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Anzeigen-Sonderveröffentlichung

22./23. Februar 2014

Allianz für die Zukunft Evangelisches Krankenhaus ist ab sofort Lehrkrankenhaus der Uniklinik Homburg Studenten absolvieren in der Klinik am Himmelsberg ihr praktisches Jahr AUF EINEN BLICK

Medizinische Allianz für die Zukunft Medizinstudenten aus dem Saarland können jetzt auch am Evangelischen Krankenhaus ausgebildet werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit der Homburger Uniklinik wird am kommenden Mittwoch feierlich unterzeichnet. Eingefädelt hat den Vertrag mit der Uniklinik übrigens Priv. Doz. Dr. med. Dieter Birk, Chefarzt der Chirurgischen Klinik und Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken. Seite 3

CHIRURGIE

Viele Spezialisten in einem Team vereint Die Ärzte der Chirurgie bieten ein breites Spektrum der operativen und konservativen Behandlung nach modernsten medizinischen Standards an. Chefarzt ist PD Dr. Dieter Birk. In seinem Team vereint er viele Spezialisten, darunter Viszeralchirurgen, Unfallchirurgen und Gefäßchirurgen. Als „Kompetenzzentrum Adipositaschirurgie“ ist die Klinik am Himmelsberg zudem spezialisiert auf stark übergewichtige Patienten. Seiten 4/5

INNERE

Experten für das Herz und die Lunge Die Abteilung für Innere Medizin des Evangelischen Krankenhauses vereinigt die Schwerpunkte Kardiologie, Pneumologie und Angiologie. Chefarzt ist Dr. med. Matthias Stopp. Im eigenen Schlaflabor gehen die Experten den Ursachen von Schlafstörungen auf den Grund. Zudem verfügt die Station seit Oktober über ein hoch modernes Linksherzkatheterlabor. Seiten 6/7

GASTROENTEROLOGIE

Moderne Medizin für den Bauch Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie befassen sich mit der Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit ihm verbundenen Organe. Chefarzt ist Dr. Peter Schiedermaier. Seit 2013 wird eine neue Operationsmethode – EndoBarrier – bei Typ-2-Diabetes angewendet. Seiten 8/9

GEBURTSHILFE/GYNÄKOLOGIE

Ein Problem von Millionen Frauen Der Abteilung von Chefarzt Dr. Peter Mayer stehen eine Vielzahl von Operationsverfahren zur Behandlung gynäkologischer Probleme zur Verfügung. Bei der Reizblase zum Beispiel verspricht eine neue Operationsmethode hervorragende Heilungschancen. Seiten 10/11


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LEHRKRANKENHAUS ZWEIBRÜCKEN

Grußwort! Das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken ist Lehrkrankenhaus der Uniklinik Homburg. Zukünftig absolvieren hier Studenten am Ende ihres theoretischen Studiums ihr praktisches Jahr.

„Neue wissenschaftliche Impulse“ Liebe Leserinnen, Liebe Leser, das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz e.V. (LVIM) bietet den Menschen in der Region medizinische und pflegerische Versorgung auf hohem Niveau in Verbindung mit christlichen Grundsätzen und diakonischem Handeln. Das große Vertrauen, das unsere Patientinnen und Patienten in uns setzen, motiviert uns, unsere Klinik mit innovativer Kraft und kompetenten Kooperationspartnern weiterzuentwickeln und die hohe Qualität unserer Leistungen stetig zu steigern. Auf diesem Weg haben wir bereits viel erreicht. So beteiligt sich unser Evangelisches Krankenhaus als eine von acht ausgewählten Kliniken in Rheinland-Pfalz am Modellprojekt „Demenzkompetenz im Krankenhaus“, das auf Grundlage aktueller Erkenntnisse der Pflegeforschung optimale Rahmenbedingungen für den Krankenhausaufenthalt von Patienten mit der Begleitdiagnose Demenz schafft. Im Bereich der medizinischen Versorgung verbinden wir hohe fachliche Kompetenz mit Pioniergeist und technischem Fortschritt. Auch dies erfährt überregionale Anerkennung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Zertifizierung der von Privatdozent Dr. Dieter Birk geleiteten Abteilung als deutschlandweit viertes Zentrum für Adipositaschirurgie durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). Innovationen im Haus und die Vernetzung mit anderen Kliniken stärken die hohe Qualität der medizinischen Versorgung in sämtlichen Abteilungen. So arbeitet das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken bei der Patientenversorgung und bei gemeinsamen Forschungsprojekten

Pfarrer Dr. Diplom-Psychologe Rainer Wettreck.

seit Jahren hervorragend mit dem Klinikum der Universität des Saarlandes zusammen. Jetzt wird unser Haus als erste deutsche Klinik außer-

halb des Saarlandes zum Akademischen Lehrkrankenhaus der Medizinischen Fakultät der Hochschule. Das macht uns stolz, bedeutet die Ernennung doch eine große Wertschätzung unseres hohen medizinischen Standards. Wir sehen in dieser neuen Stufe der Kooperation eine wichtige Zukunftschance. Unter Anleitung unserer Chef- und Oberärzte aus der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Anästhesie und der Gynäkologie/Geburtshilfe können zwölf angehende Mediziner in der letzten Phase ihres Studiums nun nah an ihrem Studienort praktische medizinische Erfahrungen sammeln und ihr theoretisches Wissen vertiefen. Wir freuen uns auf neue wissenschaftliche Impulse und die Nähe zum medizinischen Nachwuchs, der unser Haus jetzt schon vor dem Ab-

I MPRESSUM

CHEFREDAKTION Michael Klein REDAKTION

Elisabeth Beduhn (verantwortlich) Marco Wille

ANZEIGEN REGIONAL Alexander Grimmer

ANZEIGEN NATIONAL Patrick Strerath

LAYOUT UND PRODUKTION Complete Media Services (CMS)

VERLAG Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH

DRUCK Saarbrücker Zeitung Verlag und Druckerei GmbH 66103 Saarbrücken

Ihr Pfr. Dr. Dipl.-Psych. Rainer Wettreck Vorstandssprecher und Theologischer Vorstand des LVIM

Der Verwaltungssitz des Landesvereins für Innere Mission in der Pfalz in Bad Dürkheim. Fotos: LVIM

GRUSSWORT

GRUSSWORT

„Die Uniklinik hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen“

„Erstklassige Ausbildungsstätte für angehende Ärzte“

Liebe Leserinnen, Liebe Leser,

Meine sehr geehrten Herren und Damen, liebe Leser und Leserinnen,

SONDERVERÖFFENTLICHUNG DES PFÄLZISCHEN MERKUR VOM 22./23. FEBRUAR 2014

schluss als modernen Klinikstandort kennenlernt. Die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zwischen der Universität des Saarlandes und dem LVIM feiern wir am 26. Februar im Beisein der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Frau Annegret Kramp-Karrenbauer, des Gesundheits- und Sozialministers des Landes Rheinland-Pfalz, Herrn Alexander Schweitzer, des Universitätspräsidenten Herrn Prof. Dr. Volker Linneweber sowie des Universitätsdekans Herrn Prof. Dr. Michael Menger. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft!

gemeinsam mit Ihnen freue ich mich sehr über die Bestellung des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken zum Akademischen Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg. Das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken ist ein Krankenhaus der Regelversorgung. Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung sind für die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung in der Fläche von besonderer Bedeutung. Das Evangelische Krankenhaus führt 277 Planbetten in den Fachrichtungen Innere Medizin, Chirurgie, Orthopädie/Unfallchirurgie, Gynäkologie / Geburtshilfe und Intensivmedizin/Anästhesie. Besonders hervorzuheben sind die medizinischen Kompetenzen Rheumatologie, Schlaflabor, Gefäß- und Viszeralchirurgie, hier insbesondere die Adipositas-Chirurgie. Zudem ist das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken auch Mitglied im Brustzentrum Westpfalz-Nahe. Die Approbationsordnung für Ärzte schreibt die Ableistung eines

praktischen Jahrs als Bestandteil des Medizinstudiums vor. Die Ausbildung wird in Universitätskrankenhäusern oder anderen Krankenhäusern durchgeführt, mit denen die Universität eine Vereinbarung hierüber getroffen hat, den so genannten Lehrkrankenhäusern. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Universitätsklinik Homburg mit der Bestellung des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken eine ausgezeichnete Wahl getroffen hat. Die fachliche Ausrichtung dieser westpfälzischen Klinik eignet sich sehr gut, den Studierenden der Medizin die praktischen Kenntnisse des Klinikalltags in der Fläche zu vermitteln. Deshalb danke ich beiden Kliniken herzlich für ihr Engagement und die länderübergreifende Zusammenarbeit bei der ärztlichen Ausbildung. Den Studierenden der Medizin wünsche ich viel Erfolg für das praktische Jahr beim Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken wie auch für die gesamte Ausbildung.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken ist neues Akademisches Lehrkrankenhaus der Homburger Unikliniken. Damit ist sie die erste Lehrklinik der Homburger Universitätsklinik in RheinlandPfalz. Die Zweibrücker Klinik kann auf diese Auszeichnung sehr stolz sein, denn sie verfügt damit über beste medizinische Standards, die für ein erfolgreiches Praktisches Jahr zur Ausbildung junger Medizinerinnen und Mediziner unerlässlich sind. Darüber hinaus werden so dauerhaft acht bis zwölf zusätzliche gut ausgebildete Jungmediziner das Ärzteteam in Zweibrücken verstärken. Hinzu kommt die Chance im Kampf gegen drohenden Fachärztemangel, qualifizierten Nachwuchs nach Beendigung des Medizinstudiums zu übernehmen. Aber auch die Homburger Uniklinik kann sich darüber freuen, mit dem Zweibrücker Krankenhaus eine weitere erstklassige Ausbildungsstätte für angehende Ärztinnen und Ärzte hinzugewonnen zu haben. Allein die räumliche Nähe beider Ausbildungsorte ist für die Studierenden von großem Vorteil, da sie während des Praktischen Jahres in Zweibrücken weiterhin am Unistandort Homburg wohnen können. Neben einem Dutzend Lehrkrankenhäuser im

Saarland und eines in Luxemburg ist die Zweibrücker Klinik die erste Kooperation in diesem Bereich zwischen Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Da bereits einige fruchtbare Kooperationen zwischen beiden Ländern bestehen, bin ich sicher, dass auch diese grenzüberschreitende Vereinbarung für beide Seiten gewinnbringend sein wird. Das Lehrkrankenhaus Zweibrücken wird ab dem kommenden Sommersemester die beiden Pflichtfächer Innere Medizin und Chirurgie, in denen die Studenten jeweils vier Monate arbeiten müssen, anbieten. Darüber hinaus bildet es in den Wahlfächern Anästhesie und Gynäkologie/Geburtshilfe aus. Um die Ausbildung abzurunden, wird das Krankenhaus auch wöchentliche theoretische Weiterbildungen für die angehenden Mediziner anbieten. Ich wünsche der Universitätsklinik Homburg und dem Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken eine erfolgreiche Zusammenarbeit, der Zweibrücker Klinik einen reibungslosen Start als Lehrkrankenhaus und allen Medizinstudentinnen und -studenten interessante Erkenntnisse und lehrreiche Erfahrungen, die für ihren späteren Beruf wichtig sind. Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes


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LEHRKRANKENHAUS ZWEIBRÜCKEN

Chirurgie!

Die Ärzte der Chirurgie bieten ein breites Spektrum der operativen und konservativen Behandlung nach modernsten medizinischen Standards an. Chefarzt ist Privatdozent Dr. Dieter Birk.

CHIRURGIE

In den besten Händen Viele Spezialisten in einer Abteilung vereint Das Spektrum an Operations- und Therapieverfahren der Chirurgischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken ist sehr vielfältig. Und auch die Nachbehandlung erfolgt im eigenen Haus. Ein wichtiges Standbein des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken ist die Chirurgie. Chefarzt ist Privatdozent Dr. Dieter Birk. „Es hat sich gezeigt, wenn man das Feld der Chirurgie in einer Abteilung vereinigt und zwar mit unterschiedlichen Spezialisten, gelingt eine optimale Patientenversorgung. Meine Aufgabe als Chefarzt ist es, diese Fachkompetenzen zu bündeln und aus jedem die optimale Fähigkeit herauszukitzeln“, sagt Dr. Birk. Sein Spezialgebiet zum Beispiel

ist die Bauchchirurgie, auch Viszeralchirurgie genannt. Hier genießt die Abteilung überregionales Interesse. „Das gilt auch für meinen Kollegen und Oberarzt Hans-Joachim Klingen – ein wirklich spannendes Feld mit sehr vielen Innovationen in den letzten Jahren“, erklärt der Mediziner. Die Viszeralchirurgie umfasst Operationen bei Erkrankungen von Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse, das Zentrum für Minimal-InvasiveOperationsverfahren, operative Beseitigung von Zwerchfellbrüchen und Säurereflux sowie die Adipositaschirurgie mit Magenbypass, Magenband und Schlauchmagenbildung. Experte für die Gefäßchirurgie ist Oberarzt Dr. Alfred Sifft. Er behandelt Verengungen und Verschlüsse von Schlagadern (Hals, Becken und Bein)

und beseitigt Krampfadern (Stripping, Radiofrequenztherapie / VNUS-Closure-Verfahren, Lasereinsatz). Kollege Dr. Steffen Heinzmann, seit 1. Oktober 2012 Oberarzt der Unfallchirurgie, kümmert sich um die Versorgung von Unfallverletzten, inklusive moderner Knochenbruchbehandlung, Arthroskopie von Schulter-, Knie- und Sprunggelenk sowie Korrekturen von Knochenfehlstellungen und vieles mehr. Vierte im Bunde ist Oberärztin Marliese Fritz, die dank ihrer breiten Ausbildung in allen Bereichen ihre Stärke hat. Sie hat darüber hinaus die Fachweiterbildung Krankenhaushygiene absolviert. „Eine sehr interessante Ausbildung. Wir wollen hier im Haus das MRSA-Screening weiter ausbauen und ein Netzwerk aufbauen“, er-

UNFALLCHIRURGIE

Spezialist für Frakturen

Chefarzt PD Dr. Dieter Birk (Mitte) mit seinen Oberärzten Hans-Joachim Klingen, Sektionsleiter Dr. Alfred Sifft, Sektionsleiter Dr. Steffen Heinzmann und Marliese Fritz (von links). Foto: Marco Wille

klärt die Chirurgin. Gemeinsam mit sieben Assistenzärzten bieten die Chirurgen ein breites Spektrum der operativen und konservativen Behandlung nach modernsten medizinischen Standards an. So werden viele Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt, wodurch sich der Aufenthalt der Patienten im Krankenhaus verkürzt und so ihre Lebensqualität deutlich verbessert.

