

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol
Genossenschaft

Die Raiffeisen Landesbank Südtirol konnte im Geschäftsjahr 2012 um 6 Prozent mehr Kredite vergeben als im Jahr zuvor. Zur Stärkung der heimischen Wirtschaft.
Kredite und Erträge gestiegen
Die Raiffeisen Landesbank Südtirol AG kann auf eine außergewöhnliche Jahresbilanz 2012 zurückblicken. Die Kredite haben einen neuen Höchststand seit der Gründung der Landesbank erreicht. Der Reingewinn kletterte auf 17 Mio. Euro.
Die Raiffeisen Landesbank Südtirol wurde 1973 mit der Aufgabe gegründet, die 47 Raiffeisenkassen Südtirols bei ihrer Banktätigkeit zu unterstützen. Heute ist sie eine wesentliche Säule der Raiffeisen Geldorganisation. Wie die Bilanz des Vorjahres einmal mehr unter Beweis stellt. „Wir sind mit den Ergebnissen der Geschäftstätigkeit 2012 sehr zufrieden“, sagte Präsident Michael Grüner in seinen Ausführungen bei der Vollversammlung Anfang Mai im Raiffeisenhaus in Bozen. Primäres Ziel der Landesbank war es, kreditwürdigen Unternehmen und Privaten die nötigen Mittel für ihre Investitionen zur Verfügung
zu stellen. Diese Vorgabe konnte auch zufriedenstellend erfüllt werden. So konnte die Landesbank das Kundenkreditvolumen um 77,7 Mio. Euro (+6,56%) auf insgesamt 1.262 Mio. Euro steigern. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Kreditvergabe im Jahr 2012 in Südtirol und in Gesamtitalien rückläufig war.
Mehr Einlagen
Obwohl sich das Wirtschaftswachstum in Südtirol im Jahr 2012 verlangsamte und die Sparer hart umkämpft waren, konnte die Raiffeisen Landesbank Südtirol die Einlagen
steigern. „Wir haben uns auf das Wesentliche konzentriert, das sind Transparenz, Einfachheit und Sicherheit. Gerade in turbulenten Zeiten kommen die Werte der Raiffeisen Geldorganisation im besonderen Maße zum Tragen“, zeigt sich Generaldirektor Zenone Giacomuzzi zufrieden, der den Aktionären bei der Vollversammlung die Bilanzzahlen im Einzelnen präsentierte. Die Kundeneinlagen erreichten den Wert von 595 Mio. Euro (+10,20%); die Gesamteinlagen sind um 5,78% auf insgesamt 1.113 Mio. Euro angestiegen. Die indirekten Einlagen (Wertpapiere) haben sich auf 1.888 Mio. Euro (+10%) erhöht.
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Vinschger Äpfel hautnah kennen lernen
Der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse hat eine besondere Werbeaktion gestartet. Er lädt 30 Konsumenten ins Vinschgau und lässt diese die Apfelwelt hautnah erleben. Bei einem Gewinnspiel mit dem Namen „Tour Croc Village” werden die Teilnehmer ermittelt. Dieses ist bis Mitte Mai an sechs Wochenenden in sechs Einkaufszentren in Nord- und Mittelitalien gelaufen. Daran teilnehmen konnte jeder, der im Einkaufszentrum mindestens 1,5 kg Äpfel aus dem Vinschgau erwirbt. Die Gewinner erhalten einen einwöchigen Urlaub auf einem Bauernhof im Vinschgau.

Höhere Rentabilität
Der höhere Zinsüberschuss und die Kursgewinne der fälligen Staatsanleihen im Eigenportfolio haben entscheidend zum Ergebnis beigetragen. In einem der schwierigsten Banken- und Wirtschaftsjahre ist es so gelungen, einen Reingewinn von 17,2 Mio. Euro (+173,73%) zu erwirtschaften. „Die Betriebsplanung ist gründlich und realitätsnahe gemacht worden. Das hat sich bezahlt gemacht und die Solidität der Bank weiter gestärkt“, erklärt Generaldirektor Zenone Giacomuzzi.

