

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Beim Erdbeerfest in Martell wurde auch heuer wieder die größte Erdbeertorte angeschnitten und unter den Gästen verteilt.
Kleinere Früchte – größere Menge
Die Erdbeerernte ist im Martelltal heuer mit etwas Verspätung angelaufen und erfährt derzeit ihren Höhepunkt. Die Früchte werden kleiner ausfallen, aber die Erntemenge des Vorjahres um Einiges übertreffen.
Mit Anbauflächen von 900 m bis 1800 m Meereshöhe gehört das Martelltal zu den bedeutendsten Anbaugebieten von Erdbeeren in Europa. Die Beeren sind reich an Vitamin C, Mineralstoffen und Spurenelementen, jedoch arm an Kalorien und auch deshalb so begehrt. Aufgrund der Höhenlage können Früchte überdurchschnittlicher Qualität geerntet werden. Heuer allerdings fallen die Beeren kleiner aus. „Das ist auf die feuchte Witterung im Herbst vergangenen Jahres zurückzuführen“, bestätigt Peter Gamper, Geschäftsführer der Marteller Erzeugergenossenschaft (MEG). Der durch die Nässe hervorgerufene große Fruchtansatz im Herbst beschert den Bauern nun überdurchschnittlich hohe Erträge pro Pflanze, was zu
Einbußen bei der Größe, aber nicht bei der Menge führt. Die Ernteprognosen gehen davon aus, dass die Erntemenge des vergangenen Jahres um ein Leichtes übertroffen werden wird. Gamper rechnet damit, die Verluste im vergangenen Jahr von 30 Prozent heuer leicht kompensieren zu können. „Wenn alles gut geht“, meint er, „dann werden wir heuer um 850.000 kg ernten, 250.000 kg mehr als im Vorjahr.“
Die MEG zählt derzeit 65 Mitgliedsfamilien, die auf insgesamt 70 Hektar Fläche Beeren und Steinobst anbauen. 55 Hektar davon sind den Erdbeeren vorbehalten, 15 ha gehören verschiedenen Gemüsesorten, des Weiteren Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen und Marillen. Die Anbauflächen befinden sich in
den Gemeinden Martell, Latsch, Schlanders und Naturns. Die Erntezeit beginnt auf 900 m Anfang Juni und endet in den höchsten Anbauflächen erst Anfang September. Verkauft werden die Erdbeeren in der Region selbst, der größte Absatzmarkt liegt aber im Latium und in der Lombardei. So kommt es nicht von ungefähr, dass Tausende von Einheimischen und Gästen Ende Juni das bereits zur Tradition gewordene Erdbeerfest besuchten. Im Beisein der Ehrengäste wurde der größte Erdbeerkuchen der Welt angeschnitten, konnten die Besucher frische Erdbeeren und Speisevariationen verkosten. Dabei wurde auch die neue Erdbeerkönigin gekürt. Ramona Fleischmann wird diesen Titel für drei Jahre tragen.
europischer verband
Rienzner als Vizepräsident bestätigt
Der Geschäftsführer des Südtiroler Energieverbands, Rudi Rienzner, ist als Vizepräsident des Europäischen Verbands mittelständischer Energieunternehmen (EVME) bestätigt worden. 2008 hatten sich mittelständische Energieunternehmen aus Österreich, Bayern, Hessen und Südtirol zu dieser Dachorganisation zusammengeschlossen. Der von Vorstandssprecher Fritz Schweiger geführte Verband sieht sich als Ergänzung zu den etablierten Interessenvertretungen und verfolgt das Ziel, den mittelständischen Energieunternehmen Europas im Brüsseler Machtzentrum Gehör zu verschaffen.

