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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Der Raiffeisenverband Südtirol hielt am vergangenen Freitag seine Jahresvollversammlung traditionellerweise im Pavillon des Raiffeisenhauses in Bozen ab.

Voller Mut und Zuversicht

Eine zufriedenstellende Bilanz über das Geschäftsjahr 2013 zog der Raiffeisenverband bei der Jahresvollversammlung im Raiffeisenhaus Bozen.

„Trotz wirtschaftlicher Turbulenzen konnten die Raiffeisen-Genossenschaften ihre Geschäftstätigkeit zufriedenstellend fortführen“, sagte Obmann Heiner Nicolussi-Leck.

630 Mio. Euro Wertschöpfung

Von den 1003 Genossenschaften gehörten Ende 2013 370 Genossenschaften mit 123.216 Mitgliedern dem Raiffeisenverband an. Die Raiffeisenkassen konnten die Kundeneinlagen um 7,7% auf 9,8 Mrd. Euro und das Kreditvolumen um 0,25% auf 9,34 Mrd. Euro steigern. Die Obstgenossenschaften vermarkteten über 872.000 Tonnen Obst und Gemüse (-20%),

die Kellereigenossenschaften 250.000 Hektoliter Wein (-1,9%) und die Molkereien 371.000 Tonnen Milch (-0,4%). Insgesamt erzielten die Raiffeisen-Genossenschaften eine Bruttowertschöpfung von mehr als 633 Millionen Euro. Dies bedeutet, dass die Raiffeisenorganisation für jeden einzelnen Haushalt in Südtirol knapp 3.000 € an Bruttowertschöpfung generiert hat.

Die Gesamtbilanzsumme der RaiffeisenGenossenschaften lag bei 16,1 Mrd. Euro, das Eigenkapital bei 2,7 Mrd. Euro und die Zahl der Mitarbeiter bei rund 7.500.

„Wir konnten auch 2013 auf ein qualitatives Wachstum setzten, die Produktivität stei-

gern und zukunftsweisende Investitionen tätigen“, sagte Generaldirektor Paul Gasser. Er konnte auf eine vielfältige Verbandstätigkeit verweisen und ging in seinem Bericht auf die allgemeine wirtschaftliche Rezession ein, die auch in Südtirol verstärkt spürbar geworden sei. „Aufgrund der Abnahme der öffentlichen Beiträge und des Rückzugs der öffentlichen Institutionen aus wichtigen sozialen und wirtschaftlichen Bereichen ist das genossenschaftliche Grundprinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ aktueller denn je, sodass neue Geschäftsfelder und neue Genossenschaften entstehen werden“, sagte Paul Gasser.

Genossenschaften voran

Europaparlamentarier Herbert Dorfmann betonte den Umstand, dass mit der Unterstützung des Raiffeisenverbandes eine neue europäische Finanzarchitektur geschaffen wurde, die das Überleben auch der kleinen Banken wie der Raiffeisenkassen sicherstellt. Federico Cornelli, operativer Direktor der Federcasse in Rom, bedankte sich seinerseits für die in Brüssel erfolgte Arbeit, die allen Genossenschaftsbanken Italiens zugutekomme. Konrad Irtel, ehrenamtlicher Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, betonte die Tatsache, dass Genossenschaftsbanken in Deutschland das beste Rating aufweisen. Maria Hochgruber Kuenzer meinte, dass die Kraft von Raiffeisengenossenschaften darin liege, Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven zusammenzubringen, woraus allen ein Vorteil erwachse. Anwesend waren zudem Senator Hans Berger, Kammerabgeordneter Alfred Plangger, die Landtagsabgeordneten Helmuth Renzler und Bernhard Noggler, Alt-Landeshauptmann Luis Durnwalder und Luigi Parisotto, Direktor der Filiale Bozen der Banca d’Italia.

Die Jahresvollversammlung bietet den Mitgliedern des Raiffeisenverbandes eine gute Gelegenheit für den Informations- und Gedankenaustausch.

Kornspeicher für Äthiopien errichtet

Seit Jahren engagiert sich die Caritas der Diozöse Bozen-Brixen in Äthiopien. Zusammen mit Raiffeisen Südtirol wurden nun zwei neu Kornspeicher errichtet.

Der Verwaltungsrat des Raiffeisenverbandes und der Koordinierungsausschuss der landwirtschaftlichen Genossenschaftsverbände sowie die Geschäftsführer der Raiffeisenkassen Südtirols haben im vergangenen Jahr die

Finanzierung für den Bau von zwei Getreidespeichern sichergestellt.

Bei einem im Mai dieses Jahres erfolgten Besuch hat sich die Delegation aus Südtirol bestehend aus Alt-Landeshauptmann Luis

Eine Delegation aus Südtirol hat sich die neuen Kornspeicher in Äthiopien im Mai angesehen.

