

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Funktionierende Kooperationen kommen nicht nur den Partnern zugute, sondern bringen Wettbewerbsvorteile, erzeugen Mehrwert für die Region, schaffen und sichern Arbeitsplätze.
Pioniere der Kooperation
Bei der letzten Sitzung des Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften und Verbände stand das Thema Kooperation im Mittelpunkt. Genossenschaften haben darin seit jeher eine Vorreiterrolle, die aber immer neu hinterfragt werden muss.
„Bist du nicht stark, musst du schlau sein“. Nach diesem Prinzip handeln Genossenschaften, in denen Menschen durch die Zusammenarbeit erst gemeinsam das erreichen, was sie allein nie schaffen würden. Deshalb sind Genossenschaften in ihrer Anlage auf die Zusammenarbeit mit anderen Partnern ausgerichtet. Davon ist auch Univ.-Prof. Dr. Theresia Theurl, Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster, überzeugt. Sie gilt durch ihre Lehrtätigkeit und zahlreiche Publikationen als eine der anerkanntesten Wissenschaftlerinnen im Bereich des Genossenschaftswesens im
deutschen Sprachraum. In ihrem Vortrag bei der letzten Sitzung des Raiffeisen Koordinierungsausschusses der landwirtschaftlichen Genossenschaften und Verbände im Raiffeisenhaus in Bozen schilderte sie die Möglichkeiten der Kooperation. Genossenschaften können mit anderen Genossenschaften, anderen Unternehmen oder öffentlichen Körperschaften kooperieren. Kooperationen sind für viele Unternehmen vielfach der Schlüssel zum Erfolg. Bereits 60 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland beruht auf diese Art der Zusammenarbeit, meinte Univ.-Prof. Theurl.
Mehrwert durch Kooperation
Funktionierende Kooperationen kommen nicht nur den Partnern zugute, sondern bringen auch Wettbewerbsvorteile in der Standortfrage, erzeugen Mehrwert für die Region und ihre Menschen, schaffen und sichern Arbeitsplätze und erzeugen nachhaltige Stabilität in der Gesellschaft. Fundamentale Voraussetzung für eine gute Kooperation ist natürlich, „dass man seinen zukünftigen Partner gut kennt“, mahnte Univ.-Prof. Theurl. Darüber hinaus sollten die gemeinsamen Ziele klar artikuliert, konkrete Projekte ver-
Neuer Präsident zu Besuch

Kürzlich stattete der neue Vorsitzende des Bundes der Genossenschaften (LegacoopBund) Heini Grandi dem Raiffeisenverband einen Antrittsbesuch ab. Beim Jahreskongress im vergangenen November wurde er von den Delegierten zum Nachfolger von Alberto Stenico gewählt, der 22 Jahre lang dieses Amt bekleidete. Als führendes Gründungsmitglied hat Grandi Ende der 80er Jahre das Konsortium Altromercato mit aufgebaut, das heute in Italien mit insgesamt 300 Weltläden die größte Organisation im gerechten und solidarischen Handel darstellt.
Im Rahmen des Meinungsaustausches mit der Führungsspitze des Raiffeisenverbandes unterstrichen beide Obmänner, Heini Grandi und Heiner Nicolussi-Leck, die wachsende Rolle und Bedeutung von Genossenschaften, gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
einbart und eine Überprüfung der Ergebnisse Teile der Projektplanung sein.
Drei Modelle greifen
Die Gastreferentin stellte drei gängige Modelle der Kooperation vor. Im traditionellen Modell behalten Unternehmen ihre Produkte bei, verbessern u. a. aber die Vermarktung und senken ihre Kosten. Das zweite Modell wählen jene Unternehmen, die sich neue Partner zur Kooperation suchen und sich neuen Zielgruppen im Markt öffnen. Das dritte Modell sieht die Genossenschaft in einem regionalen Kontext, das sein eigenes Profil schärfen und in der Region zu einer Marke werden will. Hier sind auch Kooperationen mit anderen Unternehmen und Körperschaften möglich. „Das Wichtigste dabei bleibt: vorher genaue Regeln aufstellen und klare gemeinsame Ziele formulieren“, meinte die Referentin, die in der anschließenden Diskussion Fragen