Rudi Rienzner bleibt Vizepräsident des Europäischen Verbandes mittelständischer Energieunternehmen.
Mehr Zeit für Wein
Die Kellereigenossenschaft St. Michael-Eppan hat die Umbauarbeiten abgeschlossen. Dabei hat sie neue Räume geschaffen, die das Thema Wein erweitern und vertiefen.
Neben dem historischen Gebäude aus dem Jahre 1907 wurde ein umfriedeter Garten angelegt, der sich „Hortus conclusus“ nennt. Darin kann der Betrachter verschiedenste Pflanzen, die den Weinbau seit Jahrhunderten begleiten, wachsen sehen: GranatÄpfel, Oliven-, Feigenbäume, Pfirsiche und Mandelbäume. Architekt Walter Angonese, Künstler Manfred Alois Mayr und die Kuratorin Petra Paolazzi zitieren dabei den Castello del Buonconsiglio in Trient. Zudem werden verschiedene Erziehungssysteme und Bodenarten des Einzugsgebietes im Garten vorgestellt.
Weinaromen entdecken
In der neu gestalteten Weinbar erwartet den Liebhaber eine „Vinothek mit Tiefgang“. Auf 250 m² kann man einem Parcours folgend Schau- und Infotafeln mit einer plastischen Darstellung der Weinlagen rund um St. Michael-Eppan entdecken. Ein Herbarium dokumentiert die verschiedenen Blattformen der einzelnen Rebsorten, in der „AromaThek“ können 36 typische Weinaromen sinnlich

Zeit für Wein – mit allen Sinnen erleben – dies das Motto der neu gestalteten Räumlichkeiten und des Erlebnisgartens der Kellerei St. Michael-Eppan
erschlossen werden. „Ein erstklassiger Wein braucht ein stilvolles Ambiente, um seine Wirkung standesgemäß entfalten zu können“, ist Kellermeister Hans Terzer überzeugt.
Biobauern feiern 25 Jahre Osiris
Die nach der ägyptischen Gottheit der Wiedergeburt benannte landwirtschaftliche Genossenschaft Osiris feierte unlängst in Margreid ihr 25-jähriges Bestehen.
Die Genossenschaft wurde im Juni 1988 als erste Bio-Genossenschaft Südtirols gegründet, mit dem Ziel, den Konsumenten immer Qualität und Nachverfolgbarkeit der landwirtschaftlichen Produkte zu gewährleisten. Die biologisch-dynamische Anbauweise, basierend auf den Geisteswissenschaften des Anthroposophen Rudolf Steiner, hat in den letzten Jahren immer mehr an Popularität gewonnen, da sich immer mehr Menschen für die mit dem Demeter-Logo zusammenhängende, gesunde und vitale Lebensweise interessieren und sich für diese auch bewusst entscheiden. Grund genug für die Biobauern, im Weingut Alois Lageder in Margreid auf ein Vierteljahrhundert anzustoßen. Dem Aufruf gefolgt waren viele Kunden, Freunde, Interessierte und Endverbraucher aus ganz Europa. Die Besucher konnten den nahe gelegenen landwirtschaftlichen Betrieb von Alois Lageder besichtigen sowie an einer Kellereibesichtigung
im Weingut selbst teilnehmen. Das Rahmenprogramm umfasste auch eine Kinderanimation, die von der Waldorfschule Meran gestaltet wurde.

Biobauern der Genossenschaft Osiris feierten ihren runden Geburtstag in Margreid mit einem Fest.
Ethische Grundsätze werden immer mehr gefragt
Der Förderverein Ethical Banking hat Anfang Juli seine Jahresvollversammlung abgehalten und dabei eine durchwegs positive Bilanz gezogen.
„Immer mehr Menschen sind von diesem Weg überzeugt“, meint Helmut Bachmayer, Präsident des Fördervereins Ethical Banking, Mitbegründer und Motor dieser alternativen Form der Kreditgeschäfte. Gemeinsam mit der Raiffeisen Landesbank und 23 Südtiroler Raiffeisenkassen ist es dem Förderverein Ethical Banking gelungen, die dritte internationale Finanzierung von 3 Mio. Dollar für Credito Codesarrollo bereitzustellen. Diese Genossenschaftsbank hat ihren Hauptsitz in Quito, in der Hauptstadt Ecuadors. Sie unterstützt über 700 kleinstrukturierte Kreditkooperativen. Die Darlehen werden von den örtlichen Kreditkooperativen nach einer genauen Kreditprüfung vergeben und die Kreditnehmer zahlen dann Kapital und Zinsen zurück. Die Gelder ermöglichen der Urbevölkerung in den Anden und den Kleinbauern den Ankauf von Solaranlagen und kleinen Fotovoltaikanlagen, um sich Warmwasser und eine bescheidene Beleuchtung auf ihren Gehöften zu verschaffen. „Die Kleinkredite fördern die ökonomische Entwicklung der Landbevölkerung enorm und helfen, bescheidene Lebensstandards zu sichern“, sagt Helmut Bachmay-

