

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Der Südtiroler Energieverband sieht mit Zuversicht in die Zukunft und stellt eigene Thesen zur Energiepolitik auf.
Mit einem neuen Schwungrad
Bei der ersten Vollversammlung stellte der Südtiroler Energieverband (SEV) seine energiepolitischen Thesen vor und wählte seinen neuen Verwaltungsrat.
Eine nachhaltige Energieversorgung in Südtirol muss dezentral aufgestellt, ökologisch ausgerichtet, demokratisch organisiert und verwaltet sein. Dies das Kredo des Südtiroler Energieverbandes, der vergangene Woche im Raiffeisenhaus in Bozen seine erste Vollversammlung abhielt. Er war im Herbst hervorgegangen aus der Fusion des Biomasseverbandes und des Raiffeisen-Energieverbandes. Präsident Georg Wunderer sprach sich klar für eine dezentrale, genossenschaftliche Energiewirtschaft aus und wandte sich gegen eine neoliberale Politik des freien Spiels der Kräfte. „Die Energiewirtschaft muss dem Bürger dienen, nicht dem Kapital“, brachte er es auf den Punkt. Wunderer sparte in seiner Rede
auch nicht mit Kritik gegenüber der Landesregierung, die in den letzten Jahren den kleinen Stromproduzenten wenig Gehör schenkte und mit dem Aufbau der landeseigenen Gesellschaft SEL eine Struktur schuf, die sich nicht dem Subsidiaritätsprinzip verpflichtet sah. „Ich bleibe aber optimistisch“, meinte er abschließend, „da der Weg der Kooperation aller in dem kleinen Strommarkt Südtirol der einzig mögliche ist.“ Wolfram Sparber, neuer Präsident der SEL, sprach sich für eine nähere Kooperation auf lokaler Ebene aus. Voraussetzung dafür allerdings sei ein schrittweiser Abbau der Konfliktfelder. Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten auf staatlicher Ebene müsse man auch in Südtirol alternative För-
dermodelle suchen, die Versorgungssicherheit und Versorgungskomfort sicherstellen, meinte Sparber. Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, beglückwünschte den SEV zu seiner Geschäftspolitik und sicherte auch weiterhin die Unterstützung des Verbandes zu.
Subsidiaritätsprinzip
Geschäftsführer Rudi Rienzner präsentierte neun energiepolitische Thesen. So will sich der Verband aktiv für den Einstieg in eine klimaneutrale, bürgernahe und demokratische Energiewirtschaft einsetzen. Er spricht sich für einen fairen Interessenausgleich und für
Von der Parkbank in die Welt

Dort, wo dieses Logo steht, besteht die Möglichkeit, im öffentlichen Raum gratis zu surfen.
Die Pilotphase in den Dorfzentren von Terlan, Sarntal, Schlanders und Toblach war ein voller Erfolg. Nun wird das WiFree-Projekt auf insgesamt 21 Südtiroler Gemeinden ausgedehnt. Zu Ostern wurden in zusätzlichen 17 Ortskernen öffentliche und kostenlose Surfpoints eingerichtet: In Glurns, Prad am Stilfser-Joch, Algund, Schenna, St. Martin in Passeier, Neumarkt, Kaltern, Völs, Tiers, Villnöß, Mühlbach, Klausen, Sterzing, Brenner, Franzensfeste, Sexten und Olang ist es möglich, unter freiem Himmel gratis zu surfen. Das WiFree-Netz wird von Raiffeisen OnLine, RUN, Brennercom und Limitis im Rahmen des Projekts „Internet in Ortszentren“ betrieben.
eine landesweite Koordinierung aller Versorger aus, die aber dem Subsidiaritätsprinzip verpflichtet sein muss.
Südtirol brauche zudem marktfähige Produzenten und Verteiler.
Bei der Vollversammlung wurde auch die Verbandsspitze gewählt: Erster Präsident des Südtiroler Energieverbandes ist Hanspeter Fuchs, der bisherige Präsident des Raiffeisen-Energieverbandes, Georg Wunderer, wird sein Stellvertreter. In den Verwaltungsrat gewählt wurden weiters Karl Hellweger, Paul Schwingshackl, Siegfried Rinner, Norbert Kosta, Paul Profanter, Rudi Rienzner und Siegfried Wolfsgruber.