Univ.-Prof. Dr. Theresia Theurl, Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesen an der Universität Münster, bei ihrem Vortrag in Bozen
der anwesenden Verwaltungs- und Aufsichtsräte der landwirtschaftlichen Genossenschaften und Verbände aufgriff und beantwortete.
Sparpaket und Wirtschaftskrise
Die Entwicklung der Schuldenkrise und die Auswirkungen des italienischen Sparpaketes standen im Mittelpunkt einer Veranstaltungsreihe der Südtiroler Raiffeisenkassen.
„Als Genossenschaftsbanken wollen wir aufklären und Hintergründe aufzeigen, denn viele Menschen fühlen sich verunsichert“, sagte Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, beim Informationsabend in Bozen. Michael Atzwanger, Vorstand der AlpenBank AG, skizzierte die Voraussetzungen, um Italien aus der Krise zu führen und nannte als größte Problemfelder das niedrige Wirtschaftswachstum, die hohe Staatsverschuldung, die Euro- und Bankenkrise. Die Liberalisierungsmaßnahmen Montis gingen in die richtige Richtung, weil sie darauf abzielten, das Wirtschaftswachstum zu fördern, den Konsum anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion mit Michael Atzwanger, Wirtschaftsjournalist Alexander Brenner-Knoll, Georg Lun von der Handelskammer und Paul Gasser standen u. a. die Themen Eurostabilität, soziale Absicherung, Jugendarbeitslosigkeit und Arbeitsmarktreform. Paul Gasser betonte, dass die Liquiditätsknappheit auch die Raiffeisenkassen berühre. So seien 2011 mehr Kredite vergeben worden als Einlagen verfügbar waren. Wenn die lokale Wirtschaft wachsen soll, müssten die Sparer ihre verfügbaren Gelder bei den lokalen Banken deponieren und nicht ins Ausland schaffen, ergänzte er.

Heini Grandi (Mitte) und sein Vorgänger Alberto Stenico (links), mit der Führung des Raiffeisenverbandes
Informationsabende zum Sparpaket mit Paul Gasser (Generaldirektor RVS), Michael Atzwanger, Vorstand AlpenBank AG, Andreas Mair am Tinkhof (Leiter Hauptabteilung Bankwirtschaft), Georg Lun (WiFo), Moderater Willy Vontavon.
EU-Richtlinie anpassen
RVS-Obmann Heiner Nicolussi-Leck ist kürzlich mit EU-Kommissar Johannes Hahn zusammengetroffen. Dabei konnte er die Position des Raiffeisenverbandes in Bezug auf die Änderung der Prüfer-Richtlinie bekräftigen.
Verbandsobmann Nicolussi-Leck hatte Anfang Februar zusammen mit Landeshauptmann Luis Durnwalder Gelegenheit, mit dem österreichischen EUKommissar Johannes Hahn während seines Kurzurlaubs in Ulten zusammenzukommen. Im Mittelpunkt des Meinungsaustausches stand die EU-Richtlinie 2006/43, welche die Abschlussprüfung von Kapitalgesellschaften regelt. Durch die bevorstehende Änderung der bestehenden EU-Richtlinie wird die genossenschaftliche Abschlussprüfung in Frage gestellt, da die Genossenschaften wie große Kapitalgesellschaften behandelt werden. „Die Genossenschaftsverbände verfügen seit über 100 Jahren über ein funktionierendes Prüfungssystem der eigenen Mitglieder“, meint Obmann Nicolussi-Leck. Gemeinsam mit dem österreichischen Raiffeisenverband versucht der Raiffeisenverband Südtirol die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Abschlussprüfungen der eigenen Mitgliedsgenossenschaften

auch weiterhin von den Revisionsverbänden durchgeführt und anerkannt werden. EU-Kommissar Hahn zeigte sich von der Problematik bereits informiert und versprach sich dafür in Brüssel einzusetzen.
Bergbauernpreise 2012 verliehen
Im Rahmen der Vollversammlung des Bauernbundes wurde am vergangenen Samstag der Bergbauernpreis verliehen.