Einige Operationen werden natürlich auch ambulant oder kurzstationär angeboten. Zur Vorbereitung einer Operation bedienen sich die Fachärzte modernster diagnostischer Verfahren: Röntgen, Computertomographie, Sonographie, Magen- und Darmspiegelung und vieles mehr. Auch die Nachbehandlung mit Krankengymnastik, Chemotherapie, Stomatherapie und regelmäßiger Tumor-

nachsorge erfolgt im eigenen Haus. In speziellen Fällen, zum Beispiel bei der Radiofrequenztherapie, arbeitet das Krankenhaus eng mit umliegenden Groß- und Universitätskliniken zusammen. Bei Bedarf planen die Ärzte gemeinsam mit den Patienten Anschlussheilbehandlungen, geriatrische Rehabilitationen, einen Pflegeplatz oder auch eine häusliche Versorgung durch eine Sozialberatung. elb

Kooperation mit Traumanetzwerk Saar-Lor-Lux-Westpfalz Die Unfallchirurgie des Evangelischen Krankenhauses ist rund um die Uhr für ihre Patienten da. Spezialist für Frakturen ist seit Oktober 2012 Oberarzt Dr. Steffen Heinzmannn. Der Mediziner arbeitet daran, die Unfallchirurgie in Zweibrücken weiter auszubauen. Ein Unfall kann jeden treffen, egal ob im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz, zu Hause oder beim Sport. Die Ärzte der Unfallchirurgie des Evangelischen Krankenhauses behandeln Knochenbrüche, führen Gelenkspiegelungen (Arthroskopie) von Schulter-, Knie- und Sprunggelenk durch und decken darüber hinaus den Bereich der Alterstraumatologie ab. Das Team des Evangelischen Krankenhauses um Chefarzt PD Dr. Dieter Birk qualifiziert sich wie alle Mitarbeiter der Klinik regelmäßig weiter, um auf dem neuesten medizinischen Stand zu sein.

Niedergelassene Orthopäden Darüber hinaus arbeitet die Abteilung mit Belegärzten (niedergelassenen Zweibrücker Orthopäden) zusammen. Oberarzt ist übrigens seit Oktober 2012 Dr. Steffen Heinzmann. Der 39-jährige Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin, Notfallmedizin und Handchirurgie arbeitete zuvor zehn Jahre an der Uniklinik Homburg, wo er zuletzt als Oberarzt tätig war. Zurzeit arbeitet er daran, die Unfallchirurgie in Zweibrücken weiter auszubauen und moderne Operationsverfahren einzuführen. Zusätzlich zur bisherigen Frakturversorgung der Klinik bietet er die Wirbelsäulenversorgung bei Osteoporose an (Frakturen an den Wirbelkörpern), teilweise auch Beckenchirurgie. „Wir machen prinzipiell alles bis auf die Behandlung von Schwerstverletzten, die so genannte PolytraumaVersorgung“, sagt Dr. Heinzmann und fügt hinzu: „Dennoch haben wir eine enge Kooperation mit dem Traumanetzwerk Saar-Lor-Lux-West-

pfalz, insbesondere mit der Uniklinik Homburg. Zurzeit planen wir die Zertifizierung, um in diesen Verbund von Kliniken, die in der Akutversorgung von Patienten tätig sind, aufgenommen zu werden“, verrät der Mediziner. Das Traumanetzwerk, eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), wurde im Jahr 2007 gegründet. Ziel ist es, durch strukturierte Vernetzungen von Krankenhäusern der Großregion die ungehinderte Schwerverletztenversorgung zu jedem Zeitpunkt verzögerungsfrei in Schwerpunktkliniken und Traumazentren sicherzustellen. Denn entscheidend für das Überleben und die spätere Lebensqualität eines Patienten nach einem Unfall ist die schnelle und präzise Diagnose der Verletzungen sowie deren bestmögliche Behandlung. Zudem ist Dr. Steffen Heinzmann als Durchgangsarzt berechtigt, Patienten nach Arbeitsunfällen zu versorgen. „Gewisse Operationen müssen allerdings in einer großen Klinik durchgeführt werden. Ich kann jedoch entscheiden, ob der Patient verlegt werden muss.“ Darüber hinaus engagiert sich Dr. Heinzmann als Ausbilder im Bereich Trauma-Management in der Weiterbildung von Notärzten

und Rettungsdienstmitarbeitern. „Hier geht es im Prinzip darum, für beide Berufsgruppen eine einheitliche Sprache zu finden, die es erlaubt, im Ernstfall gemeinsam genau das Richtige zu tun“, sagt Dr. Heinzmann und erklärt: „Dahinter verbirgt sich ein Kurskonzept, das die Versorgung schwerstverletzter Patienten in realistischen Teams anhand von Fallbeispielen trainiert und zwar nach klar vorgegebenen Strukturen. Das hilft, im Ernstfall die komplexen Therapieabläufe, die notwendig sind, innerhalb kürzester Zeit abzurufen und so eine optimale und schnellstmögliche Patientenversorgung sicherzustellen.“ Was Dr. Steffen Heinzmann im Übrigen besonders freue, sei, dass hier in Zweibrücken immer wieder Kinder aus Angola kostenlos chirurgisch behandelt würden. „Sie haben Knochenentzündungen aber auch andere Erkrankungen, die im Evangelischen Krankenhaus ganzheitlich therapiert werden“, erzählt der Unfallchirurg. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken, Obere Himmelsbergstraße 38, 66482 Zweibrücken, Telefon (0 63 32) 42 21 20, E-Mail i.sefrin@evkhzw.de

Oberarzt Dr. Steffen Heinzmann möchte die Unfallchirurgie in Zukunft weiter ausbauen. Foto: Wille

GEFÄSSCHIRURGIE

Hilfe bei Krampfadern Erkrankungen der Arterien, Venen und Lymphgefäße Ein Schwerpunkt der Chirurgie im Evangelischen Krankenhaus ist die Gefäßchirurgie. Diese befasst sich mit der Erkennung und der Behandlung von Erkrankungen der Arterien, der Venen und der Lymphgefäße. Verantwortlich für die Gefäßchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken ist Dr. Alfred Sifft. Er ist Chirurg, Gefäßchirurg und Phlebologe und leitet den Schwerpunkt seit 2001. Vor der Behandlung eines Patienten mit einer Erkrankung der Schlagadern oder der Venen erfolgt zunächst die Voruntersuchung in der Gefäßsprechstunde, einer Spezialsprechstunde für Patienten mit Arterien- und Venenerkrankungen. Hier werden mit modernsten Methoden die Erkrankungen der Venen und der Schlagadern untersucht. „Es gibt übrigens eine Kooperation mit der Uniklinik Homburg. So arbeiten wir gerade an einer gemeinsamen Zertifizierung als Gefäßzentrum“, erklärt Dr. Alfred Sifft. Eine der häufigsten Erkrankungen, die in der Abteilung behandelt wird, sind Krampfadern. Etwa ein Drittel der Bevölkerung leidet darunter, die Folge einer meist genetisch bedingten Bindegewebsschwäche, die zu einer Schädigung der Venenklappen führt. In gesunden Beinvenen unterstützen sie durch Öffnen und Schließen den Transport des Blutes aus den Beinen zurück zum Herzen. Bei einer Schädigung kommt es zu einem venösen Rückfluss, da die Klappen nicht mehr richtig schließen. Bleibt eine Therapie aus, müssen Betroffene im schlimmsten Fall mit bräunlichen

Oberarzt Dr. Alfred Sifft untersucht die Beine eines Patienten, der Probleme mit Krampfadern hat. Foto: elb

Hautveränderungen oder offenen Beinen rechnen. Zur Behandlung der Krampfadern, die im Evangelischen Krankenhaus seit 1982 durchgeführt wird, gibt es heute mehrere Therapieverfahren, unter anderem das Stripping (Ziehen) der Stammvenen. Neu hinzugekommen sind insbesondere die endovaskulären Therapieverfahren wie Radiofrequenztherapie (seit 2009) und die Lasertherapie (seit 2007). Bei der Radiofrequenztherapie (VNUS Closure Verfahren) wird die Vene am Unterschenkel freigelegt oder punktiert. Dann wird der Radiofrequenzkatheter bis kurz vor die Mündung der Stammvene in die tiefe Vene vorgeschoben. Die Katheterspitze wird mit Energie erhitzt. Dadurch kommt es zu einer „Verödung“ der Vene und somit zum Verschluss, der Rückstau des Blutes wird beendet. Mit dieser Methode erzielt man die selben guten Erfolge wie beim Stripping, der Heilungsprozess ist aber wesentlich schneller, da diese Methode zu guten

kosmetischen Ergebnissen mit minimalen oder keinen Narben, Blutergüssen oder Schwellungen führt. Die häufigste Ursache für ernsthafte Krampfadern ist eine Erkrankung der so genannten Stammvenen. Erstere mündet in der Leiste in die Vena femoralis und letztere in der Kniekehle in die Vena poplitea. In diesem Bereich liegen meist zwei Venenklappen. Wenn diese erkranken, kommt es zu einem Rückstau des Blutes über die Stammvenen in Richtung Fuß. Das Blut fließt statt zurück zum Herzen nach unten und muss über die tiefen Venen zusätzlich abtransportiert werden. Daher wird bei einem im Ultraschall deutlich sichtbaren Rückstau eine OP empfohlen. elb 쏆 Die Gefäßsprechstunde findet immer montags von 13 bis 17 Uhr und mittwochs von 11 bis 17 Uhr statt. Anmeldung von 8 bis 17 Uhr unter der Tel. (0 63 32) 42 21 25 oder mündlich in de Chirurgischen Ambulanz im 1. Stock.


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Chirurgie!

Die Ärzte der Chirurgie bieten ein breites Spektrum der operativen und konservativen Behandlung nach modernsten medizinischen Standards an. Chefarzt ist Privatdozent Dr. Dieter Birk.

ADIPOSITASCHIRURGIE

Sebastian Holländer hat bei Dr. Birk seine Doktorarbeit geschrieben.

Medizinischer Nachwuchs Das Evangelische Krankenhaus, insbesondere die Chirurgische Abteilung, hat es schon lange geschafft, Fachärzte in allen Spezialgebieten der Chirurgie ausbilden zu können. „Das macht uns in Zeiten des Nachwuchsmangels natürlich attraktiver für junge Ärzte“, sagt Dr. Dieter Birk. „Als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung ist es für uns wichtig, die breite Gesundheitsversorgung der Patienten bis auf wenige Gebiete voll abdecken zu können. Mit der Uniklinik Homburg gibt es schon länger Kooperationen, nicht erst seit der Anerkennung als Lehrkrankenhaus. Wir sind also gut vernetzt und breit aufgestellt.“ Einer der jungen Nachwuchsärzte, der erst im vergangenen Jahr seine Doktorarbeit fertiggestellt hat, ist Sebastian Holländer. Der Zweibrücker hat in Homburg und Köln studiert. Für seine Doktorarbeit war er in seine Heimatstadt zurück gekommen. „Gerade im Fach Chirurgie ist es für einen jungen Mediziner unheimlich wichtig, dass man jemanden hat, der einen fördert und fordert. Diesbezüglich fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben“, sagt er. „Ich kannte übrigens das Haus von einem früheren Praktikum her und wusste schon, dass man hier sehr viel lernen kann. Das ist nicht selbstverständlich“, erklärt er. „Man traut mir was zu und ich bekomme viel erklärt, die ganze Bandbreite der Chirurgie, das gefällt mir.“ Wie sein Doktorvater Dr. Birk möchte er Viszeralchirurgie machen. elb

Experten im Kampf gegen die Pfunde Kompetenzzentrum Adipositaschirurgie Das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken ist als „Kompetenzzentrum Adipositas-Chirurgie“ spezialisiert auf stark übergewichtige Patienten. Dazu bedarf es eines Expertennetzwerkes, innovativer Operationsmethoden und ganz viel Erfahrung. Nach wie vor nehmen Übergewicht und Adipositas in Deutschland weiter zu. Mehr als jeder Zweite leidet darunter. Längst hat auch die Bundesregierung reagiert und mit einem nationalen Aktionsplan auf das immer größer werdende medizinische Problem geantwortet. Dabei setzt die Politik auf die Aufklärung und die Motivation des Betroffenen, etwas gegen seine Pfunde zu unternehmen. Nach Meinung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft ist der Einzelne damit aber überfordert. An dieser Stelle setzen die Kompetenzzentren an, die mit ihrem Netzwerk, bestehend aus Chirur-

gen, Gastroenterologen, Hausärzten, Psychologen, Ernährungsexperten und Selbsthilfegruppen im Kampf gegen das Übergewicht nachhaltig Erfolge erzielen können. „Die Chirurgie der Adipositas selbst ist eingebettet in ein ganzes Behandlungskonzept. Nur so kann am Ende der ersehnte Therapie-Erfolg, die Gewichtsreduktion, erreicht werden“, betont Privatdozent Dr. Dieter Birk. Der Mediziner hat die Zertifizierung des Krankenhauses zum Kompetenzzentrum Adipositas-Chirurgie maßgeblich vorangetrieben. Als er 2001 nach Zweibrücken kam, führte er die ersten bariatrischen Operationen (Gewichtsreduktion durch Operation) durch. 2004 wurde eine Selbsthilfegruppe gegründet, die sich jeden letzten Montag im Monat um 18 Uhr im Evangelischen Krankenhaus trifft. 2005 kam die Unterstützung der Gastroenterologen hinzu. Chefarzt Dr. Peter Schiedermeier und sein

Team befassen sich mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit ihm verbundenen Organe. Ohne sie geht es nicht. 2007 wurde das Netzwerk durch die Gründung der Sektion Plastische Chirurgie sowie die Einführung einer speziellen Diätberatung durch eine Ökotrophologin komplettiert.

Operations-Methoden In der Adipositas-Chirurgie gibt es eine Reihe von Operations-Verfahren: Neben der Magenband-Operation gibt es zum Beispiel den Schlauchmagen, eine Verkleinerung des Magenvolumens. Bei der meist minimalinvasiven Operation werden über vier Fünftel des großen gewölbten Magenteils entfernt, so dass ein schlauchförmiger Restmagen übrig bleibt. Durch die Entfernung werden hormonproduzierende Zellen, die bei

Chefarzt PD. Dr. Dieter Birk ist Spezialist für Viszeralchirugie. Foto: EVKH

der Entstehung von Fettleibigkeit eine wichtige Rolle spielen, mit beseitigt und das Magenvolumen auf 150 bis 200 Milliliter reduziert. Somit können nur sehr geringe Nahrungsmengen zugeführt werden, und der Patient nimmt ab. Als sanfte Methode, das Magenvolumen zu verringern, gilt der Magenballon. Darüber hinaus gibt es den MagenBypass. Während Magenband, Ballon und Schlauchmagen die Nahrungszufuhr begrenzen sollen (man spricht von restriktiven Techniken), steht bei den verschiedenen MagenDarm-Bypass-Techniken zusätzlich eine malabsorptive Wirkung, also eine Einschränkung der Verstoffwechselung der zugeführten Nahrung, im Vordergrund. Die Entscheidung für eine adipositaschirurgische Operation und die Wahl der Operationsmethode

hängt von vielen Faktoren ab wie Essverhalten (Sweeter, Mengenesser), Nebenerkrankungen und Lebenssituation (Beruf), Voroperationen und dem Body-Mass-Index. Auch der persönliche Wunsch des Patienten spielt sicherlich eine Rolle. Die Auswirkungen einer bereits geringen Gewichtsreduktion auf Begleitund Folgeerkrankungen sind übrigens immens. Insbesondere Diabetiker profitieren schon von einer geringen Gewichtsreduktion. So wurde in mehreren Studien gezeigt, dass Patienten mit der Adipositas Begleiterkrankung Diabetes Typ 2 nach der OP weder Insulin noch Diabetes-Medikamente benötigten. Die Betreuung der Patienten endet natürlich nicht mit der Operation. Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg ist eine sorgfältige Nachbetreuung. elb

