

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Obstgenossenschaften des VOG haben über 480.000 t Tafelware vermarket, durch welche ein Brutto-Umsatzerlös von 455 Mio. Euro erwirtschaftet wurde.
Kleinere Menge – höhere Umsätze
Ende November fand im „Haus des Apfels“ in Terlan die Jahresvollversammlung des Verbandes der Obstgenossenschaften (VOG) statt. Dabei wurde die Bilanz des Geschäftsjahres 2012/2013 genehmigt und bei den Neuwahlen Obmann und Verwaltungsräte neu bestellt.
Georg Kössler, Obmann des VOG, konnte in seinem Lagebericht auf einen überaus positiven Verlauf der Vermarktungssaison 2012/2013 verweisen. Die Vermarktungsstrategie erbrachte eine Auszahlungssumme, die trotz niedrigerer Anlieferungsmenge einen Mehrerlös sicherte. Die Obstgenossenschaften des VOG vermarkteten über 480.000 t Tafelware, durch welche ein Brutto-Umsatzerlös von 455 Mio. Euro erwirtschaftet wurde. Im Vorjahr wurden 560.000 t geerntet und 415 Mio. Euro erwirtschaftet. Hinzuzurechnen sind die 108.000 t Industrieware, welche von den Mitgliedsgenossenschaften an VOG-Pro-
ducts abgeliefert worden sind und die einen Umsatzerlös von 19 Mio. Euro erzielten.
Neues Vermarktungssystem
Im dritten Jahr der gemeinsamen Vermarktungsstrategie konnte der Obmann ein positives Resümee ziehen: „Unser Vermarktungssystem hat sich bewährt, unsere Position am Markt ist gefestigt und eine gute Ausgangslage für ein weiteres erfolgreiches Vermarktungsjahr scheint gegeben.“
Neben der intensiven Vermarktungstätigkeit wurde im vergangenen Geschäftsjahr im
Verband auch die „Strategie VOG 2010“ einer kritischen Überprüfung unterzogen. Zentrales Thema bleibt die Suche nach einer einheitlichen Methode zur Angleichung der Sortierergebnisse auch bei verschiedenen Modellen der Sortiermaschinen.
„Aber die Diskussionen innerhalb des Verbandes,“ meinte Obmann Georg Kössler, „wie die Zusammenarbeit der einzelnen Genossenschaften in den fünf Pools weiterentwickelt werden kann, darf nicht von unserer zentralen Aufgabe, – der erfolgreichen Vermarktung der Äpfel unserer Produzenten –ablenken.“
Direktor Gerhard Dichgans analysierte die Erntedaten und die Vermarktungsaussichten für das neue Erntejahr. „Zwar dürfte die Gesamternte der 16 Mitgliedsgenossenschaften gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent wachsen“, sagte Dichgans. „Doch allein durch die Hagelschläge im Sommer gingen über 50.000 t Tafelobst verloren.” Das Gesamtvolumen der eingelagerten Tafelware wird daher wieder auf dem eher niedrigen Niveau von 2012 liegen.
Mit der Qualität der eingelagerten Ware könne man zufrieden sein, auch wenn die Spätsorten durch das regennasse Oktoberwetter gelitten haben.
Neuer alter Obmann
Bei den Wahlen wurden der amtierende Obmann Georg Kössler sowie der Vizeobmann

Harald Weis bestätigt. Bernhard Lösch, Obmann der Genossenschaft Bio Südtirol, als Vertreter der Bio-Produzenten des VOG als neuer zusätzlicher Verwaltungsrat gewählt.
Der neue Verwaltungsrat der VOG: Franz Varesco, Norbert LadurnerSchnitzer, Herbert von Leon, Bernhard Lösch, Johann Gasser, Gerhard Dichgans (Direktor), Georg Kössler (Obmann), Otmar Clementi, Andreas Gatscher, Harald Weis (Vizeobmann). Norbert Paoli fehlt.
Die anderen Verwaltungsräte sind Herbert von Leon, Norbert Ladurner-Schnitzer, Johann Gasser, Andreas Gatscher, Norbert Paoli, Otmar Clementi und Franz Varesco.
Energie: dezentral und erneuerbar
Die Jahrestagung des Internationalen Instituts für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) in Innsbruck hat heuer das Thema Energie in den Mittelpunkt gestellt. Die Fachleute waren sich einig: An der erneuerbaren Energie geht kein Weg vorbei. Das Wie steht allerdings offen.
Nach dem Atomunfall in Fukushima und dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie sind die Erwartungen vieler Konsumenten an die Verfechter erneuerbarer Energien gestiegen. Klaus Alois Hein vom Genossenschaftsverband Bayern wies in seinem Impulsreferat auf die große Innovationskraft hin, die zurzeit durch die Förderungen durch die Politik entstehe. Allein seit 2006 sind in Deutschland 60 neue

