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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol

Mit den verbliebenen 800 Hektar Vernatsch sieht der österreichische Weinmarketingexperte Wilhelm Klinger die kritische Masse erreicht.

„Vernatsch ist eine wunderbare Sorte“

Wilhelm Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing, sprach sich bei der heurigen Südtiroler Weinbautagung Ende Jänner in Eppan für eine Aufwertung und höhere Positionierung des Vernatsch aus.

Wilhelm Klinger referierte bei der 53. Südtiroler Weinbautagung Ende Jänner in Eppan darüber, wie ein erfolgreiches Dachmarketing dem österreichischen Wein nach dem Weinskandal der 80er-Jahre bis heute zu einem ausgezeichneten Image verhalf. Bezogen auf Südtirol spricht Klinger, der hier viele Urlaube verbrachte, von einem wunderbaren Land mit schönen Weinen, ein Gesamtkunstwerk zwischen Landschaft, Kulinarik, den Menschen und ein bisschen mediterranem Einfluss. Auch erinnert sich Klinger, wie in Südtiroler die ersten Vinotheken und Winebars eröffneten, wie Südtirol neue Weine kreierte, „aber ich habe auch schmerzlich erlebt, wie der Vernatsch zurückgeht, den

ich ja immer sehr gerne gehabt habe“, sagt Klinger.

Herr Klinger, Südtirols Weinwirtschaft sucht nach Wegen, um die Wertschöpfung beim Vernatsch zu steigern. Wie sehen Sie den Vernatsch?

Wilhelm Klinger: Ich glaube, dass der Vernatsch eine große Zukunft hätte, wenn man ihn als den leichten, eleganten Wein positioniert. Denn wir haben heute viel zu viele schwere Brummer am Markt, die der Konsument gar nicht will. Der Vernatsch ist ja eine ganz wunderbare Sorte, der Weine ergibt, die es in dieser Art nirgends auf der

Welt gibt. Also diese Einzigartigkeit ist ja schon einmal das Fundament für eine höhere Positionierung. Und dann braucht man da den neuen Vernatschkunden.

Den neuen Vernatschkunden?

Ja, den neuen Vernatschkunden, der den Vernatsch anders sieht als der heute 70-jährige, der ihn noch getrunken hat als den Hauswein oder als den Vernatsch, der normal das Grundrauschen von Südtirol war. Ich denke, dass man neue Kunden suchen muss, denen muss man sagen, dass der Vernatsch ein präziser, eleganter, aber leichter Wein ist – und dann muss man ihn auch so machen. Denn

vernatsch

„Gewisse Preissensibilität da“
Werner Waldboth, Marketingleiter im Konsortium Südtirol Wein

Nach Angaben des Konsortium Südtirol Wein betrug der Vernatsch-Anteil an der Südtiroler Weinproduktion der Ernte 2014 nur noch etwa 17,8 Prozent, dicht gefolgt von der Ruländer-Produktion mit 15,7 Prozent. Damit habe der Vernatsch an sich mit einem neuen Problem zu kämpfen und das sei eben die Menge, die in den letzten Jahren extrem zurückgegangen ist, sagt Marketingleiter Werner Waldboth. Die Vernatschfläche sei in den letzten 15 Jahren von weit über 2000 Hektar auf rund 800 geschrumpft. Hingegen sei der Zuspruch für den Vernatsch generell da. „Wir merken in letzter Zeit, dass der Vernatsch vor allem international und speziell in den USA sehr großen Zuspruch erfährt, man könnte teilweise von einem Vernatsch-Hype sprechen“, meint Waldboth. Ein Problem beim Vernatsch sei allerdings, dass es eine gewisse Preissensibilität gebe. Hier gelte es, den Fokus noch mehr auf Qualität zu richten, um die Wertschöpfung zu erhöhen. Die Bestrebungen gingen auch dahin, den Südtiroler Vernatsch DOC mit seinen verschiedenen Ursprungsbezeichnungen nur noch in die 7/10-Flasche zu packen, was eine zusätzliche Aufwertung für den Vernatsch wäre, ist Waldboth überzeugt.

das Problem ist, wenn ich mit den Erträgen runter gehe – und das ist Grundvoraussetzung für einen neuen Vernatsch, dann muss auch der Preis rauf. Das wendet sich an eine andere neue Kundschaft, die muss man sich erobern – aber das ist eine Marketingaufgabe!

Wie soll diese neue Vernatschkundschaft gewonnen werden?