er, der mit der Entwicklung von Ethical Banking sehr zufrieden ist. Die Zahl der ethischen Sparer steigt in Südtirol von Jahr zu Jahr, was die Zahlen verdeutlichen: Derzeit haben knapp 2500 diese Sparform gewählt, die derzeit verwalteten Sparmittel liegen bei 32 Mio. Euro. 75 Prozent der Einlagen konnten bisher in Form von Krediten platziert werden.
Gute Entwicklung des Raiffeisen Pensionsfonds
Der Raiffeisen Pensionsfonds hat im ersten Halbjahr 2013 insgesamt zufriedenstellende Ergebnisse erzielt. Er erhält nun eine zusätzliche Rolle im Rahmen des Bausparens des Landes.
Alle drei Anlagelinien konnten zum Halbjahresende am 30. Juni trotz der ausgesprochen volatilen Märkte Zuwächse verzeichnen. Die Investitionslinie Dynamic mit einem Aktienanteil von 65 Prozent verzeichnete im ersten Halbjahr ein Plus von +1,33 Prozent, während die Investitionslinie Activity mit einem Aktienanteil von 25 Prozent um +0,40 Prozent wuchs. Die Linie Safe, die mit dem Ziel des Kapitalerhalts ausschließlich in Anleihen investiert, stieg um 0,02 Prozent an.
Neben dem langfristigen Aufbau einer Zusatzrente erhält der Raiffeisen Pensionsfonds nun auch eine zusätzliche Rolle im Rahmen des Bausparens. So sieht die Gesetzesnovelle des Südtiroler Wohnbaugesetzes
vor, dass auch all jene Personen, die in den Raiffeisen Pensionsfonds einzahlen, in Zukunft das angesparte Kapital für ein günstiges Wohnbaudarlehen nutzen können. Wer mindestens fünf Jahre lang regelmäßig in den Raiffeisen Pensionsfonds einzahlt, soll in Zukunft von Raiffeisen ein Wohnbaudarlehen zu besonders günstigen Bedingungen über das Doppelte des angesparten Betrags erhalten. Zusätzlich kann der Bausparer mit einem erhöhten Förderungsbeitrag des Landes rechnen. Die angesparte Zusatzrente bleibt in jedem Fall erhalten. Damit nicht 5 Jahre bis zur ersten Auszahlung verstreichen, ist eine Übergangsregelung für all jene vorgesehen, welche bereits heute in den Raiffeisen Pensionsfonds einzahlen.
raiffeisenkasse terlan
Johann Höller ausgezeichnet
Für 39 Dienstjahre im selben Betrieb wurde Johann Höller, Direktor der Raiffeisenkasse Terlan, kürzlich von der Handelskammer Bozen mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Die Handelskammer prämiert jährlich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Unternehmen mit 35 und mehr Dienstjahren. „Grundlage für den Erfolg jedes Unternehmens bilden motivierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen“, sagte Landeshauptmann Luis Durnwalder.