Sachversicherungsgeschäft konnte stark ausgebaut werden
Trotz hoher Schadenbelastung und unsicherem Umfeld zieht der Raiffeisen-Versicherungsdienst (RVD) eine positive Bilanz. Der führende Versicherungsanbieter in Südtirol baut den Marktanteil in allen Sachversicherungssparten aus.
Mit Prämieneinnahmen in Höhe von 46,7 Mio. Euro hat Raiffeisen im Sachversicherungsgeschäft Marktanteile in Höhe von 6,8 Prozent dazugewonnen und bereits im 5. Jahr in Folge das Geschäft ausbauen können. „Dieses gute Ergebnis ist vor allem auf die Qualität der angebotenen Leistungen und die konsequente Orientierung an den Kundenbedürfnissen zurückzuführen“, meinte Direktor Arno Perathoner vergangene Woche bei der Vollversammlung. Rund 21,8 Mio. Euro entfielen auf die Sparte Kfz-Versicherung, die einen Zuwachs in Höhe von 8,2 Prozent verbuchen und das Neukundengeschäft somit weiter ausbauen konnte. Kräftig angezogen hat das Geschäft in den Sachversiche-
rungszweigen. Mit einem Plus von 9,5 Prozent stiegen die Einnahmen auf 20,8 Mio. Euro. 2011 wendete der RVD für die Begleichung von Schäden 28 Mio. Euro auf. Maßgeblich verantwortlich für den starken Anstieg (20 %) waren große Schäden durch Sturm- und Hagelschlag, die sich im Herbst 2011 ereigneten. Im Lebensversicherungsgeschäft wirkte sich die in Italien allgemein merkliche Liquiditätsverknappung auch auf den Abschluss von Lebensversicherungen aus, was zu einem Rückgang der Beitragseinnahmen führte. Diese beliefen sich zu Jahresende auf 37,6 Mio. Euro. Die Anzahl der bearbeiteten Schadensfälle betrug knapp 16.000.
Raiffeisen-Schadenaufwendungen im 5-Jahres-Vergleich
In der Raiffeisen-Schadensbilanz schlug der Klimawandel im Berichtsjahr in einem starken Anstieg der Obstbauschäden durch Sturm und Hagelschlag zu Buche.
Neuer Präsident des Südtiroler Energieverbandes ist Hanspeter Fuchs aus Toblach.
Strom in Passeier um 50 Prozent billiger
Die Energie- und Umweltbetriebe Moos in Passeier (EUM) versorgen Haushalte und Betriebe im hinteren Passeiertal mit umweltfreundlicher Energie – zu einem äußerst günstigen Preis.

Das neue E-Werk in Moos in Passeier bildet die Basis für eine autarke Energieversorgung, die der Bevölkerung zugutekommt.
„E“ steht für Energie. „U“ steht für Umwelt, weil die EUM saubere und erneuerbare Energie liefert, und „M“ steht für Moos. Seit Mitte Februar ist die Genossenschaft aus Moos Mitglied des Raiffeisenverbandes. Da sie nicht gewinnorientiert arbeitet, kann der Strompreis für die Mitglieder allein aus den anfallenden Produktionskosten ohne Aufschlag weiter verrechnet werden. Das Verteilernetz wurde von der Gemeinde Moos gepachtet. „Ein wichtiger Grund für die günstigen Mitgliedertarife ist unsere Unabhängigkeit. Dadurch können wir auch die Grundgebühr selbst festlegen
und den Mitgliedern am Ende einen Strompreis bieten, der bis zu 50 Prozent unter dem gesetzlichen Tarif liegt“, erklärt Geschäftsführer Hubert Brunner. Neben der Stromversorgung betreibt die Genossenschaft EUM ein Heizwerk in der Fraktion Pfelders und versorgt die dortigen Mitglieder mit Wärme.
Zusätzliche Dienste
Daneben aber übernimmt die Genossenschaft weitere Aufgaben für die Gemeinschaft, die sie zu einem besonderen genossenschaft-
Reiten ist Teil der Therapie

