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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

EU-Parlamentarier Herbert Dorfmann informierte über die Auswirkungen des geplanten Freihandelsabkommens TTIP auf die Landwirtschaft

Chancen und Risiken

Ist es ein Vorteil für unsere Landwirtschaft, oder liefern wir uns der Willkür der Konzerne aus? Das Freihandelsabkommen TTIP hat nicht nur Befürworter. Der Europaparlamentarier Herbert Dorfmann ist um Aufklärung bemüht.

Zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union wird derzeit das „Transatlantische Freihandelsabkommen“ (TTIP) verhandelt, das den Handel zwischen den beiden Wirtschaftsmächten vereinfachen soll. Doch viele stehen dem Abkommen skeptisch gegenüber.

Der Europaparlamentarier Herbert Dorfmann teilt die Bedenken, glaubt aber auch, dass hier eine Kampagne am Werk sei. „Es ist keine fachliche, sondern eine politische Debatte“, sagte Dorfmann bei einem Vortrag vor den Obleuten und Geschäftsführern der landwirtschaftlichen Genossenschaften zu den Auswirkungen des geplanten Freihandelsabkommens TTIP auf die Landwirtschaft.

Besonders linke Parteien würden keine Annäherung an die USA wollen, sagte Dorfmann, man solle sich aber von der negativen Stimmung nicht verunsichern lassen: das Abkommen biete große Chancen.

Zwei Kolosse rücken näher

Mit dem Freihandelsabkommen, offiziell „Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft“ genannt, rücken die beiden größten Wirtschaftsblöcke der Welt näher zusammen. EU und USA zusammen erwirtschaften mehr als die Hälfte des weltweiten Bruttoinlandsprodukts, der Handel zwischen den beiden Blöcken entspricht einem Drittel

des gesamten Welthandels, das Handelsvolumen beträgt 700 Milliarden Euro pro Jahr. Das heißt, dass aus Europa täglich Waren und Dienstleistungen im Wert von einer Milliarde Euro in die USA verkauft werden, und um eine weitere Milliarde eingekauft werden. Doch diese Position gilt es zu wahren: Mit dem Abkommen soll das Handelsvolumen um 6 Prozent steigen.

Handel wird einfacher

Abgebaut werden sollen tarifäre wie nichttarifäre Handelshemmnisse. Über den Abbau der tarifären Hemmnisse, also der Zölle, herrscht Einigkeit. Die Zölle schützen auch

fachtagung

Medien & Genossenschaft

„Medien- und Unternehmenskommunikation als Herausforderung für Genossenschaften. Die neue Kommunikationsstrategie des Raiffeisenverbandes Südtirol.“

Unter diesem Motto steht eine Fachtagung des Raiffeisenverbandes am 3. März von 9-13 Uhr im Raiffeisenhaus Bozen für Geschäftsführer und Verantwortliche für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Mitgliedsgenossenschaften.

Tagungsthemen:

• „Professionelle Presse- und Öffentlichkeitsarbeit am Beispiel des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)“, Melanie Schmergal, Pressesprecherin BVR, Berlin

• „Wert und Messung der Medienarbeit für Unternehmen“, Julia Wippersberg, Geschäftsführerin MediaWatch - Institut für Medienanalysen, Wien

• „Kommunikation in der Raiffeisenorganisation Südtirol: Herausforderungen meistern, Chancen sehen“, Gerlinde Manz-Christ, Geschäftsführerin „direct diplomatic communications“, Liechtenstein

• „Sicher gemeinsam: Die Kommunikationsstrategie des Raiffeisenverbandes“, Paul Gasser, Generaldirektor Raiffeisenverband

• „Schwerpunkte der RVS-Unternehmenskommunikation“: Vorstellung neuer Raiffeisen Medien durch die Stabsstelle Unternehmenskommunikation Anmeldungen bis 16. Februar unter rvs.unternehmenskommunikation@raiffeisen.it oder Telefon 0471-945 477.

Agrarprodukte vor der Konkurrenz durch Importe, die EU verlangt dabei von US-amerikanischen Importeuren höhere Abgaben als umgekehrt. Der Punkt der nichttarifären Handelshemmnisse aber ist höchst umstritten.

