

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Die Raiffeisen Landesbank ist das zentrale Bankinstitut der Raiffeisenkassen. Ihre Aufgabe ist es, die Raiffeisenkassen gerade auch in der aktuell wechselhaften Wirtschaftslage zu unterstützen und zu stärken.
Landesbank erneut erfolgreich
Die Raiffeisen Landesbank Südtirol war auch im Jahr 2011 ein starker Kapitalgeber für die Wirtschaftstreibenden Südtirols. Die RLB hat um 6,76 Prozent mehr an Krediten als im Vorjahr vergeben.
„Als Landesbank der Südtiroler Raiffeisenkassen ist es unser Auftrag, die heimische Wirtschaft zu unterstützen. Wir kennen unsere Kunden persönlich und legen Wert auf langfristige und nachhaltige Geschäftsbeziehungen“, sagte Michael Grüner, Präsident der Raiffeisen Landesbank bei der Vollversammlung Ende April im Raiffeisenhaus in Bozen, zu der die Aktionäre, sprich Vertreter der einzelnen Raiffeisenkassen Südtirols eingeladen wurden. „Die Landesbank konnte den Kunden von Raiffeisen auch im abgelaufenen Jahr jene Bankdienstleistungen und Produkte zur Verfügung stellen, die ihren Bedarf genau treffen“, meinte Grüner.
Kredite für Südtiroler Wirtschaft
Im Jahr 2011 wies die Raiffeisen Landesbank ein Kreditvolumen von insgesamt ca. 1,2 Mrd. Euro auf. Dem Leitsatz „Südtiroler Spargelder für die Südtiroler Wirtschaft“ folgend wurde in den letzten drei Jahren insgesamt ein Zuwachs von über 235 Mio. Euro, also ein Plus von ca. 8,3 Prozent im Jahr, bei den Krediten erreicht. Dieses Wachstum wurde vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den Raiffeisenkassen ermöglicht. „Die Rückzahlungsfähigkeit unserer Kunden ist gut. Der Anteil der notleidenden Kredite an den gesamten Ausleihungen liegt mit 1,80 Prozent
weit unter dem Durchschnitt der italienischen Banken“, betonte Generaldirektor Zenone Giacomuzzi.
„Die Gelder der Südtiroler Sparerinnen und Sparer waren so hart umkämpft, wie schon lange nicht mehr“, sagte Giacomuzzi in seinen Ausführungen. „Für die Raiffeisen Landesbank stehen Konstanz und Sicherheit an erster Stelle und wir sehen, dass auch unsere Kunden diese Haltung gutheißen und uns das Vertrauen schenken.“ Die Kundeneinlagen weisen einen Zuwachs auf. Der Rückgang der Einlagen insgesamt hat sich aufgrund von Umschichtungen institutioneller Anleger ergeben.
obstwirtschaft
Landeskollektivvertrag
erneuert
Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaftsorganisationen haben Mitte April im Raiffeisenhaus die Erneuerung des Landeskollektivvertrages für die Beschäftigten der Obstmagazine Südtirols unterzeichnet. In wirtschaftlicher Hinsicht wurden die Gehaltstabellen ab 1. Jänner 2012 um 3 Prozentpunkte erhöht, eine weitere Erhöhung um 2 Prozentpunkte erfolgt ab 1. Jänner 2013. Zudem wurden auch die Beträge der Produktivitätsprämie, die Beiträge an die Zusatzvorsorge und die Beiträge für den wechselseitigen Krankenbeistand angepasst. Der Vertrag gilt für den wirtschaftlichen Teil bis zum 31. Dezember 2013 und für den normativen Bereich bis zum 31. Dezember 2015.

Arbeitgeber- und Gewerkschaftsvertreter unterzeichneten im Raiffeisenhaus den Landeskollektivvertrag für die Beschäftigten der Obstmagazine Südtirols.
Rentabilität zufriedenstellend
„Das Ergebnis von 6,3 Mio. Euro ist für uns ein Erfolg. Die Gewinnsituation wurde durch die Bewertung der italienischen Staatsanleihen im Eigenbestand belastet, nachdem Italien von den amerikanischen Ratingagenturen in seiner Kreditwürdigkeit herabgestuft worden war“, ergänzte Präsident Grüner, „unser Geschäftsmodell hat sich bewährt, sodass wir auch dieses schwierige Jahr 2011 gut abschließen können“.

