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RM14 vom 03.08.2012

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Raiffeisen Mitteilungen

des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Über 70 Prozent der Weinproduktion in Südtirol wird von den Kellereigenossenschaften erwirtschaftet. Deshalb vermittelt die Weinstatistik des Raiffeisenverbandes ein reales Bild der Lage der Weinwirtschaft.

Geringe Ernte – höhere Preise

Die Weinstatistik 2010/2011 des Raiffeisenverbandes zeigt, dass sich der Trend in Richtung Weißwein fortsetzt. Der Umsatz und die Auszahlungspreise sind gestiegen.

In Südtirol arbeiten 15 Kellereigenossenschaften, die alle Mitglieder des Raiffeisenverbandes sind und knapp über 70 Prozent der gesamten Weinproduktion des Landes stellen. Die restlichen 30 Prozent tragen die Weingüter Südtirols und die Vereinigung Freie Weinbauern Südtirol bei. Für die Raiffeisen-Weinstatistik wurden die 13 verarbeitenden Kellereigenossenschaften herangezogen. Im Geschäftsjahr 2010/2011 haben die Kellereigenossenschaften mit 296.647 dt die zweitgeringste Erntemenge seit 1989 übernommen. Bezogen auf die Anlieferungsfläche von 3.324 ha resultierte hieraus ein durchschnittlicher Hektarertrag von 89,2 dt Trauben. Mit einem

mengenmäßigen Anteil von 55,7 Prozent haben die Weißweinsorten die Rotweinsorten bereits deutlich überholt. Insgesamt sind um 33.573 dt mehr Weißweintrauben als Rotweintrauben angeliefert worden. Der VernatschAnteil erreichte im Durchschnitt 22,4 Prozent der gesamten Anlieferungsmenge und verzeichnete mit 66.320 dt einen deutlichen Rückgang von 15,6 Prozent, während die Vernatschanbaufläche um 8,1 Prozent zurückging.

Umsatz um 6 Prozent gestiegen

Die Kellereigenossenschaften haben im Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt 259.480 hl

Wein verkauft, dies ist um 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Umsätze aus dem Weinverkauf und der Nebenprodukte konnten um 6,0 Prozent erhöht werden und stiegen auf 119,9 Mio. Euro an. Für das Umsatzwachstum waren nicht nur die gestiegenen Absatzmengen, sondern auch die höheren Bruttoverkaufserlöse pro umgesetztem Liter Wein maßgeblich, welche im Geschäftsjahr 2010/11 um 3,8 Prozent zugenommen haben und pro Liter Wein durchschnittlich 4,616 Euro betrugen.

Der Auszahlungsbetrag an die Traubenproduzenten lag mit 54,48 Mio. Euro um 0,68 Mio. Euro (1,2%) unter dem Vorjahres-

produktpalette

Neue Bio-Butter bei der Brimi

Seit Juni bietet der Milchhof Brixen Brimi seinen Kunden auch biologisch verarbeitete Butter in der 175-g-Packung an. „Der Erfolg der Bio-Milch und der Bio-Mozzarella hat uns zu diesem Schritt veranlasst“, sagt Geschäftsführer Willi Tauber. Im vergangenen Jahr betrug die Biolinie 2 Prozent des Gesamtumsatzes des Milchhofes. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es bereits 2,5 Prozent, bestätigt Tauber.

Die Bio-Butter in der neuen 175-gPackung

wert. Davon entfielen 52,94 Mio. Euro (97,2%) auf die Mitglieder. Der durchschnittliche Auszahlungspreis an die Traubenproduzenten stieg um 9,2 Prozent auf 183,65 Euro/dt (Mitglieder 184,44 Euro/dt). Bemerkenswert ist, dass der Auszahlungspreis bei allen Sorten angehoben werden konnte.

Vernatsch bleibt Schlusslicht

Die Rangliste der Auszahlungspreise wurde vom Sauvignon angeführt, gefolgt von den Sorten Blauburgunder und Gewürztraminer. Die Sorten Sauvignon (+34,1 Euro/dt), Riesling und Carbernet erzielten die höchsten Preiszuwächse.

Der Auszahlungspreis der Hauptsorte Vernatsch ist mit 108,8 Euro/dt weiter unbefriedigend, obwohl der Auszahlungspreis gegenüber dem Vorjahr um 11,2 Prozent angestiegen ist. Trotzdem blieb der Preisabstand des Vernatsch zum Durchschnittspreis aller an die Mitglieder ausbezahlten Sorten mit 69 Prozent beträchtlich.

In den letzten 20 Jahren wurde die Erntemenge von Vernatsch und Weißweinsorten auf den Kopf gestellt.

Drei Sorten (Sauvignon, Gewürztraminer und Lagrein) übertrafen den Wert von 20.000 Euro/ha, während die Hauptsorte Vernatsch mit 11.337 Euro/ ha den mit Abstand geringsten Erlös auswies. Der durchschnittliche Flächenertrag des Sauvignon war nahezu doppelt so hoch wie jener des Vernatsch. Damit zieht sich der Trend fort, der die traditionelle Rebsorte auf dem letzten Platz der Auszahlungspreise positioniert.

