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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 2/2014

Leidenschaft im Dienst

ChrisCare

ChrisCare

T TEN E P KOM END R E I R I INSP AH N S I X PRA

Leidenschaf im Dienst Dienst Leidenschaftt im AUSGEBRANNTE

WENN LEIDENSCHAFT LEIDEN SCHAFFT

WOHL

BEGEISTERUNG TRAUMBERUF NÄCHSTENLIEBE PASSION WERTSCHÄTZUNG DIENEN GRENZANERKENNUNG KRAFTQUELLE DER GESCHMACK VON BLAU

MANIFEST

ÜBERFORDERUNG

GEIST CHRISTI

Mai 2014 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381


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S. 3 S. 4 S. 6 S. 8 S. 9 S. 10 S. 12 S. 14 S. 18 S. 20 S. 22 S. 24 S. 26 S. 28 S. 31 S. 32 S. 34 S. 36 S. 37 S. 38 S. 41 S. 42 S. 43 S. 44 S. 46

INHALTSÜBERSICHT

Editorial Kunst: Ausgebrannte auf dem Weg Erfahrungsberichte Leidenschaft im Dienst Leidenschaft für die Pflege Freitag.12 CGK: Rundum gewinnbringend Interview: Mein angeknüpftes Leben Klinikseelsorger mit Leidenschaft Die ganz andere Leidenschaft Management braucht Leidenschaft Blickpunkt Diene deinen Mitarbeitern so, wie du möchtest, dass sie deinen Patienten dienen Die Anerkennung unserer Grenzen Vorgestellt Christen im Gesundheitswesen (CiG) Nachrichten Literatur 1 Hier rät Dr. Rottweil! Wachstum der Berufung in der Lebensmitte CGK: Gemeinschaft stärkt die Gesundheit Termine: Tagungen, Seminare & Konferenzen Stressbewältigung und Burnout Frauen in der Lebensmitte + ChrisCare bestellen Literatur 2 + Impressum

Inhal t

Redaktionskreis: Sr. Patricia Baumann (Untermarchtal), Pflegeheimleiterin; Pastor Frank Fornaçon (Ahnatal), Redaktion ChrisCare; Bettina Gundlach (Aumühle), Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst, Vorstand Christen im Gesundheitswesen (CiG);

Günther Gundlach (Aumühle), Geschäftsführer CiG; Dr. rer. cur. Annette Meussling-Sentpali (München), Dipl.-Pflegewirtin, MScN,

Referentin Caritasverband (München), Fortbildung Caritas; Dr. med. Georg Schiffner (Aumühle), Chefarzt Geriatriezentrum Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand, Hamburg, Vorsitzender CiG; Pastoralreferent Bruno Schrage (Köln), Dipl. Theologe, Dipl. Caritaswissenschaftler,

Referent für Caritaspastoral im Erzbistum Köln; Kathrin Städler (Havelberg), Religionswissenschaftlerin und Krankenschwester; Hans-Arved Willberg (Karlsruhe), Theologe und Pastoraltherapeut; Dr. med. Monika Windsor (Zwochau), Anästhesistin, palliative care

Fachbeirat: Dr. theol. Peter Bartmann (Berlin), Gesundheitsökonom, Diakonie Bundesverband; Reinhild Bohlmann (Hofgeismar), Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands BfHD e.V.; Prof. Dr. med. Andreas Broocks (Schwerin), Ärztl. Direktor Carl-Friedrich-FlemmingKlinik, HELIOS-Kliniken; Ulrike Döring (Wiesbaden), Vorsitzende des Evangelischen Berufsverbandes Pflege; Paul Donders (Niederlande), Leitung xpand international; Prof. Dr. theol. Ralf Dziewas (Bernau), Theologisches Seminar (Fachhochschule) Elstal; Heribert Elfgen (Aachen), Physiotherapeut, Dipl. Musiktherapeut; Claudia Elwert (Karlsruhe), Physiotherapeutin, Mitarbeiterin Zentrum für GesundheitTherapie-Heilung; Sr. Hildegard Faupel (Springe), Theologin, Pädagogin; Dr. theol. Astrid Giebel (Berlin), Diakoniewissenschaftlerin, Krankenschwester, Diakonie Bundesverband; Dr. med. Martin Grabe (Oberursel), Chefarzt Psychosomatik Klinik Hohe Mark, Vorsitzender

Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e.V.; Dr. med. René Hefti (Langenthal), Chefarzt SGM Klinik Langenthal, Ltg. Forschungsinstitut Spiritualität & Gesundheit; Sr. M. Basina Kloos (Waldbreitbach), Franziskanerin, Generaloberin; Sr. Anna Luisa Kotz (Untermarchtal), Vorstand Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul; Reinhard Köller (Aumühle), Arzt für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren; Pfarrer Ulrich Laepple (Berlin), Diakonisch-Missionarischer Gemeindeaufbau, ehem. Arbeitsgemeinschaft Missionarischer Dienste (AMD); Dipl.-Kfm. Cord Meyer (Reinbek), Hauptgeschäftsführer Albertinen-Diakoniewerk e.V.; Dr. med. Gabriele Müller (Frankfurt a. M.), Anästhesistin am Schmerz- und Palliativzentrum Rhein-Main; Rolf Nussbaumer (Herisau), Schule für christliche Gesundheits- und Lebensberatung; Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg), Diözese Rottenburg-Stuttgart; Dr. theol. Heinrich-Christian Rust (Braunschweig), Pastor der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde Braunschweig, Friedenskirche; Dr. med. Claudia Schark (Blankenburg), Chefärztin Klinik für Geriatrie und Innere Medizin; Oberin Andrea Trenner (Berlin), Oberin Johanniter Schwesternschaft; Dr. phil. Michael Utsch (Berlin), Psychotherapeut, Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen


EDITORIAL

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Liebe Leserin, lieber Leser, mit wieviel Elan gehen Sie morgens an die Arbeit? Wissen Sie schon morgens, dass Sie abends völlig geschafft aus dem Dienst kommen und dann noch nicht einmal abschalten können? In helfenden Berufen ist die Gefahr auszubrennen höher als in vielen anderen Bereichen. Wer leidenschaftlich gern für andere da ist, gerät leicht in Gefahr, selbst zu kurz zu kommen. Der wohlmeinende Rat des Hausarztes, man solle ein wenig kürzer treten, ist für viele von uns kaum umzusetzen. Der berufliche Alltag des Stationsarztes oder die dauernden Überstunden der Altenpflegerin bieten nur wenig Raum, etwas weniger zu tun. Und unsere Motivation? Wir wollen doch mit ganzem Einsatz für die uns anvertrauten Patienten und Bewohner da sein. Wer mit Menschen arbeitet, kann keinen Dienst nach Vorschrift machen. In dieser Ausgabe von ChrisCare wollen wir weniger ein Klagelied anstimmen, als vielmehr zu einem leidenschaftlichen Einsatz ermutigen. Im Begriff steckt ein Hinweis: Wer leidenschaftlich aktiv ist, der kann leicht auch Leiden schaffen. Um nicht selbst zum Opfer zu werden, sollte auch der Selbstfürsorge große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, die gerne an die Arbeit gehen, wecken bei ihren Patienten das Gefühl, gut aufgehoben zu sein. In dieser Ausgabe lesen Sie auch über den 4. Christlichen Gesundheitskongress in Bielefeld. Wenn Sie nicht dabei sein konnten, können Sie in der Geschäftsstelle von Christen im Gesundheitswesen Audio- und Videomitschnitte der Plenumsveranstaltungen bestellen. Das lohnt sich in jeder Hinsicht! Ihre

Bettina Gundlach,

Bruno Schrage,

Ärztin im Sozialpsy-

Dipl. Theologe,

chiatrischen Dienst,

Dipl. Caritaswissen-

Aumühle

schaftler, Referent für Caritaspastoral im Erzbistum, Köln


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KUNST

Ausgebrannte auf dem Weg „Unterwegs nach Emmaus“ von Janet Brooks-Gerloff

Janet Brooks-Gerloff, Unterwegs nach Emmaus, Ölgemälde, Abtei Kornelimünster

Zur Grundsteinlegung (16. September 1990, am Fest des Hl. Papstes Kornelius) des Südflügels des Klosters wurde dem Konvent von der Künstlerin ein Bild als Geschenk versprochen. Bald war es uns klar, dass wir uns ein Bild für die statio wünschten, vor dem wir

uns für den Gottesdienst sammeln könnten. Angeregt durch frühere Arbeiten der Künstlerin zum Emmausthema, erbaten wir uns ein Bild zu diesem Thema. Erst als der Bau definitiv fertiggestellt, der „Raum“ für das Bild also klar erkennbar war, hat Janet Brooks-Gerloff


KUNST

das Bild im Sommer 1992 gemalt. Wenige Tage vor der Einweihung des Neubauflügels am 28. August 1992 konnten wir das Bild dann an seinen vorherbestimmten Platz aufhängen. Ein langer, heller Klostergang, Teil des Kreuzganges. Die Mönchsgemeinschaft stellt sich hier vor den großen Gottesdiensten auf, um sich für die Feier des Gotteslobs zu sammeln und beim Glockenzeichen in Prozessionsordnung in die Kirche zu ziehen. An der Stirnwand des Ganges ein Bild der Jünger, die mit dem unerkannten Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus sind: Blickfang der Sammlung, – Hinüberführen der Gedanken von den Brennpunkten des Alltags in den Brennpunkt des anbetenden Gotteslobs. Das Ölgemälde ist für diesen Ort konzipiert worden, wo der Kreuzgang nach rechts zum Kircheneingang abbiegt, für diesen Ort, wo der Weg eine neue Richtung nimmt, für diesen Ort des Übergangs, wo das Reden verstummt, um dem Gespräch mit Gott Raum zu geben. Die beiden Emmausjünger und ihr Begleiter Jesus – drei Gestalten. Der Betrachter schaut ihnen nach; er sieht nicht ihre Gesichter, nur ihre Rücken. Die drei gehen ihm voraus. Sie sind wie eine Einladung, mit ihnen zu gehen, ihrem Gespräch zu lauschen und sich selbst in das Gespräch mit dem Unbekannten einzubringen. Die weiten Gewänder der beiden Jünger sind schwarz. Das Spiel des Lichtes hellt sie nur wenig auf. Anspielung auf das schwarze Ordenskleid der Mönche? Andeutung

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der dunklen Trauergedanken der Emmausjünger damals? Hinweis auf die Sorgen, Schmerzen und Leiden der Menschen aller Zeiten? Neben den beiden der Unerkannte, eine Konturenzeichnung, mit Bleistift skizziert, durchsichtig leicht und schwerelos, noch nicht fassbar und sich schon wieder entziehend. Die Jünger sind voll im Gespräch mit ihm, aber ihre Augen sind „gehalten“, obwohl das Herz schon brennt. Im Gespräch und im Brechen des Brotes wird sich ihnen der Unerkannte als der auferstandene Meister ihrer gemeinsamen Wege „verdichten“ ... und sogleich wieder entziehen. Festgenagelt am Kreuz, läßt er sich doch nicht festnageln, weder durch seine Widersacher noch durch die Sehnsuchtsvorstellungen der Jüngerschar. Wie ein Lockruf alte Wege zu verlassen um neue zu entdecken und die Stationen auf dem Weg nicht mit dem Ziel zu verwechseln, geht er mit ihnen ... und uns. Die beiden Jünger schreiten in der linken Bildhälfte voran, ihr Meister begleitet sie etwa in der Bildmitte. So wird er zum „Angel- und Drehpunkt“ des Bildes, des Gesprächs und des Weges. Der Jünger, der außen geht, wendet sich an seinem Gefährten vorbei dem Fremden zu. Der Eindruck: Der Blick hat schon neue Richtung gefunden, die Schritte müssen sie noch suchen. Die drei gehen durch eine weglose hügelige Landschaft auf einen weiten Horizont zu. Erdfarben deutet sich die Kargheit einer Wüste an. In der Ferne des Horizonts am rechten oberen Bildrand spielen Licht und Regendunkel miteinander. Es bleibt offen, was die Jünger am Ende ihres Weges erwartet. Es scheint sie nicht zu sorgen. Wichtig ist ihnen das Unterwegssein mit dem Unerkannten, der ihr Herz zum Brennen bringt. Wie Schuppen wird es ihnen von den Augen fallen, weil sie sich nicht sträubten, ihr Herz brennen zu lassen. www.abtei-kornelimuenster.de

P. Albert Altenähr OSB, bis 2007 Abt der Abtei Kornelimünster in Aachen


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ERFAHRUNGEN

Dr. Johannes Imdahl, Allgemeinmediziner, Glinde (bei Hamburg)

Leidenschaft im Dienst?! Was mich ermutigt, den Beruf auszuüben

Zu diesem Thema zu schreiben, auch wenn ich immer wieder daran zweifle, ob ich meinen Beruf als niedergelassener Allgemeinarzt bis zum Pensionsalter werde ausüben können, erschien mir erst etwas fragwürdig. Schnell hatte ich Gründe parat, warum ich im Augenblick lieber nichts schreiben wollte. Mir fielen aber doch wieder all die Gründe ein, die mich früher immer sagen ließen, ich hätte den schönsten Beruf, den ich mir vorstellen könnte. Im Alltag verblassen diese manchmal hinter den Widrigkeiten, aber sie sind noch da: Da sind die glücklichen Augen eines Säuglings, der, ohne dass wir uns zuvor je gesehen hätten, mich anlacht und sich ganz furchtlos untersuchen lässt, obwohl die Mutter zuvor große Sorge hatte, dass ihr Kleiner so sehr fremdeln würde. Da ist das Schulkind, das große Angst vor der Impfung hat und mit ein wenig Erklärung, Anleitung zum Konzentrieren auf die Atmung und kurzem Anschnippen der Injektionsstelle fast nichts von der Impfung spürt und ganz erleichtert feststellt, dass die Angst unbegründet war. Da ist der Erwachsene mit großen Sorgen wegen seiner chronischen Erkrankung, dem ich keine Heilung versprechen kann, aber eine fürsorgliche Begleitung, auch über Jahre, und dessen Zuversicht so wächst, dass er die Krankheit ertragen kann. Da ist das alte Ehepaar im Altersheim, das sich nach über 40 Jahren in einer Wohnung nun entwurzelt fühlt und denen es einfach gut tut, mir das zu erzählen und dann mit mir zu beten und Gott um Kraft für den letzten Abschnitt ihres Lebenswegs zu bitten oder auch nur darum, dass die Mitarbeiterinnen im Altersheim ihnen mit Achtung begegnen. Wenn dann, wie kürzlich geschehen, auch noch eine Zeitarbeitskraft des Altersheims beim Gebet hereinkommt und sich einfach dazustellt, um am Ende auch für sich um einen Segen zu bitten,

dann gibt mir das eine Freude und Zufriedenheit mit meinem Beruf, die mich für manche Anstrengung entschädigt. Wenn ich daran denke, dass unsere Tochter nun auch Medizin studiert und bisher fest entschlossen ist Allgemeinärztin zu werden, um so zu arbeiten wie ihre Eltern, dann kommt mir manchmal Zweifel, bis ich an diese schönen Erfahrungen denke. Ich kann diesen Beruf nicht allein aus mir heraus gut machen, wie eine Rechenaufgabe. Ich brauche Ermutigung durch die Menschen, mit denen ich arbeite und für die ich all die Anstrengungen auf mich nehme: Bürokratie, lange Arbeitszeiten, häufige Mehrfachbelastungen, viele unlösbare Probleme, Erfahrung von Leid, das ich nicht abwenden kann, Mittragen von Leid und Schuld, in die ich verstrickt werde durch mein Tun oder mein Lassen. Ich brauche Demut, um nicht der Versuchung zu verfallen, mich als Herr über das Wohl der Menschen zu erheben, die sich an mich wenden. Ich brauche Mitleid mit diesen Menschen, was nicht immer leicht fällt, und auch Leid für mich bedeutet. Ich brauche eine verständnisvolle Ehefrau, die in meinem Fall auch den gleichen Beruf ausübt und meine Kollegin ist, damit ich wachsam bleibe für die Belange meiner Familie und mich nicht in den Weiten meiner Aufgabe verliere. Ich brauche den Rückhalt in meiner Gemeinde, in der ich gemeinsam mit anderen immer wieder Gemeinschaft vor Gott erlebe und keinerlei Standesdünkel brauche. Ich brauche den Austausch mit Kolleginnen und Kollegen, um zu erfahren, dass es anderen in diesem Beruf ähnlich geht wie mir und dass es Möglichkeiten gibt, mit Sorgen und Problemen umzugehen. Und ich brauche mein ganz persönliches Gottvertrauen, das mir die Sicherheit gibt, dass ich mit all meinem Tun nicht allein verantwortlich bin, sondern nur den Platz auszufüllen versuche, an den mich Gott gestellt hat. Nicht mehr und nicht weniger.


ERFAHRUNGEN

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Sichtweisen

Sibylle Braun-

Magin, Ergotherapeutin, Kaufering

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Seit der Schulzeit mein Traumberuf Mit reduzierter Arbeitszeit wieder voller Begeisterung

Schon als Schülerin wollte ich unbedingt Ergotherapeutin werden – mein Traumberuf! Je mehr ich dann in die Praxis hineinwuchs, desto mehr erkannte ich, dass mein Beruf auch Berufung ist. Ich fühlte mich am richtigen Platz. Und das ist nach fast 30 Jahren immer noch so. In der Arbeit mit Kindern bin ich gefordert, Motivation zu wecken und spielerisch Entwicklungsrückstände aufzuholen. Ich überlege, welche Strukturen das Kind braucht, um besser lernen zu können, sich besser zu konzentrieren, ausdauernder bei einer Sache zu bleiben. Auf jedes Kind individuell einzugehen und zu erfassen, was gerade dieses braucht, ist eine Aufgabe, die ich nicht nur mit meiner beruflichen und menschlichen Erfahrung anpacke, sondern auch im Hören auf Gott. Wie sieht er dieses Kind – wie sieht er die Eltern – wie das Familiensystem? Indem ich das Kind ernst nehme, als Geschöpf Gottes sehe, eröffnet sich mir eine tiefere Sicht und ein tieferes Verständnis. Ich kann ermutigen, Ressourcen wecken, ich kann vermitteln: Du bist gut so wie du bist – du bist liebenswert und angenommen. Ähnliche Erfahrungen mache ich in der Therapie von – vorwiegend neurologisch erkrankten – Erwachsenen. Ich versuche zu erspüren, was mein Gegenüber als Patient, insbesondere aber als Mensch, braucht. Es ist nicht immer das Offensichtliche, Vordergründige oder fachlich Naheliegende, was zum Erfolg führt. Manchmal braucht es unkonventionelle Antworten auf die Krankheit, das Leid.Indem ich mich auf den Menschen vor mir einlasse, leide ich auch mit. Manchmal gerate ich an einen Punkt, an dem ich nicht weiter weiß oder es nicht vorwärts geht. Das auszuhalten fällt leichter, wenn ich es im Gebet vor Gott trage.

Jeder ist gut so wie er ist

Unterstützt wird meine Begeisterung für diesen Beruf, wenn ich in ein gutes Team eingebunden bin, in dem wir austauschen und voneinander lernen können. Dennoch bremst der ständig wachsende Anteil an Bürokratie die Begeisterung am Beruf, weil es so viel Zeit und Energie raubt, die ich doch lieber für die therapeutische Arbeit einsetzen möchte. Da ich im Angestelltenverhältnis arbeite, ist meine persönliche Belastung durch diese zusätzlichen Arbeiten jedoch überschaubar. Meine Leidenschaft für den Beruf hängt stark davon ab, ob ich das Maß finde zwischen verfügbarer Kraft und beruflichen Anforderungen. Da ich unter einer chronischen Krankheit leide, muss ich mit meiner Kraft sehr gut haushalten. In den letzten zwei Jahren machte ich die Erfahrung, dass meine Freude am Beruf immer mehr nachließ. Ich fühlte mich überfordert und schaffte mein Pensum nicht mehr. Nach langem Zögern und Überlegen reduzierte ich meine Arbeitszeit und durfte erleben, dass ich Freude und Begeisterung zurückgewann. Seitdem lebe ich wieder in einem guten inneren Gleichgewicht und bin wieder von Herzen gerne Ergotherapeutin.


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ERFAHRUNGEN

Leidenschaft im Dienst Leiden und Schaffen Seit 1977 betreiben wir eine stationäre Pflegearbeit in Ballendorf, welche wir gemeinsam als Ehepaar in einer sehr ländlichen Umgebung aufgebaut haben. Selbst bei liebevollster Pflegebereitschaft sind Angehörige mit der Betreuung lieber Menschen oft überfordert, so dass bei schwerer Pflegebedürftigkeit die Betreuung durch Fachpersonal im Pflegeheim in Anspruch genommen wird. Das Ziel unserer Einrichtung ist bis heute, dass die Menschen sich in der familiären Atmosphäre wohl fühlen. Dazu gehören das Handeln im christlichen Sinne, die Vermittlung von Geborgenheit sowie Schutz und Unterstützung bei der Lebensbewältigung. Immer mehr erkannten wir, dass gerade die Pflegebedürftigen unsere Zuwendung brauchen brauchen und dass es wichtig ist, jemanden zur Seite zu haben, der die Nöte und Sorgen wahrnimmt. In der Palliativpflege werden die Bedürfnisse des Menschen in den Mittelpunkt gestellt und nicht nur die medizinische Versorgung. So sehr sich Menschen wünschen, älter zu werden, geht doch das hohe Alter oft mit Krankheit und Gebrechlichkeit einher, die zur Pflegebedürftigkeit führen. Nimmt man das Wort „ Leidenschaft“ auseinander, bekommt man die 2 Wortteile: Leiden und Schaffen. Dienst bedeutet, den anderen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, ihn zu ehren und zu achten. Es gelingt nicht immer, den Spagat zwischen den heimrechtlichen Anforderungen und den Bedürfnissen der Bewohner und/oder deren Angehörigen zu bewältigen. Die Forderungen nach Expertenstandards, Dokumentation, Pflegeschlüssel, Tagesablaufstruktur sowie der Heimaufsicht und der medizinischen Versorgung sind ebenso wie die Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen der Bewohner zu erfüllen. Im Pflegeheim sind die Pflegeschlüssel genau festgelegt. In unserem Haus werden die Bewohner auch palliativ und hospizlich versorgt. Dieses gelingt nur, weil die Mitarbeiter gut geschult und weitergebildet sind. Alle Mitarbeiter, Pflege und Hauswirtschaft, haben die 40-stündige Weiterbildung der Robert-Bosch-Stiftung „Curriculum Palliative Praxis“ mit dem Untertitel „Am Ende geht es um den Menschen“ absolviert. In den Rollenspielen konnte man die Sorgen und Bedenken der Angehörigen erkennen, um diese dann besser zu verstehen. Durch diese Schulung hat sch die Haltung der Mitarbeiter für Bewohner und Angehörige positiv verändert. Da der Vergleichen der Personalschlüssel auf Palliativstationen und in Hospizen nur zum Frust führt, sind wir seit 10 Jahren mit der regionalen

Hospizgruppe und den Seelsorgern gemeinsam auf einem guten Weg, um unsere schwerkranken und sterbenden Bewohner optimal zu begleiten. Mein erster Mann verstarb plötzlich mit 40 Jahren. Weil ich überzeugt bin, dass Gott mich an diesen Platz gestellt hat, und damit für die Kinder das Umfeld erhalten blieb, führte ich das Pflegeheim weiter. Diese Entscheidung war in den vergangenen 25 Jahren manchmal schwerwiegend. Mein Konfirmationsspruch steht in Psalm 32, Vers 8:

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst, ich will dich mit meinen Augen leiten“ Dieses Wort gibt mir immer wieder Kraft und Mut. Der Austausch mit anderen Christen in Hauskreis und Gemeinde sind sehr hilfreich. Im Gebetskreis ist die Möglichkeit da, Sorgen und Nöte gemeinsam vor Gott zu legen. Und es ist wahr – Gott ist nichts unmöglich. Im Rückblick kann ich nur staunend bezeugen, dass Gott treu ist und durchträgt.