Titanperlen mit Magnetkern bei Sodbrennen Neues Operationsverfahren schafft deutliche Linderung bei Reflux-Erkrankungen Als eine der ersten Kliniken in Deutschland hat das Evangelische Krankenhaus 2011 ein innovatives medizintechnologisches Verfahren zur Behandlung der gastroösophagealen Reflux-Erkrankung (GERD) eingeführt, die sich durch chronisches Sodbrennen und häufiges Aufstoßen äußert: das LINX® Reflux Management-System. „Bei dem innovativen Verfahren wird ein kleiner, flexib-

ler Ring aus miteinander verbundenen Titanperlen mit Magnetkern direkt oberhalb des Magens um die Speiseröhre gelegt“, erklärt PD. Dr. Dieter Birk. Die Anziehungskraft zwischen den Magneten hält den unteren Teil der Speiseröhre geschlossen, um einen Rückfluss von Magensäure und Galle, den so genannten Reflux, zu verhindern. „Das System stellt eine vollkommen neue Behandlungsmög-

lichkeit für Menschen dar, deren Symptome sich mit Medikamenten nicht gut kontrollieren lassen, die sich aber keiner komplexeren Operation unterziehen möchten“, sagt Dr. Birk. Die Implantation dauert weniger als eine Stunde. Der Patient kann sofort wieder richtig schlucken, sich am nächsten Tag wieder normal ernähren und innerhalb einer Woche seine gewohnten Aktivitäten aufnehmen. „Die

Refluxtherapie befreit Patienten relativ unkompliziert und dauerhaft von den unangenehmen Symptomen. Die Lebensqualität nimmt wieder deutlich zu”, betont Dr. Birk. Eine Folgestudie belegt eine ausgezeichnete Linderung der GERDSymptome und einen deutlich reduzierten Säure- Rückfluss. Das zeigen 86 Prozent der Patienten, die zwei Jahre nach der Implantation ihre Me-

dikamente gegen GERD vollständig abgesetzt hatten. In Deutschland leiden etwa 30 Prozent unter Sodbrennen. Weitere Beschwerden sind Halsentzündungen, Husten und Brustschmerzen. Selten kann die Erkrankung auf eine bestimmte Ursache zurückgeführt werden. Als Risikofaktoren gelten jedoch Alkoholkonsum, Übergewicht, fetthaltige Ernährung und schlechte Körperhaltung. elb

HÄMORRHOIDEN

Fortbildungsplan Chirurgie Allgemein: Verhalten im OP, Händedesinfektion, Sterilität, Nahtkurs, Wundversorgung, Gipskurs Viszeralchirurgie: Hernienchirurgie, Kolonchirurgie, Tumore, Chirurgie der Gallenwege und Pankreas, Proktologie Unfallchirurgie: Prinzipien der Frakturversorgung, Femurfrakturen, arthroskopische Verfahren /Knie/Schulter) Gefäßchirurgie: Gefäßnotfälle, Aneurysmen der Aorta, arterielle Verschlusskrankheit der unteren Extremität, Varikose, operative Verfahren Gilt für alle Fachbereiche: Für die PJ-Studierenden sind zusätzlich im Umfang von 60 Minuten/Woche Lehrveranstaltungen im Sinne einer „Klinischen Konferenz“ abzuhalten. Ziel dieser Konferenzen ist die Vertiefung der im Rahmen der praktischen Ausbildung kennengelernten Krankheitsbilder und nicht die Abhandlung des gesamten Faches in Form einer systematischen Vorlesung. Die Studierenden haben die Gelegenheit, an der Gestaltung dieser Konferenzen mitzuwirken, (z.B. durch Vorstellung eigener Patientenfälle). Die genannten Lehrveranstaltungen können für alle PJ-Studierenden gemeinsam angeboten werden. Die Studierenden sind für die Dauer dieser Lehrveranstaltungen von den Aufgaben auf Station freizustellen.

Sanfte Alternative zu den herkömmlichen OP-Verfahren Kaum einer spricht darüber, doch fast jeder zweite Erwachsene leidet irgendwann unter schmerzhaften Hämorrhoiden. Dabei ist es wichtig, sich frühzeitig professionelle Hilfe zu suchen. Die Behandlungsmethoden waren bisher schmerzhaft und langwierig. Die Operationsverfahren zielten darauf ab, die Hämorrhoiden herauszuschneiden. Doch jetzt arbeitet das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken mit einer innovativen, schmerzarmen und sanften Alternative zu den herkömmlichen OPVerfahren. Je nach Stadium des Hämorrhoidenleidens gibt es zwei Methoden: HAL und RAR, beide minimal-invasiv, also organschonend. Bei der HAL werden die Gefäße mittels eines speziellen Untersuchungsendoskops mit integriertem DopplerUltraschallgerät im hinteren Teil in einer schmerzfreien Zone des Enddarms lokalisiert, vom Chirurgen abgebunden und die Fadenenden verknotet. Dadurch sinkt die Blutzu-

Chefarzt Dr. Dieter Birk.

fuhr, die Hämorrhoiden werden kleiner und verschwinden nach einiger Zeit. RAR kommt bei weit fortgeschrittenen Hämorrhoidenleiden zur Anwendung. Ebenfalls von innen wird an einer schmerzunempfindlichen Stelle ei-

Foto: elb

ne fortlaufende Naht gemacht. Durch das Zusammenziehen der Enden entsteht ein Lifting-Effekt, der die Hämorrhoidalpolster wieder an die richtige Stelle setzt. Das Gewebe vernarbt und fügt sich wieder in das Enddarmgewebe ein. elb


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LEHRKRANKENHAUS ZWEIBRÜCKEN

Innere!

Die Abteilung für Innere Medizin des Evangelischen Krankenhauses vereinigt die Schwerpunkte Kardiologie, Pneumologie und Angiologie. Chefarzt ist Dr. med. Matthias Stopp.

INNERE ABTEILUNG

CHEFARZT DR. MATTHIAS STOPP

Spezialisten für Herz und Lunge

„Wir sind ein sehr aktives Krankenhaus“

Von der Prävention bis zur intensivmedizinischen Therapie Die Abteilung für Innere Medizin bietet den Patienten des Evangelischen Krankenhauses die gesamte Breite der Inneren Medizin bei allen internistischen Erkrankungen. Dies beginnt beispielsweise bei einem banalen grippalen oder Harnwegsinfekt und reicht bis zur hochspezialisierten Intensivmedizin. Um dem rasant wachsenden Wissen in allen Teilgebieten der Inneren Medizin Rechnung zu tragen, orientieren sich die Mediziner des Evangelischen Krankenhauses mit ihren spezialisierten Leistungen insbesondere an den häufigsten Krankheitsbildern unserer westlichen Industrienation Deutschland. Dies sind vor allem die Teilgebiete der Kardiologie, Pneumologie, Angiologie, Gastroenterologie, Endokrinologie oder Diabetologie. Unter den weltweit häufigsten Todesursachen stehen in der Rangliste bis Platz sieben insgesamt sechs Erkrankungen die Herz und Lunge betreffen. Dies sind Herzkranzgefäßerkrankungen, Schlaganfall, Lungenentzündung, chronisch Obstruktive Bronchitis („COPD“), Tuberkulose und Lungenkrebs. Das Evangelische Krankenhaus will einen Beitrag dazu leisten, die Menschen vor diesem Schicksal zu bewahren. Hierzu wurde in der Abteilung für Innere Medizin ein spezialisiertes und erfahrenes Team aufgebaut. Die Ziele reichen von der Prävention bis zur intensivmedizinischen Therapie der genannten, aber auch seltener Erkrankungen von Herz, Lunge, Kreislauf und Gefäßen. Dabei zeichnet sich die Abteilung vor allem durch ihre Interdisziplinarität aus. „Wir reduzieren unsere Patienten nicht auf ein Krankheitsbild. Viel-

Regelmäßig bietet das Evangelische Krankenhaus Informationsveranstaltungen an, darunter Patientenveranstaltungen, die sich insbesondere an interessierte Laien richten. Es finden aber auch Vorträge und Symposien statt, die wissenschaftlich orientiert und daher speziell für Ärzte und Fachleute konzipiert sind. „Unser Kardio-Symposium zum Beispiel, für das wir jedes Jahr renommierte Referenten aus ganz Deutschland gewinnen können, wird höchsten wissenschaftlichen Standards gerecht. Die Besucher-

zahl liegt hier inzwischen bei bis zu 200 Teilnehmern“, betont Chefarzt Dr. Matthias Stopp und fügt hinzu: „Mit den Symposien verfolgen wir das Ziel, unsere Arbeit zu reflektieren und stets den aktuellen Stand der Wissenschaft in unsere Arbeit zu integrieren. Auch geht es darum, Wissenschaft und medizinische Praxis miteinander zu verknüpfen. Das führt dazu, dass wir ein großes Renommee haben, was für die Studenten sehr wichtig ist und wovon letztendlich natürlich auch unsere Patienten profitieren.“ Umso mehr freut es den Mediziner, dass das Evangelischen Kranken-

haus nun Akademisches Lehrkrankenhaus der Uniklinik ist. „Es ist eine Anerkennung unserer guten, medizinischen Versorgung, wenn die Uniklinik ihre angehenden Ärzte kurz vor Ende ihrer Ausbildung zu uns schickt, um ihr praktisches Handwerkszeug zu erlernen“, betont Dr. Stopp. Umgekehrt sei es für das Krankenhaus und die Mitarbeiter eine Verpflichtung, nach den neuesten medizinischen Standards zu arbeiten. „Das gilt sowohl für die Untersuchungstechniken (Erhebung der Krankengeschichte, Patientengespräche etc.) als auch für die technischen Untersuchungen. Was ich aber betonen möchte, die Studenten sind nicht dazu da, die Patienten zu versorgen sondern um etwas zu lernen.“ elb

Chefarzt Dr. Matthias Stopp im Gespräch mit einer Patientin. Foto: Wille

mehr können unsere Spezialisten jederzeit auf das Know-how der anderen Kollegen zurückreifen, was im Ergebnis zu einer optimalen Diagnosefindung mit individuellen Therapieund Behandlungsmöglichkeiten führt“, sagt Chefarzt Dr. Matthias Stopp. Kardiologie: Kardiale Ultraschalldiagnostik mittels transthorakaler, transösophagaler und Stressechokardiographie; Diagnostik und Therapie von bradykarden und tachykarden Herzrhythmusstörungen (Schrittmacher einschließlich telemedizinischer Überwachung, Elektrotherapie); Langzeit-Blutdruckmessung; Punktion und Drainagetherapie von Herzbeutel- und Rippenfellerkrankungen; Medizinische Therapie der moderaten Herzinsuffizienz bis zur intensivmedizinischen Schocktherapie mittels intraaortaler Ballongegenpulsation; Zertifizierte Patientenschulungen zur Selbstmessung für Patienten mit oraler Gerinnungshemmung; Screening auf schlafbezogene Atmungsstörungen bei fortgeschrittener Herzkrankheit und Ab-

klärung unklarer Bewusstlosigkeit. Angiologie: Ultraschalldiagnostik von Thrombosen, Venenentzündungen und Krampfadern sowie peripheren arteriellen Gefäßerkrankungen; Duplexuntersuchungen der Halsgefäße; Funktions- und Belastungstests sowie Trainingsanleitung bei Herz-, Gefäß- und Lungenkrankheiten; Akutdiagnostik und -therapie (Stroke-Unit-Konzept), frühzeitige teamorientierte Mobilisation/Rehabilitation bei Schlaganfall. Pneumologie/Allergologie: Bodyplethysmographie, Blutgasanalysen und Diffusionskapazitätsmessung zur Lungenfunktionsdiagnostik, Spiroergomerie (Laktattest) mit Fahrrad oder Laufbandbelastung, Flexible Bronchoskopie zur Diagnostik und Therapie pulmonaler Erkrankungen, Diagnostik und Therapie bei allergischen Erkrankungen, insbesondere Asthma bronchiale, Beratung und Therapie bei Tabakabhängigkeit (Raucherentwöhnungskurse), Sauerstoff-Langzeittherapie, Weaning und nichtinvasive (Heim-) Beatmung, Diagnose und Therapie bei Tuberkulose inklusive Tuberkulinhauttests. red

Fortbildung PJ Studenten Innere Medizin Kardiologie: 폷 EKG fürs PJ, Herzrhythmusstörungen 폷 Herz-Kreislaufstillstand und kardiopulmonale Reanimation 폷 Erworbene Herzklappenfehler, Erkrankungen des Endokards, Herzinsuffizienz, koronare Herzkrankheit, arterielle Hypertonie 폷 Synkope, Schwindel, Schock, pulmornale Hypertonie Angiologie: 폷 Erkrankungen der Arterien 폷 Zerebrovaskuläre Insuffizienz und Apoplex 폷 Thrombophlebitis, tiefe Venenthrombose (Phlebothrombose) Pneumologie: 폷 Respiratorische Insuffizienz, Asthma bronchiale, COPD 폷 Pneumonien, Tuberkulose, Pleuraerkrankungen, Pneumothorax 폷 Interstitielle Lungenerkrankungen und Lungenfibrosen, Schlafapnoe, Lungenkarzinom

HERZKATHETERLABOR

Herz-Experte im MVZ-Team Leistungsstarke Diagnostik und Therapie von Herz-Kreislauferkrankungen Das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken verfügt seit Oktober über ein hochmodernes Angiographiegerät zur Darstellung von Herzkranzgefäßen, peripheren Gefäßen für die Blutzufuhr außerhalb des Herzens und von Gallengängen. Damit steht im Krankenhaus am Himmelsberg eine der weltweit modernsten Anlagen bereit. Herz-Kreislauf-Erkrankungen – insbesondere die Koronare Herzkrankheit – gehören zu den häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Deutschland. Ursache sind in der Regel Verengungen oder ein Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße. Am Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken steht mit dem Linksherzkathetermessplatz für die Versorgung von Patienten mit solchen Problemen nun eine der weltweit modernsten Anlagen bereit, die sich durch eine deutlich reduzierte Strahlenbelastung im Vergleich zu herkömmlichen Modellen auszeichnet. So können in Kooperation mit dem Medizinischen Ver-

sorgungszentrum (MVZ) Stopp und Kollegen zukünftig Katheteruntersuchungen in den Räumen des Evangelischen Krankenhauses durchgeführt werden. „Mit der Möglichkeit der Herzkatheteruntersuchung an unserem Krankenhaus wird die Bandbreite der diagnostischen und therapeutischen Leistungen auf dem Gebiet der HerzKreislauf-Erkrankungen deutlich verbessert“, betont Dr. Matthias Stopp, Chefarzt Innere Medizin/Kardiologie am Evangelischen Krankenhaus. „Die Herzkranzgefäße können nicht nur exakt dargestellt, sondern bei Bedarf auch erweitert oder mit einem Stent versorgt werden.“

Herzkatheteruntersuchung „Die Herzkatheteruntersuchung wird heutzutage vor allem zur Darstellung der Herzkranzgefäße genutzt“, erklärt PD Dr. Michael Kirstein vom MVZ, der zukünftig seine Patienten im Evangelischen Krankenhaus kathetern wird. Bislang hat er die Untersuchungen an

der Uniklinik Homburg durchgeführt. Eine Spezialität des Kardiologen ist es, den Zugang über den Unterarm zu legen, was für den Patienten sehr viel sicherer und schonender ist. „Die Herzkranzgefäße versorgen den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut und sind dabei über das ganze Herz verteilt. Da sich das Herz dauernd bewegt, gelingt die Darstellung auch mit modernen Verfahren wie Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) immer noch nicht so gut wie mit dem Ende der 1950er Jahre entwickelten Linksherzkatheter“, erklärt der Mediziner. Seitdem habe sich an dem Verfahren grundsätzlich nichts geändert, nur seien sehr viel dünnere und trotzdem stabilere Katheter entwickelt worden mit entsprechend geringeren Risiken bei der Durchführung der Untersuchung. Ein Katheter wird übrigens nach örtlicher Betäubung und Einlegen einer kleinen Hülse in eine Schlagader in der Leiste, am Handgelenk oder in der Ellenbeuge zum Herzen geschoben.

