

Raiffeisen Mitteilungen
des Raiffeisenverbandes Südtirol Genossenschaft

Zum offiziellen Auftakt des Internationalen Jahres der Genossenschaften fand im Landhaus in Bozen eine Pressekonferenz statt.
Mit vereinten Kräften
Das Internationale Jahr der Genossenschaften ist eröffnet. Roberto Bizzo, Landesrat für Genossenschaftswesen, und die vier Südtiroler Genossenschaftsverbände haben bei einer Pressekonferenz die geplanten Aktivitäten gemeinsam vorgestellt.
„Das Internationale Jahr der Genossenschaften bietet eine gute Gelegenheit, um verstärkt auf die Aufgaben, die Leistungen, auf Rolle und Bedeutung von Genossenschaften hinzuweisen“, meinte Landesrat Bizzo bei der Pressekonferenz im Palais Widmann. „Sie können ein wichtiges Element der Modernisierung und Humanisierung in einem Wirtschaftssystem sein, das in Krise ist“, meinte er. Bizzo bezeichnete die landwirtschaftlichen Genossenschaften als ersten historischen Kern des Genossenschaftswesens in Südtirol, weil die Bauern die Notwendigkeit erkannt hatten, bei der Ernte, Verarbeitung und Vermarktung ihrer Produkte enger zusammenzuarbeiten.
Die Genossenschaftsverbände (LegacoopBund, Confcooperative, AGCI und Raiffeisenverband) präsentierten ihre Veranstaltungen und Projekte für das laufende Jahr. So wird der Raiffeisenverband Ende Februar die Herausgeber und Chefredakteure der Medien Südtirols zu einem Presseempfang einladen. Als Gastreferent konnte der bekannte ZEITRedakteur Ulrich Ladurner gewonnen werden. „Außerdem wird ein Dokumentarfilm gedreht, in dem Menschen vorgestellt werden, die an diese genossenschaftliche Idee glauben, sie mit Leidenschaft und innerer Überzeugung leben und damit auch ihr Umfeld prägen“, meinte Robert Nicolussi, Revisionsdirektor
des Raiffeisenverbandes. Übers Jahr verteilt werden verschiedene Genossenschaften einen Tag der offenen Tür veranstalten und Interessierten einen Blick in ihre Arbeit gewähren.
Gemeinsam mit der Confcooperative und dem Amt für Genossenschaftswesen wird Mitte Mai eine Fachtagung für Lehrer, Schulführungskräfte und Genossenschaftsvertreter zum Thema „Schule & Genossenschaft“ stattfinden.
Die Internationale wissenschaftliche Tagung Anfang November in der Europäischen Akademie wird den Abschluss der RaiffeisenVeranstaltungen bilden.
Gemeinsame Veranstaltungen
Das Landesamt für Entwicklung des Genossenschaftswesens hat gemeinsam mit den Verbänden ebenso eine ganze Reihe von Initiativen ausgearbeitet. „Es wird Weiterbildungsangebote für Führungskräfte von Genossenschaften geben, auch für Lehrer, damit diese den genossenschaftlichen Gedanken in den Schulen weitertragen können“, erklärte die zuständige Direktorin des Landesamtes, Manuela Paulmichl.
Auch Andrea Grata (Präsident Confcooperative), Nicola Grosso (AGCI) und Heini Gran-
di (Bund der Genossenschaften) verwiesen auf die wichtige Funktion, die Genossenschaften bei der Modernisierung des Wirtschaftssystems haben könnten. Herbert von Leon, Obmannstellvertreter des Raiffeisenverbandes, erwähnte das Konzept der gemeinsamen internationalen Vermarktung der Äpfel Südtirols und des Trentino als positives Beispiel.
Hervorgehoben wurde auch der Wille der vier Verbände, noch stärker zusammenzuarbeiten. Eine Fusion der Verbände wie in der Provinz Trient sei allerdings aufgrund der besonderen historischen Situation keine Option, so die mehrheitliche Meinung.