Handelskammer-Präsident Michl Ebner, Johann Höller, Landeshauptmann Luis Durnwalder
Ethical banking unterstützt den Bau von Solaranlagen in den Anden. Präsident Helmut Bachmayer (2. von links) hat die Urbevölkerung besucht.
Entdecke die Welt der Tiere und Pflanzen
Im Rahmen des 43. Internationalen Raiffeisen-Jugendwettbewerbs wurden bei der Abschlussfeier in Tscherms die diesjährigen Sieger prämiert.
Auch heuer wieder war der Raiffeisen-Jugendwettbewerb, der zum 43. Mal ausgetragen wurde, ein voller Erfolg. Über 11.000 Südtiroler Schülerinnen und Schüler haben sich an dem weltweit größten Malwettbewerb für Jugendliche beteiligt. Neben Südtirol nahmen weitere sieben europäische Länder an dieser Veranstaltung teil, die von 21 Genossenschaftsbanken unterstützt wird. Heuer waren neben klassischen Zeichnungen auch multimediale Arbeiten zugelassen.
Internationale Preisträger
Im Labyrinth-Garten des Kränzelhofes von Graf Franz von Pfeil prämierten der Bergsteiger Christoph Hainz und Andreas Mair am Tinkhof, Hauptabteilungsleiter im Raiffeisenverband, die Sieger der jeweiligen Kategorie. Heuer wurden auch die internationalen Preisträger aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Luxemburg, Österreich und Schweiz geehrt. Den ersten Preis erhielt Maja Egarter, Schülerin der Grundschule Niederdorf. Für jedes eingesandte Bild legten die Raiffeisen-

Preisverteilung am Kränzelhof in Tscherms mit den preisgekrönten Schülern aus verschiedenen europäischen Staaten.
kassen Südtirols noch einmal 50 Cent dazu, so dass am Ende die Summe von 5.550 Euro als Spende zusammengetragen werden konnte. Der Geldbetrag geht an die Vereine „Deb-
ra Südtirol“, welche Schmetterlingskinder unterstützt, und an den „Naturtreff Eisvogel“, einem Arbeitskreis naturinteressierter Menschen in St. Georgen bei Bruneck.
Genossenschaften sind gesund
Eine vom Land in Auftrag gegebene Studie bestätigt: Genossenschaften sind krisenfest und haben Entwicklungspotentiale. Dies das Fazit der Studie, die das Europäische Forschungsinstitut für Genossenschaften und soziales Unternehmertum Euricse durchgeführt hat.
Zielsetzung dieser Erhebung war es, ein Gesamtbild des Genossenschaftssektors auf Landesebene im Hinblick auf Anzahl, Beschäftigung und Wirtschaftsleistung zu erarbeiten. Euricse-Direktor Carlo Borzaga, Direktor des Forschungsinstitutes Euricse, und Maurizio Fontanari präsentierten unlängst die wichtigsten Kennzahlen. In Südtirol gibt es 923 Genossenschaften, von denen 804 im Jahr 2010 aktiv waren; dies entspricht 11,3 Prozent der Unternehmen. In Südtirol ist mit 1,58 Genossenschaften pro 1000 Einwohner einer der höchsten Anteile italienweit gege-
ben; dazu gibt es 321,7 Genossenschaftsmitglieder je 1000 Einwohner. Die betriebliche Gesamtleistung im Jahr 2010 belief sich auf 2,7 Milliarden Euro; 70 Prozent wird von landwirtschaftlichen Genossenschaften erwirtschaftet. Das investierte Kapital von 2,28 Milliarden Euro entspricht 8,8 Prozent der Kapitalgesellschaften. 70 Prozent der Angestellten stehen in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis, 33 Prozent sind jünger als 35 Jahre. Als Potentiale nannte Euricse-Direktor Borzaga die sehr gut entwickelten landwirtschaftlichen und die Kreditgenossenschaften;
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan
die Wohnbaugenossenschaften und die Konsumgenossenschaften, hob er hervor, seien von großer sozialer Bedeutung. Die Maßnahmen der öffentlichen Hand, schloss er, sollten sich daher vor allem auf die Förderung und Unterstützung dieser Genossenschaften konzentrieren. 80 Prozent der Energiegenossenschaften in ganz Italien sind in Südtirol angesiedelt. „Das Genossenschaftswesen ist gesund; es stellt zwölf Prozent des Bruttoinlandproduktes und hat wichtige Entwicklungsmöglichkeiten für die Zukunft“, sagte Landesrat Roberto Bizzo.
www.raiffeisenverband.it)
Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it,