Stellvertretend für die über 6.000 Bergbauernfamilien konnten die Familien Ulrich und Waltraud Gasser vom Oberpergler-Hof in Völser Ried, Alois und Frieda Frener vom Oberegger-Hof in Afers sowie Peter und Gerlinde Schönegger vom Kerschbaum-Hof in Innichen den Bergbauernpreis 2012 entgegennehmen. Mit dem Bergbauernpreis ehren der Südtiroler Bauernbund und die Raiffeisenkassen Südtirols, die den Preis stiften, seit über 30 Jahren Bergbauernfamilien für ihren außergewöhnlichen Einsatz und die mustergültige Führung ihrer Bergbauernhöfe. „Was unsere 6.000 Bergbauern
Gruppenfoto der ausgezeichneten Bergbauernfamilien mit der Führungsspitze des Raiffeisenverbandes.
rk beretsch
Neuer Direktor
Eduard Huber ist seit Februar neuer Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Überetsch. Huber arbeitete für 30 Jahre in der Raiffeisenkasse Terlan, war dort Marktleiter und Vizedirektor. Er verfügt über eine breite bankwirtschaftliche Ausbildung, ist als Kursreferent im Raiffeisensektor und beim Master-Lehrgang für Unternehmensführung der „University of Salzburg Business School“ tätig und ist Vorstandsmitglied des Raiffeisen-Investmentclubs. „Die Betreuung und Förderung der Mitglieder und Kunden, verbunden mit dem Ausbau der Leistungsfähigkeit und Rentabilität der Raiffeisenkasse, ist Aufgabe und Herausforderung zugleich“, sagt Huber.

Eduard Huber, neuer Geschäftsführer der Raiffeisenkasse Überetsch
tagtäglich leisten ist einzigartig und verdient Respekt und Anerkennung. Südtirols unvergleichliche Kulturlandschaft und die unverwechselbaren Produkte sind der harten Arbeit unserer Bergbauern zu verdanken. Wir haben heute stellvertretend für alle Bergbauern drei Familien ausgezeichnet“, erklärten Bauernbund-Landesobmann Leo Tiefenthaler und der Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol Heiner Nicolussi Leck. „Alle drei Familien bewirtschaften ihre Höfe vorbildlich und finden dabei auch immer noch Zeit für das Ehrenamt.“
Verbandsobmann Nicolussi-Leck, EU-Kommissar Johannes Hahn, Landeshauptmann Luis Durnwalder
Sportschützen sind vorbildlich
Die Sektion Sportschützen Laas hat den Jugendförderpreis „Vorbildliche Jugendarbeit im Sportverein“ 2011 erhalten.
1984 gewann mit Edith Gufler erstmals eine Südtiroler Sportschützin eine Olympiamedaille. Simon Weithaler war 2010 einziger Südtiroler Teilnehmer bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur. Mit Petra Zublasing hat sich eine Sportschützin als erste Südtirolerin für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert.
Erstmals Schießsport
Im zwölften Jahr des Jugendwettbewerbs sicherte sich erstmals ein Schießsportverein den begehrten Raiffeisen-Siegerscheck in Höhe von 5000 Euro. Bei den Laaser Sportschützen war die Freude groß, als die Kinder den Siegerscheck im Raiffeisenhaus in Bozen aus den Händen von Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes, entgegennahmen. Der Verein wurde 1952 gegründet. Zu ihr gehören die Gilden Laas, Eyrs, Tschengls und Prad. Präsident ist Peter Anton Perfler, Sektionsleiter Mario Burgo. Heute zählt die Sektion 86 Schützen. Die Hälfte davon sind Kinder und Jugendliche. Das bedeutet, dass jeder zehnte Jugendliche der Gemeinde Laas ein Sportschütze ist. „Wir wollen mit unserer Ju-
Raiffeisen Weiterbildungskurse
kursangebot
Grundausbildung - 1. Teil für Mitarbeiter, die neu in der Raiffeisenkasse sind
Liquidität im Unternehmen für Firmenkundenberater, Filialleiter, Kreditleiter
Liquidität im Unternehmen für Firmenkundenberater, Filialleiter, Kreditleiter