Dieses Logo der Vereinten Nationen wird weltweit verwendet.
Datenautobahn nach Taufers im Münstertal
Als eine der ersten ist die Gemeinde Taufers in Münster an das moderne Glasfasernetz angeschlossen – auch zum Vorteil der Bauern.
Das abgelegene Dorf an der Schweizer Grenze gehört zu den fortschrittlichsten Gemeinden Südtirols. Denn die Tauferer sind seit kurzem an das Glasfasernetz angeschlossen. Es fehlt zwar noch das Teilstück von Mals nach Taufers, das das Land bis Juni dieses Jahres zu realisieren verspricht. Die sogenannte „letzte Meile“ aber hat die Energiegenossenschaft Schluderns-Glurns (SEG) gemeinsam mit der Gemeinde bereits gebaut. Zurzeit sind in Taufers 150 Wärmekunden und 75 Internetkunden dem Glasfasernetz angeschlossen; auch die Familie Kapeller, die Mitglied der Energiegenossenschaft ist. Raimund bewirtschaftet den kleinen Bauernhof im Dorfzen-

Irmgard Kapeller vom gleichnamigen Hof kann durch den sicheren Internet-Zugang gleichzeitig telefonieren und surfen. Die Analyse der Milchproben sendet der Sennereiverband in kürzester Zeit.
trum. Seine Schwester wohnt mit ihren drei Kindern ebenso am Hof. Tochter Michaela hat im vergangenen Jahr die Hotelfachschule abgeschlossen.
Rasche Ergebnisse
„Der Zugang zum Internet hat ihre Ausbildung wesentlich erleichtert“, sagt Mutter Irmgard. Auch Bruder Raimund hat mit dem schnellen und sicheren Internetzugang nur Vorteile. Während früher die Ergebnisse der Milchproben auf dem Postweg viel Zeit beanspruchten, sendet der Sennereiverband jetzt eine E-Mail, in dem die Ergebnisse der
Laboranalysen aufscheinen. Dasselbe gilt für die Milchleistungskontrolle.
Der Kostenpunkt für den Bau des Glasfasernetzes lag bei 200.000 Euro, die Gemeinde hat 50.000 Euro bereitgestellt. Als Betreiber der Verbindung konnte u. a. Raiffeisen OnLine gewonnen werden, die einen professionellen Dienst gewährt. Alexander Wallnöfer, Vizedirektor von Raiffeisen OnLine, meint dazu: „Initiativen wie in Taufers im Münstertal sind beispielgebend für das ganze Land. Breitbandinternet ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor gerade für den ländlichen Raum, und der ist nach wie vor unterversorgt.“

In Taufers in Münster sind alle Haushalte, die es wünschen, an das Glasfasernetz angeschlossen.
Foto:
(u.r.)
Alois
Koch
Sicherheit und Flexibilität
Auf der letzten Tagung der Geschäftsführer/-innen der Raiffeisenkassen im Raiffeisenhaus standen die IT-Themen im Mittelpunkt.
In der Bankenwelt gibt es kaum noch Prozesse ohne IT-Unterstützung. Fast alle Neuerungen fachlicher, aber auch normativer Natur haben auch Auswirkungen auf die Bankanwendung; dessen müsse man sich bewusst sein, erinnerte Alberta Egger, Hauptabteilungsleiterin der Raiffeisen-Informationssysteme (RIS), in ihrer Eröffnungsrede vor den anwesenden Geschäftführerinnen und Geschäftsführern der Raiffeisenkassen Südtirols. „Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht neue Gesetze, Korrekturen der Bestimmungen oder Übergangsbestimmungen ver-