Zuerst müssen die Weine da sein, das ist klipp und klar! Vielleicht braucht es auch einen neuen Vernatschwettbewerb mit neuen Definitionen, die ganz präzise von den besten Weinexperten definiert werden müssen. Und dann muss man daraus ein Event machen, wo der neue Vernatsch von Südtirol präsentiert wird. Ein Wein, den es sonst nirgends gibt, ein Wein mit zurzeit etwa 12,5 Grad Alkohol, aber mit unglaublichen sauberen Aromen, ein Wein, der die Ehrlichkeit wiederspiegelt und die Regionalität. Das ist eigentlich die Eleganz des neuen Südtirols!

» Ich glaube, dass es vor zehn Jahren deutlich schwieriger gewesen wäre, den Vernatsch höher zu positionieren. «

Sie sagten in Ihrem Vortrag, dass heute eine sehr junge innovative Winzerszene am Werk ist, die stark auf Ursprünglichkeit und Leichtigkeit setzt. Passt der Vernatsch da rein?

Ich glaube, dass es vor zehn Jahren deutlich schwieriger gewesen wäre, den Vernatsch höher zu positionieren und dass wir heute in einer günstigeren Lage sind. Bei all den Barrique- und sonstigen üppigen Weinen auf der Welt ist das ja nichts Besonderes mehr, es gibt eine starke Bewegung dagegen. Und auf dieser Gegenbewegung reitet auch die Möglichkeit für den neuen Vernatsch.

Der Vernatsch stellt heute nur mehr etwa 18 Prozent der Südtiroler Weinproduktion, Tendenz sinkend – eine gute Entwicklung?

Ich denke, dass mit den noch verbliebenen rund 800 Hektar Vernatsch jetzt die kritische Masse wohl erreicht sein müsste. Wichtig ist nur, dass der Vernatsch in den Händen von Winzern ist, die damit umgehen können. Wir brauchen niemanden mit einem Vernatsch, der daraus einen schlechten Wein macht.

Wieviel Zeit würden Sie Südtirol einräumen, um den Vernatsch am Markt höher zu positionieren und eine höhere Wertschöpfung zu erzielen?

Ich denke, dass man den Vernatsch in fünf Jahren dort haben könnte, wo man ihn haben möchte. Eine gewisse Durststrecke wird es zu überwinden geben, es müssen Pioniere her, die vorreiten und zeigen wie es geht, damit die anderen auf diesem Modell nachfahren können. Es waren immer die Pioniere, die neuen Ideen die Bresche geschlagen haben, aber so wird’s auch beim Vernatsch sein!

Welches Potential sehen Sie für Südtirols Weine in Ihrer Heimat Österreich?

Der österreichische Wein hat im eigenen Land einen sehr hohen Marktanteil, aber wir kriegen immer mehr gute Qualitäten auch von anderen Ländern herein, jedoch nicht mehr die Massenweine. Und Südtirol war früher sehr präsent, vor allem in Westösterreich war ja der Rotwein ausschließlich aus Südtirol, das ist vorbei und es ist noch nicht ganz gelungen, dies durch Qualitätsweine zu ersetzen. Ich würde in Österreich aber durchaus Potential für Südtirol sehen, allerdings für Topweine. Mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis auf der einen und den Top-Qualitäten auf der anderen Seite kann Südtirol in Zukunft auch in Österreich wieder Fuß fassen, aber nicht mehr mit diesen Mengen, wie sie es früher durch die Tankzüge und Schankweinqualitäten waren.

In Österreich dominieren private Winzerbetriebe die Weinwirtschaft, in Südtirol hingegen stark die Genossenschaften. Wie sehen Sie das?

Hier in Südtirol ist ein hoher genossenschaftlicher Organisationsgrad, das ist gut so, das funktioniert auch, weil die Genossenschaften sehr in die Qualität gegangen sind. Hier sind viele Genossenschaften sicherlich unter den renommiertesten Marken und Produzenten von Wein und das ist tatsächlich ein Asset, also ein Vorteil für Südtirol.

interview: thomas hanni

Foto
unten: Paul Hafner
Wilhelm Klinger: Einzigartigkeit des Vernatsch als Trumpf

Informationstagung in Salzburg: Stärke durch Vielfalt

Warum Kontrollgremien mehr Frauen brauchen und wie die Generation Y für eine Funktion bei Raiffeisen zu begeistern ist, waren Themen der 51. Informationstagung des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV).