Gisela Kandler dichtet: Danke möchte ich dir sagen, dass du mich so oft getragen, wenn ich nicht mehr weiter wusste, doch es weiter gehen musste. Danke möchte ich dir sagen, dass auf alle meine Klagen, all das, wo ich mich beschwere, du geduldig sagst: Ich höre.

Maria Plepla-Peichel, selbständige Heimleiterin, Altenpflegerin, Fachkraft für Gerontopsychiatrie und Palliative Care, Aromaexpertin


ERFAHRUNGEN

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Leidenschaft für die Pflege Der Geist Christi ist spürbar Ich leite seit vielen Jahren die Krankenpflegeschule und bearbeite pro Jahr ca. 600 Bewerbungen von jungen Menschen, die den Beruf Gesundheits- und KrankenpflegerIn erlernen wollen. Befragt nach der Motivation, diesen Beruf zu ergreifen, ist die häufigste Antwort: „Ich möchte Menschen helfen, möchte etwas mit Menschen zu tun haben, und ich möchte etwas Sinnvolles tun“. Die, die bereits vor der Ausbildung praktische Erfahrung in der Pflege gesammelt haben, beschreiben ihre Motivation schon differenzierter: „In diesem Beruf erfahre ich ein direktes Feedback auf mein Tun – das zufriedene Lächeln eines Patienten, die Dankbarkeit für einen kleinen Handgriff, die sichtbare Entspannung, wenn ein Patient seine Sorgen äußern konnte“ u.v.a.m.. An diesen Äußerungen wird für mich deutlich, dass es die Begegnungen mit den Menschen sind, die die Begeisterung für diesen Beruf ausmacht. Nicht selten erntet der junge Mensch Unverständnis für seine Berufswahl: „Wie, Du gehst in die Pflege?“ oder „Du hast doch Abitur, warum studierst Du denn nicht?“ oder „Das ist doch kein Beruf – nur Menschen waschen, füttern und zur Toilette helfen!“ In der Gesellschaft genießt der Pflegeberuf hohes Ansehen, aber auch die Medienberichte über schwierige Arbeitsbedingungen in der Pflege gehören zum Gesicht der Pflege in der Öffentlichkeit. Was also lässt einen jungen Menschen in diesen persönlichen, sozialen und gesellschaftlichen Bezügen Leidenschaft für die Pflege entwickeln? Wer könnte diese Frage besser beantworten, als eine Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege. Ihre Antworten stehen stellvertretend für die viele jungen Pflegenden, die ich zum Beispiel in Praxisbegleitungen in den Pflegeinrichtungen wahrnehme und die diese Leidenschaft für die Begegnungen mit Menschen teilen. „Es ist schwer, die Antwort auf die Frage nach der Leidenschaft für die Pflege in Worte zu fassen. Für mich ist es in erster Linie ein Gefühl – es fühlt sich richtig an, was ich tue. Ich habe in einem Hospiz ganz intensive Vorerfahrungen in der Begleitung mit Menschen gemacht, die mich für diesen Beruf be-geistert haben, mich „mitgerissen“ haben. Ich habe Hoffnung geben können und dürfen, habe aber auch für mein Leben viel gewonnen und erkannt. Es sind die Begegnungen mit

Pflegebedürftigen, die den Alltag und das Leben Pflegender – also mein Leben bereichern. Diese Erfahrungen trage ich als kostbaren Schatz mit mir – aus diesem Reichtum schöpfe ich als Mensch und als Pflegende. Ich habe eine deutlich andere Sichtweise auf die Dinge bekommen, weil ich mich in der Begegnung mit den Menschen, die ich pflege und betreue, viel mehr selbst reflektiere und dabei entdeckt habe, dass schon Kleinigkeiten wertvoll sind und ich dadurch selbst zum Wesentlichen gefunden habe. In der Arbeit mit den Menschen verschieben sich Prioritäten, die Uhren ticken anders – ich lerne Wichtiges von Nebensächlichem zu trennen und mich auf den Menschen mit allen Facetten einzulassen. Darüber hinaus macht es mir Spaß, Probleme zu lösen und da diese so vielschichtig sind, wie die Menschen, werde ich mit allen Talenten gefordert und kann z.B. meine Kreativität einsetzen. Gerade in unserer heutigen, schnelllebigen und manchmal auch oberflächlichen Welt spielen religiöse Bezüge immer weniger eine Rolle. Bedenkt man, dass die Gesundheits- und Krankenpflege ihre ursprünglichen Wurzeln im Christentum hat, so scheint es, dass junge Menschen diesen Bezug verloren haben. Doch schaut man genauer hin, spürt man, dass in der Leidenschaft für die Pflege immer wieder der Geist Christi erlebbar wird. Wenn Menschen sich für die Pflege be-geist-ern lassen, so entfacht es in ihnen das Feuer für ihre Mitmenschen und es öffnet den Weg für eine Begegnung mit Gott – denn in jedem Kranken, Pflege –oder Hilfebedürftigen können wir Christus begegnen. Wenn „der Funke überspringt“, wir den Menschen durch unsere Zuwendung Hoffnung geben, können wir zum Licht für andere werden“.

Silvia Köln, Auszubildende des Kurses, 2012/2015 an der Krankenpflegeschule am St.Elisabeth-Krankenhaus, Köln-Hohenlind

Sabine Günßler, Lehrerin für Pflegeberufe, Leiterin der Krankenpflegeschule, am St. Elisabeth-Krankenhaus, Köln-Hohenlind


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ERFAHRUNGEN

Freitag.12 Neue Wege der Mitarbeiterandacht Vor gut zwei Jahren hatten wir in unserem Krankenhaus ein Gesprächsforum zum Thema: „Kirche und Krankenhaus“. Der kirchliche Träger, die St. Bonifatius Gemeinde in Hamburg Wilhelmsburg, war mit Pfarrer Thomas Hoffmann vertreten, die Krankenhaussicht referierte der damalige kaufmännische Direktor Robert Möller und aus ärztlicher Sicht sprach Chefarzt Dr. Georg Schiffner. Im Nachklang zu diesem Forum entstand ein intensives Gespräch, wie wir das christliche Profil in unserem Krankenhaus schärfen könnten. In einem kleinen Arbeitskreis mit den beiden Ärzten Dr. Georg Schiffner und Dr. Andreas Wefel sowie dem Pfarrer und mir als Seelsorgerin besprachen wir u.a. die Praxis, etwa jedes viertel Jahr eine Mitarbeiterandacht anzubieten. Die immer geringer werdende Anzahl der Teilnehmenden und unsere immer größer werdende „Unlust“ zu dieser Andacht waren uns deutliche Indikatoren, dass sich etwas ändern müsste. Aber wie? Grundsätzlich bemerkten wir bei uns eine große Lust, die Mitarbeitenden mit einem gottesdienstähnlichen Angebot zu erreichen. Was uns an unserer eigenen Sehnsucht sehr deutlich wurde, war, dass es ein Gottesdienst sein sollte, der sehr einfach, ohne großen Aufwand und mit viel Ruhe gestaltet werden müsste. Wir wünschten uns, dass jeder und jede, religiös gebunden oder eher weniger, kommen könnte, es also ein niederschwelliges Angebot sein sollte, wo wir unsere christliche Prägung nicht verschweigen, aber auch nicht besonders betonen. Es sollte ein Angebot sein, bei dem die Teilnehmenden zu sich selbst finden können, einen Impuls für sich mitnehmen, ihn gegebenenfalls auch aufschreiben können – deshalb die Entwicklung der Karte – einmal zum „durchatmen“ und auftanken kommen können, die Chance haben, sich selbst und Gott zu begegnen.

Karten Vorderseite

deutlichen Prägung – die Kapelle im Haus am geeignetsten, weil dort nichts an Krankenhaus erinnert und der Raum per se Ruhe vermittelt. Einen Zeitpunkt zu finden, an dem viele teilnehmen können, erwies sich am langwierigsten. Bedingt durch die vielen unterschiedlichen Schichtsysteme im Haus einigten wir uns auf die Mittagszeit, in der erfahrungsgemäß viele in Pause gehen. Damit es möglich sein könnte, der Seele und dem Leib Gutes zu tun, war schnell klar, dass es nur eine kurze „Andacht“ sein dürfte. 15 Minuten erschien uns deutlich zu lang, 5 Minuten sehr kurz, so wurden es 7 Minuten. Wegen der Kürze der Zeit erschien uns ein pünktlicher Anfang geboten, so entwickelte sich – nachdem der Wochentag gefunden war – wie von selbst der Titel „Freitag Punkt 12“. Da das Krankenhaus direkt neben der Kirche steht, hört man um 12 Uhr immer die Glocken läuten. Wir planten dies gleich als „Ankomm- und Runterkommzeit“ ein. Mit dem letzten Glockenschlag schlagen wir einmal die Klangschale an. Dann gibt es einen kurzen Impuls mit eigenen Gedanken und/ oder Fragen, einem Bild, einer Geschichte, einer Phantasiereise, einer Musik, einer Anleitung zur Stille... dann ist eine Zeit der Stille, meistens mit Musik im Hintergrund – meditativ oder textlich passend ausgewählt und zum Abschluss erklingt wieder die Klangschale.

Aus der Sicht eines kirchlichen Arbeitgebers erschien uns dies als ein sinnvolles und notwendiges Angebot für jeden Einzelnen, für das Miteinander und nicht zuletzt auch als Burnout-Prophylaxe. Wir hofften, dass wir weitere Mitstreiter aus den Teilnehmern gewinnen könnten. Dies ist bis jetzt leider nicht gelungen. Wohl aber ist, nach Absprache, eine einmalige „Vertretung“ möglich.

Diese Form der Andacht wurde in den hauseigenen „Groß Sand News“ und in einem Mitarbeiterplenum vorgestellt. Im Advent 2012 starteten wir, nachdem wir für uns im Vorbereitungsteam einen Probedurchlauf durchgeführt hatten. Regelmäßig wird nun in den einmal monatlich erscheinenden News auf diese Veranstaltung hingewiesen, die jeden Freitag, auch an Feiertagen, stattfindet.

Als Ort für dieses Angebot prüften wir in Gedanken die möglichen Räume und fanden schließlich – trotz der

Etwa einmal im Monat wird eine Rundmail zur Erinnerung an alle verschickt. Dazu wird immer die „Vor-


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Es ist wieder Freitag Freitag Punkt. 12 im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand

Karten Rückseite

derseite“ unserer Karte verwendet, weil da eigentlich alles draufsteht. Dieses Motiv – auf A4 vergrößert und laminiert – hängt auch jeden Freitag im Eingangsbereich der Kapelle, um für 12 Uhr einzuladen und die Stille in dieser Zeit zu gewährleisten. Einmalige Möglichkeiten, wie z. B. die traditionelle Mitarbeiterandacht im Advent werden ebenso benutzt, um diese Veranstaltung als „alternative Zigarettenpause“ mit einem Augenzwinkern zu bewerben. Das ist natürlich nur möglich, weil die Krankenhausleitung das Projekt voll unterstützt. Die erfolgreichste Werbung machen sicherlich die Mitarbeiter selber, die immer wieder ihre Kollegen begeistert einladen, sich selbst einmal auf diese Zeit einzulassen. Nach nun über einem Jahr Erfahrung kann man sagen, dass diese Form für uns selber und die Mitarbeiter sehr stimmig ist. Die Anzahl der Teilnehmenden ist schwankend, das hat deutlich mit der jeweiligen Arbeitsbelastung zu tun. Einmal waren wir nur zu zweit, oft sind um die zehn oder ein paar mehr da und manchmal, wenn die Krankenpflegeschule kommt, wird es eng. Interessant ist, dass immer wieder auch „neue“ Gesichter auftauchen und manche Berufsgruppen sich offensichtlich absprechen, um mal gemeinsam auszuprobieren, wie es ist. Einige erscheinen sehr regelmäßig und melden sich sogar ab, wenn sie nicht können. Immer wieder gibt es die Rückmeldung, wie gut die Zeit tut, allein die Ruhe. Ab und zu wird von den Mitarbeitern gefragt, ob auch Angehörige oder Patienten teilnehmen könnten. Mich freut das, weil die Kollegen offensichtlich einen Blick für ihre Not haben und etwas weitergeben wollen, was ihnen selber gut tut.

Sr. M. Veronika Herrmann, Krankenhausseelsorgerin, Hamburg

Es ist wieder Freitag, kurz vor zwölf und ich mach mich auf den Weg zur Regina Protmann Kapelle. Dort angekommen nehme ich Platz zwischen Kollegen aus allen Abteilungen. Hier finden wir uns regelmäßig zusammen, um im Alltag mal anzuhalten, aufzuatmen und zur Besinnung zu kommen. Die Glocken der St. Bonifatius Kirche erklingen und wir lauschen ihnen, bis sie schließlich verstummen. Es ertönt der bekannte Gong der Klangschale, der uns auf die kurze Andacht einstimmt. Wir hören eine kleine Geschichte oder erfahren einen mini Impuls oder einen einfachen Gedankenanstoß. Im Ganzen handelt es sich dabei um einen netten Input, der nicht streng an den christlichen Glauben gebunden ist, aber alltagstauglich anzuwenden ist. Ein Jeder kann sich daraus seine eigene Botschaft machen und seinen Gedanken, Wünschen und Ideen dann im Stillen zur sanften Musik Platz geben. Erneut erklingt der Gong und ruft uns ins Jetzt zurück. Mit einem Segen und netten Worten wird sich nun ins Wochenende verabschiedet. Nicht selten kommt es im Anschluss auf dem Flur oder dem Rückweg zur Station zu kleinen Gesprächen, einem Gedankenaustausch oder einfach einem Näherkommen. Freitag Punkt.12 verbindet uns einfach als Menschen, egal ob nun Chefarzt/-in, Krankenschwester, Physiotherapeut/-in oder Servicekraft. Für einen Moment kommen wir alle zusammen in den Reihen und gemeinsam zur Ruhe. Das schätze ich sehr und freue mich immer wieder darauf. Es ist gerade in einem so stressigen Krankenhausalltag mal schön, einen fixen Punkt, Raum und die Zeit zu haben, kurz anhalten zu können. Jonas Yaya, Auszubildender in Gesundheits- und Krankenpflege, 3. Ausbildungsjahr


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CHRISTLICHER GESUNDHEITSKONGRESS

Rundum gewinnbringend 4. Christlicher Gesundheitskongress vom 27. – 29. März in Bielefeld Der strahlende Sonnenschein in Bielefeld spiegelte sich auch in den Gesichtern der etwa 1 000 Besucher des 4. Christlichen Gesundheitskongresses wider. Vom 27. bis 29. März waren Mediziner und Therapeuten, Pflegende und Seelsorger nach Ostwestfalen gekommen. Gegenüber den früheren Kongressen hat der Anteil der Mitarbeitenden in Pflegeberufen zugenommen. 56% hatten bei der Anmeldung angegeben, in der Pflege tätig zu sein. 25% waren Ärztin oder Arzt. Der Rest teilte sich in die vielfältigen therapeutischen und andere helfende Berufe auf. Anders als bei anderen Fortbildungen hatten die Teilnehmer die Kosten in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlt, ohne vom Arbeitgeber in ihrer Arbeitszeit zur Schulung geschickt worden zu sein. Der Kongress zeichnet sich gerade auf diese Weise durch eine große Unabhängigkeit von Lobbygruppen und Industrie aus. Gut 50% der Teilnehmenden gehören zu evangelischen Landeskirchen, ein Drittel kam aus evangelischen Freikirchen und die übrigen waren katholisch. „Da wünschen wir uns mehr, weil uns gerade der ökumenische Austausch der Besucher sehr am Herzen liegt“, kommentierte Dr. med. Georg Schiffner (Hamburg) die relativ geringe Teilnehmerzahl aus der Katholischen Kirche. Als Mitglied im Kongressvorstand ist er selbst als Protestant Chefarzt in einem katholischen Krankenhaus und betont, wie befruchtend gerade der interkonfessionelle Austausch sei. Wie schon in den vergangenen Jahren waren der größere Teil der Besucher zum ersten Mal dabei.

Gerhard Wegner (Hannover) erklärte im Eröffnungsvortrag, dass Glaube bei der Heilung helfe. Der Sozialethiker und Theologe stellte Alltagsängsten positives Zukunftsvertrauen gegenüber und erklärte, dass der christliche Glaube dazu beitrage, Vertrauen zu stärken und Ängste zu verringern. Gleichzeitig sah der Professor vom Sozialethischen Institut der Evangelischen Kirche in Deutschland den Glauben „als Ressource, einen Menschen gesund werden zu lassen“. Gleiche Begriffe meinen nicht immer das gleiche, betonte Dr. Michael Utsch (Berlin). Wenn Christen von Spiritualität sprechen, verstünden sie nicht dasselbe wie Buddhisten oder Anthroposophen. Der Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen erläuterte, dass angesichts des zunehmenden Interesses an Spiritualität deutlicher geklärt werden müsse, wie sich christliche Spiritualität von naturreligiöser, esoterischer und humanistischer Spiritualität unterscheide. Zunächst müsse man sich davor hüten, den christlichen Glauben zu einer Technik zu machen, mit deren Hilfe man Erfolge erzielen könne. Es ginge nicht um die Kraft positiven Denkens, sondern um ein Vertrauensverhältnis zu Gott. Dafür müsse man aufnahmebereit sein. Doch die dafür hilfreichen Methoden dürften nicht mit dem Inhalt verwechselt werden. Wenn Christen erwarten, vom Geist Gottes berührt zu werden, sei das etwas anderes, als wenn man besondere Bewusstseinszustände suche. „Esoterische Methoden möchten den Menschen selbst ermächtigen“, meinte Utsch. Das fördere oft ein Leistungsden-

ken, das der christlichen Botschaft widerspreche, die Gottes Liebe als ein Geschenk verstehe. Gearbeitet wurde in den über 60 Seminaren und bei den Vorkongressen, zu denen bereits 200 Teilnehmer einen Tag eher angereist waren. Hier lernte man zum Beispiel die Kunst des verbindlichen Nein-Sagens. Die 30 Teilnehmenden waren begeistert vom Referenten Werner May (Kitzingen), der es verstand, die Teilnehmer zu motivieren. Hanna und Arno Backhaus (Calden) diskutierten mit den 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ihres Seminars über eigene Erfahrungen mit ADHS. Ihre eigenwillige Übersetzung der in der Medizin gebräuchlichen Abkürzung: Auch Du hast Stärken! Zwischen 10 und 100 Konferenzteilnehmer besuchten jeweils die Seminare, die sie durchweg positiv bewerteten. Gebetet wurde auf dem Kongress auf vielfältige Weise. Schon früh morgens trafen sich viele zur Frühmesse, individuell wurde das Angebot des Hörenden Gebets als besondere Form der Seelsorge genutzt. Neben dem Hörenden Gebet nutzten viele Teilnehmer auch die Gelegenheit zu seelsorgerlichen Gesprächen. Gekonnt brachte Johannes Warth sein Publikum zum Lachen. Der Kabarettist war selbst noch bis kurz vor dem Kongress Patient, der einen Bandscheibenvorfall auskurieren musste. Auf der Bühne präsentierte er dann heiter kritische Anmerkungen zum Gesundheitswesen. Damit strapazierte er die Lachmuskeln des Publikums gehörig. Gelacht wurde auch bei den Plenumsvorträgen, wie bei Dr. med. Martin Grabe, der über die Grenzen des Helfens referierte.