Gruppenfoto der Sieger nach der Übergabe des Preises im Raiffeisenhaus in Bozen
gendförderung grundlegende motorische Fertigkeiten vermitteln, denn das wirkt sich positiv auf die geistige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen aus. Sport ist für mich Bildung“, sagte VSS-Obmann Günther Andergassen. Die beiden Sonderpreise gingen an die Sektion Judo des ASV St. Lorenzen (2500 Euro) und an das Dynamic Bike Team aus Eppan (1500 Euro).
Jährliche Weiterbildung B+Modul für Leiter und Beauftragte der Dienststelle für Arbeitsschutz, Sicherheitssprecher in Dienstleistungs- und Produktionsbetrieben
Projektmanagement: Professionell und erfolgreich für (angehende) Projektleiter/innen, Führungskräfte und Mitarbeiter/innen mit Projektverantwortung
Stilseminar für Herren für alle interessierten Mitarbeiter
Weiterbildung für Führungskräfte 2012 - 1.2 DE für Geschäftsführer und leitende MitarbeiterInnen von Genossenschaften
Stilseminar für Damen für alle interessierten Mitarbeiterinnen
Erste Hilfe Refresherkurs für Erste Hilfe-Beauftragte
Ausbildung Mitarbeiter im Servicebereich Block I - 3. Teil für Mitarbeiter, die die Grundausbildung besucht haben
12.-16.3.2012
13.3.2012
14.3.2012
Bildungshaus Kloster Neustift/Vahrn
Hotel Eberle/Bozen
Hotel Eberle/Bozen
15.3.2012 Bildungshaus Lichtenburg/Nals
19.-20.3.2012 WIFI/Bozen, Südtirolerstr. 60
20.3.2012 Hotel Eberle/Bozen
20.-21.3.2012 Hotel Eberle/Bozen
21.3.2012 Hotel Eberle/Bozen
22.3.2012 Landesrettungsverein Weißes Kreuz/Bozen
22.-23.3.2012
Hotel Eberle/Bozen
Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr.13/84
energiewirtschaft
Biogasanlagen sind ökologisch und nachhaltig
Biogasanlagen erzeugen mehr Energie als sie selbst verbrauchen und setzen im Vergleich zur traditionellen Verwertung von Gülle, Mist und Biomüll weniger CO2 frei. Mit anderen Worten: sie sind ökologisch und nachhaltig. Damit diese Anlagen aber auch wirtschaftlich arbeiten können, sollte die erzeugte Wärme beispielsweise in ein Fernwärmenetz eingespeist werden. Dies hat eine Studie ergeben, die vom TIS innovation park unter dem Arbeitstitel „Ökologische, wirtschaftliche und energetische Vorteile der Biogasanlagen in der Provinz Bozen” durchgeführt wurde. Die Analyse der Biogasanlagen der Provinz Bozen hat gezeigt, dass die landwirtschaftlichen Anlagen, also jene, die Mist und Gülle verwerten, nur etwa 20 bis 30 Prozent der Energie und Wärme, die sie erzeugen, selbst verbrauchen. Mehr dazu: www.tis.bz.it

Biogasanlagen verringern den CO2-Ausstoß um 60 Prozent.
Impressum:
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)