Dort kann ein Kontrastmittel direkt in eines der Herzkranzgefäße gespritzt werden, um dieses im Röntgenbild überhaupt erst sichtbar zu machen. Michael Kirstein: „Findet man dabei Engstellen, können diese mittels Ballon (seit 1977) oder zusätzlich Stents (seit 1986) beseitigt werden, es sei denn die Anzahl oder Lage der Engstellen macht eine Bypass-Operation notwendig.“ Zur Komplettierung der Untersuchung werde oft noch ein Katheter in die linke Herzkammer gebracht und diese dargestellt. Dabei komme es dann zu dem bekannten Wärmegefühl durch die etwas größere in kurzer Zeit eingespritzte Kontrastmittelmenge. Nach der Untersuchung werde der Katheter entfernt und die Einstichstelle verschlossen. „Da über eine Schlagader mit hohem Blutdruck vorgegangen wurde, muss anschließend im Regelfall noch ein Druckverband angelegt werden. Je nach genutztem Zugang ist danach eine unterschiedlich lange Bettruhe notwendig“, betont der Kardiologe.

PD Dr. Michael Kirstein im neuen Linksherzkatheterlabor.

Unerfreulicherweise nehmen die Erkrankungen der Herzkranzgefäße immer mehr zu, was zu Beschwerden wie Angina pectoris (Brustenge) oder gar zu Herzinfarkten führt, so dass deswegen auch eine steigende Anzahl von Herzkatheteruntersuchungen notwendig wird. Daneben werden noch Katheteruntersuchungen wegen Klappenerkrankungen des Herzens durchgeführt, aber meistens erst dann, wenn aufgrund von Untersuchungen wie Herzultraschall (Echokardiographie) wahrscheinlich ist, dass eine operative Therapie notwendig ist. Das neue Angiographiegerät ist im Übrigen für alle Gefäßdarstellungen

Foto: Beduhn

geeignet, weshalb es die Gefäßchirurgen des Evangelischen Krankenhauses zukünftig für die Darstellung und Behandlung der Arterien nutzen, die Gastroenterologen für die Behandlung von Gallenwegs- und Lebererkrankungen. „Das neue Angiographiegerät bedeutet eine unglaubliche Qualitätssteigerung in der Behandlung von Gefäßerkrankungen“, freut sich Chefarzt Dr. Peter Schiedermeier, der die neue Technik auch für das Einsetzen von Drainagen und Stents in den Verdauungsorganen einsetzen wird. „Wir können zum Beispiel Gallensteine behandeln, aber auch Gallenwegs- und Lebertumore“, betont der Chefarzt. PR/elb


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07

Schlaflabor!

Jeder vierte Mensch leidet unter gravierenden Schlafstörungen, welche die Gesundheit gefährden und die Lebensqualität reduzieren. Hilfe erhalten Betroffene im Schlaflabor des Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken.

SCHLAFLABOR

Sekundenschlaf in der Schlafmedizin Schlafprobleme können viele Ursachen haben - Im Schlaflabor geht man ihnen auf den Grund Besonders beim Autofahren fürchten Menschen das Problem des Sekundenschlafes. Man fährt und bemerkt plötzlich, dass man gerade kurzfristig geschlafen hat, oder man erinnert sich nicht daran, wie man die letzten Meter oder gar Kilometer gefahren ist. Etwa 20 Prozent aller Verkehrsunfälle sind auf Müdigkeit zurückzuführen. Viele kennen das Problem des „Sekundenschlafes“, gehen diesem aber nicht weiter nach. Dabei ist in 20 Prozent der Verkehrsunfälle Sekundenschlaf die Ursache. Einfache Fragen und eine weiterführende Diagnostik im Schlaflabor können dem Problem auf den Grund gehen und am Ende sogar Leben retten. In der Schlafmedizin werden die Begriffe Müdigkeit und Tagesschläfrigkeit unterschieden. Von Müdigkeit spricht man in der Regel bei zu wenig Schlaf, von dem Gefühl der Erschöpfung. Tagesschläfrigkeit bedeutet eine erhöhte Einschlafneigung bei nicht erholsamen Schlaf, ohne psychische Störungen. Ursachen eines nicht erholsamen Schlafes können vielfältig sein: Ein- und Durchschlafstörungen, schlafbezogene Atemstörungen wie Schnarchen und Atempausen, Bewegungsstörungen im Schlaf (RestlessLeg-Syndrom), Schlafstörungen bei Schichtarbeit, Albträume und vieles mehr. Wichtig in der Diagnostik solcher Krankheitsbilder ist zunächst eine schlafbezogene Anamnese. Häufig geben die Beobachtungen der Partner die entscheidenden Hinweise („mein Mann schnarcht wie verrückt“, „wenn mich meine Frau nicht ständig in die Rippen boxen würde, könnte ich endlich mal richtig schlafen“). Zudem können auch ein Schlaftagebuch und spezifische Fragebögen behilflich sein. Dies geschieht zum Teil bereits beim Hausarzt und wird in Schlaflaboren standardmäßig erfasst. „Neben der ausführlichen schlafbezogenen Anamnese ist der Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit, die so genannte ,Epworth Sleeping Scale’ (ESS), ein häufig angewandter Test (siehe Schaubild)“, erklärt Dr. Matthias Stopp. „ Ab einem Punktwert von mehr als zehn

Ein Teil des Schlaflabor-Teams des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken mit Dr. Dominik Legner, Kathrin Krause, Gaby Loy, Dr. Matthias Stopp und Dr. Karl Bruck (von links). Foto: pma/voj

sollten weitere Untersuchungen erfolgen.“ Eine hierfür zentrale Untersuchung ist die Polysomnographie in einem Schlaflabor. Neben der Abklärung einer bestehenden Tagesschläfrigkeit hat die Untersuchung im Schlaflabor einen weiteren Stellenwert bei der Behandlung von Patienten mit arterieller Hypertonie, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen sowie Herzinsuffizienz Acht bis zehn Patienten werden jede Woche im Schlaflabor des Evangelischen Krankenhauses untersucht. Unter der Teamleitung von Gaby Loy erfolgen während der ganzen Nacht die Aufzeichnung verschiedener Körperfunktionen wie Hirnströme, Augenbewegungen, Atmung, Muskelspannung oder Sauerstoffsättigung des Blutes. Aufgrund dieser Messwerte kann am Morgen danach ein sehr genaues Schlafprofil erstellt werden. Die Oberärzte Dr. Karl Bruck und Dr. Dominik Legner sowie Chefarzt Dr. Stopp werten die Ergebnisse aus und besprechen mit den Patienten die Befunde. Zeigt sich dabei eine behandelbare Grunderkrankung wie das obstruktive Schlafapnoe- Syndrom, das häufig mit nächtlichem Schnarchen und Atemaussetzern sowie einer erhöhten Tagesschläfrigkeit einhergeht, wird in der Folgenacht bereits eine Therapie mit einem schuhschachtelgroßen Schlafapnoe-Gerät eingeleitet. Hierbei wird von dem Gerät über einen Schlauch und eine Maske ein Luftstrom appliziert, der wie ein „Luft-

polster“ die oberen Atemwege offen hält. Häufig berichten die Patienten bereits am Folgetag über einen deutlich ruhigeren Schlaf und fühlen sich fitter. Manchmal sind noch weitere Anpassungen dieser Beatmung nötig, weshalb auch mal mehrere Nächte erforderlich sind. Gerade in Bezug auf die Verkehrssicherheit und Fahrtauglichkeit kommt der Untersuchung und Therapieeinleitung eine besondere Bedeutung zu. Ein durch Schläfrigkeit verursachter Unfall gilt als grobe Fahrlässigkeit und kann mit einer Ordnungsstrafe belegt werden. Zur Objektivierung einer Besserung der Tagesschläfrigkeit unter Therapie verfügt das Evangelische Krankenhaus über ein Testmodul, den sogenannten Vigilanztest. Hierbei handelt es sich um ein computergestütztes System, bei dem unter Monotoniebedingungen die Aufmerksamkeit und Reaktionszeit getestet wird (siehe Bild). Bereits nach zwei bis

Beim Vigilanztest handelt es sich um ein computergestütztes System, bei dem unter Monotoniebedingungen die Aufmerksamkeit und Reaktionszeit getestet wird. Foto: pma/mw

vier Wochen Therapie kann damit eine Fahrtauglichkeit in Verbindung mit zusätzlichen Erhebungen wieder ausgesprochen werden. Dr. Dominik Legner: „Es zeigt sich, dass der Schlafmedizin, insbesondere den Aufgaben des Schlaflabors des Evangelischen Krankenhauses, eine große Bedeutung zukommt. Zudem ist davon auszugehen, dass in unserer Region sicher noch eine große Dunkelziffer nicht erkannter und behandelbarer Schlafstörungen vorliegt“, vermutet er. Wer bei sich selbst ähnliche Probleme entdeckt, wendet sich bitte an seinen Hausarzt, der weitere Schritte und gegebenenfalls eine Einweisung in ein Schlaflabor veranlassen kann. PR 쏆 Evangelisches Krankenhaus in Zweibrücken, Telefon (0 63 32) 42 21 00, E-Mail an laborenz@evkhzw.de

HINTERGRUND Schlafstörungen sind vielfältig. Man unterscheidet schlafbezogene Atmungsstörungen, Zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen (wie bei Schichtarbeit oder Jetlag), Parasomnien (z. B. Schlafwandeln, Pavor nocturnus, Albträume), schlafbezogene Bewegungsstörungen (z.B. Restless-Legs-Syndrom, Zähneknirschen), und andere Schlafstörungen (z. B. umweltbedingte Schlafstörung, Lärm). Generell sollte man vor dem Schlafengehen weder Rauchen noch Kaffee oder Alkohol trinken. Sport hingegen ist gut, auch sollte das Schlafzimmer kühl, dunkel sein und wenig Störgeräusche entfalten. Auch sollte man sich nicht mit vollem Magen ins Bett legen.

Neben der ausführlichen schlafbezogenen Anamnese ist der Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit, die sogenannte ,Epworth Sleeping Scale’ (ESS), ein häufig angewandter Test. Ab einem Punktwert von mehr als zehn sollten weitere Untersuchungen erfolgen.

KARDIOLOGIE

Herz muss im Rhythmus bleiben Um seine Funktion als Pumpe optimal zu erfüllen und den Blutkreislauf aufrecht zu erhalten, ist es wichtig, dass das Herz in einem regelmäßigen – nicht zu schnellen und nicht zu langsamen – Rhythmus schlägt. Bei manchen Patienten ist dieser Rhythmus gestört, entweder zu langsam, oder das Herz setzt sogar für einige Schläge aus. Solche Störungen können zufällig bei einer EKG-Untersuchung festgestellt werden oder machen sich durch Symptome wie Schwindel und kurzzeitiger Bewusstseinsverlust bemerkbar. In solchen Fällen empfiehlt sich die Implantation eines Herzschrittmachers. Dieses kleine Gerät kann verschiedenartige Störungen im elektrischen Leitungssystem des Herzens beheben, in dem es bei Bedarf einen elektrischen Impuls abgibt, der den Herzmuskel wieder in den richtigen Takt bringt. Dabei gibt es für ver-

schiedene Herzrhythmus-Probleme verschiedene Herzschrittmacher. Um den Vorhof zu stimulieren setzt der Arzt einen Herzschrittmacher unter die Haut. Von dort führen je nach Störung ein oder zwei dünne Elektrodenkabel über die Vene direkt in das Herz und werden hier im Muskelgewebe von Vorhof oder Kammer verankert. Über diese Kabel erhält das Aggregat Informationen über den Herzrhythmus. Wird eine Unregelmäßigkeit festgestellt, werden über die Elektroden elektrische Impulse zum Herzen gesandt. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, unerklärlichen Bewusstseinsstörungen und immer wiederkehrenden Phasen von Herzklopfen und Herzrasen auf den Grund zu gehen. Hierzu wird ein Ultra-Langzeit-EKG – auch Loop-Recorder oder Event-Recorder genannt – mit einem kleinen Schnitt unter der Haut platziert. elb

LABOR

(Lebens)-wichtige Blutuntersuchungen Ergebnisse tragen maßgeblich zur Diagnosestellung bei Laboruntersuchungen stellen im Krankenhaus eine bedeutende und nicht mehr wegzudenkende Komponente dar. Die dabei erzielten Ergebnisse sind wesentliche Voraussetzung für Diagnose und Therapie. Da sich die Anzahl der nachweisbaren Substanzen in Blut und Harn in den vergangenen Jahren deutlich erhöht hat, bedarf es in der Labordiagnostik einer innovativen Laborausstattung, so dass das Evangelische Krankenhaus Zweibrücken mit hoch technisierten Analyseautomaten ausgestattet ist. Die Hauptaufgabe des Labors ist es, Körperflüssigkeiten wie Blut oder Urin zu untersuchen, um dem Arzt in

kürzester Zeit Befunde liefern zu können. Es trägt so maßgeblich zur Diagnosestellung bei. 24 Stunden ist das Laborteam vor Ort, um schnell und zu jeder Tages- und Nachtzeit Analysen an die behandelnden Ärzte weitergeben zu können. Auch die Bestimmung der Blutgruppe wird hier vorgenommen sowie Blutuntersuchungen zur Herzinfarkt-Diagnostik für die Chest Pain Unit der Kardiologie. Hier ist das Labor in der Lage, in kürzester Zeit die entsprechenden Parameter zu liefern. Die Mikrobiologie bekommt im Laborbereich einen immer höheren Stellenwert. Die neuesten Erkenntnisse der Krankenhaus-Hygiene finden im Labor

Anwendung, zum Beispiel beim Screening mehrfach resistenter Keime (MRSA). Per Comuter ist das Labor mit allen Stationen im Haus vernetzt. So können Befunde schnell übermittelt werden. Darüber hinaus kann zum Beispiel mittels Bestimmung des PCT (Procalcitonin), einem Entzündungswert, rasch zwischen bakterieller, viraler oder auch rheumatischer Entzündung unterschieden werden. Dies macht möglich, Patienten auch ambulant führen zu können. Spezielle Schnelltests ermöglichen zudem eine differenzierte Therapie. Geleitet wird das Labor-Team von Ronny Dejon und Gabriele Dittmar. elb/sli

Die beiden Laborleiter Ronny Dejon und Gabriele Dittmar mit ihrem Team. Foto: mw


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Innere!

Gastroenterologie, Hepatologie, Nephrologie, Endokrinologie und Diabetologie: Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit ihm verbundenen Organe. Chefarzt ist Dr. Peter Schiedermaier.

GASTROENTEROLOGIE

Moderne Medizin im Kampf gegen Magen-Darm-Erkrankungen Die Abteilung Gastroenterologie der Inneren Abteilung des Evangelischen Krankenhauses steigend. Rund 30 000 Menschen sterben jährlich daran, dabei kann man dies so leicht verhindern – mit einer kostenlosen Darmspiegelung. Denn Darmkrebs entsteht aus zunächst harmlosen Polypen.