CHRISTLICHER GESUNDHEITSKONGRESS

Verdankt Transplantation sein Leben

Der Chefarzt der Klinik Hohe Mark in Oberursel mahnte, die eigene Kompetenz als Helfer nicht zu überschätzen. Gefeiert wurde am Freitagabend, als zwei Flügel das Publikum verzauberten. Christina Brudereck und Benjamin Seipel (Bochum/Bonn) begeisterten mit lyrischen Texten und exzellenter Klaviermusik, unterstützt von Anna Klöpper (Geige). Das Programm zwei Flügel entfaltete die Schönheit eines Lebens, das von Gott begeistert ist. Die Zuschauer waren ergriffen und begeistert. Gesundheit sei keine Ware meinte der Medizinethiker Professor Dr. Giovanni Maio. „Wir haben keine Zeit“, klagten Ärzte und Pflegende, die sich zunehmend unter Druck fühlen, mit weniger finanziellen Mitteln mehr bewirken zu sollen. „Die zunehmende Ökonomisierung führt zur Abschaffung der Zeit“, betonte der Freiburger Wissenschaftler. Immer stärker werde auch im Gesundheitswesen in erster Linie nach Geld gefragt. Ärzte, die sich trotz knapper Geld- und Zeitressourcen für ihre Patienten Zeit nähmen, seien „geradezu Helden“, meinte Maio. Wenn Pflegende und Mediziner auch über die budgetierten Zeiten hinaus da sein wollten, müssten sie oft in einen Streit mit den Strukturen des Gesundheitswesens eintreten. Maio kritisierte das Missverständnis, dass im Gesundheitswesen Gesundheit produziert werde, wie in der Industrie Waren hergestellt würden. Für

Prof. Dr. med. Giovanni Maio

die Heilung sei es viel wichtiger, dass Beziehungen entstünden. Gute Beziehungen zwischen Arzt und Patient sind wichtig. Es wäre eine Aura nötig, in der solche Beziehungen gedeihen könnten. „Wir müssen eine Zeitkultur entwickeln, die nicht restlos verplant ist“, forderte der Medizinethiker. Außerdem sei eine Kultur der Aufmerksamkeit notwendig, der Fähigkeit, sich für den anderen zu öffnen. Dabei würde sich immer wieder zeigen, dass der Mensch ein Geheimnis sei, das entdeckt werden müsse, wenn es zu hilfreichen Begegnungen kommen solle. Weiter ermutigte der Referent, dass man sich jeden Tag von seinen Patienten überraschen lassen sollten. Nur so könne man vermeiden, von „aussichtslosen Fällen“ zu sprechen. Jeder Tag könne eine Wendung zum Besseren bringen oder selbst als guter Tag empfunden werden. Wenn Mitarbeiter ihren Patienten mit Wertschätzung begegneten, könnten sie „das Leben selbst als etwas Bereicherndes entdecken“. Gebannt verfolgten die Teilnehmer am Samstagvormittag die Diskussion um die Transplantationsmedizin, souverän moderiert von Simone Ehm aus Berlin. Ist Organspende ein Gebot der christlichen Nächstenliebe? Oder überschreiten wir eine Grenze, wenn wir das Leben eines Sterbenden nicht konsequent respektieren, sondern ihn zum Organspender machen? Wenn ein transplantierter Bruder der Marienschwesternschaft über seine

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Berufsgruppentreffen der Ergotherapeuten

geschenkten Jahre berichtete, dann waren die Besucher ganz Ohr. Aber auch die kritische Diskussion des Hirntodkonzepts wurde intensiv verfolgt. Das Publikum konnte per SMS oder auf Papier seine Fragen und Stellungnahmen in die Diskussion einbringen. Geehrt wurden die beiden Gewinner des Christlichen Gesundheitspreises, der Modelle für das Zusammenwirken von christlicher Gemeinde und Gesundheitswesen in den Mittelpunkt stellt. Die Initiative open door aus Wernigerode setzt ein Zeichen für die Chancen von Kirchengemeinden, Räume für Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf anzubieten. Die Initiatoren aus dem Harz, unter ihnen der ehemalige Chefarzt Dr. Martin Steinbach (Elbingerode), wurden gebührend gefeiert. Das Christliche MS-Netzwerk bietet ein Beispiel für eine Selbsthilfegruppe, die die seelsorgerliche Kompetenz ihrer Mitglieder nutzt, um das Leben mit MS lebenswerter zu gestalten. Als Träger des 2. Preises freuten sich mehre Betroffene gemeinsam mit der Vorsitzenden Dr. Andrea Wiedner, Herford, über die Auszeichnung. Gute Resonanz auf den Kongress freute die Organisatoren um Günther Gundlach (Aumühle/Hamburg). So schrieb ein Pastor einer mennonitischen Gemeinde, der mit seinen Mitarbeitern am Kongress teilgenommen hatte: „Es war ein rundum gewinnbringender Kongress“. Frank Fornaçon


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INTERVIEW

Mein angeknüpftes Leben Gedanken einer Organempfängerin Die Theologin und Autorin Susanne Krahe aus Unna ist erblindet und lebt mit gespendeten Organen. Der folgende Text ist ein Auszug aus dem Sendemanuskript des Deutschlandfunks. Die Fragen stellte FrankMichael Theurer

nichts mehr sehe.“ Daraus hören wir einen Ausschnitt: „Es gab eine Zeit, da war ich aus Prinzip dagegen. Wie viele Theologinnen und ihre Ethiklehrer in den 1980er Jahren pochte mein Herz für jeden Menschen, dessen Gehirn für tot erklärt worden war. Ich bestand auf dessen Recht, ‚normal‘, also am

Frage: Darf man Menschen zu einer Entscheidung für oder gegen Organspende zwingen?

Stillstand des eigenen Pulses zu ster-

Krahe: Ich fürchte, unsere derzeitige Gegenwart, unsere gegenwärtige Situation, zwingt uns, in dieser Angelegenheit, die ja nicht angenehm ist, eine Position zu beziehen. Es gehört zu unserer gesellschaftlichen, politischen und auch medizinischen Realität, dass Organe von einem Menschen auf den anderen übertragen werden können. Natürlich wünsche ich mir das nicht, dass diese Möglichkeit je in meinem Leben mal Wirklichkeit wird, und ich mal selbst ganz krank werde und eventuell ein Organ brauche; oder dass ich für einen Angehörigen entscheiden muss, ob dessen Organe verwendet werden können. Das wünsche ich mir nicht, aber dass es eine Möglichkeit ist, kann ich auch nicht einfach verleugnen. Spätestens im Ernstfall muss ich mich dann doch entscheiden.

dem geliebten Menschen zu verab-

Frage: Sie selbst standen der Organspende kritisch gegenüber. Aus guten Gründen. Darüber haben Sie geschrieben in Ihrem Buch „Der Geschmack von Blau. Was ich weiß, seit ich

ben. Vor allem verlangte ich für seine Angehörigen die Chance, sich von schieden. Ich ahnte, wie eine Mutter sich fühlte, die sich vor ihrem Kind in einer Intensivstation wiederfand und gefragt wurde, ob das Herz, die Lunge, die Leber aus diesem atmenden, schwitzenden Körper gerupft und in einen anderen verpflanzt werden dürfen. Eine Organentnahme war für mich ‚Ausweidung‘ eines Menschenkörpers. Eine Niere, die an fremde Adern genäht wurde, verachtete ich als ‚Ersatzteil‘, und die Gier nach solchen Werkstücken, die uns ewiges Leben verhießen, fand ich skrupellos. War es nicht theologisch inkorrekt,

fertig geworden. Ich hab das nicht geschafft, mich den Bedingungen dieser Krankheit anzupassen. Und dann geschahen in meiner Lebensgeschichte die Folgen, die bei einem schlecht eingestellten Diabetes halt so passieren können: das war die Erblindung und kurze Zeit später dann auch das finale Nierenversagen, das mich an die Dialyse brachte. Ich konnte dann nur überleben, indem ich mich drei Mal die Woche der Blutwäsche unterzog. Das ist ein Mittel zum Überleben. Das hat mir auch damals das Leben gerettet. Aber ich war in einem ganz schlechten, ich möchte sagen, elenden Zustand. Und auch die Statistiken zeigen, dass bei bestimmten Grunderkrankungen, zu denen auch Diabetes Typ I gehört, die Überlebensdauer an der Dialyse nicht lange ist. Ich hätte damals gar nicht gedacht, dass ich je wieder aus dieser Situation noch einmal heraus kommen würde, und das gab mir vielleicht auch den Mut oder die Freiheit, dann zu sagen: Okay, ich lasse mich auf eine Liste zur Transplantation setzen.

einfach nicht sterben zu wollen, wenn meine Zeit gekommen war?“

Frage: Diese, ja auch theologische, Theorie ist zur praktischen Erfahrung in ihrem Leben geworden? Krahe: Ja, ich bin kurz vor dem Abitur, an Diabetes Typ I erkrankt. Und ich bin dann im Laufe der Jahre mit dieser Krankheit – die damals viel Disziplin und eine bestimmte Unterordnung unter Gesetze und Regeln erforderte, in meinem Leben einfach nicht

Frage: Man hat Ihnen dann eine Niere und eine Bauchspeicheldrüse implantiert. Wie lange leben Sie mit den Organen eines fremden Menschen? Krahe: Fast 22 Jahre lebe ich mit den Organen eines sehr jungen Menschen, die mir implantiert wurden. Damit zu leben bedeutete für mich eine völlig neue Chance. Denn ich kam damit nicht nur von der Dialyse weg, sondern ich bin auch, was ganz erstaunlich ist, nicht mehr zuckerkrank.


INTERVIEW

Interview

Frage: In einer ganz ähnlichen Situation ist auch der Autor David Wagner. Ihm ist eine Leber transplantiert worden. 2013 hat er einen auch autobiografischen Roman geschrieben mit dem Titel „Leben“. „Ich bin zwölf, dann dreizehn, und

meine Leber ist kaputt, sie war wohl länger schon entzündet. Ich habe, obwohl noch ein Kind, eine Leber wie nach fünfzig Jahren Alkoholkonsum, kann aber auch mit einer Drittel-Leber und sehr mäßigen Leberwerten weiterleben, die Werte dürfen nur nicht schlechter werden, sagt B., mein Arzt. Es beginnt eine Kombinationstherapie mit Cortison und einem Immunsuppressivum, die Entzündung klingt ab, die Zirrhose bleibt. Es geht mir gut. Es geht mir gut, bis die Probleme mit den Nebenwirkungen der Medikamente anfangen. (S. 37) Ich stehe wieder auf der Liste, sammle Wartezeit. Mit jedem Tag steigt die Wahrscheinlichkeit zu sterben, jeder Tag ist ein Tag näher dran am Tod. Doch jeden Tag, das ist die Ironie der Liste, steigt auch die Chance zu überleben – nur muss ein anderer vorher sterben. Und ich weiß schon: Wenn du nicht stirbst, dann sterbe ich. (S. 90) ...Möchte ich, dass du stirbst? Nein, ich möchte nicht, dass du, wo auch immer du dich gerade aufhältst, überfahren wirst. Oder durch eine Windschutzscheibe gegen einen Baum fliegst. (S. 90)“

Frage: Wenn du nicht stirbst – dann sterbe ich. Genauso: Ich möchte nicht, dass du stirbst. Frau Krahe, sie leben als Organempfängerin – lässt dieser Widerspruch sich auflösen?

Krahe: Natürlich versuchen die Organempfängerinnen und noch mehr die Ärzte, auf rationale Weise mit dieser widersprüchlichen Situation umzugehen, und möglichst... ich möchte schon sagen nüchtern bis cool mit diesem Widerspruch fertig zu werden. Das ist aber nur ein Zeichen dafür, dass er sich im Grunde nicht auflösen lässt bzw. dass das, was da mit zwei Menschen passiert, mit einem sterbenden Menschen und einem überlebenden Menschen, dass das in einem Bereich ist, der die medizinische Routine weit übersteigt. Ich möchte diese Situation „Grenzsituation“ nennen. Man kann es auch etwas platter sagen: Es passiert da etwas ganz Ungeheuerliches. Und es fehlen uns bis heute die Begriffe, es fehlt uns die Sprache für das... um das auszudrücken, was besonders emotional da mit zwei Menschen, gerade mit dem Empfänger eines Organs so passiert. Deswegen finde ich es auch sehr schön, diesen Roman von David Wagner... Dass ich ihn lesen konnte, find ich sehr schön, dass das noch mal jemand Anderes versucht hat, mit seiner literarischen Sprache – das ist vielleicht die einzige Möglichkeit, sich diesem Phänomen emotional zu nähern – das Thema Organspende eben nicht so nüchtern und nicht so sachlich anzugehen.

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ie? nen S ns! i e m ie u Was iben S e r h c S

Frage: Das deutsche Transplantationsgesetz spricht von einem „irreversiblen und vollständigen Ausfall aller Hirnfunktionen“ als Voraussetzung jeder Organentnahme. An dieser Definition scheiden sich die Geister, auch in ethischer Hinsicht. „Hirntod“: Ist diese Definition für Sie irgendwie greifbar? Krahe:„Hirntod“ ist eine moderne Definition, die aus einer Zwangslage der modernen Medizin herausgefunden wurde. Sie entspricht keineswegs den Menschheits-Erfahrungen oder auch nur den persönlichen Erfahrungen dessen, was eigentlich „Tod“ ist. Das macht diesen Bereich Hirntod zu einer Grauzone, in der wir nie ganz sicher sein können. Wer sagt, dass mit dieser Hirntod-Definition ein für allemal eine gültige Bestimmung dessen, was Tod bedeutet, gefunden ist, der ist meiner Meinung nach anmaßend. Gerade als Betroffene habe ich versucht, diese Grauzone nicht nur auszuhalten, sondern durch Kommunikation mit meinem Spender, durch das Schreiben und das Ansprechen eines „Du“ mich in der Grauzone zurecht zu finden. „Hilf mir, Unbekannter! Sprich: Ist ein Hirntoter auch wirklich tot, und wie tot darf man sein, ehe das Messerchen ansetzt; je toter, desto erlaubter der Schnitt? Warum gibt man den Toten Narkose, wenn sie doch angeblich keinen Schmerz mehr empfinden, warum steigt denen der Blutdruck während der Operation? Ein Körper, der atmet, Reflexe hat, schwitzt und ausschei-


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INTERVIEW

Interview det, kann sein Lebendigsein nicht bloß spielen.

der Existenz als Organempfängerin darum, eine Art „Symbiose“ mit dem fremden Organ zu leben.

Hilf mir, du Unbekannter. Sag, dass

es kein Zurück mehr gibt. Sag, dass dich nur jemand aus der Schwebe genommen und dich neu geerdet hat. Sag, dass ich das Bündel, das du im letzten Sturzflug verloren hast, auffangen und mir auf den Rücken schnallen durfte. Erlaube mir, deine abgebrochenen Träume zu Ende zu träumen.“

Frage: Ihre Sichtweise, wie ich sie höre, stimmt nicht mit der offiziellen Hirntod-Definition überein, nach der ein hirntoter Mensch wirklich „tot“ ist… Krahe: Ja. Wie tot kann ein Mensch gewesen sein, dessen Organe fast 22 Jahre in meinem Körper weiterarbeiten? Das zeigt schon, dass da mit dem Begriff Tod und Leben so einfach nicht umgegangen werden kann; hier ist das Leben, und dort hört das Leben auf, und hier fängt der Tod an. So einfach ist das nicht! Es handelt sich beim Hirntod ja auch um eine juristische Definition, die notwendig ist, um den Ärzten bei ihrem Tun Rechtssicherheit zu verschaffen. Aber als Philosoph oder auch als Theologin muss ich mich nicht unbedingt an diese Definition, an diese Bestimmung anschließen. Ich habe, sagen wir mal, mein zweites Leben mit den Organen empfunden als eine Art Übergang. Von einem anderen Menschen kommt ein Stück Leben, und ich trage das in mein Leben hinein. Es geht bei

Frage: Auf Ihrer Seite, Frau Krahe, also als Organempfängerin, werden nicht zuletzt die Identität und Individualität in Frage gestellt. Welche theologischen Aspekte werden davon berührt?

Krahe: Platt gesagt kann man sich fragen, ob bei solchen Vorgängen nicht dem Schöpfer ins Handwerk gepfuscht wird. Oder: Schwingt der Mensch sich nicht sogar selbst zu einem Schöpfer auf? Oder will der Mensch nicht seine Sterblichkeit verleugnen, nicht wahrhaben, und sich womöglich mittels der Organe eines anderen Menschen unsterblich machen? Das ist eine Frage, die man als Organempfängerin öfter gestellt bekommt, auch vorgeworfen bekommt. Ich kann dazu nur sagen: Es geht bei der Organtransplantation nicht darum, Unsterblichkeit... einen Schritt in die Unsterblichkeit zu machen. Gerade als ein Mensch, der symbiotisch zusammen mit den Organen des Spenders lebt, bin ich besonders verletzlich; ich muss Medikamente nehmen, um die Organe des Spenders in meinem Organismus nicht zu gefährden. Ich bin besonders den Gefahren von Bakterien usw. ausgesetzt. Ich habe ja jetzt nicht mehr Verantwortung nur für mich selbst. Ich hab jetzt Verantwortung für Zwei. Wenn ich sterbe, stirbt auch der letzte Rest meines Spenders. Das macht dieses Leben in gewisser Weise schwerer

als vorher, wenn man das überhaupt sagen kann. Es gibt ihm eine ganz andere Verantwortung. Um Unsterblichkeit kann es aber nicht gehen, höchstens um eine Verschiebung des Todeszeitpunkts. Aber kaum jemand weiß sich so nah, nach wie vor, an der Todesgrenze wie der Empfänger eines fremden Organs.

Frage: Wie nahe Ihnen das geht – im wahrsten Sinne des Wortes – beschreibt für mich sehr eindrücklich wieder ein Text von Ihnen als Autorin: „Er steckt mir im Kopf, er liegt mir im Blut, im Magen, in den Haaren. Er bleibt mir auf den Fersen wie ein Überbein. Mein Schweiß, sein Schweiß. Seine Sekrete in meinem Blut, meine Säfte in seinen Zellen. Sein Tod, unser Leben. Mein Sterben, unser Tod. Meine Sorge, mein Stich in der Leiste, mein Stachel im Fleisch. Er geht mir durch Mark und Bein, wenn ich schreie.“

Frage: Mit Spenderorganen zu leben – was das emotional bedeutet, das bringen Sie wie David Wagner in ihren Texten ganz dicht zu Ausdruck. Bei den Emotionen bleiben Sie aber nicht stehen: Sie geben sich nicht zufrieden mit Nächstenliebe als einfache christliche Begründung für Organspende. Wie deuten Sie auch Ihre ganz persönliche Erfahrung theologisch? Krahe: Für mich ist der Organempfang und die Möglichkeit, ein zwei-


INTERVIEW

tes Leben geschenkt bekommen zu haben durch die Ressourcen eines anderen Menschen, für mich ist das eine konkrete Erfahrung dessen, was Paulus und Luther „Rechtfertigung“ genannt haben. Um diesen komplizierten, theologischen Zusammenhang mal etwas runter zu brechen, kann man es auch so ausdrücken: Rechtfertigung, das ist Gottes Okay zu unserer menschlichen Schwäche, zu unserem Scheitern, zu unserem Unwillen oder auch unserer Unfähigkeit, unsere Chancen von uns aus zu nutzen. In meiner eigenen Lebensgeschichte hat sich das dann so dargestellt: Ich konnte mit meiner Zuckerkrankheit überhaupt nicht umgehen bzw. ich bin völlig falsch damit umgegangen. Man könnte auch sagen: Ich habe meine eigenen Ressourcen verwirtschaftet, und ich konnte dann nur durch die Ressourcen eines anderen Menschen leben. Ich durfte das aber auch. Die Gnade bzw. die Rechtfertigung, wie die Bibel sie versteht, und wie auch ich sie jetzt begriffen habe, wirklich in meinen Gefühlen und in meinem ganzen Leben begriffen habe, die kann sich niemand verdienen. Die kommt von Gott, und da können wir nur „ja“ zu sagen. Wie hätte ich als kranker Mensch mir auch etwas verdienen sollen, oder wie hätte ich etwas tun können, oder auch wollen können, etwa wollen, dass ein bestimmter Mensch, der dann so gut zu mir passte, sterben sollte...? Das war ja alles gar nicht der Fall. Was da passiert ist, diese ungeheure Erfah-

rung, die ist etwas völlig Unberechenbares, auch Unplanbares, und die kann man dann nur annehmen als ein ganz großes Glück und mit großer Dankbarkeit.

Frage: Von David Wagner, der wie Sie, Frau Krahe, mit Spenderorganen lebt, haben Sie noch einen Text mitgebracht. Auf mich wirkt er wie ein offenes Ende seines autobiographischen Romans:

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Der Geschmack von Blau: Was ich weiß, seit ich nichts mehr sehe, Susanne Krahe, 264 Seiten, Verlag: Aussaat, 2011, ISBN 978-3761558591, € (D) 16,90, SFr 24,90

Das Streichorchester des Blutstroms schwillt zum Rauschen an, ein einsamer Trommler gibt sich Mühe, im Takt zu bleiben...

„Das Problem mit der Dankbarkeit, die ich eigentlich empfinden müsste:

Ich spüre mich und meine Gänse-

Sie müsste viel, viel größer sein.

haut. Ich fühle mich, von der Zun-

Aber ist das nicht überhaupt das Pro-

genspitze bis in die Leiste.

blem mit den ganz großen Geschenken? Sie lassen sich nicht erwidern.

Diese empathische Haltung gegen-

Sie machen klein. Wie sollte ich mich

über jeder Körperzelle war nicht

für mein Dasein bedanken? Demut,

von Anfang an entwickelt... Ich war

obwohl ich den lieben Gott hin und

abhängig von einem Körper, den

wieder darum bitte, halte ich nie

ich am liebsten links liegen ließ, als

lange durch.“ (S. 208f)

hätte ich aus dem eigenen Kreislauf, den Nervenbahnen und Verdauungs-

Frage: Als Schlusswort – das ich Ihnen gerne überlasse – haben Sie noch einen eigenen Text mitgebracht. Sie lassen uns damit teilhaben an einem Frieden, den Sie gefunden haben – und der, so finde ich, jeder Diskussion über Organspenden, Transplantationsskandale und Entscheidungsdruck gut tut. Ich danke Ihnen für unser Gespräch.

prozessen aussteigen können wie aus einer Straßenbahn. Heute bin ich gern Körper und verwundbar, empfindlich, defekt und reparaturbedürftig. Etwas kokett bezeichne ich mich als ein ‚Montagsmodell‘. Aber das Montagsmodell gehört zu einer Serie von Sonderanfertigungen.“

„Manchmal liege ich nach dem Aufwachen ein paar Minuten auf dem Rücken und fahre meine Antennen nach innen aus. Wie alle Blinden erlebe ich die Klänge des eigenen Körpers als eine fein abgestimmte, sorgsam komponierte Symphonie.

Susanne Krahe, Unna


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HINTERGRUND

Klinikseelsorger mit Leidenschaft Damit Leidenschafft nicht Leiden schafft Leidenschaftlich in der KIinikseelsorge – ein starker Anspruch! Ob ich meine Haltung jemals selbst so beschrieben hätte? Ich erfahre sehr viel Lebendiges in der Begleitung von Patienten und deren Angehörigen – selbst im Leiden und in Sterbeprozessen. Dennoch gab und gibt es Phasen in meiner Arbeit, in denen mich das Leiden auch schafft. Selbst wenn ich erlebe, dass Begleitungen gelingen und Perspektiven eröffnet werden, so sammeln sich in mir unbemerkt Betroffenheitsreste, die Unwiederbringliches und Endgültiges widerspiegeln und meine Leidenschaft auch dämpfen. Damit mich das Leiden nicht schafft, brauche ich einen tieferen Grund und Anker für meine Arbeit. Hinter dem Vielen, was Kirche ausmacht, liegt für mich eine wesentlich tragende Motivation meines Handelns: die Faszination von der versöhnenden, liebenden und Leben stiftenden Zugewandtheit Gottes, die ich in meinem Dienst wirken lassen möchte, so gut ich es kann. Wie weit ich selbst diese Faszination spüre und ausstrahlen kann, wandelt sich stetig: mal ansteckend und lockend, mal kleinlaut und bescheiden, und in Zeiten eigener Krisen bleibt diese Kraft auch schon mal ganz aus. Leidenschaft für diesen Dienst braucht einen guten Nährboden und Pflege: Auszeiten an der frischen Luft, Exerzitien, Hobbies, das Leben in der eigenen Familie, Freundschaf-

ten, Supervision und immer wieder zwischendurch kleine Pausen zum Auftanken im „Raum der Stille“ hier in der Klinik.