Die wichtigsten Kennzahlen der Raiffeisen Landesbank im Jahr 2011
Der Raiffeisenverband hat seine
Statuten geändert
Ende April fand im Raiffeisenhaus in Bozen eine außerordentliche Vollversammlung des Raiffeisenverbandes Südtirol statt. Auf der Tagesordnung stand die Änderung der Statuten.
Verbandsobmann Heiner Nicolussi-Leck erklärte den anwesenden Mitgliedern, dass der Verwaltungsund Aufsichtsrat in zwei Klausurtagungen sich über die künftige Zusammensetzung des Verwaltungsrates auseinander gesetzt und den Beschluss gefasst hatte, eine außerordentliche Vollversammlung einzuberufen, um über die Statutenänderung zu befinden. „Um der differenzierten Entwicklung der Genossenschaften Rechnung zu tragen und bei der Vertretung der Genossenschaften im Verband weiterhin möglichst ausgewogen alle genossenschaftlichen Sektoren und die geografischen Bezirke zu berücksichtigen, schlagen wir eine Anhebung der Zahl der Verwaltungsräte von 15 auf 17 vor“, sagte der Verbandsobmann. Dadurch soll die Möglichkeit geschaffen werden, dem Sektor der Energiegenossenschaften eine eigene Vertretung im Verwaltungsrat zu ermöglichen. Der bisherige Verwaltungsrat setzte sich aus Vertretern der Mitgliedsgenossenschaften der Raiffeisenkassen, der Obst-, Kellerei, Sennerei- und anderer Genossenschaften zusammen.

Der Raiffeisenverband hat auf der außerordentlichen Vollversammlung die Verwaltungsräte von 15 auf 17 aufgestockt.
Die Vollversammlung genehmigte im Beisein des Notars Walter Crepaz die vorgeschlagenen Statutenänderungen einstimmig. Somit werden bei der ordentlichen Vollversammlung am 15. Juni erstmals 17 Verwaltungsräte auf drei Jahre neu gewählt werden.
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(o.)
„Der Euro ist Friedenspolitik“
Beim 12. Anlegersymposium des Raiffeisen InvestmentClubs im Forum Brixen brach Theo Waigel eine Lanze für den Euro.
Der bekannte deutsche Politiker Theo Waigel erteilte den Euro-Kritikern eine Abfuhr. Er erinnerte daran, dass der Euro seit Einführung nicht an Wert verloren habe und verwies auf die erfolgreiche Europapolitik seit 1945 – die längste Friedensepoche der letzten Jahrhunderte. „Der Euro ist ein Stück

