

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Sorte Cripps Pink (Bild) erzielte den höchsten Auszahlungspreis. Im biologischen Anbau war es die Sorte Elstar.
Ernte 2011: Rekordergebnis
Die Obststatistik des Raiffeisenverbandes für das Geschäftsjahr 2011/12 zeigt, dass dieses für die Südtiroler Obstgenossenschaften zufriedenstellend war. Die Erntemenge stieg um elf Prozent.
Dem Raiffeisenverband gehörten zum Zeitpunkt der Ernte 2011 alle 22 in Südtirol tätigen Obstbaugenossenschaften an. Die für die Obststatistik bewerteten Genossenschaften haben fast 92 Prozent der gesamten Kernobstproduktion Südtirols gelagert, verarbeitet und vermarktet.
Beachtliche Menge
1.088.146 Tonnen an Obst und Gemüse sind den Obstgenossenschaften im Geschäftsjahr 2010/2011 angeliefert worden, so viel wie noch nie. Die Apfelernte auf EU-Ebene war um 10,2 Prozent höher als im Vorjahr, was sich negativ auf die Voraussetzungen für die Vermark-
tung und damit auf das Verkaufsergebnis auswirkte. Trotzdem verlief die Vermarktungssaison insgesamt zufriedenstellend.
Gut die Hälfte des Obstes konnte in Italien abgesetzt werden. Der Export ging im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent zurück. Den Mitgliedern und Lieferanten sind für die Obstanlieferungen insgesamt 388,4 Mio. Euro ausbezahlt worden, 4,5 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Auszahlungspreise sind im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 14 Prozent gesunken, für das biologische Obst lag er um 8,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.
Der konventionelle und der biologische Anbau haben bei den Hektarerlösen fast
identische Ergebnisse erbracht. Gegenüber dem Vorjahr hat der durchschnittliche Hektarerlös des konventionellen Obstbaues um 3,3 Prozent abgenommen, während im biologischen Obstbau ein Rückgang von 13,3 Prozent zu verzeichnen war.
Cripps Pink ganz vorne
Die Sorte Cripps Pink erzielte im konventionellen Anbau den höchsten Auszahlungspreis, während im biologischen Anbau die Sorte Elstar an der Spitze lag. Im konventionellen Anbau war die Preisdifferenz von Cripps Pink zur nächsten Apfelsorte Kanzi relativ hoch (24,84 Cent/kg), während im
Neuer Direktor
bei der Raiffeisenkasse Passeier

Jakob Franz Laimer ist seit 1. Mai neuer Direktor der Raiffeisenkasse Passeier. Er folgt auf David Anton Kofler, der in den Ruhestand getreten ist. Der gelernte Betriebswirt (50) war bisher Vizedirektor und Leiter des Innenbereiches. „Ich übernehme ein gut bestelltes Haus und widme mich der neuen Aufgabe mit vollem Einsatz“, sagte Laimer.
Bei den Neuwahlen Ende April wurde Karl Hofer als Obmann einstimmig bestätigt. In den Verwaltungsrat gewählt wurden zudem Josef Kofler (Obmannstellv.), Anton Alois Moosmair, Brigitta Ennemoser, Stephan Etschmann, Isabella Raffl Wilhelm, Siegfried Augscheller und Markus Volgger.
biologischen Anbau der Abstand von Elstar zur den nächstfolgenden Sorten mit 2,96 Cent/kg bedeutend geringer war. Für die umweltschonende Produktionsweise konnten zusätzlich 7,35 Mio. Euro als Flächenbeitrag zur Auszahlung gelangen.
Im Geschäftsjahr 2011/12 haben die Obstgenossenschaften 59,1 Mio. Euro in Investitionsgüter investiert und damit 35,7 Mio. Euro weniger als im Vorjahr. Die Finanzierung des Anlagevermögens ist nach wie vor sehr solide. Die Aufwendungen haben landesweit gegenüber dem Geschäftsjahr 2010/11 um 14,07 Mio. Euro, das sind 5,0 Prozent, zugenom-
men. Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr größeren Kostenträgers ist die Belastung pro Kilogramm Obst um 0,49 Cent/kg bzw. 1,6 Prozent gestiegen. Signifikante Kostensteigerungen waren im Bereich der Betriebsaufwendungen festzustellen. Ebenfalls deutlich gestiegen sind die Vertriebsaufwendungen, Abschreibungen sowie der Wareneinsatz für das Verpackungsmaterial. Der Aufwand an Stunden, der für die Verarbeitung von Obst aufgewandt wird, ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent gestiegen. Die Anbaufläche und die Anzahl der Mitglieder sind geringfügig zurückgegangen.
Erlöse der Apfelsorten im Geschäftsjahr 2010/2011