Alberta Egger, Hauptabteilungsleiterin der RaiffeisenInformationssysteme (RIS), im Raiffeisenverband
öffentlicht werden“, meinte sie. Deshalb sei das Schlagwort der Zeit: Flexibilität. „Wir sind in den vergangenen Jahren diese unerwarteten und nicht planbaren Tätigkeiten mit großer Flexibilität angegangen. So konnten wir alle gesetzlichen Vorgaben und Termine einhalten“, betonte sie. Performance und Verfügbarkeit zeigen, dass sich auch die kontinuierlichen Investitionen in die Infrastruktur bezahlt machen.
Neue Projekte
Auf der Tagung wurden zudem neue Entwicklungen im Bereich Langzeitspeicherung, neue Modelle zur Erhöhung der Treffsicherheit im Rating des Kredit-Risiko-Managements, alternative Authentifizierungs- und Rating-Methoden für das Raiffeisen Online Banking und die Vorgaben an das neue Folgesystem der Bankanwendung thematisiert.
Der Weinbau in Südtirol wächst weiter in der Fläche
50. Südtiroler Weinbautagung in Eppan mit neuen statistischen Daten
WEi Nstatistik 2011
Weinbaufläche 5.319 ha (+19 ha)
anzahl Betriebe 5.155
Erntemenge 343.337 hl (+17 %)
Hektarertrag 70 hl
Pflanztätigkeit 2011: 123 ha 37 ha Neupflanzung 86 ha Wiederbepflanzung
Meldungen 2012: 540 anträge 400 Wiederbepflanzung
140 Neupflanzung
(Quelle: Landesamt für Obst- und Weinbau)
Zur Eröffnung der 50. Südtiroler Weinbautagung in Eppan präsentierte Helmuth Scartezzini, Amtsdirektor für Obst- und Weinbau, die neuesten statistischen Zahlen. So wurden in Südtirol im Erntejahr 2011 auf 5319 Hektar Reben kultiviert. Das sind um 19 Hektar mehr als im Jahr zuvor. Aufgrund der besonders in Süditalien durchgeführten Rodungen beläuft sich der Prozentanteil der Südtiroler An-

Helmuth Scartezzini, Amtsdirektor für Obst- und Weinbau
baufläche nun auf 0,8 Prozent der Weinbaufläche Italiens. Im Jahr 2011 wurden 343.337 Hektoliter geerntet (+11 %), bei einem durchschnittlichen Hektarertrag von 70 Hektoliter Erfreulicherweise sind 95 Prozent der Weine Südtirols DOC-Weine. 2011 wurde auf 123 Hektar eine Pflanzentätigkeit angemeldet, für das laufende Jahr wurden bereits 540 Anträge eingereicht, sagte Scartezzini.
raiffeisen-pensionsfonds
Im Vergleich gute Jahresergebnisse
Trotz des schwierigen Finanzjahres konnte der Raiffeisen Offene Pensionsfonds im vergangenen Jahr positive Ergebnisse für die vorsichtigste Anlagelinie verzeichnen und die Verluste für Linien mit höheren Aktienanteilen einschränken.
Die Rendite der Linie Safe lag bei +1,19 Prozent jene der Linie Activity bei –1,63 Prozent. Die für Aktieninhaber risikoreichste Linie Dynamic verzeichnete im Vergleich mit dem internationalen Panorama einen akzeptablen Verlust (–7,05 %).
Beim Aufbau einer privaten Zusatzrente ist es wichtig, vor Augen zu halten, dass es sich um eine langfristige Investition handelt, wird betont. Im Jahr 2011 verzeichnete der Raiffeisen Offene Pensionsfonds einen Mitgliederzuwachs von 11,39 Prozent. Auch die jüngste Reform der Renten unter Ministerpräsident Monti zeigt, dass die Zusatzvorsorge eine unabdingbare Voraussetzung für ein sorgloses Alter ist.
Neue Kundenberater ausgebildet
Ende des vergangenen Jahres konnten zehn Mitarbeiter/-innen der Raiffeisenkassen Südtirols ihre Ausbildung zu neuen Kundenberatern erfolgreich abschließen.