Beim Anlegersymposium des Raiffeisen-InvestmentClubs konnten 450 Mitglieder Theo Waigel, ehem. dt. Finanzminister, erleben.
Friedens- und Sicherheitspolitik“, mahnte Waigel, der die Einheitswährung maßgeblich mit gestaltet hat. „Es gibt keine Alternative zur Haushaltssanierung bei gleichzeitigen Wachstumsanreizen in den nächsten 10 Jahren“, sagte Waigel. Deutschland müsse als größte europäische Volkswirtschaft zwar mehr Verantwortung übernehmen, könne aber nicht Zahlmeister aller sein.
Europa brauche eine Stärkung des Stabilitätspaktes und eine Erweiterung des Fiskalpaktes um Wachstums- und Deregulierungsmaßnahmen. Waigel forderte eine europäische Finanzaufsicht und eine europäische Ratingagentur. Der „Pferdefuß“ Europas sei Griechenland, das sich „wie ein blinder Passagier“ in die Währungsunion geschleust habe. Michael Seeber, Präsident der Unternehmensgruppe Leitner, beleuchtete die Erfolgsfaktoren und Probleme international tätiger Unternehmen mit Sitz in Südtirol. „Die Zukunft ist nicht der europäische Markt, sondern längst der Weltmarkt“, sagte Seeber u. a.
Brimi steigert Auszahlungspreise
Der Milchhof Brixen zog auf der Jahresvollversammlung im Haus Voitsberg in Vahrn eine positive Bilanz.
„Erfreulicherweise konnten die Auszahlungspreise im Vergleich zum Vorjahr um 7,82 Prozent erhöht werden“, sagte Geschäftsführer Willi Tauber den Mitgliedern auf der Vollversammlung, die Ende April in Vahrn stattfand. Mit 52,87 Cent/kg liegt dieser über dem Landesschnitt. Für Biomilch beträgt der Milchpreis sogar 65,26 Cent/kg. „Das abgelaufene Jahr war für die Brimi ein sehr ereignisreiches Jahr mit vielen neuen Herausforderungen“, meinte Obmann Klaus Faller.
Im Milchhof Brixen ist die Eigenmilchmenge um 1,5 Mio. kg auf 71,4 Mio. kg gesunken. Es wurden knapp 1,3 Mio. kg Biomilch angeliefert. Insgesamt wurden mehr als 99 Mio. kg Milch verarbeitet. Gegenüber dem Vorjahr wurden 5,29 Prozent mehr an Milch verarbeitet. Bei den einzelnen Produktgruppen konnte bei der Mozzarella ein + von 7,3 Prozent erzielt werden, bei Ricotta – 11,6 Prozent, Butter + 26 Prozent, Frischmilch + 4,8 Prozent und Frischsahne + 8,5 Prozent.
Der Produktumsatz konnte um ca. 8,7 Mio. Euro, gleich 14,0 Prozent, auf 70,6 Mio. Euro gesteigert werden. „Diese positive Entwicklung zeichnete sich

Geschäftsführer Willi Tauber und Obmann Klaus Faller sind sichtlich zufrieden.
vorwiegend in den Kernsegmenten Mozzarella und Butter ab“, sagte Obmann Klaus Faller auf der Vollversammlung. 23 Prozent des Gesamtumsatzes wurde in der Region Trentino-Südtirol erzielt, 58 Prozent im übrigen Italien, 19 Prozent im Ausland. Bei der Vollversammlung wurde Michael Falk vom Pflungerhof in Terenten als bester Milchlieferant ausgezeichnet.
diskussion
Genossenschaften, ein Mehrwert für alle
Unter diesem Motto findet am Mittwoch, 16. Mai im Landhaus in Bozen ab 18.30 Uhr eine Diskussionsrunde statt, zu der das Amt für Genossenschaftswesen alle Interessierte einlädt. Einzelne innovative Projekte von erfolgreichen Südtiroler Genossenschaften werden dabei vorgestellt. So u. a. das Energiekonzept der Gemeinde Prad am Stilfserjoch, das von Lega ambiente ausgezeichnet wurde.
obstgenossenschaften
Neue Software für Verwaltung
Nach dem erfolgreichen Start zweier neu entwickelter SoftwareModule für den Obst- und Gemüsesektor im Jahr 2011, ist jetzt auch das dritte Modul „AX Finanzund Anlagenbuchhaltung“ einsatzbereit. Es ist wichtiger Bestandteil eines umfassenden EDV-Paketes, das gemeinsam mit der IT-Abteilung im Raiffeisenverband (RIS) erstellt wurde. Der Verband der Vinschgauer Produzenten für Obst und Gemüse VI.P hat dabei die Vorreiterrolle für die neue AX-Branchen-Software übernommen. Das neue Modul für die Verwaltung wird von sechs Obstgenossenschaften im Vinschgau ab Ende Juli verwendet werden.
„Die Wimmer gut behandeln“
30 Jahre lang hat Franz Dorfmann als Kellermeister in der Genossenschaft gearbeitet. Die Kellerei Eisacktal hat er wesentlich mit aufgebaut.
Im Gasthaus „Kalter Keller“ in Klausen hat alles begonnen. Am 25. März 1961 fand dort die Gründungsversammlung der Eisacktaler Kellereigenossenschaft statt. Mit dabei auch Franz Dorfmann vom Kropfsteinerhof in Feldthurns, erster Kellermeister und selbst Weinbauer. „Einen VeltlinerSchnitt haben wir gemacht“, sagt er, während seine Frau ein Glas Wein einschenkt. Der Sitz der Kellerei befand sich beim Reinthalerhof, oberhalb der Staatsstrasse, einen Steinwurf vom heutigen Standort entfernt. Die ersten Trauben wurden mit Pferde- und Ochsengespannen angeliefert und in offenen Holzbottichen verarbeitet. „Meines Aufwachsens hat es damals den Vernatsch und den Lagrein gegeben, den Blatterle und Sylvaner. Den Wimmern musste man immer gut zu essen geben, damit sie keine Trauben essen. Jeder Kern war Gold wert.“ Ein privater Händler hat die gesamte Ernte aufgekauft. „Den Wein mussten wir in Schläuchen über den Hang hinunter in einen Laster pumpen. Die Strasse wurde gesperrt.“
Nach dem Krieg lag der Weinbau im Eisacktal danieder. Die Wirte der Umgebung bevorzugten Weine aus dem Etschtal, die waren bekömmlicher und vor allem qualitätvoller. Ein Jahr nach der Eröffnung wurde der Keller ein Raub der Flammen. Die Winzer ließen sich davon nicht abbringen und bauten ihn wieder auf. „Wenn ein Mensch einen Rückschlag erlebt, dann kommt er wieder zum Bewusstsein“, sagt Dorfmann, der aus einer 7-köpfigen Familie stammt und seinen Vater früh verlor.
Raiffeisen Weiterbildungskurse
kursangebot
Die Führungskraft als Coach für Mitarbeiter mit Führungsfunktion

