mit einem Salto rückwärts kurzerhand auch die Fördergelder für die von den Architekturfachverbänden getragene Auszeichnung «Gutes Bauen» gestrichen. Man muss beim Abspecken aufpassen, dass einem bei all den Saltos und Pirouetten nicht schlecht wird. Aus dem trümmligen Fitnesswirbel retten könnte uns Herr Mäder. Mit Bäuchlein und suboptimaler Körperhaltung winkte er im Dezember den Passanten in der Schmiedgasse vom Pelikanerker aus Mut zu. Das gefiel nicht allen. Es gingen Briefe und Telefonate ein, die klar machten, dass der Herr Mäder nicht nur Freunde hat in der Stadt. Der «Mannsgoggel» müsse weg. Auch Manuel Stahlbergers Zeichnung von der Frau Hufenus im Mäder-Comic stiess auf Unmut. Da würden Witze über eine alte, als hässlich verunglimpfte Frau im Rollstuhl gemacht. Dabei: Mit ihren Püggeln auf der Nase hat sie schon Kinder statt zu M&Ms zum gesunden Apfelessen bewogen. Wenn wir eine so taffe, selbstbestimmte, talschulhaustaugliche Frau wie die Hufenus an der Spitze hätten … tja dann würde die Stadtratsriege bald selber eine Fit13plus-Choreo tanzen.



N°219 · Ost-Kunst