Durnwalder, der Spitze des Bauernbundes sowie dem Direktor der Raiffeisenkasse Laas Ludwig Platter und dem Vizedirektor des Raiffeisenverbandes Christian Tanner vor Ort einen direkten Einblick verschafft. Bauern müssen einen großen Teil ihrer Ernte zu sehr niedrigen Preisen verkaufen, um nachher das meiste davon für den doppelten oder dreifachen Preis zurückzukaufen. Diese Situation entzieht den Bauern den größten Teil ihres Haupteinkommens, führt zu weiterer Nahrungsunsicherheit und verschärft die akute Armut.

Dieses Projekt will die lokale Lagerhaltung und die Vermarktung des Getreides nachhaltig verbessern, indem sich die Bauern in Mehrzweckgenossenschaften zusammenschließen und ihr Getreide in Getreidespeichern gemeinsam lagern.

Den Bauern garantieren diese neuen Getreidespeicher erstmals ein faires Einkommen, da sie ihre Ernte fachgerecht lagern und zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn verkaufen können.

Alfred Gianotti erhält Ehrennadel

Bei der Vollversammlung der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft LeifersBranzoll (BLB) wurde der langjährige Obmann Alfred Gianotti Ende April mit der Raiffeisen Ehrennadel in Bronze geehrt.

Alfred Gianotti, Gründungsmitglied der 1973 aus der Taufe gehobenen landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft Branzoll, wurde 1976 nach drei Jahren als Aufsichtsrat zum Obmann gewählt und leitete die Genossenschaft für 28 Jahre. Nach der Fusion mit der Bezugsgenossenschaft Leifers im Jahr 2004 wurde Gianotti Obmannstellvertreter der neuen Bezugsgenossenschaft Leifers-Branzoll. „Alfred Gianotti hat den Fusionsprozess vorbildlich begleitet“, sagte Laudator Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes. Die Fusion schaffte die Voraussetzungen, um den Mitgliedern weiterhin günstige Einkaufsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Bedarfsgüter zu gewährleisten. „Alfred Gianotti stand 41 Jahre ununterbrochen ehrenamtlich und unentgeltlich im Dienste der genossenschaftlichen Idee und hat sich als Aufsichtsrat, Obmann und Obmannstellvertreter stets für die Interessen der Bezugsgenossenschaft und ihrer Mitglieder eingesetzt“, sagte Nicolussi-Leck in seiner Laudatio. Er überreichte Gianotti für seine genossenschaftlichen Verdienste die RaiffeisenEhrennadel in Bronze. Gianotti war 23 Jahre lang auch Aufsichtsrat in der Raiffeisenkasse BranzollAuer und ist nach wie vor u. a. als Verwaltungsrat

konsortium

Niedermayr ist neuer Präsident

im Bonifizierungskonsortium EisackmündungGmund tätig.

Obmann Klaus Perathoner, der im Namen der Genossenschaft seinem Vorgänger zur Auszeichnung gratulierte, konnte bei der Vollversammlung auf ein gutes Geschäftsjahr 2013 verweisen. Ende 2013 wies die Genossenschaft eine Bilanzsumme von 3,27 Mio. Euro, einen Umsatz von 2,56 Mio. Euro und einen Gewinn von knapp 100.000 Euro auf. Die Bezugsgenossenschaft zählt heute 326 Mitglieder und hat sich zu einem Vorzeigebetrieb mit schlanker Verwaltungsstruktur entwickelt.

Kalterer Weinführer vorgestellt

wein.kaltern macht mit dem Weinführer einen weiteren, wichtigen Schritt Richtung qualitätsbewusstes und kulturell aufgeschlossenes Weindorf.

Die Weiß- und Rotweine aus Kaltern, direkt an der Südtiroler Weinstraße gelegen, gehören zu den Besten in Südtirol und ganz Italien. Einen spezifischen Weinführer dieses Gebietes gab es noch

Die Kalterer Weinbaubetriebe haben den neuen Weinführer Mitte Juni am Kalterer See vorgestellt.

keinen. Der neue Weinführer, der nun vorgestellt wurde, bietet eine genaue Darstellung des Anbaugebietes Kaltern und beleuchtet neben dem geologischen auch den kulturgeschichtlichen Hintergrund. Im Mittelpunkt stehen die Weine, die in ihren verschiedenen Ausprägungen und Qualitäten in Kaltern zu finden sind. Verschiedene Faktoren wie Jahrgang, Terroir und Charakteristiken der einzelnen Winzer wirken zusammen und geben der einzigartigen Vielfalt der Kalterer Weine Gestalt. Abgerundet wird die Darstellung durch die Beschreibung der einzelnen Betriebe.

„Der Weinführer bildet eine wichtige Etappe in der Entwicklung unserer Qualitätsinitiative“, sagte Sighard Rainer, Präsident der Qualitätsinitiative wein.kaltern, bei der Präsentation. Mehr dazu unter: info@wein.kaltern.com.