Mehrere Gefahren versichern
Naturkatastrophen kann man zwar nicht verhindern, mit einer Versicherung kann aber der Schaden ausgeglichen werden. Und dies gleich für mehrere Gefahren.
Milde Winter, nasse Frühjahrsmonate, überschwemmte Sommertage mit Temperaturstürzen und stürmische Herbstnächste, geprägt mit Hagel und Orkanböen treten in Europa in den letzten Jahren vermehrt auf. Solche Wetterextreme zeigen sich auch in Südtirol verstärkt. Die klassische Hagelversicherung hat sich auch aus diesem Grund in den letzten Jahren zunehmend zu einer Mehrgefahrenversicherung entwickelt. Sie bietet Schutz vor Schäden, die durch Hagelschlag, Sturm und Frost an Obst- und Weinkulturen sowie Gemüseplantagen entstehen können. Zusammen mit der deutschen Versicherungsgesellschaft Vereinigte Hagel VVaG bieten die Raiffeisenkassen Südtirols bewährte Hagelversicherung für Obsterzeuger und Weinbauern an, die sich bereits seit Jahren bewährt und das Vertrauen der Kunden gewonnen haben. Durch den vermehrten Einsatz von Hagelnetzen hat im vergangenen Jahr die versicherte Fläche im Land zwar abgenommen. Diese Tendenz ist bereits seit einigen Jahren erkennbar. Marktanteil gestiegen
Dabei konnten die Raiffeisenkassen ihren Marktanteil im Hagelversicherungsgeschäft dennoch von 16 Prozent im Vorjahr auf rund 18 Prozent im Berichtsjahr steigern. Mit einem kräftigen Plus von 14,1 Prozent stiegen die Prämieneinnahmen in der Hagelversicherung auf 4,0 Mio. Euro, wie der Raiffeisen Versicherungsdienst mitteilt. Damit erhöhten sich die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 500.000 Euro.
Jakob Franz Laimer ist neuer Direktor der Raiffeisenkasse Passeier.
Mit Hoffnung in die Zukunft
Mitte Mai fanden im Kultursaal von Kardaun die Delegierten der neu gegründeten Bergmilch Südtirol erstmals zusammen. Bei der Vollversammlung wurde auch Bilanz gezogen.
Nach der Fusion der beiden Milchhöfe Senni und Mila zur neuen Genossenschaft namens Bergmilch Südtirol wurde ein neuer Wahlmodus eingeführt. Die Mitglieder wählen in den jeweiligen Teilversammlungen ihre Vertreter in die Delegiertenversammlung. So konnten Joachim Reinalter und Robert Zampieri den frisch gewählten 74 Delegierten auf der Vollversammlung die Bilanzzahlen 2012 vorlegen. Insgesamt wurde gleich viel Milch wie im Vorjahr –215 Mio. kg – angeliefert, der Veredelungsgrad ist um 5% auf 80% gestiegen. 55% des Umsatzes wird in Italien erwirtschaftet, 35% in der Region, 10% im Export. Der Auszahlungspreis blieb mit 49 €/Cent pro kg inkl. Mwst. auf demselben Niveau des Vorjahres. Der Verkauf an Joghurt, Trinkmilch und Mascarpone konnte erfreulicherweise gesteigert werden. „Die neue Joghurtlinie und die neuen Geschmackssorten kommen sehr gut an“, sagte Zampieri. Doch die Wirtschaftskrise macht sich jetzt bemerkbar. So ist der Konsum in Italien seit Jahresbeginn rückläufig. Zampieri ging auch auf die Frage der Milchpools ein. Dabei appellierte er an die Solidarität der Genossenschaften, zum Wohle aller eine vernünftige Lösung der Vertragsmilch zwischen den Milchhöfen Meran und Brixen zu finden, die für die kommenden Jahre ihre Gültigkeit behält.

In Kardaun trafen sich die Delegierten der Bergmilch Südtirol zu ihrer ersten Vollversammlung nach der Fusion der Genossenschaft Senni und Mila.
Die Bereichsleiter präsentierten ihre Arbeitsfelder und Projekte. An die Stelle von Willi Leitgeb, der auf eine Wiederkandidatur verzichtet hatte, wurde Michael Palla zum Aufsichtsrat gewählt. Franz Messner (St. Martin in Gsies) wurde zum besten Milchlieferant der Senni, Mila-Bauer Christian Gamper (Sonnenberg) zum landesbesten Milchlieferanten gekürt. Die 16 Verwaltungsräte wählten bei der ersten konstituierenden Sitzung Joachim Reinalter zum Obmann und Alfred Pobitzer zum Vizeobmann.
Vernatschgulden vergeben
Ende Mai wurde am Vigiljoch in Lana zum 10. Mal der Südtiroler Vernatsch Cup ausgetragen. Dabei brillierten die Vernatschweine des Jahrganges 2012.
In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wählte eine internationale Jury, aus 89 Vernatsch-Weinen die „Vernatsch des Jahres“: Zum ersten Mal wurde heuer auch der Große Vernatschgulden verliehen,