Auf der IGA-Tagung in Innsbruck stand das Thema Energie im Mittelpunkt. Die Teilnehmer nahmen wertvolle Impulse nach Hause.
Energiegenossenschaften gegründet worden. „Es gäbe da noch ein hohes Entwicklunsgpotential“, meinte auch Moderator und Geschäftsführer des Raiffeisenverbandes Tirol Arnulf Perkounigg, „aber von außen betrachtet fehlt die europäische Gesamtstrategie.“
Die Problematik läge auch in der Tatsache begründet, so Rudi Rienzner, Direktor des Südtiroler Energieverbandes, dass jeder Ein-

Franz Kohler, Lt. der Abt. Revision Waren- und Dienstleistungsgen. im RVS, stellte die Energiegenossenschaft Welschnofen vor.
zelne zum eigenen Energieproduzenten geworden sei. Dadurch sei das Produktionsmonopol der großen Player zu Gunsten dezentraler Geschäftsmodelle gefallen, was alle vor neue Herausforderungen stelle, meinte Rienzner in seinem Impulsreferat.
Erfolgsgeschichte Welschnofen
Nachdem Rudolf Binder, Direktor des Raiffeisenverbandes Oberösterreich, eine neue Form der Bürgerbeteiligungsgenossenschaft vorgestellt hatte, schilderte Franz Kohler, Leiter der Revision Warengenossenschaften im Raiffeisenverband, die Vorteile einer Energiegenossenschaft für die Dorfgemeinschaft am Fallbeispiel seiner Heimatgemeinde Welschnofen. „Die Genossenschaft wurde zur Erfolgsgeschichte, weil die neuen Akteure, die über spezifisches Know-how verfügten, das vorhandene Synergiepotenzial zu nutzen verstanden“, sagte Kohler. Heute zählt die Genossenschaft 240 Mitglieder, die ihren Strom um 25 Prozent billiger erhalten.
Nach der Publikumsdiskussion wurde der IGA Forschungspreis an Dr. Simone RaabKratzmeier vergeben, die in ihrer Dissertation eine theoretische Analyse über Genossenschaftsbanken im Wettbewerb angestellt hat.
Neuer Marketingleiter im Wein-Konsortium
Seit 1. Juli arbeitet Werner Waldboth als Marketingleiter im Konsortium Südtiroler Wein. Seine Ziele und Vorstellungen erörtert er im folgenden Gespräch.
Raiffeisenverband: Sie sind als Marketingleiter eingestellt worden, nicht als Direktor. Weshalb? Diese Rolle wäre ja zu besetzen gewesen.
Werner Waldboth: Das Ziel des Konsortiums ist es zurzeit die eigene Rolle und die eigene Struktur, die 2007 ins Leben gerufen wurde, zu festigen, indem verstärkt Innenmarketing betrieben wird. In einem zweiten Moment dann wird auch ein Direktor angestellt werden.
Welche Maßnahmen werden Sie setzen, um die Struktur des Konsortiums zu festigen?
Das Marketing nach außen funktioniert sehr gut. Hier können wir auf die wertvolle Unterstützung der EOS zurückgreifen. Wo wir aber verstärkt unsere Aufmerksamkeit hinlenken müssen ist auf das Innenmarketing und das Image des Konsortiums. Zurzeit haben der Kellereiverband und die Weingüter Südtirols den Sitz hier im Haus. Mittelfristiges Ziel sollte es sein, auch den Verband der Freien Weinbauern in die Struktur einfließen zu lassen.
» Wo wir verstärkt unsere Aufmerksamkeit hinlenken müssen ist auf das Innenmarketing des Konsortiums. «
Sie waren vorher Geschäftsführer des Tourismusvereins Klausen, kommen also von einer anderen Branche. Glauben Sie, dass diese Ziele erreichbar sind?
Ja, ich denke schon. Die Zeiten werden wirtschaftlich gesehen nicht leichter. Gerade in solchen Zeiten ist es wichtig, auf dem Markt als Südtiroler Weinwirtschaft gemeinsam aufzutreten. Nun gilt es den Konsens bei den Mitgliedern des Konsortiums intern weiter zu stärken.
Haben Sie da an neue Kommunikationskanäle gedacht?
Ja, genau. Es gilt die Mitglieder ständig auf dem Laufenden zu halten, was im Konsortium für Sie getan wird. Wir werden daher den bestehenden
Newsletter verstärken und monatlich herausgeben und wir werden verstärkt Pressearbeit leisten. Jedes Mitglied sollte sich sagen: Ich bin Produzent von Südtiroler Weinen und im Konsortium, da fühle ich mich aufgehoben.
Einige größere private Produzenten sind nicht Mitglieder des Konsortiums. Ist es ein Ziel, alle Produzenten Südtirols als Mitglieder zu gewinnen?
Natürlich wäre es schön, wenn alle Weinproduzenten Mitglied wären, denn wir vermarkten das gesamte Weinland Südtirols und somit profitiert jeder davon. Dann hätten wir auch mehr Mittel, um unsere Aktivitäten auf dem Markt durchzuführen.
Wie groß ist Ihr Budget und woraus speist es sich?
Für das kommende Jahr stehen uns etwas mehr als 2 Mio. Euro zur Verfügung, die wir für Weinwerbung ausgeben. Ein Viertel wird von den Mitgliedern aufgebracht, den Großteil erhalten wir über geförderte EU-Projekte, dann vom Land Südtirol und der Region Trentino Südtirol.