Bei der ersten Vorstandssitzung nach den Wahlen des Konsortiums Südtiroler Wein wurde der Präsident neu bestellt. Maximilian Niedermayr, Obmann der Kellerei Schreckbichl, folgt auf Anton Zublasing, der die Geschicke des Konsortiums in den letzten drei Jahren leitete. Martin Foradori, Inhaber des Weingutes J. Hofstätter wurde als Vizeobmann bestätigt. Der Vorstand setzt sich zudem aus Georg Höller (Kellerei Terlan) Andreas Kofler (Kellerei Kurtatsch), Michael Goëss Enzenberg (Manincor), Bernhard Pichler (Messnerhof), Florian Schmid (Weingut Schmid Oberrautner), Manfred Schullian (Erste & Neue), Leo Tiefenthaler (Kellerei Tramin) und Peter Zemmer (Peter Zemmer) zusammen.

Maximilian Niedermayr, Obmann der Kellerei Schreckbichl

Obmann Klaus Perathoner, Altobmann Alfred Gianotti und Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck.

Pflege langfristig sichern

Der Wechselseitige Krankenbeistandsverein (WKV) der Raiffeisen Geldorganisation stellt ein tragfähiges Modell der Kranken- und künftigen Pflegesicherung dar.

In Südtirol gibt es zur Zeit an die 12.000 pflegebedürftige Personen, zwei Drittel davon werden ambulant betreut und versorgt. Wenig qualifizierte Nachwuchskräfte in der Pflege stehen immer mehr Menschen gegenüber, die auf Hilfe angewiesen sind. Karl Tragust, ehemaliger Direktor des Amtes für Soziales, sprach in seinem Gastvortrag auf der Vollversammlung des WKV über die großen Herausforderungen, die auch aufgrund der demografischen Entwicklung und der geringer werdenden Finanzmittel auf die Pflegesicherung zukommen.

Das Modell des Wechselseitigen Beistandsverein (WKV) der Raiffeisen Geldorganisation könnte auch für noch aufzubauende Pflegesicherung ein brauchbares Modell darstellen. Die Sozialpartner haben im Dezember 2013 ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die Rah-

menbedingungen für die Ausarbeitung der Leistungen im Bereich der Pflegesicherung festgelegt wurden. Für die Ausarbeitung dieser Leistungen wurde der WKV beauftragt, der eine Arbeitsgruppe eingerichtet hat, mit dem Ziel das System der öffentlichen Pflegesicherung in Südtirol anzulehnen und gleichzeitig ergänzende Bedingungen für die Mitarbeiter der Raiffeisen Geldorganisation (RGO) anzubieten. „Unser Ziel ist es, die Dienstleistungen bei Einrichtungen im sanitären Bereich zu erweitern und auszubauen, um für die Mitglieder des WKV bestmögliche Konditionen zu schaffen“, sagte Mauro Bazzanella, Vorsitzender des WKV, im Raiffeisenhaus.

Im Jahr 2013 zählte der WKV 2.379 Mitarbeiter der RGO mit zusätzlich 149 steuerlich zu Lasten lebende Partner und 2.260 Kinder.

Insgesamt wurden 3.720 Schadensakten mit 8.571 Einzelfällen im Ausmaß von 1.235.329,80 Euro bearbeitet. Auch im vergangenen Jahr konnte eine finanzielle Ausgewogenheit erreicht werden.

Schulwettbewerb der Europaregion

22 Schulklassen aus dem Trentino, aus Südtirol und Tirol haben sich am Schulwettbewerb zum Genossenschaftswesen „Educacoop“ beteiligt.

Neun davon haben sich für die Abschlussveranstaltung am 14. Mai in der EURAC Bozen qualifiziert, bei der die Projekte den Jurymitgliedern präsentiert und die Gewinner ermittelt wurden. Unter dem Leitwort „Genossenschaften im Dialog. Innovative Erfahrungen

der genossenschaftlichen Erziehung in den Schulen der Europaregion Tirol“ wurde der grenzüberschreitende Schulwettbewerb „Educacoop“ ins Leben gerufen. Ziel war es, junge Menschen zur Auseinandersetzung mit genossenschaftlichen Werten und Themen anzuregen

und damit die genossenschaftliche Erziehung in den Schulen zu fördern. Konkret haben die Schülerinnen und Schüler eine Werbekampagne zur Stärkung der Genossenschaftsidee für eine selbst gewählte Patengenossenschaft ausgearbeitet. Mit einem Werbefilm zum „lokalen und gemeinsamen Einsatz“ hat die Klasse 4A der WFO Bruneck den ersten Preis unter den Südtiroler Finalisten geholt. Die Klasse 3AK der Tourismusschule Villa Blanka Innsbruck punktete mit ihrem Projekt für die Partnergenossenschaft Hogast. Die beiden Klassen 4A und 4B des Istituto Pavoniano Artigianelli aus Trient siegten mit ihrem Projekt für die Sozialgenossenschaft Relè.

Der Wettbewerb wurde vom Gemeinsamen Büro der Europaregion in Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsverbänden und den Schulverwaltungen der Europaregion organisiert.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Die drei Siegerklassen aus der Europaregion Tirol vor der EURAC in Bozen.
Mauro Bazzanella (Präsident), Christian Tanner (Vizepräsident), Karl Tragust (Gastredner)

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