Genährt wird meine Leidenschaft auch aus der Arbeit heraus: • wenn ich kranke Menschen in ihrer oft plötzlichen Ohnmacht und ihrer Suche nach Kraftquellen begleiten darf, • wenn ich Unterstützung geben kann und dunkle Täler begehbar werden, • wenn in Krisen der Wert bestehen- der Beziehungen neu erlebt wird, • wenn Angehörige die Kraft auf bringen, Lebensbrüche mit auszu- halten, • wenn die Frage nach Gott sich noch einmal neu stellt und die Erfahrung seiner Nähe oder Ferne existentiell wird. Auch wenn die Begrenztheit unseres Lebens von Anfang an todsicher ist, so realisieren wir die Tragweite dieser Wahrheit erst angesichts eigener existentieller Krisen. Leidenschaft wird in Begegnung konkret, wenn ich mich in das Werden und Wachsen der Patientinnen hineinbegebe, mich in ihr Erleben einfühle und beginne, mit ihnen innere Potentiale zur Krankheitsbewältigung zu entdecken. Im Kern ist es die Suche nach „Lebens-Sinn“, nach einem „Halt“ nach „Gott“, im Letzten die Suche nach geglücktem Leben. Konkret werde ich oft von einer stillen Glaubenstiefe bei Menschen

überrascht, die sich zu Beginn der Begegnungen als kirchenfern beschreiben. Angesichts ihrer Ängste, ihrer Lebensbedrohung oder -einschränkungen stellen sie ihre Fragen nach dem Sinn von Leid, nach dem, was noch vom Leben bleibt oder ob der Tod das letzte Wort hat. Darin scheint die Frage nach Gott durch. Oder ich begegne Menschen, die in ihrer Krankheit vielleicht ihre erste Glaubenskrise erleben. Der bisher so selbstverständlich als nah erfahrene Gott wird plötzlich zu einem Gott, der hinter den Warum-Fragen verborgen bleibt und schweigt. Es sind oft Bilder, die weiterführen: In einem Gespräch mit einer Patientin, einer passionierten Gärtnerin, fiel mir das Bild eines Beetes ein, das im Herbst für die Winterruhe bereitet ist: nichts Blühendes, nur Erde, die das in ihr Ruhende nicht zeigt. In diesem Boden lebt aber all das, was diese Patientin bisher als so nährend und tragend empfunden hat – es ist jetzt verborgen, braucht Zeit für die Verarbeitung der neuen Wahrheit von der Winterseite des Lebens. Dieses Beet braucht Pflege, die ich in den Fragen, Sehnsüchten und Anklagen der Frau entdeckte. Oder die Menschen, die sich in der Kirche nicht zu Hause fühlen oder sich aus Enttäuschung aktiv „ausgemeindet“ haben: Nicht wenige gehen dennoch ihren eigenen, inneren Glaubensweg. Ich spreche dann gern von einer ganz persönlichen


RUBRIK

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Um leidenschaftlich arbeiten zu können, braucht man eine innere Kraftquelle

„inneren Kapelle“, in die sie sich immer wieder zurückziehen. Ein persönlicher, spiritueller Raum, in dem sie ganz für sich, vor und bei Gott sein können. Mit diesem Bild öffnet sich nicht selten ein Gesprächsfenster, wie das Leben in dieser Kapelle aussieht, was sie dort trägt, was sie tröstet, wie sie Gott erfahren – oder eben auch nicht. Eine Patientin nahm vor kurzem dieses Bild auf und sagte sinngemäß: „Ja, da werde ich nicht abgelenkt von so viel Drumherum in Kirche, bin hier direkt an der Perle des Glaubens und muss nicht mehr die vielen Schalen knacken, die sich in der Geschichte der Kirche um diese Perle gelegt haben, hierarchische Gegebenheiten, Riten, Dogmen, Regeln… Heute verbrauche ich keine Kraft mehr dafür, mich aufzureiben oder danach zu suchen, wie ich all das verstehen lernen könnte. Wenn ich in mich gehe, bin ich direkt

da, wo ich mit meinem Gott rede. Ich bin da allerdings auch nur für mich, was ich auch schade finde.“ Neben religiösen Inhalten und aktueller Fragen der Krankheitsbewältigung prägt meine Begegnungen der Blick auf die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt. Gilt es Abschied zu nehmen von beruflichen Möglichkeiten, von der eigenen Wohnung, von Chancen eigenständiger Lebensgestaltung? Seel-Sorge umfasst für mich all diese Dimensionen, die in existentieller Krise drängender als sonst in den Mittelpunkt rücken. Was ich anbieten kann, das sind mein Ausbildungswissen, meine Erfahrungen, meine Präsenz, mein Ohr und Wort in der Leidenschaft für das Leben, für den Menschen und für die Kraft aus dem Glauben. Ich bin aufmerksam für Signale, die von

versteckten geistlichen Suchbewegungen Nachricht geben und möchte ein Mitsuchender unter der Themenregie des Kranken sein, möchte zusammen mit ihm Fenster der in ihm lebenden Kraft, der Hoffnung und des Vertrauens öffnen. In den Begegnungen gebe ich viel, es wird aber auch mir Wesentliches geschenkt: den Wert jeden Tages und jeder Begegnung wert zu schätzen und die Frage, wo und wie Gott seinen Platz in mir hat, begleitet mich in meiner Arbeit.

Hans-Bernd Hagedorn, Dipl.Theol., Dipl. Soz.-Päd. FH; Pastoralreferent der Erzdiözese Köln; seit 17 Jahren in der Krankenhaus-Seelsorge


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HINTERGRUND

Die ganz andere Leidenschaft Leidenschaft als Passion „Leidenschaft“ ist ein zwiespältiges Wort. In der traditionellen Ethik hat es einen schlechten Klang: Da ist „Leidenschaft“ das, was einen Menschen beherrscht, der sich selbst nicht beherrscht. Immanuel Kant zum Beispiel sagte „Leidenschaft“ zu Neigungen, die zwanghaft Besitz über einen Menschen gewonnen haben: Versklavungen des Willens also. Weitgehend sind Leidenschaften nach dieser Sichtweise das, was wir gemeinhin als „Sucht“ bezeichnen. Leidenschaft im Dienst: Arbeitssucht? Aber da gibt es eben noch die ganz andere Bedeutung: Leidenschaft als Passion. Davon reden wir, um zum Ausdruck zu bringen, dass wir uns von ganzem Herzen und darum auch mit ungeteiltem Engagement einem lohnenden Ziel zuwenden. Diese Leidenschaft ist Paragraph eins der jüdischen und christlichen Ethik: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Ganz sein oder lass es ganz sein! Die Kraft des christlichen Glaubens entfaltet sich nur, wenn das Herz ungeteilt ist. Das ist aber ein leerer Satz, wenn er ohne Konkretion bleibt. Leidenschaft für Gott? Für Jesus? Ja, bitte! Aber wo genau wird das hier und heute konkret? In gewissen Verhaltensweisen, die den Christen deutlich erkennbar vom Nicht-Christen unterscheiden? Im Neuen Testament wird jener Paragraph eins mehrmals genannt; im genauen Wortlaut der Thora allerdings nur einmal, auswendig aufgesagt von einem Schriftgelehrten, der mit Jesus diskutierte. Er hatte Jesus gefragt, was er tun müsse, um des ewigen Lebens sicher zu sein. Jesus gab die Frage zurück: „Was liest du in deiner Bibel dazu?“ Der Schriftgelehrte zitierte ordnungsgemäß das höchste Gebot „Na also“, sagte Jesus lapidar. „Da hast du doch die Antwort.“ Der Schriftgelehrte versuchte den rettenden Sprung auf neutralen Boden. „Rabbi“, konterte er sinngemäß, „ich bin enttäuscht, dass dir nichts Besseres einfällt als dieser billige Spruch. Aber genau hier liegt doch das Problem: Was bedeutet diese allgemeine Aussage ganz konkret im Alltag? Wer ist denn überhaupt mein Nächster?“ Er glaubte,

Jesus gestellt zu haben. Jetzt würde sich zeigen, ob der zweifelhafte Lehrer in der Lage war, auf hohem theologischen Niveau zu argumentieren. Denn dies war ja ganz offensichtlich eine höchst kniffelige Frage! Jesus mag ein wenig geschmunzelt haben, denn tatsächlich hatte er jetzt den Schriftgelehrten, wo er ihn haben wollte. Denn zu dessen Überraschung und wohl auch zu dessen Ärgernis wusste Jesus auf die ach so schwierige Frage nach der Konkretion eine ganz präzise Antwort: Er erzählte ihm die Beispielgeschichte des barmherzigen Samariters. Die Samariter wurden von den damaligen Juden als üble Gotteslästerer angesehen, über die man leider nicht hinweggehen konnte, weil sie mitten im Heiligen Land siedelten. Man mied sie, wenn man nur konnte. Der direkte Weg von Judäa nach Galiläa führte durch ihr Land, aber lieber reiste man auf einem Umweg, statt mit ihnen in Berührung zu kommen. Selbst im engsten Schülerkreis Jesu gab es hochgradige Vorbehalte gegen die Samariter. Dass Jesus sich darum nicht scherte, gern durch Samarien reiste und sich auch noch auf den Dialog mit diesen Menschen einließ, mindestens einmal sogar mit einer Frau, muss ein großes Problem für sie gewesen sein. Sie halfen sich, wie man sich eben hilft in solchen Fällen: Sie schlossen die Augen, um sich einzubilden, Jesus würde im Grunde genommen diese Ungläubigen genauso aburteilen wie sie. Darum konnten die Brüder Johannes und Jakobus (denen Jesus wohlweislich den Spitznamen „Donnersöhne“ gegeben hatte) allen Ernstes, als sich umgekehrt die Samariter einmal abweisend gegen ihre Wandergruppe verhielten, vorschlagen, ein vollmächtiges Exempel an ihnen zu statuieren: Feuer solle vom Himmel fallen und das Dorf dieser Unmenschen vernichten. Sie hatten offenbar überhaupt nicht damit gerechnet, dass Jesus etwas dagegen haben würde. Nicht von ungefähr erzählt Lukas diese Begebenheit nur wenige Verse vor der Geschichte vom barmherzigen Samariter (Lukas 9,51-56). Die Donnersöhne waren von fanatischer religiöser Leidenschaft beseelt: Eiferer waren sie wie ihr Mitjünger


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Simon der Zelot, der religiöse Terrorist, wie wir heute ganz treffend sagen würden, denn die Zeloten waren religiös motivierte Untergrundkämpfer im damals schon schwelenden Konflikt zwischen Juden und Römern, der wenige Jahre später im Jüdischen Krieg offen ausbrach und in einem entsetzlichen Blutbad endete. Jesus hatte es nicht leicht mit seinen Freunden... Leidenschaft als religiöser Fanatismus: Kreuzzugsleidenschaft, Leidenschaft des Hasses. Bomben vom Himmel zur gerechten Strafe für die Ungläubigen. Verteufelung Andersgläubiger. Selbstschutz hinter theologischen Spitzfindigkeiten: Es gab noch keine Bluttat im Namen Gottes, die nicht aus den Heiligen Schriften begründet werden konnte, und es gab noch keine Guttat, die nicht daraus verweigert werden konnte; die Christen haben das nicht besser gemacht als die anderen mächtigen Religionen. Wie anders ist die Leidenschaft des barmherzigen Samariters, wie anders die Leidenschaft Jesu, wie anders leidenschaftliche Liebe. Das ist nicht die Liebessucht, die den Bedürftigen benötigt, um sich selbst zu befriedigen. Das ist keine Leidenschaft der großen Worte. Nüchtern und bescheiden ist sie, mutig und beherrscht. Das kalte Herz will Feuer auf verhasste Fremde werfen. Das brennende Herz ist geduldig und sucht Verständigung. Als dieses Dorf in Samarien die Wandergruppe abweist, zieht Jesus mit den Jüngern zum nächsten weiter.

Was also zeichnet sie aus, die spezifisch christliche Leidenschaft im Dienst der Nächstenliebe? • • • • • • • •

Sie ist geduldig und versöhnlich. Sie dient dem Frieden. Sie tut sich selbst nicht wichtig und verhält sich undramatisch menschlich. Sie verzichtet gern darauf, das „Christliche“ ihrer Mitmenschlichkeit herauszukehren. Sie achtet die Mitmenschlichkeit der Nichtchristen hoch und nimmt sie gern zum Beispiel. Mit wachem Blick fragt sie, was der Nächste tatsächlich braucht. Sie drückt sich nicht vor der wirklichen Not. Sie gibt nicht mehr und nicht weniger als das, was fehlt. Sie respektiert Fremdes und sucht Verständigung.

Paris – Statue vom barmherzigen Samariter von François-Léon Sicard – Tuileries Garten

• • • • • •

Sie ist weltoffen und überwindet Vorurteile. Sie ist bereit zu unbequemen Wegen. Sie ist nichts anderem verpflichtet als der Liebe. Sie ist frei und benimmt sich auch so. Sie ist bereit, sich um der Liebe willen unbeliebt zu machen. Sie ist immer konkret.

Das kann bedeuten, dass sie gar nicht als Leidenschaft wahrgenommen wird. Denn all das ist eher unspektakulär und wenig geeignet für pathetische Selbstdarstellungen und Sensationsberichte. „Bei euch geht’s angenehm menschlich zu“. Das ist vielleicht das größte Lob für die christliche Leidenschaft. Jesus war ja auch verkennbar. Zum Beispiel hätte man ihn fast für einen Samariter halten können.

Hans-Arved Willberg, Karlsruhe, evangelischer Theologe, Trainer – Dozent – Publizist, www.life-consult.org


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HINTERGRUND

Management braucht Leidenschaft Ein Bild begleitet und ermahnt Erwartungsgemäß trägt ein Arzt

liche Arbeitsbedingungen, Vernet-

treten weckt meine Leidenschaft. Der

einen weißen Kittel und keinen Nadel-

zung, strategische Ausrichtung und

Einzelne braucht dann den Arzt oder

streifenanzug. Sein Arbeitsplatz ist die

Struktursicherheit der Organisation.

andere helfende Professionen. Aber

Praxis oder Klinik, eventuell ist er auf

Da braucht es die Fachlichkeit, viel

es hilft eben nicht, nur die Kranken zu

Hausbesuch oder als Notarzt unter-

Personalentwicklung und die Pflege

verarzten. Es ist nicht natürlich und

wegs. Da gehört er hin, dafür wurde

einer christlichen Kultur am Dienstort:

nicht gottgegeben, dass so viele Kin-

er ausgebildet, da wird er gebraucht.

kirchliches Management in Reinform.

der in Deutschland in Armutsverhält-

Das Herumsitzen in Büros, Konferen-

nissen aufwachsen müssen mit allen

zen, Podiumsdiskussionen, Foren und

Doch tatsächlich ist in so einem

Folgen für ein gesundes und starkes

Facharbeitskreisen ist eigentlich den

Verbandsgefüge genauso wie in Klinik

Leben. Ich bin davon überzeugt, dass

Managern und Funktionären vorbehal-

und Arztpraxis die größte Entdeckung

dies in hohem Maße die Folge von

ten. Die berufliche Leidenschaft eines

jeder einzelne wunderbare Mensch.

getroffenen und häufig auch gerade

Arztes gilt dem kranken Menschen.

Es sind die zahlreichen Kolleginnen

nicht getroffenen gesellschaftlichen

Es wird erwartet, dass die ärztlichen

und Kollegen, die mit ihrer Expertise

und politischen Entscheidungen ist.

Fähigkeiten zum Nutzen der Kranken

und ihrem Eifer da sind und einstehen

Und ich bin überzeugt davon, dass es

eingesetzt werden. Der Arztberuf ist

für die Gefangenen und Gefallenen,

genug Argumente und Kräfte gibt, die

bekanntlich dem gesundheitlichen

die Gebeugten und Beladenen. Da

eine Verbesserung von Lebensbedin-

Wohl des Einzelnen verpflichtet und

komme ich ins Schwärmen und zitiere

gungen für die vielen prekär lebenden

eben auch der Gemeinschaft. Nun bin

als Katholik auch gerne Martin Luther,

Mitmenschen erreichen können. Es

ich über Jahre auch mit Freude als

der prägnant sagt: "Woran du dein

gibt eine Therapie gegen regionale und

Klinikarzt tätig gewesen, und doch

Herz hängst, das ist dein Gott."

globale Gleichgültigkeiten. Wenn viele

wuchs gleichzeitig dabei der Gedanke,

Menschen mit ihren Gott gegebenen

auch auf krankmachende Verhältnisse

Es kommt mir durchaus so vor, als

Fähigkeiten gemeinsam an einem

einwirken zu wollen.

ob sich die Nachfolge Jesu Christi

guten Werk arbeiten, dann weckt das

gerade da bewähren sollte, wo wir als

Leidenschaft und Kreativität.

Was aber genau lässt einen Medizi-

einzelne und als Gemeinschaft den

ner Leidenschaft für die Tätigkeit eines

Menschen begegnen, die durch ihre

Das Einwirken auf gesunde Lebens-

Diözesan-Caritasdirektors entwickeln?

persönlichen, familiären und sozialen

verhältnisse, gerechte Bildungschan-

Schnell denkt man an ein Aufga-

Verhältnisse gebeutelt werden und

cen, gute und würdige Pflege im Alter

benfeld zwischen Repräsentation

darüber an Leib und Seele erkranken.

oder bei Behinderung, also insgesamt

und Managementaufgaben. Gerade

Als Arzt und aufmerksamer Mit-

der Einsatz für ein Aufwachsen und

letztere werden an der Effizienz der

mensch habe ich selbstverständlich oft

Leben in Wohlergehen – das ist heute

Prozesse, Marktfähigkeit der Produkte

und unmittelbar erleben müssen, wie

meine Leidenschaft als Arzt. Genau

oder Dienstleistung und Zukunftsfä-

Menschen auf Grund ihrer sozialen

das mache ich mit Begeisterung und

higkeit des Unternehmens gemessen

Herkunft, fehlender Bildung, prekären

Freude und an dieser Heilkunst wirke

und erscheinen wohl kaum als ein

Lebenssituationen, Ausgrenzung und

ich sehr gerne mit. Es ist erfüllend,

Gesundheitsdienst. Ein weiterer Maß-

Stigmatisierung zutiefst verletzt und

diejenigen zu unterstützen, die jeden

stab sind die ökonomischen Rahmen-

um ihre Lebensmöglichkeiten gebracht

Tag an der Seite armer, kranker, ein-

daten, von Projektfinanzierungen bis

wurden. Die Selbstentwertung und

samer und ausgegrenzter Menschen

zu Bilanzen. Natürlich verlangen die

Selbstvernachlässigung einzelner sind

stehen und mit fachlichem Können

knapp 150 Mitarbeitenden in einem

für mich deutliche Symptome von

und menschlicher Zuwendung ihre

diözesanen Dachverband bestmög-

kranken Zuständen. Hiergegen anzu-

persönliche Unterstützung auf- und


HINTERGRUND

Im Büro von Dr. Hensel. Das Bild „Der gebeugte Mensch“ im Blickfeld der Besucher.

anbieten. All die hauptberuflich und ehrenamtlich engagierten Menschen in der Caritas, die es einfach verdienen, dass ihnen ihre wichtige Arbeit mit den Menschen möglichst gelingen kann. Es ist eine sehr edle Aufgabe, hierfür um gute Rahmenbedingungen zu kämpfen. Sei es durch gute Arbeitsbedingungen in Bezug auf Arbeitsklima, Bezahlung und Ausstattung, oder auch durch vernünftige Fortbildungsmöglichkeiten und eine angemessene gesellschaftliche Reputation. Ich erlebe reichlich Leidenschaft bei den pflegend beratend, therapeutisch, erzieherisch, seelsorglich, bildend und administrativ Tätigen, den zahlreichen diakonisch und caritativ Engagierten in den Gemeinden, Verbänden und Initiativen der Kirchen sowie anderer sozialer Träger. Es ist ein großes Geschenk, dazu zu gehören. Ein Bild begleitet und ermahnt mich dabei. Es hängt an der Tür zu meinem Büro. Es ist „Der gebeugte Mensch“. Er begegnet mir in der Darstellung des Künstlers Mathias Schubert. Er mahnt mich, nicht nachzulassen, wenn es darum geht, dem Einzelnen seine gottgeschenkte Würde erlebbar zu machen.

Dr. Frank Johannes Hensel, Diözesan-Caritasdirektor

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Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, Herr, hilfst mir, dass ich sicher wohne. Psalm 4,9


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HINTERGRUND

Diene deinen Mitarbeitern so, wie du möchtest, dass sie deinen Patienten dienen. Wie man qualifizierte Mitarbeiter bekommt Eine der erfolgreichsten Airlines in den USA, die South West Airlines, wächst seit 30 Jahren stetig und hat mit die höchste Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheitsbewertungen in ihrer Branche. Obwohl die Mitarbeiter nur durchschnittlich bezahlt werden, möchten viele dort arbeiten. Was ist ihr Geheimnis, das sie trotzdem ausgezeichnet werden mit dem Titel „best place to work“? Es ist ihr gelebter Führungsstil im Gesamtunternehmen. Und dieser heißt: „Führe deine Mitarbeiter so, wie du möchtest, dass diese deine Kunden betreuen!“ Jeder Manager muss einmal pro Monat einen Tag als Cabin Crew im Flieger mitreisen und ist dort ein Junior-Mitglied im Team. Damit behält er den Kontakt zum Mitarbeiter an der Basis und zum Kunden. Er bleibt in einer Haltung von Dienstbarkeit und Respekt! Da sagen sie vielleicht, ja aber im Gesundheitswesen ist das komplett anders! Ist das so? Ich glaube nicht. Fred Lee hat als Krankenhausgeschäftsführer einen Monat bei Disneyland als Mitarbeiter gearbeitet, um Kundendienst zu lernen. Nachdem er in sein Krankenhaus zurückkam, hat er festgestellt, dass er seine neue Kenntnisse nicht direkt umsetzen konnte, aber wohl die Grundeinstellung. Diese musste er ändern, bei sich selbst, bei seiner Ärtzteschaft, seinem kompletten Pflegeteam und

bei allen Mitarbeitern des gesamten Krankenhauses. In einer breitangelegte Studie entdeckte man, dass es eine direkte Korrelation gibt zwischen der Mitarbeiter-Zufriedenheit und der Patienten-Zufriedenheit! Patienten, die begeistert waren über Pflege und Service im Krankenhaus, waren dies, weil die Mitarbeiter, die für sie da waren, selber begeistert waren, in diesem Krankenhaus arbeiten zu dürfen. Wollen sie also mit Leidenschaft Ihren Patienten dienen, sollen sie anfangen, mit Leidenschaft Ihren Mitarbeitern zu dienen. Ein weiterer Grund, dies zu tun, ist die Tatsache, dass es immer schwieriger wird, die richtigen und qualifizierten Mitarbeiter zu finden. Gesundheitseinrichtungen, die ihren Mitarbeiter nicht mit Respekt zu begegnen, werden die besten Leute verlieren an Einrichtungen, die das tun. Und das Ersetzen eines produktiven und motivierten Mitarbeiters kostet das Unternehmen zwischen ein bis drei Jahresgehälter. Neben diesen grundlegend wichtigen Argumenten für eine exzellente Mitarbeiterführung im Gesundheitswesen gibt es einen weiteren wesentlichen Punkt: Wenn wir als Christen führen wollen, gibt es von Christus selber folgender Leitlinie: „Wenn du führen willst, werde aller

Diener!“ Und ein Diener zur Zeit Jesu war jemand, der seine Lebensberufung darin sah, seinen Herrn erfolgreich zu machen. Wenn sie und ich also als Christen führen wollen, ist es unsere Berufung, unseren Mitarbeiter zu dienen, damit sie ihrer Berufung erfolgreich nachkommen können. Wie können sie das praktisch und realistisch angehen? Wir arbeiten mit folgenden vier Schritten der Mitarbeiterführung:

1. Selbstbewusstsein stärken. Ein Mitarbeiter kann nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn er seine eigenen Stärken und Grenzen kennt. Und wenn er seine Stärken einsetzen und ausbauen kann. Als Führungskraft sind wir also da, um unsere Mitarbeiter hierin zu unterstützen.