Die heiklen Punkte des Abkommens

Im Bereich der Gentechnik werde es zu keiner Einigung kommen, glaubt Dorfmann: „Wir haben da völlig andere Ansichten, ich bin der Meinung, dass weiterhin in der EU keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden sollen.“ Man müsse aber auch klar sagen, dass schon heute Unmengen an gentechnisch verändertem Mais, Soja und Baumwolle nach Europa gelangen. Da keine wissenschaftliche Untersuchung die Schädlichkeit von Gentechnik bestätige, sei die Ablehnung den USA gegenüber schwer argumentierbar.

Kritiker des Abkommens befürchten zudem, dass in Zukunft Konzerne Staaten vor Schiedsgerichten auf Schadenersatz klagen können und die reguläre Gerichtsbarkeit umgehen. Doch Dorfmann sagt, der umstrittene Investitionsschutz sei schon heute Teil

bereits bestehender Abkommen. Ohne dass sich jemand darüber aufregt. Es gebe in der Tat immer wieder Probleme mit Schiedsgerichtsurteilen der Welthandelsorganisation WTO, aber der Investitionsschutz sei ja nicht einseitig und schütze auch europäische Konzerne.

Es geht um Geben und Nehmen. Europäer verstehen nicht, wieso Amerikaner die geschlachteten Hühner mit Chlor desinfizieren. Sie tun das, um Salmonellen abzutöten. Auch Europäer bekämpfen Salmonellen: indem sie den Hühnern ein Leben lang Antibiotika geben. Was ist besser?

Amerikaner klonen und geben Masttieren Hormone. „Das wollen wir nicht“, sagt Dorfmann, „andererseits liefern wir heute Äpfel im Wert von 100.000 Euro pro Jahr in die USA. Das ist praktisch nichts. Wenn wir uns im Bereich der phytosanitären Auflagen mit den USA einigen könnten, würde uns ein riesiger Markt offenstehen.“

Das Abkommen enthält Chancen und Risiken, sagt Herbert Dorfmann: „Während etwa im Bereich Milch der Wettbewerb zunehmen wird, würden endlich europäische Qualitätssiegel von den Amerikanern anerkannt.“

Den Äpfeln zuliebe

Der Europaabgeordnete Herbert Dorfmann sagt, bei welchen Themen man in den Verhandlungen nicht nachgeben will.

Herr Dorfmann, Sie haben gerade über das Freihandelsabkommen gesprochen. Den Namen mögen Sie aber nicht.

Herbert Dorfmann: Ich bevorzuge den Namen Handelsabkommen. Der Begriff Freihandel suggeriert, dass wir einen Binnenmarkt schaffen wollen, wie es ihn in der EU schon gibt, in dem es keine Handelsbeschränkungen mehr gibt. So etwas wird es mit den Vereinigten Staaten nie geben. Wir haben in manchen Bereichen völlig unterschiedliche Standards.

Es werden also Bereiche ausgeklammert?

Wir werden bei gentechnisch veränderten Organismen oder Hormongaben nie eine Einigung erzielen, da haben wir völlig andere Ansichten. Wir können aber auch nicht erzwingen, dass die Amerikaner auf Dinge verzichten, die sie heute tun.

Wie kann Südtirols Landwirtschaft vom Abkommen profitieren?

"Das geplante Handelsabkommen birgt Risiken und Chancen", unterstrich Herbert Dorfmann

Wo sind die Risiken?

Die berechtigte Sorge der Menschen ist, dass in bestimmten Bereichen wie Hormongaben, Gentechnik oder Desinfektion von Schlachtkörpern die Standards nach unten nivelliert werden.

Bis wann könnte das Abkommen stehen?

Ich denke, die Verhandlungen werden 2016 abgeschlossen werden. Danach muss das Abkommen noch von beiden Parlamenten ratifiziert werden.

interview: matthias mayr

Wir liefern zum Beispiel praktisch keine Äpfel in die USA, wegen der heute bestehenden Handelshemmnisse. Das könnte sich mit TTIP ändern. Der Markt wäre da.

Fortbildungsabende für Mandatare mit Resonanz

Im Jänner fand in den verschiedenen Landesteilen die erste Runde der neuen Fortbildungsabende für Mandatare der Raiffeisenkassen statt. Mit positivem Anklang.