Präsident Michael Grüner, Generaldirektor Zenone Giacomuzzi: Mehr Kredite für die Südtiroler Wirtschaft.
Die wichtigsten Kennzahlen der Raiffeisen Landesbank Südtirol AG
Werte in Mio. Euro
„Bürgerbeteiligung bedeutsam!“
Der Einsatz Erneuerbarer Energien macht den Umbau der Energiewirtschaft unerlässlich. Dies die Überzeugung des Energieexperten Hermann Janning.
Dezentralität und Bürgerbeteiligung sind für eine effiziente Versorgung mit Erneuerbaren Energien ebenso unerlässlich wie eine enge Zusammenarbeit der Marktteilnehmer. Diese zentrale These unterstrich der Südtiroler Energieverband (SEV) im Rahmen seiner zweiten Vollversammlung im Raiffeisenhaus in Bozen. Der SEV arbeitet deshalb intensiv an der Bildung einer Kooperationsplattform aller in Südtirol tätigen Energiebetriebe und strebt als Dienstleister, Investor und Interessensvertretung eine aktive Führungsrolle an. „Wir wollen vor allem die Eigenständigkeit unserer Unternehmen erhalten und stärken“, sagte Präsident Hanspeter Fuchs. Geschäftsführer Rudi Rienzner beklagte einen energiepolitischen Stillstand, den es zu überwinden gilt. Energie-Landesrat Florian Mussner meinte, man müsse die Gerichtsurteile abwarten, kündigte aber eine neue Strategie der Landesregierung für die kommenden Monate an. Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes, wünschte der SEV viel Erfolg. „Die Energiewirtschaft wird dezentraler, intelligenter und wettbewerbsfähiger, die Struktur der Marktteilnehmer vielfältiger und heterogener“, prophezeite Janning in seinem Gastre-
ferat. „Immer häufiger werden Bürger Kapitalgeber und damit Miteigentümer von Netzen und Produktionsanlagen. Das erhöht die Kundenbindung, steigert die Akzeptanz von Investitionen und Geschäftsmodellen – und ist eine Ressource zur Kapitalbeschaffung“. 2001 gab es in Deutschland 66 Energiegenossenschaften, 2012 waren es schon 650, mit weiter steigender Tendenz.

Stromexperte Janning: „Nur genossenschaftlich geführte Non-Profit-Betriebe können Energie billiger anbieten.“
Foto
oben: Sabine Weissenegger
Die Gäste aus Italien machten Ausflüge quer durch den Vinschgau.
„Die
Milch könnte knapp werden“
Das Jahr 2012 war ein schwieriges Jahr, das aber in einigen Bereichen Grund zur Zufriedenheit gibt, meint Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes.
Sehr geehrte Frau Kaser, wie gestaltete sich die wirtschaftliche Lage im Milchsektor im vergangenen Jahr?
Annemarie Kaser: Alle statistischen Daten zum Konsum in Italien, den Hauptabsatzmarkt für Südtiroler Milchprodukte, zeigten eine rückläufige Tendenz. Genauere Daten haben wir beim Jogurth-Konsum. Da gab es 2012 einen Rückgang von 0,7 Prozent und der Rückgang hält weiter an. Die Südtiroler Milchhöfe allerdings konnten sich halten und haben im vorigen Jahr um 8 Prozent mehr, insgesamt 114,7 Millionen Kilogramm, verkauft.
Wo liegen die Gründe dafür?
Südtiroler Joghurt ist gut am Markt positioniert und besticht durch seine hervorragende Qualität und die Bekanntheit Südtirols am italienischen Markt. Die Marktführer spüren den verhaltenen Konsum am meisten, da sie im hohen Preissegment arbeiten. Die Südtiroler Milchhöfe haben ihrerseits ein gutes Preis/Leistungsverhältnis.
Auch der Milchpreis ist europaweit zurückgegangen.
Ja, um 4 Prozent. In Deutschland waren es sogar 8 Prozent. Südtirol konnte den Preis glücklicherweise mit durchschnittlich 50,95 Cent/kg stabil halten.
Die Südtiroler Milchhöfe sind also gut aufgestellt?
Ja, durchaus. Aber die Kostensteigerungen sind nicht außer Acht zu lassen. Die Preise für Energie, aber vor allem für Kraftfutter sind überproportional hoch gestiegen. Und die schlagen sich auch auf die Gesamtkosten nieder.
Eine Frage, welche die Milchhöfe beschäftigt, ist jene der Aufteilung der Einzugsgebiete.
Zur Zeit finden bei den betroffenen Milchhöfen Diskussionen statt, mit dem Ziele, eine gute Lösung für ganz Südtirol zu finden. Es könnte zu einer Kombination kommen zwischen dem Austausch von Milchkontingenten zwischen den betroffenen Milchhöfen und einer neuen Gebietsaufteilung der Einzugsgebiete.
Wie wird sich der Milchpreis heuer entwickeln?
Das Jahr ist noch jung und die Signale vom Weltmarkt positiv. Mit Sorge betrachten wir jedoch den rückläufigen Konsum, die allgemein schwierige Wirtschaftslage und die Kostensteigerungen in der Produktion. Wir hoffen, dass sich diese negativen Vorzeichen nicht allzu sehr auf den Auszahlungspreis auswirken.