2. Selbstverantwortung stimulieren Langfristige Motivation entsteht nach Daniel Pink (Belege in seinem Buch Drive), wo Mitarbeiter Meisterschaft entwickeln können, ein gewisses Maß an Autonomie erfahren und eine Aufgabe erfüllen, die sie als sinnhaft erfahren. All dies kann nur zustande kommen, wenn der Mitarbeiter selber seine eigene Entfaltung in die Hand nimmt. Also wenn er eigenverantwortlich seine Entwicklung vorantreibt. Dies zu stimulieren ist unsere Aufgabe als Führungskraft.


RUBRIK

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Wertschätzung ist wichtiger als überdurchschnittliche Bezahlung

3. Leistung fordern Selbstverständlich geht es beim Arbeiten darum, eine exzellente Dienst-Leistung zu bringen. Also mit einer dienenden Haltung richtige Leistung zu bringen. Dazu braucht der Mitarbeiter von ihnen als Führungskraft klare, herausfordernde Zielsetzungen, aufrichtige Wertschätzung und ein regelmäßiges offenes Feedback.

4. Selbstreflektion fördern Das Ziel aller Mitarbeiterführung ist letztendlich auch, dass der Mitarbeiter sich selber führt! Dazu braucht er regelmäßige Mitarbeitergespräche, bei denen er sowohl Feedback erhält als auch lernt, sich selber zu reflektieren. Zwei Mitarbeitergespräche

von jeweils einer Stunde pro Jahr sind das Minimum. Zusammengefasst: Wenn sie eine gesunde Gesundheitseinrichtung aufbauen und führen wollen, in der Patienten mit Leidenschaft gedient wird, liegt es in ihrer Hand, ob dies gelingt. Indem sie, neben allen andere wichtigen Aufgaben, ihren Mitarbeitern so dienen, wie sie möchten, dass diese ihren Patienten dienen sollen!

Paul Ch. Donders, Dipl.-Ing. (FH) Architektur, Geschäftsführer xpand International und Niederlande

Paul Donders und Johannes Hüger, Wertvoll und Wirksam führen – In Balance von Mensch und Ergebnis, 264 Seiten, Münsterschwarzach, Vier Türme Verlag, € 24,90, SFr 37,90, ISBN 978-3-89680-498-3


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HINTERGRUND

Die Anerkennung unserer Grenzen Ein schweizer Manifest für das Maßhalten im Gesundheitswesen Wir verfügen heute über ein starkes, leistungsfähiges und allen zugängliches Gesundheitswesen. Das medizinische und pflegerische Können hat ein hohes Niveau erreicht. Wir sind wie keine Generation vor uns in der Lage, Erkrankungen zuvorzukommen, Krankheiten zu heilen, Leiden zu lindern und das Sterben zu erleichtern. Heilmittel und medizinische Technologie tragen entscheidend dazu bei, unsere Lebensqualität zu verbessern und das Leben insgesamt zu verlängern. Aber gleichzeitig steht das Gesundheitswesen unter andauerndem und starkem Druck – unter einem ökonomischen, einem politischen und einem menschlichen Druck. Unsere Vorstellungen über Gesundheit und unsere Ansprüche ans Gesundheitswesen scheinen keine Grenzen zu kennen. 1. Ausblendung unserer Grenzen Im Zentrum des Gesundheitswesens stehen Menschen, die erkrankt sind und um den Verlust ihrer Gesundheit fürchten. Sie werden konfrontiert mit der Erfahrung der Abhängigkeit von Dritten und mit der Endlichkeit ihres Lebens. Die Erwartungshaltung an die Medizin ist geprägt von illusorischen Hoffnungen und stets wachsenden Ansprüchen. Es macht sich eine Grenzvergessenheit breit, die in Medizinkonsum mündet und zu wachsenden Ressourcenproblemen führt. Forderung: Die Anerkennung und die Respektierung unserer Grenzen, unserer Verletzlichkeit, Sterblichkeit und Abhängigkeit ist die erste Bedingung für einen notwendigen Realismus im Gesundheitswesen – auf Seiten der professionell Tätigen und auf Seiten der Patienten und Patientinnen.

der Ärzteschaft führt zu unnötigen Untersuchungen, überflüssigen Therapien und zu schädigenden Übertherapien. Forderung: Das Gesundheitswesen ist nicht dazu da, Gesunde zu behandeln und zu verbessern, sondern Kranken eine angemessene und sinnvolle Behandlung zu gewähren.

3. Fortschrittsgläubigkeit Fortschritte und Innovationen sind zu begrüßen, aber nicht um jeden Preis. Hochspezialisierte Medizin ist außerordentlich ressourcenintensiv. Sie verursacht sehr hohe Kosten und führt zu einem sehr hohen Personalaufwand. Dies hat Mangelsituationen in anderen Bereichen zur Folge. Die Zumutungen sowohl für die Patienten und ihre Angehörigen als auch für die Behandlungsteams werden oft ausgeblendet. Forderung: Die Anerkennung von zeitlichen, räumlichen und finanziellen Grenzen ist eine unabdingbare Voraussetzung für einen ökonomischen und menschlichen Realismus im Gesundheitswesen. Fortschritt und Innovation sind zu messen an einer „good medical practice“ und nicht an Wunschvorstellungen und übersteigerten Gesundheitsanforderungen.

4. Fehlende Priorisierung Die notwendige Priorisierung medizinischer Untersuchungen und Therapien, orientiert am menschlich Sinnvollen und Erträglichen, findet nicht statt. Die derzeitige Intransparenz bei der Leistungs- und Mittelverteilung ist inakzeptabel. Eine faire Verteilung der Mittel ist vor diesem Hintergrund nicht möglich. Beim Personal am Krankenbett kommt es zu Gewissenskonflikten.

Manifest 2. Behandlungsextremismus

Unübersehbar sind folgende drei Tendenzen: Es werden zunehmend Gesunde untersucht und behandelt, wobei in diesem Zusammenhang immer neue Krankheitsbilder entstehen. Darüber hinaus wird versucht, die Gesundheit im Sinne maximaler Leistungsanforderungen zu steigern. Und die Anspruchshaltung gesunder und kranker Menschen und

Forderung: Eine transparente, klare und verbindliche Prioritätensetzung im Gesundheitswesen muss durch die Politik initiiert werden. Die dafür notwendigen Daten und Informationen müssen erhoben und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

5. Gefährdung der Solidarität

Der Gedanke der Solidarität bildete seit Jahrzehnten das Fundament des öffentlichen Gesundheits- und Sozial-


HINTERGRUND

wesens. Solidarität bedeutet die Verantwortung der Starken für die Schwachen, der Gesunden für die Kranken. Im Rahmen des Gesundheitswesens hat sich aber der Konkurrenzgedanke durchgesetzt: Die Gesunden konkurrieren mit den Kranken, die Starken mit den Schwachen, die Mediziner und Medizinerinnen untereinander, die Gesundheitsberufe miteinander. Die Solidarität ist dort gefährdet, wo die Finanzierung des Gesundheitswesens dauernd an Grenzen stößt. Forderung: Wir benötigen ein solidarisches Gesundheitswesen, das sich an dem Grundsatz einer gleichwertigen medizinischen Versorgung für alle orientiert. Dazu gehören auch faire und vergleichbare Tarifstrukturen im Hinblick auf die verschiedenen Fachdisziplinen. Die Bemühungen um Qualität, Patientensicherheit und Exzellenz dürfen nicht zu Wettbewerben und Konkurrenzstrategien führen.

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Dialog Ethik in Zürich ist eine unabhängige Non-ProfitOrganisation. Sie besteht aus einem interdisziplinären Team von Fachpersonen aus verschiedenen Bereichen und widmet sich der Frage nach dem bestmöglichen Handeln im Gesundheits- & Sozialwesen. Spezialisiert ist das Institut Dialog Ethik auf den Wissenstransfer von der Wissenschaft in die Praxis und umgekehrt. Seit über 10 Jahren unterstützt und berät das Institut Fachpersonen, Patienten, Spitäler, Alters- und Pflegeheime und weitere Organisationen. Außerdem fördert es die öffentlichen Diskussionen zu ethischen Fragen. Mehr: www.dialog-ethik.ch

6. Kommerzialisierung Das Gesundheitswesen wird zunehmend kommerzialisiert. Eine sinnvolle Gesundheitsökonomie wird mittlerweile ersetzt durch ein Streben nach Effizienz um jeden Preis und durch einseitige Gewinnmaximierung der Leistungserbringenden. Gleichzeitig findet eine Überregulierung der medizinischen und pflegerischen Praxis statt. Forderung: Das Gesundheitswesen darf nicht mit einem Markt verwechselt werden. Anforderungen des Marktes sind ein Mittel, aber kein Selbstzweck im Gesundheitswesen. Patientinnen und Patienten sind nicht bloß Kunden.

8. Fehlende Gesundheitskompetenz Das Wissen um die Gesundheit und das entsprechende Verhalten – die sogenannte Gesundheitskompetenz – sind in der Bevölkerung höchst ungleichmäßig verteilt: Einerseits schwächt die Überflutung mit Informationen, die häufig zu einem Scheinwissen führt, das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient. Dies hat fallweise medizinisches Konsumverhalten und Überbehandlungen zur Folge. Andererseits ist mangelnde Gesundheitskompetenz eine Gefahr und fördert risikoreiches Verhalten. Besonders in sozial schwachen Bevölkerungsgruppen ist ein solches Verhalten weit verbreitet.

7. Undurchsichtigkeit Das Gesundheitswesen ist ein hoch komplexes Gebilde. Vieles ist unübersichtlich, aber auch undurchsichtig. Es fehlt an Transparenz. Es gibt einen Wildwuchs an Qualitätsbestimmungen, und den vorhandenen Richtlinien fehlt es oft an Unabhängigkeit und wissenschaftlicher Evidenz. Forderung: Die Entwicklung und Wahl von konkretisierbaren, operationalisierbaren und vergleichbaren Qualitätsindikatoren sind für Behandlung und Pflege unerlässlich. Der Wildwuchs an Qualitätslables ist zu unterbinden.

Forderung: Gesundheitsbildung und Aufklärung in Gesundheitsangelegenheiten sind ein hohes Gut. Bürgern und Bürgerinnen sollen Kenntnisse vermittelt werden, die sie befähigen, Informationen zu Gesundheitsfragen angemessen zu werten und korrekt in den persönlichen Lebensstil umzusetzen.

9. Überlastung Das Tempo der Veränderungen im Gesundheitswesen hat sich erheblich verschärft. Diese Beschleunigung


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HINTERGRUND / ANZEIGE

betrifft nahezu alle Vorgänge – von den Möglichkeiten der medizinischen Intervention bis zu den pflegerischen Tätigkeiten und der Ausbildung. Lehr- und Lernprozesse werden verdrängt. Erschöpfung, Übermüdung und Resignation sind die Folge. Die Flucht aus dem Beruf und der Abbruch der Ausbildung nehmen zu. Radikale Managementstrategien überformen zunehmend die primären medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten. Forderung: Arbeitsbedingungen und Strukturen sind so auszuprägen, dass sie qualitativ hochstehendes Arbeiten und Lernen ermöglichen: Der weiteren Beschleunigung und Verdichtung aller Handlungsabläufe muss Einhalt geboten werden. Management und Gesundheitsökonomie haben eine dienende Funktion im Hinblick auf die medizinische und pflegerische Praxis. Sie sind kein Selbstzweck.

10. Verantwortungsverlust Im Rahmen des Gesundheitswesens kommt die Verantwortung aller für alle zunehmend abhanden. Achtsamkeit

und Respekt vor der Würde der Patienten und Patientinnen werden oft vermisst. Die Kooperation zwischen den Berufsgruppen und zwischen den einzelnen Akteuren ist einem wachsenden Konkurrenzdenken gewichen. Mangelnde Teamfähigkeit und Einzelkämpfer belasten die Arbeitsverhältnisse und schwächen Kooperation und gegenseitiges Vertrauen. Vielerorts wird Kompetenz in der Forschung gegenüber Kompetenz im Umgang mit Patienten bevorzugt. Generell lässt die Eigenverantwortung jedes Einzelnen zu wünschen übrig, auch auf Seiten der Kranken und der Gesunden. Forderung: Verantwortung lässt sich nicht delegieren. Alle im Gesundheitswesen Tätigen sollen für die entsprechend ihrer Kompetenz und Aufgabe erbrachten Leistungen Verantwortung übernehmen. Kooperation und Vertrauen sind Grundvoraussetzungen für gutes Handeln in Medizin und Pflege. Aber auch Patientinnen und Patienten tragen Verantwortung für einen maßvollen und sinnvollen Umgang mit Ressourcen.

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Name:

Name: Arbeitsgemeinschaft evangelischer Ärztinnen und

Akademie für Psychotherapie und Seelsorge e. V. (APS)

Ärzte der Schweiz (AGEAS)

Zielsetzung:

Zielsetzung: • Pflege von Gemeinschaft und Freund-

Die Akademie sieht ihre Aufgabe darin, Begegnungen zwischen Psychotherapie und christlicher Seelsorge in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Sie möchte durch ihre Arbeit dazu beitragen, Sinn- und Werteorientierung in psychotherapeutisches sowie therapeutisches Wissen und therapeutische Methodik in seelsorgerliches Denken und Handeln zu integrieren. Ziel ist, dadurch eine qualitative Verbesserung der Beratung und Behandlung von Ratsuchenden in beiden Fachgebieten zu erreichen. Die Veranstaltungen der APS stehen allen Interessierten offen.

Im Jahr 2000 Neugründung, zunächst zur Weiterführung der in der Schweiz begonnenen „Internationalen Kongresse für Psychotherapie und Seelsorge“

schaft, Austausch von Erfahrungen, gegenseitiges Aufbauen und Ergänzen im gemeinsamen Glauben • Regionale, nationale und internationale Treffen, Organisation von Tagungen und Kongressen, Beantragen von FortbildungsCredits • Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen in karitativen Einsätzen, zum Beispiel in der Dritten Welt und nach der Rückkehr in die Heimat • Fördern von Studierenden und jüngeren Kolleginnen und Kollegen, Vermitteln von Praxisassistenzen und Missionseinsätzen, Mentoring • Sensibilisierung für Probleme und Chancen einer christlich begründeten Medizin • Einflussnahme auf politische Entwicklungen rund um das Gesundheitswesen, Networking • Stellungnahmen zu Themen der medizinischen Ethik, der modernen Biotechnologie, Fortpflanzungsmedizin, Sterbehilfe, Suchtpolitik, Gesundheitsförderung usw.

Mitglieder:

Gründungsjahr: 1926 unter dem Namen „Vereinigung

ca. 870

christlicher Ärzte der Schweiz“, seit 1972 nach Fusion mit dem „Medizinerkreis der Vereinigten Bibelgruppen“ unter dem Namen AGEAS.

Gründungsjahr:

Vorsitzende/Vorsitzender: Dr. med. Martin Grabe, Oberursel

Mitglieder: ca. 330 Wichtigste Aktivitäten: • Internationale Kongresse für Psychotherapie und Seelsorge. Nächster Kongress: 20. bis 23. Mai 2015 in Würzburg • In den Jahren zwischen den Kongressen: Jahres tagung in Marburg, Tagung „Empirische Forschung in Psychotherapie und Seelsorge“ in Egenhausen • Derzeit drei Regionaltagungen in den Regionen West (Velbert), Süd (Neuendettelsau) und Nordost (Elbingerode). •
 Hilfe bei der Gründung von Intervisionsgruppen • Informationsservice: Im großen APS-Verteiler werden von Mitgliedern verantwortete Fachveranstaltungen sowie Stellenangebote bekanntgemacht.


Vorsitzender: Dr. med. Hans-Rudolf Pfeifer, Affoltern am Albis Wichtigste Aktivitäten: • Zwei Wochenendtagungen für Ärztinnen/Ärzte und Medizinstudierende pro Jahr mit Förderung persönlicher Kontakte z.T. in Regionalgruppen, Mentoring • Kontaktpflege zu den Missionsärzten und -ärztinnen mit z.T. gezielter Unterstützung • Regelmäßige Kontaktpflege und Tagungen mit den französisch sprachigen (AMCR) und der katholischen (VKAS) Partnerorganisationen, sowie der entsprechenden Vereinigungen der Pflegeberufe (Christen im Dienst an Kranken CDK) und der Fachgruppe „Psychologie und Glaube“. • Stellenvermittlung • Stellungnahmen zu aktuellen medizinischen Fragestellungen • Zusammenarbeit mit den internationalen Partnerorganisationen ICMDA

Publikationen: „P & S – Magazin für Psychotherapie und Seelsorge“, vierteljährlich erscheinende Zeitschrift der APS

Publikationen: Mehrmals jährliche Rundbriefe. Gemeinsames DACH-Journal dreimal jährlich zusammen mit ACM Deutschland und ARCHAE Austria in Planung.

Internetseite: www.akademieps.de

Internetseite: www.ageas.ch


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CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN

Wo treffen Sie Christen, die vom Fach sind? Neue Medienprodukte für unsere Leser Unter der Überschrift „Praxisbeispiele – Modelle einer Christlichen Heilkunde“ und „Geistliche Impulse für den Berufsalltag – Mutmacher für Mitmacher“ sind zwei neue CiG-Bücher erschienen. Beide haben ein A5 Format, ca. 80 Seiten und sind über CiG zum Preis von je 4 Euro zzgl. Versandkosten zu beziehen. Sie eignen sich sehr gut für den eigenen Gebrauch bzw. zur Weitergabe an Freunde und Kollegen. Praxisbeispiele – Modelle einer Christlichen Heilkunde zeigt etwas von der Vielfalt der CiG-Bewegung und ist gut geeignet, unsere Vision anderen zu vermitteln. Zum Inhalt:

letzten Jahren mehrere Praxismodelle einer Christlichen Heilkunde (CHK) in Gesundheitswesen und Kirchengemeinde entstanden. Hilfesuchende und Patienten, aber auch Mitarbeitende aus Gesundheitswesen und Kirche beschreiben immer wieder, wie entlastend und weiterführend das integrativ-seelsorgerliche Angebot der CHK in den beschriebenen Erfahrungsräumen für sie ist. Dass Hilfe im Zusammenwirken von moderner Pflege, Therapie und Medizin mit gemeindlich-geistlichen Diensten unserem Menschsein so nahe kommt, berührt viele. Mit dem vorliegenden Buch möchten wir einer größeren Leserschaft Einblicke in diese Praxismodelle ermöglichen. Alle Projekte stellen keine abgeschlossenen Modelle dar, sondern unterliegen stetigen Veränderungen. Die hier vorgestellten Praxismodelle sind als Veranschaulichung der veröffentlichten Grundgedanken zu einer CHK zu verstehen – und insbesondere auch als Anregung, vor Ort den eigenen Dienst im Sinne einer CHK zu befruchten.

Mutmacher für Mitmacher – Geistliche Impulse für den Berufsalltag Praxismodelle einer Christlichen Heilkunde (CHK)

Eine praktische Unterstützung für Gebetskreise am Arbeitsplatz und für den Austausch in CiG-Regionalkreisen.

In Zusammenarbeit mit der ökumenischen Bewegung Christen im Gesundheitswesen (CiG) sind in den

Die hier vorliegende Zusammenstellung von geistlichen Impulsen

zu Themen unseres Berufsalltages ist etwas Besonderes. Zwar gibt es viele gute Bibelarbeiten und seelsorgerliche Texte, die auch für Mitarbeiter der Gesundheitsberufe hilfreich sind. Aber es gibt wenig geistliche Impulse, die vor allem für Mitarbeiter aus Pflege, Therapie, Medizin und den weiteren Feldern unseres Gesundheitswesens geschrieben und zusammengestellt wurden. Und dies wiederum von Menschen, die selber in der Arbeit mit Patienten und Hilfebedürftigen stehen. Dieses Buch will ein „Mutmacher“ sein – für Menschen, die „mitmachen“ in den vielen Herausforderungen und Zumutungen des Gesundheitswesens. Für Menschen, die nicht „ihren Job“ erledigen, sondern selber Mutmacher für andere sein wollen. Für Menschen, die aus dem christlichen Glauben Kraft erfahren und mit den Möglichkeiten Gottes im Berufsalltag rechnen.


CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN

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Die Arbeit von CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN (CiG) CiG e.V. ist eine bundesweite konfessionsverbindende Initiative von Mitarbeitern unterschiedlicher Berufsgruppen im Gesundheitswesen: Pflegende, Ärzte, Therapeuten, Mitarbeiter aus Management und Verwaltung, Seelsorger, Sozialarbeiter und weitere Berufsgruppen des Gesundheitswesens. Basis der Zusammenarbeit sind die Bibel, das apostolische Glaubensbekenntnis sowie die Achtung des Einzelnen in seiner jeweiligen Konfessionszugehörigkeit. Wir CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN wollen

• einander fördern, unseren Glauben im Berufsalltag zu leben, • zur Neubelebung an der Bibel orientierter Werte im Gesundheitswesen beitragen, • Patienten und Kollegen die heilende Liebe Jesu Christi erfahrbar machen, • in Einheit mit Kirchen und Gemeinden den biblischen Auftrag von Diakonie, Caritas und Heilungsdienst in unserem Land wahrnehmen. Die ökumenische Arbeit von CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN verbindet seit über 25 Jahren Christen im Umfeld des Gesundheitswesens – inzwischen rund 10.000 in regionaler sowie in bundesweiter Vernetzung.