Die Informationstagung, die Ende Jänner unter dem Motto „Neues Denken – Neues tun“ in Salzburg stattfand, gab Raiffeisen-Spitzenfunktionären aller Sparten einen Einblick in aktuelle Entwicklungen im Raiffeisensektor und darüber hinaus.

„Funktionäre sind unverzichtbar“, stellte Raiffeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner eingangs klar. Ein Funktionär stehe „für Entscheidungen auf Basis von Werten, für Geschäft auf Basis von Mitgliederinteressen und für Zukunft auf Basis von Herkunft“. Der Funktionär komme einem „Fahrlehrer für das Management“ gleich. Er habe „eigene Pedale“, lasse das Management im Alltag aber alleine fahren und greife so wenig wie möglich ein, aber wenn nötig, dann könne und traue er sich auch. „Nur mitfahren geht nicht“, betont Rothensteiner.

Die Aufgaben im Kontrollgremium hätten sich dabei in den vergangenen Jahren stark verändert, schreibt die „Raiffeisenzeitung“, die Wochenzeitung des Österreichischen Raiffeisenverbandes, in einem Artikel. Ohne die Zustimmung des Aufsichtsrats gehe heute gar nichts mehr, erklärte Josef Fritz, Geschäftsführer von Board Search und damit Headhunter für Aufsichtsräte. Auf Basis von Vertrauen seien Qualifikation, Eignung und Unabhängigkeit die wichtigsten Kriterien für ein gut funktionierendes Kontrollgremium. Bei der Zusammensetzung des Kontrollorgans spielt die Vielfalt der Mitglieder eine entscheidende Rolle. „Man kann nicht mit elf Torhütern auf das Feld gehen“, veranschaulichte der Aufsichtsratsvermittler.

Funktionärinnen-Beirat

Der Raiffeisensektor erkennt hier Nachholbedarf und will etwa eine stärkere Vertretung von Frauen in den Gremien, hieß es. Im Vorjahr wurde deshalb der FunktionärinnenBeirat im Österreichischen Raiffeisenverband gegründet. Neben dem Netzwerk für Erfahrungsaustausch arbeitet der Beirat gerade gemeinsam mit dem Raiffeisen Campus an einem speziellen Ausbildungsprogramm und an einem Informationsseminar für potenzielle Funktionärinnen.

Revisionsdirektor Robert Nicolussi, ÖRV-Generalanwalt Walter Rothensteiner, Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck, ÖRV-Generalsekretär Andreas Pangl.

Aber nicht nur auf Funktionärsebene, sondern auch auf Managementebene gebe es Nachholbedarf.

Allgemein bemüht man sich bei Raiffeisen auch um mehr Jungfunktionäre. Kerstin Bund, Wirtschaftsredakteurin bei „Die Zeit“ und Kennerin der sogenannten Generation Y, ist überzeugt: „Was die Jüngeren wollen, kommt auch den Älteren zugute und auch die Unternehmen profitieren von dem Wandel.“ Wichtig für Jungfunktionäre seien flache Hierarchien, sofortiges Mitspracherecht und die aktive Kommunikation von Sinn und Zweck. Die Jugend sehe Genossenschaften derzeit als „Schlafverein“.

Subsidiarität

im Zentrum

Neben der Solidarität rückt für Erwin Hameseder, Obmann der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, der Raiffeisenwert Subsidiarität ins Zentrum: „Wir müssen uns darauf besinnen, was können wir den Raiffeisenbanken abnehmen, damit sie ihr Geschäft vor Ort weiter professionalisieren können.“ An der Autonomie der Raiffeisenbanken will Hameseder nicht rütteln, aber dennoch versuchen „operativ in Teilbereichen die Zweistufigkeit herzustellen“.

Das Wir-Gefühl der Funktionäre werde dazu führen, dass Raiffeisen nicht in der Vergangenheit „picken bleibt“, sondern den Mut

aufbringe, notwendige Veränderungen herbeizuführen.

Zukunftswerkstatt mit Erdung

Das Leitbild der Genossenschaften in die Sprache der heutigen Zeit zu bringen, das ist auch die Aufgabe der neugegründeten Stabsstelle für Genossenschaftsstrategien- und perspektiven im Österreichischen Raiffeisenverband. Im ersten Schritt sollen mit Hilfe einer Online-Plattform gute Ideen ausgetauscht und neue Initiativen vernetzt werden. „Wir wollen im Raiffeisenverband eine Zukunftswerkstatt mit Erdung und hohem Praxisbezug sein“, erklärte der Verantwortliche Justus Reichl. Ein Schwerpunkt liegt dabei auch in der internen Kommunikation, denn eine explorative Studie der Universität Wien habe gezeigt, dass 40 Prozent der Kundenberater mit dem Wunsch einer Genossenschaftsmitgliedschaft nichts anzufangen wissen, schreibt die Raiffeisenzeitung.