Die Gastroenterologie befasst sich mit Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie der mit ihm verbundenen Organe. Schwerpunkte des Fachgebietes sind die Endoskopie, die Hepatologie (Physiologie der Leber und Gallenwege) und die gastroenterologische Onkologie (Krebs-Behandlung). Der Schwerpunkt Gastroenterologie, Endokrinologie und Diabetologie ist Bestandteil der Inneren Abteilung. Das Team um Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier behandelt Erkrankungen des Magen-Darmtraktes einschließlich der Leber und der Bauchspeicheldrüse sowie Patienten mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen. Im Vordergrund steht hier der Diabetes mellitus. „Bei unserer Arbeit brauchen wir allerdings nicht nur Methoden-, sondern auch eine Behandlungskompetenz“, betont Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier. „Es geht darum, den Menschen im Blick zu haben, und darum, dass er sich wohl und gut aufgehoben fühlt. Dazu braucht man neben der High-Tech-Medizin, wie wir sie haben, auch ein gutes Team, das in der Lage ist, sie sinnvoll einzusetzen. Ich bin stolz, ein solches Team zu haben“, sagt Schiedermaier. Zu der Abteilung gehört eine leistungsstarke Endoskopie, wo nahezu alle modernen diagnostischen und therapeutischen Eingriffe durchge-

Gastroenterologische Untersuchung mit Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier sowie Gesundheits- und Krankenpflegerin Tabea Eckerlein. Foto: Marco Wille

führt werden. Hervorzuheben ist ein 24-stündiger Notfallbereitschaftsdienst an sieben Wochentagen, der die Behandlung auch außerhalb der Kernarbeitszeiten durch Fachärzte und Fachpflegekräfte garantiert. Fer-

ner werden ambulante Patienten mit Erkrankungen des Magen-DarmTraktes in großer Zahl untersucht und auf Zuweisung behandelt. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Betreuung von Patienten mit chronisch

entzündlichen Darmerkrankungen dar. Dabei wirbt Chefarzt Dr. Schiedermaier in besonderem Maße für die Darmkrebsvorsorge. In Deutschland erkranken jedes Jahr über 70 000 Menschen an Darmkrebs – Tendenz

Bei einer Darmspiegelung werden diese erkannt und problemlos entfernt – der Krebs wird verhindert. Es ist erschreckend, dass erst zehn Prozent diese Chance wahrnehmen, doch es sollen mehr werden. Darmkrebs ist übrigens die Krebsart mit der höchsten Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr und nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Manche Risikofaktoren können wir meiden – Übergewicht, Rauchen, Alkohol, rohes Fleisch und mangelnde Bewegung, nicht aber Alter, Geschlecht und familiäre Belastung. Die Polypen wachsen, werden bösartig, durchdringen die Darmwand und streuen in Lymphknoten und andere Organe. Lange spürt man nichts. Das ist der ideale Zeitpunkt für eine Vorsorge-Koloskopie, die Polypen entfernt, bevor sie bösartig werden, oder Darmkrebs in frühen Stadien findet, in denen er heilbar ist. Die Abteilung kooperiert dabei mit der Chirurgie des Evangelischen Krankenhauses, mit der Uniklinik Homburg und anderen Zentren in Deutschland. red/elb

Krebstherapie heute Bösartige Tumore und Polypen rechtzeitig aufspüren

So wie die Fledermaus Schallwellen aussendet, um sich zu orientieren, setzt in der Medizin das Ultraschallgerät Echos zu einem Bild von den Inneren Organen zusammen. Die Ultraschalluntersuchung ist risikofrei, kostengünstig und beliebig wiederholbar. In der gastrointestinalen Onkologie am Evangelischen Krankenhaus hat

Oberarzt Senad Alickovic bei einer Ultraschalluntersuchung.

Wertvolle Hilfe bei Diabetes

Darmkrebsvorsorge

ELASTOGRAFIE UND POLYPEKTOMIE

Die Mediziner der gastroenterologischen Abteilung verfügen über eine ganze Reihe moderner Operationsmethoden. Somit können sie den Patienten eine komplette Diagnostik und Therapie anbieten, die universitären Anforderungen durchaus gerecht wird.

Oberarzt Markus Calmano untersucht die Schilddrüse einer Patientin. Foto: mw

Ultraschalldiagnostik eine Schlüsselstellung, wenn es darum geht, Tumore und Metastasen möglichst früh – also wenn sie noch sehr klein sind – festzustellen. Da kann die Bildauflösung nicht hoch genug sein. Doch anstatt wie die Fledermaus nur ein Bild zu machen, kann moderner Ultraschall mehr: statt nur zu sagen, da ist etwas, will er sagen, was da ist. Es reicht ja nicht, eine Veränderung zum Beispiel in der Leber zu finden, man möchte auch wissen, um was es sich handelt, ob gut- oder bösartig. In der Unterscheidung hilft die sogenannte Kontrastmittelsonographie, die die Durchblutung von Tumoren zeigt. Metastasen sind in der Kontrastmittelsonographie dunkel und im umgebenden hellen Lebergewebe leicht zu erkennen. Bösartige Tumore sind zudem häufig härter als gutartige, auch eine Leberzirrhose ist härter als eine normale Leber. Eine neue Ultraschallmethode kann die Härte (Dichte) von Gewebe abbilden: Die Elastographie, bei der aus der relativen Komprimierbarkeit von Gewebe mittels Ultraschall deren Härte errechnet und diese farblich codiertem Ultraschallbild überlagert wird. Chefarzt Dr. Schiedermaier hat die Methode so weiterentwickelt, dass sich mit ihr die gesamte Leber

abbilden lässt. Die Elastographie der Leber ist in Zweibrücken als Prototyp verfügbar und wird bei Patienten mit Lebererkrankungen und Lebertumoren oder Metastasen eingesetzt. Seine Erfahrungen mit der neuen Methode hat Dr. Schiedermeier auf wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt – die Entwicklung geht weiter. Eine weitere Krebsart, die in der gastroenterologischen Abteilung behandelt wird, ist der Darmkrebs. „Polypen entfernen bedeutet Krebs verhindern“, appelliert Oberarzt Dr. Thomas Jäger an alle, sich ab dem 45. Lebensjahr, bei familiärer Vorbelastung am besten so früh wie möglich, einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen. „Krebs, wenn er frühzeitig gefunden wird, also in den ersten drei Stadien, kann mittels eines chirurgischen Eingriffs und moderner Chemotherapien geheilt werden.“ Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Todesursache. Er entsteht im Dickdarm – 62 Prozent im letzten Drittel, dem Mastdarm – aus kleinen Polypen, die innerhalb von zehn bis 15 Jahren zum bösartigen Krebs heranwachsen. In dieser Zeit werden die Polypen immer größer, wachsen, werden bösartig und dringen irgendwann durch die Darmwand hindurch in den Bauch-

Endoskopie mit Oberarzt Dr. Thomas Jäger und den Krankenschwestern Waltraud Kuntz und Martina Huppert. Fotos: Marco Wille

raum, wo sie über Lymphe und Blutgefäße in den ganzen Körper gelangen. Die rechtzeitige Vorsorge ist daher das A und O, denn wenn bereits Alarmsignale wahrgenommen werden, ist es meist schon zu spät. Eine sichere Methode ist die Vorsorge-Koloskopie (Darmspiegelung). Mit Hilfe eines flexiblen Endoskops wird dabei der gesamte Dickdarm und Mastdarm untersucht. Darmpolypen werden so mit

großer Sicherheit aufgespürt und in vielen Fällen noch im selben Untersuchungsgang entfernt. Die Prozedur ist dabei halb so schlimm. Los geht es am Vortag zu Hause mit einer Darmentleerung. Die Untersuchung selbst wird ambulant durchgeführt. Auf Wunsch werden die Patienten in einen Dämmerschlaf versetzt. Die reine Untersuchung dauert zirka eine Stunde und ist absolut schmerzfrei. elb

ST I C HWORT Polypektomie: Die meisten Polypen lassen sich während einer Darmspiegelung (Polypektomie) entfernen. Diesen Eingriff nennen Ärzte Polypektomie: Ein Instrument mit einer feinen Schlinge wird über den Arbeitskanal des Endoskopes ins Darminnere vorgeschoben. Diese Schlinge besteht aus dünnem Draht, sie wird um den Polypenstiel gelegt und dann zugezogen. Für einen Moment wird dabei ein Hochfrequenz- Strom durch die Drahtschlinge geleitet, wodurch aufgrund der Hitzeeinwirkung der Polyp abgeschnitten wird. Gleichzeitig verschließt die Hitze auch die durchtrennten Blutgefäße, so dass es nicht zu einer Blutung kommen kann. Der abgeschnittene Polyp wird zusammen mit dem Endoskop aus dem Darm herausgezogen. Im Labor wird man feststellen, ob bereits Krebszellen im Polypen vorhanden waren und ob der Polyp vollständig entfernt wurde.

Seit 2011 ist das Evangelische Krankenhaus anerkanntes Zentrum für Typ-2-Diabetes-Patienten. „Wir behandeln Patienten, bei denen der Blutzuckerspiegel entgleist ist“, sagt Markus Calmano, seit Anfang 2010 diabetischer Oberarzt der Inneren Abteilung. „Diese Patienten brauchen eine engmaschige Kontrolle“, erklärt er weiter. „Wir helfen ihnen dabei, mittels einer strukturierten Schulung und einer medikamentösen Einstellung ihren Blutzuckerspiegel wieder ins Lot zu bringen.“ Darüber hinaus werden die betroffenen Patienten auf Folgeerkrankungen hin untersucht, zum Beispiel Nieren-Erkrankungen oder Störungen der Nervenbahnen. „Unser Ziel ist, eine Folgeerkrankung zu verhindern und bereits im Frühstadium zu erkennen.“ Acht Prozent der Bevölkerung leiden heute an Diabetes Typ 2, Tendenz steigend. Was früher als Altersdiabetes bezeichnet wurde, trifft heute immer mehr jüngere Menschen. Falsche Ernährung und mangelnde Bewegung führen zu Übergewicht. Die Folge: Das eigene Insulin wirkt schlechter und die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr Insulin produzieren, bis sie erschöpft zusammenbricht: man spricht von Diabetes. Das viele Insulin schädigt schließlich die Leber, begünstigt Entzündungen und Tumore. Der hohe Zucker belastet die großen und kleinen Gefäße. Für betroffene Patienten hält das Krankenhaus verschiedene Angebote bereit: Im DiabetesTeam erarbeiten Fachärzte gemeinsam mit Diabetesassistentinnen individuelle Therapiekonzepte, in der Lebersprechstunde von Dr. Schiedermaier wird das Metabolische Syndrom behandelt, das Adipositaszentrum bietet Patienten verschiedene Behandlungen an, zum Beispiel den Magenballon. elb


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Gastroenterologie und Anästhesie!

Das Team des Evangelischen Krankenhauses nutzt die neuesten Technologien aus der High-Tech-Medizin und unterstreicht damit seinen hohen Anspruch an die Betreuung und Versorgung seiner Patienten.

CHEFARZT DR. PETER SCHIEDERMAIER

„Mir macht es Spaß, anderen etwas beizubringen“ Chefarzt Dr. Peter Schiedermaier freut sich schon auf die Studenten, die zukünftig ihr praktisches Jahr in Zweibrücken absolvieren. „Man lernt nie mehr, als wenn man Fragen gestellt bekommt, das gefällt mir. Ich persönlich lehre sehr gerne, mir macht es Spaß, anderen etwas beizubringen. Die Studenten werden dem Krankenhaus gut tun“, sagt er. „Ziel für mich wäre, wenn sie das, was sie an der Uni in wilder Theorie lernen, bei uns erfahren und konkretisieren. Das, was man sieht, kann man sich nämlich am besten merken. Mir ist es wichtig, ihnen eine praktikable Systematik an die Hand

zu geben. So erhalten die Studenten zum Beispiel Einblicke in die Ultraschalluntersuchung von Bauch und Schilddrüse, lernen die Endoskopie kennen und erfahren, wie man einen Katheter legt. Lehrkrankenhaus sind wir übrigens geworden, weil wir mit Dr. Birk und mir zwei habilitierte Chefärzte haben und als solche den Studenten die Möglichkeiten bieten, zu promovieren. Zudem sind unsere Methoden sehr tief und auf universitärem Niveau und das alles bei flachen Hierarchien und einem engen Kontakt zu den Chefärzten und Oberärzten. Das wird den Studenten gefallen“, weiß der Gastroenterologe. elb

Fortbildung PJ Studenten Innere Medizin Gastroenterologie: 폷 Notfälle: Akute GI Blutung, Perforation, Ileus 폷 Hepatologie 폷 Diabetologie 폷 Gastrointestinale Onkologie, Kolonkarzinom

CHEFARZT DR. DIETER NOETZEL, ANÄSTHESIE

Studenten erhalten Basiswissen Die Studenten werden im gesamten Bereich der Anästhesie eingesetzt – im OP, in der Ambulanz, auf der Intensivstation, und auch bei Voruntersuchungen für die Narkose werden sie dabei sein. „Die angehenden Ärzte sollen in den vier Monaten, in denen sie bei uns auf Station sind, ein Basiswissen erhalten, mehr geht nicht“, betont Chefarzt Dr. Dieter Noetzel – „ein Basiswissen, das sie von der manuellen Seite her in allen Fachbereichen benötigen und das ihnen ein erhöhtes Maß an Selbstvertrauen gibt, wenn es um die Notfallversorgung von

Patienten geht. Am Ende der vier Monate werden sie in der Lage sein, unter fachärztlicher Aufsicht eine einfache, unkomplizierte Narkose durchzuführen“, verspricht der Mediziner und fügt hinzu: „Wir Anästhesisten arbeiten ja nur mit Fachärzten zusammen. Da läuft man schnell Gefahr, dass sich Situationen etwas einfahren. Das große Interesse der Studenten und ihre Fragen, die sie mitbringen, wird unser Team bereichern und unsere Mitarbeiter anhalten, die Fragen nach neuestem Wissensstand zu beantworten. Für uns eine echte ,Win-Win-Situation’.“ elb

Fortbildungsplan Anästhesie 폷 Das Atemweg-Management in der Anästhesie 폷 Monitoring in der Anästhesie in Abhängigkeit von der durchzuführenden Operation und vom individuellen Risiko des Patienten 폷 Pharmakotherapie in der Anästhesie 폷 Besonderheiten bei ambulanten Operationen 폷 Notwendige Voruntersuchungen zur Einschätzung des perioperativen Risikos sowie Aufklärung vor Anästhesie 폷 Anästhesie in der Geburtshilfe bei Spontangeburten und Kaiserschnittentbindungen sowie die Versorgung eines Neugeborenen 폷 Besonderheiten der Anästhesie bei bariatrischen Patienten 폷 Die peri- und postoperative Schmerztherapie mittels systemischer Gabe von Opioiden und Nicht-Opioiden sowie kontinuierlicher Gabe von Lokalanästhetika über Epidural- und Plexuskatheter 폷 Die Katheterisierung der Vena Cava Superior über verschiedene Zugangswege 폷 Ultraschallgesteuerte Punktionen für die Regionalanästhesie der oberen und unteren Extremität 폷 Durchführung der kardiopulmonalen Reanimation

ADIPOSITASZENTRUM

Endoskopie bei starkem Übergewicht Neue Operationsmethode: „EndoBarrier“ hilft bei Typ-2-Diabetes Hilfe bei starkem Übergewicht und Typ-2-Diabetes verspricht eine neue Behandlungsmethode, die seit kurzem im Evangelischen Krankenhaus angeboten wird. Als eine der ersten Kliniken in Deutschland und einzige im Südwesten legen die Ärzte mittels Endoskopie einen Schlauch in den Zwölffingerdarm ein. Er beeinflusst die Aufnahme von Kohlenhydraten. Das interdisziplinäre Adipositaszentrum des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken setzt bei der Bekämpfung krankhaften Übergewichts ab sofort auf eine ganz neue, endoskopische Behandlungsmethode: „EndoBarrier“ heißt sie und soll vor allem helfen, die häufigste Diabetesform, den Typ-2-Diabetes, zu behandeln. Dabei wird mittels einer Magen-Darm-Spiegelung gleich hinter dem Magen endoskopisch ein etwa 80 Zentimeter langer Schlauch im Dünndarm platziert. Normalerweise vermischen sich hier Nahrung und Verdauungsenzyme, was nun aber durch den Schlauch unterbunden wird. Das wirkt sich positiv auf den Blutzuckerstoffwechsel aus. „Das ist ideal für übergewichtige Diabetiker, denn die Zuckerzufuhr wird reduziert, der Insulinspiegel sinkt, der Diabetes verbessert sich schlagartig“, sagt Chefarzt PD Dr. Peter Schiedermaier. Die ersten Patienten haben er und sein Team bereits behandelt. Einer von ihnen ist Fritz Dauth. Der Mittsechziger hat nun den Endo-