Neue Homepage Pünktlich zum Kongress hat unsere CiG-Bewegung eine neue Homepage entwickelt. Hier können Sie rasch und übersichtlich grundlegende und aktuelle CiG-Informationen aufrufen und den Link großzügig an Kollegen und Freunde weitergeben. Besuchen Sie uns doch einmal unter www.cig-online.de

Youtube Bei Youtube können Sie sich einen 6-minütigen Film über Patientengottesdienste in Hamburg anschauen. Dieser Mitschnitt vermittelt sehr gut die Atmosphäre in den Gottesdiensten und gibt Anregungen, einen ähnlichen Gottesdienst in der eigenen Stadt anzubieten. Die Langfassung des Filmes, circa 28 Minuten, ist demnächst auf der CiG-Homepage zu sehen.

Wichtiges Element sind die CiG-Regionalgruppen, die von Mitarbeitern vor Ort geleitet und verantwortet werden und die sich in unterschiedlichen, z.B. monatlichen Abständen treffen. Beruflicher Austausch, biblischer Impuls und Gebet sind wiederkehrende Bestandteile der Treffen. Einige Gruppen bieten Regionalveranstaltungen an, zu denen öffentlich eingeladen wird. Kontakt zu den Regionalgruppen vermittelt die Geschäftsstelle. Die Veranstaltungen der Akademie werden dezentral meist in Zusammenarbeit mit den CiG-Regionalgruppen angeboten: Seminare zu berufsspezifischen Themen aus christlicher Sicht, Fachgruppentreffen wie auch Angebote für Kranke und Angehörige. Wenn Sie in Ihrer Region ein Seminar initiieren wollen, nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf. Weitere Infos: www.cig-online.de. Die bundesweit ausgerichtete Arbeit von Christen im Gesundheitswesen wird von rund 20 Mitarbeitern aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen im Bundesweiten Leitungskreis verantwortet und geleitet. In der Geschäftsstelle in Aumühle bei Hamburg wird die Arbeit koordiniert. Hauptamtliche, geringfügig Beschäftigte und rund 130 Ehrenamtliche sorgen für die Umsetzung von Projekten und unterstützen die Arbeit des Bundesweiten Leitungskreises. Die Arbeit von CiG finanziert sich wesentlich aus Spenden. Ein Kreis von z.Zt. 500 Förderern bildet hierfür die Grundlage, indem sie den gemeinnützigen Verein jeweils mit einem Mindestbeitrag von 10 € im Monat finanziell unterstützen.

Förderer können an den Fortbildungsseminaren der CiG-Akademie für den ermäßigten Beitrag teilnehmen und erhalten das ChrisCare-Abo kostenfrei. Wir laden Sie herzlich ein, dem Förderkreis beizutreten! Günther Gundlach,

CHRISTEN IM GESUNDHEITSWESEN e.V.

Geschäftsführer

Bergstraße 25, D-21521 Aumühle Tel.: (+49) (0) 4104 917 09 30, Fax: (+49) (0) 4104 917 09 39 Email: info@cig-online.de, Internet: www.cig-online.de

Christen im Gesundheitswesen


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NACHRICHTEN

Gleicher Effekt

Hilfe bei chronischem Schmerz

Nur Tabletten reicht nicht aus

Berlin: Starke Schmerzmittel, die über einen längeren Zeitraum gegen chronische Schmerzen eingenommen werden, haben den gleichen Effekt wie eine Behandlung ohne Medikamente. Dies ist das Ergebnis einer MetaAnalyse der Charité Berlin und der Technischen Universität Darmstadt, die in der aktuellen Ausgabe des "British Journal of Pharmacology" veröffentlicht wurde. Unter chronischen Schmerzen, die nicht durch einen Tumor hervorgerufen werden, leidet nahezu ein Viertel der gesamten Bevölkerung. Ursache können beispielsweise rheumatische Erkrankungen wie Arthritis, Erkrankungen des Nervensystems oder Probleme mit Rückenmuskulatur oder Wirbelsäule sein. Die Möglichkeiten zur Behandlung dieser Schmerzen reichen von psychologischen und physiotherapeutischen Verfahren über leichte Schmerzmittel bis hin zu starken opioidhaltigen Medikamenten. Prof. Christoph Stein (Berlin): „Man erzielt über einen langen Zeitraum hinweg mit starken Schmerzmitteln die gleiche Wirkung wie mit nicht-medikamentösen physiotherapeutischen und psychologischen Verfahren“. Schmerzmedikamente, die über einen langen Zeitraum hinweg eingenommen werden, können schwere Nebenwirkungen, beispielsweise an den Nieren und im Magen-Darm-Trakt hervorrufen. Die Ergebnisse legen nahe, bei der Behandlung chronischer Schmerzen vor allem auf Vermeidung von schädlichen Arzneimittelwirkungen zu achten. „Bei der Behandlung sollte ein multidiszi-

plinärer Ansatz, also einer, der nicht nur die medizinischen, sondern auch die psychosozialen und physiotherapeutischen Aspekte berücksichtigt, im Vordergrund stehen“, betont Stein.

Berufung

Neuer Diakoniepräsident

Ulrich Lilie

Berlin: Die Konferenz Diakonie und Entwicklung hat die Berufung von Ulrich Lilie als neuer Präsident der Diakonie Deutschland bestätigt. Der 56-Jährige soll am 1. Juli die Nachfolge von Johannes Stockmeier antreten, der im Mai in den Ruhestand getreten ist. Lilie ist theologischer Vorstand der Graf-ReckeStiftung in Düsseldorf, einer der ältesten diakonischen Einrichtungen Deutschlands. Zuvor war er Stadtsuperintendent in Düsseldorf.

werdende Mütter mehr und anders mit den Risikofaktoren auseinander. Sie überdenken ihr eigenes Verhalten. Trotzdem hören viele schwangere Frauen nicht mit dem Rauchen und Alkoholkonsum auf. Im April ging das neue internetbasierte Beratungsprogramm „IRIS II” online, das am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt wurde. Es wendet sich speziell an diese Frauen, motiviert sie zum Verzicht und unterstützt die Schwangeren dabei, ihr Abstinenzvorhaben in die Tat umzusetzen. Die Teilnehmerinnen erhalten wöchentlich persönliche E-Mail-Unterstützung durch einen professionellen E-Coach. Dabei werden bewährte und in ihrer Wirksamkeit gut untersuchte (psycho-) therapeutische Techniken angewandt.

Neues Netzwerk

Spiritualität hilft den Helfern

Heilsame Selbstsorge

Abstinenz

Mit Hilfe des Internets gegen Sucht

Internetbasiertes Beratungsprogramm

Tübingen: Alkohol und Zigaretten in der Schwangerschaft können schwerwiegende körperliche Schäden beim ungeborenen Kind zur Folge haben. In dieser Lebensphase setzen sich

Hamburg: Ende März gründeten Mediziner, Pflegende, Seelsorger und Therapeuten in Hamburg das Netzwerk für Existentielle Kommunikation und Spiritualität im Gesundheits- und Sozialwesen (NEKS). Zur Vorstandsvorsitzenden wurde Karin SchroederHartwig gewählt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates fungiert Dr. Stefan Stiegler. NEKS will dazu beitragen die Dimension der Spiritualität in der Begleitung und Versorgung von Kranken und Pflegebedürftigen zu entdecken und zu fördern. Gleichzeitig wollen die Gründer Mitarbeitenden im Gesundheits- und Sozialwesen helfen,


NACHRICHTEN

gesundheitsfördernde Ansätze von Spiritualität als heilende und heilsame Selbstsorge bekannt zu machen. Ermutigt sehen sich die Gründer durch ein Forschungsprojekt, das 2010 bis 2012 die Bedeutung Existenzieller Kommunikation und Spiritueller Ressourcen untersuchte. Diakonische Einrichtungen haben damals erprobt, wie Mitarbeitende einen besseren Zugang zu ihren spirituellen Kraftquellen erschließen können. Die Mitglieder wollen zur Vernetzung der Forschung im Umfeld von Spiritualität und Gesundheitswesen beitragen. Sie werden dafür Veranstaltungen anbieten und publizistisch aktiv sein. karin.schroeder-hartwig@albertinen.de

Enttäuschung

Keine Zeit für Spiritual Care

Zeitmangel hindert Beistand

Boston: Gründe für Hemmungen, unheilbaren Krebspatienten spirituell zur Seite zu stehen, sind jetzt in einer US-amerikanischen Studie untersucht worden. 537 Pflegende und Mediziner wurden unter anderem nach ihrer Religiosität befragt. 6% der Schwestern und 9% der Ärzte hielten sich für sehr religiös, 27% bzw. 19% bezeichneten sich als spirituell. Trotzdem gaben 74% der Pflegenden und 60% der Mediziner an, sie seien daran interessiert, ihre Patienten in ihrer Spiritualität zu unterstüzen. Allerdings sähen sie sich daran gehindert, vor allem durch Zeitmangel (72%), mangelhafte Ausbildung (61%) und fehlende Privatsphäre (52%). Mehr:

Balboni MJ, Sullivan A, Enzinger AC et al (2014). Nurse and physician barriers to spiritual care provision at the end of life. Journal of Pain & Symptom Management.

Der Tod

Am Ende: Frieden und Freude

Symposium mit Kardinal Kasper

Vallendar: „Hoffnung auf das ewige Leben – Kraft zum Handeln heute“ war das Thema des 7. Symposiums des Kardinal Walter Kasper Instituts (KWKI), zu dem im März 120 Teilnehmer nach Vallendar gekommen waren. „Es wird viel über Weltgestaltung und die Verbesserung dieser Welt gesprochen, und die Welt hat das ja wahrlich auch nötig; aber von der kommenden neuen Welt, von Tod und ewigem Leben ist erstaunlich wenig zu hören“, stellte Walter Kardinal Kasper in seinem Eröffnungsvortrag fest. Dieses Verstummen entspräche einer heute weit verbreiteten Einstellung. „Wir versuchen, den Tod zu tabuisieren, ihn zu verschweigen und zu verstecken. Man macht ihn unsichtbar und delegiert ihn an Krankenhäuser, Altenheime und Sterbekliniken“, so Kardinal Kasper. „Aufgrund des medizinischen und hygienischen Fortschritts haben wir die Möglichkeit, den Tod immer weiter hinauszuschieben. Dann aber wünschen sich die meisten einen möglichst sanften, schnellen Tod.“ Doch wie können wir vom Tod, vom Leben nach dem Tod und von ewigem Leben sprechen, fragt Kardinal Kasper, wenn niemand weiß, wie es

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hinter der Grenze aussieht? Und: Was ist der Tod? Hier gilt es, die gesamte Dramatik des zu Ende gehenden Lebens in den Blick zu bekommen: „Eine Beziehung wird abgebrochen, nicht nur von Leib und Seele, auch die Beziehung zur Mitwelt“, erklärt Kardinal Kasper. Damit stelle der letzte Augenblick auch letzte Fragen nach Sinn und Unsinn des konkreten Daseins. Was ist es um das Leben? Was war es? Was bleibt? Wie kann ein Mensch im Tod bestehen? Gibt es ein Weiterleben, eine Neugeburt, Reinkarnation? Oder geht es Christen nicht vielmehr um eine letztmögliche Begegnung mit dem barmherzigen Gott? Kasper verwies auf die Botschaft der Bibel, dass die Taten der Liebe das Einzige sind, was wir mitnehmen, mitbringen und vorzeigen können. „Nichts Gutes wird umsonst getan, keine Träne umsonst geweint und nichts umsonst gelitten sein. Alles wird sein Ende und seine Vollendung finden. Gott wir alles in allem sein und wir werden Gott von Angesicht zu Angesicht schauen und in ihm alle Wirklichkeit durch seine Herrlichkeit verklärt erkennen. Dann wird schalom, ewiger Friede und nicht mehr endende vollendete Freude sein.“ Mehr: www.pthv.de

Brustkrebs

Mütter haben bessere Aussichten

Betroffene brauchen Unterstützung

Göteborg: Mehr psychologische Unterstützung für Patienten mit Brustkrebs fordert Karin StinesenKollberg von der Universität Göte-


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NACHRICHTEN / LITERATURREZENSION

Jeder Tag ist ein geschenktes Leben

borg in Schweden. Jede zehnte Frau in Schweden ist einmal im Leben von Brustkrebs betroffen. Umso gravierender sei der Mangel an psychosozialer Betreuung. In ihrer Dissertation hat die Wissenschaftlerin 313 Frauen untersucht. Sorge um die eigenen Kinder ist der Faktor, der am stärksten das psychisches Wohlbefinden in den ersten Jahren nach der Diagnose beeinflusst. Es sei wichtig, nicht nur die Krankheit zu überstehen, sondern auch gut mit ihr umgehen zu können. Entscheidend für die spätere Situation sei zudem eine rasche psychosoziale Betreuung nach der Diagnose. Mehr: http//hdl.handle.net/2077/34822

Markenpflege

Marke Diakonie im Alltag spüren

geber“, wenn sie auch konkret ihre Leitbilder und Personalkonzepte umsetzten. Sonst könnten sie schnell in eine „Glaubwürdigkeitsfalle“ geraten. Andererseits sei es, so ter Haseborg, dringend nötig, die „gemeinsame Marke der Diakonie in einem sich weiter ökonomisierenden Gesundheitsmarkt mehr zum Strahlen zu bringen“. Neben einer guten Bezahlung seien heute weit mehr Bedingungen nötig, um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Dazu zählte er auch eine Grundhaltung, die nicht christlich orientierte Mitarbeiter anspreche sowie den „Anspruch, die zur Verfügung stehenden Ressourcen in einer möglichst hohen Qualität der Angebote und Dienstleistungen zu investieren“. Dies müssten alle im Alltag spüren können.

Art entscheidend

Trägerschaft beeinflusst Erfolg

Leitbilder glaubwürdig umsetzen

Freudenstadt: „Größe und Wachstum sind allein keine Zielgröße freikirchlicher Diakonie.“ Das betonte Prof. Dr. Fokko ter Haseborg, Vorstandsvorsitzender des Albertinen Diakoniewerks (Hamburg), bei der Mitgliederversammlung des Verbands Freikirchlicher Diakoniewerke im März. Zugleich stellte der Marketingexperte zum Thema „Mitarbeiterfindung – Mitarbeiterbindung“ fest: „Die konfessionellen Einrichtungen stehen nicht so schlecht dar, weil sie oft auf eine über 100-jährige Markenpflege zurückgreifen können.“ Sie seien jedoch nur dann „bevorzugte Dienst-

Studie zum Unternehmenserfolg

Meerbusch: Für den Krankenhauserfolg ist die Art der Trägerschaft von großer Bedeutung. Wenn dieser freigemeinnützig ist, hat das für den Unternehmenserfolg eine größere Bedeutung als die Bettenzahl. Zu den freigemeinnützigen Häusern zählen auch christliche Einrichtungen. Darauf wird in einer Studie zur Bedeutung von Leitbildern für den Unternehmenserfolg hingewiesen, die von der Beratungsfirma Change-Centre durchgeführt wurde: www.change-centre.org

Die vier Dimensionen der Achtsamkeit leben: Auf die Weisheit des Körpers hören, die eigenen Gefühle und Gedanken wahrnehmen, die Beziehung zu anderen Menschen klären, sich spirituell verorten. Der Arzt, Therapeut und Theologe Michael Tischinger, Oberstdorf, zeigt an vielen praktischen Übungen, wie dies ganz einfach und konkret im Alltag gelingen kann. Mögliche Probleme in allen verschiedenen Lebensbereichen werden thematisiert und Hilfen zur Bewältigung und zum Wachstum angeboten: die eigene persönliche Vergangenheit und Identität, Krankheiten, gesunde oder ungesunde Lebensweise, Gefühle, Gedanken und Sehnsüchte, Bedürfnisse und Motivation, Grenzen setzen in Partnerschaft, Familie und Beruf. Dabei legt der Autor sich selbst nicht auf eine christliche Spiritualität fest, sondern wählt aus dem breiten Spektrum aller Religionen Erkenntnisse und postulierte Wahrheiten ohne Bewertung aus und stellt Hilfreiches an ihnen dar. Fragen zum Innehalten und praktische Übungen helfen, das Gelesene zu verinnerlichen, sich selbst zu hinterfragen, Erkanntes zu reflektieren und mit eigenen Erfahrungen zu verbinden. So kann ich dies Buch trotz der weitgefassten Definition von Spiritualität jedem empfehlen, der fest in seinem christlichen Glauben verankert ist, keine Berührungsängste mit Fremden hat und Neues ausprobieren sowie heilsame Rituale in seinen Alltag integrieren möchte. Michael Tischinger, Jeder Tag ist ein geschenktes Leben, Schritte der Achtsamkeit. Stuttgart, Kreuz Verlag, 2013, 176 Seiten, ISBN 978-3-451-61172-8, €[D] 14,99, SFr 21.90 Bettina Gundlach


HUMOR

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Hier rät Dr. Rottweil! Die etwas andere Rubrik Zuerst danke ich allen Lesern, die mir schreiben wollten. Beinahe hätten auch Sie eine Frage, die Sie wegen Ihrer Gesundheit bewegt, an die Redaktion geschickt. Nun, der Wille gilt fürs Werk! Wenn Sie aber gedacht haben, mich schnell loszuwerden, indem Sie mir nicht schreiben, haben Sie sich geirrt. Ich habe nämlich einige Fragen in petto. Und Antworten! Doch erst will ich Ihnen mehr von mir erzählen, denn das interessiert Sie am meisten. Zunächst darf ich Ihnen meinen Vornamen erläutern: GERALF! Ein Name wie ein Gedicht, finden Sie nicht? Dabei kam er recht unpoetisch zustande. Meine Mutter wollte einen Gerald, mein Vater einen Ralf. Das Ergebnis ist abgebildet. Zum Entzücken beider findet sich mein Vorname sogar im Internet unter „mehr als 60.000 Vornamen aus aller Welt“. Als ich des Lesens kundig war, fand ich zu meinem Entsetzen dort den Eintrag zu GERALF: „Noch keine bekannte Persönlichkeit dieses Vornamens vorhanden.“ Bei aller Bescheidenheit: Das stimmt doch nicht mehr, oder? Meine einsilbigen Freunde, die „GERALF“ zu kompliziert finden, lassen den zweiten und vorletzten Buchstaben weg. So wurde ich schlicht zu GRAF ROTTWEIL. Wenn es Ihnen Freude macht, dürfen auch Sie mich so nennen! Wieso rate ich nun in dieser Zeitschrift? Als Student hatte ich massenhaft Multiple-choice-Fragen zu lösen und habe dabei viel geraten. Seitdem kann ich das nicht mehr lassen. Mein Slogan: „Praktische Mediziner untersuchen erst und raten dann, Dr. Rottweil rät nur, sein Leben lang.“ Die Leute sollen froh sein, dass ich rate und nicht, wie viele andere, schmerzende Ratschläge verteile! Auch Radschläge diagnostischer Art habe ich nicht nötig. Ich bin geübter Facharzt für theoretische Medizin und werfe die Lösungen einfach so hin. Sehen Sie selbst:

Vor Gebrauch schütteln – danach nicht mehr zu gebrauchen

wenig schütteln?“ Dr. Rottweil (das bin ich) rät: „Es ist nicht egal, ob Sie Ihr Kind zweimal ein bisschen schütteln oder die Medizin einmal kräftig. Nur kräftiges Schütteln bringt kräftige Wirkung! Lassen Sie deshalb von Ihrem Kinderarzt stets bittere Medizin verordnen. Ihr Kind wird sich dann nach jeder Einnahme von selbst ausreichend schütteln.“ Im Lauf der Zeit erreichten mich fünf „Was tun, wenn“-Fragen zu Kleinkindern, die ich insgesamt mit einem Wort löse.

Hier die Fragen: „Was tun, wenn mein Kind… …partout nicht essen will?“ – …sich wegschreit, ohne Luft zu holen?“ – …vor Wut den Kopf auf den Fußboden schlägt?“ – …eine Monatspackung Anti-Baby-Pillen gegessen hat?“ – …das Quecksilber aus einem Thermometer verschluckt hat?“ – Hier meine Antwort für alle Fälle: „NICHTS!“ Obwohl ich nur theoretisch arbeite, bleibt es nicht aus, dass ich je und dann ohne eine kleine Untersuchung nicht raten kann. Da ich ja keine Praxis habe, erledige ich sowas telefonisch. Davon berichte ich ein anderes Mal. Mit kollegialen Grüßen!

Eine Mutter fragt: „Bevor ich meinem Kind einen Medizinsaft gebe, müsste ich letzteren ja zuvor schütteln. Manchmal vergesse ich das, weil das Kind ein Riesentheater macht, wenn es die Flasche nur sieht. Es kommt sogar vor, dass ich mein Kind ein bisschen schüttle, damit es den Saft nimmt. Ist das nun dasselbe, wie wenn ich die Flasche geschüttelt hätte, oder muss ich mein Kind nach der Einnahme nochmal ein

Ihr Dr. G. R., Löwenwalde –Reaktion bitte über die Redaktion–


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HINTERGRUND

Wachstum der Berufung in der Lebensmitte Chance und Krise Blicke ich auf meinen eigenen Berufungsweg zurück, wird mir deutlich, wie viel ich Exerzitienimpulsen zu verdanken habe, die das Thema Erneuerung und Wachstum der Berufung in der Lebensmitte aufgegriffen haben. Sie waren wegweisend und halfen, die eigene Situation zu deuten, um dann ermutigt den Berufungsweg weiter zu gehen.

nicht mehr verstanden. Er muss loslassen, die Leitung der neuen Brüdergemeinschaft abgeben, Grenzen durch die Erfahrung von Krankheit akzeptieren. In der Annahme all dieser Bedrängnisse wird er dem armen, menschgewordenen Christus immer ähnlicher und seine spirituelle Wirksamkeit nimmt zu. Die Menschen entdecken durch ihn das heilbringende Wirken Gottes in ihrer Zeit.