An der Informationsveranstaltung des ÖRV hatten vom Südtiroler Raiffeisenverband Obmann Heiner Nicolussi-Leck und Revisionsdirektor Robert Nicolussi teilgenommen. Zu den Referenten zählten neben RaiffeisenGeneralanwalt Walter Rothensteiner und ÖRVGeneralsekretär Andreas Pangl u. a. auch Rechnungshofpräsident Josef Moser und Außenminister Sebastian Kurz.

abi-kommission

Präsident bestätigt

Der Vollzugsausschuss der italienischen Bankenvereinigung ABI hat letzthin die Regionale Kommission ernannt. Die Kommission, die aus zehn lokalen Bankenvertretern besteht, trat Ende Jänner zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, wurde in seiner Funktion als Präsident der Kommission bestätigt. Massimiliano Bonifacio vom Raiffeisenverband wurde ein weiteres Mal zum Sekretär ernannt; weiteres Kommissionsmitglied ist Zenone Giacomuzzi, Generaldirektor der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG. Inhaltliche Schwerpunkte des ersten Treffens waren die aktuelle Kreditentwicklung in Südtirol und die Initiative „Banche 2020“ und deren Umsetzung.

125 Jahre Raiffeisenkasse Salurn

Die Raiffeisenkasse Salurn blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde vor genau 125 Jahren als Spar- und Darlehensverein gegründet.

Am 2. Februar 1890 versammelten sich in Salurn im Gasthof „Zum Schwarzen Adler“ 29 Bürger um ihren „Spar- und Darlehenskassenverein“ zu gründen. Das runde Jubiläum wurde genau am 2. Februar in allen fünf Geschäftsstellen mit einem kleinen Umtrunk gefeiert: Salurn, Margreid, Kurtatsch, Laag und Neumarkt. Neben Mitgliedern und Kunden kamen auch Vertreter der Südtiroler Raiffeisenorganisation zur Feier.

„Wir sind eine Institution im Unterland und können auf eine ereignisreiche, aber doch erfolgreiche Geschichte zurückblicken“, freute sich Michele Tessadri, Obmann der Raiffeisenkasse Salurn. Auf die Entwicklung ging Direktor Manfred Huber ein. „Die Raiffeisenkasse Salurn ist eine Bank mit großer Tradition, die heute gut dasteht und für Kunden und Mitglieder bestmöglichste Dienste anbieten will."

Schalterdienst nur am Sonntag

Die Anfänge der Genossenschaftsbank waren bescheiden: der eigentliche Kundendienst des „Sparund Darlehensvereins für Salurn“ begann am 20. April 1890, dabei wurde die Schaltertätigkeit in Salurn jeden Sonntag von 13 bis 15 Uhr abgehalten. Heute umfasst das Einzugsgebiet der Bank die Gemeinden Salurn, Kurtinig, Margreid, Kurtatsch

Raiffeisen Weiterbildungskurse

und Neumarkt. In Margreid wurde 1971 in Schalter eröffnet, in Kurtatsch 1973, in Laag 1986 und Neumarkt 1993.

Heute verwaltet die Raiffeisenkasse Salurn Gesamteinlagen von rund 266 Millionen Euro, die Ausleihungen belaufen sich auf 230 Millionen Euro und die verwalteten Mittel auf 314 Millionen Euro. Das Eigenkapital beträgt rund 52 Millionen Euro, das Kundengeschäftsvolumen 544 Millionen Euro. Die Raiffeisenkasse Salurn zählt 52 Mitarbeiter und über 2000 Mitglieder.

So bringe ich Arbeit, Freizeit und Familie unter einen Hut

Informationstagung: Raiffeisen Rundum-Vorsorge

Unternehmensgründung

Sanierung von Hotelbetrieben

Erbschaft und Schenkung- aus rechtlicher und steuerrechtlicher Sicht 11.03.2015

Fresh Up im Servicebereich

Arbeitsrechtliche Aspekte in der Praxis für Personalverantwortliche, Personalsachbearbeiter der RGO

11.03.2015

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945454, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)

Eberle/Bozen

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Raiffeisen Landesbank-Obmann Michael Grüner, Obmann Michele Tessadri, Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck

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