1966 kaufte die Kellerei neue Maschinen und die ersten Stahltanks. 1978 wurde das neue Gebäude neben der Brennerstrasse bezogen. Seit 2006 gehört die Kellerei zu den modernsten Betrieben Südtirols. 1991 ist Franz Dorfmann in den wohl verdienten Ruhestand gegangen. Sohn Thomas ist in seine Fußstapfen getreten. „Wichtig ist nicht der Beruf, wo man am meisten Geld bekommt, sondern der einen glücklich macht.“

Internationales Jahr der Genossenschaften 2012
alpenschutz
Italien ratifiziert Alpenkonvention
Seit dem 5. Mai sind die Protokolle der Alpenschutzkonvention – ausgenommen das Verkehrsprotokoll – auf italienischem Staatsgebiet rechtlich verbindlich. Die Alpenkonvention ist ein internationales Abkommen, das die Alpenstaaten Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Osterreich, Schweiz und Slowenien gemeinsam mit der EU ausgearbeitet haben. Sie zielt auf die nachhaltige Entwicklung des Alpenraums, auf den Schutz der Interessen der ansässigen Bevölkerung ab und schließt die ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Dimension ein. Der Generalsekretär der Alpenkonvention Marco Onida begrüßte diesen Schritt. „Es ist allerdings zu wünschen, dass die neue Gesetzesvorlage zum Verkehrprotokoll, rasch das parlamentarische Verfahren durchläuft”, meint er in einer Presseaussendung. Weitere Informationen unter www. alpconv.org
Hotel eberle/Bozen

Raiffeisen Bildungstag für Geschäftsführer und Ausbildungsverantwortliche der Raiffeisenkassen
22.5.2012 Hotel eberle/Bozen impulstag für Mitarbeiter im Servicebereich
Wohnbaufinanzierung für Mitarbeiter, die in der Baufinanzierungsberatung ausgebildet werden sollen
impulstag für Mitarbeiter im innenbereich
Risikocontrolling für angehende Risikocontroller
Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - 3.2 De für Geschäftsführer und leitende Mitarbeiterinnen von Genossenschaften
23.5.2012 Hotel eberle/Bozen
23.5.2012 Hotel eberle/Bozen
24.5.2012 Hotel eberle/Bozen
5.6.2012 Hotel eberle/Bozen
5.-6.6.2012 Hotel eberle/Bozen
Ein internationales Abkommen schützt die Alpen.
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)
Franz Dorfmann, ehemaliger Kellermeister der Kellerei Eisacktal