Nachdem Menschen eine Erfahrung mit Gott gemacht haben, brechen viele von ihnen auf, um ihre Berufung zu suchen. Sie setzen viel daran, um mit ganzem Herzen dem Ruf zu antworten, der an sie ergangen ist. Unser Ordensgründer, der Hl. Franziskus, baute mit Feuereifer verfallene Kirchen wieder auf, nachdem er im Gebet von Gott diesen Auftrag geschenkt bekommen hatte. Schritt für Schritt wurde er so tiefer in seine eigentliche Berufung geführt: durch ein Leben, das dem Evangelium entspricht, Christus in die Welt zu tragen, die Menschen neu mit der heilbringenden frohen Botschaft Jesu in Berührung zu bringen und so Kirche wieder aufzubauen. Mit welcher Leidenschaft er seine Berufung gelebt hat, davon geben die Biographien und seine eigenen Schriften bis heute Zeugnis. Aber auch er kommt auf seinem Lebensweg an einen Punkt, an dem er nicht mehr weiter weiß: Soll er missionarisch leben? Soll er sich ganz für ein Leben des Gebets zurückziehen? War alles Täuschung? Er geht durch tiefe Phasen der Niedergeschlagenheit, erlebt Misserfolge und wird von seinen engsten Brüdern

Viele Berufene machen ähnliche Erfahrungen, die sich bei den meisten in ihrer Lebensmitte zeigen, nachdem sie oft schon 10 – 15 Jahre leidenschaftlich für Gott gelebt haben. Solche Erfahrungen weisen Gesetzmäßigkeiten auf, die ich im Folgenden etwas näher beleuchten möchte. Das Wachstum einer Berufung vollzieht sich nicht nur einfach linear. Es gibt verschiedene Phasen. Die Übergänge von einer Phase zur anderen sind oftmals auch Krisenzeiten. Wir wissen, dass in unserer biologischen Entwicklung jede neue Lebensphase immer eine Chance zum Wachstum beinhaltet, aber auch Gefährdungen und Hindernisse bereithält. Häufig stehen in der persönlichen Berufungsgeschichte solche Umbrüche im engen Zusammenhang mit „normalen“ Biorhythmen. Leben kann so auch als eine Kette von Krisen gesehen werden, die durchlaufen werden müssen.

Wodurch zeichnet sich eine Krise in der Lebensmitte aus? In der Zeit der Lebensmitte wird der Mensch oft in eine Phase großer Ohnmacht geführt. Alle Möglichkeiten, die

ihm bis dahin geholfen haben, durch seine Beziehung zu Jesus in seiner Berufung zu wachsen, erscheinen plötzlich leer und nutzlos. Am Anfang stehen oft Auslöser wie die biologischen Veränderungen in der Lebensmitte, Veränderungen beruflicher Art, Enttäuschungen, Beziehungsverluste. Zeichen dieser Krise sind oftmals Trockenheit im Gebet, die Erfahrung von Sinnlosigkeit, Langeweile und Ängsten. Häufig tauchen Fragen nach der eigenen Identität auf. Berufliche, familiäre oder auch persönliche Perspektiven werden unklar oder gehen verloren. Vielen wird die Endlichkeit des Lebens neu bewusst und damit verbunden ist die Frage: „War es das?“ Nicht selten ist ein Mensch in dieser Phase versucht, die Krise zu ignorieren, weil er sie bewusst oder unbewusst als bedrohlich erlebt. Er versucht, sich auf vielfältige Weise abzulenken und einer ehrlichen Bilanzierung aus dem Weg zu gehen. Dies führt aber nicht selten dazu, dass sich die innere Leere verstärkt. Kommt es zu einer Bilanzierung des Lebens, kann diese sehr unterschiedliche Reaktionen auslösen wie: Flucht– Vermeidung: Falten werden geliftet, Partner gewechselt. Aus Gemeinschaften wird ausgetreten, fluchtartig eine berufliche Neuorientierung gesucht. Neue Hobbys werden begonnen, neue Gemeinschaften gesucht. Regression: alte Wunden melden sich wieder, sexuelle Probleme tauchen neu auf. Erinnerungen an schwierige Zeiten werden wach, man erlebt sich als Opfer, Empfindlichkeiten in Beziehungen machen das Mitein-


Das Labyrinth, ein Symbol für Erfahrungen der Lebensmitte… der Weg führt, nachdem er schon einmal ganz nahe beim Zentrum war (Lebensbaum), weit nach außen von der Mitte weg. Im Weitergehen entdeckt man: Im äußersten Punkt war ich dem Ziel näher als auf den Pfaden, die direkt um den Lebensbaum führen. Labyrinth Franziskusgarten, Kloster Sießen in Oberschwaben

ander schwierig. Depression, Resignation: Man fühlt sich schuldig, klagt vermehrt, gibt Aufgaben, die mühsam geworden sind, ab. Wenn sich diese Reaktionsweisen zeigen, hilft es nicht, die alten Mittel zu ergreifen, die bisher in solchen Situationen zur Verfügung standen. Diese sind nun zu grob. Es gilt, die Bedrängnis zuzulassen, denn sie ist von Gott zugelassen. Tauler, ein geistlicher Lehrer und Mystiker des Mittelalters, sagt sogar, die Bedrängnis (er nennt sie „das Gedränge“) kommt von Gott. In der Lebensmitte ist eine Lähmung der Lebensenergie notwendig, damit sich eine andere Seite melden kann: Das „Es geschehe“ und nicht mehr das „Ich will“.

Neues will werden. Der Mensch, dem dies widerfährt, kennt das Neue noch nicht und schätzt es meistens auch noch nicht. In der Krise erlebt er sich oft als jemand, der auf einer Baustelle wohnt: Mein Haus wird umgebaut und ich muss darin wohnen.1 Das „Neue“ meint: Der Seelengrund in mir soll die Führung

in meinem Leben übernehmen. Für diesen Seelengrund werden oft ganz verschiedene Begriffe verwendet: Personenkern, das wahre Selbst, der Seelenfunken, der Ort in mir, wo sich Gott mit mir untrennbar verbunden hat. Es ist der Ort der wahren Identität. Dies begründet auch, dass in dieser Zeit oft nochmals ganz intensiv Identitätsfragen und Sinnfragen auftauchen. Hier klärt sich, wer und wozu ich bin. So sagt zum Beispiel im Johannesevangelium Johannes, der Täufer: „Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste“. Auch von Jesus kennen wir viele „Ich bin“- Worte, die zutiefst etwas über sein Wesen aussagen: Tür, Licht, Weg, Wahrheit, Leben etc. Vielleicht tut es an dieser Stelle gut, einmal zu reflektieren: • • •

Welche Ich-Aussagen gibt es in meinem Leben? (z. B. Ich bin Mutter, ich bin Chefärztin, ich bin Verwaltungsleiter etc.) Was sagen diese Ich-Aussagen wirklich über mich aus? Sind es nur Teilaspekte meines Lebens, die dann zu meiner Identität werden? (z.B. meine Rolle, mein Beruf.)

• •

Sind es Eigenschaften, mit denen ich mich identifiziere (z.B. groß, klein, schön, hässlich, jung) oder sind es Identifikationen mit Defiziten? (z.B. ich bin die Schwierige, die Langsame, der ewig Letzte) Auch eine Identifikation mit Zuweisungen, die mich überhöhen, ist nicht selten. (z.B. Das ist die nette Schwester, das ist der kompetente Arzt etc.)

In der Umbruchszeit des mittleren Lebensalters gilt es, einen neuen Umgang mit solchen Identifikationen zu lernen, um zur eigentlichen Identität zu finden. Damit dies geschehen kann, ist es wichtig, die eigene Identifikation zunächst wahrzunehmen. Bei negativen Identifikationen gilt es oftmals, die Abwehrreaktionen zu durchbrechen, vor allem, wenn sie mit dem Gefühl der Beschämung verbunden sind. Es ist wichtig, den realen Kern einer Identifikation zu benennen, dann aber Widerspruch gegen jede Form von Generalisierung einzulegen. Ich bin nicht identisch mit meinen Fehlern, aber auch nicht identisch mit meinen guten Eigen-


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HINTERGRUND

schaften. Es geht darum, die eigene Identität immer mehr im eigentlichen Sein zu finden: Ich bin ein von Gott gewolltes und geliebtes Kind. Ich habe Schwächen, Fehler, gute Eigenschaften, aber ich bin sie nicht. Es geht also darum, sich selbst tiefer kennen zu lernen. Das bedeutet auch, sich Zeit zu nehmen zur Einkehr bei sich selbst, sich am inneren Leben zu freuen. Klara von Assisi sagt in ihrem Segensgebet: „Seid immer Liebhaberinnen Eurer Seelen und der Seelen Eurer Mitschwestern.“2 Wie kann ich meine Seele, mein eigentliches Selbst besser kennen lernen? In dem ich auf das höre, was sie mir sagen will, z. B. in Träumen, Bildern oder durch meine wachen Sinne. Ich lerne, meiner eigenen Intuition zu trauen, mich immer wieder im Spiegel Gottes anzuschauen und mich anschauen zu lassen. Häufig führt dieser Weg auch zu einer „nackten, ungeschminkten Selbsterkenntnis“.3

Zusammenfassung: Es ist entlastend zu wissen: Die Bedrängnis in der Zeit der Lebensmitte ist normal, und es gehört zu dieser Phase, dass die bisherigen Hilfsmittel nicht mehr in gewohnter Weise erfolgreich sind. Es geht nicht mehr darum, etwas machen zu wollen – sondern darum, etwas geschehen zu lassen. Die Seele braucht zur Reifung nicht mehr die Expansion, sondern eine Konzentration und Vertiefung des Lebens. Nach C.G.Jung geht es darum, die Gegensätze zu integrieren, das Unbewusste und bis dahin Verdrängte zuzulassen (z. B. als Mann meine weibliche Seite – als Frau meine männliche Seite, oder auch die Auseinandersetzung mit der Endlichkeit).

Um den Prozess der Wandlung, die geschehen soll, nicht zu stören und nicht zu behindern, muss ich mich den Aufgaben, die mir gegeben sind, stellen. Diese Prozesse brauchen Zeit und können nicht beschleunigt oder abgekürzt werden, auch nicht durch Gebet oder sonstige geistliche Übungen. Es geht darum, die Spannung auszuhalten, dass das Alte nicht mehr in gewohnter Weise gilt, das Neue sich aber noch nicht zeigt. Im Glauben, dass Gott neu schafft, kann ich die anstehenden Schritte tun („Seht ich mache alles neu“, Offenbarung 21,5). In dieser Phase kann ein guter geistlicher Begleiter, der diese Prozesse kennt und mir hilft, das „Gedränge“ auszuhalten und zu unterscheiden, ein großes Geschenk sein. Es hilft weder die Flucht nach Vorne noch das starre Festhalten an Altem. Dazu braucht es folgende Schritte:

1. Loslassen, Abschied nehmen: „Wer werden will, was er sein soll, muss aufhören, das zu sein, was er ist“. – „Wenn sie ein Schmetterling wird, hat die Raupe das Gefühl, die Welt ginge zu Ende“. (Quelle unbekannt)

2. Schatten integrieren (Selbsterkenntnis): Die Angst, dass mich Menschen, die mir wichtig sind, ablehnen, hat mich im Laufe meines Lebens dazu veranlasst, vieles ins Unbewusste zu verdrängen. Das will nun angeschaut und angenommen werden, um ins Licht des menschgewordenen Gottessohnes zu kommen. Auch ich selbst kann dabei ein wichtiger Mensch sein, der Dinge, die den eigenen hohen Idealen widersprechen, verdrängt. (vgl. Mt. 25,25: „Weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in die Erde versteckt.“)

3. Verantwortung für sich übernehmen – besser mit sich selbst umgehen: Jede Krise verbraucht Energie, daher ist es wichtig, sich Freiräume im Alltag zu schaffen, z.B. Stille Tage, Stille Zeit, Sorge für Leib und Seele, geistliche Begleitung.

4. Neues wachsen lassen – Lebensaufgabe neu in den Blick nehmen: Auf kleine Impulse achten, die vielleicht schon immer in meinem Leben da waren, denen ich bisher aber kaum Beachtung geschenkt habe. Was macht mich wirklich lebendig und hinterlässt nicht schon nach kurzer Zeit erneut ein Gefühl der Leere? Welche Aufgaben darf ich lassen, um für diejenigen, die mich wirklich berühren, mehr Zeit und Kraft zu haben?

Vgl. Anselm Grün, Lebensmitte als geistliche Aufgabe, Vier Türme Verlag, 1980, S. 13/14 2 Zitat Hl. Klara von Assisi, aus ihrem Segen für ihre Mitschwestern in einer Übersetzung Leonhard Lehmann OFM 3 Katharina von Siena 1

Quellen: Lebensmitte als geistliche Aufgabe. Anselm Grün OSB, Vier-TürmeVerlag Münsterschwarzach; Exerzitien mit Pfr. Rainer Birkenmaier, 2002, Kloster Sießen, Bad Saulgau

Sr. Rosa Maria Lochmiller, Franziskanerin von Sießen, zurzeit Leitung des ordensinternen Pflegeheims im Kloster Sießen, Mitglied im Bundesweiten Leitungskreis von Christen im Gesundheitswesen.


CHRISTLICHER GESUNDHEITSKONGRESS

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Gemeinschaft stärkt die Gesundheit Christlicher Gesundheitspreis geht in den Harz und nach Herford Bielefeld: Der kleine Verein „open door“ in Wernigerode am Harz erhielt den 1. Preis des Christlichen Gesundheitspreises 2014 angesichts seines intensiven Zusammenwirkens von Kirche und Gesundheitseinrichtung zugunsten von Frauen, die eine psychotherapeutische Therapie hinter sich haben und weiter den Schutz gemeinsamen Lebens suchen. Seit 1998 bietet open door in Wernigerode eine Wohngemeinschaft für sieben Frauen und mehrere Betreuungsplätze in einer eigenen Wohnung an. Der Verein kümmert sich um Frauen, die schwere Einschnitte in der Vergangenheit erlebt haben, unter depressiven Störungen, Essstörungen, sozialen oder persönlichen Problemen leiden und bietet ihnen einen Schutzraum, in dem sie sich sicher und akzeptiert fühlen können. In der Bewerbung heißt es, dass der Verein Frauen die Gelegenheit bietet, den Alltag selbstständig zu strukturieren. Auf Diskretion und Privatsphäre wird dabei besonders viel Wert gelegt. Das Zusammenleben in der Gemeinschaft organisieren die Klientinnen zum größten Teil selbst. Durchschnittlich wohnen die Frauen zwischen einem halben und zwei Jahren in der Einrichtung. Der Verein wurde von Christen gegründet, die die Angebote der Diakonieklinik Elbingerode und der Kirchengemeinden im benachbarten Wernigerode miteinander verbinden wollten. Die Gemeinden fördern intensiv das Projekt und sind offen für die Teilnahme von Klientinnen an den Angeboten der Gemeinden. In Bewerbungsunterlagen heißt es: Einige

Gemeindemitglieder „engagieren sich in dem Verein, wie die Pastorin, die regelmäßig die Frauen zum gemeinsamen Kaffeetrinken einlädt. Die Gemeinde steht den Bewohnerinnen immer offen. Sie können immer wieder in die Gemeinde zurückkehren, auch wenn ihre Zeit bei open door vorbei ist. In der Gemeinde sind sie immer willkommen.“ Den 2. Preis erhielt das Christliche MS-Netzwerk. Das Netzwerk erhält die Auszeichnung angesichts seines außergewöhnlichen ehrenamtlichen Einsatzes von und für Menschen, die an MS erkrankt sind. Seit 2002 die Pastorin Andrea Schneider (Oldenburg i. O.) und die Ärztin Dr. Andrea Wiedner (Herford), beide an MS erkrankt, zur Gründung des Netzwerkes aufriefen, haben sich diesem mehr als 300 Betroffene angeschlossen. Ihnen ist neben der medizinischen auch die spirituelle Dimension ihrer Situation wichtig. Dr. Wiedner: „Krankheit bedeutet nicht nur Herausforderung und Krise, nicht nur Einschränkungen, sondern sie bringt auch Chancen, um Neues zu entdecken, sein Leben zu sortieren und auf das Wichtige auszurichten, um in die Tiefe zu wachsen, um sich ganz neu anderen Menschen auch in ihrer Not zuzuwenden.“ Jeder Betroffene kann sich und anderen Gutes tun und dazu beitragen, das Leben mit MS lebenswert zu gestalten. Die Mitglieder des Netzwerkes geben einander Anteil an Erfahrungen mit Krankheit und Glauben. Sie ermutigen sich gegenseitig für das andauernde Leben mit MS. Das

1. Preis ging an open door

2. Preis ging an das Christlche MS-Netzwerk

Gebet füreinander, die Erfahrung von Gemeinschaft und der Informationsaustausch sind den Teilnehmern wichtig. Man ist miteinander durch E-Mail, Telefon und Post verbunden und trifft sich zweimal jährlich meist in Herford und in jedem zweiten Jahr zu einer Wochenendfreizeit in Cuxhaven. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford unterstützt dabei intensiv die Arbeit des MS-Netzwerkes. Der Preis wird an Initiativen vergeben, die beispielhaft die Zusammenarbeit von christlicher Gemeinde und professionellem Gesundheitswesen fördern. Das Preisgeld hatten das Albertinen Diakoniewerk (Hamburg) und der Deutsche Gemeinschafts Diakonieverband (Marburg) zur Verfügung gestellt. Mehr unter: www.opendoor-wernigerode.de und bei der Vorsitzenden des MS-Netzwerkes andrea.wiedner@gmx.de

Frank Fornaçon


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TERMINE

Termine Tagungen, Seminare & Konferenzen 13. – 15.6.: Hünfelden-Gnadenthal, Einkehr-Wochenende, Du gibst meiner Seele große Kraft (für haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende im Gesundheitswesen und für pflegende Angehörige), www.dienstbereichmission.de 20. - 22.6.: Elstal/Berlin, Begleitung am Lebensende, www.baptisten.de 27. – 28.6.: Tübingen, Internationales Symposium zur Bedeutung und zu den Chancen christlicher Gesundheitsarbeit, www.difaem.de 28.6.: Baden-Baden, „Consolatio“ Kontemplatives Hören und Ermutigen, Selbsterfahrungstag in Baden-Baden, Kloster Lichtenthal, www.isa-institut.de 7.7.: Lübeck, Informationsabend über Mercy Ships mit Dr. Dr. Lür Köper, Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg, www.mercyships.de 8.7.: Emden, Informationsabend über Mercy Ships mit Udo Kronester (Geschäftsführer Mercy Ships Deutschland e.V.) www.mercyships.de 12.7.: Fulda, Christliche Heilkunde – eine „Not-wendende“ Erweiterung für Medizin und Krankenbegleitung?, CiG-Akademie, www.cig-online.de

25.10.: Berlin, Alternative Heilverfahren aus christlicher Sicht, CiG-Akademie, www.cig-online.de 15.11.: Hamburg, Gott begegnen in Bewegung und Tanz, CiG-Akademie, www.cig-online.de 27. – 30.11.: Schloss Craheim, Soaking – Stille im Sturm, www.cig-online.de 14.10. – 31.1.2015: Netzwerk Oberschwaben, Trainingskurs Christliche Heilkunde, 8 Abende, CiG-Akademie, www.cig-online.de 18. – 24.10.: Berlin, Fasten zwischen Natur und Kultur in und um Berlin, www.diakonieverein.de 24. – 26.10.: Neudietendorf, 63. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner, www.acm.smd.org 15.11.: Gütersloh, Alternative Heilverfahren aus christlicher Sicht, CiG-Akademie, www.cig-online.de 28. - 30.11.: Elstal/Berlin, Im Scheitern Glauben und Leben lernen, www.baptisten.de 5. – 7.12.: Bad Homburg, 18. Studententagung Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner, www.acm-studenten.de Anzeige

14. – 18.7.: Hannover, Krankenhausseelsorge: Grundlagen der Ethik, www.zfg-hannover.de 23. – 26.7.: Washington, 6. Annual George Washington University Spirituality and Health Summer Institute, www.gwish.org 2. – 3.9.: Berlin, respectare® Seminar zur Förderung von Achtsamkeit, Berührungs- und Beziehungskompetenz, www.diakonieverein.de 20.9.: Roth, Gebet mit Kranken, 25 Jahre CiG-Gruppe Roth, CiG-Akademie, www.cig-online.de 21.9.: Hamburg-Horn, Patientengottesdienst, www.cig-online.de 25.9.: Leipzig, Informationsabend über Mercy Ships mit Dr. Guido Köhler, www.mercyships.de 26. – 28.9.: Kloster Nütschau SH, Gesunder Umgang mit Krankheit – Schritte der Heilung gehen, Wochenende für Kranke und Angehörige, CiG-Akademie, www.cig-online.de 13. – 15.10.: Kühlungsborn, Gesundheitsmanagement für Führungskräfte in Kirche und Diakonie-"Spiritualität und Bewegung", www.bundesakademie-kd.de 13. – 17.10.: Neuhaus am Schliersee, KrankenhausseelsorgeFortbildung: Ich habe zum Streiten (k)ein Talent Meinungsverschiedenheiten austragen – Impulse aus Konfliktgeschichten Jesu für unser eigenes Verhalten, www.kkvd.de

Mehr vom Leben!