Zehn Teilnehmer/-innen aus fünf verschiedenen Raiffeisenkassen Südtirols wurden zu Kundenberatern ausgebildet.
„Hinter jedem Kunden steckt ein Mensch in seiner ganzen Individualität! Daran sollten sich die Absolventen in ihrer Tätigkeit als Kundenberater stets erinnern“, unterstrich Paul Gasser, Generaldirektor des Raiffeisenverbandes, bei der kleinen Abschlussfeier in Bozen.
Zehn Teilnehmer aus fünf verschiedenen Raiffeisenkassen haben erfolgreich daran teilgenommen. Ziel dieses Lehrganges, der sich über die Dauer eines Kalenderjahres erstreckte, war neben der fachlichen Ausbildung in den Bereichen Kreditwesen, Geldanlage, Zahlungsverkehr und Vertriebsintensivierung die Erweiterung der beraterischen Kompetenz. Wolfgang Tschuschner, erfolgreicher Banktrainer und Referent, hob in seiner Rückschau hervor, worauf er in seinen Trainingseinheiten das Haupt-
Raiffeisen-Weiterbildungskurse
augenmerk legte: in den Aufbau von Selbstvertrauen und professionellem Verkaufsverhalten.
Motivation und Lernbereitschaft
„Die Lehrgangsgruppe begegnete der praxisnahen Vorgangsweise von Beginn an mit Motivation und Lernbereitschaft und erhielt diesbezüglich auch entsprechende Anerkennung seitens des Referenten“, resümierte Lehrgangsleiter Marcus E. Gamper. Er präsentierte die Evaluationsdaten und hob deren positive Ergebnisse lobend hervor. Insbesondere die gute Unterstützung und der gebotene Entwicklungsraum seitens der Vorgesetzten im Laufe des Lehrganges wurden von den Teilnehmern als sehr positiv bewertet.
kursangebot termin ort informationsveranstaltung „Liquiditätssteuerung laut Basel iii“ für Verantwortliche für die Liquiditätssteuerung
14.2.2012
13.2.2012 Pavillon im Raiffeisenhaus, Bozen arbeitsrecht und Personalverwaltung für sachbearbeiter im Personalbereich
Hotel Eberle/Bozen
buchtipp
Die Genossenschaft als Erfolgsmodell
Im Deutschen GenossenschaftsVerlag ist ein Buch erschienen, in dem der Frage nach der Bedeutung von Wertvorstellungen nachgegangen wird. Die beiden Autoren Berthold Eichwald und Klaus Josef Lutz beschreiben Werte und Prinzipien, Entwicklung und gegenwärtige Ausprägung von Genossenschaften. Sie beleuchten auch das Management von Verbänden und genossenschaftlicher Verbundsysteme. Ein Buch, das alle wesentlichen Aspekte des genossenschaftlichen Erfolgsmodells sinnfällig beleuchtet. Siehe: www.vr-medienportal.de

Ein umfassendes Buch über die genossenschaftliche Unternehmensform
Jährliche Weiterbildung B+Modul für Führungsverantwortliche, Verantwortliche für die Personalentwicklung, Leiter und Beauftragte der Dienststelle für die arbeitssicherheit, sicherheitssprecher in Dienstleistungs- und Produktionsbetrieben
14.2.2012 Bildungshaus Lichtenburg/Nals körpersprache im Verkauf für Führungskräfte und Mitarbeiter, die im Gespräch mit kunden und Geschäftspartnern souverän überzeugen wollen
Resilienz als Führungskompetenz für Führungskräfte und Personalverantwortliche (in Zusammenarbeit mit der Wi Fi)
stresskompetenz entwickeln – Basis für alle interessierten Mitarbeiterinnen
14./15.2.2012 ansitz kandlburg in Mühlbach
23.-24.2.2012 Hotel Eberle/Bozen
23.2.2012 Hotel Eberle/Bozen
Impressum: Herausgeber: Südtiroler Bauernbundgenossenschaft, Druck: Athesiadruck – Ermächtigung vom Landesgericht Bozen, 13.4.1984, Nr. 13/84
Presserechtlich verantwortlich: Guido Steinegger, Redaktion: Stefan Nicolini, Thomas Hanni (Raiffeisenverband Südtirol, Tel. 0471 945453, rvs-presse@raiffeisen.it, www.raiffeisenverband.it)