Schlauch in seinem Körper, das Insulin konnte recht schnell abgesetzt werden. „Ich habe fast normale Werte und bin überzeugt, wenn ich das so weiterführe, dass ich kein Insulin mehr brauche“, freut er sich. Schmerzen nach dem Eingriff habe er keine gehabt und sogar schon neun Kilo verloren. „Natürlich nimmt man erst mal schnell ab, da man in den ersten Tagen nur flüssige Nahrung zu sich nehmen darf – was mir natürlich nicht immer ganz leicht gefallen ist“, gesteht er. Doch das müsse sein, bis der Schlauch mit dem Gewebe verwachsen sei. Um eine Mangelernährung brauchen sich die Patienten übrigens nicht zu sorgen. Fette und Proteine werden erst im weiteren Verlauf des Darms aufgenommen. Mit der „EndoBarrier“-Methode erweitert die Endoskopie als Bestandteil der gastroenterologischen Abteilung ihr Behandlungsfeld bei Adipositas. Bereits etabliert hat sich der Magenballon, den im Evangelischen Krankenhaus bislang 30 Patienten erhalten haben – mit Erfolg. Im Durchschnitt verloren sie fast 50 Prozent ihres Übergewichts. Welche Erfolgsaussichten der „EndoBarrier“ hat, wird sich zeigen, doch Dr. Peter Schiedermaier ist sehr zuversichtlich. „Wir haben hier die Möglichkeit, den Teufelskreis des Typ-2-Diabetes zu durchbrechen. Doch natürlich muss der Patient auch wollen, denn nach einem Jahr wird der Schlauch wieder entfernt, dann ist es wichtig, weiterhin wenig Kohlenhydrate zu essen“, appelliert der Mediziner an die Eigen-

Das Endo-Team des Evangelischen Krankenhauses. Die zweite Dame von rechts ist mittlerweile ausgeschieden. Fotos: EVKH

initiative seiner Patienten. Für die besonders „schweren Fälle“ bleibt oft nur die Operation. Aber die hat auch ihren Preis: Je wirksamer die Methode, umso eingreifender ist sie auch. Das Krankenhaus kann dabei aus einer Vielzahl von Verfahren für jeden Patienten individuell die beste Behandlung auswählen – ein großer Vorteil des interdisziplinären Adipositaszentrums. Doch nicht nur hier kommt die Endoskopie zum Einsatz, auch bei der Behandlung und Diagnostik von Tumoren im Magen-DarmBereich ist sie ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Krebstherapie. Zu den Leistungen gehören hier verschiedene endoskopische Methoden zur Tumorstadienbestimmung, zum Beispiel mit endoskopischem Ultraschall oder endoskopisch sonografisch gestützter Punktion. Endoskopische Abtragung großer Polypen und Tumore in Magen und Darm, endoskopische Behandlung von Gallenwegserkrankungen, Punktionen

Ein etwa 80 Zentimeter langer Schlauch wird im Zwölffingerdarm platziert.

der Leber und von Lebertumoren komplettieren das leistungsstarke Angebot. Pro Jahr werden zirka 5000 endoskopische Untersuchungen durchgeführt, ein großer Teil ambulant. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus Zweibrücken, Obere Himmelsbergstraße 38, 66482 Zweibrücken, Tel. (0 63 32) 4 221 00, E-Mail laborenz@evkhzw.de

ANÄSTHESIE

Schmerzfreie Operation Abteilung bietet alle gängigen Anästhesieverfahren an Das Team der Anästhesie bereitet Patienten auf stationäre und ambulante Operationen vor. Hier ist die Zahl der Operationsverfahren, die ambulant durchgeführt werden können, in den vergangen Jahren gestiegen. „Bei vielen modernen Operationsverfahren, die heute durchgeführt werden, reicht eine Regionalanästhesie aus“, sagt Chefarzt Dr. Dieter Noetzel. „Das minimiert das Risiko, die Patienten sind schneller wieder mobil. Ebenso können Patienten, die früher als Risikopatienten galten, heute aufgrund modernster Operations- und Anästhesieverfahren ambulant behandelt werden.“ Ziele einer Anästhesie (Schmerzausschaltung) sind die vorübergehende Ausschaltung des Bewusstseins, die Schmerzlosigkeit, die Erinnerungslosigkeit, die Unterdrückung von Reflexen und die Erschlaffung der Muskulatur, um einen operativen oder schmerzhaften diagnostischen Eingriff durchzuführen. Die breite Palette der heute verfügbaren Methoden ermöglicht es, für je-

den Patienten mit seinen individuellen Voraussetzungen das optimale Anästhesieverfahren zu planen und durchzuführen. „Ein hoher Sicherheitsstandard für unsere Patienten ist ein zentrales Anliegen unserer ärztlichen wie pflegerischen Mitarbeiter. Natürlich bleiben trotz der Erfahrung und Kenntnisse unserer Mitarbeiter und trotz dem Einsatz modernster Überwachungsmethoden minimale Risiken bestehen“, sagt Albrecht Deßloch, Oberarzt der Anästhesie-Abteilung und fügt hinzu: „Durch eine individuelle Aufklärung über die Möglichkeiten, Vor- und Nachteile einzelner Verfahren sowie deren Risiken nehmen wir den Patienten in seiner Situation sehr ernst und ermöglichen ihm, sich für das geeignete Anästhesieverfahren zu entscheiden. Es wird auch abgeklärt, ob der Eingriff ambulant erfolgen kann, da ein stationärer Aufenthalt aufgrund der Fortschritte in der Medizin nicht immer notwendig ist. Unsere Anästhesie-Abteilung bietet hierzu alle gängigen Anästhesieverfahren an. Je nach der Art des Einwirkens auf den menschlichen Körper

werden eine Allgemeinanästhesie (Narkose) und eine Regionalanästhesie unterschieden.“ Als Allgemeinanästhesie (Narkose) bezeichnet man die Ausschaltung des Bewusstseins und des Schmerzempfindens. Erreicht wird dies durch intravenöse Gabe von Medikamenten sowie Einatmen von „Narkosegasen“ in Form einer heute üblichen Kombinationsnarkose. Im Unterschied zum natürlichen Schlaf führen während einer Narkose Schmerzreize nicht zu einer Aufwachreaktion. Während die Wirkung der Vollnarkose auf der Beeinflussung des Gehirns beruht, liegt der Ansatzpunkt der Regionalanästhesie im Rückenmark, den vom Rückenmark ausgehenden Nervenwurzeln oder auch den peripheren Nerven. Regionalanästhesiologische Beeinflussung geschieht vor allem durch Medikamente, die die elektrische Leitfähigkeit der Nerven für Nervenimpulse vorübergehend unterdrücken, Medikamente, die wir von der zahnärztlichen Betäubung her kennen. Vereinfacht gesagt bedeutet dies: Die Schmerzen kommen für einen vorü-

Überwachung durch den Anästhesisten während der OP. Foto: LVIM

bergehenden Zeitraum im Gehirn nicht mehr an. Nach der Operation kommen die Patienten in den Aufwachraum, der in unmittelbarer Nähe des Operationsbereiches und der Intensivstationen liegt. Dieser verfügt über modernste Überwachungsmöglichkeiten. Hier wird die Überwachung der Patienten sichergestellt. Die Patienten werden dabei von erfahrenen Anästhesiepflegekräften betreut. Eine Verlegung auf die Stationen erfolgt erst, wenn der Patient ausreichend wach und kreislaufstabil ist und keine Komplikationen zu erwarten sind. Das Team: Chefarzt Dr. Dieter Noetzel, die Oberärzte Abrecht Deßloch, Dr. Irmela Kropp, Tonja Bütermann sowie weitere Anästhesie-Fachärzte. Leitende Anästhesie-Fachpflegekraft ist Joachim Kropp, seine Stellvertreterin Kirsten Osterkamp. ad


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Gynäkologie!

Der Abteilung von Chefarzt Dr. Peter Mayer stehen eine Vielzahl von Operationsverfahren zur Behandlung gynäkologischer Probleme zur Verfügung.

ONKOLOGIE

Im Kampf gegen den Krebs Umfassende Tumordiagnostik und verschiedene Behandlungsmethoden in bestmöglicher Atmosphäre Viele Krebspatienten werden jedes Jahr im Evangelischen Krankenhaus behandelt. Meist sind es Frauen mit Brustkrebs sowie Patientinnen und Patienten mit gastrointestinalen Tumoren, also den Bauchraum betreffend. Von Vorteil für die Patienten ist hierbei die umfassende Tumordiagnostik einschließlich Operation und / oder Chemotherapie vorort mit schnellen Abläufen, kurzen Wegen und im heimatnahen Umfeld. Rund 340 000 Menschen erkranken nach Schätzungen des Robert- KochInstitutes in Berlin jedes Jahr an Krebs. Gastrointestinale Tumore (Tumore des Bauchraumes) haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Bei Männern ist der Darmkrebs mittlerweile nach Lungen- und Prostatakrebs die dritthäufigste Tumorart, bei Frauen nach Brustkrebs sogar die zweithäufigste. Im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken werden jedes Jahr viele Krebserkrankungen, sei es im gastroenterologischen Bereich, in der Gynäkologie oder Pneumologie, diagnostiziert und behandelt.

Moderne Verfahren Die endoskopische Tumordiagnostik in der Gastroenterologie umfasst dabei alle modernen, endoskopischen und sonografischen Verfahren. Den Ärzten der Frauenklinik stehen bei der Brustkrebsdiagnostik ebenfalls eine Vielzahl moderner Verfahren zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit der im

Haus ansässigen radiologischen Praxis wird zum Beispiel die digitale Mammographie durchgeführt. Diese ermöglicht schnelle und genaue Ergebnisse durch computergestützte Diagnostik. Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Kernspintomographie – auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt. Ein wichtiger Bestandteil der Tumorbehandlung ist neben Operation, Bestrahlung und den zielgerichteten Therapien die Chemotherapie, die im Evangelischen Krankenhaus je nach Schweregrad stationär oder ambulant durchgeführt wird. Dabei hemmen spezielle Medikamente – die sogenannten Zytostatika – die Vermehrung von Krebszellen. Neben Zytostatika werden in manchen Fällen auch Antikörper und andere moderne Substanzen verabreicht, individuell zuge- Das Team der Onkologie mit Oberarzt Thomas Jäger (links). schnitten auf den Tumor, der immer so wendung durch das Personal mit Ge- Räumlichkeiten an und haben so die individuell ist, wie der Patient selbst. „Ambulante Chemotherapien be- tränken, Zeitschriften und ganz viel Möglichkeit, sich einzugewöhnen und inhalten meist kurze Behandlungs- Gesprächen. Außerdem sind es meist Fragen zu stellen. Dabei ist es vor aldauern, gut verträgliche Therapiezy- mehrere Patienten, die gleichzeitig ei- lem der Behandlungsablauf, der Umklen und Medikamente mit geringen ne Chemotherapie bekommen. Man gang mit Nebenwirkungen und andeNebenwirkungen“, sagt Oberarzt ist also unter sich und kann die Sorgen res mehr, was ihnen auf der Seele Thomas Jäger. „Gerade für mobile, des anderen teilen. An dieser Stelle brennt. Aber auch die Angehörigen körperlich stabile Patienten, oft auch sei vor allem Schwester Christel zu bedürfen oftmals einer besonderen jüngere Menschen, bedeutet das, im nennen, die als Fachkrankenschwes- Betreuung“, weiß Williams. „Schweshäuslichen, sozialen Umfeld bleiben ter mit onkologischer Zusatzausbil- ter Christel ist dabei sehr einfühlsam zu können, zu arbeiten und somit eine dung langjährige Erfahrung mitbringt und sucht den Kontakt zu den Patienbessere Lebensqualität“, fügt er hin- und sich mit Herz und Seele um die ten auch nach der Therapie, wenn sie zu. Beinahe alle Brustkrebspatientin- Patienten kümmert. „Sie betreut die es wünschen. Das macht sie ehrennen werden übrigens ambulant thera- Patienten von Anfang an“, sagte Stati- amtlich und mit so viel Engagement, piert. Das Evangelische Krankenhaus onsleiterin Barbara Schwerdt. „So- wie man es heute nur noch selten erhat für die ambulante Chemotherapie bald die Patienten von den behan- lebt“, betont sie. „Und die Patienten auf Station 3A einen eigenen Raum delnden Ärzten des Krankenhauses lieben sie dafür.“ eingerichtet – mit bequemen Ohren- einbestellt wurden, kommen sie zu Ein Qualitätsmerkmal des Evangelisesseln und einer besonderen Zu- uns auf Station, schauen sich die schen Krankenhauses in der Tumor-

REIZBLASE

Ein Problem von Millionen Frauen Neue Operationsmethode verspricht hervorragende Heilungschancen Gut jede dritte ältere Frau leidet unter einer Reizblase, was die Lebensqualität erheblich einschränkt. Hervorragende Heilungschancen verspricht eine neue Operationsmethode, die seit diesem Jahr auch im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken durchgeführt wird. Sie hilft ihnen dabei, das Leben wieder genießen zu können. Die Reizblase ist ein sehr verbreitetes Problem, unter dem allein in Deutschland Millionen Frauen leiden. Schätzungen zufolge sind gut 30 Prozent der über 65-Jährigen betroffen, die Dunkelziffer allerdings ist sicher hö-

her, da sich viele Frauen aus Scham nicht trauen, sich mit ihrem Problem einem Arzt anzuvertrauen. Dabei leiden sie sehr unter ihrer Erkrankung. Die Blase hält nicht mehr richtig, und ungewollt gehen ein paar Tropfen oder auch mehr Urin verloren. Anfangs können sie es noch zehn Minuten aushalten, wenn die Blase sich meldet – dann wird es immer kürzer und kürzer, bis sie irgendwann die Toilette nicht mehr rechtzeitig erreichen. Viele Frauen finden sich mit ihrem vermeintlichen Schicksal ab und nehmen die erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf. Doch das muss nicht mehr sein. Dank der

Viele Frauen leiden unter Inkontinenz. Eine Operation im Evangelischen Krankenhaus kann helfen. Foto: Fotolia

neuen Operationsmethode CESA / VASA, die von Prof. Dr. Wolfram Jäger entwickelt wurde, kann betroffenen Frauen nun wirksam geholfen werden. Mittlerweile gibt es zehn Kliniken in Deutschland, die diese Operation durchzuführen, eine davon ist das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken. Chefarzt der Gynäkologie, Dr. Peter Mayer, hat bereits mehrere Frauen erfolgreich operiert und ihnen ein gutes Stück Lebensqualität zurückgegeben. „Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent“, betont der Mediziner und beschreibt die Ursache, die zur Reizblase führt: „Zu einer Dranginkontinenz kommt es, weil sich Gebärmutter und Blase absenken und in das kleine Becken drücken. Der Grund ist ein alterbedingtes Verschwinden der Haltebänder der Gebärmutter. Sie lösen sich quasi auf. Durch das Absenken steigt der Druck auf die Blase dramatisch an, der Urin kann nicht mehr kontrolliert gehalten werden.“ Wie bereits erwähnt kann bei mehr als jeder dritten Patientin allein durch den Ersatz der hinteren Haltebänder die Kontinenz wieder hergestellt und eine Heilung erzielt werden. Bei den anderen Patientinnen muss zusätzlich auch das vordere Bändchen ersetzt werden. Ob dies notwendig ist, zeigt sich direkt nach dem Eingriff.