Geschäftsführer Hubert Brunner und Obmann Christian Gufler
lichen Geschäftsmodell in Südtirol machen. So arbeiten die Energie- und Umweltbetriebe in verschiedenen Bereichen mit der Gemeindeverwaltung zusammen und führen beispielsweise die Instandhaltung der öffentlichen Wanderwege durch. „Weiters möchten wir in absehbarer Zeit allen Haushalten und Betrieben im hinteren Passeier einen Internet-Zugang zur Verfügung stellen und damit unsere Betriebe konkurrenzfähig machen“, sagt Brunner. Die EUM hat auch die Projektierung einer neuen Tankstelle in Auftrag gegeben. Mehr dazu unter: www.eum-genmbh.com
Die Südtiroler Haflingerpferdezüchter spenden der Südtiroler Lebenshilfe und ermöglichen therapeutisches Reiten.
Im Rahmen der Generalversammlung des Südtiroler Haflingerpferde-Zuchtverbandes Ende März erhielt Verena Harrasser von der Südtiroler Lebenshilfe aus den Händen von Obmann Walter Oberhofer den Scheck in Höhe von 2000 Euro. Die Summe kam aus dem Erlös über den Verkauf des „Kalenders 2012“. Damit unterstützt der Verband die Einrichtung „Therapeutisches Reiten“, das die Südtiroler Lebenshilfe in zwölf Orten Südtirols anbietet und als Ergänzungstherapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Beeinträchtigungen physischer, kognitiver und psychischer Natur organisiert. Nach einer ausführlichen Rückschau auf das vergangene Jahr durch Geschäftsführer Micha-
el Gruber standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Walter Oberhofer aus Naturns wurde zum neuen alten Obmann gewählt. Seit 2006 leitet er die Geschicke des Verbandes. Sein Stellvertreter ist Norbert Rier. Neu in den Verwaltungsrat gewählt wurden Paul Gartner aus Luttach, der die Norikerrasse vertritt, Thomas Alfreider aus Corvara/Kolfuschg, Albert Hutter aus Schlinig, Paul Wieser aus Gossensaß; bestätigt wurden Peter Braun, Egon Gamper, Richard Gamper, Peter Peer, Peter Zöggeler und Heinrich Unterweger.
Der Obmann betonte, dass in Zeiten knapper werdender Haushalte ein umsichtiges Verwalten bestehender Ressourcen immer wichtiger werde.

Scheckübergabe an die Lebenshilfe: Obmann Walter Oberhofer, Verena Harrasser von der Lebenshilfe und der bisherige Obmannstellvertreter Richard Gamper
Eigenverantwortung stärken
Im März absolvierten 19 Mitarbeiter verschiedener Raiffeisenkassen und des Raiffeisenverbandes ihre Grundausbildung im Kloster Neustift.
Diese besteht aus zwei Ausbildungsblöcken zu jeweils fünf Tagen, an denen die Teilnehmer einen Einblick in verschiedene Themenbereiche erhalten und praxisbezogene Grundkenntnisse zu den wichtigsten Bankgeschäften erwerben.
Das Ziel der Ausbildung besteht darin, den Mitarbeitern Fachwissen zu den Bankdienstleistungen und Produkten zu vermitteln. Das Ausbildungsprogramm ist so gestaltet, dass zudem die soziale Kompetenz und die Methodenkompetenz der Teilnehmer gefördert werden. „Die Aufgabe der Teilnehmer ist es, sich in Eigenverantwortung mit dem gebotenen Expertenwissen auseinanderzusetzen und durch aktives Nachfragen und regen Erfahrungsaustausch einen Bezug zum eigenen Arbeitsalltag herzustellen“, erklären die Kursleiter Alexandra Fischnaller und Leander Bechtold von der Abteilung Bildungswesen im Raiffeisenverband. Wesentlich zur Vertiefung und Sicherung des Lernerfolges beigetragen hat die Durchführung der individuellen Lernzielkontrolle am Ende der Aus-
Raiffeisen-Weiterbildungskurse