Raiffeisenvertreter in Rom bestätigt

Alle vier Jahre versammeln sich die Spitzen der nationalen Mitgliedsgenossenschaften des italienischen Genossenschaftsverbandes Confcooperative zur Generalversammlung in Rom. Dabei wurden die gewählten Funktionäre neu bestellt.

In diesem Jahr wurden auf der zweitätigen Generalversammlung alle für den Raiffeisenverband in Rom tätigen Vertreter in ihrem Amt bestätigt: Obmann Heiner Nicolussi-Leck im Präsidialrat, Vizeobmann Herbert von Leon im Nationalrat und Altobmann Carl von Eyrl als Vorsitzender des Aufsichtsrates.

Die amtierenden Minister Passera, Fornero und Grilli konnten in sehr eindrucksvollen Worten die Notwendigkeit der unpopulären Maßnahmen erklären, um das Land aus der tiefen politischen Misere herauszuführen und den europäischen Standard anzunähern.

Es waren zwei Tage der Begegnung und der Diskussionen, aber auch des positiven Denkens in einem Verband, der in den letzten vier Jahren als einziger Zuwächse bei der Zahl der Genossenschaften (+3,6%), an Mitgliedern (+9,9%), an Umsätzen (+4%) und Beschäftigten (+13,4%) zu verzeichnen hatte. Ein Erfolg einer Gemeinschaft, gewachsen aus einer Idee vor 150 Jahren, die gerade in der Krise zu neuer Blüte führen kann.

Carl von Eyrl, Altobmann Raiffeisenverband, Vorsitzender des Aufsichtsrates des Genossenschaftsverbandes Confcooperative Italiane

„Offen, dynamisch, versiert“

Das Konsortium Südtiroler Wein hat einen neuen Direktor ernannt. Der Bozner Hannes Waldmüller wird sein Hauptaugenmerk vor allem auf das professionelle Marketing legen.

Hannes Waldmüller (41) aus Bozen wird ab Mitte September das Konsortium Südtiroler Wein als Direktor leiten. Er konnte sich unter 27 Bewerbern durchsetzen. „Wir sind von seinen Qualitäten überzeugt“, sagte Präsident Anton Zublasing bei der Pressekonferenz in

Konsortium Südtiroler Wein: der neue Direktor Hannes Waldmüller (l.) und Präsident Anton Zublasing

Bozen. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Wien und einem Studienaufenthalt an der University of Illinois in den USA arbeitete Waldmüller ab 1997 für eine internationale Werbeagentur.

Marketing als Schwerpunkt

Im Jahr 2000 zog es ihn in den Familienbetrieb nach Bozen zurück, wo er innovative Marketing- und Vertriebsstrategien entwickelte. Anschließend leitete er beim Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) in Terlan den Bereich Marketing und Kommunikation. Waldmüller wird auch im Konsortium sein Hauptaugenmerk auf das professionelle Marketing legen, um nach außen noch stärker zu kommunizieren, dass Südtirol international in der höchsten Liga mitspielen kann, wenn es um die Qualität geht.

Immerhin weist Südtirol in Italien bei einem Anteil von nur 0,7 Prozent an der italienischen Weinproduktion die höchste Dichte an Auszeichnungen auf.

„Wir sind überaus glücklich, einen offenen und dynamischen Mann für die sehr an -

spruchsvolle Aufgabe des Geschäftsführers des Konsortiums gefunden zu haben“, meinte Zublasing. Waldmüller zur Seite stehen Elke Gruber, die weiterhin den Bereich des Weinrechtes und der Dienstleistungen für Mitglieder betreuen wird, und Heike Bonell, die verwaltungstechnische Aufgaben übernimmt.

Phase des Aufbaus

Das Konsortium Südtiroler Wein wurde im Oktober 2007 von den Südtiroler Kellereigenossenschaften gegründet. Ein Jahr später hatte es bereits 83 Mitglieder, heute rund 155. Die folgenden Jahre standen im Zeichen des Aufbaus. Seit Juni 2010 haben sich der Verband der Kellereigenossenschaften und die Weingüter Südtirol in einer Bürounion zusammengeschlossen. Der neue Verwaltungsrat im Konsortium, der seit Mai 2011 im Amt ist, setzt weiter auf die Vereinheitlichung der Aufgaben der Südtiroler Weinwirtschaft im Konsortium, wobei die Besonderheiten der jeweiligen Verbände in den jeweiligen Geschäftsfeldern erhalten bleiben sollen.

Marillenernte fällt sehr mager aus

Die Marillenernte ist im vollen Gang. Die Frostschäden zeigen sich nun am deutlichsten. Die Ernte wird die 70 Tonnen kaum überschreiten – 20 Prozent einer Normalernte.