auszeichnung
10 Jahre
Zertifizierung

Galler
erhielt die Auszeichnung für kontinuierliche Zertifizierungsqualität.
Martin Galler, Verantwortlicher der Abteilung IT-Design & Solutions, bei RUN AG erhielt kürzlich für seine zehnjährige fortlaufende CCIE Zertifizierung die Auszeichnung von Seiten des multinationalen Unternehmens und Weltmarktführer im Netzwerkbereich Cisco. Diese Auszeichnung setzt einen Schwerpunkt auf Erfahrungen in der Architektur der Netzwerkinfrastruktur und der Zusammenarbeit mit der Management-Ebene eines Unternehmens. Damit wird sichergestellt, dass Geschäftsanforderungen berücksichtigt und im Design integriert werden.
Werner Waldboth ist seit Juli Marketingleiter im Konsortium Südtiroler Wein.
Martin
(RUN AG)
20 Jahre Raiffeisen Karikaturkalender
Der neue Kalender für das kommende Kalenderjahr mit Sinnsprüchen und Zeichnungen von Pepi Tischler wurde in der Raiffeisenkasse Meran präsentiert.
Humorvoll, witzig, frech – aber niemals beleidigend und verletzend sind die Karikaturen des wohl bekanntesten Karikaturisten Südtirols: Pepi Tischler. Geboren im Vinschgau, aufgewachsen in Meran, Erfinder der Kolumnenfigur „der Schnauzer“ hat Tischler in den letzten Jahren hunderte von Zeichnungen und Illustrationen entworfen, die alle seine unverwechselbare Handschrift tragen. In der örtlichen Raiffeisenkasse wurde kürzlich die neue Ausgabe des Raiffeisen Karikaturkalenders 2014 präsentiert, der von der Familie Pichler gestaltet wird. Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, lobte die Initiatoren dieser Idee, die vor 20 Jahren geboren wurde und wünschte weitere 20 Schaffensjahre. Rudi Gamper, Präsident der RAS, wies darauf hin, dass dieser Kalender einer der wenigen sei, die Aphorismen und Karikaturen in sich vereinen. Marjan Cescutti, Präsident des Südtiroler Künstlerbundes, charakterisierte den publikumsscheuen Pepi Tischler als einen

sensiblen Skeptiker mit innerer Distanz und einer stets humorvollen Grundhaltung. „Mit wenigen Strichen relativiert er Macht oder Pathos“, so Cescutti. Am Ende der Präsentation überreichte Josefkarl Warasin, Direktor der Raiffeisenkasse Meran, dem Generaldirektor
Künstler Pepi Tischler, Generaldir. Raiffeisenverband Paul Gasser, Josefkarl Warasin (Dir. Rk Meran), Hansjörg Verdorfer (Obmann RK Meran)
des RVS eine Karikatur von Pepi Tischler als Geschenk. Letzterer ist seit Jahren treues Mitglied der Raiffeisenkasse Meran. Der Raiffeisen Karikaturkalender ist ein Geschenk der Raiffeisenkassen Südtirols an Mitglieder und Kunden und erfreut sich großer Beliebtheit.
1. Preis für umweltfreundliche Produktion
Eine Auszeichnung der besonderen Art erhielt der Milchhof Brixen Ende Oktober in Modena im Rahmen der Coop-Convention 2013. Ein Beitrag zum Umweltschutz.
Coop – der größte Lebensmitteleinzelhandel Italiens – hat sich als Unternehmen zum Ziel gesetzt, einen aktiven Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen zu leisten. Deshalb zeichnet er jährlich jene Lieferanten aus, die dabei eine außerordentliche Leistung erbringen. In diesem Jahr wurde in der Kategorie „Unternehmen mit dem höchsten Prozentsatz an erneuerbarer Energie“ der Milchhof Brixen als Sieger prämiert. Das genossenschaftliche Unternehmen mit Sitz in Vahrn bezieht schon seit Jahren zertifizierte Energie aus Südtiroler Wasserkraft und konnte durch den Bau einer eigenen Photovoltaik-Anlage den Anteil an verwendeter erneuerbarer Energie deutlich erhöhen. „Diese Auszeichnung hat uns sehr
geehrt, da wir uns hiermit von nationalen und auch regionalen Lebensmittelunterneh-
men unterschieden“, zeigte sich Geschäftsführer Willi Tauber erfreut.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan
Maurizio Zucchi (Qualitätsverantwortlicher Coop Italia), Willi Tauber (Geschäftsführer Brimi), Marcello Balestrero (Vizepräs. Coop Italia)
Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)