Am Vigiljoch wurden die besten Vernatsch-Produzenten des Jahrgangs 2012 prämiert
der an Hartmann Spitaler ging, langjähriger Kellermeister der Kellerei Girlan. In der Kategorie Kalterersee brillierten der „Südtirol Kalterersee Auslese classico superiore“, Schreckbichl und der „Südtirol Kalterersee Auslese classico superiore Puntay“, Erste + Neue. In der Kategorie Südtiroler Vernatsch und Südtiroler Grauvernatsch: „Südtiroler Vernatsch“, Weingut Donà und „Südtiroler Vernatsch“ , Weingut Gumphof; in der Kategorie St. Magdalener: „Südtirol St. Magdalener classico“, Ansitz Waldgries, „Südtirol St. Magdalener classico“ mit Schutzzeichen, Kellerei Bozen, „Südtirol St. Magdalener classico Rondell“, Glögglhof; in der Kategorie „Der andere Vernatsch“: „Südtirol St. Magdalener classico Antheos“ (2011); Ansitz Waldgries.
handelskammer
Gründertag erfolgreich
Zum ersten Mal hatte heuer die Handelskammer Bozen in Zusammenarbeit mit 16 institutionellen Partnern den Südtiroler Gründertag organisiert. Zahlreiche angehende Unternehmensgründer und -gründerinnen hatten am 10. Mai die Möglichkeit, sich an den Informationsständen ausführlich über den Weg in die Selbstständigkeit zu informieren. Auch der Raiffeisenverband hatte einen Stand aufgebaut. „Viele haben den Weg auch aus reinem Interesse zu uns gefunden”, sagt Karl Heinz Weger, Leiter der Hauptabteilung Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften. Zum Auftakt referierte Prof. Urs Fueglistaller von der Universität St. Gallen zum Thema „Unternehmer werden ist nicht schwer, Unternehmer sein dagegen sehr“. Im Anschluss daran gaben erfolgreiche Südtiroler Jungunternehmer/innen ihre Erfahrungen an die Teilnehmer weiter.

Die Mitarbeiter der Hauptabteilung Waren und Dienstleistungsgenossenschaften mit Notarin Dr. Elena Lanzi.
Tirol ehrt Ehrenamtliche
Bei der Vollversammlung der Raiffeisenkasse Tirol wurden zwei verdiente Persönlichkeiten geehrt: Obmann Josef Pircher und Franz Lang, Präsident des Aufsichtsrates.

Herbert von Leon, Vizeobmann des Raiffeisenverbandes, die Geehrten Josef Pircher, Franz Lang, Geschäftsführer Rudi Schweigkofler
Traditionellerweise hat die Raiffeisenkasse Tirol ihre Mitglieder Ende April ins Vereinshaus geladen, um das Jahr 2012 Revue passieren zu lassen und die Wirtschaftsbilanz der Kasse zu präsentieren. Neben den Neuwahlen der Gremien wurden auch lang gediente Funktionäre geehrt. Josef Pircher war insgesamt 30 Jahre in den Gremien der Raiffeisenkasse Tirol tätig. 1983 wurde er in den Verwaltungsrat gewählt, dem er von 2007 bis 2010 als Obmannstellvertreter und bis heuer als Obmann vorstand. „Es war kein Mann von leeren Lippenbekenntnissen, im Gegenteil: Mit einer persönlichen Bürgschaftserklärung in Höhe von 1,2 Mrd. Lire hat Herr Pircher zusammen mit anderen Verwaltungsund Aufsichtsräten zur erfolgreichen Sanierung der Raiffeisenkasse Tirol beigetragen, die Anfang der 80er Jahre in eine Schieflage geraten war“, sagte Herbert von Leon, Vizeobmann des Raiffei-
Raiffeisen Weiterbildungskurse
senverbandes, in seiner Laudatio im Vereinshaus von Dorf Tirol. Neben Obmann Pircher wurde auch Franz Lang geehrt. Er führte sein Amt als einfacher Aufsichtsrat und ab 2004 als Präsident des Aufsichtsrates ohne Funktionszulagen und ohne jegliche Vergütungen aus. Dr. Lang konnte vor zwei Jahren in der Innsbrucker Hofburg die Verdienstmedaille des Landes Tirol entgegennehmen. Beide Geehrte erhielten für ihre Verdienste um die Raiffeisenkasse Tirol die Raiffeisen-Ehrennadel in Bronze überreicht.
Bei den anschließenden Neuwahlen der Gremien wurden fünf neue Räte gewählt. Neu im Verwaltungsrat sind Stefan Hofer, im Aufsichtsrat Helmut Alber und Stefan Langebner. In seiner konstituierenden Sitzung wählte der Verwaltungsrat Klaus Schnitzer zum Obmann, neuer Präsident des Aufsichtsrates wurde Markus Bauer.
buchtipp
Die ganze Kraft der Alpen
Die Reise beginnt in Südtirol, führt über Tirol bis ins Oberbayerische Voralpenland. Kaltern, Meran, Seiser Alm, Zillertal, Wilder Kaiser, Paznaun, Wendelstein und Bad Reichenhall liegen am Weg. Die Rosenheimer Autorin Adelheid Wanninger stellt charakteristische Pflanzen, Kräuter und Mineralien vor, die im Wellness-Bereich, im kulinarischen und medizinischen Sinn ihre Heilkräfte entfalten können. Die Kochrezepte stammen von Sterneund Haubenköchen wie Heinz Winkler, Martin Sieberer und Stefan Pramstrahler sowie dem Fernsehkoch Tim Mälzer.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Das Buch ist im Stocker Verlag Graz erschienen.