Kommt es zum Beispiel beim Husten oder Niesen nicht zu ungewolltem Urinverlust, ist dies ein Hinweis darauf, dass das vordere Halteband intakt ist. Es sind dann keine weiteren Maßnahmen notwendig. Verliert die Patientin hingegen unter Belastung ungewollt Urin, muss man davon ausgehen, dass auch das vordere Band defekt ist. Um die volle Funktionsfähigkeit und die Kontrolle über die Blase wieder herstellen zu können, ist ein Ersatz des vorderen Bandes notwendig. Dieser kleine Eingriff wird einige Wochen nach der ersten OP durchgeführt. Bei der neuen Operationsmethode wird durch einen Bauchschnitt links und rechts in der Beckenwand eine dünnes Band eingezogen, das die Gebärmutter mit dem Kreuzbein verbindet. Das entspricht der natürlichen, schwingenden Aufhängung der Gebärmutter, was man aber erst seit wenigen Jahren weiß und was auch den Erfolg dieser neuen Operation ausmacht. Betroffene können sich gerne jederzeit in der Ambulanz der gynäkologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses melden. Hier erhalten sie alle weiteren Infos. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus, Obere Himmelsbergstraße 38, Telefon (0 63 32) 422-140.

Foto: elb

behandlung sind übrigens die regelmäßig stattfindenden Tumorkonferenzen mit Einzelfallbesprechungen und Befunderörterung bei jedem Patienten. Dabei sind alle Fachdisziplinen involviert. So wird für jeden Patienten eine optimale Behandlungsstrategie erörtert und festgelegt und anschließend koordiniert und geplant. Je nach Größe und Aggressivität

(Nichtansprechen auf Hormone etc.), des Tumors wir manchmal noch vor der Operation eine Chemotherapie eingesetzt (neoadjuvante Chemotherapie), um den Tumor zu verkleinern und so erst operabel zu machen. „Das machen wir häufig bei Brustkrebs, wenn wir anstreben, brusterhaltend zu operieren, der Tumor dafür aber zu groß ist“, erklärt Chefarzt Dr. Peter Mayer. Darüber hinaus erfolgt meist nach einer erfolgreichen OP eine so genante adjuvante Chemotherpie. Sie wird zusätzlich eingesetzt, wenn bei einer Operation das Tumorgewebe nicht vollständig entfernt werden konnte. Unter Umständen verkleinert sich dadurch der Tumor oder aber eine Ausbreitung der Krebserkrankung wird gebremst. Es gibt aber auch Fälle, in denen ein Tumor nicht mehr geheilt werden kann. Dann hilft eine palliative Chemotherapie, den Tumor dennoch zu verkleinern und damit die Lebensqualität zu verbessern, Schmerzen zu lindern und vielleicht das Leben noch ein bisschen zu verlängern. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus, Abteilung Innere: Telefon (0 63 32) 42 21 00, Frauenklinik: Telefon (06332) 42 21 40.

Fortbildungsplan Gynäkologie/Geburtshilfe Gynäkologie: 폷 Besonderheiten der gynäkologischen Anamnese/Befunderhebung, gynäkoloische Untersuchung und Ultraschall, 폷 Der weibliche Zyklus/Kinderwunsch/Menopause 폷 Uterus myomatosus 폷 Endometriose/Adenomyosis 폷 Leitsymptom Unterbauchschmerzen 폷 Gynäkologische Onkologie Geburtshilfe: 폷 Frühschwangerschaft 폷 Ersttrimesterscreening/Genidiagnostikgesetz 폷 Schwangerschaftsvorsorge, Mutterschaftsrichtlinie/Ernährung/Medikamente 폷 Schwangerschaftserkrankungen 폷 Die normale Geburt/Kaiserschnitt, Phasen der Geburt/Episiotomie/KDPA/Wassergeburt, Sectio nach Misgav-Ladach 폷 CTG-Training, die pathologische Geburt 폷 Notfälle in der Geburtshilfe 폷 Wochenbett, Neonatalperiode

CHEFARZT DR. PETER MAYER

Eine Chance, Nachwuchs zu sichern Auch bei Dr. Peter Mayer, Chefarzt der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe, werden die angehenden Ärzte praktische Erfahrungen sammeln. „Ich freue mich schon auf die Ausbildung junger Kollegen, auch deshalb, weil insgesamt der Nachwuchs rückläufig ist“, betont Dr. Mayer. „Dabei möchte ich bei den Studenten Begeisterung insbesondere für das Fach Geburtshilfe erzeugen, da es hier nicht nur um Krankheit geht.“ Die Ausbildung der Nachwuchsmediziner sei für ihn auch eine Investition in die Zukunft.

„Wir erhalten die Chance, die Versorgung in der Region durch den eigenen Nachwuchs zu sichern. Und natürlich entlasten uns die Studenten bei der täglichen Arbeit, zum Beispiel durch die Übernahme leichterer Tätigkeiten wie Blutentnahmen, Assistenz im OP und ähnliches.“ Nicht zuletzt wolle er aber auch Verständnis erzeugen bei den jungen Kollegen für besondere Belastungssituationen der Patientinnen, etwa bei Brustkrebserkrankungen oder Schwangerschaftsbeschwerden. elb


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Gynäkologie/Geburtshilfe

Das Team des Evangelischen Krankenhauses nutzt die neuesten Technologien aus der HighTech-Medizin und unterstreicht damit seinen hohen Anspruch an die Betreuung und Versorgung seiner Patienten.

BRUSTKREBS

GEBURTSHILFE

Brusterhaltend, wann immer es geht Zwischen 50 und 70 Jahren ist das Risiko am größten, an Brustkrebs zu erkranken. Im Durchschnitt trifft es jede neunte Frau. Deshalb werden in dieser Zeit die Frauen alle zwei Jahre zum MammographieScreening eingeladen – ein Programm zur Früherkennung von Brustkrebs, die Kosten übernehmen die Krankenkassen. Die Einladung zur Mammographie, einer Röntgenuntersuchung der Brust, wird von der sogenannten Screeningeinheit verschickt. In unserer Region werden die Patientinnen nach Pirmasens eingeladen. Ist das Ergebnis positiv, können sich die Frauen natürlich im Evangelischen Krankenhaus Zweibrücken weiter behandeln lassen. Dr. Peter Mayer empfiehlt neben der monatlichen Selbstuntersuchung der Brust einmal im Jahr eine Ultraschalluntersuchung (ab 40), bei familiärer Belastung halbjährlich. Denn je früher der Brustkrebs diagnostiziert wird, desto größer sind die Heilungschancen (85 bis 90 Prozent). Dabei hat sich in der Brustkrebstherapie einiges getan. Wird er früh erkannt, bestehen ausgezeichnete Heilungschancen. Heute weiß man, dass nach der Operation (heute meist brusterhaltend) nicht die Brust das Problem ist, sondern das Verhindern von Metastasen. Nur eine ganzheitliche Therapie verbessert die Überlebenschancen. In Zusammenarbeit mit der im Haus ansässigen radiologischen Praxis wird zum Beispiel die digitale Mam-

mographie durchgeführt. Diese ermöglicht schnelle und genaue Ergebnisse durch computergestützte Diagnostik. Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT). Zur Abklärung gutoder bösartiger Tumore entnimmt der Arzt mittels Nadelbiopsie einzelne Gewebeproben der Brust mit Hilfe einer Hohlnadel. Schließlich können mit hochauflösendem Ultraschall Brust- und Achselhöhle untersucht werden. Das ist wichtig, um eventuell vergrößerte Lymphknoten aufzuspüren. So vielfältig und modern wie die Diagnostik ist auch die Brustkrebstherapie im Evangelischen Krankenhaus. Nach der Operation mit Entfernung der Tumore in der Brust beginnt die plastische Wiederherstellung. Hier besteht die Möglichkeit der Verkleinerung aber auch Vergrößerung mit eigenem Muskelgewebe vom Rücken. Auch eine plastische Wiederherstellung der Brustwarze ist möglich. Darüber hinaus wird, wann immer es geht, brusterhaltend operiert. Doch wesentlich zum Erfolg einer Genesung trägt die anschließende Therapie bei, zum Beispiel durch Einleiten einer Hormontherapie bei hormonabhängigen Tumoren oder Chemotherapie zur Verhinderung von Metastasen. Seit einigen Jahren bietet die Klinik außerdem die Antikörpertherapie an – eine zielgerichtete Therapie gegen die Krebszellen mit Antikörpern. elb

GEBÄRMUTTERHALSKREBS

Ohne Chemotherapie In der Frauenklinik des Evangelischen Krankenhauses stehen eine Vielzahl von Operationsverfahren zur Behandlung gynäkologischer Probleme zur Verfügung. Neben den üblichen Operationsverfahren durch die Scheide (vaginal) und durch Bauchschnitt (abdominal) wird immer häufiger auch die Minimal Invasive Chirurgie (MIC) eingesetzt. Aufgabenschwerpunkte in der Gynäkologie sind die konservative und operative Therapie aller gynäkologischen Krankheitsbilder, die Behandlung gut- und bösartiger Erkrankungen der Brust unter Einsatz onkoplastischer Verfahren im Rahmen des Brustzentrums Westpfalz, sowie ein vielfältiges Spektrum der Behandlung von Senkungszuständen und unwillkürlichem Harnverlust, darüber hinaus minimal-invasive Chirurgie an Gebärmutter und Eierstöcken, große Karzinomoperationen bei Eierstocks- und Gebärmutterhalskrebs. Im Bereich des Gebärmutterhalskrebses wendet Chefarzt Dr. Peter Mayer ein ganz neues Operationsverfahren an, das in

Deutschland nur ganz wenige Mediziner praktizieren. „Dabei werden der Tumor und die Lymphknoten so ausgiebig operiert, dass im Anschluss keine Bestrahlung oder Chemotherapie mehr notwendig sind“, erklärt Mayer. Das Gute: Die Patientin muss auch keine Nebenwirkungen erleiden. Das Verfahren habe Professor Michael Höckel aus Leipzig entwickelt. Es erhöhe die Heilungschancen im Vergleich zur herkömmlichen OP um zehn bis 15 Prozent. Auch bei der Tumorbehandlung der Schamlippen, insbesondere bei der Deckung des Defektes, gibt es ein neues Verfahren. „Wir wenden eine neue Technik an, um das fehlende Gewebe zu ersetzen“, erklärt der Chefarzt. elb 쏆 Ambulanzen: Gynäkologische Sprechstunde auf Überweisung eines Frauenarztes, Pränatale Diagnostik und Doppler-Sonografie, Minimal-invasive Mamma-Diagnostik (Stanzbiopsien), Abklärung und Therapie von unwillkürlichem Harnverlust.

Dank eines neuen Operationsverfahrens bei Gebärmutterhalskrebs müssen sich die Patientinnen im Anschluss keiner Chemotherapie mehr unterziehen. Foto: Fotolia

Station mit Wohlfühlcharakter Moderne Medizin und wunderbare Betreuung rund um die Geburt kannt, wenn bereits Störungen der Sprachentwicklung eingetreten waren. Im Evangelischen Krankenhaus wird daher die Gehörfunktion bei allen Kindern mit einem einfachen, für das Kind völlig schmerzlosen Test überprüft. Treten hier Auffälligkeiten auf, wird der Kinderarzt weitere Untersuchungen durchführen.

Rundum gut aufgehoben dürfen sich Familien auf der Geburtsstation des Evangelischen Krankenhauses fühlen. Dabei ist es vor allem der familiäre Charakter, der viele werdende Eltern überzeugt. 381 Babys sind 2013 wieder im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücken zur Welt gekommen. Ein gutes Ergebnis, mit dem sich die Klinik seit Jahren vom Bundesdurchschnitt abhebt. Die werdenden Eltern kommen nicht nur aus Zweibrücken sondern auch aus Homburg, dem Bliestal, Pirmasens und den ländlichen Gebieten entlang der Sickingerhöhe. Die ganz besondere, etwas andere Atmosphäre der Station 1 – der Entbindungsstation – ist es, die die werdenden Eltern überzeugt. Schließlich ist die Geburt eines Kindes etwas ganz Besonderes, und viele Eltern bevorzugen heute die familiäre Atmosphäre des Krankenhauses im Gegensatz zu einer Großklinik. Man fühlt sich wohl, individuell betreut und gut aufgehoben – das ist wichtig und gibt gerade Familien, die zum ersten Mal ein Kind erwarten, Sicherheit und Geborgenheit.

High-Tech-Medizin Dennoch nutzt das Team des Evangelischen Krankenhauses die neuesten Technologien aus der High-TechMedizin und unterstreicht damit seinen hohen Anspruch an die Betreuung und Versorgung seiner Patienten. Der Kontakt zum Krankenhaus beginnt übrigens lange vor der Geburt. „In der 12. bis 14. Woche finden erste Ultraschalluntersuchungen statt, in der Regel beim Frauenarzt, doch bei gezielten Fragestellungen und Abklärungswünschen durchaus auch bei uns“, erklärt Chefarzt Dr. Peter Mayer. In den Wochen bis zur Geburt folgen weitere Untersuchungen, darunter der große Ultraschall. Erst kurz vor der Geburt – 34. bis 36. Woche – stellen sich Mutter und Kind beim Chefarzt vor. „Dann werden alle Fakten zur Geburt, alle Eventualitäten besprochen, Kaiserschnitt ja oder nein, welche Form der Entbindung gewünscht wird und Ähnliches“, betont der Mediziner. „Doch viele Dinge

Vorsorgeuntersuchungen

Bei Chefarzt Dr. Peter Mayer sind die kleinen Babys in den besten Händen. Foto: LVIM

sind zu diesem Zeitpunkt bereits geklärt, offene Fragen gibt es kaum. Diese haben nämlich unsere Hebammen längst geklärt“, betont der Chefarzt. Ist das Baby auf der Welt, sind Mutter und Kind auf der Entbindungsstation wunderbar aufgehoben. Im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken arbeiten hier fast ausschließlich Kinderkrankenschwestern sowie zwei Hebammen. Darüber hinaus bereichern neun Beleghebammen das Team. „Das Wir-Gefühl auf Station ist sehr schön. Außerdem sind wir mit 13 Mitarbeiterinnen sehr gut aufgestellt, um auf jede Situation auf Station individuell und kurzfristig reagieren zu können“, sagt Stationsleiterin Sabine Schütz. Rund um die Uhr sind die Schwestern nach der Geburt für Mutter und Kind da, helfen beim Wickeln, Stillen und Baden, kontrollieren das Gewicht, den Blutdruck und die Tem-

peratur des Neugeborenen und führen zudem wichtige Tests durch wie Stoffwechsel- und Hörscreening. Bei letzterem hat das Krankenhaus mittlerweile die 100-Prozent-Rate erreicht. Beim Stoffwechselscreening wird bei allen Kindern in den ersten Lebenstagen ein Tropfen Blut an der Ferse entnommen und im zentralen Screening-Labor der UniversitätsKinderklinik Heidelberg auf eine ganze Reihe angeborener Stoffwechselerkrankungen (Phenylketonurie, angeborene Schilddrüsenunterfunktion und vieles andere mehr) untersucht. Diese Krankheiten sind zwar selten, durch rechtzeitige Entdeckung und Therapie können aber unter Umständen schwerwiegende Folgen für das Kind vermieden werden. Ein weiterer Test ist das Hör-Screening. Angeborene Hörfehler sind nicht ganz selten und wurden in der Vergangenheit häufig erst zu spät er-