Annemarie Kaser, Direktorin des Sennereiverbandes
Was sagen Sie zur neuen Bergbauernberatung?
Der neue Verein „Bring“ ist unbedingt notwendig, auch deshalb, weil die Anzahl der Milchbauern kontinuierlich zurückgeht und wir diesbezüglich gute Beratung brauchen. Wir haben diese Beratung seit Jahren forciert und werden unsere Kompetenz einbringen. interview: stefan nicolini
Besuch aus Bayern im Raiffeisenhaus
Vorstände von bayerischen Raiffeisenkassen haben Südtirol besucht – auch den Raiffeisenverband im Raiffeisenhaus in Bozen.
Ende April statteten bayerische Bankvorstände der Raiffeisenbanken am Rothsee, GredingThalmässing und Roth-Schwabach während des mehrtägigen Südtirol-Aufenthaltes dem Raiffeisenverband einen Besuch ab. Bei dem Meinungsaustausch mit RaiffeisenverbandsVertretern wurden verschiedene Themen wie Basel III, Geschäftsentwicklungen und die Besonderheiten der Südtiroler Raiffeisenkassen erörtert.

Die bayerischen Gäste im Raiffeisenhaus
Zwei Genossenschaftler wurden in Schnals geehrt
Bei der Vollversammlung der Raiffeisenkasse Schnals Anfang Mai wurde der langjährige Vizeobmann Karl Josef Spechtenhauser mit der Raiffeisen-Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet.

„Wer über vier Jahrzehnte als Mandatar in der Raiffeisenkasse tätig ist, verdient sich Anerkennung“, sagte Obmann Michael Grüner bei der Überreichung der Raiffeisen-Ehrennadel, die vom Raiffeisenverband für Verdienste im Genossenschaftswesen vergeben wird. Karl Josef Spechtenhauser wurde 1970 in den Verwaltungsrat der Raiffeisenkasse Schnals gewählt und war seit 1982 deren Vizeobmann. „In den 43 Jahren hat sich Spechtenhauser stets vorbildlich für die Raiffeisenkasse eingesetzt“, sagte Grüner, der auch Spechtenhausers Engagement für die Dorfgemeinschaft und das Vereinswesen hervorhob. Mit einer Ehrenurkunde dankte Obmann Grüner Ignaz Weithaler, der sich nach 24-jähriger Tätigkeit im Verwaltungsrat ebenso nicht mehr der Wahl stellte. Bei den Neuwahlen wurde Michael Grüner als Obmann bestätigt, neuer Vizeobmann ist Albert Gamper. Neu in
Raiffeisen Weiterbildungskurse
Ignaz Weithaler, langjähriger Verwaltungsrat, Ehrennadel-Träger Karl Josef Spechtenhauser, Michael Grüner, Obmann der Raiffeisenkasse Schnals

Vollversammlung
Der Raiffeisenverband lädt alle Mitglieder zur ordentlichen Vollversammlung
am Freitag, den 14. Juni 2013 im Pavillon des Raiffeisenverbandes in Bozen, ein.
Tagesordnung
A) Interner Teil: Beginn 9.30 Uhr
den Verwaltungsrat gewählt wurden Helmuth Rainer, Simone Rainer und der langjährige Geschäftsführer Friedmann Santer. Der Aufsichtsrat um Präsident Günter Rainer wurde bestätigt. Bei der Vollversammlung genehmigten die Mitglieder die Jahresbilanz 2012. Zufriedenstellendes Ergebnis
„Insgesamt blicken wir auf ein stabiles und zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurück“, sagte Obmann Grüner. Direktor Franz Oberhofer konnte in allen Bereichen auf leichte Zuwächse verweisen. So stiegen u. a. die direkten Einlagen um 2,8 Prozent auf 31,5 Mio. Euro, die Ausleihungen um 2,2 Prozent auf 28 Mio. Euro und das Kundengeschäftsvolumen um 1,9 Prozent auf 59,5 Mio. Euro. Zum Jahresende 2012 zählte die Raiffeisenkasse 343 Mitglieder.
• 1. a) Vorlage der Bilanz zum 31.12.2012 und der Bilanzberichte sowie Beschlussfassung darüber
• b) Vorlage der konsolidierten Bilanz zum 31.12.2012
B) Öffentlicher Teil: Beginn 10 Uhr
• 2. Begrüßung der Ehrengäste
• 3. a) Bericht des Verbandsobmannes b) Bericht des Generaldirektors
• 4. Ehrung
• 5. Grußworte der Ehrengäste
• 6. Allfälliges
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)