Die Grundausbildung für Raiffeisen-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fand im Bildungshaus Kloster Neustift in Vahrn statt.
bildung. Die Rückmeldungen der Teilnehmer und der Referenten zur Grundausbildung 2012 waren sehr positiv. „Junge und engagierte Mitarbeiter sind ein wertvolles Potenzial für die Raiffeisenkassen, und sie tragen erheblich zum künftigen Unternehmenserfolg bei“, so die Schlussfolgerung der beiden Kursleiter.
statistik Rinderzahl ist rückläufig
Seit einigen Jahren ist die Zahl der Rinder in Südtirol rückläufig. Abgesehen von dem eher unbedeutenden Piemonteserrind und dem Galloway mussten laut Statistischem Jahrbuch 2011, das kürzlich erschienen ist, alle anderen Rinderrassen Einbußen hinnehmen.
Den zahlenmäßig größten Rückgang in den letzten drei Jahren verzeichnete die Braunviehrasse mit 7683 Stück, gefolgt von der Fleckviehrasse mit 4790 Stück Vieh. kursangebot
Mein Verkaufsverhalten, betrachtet durch die „Kundenbrille“ für Mitarbeiter, die Beratungs- und Verkaufsgespräche führen
Bildungsreihe Kompetenzentwicklung - 3. Teil für Banklehrlinge/Auszubildende und Mitarbeiter mit abgeschlossener Grundausbildung
Professionelles Verkaufen I für Verkäufer mit einigen Jahren Erfahrung im Verkauf und alle Führungskräfte im Vertrieb
Schluss mit Ärgern für alle Interessierten
Insolvenzgefährdet - Krisenmanagement für Firmenkundenbetreuer und Mitarbeiter aus der Kreditabteilung
Professionelles Verkaufen II für Verkäufer mit einigen Jahren Erfahrung im Verkauf und alle Führungskräfte im Vertrieb
Projektmanagement Aufbauseminar für Projektleiter/-innen, Führungskräfte und Mitarbeiter/-innen mit Projektverantwortung
Workshop für Kreditsachbearbeiter
Verhandeln nach der Harvard-Methode für Führungskräfte und Mitarbeiter, die Verhandlungen führen Voraussetzung: Erfahrung mit Verhandlungen
Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - 3.1 DE für Geschäftsführer und leitende MitarbeiterInnen von Genossenschaften
Service-Kompetenz ist Kundenbindung für junge Mitarbeiter im Servicebereich
Workshop Spezialbetreuung Sanierungskunden für Kreditabteilungsleiter, Marktleiter und Firmenkundenberater
07.05.2012
07.05.2012
08.-09.05.2012
08.-09.05.2012
10.05.2012
10.-11.05.2012
14.-15.05.2012
15.05.2012
15.-16.05.2012
15.-16.05.2012
17.-18.05.2012
18.05.2012
Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn
Bildungshaus Lichtenburg/Nals
Hotel Eberle/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
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WIFI/Bozen, Südtirolerstr. 60
Hotel Eberle/Bozen
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Kolpinghaus/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
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Rinderbestand nach Rasse
(Quelle: Statistisches Jahrbuch für Südtirol 2011)
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesia Druck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr. 13/84 Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, Tel. 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)