Ein weiteres Screening prüft die Sauerstoffsättigung im Blut und gibt Hinweise auf mögliche Herzfehler. „Ein weiterer Service von uns ist die ambulante Bilirubinkontrolle (Gelbsucht) – ein kostenloses Angebot für alle Eltern, die mit ihrem Kind bei den Zweibrücker Kinderärzten sind. Die Untersuchung dauert nur 15 Minuten und wird sofort ausgewertet. Die Therapie erfolgt beim Kinderarzt“, erklärt Sabine Schütz. Auf Wunsch darf die Mama ihr Kind jederzeit bei den Schwestern abgeben. Andererseits kann das Kind dank des Rooming-Ins auch rund um die Uhr bei der Mutter sein; ebenso der Vater, der gegen eine Zuzahlung sogar im Zimmer übernachten darf. Groß geschrieben wird auch die SIDS-Prophylaxe. Der Plötzliche Kindstod gehört zu den erschreckendsten Ereignissen in den ersten Lebensmonaten. So schlafen alle Neugeborenen in einem Schlafsack in Rückenlage, und die Bettchen sind ohne Himmel und Nestchen ausgestattet. In den vergangenen Jahren hat die Entbindungsstation dank der Unterstützung von Sponsoren jedes Jahr 500 neue Schlafsäcke angeschafft, welche die jungen Familien nach der Entlassung mit nach Hause nehmen konnten. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir auch dieses Jahr wieder einen Sponsor finden könnten, der uns bei dieser wichtigen Sache unterstützt“, wünscht sich Sabine Schütz. Die Tage auf Station gehen somit viel zu schnell vorbei, auch weil man sich hier richtig gut und rundum versorgt fühlt. Dafür sorgt auch der Wöchnerinnen-Speiseplan. Dieser ist speziell auf die Bedürfnisse frisch gebackener Mamas zugeschnitten. elb

SANFTER KAISERSCHNITT

Immer mehr Babys per Kaiserschnitt Ob geplant oder notwendig: Schonendes Operationsverfahren Ein Drittel der Neugeborenen erblickt heute per Kaiserschnitt das Licht der Welt, Tendenz steigend. Nicht immer verläuft eine Geburt so, wie geplant, also auf natürlichem Weg. Dafür kann es viele Gründe geben. Es gibt aber auch immer mehr Frauen, die sich ganz bewusst für einen Kaiserschnitt entscheiden, obwohl eine medizinische Indikation nicht vorliegt. Im Evangelischen Krankenhaus wird schon seit einiger Zeit der so genannte „Sanfte Kaiserschnitt“ angewendet. Dabei handelt es sich um ein modernes, schonenderes Operationsverfahren, das im Misgav Ladach General Hospital in Jerusalem entwickelt wurde, woher dieser operative

Eingriff auch seinen Namen hat. Bei dieser Methode wird das Schneiden des Muskelgewebes stark reduziert.

Stattdessen werden die Bauchdecke parallel unterhalb der Bikininaht und die Gebärmutter durch Dehnen und

Jedes dritte Baby in Deutschland kommt heute per Kaiserschnitt auf die Welt. Foto: Gottschalk/dpa

Ziehen des Gewebes so weit geöffnet, dass das Kind entnommen werden kann. Nach Durchtrennung der Nabelschnur wird das Kind in warme Tücher gepackt und der Hebamme übergeben. Es hat sich gezeigt, dass die so entstandene Operationswunde schneller und komplikationsärmer heilt als die aus der herkömmlichen Operationstechnik resultierende Wunde. Der operative Eingriff erfolgt für die werdende Mutter schmerzfrei unter einer örtlichen, rückenmarksnahen Betäubung durch Spinal-/Periduralanästhesie. Nur in Notfällen oder auf ausdrücklichen Wunsch der Patientin wird heute noch die Vollnarkose angewendet. elb


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Neues aus dem Evangelischen Krankenhaus!

Die Mitarbeiter machen sich fit für den Umgang mit an Demenz erkrankten Patienten – Darüber hinaus positioniert sich der LVIM als attraktiver Arbeitgeber.

DEMENZKOMPETENZ

Menschen mit Demenz brauchen einen Freund Das Evangelische Krankenhaus nimmt am Modellprojekt „Demenzkompetenz im Krankenhaus“ teil bände aufmachen, Katheter ziehen und, und und. Auch können aufgrund des Stresses irreversible Verwirrtheitszustände auftreten.“ Das wichtigste Medikament für Menschen mit Demenz sei deshalb die Beziehung. „Mit meiner Arbeit möchte ich den Mitarbeitern Wege aufzeigen, wie sie für einen kurzen Moment zum „besten Freund“ dieser Patienten werden können. Wenn ihnen das gelingt, dann schaffen sie es auch, den Patienten dahinzuführen, was notwendig ist, zu Therapien und Untersuchungen.“ Ebenfalls ein wichtiger Teilbaustein des Projekts ist die Qualifizierung und Einbindung ehrenamtlicher Helfer. „Diese können das Personal bei der Beschäftigung der Patienten unterstützen, mit ihnen spielen, gemeinsam Essen und sie auch zu Untersuchungen begleiten. Die Ehrenamtlichen können ebenfalls für den Moment zum „besten Freund“ werden und schenken den Patienten Geborgenheit“, sagt Hennig.

Seit Sommer nimmt das Evangelische Krankenhaus am Modellprojekt „Demenzkompetenz im Krankenhaus“ des Landes RheinlandPfalz teil. Zurzeit schult ein erfahrener Coach die Mitarbeiter. Außerdem möchte das Krankenhaus ehrenamtliche Demenzbegleiter gewinnen. Gut die Hälfte der Patienten in Allgemeinkrankenhäusern ist heute älter als 60 Jahre, etwa zehn bis 15 Prozent sind von einer Demenzerkrankung betroffen. Dabei ist es nur wahrscheinlich, dass ihr Anteil in Zukunft weiter steigen wird. Die meisten Krankenhäuser sind bisher nicht auf Demenzkranke eingestellt, es gibt aber auch positive Beispiele, wie das Evangelische Krankenhaus in Zweibrücken zeigt. „Der Vorstand des Landesvereins möchte das Thema zum Leuchtturmprojekt machen“, betont Peter Blietschau, Pflegedirektor des Evangelischen Krankenhauses. So nimmt die Einrichtung seit vergangenem Juli am Modellprojekt „Demenzkompetenz im Krankenhaus“ teil. Das Problem haben die Verantwortlichen aber schon vor über drei Jahren erkannt. Mitarbeiter werden seit längerem im Bereich Validation geschult, um auf die besonderen Bedürfnisse der an Demenzerkrankten Patienten besser eingehen zu können. Hintergrund: „Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) in Rheinland-Pfalz führt im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) das Modellprojekt in acht Kliniken in ganz Rheinland-Pfalz durch. Der Pflegewissenschaftler und Dozent André Hennig wurde von der LZG mit der Begleitung vor Ort beauftragt. Jetzt hat er seine Arbeit in Zweibrücken aufge-

Ehrenamtler gesucht Wer sich selbst verliert, und das passiert bei Demenz, der hat ein großes Bedürfnis, von seiner Umwelt Sicherheit zu bekommen.

nommen. Seine Aufgabe ist es, die Ärzte und Pfleger aber auch alle anderen Mitarbeiter, die mit den Patienten in Kontakt treten, fortzubilden.

Screeninginstrument Im Gespräch beschreibt er das Grundproblem: „Die Menschen bringen eine Demenz als Neben- und nicht als Hauptdiagnose ins Krankenhaus. Das Zeitfenster hier ist aber sehr eng, alles ist darauf ausgerichtet, dass der Patient mitmacht und alles seiner Genesung unterordnet. Ein

Mensch mit Demenz kann dies zumeist nicht. Er versteht nicht, warum er behandelt wird. Oft sind auch stark beanspruchende Untersuchungen notwendig, Endoskopien zum Beispiel, und dann wird es richtig kompliziert. Oftmals weiß das Krankenhaus auch gar nicht, dass eine Demenz vorliegt, entweder weil es nicht bekannt ist oder weil es die Angehörigen aus Scham verheimlichen“, weiß er aus Erfahrung. Hier soll nun ein Screeninginstrument entwickelt werden, bei dem möglichst alle Patienten über 70 Jahre bei Aufnahme einige Fragen beantworten sollen – selbstverständ-

lich freiwillig. Das Ziel ist, Patienten zu erkennen, die aufgrund geistiger Beeinträchtigungen einen besonderen Unterstützungsbedarf haben. Ganz besonderen Wert legt die LZG darauf, dass die Mitarbeiter des Krankenhauses lernen, wie sie mit diesen Patienten wertschätzend umgehen und diese verstehen. „Die Bedürfnisse eines Menschen mit Demenz sind nämlich ganz andere, im Grunde ganz einfache, nämlich Geborgenheit, Sicherheit und Vertrautheit. Wer sich selbst verliert, und das passiert bei Demenz, der hat ein großes Bedürfnis, von seiner Umwelt Sicherheit zu

Foto: Fotolia

bekommen“, betont Hennig und fügt hinzu: „Das Krankenhaus mit seiner fremden Umgebung und schwer nachvollziehbaren Prozessen trägt zur Orientierungslosigkeit bei. Weglaufen und damit verbundene Stürze sind die Folge, alles Situationen, die schwierig zu händeln sind. Und weil Demenzkranke nun mal ihre kognitiven Fähigkeiten verlieren, halten sie sich nicht mehr an Verabredungen, klingeln nicht, fragen nicht nach. Stattdessen liegen sie untätig im Bett, ein völlig sinnentleertes Tun. So entstehen Beschäftigungen, die nicht gewollt sind, wie Nadel rausziehen, Ver-

Angesprochen fühlen dürfen sich Menschen, die Zeit haben, interessiert sind und kein Problem damit haben, auf andere zuzugehen; Menschen, die sich sozial engagieren möchten und vielleicht auch etwas zurückgeben wollen. „Ich könnte mir auch vorstellen, ehemalige Mitarbeiter für diese wichtige Aufgabe zu gewinnen“, sagt Peter Blietschau. Das Schulungsangebot für die ehrenamtlichen Mitarbeiter hat Christiane Grünenwald vom Validationszentrum des Landesvereins konzipiert. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus in Zweibrücken, Obere Himmelsbergstraße 38, Telefon (0 63 32) 420.

AUSBILDUNG

Mit einem Pflegeberuf sicher in die Zukunft Das Evangelische Krankenhaus in Zweibücken bildet in mehreren Lehrberufen aus Azubis und Studierende von heute sind die qualifizierten Mitarbeiter von morgen, ohne die Unternehmen ihre Zukunft nicht gestalten können. Das weiß auch der Landesverein für Innere Mission, dem das Evangelische Krankenhaus angehört. So bildet er in sieben Lehrberufen aus und engagiert sich zudem als Ausbildungspartner der Dualen Hochschule Baden- Württemberg in Mannheim, Tendenz steigend. Wer keine Ziele hat, wird von der Gesellschaft schnell abgehängt. Und wer keine Arbeit hat, gilt als wertlos. Diese gesellschaftliche Botschaft ist bei vielen jungen Menschen angekommen. Bildung, Karriere und das Erreichen selbst gesteckter Ziele haben einen enormen Stellenwert bekommen und bestimmen zu großen Teilen das Selbstwertgefühl der Individuen. So jedenfalls lautet der Tenor einer aktuellen Shell-Jugendstudie – eine Erfahrung, die auch Stefan Schreiner gemacht hat. Der Betriebswirt im Per-

sonal- und Sozialwesen ist beim Landesverein in der Pfalz e.V. (LVIM) unter anderem für die Aus-, Fort- und Weiterbildung zuständig und in Zweibrücken selbst Ausbilder im kaufmännischen Bereich. In dieser Funktion kümmert er sich um die Anliegen der Auszubildenden, das Bewerbungsverfahren und ist ihnen ein kompetenter und engagierter Ansprechpartner. Als Mitglied im Zweibrücker Netzwerk „Schule Wirtschaft“, das vor allem den Austausch zwischen der Schule und den Unternehmen fördern will, ist der Personaler nah dran an den Jugendlichen, zuletzt wieder bei der Zweibrücker Ausbildungsmesse. „Die jungen Menschen von heute wollen arbeiten, wollen sich reinhängen aber nicht um jeden Preis. Freizeit und Familie sind ihnen ebenfalls sehr wichtig, und dafür müsse Zeit bleiben“, beschreibt Schreiner seine Erfahrungen, die er in Gesprächen mit jungen Zweibrückern gemacht hat. „Deshalb ist es aus meiner Sicht wichtig, einen Job mit guten Zukunftsaussichten zu ergreifen – wie etwa den

Beruf des Gesundheits- und Krankenpflegers. Wer sich für diese Ausbildung entscheidet, hat heute die allerbesten Perspektiven“, weiß er aus Erfahrung. Die Leute werden überall gesucht, deutschlandweit und auch im Ausland. Wer etwa Lust hat, nach Berlin zu gehen, nach Dänemark oder wohin auch immer, als Gesundheits- und Krankenpfleger findet man überall eine Stelle.“ Hinzu kämen die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten, „etwa zum Praxisanleiter, zur Pflegedienstleitung oder Stationsleitung“, betont Ute Odermatt, unter anderem Ausbildungsbeauftragte am Evangelischen Krankenhaus und fügt hinzu: „Auch in der Hierarchie gibt es tolle Aufstiegsmöglichkeiten. Mit dem Abschluss erwirbt man automatisch die Fachhochschulreife und kann studieren, zum Beispiel Pflegemanagement, Pflegewissenschaften oder Pflegepädagogik.“ Zudem sei die Pflegeausbildung heute eine der bestorganisierten überhaupt. „Die Ausbildung ist sehr vielfältig. Auch ist es

möglich, sich schon während der Ausbildung zu orientieren, auf welcher Station man später arbeiten möchte, nicht zu vergessen die Unterstützung durch einen Praxisanleiter oder eine Praxisanleiterin.“ Zertifiziert als „Gesundes Unternehmen“ arbeitet der LVIM im Rahmen ei-

nes betrieblichen Gesundheitsmanagements stets daran, die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter zu optimieren. „Bei uns unterstützen und entlasten zum Beispiel Stationshilfen die Gesundheits- und Krankenpfleger“, beschreibt Ute Odermatt die Praxis im Evangelischen Krankenhaus. Dass in

Die Pflegeausbildung gehört heute zu den bestorganisiertesten Ausbildungen überhaupt. FOTO: LVIM

der Pflege bestimmte Arbeiten von Pflegehilfskräften erledigt würden, sei im Übrigen nicht selbstverständlich, sagt sie. „So haben die Fachkräfte mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben.“ Hinzu kämen schon immer Wunschpläne und eine ausgewogene Arbeitszeitenkontoregelung, betont Ute Odermatt, was natürlich den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter zu Gute käme. Allein im Evangelischen Krankenhaus in Zweibrücker bildet der LVIM jedes Jahr rund 50 junge Männer und Frauen in insgesamt fünf Berufen aus: Neben den Gesundheits- und Krankenpflegern sind das auch Bürokaufleute, medizinische Fachangestellte in den drei großen Abteilungen Innere, Chirurgie und Gynäkologie. Hinzu kommt ein Bachelorstudium im Bereich Betriebswirtschaft/ Gesundheitswesen und soziale Einrichtung. elb 쏆 Evangelisches Krankenhaus, Zweibrücken, Obere Himmelsbergstraße 38, 66482 Zweibrücken, Tel. (0 63 32) 42-0.

Lehrkrankenhaus zw  
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