14.10.: Ravensburg, Trainingskurs Christliche Heilkunde, CiG-Akademie, Netzwerk Oberschwaben, 8 Abende, www.cig-online.de 24. – 26.10.: Rotenburg/Fulda, Workshop für Hebammen, CiG-Akademie, www.cig-online.de 25.10.: Meiningen, Palliative Care in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen – eine Herausforderung für alle Beteiligten, CiG-Akademie, www.cig-online.de

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Stressbewältigung und Burnout Zu sich kommen, statt außer sich geraten An diesem Seminar auf dem Christlichen Gesundheitskongress 2014 in Bielefeld nahmen 50 Besucher teil. Sie suchten nach konkreten Möglichkeiten und praktischen Wegen, die Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen. Die Ursachen für zunehmende Erschöpfung in Beruf, Familie und Gemeinde bis zum Burnout sind so unterschiedlich, wie wir Menschen verschieden sind. Als ein gemeinsamer „roter Faden“ ziehen sich der Verlust von Selbstbestimmung und ein Gefühl von Hilflosigkeit durch die Erfahrungen Betroffener. Wunsch und Wirklichkeit unserer Lebensgestaltung klaffen immer mehr auseinander. Eine interessante Information über wissenschaftliche Erkenntnisse der Neurobiologie beantwortete z.B. die Frage, die sich immer wieder stellt, warum Menschen in einem Burnout meist über eine extrem lange Zeit (bis zu mehreren Jahren) nicht einfach andere Wege gehen und aus ihrem „Hamsterrad“ aussteigen können. Und das, selbst wenn sie wissen, wie es um sie steht und dass sie sich in einem Burnout-Prozess befinden. Ihre Handlungskontrolle ist ihnen abhandengekommen, Wahlmöglichkeiten in ihrem Tun sind ihnen dadurch verstellt, dass die Amygdala (dieser Teil des Gehirns ist wesentlich an der Entstehung der Angst und spontanen Abwehrreaktionen beteiligt) „dauer-aktiviert“ wird und die Kontrolle der Reaktionen übernimmt. Der praefrontale Kortex (er ist im Gehirn an der Integration von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen beteiligt) mit seinen Abwägungen, Abgleichungen usw. kommt nicht mehr zum Zuge, wir fahren sozusagen auf „Autopilot“. Es kommt zu automatischen Bewältigungsstrategien unter chronischem Stress: Die Bewertung einer Situation findet wie von alleine statt. Sie wird automatisch mit einem Handlungsimpuls beantwortet, der Blick auf Wahlmöglichkeiten ist verstellt. Die Situation wird nicht mit einer gewählten, sondern mit einer gewohnten Strategie beantwortet!

ten Wahrnehmens im Jetzt“, auch Achtsamkeit genannt: So, wie es der Feuerwehrmann macht, der sich mitten in einem unübersichtlichen Feuer auch erst einmal auf den Fußboden setzt und innehält, um herauszufinden, was jetzt zu tun ist… Eine Wahrnehmungsübung mit einer Rosine zeigte anschaulich, was mit „bewusster Wahrnehmung“ gemeint ist, dabei das Tempo herausnehmen, sich Zeit lassen… Das Drehbuch unseres Lebens lassen wir oft fremdbestimmen. Wie werden wir wieder selbst Regisseur, wie können wir das Heft unseres Lebens wieder in die Hand nehmen? Im Laufe des Seminars wurden auch weitere Hilfen aufgezeigt: So gab es Informationen zu den Zusammenhängen von Burnout mit persönlichen Lebensbiografien und vergessenen, noch unbewältigten Traumata aus der Kindheit. Dazu wurde am Beispiel Jesu deutlich, wie er mit Stress umging: Er konnte „Neinsagen“ und wusste auch, wann und wozu, weil „Er wusste, wer er war, woher er kam und wohin er ging“. Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung, ein Burnout persönlich zu bewältigen auf allen Ebenen: körperlich, seelisch/psychologisch und geistig/spirituell? Jede Krise im Leben bietet eine große Chance zur Reife und zum persönlichen Wachstum, sie hat Auswirkung auf unsere persönliche Gottesbeziehung, kann zusätzlich Berufungs- und Glaubenskrisen auslösen. Hören wir noch Gottes Reden – in unserer Burnoutsituation, privat in Familie und Freundeskreis, am Arbeitsplatz? Ich bin gespannt auf die Auswertung des Seminars nach dem Kongress und würde am liebsten ein Followup starten, um zu erfahren, ob und in welchem Maße die Teilnehmer ermutigt wurden, neue Impulse erhalten und vielleicht auch schon umgesetzt haben.

Bettina Gundlach, Seminar-Referentin,

Darum wurde deutlich, wie wichtig es ist, in einem Burnoutgeschehen zurück zur Selbstbestimmung zu kommen, z.B. durch das Wiedererlernen und Einüben eines „bewuss-

Ärztin im Sozialpsychiatrischen Dienst, Aumühle, Mitglied im Vorstand von Christen im Gesundheitswesen e.V.


RUBRIK ChrisCare Abos!

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Frauen in der Lebensmitte – eine unverwechselbare Zeit CiG-Akademie – Impulse eines Seminars in Karlsruhe Es öffnen sich neue Feiräume zum Innehalten, wir spüren aber auch teils nachlassende Kraft oder die Notwendigkeit von längeren Erholungszeiten. Erste Einschränkungen im Leistungsvermögen oder Erkrankungen erinnern uns an die Begrenztheit unseres Lebens. Wie haben wir bisher gelebt, wie wollen wir unser Leben in Zukunft gestalten, was können und wollen wir ändern? Und wie sieht es mit unseren weiter in die Zukunft weisenden Berufungen aus? Karlsruhe: In Deutschland steigt die durchschnittliche Lebenserwartung immer weiter an. Aber wie die Lebensqualität der dazu gewonnenen Jahre aussieht, wird wesentlich in der Lebensmitte entschieden. Wenn wir Lebensmitte nicht als Zeitpunkt, sondern als Zeitspanne zwischen jungem ErwachsenenSein und dem Alter verstehen, wird uns dessen zentrale Bedeutung für ein umfassend gesundes Leben deutlich. Hier können wir wichtige „Gesundheitsweichen“ stellen, um heute und morgen unser anvertrautes Leben weiter zu entfalten. In der Tat ziehen viele von uns in ihrer Lebensmitte Bilanz: Im Beruf und oft auch privat „angekommen“, ändern sich die Perspektiven, die Kinder verlassen nacheinander das Haus usw.

Aus dem breiten Spektrum in der Lebensmitte auftauchender und wichtiger Themen beschäftigte sich am 17. Mai im Zentrum für Gesundheit, Therapie und Heilung ZfG in Karlsruhe eine Gruppe von Frauen besonders mit Impulsen, die helfen, unsere Lebensmitte und damit möglicherweise auftauchende Identitätskrisen und Glaubenskrisen gelassen und gewinnbringend zu gestalten: Leben heißt „sich wandeln“ und bedeutetet Veränderung – ohne Krise kein Wachstum! Wir entdeckten als Frauen gemeinsam positive Möglichkeiten, die uns gerade in der Zeitspanne der Wechseljahre dabei helfen, zur Fülle des Lebens zu kommen! Inhaltliche Schwerpunkte waren „Das Modell der Lebensphasen

nach Romano Guardini – Hilfen für das Verständnis der Lebensmitte“, „Gesundheitskrisen und -chancen in der Lebensmitte bei der Frau (Wechseljahre)“, „Ausgewogener Lebensstil zwischen Anforderung und Entspannung, körperlicher Fitness und gesunder Lebensweise – Kraftquellen entdecken“, „Berufung in der Lebensmitte – Hingabe und Selbstfürsorge“ und das „Wachsen in der Beziehung zu Gott – Besonderheiten der Lebensmitte“. Dabei wechselten sich Impulsreferate, persönliche Standortbestimmung und Reflexion anhand von Fragen und Fragebogen mit anschließendem 2er-Austausch, je eine Wahrnehmungs- und Entspannungsübung, sowie die wichtigen „heiligen“ Pausen bei Kaffee- und Mittagspause ab. Am Ende blieb ausreichend Zeit für Rückfragen und Rückmeldungen im Plenum. Alle Frauen schienen ermutigt, eine sagte z.B.: „Ich bin froh, jetzt zu wissen, dass ich normal bin und mich in normalen Veränderungen und Erfahrungen der Lebensmitte befinde, und ermutigt, dass diese vorbei gehen werden. Ich habe Anregungen und neue Ideen dazu erhalten, wo konkret ich selbst etwas in meinem Leben verändern kann.“


WACHSEN

PATIENTEN

Macht undOhnmacht Ohnmacht Macht und

ALTERNATIVE

GLAUBE

WERTE

AKTUELL

LEITUNG

SEGEN

SORGEN

TRANSFORMATION

IMPULSE

GOTT ZUWENDUNG

INNERE HEILUNG

ANGEHÖRIGE

Spiritualität All tag Spiritualität imim Alltag FEIERN

ERFAHRUNGEN

THERAPIE

WAHRNEHMUNG ALLTAG

FRÖMMIGKEIT

HEFATA SPANNUNGSFELD

LEBENSREGEL

AUFMERKSAMKEIT WISSEN & WEISHEIT

SINN

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LEBEN MIT MS LICHTBLICKE

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ChrisCare

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 3/2012

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ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 4/2012

DEMENZ

AUGENBLICK

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PRA

BEGEGNUNGEN

NÄCHSTENLIEBE

SEELE BETTLER GEBURT & TOD GEWAND ALLTAG WUNDER IM KREIßSAAL TIERE ALS SEGEN GOLDENE STUNDEN GEDANKEN DES HERZENS HEIL-LAND GÖTTLICHES PATCHWORK-SPIRITUALITÄT

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2/2012

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3/2012

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PATIENTEN

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 1/2013

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

PRA

Die Kraf tinnerer innererBilder Bil der Die Kraft SINNFÜLLE

KRISEN ÜBERWINDEN

BEWUSSTSEIN

THERAPIE WEG IMAGINATION PARAMENTIK SEELSORGE GÜTE EMOTIONEN TRAUER GOTTESBILDER GEFÜHLE RATSUCHENDER ERMUTIGUNG SCHMERZ ORT DER RUHE BELASTUNG ZEIT HABEN FRIEDEN Februar 2013 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

4/2012

1/2013

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 2/2013

ÜBERTRAGUNG

RESILIENZ

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

PRA

KONTAKT BERÜHRUNG

ABSCHALTEN PRIVATSPHÄRE ZUGÄNGE ÄNGSTE DASEIN FACHKRÄFTE LIEBE CARITAS DURCHHALTEN SELBSTFÜRSORGE AUSZEIT DIENST PILGERN

ChrisCare

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4/2011

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Magazin für Christen im Gesundheitswesen 3/2013

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 4/2013

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

PRA

Der Seele Gutes Gutes tun Der Seele tun GESUNDE AGGRESSIVITÄT SELBSTSABOTAGE

SEELE

HINHÖREN

URLAUB

ALLTAG

SYMPTOME

ENTSPANNUNGSÜBUNGEN

PILGERN

HILFESUCHENDE QUELLE DES PSYCHOSOMATISCH BEWEGUNG

TRIALOG

CHRISTLICHE SPIRITUALITÄT

KREUZ BURNOUT KRISEN ÜBERWINDEN ERMUTIGUNG KRAFTRESERVEN AUSWEG

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EXERZITIEN

WIDERSTANDSKRAFT GOTTES HAND

EMPATHIE

2/2013

GEDANKEN

DEPRESSION

TIEFE ANGST

SELBSTPFLEGE

VERSCHLOSSENHEIT

4/2011

VERGEBUNG

3/2011

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

Kraf tquellen erschließen erschließen Kraftquellen

FÜRBITTE

VERSORGUNGSSTRUKTUREN

SCHWERE STUNDEN ETHIK VERSÖHNUNG PALLIATIVSTATION RAUM DES HEILENS HALT DURCH DEN GLAUBEN VIS-À-VIS GEPFLEGTE UND PFLEGENDE

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Nähe Nähe und undDistanz Distanz

DIE RECHTE STERBENDER

ChrisCare

SPIRITUELLE RESSOURCEN

2/2011

ChrisCare

HEIL

HEILIGER GEIST

BEDÜRFNISSE BETROFFENER

AKUPUNKTUR

SPIRITUALITÄT AM LEBENSENDE

LIEBER FREI ALS GESUND CHRISTLICHES MENSCHENBILD ROSENKRANZ

WACHKOMA

3/2011

SALBUNG

PATIENTENGOTTESDIENSTE

KRISE ALS CHANCE

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

Am Lebensende Am Lebensende

E

IFF

DER LIEBE GOTT KRISE

GR VER

WENN DIE SEELE NICHT MEHR WILL

MIT EINER VISION IN DIE ANDEN

NOTFALLSEELSORGE

SEELSORGE FÖRDERT LEBENSQUALITÄT

ChrisCare

Am Lebensende

ChrisCare Krisen bewältigen

Krisen bewäl tigen N! Krisen bewältigen

HOFFNUNG

CHRISTUS ALS APOTHEKER GESUNDHEITSKONGRESS

LERNENDE ORGANISATIONEN

SPRACHLOSIGKEIT IN DER PFLEGE

FORSCHUNGSBERICHTE

Heilige Momente Heilige Momente

BUND DER LIEBE

PATIENT

ChrisCare

1/2011

PID HEILSAMES VERTRAUEN IN GUTEN HÄNDEN

AFRIKANER HEILEN IN

AUFTRAG DER CHRISTEN

CHRISTLICHE HEILKUNDE

November 2010 // € (D/A) 5,80 // SFr (CH) 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

LEISTUNGSDRUCK BEISTAND ANSPANNUNG STRESS GEFAHR GRENZSITUATIONEN PRIORITÄTEN ENTSCHEIDUNGEN

GLAUBE

CHRIST UND UNTERNEHMER

ÖKONOMIE

4/2010

KULTURSENSIBLE PFLEGE

RÜCKSICHTNAHME

SPIRITUELLER NOTFALLKOFFER

Existentiell herausgefordert Existentiell herausgefordert

LEBENSGRENZEN MENSCH SEIN CHRISTUS MEDICUS

HEILUNG

Besser miteinander Besser miteinander

EUROPA

KINDERARZT

3/2010

Berufung Karriere und und Berufung –– Karriere das d das liebe liebeGel Geld KIRCHE ALS SERVICEAGENTUR

Heilen einer Heilen inineiner mul tikul turellenGesellschaft GesellschafNt ! multikulturellen FE RIF G R VE STATIONSALLTAG

LEIDEN

September 2010 // € (D/A) 5,80 // SFr (CH) 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

2/2012

BEDÜRFTIGE

SOAKING MUSIC

KRAFTQUELLE IM PFLEGEALLTAG

WERTEMANAGEMENT HILFE PASSION & COMPASSION REMBRANDT BEISTAND NÄCHSTENLIEBE

GLAUBE

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

BESONDERE AUFGABE

SCHMERZFORSCHUNG

WOCHENENDE FÜR KRANKE

AUS

ChrisCare

1/2012

KONFLIKT

GLAUBENS

NÖTE

GESPRÄCHE

MUSIK

September 2013 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

3/2013

An der Grenze Grenze An der Risiken und nebenwiRkunGen

etent komp d ieren inspir h xisna

pra

dRAhtseilAkt

eRfolG

ZwisChen näChstenliebe und wiRtsChAftliChkeit

lob und tAdel

VeRMeidbARe stöRunG

Rollstuhl füR die seele

hoffnunG

Mühen

fReihändiG

bis An die GRenZe ChRistliChe stRuktuRen Dezember 2013 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

4/2013

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen 1/2014

Beruf und Lebensformen

ChrisCare

VAN GOGH

Leid und Schmerz Schmerz Leid und

LIEBE

PFLEGE

Berufung – Karriere und das liebe Geld

1/2012

Spiritualität im Alltag

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

EHRENAMT GESUNDHEIT KOSMAS & DAMIAN

VOR

2/2010

ChrisCare

SYSTEME

STREIT

HEBAMMEN

Juni 2010 // € (D/A) 5,80 // SFr (CH) 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

1/2010

KIRCHEN

SPIRITUALITÄT

PHYTOTHERAPIE

März 2010 // € (D/A) 5,80 // SFr (CH) 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

RATIONIERUNG

BERNER KONGRESS HAUSGEMEINSCHAFT

2/2011

ChrisCare

GESUNDHEIT

IMPULSE

SPIRITUALITÄT

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

An der Grenze

ÖKUMENISCH

ChrisCare

ChrisCare

INFORMATION

GESUNDHEITSKONGRESS

PFLEGE

LIEBE SEGEN

STREIT

1/2011

Der Seele Gutes tun

ERFAHRUNG

HEILVERFAHREN

SEELSORGE

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

ChrisCare

BETEN

ChrisCare

Nähe und Distanz

ANSTOSS

AKTUELL

ChrisCare

MEDIZIN

4/2010

ChrisCare

1/2010

Heilkraft des Glaubens

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

3/2010

Existentiell herausgefordert

Heilkraf t

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

2/2010

Besser miteinander

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

Die Kraft innerer Bilder

ChrisCare

ChrisCare

Magazin für Christen im Gesundheitswesen

Heilige Momente

ChrisCare

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA

PRA

Beruf Beruf und und Lebensformen Lebensformen DER ERSTE VERWUNDETE HEILSAME ZWISCHENZEITEN

LIEBE ZU GOTT

ÜBER MEINE KRÄFTE

AUFTANKEN

BERUF IST PASSION RESPEKT LEBENSWIRKLICHKEIT STILLE ZEIT

BERUFUNG UND FAMILIE VERTRAUEN

LÖSUNGSKONZEPT

GEBET MIT KRANKEN

BEZIEHUNGEN

Bestellungen an: D + A: ChrisCare-Aboservice, Bergstraße 25, D 21521 Aumühle, Telefon: (+49) (0) 4104 917 09 30, Fax: (+49) (0) 4104 917 09 39, info@cig-online.de, www.cig-online.de CH: bvMedia Christliche Medien, Rämismatte 11, Postfach 128, CH-3232 Ins, Telefon: (+41) (0) 43 288 80 10, Fax: (+41) (0) 43 288 80 11, abo@bvmedia.ch, www.bvmedia.ch

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1/2014

Ich bestelle ein Geschenk-Abonnement von ChrisCare ab Heft … /..... Das Abo ist auf ein Jahr begrenzt und wird nicht automatisch verlängert.

Ich bestelle ein Abonnement von ChrisCare ab Heft … /2013. Das Abo ist unbefristet und kann jederzeit gekündigt werden. Ich bestelle alle 15 noch lieferbare Ausgaben zum einmaligen Preis von € 33,00 / sFr. 44.00 (zzgl. Versandkosten).

Banderole Version 1 – Pralinen

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Banderole Version 2 – Blumen

sFr. 10.30 (zzgl. Versandkosten):

Banderole Version 3 – Luftballon

1/2010 Heilkraft des Glaubens

Zum persönlichen Überreichen schicken wir ein Magazin mit Ihrer Wunschbanderole direkt zu Ihnen – diese Ausgabe ist für Sie gratis.

2/2010 Macht und Ohnmacht 3/2010 Leid und Schmerz 4/2010 Heilen in einer multikulturellen Gesellschaft

Empfängeradresse:

VERGRIFFEN! 1/2011 Besser miteinander

Name: .........................................................................................

2/2011 Krisen bewältigen

VERGRIFFEN!

3/2011 Am Lebensende

Adresse: ....................................................................................

4/2011 Kraftquellen erschließen

....................................................................................................

1/2012 Spiritualität im Alltag

Rechnungsadresse (Auftraggeber, nur bei Geschenkabo):

2/2012 Berufung – Karriere und das liebe Geld 3/2012 Existentiell herausgefordert

Name: .........................................................................................

4/2012 Heilige Momente Adresse: .................................................................................... are

1/2013 Die Kraft innerer Bilder ChrisC

2/2013 Nähe und Distanz

ze

E-Mail-Anschrift (wenn wir Sie auf diesem Weg anschreiben dürfen):

ChrisCare

n tswese undhei im Ges hristen 3/2013 n für C Magazi

Gutes tun Der Seele

1/2014 Beruf und Lebensformen

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Mag azin für Chr iste n im Ges und heit swe sen

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GLAUBENS

NÖTE

GESPRÄCHE

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eitswesen 1/2014

// ZKZ 18 381

ETENT KOMP D IEREN INSPIR H XISNA PRA

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SEELE

UNG ÜBERFORDER

September

SYMPTOME

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HINHÖREN

Beruf Beruf und und Lebensformen Lebensformen DER ERSTE VERWUNDETE

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GESUNDE

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4/2013 An der Grenze

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An der Gren

3/2013 Der Seele Gutes tun

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ÜBER MEINE KRÄFTE

„ChrisCare ermutigt Christen, ihre Berufung in den unterschiedlichen Berufen des Gesundheitswesens zu entdecken und zu entfalten. Die Zeitschrift trägt dazu bei, die Bedeutung des Glaubens für die Medizin, die Pflege und andere therapeutische Angebote zu erkennen und in die fachliche Diskussion einzubringen. Dabei erwartet sie Anregungen aus allen Konfessionen.“

Ihre Kollegen sollten ChrisCare auch kennenlernen. Bestellen Sie kostenlose Probehefte zum Weitergeben.

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März 2014 // (D) € 5,80 // (A) € 6,00 // (CH) sFr. 10.30 // www.chriscare.info // ISSN 1869-9944 // ZKZ 18 381

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LITERATURREZENSION

Impressum Herausgeber und Verlag: ChrisCare erscheint im Verlag Frank Fornaçon, Ahnatal, und wird von Christen im Gesundheitswesen e.V. herausgegeben. Chefredaktion: Frank Fornaçon (FF) (V.i.S.d.P.), Korrektorat Julia Fornaçon. Die Beiträge wurden sorgfältig ausgewählt, dennoch übernimmt die Redaktion keine Haftung für die Inhalte. Verantwortlich ist der jeweilige Autor. Zur leichteren Lesbarkeit wird bei Begriffen, die männlich und weiblich gemeint sind, in der Regel eine gemeinsame Form verwendet, z.B. „Patienten“. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernimmt der Verlag keine Haftung. Copyright: Christen im Gesundheitswesen e.V., ChrisCare wird in CareLit ausgewertet: www.carelit.de Redaktionsanschrift: Verlag Frank Fornaçon, Am Gewende 34, 34292 Ahnatal, Deutschland, Tel.: (+49) (0) 56 09 806 26, Fornacon-Medien@web.de, www.verlagff.de Gestaltung: FRANK.COMMUNICATION., Alemannenstraße 2, 78224 Singen, Deutschland, www.frank-com.de Druck: Graphische Werkstatt von 1980 GmbH, Yorkstraße 48, 34123 Kassel, Deutschland Anzeigenverwaltung Deutschland und Österreich: Verantwortlich: Günther Gundlach,

Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar

Christen im Gesundheitswesen e.V., Aumühle, Bergstraße 25, 21521 Aumühle,

Inzwischen gibt es ein reichhaltiges Angebot an Gottesdienstentwürfen für Menschen mit Demenz. Was schon lange in Pflegeheimen geübt wurde, findet inzwischen auch bei den Verlagen Aufmerksamkeit. Es lohnt sich offenbar, die besondere Lebenssituation von dementen Bewohnern ernst zu nehmen. Eine der Veröffentlichungen sind die Gottesdienstentwürfe dieser Materialsammlung. Symbolgottesdienste stehen im Mittelpunkt. Sie bieten Anregungen, wie man gerade mit einfachen Mitteln die Botschaft des Evangeliums anschaulich machen kann. In einem zweiten Teil werden Gottesdienstentwürfe zum Kirchenjahr geboten. Eine CD mit den Liedbegleitungen liegt bei.

www.cig-online.de. Anzeigenverwaltung Schweiz: Verantwortlich: Niklaus

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Stiftungsfond DiaDem (Hg.), Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar, Menschen mit Demenz feiern Gottesdienst, Bestellungen: www.sinn-stiften.de

POFICHBEXXX ISSN 1869-9944 Heft 2/ 2014: Leidenschaftlich dienen Fotos: S.1 © Ilike Fotolia.com; S.2 © istockphoto.com/konradlew; S.4 © Abtei Kornelimünster; S.7 © Dan Race - Fotolia.com; S.17 © Neukirchner Verlag; S.19 © emmi - Fotolia.com; S.21 © JMP de Nieuwburgh - Fotolia.com; S.24-25 © Sunny studio - Fotolia.com; S.27 © Picture-Factory - Fotolia.com; S.34 © grthirteen - Fotolia.com, © underdogstudios - Fotolia.com, © Khorzhevska - Fotolia.com; S.35 © istockphoto.com/Sinisa92, ©

Frank Fornaçon

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