Im vergangenen Jahr waren es stattliche 320 Tonnen, im Rekordjahr 2009 sogar 370 Tonnen, aber auch 2008 wurden lediglich 90 Tonnen geerntet. Der Grund für die heurige Missernte ist bekannt. In der Nacht vom Ostersonntag auf Ostermontag gab es einen außerordentlichen Frost, der weite Teile Europas heimsuchte, bei Temperaturen bis zu 9 Grad minus. Dort, wo es keine Möglichkeit gab, die Frostberegnung zu aktivieren, wurden die Marillenblüten verbrannt. „Nur die höchsten Lagen auf über 1000 Meter haben sich gehalten“, meint Robert Vent, Obstbauer vom Wiebenhof am Nördersberg oberhalb von Göflan. Mit 3 Hektar Anbaufläche gehört er zu den großen Marillenbauern und ist auch Präsident des Vereins Vinschger Marillenanbauer. Dieser

zählt 120 Mitglieder, die von der Töll bis Reschen auf 70 Hektar Marillen anbauen. Herzstück ist der Schlanderser Nördersberg. Auch hier sieht die Bilanz traurig aus. Wenige Früchte hängen am Baum. Seit drei Jahren gibt es aber die Möglichkeit, sich auch gegen Unwetterschäden und extremen Naturkatastrophen zu versichern. Denn die Marille ist eine sehr empfindliche Pflanze. Viel Sonne, wenig Regen und die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sind ideale Voraussetzungen für die Vinschger Marille, die 80 Prozent der Ernte ausmacht. Die Preise liegen heuer aufgrund der geringen Menge um 20 Prozent höher als im Vorjahr. Ein Kilogramm für die erste Qualität kostet 3,80 Euro und für die Marmelade-Qualität 3 Euro.

Robert Vent, Präsident des Vereins Vinschger Marillenanbauer, ist nicht glücklich mit der heurigen Ernte.

Raiffeisen als Wirtschaftskraft

In seiner Sozialbilanz (siehe www.raiffeisenverband.it, Menü Genossenschaftswesen, Publikationen) beleuchtet der Raiffeisenverband die Wirtschaftskraft der Raiffeisenorganisation in Südtirol.

Wie aus der Sozialbilanz des Raiffeisenverbandes hervorgeht, ist das Verhältnis der Mitgliederanzahl zu den in den Gemeinden abgeholten Baugenehmigungen für Wohnungen im dargestellten Zeitraum kontinuierlich angewachsen: von 6,4 Prozent im Jahr 1995 auf 34,1 Prozent im Jahr 2008. Im Jahr 2010 ist der Prozentanteil aber deutlich gesunken. Dies steht wohl in direktem Zusammenhang mit

Wohnbaugenossenschaften

der Finanz- und Wirtschaftskrise, da die Menschen in Krisenzeiten weniger dazu neigen, sich in Gruppen zusammenzuschließen, um miteinander kostenintensive Investitionen zu tätigen. Es fällt außerdem auf, dass die Baugenehmigungen in der Zeit zwischen 2005 und 2008 regelrecht eingebrochen sind und sich um mehr als die Hälfte vermindert haben.

Entwicklung der Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen und der Anzahl Mitglieder

Film „Der dritte Weg“ erhältlich

Zum „Internationalen Jahr der Genossenschaften“ hat der Raiffeisenverband eine Filmdokumentation in Auftrag gegeben.

Im Rahmen der diesjährigen Jahresvollversammlung wurde die 15-minütige Filmdokumentation „Der dritte Weg“ gezeigt, die der Raiffeisenverband anlässlich des Internationalen Jahres der Genossenschaften in Auftrag gegeben hat. Der Film beleuchtet Geschichte und Gegenwart des Südtiroler Genossenschaftswesens und portraitiert Men-

schen, die an die genossenschaftliche Idee glauben, sie mit Leidenschaft und innerer Überzeugung leben und damit ihr Umfeld prägen. Realisiert hat den Film Thomas Hainz. Mitgliedsgenossenschaften des Raiffeisenverbandes können die DVD im Raiffeisenverband (rvs-presse@raiffeisen.it) bestellen.

Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84

Presserechtlich

buchvorstellung Südtiroler Almen

Ein weiteres Wanderbuch von Hanspaul Menara ist soeben erschienen.

Wegen ihrer landschaftlichen Schönheit sind sie meist lohnende Wanderziele, und viele Almhütten sind gemütliche und beliebte Einkehrstätten. Die im neuen Buch von Hanspaul Menara beschriebenen 100 Wanderungen sind ausnahmslos als leicht einzustufen und eignen sich somit auch für Familien mit Kindern oder Senioren. Anschauliche Beschreibungen, genaue Wegangaben mit allen nötigen Einzelinformationen sowie reiche Bildausstattung machen das Buch, das bei Athesia erschienen ist, zu einem verlässlichen landeskundlichen Wanderführer.

verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Quelle: Landesinstitut für Statistik (ASTAT), Jahresberichte Raiffeisenverband Südtirol

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