Verwaltungs- und Aufsichtsräten kommt eine besondere Rolle zu. Neben der strategischen Steuerung der Bank und der Kontrollfunktion sind die Mandatare auch Bindeglied zwischen der genossenschaftlich geführten Raiffeisenkasse und den Mitgliedern. Die Herausforderungen für Mandatare wachsen ständig.

Mandatare informieren sich

Bei der ersten Fortbildungsreihe, die in Latsch von Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck eröffnet und in Meran, Bozen, Brixen und Bruneck fortgesetzt wurde, informierten sich über 300 Mandatare über aktuelle bankwirtschaftliche, rechtliche, aufsichtsrechtliche und verbundrelevante Themen. „Wir wollen damit ein aktives Informationsmanagement und eine hohe Informationsqualität bieten“, sagte Generaldirektor Paul Gasser, der über das aktuelle wirtschaftliche Umfeld informierte.

Revisionsdirektor Robert Nicolussi analysierte das Geschäftsjahr 2014 der Raiffeisenkassen und beleuchtete deren Geschäftsgebarung. Dabei ging er u. a. auf Themen wie Risikoneigung, Investitionsverhältnis, Einlagenkonzentration, mögliche Interessenskonflikte in der Ausübung der Tätigkeit und Produktivität der Mitarbeiter ein. Mit den steigenden Herausforderungen im Bankgeschäft einhergehen müsse auch die Aus- und Weiterbildung und Qualifikation der Mitarbeiterschaft, meinte Nicolussi.

Andreas Mair am Tinkhof, Leiter der Hauptabteilung Bankwirtschaft, zeigte verschiedene Rentabililäts-Szenarien für die Zeitspanne 2014-2017 auf. Insgesamt könne man von einer weiter positiven Entwicklung in den Raiffeisenkassen ausgehen, meinte Mair am Tinkhof.

Kein unnahbarer Verband

Vizedirektor Christian Tanner erläuterte u. a. die „Strategische Ausrichtung 2018“ des Raiffeisenverbandes – der 29 strategische Ziele und 84 abgeleitete Maßnahmen mit verbindlichen Messgrößen und Zielwerten zugrunde liegen –, sowie die Mehrjahrespla-

Führungskräfte des Raiffeisenverbandes informierten über bankwirtschaftliche, rechtliche, aufsichtsrechtliche und verbundrelevante Themen.

nung. Diese ermögliche Planungssicherheit für die Mitgliedsgenossenschaften und ein aktives Kostenmanagement. Ziel sei es auch, die Zusammenarbeit im Verbund zu stärken, eine aktive Mitgliederunterstützung und Interessenvertretung zu betreiben und die Nutzenstiftung weiter zu erhöhen. „Wir wollen kein unnahbarer Verband sein“, sagte Tanner.

Corporate Governance

Michael Obrist, Leiter der Hauptabteilung Recht, erläuterte die wesentlichen Prinzipien der Maßnahme der Bankenaufsicht zur Corporate Governance, also den Regeln und Anforderungen an eine moderne Bank bzw. an die handelnden Akteure sowie deren Zusammenspiel. Prinzipien wie Wirksamkeit und Effizienz spielen darin eine ebenso wichtige Rolle wie das Bewusstsein für die Aufgaben und Verantwortungen und eine klare Rollenverteilung zwischen den zentralen Funktionen der Strategieformulierung, der Geschäftsleitung und der Kontrolle. Zur Umsetzung ist es Aufgabe der Bank bzw. der handelnden Personen, sich selbst in den verschiedenen

Bereichen zu bewerten und die notwendigen Maßnahmen abzuleiten.

Weitere Themen bildeten u. a. die aktuelle Lage der italienischen Genossenschaftsbanken, die kollektivrechtliche Situation bei den Banken und der Einlagensicherungsfonds.

Bei den Fortbildungsabenden wurde auch auf das vielfältige Angebot für Verwaltungsund Aufsichtsräte im neuen Bildungsprogramm des Raiffeisenverbandes verwiesen. Die nächsten Fortbildungsabende für Mandatare der Raiffeisenkassen finden im Mai statt.

Über 300 Mandatare der Raiffeisenkassen nahmen an den neuen Fortbildungsabenden teil.

krankenabsicherung

Raiffeisen als Vorzeigemodell

Vertreter der Banca d’Italia informierten im Raiffeisenverband.

Bei einem Treffen im Raiffeisenverband informierten sich Vertreter der Banca d’Italia über den sektorenbezogenen Wechselseitigen Krankenbeistandsverein (WKV) und über den neu gegründeten Raiffeisen Gesundheitsfonds. Beide Lösungen wurden als erfolgreiches Vorzeigemodell für die Krankenabsicherung gelobt und eine künftige Zusammenarbeit in diesem Bereich nicht ausgeschlossen. An dem vom Raiffeisenverband organisierten Treffen nahmen Maurizio Silvi (Vizedirektor Banca d’Italia Filiale Bozen), Gaetano Gubitosi (Direktor Banca d’Italia Filiale Latina) Stefano Barra (Präsident, Gewerkschaft der Führungskräfte der Zentralbank), Generaldirektor Paul Gasser, Vizedirektor Christian Tanner, Marina Rocchetti (Raiffeisen Versicherungsdienst), Christoph Gamper und Ralf Niederstätter (Hauptabteilung Personal und Arbeitsrecht) und Klaus Gufler teil.

Raiffeisen-Pensionsfonds im Plus

Ende 2014 waren mehr als 21.500 Südtiroler in den Raiffeisen Pensionsfonds eingeschrieben. Alle drei Investitionslinien erzielten ein gutes Jahresergebnis.

Die Entwicklung auf den Finanzmärkten war im abgelaufenen Jahr durch eine kontinuierliche Liquiditätszufuhr seitens der Zentralbanken sowie durch zahlreiche unerfreuliche geopolitische Ereignisse gekennzeichnet. Die Renditen der Staatsanleihen fielen schließlich auf historische Tiefststände. Die Aktienmärkte verzeichneten neue historische Höchstwerte.

Südtiroler vertrauen Pensionsfonds

„Wir sehen, dass immer mehr Südtiroler die Notwendigkeit der privaten Vorsorge erkennen und sich in den Raiffeisen Pensionsfonds einschreiben“, sagt Roman Jablonsky, Mitglied der Geschäftsleitung der Raiffeisen Landesbank Südtirol. Mit 3.000 neu Eingeschriebenen ist der Raiffeisen Pensionsfonds 2014 erheblich stärker gewachsen, als die meisten Pensionsfonds in Italien. Zum Jahresende 2014 zählte der Raiffeisen Pensionsfonds, mit einem Zuwachs von über 16%, mehr als 21.500 eingeschriebene Südtirolerinnen und Südtiroler.

Zuwachsrate im Spitzenfeld

Das verwaltete Vermögen des Raiffeisen Pensionsfonds ist im Jahr 2014 um über 69 Mio. Euro angestiegen. Zum Jahresende liegt das verwaltete

Raiffeisen Weiterbildungskurse

Persönlicher Kundenkontakt über digitale Raiffeisen-Kanäle

Vermögen, mit einem Zuwachs von über 22%, somit bei 375 Mio. Euro.

Gute Ergebnisse in allen Linien

Den Vermögensverwaltern des Raiffeisen Pensionsfonds ist es auch 2014 gelungen, die positive Entwicklung auf den Finanzmärkten zu nutzen. Die Obligationen-Linie „Safe“ führt mit einer Performance von +9,23% das Feld an, gefolgt von der Linie „Activity“, deren Aktienquote bei 25% liegt, mit +7,24% und der Linie „Dynamic“, mit einer Aktienquote von 65%, welche ein Plus von 3,50% verzeichnen konnte.

Roman Jablonsky: Immer mehr Südtiroler erkennen die Notwendigkeit einer privaten Zusatzvorsorge

RVS Raiffeisensaal Power Training für Berater I Vom Bedarfsfeldcheck zum Kundennutzen

Hotel Eberle/Bozen

Jährliche Weiterbildung B+Modul

Praxisworkshop Kreditprüfung

Diverse

25.02.2015 Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn Gelungene und sichere Kommunikation via Facebook und Co. und im direkten Kundenkontakt 25.02.2015 Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Thomas Hanni, Ingeborg Stubenruß (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)

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